21.05.2014 Aufrufe

plus Magazin So glücklich wie noch nie (Vorschau)

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6/2014 Einfach mehr vom Leben<br />

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Putzen wir<br />

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<strong>So</strong> viel Sauberkeit<br />

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Neue Hilfen bei Allergien<br />

SOS-Tipps im Alltag<br />

Sanft und effektiv – die<br />

beste Art zu entspannen<br />

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<strong>So</strong> <strong>glücklich</strong><br />

<strong>wie</strong> <strong>noch</strong> <strong>nie</strong><br />

Warum uns Krisen nur stärker machen und <strong>wie</strong><br />

wir diese neue Energie <strong>noch</strong> steigern können<br />

Figur<br />

Tipps<br />

Diese<br />

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Rezepte,<br />

die Sie<br />

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5 Frauen und ihre ungewöhnlichen Geschichten, die Mut machen


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5/2014<br />

NEUE SERIE<br />

P0614_ 01_Cover_final2.in d 1<br />

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26.02.14 15:40<br />

Willkommen<br />

im Juni<br />

Titelbild: Dick Sullivan/Jahreszeiten Verlag; Foto Editorial: Peter Rigaud/shotview photographers; Illustrationen: Getty Images, Shutterstock<br />

4/2014 Einfach mehr vom Leben<br />

<strong>So</strong>fort Sf<br />

mehr Geld<br />

für<br />

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Viele Frauen<br />

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Perfekt gestylt<br />

in jedem Alter<br />

Wie gesund sind<br />

Milch & Joghurt?<br />

5/2014 Einfach mehr vom Leben<br />

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Liebe<br />

Die Geschichte<br />

unseres Glücks<br />

5 geheime Sätze steuern unser Leben<br />

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Entspannt<br />

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Ob wir lieben und auf uns achten können, gut im Job oder als<br />

Mutter sind – a l das ist vorbestimmt. Doch wir können diese<br />

Antreiber nutzen, um Denk- und Gefühlsblockaden aufzubrechen<br />

Test:<br />

Die besten<br />

E-Bikes<br />

7Regeln<br />

für einen<br />

schönen<br />

Garten<br />

Oster-Deko<br />

Zauberhafte<br />

Ideen zum<br />

Selbermachen<br />

Macht Ihr<br />

Make-up Sie<br />

älter oder<br />

jünger?<br />

Wenn Omas<br />

sich zu sehr um<br />

Enkel kümmern<br />

Was uns<br />

wirklich antreibt<br />

Achtsam essen –<br />

der Schlüssel Sh<br />

Schlüsse<br />

zu<br />

innerer ne<br />

Balance<br />

und<br />

Wunsch-Figur<br />

ur<br />

Ohne<br />

eKalorienzählen & Sport-Zwang<br />

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6/2014 Einfach mehr vom Leben<br />

Ihr Garten-<br />

Paradies<br />

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Gesünder<br />

er<br />

kochen<br />

Mit Kräutern<br />

zu mehr Fitness<br />

10<br />

Styling-<br />

Tipps<br />

Mit Tüchern<br />

jedes Outfit t<br />

aufpeppen<br />

Rank-Hilfen n<br />

selbst machen<br />

Schmetterlinge e<br />

anlocken<br />

Wie weit<br />

sollen Ärzte<br />

gehen?<br />

Neue Gen-Tests können<br />

nen<br />

Leben retten. Wo len Sie wissen,<br />

sen,<br />

was Sie erwartet?<br />

5 Frauen und ihre ungewöhnlichen Geschichten, die Mut machen<br />

Vor einigen Wochen bekam ich einen langen, handgeschriebenen Brief von<br />

Hannelore Wörmann: Sie sei jetzt 70, lese <strong>plus</strong> schon mehr als 10 Jahre und<br />

würde oft erschrecken, wenn sie jemandem sage, <strong>wie</strong> alt sie schon sei, weil sie<br />

sich doch gar nicht <strong>wie</strong> 70 fühle. Und dann erzählte sie, was sie alles mache. Der<br />

Brief endete mit: Ab wann ist man heute eigentlich alt? Wahrscheinlich gibt<br />

es darauf tausend Antworten, je nachdem, wen man fragt. Und doch gibt es<br />

darauf eine einfache Antwort: Wenn wir uns nicht mehr für Neues interessieren,<br />

wenn wir nicht mehr danach streben, unser Leben (oder uns?) ein<br />

bisschen besser zu machen. Genau das ist auch der Schlüssel, der viele<br />

Geschichten in dieser <strong>plus</strong>-Ausgabe verbindet: Frauen, die etwas in<br />

ihrem Leben veränderten, weil sie ahnten, dass das Leben mehr zu bieten<br />

hat; Eltern, die zu ihren Kindern ziehen, weil es das Größte ist, Enkel<br />

aufwachsen zu sehen; Frauen, die neue Mode ausprobieren, einfach weil es Spaß<br />

macht: <strong>So</strong>lange wir neugierig auf das Leben sind, Dinge verändern, sind wir jung –<br />

zumindest im Kopf. Und kommt es nicht darauf im Leben wirklich an?<br />

PS:<br />

Putzen wir<br />

zu viel?<br />

<strong>So</strong> viel Sauberkeit<br />

ist gesund<br />

Figur<br />

Tipps<br />

Diese<br />

<strong>So</strong>mmerkleider<br />

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die Sie<br />

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Der Genuss<br />

des <strong>So</strong>mmers<br />

Herzhafte<br />

Marmeladen<br />

Landküche<br />

mit Holunder<br />

Das gilt auch für die Fußball-WM, die in wenigen Tagen in Brasilien<br />

startet. Ein Raunen ging durch die Redaktion, als wir über die Chancen<br />

unserer Jungs diskutierten. Es waren gerade die Frauen, die mit leuchtenden<br />

Augen von all den Fußball-Helden erzählten, für die sie<br />

früher und heute schwärm(t)en – eine kleine Auswahl finden<br />

Sie in dieser Ausgabe. Und für mich wurde <strong>wie</strong>der einmal klar:<br />

Gibt es Schöneres, als sich <strong>wie</strong> ein Kind über Neues zu freuen?<br />

Hält uns nicht genau das jung und lebendig?<br />

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Neugier auf das Leben<br />

– und auf diese Ausgabe, Ihr<br />

... zu Ihrem Abonnement:<br />

<strong>plus</strong> Abo-Service,<br />

Heuriedweg 19, 88131 Lindau,<br />

(01 80) 5 26 01 47 (14 Cent/Min.),<br />

Fax: (01 80) 5 26 01 48,<br />

E-Mail: abo.<strong>plus</strong>@guell.de<br />

Jürgen Sinn, chefredakteur<br />

... zu diesem Heft:<br />

Redaktion <strong>plus</strong> <strong>Magazin</strong>,<br />

Lindenstraße 20, 50674 Köln,<br />

(02 21) 2 77 57-0,<br />

Fax: (02 21) 2 77 57-10,<br />

E-Mail: <strong>plus</strong>magazin@bayard-media.de<br />

MIT EINEM ABO VERPASSEN SIE KEINE AUSGABE. EINE BESTELLKARTE FINDEN SIE GANZ HINTEN.<br />

6 | 2014<br />

3


im Juni 2014<br />

Wir freuen uns: Am 12. Juni<br />

beginnt die WM in Brasilien!<br />

Glücklicher denn je: Warum viele<br />

50 Frauen sich über 50 wohler fühlen.<br />

Holunder: Wunderbare traditionelle<br />

38 <strong>So</strong>mmerrezepte mit den duftenden Blüten.<br />

<strong>So</strong>mmerkleider: Mit dem<br />

12 Länge zaubern die neuen<br />

Besser leben<br />

10 Malu Dreyer über den<br />

Rückhalt ihres Lebens.<br />

12 <strong>So</strong>mmerkleider Es<br />

kommt nur auf den richtigen<br />

Schnitt an, damit<br />

jeder Frau ein Kleid perfekt<br />

steht.<br />

18 Styling <strong>So</strong> kaschieren<br />

Kleider Problemzonen.<br />

20 Mütterrente Die unbekannten<br />

Fallen der<br />

neuen Rente.<br />

24 <strong>So</strong> wollen wir wohnen<br />

Die neue Serie zeigt,<br />

welche Möglichkeiten<br />

es gibt: Teil 1:<br />

Ein Umzug zu Kindern<br />

und Enkeln.<br />

Selber machen<br />

33 Limonade fix zubereitet.<br />

34 Brotaufstriche Ungewöhnliche<br />

Marmeladen,<br />

mal süß, mal herzhaft.<br />

38 Holunder Jetzt duftet’s<br />

überall. Wer Blüten sammelt,<br />

kann viele Rezepte<br />

verfeinern.<br />

43 Blecheimer Bepflanzt<br />

wird er zum Blickfang.<br />

44 Schürzen nähen Im<br />

Handumdrehen fertig.<br />

45 Putzen wir zu viel?<br />

Ärzte warnen vor zu viel<br />

Sauberkeit im Haushalt.<br />

Fühlen<br />

49 Kleidertausch belebt<br />

die eigene Garderobe.<br />

50 Glücklicher denn je<br />

Warum viele Frauen<br />

über 50 ihr Leben heute<br />

erfüllender finden.<br />

56 Führerschein Neue<br />

Prüfung für Ältere?<br />

57 Angelika Euler und ihr<br />

Fußball-Unglück.<br />

Schön sein<br />

61 Lippen Ein Konturenstift<br />

macht sie voller.<br />

62 <strong>So</strong>nnenschutz Wie<br />

gut und sicher sind die<br />

neuen Bio-Mittel?<br />

65 Selbstbräuner <strong>So</strong> wirken<br />

sie effektiver.<br />

66 Yoga Für jede Tageszeit<br />

die beste Übung zum<br />

Entspannen.<br />

72 Beautycase Viele<br />

Produkte haben einen<br />

doppelten Nutzen, wenn<br />

Sie auf Reisen gehen.<br />

Gesund bleiben<br />

73 Medikamente Kassen<br />

zahlen Rezeptfreie.<br />

74 Bypass oder Stent?<br />

Vor dieser Frage stehen<br />

jeden Tag Tau-<br />

Beste Art zu entspannen<br />

Yoga ist ganz leicht, macht Spaß und ist gerade für<br />

Einsteiger ein wunderbares Mittel gegen Stress. S. 66<br />

4 6 | 2014


Fallen der Mütterrente<br />

Viele Millionen Frauen werden sich über die neue Mütterrente wundern. Denn die höhere<br />

Rente wird mit anderen Leistungen verrechnet. <strong>plus</strong> zeigt, <strong>wie</strong> man sich schützt. S. 20<br />

24 Seiten Extra Mehr Geld ab<br />

Juni 2014<br />

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Bequemer reisenen<br />

Kleine Tipps, die den Urlaub<br />

entspannter und günstiger machen<br />

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ADAC, S. 10<br />

Extraheft<br />

Zum Heraustrennen und Sammeln<br />

Foto: Dagmar Schwe le/laif; I lustrationen: Shu terstock<br />

Macht Ihr<br />

Essen krank?<br />

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Kündigung<br />

bei<br />

langer Krankheit<br />

Da sind die neuen Rechte und<br />

Gefahren für Arbeitnehmer, S. 17<br />

❯<br />

Die neue Rente für<br />

Erwerbsgeminderte<br />

Wie Sie ab Juli auch jeden Monat<br />

deutlich mehr Geld erhalten, S. 4<br />

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P-GR0614_ 01_Cover.indd 1 28/04/14 13:49<br />

4<br />

ERWERBSMINDERUNG<br />

Neue Regeln für diese<br />

wichtige Frührente:<br />

Wer erhält mehr Geld, wer<br />

geht leer aus?<br />

richtigen Schnitt und der passenden<br />

Kleider im Nu ein paar Pfunde weg.<br />

78<br />

Das vertrag ich nicht: Die besten neuen Hilfen für<br />

alle mit einer Lebensmittelunverträglichkeit.<br />

9<br />

KREDITKARTE<br />

Was bedeuten die Zahlen<br />

auf der Karte?<br />

10<br />

GÜNSTIGER ALS ADAC<br />

Viele Autoclubs,<br />

Versicherer und Hersteller<br />

bieten bessere und<br />

günstigere Pannenhilfe.<br />

Fotos: Sabine Braun, Getty Images (2), Gräfe und Unzer, Klaus-Maria Einwanger/<br />

Jahreszeiten Verlag, Florian Lohmann; Illustration: Shutterstock<br />

sende, wenn das Herz<br />

schwächelt. Häufig<br />

raten Ärzte heute zum<br />

Stent. Doch es gibt gute<br />

Gründe für den Bypass.<br />

78 Lebensmittel Fast jeder<br />

Zweite hat eine Unverträglichkeit.<br />

Doch woran<br />

erkennt man diese? Und<br />

was hilft? Alle neuen,<br />

wirksamen Therapien<br />

der Ärzte im Überblick.<br />

86 Zähne Unbekannte<br />

Folgen des nächtlichen<br />

Knirschens.<br />

Erleben<br />

89 Expressionisten Große<br />

Schau in Bielefeld.<br />

90 Deutschland ist schön<br />

Die schönsten Naturparks<br />

in West und Ost.<br />

94 Zauberhaftes Florenz<br />

Die Metropole der Toskana<br />

ist auch das Mekka<br />

für ungewöhnliche<br />

Handwerkskunst.<br />

100 Wandern Leserreise in<br />

den Bayerischen Wald.<br />

Ihre Seiten<br />

103 Leserfrage Einen Hund<br />

in Pflege nehmen.<br />

104 Finanzfrage Geld für<br />

Enkel sparen.<br />

107 Mein PC Das WLAN im<br />

Hotel nutzen.<br />

108 Ihre Leserbriefe<br />

RUBRIKEN<br />

6 Besser leben<br />

58 <strong>So</strong>nnenstrahlen<br />

88 Rätsel<br />

102 Impressum<br />

106 Hersteller<br />

110 <strong>Vorschau</strong><br />

112 Gedanken<br />

Unsere Titel-Themen<br />

erkennen Sie<br />

an der unterstrichenen<br />

Seitenzahl.<br />

Bypass oder Stent: Was hilft besser?<br />

Wenn das Herz Hilfe braucht, raten viele Ärzte<br />

zum Stent. Dabei wäre ein Bypass oft besser. S. 74<br />

12<br />

BEQUEMER REISEN<br />

Kleine Tipps, um<br />

entspannter zu reisen.<br />

16<br />

RICHTIG EINMISCHEN<br />

Als Bürger ein Anliegen<br />

durchsetzen.<br />

17<br />

HÄUFIG KRANK<br />

Welche Rechte haben dann<br />

Arbeitgeber?<br />

20<br />

ALTERSVORSORGE<br />

Schon 5 oder 10 Euro<br />

im Monat reichen, um<br />

in wenigen Jahren die<br />

Rentenlücke zu schließen.<br />

22<br />

IHRE FRAGEN<br />

Die <strong>plus</strong>-Experten<br />

antworten.<br />

24<br />

MUSTERBRIEF<br />

Was tun, wenn Handwerker<br />

pfuschen?<br />

6 | 2014<br />

5


<strong>So</strong> liebt’s die<br />

Königin<br />

der Blumen<br />

Fünf Tipps, damit Rosen<br />

länger blühen<br />

Blühen bis<br />

zu fünf<br />

Wochen<br />

lang<br />

Salate zum Sattessen<br />

Knackige Nüsse, knuspriges Fleisch, würziger Käse – Sie haben richtig<br />

gehört: Auch das kommt jetzt in den Salat!<br />

Trotzdem sind die neuen Sattmacher-Salate echte Figurfreunde. Denn Gemüse <strong>wie</strong><br />

grüne Bohnen, Spargel, Zuckerschoten bringen nicht nur Abwechslung auf den Teller,<br />

sie füllen auch den Magen. Eiweißreiche Extras <strong>wie</strong> Putenbrust, Garnelen und Co. verstärken<br />

den Effekt <strong>noch</strong>. Wie wär’s mit Bohnensalat mit Ziegenkäse und Walnüssen?<br />

Oder Avocado-Salat mit Garnelen? Zuckerschoten-Sprossen-Salat mit Steakstreifen?<br />

Drei Tipps für einen gesunden <strong>So</strong>mmer<br />

... Heuschnupfen ... Hausapotheke ... Blutdruck<br />

Globuli Galphimia glauca<br />

D6 lindern bei 80 % aller<br />

Menschen mit Heuschnupfen<br />

Symptome<br />

<strong>wie</strong> Niesen und gereizte<br />

Augen. Etwa 6-mal täglich<br />

5 Stück einnehmen.<br />

Medikamente am besten<br />

im Kleiderschrank im<br />

Schlafzimmer lagern.<br />

Anders als in Bad oder<br />

Küche ist die Luftfeuchtigkeit<br />

hier gering und<br />

die Temperatur konstant.<br />

Das UVA-Licht der <strong>So</strong>nne<br />

senkt binnen Minuten<br />

den Blutdruck um mehrere<br />

Prozent. Außerdem<br />

helfen Sport, Entspannen<br />

und salzarme Kost<br />

gegen hohen Blutdruck.<br />

„Wenn eine Frau sich selbst<br />

die beste Freundin ist, wird das<br />

Leben einfacher.“<br />

Diane von Fürstenberg, belgisch-amerikanische Mode-Designerin<br />

1<br />

Tägliche Kontrolle Rosen<br />

brauchen Aufmerksamkeit.<br />

Deshalb täglich fleckige<br />

Blätter absammeln und auf<br />

Raupen und Läuse achten.<br />

Wilde Triebe (bei modernen<br />

Rosen-<strong>So</strong>rten) immer<br />

2<br />

sofort entfernen. Bei historischen<br />

Rosen-<strong>So</strong>rten ist dies<br />

aber nicht nötig.<br />

Düngen Mindestens ein-<br />

3 bis zweimal im Jahr mit<br />

ausreichend Nährstoffen versorgen<br />

– im April und nach der<br />

erste Blüte im Juni.<br />

Schneiden Als Faustregel<br />

4<br />

gilt: Im Frühjahr schneiden<br />

(wenn die Forsythien blühen).<br />

Wird eine Rose zu spät im<br />

<strong>So</strong>mmer geschnitten, dann sind<br />

die jungen Triebe vor dem Winter<br />

nicht ausgehärtet; die Rose<br />

erleidet leicht Frostschäden.<br />

Hagebutten Viele <strong>So</strong>rten<br />

5<br />

bilden schöne Hagebutten.<br />

Doch das Bilden der Früchte<br />

kostet Kraft. Deshalb verblühte<br />

Blüten von öfter blühenden<br />

<strong>So</strong>rten abschneiden, damit sich<br />

keine Früchte bilden.<br />

Übrigens: Rosen mit<br />

Brennnessel-Brühe bespritzen<br />

macht sie widerstandsfähiger.<br />

6 6 | 2014


Die beliebtesten<br />

Sportarten<br />

im <strong>So</strong>mmer<br />

Radfahren<br />

Walken<br />

Wandern<br />

Schwimmen<br />

Laufen<br />

Federball<br />

EINS, ZWEI, …, FÜNFZEHN, SECHZEHN. Wissen Sie <strong>noch</strong>? Immer neue<br />

Rekorde versuchten wir aufzustellen. Der Federball flog hoch durch die Luft und<br />

man flitzte auf nackten Füßen durchs hohe Gras. Siebzehn! Ja, geschafft!<br />

Aber warum nicht mal <strong>wie</strong>der einen neuen Rekord aufstellen? Schläger gibt es<br />

für wenig Geld in jedem Sportgeschäft. Mitspielen kann jeder, und der<br />

bedächtig fliegende Federball beschert schnelle Erfolgserlebnisse, schult zugleich<br />

die Reaktionsfähigkeit. Also worauf warten Sie <strong>noch</strong>? Eins, zwei …<br />

[Das Schöne ist, man spürt nur den Spaß, nicht die Anstrengung …]<br />

6 | 2014<br />

7


Besser leben<br />

im Juni<br />

Juliette Bi<strong>noch</strong>e<br />

Eine echte Heldin<br />

Standhaft weigert sich<br />

die Schauspielerin (50),<br />

in einem Film von Steven<br />

Spielberg mitzuwirken:<br />

„Frauen dürfen bei Ihnen<br />

nur Dekoration des<br />

männlichen Helden sein.<br />

Das ist mir zu platt“, so<br />

die Französin. In „Words<br />

and Pictures“, einer innigen<br />

Romanze mit Clive<br />

Owen, ist Juliette Bi<strong>noch</strong>e<br />

dagegen selbst die Heldin.<br />

Ab 22. Mai im Kino.<br />

20<br />

Minuten 2 Mal die Woche Tagebuch schreiben – das sollten Ärzte auf<br />

Rezept verschreiben. Denn wer Stress in der Familie, <strong>So</strong>rgen über eine Krankheit<br />

und Ärger im Beruf <strong>nie</strong>derschreibt, senkt nachweislich den gefühlten Stress.<br />

Fan-Shirt selber machen<br />

Für ein Fan-Outfit zur WM braucht man nur 3 schlichte einfarbige Shirts:<br />

1 kurzes T-Shirt in Schwarz • 1 längeres Top in Rot • 1 <strong>noch</strong> längeres in Gelb. Shirts<br />

übereinanderziehen, sodass ein Lagen-Look in den Deutschland-<br />

Farben entsteht. Bei Bedarf mit der Schere das schwarze und rote Shirt kürzen.<br />

30 Minuten brauche ich, um einen<br />

<strong>So</strong>ng zu schreiben, manchmal auch 40.<br />

Reicht das nicht, höre ich auf.<br />

Elton John (67)<br />

Ist ein<br />

Stück Pizza<br />

das wert?<br />

800 Kalorien hat ein Pizzastück,<br />

das man fix auf die<br />

Hand isst. Um diese Kalorien<br />

zu verbrennen, muss man …<br />

5 Std. 8 Min.<br />

shoppen<br />

1 Std. 31 Min.<br />

seilspringen<br />

3 Std. 5 Min.<br />

Rad fahren<br />

2 Std. 48 Min.<br />

walken<br />

Wenn jetzt die Fußball-WM in Brasilien startet, treffen wir uns in<br />

Biergärten, auf Plätzen oder privat zuhause zum Public Viewing. Warum? „Weil<br />

man gemeinsam mit anderen seinen Emotionen besser freien Lauf lassen<br />

kann“, erklärt der Berliner Sportpsychologe Thomas Teubel, „gerade Frauen<br />

schätzen dieses Gruppenerlebnis. „Zusammenhalten,<br />

kooperieren, sich gegenseitig unterstützen: Das ist typisch Frau.“<br />

E-Book-Reader gewinnen<br />

2000 Bücher in der Handtasche: Der E-Book-Reader tolino vision von Weltbild<br />

macht’s möglich: Das 178 g leichte Lesegerät bietet per flimmerfreien<br />

Display mit Touchscreen gestochen scharfen Lese-Genuss <strong>wie</strong> auf Papier.<br />

Dank integriertem Leselicht passt sich der tolino vision allen<br />

Lichtverhältnissen an – Tag und Nacht. Und neue E-Books lassen sich<br />

direkt im Weltbild E-Book-Shop per WLAN herunterladen.<br />

Wollen Sie einen von 2 tolino vision gewinnen?<br />

Einfach bis 30. Juni anrufen: (0 13 79) 379 900*, Stichwort „Tolino“<br />

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* 0,50 Euro/Anruf aus dem dt. Festnetz; ggf. abweichende Preise aus dem Mobilfunknetz.<br />

Fotos: ddp images, Stockfood, Thinkstock, Image <strong>So</strong>urce/vario images; Illustrationen: agentur2 (4)<br />

8 6 | 2014


UNSER ERLEBEN<br />

MEIN<br />

FUSSBALLHELD<br />

... ist Manuel Neuer. Zum einen sieht<br />

er meinem <strong>So</strong>hn sehr ähnlich. Zum<br />

anderen ist er ja ein wirklich großartiger<br />

Torwart. Einmal bin ich ihm sogar<br />

begegnet – in einem Hotel im Aufzug. Was<br />

soll ich sagen? <strong>So</strong> wohlerzogen und sehr,<br />

sehr, sehr, sehr, sehr sympathisch ...“<br />

Amelie Fried,<br />

Moderatorin und<br />

Schriftstellerin<br />

Fotos: Dieter Roeseler/laif, imago stock&people; Illustration: Shutterstock<br />

AUCH FRAUEN<br />

LIEBEN FUSSBALL<br />

EINE INITIATIVE DER BAYARD MEDIA DEUTSCHLAND<br />

56 | 2014<br />

9


3 Minuten mit<br />

Malu Dreyer<br />

Mein Mann kann mich<br />

immer aufmuntern<br />

Politikerin mit Herz – dieses Kompliment<br />

erhält Malu Dreyer, die Ministerpräsidentin<br />

von Rheinland-Pfalz, sogar von denen, die<br />

sie gar nicht gewählt haben.<br />

Als Kind wollten Sie sein <strong>wie</strong> ...<br />

… Pippi Langstrumpf.<br />

Was haben sich Ihre Eltern für Sie erhofft?<br />

Dass ich ein <strong>glücklich</strong>er Mensch werde.<br />

Was ist Glück?<br />

Ganz einfach: Gemeinsam Zeit mit lieben Menschen<br />

verbringen, die mir wichtig sind.<br />

Ein Satz, der Ihr Handeln beeinflusst ...<br />

... Carpe diem – nutze den Tag.<br />

Mit 17 träumten Sie von ...<br />

... der großen weiten Welt.<br />

* 6. 2. 1961 in Neustadt/<br />

Weinstraße 1980: Studium<br />

(Anglistik, Jura, kath.<br />

Worüber können Sie lachen?<br />

Über den Humor meines Mannes. Er kann einen<br />

immer <strong>wie</strong>der aufmuntern, in jeder Situation.<br />

Und worauf sind Sie stolz?<br />

Auf meinen Mann und seine drei inzwischen<br />

erwachsenen Kinder.<br />

Wenn Sie eine Weiche im Leben <strong>noch</strong> einmal<br />

neu stellen könnten, ...<br />

... würde ich sie genau <strong>wie</strong>der so stellen, <strong>wie</strong> sie sind.<br />

Wobei brauchen Sie immer Hilfe?<br />

Beim Kleiderkauf – ich lasse mich gern beraten.<br />

Ihr Lieblingskleidungsstück?<br />

Wo soll ich da anfangen ...?<br />

Was gibt es immer in Ihrem Kühlschrank?<br />

Salat, Käse, Wasser und Wein.<br />

Es regt mich sehr auf, wenn ...<br />

… es ungerecht zugeht, egal wo.<br />

Was loben Freunde an Ihnen?<br />

Meine Empathie und Treue.<br />

Wofür sind Sie dankbar?<br />

Für meine Familie.<br />

Welcher Ihrer Vorzüge wird stets verkannt?<br />

Meine Spontaneität.<br />

Wann haben Sie zuletzt etwas riskiert?<br />

Ganz genau am 16. Januar 2013. Da trat ich nämlich<br />

mein jetziges Amt als Ministerpräsidentin von<br />

Rheinland-Pfalz an.<br />

Wen hätten Sie gerne kennengelernt?<br />

Nelson Mandela.<br />

Was braucht unsere Welt am dringendsten?<br />

Mehr Gerechtigkeit.<br />

Womit sollten Sie aufhören?<br />

Meine Bestellungen im Restaurant in letzter<br />

Sekunde doch <strong>noch</strong> zu ändern.<br />

Und womit sollten Sie anfangen?<br />

Mein Englisch und mein bisschen Italienisch<br />

endlich aufzupolieren.<br />

IHR LEBEN<br />

Theologie) 1991: Staatsanwältin<br />

1994: Erkrankung<br />

an MS 1995: Bürgermeisterin<br />

Bad Kreuznach 2002:<br />

Ministerin für Arbeit/<strong>So</strong>ziales<br />

in Rheinland-Pfalz 2004:<br />

Heirat mit Klaus Jensen, Politiker<br />

2013: Ministerpräsidentin<br />

von Rheinland-Pfalz<br />

Foto: Tim Wegner/laif; Illustration: Shutterstock<br />

10 6 | 2014


Kindern und Enkeln<br />

Freude bereiten<br />

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E-Mail: abo.lebenunderziehen@guell.de · Internet: www.leben-und-erziehen.de/abo


BESSER LEBEN<br />

Dieses<br />

Kleid passt<br />

zu mir!<br />

PERFEKT GEKLEIDET Manchmal steht man im Laden oder vorm<br />

Schrank und schaut mit Wehmut ein schönes Kleid an. Früher hätte<br />

man es ohne Bedenken angezogen. Heute, denkt man, ist es zu<br />

eng, zu durchsichtig, zu kurz, zu figurbetont. Also eine Hose? Nein!<br />

Richtig gestylt schmeicheln Kleider jeder Frau – und jeder Figur.<br />

FOTOS FLORIAN LOHMANN<br />

Foto: Wotext 2mm Abstand !!!!!!!!!!!<br />

12 6 | 2014


BESSER LEBEN<br />

Die<br />

Jeansjacke<br />

gibt den<br />

perfekten Pfiff<br />

Das transparente<br />

Kleid ist wunderschön und<br />

so hauchzart. Das bleibt es<br />

auch, wenn man Top<br />

und Leggings drunter- und<br />

<strong>noch</strong> eine etwas derbere<br />

Jeansjacke drüberzieht.<br />

Am besten in einer hellen<br />

sommerlichen Farbe.<br />

Chiffon-Maxikleid:<br />

H&M, 59,95 Euro;<br />

Jeansjacke: Odd Molly;<br />

Kette: Bijou Brigitte;<br />

Ring: Sence<br />

Copenhagen<br />

6 | 2014<br />

13


!<br />

BESSER LEBEN<br />

In diesem neuen <strong>So</strong>mmerkleid<br />

fühle ich mich richtig wohl.<br />

Schwung mit einem<br />

leichten <strong>So</strong>mmerschal<br />

Ein zartes Top oder ein langer Schal, den<br />

man genau am Ende des Dekolletés knotet –<br />

schon passt ein zu tief ausgeschnittenes Kleid<br />

perfekt. Und der locker gebundene Schal<br />

lenkt zudem spielend von den Hüften ab. Und<br />

sehr sexy wird dieses Versteckspiel zudem.<br />

Jeanskleid: Odd Molly, 399 Euro;<br />

Fransenschal: H&M; Boots: mjus<br />

Foto: o<br />

:W<br />

Wotext t<br />

2mm<br />

m<br />

Abstand !!!!!!!!!!!<br />

! 14<br />

6|<br />

2014


Wenn das<br />

Kleid zur<br />

Tunika wird<br />

Ein feiner Stoff, fast so leicht <strong>wie</strong><br />

eine Bluse, macht den Charme<br />

vieler <strong>So</strong>mmerkleider aus. Wem<br />

das zu luftig ist, einfach eine<br />

schmale Hose oder Leggings<br />

drunter anziehen, so fühlt man<br />

sich sofort viel angezogener.<br />

Tunikakleid: Kala,<br />

150 Euro;<br />

Hose: Odd Molly;<br />

Sandalen: Airstep;<br />

Kette: Escapulario<br />

6|<br />

2014<br />

15


Wie viel Haut<br />

ich zeige, das<br />

bestimme ich<br />

selbst.<br />

Da zieh ich <strong>noch</strong> ein<br />

Kleid drunter<br />

Lagenlook ist ja immer angesagt,<br />

und es ist richtig trendy, unterm<br />

Kleid oder einem kurzen Rock<br />

<strong>noch</strong> ein zweites Teil mit längerem<br />

Saum zu tragen. Wichtig ist<br />

nur, dass Stil und Farben gut<br />

miteinander harmo<strong>nie</strong>ren.<br />

Kleid im<br />

Two-in-one-Look:<br />

Impressionen,<br />

199 Euro;<br />

Kleid darunter:<br />

Cartoon, 80 Euro;<br />

Boots: mjus;<br />

Kette: Escapulario<br />

16<br />

6 | 2014


BESSER LEBEN<br />

Endlich eines, das die<br />

richtige Länge hat<br />

Das Tolle an diesem Seidenkleid: Es<br />

besteht aus zwei Teilen. Und durch<br />

den gebauschten Saum des Oberteils fällt<br />

es gar nicht auf. Ideal also für sehr<br />

große oder sehr kleine Frauen, weil es<br />

immer die perfekte Länge hat.<br />

Die Strickjacke<br />

schmeichelt<br />

Es gibt so schöne ärmellose Kleider ... Wem<br />

dies obenherum zu wenig ist, einfach<br />

eine sommerlich-dünne Häkel- oder<br />

Strickjacke kombi<strong>nie</strong>ren. Wichtig ist<br />

dabei, dass die Jacke genauso leicht fällt<br />

<strong>wie</strong> das zarte Flatterkleid.<br />

Zweiteiler: Minx, Top 231 Euro,<br />

Rock 247 Euro; Kette: Comma<br />

Maxikleid mit Perlenstickerei:<br />

Hallhuber, 180 Euro; Strickcardigan: Object, 40 Euro<br />

Fotos: Florian Lohmann; Styling: Katalin Kiss; Haare+Make-up: Sara Denman/Agentur Nina Klein; Model: Wilhelmina West Inc<br />

Auf der nächsten Seite Die perfekten Schnitte für jede Figur<br />

¬<br />

6 | 2014<br />

17


BESSER LEBEN<br />

Kleider, die gerne mogeln<br />

Mit einer geschickten Li<strong>nie</strong>nführung, dem richtigen Stoff<br />

und kleinen, aber feinen Details überspielen Kleider jedes<br />

Figurproblemchen – und heben schöne Stellen hervor.<br />

Zu offenherzig?<br />

Ein<br />

schmales Kleid<br />

drunterziehen.<br />

Spitzenkleid:<br />

Rich & Royal,<br />

Hemdblusenkleid:<br />

Minus,<br />

je 100 Euro.<br />

Eine üppige<br />

4 Oberweite?<br />

Schmal, aber nicht<br />

eng anliegend ist hier<br />

goldrichtig. Taillierte<br />

Modelle mit V-Ausschnitt<br />

lassen eine<br />

weibliche Silhouette<br />

schmaler wirken und<br />

formen die Brüste<br />

wunderschön.<br />

Bitte keinen Jersey,<br />

da zeichnet sich der<br />

etwas stabilere BH ab.<br />

1<br />

Ein kleiner<br />

Bauch?<br />

Dann sollte das<br />

Kleid um die Mitte<br />

locker sitzen – ideal<br />

sind A-Li<strong>nie</strong>n- oder<br />

Empire-Kleider, die die<br />

schmale Stelle unterm<br />

Busen betonen. Auch<br />

Wickelkleider wirken<br />

sehr schön feminin.<br />

Finger weg von eng<br />

anliegenden Jerseyoder<br />

Stretchkleidern.<br />

Molliger Po und<br />

5 mollige Hüften?<br />

Hier kommt es auf die<br />

Balance an: Schräge<br />

Ausschnitte, Raffungen,<br />

Muster im Oberteil<br />

leiten den Blick<br />

nach oben. Ideal sind<br />

A-Formen oder locker<br />

fallende Kleider mit<br />

Gürtel in der Taille.<br />

Vorsicht bei Volants,<br />

Rüschen oder Drapierungen<br />

um die Hüfte.<br />

Kräftige<br />

2 Oberarme?<br />

Lenken Sie den Blick<br />

von den Ober armen<br />

auf die schmale Taille<br />

oder die hübsche<br />

Hüfte. Ideal dafür sind<br />

kleine Details <strong>wie</strong><br />

Steinchen, Stickerei,<br />

Borten, Raffungen<br />

oder Rüschen.<br />

Auf keinen Fall zu<br />

enge Armlöcher oder<br />

Ärmelchen.<br />

Rettungsringe<br />

6 in der Taille?<br />

Perfekt sind Kleider,<br />

die eine Naht an der<br />

schönen schmalen<br />

Stelle unter dem Busen<br />

haben und locker<br />

über die molligen<br />

Stellen fallen. Schöne<br />

schwere Stoffe sind<br />

dafür ideal.<br />

Uncharmant legen<br />

sich Stretch und Jersey<br />

um jedes Röllchen.<br />

Ein Tipp für alle: Dort, wo es etwas zu kaschieren gibt, sollte die Farbe des Kleides dunkler sein.<br />

Starke Fesseln<br />

3 und Waden?<br />

Es gibt zwei Längen,<br />

die okay sind: Entweder<br />

reicht der Saum<br />

bis über die Wade<br />

– zum Glück gibt es<br />

viele tolle Maxi-Kleider.<br />

Oder der Saum endet<br />

am K<strong>nie</strong>, also deutlich<br />

über der Wade.<br />

Dick macht ein<br />

Saum, der genau auf<br />

der Wade endet.<br />

7<br />

Speck an<br />

der Achsel?<br />

Hier müssen es nicht<br />

gleich echte Ärmel<br />

sein. Kleider mit überschnittenen<br />

Schultern<br />

oder winzigen angeschnittenen<br />

Ärmelchen<br />

kaschieren diese<br />

Stellen an der Achsel<br />

wunderbar.<br />

Wichtig: Der Stoff<br />

sollte nicht ins Fleisch<br />

schneiden.<br />

Foto: Florian Lohmann; Styling: Katalin Kiss; Haare+Make-up: Sara Denman/Agentur Nina Klein; Model: Wilhelmina West Inc.; Illustrationen: agentur2<br />

18 6 | 2014


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BESSER LEBEN<br />

[ Sabine, 1968 geboren ]<br />

Trotz neuem<br />

Gesetz erhält<br />

ihre Mutter<br />

»nur« 57 Euro<br />

Rente<br />

Warum sind K<br />

unterschied<br />

Versprochen hatte die neue Regierung mehr Gerechtigkeit.<br />

Und auch wenn mehr als 9 Millionen Mütter zum 1. Juli mehr Rente<br />

(bzw. Ansprüche) erhalten – die Ungerechtigkeit bleibt. Mehr<br />

<strong>noch</strong>: Mit der neuen Mütter-Rente sind viele Tücken und Fallen<br />

verbunden. Doch über die spricht kaum jemand ...<br />

20<br />

6 | 2014


[ Leo<strong>nie</strong>, 2012 geboren ]<br />

Über gut 85<br />

Euro spätere<br />

Rente kann<br />

sich ihre<br />

Mutter freuen<br />

inder<br />

lich viel wert?<br />

Wer erhält ab<br />

Juli mehr Geld?<br />

• Alle Mütter, die ein Kind vor 1992 geboren<br />

haben, erhalten ab 1. Juli zwei statt bisher ein<br />

Jahr Rentenbeiträge je Kind gutgeschrieben.<br />

• Aber: Jedes Kind, das nach 1992 geboren<br />

wurde, bringt einer Frau weiter drei Jahre!<br />

• Die Ungerechtigkeit bzw. Ungleichbehandlung<br />

von Müttern bei der Rente bleibt weiter<br />

bestehen. Benachteiligt sind ältere Frauen, die<br />

ohnehin ihre Kinder mit deutlich weniger<br />

staatlicher Hilfe (Kita etc.) großzogen.<br />

6 | 2014<br />

21


BESSER LEBEN<br />

Wie viel Geld<br />

erhalten Mütter<br />

jetzt mehr?<br />

• Wer bereits in Rente ist und Kinder vor<br />

1992 geboren hat, erhält für jedes Kind ab<br />

1. Juli 28,61 Euro (26,39 Euro im Osten)<br />

mehr Rente im Monat – das entspricht dem<br />

Wert von einem Jahr Arbeit bei einem<br />

durchschnittlichen Verdienst.<br />

• Wer also drei Kinder geboren hat, erhält<br />

etwa 85 Euro mehr Rente im Monat.<br />

• Wichtig: Das Geld muss nicht zusätzlich<br />

beantragt werden; die Rentenkasse passt<br />

den Rentenbescheid automatisch an und<br />

zahlt ohne weiteren Antrag aus.<br />

• Das Geld soll mit der Rente für den Monat<br />

Juli tatsächlich ausgezahlt werden.<br />

• Da gerade bei den Kinderzeiten viele<br />

Fehler passieren, unbedingt die Überweisungen<br />

der Rentenkasse in den nächsten<br />

Monaten kontrollieren.<br />

• <strong>So</strong>llte ein Fehler auftauchen, auf keinen<br />

Fall abwarten, sondern sofort schriftlich<br />

reagieren und das Neuberechnen der Rente<br />

beantragen. Im Zweifel anhand der Geburtsurkunden<br />

die Zahl der Kinder nachweisen.<br />

Studien zeigen: Jeder dritte Rentenbescheid<br />

bei Frauen ist falsch.<br />

Und wer <strong>noch</strong> nicht<br />

in Rente ist?<br />

• Mütter, die <strong>noch</strong> nicht in Rente oder <strong>noch</strong><br />

berufstätig sind, bekommen die höheren<br />

Kinderzeiten ab 1. Juli 2014 dem Rentenkonto<br />

gutgeschrieben.<br />

• Dort sind dann für jedes Kind, das vor<br />

1992 geboren wurde, zwei Jahre wegen<br />

Kindererziehung vermerkt.<br />

• Weil aber gerade bei den Kinderzeiten<br />

der Rentenkasse viele Fehler unterlaufen,<br />

sollte jede Frau unbedingt etwa ein Jahr vor<br />

Rentenbeginn eine Kontenklärung durchführen<br />

lassen, um zu sehen, ob die Zeiten<br />

auch tatsächlich richtig gespeichert sind.<br />

Eigene Rente<br />

für Hausfrauen<br />

• Nicht alle Mütter bekommen die Rente<br />

automatisch. Frauen, die „nur“ Kinder<br />

großgezogen haben und deshalb <strong>nie</strong> Beiträge<br />

in die Rentenversicherung zahlten,<br />

fallen durch das Raster der Rentenkasse.<br />

• Dabei haben ab Juli Frauen, die z. B. drei<br />

Kinder geboren haben, mit der neuen Mütter-Rente<br />

erstmals Anspruch auf eine Rente.<br />

• Notwendig dafür sind fünf Beitragsjahre.<br />

Das heißt, Frauen, die z. B. eine dreijährige<br />

Lehre machten und ein Kind großzogen,<br />

haben jetzt einen Renten-Anspruch.<br />

• Rechnen sollten auch diejenigen, die sich<br />

die Rentenbeiträge auszahlen ließen.<br />

GEKÜRZTE<br />

WITWENRENTE<br />

Vorsicht: Witwen, die neben ihrer<br />

Rente eine Hinterbliebenen-Rente<br />

erhalten, wird diese gekürzt. Denn<br />

durch die höhere Mütter-Rente<br />

wird der Freibetrag stärker überschritten.<br />

Folge: 40 % der Mütter-<br />

Rente wird sofort einkassiert.<br />

Die Fallen der Mütter-Rente<br />

EINKASSIERTE<br />

GRUNDRENTE<br />

Viele Frauen mit <strong>nie</strong>driger Rente<br />

erhalten zur Rente Grundsicherung.<br />

Steigt die Rente dank<br />

höherer Kinderzeiten, wird dies 1 : 1<br />

mit der Grundsicherung verrechnet.<br />

Unterm Strich erhalten diese<br />

Frauen nicht einen Euro mehr.<br />

UNGÜLTIGE<br />

SCHEIDUNGS-URTEILE<br />

Geschiedene Frauen müssen damit<br />

rechnen, dass ihre Ex-Männer profitieren<br />

wollen. Denn jede geschiedene<br />

Mutter erhält mehr Rentenpunkte,<br />

die geteilt werden<br />

müssten. Dies muss der Ex-Mann<br />

beim Familiengericht beantragen.<br />

Fotos: Getty Images, mauritius images, plainpicture (2)<br />

22<br />

6 | 2014


UNSER ERLEBEN<br />

MEIN<br />

FUSSBALLHELD<br />

... ist Paul Breitner!<br />

Europameister 72 und<br />

Weltmeister 74! Selbst Pelé<br />

zählt ihn zu den besten<br />

<strong>noch</strong> lebenden Fußballern<br />

– das will was heißen.<br />

Aber da ist auch die andere<br />

Seite, die mich mit ihm<br />

verbindet: Er ist Jungfrau<br />

<strong>wie</strong> ich; ein Revoluzzer, damals.<br />

Und ich habe sogar<br />

mal mit ihm getanzt – langsam<br />

– mit Mitte 20. Er war<br />

sehr zurückhaltend und<br />

angenehm, sein Tanzstil<br />

eher schlicht: eins links,<br />

eins rechts. Ach, Paul ...“<br />

Lisa Fitz,<br />

Kabarettistin<br />

Fotos: HIPP-Foto, ddp images; Illustration: Shutterstock<br />

AUCH FRAUEN<br />

LIEBEN FUSSBALL<br />

EINE INITIATIVE DER BAYARD MEDIA DEUTSCHLAND<br />

56 | 2014<br />

23


BESSER LEBEN<br />

Eine gemütliche<br />

Kaffeepause in<br />

der Hafencity.<br />

Anneliese und<br />

Jürgen Ohl ge<strong>nie</strong>ßen<br />

ihr neues Leben<br />

in Hamburg.<br />

Foto: Wotext 2mm Abstand !!!!!!!!!!!<br />

24 6 | 2014


SERIE<br />

WIE<br />

WOLLEN<br />

IM ALTER<br />

WOHNEN<br />

WIR?<br />

Teil 1: In der Nähe der Kinder<br />

„Zieht<br />

doch zu<br />

uns!“<br />

Vierzig Jahre lebten Anneliese und<br />

Jürgen Ohl in Gera. Vor sechs Jahren<br />

wagten sie einen Neuanfang: Sie zogen<br />

zur Familie ihrer Tochter nach Hamburg,<br />

auch um ihre Enkelin aufwachsen zu<br />

sehen. War die Entscheidung richtig?<br />

FOTOS GERRIT MEIER<br />

TEXT KATHRIN SABETH OHL<br />

Oma, Oma, Oma!“ – auf<br />

dem Weg zum Gemüsehändler<br />

stürmt mir<br />

meine Enkeltochter<br />

Stella (6) entgegen,<br />

ihre Eltern im Schlepptau.<br />

Sie sind unterwegs zum Drogeriemarkt.<br />

Mein Mann Jürgen winkt oben<br />

vom Balkon, er gießt den Lavendel und<br />

versteckt schnell die rauchende Pfeife<br />

hinter seinem Rücken. Während die<br />

Kleine mir aufgeregt ihre dritte Milchzahnlücke<br />

vorführt, fragt meine Tochter,<br />

ob wir aus dem Laden <strong>noch</strong> etwas<br />

brauchen. Mein Sch<strong>wie</strong>gersohn drückt<br />

mich kurz: „Ich gehe schon mal vor. Er<br />

weiß, dass wir drei Mädels uns erst mal<br />

mindestens zehn Minuten festplappern.<br />

6 | 2014<br />

25


BESSER LEBEN<br />

BETREUTES<br />

WOHNEN<br />

Man lebt in einer barrierefreien<br />

Wohnung in einer<br />

Anlage. Putz-, Einkaufs- und<br />

Pflegeleistungen<br />

können extra<br />

gebucht<br />

werden.<br />

<strong>So</strong> ist das hier in unserem Viertel<br />

in Hamburg. Eine Ecke in Eimsbüttel,<br />

<strong>wie</strong> sie für uns schöner nicht<br />

sein kann: Bäcker, Supermärkte, Cafés,<br />

Boutiquen, Ärzte, Apotheken,<br />

alles nebeneinander. Hier wohnen<br />

alteingesessene Eimsbütteler neben<br />

Studenten, zugezogenen Familien<br />

– und mittendrin wir. Viele der jüngeren<br />

Leute kennen wir aus der Kita,<br />

wenn wir Stella abholen; Kinder und<br />

Eltern grüßen uns auf der Straße;<br />

der Gemüsehändler an der Ecke<br />

nickt uns zu; die Bedienung aus un-<br />

Von WG bis<br />

Generationenhaus<br />

Weil es immer mehr<br />

Ältere gibt, entwickeln<br />

sich auch immer mehr<br />

neue Wohnformen.<br />

MEHR-<br />

GENERATIONEN-<br />

WOHNEN<br />

Meist größere Wohnanlage,<br />

bei der mehrere<br />

Generationen in eigenen<br />

Wohnungen leben, sich<br />

aber gegenseitig<br />

helfen.<br />

ZUHAUSE<br />

Die eigene Wohnung<br />

wird barrierefrei<br />

umgebaut: z. B. ebenerdige<br />

Dusche, verbreiterte<br />

Türen,<br />

Rampen<br />

etc.<br />

WOHN-<br />

GEMEINSCHAFT<br />

Klassische WGs in<br />

Wohnungen oder Häusern,<br />

in denen jeder ein eigenes<br />

oder zwei Zimmer hat.<br />

Ideal für alle, die allein<br />

leben, kommunikativ und<br />

kompromiss fähig<br />

sind.<br />

QUARTIERS-<br />

KONZEPT<br />

Nachbarschaftliches<br />

Wohnen von Jung<br />

und Alt im eigenen<br />

Viertel und mit<br />

unterschiedlichen<br />

Angeboten.<br />

serem Lieblingsrestaurant erkundigt<br />

sich, ob es mit meiner Wetterfühligkeit<br />

besser geworden ist; dazu<br />

ein Plausch mit den Nachbarn im<br />

Haus. Nur ein paar Schritte zu einem<br />

baumbestandenen Kanal. Und der<br />

größte Garten, den wir je hatten,<br />

gerade mal eine halbe Stunde zu<br />

Fuß entfernt: Planten un Blomen.<br />

W<br />

enn ich das alles so<br />

erzähle, spüre ich:<br />

Wir sind in Hamburg<br />

nicht nur angekommen<br />

– wir sind jetzt hier zuhause.<br />

Vor sechseinhalb Jahren machten<br />

wir uns auf den Weg in unser neues<br />

Leben. Von Gera ins 500 Kilometer<br />

entfernte Hamburg zu unserer Tochter<br />

Kathrin Sabeth und ihrer Familie.<br />

Von der kleinen Stadt im Osten, wo<br />

wir 40 Jahre lebten, in die Metropole<br />

im Westen, die wir kaum kannten.<br />

Das klingt nach einer gewaltigen<br />

Veränderung, und das war<br />

es auch. Aber die Idee, „irgendwann<br />

in die Nähe unserer einzigen<br />

Tochter zu ziehen“ – die kreiste<br />

schon seit Jahren durch unsere Gedanken.<br />

Seit dem Moment, als sie<br />

vor 22 Jahren beruflich nach München<br />

aufbrach. Schon damals sagte<br />

sie zu uns: „Irgendwann zieht<br />

ihr zu mir.“<br />

Uns gefiel der Gedanke<br />

von Anfang an, auch wenn wir<br />

da offensichtlich zu einer Minderheit<br />

gehören. Denn zu den<br />

Kindern ziehen – das wollen<br />

nur 16 Prozent der über 50-Jährigen.<br />

Sagt zumindest eine aktuelle<br />

emnid-Umfrage. Die meisten,<br />

nämlich 67 Prozent, würden lieber<br />

in der eigenen Wohnung beziehungsweise<br />

im eigenen Haus bleiben<br />

– wenn möglich ohne fremde<br />

Hilfe. In der gleichen Umfrage las<br />

ich, dass 32 Prozent sich für ein<br />

Mehrgenerationenhaus entscheiden<br />

würden und etwa jeder Fünfte<br />

für betreutes Wohnen.<br />

„Wir wollen für<br />

die Enkelin da<br />

sein, uns um<br />

sie kümmern,<br />

sie groß<br />

werden sehen.<br />

Und nicht auf<br />

die Ferien<br />

warten, um sie<br />

in den Arm zu<br />

nehmen.“<br />

Jürgen Ohl über die Sehnsucht der<br />

Großeltern nach der Enkelin<br />

Wir nicht. Ein Umzug in eine<br />

fremde Stadt, <strong>noch</strong> mal ganz neu<br />

anfangen – das faszi<strong>nie</strong>rte uns stattdessen.<br />

Aber es schien damals <strong>noch</strong><br />

so weit weg. Schließlich hatten wir<br />

unsere Arbeit in Gera – ich war Ökonomin,<br />

Jürgen Schauspieler am Theater.<br />

Trotzdem dachte ich öfter: Es<br />

muss doch <strong>noch</strong> etwas anderes geben<br />

als unser Gera.<br />

Mit meinem Mann konnte ich<br />

diese Dinge da <strong>nie</strong> weiterdenken. Er<br />

ist nun mal ein sehr beständiger<br />

Mensch. Über Veränderung hätte er<br />

Ein <strong>glücklich</strong>er Zufall half<br />

nicht mal nachgedacht. Im Rückblick<br />

amüsiert mich das. Immer,<br />

wenn wir die Rolling Stones hören,<br />

muss ich daran denken, <strong>wie</strong> unsere<br />

Tochter uns alte Steine durch ihr bewegtes<br />

Leben dann doch <strong>noch</strong> ins<br />

Rollen brachte. Wenn wir gefragt<br />

werden, was schließlich den Ausschlag<br />

gab, sage ich spontan: die<br />

Geburt unserer Enkeltochter.<br />

Und dann kam uns auch <strong>noch</strong><br />

ein <strong>glücklich</strong>er Zufall zu Hilfe. In<br />

der direkten Nachbarschaft meiner<br />

26 6 | 2014


Anneliese und<br />

Jürgen Ohl mit<br />

Sch<strong>wie</strong>gersohn und<br />

Enkelin Stella (6).<br />

Oft besuchen sie<br />

sich gegenseitig,<br />

gehen auch mal<br />

gemeinsam essen.<br />

Tochter, die inzwischen in Hamburg<br />

wohnte, wurde ein Mietshaus gebaut<br />

– altersgerecht, mit Fahrstuhl.<br />

„Jetzt oder <strong>nie</strong>“, sagte Kathrin. Also<br />

fuhren wir nach Hamburg. Wir hatten<br />

die Kinder schon oft besucht,<br />

doch diesmal betrachteten wir alles<br />

mit anderen Augen: Drei Tage gingen<br />

Jürgen und ich immer <strong>wie</strong>der<br />

um den Rohbau herum, schauten<br />

hoch zum vierten Stock, wo unsere<br />

Tochter eine Wohnung reserviert<br />

hatte – hell, großzügig geschnitten,<br />

zwei Zimmer, offene Küche, 55 Quadratmeter<br />

– genauso groß beziehungsweise<br />

klein <strong>wie</strong> unsere alte<br />

und <strong>wie</strong> wir es mögen. Wir sahen,<br />

<strong>wie</strong> hoch und schön die Eiche war,<br />

links vom Balkon. Wir entdeckten<br />

die Geschäfte ringsherum, nahmen<br />

die Freundlichkeit der Menschen<br />

wahr und glaubten, im Wind das<br />

Meer zu riechen. Es gefiel uns. Nur<br />

bei der Miete mussten wir schlucken;<br />

dagegen ist Gera sehr günstig.<br />

Egal. „Wir machen das.<br />

Wir wollen unser Enkelkind<br />

aufwachsen sehen<br />

und es nicht nur dreimal<br />

im Jahr bestaunen, wenn es zu Besuch<br />

kommt“, sagte Jürgen schließlich<br />

voller Überzeugung zu Kathrin<br />

und unserem Sch<strong>wie</strong>gersohn. Ich<br />

nickte, während in meinem Kopf die<br />

Gedanken durcheinanderwirbelten:<br />

Erinnerungen an früher, als ich selber<br />

ständig in <strong>So</strong>rge um meine alten<br />

Eltern war. Sie wohnten weit weg,<br />

über sechs Stunden Zugfahrt entfernt.<br />

Ihr Enkelkind sahen sie nur<br />

alle paar Monate. Jeden Besuch<br />

musste ich planen. Wurden sie krank,<br />

konnte ich nicht schnell für sie da<br />

sein, um für sie zu sorgen. Ich sehe<br />

meine alte Mutter <strong>noch</strong> auf ihrem<br />

<strong>So</strong>fa in der Küche sitzen – in sich<br />

zusammengesunken, spüre den dringenden<br />

Wunsch zu bleiben.<br />

„Wir müssen das doch besser<br />

hinbekommen“, hatte Kathrin immer<br />

gesagt – „damit ich mich später<br />

gut um euch kümmern kann.“ Natürlich<br />

möchten wir unserer Tochter<br />

nicht zur Last fallen, sie soll uns<br />

nicht pflegen müssen. Das hatten<br />

wir alles schon gemeinsam bespro-<br />

6 | 2014<br />

27


BESSER LEBEN<br />

Mit 55 sollte<br />

man spätestens<br />

überlegen, <strong>wie</strong><br />

man im Alter<br />

wohnen will.<br />

Dann hat man<br />

<strong>noch</strong> Energie<br />

und Zeit für einen<br />

Neu-Anfang.<br />

28 6 | 2014<br />

Auf in ein neues Leben<br />

Bleiben oder<br />

umziehen?<br />

Aber ist die eigene Wohnung auch<br />

altersgerecht? Bernhard Reindl<br />

vom Münchner Verein „Stadtteilarbeit“,<br />

der zum Wohnen im<br />

Alter berät, entwickelte zehn<br />

Fragen, die weiterhelfen.<br />

Wohnung kann mit<br />

angemessenem<br />

Aufwand barrierefrei<br />

und seniorengerecht<br />

umgebaut werden:<br />

Dank Aufzug ist die<br />

Wohnung problemlos<br />

zu erreichen:<br />

Wohnung/Haus/Garten<br />

sind so pflegeleicht,<br />

dass dies auch im<br />

Alter zu meistern ist:<br />

Die Wohnung ist<br />

auch im Alter gut<br />

finanzierbar:<br />

Ich fühle mich in der<br />

Wohnung und Nachbarschaft<br />

wohl:<br />

Geschäfte, Ärzte,<br />

Banken<br />

(Geldautomat) sind<br />

gut erreichbar:<br />

In der Nähe gibt es<br />

ambulante Pflege-<br />

Dienste:<br />

Es gibt in der<br />

Nähe viele schöne<br />

Spazierwege:<br />

Ich habe hier eine<br />

gute Anbindung an<br />

den öffentlichen<br />

Nahverkehr:<br />

Ich habe viele soziale<br />

Kontakte, sodass sich<br />

immer jemand um<br />

mich kümmern kann:<br />

Ja Nein<br />

Auflösung: Wenn Sie mehr als<br />

drei Fragen mit Nein beantworten,<br />

sollten Sie überlegen, ob die jetzige<br />

Wohnung auch im Alter ideal ist.<br />

Gute Hilfen bieten Wohnberatungsstellen.<br />

Die nächste finden Sie unter<br />

www.bag-wohnungsanpassung.de<br />

chen. Sie weiß, dass wir, wenn nötig,<br />

einen Pflegedienst engagieren<br />

oder in ein Heim gehen würden.<br />

Aber dann in ihrer Nähe zu sein, das<br />

wäre gut, für sie, für uns ...<br />

Und solange wir <strong>noch</strong> fit sind,<br />

können wir unsere Tochter unterstützen,<br />

damit sie trotz Kind <strong>wie</strong>der<br />

arbeiten kann. Dass sie ihren Beruf<br />

weiter ausübt, obwohl sie Familie<br />

hat, das finde ich sehr wichtig. Jürgen<br />

und ich waren ja auch berufstätig<br />

mit Kind, und ich erinnere mich<br />

<strong>noch</strong> gut daran, <strong>wie</strong> dankbar ich war,<br />

als meine Sch<strong>wie</strong>germutter für eine<br />

Weile zu uns zog, um uns im Alltag<br />

zu unterstützen.<br />

Obwohl so viel für Hamburg<br />

sprach – in den folgenden Tagen in<br />

Gera schlich Jürgen ziemlich still<br />

herum. Ich spürte, <strong>wie</strong> ihn mit leiser<br />

Wehmut all das beschäftigte, was<br />

wir zurücklassen würden: 40 Jahre<br />

Gera. All die Erinnerungen.<br />

An Partys, Familienleben,<br />

Auf und Ab<br />

in der Liebe, Arbeit, die<br />

uns erfüllte. Jahrzehntelang<br />

gewachsene, ersehnte,<br />

erarbeitete Beziehungen<br />

in und zu einer<br />

vertrauten Stadt. Zu<br />

Freunden, Kollegen, Bekannten.<br />

Würden wir das<br />

jemals <strong>wie</strong>der finden?<br />

Und wir hatten unser<br />

<strong>So</strong>mmerhaus mit Garten,<br />

unsere Idylle, unseren<br />

Rückzugsort, den wir uns<br />

mühsam aufgebaut hatten.<br />

Um Jürgen den Wechsel<br />

in ein neues Leben zu erleichtern,<br />

malte ich ihm immer <strong>wie</strong>der aus,<br />

<strong>wie</strong> schön es doch mit unseren Kindern<br />

werden würde. Das half.<br />

In den Monaten, bis die neue<br />

Wohnung bezugsfertig war, nahmen<br />

mein Mann und ich bewusst Abschied<br />

von unserer Heimat, machten<br />

Ausflüge ins thüringische und<br />

sächsische Umland. Luden Freunde<br />

zum Umtrunk ein, gingen schließlich<br />

von Tür zu Tür, um uns von den<br />

Nachbarn zu verabschieden. Viele<br />

waren traurig, als sie von unseren<br />

Plänen erfuhren, unsere beste Freundin<br />

weinte. Doch fast alle gratulierten<br />

uns trotzdem zu unserem Schritt,<br />

fanden es mutig – und sagten: „Ihr<br />

macht das richtig.“ <strong>So</strong> viel Zuspruch<br />

und liebe Wünsche, sogar das Gefühl,<br />

ein Vorbild für andere zu sein<br />

– all das bestärkte uns und wir konnten<br />

schließlich leichteren Herzens,<br />

ohne Trauer und Tränen, in den Zug<br />

nach Hamburg steigen.<br />

Unsere Tochter hatte inzwischen<br />

alles vorbereitet,<br />

Schränke gekauft<br />

und aufstellen<br />

lassen, ein <strong>So</strong>fa liefern, Regale in<br />

die Kammer einbauen lassen – alles<br />

mit Baby auf dem Arm. Als wir kamen,<br />

mussten wir nur <strong>noch</strong> unsere<br />

Sachen einräumen.<br />

Nach dem entspannten Umzug<br />

konnten wir schon bald den Kindern<br />

unsere Hilfe anbieten: Als unsere<br />

Enkelin 15 Monate alt war, gab es<br />

für sie <strong>noch</strong> keinen Krippenplatz.<br />

Aber unsere Tochter wollte <strong>wie</strong>der<br />

arbeiten. Also haben wir drei Monate<br />

überbrückt, Windeln gewechselt,<br />

Brei gekocht, den Kinderwagen<br />

durchs Viertel geschoben. Später<br />

holten wir sie an ein paar Nachmittagen<br />

in der Woche aus der Kita ab,<br />

brachten sie zum Kinder-Turnen und<br />

bereiteten das Abendessen vor,<br />

wenn es bei den Eltern später wurde.<br />

Das war manchmal etwas anstrengend,<br />

aber für uns alle ein Gewinn,<br />

ein Glück. Denn so kamen<br />

wir schnell in Hamburg an, im Alltag<br />

und in der Normalität.<br />

Feste Familien-Termine haben<br />

wir inzwischen nicht mehr: Wir sehen<br />

uns fast täglich, zufällig beim<br />

Einkaufen, auf eine Tasse Kaffee


BESSER LEBEN<br />

Unterwegs<br />

auf St. Pauli.<br />

Der ehemalige<br />

Schauspieler<br />

geht in Hamburg<br />

gern mit<br />

seiner Frau ins<br />

Theater oder<br />

ins Konzert.<br />

6 | 2014<br />

29


BESSER LEBEN<br />

Jürgen Ohl ist begeisterter Hobby-Koch.<br />

Darüber freut sich Ehefrau Anneliese.<br />

oder mal zum Abendessen beim<br />

Griechen. Und wir babysitten gelegentlich.<br />

Unsere Enkelin kommt uns<br />

häufig besuchen, wir gehen dann<br />

zu dritt zum Spielplatz, machen Gesellschaftsspiele,<br />

lesen ihr vor. Oder<br />

Jürgen kocht für sie ihr Lieblingsessen,<br />

und ich repariere nebenher ihr<br />

Spielzeug. Und wenn ich mich heu-<br />

Die nötige Distanz wahren<br />

te um Stella kümmere, ist es entspannter<br />

als <strong>noch</strong> vor zwei Jahren.<br />

Damals musste ich ihr <strong>wie</strong> ein<br />

Flaschengeist alle Wünsche erfüllen<br />

oder 30 Handpuppen gleichzeitig<br />

meine Stimme leihen. Inzwischen<br />

lege ich zwischendurch auch mal<br />

die Beine hoch und schnappe mir<br />

ein Buch – während sie in ihrem<br />

Zimmer liest, CDs hört oder bastelt.<br />

Und trotzdem schwärmt Stella zuhause<br />

von mir: „Die Oma kann einfach<br />

alles“, hat sie vor Kurzem zu<br />

ihrer Mutter gesagt.<br />

Natürlich gibt es auch Spannungen,<br />

wenn man im Alltag so viel<br />

zusammen macht. In Erziehungsfragen<br />

zum Beispiel. Wir mussten<br />

lernen, uns nicht einzumischen. Die<br />

machen das schon – wenn auch<br />

nicht immer so, <strong>wie</strong> wir es machen<br />

würden. Aber wenn ich meine eigene<br />

Tochter an einem kalten Tag<br />

treffe, ohne was auf dem Kopf, dann<br />

kann ich es mir einfach nicht verkneifen:<br />

„Kannst du dir nicht eine<br />

Mütze aufsetzen?“ Sie nimmt es –<br />

meistens jedenfalls – mit Humor.<br />

Aber insgesamt kommen wir alle gut<br />

„Seit ich hier<br />

wohne, denke<br />

ich nicht mehr<br />

darüber nach,<br />

<strong>wie</strong> viel Zeit mir<br />

<strong>noch</strong> bleibt.<br />

Es ist, <strong>wie</strong> es ist.<br />

Und ich habe ja<br />

jetzt alles.“<br />

Anneliese Ohl über<br />

Älterwerden und Zukunft<br />

miteinander aus. Weil jeder den<br />

Raum des anderen respektiert und<br />

die nötige Distanz wahrt. Wir haben<br />

zwar gegenseitig Schlüssel für<br />

die Wohnung, würden aber <strong>nie</strong> einfach<br />

so in der Tür stehen.<br />

Vielleicht ist unsere Beziehung<br />

durch die Nähe sogar <strong>noch</strong> besser<br />

geworden. Weil Unbequemes, Störendes<br />

gleich angesprochen wird,<br />

statt es auf die lange Bank zu schieben.<br />

Das war früher anders, an den<br />

raren Besuchs-Wochenenden waren<br />

alle um Friede-Freude-Eierkuchen-<br />

Zuerst mal gemeinsam in den Urlaub fahren!<br />

Wenn Eltern in die Nähe der Kinder ziehen, ist dies für beide eine Herausforderung. Wie<br />

man sie meistert, erläutert die Psychotherapeutin Barbara Lubisch* aus Aachen.<br />

Sie kennen etliche Fälle,<br />

wo Eltern und Kinder<br />

plötzlich <strong>wie</strong>der nah<br />

beieinander wohnen?<br />

Ein gutes Wohnmodell?<br />

LUBISCH Ja – aber nur,<br />

wenn sich beide Seiten<br />

darüber klar sind, dass<br />

sie nicht an alte Familienzeiten<br />

anknüpfen,<br />

sondern sich auf Augenhöhe<br />

und gegenseitigem<br />

Respekt begegnen.<br />

Wie plant man das?<br />

LUBISCH Es geht darum,<br />

was beide Seiten von<br />

der neuen Wohnsituation<br />

erwarten. Man sollte<br />

sich z. B. fragen: Wie oft<br />

wollen wir uns sehen?<br />

Wer hat einen Schlüssel?<br />

Wer hilft wem? Wie oft<br />

können oder wollen die<br />

Älteren die Enkel betreuen?<br />

Für all das müssen<br />

Kompromisse gefunden<br />

werden, mit denen alle<br />

Seiten gut leben können.<br />

Gibt es ein ideales Alter<br />

für den Umzug zu den<br />

Kindern?<br />

LUBISCH Nein. Entscheidend<br />

ist, dass die<br />

Eltern interessiert und<br />

fit genug sind, um sich<br />

einen eigenen Freundeskreis<br />

aufzubauen und<br />

ein eigenständiges Leben<br />

zu führen.<br />

Trotzdem ist die Angst<br />

groß, dass es scheitert.<br />

LUBISCH Deshalb sollte<br />

man sich an die Situation<br />

herantasten: Eltern<br />

und Kinder könnten<br />

gemeinsam in den Urlaub<br />

fahren. Oder man<br />

kann in einem Hotel in<br />

der Nähe probewohnen.<br />

Dann erkennt man gut,<br />

ob man auch im Alltag<br />

miteinander auskommt.<br />

Fotos: Gerrit Meier (4), privat; Illustrationen: Shutterstock<br />

* Barbara Lubisch ist auch Vorsitzende der Deutschen Psychotherapeuten-Vereinigung.<br />

30 6 | 2014


Neue Energie für den<br />

Schönheits-Stoffwechsel<br />

Stimmung bemüht. Probleme wurden<br />

nicht angesprochen. Da staute<br />

sich eher auch mal was an.<br />

Im August kommt Stella in die<br />

Schule. Wie die Zeit vergeht! Als<br />

meine Tochter schwanger war und<br />

wir <strong>noch</strong> in Gera wohnten, fragte<br />

ich mich, ob ich es <strong>noch</strong> erlebe, <strong>wie</strong><br />

mein Enkelkind eingeschult wird.<br />

Nun ist es so weit. Das ist übrigens<br />

eine schöne Nebenwirkung unseres<br />

neuen Lebens: Ich denke nicht mehr<br />

so oft über mein Alter nach.<br />

Menschen, die von unserer Geschichte<br />

erfahren, fragen oft: Vermisst<br />

ihr nichts, habt ihr den Schritt<br />

<strong>nie</strong> bereut? Natürlich fehlen mir<br />

meine Freundinnen manchmal. Und<br />

ich würde mich gerne mehr mit<br />

Menschen unseres Alters austauschen,<br />

die auch <strong>noch</strong> aktiv sind, vielleicht<br />

einen neuen Bekanntenkreis<br />

aufbauen. Aber das braucht Zeit, gerade<br />

wenn man älter ist.<br />

Auf der anderen Seite haben<br />

wir viel dazugewonnen.<br />

Jürgen und ich unternehmen<br />

viel öfter<br />

etwas gemeinsam, wir gehen sehr<br />

gerne in Konzerte, ins Theater, in<br />

Parks, an die Elbe und auf Wochenmärkte.<br />

Hamburg bietet so viel! Wir<br />

lesen, machen Urlaub, demnächst<br />

fahren wir an die Ostsee – mit unserer<br />

besten Freundin aus Gera.<br />

Die vielen neuen Eindrücke gemeinsam<br />

zu ge<strong>nie</strong>ßen und darüber zu reden,<br />

hat meinen Mann und mich <strong>noch</strong><br />

enger zusammengeschweißt. Und<br />

ganz ehrlich – wir haben die Entscheidung,<br />

zu unseren Kindern nach Hamburg<br />

zu ziehen, nicht einen einzigen<br />

Tag bereut! Aufgezeichnet von der<br />

Tochter Kathrin Sabeth Ohl, Autorin und<br />

Business-Coach in Hamburg<br />

In der nächsten Folge:<br />

Die eigene Wohnung<br />

altersgerecht umbauen<br />

Zum<br />

Weiterlesen<br />

Bernhard<br />

Reindl, Dieter<br />

Kreuz: Wegweiser<br />

Wohnen<br />

im Alter. DIN-<br />

Ratgeber, 2009,<br />

14,80 Euro<br />

Sabine Keller:<br />

Leben und<br />

Wohnen im<br />

Alter. Stiftung<br />

Warentest, 2011,<br />

19,90 Euro<br />

Waltraud<br />

Ries: Glücklich<br />

wohnen im<br />

Alter: Welche<br />

Wohnform ist<br />

die beste für<br />

mich? Alcorde,<br />

2012, 16,90 Euro<br />

17 ausgesuchte Vitalstoffe<br />

jetzt in einem Produkt kombi<strong>nie</strong>rt.<br />

Für das<br />

Bindegewebe<br />

Für eine<br />

gesunde<br />

Haut<br />

• Kupfer als Beitrag für den Erhalt des<br />

normalen Bindegewebes<br />

• Vitamin A und Biotin tragen zum Erhalt<br />

gesunder Haut bei<br />

• Mit Kieselerde, Hyaluronsäure, Avocadoöl,<br />

Lycopin und Proanthocyanidinen<br />

aus Traubenkernextrakt<br />

PZN: 10067531<br />

(30 Tabl./30 Kapseln)


UNSER LEBEN<br />

MEIN<br />

FUSSBALLHELD<br />

... ist Stan Libuda.<br />

1970, WM in Mexiko.<br />

Die ganze Nachbarschaft<br />

fieberte in der<br />

Gaststätte meiner Eltern – wir<br />

hatten den einzigen Farbfernseher<br />

weit und breit. Also guckten alle bei<br />

uns. <strong>So</strong>zusagen Public Viewing – bevor<br />

es den Begriff überhaupt gab. Und wir<br />

schrien für Libuda, als er gegen Bulgarien<br />

das Spiel seines Lebens machte, den<br />

Ausgleich schoss und einen Elfmeter herausholte.<br />

Es war eine unglaubliche Stimmung,<br />

die ich <strong>nie</strong>, <strong>nie</strong> vergessen werde!“<br />

32 5 | 2014<br />

Annemarie Lampe (55),<br />

Umweltschutztechnikerin aus<br />

Osterholz-Scharmbeck<br />

AUCH FRAUEN<br />

LIEBEN FUSSBALL<br />

EINE INITIATIVE DER BAYARD MEDIA DEUTSCHLAND<br />

Fotos: ullstein bild, privat; Illustration: Shutterstock<br />

Foto: Wotext 2mm Abstand !!!!!!!!!!!


Selber machen<br />

[... stimmt mich fröhlich und andere auch.]<br />

Freuen Sie<br />

sich auf<br />

<strong>So</strong>mmerabende<br />

Für eine<br />

Mückenkerze ein<br />

Stück Kerzen-<br />

Docht in ein Glas<br />

hängen, 200 g<br />

Wachsreste<br />

schmelzen,<br />

15 Tropfen<br />

Citronella-Öl dazu,<br />

ins Glas füllen.<br />

Flipflops<br />

Im Internet auf<br />

www.palupas.de<br />

können Sie<br />

diese selbst<br />

gestalten; mit<br />

Bild für 25 Euro.<br />

Foto: Stockfood<br />

Kleine Erfrischung gefällig? Für Melonen-Limo 800 g Wasser- oder Honigmelone<br />

mit etwas Zitronensaft und 120 g Puderzucker pürieren. In Flaschen füllen,<br />

mit Mineralwasser aufgießen. Ein Zweig Thymian sieht hübsch darin aus.<br />

Erdbeeren<br />

Und die<br />

leckeren<br />

heimischen.<br />

Aber Erdbeeren<br />

nicht zu hart<br />

abduschen,<br />

sonst verlieren<br />

sie ihr Aroma.<br />

den pastellfarbenen emaille-eimer gibt’s für 15 euro auf www.dawanda.de<br />

6 | 2014<br />

33


:<br />

:<br />

SELBER MACHEN<br />

Ein Gedicht auf Ciabatta,<br />

aber auch kostlich<br />

mit hellem Fleisch<br />

und Geflugel vom Grill.<br />

Und<br />

Ihr<br />

Brot<br />

Tomaten-<br />

Marmelade<br />

Anis-Fenchel-<br />

Marmelade<br />

lächelt<br />

Ananas-<br />

Marmelade<br />

Brote haben es schwer:<br />

Jahrein, jahraus werden<br />

sie mit Erdbeer- oder<br />

Kirschmarmelade bestrichen<br />

– kein Wunder, dass sie<br />

irgendwann streiken oder zu<br />

geschmacklosen Langweilern<br />

mutieren. Bevor’s dazu<br />

kommt, verwöhnen Sie Ihr<br />

Brot (und Ihre Zunge) mit<br />

was Besonderem: süßen und<br />

herzhaften Marmeladen, mit<br />

Tomaten, Kürbis oder Ananas.<br />

Foto: Wotext 2mm Abstand !!!!!!!!!!!<br />

34<br />

6 | 2014


:<br />

Marchenhafter Mix<br />

mit Datteln,<br />

Pistazien und<br />

Rotwein.<br />

Orangen<br />

geben hier<br />

eine herrlich<br />

fruchtige und<br />

frische Note.<br />

Kürbis-<br />

Marmelade<br />

Gut zu wissen:<br />

Sie brauchen<br />

die Gläser für<br />

selbst gekochte<br />

Marmelade<br />

nicht zu sterilisieren.<br />

Mit<br />

heißem Wasser<br />

und Spülmittel<br />

werden sie<br />

sauber genug!<br />

Trauben-<br />

Marmelade<br />

Feigen-<br />

Marmelade<br />

6 | 2014<br />

Die Rezepte nden Sie auf 35Seite 36


:<br />

:<br />

SELBER MACHEN<br />

... und so geht’s<br />

Die Angaben ergeben jeweils 3 Gläser à 350 g.<br />

Trauben-<br />

Marmelade<br />

1 kg blaue Trauben<br />

100 ml roter Portwein<br />

• 2 Thymianzweige<br />

• 500 g<br />

Gelierzucker (2:1)<br />

1 Trauben von den<br />

Rispen streifen.<br />

Waschen, gut abtropfen<br />

lassen und<br />

halbieren.<br />

2 Mit Portwein,<br />

Thymianblättchen<br />

und Zucker unter<br />

Rühren aufkochen.<br />

5 Minuten sprudelnd<br />

kochen<br />

lassen.<br />

3 <strong>So</strong>fort in die<br />

vorbereiteten<br />

Gläser geben, gut<br />

verschließen und<br />

für etwa 10 Minuten<br />

auf den Kopf stellen.<br />

Dann <strong>wie</strong>der<br />

wenden und ganz<br />

auskühlen lassen.<br />

Ananas-<br />

Marmelade<br />

1 Ananas • Apfel -<br />

saft (nach Bedarf)<br />

Saft 1 Zitrone • 1 TL<br />

Nelken • 500 g<br />

Gelierzucker (2:1)<br />

1 Ananas schälen,<br />

vierteln, den Strunk<br />

entfernen. Fruchtfleisch<br />

klein würfeln.<br />

2 Mit Apfelsaft auf<br />

insgesamt 1 kg ergänzen.<br />

Mit restlichen<br />

Zutaten unter Rühren<br />

aufkochen.<br />

3 Etwa 4 Minuten<br />

sprudelnd kochen. In<br />

vorbereitete Gläser füllen,<br />

sofort verschließen<br />

und auskühlen lassen.<br />

Fenchel-<br />

Marmelade<br />

1 kg Fenchel • 2 EL<br />

Butter • 1 TL<br />

Anissamen • Saft<br />

1 Zitrone • 500 g<br />

Gelierzucker (2:1)<br />

1 Fenchel waschen,<br />

vierteln und in feine<br />

Streifen schneiden.<br />

2 Minuten in der<br />

Butter andünsten.<br />

2 Anis hinzufügen,<br />

5 Minuten unter<br />

gelegentlichem<br />

Rühren garen.<br />

3 Zitronensaft<br />

und Gelierzucker<br />

untermischen. Unter<br />

ständigem Rüh -<br />

ren aufkochen,<br />

4 Minuten spru delnd<br />

kochen lassen.<br />

4 Fenchelgrün<br />

dazu, in saubere<br />

Gläser füllen. <strong>So</strong>fort<br />

verschließen und<br />

auskühlen lassen.<br />

Feigen-<br />

Marmelade<br />

1 kg frische Feigen<br />

100 g getr. <strong>So</strong>ft-<br />

Datteln (entsteint)<br />

1 Bio-Zitrone (Saft<br />

und Abrieb) • 50 g<br />

Pistazienkerne<br />

(ungesalzen)<br />

500 g Gelierzucker<br />

(2:1) • 2 cm<br />

frisch geriebener<br />

Ingwer • 1/4 l<br />

Rotwein (oder Granatapfelsaft)<br />

1 Feigen waschen<br />

und vierteln.<br />

Datteln in Stücke<br />

schneiden. Beides<br />

mit Zitronensaft<br />

und -abrieb, Pistazien,<br />

Zucker und<br />

Ingwer in einen Topf<br />

geben. Rotwein<br />

oder Saft dazugießen<br />

und 15 Minuten<br />

ziehen lassen.<br />

2 Unter gelegentlichem<br />

Rühren langsam<br />

zum Kochen<br />

bringen, 5 Minuten<br />

sprudelnd kochen<br />

lassen.<br />

3 In heiß ausgespülte<br />

Gläser füllen.<br />

Gut verschließen,<br />

sofort mit dem<br />

Deckel nach<br />

unten auf ein Tuch<br />

stellen. 5 Minuten<br />

stehen lassen,<br />

dann <strong>wie</strong>der umdrehen<br />

und ganz<br />

auskühlen lassen.<br />

Perfekt fur<br />

Marmelade:<br />

Sammeln Sie<br />

Glaser mit<br />

Schraubdeckeln.<br />

Tomaten-<br />

Marmelade<br />

1 kg Kirschtomaten<br />

2 rote Paprikaschoten<br />

• 2 EL Balsamico<br />

• 1 Bio-Orange<br />

(Saft und Abrieb)<br />

4 Zweige Rosmarin<br />

je 1 Prise Zimt und<br />

Piment • 500 g<br />

Gelierzucker (2:1)<br />

1 Gemüse waschen,<br />

putzen. Kirschtomaten<br />

halbieren,<br />

Paprika mit dem<br />

Sparschäler schälen,<br />

alles klein schneiden.<br />

2 Mit übrigen<br />

Zutaten in Topf<br />

geben, 30 Minuten<br />

ziehen lassen. Unter<br />

Rühren aufkochen,<br />

5 Minuten sprudelnd<br />

kochen lassen.<br />

3 <strong>So</strong>fort in vorbereitete<br />

Gläser<br />

geben, verschließen<br />

und 10 Minuten auf<br />

den Kopf stellen.<br />

Wenden und ganz<br />

auskühlen lassen.<br />

Kürbis-<br />

Marmelade<br />

1 kl. Kürbis (800 g)<br />

5 Bio-Orangen<br />

20 g Ingwer • 2<br />

Kardamomkapseln<br />

1 EL Mohnsamen<br />

500 g Gelierzucker<br />

(2:1)<br />

1 Kürbis in Stücke<br />

teilen; Kerne, Fäden<br />

und Schale entfernen.<br />

Fruchtfleisch<br />

klein würfeln, in<br />

1/2 l Wasser 5 Minuten<br />

kochen. Abgießen<br />

und abtropfen<br />

lassen.<br />

2 Von 1 Orange die<br />

Schale abreiben;<br />

2 Orangen auspressen.<br />

Übrige Orangen<br />

schälen, das Fruchtfleisch<br />

klein würfeln.<br />

3 Ingwer schälen<br />

und fein hacken.<br />

Kardamomkapseln<br />

aufbrechen und<br />

schwarze Kerne<br />

herauslösen.<br />

4 Alle Zutaten<br />

in einen großen<br />

Topf geben. Unter<br />

Rühren aufkochen<br />

und dann 4 Minuten<br />

sprudelnd kochen<br />

lassen. Dabei stetig<br />

weiterrühren.<br />

5 In vorbereitete<br />

Gläser geben, sofort<br />

gut verschließen<br />

und für 10 Minuten<br />

auf den Kopf stellen.<br />

Dann <strong>wie</strong>der wenden<br />

und komplett<br />

auskühlen lassen.<br />

Guten<br />

Appetit!<br />

Fotos: Stockfood (7)<br />

36 6 | 2014


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SELBER MACHEN<br />

Himmlischer<br />

Holler<br />

Zu den schönsten Düften der Natur<br />

im Mai und Juni gehört Holunder.<br />

Die zarten weißen Blüten sind<br />

aber auch die wichtigste Zutat zu<br />

zauberhaften Rezepten.<br />

38 6 | 2014


SELBER MACHEN<br />

Ob süß (Klöße mit Beeren und Holundersoße, Rezept S. 42) oder herzhaft (Gebackener Spargel,<br />

Rezept S. 42): Holunderblüten geben vielen Gerichten einen sommerlichen Duft.<br />

Vor einem Holunderbusch<br />

zieht man seinen<br />

Hut – dieses Sprichwort<br />

habe ich schon als Kind gelernt“,<br />

erzählt Anita Sack und lacht,<br />

„und auch, dass man vom Holunder<br />

einfach alles verwenden<br />

kann.“ Am wichtigsten sind für<br />

die Oberfränkin allerdings die<br />

Holunderblüten. Anita Sack, Teil<br />

des Frauen-Teams in der bayerischen<br />

Fernsehserie „Die Landfrauenküche“,<br />

liebt es, jetzt im<br />

Mai oder Juni die duftenden Dolden<br />

zu ernten: „Im Frühsommer<br />

mache ich mich gleich morgens<br />

mit einem großen Korb und einer<br />

Schere auf den Weg und suche<br />

mir die schönsten Holunderbüsche<br />

der Umgebung“, erzählt<br />

sie. „Wichtig ist, dass der Tag<br />

schön trocken ist! Dann genügt es,<br />

die Dolden der Holunderblüten<br />

gut auszuschütteln, um kleine<br />

Insekten zu entfernen. Und vor<br />

allem: Dann haben die Blüten<br />

den vollen Duft und sind perfekt<br />

zum Kochen oder für Limonade!“<br />

Mit Leckereien kennt Anita<br />

Sack sich aus – immerhin kürte<br />

Alfons Schuhbeck sie beim Finale<br />

der „Landfrauenküche“ zu einer<br />

Siegerin. Obwohl sie den Sternekoch<br />

mit einem Dessert überzeugte,<br />

liebt sie Holunderblüten<br />

vor allem in flüssiger Form. Ihre<br />

Familie und die Gäste auf dem<br />

„Maierhof“ in Ködnitz freuen sich<br />

im Frühsommer über frische Limonade<br />

und aromatischen Sirup.<br />

[ Holunder ]<br />

blüht bis weit in<br />

den Juni hinein<br />

und duftet sehr<br />

stark. In der<br />

Heilkunde spielen<br />

sowohl die<br />

Blüten als auch<br />

die Beeren eine<br />

herausragende<br />

Rolle.<br />

6 | 2014<br />

39


SELBER MACHEN<br />

„Es gibt nichts Erfrischenderes“,<br />

findet die Landfrau. Ihr Tipp für<br />

Holunder-Limonade: „Einfach 20<br />

bis 25 schöne Blüten mit Wasser<br />

und Zucker aufkochen, durchseihen,<br />

frisch gepresste Zitrone dazu<br />

und kühl stellen!“<br />

Einen Teil ihrer Ernte<br />

trocknet sie außerdem<br />

stets für die kühle<br />

Jahreszeit: „Aus<br />

Holunderblüten lässt<br />

sich im Herbst und<br />

Winter ein toller Tee<br />

kochen.“<br />

Da kann Ingfried<br />

Hobert nur zustimmen.<br />

In seiner Steinhuder<br />

Praxis für Ganzheitsmedizin<br />

verordnet der Arzt<br />

Erwachsenen und<br />

Kindern häufig Tee<br />

aus Holunderblüten<br />

als effektive <strong>wie</strong> aromatische<br />

Arznei. „Besonders vitaminreich<br />

sind zwar die Beeren<br />

des Holunders“, sagt der Mediziner<br />

und Buchautor, „aber gerade<br />

bei Erkältungen helfen auch die<br />

Blüten sehr gut, denn sie wirken<br />

– ähnlich <strong>wie</strong> Lindenblüten – als<br />

Tee auf natürliche Weise schweißtreibend<br />

und fiebersenkend.“<br />

[ Die Sage ]<br />

In Holunderbüschen<br />

wohnen<br />

der Sage nach<br />

die guten<br />

Hausgeister.<br />

Deshalb sollen<br />

die Büsche auch<br />

nicht gefällt<br />

werden.<br />

DAS WEISS AUCH Christine<br />

Pferdt aus Leutkirch im Allgäu –<br />

allerdings liegt bei ihr naturgemäß<br />

das Gewicht doch eher auf<br />

Genuss. Schließlich führt die Wirtin<br />

mit ihrem Mann in Leutkirch<br />

den Brauereigasthof Mohren, in<br />

dem sie ihre Gäste mit feiner<br />

ländlicher Küche verwöhnt. Ihre<br />

Hollerküchle (Holunder-Küchlein)<br />

sind legendär. <strong>So</strong> schwärmt<br />

der Verein „Slow Food“ in seinem<br />

Restaurant-Tipp über Christine<br />

Pferdts Kreation: „Die Hollerküchle<br />

im Bierteig mit Haselnuss-<br />

Eis waren perfekt zubereitet und<br />

eine wunderbar himmlische süße<br />

Abrundung des Menüs.“<br />

DOCH WIE GELINGEN die Hollerküchle<br />

so himmlisch? „Das ist<br />

ganz einfach“, erzählt Christine<br />

Pferdt, „die Dolden müssen ganz<br />

frisch und das Fett sehr heiß sein.<br />

Perfekt ist es, wenn man den Stiel<br />

eines hölzernen Kochlöffels hineinhält<br />

und daran kleine Bläschen<br />

aufsteigen. Und am besten<br />

immer nur ein, zwei Dolden hineintauchen<br />

und die fertigen<br />

Frische Hollerküchle<br />

mit Puderzucker:<br />

die Spezialität von<br />

Christine Pferdt<br />

Hollerküchle gut abtropfen lassen.<br />

<strong>So</strong> werden sie schön knusprig!“<br />

Für den Ausbackteig nehmen Christine<br />

und Manfred Pferdt im<br />

„Mohren“ das ungefilterte Bio-Bier<br />

der Leutkircher Brauerei. Doch<br />

natürlich geht auch jeder andere<br />

Gerstensaft. Wer mag, verwendet<br />

Weißwein oder Sekt statt Bier.<br />

„Und wenn Kinder mitessen, einfach<br />

Mineralwasser zum Teig geben“,<br />

lacht Christine Pferdt und<br />

reicht den Teller mit den frischen<br />

Hollerküchle. Himmlisch!<br />

40 6 | 2014


SELBER MACHEN<br />

Frittierte<br />

Hollerküchle<br />

Zubereitung: 40 Minuten<br />

Für 4 Portionen<br />

12 große Dolden Holunderblüten<br />

1 EL Butter<br />

100 g Mehl<br />

Salz<br />

2 EL Zucker<br />

150 ml Bier<br />

1 Ei (Klasse L; getrennt)<br />

Speiseöl zum Frittieren<br />

Puderzucker zum Bestäuben<br />

1 Die Blütendolden gut ausschütteln;<br />

eventuell Insekten (die lieben<br />

den Duft auch) ablesen. Die Butter<br />

langsam schmelzen. Das Mehl,<br />

eine Prise Salz und den Zucker gut<br />

mischen. Anschließend das Bier<br />

und 50 ml Wasser gut unterrühren,<br />

sodass ein sämiger Teig ohne<br />

Klümpchen entsteht. Eventuell ein<br />

paar Tropfen Wasser hinzugeben.<br />

2 Dann das Eigelb und die Butter<br />

unterziehen und den Teig zugedeckt<br />

gut 30 Minuten bei Zimmertemperatur<br />

quellen lassen.<br />

3 Danach das Eiweiß und eine<br />

Prise Salz steif schlagen und vorsichtig<br />

unter den Teig heben.<br />

Schließlich reichlich Öl in einem<br />

weiten Topf erhitzen.<br />

4 Die Holunderdolden nacheinander<br />

in den Teig tauchen. Etwas<br />

abtropfen lassen und schließlich<br />

portionsweise im sehr heißen Öl<br />

knusprig braun frittieren.<br />

5 Auf Küchenpapier gut abtropfen<br />

lassen. Anschließend (je nach Geschmack)<br />

mit etwas Puderzucker<br />

bestäuben und sofort servieren.<br />

Pro Portion 300 kcal | 7 g EIWEISS<br />

19 g FETT | 23 g KOHLENHYDRATE<br />

5 mg CHOLESTERIN | 2 BE/KE<br />

<strong>So</strong>mmersalat mit<br />

Holunderblüten<br />

Zubereitung: 25 Minuten<br />

Für 2 Portionen<br />

1 Bund Rucola<br />

1/2 Bund Brunnenkresse<br />

1–2 Dolden Holunderblüten<br />

100 g Zuckerschoten<br />

250 g Kirschtomaten<br />

1 1/2 EL Olivenöl<br />

Salz<br />

Pfeffer<br />

1/2 Bio-Limette (Saft u. Schale)<br />

1/2 TL flüssiger Honig<br />

2 EL warme Gemüsebrühe<br />

essbare Blüten nach Belieben (z.B.<br />

Veilchen oder Gänseblümchen)<br />

Schere oder Messer zum Abschneiden der Dolden? Reine Geschmackssache<br />

– Hauptsache, Sie ernten morgens und bei trockenem Wetter!<br />

1 Rucola und Kresse putzen, waschen,<br />

trocken schütteln. Holunderblüten<br />

ausschütteln, die Blüten<br />

von den Stielen streifen.<br />

2 Zuckerschoten und Tomaten<br />

waschen, putzen und je nach Größe<br />

halbieren oder vierteln. In 1/2<br />

EL heißem Öl 3 bis 4 Minuten<br />

düns ten. Salzen und pfeffern.<br />

3 Aus Holunderblüten, restlichem<br />

Öl, Limettensaft und -schale, Honig,<br />

warmer Brühe, Salz und Pfeffer<br />

das Dressing rühren.<br />

6 | 2014<br />

41


SELBER MACHEN<br />

[ Zarte Blüten ]<br />

Gut bei Erkältungen und für das Immunsystem sind Holunderblüten als<br />

Tee. Ärzte messen ihnen die gleiche Bedeutung zu <strong>wie</strong> Lindenblüten.<br />

4 Gemüse, Rucola und Kresse<br />

locker mischen. Mit dem Dressing<br />

beträufeln, essbare Blüten darüberstreuen<br />

und servieren.<br />

Pro Portion 110 kcal | 2 g EIWEISS<br />

8 g FETT | 6 g KOHLENHYDRATE<br />

0 mg CHOLESTERIN | 0,5 BE/KE<br />

Besonders raffi<strong>nie</strong>rt<br />

Klößchen mit<br />

Beerensoße<br />

Zubereitung: 40 Minuten<br />

Für 4 Portionen<br />

125 g Löffelbiskuits<br />

75 g weiche Butter<br />

1 Ei & 1 Eigelb<br />

1/4 l Apfelsaft<br />

200 g Johannisbeeren<br />

3 Dolden Holunderblüten<br />

1 P. Vanillezucker<br />

1 TL Pimentkörner<br />

1/2 getrocknete Chili-Schote<br />

Pro Portion 268 kcal | 4 g EIWEISS<br />

19,5 g FETT | 16 g KOHLENHYDRATE<br />

190 mg CHOLESTERIN | 1 BE/KE<br />

Waschen ist für die Blütendolden weniger gut. Viel besser:<br />

Vor dem Zubereiten oder Trocknen gut ausschütteln!<br />

1 Die Biskuits zu feinen Bröseln<br />

zerkleinern. Die Butter cremig<br />

rühren. Das Ei und das Eigelb kräftig<br />

unterschlagen; dazu je 1 EL<br />

Brösel zugeben. Die restlichen<br />

Brösel unterkneten und alles 30<br />

Minuten kalt stellen.<br />

2 Die Johannisbeeren waschen<br />

und von den Rispen streifen. Die<br />

Dolden der Holunderblüten ausschütteln.<br />

Beides mit den restlichen<br />

Zutaten aufkochen und<br />

zugedeckt etwa 12 Minuten köcheln<br />

lassen. Die Dolden herausnehmen;<br />

anschließend die <strong>So</strong>ße<br />

durch ein Sieb streichen.<br />

3 Aus dem Teig mit angefeuchteten<br />

Händen kleine Klößchen formen.<br />

<strong>So</strong>fort in kochendes Wasser<br />

geben und bei kleiner Hitze 10<br />

Minuten gar ziehen lassen. Herausheben,<br />

mit der <strong>So</strong>ße anrichten.<br />

Eventuell <strong>noch</strong> mit einigen Beeren<br />

gar<strong>nie</strong>ren und ein bisschen getrocknete<br />

Chili darüberbröseln.<br />

Ofen-Spargel mit<br />

Hollerblüten<br />

Zubereitung: 35 Minuten<br />

Für 2 Portionen<br />

400 g neue<br />

Kartoffeln<br />

2 EL Olivenöl<br />

Salz<br />

Pfeffer aus der Mühle<br />

1 Dolde Holunderblüten<br />

500 g grüner Spargel<br />

2 Knoblauchzehen<br />

1/2 Bio-Zitrone<br />

1/2 Bund Schnittlauch<br />

1 Den Backofen auf 180 °C vorheizen.<br />

Die Kartoffeln gut waschen, in<br />

Spalten schneiden und in eine<br />

feuerfeste Form geben. Mit 1 EL Öl<br />

mischen, etwas salzen und pfeffern.<br />

Im Ofen etwa 30 Minuten<br />

garen, dabei einmal wenden.<br />

2 Die Dolde Holunderblüten gut<br />

ausschütteln und die Stiele entfernen.<br />

Den Spargel waschen, die<br />

holzigen Enden abschneiden bzw.<br />

abschälen und auf 2 große Stücke<br />

Backpapier verteilen.<br />

3 Knoblauch schälen und halbieren.<br />

Bio-Zitrone in Spalten schneiden.<br />

Beides dann mit dem restlichen<br />

Öl auf den Spargel geben.<br />

Nach Geschmack salzen und pfeffern.<br />

Schließlich die Holunderblüten<br />

darübergeben und Päckchen<br />

verschließen (zusammenknicken).<br />

Zu den Kartoffeln in den Ofen legen<br />

und etwa 15 Minuten garen.<br />

4 Die Päckchen öffnen (Vorsicht,<br />

heißer Dampf!), mit reichlich<br />

Schnittlauchröllchen bestreuen<br />

und schließlich mit den Kartoffel-<br />

Spalten servieren.<br />

Pro Portion 295 kcal | 10 g EIWEISS<br />

11 g FETT | 37 g KOHLENHYDRATE<br />

0,1 mg CHOLESTERIN | 3 BE/KE<br />

Fotos: Klaus-Maria Einwanger (2), Monika Schürle (2)/beide Jahreszeiten Verlag, Olaf Szczepaniak/Picture Press; Illustrationen: Das Gartenarchiv, Getty Images (2)<br />

42 6 | 2014


SELBER MACHEN<br />

GÄRTNERN<br />

Auch eine verzinkte Giesskanne<br />

kann so zum<br />

Blumen-Zuhause werden.<br />

Alles im Eimer<br />

Irgendwo trudelt ja in jedem Haus <strong>noch</strong> ein ungenutzter Zinkeimer<br />

rum. Dabei eignet er sich doch so gut als Blumentopf …<br />

Neue<br />

Verwendung<br />

Sie brauchen:<br />

✽ Zinkeimer<br />

✽ Bohrmaschine<br />

✽ Tonscherben<br />

✽ Blumenerde<br />

✽ Pflanzen: Männertreu<br />

(Lobelia erinus), Silberregen<br />

(Dichondra argentea)<br />

<strong>So</strong> wird’s gemacht:<br />

Eimerboden mehrmals<br />

anbohren, damit 1|<br />

überflüssiges Wasser<br />

ablaufen kann und die<br />

Wurzeln nicht faulen.<br />

Eine etwa 3 cm dicke<br />

2| Drainage-Schicht<br />

(Tonscherben, Kies, Blähton)<br />

in den Eimer geben.<br />

Nun nur <strong>noch</strong> Blumenerde<br />

einfüllen, 3|<br />

die Pflanzen einsetzen,<br />

festdrücken und angießen.<br />

Tipp:<br />

Wenn Sie Hängepflanzen<br />

(z. B. Petu<strong>nie</strong>n oder Gera<strong>nie</strong>n)<br />

in den Eimer setzen<br />

und ihn an einer Kette<br />

aufhängen, haben Sie eine<br />

wunderbare Blumen-Ampel.<br />

Fotos: GAP Photos (4); Illustration: Corinne Desponds<br />

1 2 3<br />

Vorsicht!<br />

Wenn Sie Tonscherben als Drainage verwenden, legen Sie ein wasserdurchlässiges Vlies auf die<br />

Scherben, damit Sie sich beim nächsten Umpflanzen nicht versehentlich an den Scherben schneiden.<br />

6 | 2014<br />

43


SELBER MACHEN<br />

55 cm<br />

NÄHEN<br />

Wie von Omi<br />

Früher waren Schürzen<br />

ein Muss, heute sind<br />

sie einfach so zuckersüß<br />

mit ihrem Retro-Chic.<br />

28 cm<br />

28 cm<br />

3 Die obere Taschenkante<br />

doppelt nach innen umschlagen,<br />

absteppen. Die Zugaben<br />

umbügeln und die Tasche<br />

auf die Schürze steppen. Die<br />

Bänder zurechtschneiden<br />

und an die Schürze nähen.<br />

65 cm<br />

1/2 Hüfte + 20 cm<br />

<br />

In zwei<br />

Stunden<br />

fertig<br />

Sie brauchen:<br />

✽ ca. 120 cm von<br />

einem 90 cm<br />

breiten Stoff mit<br />

Musterstreifen an<br />

den Kanten<br />

✽ 190 cm Baumwollband<br />

für Träger<br />

und Schleifen<br />

✽ 3 Motive für<br />

die Tasche<br />

✽ Applikationsvlies<br />

✽ Schere<br />

✽ Nähgarn<br />

Geubte konnen die<br />

Motive auch nur<br />

mit Zickzackstich<br />

applizieren.<br />

:<br />

:<br />

50 cm<br />

Nahprofis runden<br />

die Taschenecken ab,<br />

dann sammelt<br />

sich hier kein Schmutz<br />

2 Tasche zuschneiden: 35 cm breit<br />

und 20 cm hoch. Die obere Kante hat<br />

6 cm Zugabe, alle anderen 1 cm. Die<br />

3 Motive evtl. ausschneiden, auf das<br />

Vlies bügeln, dann auf die Tasche<br />

bügeln und knappkantig feststeppen.<br />

:<br />

<strong>So</strong> wird’s gemacht:<br />

1 Schürze zuschneiden: Die Webkanten sollen an der<br />

oberen Kante und am Saum sitzen. An den geraden<br />

Seiten je 6 cm zugeben, an den Rundungen 2 cm. Dann<br />

die Zugabe an den Rundungen zweimal je 1 cm nach<br />

innen umbügeln, absteppen. Alle geraden Kanten und<br />

Säume zweimal je 3 cm umbügeln und feststeppen.<br />

Tipp:<br />

Neue Baumwollstoffe laufen oft ein. Daher vor dem Verarbeiten<br />

bei 40 Grad waschen. Oder die Schürze 10 % größer zuschneiden.<br />

Foto und Illustration: Overbeck and Friends<br />

44 6 | 2014


SELBER MACHEN<br />

Putzen wir<br />

zu viel?<br />

Hygienisch rein soll’s sein, vor allem im<br />

Bad. Dabei lauern Bakterien woanders:<br />

an unseren Händen, im Küchenschwamm,<br />

in der Waschmaschine. Doch <strong>wie</strong> wird<br />

man dieser Herr? Wie viel putzen<br />

ist gut? Und gesund?<br />

FOTOS BINE BELLMANN<br />

TEXT ANNETTE LÜBBERS<br />

Drei<br />

Reiniger<br />

reichen in<br />

jedem<br />

Haushalt<br />

Herr Dr. Tabori, Sie arbeiten<br />

als Hygiene-Experte seit<br />

vielen Jahren an der Uni-<br />

Klinik in Freiburg. Die Hälfte der<br />

Menschen in Deutschland glaubt,<br />

dass man auch im Haushalt Desinfektionsmittel<br />

braucht, um Bakterien<br />

zu beseitigen. Stimmt das?<br />

TABORI Nein, überhaupt nicht.<br />

Normalerweise braucht kein Haushalt<br />

solche Mittel.<br />

Aber es bereitet doch ein gutes<br />

Gefühl zu wissen, dass zum Bei-<br />

6 | 2014<br />

45


SELBER MACHEN<br />

WC VIEL SAUBERER ALS SPÜLSCHWAMM<br />

Keime pro 10 cm 2 in Tsd.<br />

Wischmopp<br />

Spülschwamm<br />

1000000 100000<br />

3<br />

2<br />

Drei Reiniger reichen<br />

1 ALLZWECK- ODER NEUTRALREINIGER<br />

Geeignet für:<br />

Böden, Arbeitsplatten, Tische<br />

Gut* sind:<br />

• Grüne Kraft Neutralreiniger von Fit<br />

(z. B. bei Rewe, Edeka), 1000 ml 1,89 Euro<br />

• Bims Allesreiniger von Aldi Süd,<br />

1000 ml 0,75 Euro<br />

2 ZITRONEN- ODER ESSIGREINIGER<br />

Geeignet für:<br />

Armaturen, Kacheln, Fenster,<br />

beseitigen Kalk und Harnstein<br />

Gut* sind:<br />

• Gut & Günstig Reiniger mit Zitronenduft<br />

von Edeka, 1000 ml 1,09 Euro<br />

• Frosch Essig Reiniger, z. B. bei Rewe,<br />

1000 ml 1,69 Euro<br />

3 SCHEUERPULVER ODER –MILCH<br />

Geeignet für:<br />

Hartnäckige, fettige oder sehr festsitzende<br />

Verschmutzungen,<br />

z. B. auf Ceranfeld, Waschbecken<br />

Gut* sind:<br />

• Gut & Günstig Scheuermilch von Edeka,<br />

750 ml 0,69 Euro<br />

• Ata Scheuermilch von Henkel, z. B. bei<br />

Rewe, Edeka, Real, 1000 ml 2,70 Euro<br />

* Laut Stiftung Warentest bzw. Ökotest.<br />

1<br />

Sauber<br />

&<br />

günstig<br />

Für einen sauberen Haushalt sind<br />

keine Spezial-Reiniger nötig. Mit diesen<br />

Mitteln wird alles richtig sauber:<br />

spiel Bad und Toilette keimfrei<br />

sauber sind und glänzen.<br />

TABORI Dieses Gefühl ist uns von<br />

Werbestrategen eingeredet worden;<br />

schließlich setzen Hersteller<br />

und Handel mehrere Milliarden<br />

Euro pro Jahr mit Reinigungsmitteln<br />

um. Als Hygieniker weiß ich<br />

aber, dass spezielle Reinigungsund<br />

Desinfektionsmittel im Haushalt<br />

keinen zusätzlichen Nutzen<br />

bringen. Im Gegenteil, sie belasten<br />

die Umwelt und können die Atemwege<br />

strapazieren.<br />

Sie sind also immer überflüssig?<br />

TABORI Ja. Die einzige Ausnahme<br />

ist, wenn ein Arzt ausdrücklich<br />

dazu auffordert, desinfizierende<br />

Mittel zu verwenden, etwa wenn<br />

jemand im Haushalt eine ansteckende<br />

Krankheit hat oder gepflegt<br />

wird. Selbst nach dem<br />

Gang zur Toilette ist das konsequente<br />

Waschen der Hände mit<br />

Wasser und normaler Seife in<br />

aller Regel ausreichend.<br />

TIPP!<br />

Ein Spritzer<br />

Spiritus ins<br />

Wischwasser für<br />

die Fenster<br />

geben – verhindert<br />

Streifen!<br />

Aber das sollte doch<br />

Standard sein ...<br />

TABORI Ja, sollte es.<br />

Tatsache ist aber, dass<br />

nur jeder Dritte sich<br />

die Hände ordentlich<br />

wäscht, bevor die Toilette<br />

verlassen wird.<br />

Auf vielen öffentlichen Toiletten<br />

fehlt oft die Seife und/oder es<br />

gibt nur kaltes Wasser zum Händewaschen!<br />

Was macht man da?<br />

TABORI Das ist tatsächlich oft ein<br />

Problem. Der Zustand sehr vieler<br />

Toiletten, für die in Deutschland<br />

die öffentliche Hand verantwortlich<br />

ist, ist meiner Meinung nach<br />

ein unbegreifliches Armutszeugnis<br />

für die zuständigen Stellen<br />

und eine Frechheit gegenüber den<br />

Nutzern. Für solche Fälle sollte<br />

man immer ein kleines Fläschchen<br />

mit flüssiger Seife bereithalten,<br />

z. B. in der Handtasche<br />

oder im Handschuhfach. Notfalls<br />

helfen auch desinfizierende Reinigungstücher.<br />

Die Wassertemperatur<br />

spielt übrigens keine Rolle.<br />

Wenn man sich mindestens 30<br />

Sekunden die Hände gründlich<br />

mit Seife wäscht, werden sie ausreichend<br />

sauber.<br />

Wo gibt es Ihrer Meinung nach<br />

die meisten hygienischen Probleme<br />

im Haushalt?<br />

TABORI In der Küche, denn hier<br />

vergessen viele die fünf grundlegenden<br />

Hygiene-Regeln:<br />

1. Lebensmittel nur mit gewaschenen<br />

Händen zubereiten.<br />

2. Fleisch, Fisch, Eier getrennt von<br />

Rohkost lagern und zubereiten.<br />

3. Schneid- und Arbeitsfläche richtig<br />

reinigen, vor allem wenn sie<br />

mit rohem Fleisch und Auftauflüssigkeit<br />

in Kontakt gekommen ist.<br />

4. Arbeitsgeräte gründlich reinigen,<br />

am besten in der Geschirrspülmaschine.<br />

5. Küchenschwämme<br />

und -tücher regelmäßig<br />

austauschen.<br />

Warum ist es so wichtig,<br />

die Schwämme auszutauschen?<br />

TABORI Keime lieben<br />

feuchte und warme Stellen mit<br />

Nährstoffen und fühlen sich deshalb<br />

in Spülschwämmen und<br />

-tüchern in der Küche besonders<br />

wohl. In einer amerikanischen<br />

Studie fanden sich 300 Millionen<br />

Keime in einem Gramm Küchenschwamm.<br />

Hier lauern also echte<br />

Gefahren für die Gesundheit.<br />

Aber <strong>wie</strong> gelangen die Keime<br />

überhaupt dorthin?<br />

TABORI Ich gebe Ihnen ein typisches<br />

Beispiel. Man bereitet<br />

einen Salat mit Putenbruststreifen<br />

zu und schneidet die frische, rohe<br />

Putenbrust auf einem Brett. An-<br />

Fotos: Bine Bellmann (2), privat; Illustrationen: Shutterstock (6)<br />

46 6 | 2014


Kühlschrank<br />

113<br />

Schneidbrett<br />

85<br />

Türklinke<br />

71<br />

Toilettenrand<br />

33<br />

Quelle: Institut für Lebensmittelwissenschaft<br />

Universität Hannover<br />

schließend spült man das Brett<br />

kurz unter lauwarmem Wasser ab,<br />

wischt es mit dem Spülschwamm<br />

ab. Tatsächlich ist Fleisch aber<br />

immer mit Keimen belastet, vor<br />

allem mit Darmbakterien.<br />

Was raten Sie?<br />

TABORI Die Schwämme regelmäßig<br />

austauschen, bei 60 Grad in<br />

der Maschine mitwaschen oder<br />

direkt in der Mülltonne entsorgen.<br />

Und die Schneidbretter?<br />

TABORI Am besten nach jedem<br />

Gebrauch in der Spülmaschine.<br />

Sind Schneidbretter aus Holz<br />

oder Kunststoff hygienischer?<br />

TABORI Holz enthält natürliche<br />

ätherische Öle, die im gewissen<br />

Maße desinfizierend wirken.<br />

Aber: Wenn man Holzbretter<br />

nicht regelmäßig und ordentlich<br />

heiß abwäscht, nützt dieser Effekt<br />

nichts mehr. Egal ob Holz oder<br />

Kunststoff, beide Materialien<br />

sollte man austauschen, wenn<br />

Rillen zu tief werden, sodass sich<br />

dort Speisereste sammeln.<br />

Wie ist es beim Wäschewaschen?<br />

Auch hier gibt es viele desinfizierende<br />

Zusätze. Sind diese nötig?<br />

TABORI Auf keinen Fall. Kleidung<br />

muss nicht keimfrei sein.<br />

<strong>So</strong>llte man dann die Wäsche<br />

möglichst heiß waschen?<br />

TABORI Auch das ist nicht nötig.<br />

Denn dank moderner Waschmaschinen<br />

und Waschmittel wird die<br />

Wäsche heute schon bei 40 Grad<br />

so sauber <strong>wie</strong> vor 20 Jahren bei<br />

60 Grad. Viel wichtiger ist es,<br />

nach dem Waschgang die Maschine<br />

und das Waschmittelfach offen<br />

stehen zu lassen, damit die Maschine<br />

austrocknen kann. Das<br />

schützt davor, dass sich in dem<br />

Gerät Schimmel bilden kann. Außerdem<br />

sollte man hin und <strong>wie</strong>der<br />

die Gummidichtungen und<br />

-lippen abwischen, weil sich dort<br />

Flusen und Reste von Waschmitteln<br />

ansammeln können, auf denen<br />

sich dann ebenfalls Schimmel<br />

bilden kann.<br />

Aber reichen 40 °C denn auch für<br />

Handtücher und Unterwäsche?<br />

TABORI Wenn diese Wäsche mit<br />

infektiösem Stuhl in Kontakt gekommen<br />

ist, sollte man sie bei<br />

60 °C mit einem Vollwaschmittel<br />

reinigen. Die Temperatur in Kom-<br />

»Für einen sauberen<br />

Haushalt braucht man<br />

keine desinfizierenden<br />

Reiniger. Die belasten<br />

nur unnötig den<br />

Geldbeutel und<br />

die Umwelt.«<br />

Dr. Ernst Tabori ist Direktor am Beratungszentrum<br />

für Hygiene der Uni-Klinik Freiburg.<br />

bination mit Bleichmittel desinfiziert<br />

ausreichend. <strong>So</strong>nst wäscht<br />

man die einzelnen Wäschestücke<br />

bei den Temperaturen und<br />

Waschverfahren, die der Hersteller<br />

empfiehlt. Gekocht werden<br />

muss aus hygienischer Sicht heute<br />

kein Wäschestück mehr.<br />

Bunte Wäsche verträgt aber selten<br />

60 °C oder ein<br />

Waschmittel mit<br />

Immer höhere<br />

Ausgaben für<br />

Putzmittel<br />

Bleichmittel!<br />

TABORI Das stimmt.<br />

Deshalb werden<br />

hier Color- und<br />

Feinwaschmittel<br />

verwendet. Will<br />

man die Unterwäsche<br />

auch bei 60 °C<br />

waschen, sollte man<br />

schon beim Kauf<br />

darauf achten, dass<br />

sie diese Temperatur<br />

auch verträgt.<br />

Lassen Sie uns über andere Reiniger<br />

sprechen. Im Schnitt stehen<br />

in jedem Haushalt 15 bis 18<br />

Spezialreiniger im Putzschrank.<br />

Sind all die unterschiedlichen<br />

Reiniger wirklich nötig?<br />

TABORI Nein, ganz im Gegenteil.<br />

Die allermeisten sind nicht nötig<br />

und man sollte sich – und der<br />

Umwelt – diese am besten ersparen.<br />

In einem üblichen Haushalt<br />

kommt man mit diesen drei Reinigern<br />

wunderbar aus:<br />

1. Einem Allzweckreiniger oder<br />

einem milden Neutralreiniger für<br />

Böden, Arbeitsplatten, Tische,<br />

glatte Flächen usw.<br />

2. Einem Zitronen- oder Essigreiniger<br />

für Armaturen, Waschbecken,<br />

Kacheln, Toilette und Fenster.<br />

3. Scheuerpulver oder -milch, um<br />

hartnäckigen, fettigen oder sehr<br />

festsitzenden Schmutz zu beseitigen,<br />

beispielsweise Eingebranntes<br />

auf dem Ceranfeld.<br />

Umsatz von Reinigern,<br />

Wasch- und Putzmitteln<br />

in Mrd. Euro<br />

2005 3,7<br />

2009 4,0<br />

2013 4,3<br />

* In Mrd. Euro. Quelle:<br />

IKW Industrieverband Körperpflege<br />

und Waschmittel<br />

6 | 2014<br />

47


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Nostalgie<br />

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Foto: living4media<br />

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6 | 2014<br />

49


FÜHLEN<br />

Ute Vieweg (52),<br />

Osteopathin<br />

Britta Hieby (51),<br />

Kunsttherapeutin<br />

„Glücklicher<br />

als je zuvor“<br />

Fünf Frauen, fünf Geschichten – trotzdem verbindet sie eine Gemeinsamkeit:<br />

Ihr Leben war nicht immer einfach, sie mussten Krankheiten überwinden,<br />

Trennungen aushalten, Sinnkrisen verarbeiten. Und heute? Wir sind <strong>glücklich</strong>er<br />

als zuvor, sagen sie, <strong>wie</strong> so viele Frauen über 50! Weil wir an uns glauben.<br />

FOTOS SABINE BRAUN TEXT HARALD BRAUN<br />

50 6 | 2014


Silvia Plätzer (55),<br />

Krankenschwester<br />

Friederike Kusch (53),<br />

Lektorin<br />

Ellen Ahrens (47),<br />

Bekleidungstechnikerin<br />

UTE VIEWEG<br />

„Dass die Kinder auf<br />

dem Weg sind, fühlt<br />

sich als Belohnung an“<br />

Z<br />

wei Dinge weiß Ute Vieweg ganz genau.<br />

Punkt eins, was sie stolz macht:<br />

„Es geht uns allen gut heute. Das war<br />

nicht vorauszusehen“, sagt die Marburger<br />

Osteopathin und Physio-Therapeutin und<br />

lächelt. Das war vor 15 Jahren anders. Damals<br />

verabschiedete sich Ute Vieweg von<br />

ihrem alten Leben, startete mit großen<br />

Hoffnungen und leisem Zweifel in eine<br />

unsichere Zukunft. Sie trennte sich vom<br />

Ehemann, baute ein ökologisches Haus für<br />

sich und ihre Tochter Anna, heute 22. „Das<br />

waren für uns alle keine optimalen Bedingungen“,<br />

sagt sie und schließt ihren Ex-<br />

Mann, mit dem sie sich nach <strong>wie</strong> vor gut<br />

versteht, bewusst mit ein. „Im Rückblick<br />

aber haben wir das prima hinbekommen.“<br />

Und meint damit die Unwägbarkeiten, die<br />

eine Patchwork-Familie mit sich bringt.<br />

Denn vier Jahre nach ihrer Trennung lernte<br />

sie Jürgen kennen, einen Polizisten, zwei<br />

Kinder aus erster Ehe. „Wir waren uns einig,<br />

dass die Kinder unbelastet im eigenen<br />

Elternhaus groß werden sollten“, erzählt<br />

sie. <strong>So</strong> war es dann ein ganz spezieller Moment,<br />

als sie sich vor zweieinhalb Jahren<br />

doch entschlossen, gemeinsam in<br />

einem Haus zu wohnen – und zu<br />

heiraten. Und es war gewöhnungsbedürftig.<br />

„Wenn man 10 Jahre das<br />

alleinige Familienoberhaupt war ...“,<br />

sagt Ute Vieweg und lässt den Satz wortlos<br />

ausklingen. Konflikte? Nichts Dramatisches.<br />

Und sicher nichts, was sie aus der Ruhe<br />

6 | 2014<br />

51


ingen würde. Warum auch. „Ich werde<br />

von Gelassenheit und positivem Denken<br />

geleitet“, sagt sie. Und kann sich ein verschmitztes<br />

Lächeln nicht verkneifen, als sie<br />

verrät, in welchem der beiden Häuser sie<br />

mit ihrem Jürgen lebt: „In meinem. Es liegt<br />

einfach schöner mit den <strong>So</strong>nnenaufgängen,<br />

dem Mond über dem Wald …“<br />

Was sie <strong>glücklich</strong> macht, weiß Ute<br />

Vieweg heute auch genau, Punkt zwei:<br />

„Das alles jetzt auszukosten, nachdem wir<br />

unseren Auftrag erfüllt und die Kinder auf<br />

den Weg gebracht haben, das fühlt sich <strong>wie</strong><br />

eine große Belohnung an.“<br />

SILVIA PLÄTZER<br />

„Heute stehe ich etwas<br />

mehr im Vordergrund“<br />

Sie geht zweimal die Woche<br />

laufen, sieben bis zehn Kilometer;<br />

sie hat sich ein Rennrad<br />

zugelegt und powert sich regelmäßig<br />

im Fitness-Studio beim<br />

Spinning aus; und am liebsten fährt sie im<br />

Urlaub mit ihrem Mann Axel auf einer Vespa<br />

durch Italien. Klingt aufregend? Stimmt,<br />

aber diese Dinge entdeckte Silvia Plätzer<br />

erst in den letzten Jahren. Dass das Leben<br />

es gut mit ihr meint, das weiß die 55-Jährige.<br />

Silvia Plätzer macht einen unaufgeregten,<br />

zufriedenen Eindruck. Entspannt<br />

kann sie heute darüber nachdenken, was<br />

ihr eigentlich in ihrem früheren Leben fehlte.<br />

Als Joggen, Spinnen, Vespafahren <strong>noch</strong><br />

nicht dazugehörten. Und kommt zu dem<br />

Ergebnis: nichts. „Mein Leben hat mich<br />

immer ausgefüllt. Aber in den letzten Jahren,<br />

da stehe ich ein bisschen mehr im Vordergrund.“<br />

Der Auslöser? Die beiden Söhne<br />

„Ich nahm den Erfolg, den<br />

Mut, die Freude meiner<br />

Arbeit mit ins Privatleben“<br />

Felix und Jonas, heute 21 und 23, verließen<br />

ihr Nest in Barmstedt in Schleswig-<br />

Holstein. Stürzte das Silvia Plätzer in die<br />

bekannte „Empty Nest“-Depression? „Im<br />

Gegenteil“, lacht sie, „plötzlich waren da<br />

Freiräume.“ Und Potenziale, von denen sie<br />

selbst nichts ahnte. Die ausgebildete Krankenschwester<br />

stieg nach 25 Jahren <strong>wie</strong>der<br />

in ihrem alten Job ein, bei einem ambulanten<br />

Pflegedienst. Merkte aber schon<br />

nach sechs Wochen: Das ist es nicht. „Mein<br />

Pflegetrieb war durch“, sagt sie trocken,<br />

„ich wollte <strong>wie</strong>der kündigen.“ Doch ihre<br />

Chefs sahen das anders, wollten sie nicht<br />

gehen lassen, boten ihr eine Stelle als Qualitätsbeauftragte<br />

an. Silvia Plätzer fragte<br />

sich, ob sie das kann. Und machte dann<br />

einfach. Wurde zunehmend selbstbewusster,<br />

entwickelte sich zu einer halben<br />

IT-Fachfrau. Heute hat sie, <strong>wie</strong> sie sagt,<br />

„einen Traumjob“. Und nahm den Erfolg,<br />

den Mut, die Freude durch die Arbeit mit<br />

zurück ins Privatleben. Fand das Rennradfahren<br />

ihres Mannes erst suboptimal, bis<br />

sie es selbst versuchte. Liebäugelt mit der<br />

Idee, mit ihrem Mann Axel, der in vier Jahren<br />

seinen Job aufgibt, nach Hamburg in<br />

die Stadt zu ziehen: „Näher ran an alles!“<br />

Freut sich auf Segeln mit Freunden, will<br />

vielleicht mal einen<br />

Halbmarathon angehen.<br />

Ganz egal, was<br />

wahr gemacht wird<br />

oder Traum bleibt,<br />

eines ist sicher:<br />

„Mein Leben ist in<br />

Bewegung.“<br />

52 6 | 2014


FÜHLEN<br />

ELLEN AHRENS<br />

„Einmal kurz heulen und dann<br />

ging es aber sofort weiter“<br />

Wenn man so will, hat Ellen Ahrens<br />

dem Wunsch nach einer neuen<br />

Hose in Pink viel zu verdanken,<br />

extrem viel sogar. Die wollte sich die heute<br />

47-Jährige eigentlich kaufen, nicht mal<br />

zwei Jahre ist das jetzt her. Und stellte ernüchtert<br />

fest: „Gab’s in meiner Größe<br />

nicht!“ Sie lacht laut auf, das tut sie dauernd.<br />

Ellen Ahrens ist ein fröhlicher<br />

Mensch mit offenem Wesen und mitreißender<br />

Stimme. Schwer vorstellbar, dass es<br />

eine Zeit in ihrem Leben gab, in der diese<br />

Freude, diese positive Energie nicht zu<br />

spüren gewesen sein soll. Eine Zeit, in der<br />

ein Blick in den Spiegel schmerzte, der<br />

Spaß an den Shopping-Ausflügen mit den<br />

Freundinnen nachließ, ihr beinahe alles im<br />

Leben eine Nuance schwerer fiel. „Die Sache<br />

mit der pinken Hose war der Punkt, an<br />

dem ich entschied: Jetzt ist Schluss!“<br />

Sie schnappte sich einen ihrer Söhne,<br />

der, bedingt durch eine Diabetes-Erkrankung,<br />

ebenfalls ein paar Gewichts-Probleme<br />

mit sich herumschleppte, und begann ein<br />

ganz persönliches Drill-Programm. Quark,<br />

Sport & Disziplin: Heute ist <strong>So</strong>hn Philip ein<br />

schlanker Sportler – und Ellen Ahrens um<br />

17 Kilo <strong>glücklich</strong>er, beweglicher, freier.<br />

Das hat auch mit ihrem Beruf zu tun.<br />

Die gelernte Bekleidungstechnikerin – früher<br />

war sie einmal im Modezentrum Hamburg<br />

angestellt und auf der ganzen Welt<br />

unterwegs – führt in Horst in der Nähe von<br />

Itzehoe seit 2006 eine kleine Änderungsschneiderei.<br />

Das Geschäft läuft <strong>wie</strong> geschnitten<br />

Brot, ohne Werbung, nur über<br />

Mundpropaganda. „<strong>So</strong> einen kleinen Krauterladen,<br />

<strong>wie</strong> ich ihn jetzt habe, wollte ich<br />

eigentlich <strong>nie</strong> haben. Aber in Wahrheit ist<br />

es das Beste, was mir passieren konnte.<br />

Allein <strong>wie</strong> viel interessante Leute zu mir<br />

kommen und ihre Geschichten erzählen …“<br />

Und davon hat Ellen Ahrens auch einige<br />

zu erzählen, nicht alle sind schön: von<br />

ihrem Mann, der während ihrer ersten<br />

Schwangerschaft einen schweren Arbeitsunfall<br />

hatte, ein Bein verlor, und von anderen<br />

schweren Krankheiten. Aber sie klagt<br />

nicht. Machte sie <strong>nie</strong>. Es passt<br />

einfach nicht zu ihrer Frohnatur:<br />

„Einmal kurz heulen, dann geht’s<br />

weiter“, sagt sie.<br />

Und freut sich über den Erfolg<br />

ihres Ladens. „Es kommen<br />

sogar extra Leute aus Hamburg!“<br />

Das liegt sicher daran, dass sie<br />

einen guten Job macht, aber<br />

auch an ihrer Art: „Hier ist es<br />

jeden Tag lustig.“ Das fängt im Vorgarten<br />

an: Da dreht bei gutem Wetter eine imposante<br />

Eisenbahn ihre Runden – ein Hobby<br />

des Gatten und ihrer drei Söhne. Und jetzt?<br />

Weiter abnehmen = <strong>noch</strong> <strong>glücklich</strong>er werden?<br />

„Quatsch, alles ist gut. Ich esse ganz<br />

normal. Ich achte nur darauf, regelmäßig<br />

Sport zu machen. Jeden Tag, ohne Ausnahme.“<br />

Schluss mit lustig will sie schließlich<br />

nicht <strong>noch</strong> einmal riskieren.<br />

FRIEDERIKE KUSCH<br />

„Ge<strong>nie</strong>ße das Leben!<br />

Sei leicht! Hör<br />

auf, dir immer <strong>So</strong>rgen<br />

zu machen!“<br />

E<br />

s reichte ihr einfach irgendwann.<br />

Friederike Kusch wollte nicht länger<br />

unzufrieden sein. Lange schwebte<br />

über der 53-jährigen Lektorin aus Berlin<br />

der Grauschleier ihrer <strong>So</strong>zialisation, dieses<br />

schwer fassbare Gefühl, ihr Leben <strong>nie</strong> richtig<br />

ge<strong>nie</strong>ßen zu können.<br />

Dabei stimmte objektiv vieles: Gesundheit,<br />

gute Männer, ein Job, der sie forderte.<br />

Wirkliche Erfüllung brachte das selten.<br />

„Meine Mutter hat mir die Zweifel vorgelebt“,<br />

sagt sie heute, „sie hat dem Glück<br />

nicht vertraut, war in ständiger Erwartung,<br />

dass etwas Schlimmes passiert!“ Klar, dass<br />

man solche Muster verinnerlicht und<br />

6 | 2014<br />

53


FÜHLEN<br />

denkt, es sei schon okay, wenn das Leben<br />

sich eher mit dem Leiden verbündet als mit<br />

großen Verheißungen: „Mir hat die Leichtigkeit<br />

gefehlt, dieses Gefühl unbeschwerter,<br />

spielerischer Freude.“<br />

Friederike Kusch wirkt zwar auch heute<br />

eher bedacht, gleichzeitig aber heiter und<br />

ausbalanciert. Über<strong>wie</strong>gend unfröhlich,<br />

das war gestern. Seit wann ist das so? „Es<br />

gab nicht den einen Tag, an dem alles anders<br />

wurde“, sagt sie, „da war kein Erweckungserlebnis.<br />

„Aber es hat sicher damit<br />

zu tun, dass ich, warum auch immer, eine<br />

Ausbildung zur Feng-Shui-Spezialistin<br />

begann. Ich bin im Grunde kein esoterischer<br />

Mensch, im Gegenteil, Spirituelles<br />

war mir eher suspekt.“ Doch durch Feng-<br />

Shui öffnete sich die Tür in eine für sie<br />

unbekannte Welt, zuerst nur einen Spalt.<br />

„Mir fiel zufällig ein Buch in die Hände:<br />

‚Alles läuft super, während ich weg bin‘ von<br />

Lola Jones.“ Ein Buch, das sie ziemlich<br />

beeindruckte. „Ich bin nicht der Typ, der<br />

einem Guru auf den Leim geht“, sagt sie,<br />

„aber diese Frau bringt das Leben auf einen<br />

einfachen Nenner: Ge<strong>nie</strong>ße es. Sei leicht,<br />

hör auf, dir immer <strong>So</strong>rgen zu machen.“ Das<br />

leuchtete ihr ein. Erleuchtete sie, wenn<br />

man so will, auch wenn sie vor diesem<br />

Wort zurückschreckt. Diese unbestimmte<br />

Angst, früher oft Begleiter und (schlechter)<br />

Ratgeber, zog sich aus ihrem Leben zurück.<br />

<strong>So</strong> konnte sie die letzten fünfzehn Jahre<br />

auch ge<strong>nie</strong>ßen, trotz Trennung von ihrem<br />

Mann und dem Verlust ihres<br />

festen Arbeitsplatzes vor fünf<br />

Jahren. Beides warf sie nicht<br />

um, im Gegenteil. „Nach dem<br />

ersten Schock dachte ich: Auf<br />

zu neuen Ufern.“<br />

Guter Ansatz. Sie hat<br />

längst einen neuen Partner,<br />

reist mit ihm durch die Welt,<br />

freut sich darüber, dass sie als<br />

freie Lektorin flexibler mit<br />

ihrer Zeit umgehen kann. Ihr Leben ist<br />

heute nicht sorglos, aber erfüllt: Einen Satz<br />

<strong>wie</strong> „Ich bin <strong>glücklich</strong>“ hätte sie <strong>noch</strong> vor<br />

Jahren nur schwer über die Lippen gebracht.<br />

„Das Geheimnis ist“, sagt sie,<br />

„Glück sich auch zu erlauben!“<br />

BRITTA HIEBY<br />

„Ich wollte auf<br />

keinen Fall<br />

un<strong>glücklich</strong> sterben“<br />

Sie war krank, schwer krank. Und<br />

heute ist Britta Hieby <strong>wie</strong>der gesund.<br />

Logisch also, dass sie heute <strong>glücklich</strong>er<br />

ist als vor 10 Jahren? Würde Sinn<br />

machen, stimmt aber nicht ganz. Damals,<br />

2003, kam der Krebs zurück.<br />

Mit allen Schikanen: Chemo,<br />

Verzweiflung, Todesangst. „Als<br />

Geschenk würde ich die<br />

Krankheit nicht bezeichnen“,<br />

sagt sie, „das wäre übertrieben.<br />

Aber eine Chance.“<br />

Eine Chance, den Mut zu finden,<br />

mit ihrem alten Leben zu<br />

brechen. Nicht mehr verzagt<br />

zu sein: Was sagen die anderen,<br />

was ist meine Pflicht? <strong>So</strong>ndern sich zu<br />

fragen: Was will ICH eigentlich? Das alte<br />

Leben, das war der Job als Grafik-Designerin,<br />

den sie nicht mehr ausüben konnte.<br />

Und ein Vollzeit-Job durch ihre drei Kinder,<br />

der sie rund um die Uhr (fremd-)bestimmte.<br />

„Als der Krebs zurückkehrte, wusste ich:<br />

Jetzt änderst du was. Ich wollte wenigstens<br />

nicht un<strong>glücklich</strong> sterben.“<br />

Sie trennte sich von ihrem Mann, dachte<br />

darüber nach, was nicht gestimmt hatte mit<br />

dem Familienidyll. Schwere Tage. Ein Paradigmenwechsel<br />

im Zeitraffer: Sie kämpfte<br />

gegen die Krankheit, begann eine Therapie,<br />

horchte in sich hinein, nahm sich endlich<br />

ernst, wurde gesund, begann eine Ausbildung<br />

zur Kunsttherapeutin. Freunde nehmen<br />

sie nun anders wahr, positiver, aufgeräumter,<br />

ausgeglichener. Sie sagt: „Ich bin<br />

milder mit mir und meiner Umwelt!“<br />

Zwei Kinder von dreien leben <strong>noch</strong> bei ihr,<br />

gerade ist die älteste Tochter nach Kapstadt<br />

aufgebrochen. Alles okay in Britta Hiebys<br />

neuem Leben? Sie lächelt vorsichtig. „Gesund<br />

sein ist manchmal trügerisch und<br />

zuweilen trau ich mich nicht, das zu sagen.“<br />

Sie macht eine Pause, seufzt, lächelt: „Erst<br />

mal die Kinder großkriegen …“<br />

54 6 | 2014


UNSER ERLEBEN<br />

Fotos: Keystone Pressedienst, people picture; Illustration: Shutterstock<br />

MEIN<br />

FUSSBALLHELD<br />

... ist als Hamburgerin natürlich Uwe Seeler. Er war der allererste<br />

Torschützenkönig der Bundesliga, bekam als erster Sportler die<br />

Ehrenbürgerschaft der Stadt verliehen. Ich kenne ihn nicht persönlich,<br />

aber er wirkt so sympathisch, humorvoll und bodenständig.“<br />

Cornelia Poletto,<br />

Sterne-Köchin<br />

AUCH FRAUEN<br />

LIEBEN FUSSBALL<br />

EINE INITIATIVE DER BAYARD MEDIA DEUTSCHLAND<br />

56 | 2014<br />

55


!<br />

FÜHLEN<br />

Zu alt zum<br />

Fahren?<br />

In vielen EU-Ländern müssen Autofahrer<br />

mit 50, 65 oder 70 erneut zur<br />

Führerschein-Prüfung. Ein Modell<br />

für Deutschland? Ein heikles Thema ...<br />

Wie gut, dass Experten Tipps haben.<br />

»Ich habe kein gutes Gefühl<br />

dabei, wenn mein Vater <strong>noch</strong><br />

Auto fährt. Was kann ich tun?«<br />

„Warten Sie eine passende<br />

Gelegenheit ab, um darüber zu<br />

sprechen, z. B. nach einer TV-<br />

Sendung. Machen Sie deutlich,<br />

dass Sie sich sorgen und<br />

gar nicht wollen, dass er den<br />

Führerschein abgibt. Schlagen<br />

Sie doch ein Fahrtraining vor.“<br />

Burkhard Gerkens,<br />

Deutscher Verkehrssicherheitsrat<br />

»Meine Mutter<br />

behauptet, sie wäre<br />

<strong>noch</strong> fit genug zum<br />

Fahren. Woran erkennt<br />

man das?«<br />

„Der Eindruck ist leider<br />

trügerisch. Altern<br />

ist ein schleichender<br />

Prozess. Langsam<br />

nehmen Fähigkeiten<br />

<strong>wie</strong> schnelles Reagieren,<br />

Hören, Sehen<br />

und Beweglichkeit ab.<br />

Bitten Sie Ihre Mutter,<br />

sich regelmäßig untersuchen<br />

zu lassen.<br />

Es gibt spezielle Tests,<br />

die ermitteln, ob man<br />

fit genug fürs Fahren<br />

ist, und Defizite frühzeitig<br />

erkennen.“<br />

»Kann denn neue Technik im Auto das<br />

Fahren im Alter wesentlich erleichtern?«<br />

„Ja. Neue Fahr-Assistenz-Hilfen <strong>wie</strong> Notruf- und<br />

Notbremssysteme, Müdigkeitswarner und Rückfahr-Kamera<br />

sorgen für mehr Sicherheit und<br />

Komfort. Aber: Diese Systeme haben Grenzen<br />

und helfen nur für eine gewisse Zeit.“<br />

Prof. Dr. Jürgen Howe, Geronto-Psychologie<br />

Dr. Andrej Zeyfang,<br />

Facharzt für Altersmedizin<br />

»<strong>So</strong>llten Fahrtauglichkeitstests für<br />

alle Älteren eingeführt werden?«<br />

„Das wäre eine absolute Ungleichbehandlung<br />

und altersdiskrimi<strong>nie</strong>rend.<br />

Ältere fahren nicht schlechter, sondern<br />

anders. Altersbedingte Schwächen<br />

werden durch langjährige Fahrpraxis<br />

ausgeglichen.“<br />

Prof. Georg Rudinger, Zentrum für Alternskulturen<br />

»Wie kann man<br />

prüfen, ob jemand<br />

<strong>noch</strong> sicher Auto<br />

fahren kann?«<br />

„Ich empfehle<br />

einen freiwilligen<br />

Fahr-Fitness-Check<br />

(69 Euro, ADAC-<br />

Mitglieder: 49<br />

Euro). Fällt der<br />

positiv aus, gibt<br />

das allen ein besseres<br />

Gefühl. Rät<br />

der Experte vom<br />

Fahren ab, hat das<br />

Urteil des Profis<br />

mehr Gewicht als<br />

das eines Familienmitglieds.“<br />

Horst Heider,<br />

Fahrsicherheitstrainer<br />

beim ADAC<br />

66%<br />

aller Unfallverursacher<br />

über 65 Jahre<br />

waren auch die<br />

Hauptschuldigen.<br />

»Wie kann meine Mutter<br />

selbstständig und<br />

unabhängig bleiben,<br />

wenn sie auf den Führerschein<br />

verzichtet?«<br />

„Es gibt viele Alternativen<br />

zum Auto: zu Fuß,<br />

(Elektro-)Fahrrad, Bus,<br />

Bahn. Der Nahverkehr<br />

ist besser ausgebaut, als<br />

viele denken. Ehrenamtliche<br />

Mobilitäts-Paten<br />

helfen gern weiter.“<br />

Rainer Hauck, Ökologischer<br />

Verkehrsclub Deutschland,<br />

www.60<strong>plus</strong>.vcd.org<br />

FAHRPRÜFUNG FÜR ÄLTERE<br />

Bis ins<br />

hohe Alter<br />

sicher<br />

fahren!<br />

Land<br />

Altersgrenze*<br />

Verlängerung**<br />

Rumä<strong>nie</strong>n 45 ja, alle 3 J.<br />

Italien 50 ja, jährlich<br />

Luxemburg 50 ja, 2 x 10 J.<br />

Griechenland 65 ja, 3 J.<br />

Dänemark 70 ja, kurz<br />

Niederlande 70 ja, alle 5 J.<br />

* In Jahren. ** Mit ärztlichem Attest.<br />

Quelle: Statistisches Bundesamt<br />

Foto: : Wotext F1Online<br />

2mm m<br />

Abstand !!!!!!!!!!!<br />

! !<br />

!!<br />

56 6|<br />

2014


Das kennen Sie auch<br />

von Angelika Euler<br />

Illustration: Anja Stiehler/Jutta Fricke Illustrators<br />

Angelika Euler hat<br />

4 Kinder und 7 Enkel<br />

und erzählt jeden<br />

Monat aus ihrem<br />

turbulenten Leben.<br />

Beulen & ein<br />

blaues Dekolleté<br />

Omas sollten beim Fußball ihre Grenzen<br />

kennen – selbst wenn’s in den Füßen juckt.<br />

Wohl jeder kennt das Lied<br />

von Udo Jürgens „Mit 66<br />

Jahren ... Ein hoffnungsvolles<br />

Lied für alle, die es<br />

betrifft. Aber auch ein<br />

gefährliches Lied, wenn<br />

man allzu übermütig wird<br />

und glaubt, man könne in<br />

diesem Alter <strong>noch</strong> Bäume<br />

ausreißen. Oder sich einbildet,<br />

man würde plötz-<br />

lich <strong>wie</strong>der zu sportlicher<br />

Hochform auflaufen,<br />

wenn man all die Jahre<br />

zuvor lieber gemütlich auf<br />

dem <strong>So</strong>fa saß.<br />

Musste ich also wirklich<br />

mit meinem achtjährigen<br />

Enkel Simon – übrigens<br />

ein absolutes Bewegungstalent!<br />

– im Hof unseres<br />

bäuerlichen Feriendomizils<br />

Fußball spielen? Und<br />

warum nahm ich allen<br />

Ernstes an, ich könnte<br />

den auf dem abschüssigen<br />

Gelände talwärts<br />

rollenden Ball tatsächlich<br />

<strong>noch</strong> aufhalten, wenn<br />

ich nur schnell genug<br />

rennen würde? Denn<br />

schnell rennen konnte ich<br />

<strong>noch</strong> <strong>nie</strong> ...<br />

Und ich kann es bis heute<br />

nicht. Es kam also, <strong>wie</strong> es<br />

kommen musste. Auf dem<br />

unebenen Boden geriet<br />

ich ins Stolpern, konnte<br />

mich nicht mehr halten.<br />

Ich trudelte, es zog mich<br />

mit magischer Anziehungskraft<br />

in einen mit<br />

hübschen Blumen bepflanzten<br />

Leiterwagen!<br />

Gott sei Dank!<br />

Denn das hölzerne Wägelchen<br />

bewahrte mich vor<br />

Schlimmerem. Es verhinderte,<br />

dass ich die vier<br />

Meter hohe Böschung<br />

hinabstürzte und mir alle<br />

K<strong>noch</strong>en brach. W i e ich<br />

überhaupt gestürzt bin,<br />

kann ich heute, vier Tage<br />

später, nicht mehr genau<br />

sagen. Denn vor lauter<br />

Schreck verlor ich die<br />

Besinnung! Das linke K<strong>nie</strong><br />

hat’s jedenfalls ordentlich<br />

erwischt! Ebenso den<br />

linken Unterarm, mit dem<br />

ich anscheinend bremste.<br />

Und auch für die Pflanzen<br />

war das kein guter Tag –<br />

ich muss kopfüber in den<br />

Blumenwagen geflogen<br />

sein. Die Deichsel des<br />

Bollerwagens bohrte sich<br />

anscheinend ins Dekolleté<br />

– warum sonst leuchtet es<br />

jetzt so grün und blau?<br />

Und <strong>wie</strong> ich es geschafft<br />

habe, den Hinterkopf mit<br />

einzubeziehen, weiß nur<br />

der Himmel. Jedenfalls<br />

habe ich dort jetzt zwei<br />

dicke Beulen.<br />

Woran ich mich erinnere,<br />

ist Simon, der sich besorgt<br />

über mich beugte<br />

und „Geht’s <strong>wie</strong>der, Omi?“<br />

fragte. Und Simons Mutter<br />

Anouk, die, ordnungsliebend<br />

<strong>wie</strong> sie ist, meinen<br />

Busen in sein verrutschtes<br />

Futteral bugsierte.<br />

Das machte mich schlagartig<br />

hellwach.<br />

Irgend<strong>wie</strong> schaffte ich es<br />

mit Anouks Hilfe hinauf<br />

aufs Zimmer. Von dort<br />

beobachtete ich, <strong>wie</strong> die<br />

Jungbäuerin den Bollerwagen<br />

neu bepflanzte.<br />

Sicher dachte sie, das war<br />

Simon, mit seinem Fußball.<br />

Und Sie können mir glauben:<br />

Ich habe sie keines<br />

Besseren belehrt ...<br />

Und welche lustigen<br />

Unglücksfälle sind<br />

Ihnen schon passiert?<br />

Erzählen Sie uns davon!<br />

Unsere Adresse finden<br />

Sie auf Seite 3.<br />

6 | 2014<br />

57


<strong>So</strong>nnenstrahlen<br />

im Juni<br />

ES GIBT SÄTZE, DIE GEBEN KRAFT, UND MANCHE BEGLEITEN<br />

UNS ALS SINNSPRÜCHE DURCHS LEBEN.<br />

WIR HABEN EINEN BUNTEN STRAUSS AN SONNENSTRAHLEN FÜR SIE<br />

ZUSAMMENGESTELLT – FÜR JEDEN TAG IM JUNI.<br />

<strong>So</strong>. 1.<br />

Einzeln sind wir Worte,<br />

zusammen ein Gedicht.<br />

GEORG BYDLINSKI<br />

österreichischer Schriftsteller<br />

23. KALENDERWOCHE<br />

Mo. 2.<br />

Di. 3.<br />

Mi. 4.<br />

Do. 5.<br />

Fr. 6.<br />

Immer die kleinen Freuden<br />

aufpicken, bis das große<br />

Glück kommt. Und wenn<br />

es nicht kommt, hat man<br />

wenigstens die kleinen<br />

Glücke gehabt.<br />

THEODOR FONTANE<br />

deutscher Schriftsteller<br />

Die Dinge sind <strong>nie</strong> so,<br />

<strong>wie</strong> sie sind. Sie sind<br />

immer das, was man<br />

aus ihnen macht.<br />

JEAN ANOUILH<br />

französischer Dramatiker<br />

Der Mensch möchte vor<br />

den Folgen seiner Laster<br />

bewahrt werden,<br />

aber nicht vor den<br />

Lastern selbst.<br />

RALPH WALDO EMERSON<br />

amerikanischer Philosoph<br />

Wenn Freunde uns Dienste<br />

erweisen, so nehmen wir<br />

an, sie schuldeten uns das<br />

als Freunde, und<br />

vergessen, dass sie uns<br />

ihre Freundschaft nicht<br />

schuldig sind.<br />

LUC DE CLAPIERS<br />

französischer Philosoph<br />

Ein <strong>So</strong>m merregen ist<br />

erfreulich – ein Regensommer<br />

ganz abscheulich.<br />

EUGEN R OTH<br />

deutscher Lyriker<br />

Sa. 7.<br />

<strong>So</strong>. 8.<br />

Pfingstsonntag<br />

Mo. 9.<br />

Di. 10.<br />

Niemand hätte Ozeane<br />

überquert, wenn er bei<br />

Sturm das Schiff hätte<br />

verlassen können.<br />

CHARLES F. KETTERING<br />

amerikanischer Philosoph<br />

Strebe nach Ruhe, aber<br />

durch das Gleichgewicht,<br />

nicht durch den Stillstand<br />

deiner Tätigkeit.<br />

FRIEDRICH SCHILLER<br />

deutscher Dichter<br />

24. KALENDERWOCHE<br />

Pfingstmontag<br />

Jede Zeit is t umso kürzer,<br />

je <strong>glücklich</strong>er man ist.<br />

PLINIUS DER JÜ NGERE<br />

römischer Anwalt<br />

Keiner ist so un interessant<br />

<strong>wie</strong> ein Mensch<br />

ohne Interesse.<br />

JOHN MASON BROW N<br />

amerikanischer Theaterkritiker<br />

58 6 | 2014


24 Seiten Extra<br />

Mehr Geld ab Juli<br />

Juni 2014<br />

geld^recht<br />

DER EXTRA RATGEBER VON<br />

Zum Heraustrennen und Sammeln<br />

Bequemer reisen<br />

Kleine Tipps, die den Urlaub<br />

entspannter und günstiger machen<br />

Plus:<br />

Günstigere<br />

Alternativen zum<br />

ADAC, S. 10<br />

Foto: Dagmar Schwelle/laif; Illustrationen: Shutterstock<br />

❯<br />

Kündigung<br />

bei<br />

langer Krankheit<br />

Das sind die neuen Rechte und<br />

Gefahren für Arbeitnehmer, S. 17<br />

❯<br />

Die neue Rente für<br />

Erwerbsgeminderte<br />

Wie Sie ab Juli auch jeden Monat<br />

deutlich mehr Geld erhalten, S. 4


geld^recht 6/2014: In dieser Ausgabe<br />

Rentenreform: Mehr Geld für EM-Rentner S. 4 + + + Was ist auf der Kreditkarte gespeichert? S. 9 + + + Bessere & günstigere<br />

Alternativen zum ADAC S. 10 + + + Bequemer reisen mit Auto, Bahn, Bus & Flugzeug S. 12 + + + Als Bürger etwas durchsetzen S. 16<br />

+ + + Länger krank? Was darf der Arbeitgeber? S. 17 + + + Mit 5, 10 oder 25 Euro fürs Alter vorsorgen S. 20 + + +<br />

Leser fragen, die <strong>plus</strong>-Experten antworten S. 22 + + + Musterbrief: Bei Handwerkern Nachbessern einfordern S. 24<br />

NACHBARN<br />

Rauchen auf Balkon<br />

bleibt erlaubt<br />

Wenn ein Nachbar auf<br />

dem Balkon rauche,<br />

müssten dies die anderen<br />

Bewohner des<br />

Hauses akzeptieren,<br />

selbst wenn der Rauch<br />

von unten heraufziehe,<br />

so das Landgericht Potsdam<br />

(Az. 1 S 51/13).<br />

Ab 1. 7. ist in Autos auch<br />

in Deutschland eine<br />

Warnwesten-Pflicht<br />

Warnwesten-Pflicht!<br />

EU-VORSCHRIFT<br />

Mehr Rechte auf<br />

Verkaufspartys<br />

Ab 13. Juni können<br />

auch die Teilnehmer<br />

von privaten Verkaufspartys<br />

einen Kauf innerhalb<br />

von 14 Tagen widerrufen.<br />

Das regelt ein<br />

neues EU-Verbraucherrecht.<br />

Bisher unterliefen<br />

die Hersteller dieses<br />

Widerrufsrecht, weil sie<br />

die Bestellung über die<br />

Gastgeber abwickelten<br />

und es bei einem Einkauf<br />

direkt auf der Party<br />

unter 40 Euro keinen<br />

Widerruf gab. Jährlich<br />

werden auf gut 9 Millionen<br />

Verkaufspartys in<br />

Deutschland Konsumgüter<br />

<strong>wie</strong> Töpfe oder<br />

Dessous verkauft.<br />

Pensionen stiegen<br />

22-mal so stark<br />

2.640<br />

Pensionäre erhielten zuletzt 170 Euro mehr im Monat, Rentner 8 Euro.<br />

Beamter hätte man sein müssen –<br />

das werden sich viele der gut 20<br />

Millionen Rentner denken, wenn<br />

sie diese Zahlen lesen: 2.850 Euro Pension<br />

erhielten ehemalige Bundesbeamte<br />

2013 im Schnitt pro Monat – zum Vergleich:<br />

Bei Rentnern waren dies 854<br />

Euro Rente. Das belegen jetzt aktuelle<br />

Zahlen der Bundesregierung und der<br />

Deutschen Rentenversicherung. Noch<br />

824<br />

7,6 %<br />

210 Euro<br />

Pensionäre<br />

3,6%<br />

30 Euro<br />

Rentner<br />

2.850<br />

2009 2010 2011 2012 2013<br />

Pensionen mehr als 3-mal so hoch<br />

Brutto-Alterseinkünfte in Euro je Monat<br />

854<br />

drastischer fielen die Zuwächse aus:<br />

Von 2012 auf 2013 wurden die Pensionen<br />

im Schnitt um 170 Euro erhöht,<br />

bei Rentnern waren dies nur 8 Euro<br />

(siehe Grafik). Und auch beim langfristigen<br />

Zuwachs schnitten ehemalige<br />

Staatsdiener besser ab – seit 2009 stiegen<br />

die Pensionen um 7,9 %, die Renten<br />

dagegen <strong>noch</strong> nicht einmal halb so<br />

stark: nur 3,6 % Zuwachs seit 2009.<br />

Quelle: Bundesregierung, Deutsche Rentenversicherung<br />

Fotos: mauritius images, plainpicture, PR; Illustrationen: Shutterstock (2)<br />

2 6 | 2014


„Heute gute Löhne, morgen gute Renten.“<br />

Arbeitsministerin Andrea Nahles zum Mindestlohn<br />

12,50<br />

Euro<br />

– so viel müssen<br />

Arbeitnehmer in<br />

Vollzeit mindestens<br />

je Stunde<br />

verdienen, damit<br />

sie dann im Alter<br />

mehr Rente<br />

erhalten als die<br />

Grundsicherung<br />

ohnehin garantiert.<br />

Dies zeigt, <strong>wie</strong><br />

verquer die<br />

Diskussion um<br />

einen Mindestlohn<br />

von 8,50 Euro<br />

tatsächlich ist.<br />

IMMOBILIE<br />

Energie-Verbrauch<br />

stets angeben<br />

Wer heute ein Haus<br />

oder eine Wohnung<br />

verkauft oder vermietet,<br />

muss bereits<br />

in der Immobilien-<br />

Anzeige den Energieverbrauch<br />

nennen.<br />

Das schreibt die neue<br />

Energie-Einsparverordnung<br />

vor. Dazu<br />

gehören u. a.:<br />

• der End-Energieverbrauch<br />

pro Jahr<br />

in Kilowattstd./m 2 ,<br />

• die Energie-<br />

Effizienzklasse,<br />

• der Energieträger<br />

• und das Baujahr<br />

des Gebäudes.<br />

BETRIEBSRENTE<br />

Altersgrenze erlaubt, aber ...<br />

Wer <strong>noch</strong> 20 Jahre in<br />

einem Betrieb arbeiten<br />

kann, darf bei einer Betriebsrente<br />

nicht ausgeschlossen<br />

werden. Die Höchstaltersgrenze<br />

muss angemessen<br />

sein, so das Bundesarbeitsgericht<br />

(Az. 3 AZR 69/12). Ist<br />

diese Grenze zu <strong>nie</strong>drig, sei<br />

dies eine Diskrimi<strong>nie</strong>rung<br />

wegen des Alters. Hintergrund:<br />

Viele Firmen verweigern<br />

Arbeitnehmern eine<br />

Betriebsrente, wenn diese<br />

nur <strong>noch</strong> wenige Jahre tätig<br />

sein können. In einem anderen<br />

Urteil hat das BAG aber<br />

bestätigt, dass Firmen grundsätzlich<br />

Altersgrenzen einziehen<br />

dürfen, um nur manchen<br />

Arbeitnehmern eine<br />

Betriebsrente zu gewähren.<br />

Fahrrad ➾<br />

Keine Helmpflicht<br />

Obwohl ein Helm auch Fahrradfahrer schützt,<br />

gibt es keine generelle Helmpflicht. Auch das<br />

Oberlandesgericht Celle (Az. 14 U 113/13) sprach<br />

einem Fahrradfahrer ohne Helm Schmerzensgeld zu,<br />

der mit einer anderen Radlerin zusammengestoßen<br />

war, obwohl ein Helm die Folgen des Sturzes gemildert<br />

hätte. Eine Helmpflicht könne allenfalls von Sport-<br />

Radfahrern verlangt werden, die sich im Verkehr<br />

bewusst höheren Risiken aussetzten, so die Richter.<br />

ABGEWIESEN<br />

Rundfunkbeitrag<br />

ist rechtens<br />

Die neue Rundfunkgebühr<br />

hat viele erbost,<br />

weil der Beitrag pauschal<br />

für eine Wohnung<br />

erhoben wird, ganz<br />

gleich ob überhaupt<br />

TV-Geräte und Radios<br />

vorhanden sind. Viele<br />

klagten – alles wurde<br />

abge<strong>wie</strong>sen, zuletzt von<br />

den Verwaltungsgerichten<br />

in Osnabrück (Az. 1<br />

A 182/13) und Gera<br />

(Az. 3 K 554/13). Es<br />

muss nicht geprüft werden,<br />

ob jemand Rundfunk<br />

tatsächlich nutze.<br />

Knapp 18 Euro für TV und Radio<br />

Rundfunkgebühr in Euro je Monat<br />

Je Wohnung 17,98<br />

Schwerbehinderte* 5,99<br />

Taubblinde, ALG II** 0<br />

Quelle: rundfunkbeitrag.de, Stand April 2014<br />

* Mit Merkzeichen RF.<br />

** Und Bezieher von <strong>So</strong>zialhilfe oder BAföG.<br />

6 | 2014<br />

3


geld ^ recht<br />

Mehr Geld für<br />

EM-Rentner<br />

Gut 40 Euro mehr im Monat erhalten<br />

ab Juli alle, die wegen einer Krankheit,<br />

z. B. Burn-out, erwerbsgemindert in<br />

Rente gehen müssen. Aber: Wer bereits<br />

eine EM-Rente erhält, geht leer aus.<br />

Es sei denn, man nutzt einen Trick. <strong>plus</strong><br />

zeigt, <strong>wie</strong> man ab 1. Juli doch <strong>noch</strong> von<br />

den neuen Gesetzen profitiert.<br />

20<br />

2008<br />

0<br />

2006<br />

4<br />

6 | 2014


extra<br />

75<br />

2012<br />

54<br />

2010<br />

Immer mehr<br />

psychische<br />

Erkrankungen<br />

und damit<br />

Renten wegen<br />

Erwerbs minderung,<br />

z. B.<br />

wegen Burn-out<br />

Entwicklung der Fehlzeiten<br />

wegen psychischer Erkrankungen;<br />

Zunahme in Prozent seit 2006<br />

Vor allem Berufe mit starker psychischer<br />

Belastung <strong>wie</strong> Lehrer haben eine<br />

hohe Quote an Erwerbsminderung.<br />

6 | 2014<br />

5


geld ^ recht<br />

Was ändert sich denn konkret<br />

bei der Rente für<br />

Erwerbsgeminderte zum<br />

1. Juli 2014?<br />

Neu ist, <strong>wie</strong> diese Rente<br />

berechnet wird, wenn<br />

man krank ist, nicht mehr<br />

arbeiten kann und deshalb<br />

eine Rente wegen<br />

Erwerbsminderung (EM-<br />

Rente) beantragen muss.<br />

Bisher wird – rechnerisch<br />

– so getan, als hätte man<br />

bis zum 60. Geburtstag<br />

normal weiter gearbeitet<br />

– und damit in die Rentenkasse<br />

eingezahlt. Auf der<br />

Basis dieser sogenannten<br />

„Zurechnungszeit“ wurde<br />

dann die EM-Rente berechnet.<br />

Ab 1. Juli 2014<br />

verlängert sich diese Zurechnungszeit<br />

um zwei<br />

Jahre: Es wird also dann<br />

– rechnerisch – so getan,<br />

als habe man bis zum 62.<br />

Geburtstag gearbeitet und<br />

Rentenbeiträge gezahlt.<br />

Und was bedeutet diese<br />

längere Zurechnungszeit<br />

dann ganz konkret?<br />

Die Rentenkasse errechnet<br />

künftig die Erwerbsminderungsrente<br />

so, als habe<br />

man zwei Jahre länger gearbeitet.<br />

Und diese zwei<br />

Jahre „mehr Arbeit“ be-<br />

deuten dann, dass man bei<br />

Erwerbsminderung mehr<br />

Rente pro Monat erhält.<br />

Gilt dieses Prinzip bei voller<br />

<strong>wie</strong> auch bei teilweiser<br />

Erwerbsminderung?<br />

Ja. Die neue Rechenmethode<br />

gilt für alle Renten, in<br />

denen eine Zurechnungszeit<br />

berücksichtigt wird.<br />

Das sind die Renten wegen<br />

voller und wegen teilweiser<br />

Erwerbsminderung, aber<br />

auch die Renten für Hinterbliebene<br />

(siehe auch den<br />

Kasten rechts unten).<br />

Warum wird die Zurechnungszeit<br />

für die EM-Rente<br />

überhaupt verlängert?<br />

Weil die Erwerbsminderungsrenten<br />

erschreckend<br />

<strong>nie</strong>drig sind – und in den<br />

letzten Jahren sogar sanken<br />

(siehe auch den <strong>plus</strong>-Kom-<br />

Viele EM-<br />

Rentner<br />

verdienen<br />

etwas<br />

dazu.<br />

» Was bei der EM-Rente verbessert<br />

wird, ist nicht ausreichend. Auch künftig<br />

müssen viele mit hohen Abschlägen<br />

leben. Diese sind ungerecht, weil sie<br />

Menschen betreffen, die nicht<br />

erwerbstätig sein können «<br />

VdK-Präsidentin Ulrike Mascher<br />

mentar auf der nächsten<br />

Seite): 2001 lag die durchschnittliche<br />

EM-Rente bei<br />

676 Euro, 2012 waren es<br />

nur <strong>noch</strong> 607 Euro.<br />

Spielt die Rente mit 67<br />

auch eine Rolle bei der<br />

höheren Zurechnungszeit?<br />

Ja. Damit wird die längere<br />

Zurechnungszeit sogar<br />

hauptsächlich begründet.<br />

<strong>So</strong> viel darf hinzuverdient werden<br />

Wird bei der EM-Rente auch nur ein Euro zu viel hinzuverdient,<br />

wird die Rente um ein Viertel gekürzt.<br />

Alle Angaben in Euro je Monat<br />

ART DER RENTE WEST OST<br />

Volle Rente 450 450<br />

3/4-Rente 705,08 644,94<br />

1/2-Rente 953,93 872,57<br />

1/4-Rente 1.161,30 1.062,26<br />

BEI TEILWEISER ERWERBSMINDERUNG<br />

Volle Rente 953,93 872,57<br />

1/2-Rente 1.161,30 1.062,26<br />

Quelle: Deutsche Rentenversicherung<br />

Die Bundesregierung will<br />

die EM-Rente an die längere<br />

Lebensarbeitszeit anpassen.<br />

Denn Anspruch auf<br />

eine EM-Rente bestand vor<br />

2012 bis zum 65. Geburtstag;<br />

seit 2012 steigt die<br />

Altersgrenze auch für diese<br />

Rente Schritt für Schritt<br />

auch auf 67 Jahre.<br />

Was beeinflusst <strong>noch</strong> die<br />

Höhe der EM-Rente?<br />

Entscheidend ist natürlich<br />

der Verdienst der Arbeitsjahre<br />

und <strong>wie</strong> dieser Verdienst<br />

für die Rente gewertet<br />

wird. Bislang wird<br />

die EM-Rente auf Basis<br />

des durchschnittlichen<br />

Verdienstes während des<br />

ganzen Erwerbslebens bis<br />

zum Eintritt der Erwerbsminderung<br />

bewertet.<br />

Und daran ändert sich<br />

jetzt ab Juli auch etwas?<br />

Ja. Künftig wird geprüft,<br />

ob die letzten vier Jahre<br />

vor der Erwerbsminderung<br />

das Ergebnis dieser Rechnung<br />

negativ beeinflussen.<br />

Das ist – leider – bei vielen<br />

EM-Rentnern der Fall, weil<br />

sie in der Zeit vor dem eigentlichen<br />

Rentenbeginn<br />

bereits gesundheitlich so<br />

stark eingeschränkt waren,<br />

dass sie zum Beispiel deshalb<br />

nur <strong>noch</strong> in Teilzeit<br />

arbeiten konnten. Damit<br />

gab es bereits vor der eigentlichen<br />

Rente Einbußen<br />

6 6 | 2014


extra<br />

beim Einkommen. Neu ist<br />

jetzt: Mindern die letzten<br />

vier Jahre vor der Erwerbsminderung<br />

die Rentenansprüche,<br />

fallen sie künftig<br />

beim Berechnen der tatsächlichen<br />

Rente raus (siehe<br />

dazu auch die Beispielrechnung<br />

rechts).<br />

Wer führt diese Berechnung<br />

konkret durch?<br />

Die Deutsche Rentenversicherung<br />

übernimmt diese<br />

sogenannte Günstigerprüfung,<br />

wenn ein Antrag<br />

auf EM-Rente gestellt wurde.<br />

Das Ergebnis soll dabei<br />

immer zugunsten der EM-<br />

Rentner ausfallen, so die<br />

gesetzliche Vorgabe.<br />

Und diese „Kleinigkeiten“<br />

bringen so viel?<br />

Ja. Durch die verlängerte<br />

Zurechnungszeit und die<br />

Günstigerprüfung erhöht<br />

sich eine Erwerbsminderungsrente<br />

im Schnitt um<br />

etwa 40 Euro im Monat.<br />

Bei im Schnitt bisher 607<br />

Euro je Monat sind etwa<br />

40 Euro ein großer Schritt,<br />

auch wenn viele Experten,<br />

<strong>wie</strong> der Hauptgeschäftsführer<br />

des Paritätischen<br />

Wohlfahrtsverbandes Ulrich<br />

Schneider, dies nur als<br />

„Tropfen auf den heißen<br />

Stein“ bezeichnen.<br />

Erhalten alle EM-Rentner<br />

also ab Juli mehr Geld im<br />

Monat ausgezahlt?<br />

Leider nein. Nur wer ab<br />

1. Juli 2014 eine EM-Rente<br />

neu beantragt, wird nach<br />

den neuen Regeln gewertet<br />

und bekommt dann<br />

50 Euro mehr im Monat<br />

Der Fall: Eine Frau beginnt ihr Berufsleben als ungelernte Verkäuferin mit 16.<br />

Ihr Gehalt 2.000 Euro brutto. Mit 45 erkrankt sie schwer, kann nur <strong>noch</strong> Teilzeit<br />

arbeiten: Gehalt 1.000 Euro brutto. Mit 49 wird sie erwerbsunfähig.<br />

<strong>So</strong> wird ab<br />

1. Juli 2014<br />

gerechnet.<br />

Das Durchschnittsgehalt<br />

2.000 Euro Gehalt 12 Monate 29 Jahre = 696.000 Euro<br />

1.000 Euro 12 Monate 4 Jahre = 48.000 Euro<br />

Gesamt<br />

= 744.000 Euro<br />

33 Berufsjahre = 22.545 Euro<br />

Für ein Durchschnittsgehalt von 22.545 Euro<br />

werden 0,75 Entgeltpunkte (EP) gutgeschrieben.<br />

Bisherige Erwerbsminderungsrente<br />

Rechnerischer Anspruch:<br />

33 Berufsjahre 0,75 EP = 24,75 EP<br />

24,75 EP 28,61 Euro = 708,10 Euro<br />

Rechnerische EM-Rente (bisher)<br />

44 Berufsjahre (bis 60. Geburtstag) 0,75 EP = 33 EP<br />

33 EP 28,61 Euro = 944,13 Euro<br />

10,8 % Kürzung wegen Rentenbeginn vor 60 = 842,16 Euro<br />

Das Durchschnittsgehalt<br />

2.000 Euro Gehalt 12 Monate 29 Jahre = 696.000 Euro<br />

1.000 Euro 12 Monate 4 Jahre = 48.000 Euro*<br />

Gesamt<br />

= 696.000 Euro<br />

29 Berufsjahre = 24.000 Euro<br />

Für ein Durchschnittsgehalt von 24.000 Euro<br />

werden 0,76 Entgeltpunkte gutgeschrieben.<br />

Die neue Erwerbsminderungsrente<br />

Rechnerischer Anspruch<br />

29 Jahre 0,76 EP = 22,04 EP<br />

22,04 EP 28,61 Euro = 630,56 Euro<br />

46 Berufsjahre (bis 62. Geburtstag) 0,76 EP = 34,96 EP<br />

34,96 EP 28,61 Euro = 1000,20 Euro<br />

10,8 % Kürzung wegen Rentenbeginn vor 67 = 892,17 Euro<br />

Höhere Rente je Monat<br />

= 50,04 Euro<br />

* Diese Zeiten werden wegen der neuen Günstigerprüfung gestrichen.<br />

<strong>So</strong> wird bis<br />

30. Juni 2014<br />

gerechnet.<br />

Auch mehr<br />

Geld für<br />

Witwen<br />

➽ Von 60 auf 62 Jahre erhöht sich, <strong>wie</strong> bei den Erwerbsminderungs-Renten, auch die Zurechnungszeit<br />

bei den Hinterbliebenenrenten für Witwen/Witwer und für Waisen.<br />

➽ Folge: Auch viele Witwen erhalten mehr Geld, im Schnitt ebenfalls etwa 40 Euro im Monat mehr.<br />

➽ Aber: Die Zurechnungszeit wird nur verlängert, wenn der Verstorbene beim Tod selbst <strong>noch</strong> nicht 62 war.<br />

➽ Und: Die neue Regel gilt nur für die Witwen- und Waisenrenten, die nach dem 30. Juni 2014 beginnen,<br />

nicht aber für bestehende Hinterbliebenen-Renten.<br />

6 | 2014<br />

7


geld ^ recht<br />

Notwendig für<br />

eine EM-Rente<br />

sind weiter<br />

ärztliche<br />

Gutachten.<br />

auch mehr Geld. Wer<br />

derzeit schon eine Rente<br />

wegen Erwerbsminderung<br />

bezieht, geht vorerst leer<br />

aus. Und die neuen Regeln<br />

gelten auch nur für Männer<br />

und Frauen, die zum<br />

Zeitpunkt der Erwerbsunfähigkeit<br />

jünger als 62 Jahre<br />

sind. Wer älter ist, profitiert<br />

von den neuen Regeln<br />

ebenfalls nicht.<br />

Was heißt „vorerst“?<br />

Sehr einfach: In der Regel<br />

sind EM-Renten befristet;<br />

oft auf ein Jahr, häufig<br />

auch auf drei Jahre. Wird<br />

nun ein Antrag auf Verlängerung<br />

der EM-Rente nach<br />

dem 1. Juli gestellt, dann<br />

gilt das neue Recht. Und<br />

damit haben dann alle, die<br />

bereits heute eine Rente<br />

wegen Erwerbsminderung<br />

erhalten, die Chance auf<br />

eine höhere Rente – sofern<br />

man <strong>noch</strong> keine 62 ist.<br />

» Es geht bei der EM-Rente um<br />

ein individuelles Schicksal, das<br />

sich <strong>nie</strong>mand freiwillig aussucht «<br />

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer<br />

Paritätischer Gesamtverband<br />

Kann man ein Neuberechnen<br />

der EM-Rente beantragen,<br />

wenn man schon<br />

eine Rente erhält?<br />

Leider nein. Wer heute<br />

eine befristete EM-Rente<br />

erhält, muss warten, bis<br />

die „normale“ Verlängerung<br />

beantragt werden<br />

kann. Ein Abkürzen ist<br />

leider nicht möglich.<br />

Haben die neuen Regeln<br />

auch einen Einfluss auf die<br />

Rentenabschläge?<br />

Nein, die bleiben bestehen.<br />

Für jeden Monat, den die<br />

EM-Rente vor dem 63. Geburtstag<br />

beantragt wird,<br />

werden weiter 0,3 % abgezogen.<br />

Der maximale Rentenabschlag<br />

beträgt höchstens,<br />

<strong>wie</strong> bisher, 10,8 %.<br />

Beginnt die EM-Rente nach<br />

dem 63. Geburtstag, entfällt<br />

der Rentenabschlag.<br />

Ändern sich andere Regeln<br />

der Erwerbsminderung?<br />

Nein, sowohl die Grenzen<br />

für die Arbeitsfähigkeit <strong>wie</strong><br />

für den Hinzuverdienst<br />

(sie he vorige Seite) bleiben<br />

genauso <strong>wie</strong> bisher.<br />

DER KOMMENTAR<br />

VON SILKE SIEMS<br />

Der Skandal um die EM-Rente<br />

K<br />

ann man von 647 Euro im Monat leben?<br />

Nein, sagt dazu auch die Bundesregierung<br />

und beziffert das Existenzminimum auf exakt<br />

696 Euro. Trotzdem mutet diese Regierung allen<br />

zu, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr<br />

arbeiten können, mit weniger Rente auszukommen<br />

– im Schnitt mit 647 Euro. Bei aller Freude über<br />

Rente mit 63 und Mütterrente – <strong>wie</strong> mit Erwerbsgeminderten<br />

umgegangen wird, ist ein Skandal.<br />

Denn anders als normale Altersrenten sinken<br />

die EM-Renten – und zwar seit Jahren. Wurden<br />

1999 <strong>noch</strong> 703 Euro im Schnitt monatlich ausgezahlt,<br />

waren es 2012 hundert Euro weniger – von<br />

den Inflationsraten in 13 Jahren ganz zu schweigen.<br />

Vor diesem Hintergrund erscheint die Erhöhung –<br />

zumal sie ja nur für neue EM-Rentner nach dem<br />

1. Juli 2014 gilt – <strong>wie</strong> eine nachträgliche Ohrfeige.<br />

Denn bereits heute erhalten 400 000 EM-Rentner<br />

zusätzlich Grundsicherung. Und wer die bezieht,<br />

hat auch nichts von einer höheren EM-Rente, die<br />

wird nämlich 1:1 verrechnet.<br />

Angetreten ist diese neue Bundesregierung – ob<br />

CDU/CSU oder SPD –, um für mehr Gerechtigkeit zu<br />

sorgen. Gerade bei denen, die krank sind und nicht<br />

mehr arbeiten können. Jetzt lobt sich die Bundesregierung<br />

für ihre Rentenreform. Doch ein großer<br />

Wurf sieht bei der Erwerbsminderungsrente anders<br />

aus – und Gerechtigkeit so<strong>wie</strong>so. •<br />

Fotos: Stefano Pavesi/laif, Keystone Schweiz, plainpicture, privat (2)<br />

8 6 | 2014


extra<br />

Verstehen Sie Ihre Kreditkarte?<br />

Ob auf Reisen oder beim Bezahlen im Internet – eine Kreditkarte<br />

ist praktisch. Aber haben Sie sich auch schon mal<br />

gefragt, was die ganzen Zahlen auf der Karte bedeuten?<br />

Fotos: Shutterstock, privat<br />

Seit 2007 haben<br />

Kreditkarten einen<br />

fälschungssicheren<br />

Chip. Darauf<br />

ist gespeichert:<br />

➜ Name<br />

➜ Kartennummer<br />

➜ Laufzeit<br />

➜ Prüfziffer (CVC1<br />

oder CVV1): Diese<br />

Nummer ist auf<br />

der Karte nicht<br />

gedruckt sichtbar.<br />

➜ Zusatzfunktion<br />

<strong>wie</strong> eine elektronische<br />

Geldbörse,<br />

bei dem ein<br />

Guthaben auf der<br />

Karte gespeichert<br />

ist, das nach und<br />

nach verbraucht<br />

werden kann.<br />

Die Nummer der<br />

Kreditkarten-<br />

Gesellschaft ist<br />

nicht nur geprägt<br />

sichtbar, sondern<br />

wird hier – zur<br />

besseren Lesbarkeit<br />

– <strong>noch</strong> einmal<br />

aufgedruckt.<br />

Was ist<br />

gespeichert<br />

Der Name des<br />

Karteninhabers<br />

ist sichtbar<br />

eingeprägt.<br />

Sperr-Notruf:<br />

Unter 116 116 können<br />

verlorene oder gestohlene<br />

Kreditkarten sofort gesperrt<br />

werden – im Inland gebührenfrei,<br />

aus dem Ausland<br />

mit der Vorwahl (++49)<br />

gebührenpflichtig.<br />

Die Laufzeit der<br />

Kreditkarte wird<br />

mit Monat und Jahr<br />

angegeben. Die Karte<br />

ist bis zum letzten Tag<br />

des Monats (Verfallsdatum)<br />

gültig.<br />

Noch haben<br />

Kreditkarten einen<br />

Magnetstreifen,<br />

weil vor allem<br />

im Ausland viele<br />

Lesegeräte damit<br />

arbeiten. Der<br />

Streifen wird in<br />

Zukunft durch den<br />

sichereren Chip<br />

ersetzt. Gespeichert<br />

sind auf dem<br />

Streifen Kartennummer,<br />

Laufzeit<br />

und die Prüfziffer.<br />

Hier ist die Unterschrift<br />

des Karteninhabers.<br />

50 %<br />

der Erwachsenen<br />

in Deutschland<br />

haben eine Kreditkarte.<br />

➜ Diese vier Zahlen <strong>wie</strong>derholen die<br />

letzten vier Ziffern der Kontonummer.<br />

➜ Wichtig sind die letzten drei Ziffern:<br />

Die Karten-Prüfnummer (CVC2 oder<br />

CVV2) ist nur hier sichtbar. Sie ist nicht<br />

<strong>noch</strong> einmal auf dem Magnetstreifen<br />

oder dem Chip gespeichert.<br />

➜ Wer im Internet mit Kreditkarte zahlen<br />

will, wird nach dieser Karten-Prüfnummer,<br />

auch Sicherheitscode genannt,<br />

gefragt. Die Nummer dient als Beweis,<br />

dass die Karte tatsächlich beim Bezahlen<br />

vorliegt. Sie ist nicht gespeichert.<br />

»Bei Kreditkarten Verlust, Diebstahl und Betrug sofort bei der kartenausgebenden<br />

Bank melden. Dann wird der Schaden in der Regel zurückerstattet.«<br />

Ottmar Bloching, Geschäftsführer Visa Deutschland<br />

?<br />

Identifikationsnummer<br />

mit 16 Stellen.<br />

Sie wird in der Regel<br />

gedruckt und auch<br />

geprägt. Die ersten<br />

sechs Ziffern bilden<br />

den BIN-Code (Bank-<br />

Identifikations-Nummer),<br />

dabei stehen:<br />

➜ die ersten vier Ziffern<br />

für die Kreditkarten-Gesellschaft,<br />

➜ die fünfte Ziffer für<br />

die Art der Kreditkarte<br />

(normal, Gold oder<br />

auch Platin),<br />

➜ die sechste Ziffer<br />

zeigt, ob es sich bei<br />

der Karte um eine<br />

Zweit-, Partner- oder<br />

Firmenkarte handelt,<br />

➜ die letzten<br />

zehn Ziffern für die<br />

Kontonummer.<br />

6 | 2014<br />

9


30–45<br />

Minuten<br />

dauert es, bis ein Pannenhelfer<br />

vor Ort ist,<br />

egal <strong>wie</strong> er verständigt<br />

wurde.<br />

Bessere Hilfe,<br />

oft sogar gratis<br />

Wenn es um Pannen geht – denken Autofahrer sofort an<br />

die Gelben Engel des ADAC. Doch es gibt gute und<br />

vor allem günstigere Alternativen, <strong>wie</strong> der <strong>plus</strong>-Test zeigt.<br />

Rund 186000 Menschen<br />

kündigten<br />

seit Januar ihre<br />

Mitgliedschaft beim<br />

ADAC wegen der diversen<br />

Skandale. Dabei hätten auch<br />

die 18,6 Millionen verbliebenen<br />

Mitglieder allen Grund<br />

zur Kündigung. Denn: Der<br />

ADAC ist – bei vergleichbarer<br />

Leistung – teuer, teurer als<br />

andere Autoclubs, <strong>wie</strong> ein<br />

Test von <strong>plus</strong> zeigt:<br />

• Eine ADAC-Plus-Mitgliedschaft<br />

kostet für eine Familie<br />

109 Euro im Jahr – für<br />

gerade 66 Euro (also 39 %<br />

weniger!) gibt es einen vergleichbaren<br />

Schutz bei Mobil<br />

in Deutschland.<br />

• Und sogar nur knapp 63<br />

Euro (33 % weniger als beim<br />

ADAC) kosten Pannenhilfe,<br />

Abschleppen, Auto- und<br />

Kranken-Rücktransport beim<br />

Auto Club Europa.<br />

Wer jetzt denkt, es<br />

kommt doch nicht nur auf<br />

den Preis an, irrt. Auch bei<br />

den tatsächlichen Leistungen<br />

bieten die ADAC-Konkurrenten<br />

mehr:<br />

• <strong>So</strong> übernimmt der AvD Automobilclub<br />

beispielsweise<br />

die Kosten bei einer Panne<br />

oder fürs Abschleppen komplett.<br />

Beim ADAC ist dies auf<br />

jeweils 300 Euro begrenzt.<br />

• Außerdem gilt schon das<br />

Basispaket für alle weltweiten<br />

Urlaube (ohne Fahrzeugtransport);<br />

die ADAC-Plus-<br />

Hilfen beschränken sich<br />

dagegen auf Europa.<br />

Wichtig dabei zu wissen:<br />

Der ADAC hat kein Monopol<br />

auf Pannenhilfe oder<br />

Abschleppdienst. Das heißt:<br />

Jeder, der eine Panne hat,<br />

kann die Gelben Engel rufen.<br />

Noch drastischer werden<br />

die Preis- und Leistungsunterschiede<br />

zum ADAC, wenn<br />

die Hilfsleistungen von Auto-<br />

Versicherern mitbetrachtet<br />

werden. Denn, was nur wenige<br />

Autofahrer nutzen, fast<br />

jede Autoversicherung hat<br />

auch eigene Schutzbriefe,<br />

die die gleichen Leistungen<br />

bieten <strong>wie</strong> der ADAC – nur<br />

um ein Vielfaches günstiger.<br />

Beispiele des <strong>plus</strong>-Tests:<br />

• Gerade einmal 10 Euro<br />

kostet die Übernahme der<br />

Kosten von Pannenhilfe,<br />

Abschleppen usw. bei der<br />

größten deutschen Versicherung<br />

Allianz – ein Zehntel<br />

des ADAC-Preises.<br />

• Bereits ab 6 Euro Zuschlag<br />

bietet HUK-Coburg seinen<br />

Autoversicherten die erweiterte<br />

Kfz-Police an – unschlagbar<br />

günstig.<br />

Alles, was Autofahrer<br />

dafür tun müssen, ist, zur<br />

normalen Haftpflicht-Versicherung<br />

einen Schutzbrief<br />

abzuschließen. Und auch<br />

hier gehen die Leistungen,<br />

trotz des günstigeren<br />

Preises, zum Teil über die des<br />

ADAC hinaus: <strong>So</strong> ist häufig<br />

ein Kranken-Rücktransport<br />

Fotos: Prisma, privat<br />

Kostenlos kann jeder den Notruf eines Clubs anrufen, um Pannen- oder Abschleppdienst zu erbitten.<br />

10 6 | 2014


extra<br />

enthalten, auch wenn man<br />

gar nicht mit dem Auto unterwegs<br />

war.<br />

Übernommen werden<br />

von der Kfz-Police die Abschlepp-<br />

und Pannenkosten<br />

meist bis zu 150 Euro –<br />

das reicht in der Regel aus.<br />

Doch Vorsicht: Bei älteren<br />

Fahrzeugen kann der Kfz-<br />

Schutzbrief teurer werden,<br />

weil das Pannenrisiko steigt.<br />

Deshalb: Genau die Konditionen<br />

vergleichen.<br />

Diese <strong>So</strong>rgen müssen<br />

sich die Fahrer von Neuwagen<br />

nicht machen. Denn:<br />

In der Mobilitätsgarantie<br />

des Herstellers ist auch die<br />

Übernahme von Pannen-,<br />

Abschlepp- und Rücktransportkosten<br />

so<strong>wie</strong> Mietwagen<br />

enthalten. Das heißt, wer ein<br />

neues Auto kaufte, benötigt<br />

gar keinen ADAC – und hat<br />

trotzdem den gewünschten<br />

Schutz. Mehr <strong>noch</strong>, diese<br />

Garantie gilt meist für die<br />

gesamte Lebensdauer des<br />

Autos. Bedingung: Das Fahrzeug<br />

wird regelmäßig zur<br />

Inspektion in die Vertrags-<br />

„Wichtig bei einem Autoschutzbrief<br />

ist stets, dass Sie die Vertragsbedingungen<br />

genau lesen und auch<br />

miteinander vergleichen. Denn<br />

nicht in jedem Schutzbrief sind die<br />

gleichen Leistungen versichert.“<br />

Annabel Oelmann, Leiterin<br />

Gruppe Finanzdienstleistungen,<br />

Verbraucherzentrale NRW<br />

Werkstatt gebracht. Diese<br />

Mobilitäts-Garantie (inkl.<br />

Pannenservice) gibt es gegen<br />

Aufpreis auch für Gebraucht-<br />

und Jahreswagen. •<br />

Alle günstiger als der ADAC<br />

Mit Pannenhilfe und Abschleppdienst warb der ADAC über Jahre Mitglieder – und verlangt dafür einen<br />

stolzen Preis. Denn alle anderen Autoclubs, aber auch Versicherer und Auto-Hersteller sind günstiger.<br />

AUTOCLUBS<br />

VERSICHERER<br />

HERSTELLER<br />

ADAC Plus<br />

(08 00) 5 10 11 12<br />

AvD<br />

(0 69) 6 60 63 36<br />

ACE Auto Club Europa<br />

(07 11) 5 30 33 66 77<br />

Kraftfahrer-Schutz / Auxilia<br />

(0 89) 53 98 10<br />

Mobil in Deutschland<br />

(0 89) 20 00 16 10<br />

Allianz AutoPlus<br />

(08 00) 4 10 01 01<br />

HUK-Coburg<br />

(08 00) 2 15 31 53<br />

R+V Schutzbrief<br />

(08 00) 5 33 11 12<br />

Audi<br />

(08 00) 2 83 47 37 84 23<br />

BMW<br />

(0 89) 1 2 5 01 60 00<br />

Mercedes<br />

(0 08 00) 97 77 77 77<br />

VW<br />

(08 00) 86 55 79 24 36<br />

Anbieter<br />

Kontakt<br />

Gilt in<br />

Kosten<br />

Pannenhilfe*<br />

Kosten<br />

Abschleppdienst*<br />

Auto-Rücktransport<br />

Kranken-Rücktransport<br />

Europa 300 300 ✓ ✓ bis 500 85<br />

weltweit komplett komplett ✓ ✓ bis 60/Tag 75<br />

Europa 105 A ✓ ✓ bis 52/Tag 70<br />

Europa 200 235 ✓ ✓ bis 52/Tag 80<br />

weltweit 103 154 ✓ ✓ bis 52/Tag 52<br />

84 /<br />

109<br />

64,90 /<br />

86,90<br />

62,80 /<br />

62,80<br />

76,50 /<br />

97<br />

54 /<br />

66<br />

weltweit 100 150 ✓ ✓ bis 350 bis 150 ca. 10****<br />

Europa 150 200 ✓ ✓ bis 60/Tag<br />

Europa 150 200 ✓ ✓ bis 70/Tag<br />

Mietwagen** bei<br />

Fahrzeugausfall<br />

bis<br />

100<br />

bis<br />

100<br />

Kosten Hotel***<br />

6 bis<br />

12****<br />

12****<br />

Europa 50 komplett ✓ nein bis 5 Tage C 0*****<br />

Europa 100 komplett ✓ nein bis 3 Tage D<br />

0******<br />

Europa 150 komplett ✓ nein bis 5 Tage C 0*****<br />

Europa komplett komplett ✓ ✓ bis 3Tage B<br />

0*****<br />

* Höchstbetrag in Euro. ** Für maximal 7 Tage. *** In Euro je Nacht und Person, für maximal 3 Nächte. **** Je nach Art der Kfz-Police. ***** Bei Einhalten der Service-<br />

Intervalle. ****** Für alle BMW-Fahrzeuge, die nicht älter als fünf Jahre sind. A Bis 75 km im Inland / bis 100 km im Ausland. B 1 Nacht. C Bis 5 Nächte. D Bis 4 Nächte.<br />

Preis (Single/<br />

Familie)*<br />

Hilfe vor Ort (Reparatur) oder Abschleppen muss dann aber bezahlt werden. Kosten: ab 100 Euro.<br />

6 | 2014<br />

11


geld ^ recht<br />

Kleines<br />

Schwätzchen<br />

mitten auf der<br />

Straße? Lieber<br />

nicht! Was bei<br />

Einheimischen<br />

toleriert wird,<br />

sollten sich Urlauber<br />

besser<br />

verkneifen.<br />

<strong>So</strong> wird Reisen<br />

bequemer!<br />

Endlich Urlaub – die schönste Zeit des Jahres! Damit Reisen nicht stressig wird:<br />

Es gibt so viele kleine, clevere und nervenschonende Tipps,<br />

damit es vor und während der Reise entspannter zugeht, egal ob Sie mit<br />

Auto, Bus, Bahn, Schiff oder Flugzeug unterwegs sind.<br />

12 6 | 2014


extra<br />

51 %<br />

aller Deutschen fahren<br />

mit dem Auto in den<br />

Urlaub*, 33 % fliegen,<br />

8 % reisen per Bahn,<br />

6 % per Bus.<br />

Quelle: Deutscher<br />

Reiseverband (DRV)<br />

* Urlaub 2013, ab 5 Tagen.<br />

10<br />

Tage dauerte<br />

2013 eine<br />

Reise im<br />

Schnitt.<br />

➜ Spätestens 14 Tage vor<br />

Start eine Liste machen,<br />

was mitmuss und was<br />

<strong>noch</strong> zu klären ist: Briefkasten,<br />

Blumen gießen<br />

usw. Ist der Pass <strong>noch</strong><br />

gültig? Ist ein internationaler<br />

Führerschein nötig<br />

bzw. wird er empfohlen,<br />

<strong>wie</strong> z. B. in Australien<br />

oder in den USA?<br />

➜ Reisepässe, Personalausweise,<br />

Flug- und<br />

Bahn-Tickets kopieren.<br />

Geht etwas verloren, kann<br />

man sich damit „ausweisen“,<br />

z. B. wenn man<br />

Ersatzpapiere beantragt.<br />

➜ Wichtige Telefonnummern<br />

(siehe Kasten) im<br />

Handy speichern und<br />

zusätzlich aufschreiben<br />

– als Rückversicherung,<br />

falls das Handy einmal<br />

verloren geht.<br />

➜ Reiseapotheke (Verfallsdatum<br />

der Medikamente!)<br />

checken. Ganz wichtig:<br />

Pflaster, Arzneien gegen<br />

Insektenstiche so<strong>wie</strong><br />

Durchfall, Schmerz- und<br />

Fiebermittel.<br />

➜ Brillenträger sollten eine<br />

Zweitbrille mitnehmen.<br />

➜ Wer zu zweit reist, sollte<br />

einen Teil der Kleidung in<br />

den Koffer des anderen<br />

70 %<br />

aller Reisen ab<br />

5 Tage gehen<br />

ins Ausland –<br />

die Hälfte davon<br />

ans Mittelmeer.<br />

DIE WICHTIGSTEN DINGE<br />

VOR DER REISE<br />

Pässe kopieren, Reise-Apotheke prüfen,<br />

Strom-Adapter besorgen – und los geht es.<br />

packen. Falls ein Koffer<br />

verloren geht, haben<br />

beide immer <strong>noch</strong> etwas<br />

zum Anziehen.<br />

➜ Kleines Kissen von zuhause<br />

mitnehmen – fürs<br />

Heimatgefühl in der Ferne.<br />

Grund: Dufthormone<br />

im Kissen signalisieren –<br />

es ist alles so <strong>wie</strong> immer.<br />

➜ Über elektrische Spannung<br />

im Urlaubsland und<br />

Steckdosen informieren.<br />

Möglicherweise ist ein<br />

Strom-Adapter nötig.<br />

➜ Informieren, was man<br />

aus dem Urlaub mitbringen<br />

oder einführen<br />

darf. Oft verboten sind<br />

(vor allem bei Nicht-EU-<br />

Ländern): frische Lebensmittel<br />

und ausgefallene<br />

<strong>So</strong>uvenirs. <strong>So</strong> wird z. B.<br />

die Ausfuhr von Steinen<br />

aus der Türkei mit<br />

mehreren Monaten Gefängnis<br />

bestraft.<br />

➜ Wer ein Handy nutzen<br />

will, sollte vorher bei seinem<br />

Mobilfunk-Anbieter<br />

(z. B. Telekom, Vodafone,<br />

E-Plus etc.) nachfragen,<br />

welche Kosten anfallen.<br />

<strong>So</strong> muss man z. B.<br />

oftmals dafür bezahlen,<br />

wenn Freunde auf die<br />

Mobilbox (lässt sich<br />

abschalten) sprechen –<br />

selbst wenn die Nachricht<br />

gar nicht abgehört wird!<br />

➜ Bargeld, Kreditkarten<br />

und Ausweis bzw. Reisepass<br />

getrennt voneinander<br />

aufbewahren – falls<br />

etwas gestohlen wird, ist<br />

nicht gleich alles weg.<br />

UNTERWEGS MIT DEM<br />

AUTO<br />

Heimtierpass, feste<br />

Schuhe und Knabber-<br />

Nüsse gehören an Bord.<br />

➜ Wer Haustiere mitnimmt,<br />

benötigt auf jeden Fall<br />

einen EU-Heimtierpass<br />

(Preis variiert, ab ca. 20<br />

Euro). Für einige Länder<br />

müssen sogar zusätzliche<br />

Kriterien erfüllt werden<br />

(z. B. in Großbritan<strong>nie</strong>n und<br />

Schweden). Frühzeitig beim<br />

Tierarzt oder im Internet<br />

(www.bundestieraerztekammer.de)<br />

informieren.<br />

➜ Verkehrsregeln im<br />

Urlaubsland studieren.<br />

In Spa<strong>nie</strong>n müssen z. B.<br />

Hunde mit Spezialgurt<br />

angeschnallt werden, in<br />

Großbritan<strong>nie</strong>n gilt rechts<br />

vor links im Kreisverkehr.<br />

➜ Auch im <strong>So</strong>mmer feste<br />

Schuhe anziehen. Das<br />

erhöht die Fahrsicherheit in<br />

brenzligen Situationen.<br />

➜ Vor der Fahrt Ziel in<br />

Autobahn-Nähe suchen, an<br />

dem eine Pause lohnt. Das<br />

kostet zwar Zeit, ist aber<br />

erholsamer als die Pause<br />

am Autobahn-Rasthof.<br />

➜ Nahrungsmittel mit viel<br />

Eiweiß essen (z. B. Käse,<br />

Nüsse) – hält länger fit.<br />

➜ Wer Richtung Westen fährt,<br />

sollte die Fahrt so planen,<br />

dass man nicht zu lange<br />

in den <strong>So</strong>nnenuntergang<br />

fährt (im Juli steht in<br />

Deutschland die <strong>So</strong>nne<br />

etwa ab 19.30 Uhr recht<br />

tief: sehr anstrengend.<br />

➜ Im <strong>So</strong>mmer mit Klimaanlage<br />

fahren. Die kühle Luft<br />

erhöht die Fahrsicherheit.<br />

6 | 2014<br />

13


geld ^ recht<br />

Dosiert Gas<br />

geben – außerorts<br />

gilt in vielen<br />

EU-Ländern 90<br />

km/h Tempolimit.<br />

UNTERWEGS MIT DER<br />

BAHN<br />

Mit ausreichend Umsteige-Zeit, Kuriergepäck-<br />

Service und Trolley wird jede Zugfahrt bequemer.<br />

➜ Beim Fahrkartenkauf direkt<br />

Platz reservieren (4,50<br />

Euro pro Fahrgast und<br />

Strecke). Wer nicht durch<br />

Handys genervt werden<br />

will –„Ruhezone“ wählen.<br />

➜ Auf bequeme Umsteige-<br />

Zeiten achten; beim Online-<br />

Kauf lässt sich die Zeit einstellen.<br />

10 Minuten sind oft<br />

zu kurz, wenn Gleise weit<br />

auseinanderliegen. Tipp:<br />

Fahrt wählen, bei der man<br />

selten umsteigen muss.<br />

➜ Beim Kartenkauf am Schalter<br />

auch nach Angeboten<br />

der 1. Klasse fragen. Die<br />

sind oft günstiger als Normalpreise<br />

der 2. Klasse.<br />

Schon im Zug<br />

Taxi an den<br />

Zielbahnhof<br />

bestellen –<br />

unter 22456<br />

➜ Schon bevor man zuhause<br />

losfährt, im Internet<br />

nachschauen, ob der Zug<br />

pünktlich ist. Die Bahn<br />

veröffentlicht unter der<br />

Adresse www.bahnhof.de<br />

alle Informationen.<br />

➜ Angebote des Autoreisezugs<br />

prüfen – sehr bequeme<br />

Fahrt samt eigenem<br />

Pkw, u. a. nach Österreich,<br />

Italien und Frankreich.<br />

Preis: ab 59 Euro für die<br />

einfache Fahrt im Liegewa-<br />

gen, nach z. B. Paris.<br />

Info-Tel.: (0 18 05)<br />

99 66 33 oder Internet<br />

www.bahn.de/autozug<br />

➜ Im Internet „Kuriergepäck“<br />

buchen, dann wird<br />

der Koffer zuhause abgeholt<br />

und zum Urlaubsort<br />

gebracht: www.bahn.de/<br />

service, ✆ (0 18 05) 99 66<br />

33, Preis: ab 17,50 Euro pro<br />

Gepäckstück.<br />

➜ Auf dem Bahnsteig im<br />

gläsernen Info-Kasten<br />

nachsehen, wo welcher<br />

Waggon hält (Sitz- und<br />

Waggonnummer stehen<br />

auf der Fahrkarte). Dann<br />

muss man nicht durch den<br />

halben Zug laufen.<br />

➜ Lieber einen Trolley<br />

statt einen Schalenkoffer<br />

nehmen: Der passt besser<br />

durch die Gänge im Zug.<br />

➜ Falls die Gepäckfächer voll<br />

sind: Wo Sitze mit den Lehnen<br />

aneinanderstoßen, ist<br />

am Boden genügend Platz<br />

für Koffer.<br />

➜ Kleine Kopfhörer mitnehmen;<br />

in vielen ICE-Zügen<br />

wird Bordradio kostenlos<br />

angeboten. Anschlüsse<br />

sind direkt am Sitz.<br />

➜ Etwas Küchenpapier einstecken<br />

– es passiert leicht,<br />

dass man beim Ruckeln des<br />

Zuges etwas verschüttet.<br />

➜ Schon im Zug Taxi an den<br />

Zielbahnhof bestellen. Einheitliche<br />

Nummer 22456<br />

aus allen Mobilfunknetzen.<br />

➜ Darauf achten, dass Personal<br />

Deutsch spricht.<br />

➜ Günstige Innenkabine buchen<br />

– man hält sich dort<br />

nur zum Schlafen auf.<br />

➜ Nicht zu viel Kleidung<br />

mitnehmen, die Schränke<br />

sind oft klein. Viele Schiffe<br />

bieten Reinigungs- und<br />

Bügelservice.<br />

➜ Stark schützende <strong>So</strong>nnenbrille<br />

und Creme mit<br />

hohem Lichtschutzfaktor<br />

<strong>plus</strong> Hut/Mütze<br />

mitnehmen.<br />

➜ Limit auf Bordkarte<br />

setzen – auf ihr wird vermerkt,<br />

was man an Bord<br />

ausgibt. <strong>So</strong> behält man<br />

leichter den Überblick.<br />

➜ Ingwer hilft gegen leichte<br />

Reisekrankheit (roh<br />

UNTERWEGS MIT DEM<br />

SCHIFF<br />

Deutsch sprechende Crew, Innenkabine und<br />

Karten-Limit machen die Tour zum Genuss.<br />

gekaut, als Tee oder<br />

Tablette). Oder: gut<br />

verträgliche Medikamente<br />

(z. B. „Reisetabletten<br />

ratiopharm“, ca. 3,80<br />

Euro, rezeptfrei in der<br />

Apotheke). Große Schiffe<br />

sind so konstruiert, dass<br />

sie kaum <strong>noch</strong> schaukeln.<br />

➜ Das Freizeitangebot<br />

ist oft riesig. Deshalb<br />

Aktivitäten (Schwimmen,<br />

Tanzen etc.) gut planen,<br />

sonst fühlt man sich<br />

schnell überfordert – und<br />

aus der Erholung auf See<br />

wird schnell Stress.<br />

➜ Nicht jeden Landausflug<br />

mitmachen: Die Ruhe<br />

an Bord, während die<br />

anderen Passagiere an<br />

Land sind, ist auch stets<br />

ein Erlebnis.<br />

Fotos: Berthold Steinhilber/laif (4); Illustrationen: Shutterstock (6)<br />

Wichtige Telefon-Nummern +++ Auswärtiges Amt: Einreise, Zoll, Sicherheit, Adressen von Konsulaten. (0 30) 1 81 70<br />

(00 49) 11 61 16, Internet: www.kartensicherheit.de +++ Notruf: Gilt in allen europäischen Ländern aus allen Handynetzen:<br />

14 6 | 2014


extra<br />

UNTERWEGS MIT DEM<br />

BUS<br />

UNTERWEGS MIT DEM<br />

FLUGZEUG<br />

Stressfrei über den Wolken – dank Vorabend-Check-in, mit buntem<br />

Tuch markiertem Koffer und Ohr-Stöpseln für ruhigen Schlaf.<br />

Entspannt ankommen<br />

im 4-Sterne-Bus – mit<br />

ganz viel Beinfreiheit.<br />

➜ Bus sollte mindestens<br />

4 Sterne haben, da sind<br />

74 cm Sitzabstand. Standard<br />

sind 65 cm.<br />

➜ Auf ausreichend Zwischenstopps<br />

achten.<br />

Faustregel: alle 3 Stunden.<br />

➜ Die besten Plätze sind<br />

vorne rechts (dort sieht<br />

man am meisten) oder<br />

direkt hinter der hinteren<br />

Tür (oft viel Beinfreiheit).<br />

➜ Erfrischungstücher<br />

mitnehmen – die sind für<br />

Hände und Gesicht ideal.<br />

➜ Brettspiele einpacken<br />

(u. a. Mühle/Dame) – als<br />

kompakte Reise-Version.<br />

➜ Aufblasbare Halskrause<br />

sorgt für entspannte<br />

Kopfposition beim Schlaf<br />

(auch gut im Flugzeug).<br />

➜ Bewegen, soviel es geht.<br />

Bei jeder Pause aussteigen,<br />

herumlaufen! Im<br />

Bus helfen Übungen mit<br />

den Füßen (wippen, auf<br />

die Zehen stellen) gegen<br />

Thrombose.<br />

➜ Darauf achten, dass Gepäck nicht zu<br />

schwer ist (meist max. 20 kg). Die<br />

Fluggesellschaften nehmen es damit<br />

inzwischen sehr genau. <strong>So</strong>nst drohen<br />

Zuschläge von 10 Euro je kg und mehr.<br />

➜ Keine „verbotenen“ Gegenstände<br />

(Messer, Wasserflasche etc.) ins<br />

Handgepäck. Die Folge wäre Stress<br />

und Umpacken am Schalter oder der<br />

Sicherheitskontrolle.<br />

➜ Vor dem Flug im Reisebüro oder beim<br />

Flughafen nachfragen, von welchem<br />

Terminal der Flug geht. Gerade bei<br />

größeren Flughäfen gibt es verschiedene<br />

Parkhäuser und Haltestellen.<br />

➜ Vorabend-Check-in nutzen: Viele<br />

Flughäfen/Airlines bieten das. Man<br />

kann am Abend vorm Flug (ab ca. 18<br />

Uhr) Gepäck aufgeben und erhält die<br />

Bordkarte. Am nächsten Tag geht’s<br />

direkt zur Sicherheitskontrolle.<br />

Übrigens: Plätze an Notausgängen<br />

bieten die meiste Beinfreiheit. Wem im<br />

Flugzeug oft übel wird, sitzt am besten<br />

am Gang in Höhe der Tragflächen.<br />

➜ Übers Internet einchecken – bei vielen<br />

Fluggesellschaften (u. a. Air Berlin,<br />

Lufthansa) kann man das einen Tag<br />

vor Abflug machen. Das Gepäck wird<br />

<strong>wie</strong> gewohnt am Schalter aufgegeben.<br />

➜ Rail-&-Fly-Ticket nehmen: Das Zugticket<br />

zum Flughafen ist oft enthalten<br />

und man spart sich die Anfahrt mit<br />

dem Pkw (Parkgebühren).<br />

➜ Koffer markieren, z. B. farbiges Tuch<br />

an Griff knoten. Dann erkennt man bei<br />

der Gepäckausgabe gut eigene Koffer.<br />

➜ Sicherheitskontrolle vereinfachen:<br />

Hose anziehen, für die man keinen<br />

Gürtel benötigt, Schmuck und Armbanduhr<br />

im Koffer verstauen.<br />

➜ Dünnen, breiten Schal ins Handgepäck<br />

legen – hilft gegen Zugluft durch die<br />

Klimaanlage (auch im Zug).<br />

➜ Auf längeren Flügen (ab ca. 10 Stunden)<br />

warme <strong>So</strong>cken mitnehmen. Dann<br />

kann man die Schuhe ausziehen und<br />

bekommt keine kalten Füße.<br />

➜ Roll-on-Stifte (ähnlich Deo-Rollern)<br />

mit Lavendel sind gute Einschlafhilfen<br />

(z. B. „Gute Nacht Roll-on“ von Sanct<br />

Bernhard, ca. 4,90 Euro; Stift muss in<br />

durchsichtigen Beutel!). Einfach etwas<br />

auf Stirn, Schläfen, Nase verteilen.<br />

➜ Für längere Flüge Ohr-Stöpsel<br />

mitnehmen – damit kann man besser<br />

abschalten und schlafen.<br />

➜ Fettige Creme und Augentropfen<br />

(Apotheke oder Drogerie, 10 Ampullen<br />

Kochsalzlösung ca. 6 Euro) ins Handgepäck.<br />

Klimaanlage trocknet sonst<br />

Augen und Lippen aus.<br />

➜ Dreimal so viel trinken <strong>wie</strong> normal.<br />

Beugt Kopfschmerzen vor, ist gut für<br />

den Kreislauf, verhindert Verstopfung.<br />

➜ Wer nach Osten fliegt, sollte möglichst<br />

schlafen; wer nach Westen<br />

fliegt, sollte wach bleiben – vermindert<br />

den Jetlag. Am Ziel sofort an<br />

Tageszeit anpassen, viel <strong>So</strong>nne tanken.<br />

(24-Stunden-Service), Internet: www.auswaertiges-amt.de +++ Kartensperre: Für Handy-, Kredit-, Giro-Karten.<br />

112 +++ Zentralruf der Autoversicherer: (08 00) 2 50 26 00, Internet: www.zentralruf.de<br />

6 | 2014<br />

15


geld ^ recht<br />

Vor Ort etwas bewegen<br />

Straßenlaterne, Bushaltestelle, Tempo-30-Zone – <strong>wie</strong><br />

oft stellt man fest, dass vor Ort etwas fehlt.<br />

Aber <strong>wie</strong> setzt man das in der Gemeinde durch?<br />

M<br />

anchmal sind es Kleinigkeiten,<br />

die fehlen. Hermann-Josef<br />

Jahn aus Oberwinter<br />

z. B. ärgerte sich, weil vor<br />

der Einfahrt zu seiner Tiefgarage<br />

keine Sperrfläche gekennzeichnet<br />

war. Folge: Die Einfahrt<br />

war ständig zugeparkt.<br />

X-fach sprach er mit der Gemeinde.<br />

„Zwei Mal wurde der<br />

Antrag abgelehnt“, erzählt Jahn,<br />

„erst eine Ortsbegehung brachte<br />

Erfolg.“ Ein Beispiel für viele<br />

– wer vor Ort etwas verbessern<br />

möchte, benötigt Beharrlichkeit.<br />

1. SCHRITT<br />

Antrag stellen<br />

Jeder hat das Recht, sich mit<br />

einem Anliegen oder Antrag an<br />

die Gemeinde zu wenden. Doch<br />

man sollte sich gut vorbereiten:<br />

➜ Sachkundig machen: Welche<br />

Behörde ist zuständig? Wie<br />

sieht die Rechtslage aus? Gemeinden<br />

sind z. B. für Verkehrssicherheit<br />

zuständig. Aber für<br />

manche Straßen ist der Kreis<br />

oder das Land verantwortlich.<br />

➜ Ansprechpartner finden: Ein<br />

Anruf bei der Verwaltung hilft,<br />

den Sachbearbeiter zu finden.<br />

➜ Brief schreiben: Klar formulieren,<br />

was man möchte (Antrag)<br />

und vor allem warum.<br />

➜ Nachfassen: Immer um Eingangsbestätigung<br />

bitten, auf die<br />

man sich später berufen kann.<br />

Und wenn die Kommune drei<br />

Monate nicht reagiert? Dranbleiben,<br />

<strong>noch</strong> einmal schreiben.<br />

➜ Ablehnung widersprechen:<br />

Lehnt die Gemeinde ab, kann<br />

man meist innerhalb von einem<br />

Monat widersprechen.<br />

2. SCHRITT:<br />

Öffentlichkeit<br />

Sind mehrere betroffen, das<br />

Anliegen in die Öffentlichkeit<br />

tragen, wenn die Gemeinde<br />

den Antrag ablehnt.<br />

➜ Unterstützer finden:<br />

Nachbarn ansprechen,<br />

Plakate aufhängen, Unterschriften<br />

sammeln – all<br />

das kann helfen. Gemeinsam<br />

einen neuen Antrag<br />

an die Gemeinde stellen.<br />

➜ Politiker ansprechen: Das<br />

Problem Ratsmitgliedern<br />

des Stadtteils und in den<br />

Ausschüssen aufzeigen.<br />

Verfolgen, wann und in<br />

welchem Ausschuss es auf<br />

der Tagesordnung steht.<br />

➜ Öffentlichkeitsarbeit: Auch örtliche<br />

Presse einschalten.<br />

➜ Bürgerentscheid beantragen:<br />

Dafür muss man, je nach Bundesland,<br />

eine Mindestanzahl an<br />

Unterschriften sammeln. Hat<br />

man diese, muss in der Gemeinde<br />

darüber abgestimmt werden.<br />

»Man braucht viel Durchhaltevermögen.<br />

Bei uns dauerte es vier Jahre vom<br />

ersten Antrag bis zum Ratsbeschluss.«<br />

Anita Kirchner, Katzenhilfe Bonn<br />

1<br />

Monat<br />

beträgt die Frist,<br />

innerhalb derer<br />

widersprochen<br />

oder geklagt<br />

werden kann.<br />

!<br />

Fotos: Dieter Roeseler/laif, privat<br />

16 6 | 2014


extra<br />

Länger krank?<br />

Was darf der Arbeitgeber?<br />

Eine unangenehme Situation: Man ist häufig krank und dann gibt es<br />

auch <strong>noch</strong> Stress im Beruf: Der Chef ist genervt, schika<strong>nie</strong>rt, droht<br />

sogar mit Kündigung. Aber ist das erlaubt? Guido Graf von Schweinitz,<br />

Fachanwalt für Arbeitsrecht, klärt auf.<br />

Muss man dem<br />

Arbeitgeber<br />

Rechenschaft<br />

ablegen, wenn<br />

man länger krank ist?<br />

Nein! Wird man krankgeschrieben,<br />

muss man den<br />

Arbeitgeber zwar sofort informieren<br />

und dann die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung<br />

vorlegen, aber darüber<br />

hinaus keine Auskunft geben.<br />

Es ist aber für das Vertrauensverhältnis<br />

oft besser,<br />

offen zu sein.<br />

Wann ist es besser, den<br />

Arbeitgeber bzw. Vorgesetzten<br />

aufzuklären?<br />

Vor allem bei einer chronischen<br />

Krankheit oder häufigen<br />

kurzen Ausfällen und<br />

wenn man wegen einer Erkrankung<br />

längere Zeit nicht<br />

arbeitsfähig sein wird.<br />

Und <strong>wie</strong> reagieren, wenn<br />

ein Vorgesetzter nach der<br />

Rückkehr zu einem Personalgespräch<br />

einlädt?<br />

Dann ist es ratsam, den Betriebsrat<br />

dazuzuholen. Erst<br />

mal nur zuhören, wenn man<br />

befürchtet, dass man gekündigt<br />

werden könnte.<br />

14,2<br />

Tage war<br />

2013 jeder<br />

Arbeitnehmer<br />

im Schnitt<br />

krank – so<br />

viele <strong>wie</strong> seit<br />

Jahren nicht.<br />

6 | 2014<br />

17


geld ^ recht<br />

Frauen häufiger krank<br />

Zahl der Fehltage in Prozent<br />

12,9<br />

10,2<br />

Frauen<br />

Männer<br />

13,8<br />

10,9<br />

Darf man während bzw.<br />

nach einer Krankheit einfach<br />

versetzt werden bzw.<br />

andere Aufgaben zuge<strong>wie</strong>sen<br />

bekommen?<br />

Ja. Arbeitgeber haben das<br />

Recht, Angestellte zu versetzen,<br />

wenn es betrieblich<br />

notwendig ist. Das gilt generell,<br />

nicht nur bei Krankheit.<br />

Und wenn man danach<br />

einer anderen Abteilung<br />

zuge<strong>wie</strong>sen wird?<br />

Dann kommt es darauf an,<br />

was im Arbeitsvertrag steht.<br />

Ist man für eine ganz bestimmte<br />

Position bzw. für<br />

eine bestimmte Abteilung<br />

eingestellt, ist das Versetzen<br />

nicht so leicht möglich.<br />

Gibt es aber im Arbeitsvertrag<br />

eine Versetzungsklausel,<br />

dann ist es möglich.<br />

Wenn man längere Zeit<br />

bzw. häufiger krank ist,<br />

darf dann das Gehalt gekürzt<br />

werden?<br />

Nein, das geht grundsätzlich<br />

nicht. Und zwar auch<br />

nicht, wenn man z. B. wegen<br />

der Krankheit versetzt<br />

wurde. Wenn Arbeitgeber jemanden<br />

auf eine schlechter<br />

bezahlte Stelle oder eine mit<br />

weniger Verantwortung versetzen<br />

wollen, so ist dies nur<br />

über eine Änderungskündigung<br />

möglich.<br />

Und was ist, wenn man<br />

eigentlich befördert beziehungsweise<br />

eine verantwortlichere<br />

Position erhalten<br />

sollte und nun davon<br />

nicht mehr die Rede ist?<br />

Wenn durch die Krankheit<br />

keine sachlichen Gründe entstanden<br />

sind, weshalb man<br />

die bessere Position nicht<br />

ausüben kann, ist das nicht<br />

in Ordnung. Vor allem, wenn<br />

etwas schon schriftlich vereinbart<br />

wurde, muss sich der<br />

Arbeitgeber daran halten.<br />

Wird man nur wegen einer<br />

Krankheit nicht befördert,<br />

kann das sogar gegen das<br />

Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz<br />

(AGG) oder das<br />

Maßregelungsverbot (§ 612a<br />

BGB verstoßen.<br />

Bleibt der Anspruch auf<br />

Urlaub erhalten, wenn<br />

man lange krank ist?<br />

Ja, man verliert das Recht<br />

auf bezahlten Jahresurlaub<br />

nicht, wenn man den Urlaub<br />

wegen einer Krankheit nicht<br />

nehmen konnte.<br />

Und wenn man länger als<br />

ein Jahr krank ist?<br />

Ja, selbst dann. Der Urlaubsanspruch<br />

bleibt bis 15<br />

Monate nach Ablauf des Urlaubsjahres<br />

bestehen. Wer<br />

also das ganze Jahr 2013<br />

krank war, kann den Urlaub<br />

des Jahres 2013 <strong>noch</strong> bis 31.<br />

März 2015 nehmen. Das gilt<br />

auch, wenn der Betrieb vorschreibt,<br />

dass man Jahresurlaub<br />

bis zum 31. März 2014<br />

genommen haben muss.<br />

Kann der Arbeitgeber einen<br />

bereits genehmigten<br />

15,0<br />

12,1<br />

2006 2008 2010 2012<br />

Quelle: Techniker Krankenkasse 2013<br />

15,9<br />

12,7<br />

ACHTUNG<br />

Drei<br />

Wochen<br />

Frist<br />

Wer wegen<br />

Krankheit<br />

gekündigt wurde,<br />

sollte sich<br />

wehren.<br />

1.<br />

Drei Wochen nach<br />

Zugang der schriftlichen<br />

Kündigung hat<br />

man Zeit, um gegen<br />

die Kündigung vorzugehen,<br />

z. B. durch<br />

Kündigungsschutzklage<br />

beim Arbeitsgericht.<br />

2.<br />

Versäumt man diese<br />

Frist und erhebt<br />

keine Kündigungsschutzklage,<br />

gilt die<br />

Kündigung als von<br />

Anfang an rechtswirksam<br />

(§ 7 Kündigungsschutzgesetz).<br />

3.<br />

Die Klage muss innerhalb<br />

der drei Wochen<br />

(nach Zugang<br />

der Kündigung) beim<br />

Gericht angekommen<br />

sein; ein Fax genügt.<br />

4.<br />

Wer in einer Gewerkschaft<br />

ist oder eine<br />

Rechtsschutzversicherung<br />

hat, riskiert<br />

durch die Kündigungsschutzklage<br />

nichts. In der Regel<br />

eröffnet die Klage<br />

die Chance auf eine<br />

Abfindung.<br />

Urlaub streichen, wenn<br />

man vorher krank war?<br />

Nein, gestrichen werden<br />

kann der Urlaub nicht. War<br />

der Urlaub bereits genehmigt,<br />

kann dieser nur aus<br />

sehr wichtigem Grund widerrufen<br />

werden – eigentlich<br />

nur, wenn der Betrieb sonst<br />

zusammenbrechen könnte.<br />

Aber ein Vorgesetzter kann<br />

darum bitten, den Urlaub zu<br />

verschieben, z. B. um schnell<br />

<strong>wie</strong>der Anschluss zu finden.<br />

Darf wegen einer längeren<br />

oder chronischen Krankheit<br />

das Gehalt gekürzt<br />

werden, z. B. weil gesagt<br />

wird, man sei nicht mehr<br />

so leistungsfähig?<br />

Nein. Das, was vertraglich<br />

vereinbar wurde, muss auch<br />

eingehalten werden.<br />

Können denn Bonuszahlungen<br />

oder Weihnachtsgeld<br />

gekürzt oder verweigert<br />

werden?<br />

Nein, wenn solche Zahlungen<br />

ohne Vorbehalt<br />

im Arbeits- oder Tarifvertrag<br />

festgeschrieben sind.<br />

<strong>So</strong>nst können <strong>So</strong>ndervergütungen<br />

<strong>wie</strong> das Weihnachtsgeld<br />

nach § 4a Entgeltfortzahlungsgesetz<br />

auch gekürzt<br />

werden.<br />

Und was ist mit Leistungen,<br />

die der Betrieb bisher<br />

freiwillig zahlt?<br />

Dann liegt es im Ermessen<br />

des Arbeitgebers, ob diese<br />

auch an kranke Mitarbeiter<br />

ausgezahlt werden. Zahlungen<br />

z. B., die an Ziele und<br />

Leistungen geknüpft sind,<br />

können verweigert werden,<br />

weil wegen der Krankheit die<br />

Leistung eventuell nicht erbracht<br />

wurde.<br />

Wenn die Krankheit so<br />

massiv ist oder war, dass<br />

der bisherige Job nicht<br />

mehr so ausgeübt werden<br />

kann, was dann?<br />

Fotos: Hans-Bernhard Huber/laif, privat, Stills Online<br />

18 6 | 2014


extra<br />

4%<br />

aller Arbeitnehmer in<br />

Deutschland waren 2013<br />

arbeitsunfähig.<br />

Viele gehen krank zur<br />

Arbeit, um keinen<br />

Ärger mit dem Arbeitgeber<br />

zu riskieren.<br />

Dann muss der Arbeitgeber<br />

versuchen, mit dem Beschäftigten<br />

und dem Betriebsrat<br />

eine Lösung zu finden, um<br />

den Arbeitsplatz zu erhalten.<br />

Das gilt vor allem, wenn<br />

der Mitarbeiter wegen der<br />

Krankheit als schwerbehindert<br />

eingestuft wird.<br />

Wie könnte so eine Lösung<br />

im Betrieb aussehen?<br />

Dazu gibt es unterschiedliche<br />

Modelle: von besonderen<br />

Büromöbeln über technische<br />

Hilfen bis zu einem<br />

anderen Arbeitsplatz im Unternehmen.<br />

Betriebe sind zu<br />

einem solchen betrieblichen<br />

Eingliederungsmanagement<br />

(BEM) verpflichtet (§ 84 Abs.<br />

2 SGB IX).<br />

Viele denken, der Arbeitsplatz<br />

ist sicher, während<br />

man krank ist, und man<br />

kann nicht gekündigt werden.<br />

Stimmt das?<br />

Nein. Krankheit ist sogar der<br />

häufigste Grund für eine personenbedingte<br />

Kündigung.<br />

Arbeitgeber dürfen kündigen,<br />

wenn sie annehmen,<br />

dass ein Arbeitnehmer den<br />

»Wer befürchtet,<br />

dass der Arbeitsplatz<br />

gekündigt werden könnte,<br />

sollte eine Rechtsschutzversicherung<br />

abschließen,<br />

die auch Arbeitsrecht<br />

umfasst. Die übernimmt<br />

die Kosten, wenn bei<br />

Kündigung der<br />

Vertrag schon drei<br />

Monate besteht.«<br />

Guido Graf von Schweinitz,<br />

Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Bonn<br />

Arbeitsvertrag wegen einer<br />

Krankheit künftig nicht mehr<br />

erfüllen kann.<br />

Aus welchem Grund kann<br />

kranken Mitarbeitern gekündigt<br />

werden?<br />

Es müssen drei Punkte erfüllt<br />

sein, damit eine solche<br />

Kündigung bei Krankheit<br />

rechtmäßig ist. Fehlt nur<br />

eine Voraussetzungen, stehen<br />

die Chancen gut, dass<br />

die Kündigung sozial nicht<br />

gerechtfertigt ist und man<br />

vor dem Arbeitsgericht siegt.<br />

Welches sind denn die drei<br />

Voraussetzungen?<br />

Die erste: „negative Gesundheitsprognose“.<br />

Das ist kein<br />

Attest eines Arztes, sondern<br />

die Einschätzung des Arbeitgebers.<br />

Im Streitfall muss vor<br />

dem Arbeitsgericht belegt<br />

werden, dass<br />

• die Krankheit des Mitarbeiters<br />

länger als zwei Jahre<br />

dauert (dauernde Arbeitsunfähigkeit),<br />

• der Arbeitnehmer seine<br />

Arbeit trotz Hilfen des<br />

Arbeitgebers nicht mehr<br />

schaffen kann (erhebliche<br />

krankheitsbedingte Leistungsminderung),<br />

• die Fehlzeiten pro Jahr<br />

deutlich länger waren als<br />

die 6 Wochen, die das Gesetz<br />

für die Entgeltfortzahlung im<br />

Krankheitsfall festlegt (häu-<br />

fige Kurz-Erkrankungen oder<br />

Dauererkrankung).<br />

Und was ist die zweite<br />

Voraussetzung?<br />

Die Interessen des Betriebs<br />

müssen durch die Krankheit<br />

des Arbeitnehmers erheblich<br />

beeinträchtigt sein.<br />

Dazu zählen die hohen Kosten<br />

für die Entgeltfortzahlung<br />

pro Krankheit. War<br />

man häufig kurz krank, ist<br />

das für den Betrieb teurer,<br />

als wenn man dauerhaft erkrankt<br />

ist und nach sechs<br />

Wochen die Krankenkasse<br />

Geld überweist. Aber der<br />

Arbeitgeber kann auch anführen,<br />

dass Termine nicht<br />

eingehalten werden können<br />

und die restliche Belegschaft<br />

zu stark belastet wird.<br />

Und <strong>wie</strong> lautet die dritte<br />

Voraussetzung?<br />

Vor der Kündigung muss der<br />

Arbeitgeber die eigenen und<br />

die Interessen des Arbeitnehmers<br />

abwägen. Die Kündigung<br />

darf nur das letzte<br />

Mittel sein. Zugunsten des<br />

Arbeitnehmers müssen berücksichtigt<br />

werden: Alter,<br />

Betriebszugehörigkeit, die<br />

Qualität des bisherigen Arbeitsverhältnisses.<br />

Außerdem<br />

muss vor der Kündigung<br />

ein BEM (siehe oben)<br />

durchgeführt worden sein.<br />

Ist eine Abmahnung notwendig,<br />

bevor man wegen<br />

einer Krankheit gekündigt<br />

werden kann?<br />

Nein, nur bei einer verhaltensbedingten<br />

Kündigung<br />

müsste der Arbeitgeber vorher<br />

abmahnen. •<br />

6 | 2014<br />

19


geld ^ recht<br />

Mit 5, 10, 20 oder<br />

25 Euro vorsorgen<br />

Viele wissen, dass im Alter eine<br />

Rentenlücke droht und denken den<strong>noch</strong>,<br />

Altersvorsorge lohne über 50 nur<br />

mit dreistelligen Beträgen pro Monat.<br />

Irrtum! Selbst 5 Euro reichen,<br />

um – auch mit staatlichen Hilfen und<br />

Zuschüssen des Arbeitgebers<br />

– einen Teil der Lücke zu schließen.<br />

Mit 10 Euro<br />

Banksparplan starten<br />

Gut geeignet, wenn man<br />

regelmäßig kleine Beträge<br />

pro Monat zur Seite<br />

legen möchte.<br />

Im Gegensatz zu einer<br />

Versicherung fallen hier<br />

keine Gebühren oder<br />

Kosten an.<br />

Zu den Zinsen gibt es<br />

meist einen Bonus.<br />

Leider gibt es nur wenige<br />

gute Angebote (s. u.).<br />

Zins oft variabel; Bank<br />

kann Zins auch senken.<br />

Oft kann ein Sparplan<br />

nicht vor Ende der Laufzeit<br />

gekündigt werden.<br />

Meist sind keine <strong>So</strong>ndereinzahlungen<br />

in den<br />

Sparplan möglich.<br />

20 Euro<br />

Direktversicherung nutzen<br />

Sparrate geht direkt vom<br />

Bruttogehalt ab. Das<br />

bringt Steuervorteile und<br />

spart <strong>So</strong>zialabgaben in<br />

der Sparphase. Maximal<br />

darf man derzeit 238<br />

Euro (Ost: 200 Euro) je<br />

Monat sparen.<br />

Wechselt man den Arbeitgeber,<br />

kann man den<br />

Vertrag auf die neue<br />

Firma übertragen.<br />

Ist pfändungssicher, zum<br />

Beispiel wenn der Arbeitgeber<br />

insolvent wird.<br />

Durch das geringere<br />

Bruttogehalt reduziert<br />

sich etwas der Anspruch<br />

auf eine Erwerbsminderungs-<br />

bzw. die Altersrente<br />

und das Krankengeld.<br />

Braucht man dringend<br />

Geld, kann man die Direktversicherung<br />

nicht<br />

kündigen oder beleihen.<br />

Bei der Auszahlung im<br />

Alter werden Steuer und<br />

<strong>So</strong>zialabgaben fällig. In<br />

Summe aber weniger, als<br />

man zuvor gespart hat.<br />

Fotos: Shutterstock (2)<br />

GUTE BANKSPARPLÄNE<br />

BANK ZINS IN % KAPITAL *<br />

VTB Direkt<br />

(0 69) 6 65 58 99 99<br />

Sparda-Bank Südwest<br />

(0 61 31) 63 63 63<br />

Stadtsparkasse Düsseldorf<br />

(02 11) 8 78 22 11<br />

Dresdner Volksbank-Raiffeisenbank<br />

(03 51) 8 13 10<br />

Sparda-Bank Hannover<br />

(05 11) 30 18-0<br />

* In Euro gerundet bei 15 Euro Sparrate je Monat über 10 Jahre.<br />

Quelle: biallo<br />

2,50 2.044<br />

2,44 2.038<br />

2,00 1.992<br />

1,83 1.975<br />

1,77 1.969<br />

GUTE DIREKTVERSICHERUNGEN<br />

VERSICHERUNG<br />

GARANTIERTES KAPITAL*<br />

Allianz<br />

2.193<br />

(08 00) 4 10 01 04<br />

Continentale 2.189<br />

(02 31) 91 90<br />

Europa<br />

2.174<br />

(02 21) 5 73 72 00<br />

Hannoversche 2.143<br />

(05 11) 9 56 56 56<br />

HUK-Coburg 2.141<br />

(09561) 965 07 07<br />

* In Euro bei 20 Euro Sparrate über 12 Jahre Mindestlaufzeit und<br />

100 % Todesfallschutz; die tatsächliche Auszahlsumme kann deutlich<br />

höher sein, wenn Versicherung gut wirtschaftet.<br />

Quelle: <strong>plus</strong> <strong>Magazin</strong><br />

20 6 | 2014


extra<br />

25 Euro<br />

Fondssparen bringt Rendite<br />

Fonds schneiden auf<br />

längere Sicht meist besser<br />

ab als viele andere<br />

Geldanlagen.<br />

Sind sehr flexibel; man<br />

kann über das Vermögen<br />

jederzeit verfügen.<br />

Möglich ist auch das<br />

Nutzen von VL (siehe<br />

unten) und Riester-Förderung<br />

(siehe rechts).<br />

Mehr Zinsen als<br />

beim Sparen<br />

Rendite* von Fonds-<br />

Sparplänen der letzten<br />

10 Jahre in % –<br />

trotz Finanzkrise<br />

Aktienfonds Deutschland<br />

Aktienfonds Europa<br />

Aktienfonds global<br />

Euro-Rentenfonds 2,6<br />

Mischfonds Euro<br />

2,8<br />

Beim Kauf von Fonds-Anteilen<br />

fallen Kosten an:<br />

Ausgabeaufschlag, Depotund<br />

Verwaltungsgebühr.<br />

Die große Zahl an Fonds<br />

macht die Auswahl für<br />

Sparer sehr kompliziert.<br />

Fonds können an Wert<br />

verlieren; man darf das<br />

Geld nicht zu einem fixen<br />

Termin benötigen. Deshalb<br />

eignet sich die Anlage<br />

nur für Sparer, die<br />

schon sichere Anlagen<br />

<strong>wie</strong> Riester-Rente haben.<br />

Prognosen, <strong>wie</strong> hoch das<br />

Kapital nach 10 Jahren<br />

ist, sind nicht möglich.<br />

4,3<br />

4,1<br />

* Inklusive aller Kosten. Angaben Durchschnitte der jeweiligen Fondsgruppe.<br />

Quelle: BVI<br />

7,7<br />

Noch lukrativer<br />

mit Förderung<br />

Wer weniger als 40.000 Euro brutto pro Jahr<br />

verdient, hat Anspruch auf vermögenswirksame<br />

Leistungen des Arbeitgebers<br />

(6 bis 40 Euro Zuschuss<br />

pro Monat). Zusätzlich<br />

gibt es die Arbeitnehmer-Sparzulage:<br />

maximal 80 Euro im<br />

Jahr. Ein normaler<br />

Banksparplan wird<br />

dann auch mit kleiner<br />

Sparrate doppelt<br />

interessant.<br />

!<br />

5 Euro<br />

Lukrative Riester-Rente<br />

Die mit Abstand lukrativste<br />

Vorsorge-Methode<br />

für Geringverdiener.<br />

Schon 5 Euro im Monat<br />

reichen, um einen Riester-Vertrag<br />

zu starten.<br />

Für Sparer ab 50 Jahre<br />

empfiehlt sich aber ein<br />

Beitrag ab 25 Euro.<br />

Der Staat schenkt im<br />

Jahr bis zu 154 Euro,<br />

wenn man jährlich 4 %<br />

des Brutto-Einkommens<br />

(Vorjahr) einzahlt.<br />

Interessant ist diese<br />

Vorsorge z. B. auch für<br />

„Nur“-Hausfrauen: Für<br />

60 Euro eigene<br />

Sparleis tung hat man<br />

am Ende eines Jahres<br />

214 Euro <strong>plus</strong> Zinsen<br />

auf dem Sparkonto.<br />

GUTE RIESTER-RENTEN<br />

ANBIETER (TARIF)<br />

Karlsruher (RiesterRente Plus)<br />

(07 21) 35 30<br />

Hanse Merkur (Riester Care-RA2013)<br />

(0 40) 41 19-0<br />

R+V (RiesterRente)<br />

(08 00) 5 33 11 12<br />

Hannoversche Leben (Garant Tarif AV1)<br />

(05 11) 9 56 56 56<br />

Allianz (RiesterRente Perspektive)<br />

(08 00) 4 10 01 04<br />

Hat man Kinder (mit<br />

Anspruch auf Kindergeld),<br />

bekommt man<br />

weitere 185 Euro pro<br />

Jahr geschenkt.<br />

Die Sparbeiträge werden<br />

nicht versteuert.<br />

Im Alter sind lebenslange<br />

Auszahlungen garantiert.<br />

Viele Angebote zu<br />

Riester-Verträgen sind<br />

unübersichtlich.<br />

Oft werden viele Gebühren<br />

abgezogen.<br />

Deshalb die Angebote<br />

genau vergleichen.<br />

Aber: Im Alter müssen<br />

die Renten-Auszahlungen<br />

normal versteuert<br />

werden; das schmälert<br />

die Rendite.<br />

GARANTIE-RENTE<br />

IM MONAT**<br />

14,56<br />

14,48<br />

14,45<br />

14,21<br />

13,87<br />

** In Euro bei 12 Jahren Laufzeit und 25 Euro Sparbeitrag je Monat für einen Mann,<br />

Jahrgang 1959, Versicherungsbeginn 2014; die tatsächliche Rente je Monat kann leicht<br />

doppelt oder dreifach so hoch sein – je nach Anlageerfolg der Versicherung.<br />

Quelle: Morgen&Morgen<br />

6 | 2014<br />

21


geld ^ recht<br />

Sie haben Fragen?<br />

<strong>plus</strong>-Experten antworten<br />

Holger Strohmeyer<br />

Fachanwalt für <strong>So</strong>zialrecht,<br />

Dortmund<br />

Wolfgang Wawro<br />

Steuerberaterbund,<br />

Berlin<br />

Riester-Rente<br />

Ich bekomme mit 60 meine<br />

Riester–Rente ab Januar 2018<br />

monatlich ausbezahlt. Voraussichtlich<br />

werde ich aber bis<br />

Ende 2022 (65 Jahre) arbeiten.<br />

Werden von den 100 Euro, die ja<br />

voll steuerpflichtig sind, während<br />

der 5 Jahre, in denen ich<br />

<strong>noch</strong> versicherungspflichtig<br />

beschäftigt bin, auch <strong>noch</strong><br />

Krankenversicherungs- und<br />

Pflegeversicherungs-Beiträge<br />

abgezogen?<br />

Werner Abelmann, per E-Mail<br />

Das hängt von der Art Ihrer<br />

Krankenversicherung<br />

ab. Wenn Sie in der gesetzlichen<br />

Krankenversicherung<br />

pflichtversichert sind,<br />

werden aus Ihrer Riester-<br />

Rente keine Beiträge für<br />

die Kranken- und Pflegeversicherung<br />

abgezogen.<br />

Anders sieht es aus, wenn<br />

Sie freiwilliges Mitglied<br />

in der gesetzlichen Krankenversicherung<br />

sind. Hier<br />

müssen Sie Beiträge auf<br />

alle Einkünfte zahlen, auch<br />

Unabhängige<br />

Rentenberater<br />

vermittelt deren Bundesverband<br />

in Berlin:<br />

für eine Riester-Rente. Das<br />

würde zudem nicht nur für<br />

die Zeit, in der Sie <strong>noch</strong><br />

sozialversicherungspflichtig<br />

beschäftigt sind, gelten,<br />

sondern auch darüber hinaus<br />

für die ganze Laufzeit.<br />

Falls Sie privat krankenversichert<br />

sind, zahlen<br />

Sie einen individuellen<br />

Versicherungsbeitrag, der<br />

unabhängig von der Höhe<br />

Ihrer Einkünfte ist.<br />

Mini-Job<br />

Ich habe die Aussicht auf einen<br />

Minijob. Da es sich hierbei um<br />

einen Promoter-Job handelt,<br />

die Einsatzorte häufig wechseln<br />

und bis zu 100 Kilometer<br />

von meinem Wohnort entfernt<br />

liegen können, wurde mir angeboten,<br />

dass die Fahrtkosten<br />

ersetzt werden. Was ist hierbei<br />

grundsätzlich zu beachten,<br />

damit der Status „Mini-Job“<br />

nicht gefährdet wird? Wie sieht<br />

es bei Urlaubsgeld und <strong>So</strong>nnund<br />

Feiertagszuschlägen aus?<br />

Konrad Bauer, per E-Mail<br />

Im Rahmen Ihres Mini-<br />

Jobs werden die 450 Euro<br />

Lohn für die Arbeitszeit bezahlt.<br />

Aufwandsersatz zum<br />

Beispiel für Reisekosten ist<br />

kein Lohn, sondern Kostenerstattung<br />

für betriebliche<br />

Ausgaben. Hierbei ist<br />

der Status „Mini-Job“ nicht<br />

gefährdet. Anders ist das<br />

beim Urlaubsgeld. Dieses<br />

ist als Lohn anzusehen.<br />

Jeder Euro, den Sie über<br />

die 450 Euro hinaus als<br />

Lohn bekommen, führt in<br />

der Regel dazu, dass ein<br />

sozialversicherungspflichtiges<br />

Arbeitsverhältnis<br />

entsteht. Zuschläge für<br />

Nacht-, <strong>So</strong>nn- und Feiertagsarbeit<br />

sind zwar auch<br />

Lohn. Wenn Sie allerdings<br />

die Voraussetzungen für<br />

die Lohnsteuer-Befreiung<br />

§ 3b Einkommensteuergesetz<br />

(EStG) erfüllen, bleibt<br />

der Status „Mini-Job“ erhalten<br />

und Sie erhalten<br />

diese Zuschläge ohne weitere<br />

Abzüge.<br />

EM-Rente<br />

Seit 2007 erhalte ich (jetzt 63<br />

Jahre alt) eine unbefristete<br />

Erwerbsminderungsrente. Was<br />

muss ich tun, wenn die Rente<br />

im Jahre 2016 endet? Kann es<br />

sein, dass die Altersrente dann<br />

geringer ausfällt?<br />

Ursula Belz, per E-Mail<br />

Sie sollten rechtzeitig, das<br />

heißt etwa drei Monate vor<br />

Eintritt in die Regelaltersrente,<br />

einen Rentenantrag<br />

für den Bezug der Altersrente<br />

stellen. Möglicherweise<br />

erhalten Sie dann<br />

eine höhere Rente im Vergleich<br />

zur Erwerbsminderungsrente.<br />

Die Altersrente<br />

darf gegenüber der bisher<br />

bezogenen Erwerbsminderungsrente<br />

auf jeden Fall<br />

nicht <strong>nie</strong>driger ausfallen<br />

(Besitzstandsschutz).<br />

Verlängerung EM-Rente<br />

Ich bin 1957 geboren und habe<br />

seit 2009 einen Schwerbehindertenausweis<br />

über GdB 50. Im<br />

Oktober 2013 wurde mir eine<br />

volle Erwerbsminderungsrente<br />

(030) 62 72 55 02,<br />

www.rentenberater.de<br />

Wir können Anfragen nur schriftlich (Brief, Fax, E-Mail)<br />

Wichtig beantworten, leider nicht telefonisch.<br />

bis März 2015 zugesprochen.<br />

Was muss ich bei der Beantragung<br />

zur Verlängerung der<br />

EM-Rente beachten? Gibt es<br />

bei meiner Konstellation mehrere<br />

Möglichkeiten, in Rente zu<br />

gehen, und hat man immer<br />

Rentenabzüge hinzunehmen?<br />

Birgit Odparlik, per E-Mail<br />

<strong>So</strong>fern sich Ihr Gesundheitszustand<br />

nicht gebessert<br />

hat, sollten Sie vier<br />

Monate vor Ablauf der<br />

befristeten EM-Rente einen<br />

Verlängerungsantrag stellen.<br />

Eine vorzeitige Altersrente<br />

für Schwerbehinderte<br />

können Sie 2018 mit<br />

10,8 % Abschlag erhalten,<br />

wenn die nötige Vorversicherungszeit<br />

erfüllt ist. Ob<br />

es besser wäre, die EM-<br />

Rente bis zur Altersrente<br />

(ohne Abzüge) zu beziehen<br />

oder vorzeitig Altersrente<br />

zu beantragen,<br />

sollten Sie bei einem Rentenberater<br />

berechnen lassen.<br />

Bedenken sollten Sie,<br />

dass durch die neuen Regeln<br />

die EM-Rente (s. S. 4)<br />

nach der Verlängerung<br />

höher ausfällt (die längere<br />

Zurechnungszeit gilt dann<br />

auch für Sie).<br />

Familienversicherung<br />

Ich bin 51 Jahre, ohne eigenes<br />

Einkommen und bin beitragsfrei<br />

bei der Krankenkasse meines<br />

Mannes versichert. Welche<br />

Auswirkungen kann eine Abfindung,<br />

die ich vielleicht bekomme,<br />

auf die Beiträge zur<br />

Krankenkasse haben?<br />

P. Preuß, Hamburg<br />

Fotos: privat (5)<br />

22 6 | 2014


extra<br />

Gabriele Prasser<br />

Steuerberaterin,<br />

Nürnberg<br />

Karlheinz Große<br />

Bundesverband der Betriebsrentner,<br />

Wiesbaden<br />

Lars Gatschke<br />

Verbraucherzentrale<br />

Bundesverband<br />

Schreiben Sie uns!<br />

<strong>plus</strong> <strong>Magazin</strong>, Geld & Recht,<br />

Lindenstraße 20, 50674 Köln,<br />

<strong>plus</strong>magazin@bayard-media.de<br />

Eine Abfindung hat keine<br />

negativen Auswirkungen<br />

auf die Familienversicherung,<br />

sofern diese als Einmalzahlung<br />

gewährt wird.<br />

Eine Voraussetzung für die<br />

kostenfreie Familienversicherung<br />

ist, dass Sie kein<br />

Gesamteinkommen haben,<br />

das regelmäßig ein Siebtel<br />

der monatlichen Bezugsgröße<br />

(im Jahr 2014: 395<br />

Euro) überschreitet. Bei<br />

einer Einmalzahlung überschreiten<br />

Sie regelmäßig<br />

diese Einkommensgrenze<br />

nicht. Deshalb beendet die<br />

Abfindung die Familienversicherung<br />

nicht.<br />

Trinkgelder<br />

Ich bewohne ein Einfamilienhaus,<br />

bin einkommensteuerpflichtig<br />

und Rentnerin. Wenn<br />

bei mir Handwerker – z. B.<br />

Gärtner – gearbeitet haben und<br />

ich gebe diesen Handwerkern<br />

ein Trinkgeld, kann ich dies<br />

steuerlich geltend machen?<br />

Doris Schwaiger, per E-Mail<br />

Abgesetzt werden können<br />

nur die Arbeitskosten, die<br />

auf der Rechnung auftauchen.<br />

Möglich ist, dass Sie<br />

dem Handwerker sagen, er<br />

möge 20 oder 30 Euro auf<br />

den Arbeitslohn draufschlagen<br />

(als Trinkgeld),<br />

dann ist es absetzbar.<br />

Rentenhöhe berechnen<br />

Bei mir wurde für den Rentenantrag<br />

das Gehalt der letzten<br />

drei Monate hochgerechnet.<br />

Durch eine Schlusszahlung, die<br />

beim Rentenantrag <strong>noch</strong> nicht<br />

Wie viel zählt eine<br />

Lehre für die Rente?<br />

Ist es richtig, dass beim Rentenantrag die<br />

Vorlage des Gesellenbriefes mit 1 bis 1,3 Entgeltpunkten<br />

berücksichtigt wird, obwohl die<br />

Ausbildungszeit lückenlos erfasst ist? Ein<br />

Bekannter behauptet, dass ihm beim Rentenantrag<br />

für die Vorlage des Gesellenbriefes 1,26<br />

Entgeltpunkte angerechnet wurden.<br />

Josef Lesting, per E-Mail<br />

Eine berufliche Ausbildung führt als<br />

Anrechnungszeit zu einer höheren Rentenbewertung.<br />

Der Nachweis für die<br />

berufliche Ausbildung muss der Rentenversicherung<br />

allerdings erbracht werden,<br />

zum Beispiel durch Vorlage des<br />

Gesellenbriefes. Die genaue Zahl der<br />

Entgeltpunkte, die für die Berufsausbildung<br />

dem Rentenkonto zusätzlich gutgeschrieben<br />

wird, ist vom jeweiligen<br />

Versicherungsverlauf abhängig.<br />

feststand, hätte sich ein höherer<br />

Rentenbetrag ergeben.<br />

Ich habe ein Neuberechnen<br />

beantragt und gegen die Ablehnung<br />

Widerspruch eingelegt.<br />

Auch dieser Widerspruch wurde<br />

abgelehnt. Ich müsste nun<br />

Klage erheben. Gibt es denn<br />

Urteile, die eine Neuberechnung<br />

ausschließen?<br />

Wilfried Thies, per E-Mail<br />

<strong>So</strong>fern Sie mit dem Rentenantrag<br />

zugestimmt haben,<br />

dass die letzten drei<br />

Monate vor Rentenbeginn<br />

hochgerechnet werden, ist<br />

eine nachträgliche Neuberechnung<br />

leider nicht<br />

mehr möglich. Dies hat das<br />

Bundessozialgericht zuletzt<br />

am 12. 12. 2011 (Az. B<br />

13 R 29/11 R) bestätigt.<br />

Erbschaftsteuer<br />

Wir sind ein kinderloses Paar.<br />

Uns interessiert, <strong>wie</strong> viel Prozent<br />

Erbschaftsteuer müssen<br />

Geschwister und Neffen oder<br />

Nichten zahlen?<br />

Roberta Lehmann, per E-Mail<br />

Die Geschwister und Nichten<br />

und Neffen gehören<br />

in die Erbschaftsteuerklasse<br />

II. Geschwister, Nichten<br />

und Neffen haben dann<br />

jeweils einen Freibetrag<br />

von 20.000 Euro.<br />

Der Steuersatz ist nach<br />

§ 19 Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz<br />

gestaffelt<br />

und reicht von 15 % (bis<br />

75.000 Euro steuerpflichtige<br />

Erbschaft) bis zu 43 %<br />

(ab 26 Mio. Euro steuerpflichtige<br />

Erbschaft).<br />

Aus rechtlichen Gründen dürfen unsere Experten nur allgemeine Hinweise geben. Bei konkreten Problemen wenden Sie sich direkt an<br />

Beratungsstellen der Verbraucherverbände, der Rentenversicherung oder einen Steuerberater bzw. Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.<br />

6 | 2014<br />

23


✛ ✛ ✛<br />

24 Seiten JETZT Extra Mehr MEHR Rente für SEITEN Kranke<br />

✛ ✛ ✛<br />

Handwerker<br />

Bei Pfusch rechtzeitig<br />

Nachbessern fordern<br />

Wenn Handwerker nicht ordentlich<br />

arbeiten, unbedingt reklamieren.<br />

Auch wenn die<br />

1. Rechnung längst<br />

bezahlt ist – mindestens<br />

zwei Jahre lang<br />

müssen Handwerker<br />

für ihre Arbeit geradestehen.<br />

Aber: Ausgebessert<br />

werden müssen<br />

nur die Mängel,<br />

die sie unmittelbar<br />

verantworten müssen,<br />

also wenn z. B. die<br />

Arbeit nicht korrekt<br />

ausgeführt wurde<br />

oder das für die Arbeiten<br />

eingesetzte Material<br />

ungeeignet war.<br />

Welche Frist für<br />

2. die Gewährleistung<br />

gilt, hängt von<br />

der Art des Handwerks<br />

ab. Allgemein<br />

gilt die Frist von zwei<br />

Jahren (Bürgerliches<br />

Gesetzbuch); bei Arbeiten<br />

am Bau sind es<br />

dagegen fünf Jahre;<br />

bei kleineren Reparaturen<br />

kann es aber<br />

auch nur ein Jahr<br />

sein. Deshalb Handwerker<br />

bereits beim<br />

Auftrag bitten, die<br />

Gewährleistungsfrist<br />

ins Angebot aufzunehmen.<br />

Dann hat man<br />

die Frist später<br />

schwarz auf weiß.<br />

Stellt man Mängel<br />

3. fest, sofort schriftlich<br />

an das Unternehmen<br />

wenden und verlangen,<br />

dass der<br />

Schaden ausgebessert<br />

wird. Wichtig: Jeder<br />

Handwerker muss<br />

zuerst die Chance<br />

haben, die Sache<br />

selbst in Ordnung zu<br />

bringen. Dafür muss<br />

man eine angemessene<br />

Frist von etwa<br />

drei Wochen setzen.<br />

Ist der Mangel<br />

4. nach Ablauf der<br />

Mahn-Frist immer<br />

<strong>noch</strong> nicht ausgebessert,<br />

darf eine andere<br />

Firma beauftragt werden,<br />

die den Schaden<br />

beseitigt. Die Kosten<br />

dann dem ersten<br />

Handwerker in Rechnung<br />

stellen.<br />

Name des Handwerksunternehmens<br />

Herrn/Frau<br />

XX (Geschäftsführer)<br />

Straße<br />

PLZ/Ort<br />

Bitte um Nachbesserung im Rahmen der Gewährleistung<br />

Auftrag vom ....................... (Datum) über („Handwerkerleistung“),<br />

Rechnung-Nr. XXX vom ....................... (Datum)<br />

Sehr geehrte/r Herr/Frau (Geschäftsführer/in),<br />

Ihr Unternehmen hat am ....................... (Datum) folgende<br />

Arbeiten in meinem Haus/meiner Wohnung durchgeführt:<br />

....................... (Auftrag kurz beschreiben).<br />

Leider ist jetzt, XX Wochen/Monate nach Abschluss<br />

der Arbeiten, folgender Mangel aufgetreten: .......................<br />

(Hier kurz beschreiben, welcher Schaden aufgetreten<br />

ist und zum Beweis evtl. Fotos hinzufügen.)<br />

Im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistungspflicht<br />

von zwei/fünf Jahren (BGB) möchte ich Sie bitten,<br />

den Mangel inkl. der Ursachen für das Auftreten des<br />

Schadens fachgerecht und dauerhaft zu beseitigen.<br />

Für die Ausführung der erforderlichen Arbeiten setze<br />

ich Ihnen eine angemessene Frist von ..... (z. B. drei<br />

Wochen) nach Erhalt dieses Schreibens, also bis zum<br />

....................... (Datum).<br />

Bitte setzen Sie sich mit mir in Verbindung, damit wir<br />

einen Termin vereinbaren können.<br />

Mit freundlichen Grüßen<br />

Per Einschreiben –<br />

mit Rückschein !<br />

Absender<br />

Vorname / Name<br />

Straße<br />

PLZ / Ort<br />

Datum<br />

✛ ✛ ✛<br />

Zum Heraustrennen und Sammeln<br />

24 Seiten Extra Der große Re<br />

Juli 2014<br />

geld^recht<br />

Die neue<br />

Mütter-Rente<br />

ändert jeden<br />

Versorgungsausgleich.<br />

Wer<br />

kann mehr Geld<br />

fordern? Wie<br />

kann man sich<br />

dagegen wehren?<br />

DER EXTRA RATGEBER VON<br />

Sind alle<br />

Scheidungs-<br />

Urteile<br />

falsch?<br />

geld^recht<br />

im Juli<br />

Mütter-Rente Müssen alle Scheidungen neu berechnet werden? ++ Steuern<br />

Die 10 wichtigsten Tipps für Rentner ++ Recht Die neuen Regeln im Reiserecht<br />

++ Versicherung Welche Police hilft bei Starkregen und Hagel? ++<br />

Ab 18. 6.<br />

am Kiosk<br />

I lustration: Ikon Images/mauritius images<br />

❯<br />

Die<br />

neuen Rechte bei<br />

Bahn und Flugzeug<br />

Wie Sie bei Verspätungen leichter<br />

und schneller Geld erhalten, S. 8<br />

❯<br />

10 Steuer-Tricks,<br />

die sofort wirken<br />

Gerade Rentner sollten ab Juli<br />

doppelt genau rechnen, S. 17<br />

P-GR0714_001VST.indd 1 24/04/14 15:09<br />

24 6 | 2014


26. KALENDERWOCHE<br />

Mo. 23.<br />

Wer beim Streit zuerst<br />

den Mund hält, ist besser<br />

erzogen.<br />

HANNES ANDROSCH<br />

österreichischer Unternehmer<br />

Di. 24.<br />

Keiner ist so böse, dass<br />

man nich t etwas an ihm<br />

loben könnte.<br />

MARTIN LUTHER<br />

deutscher Theologe<br />

Mi. 11.<br />

Do. 12.<br />

Fr. 13.<br />

Sa. 14.<br />

<strong>So</strong>. 15.<br />

Wünsch dir nicht weniger<br />

Probleme, sondern mehr<br />

Fähigkeiten.<br />

unbekannt<br />

Zeit, die wir uns nehmen,<br />

ist Zeit, die uns etwas gibt.<br />

ERNST FERSTL<br />

öster reichischer Schriftsteller<br />

Wer will, findet We ge, wer<br />

nicht will, findet Gründe.<br />

GÖTZ W. WERNER<br />

deutscher Unternehmer<br />

Lesen ist für den Gei st<br />

das, was Gymnastik für<br />

den Körper ist.<br />

JOSEPH ADDISON<br />

englische r Dichter<br />

Das große Ziel der Bildung<br />

ist nicht Wissen, sondern<br />

Handeln.<br />

HERBERT SPENCER<br />

englischer <strong>So</strong>zialwissenschaftler<br />

25. KALENDERWOCHE<br />

Mo. 16.<br />

Di. 17.<br />

Mi. 18.<br />

Lieber Staub aufwirbe ln<br />

als Staub ansetzen!<br />

HUBERT BURDA<br />

deutscher Verleger<br />

Alles, was lediglich wahrscheinlich<br />

ist, ist wahrscheinlich<br />

falsch.<br />

RENÉ DESCARTES<br />

französisc her Philosoph<br />

Man muss die Tatsachen<br />

kenn en, bevor man sie<br />

verdrehen kann.<br />

MARK TWAIN<br />

amerikanischer S chriftsteller<br />

Mi. 25.<br />

Do. 26.<br />

Fr. 27.<br />

Sa. 28.<br />

<strong>So</strong>. 29.<br />

Mo. 30.<br />

Wer kei ne Kritik verträgt,<br />

der hat sie bitter nötig.<br />

LOTHAR SCHMIDT<br />

deutscher Verleger<br />

Man sieht nur,<br />

was man weiß.<br />

JOHANN W OLFGANG V. GOETHE<br />

deutscher Di chter<br />

Auch verstecktes Lob<br />

hört jeder gern.<br />

RAYMOND HULL<br />

kanadischer Schriftsteller<br />

Ein Gedanke, der nicht<br />

gefährlich ist, ist gar nicht<br />

wert, ein Gedanke zu sein.<br />

OSCAR WILDE<br />

irischer Schriftsteller<br />

Freundschaft ist eine Tür<br />

zwischen zwei Menschen.<br />

Sie kann manchmal<br />

klemmen, sie kann<br />

knarren, aber sie ist <strong>nie</strong><br />

verschlossen.<br />

BALTASAR G. Y MORALES<br />

spanischer Schriftsteller<br />

Tadeln ist leicht –<br />

darum tun es so viele.<br />

ANSELM VON FEUERBACH<br />

deutscher Rechtsgelehrter<br />

Do. 19.<br />

Fronleichnam<br />

Opportunisten segeln mit<br />

de m Wind, den andere<br />

machen.<br />

CARLO MANZONI<br />

italienischer Schriftsteller<br />

Fr. 20.<br />

Gescheite kann man<br />

überzeug en, Dumme muss<br />

man überreden.<br />

CURT GOETZ<br />

deutscher Schrifts teller<br />

Sa. 21.<br />

<strong>So</strong>. 22.<br />

Gut getan ist besser als<br />

gut gesprochen.<br />

BENJAMIN FRANKLIN<br />

amerikanischer Politiker<br />

Mancher ist für die Wahrheit,<br />

solange die Wahrheit<br />

für ihn ist.<br />

CHARLES TSCHOPP<br />

Schweizer Schri ftsteller<br />

Fotos: Christine Ann Föll/Flora Press<br />

6 | 2014<br />

59


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6 | 2014<br />

61


!<br />

!<br />

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ERLEBEN<br />

EBE<br />

1:3<br />

In diesem Verhältnis<br />

schützt gute <strong>So</strong>nnencreme<br />

vor UVAund<br />

UVB- Strahlen.<br />

36 g<br />

oder sechs<br />

Teelöffel <strong>So</strong>nnencreme<br />

benötigt man,<br />

damit die Creme<br />

richtig schützt.<br />

62<br />

6 | 2014<br />

50 +<br />

darf ein <strong>So</strong>nnenschutz-<br />

Produkt nur heißen,<br />

wenn es mindestens einen<br />

Lichtschutzfaktor<br />

von 60 hat.<br />

Foto: :Wo<br />

Wotext t<br />

2mm<br />

m<br />

Abstand !!!!!!!!!!!<br />

! !!


SCHÖN SEIN<br />

Wie gut ist<br />

inBio?<br />

Wer in die <strong>So</strong>nne geht, sollte die Haut schützen – das weiß inzwischen jedes<br />

Kind. Doch <strong>wie</strong> gut sind die neuen Naturkosmetik-Mittel? Silke Mietzner<br />

sprach mit vielen Experten und fand heraus: Hohe Schutzfaktoren gaukeln<br />

falsche Sicherheit vor. Und Bio ist heute eine echte Alternative.<br />

<strong>So</strong>nnencreme<br />

UNSERE<br />

EXPERTIN:<br />

Dermatologin<br />

Gerrit Schlippe<br />

aus Münster<br />

Die <strong>So</strong>nne – wir brauchen<br />

sie, weil sie uns<br />

gesund hält (zum Beispiel<br />

für die K<strong>noch</strong>en)<br />

und <strong>glücklich</strong> macht.<br />

Zugleich sind UV-Strahlen aber auch<br />

der entscheidende Auslöser, der unsere<br />

Haut altern lässt, das Bindegewebe<br />

zerstört, sodass die Haut erschlafft<br />

und Falten schlägt. „Wer<br />

sich also wirksam vor der <strong>So</strong>nne<br />

schützt, hat gleichzeitig den besten<br />

Faltenschutz“, sagt Hautärztin Gerrit<br />

Schlippe aus Münster, „deshalb<br />

<strong>nie</strong> ohne <strong>So</strong>nnenschutz ins Freie.<br />

Und wer keine spezielle <strong>So</strong>nnencreme<br />

verwenden will, sollte immer<br />

eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor<br />

tragen. Die reicht aber nur<br />

für normale Tage, nicht für ein ausgiebiges<br />

<strong>So</strong>nnenbad.“<br />

Doch <strong>wie</strong> schützt <strong>So</strong>nnencreme<br />

überhaupt? Dafür gibt es zwei Wirk-<br />

Prinzipien: per chemischen und mit<br />

mineralischem Filter. Chemisch-synthetische<br />

UV-Filter dringen in die<br />

Haut ein, wandeln dort die <strong>So</strong>nnenstrahlen<br />

in Infrarot-Strahlung – also<br />

Wärme – um. Jeder gewünschte<br />

Lichtschutzfaktor lässt sich so problemlos<br />

chemisch erreichen.<br />

Doch genau dies behagt vielen<br />

Frauen (und Männern) nicht, weshalb<br />

in den letzten Jahren Bio-<br />

<strong>So</strong>nnenmittel boomen. Denn in<br />

Naturkosmetik mit Ecocert-,<br />

BDIH- oder Natrue-Label sind<br />

diese chemischen Filter verboten.<br />

Bio-<strong>So</strong>nnencremes<br />

– und auch einige konventionelle<br />

<strong>So</strong>nnencremes<br />

–<br />

<br />

erzeugen<br />

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Gute Produkte Annemarie Börlind DNA-Protect <strong>So</strong>nnen-Creme<br />

LSF 30, 29 Euro Ringana <strong>So</strong>nnenschutzbalsam mittel 20, 35 Euro The<br />

Organic Pharmacy Cellular Protection Sun Cream SPF 18, 40 Euro<br />

6 | 2014<br />

63


!<br />

ERLEBEN<br />

SCHÖN EBE<br />

SEIN<br />

<br />

<br />

<br />

Gute Produkte bareMinerals<br />

SPF 30 Natural Sunscreen, 30 Euro<br />

Lavera Sensitiv <strong>So</strong>nnencreme LSF 30,<br />

6 Euro. Trilogy Age Proof daily<br />

defense moisturizer SPF 15, 32 Euro<br />

den UV-Schutz mit kleinsten Partikeln<br />

der Mineralien Titandioxid<br />

oder Zinkoxid. Diese legen sich <strong>wie</strong><br />

ein Schutzmantel über die Haut und<br />

reflektieren die <strong>So</strong>nnenstrahlen <strong>wie</strong><br />

winzige Spiegel.<br />

Bis vor einiger Zeit hat man diesen<br />

mineralischen <strong>So</strong>nnenschutz immer<br />

daran erkannt, dass die Haut<br />

mit einem feinen weißen Film überzogen<br />

war. Inzwischen mischen die<br />

Bio-Beauty-Hersteller nun zum Beispiel<br />

Sanddorn-Öl bei, das von Natur<br />

aus orange aussieht und so den<br />

weißen Schleier abschwächt bzw.<br />

ganz verschwinden lässt.<br />

Außerdem werden die Mineralien<br />

heute viel feiner gemahlen,<br />

um das Weißeln zu vermeiden. Allerdings<br />

sind die Partikel oft so winzig,<br />

dass es sich dann um Nano-Partikel<br />

handelt, weil sie einen<br />

Durchmesser von weniger als 100<br />

Nanometer haben. Aber: Niemand<br />

sollte sich von dem Begriff verwir-<br />

ren lassen; die bei normaler Kosmetik<br />

in der Kritik stehenden Nano-<br />

Partikel (aus Kunststoff) dürfen mit<br />

den feinen Inhaltsstoffen in Bio-<strong>So</strong>nnenschutz<br />

nicht verwechselt werden.<br />

Deshalb verwenden viele Hersteller<br />

von Naturkosmetik schon seit<br />

geraumer Zeit nur mineralische UV-<br />

Filter, die nicht mehr im Nano-Größenbereich<br />

liegen.<br />

Einen großen Vorteil haben die<br />

Bio-<strong>So</strong>nnenmittel mit ihrem mineralischen<br />

Schutz: Sie müssen nicht<br />

<strong>wie</strong> die chemischen erst einziehen.<br />

Man ist bereits mit dem Eincremen<br />

geschützt, kann sofort in die <strong>So</strong>nne.<br />

Allerdings, und das ist der Nachteil<br />

der Bio-Mittel: Die schützenden Partikel<br />

liegen auf der Haut, werden<br />

Bio wird immer besser<br />

dadurch schneller abgerieben. Einfluss<br />

auf den Lichtschutzfaktor hat<br />

dies nicht. Auch Bio-<strong>So</strong>nnencremes<br />

erreichen heute extrem hohe Lichtschutzfaktoren<br />

<strong>wie</strong> 30 oder 50. Auf<br />

den Packungen prangt sogar das<br />

UVA-Logo mit dem Kreis, das auf<br />

die Einhaltung des von der EU geforderten<br />

1:3-Verhältnisses hinweist.<br />

Vor einigen Jahren war das <strong>noch</strong><br />

nicht so. Alte Bio-Mittel erreichten<br />

oft nur einen Lichtschutzfaktor von<br />

maximal 20. Heute werden bei Eco<br />

Naturkosmetik z. B. die Titandioxid-<br />

Teilchen nicht nur mit Silizium umhüllt,<br />

sondern zusätzlich mit gereinigter<br />

Tonerde. „Es bildet sich eine<br />

Schicht, die bis zu fünfmal so gut<br />

gegen UV-Strahlen wirkt <strong>wie</strong> normales<br />

Titandioxid“, erklärt Rhea<br />

<strong>So</strong>rge von Eco Naturkosmetik. Auch<br />

neue Mischungen erhöhen den UV-<br />

Schutz: Melvita etwa kombi<strong>nie</strong>rt<br />

Titandioxid mit Zinkoxid, das für<br />

seinen abdeckenden Effekt bekannt<br />

ist; Alverde fügt Mica hinzu, ein<br />

Glimmer-Mineral, das auch in Edelsteinen<br />

und Granit vorkommt.<br />

Vor allem die stetig steigende<br />

Zahl der Allergiker befeuert die<br />

Nachfrage nach Naturkosmetik –<br />

und nach Bio-<strong>So</strong>nnenschutz. Denn<br />

viele reagieren auf die chemischen<br />

UV-Filter allergisch. Ähnliches gilt<br />

für künstliche Moschusdüfte, synthetische<br />

Konservierungsstoffe,<br />

Emulgatoren und Fette <strong>wie</strong> Paraffin<br />

und Silikon. Deshalb sollten alle, die<br />

empfindliche Haut haben, genau auf<br />

die Inhaltsstoffe achten und im Zweifel<br />

Naturkosmetik benutzen.<br />

»Lieber<br />

vorsichtig sein«<br />

Hautärztin Gerrit Schlippe<br />

rät zum bewussten<br />

Umgang mit der <strong>So</strong>nne:<br />

„Creme mit LSF 20 filtert<br />

schon 95 Prozent der<br />

Strahlung raus. Das ist total<br />

ausreichend, wenn man<br />

sich vernünftig verhält.<br />

Der beste Schutz ist nun<br />

mal, die <strong>So</strong>nne zu meiden<br />

und sich mittags im Schatten<br />

aufzuhalten. Lieber<br />

etwas überziehen, als sich<br />

mit LSF 50 einzucremen.“<br />

Das Abend-<br />

Programm<br />

Auch gut geschützt<br />

stresst <strong>So</strong>nne die<br />

Haut. Deshalb rät der<br />

Hautarzt Joachim<br />

Christ aus Bonn:<br />

✽ Abends ist eine<br />

Extra-Portion<br />

Pflege besonders<br />

wichtig.<br />

✽ Die meisten<br />

stellen fest, dass<br />

die Haut nach dem<br />

<strong>So</strong>nnenbaden sehr<br />

trocken ist. Das<br />

kann man ausgleichen,<br />

indem man<br />

ihr Fett und Feuchtigkeit<br />

zuführt.<br />

✽ Spezielle After-<br />

Sun-Produkte enthalten<br />

zwar keine<br />

Fette und Öle, dafür<br />

aber viel Wasser<br />

und Alkohol, die<br />

beim Verdunsten<br />

einen kühlenden<br />

Effekt haben.<br />

✽ Sehr gut sind<br />

Stoffe, die die Haut<br />

beruhigen: Aloe<br />

vera beispielsweise<br />

oder Hamamelis-<br />

Extrakt, das in<br />

entsprechender<br />

Konzentration sogar<br />

einen <strong>So</strong>nnenbrand<br />

lindert.<br />

Fotos: Getty Images, PR (10), privat<br />

!!<br />

Foto: Wotext 2mm<br />

Abstand !!!!!!!!!!!<br />

! 64 6 | 2014


Schnell<br />

braun aus der<br />

Tube<br />

Oje, die Haut ist <strong>noch</strong> so blass.<br />

Also ein wenig Selbstbräuner, denkt<br />

man. Doch wer etwas älter ist,<br />

sollte Selbstbräuner anders benutzen.<br />

1<strong>So</strong> funktio<strong>nie</strong>rt es<br />

Normalerweise wirken<br />

die aktiven Moleküle in<br />

Selbstbräunern schon<br />

beim normalen Kontakt<br />

mit der Haut und färben<br />

innerhalb von vier bis<br />

sechs Stunden die oberste<br />

Hornschicht. Wie<br />

schnell und intensiv dies<br />

geschieht, hängt von der<br />

Struktur der Haut ab.<br />

2Die<br />

Haut ist anders<br />

Aber: Mit den Jahren<br />

verändert sich die Haut<br />

– ältere Haut ist dünner,<br />

ungleichmäßiger und<br />

enthält weniger Lipide<br />

(Fette). Wer über 50<br />

ist und Selbstbräuner<br />

nutzen<br />

<br />

möchte, sollte<br />

daher die Haut<br />

gut vorbereiten.<br />

3<br />

Pflege ist alles<br />

Dazu: Zwei Wochen<br />

lang zwei- bis dreimal in<br />

der Woche peelen – aber<br />

nicht öfter. Zusätzlich<br />

zweimal täglich gut<br />

eincremen. Dann ist<br />

auch ältere Haut glatt<br />

und gleichmäßig – und<br />

die Chancen für einen<br />

gleichmäßigen Braun-<br />

Ton sind sehr gut.<br />

<br />

<br />

<br />

4Die gute Wahl<br />

Am besten fürs Gesicht<br />

eignen sich Selbstbräuner-Cremes<br />

auf Basis<br />

einer Anti-Age-Gesichtspflege.<br />

Für Beine und<br />

Arme <strong>wie</strong>derum reichen<br />

Sprays, Lotionen und<br />

Gele völlig aus. Immer<br />

vorher eincremen.<br />

5Gleichmäßiger Ton<br />

Pigmentflecken? Keine<br />

<strong>So</strong>rge. Die nehmen generell<br />

weniger Farbe an.<br />

Helle Pigmentstörungen<br />

dagegen gleichen sich<br />

mit Selbstbräunern dem<br />

normalen Hautton an.<br />

Auch bläuliche Venen<br />

und Besenreiser werden<br />

durch die künstliche<br />

Bräune schön kaschiert.<br />

6<br />

6Ein großes Plus<br />

Da Selbstbräuner immer<br />

nur in der obersten<br />

Hautschicht wirken und<br />

reifere Haut sich nicht<br />

mehr so schnell regeneriert,<br />

hält die<br />

Mit<br />

Anti-Age-<br />

Effekt<br />

Bräune deutlich<br />

länger als bei<br />

jüngerer Haut.<br />

Gute Selbstbräuner Laura Mercier Bronzing Gel, 50 ml, 38 Euro<br />

Artdeco Spray on Leg Foundation, 100 ml, 20 Euro Estée Lauder Self-Tan, 50 ml,<br />

30 Euro Lancôme Flash Bronzer Gel Visage Autobronzant, 50 ml, 35 Euro<br />

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GEGEN<br />

HAUTPROBLEME<br />

Unsere Haut ist ein komplexes Organ.<br />

<strong>So</strong>bald der Hautstoffwechsel gestört wird,<br />

schlägt sich dies in Irritationen der Haut <strong>nie</strong>der.<br />

Kattwiderm kann durch seine homöopathischen<br />

Wirkstoffe helfen, diese gestörten<br />

Prozesse zu regulieren. Rufen Sie uns an<br />

oder besuchen Sie uns im Internet.Tel.:<br />

(05921) 7802-11 oder www.kattwiga.de<br />

Kattwiderm Tabletten. Die Anwendungsgebiete<br />

leiten sich von den homöopathischen Azneimittelbildern<br />

ab. Dazu gehören: Juckende und schuppende<br />

Hauterkrankungen <strong>wie</strong> Ekzeme. Hinweis: Bei anhaltenden,<br />

unklaren oder neu auftretenden Beschwerden<br />

sollte ein Arzt aufgesucht werden, da es sich um Erkrankungen<br />

handeln kann, die einer ärztlichen Abklärung<br />

bedürfen. Tabletten enthalten Lactose. Kattwiga<br />

Arzneimittel GmbH, Zur Grenze 30, 48529 Nordhorn,<br />

www.kattwiga de Zu Risiken und Nebenwirkungen<br />

lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie<br />

Ihren Arzt oder Apotheker.


Viele Yoga-Übungen lassen sich perfekt in den<br />

Alltag einbauen – zum Beispiel beim Telefo<strong>nie</strong>ren.<br />

Alle Illustrationen sind Ursula Karvens Buch „Yoga für dich und überall“ (GU Verlag) entnommen.<br />

20:00 Heißer Draht<br />

Halber Lotus – hält beweglich<br />

Auf dem Boden sitzen, Beine ausstrecken. Rechtes Bein anwinkeln, auf<br />

den linken Oberschenkel legen. Linkes Bein anwinkeln und unterhalb<br />

des rechten Beins ablegen. Oberkörper aufrichten.<br />

››› Das bringt es: Lindert Steifheit in K<strong>nie</strong>n und Fußgelenken.<br />

Kräftigt Wirbelsäule und Bauchorgane, durchblutet den Unterleib.<br />

66 6 | 2014


SCHÖN SEIN<br />

Zum Glück<br />

gibt’s Yoga zum<br />

Entspannen<br />

Ob morgens beim Zähneputzen oder abends vorm Einschlafen – Yoga in den Alltag<br />

einzubauen, ist die beste Art, gelassener zu werden. Die Schauspielerin Ursula Karven<br />

lebt nach diesem Prinzip schon viele Jahre und stellte für uns einfache Übungen<br />

zusammen. Und sie verspricht: „Es ist so leicht, damit zu starten, und macht so viel Spaß.“<br />

6:00 Bettgeflüster<br />

K<strong>nie</strong>-Twist – dehnt den Körper<br />

Rückenlage. Linkes K<strong>nie</strong> zur Brust. Linken Arm ablegen. Kopf<br />

nach links drehen. Linkes K<strong>nie</strong> nach rechts fallen lassen. Mit<br />

rechter Hand sanft nach unten drücken. 15 Sekunden je Seite.<br />

››› Das bringt es: Dehnt die Körperseiten. Regt die<br />

inneren Organe an und richtet den Körper neu aus.<br />

7:00 Badespaß<br />

Baum – fördert die Balance<br />

Gerade stehen, linke Hand an linke Taille. Rechtes Bein<br />

anwinkeln, Fußsohle an die Innenseite des linken K<strong>nie</strong>s<br />

lehnen. 5 Mal tief ein- und ausatmen. Seite wechseln.<br />

››› Das bringt es: Verbessert Konzentration und fördert<br />

die Ausgeglichenheit. Stärkt die Beinmuskeln.<br />

6 | 2014<br />

67


SCHÖN SEIN<br />

10:00 Schuh-Schau<br />

Vorwärtsbeuge – entspannt den Rücken<br />

Aufrecht stehen, Beine leicht grätschen. Einatmen, Oberkörper<br />

mit gestreckten Armen nach vorn und unten beugen.<br />

Beine langsam durchdrücken. Wieder aufrichten. 5 Mal.<br />

››› Das bringt es: Dehnt Bein- und stärkt Rückenmuskeln.<br />

Mobilisiert die Wirbelsäule. Hilft gegen Traurigkeit.<br />

12:00 Mittagspause<br />

Dritter Krieger – fördert die Durchblutung<br />

Vor Tisch stehen, sodass Finger ihn beim Vorbeugen berühren.<br />

Arme nach oben strecken. Ausatmen, Oberkörper<br />

beugen. Linkes Bein nach hinten. 15 Sekunden je Seite.<br />

››› Das bringt es: Stärkt und dehnt Rumpf-, Arm-, Beinund<br />

Fußmuskeln. Gibt Körper und Geist viel Energie.<br />

17:00 Einkaufstrick<br />

Tiefenatmung – öffnet die Schulterpartie<br />

Aufrecht stehen, Beine grätschen. Hände hinter dem Rücken<br />

verschränken. Einatmen, Rücken gerade. Ausatmen,<br />

Arme so weit <strong>wie</strong> möglich nach oben führen. 10 Mal.<br />

››› Das bringt es: Dehnt die Nacken- und Schultermuskeln.<br />

Richtet auf und öffnet den Brustbereich.<br />

18:00 Kochkunst<br />

Seitendehnung – formt eine schöne Taille<br />

Aufrecht stehen, Beine grätschen. Arme nach oben, Handflächen<br />

zeigen zueinander. Ausatmen, Oberkörper nach<br />

rechts neigen. 5 Atemzüge halten, dann Seite wechseln.<br />

››› Das bringt es: Kräftigt die Muskeln der Körperseite.<br />

Streckt das Becken. Strafft den Bauch.<br />

68 6 | 2014


14:00 Erfrischung<br />

Katzenbuckel – lockert die Muskeln<br />

An die vordere Kante eines Stuhls rücken. Beine hüftbreit<br />

öffnen. Arme hängen lassen. Einatmen, Schultern nach oben,<br />

ins Hohlkreuz. Ausatmen, Katzenbuckel machen, 10 Mal.<br />

››› Das bringt es: Mobilisiert die Wirbelsäule. Öffnet den<br />

Brustkorb. Lockert die Schultern. Vertieft Atmung.<br />

19:00 Abendritual<br />

Frosch – beruhigt die Nerven<br />

Aufrecht stehen, Beine geschlossen. In die Hocke gehen,<br />

K<strong>nie</strong> dabei nach außen schieben. Hände berühren den Boden<br />

und bleiben dort. Beine <strong>wie</strong>der strecken. 10 Mal.<br />

››› Das bringt es: Hält Becken und Hüfte flexibel. Stärkt<br />

zugleich vordere Beinmuskeln und wirkt entspannend.<br />

Illustrationen aus: Ursula Karven, Yoga für dich und überall, Gräfe und Unzer Verlag, München<br />

S<br />

Sie werden in diesem Jahr 50, Frau Karven,<br />

und, erlauben Sie mir das Urteil, sehen aus<br />

<strong>wie</strong> Mitte 30. Das kann doch nicht allein<br />

nur an Yoga liegen ...<br />

KARVEN (lacht) Doch! Glauben Sie mir. Yoga<br />

hält gesund und sogar jung. Aussehen hat ja<br />

auch ganz viel damit zu tun, <strong>wie</strong> man sich<br />

fühlt. Und ich fühle mich wirklich entspannt<br />

und fit durch Yoga.<br />

Wie oft muss man Yoga machen, um diesen<br />

erstrebenswerten Effekt zu spüren?<br />

KARVEN Das ist sehr individuell. Für mich ist<br />

Yoga heute so selbstverständlich <strong>wie</strong> Zähneputzen.<br />

Ich mache jeden Morgen meine<br />

Übungen, nach dem Aufstehen um halb<br />

sieben in einem ruhigen Winkel in der Wohnung.<br />

Dann beginne ich zum Beispiel mit<br />

dem K<strong>nie</strong>-Twist und dem Baum (Anleitungen<br />

siehe vorige Seite). Nach 30 Minuten<br />

belohne ich mich dann mit einer Tasse heißer<br />

Limone mit Honig. Das entsäuert und<br />

entgiftet den Körper.<br />

Wie haben Sie Yoga für sich entdeckt?<br />

KARVEN Ich war 30 und lebte mit meiner<br />

Familie in Amerika. Rückenschmerzen trieben<br />

mich zum Arzt.<br />

Ein guter<br />

Tag fängt mit<br />

Yoga an.<br />

Der schlug mir vor,<br />

es doch mal mit Yoga<br />

zu versuchen, weil<br />

dies die einzige Therapie<br />

sei, die den<br />

ganzen Menschen im Blick habe. Das war<br />

damals <strong>noch</strong> ziemlich neu und gewagt. Aber<br />

mir tat Yoga sofort gut – vor allem die Erkenntnis,<br />

dass wir alle falsch atmen.<br />

Wir atmen alle falsch?<br />

KARVEN Ja. Es geht um bewusst tiefes Einund<br />

Ausatmen – und zwar durch die Nase.<br />

Denn nur diese Atmung versorgt den Körper<br />

am besten mit Sauerstoff.<br />

Kann man mit Yoga auch in späteren Jahren<br />

beginnen? Muss man dafür nicht sehr<br />

gelenkig sein?<br />

6 | 2014<br />

69


SCHÖN SEIN<br />

KARVEN Überhaupt nicht. Am<br />

Anfang muss man sich auf die<br />

Übungen konzentrieren. Doch<br />

man macht diese immer nur so,<br />

<strong>wie</strong> man sie schafft. Doch der Körper<br />

verändert sich mit der Zeit. Im<br />

Laufe der Jahre geschah es bei mir<br />

fast unmerklich: Mein Körper wurde<br />

geschmeidiger, bildete lange,<br />

straffe Muskeln.<br />

Man kann also auch damit beginnen,<br />

wenn man älter ist?<br />

KARVEN Wissen Sie, welche Leute<br />

ich in meinen ersten Yoga-Kursen<br />

in Amerika traf? Lauter Rentner.<br />

Erst als Yoga in Mode kam, interessierten<br />

sich auch Jüngere dafür.<br />

Das Schöne an Yoga: Alle können<br />

mitmachen. Egal, <strong>wie</strong> alt man ist.<br />

Ich behaupte sogar: Ohne Yoga<br />

kann man nicht gut alt werden.<br />

Aber sich im Alltag dazu überwinden,<br />

fällt vielen schwer ...<br />

KARVEN Ja, den inneren Schweinehund<br />

kenne ich auch. (lacht) Meine<br />

Erfahrung ist: Hat man die<br />

ersten 30 Tage geschafft, wird es<br />

zur Gewohnheit, nach 50 Tagen<br />

zur lieben Gewohnheit und danach<br />

fehlt einem etwas ohne Yoga.<br />

Haben Sie beim Yoga auch eine<br />

Lieblingsübung?<br />

KARVEN Ganz besonders mag ich<br />

die „Vorwärtsbeuge“ – das ist eine<br />

typische Einsteiger-Übung. Aber<br />

auch den Schulterstand liebe ich<br />

und die Kerze. Beide Übungen<br />

kurbeln die Durchblutung an und<br />

aktivieren den Stoffwechsel. Danach<br />

fühlt man sich herrlich frisch.<br />

Was ist für Sie das Geheimnis<br />

beim Yoga? Ist es Sport oder eher<br />

Entspannung bzw. Meditation?<br />

KARVEN Wer Yoga macht, hat jeden<br />

Tag eine Verabredung mit sich<br />

„Ballast<br />

loslassen<br />

– das kann<br />

jeder<br />

mit Yoga<br />

lernen.“<br />

Ursula Karven, Schauspielerin<br />

und Yoga-Expertin<br />

selbst und lernt, auf sich zu achten.<br />

Man findet innere Balance und<br />

wird auch von anderen so wahrgenommen.<br />

Und man lernt, sich auf<br />

eine Sache wirklich zu konzentrieren<br />

und Nein zu sagen.<br />

Nein zu sagen?<br />

KARVEN Ich merke immer <strong>wie</strong>der,<br />

<strong>wie</strong> schnell einen der Alltag überrollen<br />

will. Arbeit, Termine, Verabredungen,<br />

Anrufe, hier ein Problem<br />

lösen, dort jemandem helfen<br />

– oft reißt es einfach nicht ab. Heute<br />

weiß ich, wo die Grenze ist. Ich<br />

achte auf meine inneren Warnsysteme:<br />

Was mir nicht guttut, das<br />

mute ich mir auch nicht mehr zu.<br />

In welcher Situation hat Ihnen<br />

das schon geholfen?<br />

KARVEN Zum Beispiel vor einigen<br />

Jahren, als ich spürte, dass sich in<br />

meiner Familie etwas festgefahren<br />

hat. Ich hatte das Gefühl, ich funktio<strong>nie</strong>re<br />

nur, alles ist ein Trott aus<br />

Gewohnheiten, ständigen Wiederholungen.<br />

Dann wagte ich den<br />

Schritt zurück von Amerika nach<br />

Europa, nach Mallorca. Obwohl<br />

ich mir dort vieles neu aufbauen<br />

musste und auch die Kinder neu<br />

starten mussten, war dieser Schritt<br />

gut für uns alle. Denn wir konnten<br />

alten Ballast ablegen.<br />

Half Ihnen das auch bei der Trauer<br />

um Ihren <strong>So</strong>hn, den Sie durch einen<br />

Unfall verloren haben?<br />

KARVEN Manchmal fordert das<br />

Leben von einem, loszulassen, wo<br />

man es für unmöglich hielt. Und<br />

ich staune selbst, was man alles<br />

loslassen kann, wenn man muss.<br />

Inzwischen habe ich gelernt: Oft<br />

muss Altes gehen, um neuem Platz<br />

zu machen. Das ist nicht immer<br />

leicht, vor allem in der Übergangsphase.<br />

Aber man wächst daran.<br />

Davon sprechen Sie auch in Ihrem<br />

neuen Buch „Loslassen“.<br />

KARVEN Das stimmt. Nachdem ich<br />

mehrere Bücher mit konkreten<br />

Yoga-Anleitungen geschrieben<br />

habe, ist dies eines, das viele Weisheiten<br />

für den Alltag enthält. Das<br />

war eine echte Herausforderung.<br />

Weil Sie eher die Frau fürs<br />

Praktische sind?<br />

KARVEN Man sollte Yoga nicht<br />

überhöhen – es ist nicht wirklich<br />

heilig. Aber es gibt wunderbare<br />

Inspirationen dazu, vor allem aus<br />

Indien, die ich sehr mag.<br />

Eine Frage zum Schluss: Wie werden<br />

Sie Ihren 50. feiern?<br />

KARVEN Mit einer Party und vielen<br />

Freunden. Die Einladungen habe<br />

ich schon vor Monaten verschickt.<br />

(lacht) Denn 2014 muss man damit<br />

schnell sein: 1964 ist mit 1,51<br />

Millionen Kindern der geburtenstärkste<br />

Jahrgang – und das ganze<br />

Land feiert. Elke Kressin<br />

Fotos: © Verlagsgruppe Random House GmbH, PR (3)<br />

URSULA KARVEN gibt viele weitere Tipps auch auf ihren DVDs („Yoga-<br />

Therapie“, WVG Medien 2013, 3 DVDs, 32,99 Euro) und in Büchern<br />

(„Yoga für dich und überall“, GU, 128 Seiten, 12,90 Euro, und „Loslassen –<br />

Yoga-Weisheiten für dich und überall“, Arkana, 240 Seiten, 19,99 Euro).<br />

70 6 | 2014


UNSER LEBEN<br />

MEIN<br />

FUSSBALLHELD<br />

... ist Gerald Asamoah. Er strahlt, er lacht,<br />

er versprüht gute Laune, wann immer<br />

man ihn sieht. Dabei gab es so viele Rückschläge<br />

in seinem Leben. Wegen eines<br />

angeborenen Herzfehlers musste er seine<br />

Karriere fast beenden. Doch er hat sich<br />

nicht unterkriegen lassen – bewundernswert.<br />

Und er nutzte seine Popularität, um<br />

anderen zu helfen. Mit seiner Stiftung unterstützt<br />

er herzkranke Kinder, sammelt<br />

Spenden für medizinische Geräte, kostspielige<br />

Operationen und Forschungs-Projekte.<br />

Das impo<strong>nie</strong>rt mir und zeigt, dass<br />

manche Fußballer mehr im Kopf haben.“<br />

Silke Siems<br />

(49), Redakteurin<br />

aus<br />

Königswinter<br />

Fotos: Andreas Teichmann/laif, privat; Illustration: Shutterstock<br />

AUCH FRAUEN<br />

LIEBEN FUSSBALL<br />

EINE INITIATIVE DER BAYARD MEDIA DEUTSCHLAND<br />

56 | 2014<br />

71


SCHÖN SEIN<br />

[ <strong>So</strong>nnenschutz ]<br />

Schönmacher:<br />

<strong>So</strong>nnenschutzöle<br />

verleihen der Haut<br />

einen schönen<br />

Schimmer, der die<br />

Haut glatter und<br />

jünger aussehen<br />

lässt. Zuhause bleibt<br />

dafür das Bodyöl.<br />

Gut sind: Lancôme<br />

<strong>So</strong>leil Bronzer<br />

Smoothing Protective<br />

Oil, 35 Euro;<br />

Biotherm Huile<br />

<strong>So</strong>laire, 26 Euro.<br />

[ Deodorant ]<br />

Frischmacher:<br />

Platz sparen kleine<br />

Zerstäuber oder<br />

Minipackungen mit<br />

Deotüchern.<br />

Gut sind: Weleda<br />

Citrus Deodorant,<br />

6 Euro; Essence<br />

Road Trip deo wipes,<br />

1,30 Euro.<br />

[ Duschgel ]<br />

Duftexperte:<br />

Nicht einfach ein<br />

Duschgel einpacken,<br />

sondern eines der<br />

toll parfümierten.<br />

Dann kann man sich<br />

im Urlaub zusätzliches<br />

Parfüm sparen.<br />

Gut sind: 4711 Acqua<br />

Colonia Aroma<br />

Shower Gel, 13 Euro;<br />

Lancôme Trésor<br />

Duschgel, 16 Euro.<br />

Weniger<br />

mitnehmen in<br />

den Urlaub<br />

Endlich Urlaub! Aber müssen all die Tiegel wirklich<br />

mit? Nein, es gibt viele Beauty-Produkte, die<br />

einen doppelten Nutzen haben – gerade in den Ferien.<br />

[ Gesichtsreinigung ]<br />

Saubermänner: Ein mildes<br />

Produkt reicht, das auch für die<br />

Augen geeignet ist und zusätzlich<br />

beruhigende Inhaltsstoffe hat –<br />

falls die Haut doch mal auf <strong>So</strong>nne<br />

und Wind gereizt reagiert.<br />

Gut sind: Dr. Grandel Ultra<br />

Sensitive Gentle Foam Cleanser,<br />

18 Euro; Shiseido Benefiance<br />

WrinkleResist24, 48 Euro;<br />

Douglas XSmall Cosy Cleansing<br />

Wipes, 1,99 Euro.<br />

[ After Sun ]<br />

Hautschmeichler: After-Sun-<br />

Lotion muss in jedem Fall mit,<br />

denn nach dem <strong>So</strong>nnenbad hat die<br />

Haut Durst. Dafür bleibt die normale<br />

Bodylotion zuhause – After-<br />

Sun-Produkte reichen im Urlaub.<br />

Gut sind: Piz Buin After<br />

Sun kühlende und beruhigende<br />

Feuchtigkeitslotion, 6 Euro;<br />

Dr. Hauschka After Sun Lotion,<br />

13 Euro.<br />

[ Tagescreme ]<br />

Optimierer:<br />

BB-Cremes mit<br />

hohem Lichtschutz<br />

sind <strong>So</strong>nnenschutz,<br />

Make-up und Pflege<br />

in einem.<br />

Gut sind: Vichy<br />

Capital <strong>So</strong>leil<br />

LSF 50+, 21 Euro;<br />

Clinique Age<br />

Defense BB Cream<br />

SPF 30, 7 Euro.<br />

[ Handcreme ]<br />

Alleskönner:<br />

Eine reichhaltige<br />

Allzweckcreme einpacken.<br />

Die ist auch<br />

für Füße perfekt.<br />

Gut sind: Lavera<br />

basis sensitiv<br />

Cream, 5 Euro;<br />

The Body Shop<br />

Sheabutter Körperbutter,<br />

16 Euro.<br />

[ Shampoo ]<br />

Pflegestufe:<br />

Das Shampoo sollte<br />

super pflegend sein,<br />

die Farbe vor <strong>So</strong>nne,<br />

Salz und Chlor<br />

schützen und so<br />

gleichzeitig den Conditioner<br />

ersetzen.<br />

Gut sind:<br />

Kérastase Bain<br />

Après-<strong>So</strong>leil,<br />

21 Euro; Schwarzkopf<br />

Essence Ultîme<br />

Diamond Color,<br />

5 Euro.<br />

Weitere gute Begleiter: Weleda Skin Food Hautcreme, 6 Euro;<br />

Elvital Sun Defense Schützendes <strong>So</strong>mmer-Shampoo, 3 Euro;<br />

Nivea In-Dusch Erfrischende After Sun Lotion, 250 ml, 4 Euro.<br />

Fotos: Getty Images, PR (3)<br />

72 6 | 2014


Gesund bleiben<br />

[Weil unser Körper das Wichtigste ist, was wir haben.]<br />

Freuen Sie<br />

sich auf<br />

Blaubeeren<br />

Eine der<br />

besten Quellen<br />

für gesunde<br />

Pflanzenstoffe.<br />

Wassertreten<br />

Ob im Kurpark,<br />

im Freibad oder<br />

am Strand – der<br />

„Storchengang“<br />

durchs kühle<br />

Nass stärkt die<br />

Venen.<br />

Foto: Stephan Elleringmann/laif<br />

Schon 56 gesetzliche Krankenkassen erstatten rückwirkend <strong>wie</strong>der die<br />

Kosten für bestimmte rezeptfreie Medikamente, etwa homöopathische oder<br />

anthroposophische Mittel. Wichtig: Vor dem Kauf klären, ob die Kasse zahlt.<br />

Autofreie Mosel<br />

Am 15. 6.<br />

gehören die<br />

80 km zwischen<br />

Schweich und<br />

Reil allein<br />

Radfahrern und<br />

Skatern. Info:<br />

www.happymosel.com<br />

unter www.bpi.de kann man abrufen, welche kassen schon mitmachen.<br />

6 | 2014<br />

73


GESUND BLEIBEN<br />

»Es gibt nicht die<br />

beste Methode. Oft<br />

reicht der Stent,<br />

manchmal ist die Bypass-<br />

OP die bessere Wahl.«<br />

Dr. Roland Tilz, Kardiologe<br />

und leitender Oberarzt, Asklepios<br />

Klinik St. Georg in Hamburg<br />

74<br />

6 | 2014


GESUND BLEIBEN<br />

Bypass<br />

oder Stent:<br />

FOTOS CHRISTIAN AEBERHARD, ISABELA PACINI<br />

TEXT ULRICH STEEN<br />

Was ist fürs<br />

Herz besser?<br />

Sind Gefäße am Herzen verengt oder verstopft, wird es<br />

lebensgefährlich. Kardiologen raten meist zu einem Stent,<br />

um Infarkt und Schlaganfall zu verhindern. Dabei wäre<br />

ein Bypass oft die bessere Therapie, mahnen Experten.<br />

An Ihrem Herzen ist ein<br />

Gefäß verengt. Wenn wir<br />

nichts unternehmen, haben<br />

Sie ein stark erhöhtes Infarkt-<br />

Risiko“ – fast 2000 Frauen und<br />

Männer hören jeden Tag diese<br />

Diagnose. Nahezu alle sind über<br />

50 und die meisten wurden zu<br />

einem Herz-Spezialisten über<strong>wie</strong>sen.<br />

Entweder weil sie Beschwer-<br />

den mit dem Herzen hatten, z. B.<br />

Gefühl der Enge in der Brust spüren,<br />

oder weil der Hausarzt etwas<br />

Auffälliges im EKG entdeckte oder<br />

beim Abhören des Herzens.<br />

Wenn Kardiologen darauf<br />

drängen, „etwas gegen das verengte<br />

Blutgefäß zu unternehmen“,<br />

dann raten sie heute immer häufiger<br />

dazu, die Engstelle per<br />

»Gute Kliniken erkennt man an Herz-Teams<br />

aus Kardiologen und Herzchirurgen.«<br />

Prof. Friedhelm Beyersdorf, Herzchirurg, ärztlicher Direktor,<br />

Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am<br />

Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen<br />

6 | 2014<br />

75


GESUND BLEIBEN<br />

Linke Halsschlagader<br />

»Wir sind<br />

verpflichtet,<br />

Patienten<br />

die beste<br />

Therapie zu<br />

empfehlen.«<br />

Katheter und Stent zu beseitigen<br />

– 450 000 Stents werden jedes Jahr<br />

in Deutschland eingesetzt. Zum<br />

Vergleich: Die medizinische Alternative,<br />

ein Bypass, wird gerade<br />

<strong>noch</strong> 43 000 Mal pro Jahr gelegt.<br />

Doch ist ein Stent wirklich immer<br />

besser? Ein Bypass schlechter?<br />

„Nein“, sagen zwei führende deutsche<br />

Spezialisten, der Herzchirurg<br />

Prof. Friedhelm Beyersdorf und<br />

der Kardiologe Dr. Roland Tilz,<br />

„so pauschal kann das nicht<br />

gesagt werden.“<br />

Warum werden immer<br />

mehr Stents gesetzt und<br />

immer weniger Bypässe<br />

eingesetzt?<br />

TILZ Stents sind bei<br />

wenig bzw. mäßig verengten<br />

Herzkranzgefäßen<br />

eine schonende<br />

Methode, das Gefäß <strong>wie</strong>der<br />

frei zu machen.<br />

Was macht Stents so schonend?<br />

TILZ Ein Stent hat diese Vorteile:<br />

• Man braucht dazu keine Vollnarkose,<br />

wodurch das Risiko von<br />

Komplikationen mit Herz und<br />

Kreislauf erheblich sinkt.<br />

• Es entsteht keine große Wunde,<br />

das senkt das Infektions-Risiko.<br />

• Man kann schon am<br />

nächsten Tag die Klinik<br />

<strong>wie</strong>der verlassen.<br />

• Nach dem Eingriff<br />

Dr. Roland Tilz<br />

spürt man kaum<br />

Schmerzen.<br />

Gibt es andere Gründe,<br />

warum mehr Stents<br />

eingesetzt werden?<br />

BEYERSDORF Stents<br />

sind auch kostengünstiger.<br />

Eine Bypass-OP<br />

kostet zirka 18.000<br />

Euro, ein Stent dagegen nur rund<br />

2.900 Euro.<br />

Wann ist dann ein Bypass die<br />

bessere Therapie?<br />

Stent<br />

Katheter<br />

Arterienwand<br />

Rückseitige<br />

Herzkranzgefäße<br />

Verengung<br />

DIE STENT-OP<br />

Über die Aorta wird ein Katheter bis<br />

zur Engstelle geführt, die mit einem<br />

Ballon geweitet wird. Ein Drahtgerüst<br />

(Stent) hält sie dann offen.<br />

Linke<br />

Herzkammer<br />

Stent<br />

Gut bei einer Engstelle<br />

Absteigende<br />

Aorta<br />

Vor dem Eingriff<br />

• In den Tagen<br />

vorher Ruhe- und<br />

Belastungs-EKG<br />

beim Hausarzt oder<br />

Kardiologen so<strong>wie</strong><br />

Blut-Analyse usw.<br />

• Stationäre Aufnahme<br />

am Abend zuvor<br />

oder am Morgen.<br />

• Je nachdem, wo<br />

Katheter eingeführt<br />

wird: Rasur der Leiste,<br />

des Handgelenks<br />

oder der Armbeuge.<br />

• Letzte Mahlzeit: 6<br />

Stunden vorher.<br />

OP-Ablauf<br />

• Örtliche Betäubung,<br />

wo Katheter eingeführt<br />

wird, meist Leiste.<br />

• Arzt setzt Hohlnadel<br />

(Katheter) und<br />

führt per Draht durch<br />

die Hauptschlagader<br />

(Aorta) einen gefalteten<br />

Ballon zum<br />

Herzkranzgefäß.<br />

• Kontrolle durch<br />

stetes Röntgen.<br />

• Engstelle wird mit<br />

Ballon gedehnt.<br />

• Mit weiterem<br />

Ballon wird Stent<br />

(Drahtröhrchen) zur<br />

gedehnten Stelle<br />

geschoben und<br />

entfaltet.<br />

• Blutfluss wird<br />

auf Röntgenbild<br />

kontrolliert.<br />

• Katheter wird<br />

herausgezogen.<br />

• Zugang mit<br />

Druckverband<br />

verschlossen.<br />

• OP-Dauer:<br />

20 Minuten.<br />

Nach dem Eingriff<br />

• 1 Tag zur Kontrolle<br />

auf normaler Station,<br />

da dann die Gefahr<br />

am größten ist, dass<br />

sich am Stent ein<br />

Gerinnsel bildet.<br />

• 4–5 Tage Schonung<br />

zuhause (keine<br />

Bettruhe).<br />

• Nach 1 Woche ist<br />

Herz mäßig belastbar<br />

(leichte Hausarbeit),<br />

nach 4 Wochen<br />

voll belastbar.<br />

Erfolgsquote*<br />

• 18 % haben innerhalb<br />

eines Jahres<br />

Infarkt, Schlaganfall<br />

oder neue Verengung.<br />

• 91 % leben 3 Jahre<br />

nach Eingriff <strong>noch</strong>.<br />

Fotos: Christian Aeberhard (2), Isabela Pacini (2); Illustrationen: mauritius images (4)<br />

76 6 | 2014


Mehrere Engpässe:<br />

Bypass<br />

Vor dem Eingriff<br />

• 1–2 Tage vor OP stationäre<br />

Aufnahme.<br />

• Untersuchung des<br />

Herzens per Katheter,<br />

Ultraschall, Röntgen,<br />

Blut-Analyse.<br />

• Rasur Beine und<br />

Brust (Männer) so<strong>wie</strong><br />

desinfizierendes<br />

Duschbad (Hygiene)<br />

am Abend zuvor.<br />

• Letzte Mahlzeit: 12<br />

Stunden vor OP.<br />

OP-Ablauf<br />

• Vollnarkose, künstliche<br />

Beatmung.<br />

• Brustkorb wird<br />

geöffnet, Brustbein<br />

längs durchtrennt.<br />

• Chirurg entnimmt<br />

aus Brustwand eine<br />

ca. 8 cm lange Arterie,<br />

um Bypass zu formen.<br />

Oder: Vene aus<br />

Bein oder Unterarm.<br />

• Herzbeutel wird<br />

geöffnet.<br />

• Chirurg entscheidet,<br />

ob Eingriff am<br />

schlagenden Herzen<br />

oder ob Herzschlag<br />

unterbrochen wird<br />

(mit Herz-Lungen-<br />

Maschine).<br />

• Bypass (ggf. mehrere)<br />

einfügen und<br />

annähen.<br />

• Zur Sicherheit werden<br />

zwei Drähte ans<br />

Herz gelegt, um im<br />

Notfall während oder<br />

nach der OP externen<br />

Schrittmacher anzuschließen.<br />

• OP-Dauer: 3 bis 5<br />

Stunden.<br />

Aufsteigende<br />

Aorta<br />

Rechte<br />

Herzkammer<br />

Nach dem Eingriff<br />

• 1–2 Tage Intensivstation<br />

zur Kontrolle.<br />

• Drähte für Schrittmacher<br />

werden nach<br />

3–5 Tagen gezogen,<br />

wenn Rhythmus des<br />

Herzens normal ist.<br />

• Nach 7–14 Tagen<br />

wird man entlassen.<br />

• Im Anschluss 3-wöchige<br />

Reha, stationär<br />

oder ambulant mit<br />

steigender Belastung.<br />

• Nach 3–6 Monaten<br />

voll belastungsfähig.<br />

Bypass<br />

Aortenbogen<br />

Hauptstamm<br />

Absteigendes<br />

Herzkranzgefäß<br />

Arterienwand<br />

DIE BYPASS-OP<br />

Meist aus einer Arterie der Brust wird<br />

der Bypass (hier nur symbolhaft)<br />

geformt. Angeschlossen wird er an<br />

der aufsteigenden Aorta.<br />

Erfolgsquote*<br />

• 12 % haben innerhalb<br />

eines Jahres<br />

Infarkt, Schlaganfall,<br />

neue Verengung.<br />

• 93 % leben 3 Jahre<br />

nach Eingriff <strong>noch</strong>.<br />

* Laut Syntax-Studie: Teilnehmer hatten Hauptstamm-Stenose, und/oder alle drei Herzkranzgefäße waren verengt.<br />

Verengung<br />

BEYERSDORF Es gibt klare medizinische<br />

Gründe, bei denen eine<br />

Bypass-Operation notwendig ist:<br />

• Wenn mehr als zwei Herzkranzgefäße<br />

verengt sind.<br />

• Der Hauptstamm<br />

am Herzen verengt ist.<br />

• Blutgefäße an Stellen<br />

verengt sind, die<br />

man per Katheter<br />

schlecht erreicht.<br />

• Eine Stelle verengt<br />

ist, an der ein Blutgefäß<br />

in ein anderes<br />

übergeht.<br />

• Ein Blutgefäß an<br />

vielen Stellen hintereinander<br />

verengt ist.<br />

• Andere Krankheiten<br />

das Risiko erhöhen, dass sich<br />

weitere Engstellen bilden, etwa<br />

Diabetes, hoher Blutdruck, hohe<br />

Blutfettwerte.<br />

• Und bei chronisch schwachem<br />

Herzen.<br />

Was tun, wenn man<br />

unsicher ist, ob der<br />

Arzt zur richtigen<br />

Methode rät?<br />

TILZ Dann dem<br />

Arzt die Bedenken<br />

mitteilen. Ein<br />

guter Arzt bemüht<br />

sich, alles <strong>noch</strong>mals<br />

ausführlich<br />

und verständlich zu<br />

begründen. Bleiben<br />

Zweifel, sollte man sich<br />

eine zweite Meinung eines<br />

anderen Arzt holen. Rät ein<br />

Kardiologe zum Stent, sollte man<br />

dies von einem Herzchirurgen<br />

bestätigen lassen. Und umgekehrt.<br />

Kann die OP vermieden werden?<br />

BEYERSDORF Nein. Wenn Ärzte,<br />

egal ob Kardiologen oder Herzchirurgen,<br />

zu Stent oder Bypass<br />

raten, tun sie das, weil Gefäße am<br />

Herzen so stark verengt sind, dass<br />

ein stark erhöhtes Risiko für einen<br />

Infarkt besteht.<br />

»In einem<br />

Herz-Zentrum<br />

wird man<br />

kompetent<br />

versorgt.«<br />

Prof. Friedhelm<br />

Beyersdorf<br />

6 | 2014<br />

77


GESUND BLEIBEN<br />

3 Mal so<br />

viele Frauen<br />

vertragen<br />

Laktose & Co.<br />

schlechter<br />

als Männer.<br />

Fruktose<br />

verursacht<br />

die meisten<br />

Probleme.<br />

Was sagt Ihr Bauch, wenn Sie Milch, Obst, Brot oder<br />

bestimmte Gemüse-<strong>So</strong>rten gegessen haben? Grummelt er?<br />

Dann gehören Sie zu der Hälfte der Menschen über 50,<br />

die von einer Unverträglichkeit betroffen sind – meist ohne es zu<br />

ahnen. Und nur wenige wissen, <strong>wie</strong> gefährlich dies ist.<br />

Wie gut, dass Ärzte neue, wirksame Therapien haben.<br />

GROSSER TEST S. 80 SO HELFEN ÄRZTE S. 82 SOS-TIPPS FÜR DEN ALLTAG S. 84<br />

Vertragen Sie all<br />

78 6 | 2014


Allergien<br />

sind viel<br />

seltener<br />

als Intoleranzen.<br />

Kleinkinder<br />

sind<br />

kaum<br />

betroffen.<br />

Männer<br />

führen<br />

Beschwerden<br />

meist auf<br />

Stress<br />

zurück.<br />

Meist eine<br />

Stunde nach<br />

dem Essen<br />

treten Blähungen<br />

und<br />

Krämpfe<br />

auf.<br />

e Lebensmittel?<br />

6 | 2014<br />

79


GESUND BLEIBEN<br />

Testen Sie Ihr Wissen<br />

Wie gut kennen<br />

Sie sich mit<br />

Unverträglichkeit aus?<br />

Um Laktose, Fruktose, Histamin & Co.<br />

ranken sich viele Mythen,<br />

Halbwahrheiten, falsche Behauptungen.<br />

Doch wissen Sie, ob Ihr Essen<br />

Sie krank macht? Testen Sie es.<br />

Ist eine Lebensmittel-Unverträglichkeit<br />

1 das Gleiche <strong>wie</strong> eine Allergie?<br />

a Ja, aber bei einer Allergie sind in den meisten Fällen<br />

die Beschwerden spürbar stärker.<br />

Ja, aber die Unverträglichkeit geht nach einiger Zeit<br />

b<br />

von selbst <strong>wie</strong>der weg.<br />

c Nein, bei Allergien macht nicht die Verdauung, sondern<br />

das Immunsystem Probleme.<br />

Spürt man es sofort, wenn man bestimmte<br />

2 Lebensmittel nicht verträgt?<br />

a Ja, schon nach wenigen Minuten ist klar, ob man z. B.<br />

Milch gut verdauen kann.<br />

Nein, häufig sind die Beschwerden so leicht, dass<br />

b<br />

man sie kaum wahrnimmt.<br />

c Nein, eine Unverträglichkeit spürt man selbst <strong>nie</strong>,<br />

nur ein Arzt kann sie feststellen.<br />

Ist Laktose-Intoleranz die häufigste<br />

3 Unverträglichkeit?<br />

a Nein, viel mehr Menschen haben Zöliakie; sie vertragen<br />

das Eiweiß in Getreide nicht.<br />

Nein, <strong>noch</strong> viel häufiger kommt die Unverträglichkeit<br />

gegen Fruchtzucker vor.<br />

b<br />

c Ja, Laktose-Intoleranz ist die häufigste Unverträglichkeit<br />

in Deutschland.<br />

Ist eine Lebensmittel-Unverträglichkeit<br />

4 eigentlich eine Krankheit?<br />

a Nein, man hat nur leichte Beschwerden, die das<br />

Leben kaum beeinträchtigen.<br />

Nein, die meisten Menschen bilden sich ihre Unverträglichkeit<br />

ohnehin nur ein.<br />

b<br />

c Ja, eine Unverträglichkeit kann den Dünndarm<br />

chronisch entzünden.<br />

Darf man <strong>noch</strong> Haushaltszucker essen,<br />

5 wenn man keinen Fruchtzucker verträgt?<br />

a Ja, denn in Haushaltszucker ist keine Fruktose.<br />

Ja, Haushaltszucker besteht zwar auch aus Fruktose,<br />

aber die enthaltene Glukose macht es dem Darm<br />

b<br />

leichter, die Fruktose aufzunehmen.<br />

c Nein, alles, was Fruktose enthält, ist tabu.<br />

Stimmt es, dass Menschen, die Fruchtzucker<br />

6 nicht vertragen, oft depressiv sind?<br />

a Ja, das Gehirn bildet in diesen Fällen auch weniger<br />

Serotonin, das <strong>glücklich</strong> macht.<br />

Ja, ohne Obst und Süßigkeiten ist das Leben so<br />

b<br />

freudlos, dass man Depressionen bekommt.<br />

c Nein, im Gegenteil: Zu viel Zucker kann Stimmungsschwankungen<br />

auslösen.<br />

Muss man auf alle Milchprodukte verzichten,<br />

7 wenn man keinen Milchzucker verträgt?<br />

a Ja, denn jedes Lebensmittel aus Milch enthält besonders<br />

viel Laktose.<br />

Ja, denn schon kleinste Mengen an Laktose bereiten<br />

b<br />

heftigste Beschwerden.<br />

c Nein, <strong>wie</strong> viel Milchzucker man verträgt, ist bei<br />

jedem Menschen unterschiedlich.<br />

Reagieren nur Menschen in Europa<br />

8 empfindlich auf Laktose?<br />

a Ja, die meisten Menschen auf der Welt vertragen<br />

Milchprodukte sehr gut.<br />

Nein, es gibt keinen Unterschied zwischen Ländern,<br />

b<br />

Völkern oder Kontinenten.<br />

c Nein, vor allem in Asien und Afrika sind über 90 %<br />

der Menschen Laktose-intolerant.<br />

80 6 | 2014


Eier<br />

vertragen<br />

fast alle<br />

Menschen<br />

sehr gut.<br />

Gibt es einen Trick, um den Gehalt<br />

9 an Laktose in Joghurt und Kefir zu senken?<br />

a Ja, die Produkte für einen Tag einfrieren, das zerstört<br />

Zucker-Moleküle.<br />

Ja, man kann die Produkte ein bis drei Tage über<br />

b<br />

das Mindesthaltbarkeits-Datum „nachreifen“ lassen.<br />

Das gibt den Milchsäure-Bakterien mehr Zeit, um<br />

die Laktose abzubauen.<br />

c Nein, so ein Trick ist Quatsch.<br />

Welches Getreide enthält viel Gluten, das<br />

10 man bei Zöliakie vermeiden muss?<br />

a Mais, Hirse, Quinoa und Reis.<br />

b Weizen, Dinkel, Gerste und Roggen.<br />

c Das ist egal, mit dieser Krankheit darf man gar kein<br />

Getreide essen.<br />

Wie lange dauert es, bis die meisten<br />

11 bemerken, dass sie Gluten nicht vertragen?<br />

a Etwa zehn Jahre.<br />

b Etwa sechs Monate.<br />

c Etwa drei Wochen.<br />

Zöliakie:<br />

70%<br />

ahnen es<br />

nicht.<br />

Stimmt es, dass Menschen mit Zöliakie<br />

12 oft auch keine Laktose vertragen?<br />

a Nein, die Darmschleimhaut reagiert nicht auch auf<br />

Milchzucker empfindlich.<br />

Ja, der chronisch entzündete Darm produziert mit<br />

b<br />

der Zeit auch immer weniger des Enzyms Laktase.<br />

c Ja, weil sich die Moleküle von Gluten und Laktose<br />

sehr ähneln, reagiert der Körper auch darauf.<br />

Reagieren immer mehr Menschen auf Histamin,<br />

weil dies in Fertigprodukten steckt?<br />

13<br />

a Ja, Histamin ist ein chemischer Konservierungsstoff,<br />

der zunehmend verwendet wird, zum Beispiel in<br />

Pudding aus dem Kühlregal.<br />

Nein, Histamin ist ein Botenstoff, den der Körper<br />

b<br />

sogar selbst bildet und der in Lebensmitteln steckt,<br />

die lange reifen, beispielsweise Käse.<br />

c Nein, die Menschen reagieren deshalb empfindlich,<br />

weil sie wegen ihres Heuschnupfens Medikamente,<br />

sogenannte Anti-Histaminika, nehmen.<br />

Lindert regelmäßiges Fasten eine<br />

14 Unverträglichkeit für einige Wochen?<br />

a Nein, ob man fastet oder nicht – die Unverträglichkeit<br />

hat damit nichts zu tun.<br />

b<br />

Ja, beim Fasten erholt sich die gereizte Darmschleimhaut.<br />

Danach verträgt man Milch, Früchte<br />

& Co. für einige Zeit oft viel besser.<br />

c Nein, die Darmflora kommt dabei aus dem Gleichgewicht,<br />

was die Unverträglichkeit sogar verstärkt.<br />

Ist eine Unverträglichkeit angeboren oder<br />

15 kann sie sich auch später entwickeln?<br />

a Man hat sie von Geburt an.<br />

b Unverträglichkeiten können sich sehr wohl erst im<br />

Alter entwickeln, weil sich der Darm im Laufe des<br />

Lebens verändert.<br />

c Jeder verträgt bestimmte Lebensmittel nicht. Die<br />

allermeisten bemerken das aber <strong>nie</strong>.<br />

Unverträglichkeit<br />

gegenüber<br />

Eiweiß aus<br />

Getreide<br />

bleibt oft<br />

unentdeckt,<br />

!<br />

weil die<br />

Beschwerden<br />

häufig untypisch<br />

sind.<br />

AUFLÖSUNG: 1c; 2b; 3b; 4c;<br />

5b; 6a; 7c; 8c; 9b; 10b; 11a;<br />

12b; 13b; 14b; 15b<br />

6 | 2014<br />

81


GESUND BLEIBEN<br />

<strong>So</strong> helfen Experten<br />

Die Lösung? Oft ganz einfach!<br />

Bis zu zehn Jahre dauert es, bis Menschen erkennen, dass Lebensmittel<br />

hinter Bauchschmerz & Co. stecken. Die gute Nachricht:<br />

einmal erkannt, kann man die Beschwerden mit simplen Mitteln stoppen.<br />

Wenn ihr <strong>So</strong>hn nicht Medizin<br />

studiert hätte,<br />

wüsste Angelika Trump<br />

wahrscheinlich bis heute<br />

nicht, was ihr fehlt. „Jahrelang<br />

hatte ich Asthma, vereiterte Nebenhöhlen,<br />

Darmblutungen und Ausschläge<br />

auf der Haut“, erzählt die<br />

59-jährige Hochbauinge<strong>nie</strong>urin aus<br />

Schorndorf. „Doch kein Arzt konnte<br />

mir sagen, woher diese Beschwerden<br />

kommen.“ Erst als ihr <strong>So</strong>hn vor<br />

sieben Jahren in einer Vorlesung von<br />

einer Histamin-Intoleranz hörte und<br />

ihr davon erzählte, wurde Angelika<br />

Trump schlagartig klar: Das muss<br />

es auch bei mir sein.<br />

„Ein Facharzt für Magen-und<br />

Darm-Erkrankungen bestätigte meinen<br />

Verdacht sofort, als er mein Blut<br />

gezielt auf Histamin untersuchte.<br />

Endlich war klar, was mir fehlt.“ Das<br />

Fatale für Angelika Trump – Histamin<br />

steckt in so vielen Lebensmitteln,<br />

vor allem solchen, die lange reifen,<br />

<strong>wie</strong> Käse, Rotwein, Salami, Tomaten,<br />

Ananas. Und da Angelika<br />

Trumps Körper zu<br />

wenig von einem bestimmten<br />

Enzym bildet, kann er<br />

Histamin nicht richtig abbauen<br />

– und reagiert mit den bekannten<br />

Symptomen.<br />

Durchfall, Migräne, gereizte<br />

Haut, Asthma – sagenhafte 40 (!)<br />

Millionen Menschen in Deutschland<br />

Fruchtzucker<br />

ist<br />

ein billiger<br />

Füllstoff.<br />

klagen nach dem Genuss bestimmter<br />

Lebensmittel über diese und andere<br />

Symptome, so viele <strong>wie</strong> <strong>noch</strong><br />

<strong>nie</strong>. Doch nur die wenigsten wissen,<br />

was dahintersteckt. Jahre, oft Jahrzehnte<br />

doktern sie selbst an den<br />

Beschwerden herum, probieren<br />

Hausmittelchen oder rezeptfreie<br />

Verdauungshelfer. Dabei haben sie,<br />

<strong>wie</strong> Angelika Trump, eine sogenannte<br />

Lebensmittel-Unverträglichkeit,<br />

Ärzte sagen Intoleranz.<br />

Anders als bei einer Lebensmittel-Allergie,<br />

bei der das Immunsystem<br />

zum Teil lebensgefährlich überreagiert,<br />

kann der Körper bei einer<br />

Unverträglichkeit „nur“ bestimmte<br />

Nährstoffe nicht richtig verdauen:<br />

• Den meisten Menschen, 26 Millionen<br />

in Deutschland, bereiten vor<br />

allem Obst und süße Fertigprodukte<br />

Probleme, weil sie den Fruchtzucker<br />

darin nicht vertragen.<br />

• 10 Millionen bekommen nach dem<br />

Genuss von Milch und Produkten<br />

daraus Beschwerden – Ärzte<br />

sprechen von einer sogenannten<br />

Laktose-Intoleranz.<br />

• 4 Millionen reagieren <strong>wie</strong><br />

Angelika Trump auf Histamin<br />

unverträglich.<br />

• Und mehrere Hunderttausend<br />

bekommen Probleme durch andere<br />

Inhaltsstoffe in Lebensmitteln, beispielsweise<br />

Gluten, <strong>So</strong>rbit, Galaktose<br />

oder Saccharose.<br />

Doch woran liegt es, dass inzwischen<br />

fast jeder Zweite nicht mehr<br />

alles unbeschwert essen kann? „Unser<br />

Darm ist heute viel stärker gefordert,<br />

weil er sich mit viel mehr<br />

Inhaltsstoffen in Lebensmitteln auseinandersetzen<br />

muss als <strong>noch</strong> vor 30,<br />

40 Jahren“, sagt Maximilian Ledochowski,<br />

Facharzt für innere Medizin<br />

in Innsbruck.<br />

Kräuter und Gewürze aus Asien<br />

beispielsweise gäbe es bei uns erst<br />

seit den Sechzigern. Und in den Achtzigern<br />

hätten die Hersteller im großen<br />

Stil begonnen, Frucht- und Milchzucker<br />

als billige Geschmacks- und<br />

Füllstoffe in industriell gefertigte Lebensmittel<br />

zu mischen. „Das führt zu<br />

folgendem Effekt: Kam der Körper<br />

früher mit kleinen Mengen von Milchund<br />

Fruchtzucker <strong>noch</strong> gut zurecht,<br />

reagiert er auf die ungewohnte Dosis<br />

heute mit heftigen Beschwerden“, so<br />

Ledochowski, „und die können sich<br />

mit zunehmendem Alter <strong>noch</strong> verstärken.“<br />

Denn so <strong>wie</strong> die Haut altere,<br />

werde auch die Schleimhaut des<br />

Darms älter. „Sie kann beispielsweise<br />

einzelne Nährstoffe schlechter resorbieren<br />

und stellt auch weniger Enzyme<br />

bereit, etwa um Milchzucker<br />

aufzuspalten“, erklärt Ledochowski,<br />

der einen sehr guten Ratgeber zum<br />

Thema geschrieben hat (Genussvoll<br />

leben trotz Nahrungsmittel-Intoleranzen,<br />

Goldmann Verlag, 8,99 Euro).<br />

82 6 | 2014


GESUND BLEIBEN<br />

Aber so unangenehm<br />

die Folgen <strong>wie</strong><br />

Blähungen und Bauchkrämpfe<br />

auch sind, wirklich<br />

gefährlich ist eine Unverträglichkeit<br />

auf Lebensmittel selten.<br />

Und das liegt daran, dass Organe<br />

<strong>wie</strong> Magen, Dünn- oder Dickdarm<br />

kaum Schaden nehmen.<br />

Nur eine Unverträglichkeit kann<br />

sehr ernste Folgen haben: die gegenüber<br />

Gluten. „Gluten ist ein Eiweiß<br />

im Getreide, etwa in Weizen,<br />

aber auch in anderen Getreidesorten“,<br />

erklärt Prof. Richard Raedsch,<br />

Chefarzt der Gastroenterologie am<br />

St.-Josefs-Hospital in Wiesbaden.<br />

„Verträgt der Körper es nicht, reizt<br />

Gluten den Dünndarm so sehr, dass<br />

der sich chronisch entzündet. Hält<br />

dies über Jahre an, kann das sogar<br />

Dünndarmkrebs auslösen.“<br />

Fatal ist: Ausgerechnet diese Unverträglichkeit,<br />

die auch Zöliakie<br />

oder Sprue genannt wird, macht oft<br />

lange Zeit kaum Probleme – und<br />

bleibt so unbemerkt. „Dabei ist es<br />

hier besonders wichtig, auf Lebensmittel<br />

mit Gluten zu verzichten“, so<br />

Raedsch. „Deshalb sollte man auch<br />

leichtere Anzeichen <strong>wie</strong> Blähungen,<br />

Bauchgrimmen und Durchfall ernst<br />

nehmen, sobald die regelmäßig auftreten“,<br />

empfiehlt der renommierte<br />

Spezialist für Magen-Darm-Krankheiten.<br />

Oft hilft es schon, sich zu<br />

notieren, was man in den Stunden<br />

vor den Beschwerden gegessen und<br />

Gewissheit<br />

schafft nur<br />

ein Test<br />

beim<br />

Facharzt.<br />

getrunken hat. Wer den<br />

Verdacht hegt, etwas<br />

Bestimmtes nicht zu vertragen,<br />

sollte nicht zögern,<br />

rasch zu einer Fachärztin für<br />

Magen-und-Darm-Krankheiten (Gastroenterologin)<br />

zu gehen.<br />

Das Gute: Hat eine Ärztin durch<br />

verschiedene Tests (siehe Tabelle<br />

nächste Seite) erst einmal eine Unverträglichkeit<br />

festgestellt, kann sie<br />

einem heutzutage genau sagen, bei<br />

welchen Lebensmitteln man vorsichtig<br />

sein muss – damit die Beschwerden<br />

verschwinden.<br />

Das war vor einigen Jahren <strong>noch</strong><br />

nicht so. Angelika Trump musste<br />

sich selbst mühsam zusammensuchen,<br />

in welchen Lebensmitteln <strong>wie</strong><br />

viel Histamin steckt. „Meine Tabelle<br />

mit über 100 Lebensmitteln und<br />

unverträglichen Medikamenten,<br />

ohne die ich heute nicht mehr einkaufen<br />

oder ins Restaurant gehe,<br />

„Exotische Gewürze, Fertigprodukte fordern den<br />

Darm immer stärker. Würden wir <strong>noch</strong> <strong>wie</strong> unsere<br />

Großmütter essen, gäbe es viele Probleme nicht.“<br />

Maximilian Ledochowski, Internist aus Innsbruck<br />

kann sich heute jeder kostenlos im<br />

Internet unter www.shg-hit.de herunterladen“,<br />

rät sie stolz.<br />

Doch auch die Wissenschaft ist<br />

hier schon weiter: Bei Histamin- <strong>wie</strong><br />

auch bei Laktose-Intoleranz gibt es<br />

inzwischen rezeptfreie Präparate<br />

(z. B. Alatapharma Laktase von Rossmann,<br />

100 Stk. 6,99 Euro; Daosin<br />

von Apoxx, 60 Stk. 49,90 Euro ), die<br />

das fehlende Enzym liefern. Man<br />

nimmt sie zu den Mahlzeiten ein<br />

und kann so Lebensmittel ge<strong>nie</strong>ßen,<br />

die sonst Probleme bereiten.<br />

Aber auch wer keine Medikamente<br />

nehmen möchte bzw. wenn<br />

es kein Präparat gegen die Unverträglichkeit<br />

gibt, muss heute auf<br />

kaum etwas verzichten. Denn Supermärkte<br />

und Drogerien bieten<br />

eine Vielzahl spezieller Produkte,<br />

die den unverträglichen Stoff nicht<br />

enthalten – von laktosefreier Milch<br />

bis Nudeln ohne Gluten.<br />

Auch wenn diese Lebensmittel<br />

für Menschen mit Unverträglichkeit<br />

sehr hilfreich sind,<br />

„Gesunden bringen sie gar<br />

nichts“, sagt Prof. Christine<br />

Behr-Völtzer, „viele kaufen<br />

zum Beispiel laktosefreie Milch<br />

im Glauben, ihrem Körper etwas<br />

Gutes zu tun. Doch wenn man Laktose<br />

problemlos verdaut, ist so ein<br />

Produkt nutzlos und man sollte sich<br />

den erheblich höheren Preis dafür<br />

sparen“, sagt die Ökotrophologin<br />

an der Hochschule für Angewandte<br />

Wissenschaften in Hamburg. „Und<br />

auch vorbeugend wirken die Produkte<br />

nicht“, stellt die Expertin klar.<br />

Ihr Tipp: Die Internet-Seite der<br />

Deutschen Gesellschaft für Ernährung<br />

(www.dge.de) bietet viele Informationen,<br />

<strong>wie</strong> man im Alltag mit<br />

Lebensmittelunverträglichkeiten<br />

gut leben kann.<br />

Einen gewissen Schutz bietet ein<br />

ganz einfacher Trick. „Essen Sie <strong>wie</strong><br />

unsere Großmütter“, sagt der Arzt<br />

Maximilian Ledochowski: „Keine<br />

Fertigprodukte, sondern frisch zubereitete<br />

Lebensmittel aus der Region:<br />

Butter, Joghurt, Fleisch, Obst<br />

und Gemüse der Saison, ohne künstliche<br />

Zusatzstoffe – das vertragen<br />

die meisten auch heute <strong>noch</strong> gut.“<br />

Burkhard Maria Zimmermann<br />

Prof. Richard<br />

Raedsch, Gastroenterologe,<br />

Chefarzt<br />

am St.-Josefs-Hospital,<br />

Wiesbaden<br />

Gesunde<br />

können sich<br />

die speziellen<br />

Produkte<br />

sparen.<br />

6 | 2014<br />

83


GESUND BLEIBEN<br />

SOS-Tipps<br />

Das hilft,<br />

wenn’s<br />

grummelt<br />

Wie gut oder schlecht man<br />

bestimmte Lebensmittel<br />

verträgt – das ist nicht nur<br />

angeboren. Es kann sich<br />

im Laufe des Lebens stark<br />

verändern. Gerade ab 50<br />

reagieren vor allem viele<br />

Frauen plötzlich empfindlich<br />

auf Milch, Obst, Getreide<br />

und Co. Doch es gibt Hilfen.<br />

Süßes Obst<br />

zu meiden<br />

hilft bei vielen,<br />

die Beschwerden<br />

zu stoppen.<br />

Fruktose-<br />

Intoleranz<br />

Betrifft etwa 26 Mio.<br />

Menschen in Deutschland.<br />

Es gibt zwei Formen:<br />

• Bei der intestinalen Fruktose-Intoleranz<br />

produziert der Dünndarm<br />

nicht genug von einer Substanz,<br />

die Fruchtzucker durch die Darmwand<br />

ins Blut schleust. Warum das<br />

so ist, wissen Ärzte nicht.<br />

• Bei der viel selteneren hereditären<br />

Fruktose-Intoleranz (1 von 100000)<br />

ist der Mangel eines bestimmten<br />

Enzyms erblich bedingt.<br />

DAS KÖNNEN SIE TUN:<br />

• Beschwerden spürt man vor allem<br />

nach süßem Obst <strong>wie</strong> Ananas,<br />

Kirschen, reifer Banane so<strong>wie</strong> bei<br />

Trockenobst (Rosinen, Apfelringe),<br />

Fruchtsaft oder Süßigkeiten (Gummibärchen,<br />

Schokolade).<br />

• Bei Verdacht zum Gastroenterologen:<br />

Um die Intoleranz festzustellen,<br />

macht der Arzt eine Atemgas-<br />

Analyse, die völlig schmerzfrei ist.<br />

• Ist man intolerant, Lebensmittel<br />

mit sehr viel Fruchtzucker meiden.<br />

• In der Regel lassen Beschwerden<br />

dann binnen weniger Tage nach.<br />

• Ist man einige Zeit beschwerdefrei,<br />

kann man schrittweise testen, ob<br />

man Lebensmittel mit geringerem<br />

Fruktose-Gehalt in kleinen Portionen<br />

<strong>wie</strong>der verträgt, etwa Erd-,<br />

Heidel- und Himbeeren.<br />

• Tipp: Traubenzucker, über Beeren<br />

oder andere rohe Früchte gestreut,<br />

schleust Fruchtzucker durch die<br />

Darmschleimhaut und hilft, ihn<br />

besser abzubauen.<br />

Vorsicht: Diabetiker-Produkte und<br />

Lebensmittel, auf denen die Begriffe<br />

„Natursüß“ oder „Fruchtsüße“ stehen,<br />

enthalten meist viel Fruchtzucker.<br />

Laktose-<br />

Intoleranz<br />

Betrifft etwa 10 Mio.<br />

Menschen in Deutschland.<br />

• Gesunde Menschen verdauen Milchzucker,<br />

die Laktose, mithilfe des<br />

Enzyms Laktase.<br />

• Bei etwa 12 % der Bevölkerung hört<br />

der Körper genetisch bedingt auf,<br />

Laktase zu produzieren, bzw. bildet<br />

nur <strong>noch</strong> wenig davon.<br />

• Fehlt Laktase, gelangt der Milchzucker<br />

in den Dickdarm, wo er starke<br />

Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen<br />

und Durchfall auslöst.<br />

DAS KÖNNEN SIE TUN:<br />

• Ein Selbsttest zeigt, ob der Körper<br />

Laktose verträgt: dazu morgens<br />

nüchtern 250 ml Milch trinken.<br />

• Hat man in den nächsten 1–3<br />

Stunden Beschwerden, ist das ein<br />

Hinweis auf eine Unverträglichkeit.<br />

• Gastroenterologen ansprechen; er<br />

macht eine Atemgas-Analyse.<br />

• Ist man intolerant, Lebensmittel<br />

mit sehr viel Milchzucker meiden,<br />

vor allem Milchpulver, Milch, Weichund<br />

Schmelzkäse.<br />

• Milchprodukte mit wenig Milchzucker,<br />

z. B. harter Käse, Kefir,<br />

Joghurt, vertragen viele in kleinen<br />

Mengen erstaunlich gut.<br />

• Wer Milchprodukte uneingeschränkt<br />

ge<strong>nie</strong>ßen möchte, kann<br />

Laktase auch als Tabletten zu den<br />

Mahlzeiten nehmen.<br />

• Oder man kauft laktosefreie Milchprodukte<br />

(z. B. Milch und Joghurt<br />

von Minus L, etwa bei dm).<br />

Alternativen sind Reis-, Mandelund<br />

<strong>So</strong>jamilch, die ebenfalls keinen<br />

Milchzucker enthalten.<br />

Fotos: Gallery Stock/laif, privat, Stockfood (3)<br />

84 6 | 2014


GESUND BLEIBEN<br />

Gluten-<br />

Intoleranz<br />

Betrifft 160 000 Menschen<br />

in Deutschland.<br />

Histamin-<br />

Intoleranz<br />

Betrifft etwa 4 Mio.<br />

Menschen in Deutschland.<br />

Wadenkrämpfe?<br />

Verspannungen?<br />

• Darmschleimhaut entzündet sich,<br />

weil das Immunsystem Eiweiß in<br />

Getreide (Gluten) als schädlich betrachtet.<br />

Die Gründe sind nicht bekannt.<br />

Ärzte nennen dies Zöliakie*.<br />

• Beschwerden sind Bauchschmerzen,<br />

Durchfall oder Verstopfung.<br />

Viele spüren aber auch nichts.<br />

• Mit der Zeit verliert der Dünndarm<br />

die Fähigkeit, Nährstoffe aus der<br />

Nahrung ins Blut zu schleusen.<br />

• Der Körper stellt aus ungeklärter<br />

Ursache zu wenig des Enzyms DAO<br />

(Diaminooxidase) her.<br />

• Die geringere Menge reicht, um das<br />

körpereigene Histamin abzubauen,<br />

aber nicht für Histamin, das man<br />

über Lebensmittel zu sich nimmt.<br />

• Bei Intoleranz reagiert der Körper<br />

mit Migräne, starkem Erröten,<br />

Durchfall, <strong>nie</strong>drigem Blutdruck,<br />

Juckreiz der Haut.<br />

Körperfreundliches<br />

*<br />

EXPRESS<br />

Magnesium<br />

DAS KÖNNEN SIE TUN:<br />

• Hat man mehrere Tage die typischen<br />

Beschwerden, zum Hausarzt<br />

gehen. Ein Bluttest zeigt, ob der<br />

Körper mit Antikörpern auf das<br />

Getreide-Eiweiß reagiert.<br />

• Falls ja, Darmspiegelung, um zu<br />

klären, <strong>wie</strong> stark Schleimhaut<br />

schon angegriffen ist.<br />

• Bei Zöliakie muss man Getreideprodukte<br />

mit Gluten konsequent<br />

meiden, damit sich die Darmschleimhaut<br />

erholen kann.<br />

• Viel Gluten enthalten Weizen, Dinkel,<br />

Grünkern, Roggen, Hafer und<br />

Gerste und alle Produkte daraus,<br />

etwa auch Brot, Kuchen, Plätzchen,<br />

Nudeln oder Pizza.<br />

• Kein Gluten enthalten Reis, Kartoffeln,<br />

Hirse, Mais, Buchweizen,<br />

Amaranth und<br />

Quinoa. In Reform- und<br />

Drogeriemärkten (oder<br />

im Internet, z. B. www.<br />

glutenfreier-supermarkt.<br />

de) gibt es viele Produkte,<br />

die kein Gluten enthalten,<br />

etwa Nudeln, Brotbackmischungen,<br />

Pizzateig usw.<br />

* Mehr ärztliche Informationen über Zöliakie im<br />

Internet unter www.internisten-im-netz.de<br />

Zöliakie<br />

verursacht<br />

Mangel an<br />

Vitaminen.<br />

DAS KÖNNEN SIE TUN:<br />

• Bei oben genannten Beschwerden<br />

zum Hausarzt gehen.<br />

• Arzt misst DAO-Spiegel im Blut.<br />

Wert unter 40 U/ml gilt als Hinweis<br />

auf Intoleranz; ggf. wird Verdacht<br />

mit weiteren Tests (z. B. Histaminspiegel,<br />

Hauttests) bestätigt.<br />

• Bei Intoleranz Lebensmittel mit viel<br />

Histamin meiden, vor allem Sauerkraut,<br />

Käse, gereifte Wurst, Nüsse,<br />

zahlreiche Seefische, Tofu.<br />

• Verzichten sollte man auf Erdbeeren,<br />

Tomaten, Ananas, Kakao und<br />

Schalentiere, denn die regen den<br />

Körper an, Histamin freizusetzen.<br />

• Tipp: Eine sehr gute und praktische<br />

Lebensmittel-Liste findet man<br />

im Internet unter www.shg-hit.de<br />

• Wer auf histaminhaltige Lebensmittel<br />

nicht verzichten möchte: In der<br />

Apotheke gibt es ein rezeptfreies<br />

Präparat, welches das fehlende<br />

Enzym DAO liefert.<br />

www.diasporal.de<br />

Das einzige Arzneimittel mit reinem<br />

Magnesiumcitrat, <strong>wie</strong> es als Baustein<br />

im Körper vorkommt. Deshalb körperfreundlich<br />

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Verspannungen<br />

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Magnesium-Diasporal ® 300, Granulat (Wirkstoff: Magnesiumcitrat)<br />

Anwendungsgebiet: Nachge<strong>wie</strong>sener Magnesiummangel,<br />

wenn er Ursache für Störungen der Muskeltätigkeit<br />

(NeuromuskuläreStörungen, Wadenkrämpfe) ist.<br />

Enthält Sucrose (Zucker). Zu 6 | 2014 Risiken 85 und Nebenwirkungen<br />

lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt<br />

oder Apotheker. Protina Pharm. GmbH, D-85737 Ismaning


GESUND BLEIBEN<br />

DIE URSACHE<br />

Weshalb<br />

knirscht<br />

man?<br />

Die meisten Menschen<br />

knirschen im<br />

Schlaf, weil der Körper<br />

unterbewusst ein<br />

Ventil sucht, um Stress<br />

abzubauen. Auslöser<br />

können private <strong>So</strong>rgen<br />

oder Ängste, aber auch<br />

beruflicher Druck sein.<br />

Seltener steckt hinter<br />

Knirschen eine körperliche<br />

Ursache, z. B.:<br />

➜ Zähne oder Kiefer<br />

haben eine Fehlstellung,<br />

➜ oder Füllungen, Kronen,<br />

Brücken, Inlays bzw.<br />

Prothesen passen nicht<br />

optimal, sind beispielsweise<br />

nur wenige Zehntelmillimeter<br />

zu hoch.<br />

Diese meist minimalen<br />

Fehlstellungen oder<br />

-höhen registriert der<br />

Körper und versucht<br />

sie durch das Knirschen<br />

wegzuschleifen.<br />

10 Mal<br />

mehr Kraft als beim<br />

Kauen wirkt auf<br />

die Zähne, wenn sie<br />

knirschen.<br />

Jeder Zweite mahlt<br />

zeitweise mit den<br />

Zähnen oder presst sie so<br />

extrem aufeinander, dass die<br />

Zähne abgerieben,<br />

teure Inlays und Kronen<br />

geschädigt werden.<br />

Was hilft? Ein kleines<br />

Stückchen Plastik.<br />

GUTER NUTZEN<br />

Warum ist eine Schiene wichtig?<br />

Weil sie die Zähne vor<br />

Schäden schützt. Denn<br />

beim Knirschen<br />

➜ entstehen im natürlichen<br />

Zahnschmelz Risse<br />

oder der Schmelz nutzt<br />

sich vorzeitig ab;<br />

➜ löst oder bricht Zahnersatz<br />

(Inlays, Implantate,<br />

Kronen, Prothesen).<br />

Bei Parodontitis (chronisch<br />

entzündeter<br />

Zahnhalte-Apparat) sorgt<br />

die Schiene dafür, dass<br />

sich die Zähne nicht<br />

zusätzlich lockern. Denn<br />

etwa jeder Zehnte hat<br />

durch das Knirschen auch<br />

Probleme mit der Muskel-<br />

und Kieferfunktion.<br />

Zahnärzte nennen dies<br />

CMD (craniomandibuläre<br />

ANZEICHEN<br />

Merkt man, dass<br />

man knirscht?<br />

Oft ist es der Bett-Partner,<br />

der mitten in der Nacht<br />

hört, dass man mit den<br />

Zähnen mahlt. Andere<br />

wachen vom eigenen<br />

Knirschgeräusch sogar auf.<br />

Manche spüren es aber<br />

auch daran, dass sich morgens<br />

die Kiefermuskeln<br />

angespannt anfühlen oder<br />

der Kopf schmerzt.<br />

Wichtig: Wer mehrmals pro<br />

Woche oder immer <strong>wie</strong>der<br />

mit solchen Beschwerden<br />

aufwacht oder darauf<br />

aufmerksam gemacht wird,<br />

dass man nachts mit den<br />

Zähnen knirscht, sollte mit<br />

dem Zahnarzt sprechen.<br />

Dysfunktion). Man merkt<br />

diese gestörte Funktion an<br />

Schmerzen, wenn man den<br />

Mund öffnet. CMD steht<br />

im Verdacht, Tinnitus<br />

und Kopfschmerzen zu<br />

verstärken so<strong>wie</strong> Muskeln<br />

an Schultern und Nacken<br />

zu verspannen. Dagegen<br />

helfen spezielle Entspannungsschienen.<br />

Foto: privat; Illustrationen: Shutterstock<br />

86 6 | 2014


GESUND BLEIBEN<br />

20%<br />

der Knirscher<br />

haben dadurch<br />

auch Schmerzen<br />

im Kopf<br />

bzw. Kiefer.<br />

EFFEKT<br />

Wie fühlt<br />

sich eine<br />

Schiene an?<br />

Zuerst etwas<br />

ungewohnt.<br />

Aber nach ein<br />

paar Tagen fühlt<br />

es sich vertraut<br />

an und beeinträchtigt<br />

auch<br />

beim Schlafen<br />

überhaupt nicht.<br />

Die Schiene<br />

selbst verhindert,<br />

dass sich<br />

die Zähne berühren<br />

können.<br />

WEITERE HILFE<br />

Und wenn<br />

die Schiene<br />

allein nicht<br />

reicht?<br />

Eine Schiene kann immer<br />

nur die Folgen des Knirschens<br />

mildern, nicht aber<br />

die seelischen Ursachen.<br />

Deshalb überweisen Zahnärzte<br />

starke Knirscher<br />

auch zu Hausärzten oder<br />

zu Psychotherapeuten, um<br />

Wege zu finden, seelischen<br />

Druck zu verringern<br />

oder ganz loszuwerden.<br />

Bewährt haben sich:<br />

➜ Biofeedback: Aufgeklebte<br />

Sensoren an den<br />

Kau-Muskeln registrieren,<br />

ob man knirscht oder die<br />

Zähne zu fest aufeinanderbeißt.<br />

Ärzte setzen dies<br />

ein, um Menschen dafür zu<br />

sensibilisieren, ihre Muskeln<br />

gezielt zu entspannen.<br />

Es gibt auch Geräte, die<br />

man beim Schlafen trägt<br />

und die mit einem Alarmton<br />

warnen, wenn man<br />

beginnt zu knirschen.<br />

➜ Fühlt man sich dauerhaft<br />

gestresst, kann eine<br />

intensivierte Psychotherapie<br />

helfen, seelischen<br />

Druck zu reduzieren.<br />

»Der Zahnarzt verordnet<br />

einfache Au fbiss-Schienen,<br />

die dann von einem<br />

zahntechnischen Labor<br />

angefertigt werden.<br />

Die Kosten dafür trägt<br />

die Krankenkasse.«<br />

Prof. Dr. Dietmar Oesterreich,<br />

Zahnarzt und<br />

Vizepräsident der<br />

Bundeszahnärztekammer<br />

6 | 2014<br />

87


Entspannung und Genuss<br />

Gewinnen Sie einen unvergesslichen Aufenthalt für 2 Personen (6 Ü/<br />

HP) im Aparthotel „Am Weststrand“ in Kühlungsborn und lassen Sie<br />

Ihre Urlaubstage direkt an der Ostsee zum bleibenden Erlebnis werden.<br />

Liebevoll eingerichtete Apartments ermöglichen Ruhe und Erholung in<br />

wohnlichem Ambiente. Ausreichend Platz für einen Urlaub mit Freunden<br />

oder der ganzen Familie und dazu den kompletten Hotelservice.<br />

Das ist Erholung pur! Aparthotel Am Weststrand. (03 82 93) 84 80,<br />

E-Mail: info@am-weststrand.de; Internet: www.am-weststrand.de<br />

Lösungswort gefunden? Schnell anrufen unter<br />

(01379 ) 370470 *<br />

* 0,50 Euro/Anruf aus dem dt. Festnetz, ggf. abweichende Preise aus dem Mobilfunknetz.<br />

Teilnahmeschluss: 10. Juni 2014. Sprechen Sie das Lösungswort,<br />

Ihren Namen und Ihre Adresse deutlich auf das Band. Jeder Anruf<br />

wird automatisch registriert und hat die gleiche Gewinnchance.<br />

88 6 | 2014<br />

1 2 3 4 5 6 7 8<br />

Fotos: PR (2)


Erleben<br />

[Kunst, Reise, Musik, Bücher – es gibt so viel zu entdecken.]<br />

Freuen Sie<br />

sich auf<br />

Abbildung: Hermann Stenner, Skizze zu einem Selbstbildnis, 1912, Öl auf grober Sackleinwand, Sammlung Bunte<br />

Sie waren jung, brannten für Malerei – und fürs Vaterland. Dafür zahlten viele<br />

talentierte Maler <strong>wie</strong> August Macke, Franz Marc oder Hermann Stenner („Selbstbildnis“)<br />

im 1. Weltkrieg mit ihrem Leben. Eine großartige Ausstellung in Bielefeld!<br />

Lesen<br />

„Stoner“ von<br />

John Williams.<br />

Ein Mann lebt das<br />

falsche Leben –<br />

man fühlt so mit!<br />

Gute Laune<br />

Sein Hit „Happy“<br />

ist in aller Munde.<br />

Aber auch der<br />

Rest von Pharrell<br />

Williams’ CD „Girl“<br />

stimmt froh.<br />

Anschauen<br />

Am Sterbebett<br />

des Vaters<br />

nähern sich zwei<br />

Schwestern<br />

<strong>wie</strong>der an – sehr<br />

innig erzählt.<br />

„Oktober,<br />

November“,<br />

ab 12. 6. im Kino.<br />

mehr erfahren im internet: www.kunsthalle-bielefeld.de<br />

6 | 2014<br />

89


ERLEBEN<br />

NATUR ZU<br />

ENTDECKEN<br />

Nein, das ist nicht ein Nationalpark in den USA, sondern<br />

das atemberaubende Panorama vom Ferdinandstein<br />

in der Sächsischen Schweiz auf die 305 Meter<br />

hohen Bastei-Felsen, unweit des Zittauer Gebirges.<br />

Foto: Wotext 2mm Abstand !!!!!!!!!!!<br />

90 6 | 2014


Dichte Wälder, grandiose Weite,<br />

fantastische Berge, blaugrüne Seen,<br />

seltene Tiere – kaum zu glauben:<br />

104 Naturparks gibt es in<br />

Deutschland, die ein Viertel des<br />

Landes bedecken.<br />

Wer also wahre Natur<br />

sucht, findet sie<br />

fast vor der Haustür.<br />

Erlebnis für Kinder<br />

Vor 150 Jahren<br />

ausgerottet,<br />

jetzt <strong>wie</strong>der<br />

heimisch:<br />

Luchse im<br />

Naturpark<br />

Bayerische<br />

Rhön.<br />

ERLEBEN<br />

Ganz ursprünglich<br />

Für Sportliche<br />

Idylle ganz im<br />

Norden: Seen<br />

ringsum die<br />

Hüttener Berge.<br />

Beliebter<br />

Nistplatz für<br />

Störche: das<br />

Altmühltal.<br />

6 | 2014 91


ERLEBEN<br />

Donnerndes<br />

Natur-Schauspiel:<br />

Wasserfälle im<br />

Naturpark Münden.<br />

Kennen Sie<br />

schon diese 8<br />

Natur-Parks?<br />

Altmühltal<br />

Höhepunkte Donau-Durchbruch<br />

und Felsengruppe „12 Apostel“,<br />

beides bei Kelheim; Gungoldinger<br />

Walcholderheide, Tropfsteinhöhle<br />

Schulerloch bei Essing.<br />

Unser Tipp: Altmühltal-Radweg<br />

Von Gunzenhausen bis Kelheim folgt<br />

die Strecke der Altmühl ab ihrer<br />

Quelle bis zur Donau (167 km). Es<br />

geht vorbei an sonnenüberfluteten<br />

Wacholderheiden und bizarren Felsgruppen,<br />

entlang römischer Bauwerke,<br />

prächtiger Burgen und Klöster.<br />

Müde Radler kommen vielerorts per<br />

Bus mit Rad-Anhänger zurück.<br />

Lage/Anfahrt Zwischen Nürnberg<br />

und München, mit Auto über die<br />

A 9 gut erreichbar.<br />

Info ✆ (0 84 21) 9 87 60,<br />

www.naturpark-altmuehltal.de<br />

Am Stettiner Haff<br />

Höhepunkte Wälder der Ueckermünder<br />

Heide, Brohmer Berge.<br />

Unser Tipp: Kanu-Tour auf Biber-<br />

Spuren ab Rastplatz Eggesin.<br />

Lage/Anfahrt Nahe Insel Usedom,<br />

via A 20/B 109 zu erreichen.<br />

Info ✆ (03 97 79)<br />

2 96 80, www.naturparkam-stettiner-haff.de<br />

Bayerische Rhön<br />

Höhepunkte Kloster Kreuzberg bei<br />

Bischofsheim, Schwarzes Moor bei<br />

Fladungen, Schwarze Berge.<br />

Unser Tipp: Urwaldlehrpfad<br />

2-Stunden-Wanderung durch das<br />

Reservat Lösershag, vorbei an 200<br />

Jahre alten Linden, Ulmen, Eschen.<br />

Lage/Anfahrt Nördlich<br />

von Schweinfurt, via A 73<br />

und B 279.<br />

Info ✆ (0 97 74) 91 02 50,<br />

www.naturpark-rhoen.de<br />

Ebbegebirge<br />

Höhepunkte Ideal für Wanderer: 9<br />

Talsperren (u. a. Biggetalsperre), Museum<br />

Wendener Hütte, Robert-Kolb-<br />

Turm auf der Nordhelle (663 Meter).<br />

Unser Tipp: Atta-Höhle 2 km langer<br />

Rundweg durch eine der größten<br />

Tropfsteinhöhlen Deutschlands.<br />

Lage/Anfahrt Bei Attendorn/Sauerland,<br />

75 km südlich von Dortmund,<br />

via A 4 oder A 45 (Sauerland-Li<strong>nie</strong>)<br />

gut erreichbar.<br />

Info ✆ (0 27 61) 8 12 80,<br />

www.naturpark-ebbegebirge.de<br />

Hüttener Berge<br />

Höhepunkte Einzigartige Knickund<br />

Redder-Landschaft (von Hecken<br />

begrenzte Wege), hübsche Seen.<br />

Unser Tipp: Knick-und-Redder-<br />

Wandertour von Töpferhaus nach<br />

Holzbunge (4,7 km).<br />

Lage/Anfahrt Westlich von Eckernförde,<br />

via A 7/B 203.<br />

Info ✆ (0 43 56) 99 58 70,<br />

www.naturpark-huettenerberge.de<br />

Münden<br />

Höhepunkte Geschlossene Wälder<br />

mit Bach-Wiesen-Tälern und den<br />

3 Flüssen Werra, Fulda und Weser.<br />

Unser Tipp: Fledermausnacht<br />

Am 30. 8. werden die Nachtjäger mit<br />

Spezial-Scheinwerfern beobachtet.<br />

Lage/Anfahrt Südlich von Göttingen,<br />

via A 7/B 80.<br />

Info ✆ (0 55 41) 9 09 67 55,<br />

www.naturpark-muenden.de<br />

Saar-Hunsrück<br />

Höhepunkte Waldreiche Hänge des<br />

Hunsrücks, tief eingeschnittene Bachund<br />

Flusstäler, Erbeskopf (816 m) –<br />

höchster Berg von Rheinland-Pfalz.<br />

Unser Tipp: Wanderwoche rund<br />

um Hermeskeil vom 28. 7. bis 1. 8.<br />

Lage/Anfahrt Östlich von Trier, via<br />

A 1 bis Hermeskeil.<br />

Info ✆ (0 65 03) 9 21 40,<br />

www.naturpark.org<br />

Zittauer Gebirge<br />

Höhepunkte Jonsdorfer Felsenstadt,<br />

Goethekopf bei Spitzkunnersdorf,<br />

sattgrüne Berg<strong>wie</strong>sen.<br />

Unser Tipp: Wandern auf<br />

Schmugglerpfaden bis nach Tschechien<br />

und zurück (18 km, ca. 5 Std.).<br />

Lage/Anfahrt Östlich von Dresden,<br />

via A 4/B 6/B 178 nach Zittau.<br />

Info ✆ (035 83) 79 67 27 27,<br />

www.naturparkzittauer-gebirge.de<br />

Für Sportliche Ganz ursprünglich Erlebnis für Kinder<br />

Fotos: Peter Hirth, Martin Kirchner, Markus Mauthe, Etienne Sipp, Berthold Steinhilber (2)/alle laif; Illustrationen: Shutterstock<br />

92 6 | 2014


UNSER LEBEN<br />

MEIN FUSSBALLHELD<br />

... ist Günter Netzer. Tausendmal habe ich als Schülerin seinen Namen<br />

auf meine Hefte und mein Mäppchen geschrieben. Die Frisur, die lässige<br />

Art, die Klamotten – <strong>wie</strong> ein Pop-Star. Und dann die Frechheit, mit<br />

der er sich im Pokalfinale gegen Köln selbst eingewechselt<br />

hat. <strong>So</strong> selbstsicher wäre ich damals auch gerne gewesen.“<br />

Annette Lübbers (52), Autorin aus Wuppertal<br />

AUCH FRAUEN<br />

LIEBEN FUSSBALL<br />

EINE INITIATIVE DER BAYARD MEDIA DEUTSCHLAND<br />

Fotos: imago stock&people, privat; Illustration: Shutterstock<br />

56 | 2014<br />

93


„Wir machen alles <strong>noch</strong><br />

so <strong>wie</strong> früher. Und den<strong>noch</strong><br />

sind wir kein Museum.“<br />

Filippo Ricci (53), Chef von Antico Setificio Fiorentino<br />

94 6 | 2014


ERLEBEN<br />

Stille<br />

Künstler<br />

Vergessen Sie Ponte Vecchio, Dom und<br />

Uffizien! Kommen Sie mit, nur ein paar<br />

Schritte aus dem Zentrum von Florenz, zu<br />

den traditionsreichen Handwerkern von<br />

Oltrarno. Hier ist die Stadt <strong>noch</strong> so schön<br />

und gediegen <strong>wie</strong> vor 100 Jahren.<br />

Feinste Maß-Schuhe haben<br />

ihren Preis – bei Stefano Bemer kostet<br />

das günstigste Paar 1.550 Euro.<br />

ILLUSTRATION MARTIN HAAKE<br />

TEXT ANNETTE RÜBESAMEN<br />

Schnelle Schläge lassen die Via<br />

di San Paolino sanft vibrieren.<br />

Ein älterer Mann mit<br />

schlohweißem, raspelkurzem Haar<br />

ist hinter dem staubigen Fenster der<br />

Werkstatt zu erkennen. Mit kernigen<br />

Hammer-Schlägen bearbeitet<br />

Piero Signorini ein rot glühendes<br />

Eisenstück. Auch mit 73 steht er<br />

<strong>noch</strong> täglich in seiner Werkstatt, fertigt<br />

– meist nach alten Vorlagen –<br />

Schlösser und Schlüssel, Balkongeländer<br />

und Fenstergitter. Ein paar<br />

kurze, heftige Schläge <strong>noch</strong>, dann<br />

legt der das Eisenstück <strong>wie</strong>der in<br />

die Glut, wischt sich mit dem Handschuh<br />

den Schweiß von der Stirn.<br />

Seit Generationen hämmern und<br />

feilen die Signorinis in der Via di<br />

San Paolino. „Es ist schön,<br />

6 | 2014<br />

95


ERLEBEN<br />

dass es immer <strong>noch</strong> so viele<br />

Menschen gibt, die sich diese traditionelle<br />

Schmiedekunst <strong>noch</strong><br />

wünschen“, sagt Piero Signorini, „so<br />

<strong>wie</strong> diese verschnörkelten Laternen,<br />

die hier ganz in der Nähe im Renaissance-Palazzo<br />

Strozzi hängen.“<br />

Aufhören, den Lebensabend ge<strong>nie</strong>ßen,<br />

den Betrieb<br />

„Meinen<br />

Schmiede-<br />

Hammer<br />

aus der Hand<br />

legen? Nein!<br />

Dazu macht<br />

die Arbeit zu<br />

viel Spaß!“<br />

Piero Signorini (73)<br />

komplett seinem<br />

<strong>So</strong>hn Francesco<br />

übergeben? Signorini<br />

stützt die Hände<br />

in die Taille des<br />

verwaschenen<br />

Jeanshemds und<br />

schüttelt den Kopf.<br />

„Dazu macht mir die<br />

Arbeit zu viel Spaß!“<br />

Piero Signorinis<br />

Schmiede liegt in<br />

einer schmalen, verwinkelten, ruhigen<br />

Gasse, kaum 400 Meter Luftli<strong>nie</strong><br />

vom berühmten Dom entfernt.<br />

Doch in der Via di San Paolino sind<br />

kaum Menschen zu sehen: Eine Katze<br />

schleicht um die Ecke, später<br />

knattert eine Ape (italienisch für<br />

Biene) vorbei, ein dreirädriger Mini-Transporter,<br />

aus einem offenen<br />

Fenster hört man Türenschlagen<br />

und eine empörte Frauenstimme.<br />

Wie aus der Zeit gefallen<br />

Alles wirkt <strong>wie</strong> in einem 50er-Jahre-<br />

Film mit <strong>So</strong>phia Loren – und so, als<br />

müsste Italien als Reiseziel erst <strong>noch</strong><br />

entdeckt werden.<br />

Hunderte Meter entfernt, auf<br />

dem Ponte Vecchio, treten sich Touristen<br />

gegenseitig auf die Füße: Auf<br />

der mittelalterlichen Brücke ist <strong>wie</strong>der<br />

mal kein Durchkommen; asiatische<br />

Reisegruppen drängen den<br />

hochgehaltenen Regenschirmen ihrer<br />

Stadtführer hinterher, vor den<br />

winzigen Juweliergeschäften recken<br />

amerikanische Paare mit Pizza-<br />

Ecken in der Hand den Hals, und<br />

während sich auf dem Boden eine<br />

verunglückte Erdbeereis-Ku-<br />

Hier wird Handwerk<br />

zu großer Kunst<br />

Maßschuhe, Büttenpapier, Seidenkleider – nirgends<br />

entsteht in liebevoller Detail-Arbeit so viel Schönes<br />

<strong>wie</strong> in den traditionellen Werkstätten von Florenz.<br />

Papier-Atelier<br />

Giannini & Kuwata<br />

Florenz ist für üppiges Blumenpapier<br />

berühmt. Die Gianninis führen<br />

die Tradition in 6. Generation fort.<br />

Aus Papier oder Leder werden<br />

wunderbare Alben und Bücher. Borgo<br />

San Frediano, 133/R.<br />

Silberschmied Paolo Pagliai<br />

Früher bei Tiffany, heute konzentriert<br />

sich Paolo auf kleine Arbeiten <strong>wie</strong><br />

Taufbecher, die er nach alten Vorlagen<br />

kreiert. Borgo San Jacopo, 41.<br />

Roberto Ugolini<br />

Rahmengenäht oder mit Norweger-<br />

Naht (senkrechte Naht an der<br />

Schuhspitze) aus feinstem Leder:<br />

Maß-Schuhmacher Ugolini gehört<br />

zu den ersten Adressen für alle, die<br />

auf erlesene Schuhmode stehen.<br />

Allerdings dauert es etwa 1 Jahr vom<br />

ersten Maßnehmen bis zum fertigen<br />

Paar. Das sitzt aber <strong>wie</strong> angegossen.<br />

Via dei Michelozzi, 17.<br />

96 6 | 2014


ERLEBEN<br />

Loretta Caponi<br />

Mit 9 begann Loretta zu<br />

sticken. Gut 40 Jahre<br />

später sind ihre edlen<br />

Brautkleider, Nachthemden<br />

und Lampenschirme<br />

– alle aus Leinen, Seide<br />

oder Baumwolle – in<br />

einem großen<br />

Renaissance-Palast<br />

untergebracht. Piazza<br />

degli Antinori, 4/R.<br />

Enoteca Fuori Porta<br />

Restaurant und Weinlokal mit herrlicher<br />

Terrasse und einem der größten Wein-<br />

Angebote von Florenz. Wein-Experte<br />

Gianmarco Caramia kennt jeden der gut 300<br />

Tropfen aus aller Welt, die auf der Karte<br />

stehen. Via del Monte alle Croci, 10/R.<br />

Atelier Santini<br />

Im Santo-Spirito-Viertel von<br />

Oltrarno baut und repariert<br />

Aldo <strong>So</strong>pò Santini Geigen,<br />

Celli und Kontrabässe.<br />

Dabei verwendet Santini<br />

ausschließlich Material aus<br />

Fichte, Ahorn und Ebenholz.<br />

Via dei Velluti, 16/R.<br />

Trattoria<br />

La Beppa Fioraia<br />

Einfache florentinische Gastwirtschaft<br />

mit fairen Preisen. Sehr<br />

lecker: Beefsteak aus schottischem<br />

Angus-Rind alla Fiorentina.<br />

Via dell’Erta Canina, 6/R.<br />

6 | 2014<br />

97


Filippo Ricci, Chef der Weberei Antico Setificio Fiorentino<br />

gel in eine rosarote Pfütze verwandelt,<br />

drücken weitere Massen<br />

von Touristen auf die Brücke, die<br />

sich seit rund 650 Jahren über den<br />

Arno schwingt. Florenz ist ein Touristenmagnet<br />

– acht Millionen Übernachtungen<br />

wurden letztes Jahr gezählt<br />

–, und das in einer Stadt mit<br />

gerade 380 000 Einwohnern: Hinzu<br />

kommen Aberabertausende Tagestouristen.<br />

Kein Wunder – die Stadt<br />

gilt als Wiege der Renaissance im<br />

15. und 16. Jahrhundert, beherbergt<br />

rund ein Drittel sämtlicher italienischer<br />

Kunstschätze.<br />

Doch der Großteil der Besucher<br />

interessiert sich nur für die berühmten<br />

Dinge: die gewaltige Domkuppel,<br />

Michelangelos David auf<br />

der Piazza della Signoria (es ist eine<br />

Kopie), die Gemäldegalerie der Uffizien<br />

mit den Werken von Tizian<br />

bis Botticelli. Und den Ponte Vecchio.<br />

Dabei gäbe es abseits etwas<br />

zu entdecken, das anderswo rar und<br />

kostbar geworden oder bereits ausgestorben<br />

ist – traditionelles Handwerk.<br />

Bis heute arbeiten in Florenz<br />

mehr Kunsthandwerker als in anderen<br />

Städten: Holzschnitzer und<br />

Seidenweber, Täschner und Keramiker,<br />

Papierschöpfer und Schuhmacher,<br />

Kunstschmiede und Parfümeure.<br />

Und besonders im Viertel<br />

Oltrarno kann vielen <strong>noch</strong> in ihren<br />

Werkstätten über die Schulter geschaut<br />

werden – gerade mal 15 Minuten<br />

Fußweg vom<br />

Gewusel des Ponte<br />

Vecchio entfernt.<br />

Fast kleinstädtisch<br />

wirken die engen<br />

Gassen am südlichen<br />

Arno-Ufer;<br />

sehr dicht bebaut<br />

schmiegen sich die<br />

Häuser an die Hügel.<br />

Bis heute ist<br />

Oltrarno das Viertel<br />

der kleinen Leute,<br />

schmalbrüs tigen<br />

Häuser und engen<br />

Gassen. Hinter fast<br />

jeder zweiten Haustür verbirgt sich<br />

eine von staubigen Neonröhren beleuchtete<br />

Werkstatt. Überall wird<br />

geklopft, gesägt, gehämmert – oder<br />

<strong>wie</strong> in der Via Bartolini seit 230 Jahren<br />

an haushohen Maschinen gewebt.<br />

„Wir machen alles so <strong>wie</strong> früher“,<br />

versichert Filippo Ricci, der<br />

Handwerkern zuschauen<br />

Europas älteste Seidenweberei Antico<br />

Setificio Fiorentino leitet. Keine<br />

der Maschinen ist jünger als 150<br />

Jahre – eine der Riesenspulen soll<br />

sogar <strong>noch</strong> von Leonardo da Vinci<br />

stammen. „Ein Museum sind wir<br />

trotzdem nicht“, versichert Ricci. 20<br />

Angestellte, Weber, Zwirner, Spinner,<br />

ein Inge<strong>nie</strong>ur arbeiten in der<br />

Manufaktur, die von außen <strong>wie</strong> ein<br />

Landhaus der nahen Toskana wirkt:<br />

„Jeder Sto hat seinen<br />

Rhythmus – bei Surah<br />

rattern die Webstühle<br />

behäbig, bei Satin ott.“<br />

Berühmt für seine Brioche (Italiens Croissants):<br />

Konditor Emiliano Ranfagni vom Café Robiglio.<br />

helle Mauern, eiserne Tore, ein Hof<br />

mit Brunnen. Hinter der Eingangstür<br />

Büros und der Verkaufsraum, in<br />

dem edle Seidenstoffe <strong>wie</strong> Brokat,<br />

Damast und changierender Taft in<br />

dunklen Holzregalen schimmern.<br />

„Jeder dieser Stoff hat seinen eigenen<br />

Rhythmus, seinen eigenen Takt“,<br />

sagt Ricci. Bei festem Surah-Stoff<br />

etwa rattern die Maschinen viel behäbiger<br />

als bei feinem Satin.<br />

Rattern lässt die Webstühle nicht<br />

etwa Strom, sondern reine Muskelkraft.<br />

Wie Orgelspieler treten die<br />

Weberinnen die hölzernen Fußpedale<br />

hoch und runter, heben und<br />

senken damit das Gestänge des Webstuhls<br />

mit den vielen gebündelten<br />

Fäden. Mehrere Wochen kann es<br />

dauern, bis ein seidig glänzendes<br />

Stück Taft entsteht. „Aber das sind<br />

Stoffe, die kein Industriewebstuhl<br />

herstellen kann“, versichert Ricci.<br />

Auch bei Stefania Martelli in der<br />

Via Toscanella, eine Viertelstunde zu<br />

Fuß von Riccis Seidenweberei entfernt,<br />

ist alles liebevolle Handarbeit.<br />

Aufmerksam beugt sich die Vergolderin<br />

über einen gut 150 Jahre alten<br />

Erzengel Michael aus Holz.<br />

Die abgebeizte Skulptur stammt<br />

aus einer Florentiner Kirche. Stefania<br />

Martelli soll ihr die ursprünglichen<br />

Farben zurückgeben. „Früher<br />

habe ich fast ausschließlich für die<br />

98 6 | 2014


Atmet Geschichte: die prächtige Kloster-Apotheke Officina<br />

Profumo Farmaceutica di Santa Maria Novella.<br />

Uffizien gearbeitet“, erzählt die lebhafte<br />

Brünette, „doch von staatlichen Stellen<br />

kommen leider immer seltener Aufträge.“<br />

Und so bietet die 50-Jährige neuerdings<br />

Kurse für Touristen an, um<br />

Grundzüge des Vergoldens zu zeigen.<br />

Stefania Martelli ist kein Einzelfall.<br />

Die Wirtschaftskrise in Italien trifft<br />

auch die kleinen Betriebe in Oltrarno<br />

heftig: Steuern und Mieten können<br />

viele kaum <strong>noch</strong> bezahlen, die Verkäufe<br />

sinken. Und so werden mehr und mehr<br />

alteingesessene Werkstätten von Szene-Bars<br />

und Cafés vertrieben. „Dagegen<br />

mussten wir etwas tun“, sagt Neri<br />

Torrigiani. Der Design- und Marketing-<br />

Experte veranstaltet mit der Florentiner<br />

Adligen Giorgiana Corsini seit 20<br />

Jahren „Artigianato & Palazzo“, eine<br />

Messe für ausgewählte Kunsthandwerker<br />

(dieses Jahr vom 15. bis 18. Mai).<br />

Schon der Ort ist ein Erlebnis: der<br />

von hohen Mauern umstandene Barockgarten<br />

Giardino Corsini samt Steinstatuen,<br />

Buchsbaumhecken und üppigen<br />

Hortensienbüschen. „Bei uns<br />

kann man Handwerkern bei ihrer Arbeit<br />

zusehen“, sagt der 44-Jährige und<br />

zeigt auf die historischen Gewächshäuser<br />

im Giardino Corsini, in denen Körbe<br />

geflochten, Hüte gearbeitet und Porzellanvasen<br />

bemalt werden. „Wir<br />

müssen dafür kämpfen, dass traditionelles<br />

Handwerk erhalten bleibt – das<br />

macht doch unser Florenz aus.“<br />

Fotos: Bildagentur Huber, Sabine Bungert/laif (3), Francesco Lastrucci/NYT/laif, Berthold Steinhilber/laif (4), Schapowalow (2); Illustration: Martin Haake<br />

Gutes für die<br />

Gesundheit<br />

In Apotheken und Drogerien gibt<br />

es eine Vielzahl frei verkäuflicher<br />

Medikamente, die gesund halten.<br />

FAST JEDER KENNT DAS: Manchmal werden<br />

Alltag, Familie, Beruf und sogar Freizeit zu einer<br />

großen Belastung. Man hat sich vielleicht zu viel<br />

zugemutet. Oder eine bestimmte Begebenheit <strong>wie</strong><br />

ein Trauerfall oder eine Trennung werfen einen<br />

vorübergehend aus der Bahn. Man reagiert gereizt,<br />

nervös, verstimmt oder <strong>nie</strong>dergeschlagen. Neben<br />

Schlafproblemen kommen häufig auch körperliche<br />

Beschwerden hinzu: Der Magen drückt, der Nacken<br />

zieht, der Kopf schmerzt. Fachleute nennen dies<br />

„vorübergehende depressive Störung“.<br />

Experten von Aristo Pharma haben ein Konzentrat<br />

entwickelt, das perfekt auf diese Symptome<br />

abgestimmt ist: Sedariston. Es wirkt rein pflanzlich,<br />

ist gut verträglich und bei leichten bis mittelgradigen<br />

Beschwerden sehr wirkungsvoll. Zwei exakt<br />

abgestimmte Komponenten machen Sedariston zu<br />

einem zuverlässigen Arzneimittel: Johanniskraut<br />

und Baldrianwurzel. Johanniskraut beruhigt die<br />

Nerven, wirkt stimmungsausgleichend, fördert die<br />

Motivation und bekämpft Unlust. Baldrian wirkt<br />

krampflösend und beruhigend, hilft in Belastungssituationen,<br />

löst Anspannungen und erleichtert das<br />

Ein- und Durchschlafen. Die wohltuende Wirkung<br />

der Heilpflanzen ist seit Jahrhunderten bekannt<br />

und heute in zahlreichen Studien wissenschaftlich<br />

belegt. Die Entspannung nach der Einnahme<br />

ermöglicht es, die Dinge gelassener zu nehmen.<br />

Foto: PR


DIE BESONDERE LESERREISE<br />

Lieblingsort vieler<br />

Urlauber: das zauberhafte<br />

Bodenmais<br />

Faszi<strong>nie</strong>rende Natur:<br />

der Rißloch-Fall<br />

im Bayerischen Wald<br />

Zum Wandern in den<br />

Bayerischen Wald<br />

Zwischen Großem<br />

Arber und Silberberg,<br />

mitten im Bayerischen<br />

Wald, liegt Bodenmais<br />

– der ideale Ort zum<br />

Wandern und um die<br />

außergewöhnliche<br />

Natur zu ge<strong>nie</strong>ßen.<br />

Kommen Sie doch mit<br />

auf unsere beliebte<br />

Leser-Wanderreise!<br />

„Waldwoge steht hinter Waldwoge, bis eine<br />

die letzte ist und den Himmel schneidet.“<br />

<strong>So</strong> romantisch hat der Schriftsteller Adalbert<br />

Stifter schon vor gut 150 Jahren den Bayerischen<br />

Wald beschrieben. Und tatsächlich –<br />

das waldreiche Mittelgebirge zwei Autostunden<br />

nordöstlich von München hat sich bis<br />

heute seinen natürlichen Charme bewahrt.<br />

Und mittendrin liegt das romantische Bodenmais,<br />

das sich an die <strong>So</strong>nnenseite des Gro ßen<br />

Arbers (1 465 Meter) schmiegt und durch<br />

sein mildes Klima begeistert. Kommen Sie<br />

deshalb mit auf diese einzigartige Wander-Leserreise<br />

von <strong>plus</strong> <strong>Magazin</strong> vom 14.<br />

bis zum 19. September 2014. Dieses tolle<br />

Programm erwartet Sie:<br />

Am <strong>So</strong>nntag, 14. 9., stehen nach individueller<br />

Anreise die Zimmer in Bodenmais<br />

ab 15 Uhr zur Verfügung. Zur Begrüßung<br />

erwarten wir Sie um 18 Uhr im Restaurant<br />

des Hotels zunächst zu einem kleinen Glas<br />

Sekt, anschließend zum überaus leckeren<br />

Abendessen. Bei einer kleinen Fackelwanderung<br />

erkunden Sie später die Umgebung.<br />

Zurück im Hotel klingt der Abend, <strong>wie</strong> es<br />

sich gehört, zünftig mit volkstümlicher Musik<br />

und bayerischer Gaudi aus.<br />

Am zweiten Tag, Montag, steht eine<br />

einfache Wanderung zum Hochfall (8 m<br />

hoher Wasserfall) auf dem Programm. Der<br />

knapp 7 km lange Weg mit seinen 150 Höhenmetern<br />

ist in 2,5 Stunden zu schaffen.<br />

Am dritten Tag, Dienstag, führt die vierstündige<br />

Tour (8 km Strecke, 300 Höhenmeter)<br />

zum Silberberg. Auf teils unbefestigten<br />

Wegen führt der Anstieg auf den 955<br />

Meter hohen Gipfel. Auf der anderen Bergseite<br />

geht’s zurück zum Hotel.<br />

Fotos: Shutterstock (2), Gerhard Eisenschink/Lloyd Touristik<br />

100 6 | 2014


Durchatmen vor<br />

der nächsten<br />

Tour – Rastplatz<br />

nahe Bodenmais<br />

Unser exklusives<br />

Angebot für Sie:<br />

Termin nur für <strong>plus</strong> <strong>Magazin</strong>:<br />

14. bis 19. September 2014<br />

Eingeschlossene Leistungen*:<br />

• 5 Übernachtungen im<br />

<strong>So</strong>nnenhotel Fürstenbauer<br />

(4 Sterne)<br />

• Tägliches reichhaltiges<br />

Frühstücksbuffet<br />

• 5 Abendessen im Hotel<br />

(3-Gang-Menü oder wechselnde<br />

Themen-Buffets)<br />

• 4 Mal Rucksack-Verpflegung<br />

(Lunchpakete)<br />

• 4 geführte Wanderungen<br />

(7 bis 10 km)<br />

• Fackelwanderung<br />

• Begrüßungs-Sekt<br />

Am vierten Tag, Mittwoch, erwartet Sie<br />

ein grandioses Natur-Erlebnis: eine Urwald-<br />

Tour zu den Rißloch-Wasserfällen. Der 9<br />

km lange Weg (300 Höhenmeter, Gehzeit<br />

ca. 4 Stunden) führt u. a. vorbei an der alten<br />

Sprungschanze bis zum Punkt, wo Arberbach,<br />

Schwellbach, Kleinhüttenbach<br />

und Wildauerbach zum Rißbach werden.<br />

Am fünften Tag, Donnerstag, führt die<br />

insgesamt dreistündige und 10 km lange<br />

idyllische Wanderung über 300 Höhenmeter<br />

u. a. zur Uhrigen Hütte. Nach der bayerischen<br />

Brotzeit geht es zurück ins Hotel.<br />

Am sechsten Tag, Freitag, heißt es dann<br />

leider schon <strong>wie</strong>der Abschied nehmen.<br />

Haben Sie jetzt auch Lust bekommen,<br />

vom 14. bis 19. September mit uns die Region<br />

um Bodenmais zu erwandern? Dann<br />

füllen Sie den Coupon am besten <strong>noch</strong> heute<br />

aus und freuen Sie sich auf eine tolle<br />

Zeit mit anderen Lesern von <strong>plus</strong> <strong>Magazin</strong><br />

im wunderbaren Bayerischen Wald!<br />

Preis dieser exklusiven<br />

Reise: 485 Euro/Person im<br />

DZ (EZ-Zuschlag 65 Euro).<br />

Die Kurtaxe von 2,30 Euro<br />

pro Person und Nacht ist<br />

direkt vor Ort zu zahlen.<br />

Gerne organisieren wir auf<br />

Wunsch Ihre An- und Abreise,<br />

sprechen Sie uns an!<br />

* Wetterbedingte Änderungen im<br />

Programm vorbehalten!<br />

Reiseveranstalter:<br />

Lloyd Touristik, Heinz Riebesehl GmbH, Freiladestr. 1, 27572 Bremerhaven<br />

Ja, ich habe Interesse an der<br />

Wander-Reise in den Bayerischen Wald.<br />

Mit diesem Coupon fordern Sie unverbindlich Reise-Unterlagen an. Einfach ausfüllen und an <strong>plus</strong> <strong>Magazin</strong> senden.<br />

Antwort:<br />

<strong>plus</strong> <strong>Magazin</strong><br />

Chefredaktion<br />

Stichwort Leserreise<br />

Lindenstraße 20<br />

50674 Köln<br />

Name<br />

Straße<br />

PLZ/Wohnort<br />

Telefon<br />

E-Mail<br />

Bitte in Blockbuchstaben ausfüllen<br />

<br />

Bayard Media GmbH & Co. KG, Augsburg, und Lloyd Touristik, Heinz Riebesehl GmbH, verpflichten sich,<br />

die Daten nicht an Dritte weiterzugeben und ausschließlich zu eigenen Werbezwecken einzusetzen.<br />

Sie können der Verwendung Ihrer Daten bei Bayard Media GmbH & Co. KG, Böheimstraße 8, 86153 Augsburg widersprechen.<br />

6 | 2014<br />

101


Welches Buch<br />

könnten Sie<br />

immer <strong>wie</strong>der<br />

lesen?<br />

erscheint in der Bayard Media GmbH & Co. KG. ISSN 1619-6023<br />

Lindenstraße 20, 50674 Köln, Telefon: (0221) 27757-0, Fax: (0221) 27757-10,<br />

E-Mail: <strong>plus</strong>magazin@bayard-media.de<br />

„Das Spiel ist aus“.<br />

Jean-Paul Sartre<br />

schrieb es 1943. Es<br />

geht um Liebe,Verrat,<br />

Vertrauen und ist<br />

zeitlos aktuell.<br />

Nicole Rudschinat<br />

„Der kleine<br />

Prinz“ von Antoine<br />

de Saint-<br />

Exupéry: Es<br />

enthält alle Herzensweisheit,<br />

die man für ein<br />

<strong>glücklich</strong>es<br />

Leben braucht.<br />

Angelika Euler,<br />

die auf S. 57 vom<br />

Fußball erzählt<br />

Chefredaktion: Jürgen Sinn (V.i.S.d.P.)<br />

Stellvertretende Chefredakteurin: Alexandra Schlump<br />

Creative-Direktion: Klaus Springer (Agentur2, München)<br />

Foto-Direktion: Nicole Rudschinat (frei)<br />

Redaktion: Ulla Arens (frei), Wiebke Brüggemann (Volontärin),<br />

Bernd Bücheler, Elke Kressin, Tessa Randau, Heiko Schlierenkamp, Silke Siems<br />

Layout: Corinne Desponds, Anita Kolb, Sabine von Riewel<br />

Bildredaktion: Silke Frigge, Christina Neis (frei)<br />

Sekretariat: Elke Peterson<br />

Schlussredaktion: Bernd Kuschmann<br />

Ständige Autoren: Steuerberaterin Gabriele Prasser, Katrin Koelle,<br />

Rechtsanwalt Rainer Steppan, Elisabethstraße 3, 40217 Düsseldorf<br />

Verlag: Bayard Media GmbH & Co. KG, Böheimstraße 8, 86153 Augsburg,<br />

Telefon: (0821) 455481-0, Fax: (0821) 455481-10<br />

Geschäftsführung: Horst Ohligschläger<br />

Verlagsleitung / Gesamtanzeigenleitung: Armin Baier (verantw.)<br />

Anzeigenverkauf Inland:<br />

Nielsen I Kontor M Medienvermarktung GbR, Fuhlsbüttler Straße 145,<br />

22305 Hamburg, Telefon: (040) 6390840, Fax: (040) 63908444, E-Mail: info@kontorm.de<br />

Nielsen II bm mediagroup, Bonifatiusstraße 62, 40547 Düsseldorf,<br />

Telefon: (0211) 522897-60, Telefax: (0211) 522897-69, menkhoff@bmmediagroup.de<br />

Nielsen IIIa Verlagsbüro Leo Krimmer GmbH, c/o QM QuadroMedia GmbH,<br />

Am Lindenbaum 24, 60433 Frankfurt/Main, Telefon: (069) 5309080, Fax: (069) 53090850,<br />

E-Mail: frankfurt@quadromedia.eu<br />

Nielsen IIIb/IV Medienbüro Macari, Parkstraße 27 / Fasanenpark, 82008 Unterhaching,<br />

Telefon: (089) 582211, Fax: (089) 58090297, E-Mail: medienbuero.macari@t-online.de<br />

Nielsen V/VI/VII media am südstern, Katja Herbst, Körtestraße 3, 10967 Berlin,<br />

Telefon: (030) 61286600, Fax: (030) 69505875, E-Mail: kh@media-am-suedstern.de<br />

Anzeigenverkauf International: Telefon: (+49) (0)821 45548137, E-Mail: anzeigen@bayard-media.de<br />

Leiter Anzeigenmarketing: Stefan Rörig<br />

Business Development: Sylvie Eismann, Telefon: (0221) 2775730<br />

Seit 1. Januar 2014 gilt die Preisliste Nr. 10 für „<strong>plus</strong> <strong>Magazin</strong>“ und die Anzeigenkombination „Frau im Leben <strong>plus</strong>“.<br />

ABONNEMENTS + ÄLTERE AUSGABEN<br />

Leiter Vertrieb: Arne Biemann, Telefon: (08 21) 45 54 81 86<br />

<strong>plus</strong> <strong>Magazin</strong> Abo-Service, Heuriedweg 19, 88131 Lindau, Telefon: (0180) 5260147 (0,14 Euro/Minute),<br />

Fax: (0180) 5260148, E-Mail: abo.<strong>plus</strong>@guell.de<br />

Abonnementpreis: zzt. 42,00 Euro für 12 Hefte pro Jahr inkl. Zustell gebühr und 7 Prozent Mehrwertsteuer, Ausland + Porto.<br />

Die Abogebühren werden unter der Gläubiger-Identifikationsnummer: DE95ZZZ00000015331<br />

von der Bayard Media GmbH & Co. KG eingezogen.<br />

Vertrieb für den Handel: MZV Moderner Zeitschriften Vertrieb GmbH & Co. KG, Ohmstraße 1,<br />

85716 Unterschleißheim, Telefon: (089) 31906-0, Fax: (089) 31906-113,<br />

E-Mail: mzv@mzv.de, Internet: www.mzv.de<br />

Druckvorstufe: NV Roularta Media Group, Meiboomlaan 33, B-8800 Roeselare<br />

Druck: Euro-Druckservice GmbH, Passau<br />

Bezugsquellen: <strong>plus</strong> <strong>Magazin</strong> erscheint monatlich im Einzelverkauf im Zeitschriftenhandel.<br />

Der Einzel verkaufspreis inkl. Mehrwertsteuer zzt. 3,50 Euro. Das Jahres abonnement kostet zzt. 42,00 Euro, Heftpreis<br />

inkl. Mehrwertsteuer und Zustellung zzt. 3,50 Euro.<br />

Copyright für alle Beiträge: Bayard Media GmbH & Co. KG. Nachdruck und Angebot in Lese zirkeln nur mit schriftlicher<br />

Genehmigung des Verlags. Das gilt auch für die Aufnahme in elek tronische Datenbanken so<strong>wie</strong> für Vervielfältigungen<br />

auf CD-ROM. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos haften Redaktion und Verlag nicht.<br />

„The Golfing<br />

Machine“: Golf-Ikone<br />

Homer Kelley<br />

beschreibt, <strong>wie</strong><br />

man den Schwung<br />

beim Golf bis zur<br />

Perfektion lernt. Auch<br />

beim siebten Lesen<br />

entdeckte ich Neues.<br />

Ulrich Steen, der ab S. 74<br />

über Bypass<br />

und Stent schreibt<br />

Den Bildband<br />

„Frauen<br />

und ihre<br />

Refugien“. Er<br />

beflügelt die<br />

Fantasie.<br />

Elke Kressin<br />

Fotos: Florian Lohmann, PR, privat; Illustration: Shutterstock<br />

102 6 | 2014


esonderen<br />

Ihre Seiten<br />

[Diskutieren Sie mit und gestalten Sie diese Seiten.]<br />

Ihre Tipps<br />

im Juni<br />

Fruchtfliegen<br />

loswerden<br />

Glas mit 2/3<br />

Apfelsaft, 1/3<br />

Essig, 3 Tropfen<br />

Spülmittel füllen.<br />

Plastikfolie<br />

darüber spannen<br />

und anstechen.<br />

Fliegen krabbeln<br />

hinein und<br />

können nicht<br />

<strong>wie</strong>der heraus.<br />

Heike Braun,<br />

Ulm<br />

Foto: Gallery Stock<br />

Mein <strong>So</strong>hn will für einige Monate im Ausland arbeiten. Er fragte uns, ob wir<br />

für diese Zeit seinen acht Jahre alten Labrador in Pflege nehmen. Wie kann<br />

ich mich darauf vorbereiten und woran muss ich denken?<br />

Karolin von Lueden, Schwelm<br />

Hemden<br />

bügeln<br />

Hemden knittern<br />

weniger,<br />

lassen sich<br />

leichter bügeln,<br />

wenn man<br />

maximal zehn<br />

Hemden in eine<br />

Waschladung<br />

gibt.<br />

Ute Ponig,<br />

Rosenheim<br />

haben sie eine frage? schreiben sie uns! adresse seite 3.<br />

6 | 2014 103


Ihre Seiten<br />

Ich hab eine Frage<br />

„Mehr als<br />

ein Gast“<br />

Einen Hund in<br />

Pflege zu nehmen,<br />

kann viel Freude<br />

machen. Es bedeutet<br />

aber auch<br />

Verantwortung<br />

haben. Hunde-<br />

Trainerin Silvia<br />

Hüllenkremer*<br />

verrät, <strong>wie</strong> man<br />

sich am<br />

besten darauf<br />

vorbereitet.<br />

Wie weiß man, ob man<br />

der Aufgabe gewachsen<br />

ist, einen Hund in Pflege<br />

zu nehmen?<br />

HÜLLENKREMER Indem<br />

man den Hund möglichst<br />

gut kennenlernt.<br />

Es ist etwas anderes, ob<br />

ich einen Hund nur hin<br />

und <strong>wie</strong>der als Gast erlebe<br />

oder ob ich allein für<br />

ihn verantwortlich bin.<br />

Was sollte man tun?<br />

HÜLLENKREMER Viel<br />

Zeit mit dem Hund und<br />

dem Besitzer verbringen.<br />

Häufig zusammen spazieren<br />

gehen, den Hund<br />

beobachten und sich<br />

erklären lassen, warum<br />

er sich <strong>wie</strong> verhält. Die<br />

nächste Stufe ist, Probetage<br />

mit dem Hund allein<br />

zu verbringen.<br />

Warum sind diese Probetage<br />

so wichtig?<br />

HÜLLENKREMER Erst<br />

dann merkt man, ob der<br />

Hund z. B. sehr<br />

stark an der Leine<br />

zieht und man<br />

ihn kaum halten<br />

kann, ob er Angst<br />

vor Kindern hat oder<br />

viel bellt. All dies kann<br />

den Alltag mit Hund<br />

erschweren. Der Vorteil<br />

ist: In der „Probezeit“<br />

kann man bei Frauchen<br />

oder Herrchen gezielt<br />

nachfragen, <strong>wie</strong> man am<br />

besten reagiert.<br />

Muss man die Wohnung<br />

eigentlich hundefreundlich<br />

umgestalten?<br />

HÜLLENKREMER Der<br />

Hund sollte einen Rückzugsort<br />

haben, also einen<br />

Schlafplatz, an dem<br />

er ungestört ist. Und ist<br />

der Hund zum Beispiel<br />

nicht gewohnt, Treppen<br />

zu steigen, sollte man<br />

auch dieses vorher mit<br />

ihm erarbeiten.<br />

Woran sollte man <strong>noch</strong><br />

im Vorfeld denken?<br />

HÜLLENKREMER Wichtig<br />

ist, dass der Hund das<br />

gewohnte Futter erhält.<br />

Und lassen Sie sich die<br />

Adresse des Tierarztes<br />

geben. Der kennt die<br />

Vorgeschichte des<br />

Hundes und kann im<br />

Notfall schneller reagieren.<br />

Auch für den Fall,<br />

dass man selbst krank<br />

wird, sollte man jemanden<br />

bestimmen, der<br />

auf den Hund aufpasst.<br />

Und wenn man gar nicht<br />

mit dem Hund zurechtkommt?<br />

HÜLLENKREMER<br />

Dann kann ein<br />

Hundetrainer<br />

helfen, z. B.,<br />

um zu zeigen,<br />

<strong>wie</strong> man den<br />

Hund besser<br />

versteht und welche<br />

klaren Regeln das<br />

Zusammenleben einfacher<br />

machen.<br />

Eine große Aufgabe …<br />

HÜLLENKREMER Die aber<br />

großen Spaß machen<br />

und einem sehr viel geben<br />

kann. Ein Hund<br />

erfasst instinktiv, was<br />

ein Mensch fühlt, und<br />

kann ihm innerlich ganz<br />

nah kommen.&l