Nr. 7. September - bei den Missionsschwestern des hl. Petrus Claver

petrus.claver.ch

Nr. 7. September - bei den Missionsschwestern des hl. Petrus Claver

Zeitschrift der

St.-Petrus-Claver-Sodalität

124.Jahrgang

Heft7 September2012

ISSN 1422-3821


146

Echo ausAfrika

und andern Erdteilen

Zeitschrift der St.-Petrus-Claver-Sodalität.

Erscheintzehnmal jährlich.

Herausgeber: St.-Petrus-Claver-Sodalitätfür die

katholischenMissionen in Entwicklungsländern

St.-Oswalds-Gasse 17,6300Zug

Redaktion: Sr. Barbara Tabian, SSPC

Druck: Speck Print AG, 6301 Zug

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Aus dem Inhalt:

148 Missionsbegegnung

152 Kultureller Reichtum

156 Mfumte

163 GanzheitlicheAusbildung

Zum Titelbild: FeldarbeitimUrwald (Bokungu-Ikela/Dem.

Rep. Kongo), Foto:P.Manfred Oßner MSC

LetzteUmschlagseite:

(Foto:P.Manfred Oßner MSC)

Teilen Sie uns bitte per Post, Telefon oder

E-Mail mit, wenn Sie den Wohnsitz wechseln.

Herzlichen Dank!

Ihre Petrus-Claver-Schwestern

Ich bin der Weinstock,

ihr seid die Reben.

Wer in mir bleibt und in wem

ich bleibe, der bringt reiche

Frucht, denn getrenntvon

mir könnt ihr nichts

vollbringen. (vgl. Joh 15,5)

Darum geht zu allen

Völkern,und macht alle

Menschenzumeinen

Jüngern;tauft sie auf den

Namen des Vaters und des

Sohnes und des Heiligen

Geistes,und lehrt sie, alles zu

befolgen, was ich euch geboten

habe. Seid gewiss: Ich bin

bei euch alle Tage bis zum

Ende der Welt.

(Mt 28,19–20)


Foto: Franz Xaver Sontheimer


148

AmDonnerstag, den 10. Mai 2012

fand in Schloss Walpersdorf wieder

unsere jährliche Missionsbegegnung

statt. Diesmal war die Urwald-

Diözese Bokungu-Ikela in der Dem.

Rep.Kongounser »Reiseziel«. P. Manfred

Oßner MSC schilderte sie uns

mit Bildernsowie er sieselbsterlebt

hatte: die Natur, die sich bei beständigem

Regen –nur ein Monat im Jahr

ist Trockenzeit –üppig entfaltet. Die

Menschen leben inHütten aus getrockneten

Ziegeln mit Dächern aus

Palmblättern, die durch den Rauch,

der vom Feuer in der Hütteaufsteigt,

vonUngezieferfreigehaltenwerden.

Gras lässtman keines vor denHütten

wachsen, um den Schlangen keinen

Unterschlupf zu bieten. Wenn es gelingt

eine zu fangen, wird sie gebraten

als Leckerbissen verzehrt. Die Affen

müssen ihre Neugierde auch oft

mit dem Leben bezahlen, denn Affenfleisch

ist sehr beliebt und bekömmlich.

Früchte aller Art und Bananensorten,

die bei uns unbekannt

sind,wachsen imUrwald »wieimParadies«.

Maniok, Mais und Trockenreis,

dieauf kleinen Feldern angebaut

werden, dienen als Hauptnahrungsmittel.

In dieser »Idylle« gibt es aber auch

viele Probleme. Das größte besteht

darin, dass man kein Geld hat und

sich nur schwer welches beschaffen

kann, weil der Handel mit Eigenprodukten

durch das Fehlen von Transportwegen

behindert wird. Die

Hauptstadt Kinshasa ist weit weg

und die Fahrt dorthin mit dem Schiff

auf dem Kongofluss dauert vier Wochen.

Wenn dieLeute krankwerden,

gehen sie zu den traditionellen Heilpraktikern

und zahlen mit Naturalien,

weil sie kein Geld besitzen. Medikamente

könnensie sich keine kaufen.

Ahnen- und Geisterglaube sind tief

verwurzelt in der Bevölkerung und


Küchenarbeit in Afrika

erfordert viel Mühe

und Zeit.

Fotos: P. M. Oßner

damit die Angstvor dem Unglück,

das die Ahnendemjenigen

zufügen können, der

ihnen nicht gebührend opfert

und Ehrerbietung erweist.

Im Christentum hingegen

hat man von den

Heiligen, die man verehrt,

nichts zu befürchten, sondern

darf Hilfe und Schutz

von ihnen erhoffen. Es ist

also eine befreiende Botschaft,

die das Christentum

für den von Angst geprägten

Ahnenkultbedeutet.

Das Christentum ist jetzt

schon »bodenständig« geworden.

Es gibt gute einheimische

Priester- und Ordensleute,

aber es bleibtdie

Tatsache bestehen, dass in

einer Tradition, die den Kinderreichtum

als hohen Wert

betrachtet, die Lebensform

der geistlichen Berufe inihrer

eigentlichen Tiefe oft

nicht ganz verstanden wird.

Die reichen Bodenschätze

im Kongo brachten nur Unheil

über dasLand,denndie

Schürfrechte wurden den

Großmächten überlassen,

die dafür mit Waffenlieferungen

»bezahlten« und damit

den sogenannten Ersten

afrikanischen Weltkrieg heraufbeschworen,

bei dem

vier Millionen Menschen im

Kongo und in Ruanda ums

Leben kamen.

149


P. ManfredOßner MSC bei der Darstellung

seiner Erfahrung in der Dem. Rep. Kongo

Durch Schulen, in denen Burschenzu

Mechanikern und Tischlern ausgebildet

werden,können dieOrden einen

wichtigen Dienst zur Bekämpfung

derArmut leisten.

Frauen sind in der afrikanischen Kulturunterbewertet.Der

Mann »trägt«

die Verantwortung und die Frau die

Last.»Wert« habenFrauennur,wenn

es um das Brautgeld geht. Dawird

um die Zahl der Ziegen gehandelt, die

für sie zu »bezahlen« sind. Die Aufwertung

der Frau als Partnerin des

Mannesist alsoein gewichtiger Wert,

den das Christentum einzubringen

hat.

Vorallem in der Hauptstadt Kinshasa

gibt es viele Kinder, die als Aidswaisen

von den nahen Verwandten verstoßen,

oft sogar als »Hexen« bezeichnet

werden und inden Straßen

eingefährdetesHungerdaseinfristen

150

Das Gruppenfoto im Schlossgarten von Walpersdorf


Trügerische »Idylle« am FlussKongo

müssen. Heime und Schulen für solche

Kinder zu schaffen, in denen sie

familiäre Geborgenheit finden können,

bedeutet an einer besseren Zukunft

mitzubauen.

Trotz Armut ist die Bevölkerung jedoch

reich an geistigen Werten wie

Gastfreundschaft und Höflichkeit.

Diese Erfahrung konnte P.Manfred

immer wieder machen.

Alle Menschen sind »Kinder Gottes«,

gleich welcher Religion, Hautfarbe

oder Kultur sie angehören. Als Christensind

wirihnenalsoRespekt schuldig

und müssen mit ihnen »teilen«,

was Gott uns geschenkthat. Mit diesen

Worten fasste P. Manfred seine

Berichte zusammen.

Sr.Paula Krones SSPC

151


152

Erfahrungen einer kolumbianischen Missionarin

Angesichts so vieler grausamer Nachrichtenaus Kolumbienund so vielGewalt

gegenüber unserem Volk, gibtdie Religion Halt und Stärke. Weit zurück

aber reichen die Wurzeln, die in der Kultur liegen. Erlebnisse, wie das

Kurrulao-Festival inTumaco erlauben esuns, Energie aufzutanken. Der Kurrulao

ist ein kolumbianischer Tanz mit afrikanischen Wurzeln.Das Festhalten

an diesem kulturellenErbeist zugleich eine Strategie des Überlebens, um die

Gewalt zu überwinden und damit eine echte Grundlage für Frieden und Zusammenlebenzuschaffen.

Allein die Teilnahme von mehr

als 15 Musik- und Tanzgruppen

aus Tumaco und den umliegenden

Bezirken gaben dem Festival

das passende Ambiente,

um das Motto wahr werden zu

lassen: »Tumaco, Staat des

freien Kurrulao in Amerika«.

Jedem Augenblick des Programms

wohnte ein Zauber

inne, der die Teilnehmer vollkommenvereinnahmte.


Die Gesprächsrunde über die

farbige Kultur ermöglichte den

Austausch zwischen Forschern

und Erzählern, wobei die Fragen

der Teilnehmer die Beiträge

sehr dynamisch werden ließen.

So zeigten die Träger der

mündlichen Tradition, welche

Vitalität sich hinter den Erzählungen,

Versen, Mythen und

Geschichten verbirgt.

Der Umzug erfuhr eine wahre

Verschwendung an Farben,

Rhythmus, Tanz, Freude und

Kreativität, denn jederBezirk zeigtedas Beste in einerSymbiose vonTradition

undmodernemTrend.

DasSeekonzert, »Homageandie Stimmen der Mangrovenwälder«, vereinigte

traditionelle Gruppen von Männern und Frauen, deren Stimmen vom Rhythmus

von Ebbe und Flut beeinflusst werden. Sie werfen die Fischernetze aus

oder begeben sich indie Mangrovenwälder, um nach Muscheln zu suchen.

DieKraft dieser Stimmen undRhythmen bezauberte die Zuhörer besonders.

Nach Darstellungen in weiteren fünf Ortschaften ging das Ereignis mit der

»Nacht des Tanzes»zuEnde,inder dasBeste der verschiedenen Schulengezeigt

wurde.

Es war wirklich ein Emporsteigen der Freude, des Rhythmus und der Botschaftdes

Lebens.

Sr.Ayda Orobio Granja

Am 9. September

ist der Gedenktag des

hl. Petrus Claver.

Er ist nicht nur der

Patron unserer Kongregation

der Missionsschwestern

v. hl. Petrus

Claver sondern auch der

Patron von Kolumbien

und der Mission unter

den Afrikanern.

153


Der Spiegel des Guten und des Bösen

Eines Tages,als er durch Pekings Straßen spazierte, sah derMandarinPaokong, ein

berühmterRichteramkaiserlichen Hofe,ein Kind,das in einerEcke auf derErde

saß und bitterlich weinte.Gerührtnäherte er sich ihm, um dieUrsache seiner Tränen

zu erfahren. Zwischen zwei Schluchzern erzählte das Kind, dass man ihm 200 Sapekengestohlen

habe.Seine Muttersei sehrarm undumleben zu können, schicke sie

es jeden Tagauf denPlatz, um selbstgebackene Krapfenzu

verkaufen. An jenem Morgen hatte es alle verkauft und

das Gelddafür in seinen Korbgelegt,den es auf einen

Stein gestellt hatte. Ein Augenblick der Unachtsamkeit

–und schon war das Geld verschwunden.

Das Kind war so ehrlich und sein Kummer

so groß, dassder Richter beschloss,den

Schuldigen zusuchen. Aber wie? Der

Platz war voller Menschen. »Folge

mir«, sagte er laut zu dem Kind.

Dann sagte er zu den Wächtern:

»Nehmt diesen großen Stein, einen

Bottich mit Wasser und

bringt alles in den Gerichtssaal.

Die Anwesenden, es wurden

immer mehr, gaben Kommentare

ab und lachten,aber

als die Soldaten eine Kette

154


um siebildeten, damit keiner entweichenkonnte,begann ein aufgeregtesGetuschel

im ganzen Saal.

»Soldaten«, sagte derRichter,»ich denke,dassdieser Stein dereinzige Schuldige bei

dem Diebstahl ist, gebt ihm 10 Stockschläge!« Die Menge brach in Gelächter aus.

»Menschenohne Erziehung«, antworteteder Richter,»ihr beleidigt mich! Schaut auf

dieses Kind; man hat es bestohlen, jetzt kann es seiner Mutter nichts heimbringen

und es wird zuHause nichts zu essen geben. Anstatt euch wegen eures schlechten

Benehmens zu bestrafen, belege ich euch mit einemkleinenBußgeld: jeder von euch

gehe an mir vorbei und werfe20Sapekenindiesen Bottich.«

Die Menge setzte sich in Bewegung. Diejenigen, die die Münze in denBottich geworfen

hatten, durftengehen. Der Richter beobachtete allesmit durchdringendem Blick.

Plötzlich erschien ein Siegeslächeln auf seinen Lippen: »Wachen, haltetdiesen Mann

fest!« riefer.

Er deuteteauf einenjungen Mann, dergerade seine Münze geworfen hatte.

»Du bist derjenige, derdie 200 Sapekenentwendet hat«, riefermit ernster Stimme.

»Ich, –aber nein, ich habe nichts gestohlen«, antwortete der Angeklagte mit einem

gequälten Lächeln. »Schau, deine Verurteilung ist ins Wasser geschrieben. Die Münze,

die du in den Bottich geworfen hast, war nochvoll von dem Öl der Krapfen dieses

Kindes

Bei aufmerksamer Beobachtung des Wassers konnte man sehen, wie sich vom Boden

langsam nach oben an die Oberflächeein leichter Ölfleck ausbreitete. »Soldaten,

durchsucht seine Taschen! Ihr werdet darin 180 Sapeken in Form von 20-Sapeken-

Münzen finden, die alle von Öl glänzen.«

So erhielt das Kind seine Geldmünzen zurück,

der Dieb wurde bestraft und die Menschen,

zufrieden und voller Bewunderung, nannten

den Mandarin Paokongvon da an

»Großer Richter«.

(Erzählung aus China)

Lass niemals zu, dass in deiner Anwesenheit eine Bosheit oder Ungerechtigkeit

geschieht, ohne dass du mit aller Kraft dagegen einschreitest!

Lass niemals einen Unglücklichen fortgehen, ohne alles getan zu haben, um

ihm zu helfen, damit er sich wenigerunglücklich, wenigereinsamfühlt!


LETLSD

Mfumte istder derName für 13 Dörferander Grenze zwischen Kamerun und

Nigeria in einemeingeschlossenenGebiet in derdie Bevölkerung nur die Natur

hat von dersie leben kann. Seit5Jahrenist dort die Kirche aktiv mit zwei

guten Grundschulen. Ein landwirtschaftliches Projekt für Jugendliche ist

ebenfalls einesder dortigen kirchlichenAktivitäten. Die ICM-Schwesternbesuchen

diese Gegend einmal im Monat eine Woche langund bieten medizinische

Hilfeanund Unterricht zumStart fürdie Alphabetisierung.

Wirdanken Ihnen ganzherzlich fürdie Bereitstellungder finanziellen Mittel,

die es unsermöglichten, unsere Hilfefür die arme Bevölkerung dort auszubauen.

Um Ihnen zu zeigen, wie sehr wir uns freuen, wollen wir Ihnen und

Ihren Wohltäternmit ein paar Fotos unserer Tätigkeit Einblick geben.

156

Oben ist eine typische Ansicht von Häusernmit Grasdach, die in derTrockenzeit

(Januar bis März) leicht Feuer fangen. Sr. Franzis in Luz will die Kinder

überzeugen, in die Schule zu kommen,

um Sandflöhe zu entfernen.

Die Sandflöhe durchdringen die

Haut an den Füßen und verursachen

dortunheilbarenSchaden. Eine Aktion

wurde gestartet, um bei allen

Schulkindern, die normalerweise

keine Schuhe tragen, die Sandflöhe

zu entfernen.

Sr.RitadeSwaef,ICM

Kamerun


Alphabetisierungsprogramm in Luz:

Sr.Franzis mit Frauen, dienochnie eine

Schule besucht hatten. Sie lernen dasAlphabet

mit Stöckenund Kalabashen.

DieFrauenlernenden Stoff derdritten

Klasse angepasstandie Situation erwachsenerFrauen.

Da sie Englischsprechen, wird

derEnglisch-Unterricht in Pidgin-Englisch

gehalten.

In Luzsind 46 Frauen fürregelmäßigen

Unterricht eingetragen, undinKom sind es

8Frauen.

Nach demKursmachenwir Näharbeiten

oder häkeln undreden über Sexualität und

Geburten, dienicht so dicht aufeinander

folgensollen.

Krankenuntersuchung 157


158

Aus Kirche

und

Welt

Kampf gegenden Menschenhandel

Nairobi/Kenia – Zwischen 600.000 und

2 Millionen Menschen werden jedes

Jahr Opfer des Menschenhandels. Unter

den in Afrika von diesem Verbrechen

betroffenen Ländern befindet

sich auch Kenia. Kenia gehört zuden

Herkunfts-, Transit- und Bestimmungsländern

von Männern, Frauen und Kindern,

die Opfer des Personenhandels

werden. Insbesondere befinden sich

darunter auch Kinder, die als Haushaltshilfen,

Sexsklaven oder für den

Sextourismus an den Küstengebieten

verkauft werdenoder zur Arbeit in der

Landwirtschaft (z.B. in Blumenplantagen,

die nach Europa exportieren), im

Fischfang, als Hirten oder als Bettler

gezwungen werden. Die Menschenhändler,

die oft über familiäre Bande,

Stammesbeziehungen oder religiöse

Gemeinden mit den Familien in Kontakt

treten, versprechen den Eltern,

dass ihre Kinderinder Stadteine Schule

besuchen können, oder Frauen, dass

sie einen seriösen Arbeitsplatz finden.

Die entsprechend der kenianischen

Gesetzgebung auf derGrundalge des

NGO Coordination Act of 1990 gegründete

Nichtregierungsorganisation

»Awareness Against Human Trafficking

(HAART)« will denOpferndes

Menschenhandelshelfen und die Öffentlichkeit

auf das Problem aufmerksam

machen. Der Organisation

gehören viele Mitarbeiter mit langjähriger

Erfahrung im sozialen Bereich,

beim Menschenhandel, mit

Kinderarbeit und sexueller Ausbeutung

an. Zu den Gründern gehört

auch Schwester Mary O’Malley aus

der Kongregation der Medical Missionaries

ofMary (mmm), die seit 25

Jahren in der Region in diesem Bereich

tätig ist.

HAART möchte vor allem auch die

potenziellen Opfer des Menschenhandels,

insbesondere Frauen und

Kinder, sensibilisieren und Hilfsprogramme

entwickeln sowie Bündnisse

mit öffentlichen und privaten Partnerorganisationen

auf denWeg bringenund

damit gemeinsame Maßnahmen

zur Bekämpfung der Armut

fördern, die zu den Hauptursachen

der Ausbeutung von Menschen gehört.

(AIF)

Kinder besondersbetroffen

Kousseri/Kamerun – Unterernährung

nimmtbei KindernimNordendes Landes

stark zu. Im Norden Kameruns,

wieauchinweitenTeilender westafrikanischen

Sahel-Region ist die Zahl

der unterernährten Kinder besonders

hoch. Mangelernährung ist in

der Region weit verbreitet, wo rund

5Millionen der Einwohner auch keinen

Zugang zusauberem Trinkwasser

und sanitären Einrichtungen haben.

Wie das Kinderhilfswerk UNICEF

mitteilt, leiden rund 55.000Kinder im

Alter unter fünf Jahren im Norden

Kameruns an Unterernährung (70%).


Auch der Zugang zu medizinischer

Versorgung ist in der Region problematisch;

nur 20 von 43Gesundheitsbezirkenverfügen

über qualifiziertes

Personal und Geräte für dieerste Hilfe.

Wie in vielen anderen Ländern in

Zentral- und Westafrika sind die

Gründe für die Unterernährung oft

geringe Ernten, eine daraus folgende

chronische Armut sowie fehlende

grundlegende Dienstleistungen. Außerdemhat

sich die Situationinfolge

von Überschwemmungen und einer

kürzlichen Choleraepidemie zusätzlich

zugespitzt.

(AIF)

Spezialisierte Mitarbeiter

Phnom Penh/Kambodscha – In Kambodscha

gibt es nur einen Arzt oder

eine Hebamme je 1.000 Personen. In

Thailand sind es 2und in Japan 12. Es

sind mehr spezialisierte Mitarbeiter im

Gesundheitsdienst notwendig, damit

die hohe Müttersterblichkeitsrate in

Kambodscha gesenkt werden kann.

Nur 56% der Geburten werden von medizinischem

Personal begleitet. Kambodscha

ist noch weit vom Erreichen

der Millenniumsziele entfernt, was die

Reduzierung der Müttersterblichkeit

anbelangt. Mit 540 Todesfällen je 1000

lebend geborener Kinder hatKambodscha

nach Laos (660je1000 Geburten)

die zweithöchste Müttersterblichkeitsrate

in der Region.

(AIF)

Die »Unberührbaren«

Bijnor/Indien – Bis zur Ankunft dreier

Priester im Jahr 1972gab es in der Diözese

Bijnor imNorden Indiens noch

keine Christen. Heute sind esnach Angaben

des Provinzoberen der Karmeliter

von der Unbefleckten Jungfrau

Maria (CMI), P. Varghese Vithayathil,

insgesamt rund 36.000, die von 70

Priestern betreut werden.

Weitere Priester arbeiten in den anderenProvinzen.

Viele Bekehrungen zum

katholischen Glauben gibt es vor allem

unter den Dalit, der niedrigsten Kaste

derindischen Gesellschaft, früher auch

als »Unberührbare« bezeichnet. »Die

Botschaft Christi wendet sich direktan

sie, denn sie verkündet Frieden, Vergebung

und Liebe«, soP.Vithayathil. »Es

ist unsere Pflicht, sie über ihre Rechte

aufzuklären und die Bildung ist dabei

dasWichtigste.

Wir versuchen deshalb neue Schulen

zu gründen, da es ohne Bildung keine

Entwicklung gibt«. Dabei betont der

Priester auch die Bedeutung der Schulen

für die Arbeit der Katechisten und

bei der Verkündigung des Evangeliums.

»In den Schulen ist es einfacher, die

Botschaft Jesu zu verkünden,eineBotschaft

des Friedens und der Harmonie«.

Gegenwärtig wird an verschiedenen

Mittelstufenschulen sowohl in

Hindi als auch Englisch unterrichtet.

»Die Eltern ziehen Englisch als Unterrichtssprachevor,

denn sie betrachten

Englisch als Sprache der Zukunft«.

In der Diözese Bijnor gibt esheute 14

Grundschulen in kirchlicher Trägerschaft,

die von rund 20.000 Kindern

besuchtwerden.

An 9Schulen ist Englisch Unterrichtssprache,an5SchulenwirdinHindiunterrichtet.

Weitere8Mittelstufenschulen

mit Englisch als Unterrichtssprache

werden von 15.000 –16.000 Schülern

besucht. (AIF) 159


VERBESSERT!

Wir sind überaus glücklich, Ihnen heute den Abschlussbericht über das

von Ihnen unterstützte Projekt: »Grundausstattung der St. Antonius

Schule« vorlegen zu können. Es gibt viele positive Auswirkungen:

Alle unsere Schüler haben jetzt Schultische und Sitzbänke, es ist damit ein

gutes Lern- und Arbeitsklima für unsere686 Kinder entstanden. In guter Haltung

sitzend schreiben sie nun besserund sind aufmerksamer.

Fertigung

derTischbeine

Schüler wie Lehrerhaben eine bessere Arbeitsmoral durch gezielte und angemessene

Ausstattung der Räume. Das Ausbildungsniveau hat deutlich gewonnen

und ist im Vergleich mitanderen Ausbildungsstättenweitvorgerückt.

Insgesamt eine Verbesserung, die sich weit in unserem Umfeld bemerkbar

macht.

Wir wollen Ihnen aufrichtig für die große Hilfe danken, die Sie unseren Kindern,

alle imAlter von 6–10Jahren, haben zukommen lassen. Gerne versichern

wirSie unsererGebeteumgute Gesundheit, ein langesLeben und Hilfe

in aller Not für diegroßzügigenWohltäter, diediese Spende erbracht haben.

160

P. M. Selvaraj

Pettai,Tamilnadu, Indien


Nun istbessere Konzentration möglich

Einfach, aber würdig!

161


Herzlichen Dank für die große Zuwendung, die Sie uns und unserem

Noviziat mit Ihrer finanziellen Unterstützung gewährt haben. Das

Geld hatuns geholfen, liturgische Gewänder undsakraleGegenstände zu

fertigen undzuerwerben, wie es in unserem Projekt angegeben war.

Der Grund, weshalb wir die Beschaffungder Kultgegenstände bei hiesigen

Firmen bevorzugen ist, dass wir durch unsere Bestellung einigen Menschen

die Chance gegeben etwas mehr zuverdienen und wir so zum

Unterhalt ihrer Familien beitragen.

NochmalsDankanSie undalle, die sichandiesem Projekt beteiligthaben.

Gott vergelte allen Wohltätern ihre Gabe mit seinem Segen!

Wir gedenken Ihrer in derhl. Messe und in unseren Gebeten.

Nun grüße ich Sie herzlich im Herrn mit den besten Segenswünschen im

Namenallermeiner Mitbrüder,

Ihr dankbarer

Br.Cyprian

Noviziatshaus SAAKA

Diözese Fort Portal

UGANDA

Gebetsmeinungen des Heiligen Vaters

September:

Gott, unserVater, wir bitten Dich

für alle, die in einer Regierung

Verantwortungfür ihr Volk übernommen

haben, dass sie stets

ehrlich, sozial und allein der

Wahrheitverpflichtethandeln.

Wir beten für dieGemeindenin

den wohlhabenden Ländern:

Gott, unser Vater, lass sie ihre

Mitverantwortung erkennen, ihre

Güter mit den Armen zu teilen.

162


GanzheitlicheAusbildung

Unsere Kongregation der Franziskanerinnen vom Unbefleckten

Herzen Mariens wurden vor 163 Jahren in Pondicherry, Indien

gegründet. 1986 kamen wir nach Ostafrika und haben heute

Niederlassungen in Kenia, Ugandaund Tansania.

Als wir vor 20 Jahren in Kenia ankamen, haben wir erkannt,

dass wir unser Apostolat nur mit besonderem Augenmerk auf

die Gewinnung und eine ausgezeichnete Ausbildung von Kandidatinnendurchführen

können.

Unser soentstandenes Fortbildungshaus heißt »Queen Mary«

und befindet sich in Neyri.

Mit Seminaren, Sitzungen und Trainingsprogrammen helfen

wir sowohl den Kandidatinnen aus den ostafrikanischen Ländern,

wie auch deren späteren Schutzbefohlenen im Hinblick

auf religiöse Entwicklung und Verbesserung derLebenssituationen.

Nachfolgend einkurzerÜberblick:

1. Spiritueller Kontext

Kirchengeschichte

Konstitutionen der

Kongregation

Kanonisches Recht

Theologieund Marianologie

Franziskanische Spiritualität

2. Seminare zurEntfaltung

der Person

Bibeldeutung

MonatlicheGewissenserforschung

Kreative Kontemplation

3. Technische Grundlagen

Maschinenschreiben

Basiswissen im Umgang

mitdem Computer

Führungstraining

Erlernen von Sprachen,

auch lokal

4. Ergänzende Ausbildung

Erlernen eines Musikinstrumentes

Entwerfen von Dekorationen,Gestaltung

von

Karten undSpielen.

Diese wahrhaft umfassende Aufgabe können wir leider finanziell

nicht allein bestreiten. Wir wenden uns daher heute mit

derBitte an Sie,liebe Schwestern vom hl. Petrus Claverund an

Ihrehilfsbereiten Gönner, uns beizustehen.

Wir brauchenbesondersComputer,Kopiermaschinen, Drucker

und auch Musikinstrumente.

Alles in allemschätzen wir einenBetrag von ca.2.500,--€.

Für Ihre gütige Unterstützung danken wir im Voraus und gedenken

Ihrer und Ihrer gütigenWohltätergerne im Gebet!

Sr.MaryVathayee,FIHM

Diözese Nyeri, Kenia

Kennwort:

Ausstattung

(Nr. 67)

163


Bergsig Kinderhilfe

UnserAktionszentrum liegt im Bergsig Township, das auch

den kleinen Vorort Kamieskroon umfasst und zur Stadt

Springbok,Südafrikagehört.

Es

liegt in einer Trockenzone mit kalten Wintern und sehr

heißen Sommern. Die Temperaturen schwanken zwischen

39° CimSommer und –3°CimWinter.

164

Die Situation

Aufgrund der klimatischen Bedingungen ist Ackerbau nur

bedingt möglich.Ingeringer Zahl werden Schafe und Ziegen

gehalten. Viele Einwohner arbeiten inGeschäften in der

Stadt Springbok. Aber auch viele Menschen sind arbeitslos

und leben am Existenzminimum. Die Armut ist weit verbreitet

in unserer Gemeinde.

Es ist eigentlich unser Hauptproblem. Viele Menschen hängen

von staatlichen Hilfen ab. So versuchen in dieser Notlage

junge Mädchen als allein erziehende Mütter staatliche

Geldhilfen zu erhalten, mit denen sie die ganzeFamilie über


Wasser zu halten versuchen. Viele Kinder verlassen vorzeitig

die Schule, weil die Eltern ihre Arbeitshilfe nötigbrauchen.

Das Projekt

Für die Entwicklung der Kinder hat das materiell, moralisch

und geistig fatale Folgen. So greifen zahlreiche Probleme

immer mehr um sich, wie Trunksucht, Drogenkonsum, zu

frühe Schwangerschaften, Verarmung.

Diesalles veranlasst uns, einProjekt zu starten, um denKindern

zu helfen, sich selbst zuentwickeln und lebenstüchtig

zu werden. Durch Ausbildungsprogramme und spezifische

Workshops konnten wir das Problem der Straßenkinder

schon minimieren.Trainingsprogrammeund Freizeitaktivitäten

wie Theaterspielen, Singen, Tanzen, Maschinenschreiben

und Computerlehrgänge tragenzueiner ganzheitlichen

Erziehung bei.Sie helfenden jungenMenschen ihreTalente

und für sie geeignete Wege zu entdecken, um ihr späteres

Leben zu meistern.

Auch wenn manche Kinder Waisen sind, haben sie Angehörige.

Wir arbeiten Hand in Hand mit den Eltern, Verwandten

oder anderen Verantwortlichen. Sie sind mehr und mehr involviert,

was eine positive Auswirkung hat. Regelmäßige

Treffen aller Beteiligten führen zu Gedankenaustausch und

konstruktiver Teilnahme. Sozialarbeiter helfen uns auch bei

derUmsetzung unserer Ausbildungsvorhaben.

Unsere Bitte

All diese Unternehmungen zur Kinderhilfe in Bergsig haben

natürlich ihren Preis, den wir beim besten Willen nicht voll

aufbringen können. Aus diesem Grund wenden wir uns

heute an Sie und bitten Sie um gütige finanzielle Unterstützung.

Nötig wären in unserer augenblicklich desolaten Lage

€10.000,--.

Wir hoffen, dass Sie uns beistehen können. Mit ganzem Herzen

und voll Vertrauen auf Ihren Großmut und den Ihrer

Wohltäterbeten wirfür SiealleinIhren Anliegen.

Kennwort:

Kinderprojekt

(Nr. 68)

P. Edward Kangave

Diözese Keimoes –Upington

Südafrika 165


Aus unserem

Briefkasten

Liebe Missionsschwestern! Grüße

Euch alle recht herzlich. Sende eine

Spende für Eure Mission. Wir sind

froh, dass es Euch gibt und dass wir

mit Euch verbunden sein dürfen.

Alles Gute und bitte um Euer Gebet

mit vielen Grüßen. S. A.

Für die Zustellung Ihres Claver-Missionskalendersdanke

ich Ihnen bestens.

Er ist sehr schöngestaltet mit

interessanten Themen. Mein Kompliment!

J. K.

Danke für Ihre Beiträge, die Bilder

und für die schlichtenErzählungen,

die Sie immer wieder veröffentlichen!

Man kann sich dadurch leichter

erkennen und eine Lehre für

sichdarausziehen! G. S.

Nun möchte ich Ihnen, liebe Missionsschwestern

v. hl. Petrus Claver,

mein Lob und meinen Dank

aussprechen für die regelmäßigen

Sendungen der Hefte »Echo aus

Afrika«, die interessant und belehrend

sind. Ich gebe sie gerne weiter,

damit auch andere erfahren

können, wie wichtig Wissen über

dieNot anderer Völkerist undüber

die Einsatzbereitschaft vieler Menschen

etwas zu erfahren. Gott ist

am Werk durch die Menschen von

heute, auch wenn wir das oft übersehen

oder überhaupt nicht merkenwollen.

A. F.

Ein Dankeschön für Ihren Kalender

undIhreMissionszeitschrift!Ich bin

immer wieder berührt und beschenkt

vom Inhalt, auch wenn ich

schon vorher via Internet viel darüber

erfahren habe. Sonderbar, wie

wichtig die richtige Sichtweise ist!

Man sieht dieRealitätder Welt und

des eigenen Lebens von einem anderen

Standpunkt aus. Danke nochmals

dafür! Gute geistige Nahrung

ist unentbehrlich und das vermitteln

Sie in einer besonderen Weise!

G. Sch.

166

Aus unserem

Briefkasten


Menschen der Hoffnung sehen weiter.

Menschen der Liebesehen tiefer.

Menschen des Glaubenssehen alles in einem anderen Licht.

JürgenBenisch

Gebetsgedenken für Verstorbene

Frau Rosa Fischer, Egerkingen;FrauAnnamarie Gamma-Massmer,Zürich;

Frau Lina Leimgruber, Reinach;FrauMathilde Schwienbacher, MeranBZItalien;

Frau PiaZurkirchen-Kreinenbühl, Weggis; Frau DeniseScherrer, Uttwil;

Herr EugenBühler-Wirth, Sirnach;HerrHansGraf-Strebel, Wettingen;

Herr XaverWüst-Loher, Oberriet; Herr EugenHobi-Frei, Marbach;

Herr Richard Riedi-Stirfenhofer, Rueun; Herr Walter Weiss-Buck,Zug.


Herr,gib ihnen die ewigen Freuden!

Bestellschein für die Schweiz Missionsschwestern vom Hl. PetrusClaver

Übrige Bestelladressen sieheSeite 146 St.-Oswalds-Gasse 17

6300 Zug


Hiermit bestelle ich (bitte Zutreffendes ankreuzen)

»Echoaus Afrika undandern Erdteilen«

Claver Missionskalender

»WoanderslebenKinder anders«

fürein Jahr

Exemplar(e)

(Bitte klar leserlich schreiben!)

Name u. Vorname:

Straße:

PLZ/Ort:


AZB

6304 Zug 4

Probenummer

Betrachtedie

Natur

langeund innig–

einliebender

Gott

isttäglich

am Werke.

Martin Gutl

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