Leseprobe - Pearson Studium

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3.3 Zentrale Bestandteile eines strategischen Plans

Schließlich werden die Filialen per LKW oder per Schiff bzw. Flugzeug mit

den fertigen Kleidungsstücken beliefert. Zara verfügt hierfür über eine große Distributionszentrale

in Nordwest-Spanien. Diese Vertriebsbasis durchlaufen sämtliche

Artikel mit einer Lagerzeit von maximal drei Tagen. Von dort aus wird die

Ware zweimal pro Woche in die einzelnen Filialen ausgeliefert. Durch das zentralisierte

Distributionssystem kann das Unternehmen die Lagerkosten minimieren

und Nachbestellungen schnell durchführen. Zara gewinnt so einen Zeitvorsprung

gegenüber seinen Mitbewerbern, die ihre Ware aus Kostengründen häufig

in Fernost produzieren lassen. In den USA überlegen erste Bekleidungshersteller

und Händler, ihre Produktion aus dem Ausland zurückzuholen. Dadurch steigen

zwar die Kosten, aber man gewinnt an Flexibilität und Schnelligkeit, was in der

Modebranche immer wichtiger wird.

Der Verkauf bildet nicht den Schlusspunkt der Wertschöpfungskette, sondern

ist eine wichtige Informationsquelle für die Designteams von Zara. Informationen

über die Kunden bezüglich Modellen und Farben werden in den Läden gesammelt

und anschließend telefonisch der Designabteilung übermittelt. Unter Einbeziehung

von Trendanalysen entstehen so die Entwürfe für neue Modelle.

Inlandsfertigung zahlt sich aus

Die Strategie der schnellen Produktion zahlt sich für den Konzern Inditex aus.

2006 beispielsweise stieg der Umsatz um 15 % im Vergleich zum Vorjahr. Der

Gewinn stieg um bis zu 25 % im selben Bilanzjahr. Das gute Ergebnis wurde größtenteils

durch die Marke Zara bewirkt, die momentan Platz 73 der 100 weltweit

wertvollsten Marken inne hat. Dies lässt Inditex zum ersten Mal vor H&M rücken.

Darüber hinaus gehören Inditex nun auch neue Ketten an wie z. B. Oysho,

Bershka, Stradivarius, Massimo Dutti, Pull and Bear und Uterqüe. Hinzu kommt

mit „Zara Home“ die erste Kette, die keine Kleidungsstücke verkauft. Jede dieser

Ketten nutzt ebenfalls die vertikale Integration.

Es hat sich also für Zara nicht nur ausgezahlt, der schnellste Textilhändler

zu sein, das Unternehmen hat auch die Modewelt komplett umgekrempelt. Zara

hat den Weg freigemacht für günstigere Mode und den Wettbewerbsdruck auf

Modemarken im mittleren und sogar im gehobenen Preissegment verstärkt.

Aufgrund des exzellenten Marketing in der Unternehmenspraxis wurde José

María Castellano Ríos, Deputy Chairman von Zara, im Juli 2005 mit der Auszeichnung

„Distinguished European Marketer“ geehrt.

Quellen:

Inditex, Webseite von Inditex unter: www.inditex.com; Inditex Annual Report 2007;

Mazaira, A., González, E., Avendaño, R., The role of market orientation on company performance

through the development of sustainable competitive advantage: the Inditex-Zara

case, in: Marketing Intelligence & Planning, Volume 21, Number 4 2003, S. 220–229;

Finkenzeller, K., Hart & Schnell, in: Financial Times Deutschland, 12. Oktober 2005, S. 29.

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