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Kapitel 3 – Netzwerke und Internetworking

det. Die Tags in den Headern enthalten den Protokolltyp für die darüber liegende

Schicht, die für den empfangenden Protokollstapel benötigt wird, um die Pakete korrekt

zu entpacken. In der TCP-Schicht übernimmt die Port-Nummer des Empfängers

eine ähnliche Aufgabe und ermöglicht der TCP-Software-Komponente auf dem empfangenden

Host, die Nachricht an einen bestimmten Prozess auf Applikationsebene

weiterzugeben.

Die TCP/IP-Spezifikationen [Postel 1981a; 1981b] beziehen sich nicht auf die

Schichten unterhalb der Internet-Datagrammschicht – IP-Pakete in der Internetschicht

werden zur Übertragung über fast jede beliebige Kombination zu Grunde liegender

Netzwerke oder Datenverbindungen in Pakete verpackt.

Abbildung 3.14

Die konzeptuelle Sicht eines Programmierers auf ein TCP/IP-Internet

Beispielsweise wurde IP ursprünglich über das ARPANET ausgeführt, das aus Hosts

und einer frühen Variante von Routern bestand (den so genannten PSEs), die durch

Datenverbindungen über große Distanzen verbunden waren. Heute wird es über fast

jede bekannte Netzwerk-Technologie ausgeführt, unter anderem ATM, LANs wie

z.B. Ethernets oder Token Ring-Netzwerke. IP wird unter Verwendung des PPP-Protokolls

[Parker 1992] über serielle Leitungen und Telefonverbindungen implementiert,

sodass es für die Kommunikation mit Modemverbindungen und anderen seriellen

Techniken geeignet ist.

Der Erfolg von TCP/IP begründet sich in seiner Unabhängigkeit von der zu

Grunde liegenden Übertragungs-Technologie, sodass Netzwerke aus vielen heterogenen

Netzwerken und Datenverbindungen aufgebaut werden können. Benutzer und

Applikationsprogramme nehmen ein einziges virtuelles Netzwerk wahr, das TCP

und UDP unterstützt, und die Implementierer von TCP und UDP sehen ein einziges

virtuelles IP-Netzwerk, das die Verschiedenartigkeiten der zu Grunde liegenden

Übertragungsmedien verbirgt. Abbildung 3.14 zeigt diese Ansicht.

In den beiden nächsten Abschnitten beschreiben wir das IP-Adressierungsschema

und das IP-Protokoll. Das DNS, das Domainnamen wie beispielsweise www.amazon.com,

hpl.hp.com, stanford.edu und qmw.ac.uk, die den Internetbenutzern so vertraut

sind, in IP-Adressen umwandelt, wird in Abschnitt 3.4.7 eingeführt und detailliert in

Kapitel 9 beschrieben.

Die aktuell im Internet allgemein eingesetzte IP-Version ist IPv4 (seit Januar 1984)

und diese Version wollen wir in den beiden nächsten Abschnitten auch betrachten.

Das schnelle Wachstum des Internets hat jedoch zur Spezifikation einer neuen Version

(IPv6) geführt, die die Adressierungsbeschränkungen von IPv4 lösen soll und

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