Nr.10 Dezember - bei den Missionsschwestern des hl. Petrus Claver

petrus.claver.ch

Nr.10 Dezember - bei den Missionsschwestern des hl. Petrus Claver

Zeitschrift der

St.-Petrus-Claver-Sodalität

123. Jahrgang

Heft10 Dezember2011

ISSN 1422-3821


218

Echo ausAfrika

und andern Erdteilen

Zeitschrift der St.-Petrus-Claver-Sodalität.

Erscheintzehnmal jährlich.

Herausgeber: St.-Petrus-Claver-Sodalitätfür die

katholischenMissioneninEntwicklungsländern

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Redaktion: Sr. Barbara Tabian,SSPC

Druck: Speck Print AG, 6301 Zug

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Aus dem Inhalt:

220 Nicaragua

229 Weihnachtsgedanken

232 Das unverkäufliche Geschenk

236 Hilferuf

Zum Titelbild:Nicaragua, Kath. Kirche von

Waspam (Foto:MissioSchweiz, Bernet)

Letzte Umschlagseite: ProvisorischeGlocke

in Nicaragua (Foto:MissioSchweiz, Bernet)

Teilen Sie uns bitte per Post, Telefon oder

E-Mail mit, wenn Sie den Wohnsitz wechseln.

Herzlichen Dank!

Ihre Petrus-Claver-Schwestern

Advent:

Ankunft

Wie oft will

Jesus

bei mir ankommen.

Undich bin nicht

bei mir zu Hause.

Da bleibt nur eines:

Zeit, bei Ihm

anzukommen.

Advent: Ankunft.

Zeitalso,

IHN zu suchen.

Sein Haus,

SeineNähe

finden -

und bei IHM

ankommen.

Jürgen Benisch

»Maria am Wege«–Dresden –Hosterwitz

Foto:Sr. BarbaraTabian


NICARAGUA

Hauptstadt:Managua

Fläche:130.370km 2

Bevölkerung:ca. 6Mio.

Amtssprache:Spanisch

Unabhängigkeit:

15. September 1821

Religion:58,5% Römischkatholisch,

21,6% Evangelisch,

1,6% Herrnhuter

Analphabeten:ca. 30%

(Standvon 2010)

Nicaragua ist das Land der Vulkane und Seen. Oft

wird es von Naturkatastrophen heimgesucht, vor

allem Wirbelstürmen. Höchster Berg ist der Pico

Mogotón: 2.438m. Im Osten Nicaraguas gibt es

indigene Volksgruppen. Neben der Amtssprache

Spanisch werden verschiedene indigene Sprachen

gesprochen, vor allem Miskito (1,7%).

Kirche

Missio (Schweiz) informiert jedes Jahr über das

Leben und die Nöte eines Teils der Weltkirche. In

diesem Jahr 2011 wurde Nicaragua, eines der

ärmsten Länder Lateinamerikas, vorgestellt.

Knapp 100 Jahre alt ist die katholische Kirche Nicaraguas.

Weil sie so jung ist, fühlt sie sich denhistorischen

Ursprüngen derKirche besonders nahe.

Anlässlich ihres Besuches

in Nicaragua zeigen

Journalisten aus

der Schweiz am Beispiel

zweier Menschenschicksale

das

katholische Engagement

dortauf:

Laienarbeit

Die östliche Landeshälfte

Nicaraguas ist

denKapuzinernanvertraut.

Hier betreuen

sie das Apostolische

Vikariat Bluefields seit

seiner Gründung 1913.

Schon früh haben sie

erkannt, dass sieindie

Bildung investieren

müssen. Neben den

Schulen liegt ein


Schwerpunkt der pastoralen

Arbeit aufder Aus-und

Weiterbildung von Laien:

Männer und Frauen werden

zu»Wortverantwortlichen«

herangebildet. Inihren

oft weit abgelegenen

Gemeinschaften und Dörfern

übernehmen diese

überzeugten Frauen und

Männer die wichtige Rolle

der Präsenz der katholischen

Kirche vor Ort. Inihrer

Hand liegt eine große

Verantwortung. Oft sind

sie Mediatoren zwischen

verfeindeten Familien und

greifen bei häuslicher Gewalt ein. Es sind diese

positiven Erfahrungen mit »Kirche vor Ort«, die

fürdie Menschen zählen.

In diesem Umfeld ist Ivania aufgewachsen: Große

soziale, wirtschaftliche und politische Probleme,

Ivania Torres, eine kleine

Frau mit gewinnendem Lächeln,

animiert die kirchliche

Kinderarbeit in ihrem

Heimatort Muelle de los

Bueyes, einem Ort, wie so

vieleandere im OstenNicaraguas,

mit sozialen Problemen

und hoher Arbeitslosigkeit.Genau

dortist die

katholische Kirche präsent,

mit ihren Frauen und Männern,

die sich vor allem freiwillig

in ihrenGemeinschaften

engagieren. So kann

sie den Menschen Halt geben.

Ivania sagt deshalb mit einer großen Selbstverständlichkeit:

»Unsere Kirche gibt uns Hoffnung«.

DiewichtigstenFortbewegungsmittelimOsten

Nicaraguas: Pferde,Boote,

Kleinflugzeuge

DieKircheNicaraguas,

Hoffnungsträger fürdie

Jugend

Fotos: MissioSchweiz,

Bernet 221


DieKapellevon El Caminante

am Stadtrandvon Puerto

Cabezas

DieGemeinschaft vonEl

Caminanteinihrer Quartierkapelle

aber in der Präsenz einer Kirche,

die sich nicht in frommen Zirkeln

versteckt. Als wichtiges Mittel der

Kommunikation und Vernetzung

gibt es ein pfarreieigenes Radio.

Ermuntert durch ihren Pfarrer

wurde sieMitarbeiterin im Pfarreiradio,

konnte Sprechkurse besuchen

und sich journalistisch weiterbilden.

Dabei entwickelte sie

Kapazitäten, überdie sie garnicht

zu verfügen meinte. Jetzt gestaltet

sie aktiv das Leben der Kirche: Über das Pfarreiradio

undinder Arbeitmit den Kindern.

Siegfried Ostermann

Ein Werdegang

am Río Coco

Floriano ist am Río Coco, ganz im

Nordosten Nicaraguas, auf die

Welt gekommen. Dort hat er seine

ersten Jahre am Fluss verbracht,

gefischt, Wasser geschleppt und

beim Reisanpflanzen geholfen.

Bis zu dem Tag anWeihnachten

1981, an dem er mit seinem Vater

und anderen Männern über den

Fluss nach Honduras flüchten

musste. Sein Dorf und alle Dörfer am Río Coco im

Gebiet der Miskito, der größten indigenen

DerChor beim Gottesdienst in

Waspam


Bevölkerungsgruppe in

Nicaragua, wurden aus

strategischen Gründen

geräumt, alle Einwohner

umgesiedelt und die

Häuser niedergebrannt:

Die von den USA gesteuerten

und finanzierten

Truppen der Contras,

zum Teil im Bündnis mit

Angehörigen des Miskitovolkes,

kämpften von

Honduras aus gegen die

sandinistischen Regierungstruppen

und sollten

am Río Coco am

Übertritt nach Nicaragua

gehindert werden.

Auch der Hauptort Waspam

wurde bombardiert

und zu einem großen

Teil zerstört.

Floriano hatte Glück,

denn er konnte trotz der

Kriegswirren und dem

Leben in einem Flüchtlingslager

zur Schule gehen

und schließlich, zurück in Nicaragua, am

Kleinen Seminar in Bluefields die Oberstufenausbildung

als Vorbereitung auf sein Theologiestudium

in Managua abschließen. 1993 wurde er zusammen

mit P. Rodolfo, dem derzeitigen

Missio-Direktor in Nicaragua, zum Priester geweiht.

Das Volk der Miskito hatte damit die zwei

ersten katholischen Priester. Nach einer Weiterbildung

in Rom ist Floriano seit 9Jahren Pfarrer

derPfarrei Waspam.

Besuch in Santa Ana

Wenn P. Floriano heute Reiskörner durch seine

Finger gleiten lässt, tut er das während kurzen

oder längeren Pastoralbesuchen in den Gemein-

Lebensfreude trotz

größterArmut

223


224

schaften seiner Pfarrei entlang des

Río Coco. Als ich ihn dabei nachSanta

Ana begleite, werden wir von den

Dorfbewohnern ganz herzlich empfangen.

Die Kinder eilen dem Ufer

entlang bis zum Ort, wo unser kleines

Motorboot im Lehm anlegt.

Mit uns legt auch ein schwer beladener

Einbaum an: Drei oder vier Frauen

bringen in riesigen Behältern Süßwasser

ins Dorf; der Brunnen befindet

sich auf der anderen Seite des Flusses,

im Nachbarland Honduras. Es ist

Schwerstarbeit, das Wasser über die

Uferböschung hinauf zu schleppen.

Ganzinder Nähe steht in einer Hütte

eine bescheidene Maschine, die die

Spreu vom Reis trennt. Eben sind

zwei junge Burschen auf ihren Pferden

eingetroffen und bringen je

einen Sack Reis. Floriano hat die

Maschine dank Kontakten zu Hilfsorganisationen

ins Dorf liefern können.

Die Menschen sind sehr dankbar

für dieses Gemeinschaftsprojekt, das

ihnen ihre Arbeit erleichtert.

Wir spazieren durch das kleine Dorf.

In der Kapelle treffen immer mehr

Kinder, Jugendliche und Männer ein.

Spontan erzählen sie ihrem Pfarrer

Floriano und mir –mindestens dann,

wenn sie statt Miskito zu sprechen,

ein paar spanische Wörter gebrauchen

–engagiert dieletztenGeschehnisse

imDorf. Vor zwei Wochen war

der Río Coco wegen Dauerregen im

Innern des Landes wieder einmal

über die Ufer getreten. Aber zum

Glück nur kurz; wenigstens ist nichts

zestört worden. In den Pfahlhäusern

blieballesimTrockenen. Die Einwohner

machen sich Sorgen wegen des

Trinkwassers. Dort, wo der Brunnen

im Nachbarland Honduras steht, wollen

Landbesitzer das Land besser

nutzen. Damit würde auch der Brunnen

zerstört.Floriano wirddie Sache

mit Spezialisten in Waspam besprechen

und versuchen eine Lösung zu

finden.

Zum Abschluss des Treffenssingt die

versammelte Gemeinde zusammen

mit dem Wortverantwortlichen, der

die Wortgottesdienste am Sonntag

leitet, ein Lied. Es ist ihr Ausdruck des

Dankes für den Besuch aus der

Schweiz.

Ganzheitliche Pastoral

Zurück im Boot auf dem Fluss, während

die Sonne sich rot färbt und es

ein bisschen weniger heiß wird, erzählt

mir Floriano vomTransportvon

Baumaterial und Nahrungsmitteln,

denervor ein paar Jahren organisierte,

als ein Wirbelsturm die entlegenste

Gemeinschaft seiner Pfarrei total

zerstört hatte. Niemand wollte die

Verantwortung für den Transport

übernehmen, weil dieBoote über gefährliche

Stromschnellen flussaufwärts

fahrenmussten. Deshalb ist er

selbst mitgefahren. Alles ging schließlich

gut. Die Gemeinschaft konnte

ihre Hütten wieder aufbauen. Aber

die Bootsfahrten –sei es für die Pastoralbesuche,

die Koordination der

Gesundheitsfürsorge und Bildungspastoral

in denGemeinschaften oder

Weiterbildungstage der Verantwortlichen

der Gemeinschaften –und der

Materialtransportauf demFluss sind

extrem teuer. Floriano wendet viel


Zeit für die Finanzierung

der verschiedenen Pastoralbereicheauf.Aberohne

sie, findet er, wären seine

Aufgaben als Pfarrer nicht

ganzheitlich gelöst.Eswäre

fürihn schwierig, Eucharistie

zu feiern, wenn er

wüsste, dass die Bewusstseinsbildung

bei Jung und

Altinder Pfarrei nicht vorwärts

geht, die Dorfbewohner

kein Dach über

demKopf habenund nicht

genug Bohnen und Reis

füreine tägliche Mahlzeit.

Gegen zehn Uhr abends

muss ernoch einmal hinaus:

Ein alter, kranker

Mann ist gestorben. Floriano besucht die Familie,

lässt die Totenglocke läuten und bemüht sich, einen

qualifizierten Laien für die Beerdigung zu finden.

Er kann seine Reise in die Hauptstadt zu einer

Priesterweiterbildung am anderen Morgen nicht

verschieben.

Martin Bernet

Prüfungder Reisqualität

durchP.Floriano

Trinkwasservom NachbarlandHonduras,auf

der

anderenSeite desFlusses

RíoCoco

225


die sie in ihrem Heim betreuen, mit

Trinkwasserversorgen.

(AIF)

226

Wunderder Technologie

Peru/Cuzco – Mit Unterstützung der

Deutschen Kinderhilfe erhalten die

Ordensschwestern vom Kinderheim

»Unacha« im VerwaltungsbezirkQuziquijana

(Provinz Quispicach, Cuzco)

ein von der Universität Kassel entwickeltes

modernes Wasseraufbereitungsgerät.

Das als »Wunder der

Technologie« bezeichnete Gerät

braucht weder Strom noch chemische

Zusätze oder Treibstoff und

kann täglich rund 1.200 Liter Wasser

aufbereiten.

Das Gerät ist bisher auf dem freien

Markt noch nicht käuflich. Erste Exemplare

wurdenaber bereits in Chile,

Pakistan, Vietnam, Indien, Haiti, Taiwan,

Kenia, Bolivien und nun auch in

Peruzur Verfügung gestellt. Beieiner

Vorführung des neuen Geräts wurden

20Liter schmutziges Flusswasser

innerhalb weniger Sekunden zu

99% gereinigt. Das Gerät soll vor allem

in Gegenden mit wenig Trinkwasser

oder bei Naturkatastrophen zum

Einsatz kommen. Die Ordensfrauen

werden damit die rund 1.800 Kinder,

Mehr Sicherheit fürSchulen

Afghanistan/Kabul –Wie das afghanische

Bildungsministerium mitteilt,

durften während der Zeit des Taliban-Regimes

in den Jahren von 1996

bis 2001 Mädchen keine Schule besuchen

und Frauen nicht außerhalb der

eigenen Wohnung arbeiten. In den

vergangenen zehn Monaten wurden

nun nach Aussage des Ministeriums

bereits 52Schulen inverschiedenen

Teilen der Provinz Kandahar wieder

eröffnet und in Kürze sollen in anderen

Verwaltungsdistrikten weitere

50 Schulen eröffnet werden, andenen

auch Mädchen unterrichtetwerden.

Seit der Wiedereröffnung vor

weniger als einem Jahr wurden bereits

120.000 Jungen und 42.000

Mädcheninden 234 Schulen derProvinz

angemeldet. Wie aus Informationen

des Kinderhilfswerks UNICEF

hervorgeht wurden unterdessen allein

im Jahr 2010 bei über 500Angriffen

auf Schulen insgesamt 169 Schüler,

Lehrer und Angestellte getötet

und insgesamt 527 Personen verletzt.

Viele Übergriffe fanden während

der Zeit der Parlamentswahlen

im September 2010 statt, als die

Schulen als Wahllokale benutzt wurden.

Dabei wurden fünfzehn Schülerinnen

und Lehrerinnen inder Provinz

Kandahar mit Säure beschüttet,

in der Provinz Logar wurde auf zwei

Schülerinnen geschossen. Wie ein

Sprecher des Bildungsministeriums

mitteilt, stehen in den gefährdeten


Provinzen zudem zu wenige Lehrerinnen

für denUnterricht von Schülerinnen

zur Verfügung. Weniger als

38% der insgesamt 175.000 Lehrkräfte

desLandes sind Frauen.

Insgesamt sind im Land mehr Schulen,

mehr Sicherheit und ein Wandel

der Mentalität bei den Eltern von

Mädchen nötig, damit diese künftig

eine Schulebesuchen können. (AIF)

Neue Ernährungsprogramme

Kenia/Nairobi –Wie das Flüchtlingshochkommissariat

der Vereinten Nationen

(UNHCR) mitteilt, ging die

Zahl der schwer unterernährten KinderinKakuma

von 17%auf 7,9% zurück.

Im Rahmen der neuen Ernährungsprogramme

erhalten die Flüchtlinge des

Lagers jeden Morgen therapeutische

LebensmittelunterAufsicht vonspezialisierten

Krankenschwestern. Außerdem

werden die Mütter über die

Art der für Kinder geeigneten Lebensmittel

aufgeklärt und dabei von

begleitenden Gruppen unterstützt.

Wenn es den Kindern besser geht

und die Mütter in der Lage sind, das

Programm selbstständig fortzusetzen,

wird dieFamilie nur noch einmal

proWoche besucht, wobeisie jeweils

mit denfür eine Woche notwendigen

therapeutischen Lebensmitteln versorgt

wird.

(AIF)

Spaltungen

Ruanda/Kigali –»Die jüngste Festnahme

von General Jean Bosco Kazura

und das Attentat auf General Kayumba

in Südafrika (wo er Zuflucht vor

den Behörden seines Landes suchte)

sind ein Beweis für die Spaltung in

den Reihen der Militärs«, so das

»Netzwerk für den Frieden imKongo«.

Diese jüngsten Vorfälle zeigen,

dass es in den Reihen der höchsten

Armeevertreter tiefe und vielfältige

Spaltungen gibt, die nur schwer zu

überwinden sind und im Land weiterhin

für Instabilität sorgen werden:

Es gibt Spannungen zwischen denOffizieren

aus Uganda und anderen

Nachbarländern Ruandas, da es unterschiedliche

Beförderungsverfahren

gab, wobei Soldaten aus englischsprachigen

Ländern schneller

befördert wurden als Soldaten aus

francophonenLändern. General Jean

Bosco Kazura, der inBurundi geborenund

aufgewachsen ist, gehört zu

den wenigen ranghohen Offizieren,

die nicht aus Uganda stammen.

Es gibt Spaltungen zwischen Offizieren

mit einer akademischen Ausbildung

und denen, die eine niedrige

Schulbildung besitzen. Wenn Soldaten

mit einer niedrigeren Schulbildung

in einen der hohen Rängebefördert

werden, dann werden Offiziere

mit einer akademischen Ausbildung

ausgegrenzt oder festgenommen.

Es gibt Spaltungen zwischen Abanyiginya

und Abega. Die Feindseligkeiten

zwischen den beiden Tutsi-Clans

sind bekannt. Paul Kagame ist Umwega

und misstraut seinen Rivalen aus

dem Volk der Banhinginy.

Es gibt Spaltungen zwischen den

Nachkommen der Einwanderer, die in

den 30er Jahren in das Land kamen

und den Flüchtlingen aus dem Jahr

1959. (AIF) 227


N

ur der Weg über Bethlehem

führt mich zum Ziel,

weil die Demut vor der Krippe

mich menschlicher macht.

Im Kleinen Großes zu sehen,

ist das erhebendste Gefühl

und die wunderbare Botschaft

aus jener stillen Nacht.

Und sowill ich mich mehr und mehr

in diese Stille wagen,

um immer mehr und mehr,

zu mir selber zu finden.

Denn nurdann werde ich

auch himmelwärts getragen;

diese beglückendste aller Hoffnungen

wollte uns Bethlehem verkünden.

Franz Grießbaum

229


Durch Maria verbunden

mit der Mission

Unsere sel. Mutter Gründerin schreibt über die Beziehung Marias zu

Afrika:

»Fühlt sichMaria, die Mutterunseres Erlösers, nichtdurch süße

Bande heiliger Erinnerungen gerade an dieses Landgeknüpft? War

es nichtinAfrika, wo sie ihrjunges Mutterglückiminnigsten Verkehr

mitdem Jesuskinde genoss! Wie könnte Mariaebendieses Land

nicht miteiner bevorzugtenLiebe lieben und ihm einen besonderen

Blick derGüteund Barmherzigkeit zuwenden

230

Liebe Leser,

gerade in der Weihnachtszeit werden wirandiesen Aussprchbesonders erinner

und fhlen unsdurch Maria verbunden mit der Mission.

WieMaria können auchwir Jesus, den wirimHerzentagen, den Menschen

bringen.Wenn Sein Friede und Seine Güteaus unseren Augenstahlen und

wirdie Nöte des Nächsten erkennen, wird unser Glaube»ansteckend«, unser

Wirken missionarisch. Unser »Horizont«wird gößerund der Blick weitet

sich, wenn wirdie Welt mitden AugenJesu betachten.Die Aren und jene,

die vonChristsnoch nichtserfahrenhaben,werden zu unseren »Nächsten«,

auch wenn sie sich in Afrikaoder auf anderen Kontinenten befinden, denn

Gottes Liebeumspannt die ganzeSchöpfngund dieMenschen in aller Welt.

Überall, wo wirihn aufleuchten lassen, kann Leben,Freudeund Hoffung

entstehen.

Mitdieserfrohen Gewissheit im Herzenund dankbarfr Ihr teues Mitirkenbei

unserem Missionsapostolat bleibenwir im Gebet mit Ihnen verbunden

und wünschen Ihnen eine gesegete Weihnachtszeit!

Sr.Paula Krones, SSPC


HeiligeFamilie aufder Flucht nach Ägypten

(Darstellung ausdem Missionshaus in MariaSorg)

231


232

Der Junge war den ganzen Tag

über allein und hatte eigentlich

alles: Ein gut eingerichtetes Kinderzimmer,

eine Unmenge Spielzeug,

ein reichliches Taschengeld! Da war

eben der neue Wagen, das Eigenheimund

derteureUrlaub, natürlich

fuhren sie weit weg, weiter wie die

Nachbarn.

Was sprachen sie schon miteinander?Meistenswar

der Fernseher der

Partner. Ralf wollte manchmal etwas

fragen, aber nach vielenvergeblichen

Versuchen hatte er es aufgegeben!

KeineZeit, später Junge, später,sagten

sie. In einer kurzen Verschnaufpausesaßensie

im Wohnzimmer.

»Was kaufen wir dem Jungen zu

Weihnachten?« Er fragte, und sie

meinte: »Spielzeug natürlich.«

Dann aber kamen sie zu dem Ergebnis,erhättealles,sollte

er sich selbst

etwas heraussuchen. Sie machten

einen Einkaufsbummel, natürlich eilig

und mit wenig Zeit, es ginghastig

und ohnevielRederei vor sich.

Obwohl sie ihm Geld geben wollten,

fragten sie ihn: »Was wünschst du

dir zu Weihnachten?«Erstandmit ihnen

indem großen Spielzeugladen,

sah sichkaum um und zuckte mit seinen

Schultern. Doch dann sagte er

etwas: »Der alte Kampmann, wo ich

immer hingehe, wenn ihr nicht da

seid, der hackt manchmal Holz, da

darf ich die Scheite stapeln, wenn

wir dann amTisch sitzen, erzählen

wiruns viel.Morgen darfich ihmhelfen,

wir bauen eine Krippe auf. Ich

glaube, über eineneueTabakspfeife

freut er sich, ich werde ihm eine

schenken, weil er immer Zeit für

mich hat.«

Ralf hatte alles ziemlich aufgeregt

und schnell gesprochen, weil eben

bei ihnen immer alles schnell gehen

musste.Ersah dabeiauf seine Eltern,

die ganz verdattert vor ihrem Jungen

standen. Er wollte nichts geschenkt

haben, nein, dem alten

Mann wollte er eineFreudemachen,

weil er Zeit für ihnhatte.

»Mit den Holzscheiten darf ich Türme

bauen, sie gucken mir dann alle

beide zu, manchmal wünsche ich

mir, ihr würdet das auch tun.« Und

inmittender Helligkeitund des Überflusses

an Superspielzeug,wissen sie

plötzlich, was sie ihrem Jungen

schenken müssen, etwas Unkäufliches,

nämlich Zeit. Ganz einfach Zeit.

H. und M. Berger


DAS GRÖSSTE GEBOT

Außenansicht derBasilika in MariaPuchheim

In der letzten Ausgabe des Echos vom November 2011 haben wir anhand

der Ansprachevon P. ManfredOssnerMSC berichtet über den entscheidenden

Impuls zur Gründung der Gemeinschaft der Missionsschwestern v.hl.

Petrus Claver durch Maria Theresia Ledochowska. Ihre Berufung spiegelt

aufganzpersönliche Weise Gottes Wirken bei ihrer Lebensentscheidung wider.

Wir Christen sind alle durch die Taufe indas Geheimnis des göttlichen

Lebens hineingenommen. Dies ist eine kostbare Gabe,die füruns zur Aufgabe

wird, d. h. unserechristlicheBerufung ist gleichsam eine missionarische

Berufung,die das Kostbarste anderen Menschen mitteilen möchte. Hier die

Fortsetzung:

233


MissionarischesWirken

In denBeschreibungen überSchwester

Maria Theresia habe ich ein paar

Mal den Ausdruck »Hilfsmissionarin«

gelesen. Ihre Gründerin war aber

nicht nur Hilfsmissionarin, sondern

Missionarin im vollstenSinn desWortes.

Ein Missionar, eine Missionarin

weiß sich von Gott gesandt. Und jemand,der

vonGottgesandtist,muss

nicht unbedingt in ein fremdes Land

gehen, um seine Sendung zu erfüllen.

Was die Selige geleistet hat, ist

vielleicht mehr, als manche Missionare

vor Ort leisten. Jeder von uns ist

missionarisch, ja die Kirche ist wesentlich

missionarisch, weil sie den

Auftrag Jesu erfüllt –gesandt, um

den Menschen in der Heimat und in

der Fremde die Botschaft vom guten

undrettenden Gott zu verkünden.

Maria als Vorbild

Wir feiern heutedas Fest Mariä Heimsuchung.

Auchdie Gottesmutter war

Missionarin, nicht nur weil sie sich

auf den Weg gemacht hat zu Elisabeth,

sondernweilsie eine Frau war,

die sich senden ließ, die den Auftrag

Gottesgehörtund danach gehandelt

hat. Durch ihr Ja gab sie Gott die

Möglichkeit, Mensch zu werden. Dazu

war sie berufen, dazu hat Gott sie

gebraucht. So wie Gott jeden von uns

für eine bestimmte Aufgabebraucht.

Sklavenhandel

Ein konkreter Anlass für die Gründerin

der Petrus Claver Sodalität war

ein Problem der damaligen Zeit: Der

Sklavenhandel. Den gibt es heute

nicht mehr –oderdoch?

Immer noch gibt es Sklaverei, wenn

auch in neuen Formen, wie Straßenkinder,

Kindersoldaten, Kinderarbeit,

Zwangsprostitution und die »Sklaverei«des

Elends, in demsich zweiDrittel

der Menschheitsbevölkerung befinden,

während das übrige Drittel

»sklavisch« an den Gütern dieser

Welt hängt auf Kosten der Ärmsten.

Die Schöpfung wird ausgebeutet,

aber nicht zu Gunsten der Hungernden,

AIDS Kranken, Kinder und Alten.

234

DerGottesdienst

unddie Wallfahrtsandacht

wurden von

Juliaund Sabrina

sowieSr. Paula

Krones SSPC

musikalischumrahmt


Den »Götzen« des Wohlstands, der

Ehre und Macht wird alles geopfert,

wo derGeist desMenschen nicht von

Gott erleuchtet ist. Überall dort, wo

die Heilsbotschaft Christi verkündet

und angenommen wird, kann hingegen

Leben entstehen. Freiheit eröffnet

sich, neue Wege tun sichauf und

Menschen werden aus der Sklaverei

in die Weite und Herrlichkeit Gottes

hinausgeführt.

BegeisterterEinsatz

Gerne dürfen wir Ja sagen, weil Gott

treu ist, zu uns steht, uns nicht allein

lässt, uns seinen Geist gibt für unsere

Sendung. Wir sind Erlöste –wer das

glaubt und spürt, kann so begeistert

wie die selige Maria Theresia Ledochowska

von Gott und seinem Reich

redenund begeistern für denEinsatz

in derweltweiten Kirche.

P. Manfred

OssnerMSC

empfängt die

Gaben

235


UnserKindergarten istsehr

begehrtund gutbesucht

Hilferuf

236

inen herzlichen Gruß mit den bes-

Weihnachts- und Neujahrswün-

Eten

schen übersende ich Ihnen, liebe Petrus

Claver Schwestern mit allen ihren

Wohltätern.

Mit schwerem Herzen wende ich mich

in meinerNot an Menschen gutenHerzens

durch Sie Schwestern, um die

Notlage der Kinder inden Dörfern der

Diözese Machakos zu lindern. Bei meinem

Besuch in Keniaals Generaloberin

in der Mission Katani und Nairobi stellte

ich fest, dass die Schwestern der

Kongregation: Töchter vom hl. Franz

von Sales, einen wichtigen Beitrag für

dieEntwicklung desLandes leisten. Sie

nehmensich derarmen und manchmal

sich selbstüberlassenen Kinder an.

Die Eltern der Kindersind nicht an diesem

Unheil schuld. Die jetzige Wirtschaftslage

erschwert uns und auch

denEltern dieSorge um ihre Sprösslinge,daesEngpässemit

denLebensmitteln

gibt.

Als Kongregation der Töchter vom hl.

Franz von Sales führen sie in Kenia die

Grundschulen und Kindergärten. Ihre

Grundschule »Mutter Teresa Fantoni«

in Katani ist ein Zufluchtsort für die

Kinder der ganzen Umgebung geworden,

weil die Kleinen hier nicht nur die

schulische Bildung erwerben, sondern

vor allem eine ganzheitliche Fürsorge

erfahren dürfen. Konkret bedeutet

das, dass die Kinder auch hygienisch

und mit einem einfachen Mahl am Tag

versorgt sind.

Das ist jedoch für sie eine außergewöhnliche

Herausforderung, der sie

mit ihren eigenen finanziellen Mitteln

nicht entsprechen können. Sr. Silvy

Njayarkulam, die die Verantwortung

für die Kinder und Grundschule trägt,

ist in dieser Situation gänzlich auf die

Hilfe von außenangewiesen.

Die Unterrichtsklassenund derSpeisesaal

sind zu kleingewordenwegen der

großen Anzahl der Kinder. Schon jetzt


DieKinder derGrundschule beim Gebet

vordem Essen

habensie Probleme mit derBesorgung

des täglichen Essens für alleSchützlinge

und sie könnenmit eigener Leistung

keine Vergrößerungsmaßnahmen unternehmen,

weil sie kein Gelddafür haben

und dieEltern oftmittellos sind.

Schon jetzt essen die Kinder auch in

der armseligen Küche, weil esanPlätzen

fehlt.

Sie bitten also umHilfe von €5.000,-

für den Ausbau der Grundschule, aber

vor allem der Küche und des Speisesaales,

um den Bedürfnissen der Kinderentsprechenzukönnen.

KeineMahlzeit anbieten zu können,hieße,

dass sie unterernährt bleiben, da sie

zu Hause von den Eltern wegender Notlage

nicht versorgt werden können.

UnserSchulhofist fürdie Kleinen

einbegehrter Erholungsplatz

zwischenden Unterrichtsstunden 237


Liebe Wohltäter, auch jeder kleinste

Beitragwürde weiterhelfen.

Im Voraus danke ich allen Gebern, die

vom eigenen Wenigen etwas absparen.

Unsere Dankbarkeit drücken wir

Kennwort: Speisesaal (Nr. 54)

im Gebetsgedenken für Sie aus und

überlassen Sie, liebe Wohltäter, der

schützendenHand Gottes!

Mit herzlichen Grüßen aus Kenia im

Namenunserer Niederlassungen

Sr.Corrade Magnani,FSFS

Kitani,Mlolongo

DiözeseMachakos,Kenia

Kenia liegt an derOstküste Afrikas.Dortleben

heute knapp 37 Millionen Menschen, die

durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei

49 Jahren.

Obwohl Kenia das Land mit der leistungsfähigstenVolkswirtschaftinder

Region der Subsahara

ist, gehört es mit einem Pro-Kopf-Einkommen

von rund 460 US-Dollar pro Jahr zu

den ärmeren Ländern der Welt. Die Armut

wird dadurch verschärft, dass es eine sehr starke Ungleichverteilung der Einkommen

gibt. So leben rund 56% der Bevölkerung Keniasunterhalb der Armutsgrenze,

23% der Menschen leben in absoluter Armut und verfügen pro Tagüber weniger

als 1US-Dollar.

Auf der politischen Ebene gibt es in Kenia außerordentlich viel Korruption, was

die allgemeine Entwicklung desLandeshemmt.Esbesteht eine große Diskrepanz

zwischenden beachtlichen Potenzialen derBevölkerung und demgezeigten Reformwillen

auf dereinenund demnachlassendenReformeifer und denDefiziten

bei derKorruptionsbekämpfung seitens derRegierung auf deranderenSeite.

Für Dezember:

Die Lage in

KENIA

Fortsetzung folgt

GebetsmeinunGen des heiliGen Vaters

Wir beten für alle Völker der Erde: Gott unser Vater, fördere das

gegenseitige Kennenlernen, damit die Achtung voreinander zunimmt

und der Friede in der Welt sicherer wird.

238

Wir beten für alle Kinder und Jugendlichen:Gott unser Vater, hilf,

dass sie in ihrer Würde stets geachtet und vor jeder Form der Gewalt

und Ausbeutung geschützt werden.


G ebetsgedenken

fürVerstorbene

Sr. Speranza (Rosa) Schlauri ausNiederbürenSG. Sie stand im 93. Lebensjahr und gehörte der

St.-Petrus-Claver-Sodalität seit1939 an.Jahrelang war sieinder Zuger Gemeinschaft tätig.

Ausserdem wirkte sieinFribourg und in unseren Niederlassungen in Österreich undFrankreich.


Herr,gib ihnen die ewigen Freuden!

Bestellschein für die Schweiz Missionsschwestern vom Hl. Petrus Claver

Übrige Bestelladressen siehe Seite 218 St.-Oswalds-Gasse 17

6300Zug

Hiermit bestelle ich (bitte Zutreffendes ankreuzen)

»Echoaus Afrika undandern Erdteilen«

Claver Missionskalender

»Woanders lebenKinder anders«

(Bitte klar leserlich schreiben!)

Name u. Vorname:

Straße:

PLZ/Ort:

Hochw. Herrn PfarrerJosef Birbaum,Alterswil FR

Frau RosaBucher,Hochdorf; Frau KatharinaKirchler,Luttach BZ Italien; Frau Odile Frick-Ledoyen,

Zug; FrauMyrtaVieli-Frei, Stansstad; FrauElsaStyger-Marty,Steinhausen;

Frau Elsavon Arx-Stöckli,Olten; Herr JakobEgli-Glaus, Benken; Herr Zeno Bacher-Dürlewanger,

Giswil; Herr Siegfried Schuwey-Neuhans, Bouloz; Herr Martin Duregger, VöranBZItalien

fürein Jahr

Exemplar(e)


AZB

6304 Zug 4

Probenummer

Gesegnete

Weihnachten!

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