DMG-informiert 3/2014

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Spannende und bewegendet Missionsberichte aus aller Welt. Unsere Mitarbeiter sind rund um den Globus im Einsatz, damit Menschen Gott begegnen.

informiert

Berichte aus der weltweiten Mission Nr. 3/2014

Jüngerschaft

Miteinander von Jesus lernen


Thema

Jüngerschaft

Miteinander von Jesus lernen

„Wollen Sie einen Menschen die Süße des Zuckers kosten lassen?

Dann stecken Sie ihm einen Zuckerwürfel in den Mund und sagen Sie

nichts dazu“ (Weisheit aus Japan). „Macht zu Jüngern alle Völker ...

und lehrt sie halten alles, was ich euch befohlen habe“ (Jesus Christus

in Matthäus 28,18ff). Was haben diese beiden Zitate gemeinsam?

Seit 1991 leben und arbeiten wir

als Missionare in Japan. Im Jahr 2012

wechselten wir an die Jüngerschaftsschule

SYME (School of Youth Ministries in English

/ Schule für christliche Jugendarbeit

in englischer Sprache) in Karuizawa, einer

Kleinstadt in den Bergen nordwestlich

von Tokio. Diese Jüngerschule ist Teil

einer wachsenden Bewegung, zu der ähnliche

Einrichtungen in anderen asiatischen

Ländern gehören – deshalb unterrichten

wir auch junge Christen von dort.

Christsein ist Jüngerschaft. Jüngerschaft

ist der Ausgangspunkt und das Ziel

von Mission. Doch was ist Jüngerschaft

wirklich? Für mich und meine Arbeit bei

SYME habe ich eine einfache, klare Definition

gefunden. Jüngerschaft bedeutet:

Miteinander von Jesus lernen. Doch wie

sieht das praktisch aus? Wie geschieht

Jüngerschulung im Alltag?

Das große Missverständnis

Wer bei Jesus in die Schule geht, muss

umdenken. Unter Lernen verstehen viele

heute nur das Ansammeln objektiven und

theoretischen Wissens. Um im Bild zu

sprechen: Da wird viel über den Zucker

gelehrt und gelernt, doch nur wenige stecken

ihn in den Mund und probieren aus,

wie er wirklich schmeckt. Gemeinden

bieten oft Bibelstudiengruppen mit viel

Theorie an. Das ist gut, aber nicht mit

Jüngerschulung gleichzusetzen. Denn in

der Bibel bedeutet Lernen zuerst etwas

anderes:

(1) Es meint eine grundlegende Veränderung

des Handelns. Deshalb sagte Jesus

im Missionsauftrag nicht „lehrt sie alles“,

sondern „lehrt sie HALTEN alles“. Biblisches

Lernen gleicht dem eines Lehrlings,

weniger dem des Studenten. Der Lehrling

beobachtet seinen Meister und ahmt ihn

nach. Erfahrung steht im Mittelpunkt.

Der Zucker soll geschmeckt werden,

nicht nur analysiert.

(2) Zudem führt das Lernen zu einer

Veränderung des Charakters (Phil 2,5,

Röm 12,2). Im Miteinander mit dem

Meister und wenn er dessen Handeln

nachahmt verändert sich der Charakter

des Lehrlings.

(3) Von Jesus lernen kann man deshalb

nur in der tiefen Gemeinschaft einer

persönlichen Beziehung mit ihm und in

seiner Nachfolge. Vor seinem „Lernt von

mir!“ sagte Jesus: „Kommt her zu mir!“

(Matth 11,28–29).

Leidenschaft für Jesus

Ein Schüler von Jesus Christus zu sein,

beginnt also mit echter, tiefer Leidenschaft

für ihn. Und solche Leidenschaft

ist weit mehr als nur Wissen über Jesus.

Dieses „Mehr“ herauszuarbeiten, ist die

zentrale Aufgabe jeder Jüngerschulung.

Der amerikanische Theologe John Piper

nennt so einen Lebensstil „Anbetung“.

Und er zeigt auf, wie das mit Mission

zusammenhängt. Piper schrieb, dass das

höchste und letzte Ziel Anbetung ist:

„Mission will die Völker dahin bringen,

sich glühend an Gottes Herrlichkeit zu

freuen … Für uns Christen heißt das:

Niemand kann empfehlen, was ihm selbst

nicht lieb ist … Mission beginnt und

endet mit Anbetung“, so Piper. Bei SYME

nehmen wir die jungen Christen in die

Anbetung mit hinein, bis ihre Herzen für

Jesus brennen. Und das hat Folgen:

In einer Vorlesung über Evangelisation

setzte ich eine praktische Übung an. Die

Studenten sollten mehrmals täglich das

Vaterunser beten, vor allem die ersten

drei Bitten. Dann sollten sie Woche für

Woche berichten, was für Erfahrungen

sie gesammelt hatten. Einer staunte: „Ich

habe auf einmal so eine Liebe für meine

nichtchristlichen Freunde, ein tiefes Verlangen,

ihnen von Jesus weiterzusagen.“

Niemand hatte ihn darauf hingewiesen,

er hat das in der Anbetung selbst entdeckt.

Wie jemand, der Zucker wirklich

schmeckt.

Ein Student aus Korea sagte: „Früher

hatte ich nur Kopfwissen über Gott.

Jetzt ist er mein Ein und Alles. Gott hat

mein Herz verändert, meine Einstellung

und mein Verhalten. Ich will anderen das

Evangelium weitersagen.“ Bespiele, die

zeigen: Begeisterung für Jesus führt in die

Mission …

Ein Herz für die Welt

Jesus hat ein Herz für seine Welt

und eine tiefe Liebe zu uns Menschen

(Joh 3,16). Durch die Leidenschaft für Jesus

wird der Christ mit hineingenommen

in die Leidenschaft seines Herrn. Diese

gemeinsame Leidenschaft für die Welt

ist das Herz der Mission. Fehlt sie, bleibt

Mission leblos – bloßer Aktivismus, tote

Gesetzlichkeit. Egal wieviel wir für Jesus

tun, ohne Leidenschaft für unseren Herrn

bringt all unser Einsatz nichts (1Kor 13).

Das Handeln jedes Christen sollte

zuerst ein Handeln in der Welt und für

die Welt sein, denn Jesus Christus ist

der Herr über die Welt (Matth 28,18;

Phil 2,9–11). Voller Leidenschaft baut

er sein weltweites Friedensreich. „Seine

2 DMG-informiert | 3 | 2014

だから, 行 って,あらゆる 民 族 の 人 々を 弟 子 とし, 父 と 子 と 聖 霊 の 名 において 彼 らに


Dr. Martin Heißwolf beim

Unterricht im SYME-Institut

Macht reicht weit, und sein Frieden hört

nicht auf. Er regiert sein Reich auf Davids

Thron, seine Herrschaft hat für immer

Bestand, denn er stützt sie durch Recht

und Gerechtigkeit. Das wirkt der Herr

der Heerscharen im Eifer seiner Leidenschaft“

(Jes 9,6). Nichts ist von seinem

Herrschaftsanspruch ausgeschlossen.

„Es gibt in unserer ganzen menschlichen

Existenz keinen noch so kleinen Bereich,

über den Christus nicht ‚Mein!’ ausrufen

würde. Er ist der Herr über alles“ (Abraham

Kuyper).

Gott durchs Leben

sichtbar machen

Jüngermachen ist die wichtigste

Aufgabe in Gemeinde und Mission. Denn

den Glauben an Jesus anderen weitergeben

können nur Christen. Deshalb

lernen unsere Studenten, wie sie anderen

ihre persönliche Geschichte mit Gott

erzählen können. Worauf sie achten

müssen, damit ihre Freunde sie wirklich

verstehen. Gemeinsam mit uns Lehrkräften

planen sie evangelistische Events,

sagen Menschen von Jesus weiter, führen

manche zum Glauben, bewerten ihre

Aktionen und lernen daraus.

Das ist aber nicht alles, was Christen

in dieser Welt zu tun haben. Jesus ist der

Herr über ihr gesamtes Leben, deshalb

soll der Jünger jede Arbeit – was auch immer

– für und mit Jesus tun. Einer unserer

Studenten, der das erkannte, schrieb:

„Gott hat in mir den Wunsch geweckt,

in meiner Gemeinde mitzuarbeiten, beim

Putzen, Klavierspielen oder wo immer

Hilfe nötig ist.“ Eine Studentin sagte:

„Ich bin zu SYME gekommen, um Gottes

liebendes Herz kennenzulernen. Weil ich

die Welt lieben will, konkret: Japan. Ich

bin überzeugt, dass Gott durch uns die

Welt verändern wird.“ Dies geschieht in

der Gemeinde und im beruflichen Alltag,

wie es sich ein Student zum Ziel machte:

„Ich möchte ein Mann sein, der anderen

Gott durch seinen Beruf und sein Leben

sichtbar macht.“

Darüber hinaus setzen sich Christen

leidenschaftlich für soziale Gerechtigkeit

ein. Wir ermutigen Studenten zu

Einsätzen an sozialen Brennpunkten, wie

bei den Tsunami-Opfern in der Gegend

von Fukushima. „Ich habe mich während

der Jüngerschule dafür entschieden, Jesus

mein Leben ganz in die Hand zu legen“,

schrieb eine junge Japanerin, „weil ich

ihm vertraue. Ich möchte ihm dienen,

indem ich mich um arme Kinder in Asien

kümmere und ihnen das Evangelium

weitersage.“

Leidenschaft und Leiden

Solche Leidenschaft kennt keine

Grenzen, denn auch Gott ist grenzenlos

in seiner Leidenschaft für die Welt. Sein

guter Plan umschließt alle und alles. Sein

Eifer überwindet alles, was Menschen von

seiner Herrschaft trennt. Und genau das

hat sein Sohn am Kreuz getan. Es war

der tiefste Ausdruck der Leidenschaft

und Liebe Gottes, als sein Sohn am Kreuz

das Leben aushauchte. Ohne Leiden gibt

es keine Leidenschaft. Deshalb ist das

gemeinsame Lernen von Jesus immer

geprägt von der „Gemeinschaft seiner

Leiden“ (Phil 3,19) und Nachfolge grundsätzlich

Kreuzesnachfolge (Matth 16,24).

Mit dem Leiden von Jesus begann Mission.

Und das Leiden mit ihm in und an

seiner Welt ist ihr Vollzug (Joh 12,24-25;

Ps 126,5-6). Einer meiner Studenten, der

heute als Jugendpastor tätig ist, bezeugte:

„Ich soll mein Leben so leben, dass ich es

Gott als Opfer darbringe – das hat mir

Gott gezeigt.“

Am effektivsten geschieht Jüngerschulung

im gemeinsamen Leben. Da lernen

unsere Schüler von Jesus Liebe, Toleranz,

Rücksicht und Dienen – aber wichtiger

noch: Mitgefühl, Verzicht, Opferbereitschaft,

Vergebung und Versöhnung. Sie

lernen die Wahrheit hinter der Redewendung:

„Ich kann dich leiden.“ Da wird

Nächstenliebe lebendig. „Was in der Gemeinde

nicht eingeübt wird, kann in der

Welt nicht praktiziert werden“ (Heiko

Krimmer). Der Gedanke des Leidens, ein

zentraler Teil der Jüngerschaft, ist heute

oft nur noch schwer zu vermitteln. Doch

er darf nicht unterschlagen werden. Bei

Jüngerschaft geht es nicht um Selbstverwirklichung.

Eine junge Japanerin wollte

in die Entwicklungshilfe, doch sie lernte:

„Gott hat meinen Traum verändert. Jetzt

bin ich bereit, alles zu tun, was er von

mir will. Sein Wille ist maßgeblich. Das ist

wunderbar und befreiend.“

Es geht also nicht darum, junge Christen

auf Händen zu tragen, sondern als

Lehrer Seite an Seite mit ihnen zu leiden.

Dabei muss es uns gelingen, solches

Leiden positiv zu vermitteln. Wie die

britische Autorin Hannah Hurnard es

ausdrückte: „Opfern heißt geben, was wir

am meisten lieben, dem Einen, den wir

am meisten lieben – das ist der ekstatische

Höhepunkt der Liebe.“

Eine Studentin aus Korea hat das

erlebt: „Bevor ich bei euch die Ausbildung

begann, war ich auf mich selbst

fokussiert, auf das, was ich wollte. Gott

hat mein Herz verändert; heute will ich

mit meinem Leben Jesus gefallen.“ Und

ein anderer Student: „Gott hat mich

verändert. Ich kann heute fröhlich beten,

ihn loben, und ich will ihm dienen. Ich

will mein Kreuz auf mich nehmen und

fröhlich Jesus folgen.“

Dr. Martin Heißwolf

Missionar in Japan

弟 子 の 精 神

Matthäus 28,18 auf Japanisch:

バプテスマを 施 し,わたしがあなた 方 に 命 じたすべての 事 柄 を 守 るように 教 えなさい。 DMG-informiert | 3 | 2014

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Buchenauerhof

Gute Verwalter sein

Jahr für Jahr vertrauen Sie, liebe Leser,

uns als DMG rund zehn Millionen Euro

Spenden an. Dafür danken wir Ihnen

herzlich. Dieses Geld ordentlich ans Ziel

zu bringen – damit Menschen in unseren

80 Einsatzländern weltweit geholfen

wird und sie von Jesus hören – ist eine

wichtige Aufgabe. Die Bibel fordert alle

Christen auf, gute Verwalter und treue

Haushalter zu sein (Lk 12 / 1Petr 4,10).

Die Mitarbeiter unserer Verwaltung motiviert

das. Denn sie verwalten ja täglich

zu Gottes Ehre, weil sie fest an Jesus

glauben.

Eine Mitarbeiterin beispielsweise sorgt

Monat für Monat dafür, dass die Spenden

zu den Missionaren ins Einsatzland

kommen. Es ist nicht einfach, tausende

Euro nach Angola, Mosambik und in die

Mongolei zu transferieren. Bei Überweisungen

achtet sie besonders auf die

Wechselkurse, damit den Missionaren

kein Verlust entsteht.

Auch Ausgaben müssen sinnvoll abgearbeitet

werden, beispielsweise die Rechnungen

für Flüge und Arbeitskosten der

Missionare, sowie nötige Anschaffungen

in der Heimatzentrale wie neue Fenster

und die Druckkosten unserer Zeitschrift.

Es ist wichtig, dass jede Rechnung pünktlich

bezahlt wird.

Die Geschäftsführung hat täglich

wichtige Fragen zu entscheiden, beispielsweise

über Anstellungsformen einzelner

Missionare, damit es mit den Steuern

im Einsatzland und Deutschland nicht

zu kompliziert und zu teuer wird. Ein

anderer Mitarbeiter bucht die eingehenden

Spenden und erfasst die Adressen

der Geber, sodass Sie am Jahresende Ihre

Dankbriefe und Zuwendungsbestätigungen

erhalten.

Es macht uns glücklich, Ihnen, liebe

Freunde und Unterstützer, zu dienen.

Hier die Vorstellung zweier neuer Mitarbeiterinnen

der DMG-Verwaltung, die

seit einigen Monaten in unserem Heimatbüro

mitarbeiten …

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Inhalt

EUROPA

Veranstaltungen

AFRIKA

AMERIKA

Stellenanzeige

Heimatzentrale

NEU: Jutta Terdenge, Verwaltung

Gottes Wege

sind viel besser

Nun bin ich ein dreiviertel Jahr

bei der DMG auf dem Buchenauerhof,

und es kommt mir so vor, als

ob es schon deutlich länger wäre.

Ich komme aus Nordhorn und bin

mit sieben Geschwistern in einer

christlichen Familie aufgewachsen.

Am 1. September habe ich in der

Personalverwaltung begonnen. Ein

Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist,

dass alle Mitarbeiter (weltweit und

im Heimatbüro) pünktlich ihr Gehalt

erhalten. Außerdem erstelle ich

Arbeitsverträge, hole bei Einstellung

neuer Mitarbeiter notwendige

Informationen für die Entgeltabrechnung,

wie Bankverbindung und

Steuernummer,

ein und lege sie/

ihn im Entgeltprogramm

an.

Beim Wechsel

eines Mitarbeiters

ins In- oder

Ausland müssen Änderungen und

Meldungen im Computer vorgenommen

werden. Darüber hinaus sind

meine Tage gefüllt mit Ausstellen

von Bescheinigungen, Besprechungen

mit Missionaren über ihren

Heimatdienst oder zur Vorbereitung

der Ausreise, Bearbeitung von Kindergeldanträgen,

von steuerlichen

und sozialversicherungsrechtlichen

Fragen sowie zur Optimierung von

Arbeitsprozessen. Bei Stellenausschreibungen

für die Heimatzentrale

bin ich erste Ansprechpartnerin für

Bewerber, übernehme die Vorauswahl

geeigneter Kandidaten und

führe gemeinsam mit Kollegen die

Vorstellungsgespräche.

Wie ich zur DMG gekommen bin?

Nach einem FSJ und einem religionspädagogischen

Studienjahr in Krelingen

habe ich Lehramt für Grundund

Hauptschule in Ludwigsburg

studiert, bin jedoch beim zweiten

Staatsexamen durchgefallen. Gott

hatte einfach etwas anderes mit mir

vor ;-)

Das eine aber wissen wir:

Wer Gott liebt, dem dient alles,

was geschieht, zum Guten.

Römer 8,28a

Für mich ist es ein Wunder, dass ich

danach den Quereinstieg in die Wirtschaft

bei einem Personaldienstleister

in Schwäbisch Hall geschafft habe. Ich

war acht Jahre in dessen Zentrale in

der Personalverwaltung und -entwicklung,

Ausbildung und im Qualitätsmanagement

tätig und habe nebenher

mein Fernstudium in Betriebswirtschaftslehre

abgeschlossen. Was ich

dort gelernt habe, ist eine gute Basis

für meine heutigen Aufgaben.

Als meine Beschäftigung Anfang

2013 zu Ende ging, wusste ich nicht,

was kommen würde. Ich hatte keine

Anschlussbeschäftigung. Hinzu kam,

dass ich krank wurde. Als mir die

Ärztin die schwere

Diagnose mitteilte,

fiel mir Römer

8,28 ein. Gerade

in dieser Unsicherheit

erlebte ich,

wie Gott für mich

sorgte und eine tiefe Gelassenheit,

Ruhe und Gewissheit schenkte. Er hat

alles in der Hand – meine Gesundheit

und auch meinen künftigen Arbeitsplatz.

Nachdem ich wieder fit war, bewarb

ich mich bei Unternehmen und im

christlichen Bereich. Dabei betete und

vertraute ich, dass Gott die richtige

Tür öffnen würde. Meine Daten hatte

ich auch dem christlichen Personalvermittler

CPS weitergegeben, der mich

mit der DMG in Kontakt brachte.

Kurz darauf kam ich zum Vorstellungsgespräch

auf den Buchenauerhof

und erhielt die Zusage. Gottes Wege

sind oft anders, als wir es uns vorstellen

– viel besser!

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Heimatzentrale

NEU: Bettina Janzen, Verwaltung

Guter Tipp aus

der Verwandtschaft …

„Warum möchtest du nicht in einem

Missionswerk arbeiten?“ Die Frage einer

Verwandten brachte meine Gedanken ins

Stolpern. Nach meiner Ausbildung zur

Bürokauffrau und einem Jahr Berufserfahrung

hatte ich sechs Monate als Au-pair in

Israel verbracht. Inzwischen war ich vier

Monate in Deutschland zurück und wieder

auf Jobsuche. Ein paar Arbeitsstellen

hatten sich zerschlagen, ich verstand die

Welt nicht mehr. Und dann diese Frage?

Sie ließ mich nicht mehr los. Spät

abends setze ich mich an den Laptop und

schaute mir Missionswerke im Internet

an. Nichts, keine Stellenausschreibung.

Doch: Der christliche Personalvermittler

CPS meldete, dass eine Mission in Baden-

Württemberg Unterstützung für ihre

Verwaltung suche. Das hörte sich interessant

an! Also schrieb ich und bekundete

Interesse.

Zwei Tage später erhielt ich einen

Anruf meines ehemaligen Chefs, ob ich

meine frühere Arbeitsstelle wiederhaben

wolle?! Wir vereinbarten einen Termin in

derselben Woche, um über das Angebot

zu sprechen. Mittags fand ich die E-Mail

mit einer umfassenden Stellenausschreibung

der DMG und die positive Rückmeldung

einer anderen Mission in meinem

Postfach. Unglaublich! Erst gar nichts,

und dann alles auf einmal. Gott wollte es

mir wohl nicht so einfach machen, wie ich

dachte …

Ich schickte eine Bewerbung über

die Vermittlungsagentur an die DMG,

telefonierte mit dem anderen christlichen

Werk und nahm den Termin mit

meinem ehemaligen Chef wahr.

Heraus kam, dass ich meinem

früheren Chef innerhalb

einer Woche Bescheid

geben sollte, die

Vermittlungsagentur

meine

Bewerbung

erst

Dienstag

darauf an die DMG weiterleiten könne

und eine Arbeit bei der anderen Mission

momentan nicht für mich dran war.

Am Donnerstag überlegte ich, was

ich tun sollte. Die DMG hatte meine

Bewerbungsunterlagen erst zwei Tage,

und ich sollte innerhalb von zwei Tagen

meinem früheren Arbeitgeber antworten.

Zögernd rief ich bei der DMG an und

schilderte ihnen meine Situation. Telefongespräche

wurden geführt, dann erhielt

ich die Einladung zum Vorstellungsgespräch

in der Woche darauf.

Die ganze Zeit

betete ich, dass

Gott mir bei der

Entscheidung

helfen sollte. Am

Ende des Vorstellungsgespräches

bei der DMG baten

sie mich, vor der Tür zu warten, um zu

beraten. Meine Gedanken überschlugen

sich: „Oh nein! Was sollte ich meinem

früheren Arbeitgeber sagen, falls sie noch

Zeit benötigten?“ Ich setzte mich draußen

hin und betete, dass ich direkt eine

Absage bekäme, wenn Gott das wolle.

Lieber jetzt, als in einer Woche.

Als ich wieder hereingerufen wurde,

war ich sprachlos. Nicht nur, weil zwei

DMG-Mitarbeiter ihren Urlaub wegen

meiner Bewerbung unterbrochen

hatten. Ihre

Antwort lautete:

Zögernd rief ich bei der DMG

an und schilderte ihnen meine

Situation. Die ganze Zeit betete

ich, dass Gott mir bei der Entscheidung

helfen sollte.

„Wenn Sie möchten, können Sie in zwei

Wochen bei uns anfangen …“ Was für ein

Geschenk Gottes.

Seit September arbeite ich nun bei der

DMG und bin hauptsächlich für die Verwaltung

der Kurzeinsätze zuständig. Jedes

Jahr gehen rund 50 junge Christen zu

einem Jahreseinsatz in ein anderes Land.

Ich kümmere mich um ihre Versicherungen,

Flugbuchungen, Verträge, Finanzen

und was sonst noch in den Bereich

Organisation fällt. Es gibt noch einige

Aufgaben und viel Neues zu erforschen.

Dass das gelingt, dafür

dürfen Sie gerne mit

beten.

Ach ja, zu meiner

Herkunft: Ich komme

aus Augustdorf im

Kreis Lippe aus der

Baptistengemeinde.

In einem christlichen Elternhaus mit elf

Geschwistern aufgewachsen, bin ich gern

unter Menschen und freue mich über die

Mitarbeit im DMG-Team.

M

e g s

i s

DMG-informiert | 3 | 2014

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Europa

Frankreich

NEU: Samuel und Linda Hablützel

Italien

Mario und Annegret Carlomagno

Nie hätten

wir gedacht …

…, dass wir einmal in Frankreich landen

würden. Wie kam es dazu? Ich (Samuel)

bin als Kind der DMG-Mitarbeiter Robert

und Cornelia Hablützel in Westafrika aufgewachsen.

So hat Gott schon früh eine

Liebe für Afrikaner in mich hineingelegt.

Das Leben als Kind Gottes war für mich

immer eng mit Mission verbunden – und

das Stichwort Mission mit Afrika. Schließlich

kannte ich nichts anderes.

Als wir nach Deutschland zurückkehrten,

fühlte ich mich zunächst etwas

fremd. Denn Deutschland war für mich

das Unbekannte. Aber ich ließ mich darauf

ein und wurde nicht enttäuscht. Als

Jugendlicher erlebte ich aufregende Jahre

in der DMG-Zentrale Buchenauerhof.

Ich wurde stark durch die Zivildienstleistenden

der DMG und treue Menschen

unserer Gemeinde geprägt. Besonders

mein Jugendleiter hat in mein Leben

investiert. Trotz dieser guten Erfahrungen

in Deutschland dachte ich immer,

dass ich eines Tages Missionar in Afrika

würde. Dann brachte Gott meine Frau

ins Spiel …

Ich (Linda) erlebte eine völlig andere

Kindheit. Ich bin in Stuttgart aufgewachsen

und lebte ein normales Leben. Als

mein Vater starb, fing ich an, mir Gedanken

zu machen über den Tod und was

danach kommt. Durch meine gläubigen

Freunde bekam ich Antworten und lernte

Jesus kennen. Sie prägten mich als junge

Erwachsene – und natürlich die christliche

Gastfamilie in Neuseeland, bei der

ich ein halbes Jahr als Au-Pair arbeitete.

Als Samuel und ich uns kennenlernten,

kam früh die Frage auf, ob ich bereit

wäre, in die Mission zu gehen.

Samuel und Linda Hablützel

mit Nathan, Marlene und

Daniel

So unterschiedlich waren

unsere Wege, bis sie sich

kreuzten. Seitdem sind zehn Jahre

vergangen. Wir heirateten, bekamen

Kinder und absolvierten unsere

theologische Ausbildung in Brake.

Dort fiel uns noch einmal neu auf, wie

unterschiedlich geprägt wir sind. So

beteten wir, dass Gott uns einen Ort

zeigen würde, wo wir als Familie gut

hinpassen.

Im Gespräch mit der DMG stellte

sich heraus, dass es auch in Europa

große Gebiete mit nur wenigen Christen

und missionarische Arbeiten mit

Afrikanern gibt – in Frankreich zum

Beispiel, wo mehr als fünf Millionen

Afrikaner leben. Deshalb bereiten wir

uns jetzt auf unseren Umzug nach

Frankreich vor. Diesen Sommer sind

wir zunächst noch im Reisedienst

unterwegs, um Freunden, Gemeinden

und Hauskreisen unsere künftige

Arbeit vorzustellen. Noch können Sie

uns also einladen, und wir freuen uns,

mit Ihnen in Kontakt zu kommen.

Im Herbst ist unsere Ausreise

geplant. Zunächst wollen wir Französisch

lernen. Aber langfristig wollen

wir das weitergeben, was von anderen

in uns hineingelegt wurde. Wir wollen

junge Menschen begleiten, für sie da

sein, sie in unser Leben mit hineinnehmen

und dabei sein, wenn sie im

Glauben wachsen. Herzlichen Dank,

wenn Sie uns bei diesem

Abenteuer im

Gebet begleiten.

Plötzlich darf ich

Jesus unterrichten

Als Christen ist uns klar, dass nur

Jesus selbst die italienische Gesellschaft,

unsere Stadt Faenza und die Menschen

hier verändern kann – und er öffnet die

notwendigen Türen dafür:

Seit einigen Wochen darf ich mehreren

Klassen einer Landwirtschaftshochschule

Religionsunterricht erteilen. Davide,

den Religionslehrer dort, haben wir bei

unserem Kinderferienprogramm im Park

kennengelernt. Ich sei doch Pastor, sagte

er eines Tages, und fragte, ob ich Teile

des Religionsunterrichts mitgestalten

wolle. Ich sagte zu, und wir überlegten

uns gemeinsam die Themen dafür.

Ein Thema, das die Studenten echt

herausgefordert hat, war: „Was ist das

Königreich Gottes?“ Was versteht man

heutzutage darunter, und wie kann man

es sich selbst aneignen? Was macht im

Leben Sinn? Lohnt es, sich unter die

Herrschaft Gottes zu stellen? Wie wird

man glücklich im Leben? Es war interessant,

die unterschiedlichen Weltanschauungen

und Lebensmodelle zu betrachten:

Ansehen, Reichtum, Gesundheit,

Karriere; darauf wollen viele ihr Leben

bauen. Gemeinsam betrachteten wir, was

wichtige Persönlichkeiten und Religionen

zu diesem Thema sagen, und zuletzt Jesus

und die Bibel. Dazu wählte ich Psalm 23.

In Gott zu sein, darin liegt das wahre

Glück. In Ihm finden wir Friede und Freude.

Es ergaben sich gute Gespräche.

Im nächsten Unterricht wird es darum

gehen, wie man ein Mensch mit gutem

Charakter werden kann, und weshalb es

sich lohnt, danach zu streben. Letztlich

werde ich auf Jesus hinweisen, der uns

Menschen geschaffen hat, und dessen

Vorbild unser Leben verändert. Der Religionsunterricht

ist eine große Chance,

meinen Glauben zu bezeugen und vorzuleben.

Beten Sie bitte, dass das Gehörte

die Herzen der Studenten anrührt und

sie von Jesus lernen …

Marios Religionsklasse

6 DMG-informiert | 3 | 2014


Griechenland

Karin Schutz

„Operation Josua 7“ läuft an

„Sie sind pleite! Sie können Ihre Schulden

nicht mehr bezahlen!“ Es ist Sommer

2013, mitten in der Wirtschaftskrise. Katerina

laufen die Tränen über die Wangen,

angesichts der schlimmen Nachricht von

ihrer Bank. Sie erhält keinen Kredit mehr

für ihren kleinen

Laden. Katerina

weiß nicht mehr,

was sie tun soll.

Sie sieht nur noch

einen Ausweg: „Ich

setze meinem Leben ein Ende“, denkt sie

und geht nach Hause.

Zu Hause hängt eine Tüte an ihrer Türklinke,

auf der steht: „Gott liebt dich.“

Und darunter: „Die einzige Hoffnung in

schwierigen Zeiten!“ Katerina setzt sich

auf ihre Couch, öffnet die Tüte und findet

darin die „Gute Nachricht“, ein Neues

Testament in heutigem Griechisch. Sie

liest in der Bibel und entdeckt in dem

Buch eine Karte mit der Aufschrift:

„Ein Geschenk für dich.“ Und: „Nur das

Evangelium hat die Kraft, Griechenland

zu retten.“ Daneben findet sie die Telefonnummer

von „Hellenic Ministries“, der

griechischen Mission, bei der ich über die

DMG arbeite.

Katerina ruft an, und wir können sie

mit einer Gemeinde in ihrer Stadt in Kontakt

bringen. Sie lernt Christen kennen,

die ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Eines Tages nimmt sie Jesus an und findet

Eines Tages nahm sie Jesus an und

fand neue Hoffnung. Einfach nur,

weil jemand ihr die „Gute Nachricht“

vorbeigebracht hatte.

auch einen Ausweg aus ihrer schwierigenfinanziellen

Situation und neue Hoffnung.

Einfach nur, weil jemand ihr die „Gute

Nachricht“ vorbeigebracht hat.

Das geschah im Rahmen von Operation

Josua – einer großen Bibelverteilaktion,

die ich jeden Sommer

mitorganisiere.

Vom 9. bis 17 Juli

2014 werden erneut

Hunderte junge

Christen aus ganz

Europa in Griechenland Bibeln und christliche

Medien verschenken. Unsere Partnermission

sucht dringend noch Helfer

für „Operation Josua 7“. Wir benötigen

rund 400 engagierte Mitarbeiter, auch

aus Deutschland, die 140.000 Literaturpakete

in 450 Dörfern in Nordgriechenland,

Halkidiki und rund um Thessaloniki

verteilen.

Sind Sie dabei? Oder junge

Leute Ihrer Gemeinde? Kommt

herüber und helft uns! Wenn

nicht in Person, so können

Sie doch mithelfen, dass

Bibeln gekauft werden

oder ein Grieche an

Ihrer Stelle gehen

kann.

Zur großen Bibelverteilaktion kommen

hunderte junger Christen, um zu helfen

DMG-informiert | 3 | 2014

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Europa

Ukraine

Martin und Anja Teubert

Alles in bester Ordnung?

Wir sind DMG-Mitarbeiter und leben

mit unseren sechs Kindern ganz im Osten

der Ukraine, in einer Kleinstadt, nur

30 Kilometer von der russischen Grenze

entfernt. Vor ein paar Stunden sind wir

erneut in unserem Einsatzort angekommen

– überglücklich wieder daheim zu

sein. Unsere hiesige Partnerorganisation

hatte uns ein paar Tage aus dem Osten

der Ukraine abgezogen, weil sie sich

Sorgen um uns machten.

Die Ostukraine ist auch nicht unbedingt

die Gegend, in der unsere Familien

in der Heimat uns zur Zeit gerne sehen.

Oft haben uns

in den vergangenen

Wochen

besorgte

Verwandte und

Freunde angerufen

und E-Mails

geschrieben.

Manche hätten

am liebsten, dass wir heimkehren. Es

stimmt, die Situation hier in der Ukraine

ist nicht alltäglich. Es gab auch in unserer

beschaulichen Kleinstadt einige Demonstrationen

mit kleineren Ausschreitungen.

Aber sonst läuft das Leben hier normal

ab, fast zu normal für das, was man im

Fernsehen sieht.

Es wirkt beinahe irreal. Unsere Kinder

gehen zur Schule. Sie spielen draußen mit

den Nachbarskindern. Jeder geht seiner

Arbeit nach. Und unsere Gemeindeaktivitäten

für den Sommer werden geplant.

Als sei alles in bester Ordnung.

Und doch sind die Kriegsgefahr

und die Frage,

was genau sich

hinter

Es wirkt beinahe irreal.

Unsere Kinder gehen zur

Schule, sie spielen draußen

mit Nachbarskindern.

Jeder geht seiner Arbeit nach,

als sei alles in bester Ordnung.

der nahen Landesgrenze und in anderen

Landesteilen abspielt, in aller Munde.

Unsere Partnerorganisation analysiert

täglich die Situation. Die Notfallpläne,

wie eine Evakuierung ablaufen soll und

welche Kriterien diese auslösen, wurden

im November aktualisiert. Seither halten

wir immer einen gepackten Koffer bereit,

sodass eine Abreise in ein, zwei Stunden

möglich ist.

Ehrlich gesagt hatten wir nicht wirklich

geglaubt, dass dieser Fall eintreffen

würde. Umso schockierter waren wir,

als der Anruf aus Kiew kam und unser

beschauliches Leben auf den

Kopf stellte.

Während etliche Mitmissionare

nach Warschau ausgeflogen

wurden, durften

wir bei Kollegen im Westen

der Ukraine unterkommen.

Unsere Anspannung war

groß: Würden wir in unseren

Einsatzort zurückkehren? Und wenn

nicht? Diese Gedanken waren etwas

überzogen, aber sie ließen uns nicht richtig

zur Ruhe kommen. Es tut uns nicht

gut, zu viel in den sozialen Netzwerken

zu lesen, was alles politisch so läuft, was

wer angeblich gesagt und gedroht hat und

wieviele Panzer an der Grenze stünden.

Natürlich wollen wir informiert sein,

müssen uns aber irgendwie auch abgrenzen.

Vor wenigen Tagen kam grünes Licht,

dass wir wieder zurückkehren durften,

sollten wir es uns vorstellen können, weiter

als Familie dort zu leben und zu arbeiten.

Wir sind so dankbar, auch wenn uns

Truppen der Armee und eine Straßenblockade

auf der Rückreise an die angespannte

Lage im Land erinnerten. Zur Zeit sind

wir uns sicher, hier hinzugehören. Gerade

durch die derzeitige Situation haben wir

viele Möglichkeiten, Menschen für Jesus

zu erreichen. Die Leute sind verunsichert

und fragend.

Wir helfen mit beim Aufbau einer

christlichen Gemeinde in unserer Stadt

und schulen landesweit Mitarbeiter für

die christliche Kinder- und Jugendarbeit.

Darüber hinaus veranstalten wir jeden

Sommer etliche Freizeiten für mittellose

Kinder, die viel Spiel und Spaß erleben

und oft das erste Mal von Jesus hören.

Kinder zu prägen – das ist eine wichtige

Aufgabe in einem Land, das jahrzehntelang

von Atheismus und Kommunismus

beherrscht war. Bitte denken Sie im

Gebet an uns und unsere Arbeit.

In Zeiten von Demonstrationen und Unruhen,

sind christliche Kinderstunden (Bild unten) in

der Ostukraine besonders wichtig

8 DMG-informiert | 3 | 2014


Georgien

Sonja Lenzkes

„Täglich in

der Bibel lesen?“

„Niemand hat mir gesagt, dass ich

das tun soll.“ – „Ich lese nur, was unser

Pastor sagt oder, wenn ich eine Andacht

vorbereiten muss.“ „Ich nehme es mir oft

vor, aber vergesse es immer wieder.“ „Ich

möchte schon, aber …“ „Ich lese mal hier,

mal da einen Vers, aber ich habe noch nie

ein ganzes Bibelbuch am Stück gelesen.“

Solche und ähnliche Aussagen habe

ich neulich von unseren Studenten

gehört, als wir über unsere persönliche

Beziehung zu Gott sprachen. Ich war

geschockt, denn ich hatte wenigstens von

den Studenten, die in einer christlichen

Gemeinde großgeworden sind, erwartet,

dass sie einigermaßen regelmäßig die

Bibel lesen.

Gleichzeitig hörte ich aus unserem Gespräch

den Wunsch heraus, dass sie die

Bibel besser kennenlernen wollten, aber

nicht wussten, wo sie damit anfangen sollten.

Also stellte ich ihnen in der nächsten

Mitarbeiterstunde einige Bibellesepläne

vor. Nun übersetze ich für sie einen Leseplan

ins Georgische.

Ich fragte sie auch, ob es ihnen eine Hilfe

ist, wenn ich ihnen jeden Tag zu einer

bestimmten Uhrzeit eine Erinnerungs-

SMS (Telefonkurznachricht) schreibe.

Eine Studentin hat dieses Angebot gerne

angenommen. Nun bekommt sie jeden

Morgen von mir eine kurze SMS, in der

ich sie über den zu lesenden Textabschnitt

für diesen Tag informiere und

ihr ein paar Fragen dazu stelle. Einmal

wöchentlich treffen wir uns und reden

über das, was sie gelesen hat.

Ich freue mich, wie ernst sie seither das

Bibellesen nimmt, und vertraue darauf,

dass Gott durch sein Wort zu ihr spricht.

Diese Studentin kommt schon zwei Jahre

zu uns in die Gruppe, und ihr geistliches

Wachstum schien lange zu stagnieren.

Jetzt sieht es nach einem neuen Aufbruch

aus.

Veranstaltungskalender

06.06.2014, 20 Uhr: Gebet für die Welt – Burkina Faso

Buchenauerhof, Tel. 07265 959-0

15.06.2014, 10 Uhr: Gebetssonntag – Afrika

Buchenauerhof, Tel. 07265 959-0

22.–27.06.2014: DMG-Missionsfreizeit

71292 Friolzheim, Tel. 07044 41155

27.–29.06.2014: Missionswochenende

24640 Schmalfeld, Tel. 04191 3844

29.06.2014: Missionsgottesdienst

75223 Niefern-Öschelbronn, Tel. 07233 4290

04.07.2014, 20 Uhr: Gebet für die Welt – Armenien

Buchenauerhof, Tel. 07265 959-0

13.07.2014: Missionstag

67433 Neustadt/Weinstraße, Tel. 06321 2678

26.–27.07.2014: JUMI-NIGHT 2014

Jugendevent der DMG (siehe Rückseite)

Samstag (19 Uhr) bis Sonntag (13 Uhr)

Buchenauerhof, Tel. 07265 959-0

Treffen Sie uns am Infostand:

Christustag in Stuttgart 19.06.2014

Landesmissionsfest in Blaufelden 29.06.2014

Allianzkonferenz in Bad Blankenburg 30.07.–03.08.2014

17.–23.08.2014 Bibelheim Bethanien,

76307 Karlsbad-Langensteinbach

Auszeit mit Inhalt

Ein neues

Konzept für

Erholungssuchende,

die gerne

auch ihren Geist

nähren. Leitung:

Günther Beck

(DMG-Öffentlichkeitsarbeit)

und Team

Anmeldung und Information:

Tel. 09841 6819860

www.auszeit-mit-inhalt.de

Sie wollten die Bibel besser

kennenlernen. Also stellte

ich ihnen einige Bibellesepläne

vor. Nun

übersetze ich für sie

einen Leseplan ins

Georgische.

Termin vormerken: 28.09.2014, ab 10 Uhr

DMG-Herbstmissionsfest

Eine Feier für die ganze Familie. Festgottesdienst

und Abschlussveranstaltung mit Beiträgen

der Missionare, einer bunten Ausstellung

und fröhlichem Kinder- und Teenieprogramm

DMG-informiert | 3 | 2014

9


Afrika

Südsudan

Ruth Gebhardt

Malawi

David und Deborah Born

Betet mit den

Christen in Doro

„Ich weiß, wir leben in einer schwierigen

Zeit. Viele von uns können nachts

vor Angst nicht schlafen. Aber in allem

wissen wir, dass Gott bei uns ist …“

Gemeinsam mit südsudanesischen Christen

sitze ich unter dem Grasdach einer

kleinen Gemeinde vom Volk der Uduk.

Und ich bin dankbar, dass der Pastor vor

der Predigt so ermutigende Worte an

seine Gemeinde richtet. Ich spüre, die

Leute sind bedrückt, nicht so fröhlich und

gesprächig wie sonst. Sie sehen müde und

hungrig aus. Die letzte Essensration war

nur ein Viertel der eigentlichen Monatsration,

und sie muss trotzdem für den

ganzen Monat ausreichen.

Durch die anhaltenden Kämpfe in anderen

Landesteilen sind die Transportwege

für Lebensmittel abgeschnitten. So wurde

auch in unserem Flüchtlingscamp in Doro

Anfang des Monats ausgegeben, was noch

übrig war. Durch die knappen Ressourcen

kommt es in der Umgebung vermehrt zu

Konflikten zwischen Flüchtlingen und der

örtlichen Bevölkerung. Einmal gab es eine

Schießerei mit mindestens zwei Toten.

Das alles wiegt schwer auf den Herzen

meiner Freunde. Dazu

die vielen Fragen: „Wo

Nachtrag

Die Lage in Doro hat sich inzwischen wieder

beruhigt, auch die Spannungen zwischen der

lokalen Bevölkerung und den Flüchtlingen haben

sich gelegt. Örtliche Kirchen haben sogar Lebensmittel

fürs Flüchtlingslager gesammelt. Dennoch ist Nahrung

weiterhin knapp und Menschen hungern. Bitte beten Sie

für Frieden und Gottes Schutz für Ruth und ihr Team.

bekommen wir Nahrung her? Und wenn

wir nicht hierbleiben können – wohin

dann?“ In ihrer Heimat ist es zu gefährlich,

weil dort noch gekämpft wird. Doch

wie lange können sie in Doro bleiben?

Ich fühle mich hilflos angesichts dieser

Not. Was kann ich als einzelne Kinderkrankenschwester

da schon ausrichten?

Unsere Arbeit mit den unterernährten

Kindern erscheint mir manchmal verschwindend

klein.

Aber dann kündigt der Prediger an:

„Morgen von sieben bis zwölf Uhr treffen

sich alle Uduk-Gemeinden, um zu beten.

Wir wollen zusammen vor Gott kommen,

unsere Herzen vor ihm ausschütten,

und ihm unsere Not sagen. Denn er

ist bei uns, und er ist größer als unsere

Not.“

Es ermutigt mich, dass die Uduk-

Christen so auf die Not reagieren. Sie

wissen, wo sie mit ihren Sorgen hingehen

können. Und ich möchte ihnen darin zur

Seite stehen.

Gottesdienst im

Flüchtlingslager

Brennende Herzen

statt rauchender Köpfe

Wohin gehen Sie, wenn Ihnen etwas

auf der Seele brennt? Wir besuchen dann

Pastor Alan und seiner Frau Justina, die

uns während unseres ersten Jahres in

Malawi zu Freunden geworden sind.

Es war zu Beginn der anstrengenden

Regenzeit, als etliche Krankheiten und

Trauernachrichten uns aus dem Gleichgewicht

brachten. Wir benötigten dringend

Gebet – warum also nicht zu malawischen

Glaubensgeschwistern gehen?

Indem wir uns vor unseren

afrikanischen Freunden verwundbar

zeigten, schenkte Gott die

Grundlage für eine authentische

Beziehung im Geist der Jüngerschaft,

die kulturelle Trennungen

überwunden hat.

Der Weg verlief über Stock und Stein.

Unser Pastor und seine Familie wohnen

in einem Stadtteil, wo kleine Häuser

mit Wellblechdächern dicht an dicht

zusammenstehen. Anfangs begrüßten uns

aufgeregte Kinderscharen mit „Azungu,

Azungu!“ (Weiße). Inzwischen nehmen

die Nachbarn unser regelmäßiges Kommen

nicht mehr so wahr.

Schwach und mutlos sanken wir

diesmal auf dem schlichten Sofa nieder.

Aber was wir erlebten war pure Ermutigung

und Stärkung. Alan schlug Psalm

91 auf und folgerte: „Überall dort, wo

Gott, euer Vater, ist, seid ihr sicher und

geborgen – egal ob in Deutschland oder

Malawi.“

Missionare sind meist mit dem Anliegen

unterwegs, anderen Menschen zu helfen.

Hier durften wir erleben, wie einheimische

Christen uns zur Hilfe wurden –

besonders durch ihr kindlich-vorbildliches

Vertrauen in Gott, das uns ermutigt.

Wie oft begehen wir den Fehler, die

Stärke eines Menschen danach zu bestimmen,

wie viel er materiell besitzt. Hätte

es nicht genügt, Missionarskollegen aus

Europa unser Herz auszuschütten? Und

in den Augen vieler Malawier gelten Missionare

aufgrund ihrer guten Ausstattung

als kaum erschütterbar. Doch indem wir

uns vor unseren Freunden verwundbar

zeigten, schenkte Gott die Grundlage für

eine authentische Beziehung im Geist der

Jüngerschaft, die kulturelle Trennungen

überwunden hat.

10 DMG-informiert | 3 | 2014


Madagaskar

Karin Mende

Wie Beziehungen heilen

Besuch bei unseren neuen Freunden

Wenn wir an Alan und Justina

denken, sind wir begeistert von

ihrer Art, groß von Gott zu denken

und sich ihm ganz hinzugeben. Es

tut so gut, gemeinsam mit Leuten

wie ihnen von Jesus zu lernen und

ihm nachzufolgen!

Nach einem medizinischen

Deutschlandaufenthalt sind wir als

Familie inzwischen wieder nach

Malawi zurückgekehrt. Ab Herbst

wollen wir jungen Christen an

einem Bibelseminar als lernbereite

Lehrer und Mentoren dienen. Bitte

beten Sie, dass wir einander über

Kulturgrenzen hinweg in offener Atmosphäre

wahrnehmen und ermutigen

– damit sich rauchende Köpfe in

brennende Herzen verwandeln.

Vier Beziehungen, in die uns Gott

bei der Schöpfung gestellt hat:

Gott

Ich Andere Schöpfung

Die letzte Märzwoche hatte es in sich:

Wir hatten eine Fortbildung zum Thema

„Transformative Entwicklung“ angesetzt,

dabei geht es um die Heilung von Beziehungen

und ihre Auswirkungen auf die

Gesellschaft. 17 madagassische Teilnehmer

mit Erfahrung auf diesem Gebiet

kamen aus unterschiedlichen Regionen

nach Antsirabe, um sich weiterbilden zu

lassen. Eine Gruppe war drei Tage mit

dem Landrover angereist. Pastor R. musste

sogar einen Meeresarm mit dem Boot

überqueren und eineinhalb Tage mit dem

Bus herfahren. Sie haben es nicht bereut.

Ich bin dankbar, dass eine Kollegin aus

Kenia mir mit Rat und der Hauptlast

des Unterrichtens zur Seite stand. Zwei

Übersetzer übertrugen unermüdlich die

Vorträge und Diskussionsbeiträge aus

dem Englischen ins Madagassische und

umgekehrt. Die Mitarbeiterinnen Nina

und Mami halfen praktisch und im Unterricht.

Und ich spürte, dass Freunde in der

Heimat für unsere Fortbildung beteten.

Vielen Dank.

Die erste Lektion zeigte auf, dass

Menschen Ebenbilder Gottes sind. Bei

der Schöpfung hat Gott vier Beziehungsebenen

angelegt: die von Gott zu

Mensch, des Menschen zu sich selbst,

zum Mitmenschen und zwischen Mensch

und Umwelt. Der Sündenfall hat all diese

Beziehungen beeinträchtigt. Mit unserem

Unterrichtsmaterial helfen wir Menschen

bei der Heilung ihrer Beziehungen, mit

dem Ziel, auch die Menschen um sie her

und die Gesellschaft nachhaltig zu verändern.

Weil Jesus am Kreuz Versöhnung

bewirkt hat, sind wir Botschafter der

Versöhnung (2Kor 5,19f). Echte Versöhnung

ist manchmal ein langer Prozess. Ich

staune, was Gott bewirkt, wenn unsere

Seminarteilnehmer anwenden, was sie

gelernt haben:

Dr. F. berichtete begeistert von einer

Pastorenschulung in einer ländlichen

Region. Die dortige Stammeskultur

gibt Männern Vorrang, Frauen dürfen

beispielsweise nicht gleichzeitig mit

Männern essen. Dr. F. hatte die Pastoren

dort gefragt: „Wenn wir Jesus als Herrn

im Leben haben, was bedeutet das für

die Beziehung zur Ehefrau?“ Das habe die

Männer echt gefordert, erzählte er. „Sie

haben erkannt, dass sie der Frau nicht die

Stellung einräumten, die Gott ihr zugedacht

hatte.“ Einige meinten, das sei aber

doch ihre Kultur. Er fragte zurück: „Was

kommt zuerst, die Bibel oder die Kultur?“

Natürlich die Bibel, so die Pastoren. Dr.

F. erzählte: „Bei meinem nächsten Besuch

holte ein Pastor sofort seine Frau dazu,

damit sie alles von Anfang an miterlebte.“

Eine andere Teilnehmerin leitet kirchliche

Kindergruppen in einem Armenviertel

der Hauptstadt. Vier Jahre lang hatten

sie Eltern finanziell unterstützt, damit

diese ihre Kinder zur Schule schicken

konnten. Nach einem Seminar über

Transformation und Entwicklung erkannte

sie, dass sie eine ungute finanzielle

Abhängigkeit geschaffen hatte. Was tun?

Sie rief alle Eltern zusammen und fragte

sie, ob sie nicht mehr Verantwortung

für die Schulbildung ihrer Kinder übernehmen

wollten. Am Ende der lebhaften

Diskussion entschieden die Eltern, selbst

in kleinen Raten für die Schulkosten

aufzukommen.

2011 hatte die Sozialarbeiterin einer

Hilfsorganisation für arme Familien

erstmals unsere Seminare besucht. Sie

beschrieb, wie es ihre Arbeit verändert

hat: „Wir sehen ganz praktisch, wie die

vier Grundbeziehungen geheilt werden.

Kleingruppen mit je 15 Familien sind entstanden,

deren Mitglieder sich gegenseitig

helfen. Zwischen Nachbarn, die sich früher

gehasst haben, wächst plötzlich Liebe

und gegenseitige Achtung. Jede Familie

kann etwas, mit der sie anderen helfen

kann. So lernen alle, Verantwortung zu

übernehmen, und die Gruppen treffen

eigene Entscheidungen.“

Ich staune über die Auswirkungen der

Impulse, die meine Mitarbeiter und ich

in den vergangenen Jahren ausgestreut

haben. Es macht Freude, wie Gott die

Seminare segnet.

DMG-informiert | 3 | 2014

11


Afrika

Amerika

Kenia

Renate Hornung

Mexiko

Pia Kaufmann

Abschied von Lokichogio

Es ist soweit: Mein Abschied vom

aktiven Missionsdienst und von meinen

Freunden hier in Lokichogio (Nordkenia)

steht unmittelbar bevor. Mitte Mai werde

ich abreisen, noch einige Tage in Nairobi

verbringen, und am 25. Mai in Stuttgart

ankommen. Ein neuer Lebensabschnitt

beginnt.

Mehr als 34 Jahre lebte und arbeitete

ich als Krankenschwester am selben Ort

an der Grenze zum Südsudan und habe

viele Veränderungen gesehen. Schon

rein äußerlich: Wo früher nur ein paar

Rundhütten standen, gibt es heute eine

pulsierende Stadt mit Geschäften. Die

Häuser sind zum Teil aus Blocksteinen,

zum Teil aus Lehm gemauert, dazwischen

findet man noch einzelne Rundhütten.

Manche der Kinder, denen ich damals

von Jesus erzählt habe, sind heute Krankenpfleger,

Lehrer und Ladeninhaber.

Nomadenhirten sind sesshaft geworden.

Familien bringen ihre Kranken inzwischen

ins Krankenhaus, nicht mehr zum Medizinmann.

Ob mein medizinischer Dienst

und die Ausbildung von Pflegepersonal

dazu beigetragen haben? Die christliche

Gemeinde hat sich etabliert – sonntags

geht man zum Gottesdienst!

Rückblickend frage ich mich: Wo habe

ich Spuren hinterlassen? In den langen

Jahren habe ich vielerlei organisiert und

in die Wege geleitet: Kranken und Armen

geholfen, Bäume pflanzen und einen

Gemüsegarten anlegen lassen. Doch das

waren alles nur Begleiterscheinungen.

Die Hauptsache ist unser Auftrag von

Jesus; hinzugehen und Frucht zu bringen!

Frucht, die bleibt. In vielen Bibelstunden

und persönlichen Gesprächen habe ich

den Menschen vom Turkana-Volk Gottes

Wort erklärt und versucht, es ihnen im

Alltag vorzuleben. Ich werde Lokichogio

verlassen, doch im Gebet werde ich mich

weiter für meine Freunde hier einsetzen.

Von Juli bis November besuche ich Sie

gerne und berichte von Gottes Handeln

in Kenia. Bitte senden Sie mir Einladungen

und Terminvorschläge an die

DMG.

„Und wenn ich (Gott) es so will?“

Leidenschaftliche Liebe ist gar nicht so

schwer zu finden, wenn man mit offenen

Augen hinschaut. Beispielsweise bei

meinen Chefs hier in Mexiko:

Sie heißen Bill und

Tammy Woods, kommen

aus den USA und

arbeiten seit 15 Jahren

in Chiapas, im Süden des

Landes. Ihre Hingabe, um

Menschen mit Gottes

Liebe zu erreichen, ist

vorbildlich. Wenn Tammy

von Gottes Wundern

erzählt, hört ihr jeder

begeistert zu.

Eines Tages kam eine

Frau zu ihr und sagte: „Ich bin hier, damit

du mir Geld gibst, um Sachen für mein

Kinderheim zu kaufen.“ Enttäuscht und

verärgert über so einen „Spendenbefehl“

ging Tammy damals ins Gebet. Doch

Gott sagte zu ihr: „Und wenn ich es so

will?“ Aus Gehorsam Gott gegenüber

spendeten Bill und Tammy also Betten für

das Kinderheim.

Einige Zeit später wurden das Heim

geschlossen und mehrere Kinder an Bill

und Tammy abgegeben. Wie gerührt

war Tammy, dass Gott ihren Gehorsam

genutzt hatte, um den drei wertvollen

Mädchen, die plötzlich die „Ihren“ sein

sollten, Betten zu kaufen – lange bevor

sie sie persönlich kannte.

Das Ehepaar kam praktisch

ohne Geld aus den USA nach

Mexiko und hat hier eine Mission

gegründet. Sie leben Glauben,

Liebe und Hingabe authentisch

vor, und Gott bestätigt ihre

Schritte mit beständiger Treue

und Gnade. Eines Tages konnten

sie eine 43 Hektar große Ranch

kaufen und, dank Gottes Hilfe,

bar bezahlen. Es entstand das

christliche Kinderdorf mit Bauernhof,

in dem ich inzwischen mitarbeite. Es

wird einmal bis zu 200 Kinder aufnehmen

können. Die Ranch trägt mit Hühnern,

Das Ehepaar kam praktisch

ohne Geld aus den

USA nach Mexiko und

hat hier eine Mission gegründet.

Sie leben Glauben,

Liebe und Hingabe

authentisch vor, und Gott

bestätigt ihre Schritte.

Hasen, Rindern, Fischzucht und Schafen

zum Unterhalt des Kinderdorfes bei. Es

bestehen reichlich Möglichkeiten, dass

die Kinder sich in freier

Natur austoben und

im Umgang mit Tieren

soziale Fähigkeiten

erlernen können. Ende

2013 bekamen wir ein

komplettes Klinikgelände

mit zehn Gebäuden dazu

geschenkt.

Bill und Tammy

bekommen und geben

gleichermaßen. Gott legt

Ihnen aufs Herz, auf Sicherheiten

zu verzichten,

ein Auto zu verschenken, ein neues Kind

aufzunehmen … Jedesmal wird es treu

ausgeführt. Es fällt ihnen nicht immer

leicht, Gemeinde, Kinderheim und den

Aufbau der Ranch zu meistern. Doch ihr

Vorbild steckt an. Die Gemeinde wächst.

Junge Christen folgen ihrem Beispiel und

dienen Gott mit Freude und Hingabe.

Auch ich freue mich, an ihrer Seite zu

stehen, für sie zu beten und tatkräftig

mit anzupacken, um anderen Menschen

großzügig Gottes Liebe weiterzugeben,

besonders an missbrauchte Kinder.

Weitere Vorbilder an Leidenschaft für

Jesus sind mir liebe Freunde in Deutschland,

die mich seit Jahren finanziell und

betend unterstützen

– das ermutigt.

12 DMG-informiert | 3 | 2014

Bill und Tammy

Woods mit Pia

Kaufmann (Mitte)


Mexiko

NEU: Michael und Lisa Schmid

Hochzeitsreise

zu den Tarahumaras

Michael und Lisa

werden die Bibel für die

Tarahumaras übersetzen

„Jesus, wenn es dein Wille ist, bin ich

bereit, in die Mission zu gehen. Aber du

weißt auch, dass ich nicht so gern allein

gehen würde …“, betete ich (Lisa) vor

einigen Jahren. Damals wusste ich noch

nicht, welchen genialen Plan Gott mit mir

hatte:

Ich bin in einem christlichen Elternhaus

aufgewachsen und habe mit elf Jahren

Jesus als Retter angenommen. In meiner

Jugend war ich oft auf

Freizeiten und Jugendtreffen,

wo ich einiges

über Mission hörte,

besonders eine Missionsarbeit

im Norden

Boliviens beeindruckte

mich. Nach dem

Abitur durfte ich ein

Jahr dort mitarbeiten

und Mission hautnah

kennenlernen.

Damals stellte ich

Gott mein Leben nochmal

neu zur Verfügung. Ich war bereit,

dahin zu gehen, wo er mich haben wollte.

Zunächst studierte ich Realschullehramt,

um vielleicht einmal Missionarskinder

zu unterrichten. Aber Gottes Plan sah

anders aus …

Ich (Michael) erlebte schon bei meinen

Eltern, was es heißt, Jesus zu lieben und

ihm von Herzen zu folgen. Meine Mutter

war Engländerin, mein Vater Deutscher.

Sie hatten eine besondere Liebe zu

Einwanderern aus Spanien und gründeten

in Darmstadt eine spanischsprachige

Gemeinde. So wuchs ich als Kind schon

mit drei Sprachen auf. Aber viel bedeutender

war, dass ich immer wieder von

Jesus hörte. Mit sechs Jahren bat ich ihn,

mir meine Sünden zu vergeben und mich

zu retten – das tat er. In seiner Liebe

schenkte Jesus mir ein neues Herz und

ewiges Leben.

Außerdem weckte er in mir den

Wunsch, Gott zu dienen. Nie hätte

ich gedacht, dass ich Pastor, Prediger

oder Missionar werden könnte.

Denn dafür musste man ja vor einer

Versammlung stehen und reden –

dazu war ich viel zu schüchtern!

Als ich etwas älter wurde, hörte

ich zum ersten Mal, dass es noch

Volksgruppen gibt, die die Bibel

nicht in ihrer Sprache haben.

Wie sollen sie aber

den anrufen, an den sie

nicht glauben?

Wie sollen sie aber an

den glauben, von dem sie

nichts gehört haben?

Wie sollen sie aber hören

ohne Prediger?

Römer 10,14

Gott machte mir deutlich, dass ich ihm

als Bibelübersetzer dienen sollte. Diesen

Weg hat er Schritt für Schritt bestätigt.

Nach Beendigung meines Sprachund

Übersetzerstudiums arbeitete ich

einige Jahre im Beruf. Dann ging es nach

England zur theologischen Ausbildung,

um mich für die Arbeit in einer anderen

Kultur vorzubereiten. Während dieser

Zeit führte Gott mich in ein Team von

w

G u t z u

i s s e n

Missionaren in Mexiko,

das medizinische Hilfe für

die Tarahumara-Indianer

leistet. Sie hatten jahrelang

dafür gebetet, dass sich ein

Übersetzer ihrem Team

anschließen würde, damit

die Tarahumaras Gottes

Wort in ihrer Muttersprache

bekommen. Während

der theologischen Ausbildung

führte Gott mich

aber nicht nur zu meinem

künftigen Einsatzort, sondern

auch zu meiner heutigen Frau Lisa …

Ich (Lisa) studierte damals Englisch.

Um meine Sprachkenntnisse zu vertiefen,

besuchte ich eine Freundin an derselben

theologischen Ausbildungsstätte. Hier

lernte ich Michael kennen. Seit Bolivien

hatte ich eine Liebe zu Lateinamerika

und fand es interessant, als Michael von

seinem Vorhaben erzählte.

Wieder in Deutschland, blieben wir

per E-Mail in Kontakt. Mit der Zeit

wurden unsere Briefe länger

und häufiger. Schließlich

kam Michael mich

besuchen. Bald

war klar, dass

Gott uns

zusammengeführt

hatte. Unabhängig

voneinander hatte er uns beide schon

lange auf Mission vorbereitet, eine Liebe

für Sprachen geschenkt und mein Gebet

wunderbar erhört.

Im Juni 2013 war es soweit; wir

heirateten. Voller Freude begannen wir

unser gemeinsames Leben. Im Sommer

unternahmen wir dann eine etwas andere

Hochzeitsreise: nach Mexiko, ins Gebirge,

zu den Tarahumaras. Wir lernten ihre

Kultur und Lebensbedingungen kennen

und hatten eine gesegnete Zeit mit unserem

künftigen Team.

Diesen Herbst ist unsere Ausreise

nach Mexiko geplant. Wir wollen den

Tarahumaras Gottes Liebe zeigen, indem

wir die Bibel in ihre Sprache übersetzen,

und ihnen helfen, Lesen und Schreiben zu

lernen. Bitte beten Sie mit uns, dass die

Indianer Gottes Wort in ihrer Herzenssprache

lesen, viele zum Glauben an Jesus

finden und Gemeinden entstehen.

Die Tarahumara-Indianer

Die rund 100.000 Tarahumaras im Norden Mexikos

sprechen einen Dialekt

des Aztekischen und sind

bekannt als gute Langstreckenläufer.

Männer bezeichnen

sich auch als Rarámuri (die

schnell laufen). Ihr Stammesgebiet

umfasst 50.000 km² im Südwesten

von Chihuahua und ist sehr gebirgig

(bis 3.000 Meter über Meer) mit tiefen

Canyons. Sie glauben an eine Naturreligion,

vermischt mit Katholizismus und

okkulten Elementen.

DMG-informiert | 3 | 2014

13


Amerika

Brasilien

Thomaz und Mayra Litz

Wir

besuchen

die

Familien

der Kinder

regelmäßig, reden

mit ihnen und erzählen

von der Hoffnung, die

Jesus gibt.

Francuelio und der Fußballcode

Immer wieder fahren wir mit kleinen

Teams junger Christen ins Sertão, die

unwirtliche Weite Nordbrasiliens, um in

entlegenen Dörfern christliche Gemeinden

zu gründen. Wegen der schwierigen

klimatischen, sozialen und politischen

Verhältnisse in dieser Halbwüste leiden

die Menschen unter Hoffnungslosigkeit.

Es gibt nur wenig Angebote für Kinder

und Jugendliche. Fußball kann da, besonders

im Jahr der Weltmeisterschaft, ein

wichtiges Instrument zur Veränderung

sein.

Kurz nach unserer Ankunft in São

Pedro erkundete unser kleines Team

den Fußballplatz im Herzen des Dorfes:

eine große Fläche ohne Rasen, schließlich

regnet es im Sertão wenig, Feldlinien,

aus Kalkpulver gestreut, zwei krumme

Bambustore und einige schäbige Holzbänke.

Hier finden Dorffeste statt, und an

jedem Wochenende werden mit großem

Eifer Spiele gegen Nachbardörfer ausgetragen.

Dabei kommt es manchmal zu

Gewalt: Vor einigen Jahren beispielsweise

erschoss ein Spieler aus einem Nachbardorf

einen Gegner, weil dieser ihn grob

gefoult hatte.

Nach viel Geduld und einigen Gesprächen

mit Dorfältesten erhielt unser Team

die Genehmigung, ein Fußballtraining für

Kinder und Jugendliche anzubieten. Seither

treffen sich jeden Samstag zwei bis

drei Dutzend begeisterte Jungfußballer

auf dem Bolzplatz.

Eines Tages fiel unseren Mitarbeitern

ein Mann aus dem Nachbardorf auf, der

ihr Training immer wieder beobachtete.

Auf die Frage, ob sein Sohn mitmachen

wolle, antwortete er mit einem breiten

Lächeln. Beim nächsten Training war der

Junge dabei.

Wir besuchen die Familien der Kinder

regelmäßig zu Hause, reden mit ihnen

über ihren oft harten Alltag und erzählen

von der Hoffnung, die Jesus gibt. Bei so

einem Hausbesuch schenkte unser Team

der Familie des Jungen eine Bibel. Die

Kinder lernen für jede Trainingseinheit

einen Code auswendig, einen Bibelvers,

der wöchentlich ausgelost und am Samstag

darauf auswendig vorgetragen wird.

Doch dieser achtjährige Junge konnte

nicht lesen. Die ganze Woche flehte er

seine Mama an, ihm den Bibelvers immer

wieder vorzulesen – bis er ihn auswendig

konnte. So lernten Mutter und Sohn

Gottes Wort kennen.

Marcondes, unser sportlichstes

Teammitglied, darf seit kurzem in der

Dorfmannschaft mitspielen. Das ist nicht

selbstverständlich für Fremde. Anfangs

stellte die Mannschaft den jungen Christ

immer wieder auf die Probe. Sie versuchten,

ihn durch Schimpfworte und harte

Fouls aus der Ruhe zu bringen. Doch

Marcondes sportliche Fähigkeiten und

sein gutes Benehmen zeigten Wirkung.

Inzwischen hat er die Achtung der

Dorfgemeinschaft gewonnen, ist gerne

gesehen, wenn er Familien besucht, und

hat großen Einfluss auf die Kinder.

Beim jährlichen Fußballturnier mit

vielen Besuchern aus der ganzen Region

durfte Marcondes mitspielen und nach

dem Endspiel sogar die Hauptrede auf

dem Dorfplatz halten. Statt über Fußball

und Medaillen, beschrieb er den rund 300

Fans den Sieg Gottes über Sünde und

Tod durch Jesus Christus. Alle hörten

gebannt zu. Viele, die sonst den Glauben

und Christen eher ablehnen, konnten den

engagierten Worten des jungen Sportlers

nicht widerstehen.

Seither kommt auch der 13-jährige

Francuelio ins Training. Auch er bekam

eine Bibel geschenkt und macht bei

einem Jüngerschaftsprogramm mit. Er

interessierte sich sehr für die Bibel und

beantwortete eifrig die Fragen der Jüngerschule.

Seine Eltern waren mit dieser

Entwicklung nicht einverstanden.

Francuelio kam zu den Gottesdiensten

und Veranstaltungen in der Gemeinde

und wollte Jesus sein Leben übergeben.

Doch die Eltern verboten es ihm. Sie

versprachen dem Jungen einen Computer,

wenn er den Christen fernbleiben

würde. Francuelio ließ sich überreden.

Doch Gott ging ihm nicht mehr aus dem

Kopf. Nach ein paar Wochen schlich er

sich heimlich wieder in unsere Veranstaltungen.

Manchmal erwischten ihn die

Eltern, und er bekam Ärger. Doch ins

Fußballtraining durfte er gehen. Öfters

war der Bibelcode seine einzige geistliche

Nahrung.

Bitte beten Sie für Francuelio und die

anderen Kinder und Jugendlichen, dass

sie in Jesus einen tiefen Halt für ihr Leben

finden und Gott ihr Dorf im Sertão durch

ihren Glauben verändert.

14 DMG-informiert | 3 | 2014


Ecuador

Dr. Eckehart und Dr. Klaudia Wolff

Was tut ein Arzt

ohne Klinik?

Unsere Partnermission hat über

Nacht beschlossen, das Missionshospital

in Shell im östlichen Tiefland Ecuadors

zu schließen. An manchen Tagen

fühlen wir uns wie Rentner. Wir haben

den Urlaub, den wir seit Jahren nicht

Uns bleibt Zeit,

Menschen geistlich

zu helfen.

genommen haben. Uns bleibt Zeit,

Menschen geistlich zu helfen. Einem

Latino-Ehepaar beispielsweise, das die

Gabe der Gemeindegründung hat. Sie

sind erst seit wenigen Jahren Christen,

doch sie haben bereits fünf Gemeinden

übers Land verstreut gegründet und

Pastoren dort eingesetzt. Diese jungen

Gemeinden brauchen Hilfe. Sie treffen

sich zwar in eigenen Kirchen, doch es

fehlt ihnen an Bibelkenntnis. Selbst den

Pastoren, die oft nur mit theologischen

Grundkenntnissen ausgestattet schnell

ins Amt berufen wurden.

Die fünf Gemeinden sind extrem

unterschiedlich: Drei mit Hochlandindianern

in 3.500 Metern Höhe, wo es

viel regnet, bei Temperaturen um den

Gefrierpunkt. In einer Gemeinde an

der Küste versammeln sich Bewohner

eines ärmeren Stadtviertels; bei einer

Hochzeit tanzen sie schonmal 45

Minuten lang ohne Pause und loben

Gott. Eine weitere findet sich in der

Hafenstadt Guayaquil.

Das Gründerehepaar kommt mit

der Begleitung der neuen Gemeinden

nicht nach, deshalb haben wir uns die

Arbeit aufgeteilt. Bibelstunden sind

gefragt. Wie geht man an einen neuen

Bibeltext heran? Wie entdeckt man die

Kernaussagen, auf die sich eine Predigt

stützen sollte? Es macht Freude

mitzuerleben, wenn sie wieder einen

Bibelabschnitt verstanden haben. Dann

fällt die Umsetzung in die Praxis leicht.

Wir dürfen sehen, wie Menschen hier

die Jahreslosung 2014 erleben: „Gott

nahe zu sein, ist mein Glück!“

Eine der fünf

Gemeinden, die

das Latino ehepaar

gegründet hat

Ecuador

Janina Hettche / Daniel Steigerwald, Jahreseinsatz

„Ihr seid so

begeistert von Jesus!?“

Wer als Mitarbeiter beim Radiosender

„Andenstimme“ in Ecuador

anfängt, muss sich erstmal mit der

neuen Sprache Spanisch herumquälen.

Auch uns ging es so, als wir in Quito

ankamen. Wir nahmen Unterricht

bei Spanischlehrerin

Raquel, die schon

Generationen christlicher

Mitarbeiter

erlebt hat.

Raquel ist Ecuadorianerin

und

traditionell katholisch

aufgewachsen.

Jahrelang hörte sie

nun immer wieder

durchs Andenstimme-Team

von Jesus. Es waren oft

keine großen Gespräche, sie bekam

einfach das gute Arbeitsklima und

den freundlichen Umgang im Büro

mit. Wir redeten mit ihr über die

ecuadorianische Kultur, die stark von

Heiligenverehrung und Okkultismus

geprägt ist, und teilten unsere Gedanken

über Jesus mit ihr. Nichts Großes.

Sie erlebte uns einfach im Alltag – und

parallel betete das Team schon Jahre

für sie. Raquels Vater hat Krebs. Wir

konnten sie ermutigen und ihr sagen,

dass wir auch für ihn beten. Immer

wieder betonte sie: „Bei euch fühle ich

mich einfach wohl.“

Vor ein paar Wochen ergab sich

plötzlich im Unterricht ein Gespräch.

Aus dem Nichts heraus unterhielten

wir uns übers Gebet und dass wir

persönlich und frei zu Jesus

kommen können, ohne

uns an ein festes Schema

halten zu müssen. Zum

Schluss beteten wir

sogar gemeinsam.

Raquel sagte: „Ihr

habt so eine

Begeisterung für

Jesus, das fehlt

mir. Woher

kommt das?“

Ähnlich

ist es auch

bei unserer

Aus dem Nichts heraus

unterhielten wir

uns übers Gebet und

dass wir persönlich

und frei zu Jesus kommen

können, ohne uns

an ein festes Schema

halten zu müssen.

Arbeit im Radiostudio. Wir bereiten

Sendungen der Andenstimme

vor und produzieren sie. Manche

unserer Hörer sind 10.000 Kilometer

weit von uns entfernt. Wo

andere christliche Mitarbeiter direkt

Rückmeldungen von ihren

Schülern, Kindergartenkindern

oder Mitarbeitern

bekommen, fragen wir

uns oft noch Wochen später:

Wer hat die Sendung

eigentlich gehört? Hat sie

etwas verändert?

Doch das Beispiel

unserer Spanischlehrerin

Raquel hat uns gezeigt:

Wir bekommen es vielleicht

nicht sofort mit, aber Jesus

kann durch unsere Sendungen und

Briefwechsel mit Hörern Menschen

verändern – und dann vielleicht in

einer ganz anderen Situation

irgendwo an ihrem Ort

ins Gespräch mit

Christen dort

führen. Jesus

kann …

DMG-informiert | 3 | 2014

15


F

Amerika

Peru

Siegfried und Dorothee Reuter

Argentinien

Albert und Deborah Koenen

Name des Ko

Er liebt mich, er

liebt mich nicht …

Ich sitze unter 100 Teenagern und

Jugendlichen im Sommercamp unserer

Kinderhilfe Arequipa. Kon traste

prägen den Ort: Trockene, öde

Anhöhen aus weißem Wüstensand

rahmen das fruchtbar grüne Tal ein.

Kontrastreich sind auch die Jugendlichen

selbst, ihre Herkunft und Geschichte.

Eine eigenartige Spannung

liegt auf der ganzen Gruppe, es knistert

förmlich. Sie sind in einem Alter,

in dem sie selbst entscheiden und ihr

Leben gestalten wollen. Sehnsucht

prägt ihren Charakter.

Das Thema unserer Freizeit ist:

Freundschaft, Liebe, Partnerschaft,

Sexualität, und was in der Bibel

dazu steht. Ein Blumenstrauß wird

durchgereicht. Jeder zupft sich ein

Blütenblatt oder auch zwei ab. Einige

dienen als Lesezeichen, andere fallen

zu Boden. Am Ende ist der Blumenstrauß

blütenlos, zerrupft, unansehnlich

und zweckentfremdet. Pastor

Efrain nimmt ihn wieder entgegen

und überreicht das Büschel Grün

mit lateinamerikanischem Charme,

etwas Machogehabe und viel Poesie

seiner Frau – symbolstark, provokativ

und eindrücklich.

Wirre Beziehungsgeflechte und

zerfledderte Familien kennen die

Jugendlichen von zu Hause nur zu

gut. Efrain nimmt kein Blatt vor den

Mund und holt sie mit seiner Botschaft

mitten in ihrer Realität ab. Es geht

ihm weder um Telenovela-(Seifenoper)

Gehabe oder Romantizismus, noch um

angeblich gesunde „beliebige Formen“

des Zusammenlebens. Blatt für Blatt

geht er mit uns die interessantesten,

aufregendsten und peinlichsten Liebesund

Familiengeschichten des Alten

Testaments durch. Den Kontrast zum

Allgemeinüblichen setzten Jesus Christus

selbst und folgerichtig die ersten

Christen im Neuen Testament.

Betroffen und in Gedanken versunken

blättert mancher Jugendliche

interessiert und erstaunt im Buch oder

digital in seiner Smartphone-Bibel die

Seiten weiter. Die Botschaft mit dem

Blumenstrauß traf mitten ins Herz.

Ein Jugendlicher schreibt am Ende der

Freizeitwoche auf seine Collage an

der Wand: „Danke, Herr Jesus, denn

ich bin es nicht wert, wie der Blumenstrauß

missbraucht und zerrupft zu

werden.“

Eine blumige

Botschaft

„Beef & Bible“

für Männer

Seit etwa 10 Jahren

sind wir in der Gemeindeaufbauarbeit

in San Juan

tätig, einer Stadt in den Ausläufern der

Anden. Wir möchten unsere Gemeinde

hier in die Eigenständigkeit begleiten.

Eine Gemeinde ist eigenständig, wenn

sie a) finanziell unabhängig ist, b) ohne

Zutun des Missionars wächst und c) eine

funktionierende einheimische Leitung hat.

Die Ziele a und b sind bereits erreicht.

In den nächsten Jahren gilt es, Älteste zu

berufen, sie zu fördern und zu begleiten

und eine Gemeindeleitung einzurichten.

Es macht Freude, dass unsere Gemeinde

seit 2010 ihren eigenen Jugendpastor

finanziert und alle anderen Kosten durch

Mitgliedsbeiträge deckt. Sie wächst hauptsächlich

dadurch, dass die Christen ihre

persönlichen Freunde mit zu Veranstaltungen

bringen, zwei Beispiele:

Anfangs haben wir uns stark in der

Studentenarbeit engagiert. Das war vor

allem für andere Gemeinden gut, weil

einige Studenten Jesus angenommen und

Arbeit in anderen Teilen Argentiniens gefunden

haben. Damit auch unsere eigene

Gemeinde wächst, laden wir seit 2006 gezielt

jüngere Ehepaare ein. Wir gründeten

einen Hauskreis bei uns Zuhause, zu dem

bis zu zehn Paare kommen, die Hälfte davon

langjährige Freunde, die noch keinen

Bezug zu Jesus und zur Gemeinde hatten.

Die Hauskreisabende für Ehepaare sind

eine gute Möglichkeit, dass sie Christen

in einem nichtkirchlichen Umfeld kennenlernen,

Freundschaften knüpfen und wir

gemeinsam anhand der Bibel Hilfe für unsere

Ehen bekommen. Ein Paar kam zum

Glauben und besucht seitdem regelmäßig

mit seinen Kindern die Gemeinde.

Eine andere Möglichkeit ist unser „Beef

& Bible“ für Männer. Sie lassen sich gerne

zu einem guten argentinischen Grillsteak

einladen. Zehn Männer aus der Gemeinde

und zehn Außenstehende treffen sich

monatlich und hören interessiert der

Andacht von 45 Minuten zu und stellen

viele Fragen.

Wir sind dankbar, dass wir den Auftrag

unseres Herrn wahrnehmen dürfen:

„Darum geht hin und macht zu Jüngern

alle Völker“ (Mt 28,19). Bitte beten Sie,

dass wir junge Ehepaare und Freunde für

Christus gewinnen, damit sie ewiges Leben

bekommen und sich in dynamische,

christliche Gemeinden integrieren.

Konto-Nr. de

Bitte geben

Spendenbe

Freundesn

vorhanden

Namen un

16 DMG-informiert | 3 | 2014


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Schriftleitung: Dr. Detlef Blöcher

Redaktion: Theo Volland

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Erscheinung: Sechsmal jährlich

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G E N O D E 6 1 W I E

Unterschrift(en)

halbjährlich

erstmals ab:

(frühestens 15 Tage nach Eingang dieses Mandats bei der DMG)

Geburtsdatum

Unterschrift

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einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die von DMG interpersonal e.V. auf

mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen.

Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des

belasteten Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.

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Verwendungszweck:

Bei Bareinzahlung Empfängerbestätigung

zur beim Bestätigung zur Vorlage beim Finanzamt

Abzugsfähige Spende

Bei Bareinzahlung Empfängerbestätigung


Offene Stelle

Ihren Beruf für Gott einsetzen

Zur Verstärkung des Teams der Adressverwaltung und

Spendenbuchhaltung unserer Zentrale in Sinsheim suchen

wir zum nächstmöglichen Termin einen:

Kaufmännischen

Mitarbeiter (m/w)

Ihre Aufgaben:

• Spendenbuchungen vornehmen

• Schriftliche und telefonische Kommunikation mit Spendern

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Ihr Profil:

• Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung

• Kenntnisse in Buchhaltung

• Stärke in persönlicher Kommunikation

• Kontaktfreudigkeit und Teamfähigkeit

• Gute MS-Office-Kenntnisse, bes. Word und Excel

• Optigemkenntnisse von Vorteil

Information:

www.DMGint.de/Stellenangebot

Für junge Leute und Jugendgruppen:

Bestellt kostenlos Flyer fürs Jugendevent

der DMG und bringt eure Freunde mit

26. Juli

Begegnung +++ input +++ worship

Essen +++ Getränke +++ Chillen

ich.

welt. wo?

J U M I - N I G H T 2 0 1 4

Das Jugendtreffen der DMG

26.-27. Juli 2014 » ab 19:00 Uhr

74889 SINSHEIM-Buchenauerhof

Worship mit Julian Hirt und band

19:00 Uhr

20:30 Uhr

21:30 Uhr

9:30 Uhr

11:00 Uhr

» Worship mit Julian Hirt und Band

» Aussendung der

neuen Kurzzeitler

ab 23:00 Uhr

27. Juli

welt.

jesus. ich!

chill time

welt. wo?

Brunch

ich.

hang out

Impuls von

Ricardo Serci

Lebenszentrum Adelshofen

» Soulution-Lounge

» Workshops

Impuls von

Felix Henrichs

Seemannsmission

mit nächtlichem Lagerfeuer

Für die Übernachtung im

Massenquartier bitte anmelden:

Tel. 07265 959-151,

E-Mail: Kontakt@DMGint.de.

Jugendgruppen können auch zelten.

JUMI-Abschlussgottesdienst

www.jumi-night.de

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