Leseprobe - Pearson Studium

pearson.studium.de

Leseprobe - Pearson Studium

3.4 Das Bindegewebegerüst des Körpers

3.3.4 Synovialmembran

Die Synovialmembran kleidet Gelenke von innen tapetenartig

aus (Abbildung 3.20d). Knochen treffen in Gelenken

aufeinander. Gelenke, die einen Gelenkspalt (Diarthrose =

echtes Gelenk) besitzen, sind von einer Gelenkkapsel umgeben,

die außen aus straffem kollagenfaserigem Bindegewebe

(Stratum fibrosum) besteht und innen mit einer

Intima (Stratum synoviale) ausgekleidet ist. Im Gegensatz

zum Epithel entwickelt sich die Synovialmembran aus

Bindegewebe und unterscheidet sich in drei Aspekten

von Epithelien: 1. Es gibt keine Basallamina oder retikuläre

Schicht, 2. die Zellschicht ist lückenhaft und 3. die

„Epithelzellen“ stammen von den Makrophagen (Typ-A-

Zellen) und Fibroblasten (Typ-B-Zellen) des angrenzenden

Bindegewebes ab. Einige dieser Zellen sind phagozytotisch

aktiv, andere sekretorisch. Die Phagozyten entfernen Zelltrümmer

oder Pathogene, die die Gelenkfunktion stören

könnten. Die sekretorischen Zellen (Typ B) regulieren die

Zusammensetzung der Synovia innerhalb des Gelenks. Die

Synovia befeuchtet den Gelenkknorpel und versorgt ihn

mit Sauerstoff und Nährstoffen.

Das Bindegewebegerüst

des Körpers

3.4

Bindegewebe bildet das innere Gerüst des Körpers. Bindegewebeschichten

verbinden die Organe in den Körperhöhlen

mit dem Rest des Körpers. Diese Schichten verleihen

Stärke und Stabilität, erhalten die relative Position der

Organe und schaffen Verbindungswege für die Versorgung

mit Blutgefäßen, Lymphgängen und Nerven.

Faszie (Plural: Faszien) ist der Grundbegriff für eine

bindegewebige Platte oder Schicht, die mit bloßem Auge

zu erkennen ist. Diese S chichten und Umhüllungen haben

drei Hauptbestandteile: die oberflächliche Faszie, die tiefe

Faszie und die subseröse Faszie. Die funktionelle Anatomie

dieser Schichten ist in Abbildung 3.21 dargestellt:

■ Die oberflächliche Faszie unter der Subkutis (lat.: sub =

unter; cutis = die Haut) wird auch Fascia superficialis

genannt. Diese Schicht aus geflechtartigem Bindegewebe

trennt die Haut von den darunterliegenden Strukturen

und Organen. Die darüberliegende Subkutis isoliert und

polstert. Die Fascia superficialis erlaubt der Haut und

den darunterliegenden Strukturen eine unabhängige

Beweglichkeit.

■ Die tiefe Faszie besteht aus dichtem parallelfaserigem

Bindegewebe. Sie ist wie Sperrholz gebaut: Alle Fasern

einer Schicht laufen in dieselbe Richtung, doch diese

Richtung ist in jeder Schicht anders. Dieser Wechsel

verleiht dem Gewebe Widerstandskraft gegen Kräfte

aus vielen unterschiedlichen Richtungen. Die festen

Kapseln, die die meisten Organe, einschließlich derjenigen

im Brust- und Bauchraum, umgeben, sind mit

den tiefen Faszien verbunden. Das Stratum fibrosum

der Synovialmembran um die Gelenke, das Periost um

die Knochen und die bindegewebigen Muskelfaszien

sind ebenfalls mit tiefen Faszien verbunden. Die tiefen

Faszien am Hals und in den Extremitäten verlaufen als

intermuskuläre Faszien zwischen den einzelnen Muskelgruppen;

damit sind die einzelnen Muskeln in Kompartimente

und Gruppen unterteilt, die sich in Funktion

und Ursprung voneinander unterscheiden. Die einzelnen

Komponenten dieses dichten Bindegewebes sind

Körperwand

Körperhöhle

BINDEGWEBIGES STÜTZGERÜST DES KÖRPERS

OBERFLÄCHLICHE FASZIE

• zwischen der Haut und den

darunterliegenden Organen

• lockeres kollagenes

Bindegewebe und Fettgewebe

Haut

TIEFE FASZIE

• bildet ein festes, stabiles

inneres Stützgerüst

• straffes Bindegewebe

• an Kapseln, Sehnen und

Bändern befestigt

Rippe

SUBSERÖSE FASZIE

• zwischen serösen Membranen

und der tiefen Faszie

• lockeres kollagenes

Bindegewebe

seröse Haut

Haut

Abbildung 3.21: Die Faszien. Die anatomische Beziehung der verschiedenen Bindegewebe zueinander im Körper.

85

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine