Leseprobe - Pearson Studium

pearson.studium.de

Leseprobe - Pearson Studium

96

Kapitel 3 – Netzwerke und Internetworking

1,5 km von der Schaltstelle aus. Kabelmodem-Verbindungen verwenden analoge Signale

auf Kabel-TV-Netzwerken, um Geschwindigkeiten von 1,5 Mbps über Koaxialkabel

und mit einer wesentlich größeren Reichweite als DSL zu erreichen.

Funknetzwerke Die bequeme Verbindung portabler und Handheld-Geräte

bedingt eine Funkkommunikation, wie in Kapitel 2 bereits beschrieben. In jüngster

Zeit haben sich viele digitale Funkkommunikations-Technologien entwickelt. Einige

davon wie beispielsweise IEEE 802.11 (WaveLan) unterstützen eine Datenübertragung

von 2 bis 11 Mbps über 150 m; es handelt sich dabei um Funk-LANs (WLANs,

Wireless Local Area Networks), die für die Verwendung anstelle von verdrahteten

LANs vorgesehen sind. Andere sind darauf ausgelegt, mobile Geräte mit anderen

mobilen Geräten oder fixen Geräten in derselben unmittelbaren Nachbarschaft zu

verbinden, beispielsweise um sie mit lokalen Druckern oder anderen Palmtops oder

Desktop-Computern zu verbinden. Man spricht hier auch von WPANs (Wireless Personal

Area Networks); Beispiele dafür sind unter anderem Infrarot-Verbindungen,

die in vielen Palmtop- und Laptop-Computern eingebaut sind, sowie die BlueTooth

Niederspannungs-Funknetzwerk-Technologie [www.bluetooth.com], die eine Datenübertragung

bei 1-2 Mbps über 10 m unterstützt. Viele Mobiltelefonnetzwerke basieren

auf digitalen Funknetzwerk-Technologien, unter anderem auch der europäische

GSM-Standard (Global System for Mobile Communication), der in den meisten Ländern

der Welt eingesetzt wird. In den USA basieren die meisten Mobiltelefone

momentan auf dem analogen AMPS-Mobilfunkzellennetzwerk; CDPD (Cellular

Digital Packet Data) ist eine digitale Kommunikationseinrichtung, die darauf aufsetzt.

Mobile Telefonnetzwerke sind darauf ausgelegt, über weite Bereiche (normalerweise

ganze Länder oder Kontinente) zu arbeiten; ihre Datenübertragungsfunktionen

unterstützen deshalb weit reichende mobile Verbindungen zum Internet für portable

Geräte. Die oben erwähnten Zellularnetzwerke bieten relativ geringe Datengeschwindigkeiten

– 9,6 bis 19,2 kbps, aber es sind Nachfolgernetzwerke mit einer

Datenübertragungsgeschwindigkeit im Bereich von 128 kbps bis 384 kbps für Zellen

mit einigen Kilometern Radius und bis zu 2 Mbps für kleinere Zellen geplant.

Wegen der beschränkten Bandbreite und anderer Einschränkungen portabler

Geräte, beispielsweise die winzigen Bildschirme, wurden mehrere Protokolle entwickelt,

die auch als WAP (Wireless Application Protocol) bezeichnet werden und die

speziell auf die Verwendung in portablen Geräten ausgelegt sind [www.wapformu.org].

Internetworks Ein Internetwork ist ein Kommunikations-Teilsystem, in dem

mehrere Netzwerke verbunden sind, um gemeinsame Datenkommunikationsfunktionen

zu bieten, die die Technologien und Protokolle der einzelnen Komponentennetzwerke

sowie die Methoden für ihre wechselseitige Verbindung verbergen.

Internetworks werden für die Entwicklung erweiterbarer, offener verteilter Systeme

benötigt. Die offene Natur verteilter Systeme bedingt, dass die dort verwendeten

Netzwerke so erweitert werden können, dass sie eine sehr große Anzahl an Computern

unterstützen, während die einzelnen Netzwerke einen eingeschränkten

Adressraum haben und zum Teil auch Leistungsbeschränkungen, die der Verwendung

für große Systeme entgegenstehen. In Internetworks kann eine Vielzahl von

LAN- und WAN-Technologien zum Teil auch von unterschiedlichen Herstellern integriert

werden, um die Netzwerkkapazität zu bieten, die von den einzelnen Benutzergruppen

benötigt wird. Internetworks sorgen also dafür, dass die Kommunikation in

verteilten Systemen von vielen der Vorteile offener Systeme profitieren kann.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine