Leseprobe - Pearson Studium

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3.3 Netzwerkgrundlagen 103

Abbildung 3.4

Protokollschichten im ISO OSI-Protokollmodell (Open Systems Interconnection)

und dabei entsprechend umgewandelt, bis sie sich in einem Format befinden, das an

den betreffenden Empfänger-Prozess weitergegeben werden kann.

Protokollfolgen Eine vollständige Menge von Protokollschichten wird auch als

Protokollfolge oder Protokollstapel bezeichnet, was sich auf die Schichtstruktur bezieht.

Abbildung 3.4 zeigt einen Protokollstapel, der dem Sieben-Schichten-Referenzmodell

für OSI (Open Systems Interconnection) entspricht, das von der ISO (International Standards

Organization) übernommen wurde [ISO 1992]. Das OSI-Referenzmodell wurde

übernommen, um die Entwicklung von Protokollstandards zu unterstützen, die den

Anforderungen offener Systeme genügen sollten.

Die Aufgaben der einzelnen Schichten des OSI-Referenzmodells sind in Abbildung

3.5 zusammengefasst. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um ein

Gerüst für die Definition von Protokollen und nicht um die Definition einer bestimmten

Protokollfolge. Protokollfolgen, die konform zum OSI-Referenzmodell sind, müssen

mindestens ein spezifisches Protokoll auf jeder der sieben im Modell definierten

Ebenen bereitstellen.

Die Protokollschichtung bringt wesentliche Vorteile mit sich, weil sie die Softwareschnittstellen

für den Zugriff auf die Kommunikationsdienste von Netzwerken

vereinfacht und verallgemeinert, bedeutet jedoch auch einen wesentlichen Leistungsaufwand.

Die Übermittlung einer Nachricht auf Applikationsebene über einen Protokollstapel

mit N Schichten verursacht normalerweise N-mal die Übertragung der

Steuerung an die relevante Softwareschicht in der Protokollfolge, von denen es sich

bei mindestens einer um einen Betriebssystemeintritt handelt und bei denen N

Kopien der Daten als Teil des Einkapselungsmechanismus entgegengenommen werden.

Dieser Aufwand resultiert in Datenübertragungsgeschwindigkeiten zwischen

den Applikations-Prozessen, die viel geringer sind als die verfügbare Netzwerkbandbreite.

Abbildung 3.5 beinhaltet Beispiele für im Internet verwendete Protokolle, aber die

Implementierung des Internets folgt dem OSI-Referenzmodell in zweierlei Hinsicht

nicht. Erstens sind im Internet-Protokollstapel die Applikations-, Darstellungs- und

Sitzungsschichten nicht klar voneinander abgetrennt. Stattdessen sind die Applikati-

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