PFB_Weihnacht 2013 fuer Web.pdf - Pfarre Oberndorf an der Salzach

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PFB_Weihnacht 2013 fuer Web.pdf - Pfarre Oberndorf an der Salzach

Als Jugendlicher habe ich den guten Glauben der Eltern und

des Pfarrlebens „verloren“. Es war keine Entscheidung gegen

Gott. Gegen Gott nichts zu haben, ist für den Glauben allerdings

zu wenig. Gottes Beziehung braucht Pflege und Aufmerksamkeit.

Durch all diese Zeiten hindurch bin ich jedoch

in meinem Herzen Suchender und Ringender nach dem Sinn

des Lebens geblieben.

„Kommt her zu mir ...“ (Mt 11,28)

Die größten Feinde des Glaubens sind nicht Sünde, Fehler und

Schwächen, sondern Oberflächlichkeiten, die alles gleichgültig

erscheinen lassen. Darin ist Gott nicht zu finden. Ich suchte

Veränderung. Eine gute Möglichkeit schien mir der UNO-Einsatz

auf Zypern. Auf Wachposten in der Pufferzone und bei

einsamen Wachgängen hatte ich Zeit - Zeit zum Nachdenken

über die großen Fragen des Lebens: Woher komme ich? Wohin

gehe ich? Was ist der Sinn des Lebens?

„Zufällig“ fand ich eine Bibel. Das Lesen in der Heiligen Schrift

wirkte sich beruhigend auf mich aus und wurde mir zur lieb

gewordenen Gewohnheit. An einer Stelle, bei Matthäus 11,28

las ich: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten

zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“

Da war mir, als ob Gott vorüberginge. Ich war zutiefst berührt

und innerlich erschüttert. Ich konnte nicht mehr weiterlesen.

Eine Sehnsucht ist aufgebrochen. Dieses Ereignis prägt und

bestimmt meine Gottesbeziehung und mein Glaubensleben

bis auf den heutigen Tag.

Das Wort, das Du brauchst, kannst Du Dir nicht selber sagen

Glaube sucht! Von Augustinus stammt das Wort „Du würdest

mich nicht suchen, hättest Du mich nicht gefunden“.

Christ-Sein bedeutet Gott finden und je neu suchen. Der Weg

des Glaubens ist gesäumt von Marksteinen gelungener Gottsuche,

die weiterführen. Der erste Markstein auf meinem Weg

der Nachfolge war die Antwort eines Priesters auf die Frage:

„Was muss ich tun?“ Seine Antwort lautete nach längerem

Nachdenken: „Gib Gott in Deinem Leben eine Chance!“

Dieser Zuspruch sagte mir damals wenig. Heute weiß ich:

Darin liegt das große Wagnis des Glaubens. Erste zögerliche

Schritte folgten: beten, die Heilige Messe am Sonntag mitfeiern,

Umfeld und Gewohnheiten neu gestalten. All das erwies

sich in einem militärischen Sperrgebiet schwierig und reizte

zum Widerspruch. Dennoch war die Sehnsucht, Glaubensschritte

zu tun, größer.

Die Frage „Wohin gehe ich?“ bekam zudem neue Dringlichkeit.

Fast aus dem Nichts heraus durchkreuzte mich der Gedanke,

Priester zu werden. Dies erschien unmöglich. Doch der

Ruf war stärker! Zaghaft das erste „Ja“. Dies geschah vor 35

Jahren; und heute darf ich als neu ernannter Erzbischof von

Salzburg vor Ihnen stehen. Ringen und Suchen bleiben nicht

abgeschlossen, sondern wiederholen sich immer wieder neu

in ursprünglicher Weise.

In Gott eintauchen - bei den Menschen auftauchen (nach Ignatius

v. Loyola)

Auf all meinen „Stationen“ habe ich die Menschenfreundlichkeit

Gottes und in Folge die Gottesfreundlichkeit von Menschen

erkennen und erfahren dürfen. Im Freund-Sein Gottes

und im Freund-Sein der Menschen sehe ich das Anliegen meiner

Berufung. In den 11 Jahren als Weihbischof der Diözese

Graz-Seckau durfte ich das in den mir anvertrauten Bereichen

erfahren: bei allen bischöflichen Diensten, in der Verantwortung

der Kinder- und Jugendpastoral, dem Ständigen Diakonat

und der Berufungspastoral.

„Wer glaubt, ist nie allein!“, hat uns Papst Benedikt XVI. zugesprochen.

Die Erfahrung des Christ-Seins ist grundgelegt in

der Erfahrung der Kirche. Kirche ist der Ort, wo der einzelne

in Einmaligkeit und Einzigartigkeit sowie in innerer Verwiesenheit

auf Gemeinschaft in Gott geborgen ist. Glaube stiftet

Gemeinschaft. Glaube schließt nicht aus, sondern ist allianzfähig

mit allen Bereichen des menschlichen, gesellschaftlichen

und kulturellen Lebens. Nur gemeinsam können wir die Menschenfreundlichkeit

Gottes in dieser Welt glaubhaft bezeugen.

Kirche darf den Menschen von heute Gott nicht vorenthalten

- Offener Himmel

Mit offenem Herzen komme ich in die Erzdiözese Salzburg.

Ich freue mich, wenngleich mit einem leichten inneren Zittern.

Gerne nehme ich die Verantwortung des Hirtenamtes

auf mich und werde gewissenhaft und nach Kräften die Leitungs-

und Führungsaufgabe übernehmen gemäß dem Wort

des heiligen Augustinus: „Mit Euch bin ich Christ und für Euch

bin ich Bischof“. Die Worte des 2. Vatikanums „Freude und

Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders

der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude

und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi“ (GS 1) sind

mir Orientierung. Dabei ist mir wohl bewusst, dass ich mit den

Gläubigen und allen Verantwortlichen in Kirche und Gesellschaft

einen Weg weitergehe, der eine lange Herkunft hat. Ich

darf anschließen, wo andere aufgehört haben.

Mein bischöfliches Motto stammt von Johannes dem Täufer,

der mit den Worten auf Jesus hinweist: „Er muss wachsen,

ich aber muss kleiner werden“ (Joh 3,30). Ich möchte meinen

Dienst als einen Fingerzeig verstehen, der auf den hinweist,

der: „nach mir kommt“, aber auch schon „mitten unter uns

ist“! Pax et bonum!

Mit herzlichen Segensgrüßen

+ Erzbischof Dr. Franz Lackner OFM

Außerordentliche Bitte

2014 jährt sich zum 50. mal der Todestag des Bekennerpriesters

Alban Prinz zu Löwenstein - 1943-45 im KZ Dachau. Nach dem

Krieg war er in Maria Bühel Seelsorger.

Hat in unserer Pfarrei jemand Fotos auf denen er gut zu sehen ist?

Fotos von Familienfeiern ?

Wenden Sie sich bitte direkt an P. Hans Bauer MSC,

Schönleitenstr. 1 (= Kloster Liefering), 5020 Salzburg.

Telefon in Freilassing 0049 / 8654 / 69033-19.

Sie bekommen die Fotos sicher zurück, er will „Bild vom Bild“

machen lassen.

Pater Bauer kommt gerne zu Ihnen ins Haus!

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