Institut für Politikwissenschaft - Johannes Gutenberg-Universität Mainz

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Institut für Politikwissenschaft - Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Fachbereich Sozialwissenschaften Institut für Politikwissenschaft

Seminar im Grundstudium Wintersemester 2006/2007

Wirtschaft und Gesellschaft (Kurs E)

2 SWS Fr 08:30 – 10:00 SB II 05-132 Beginn: 27.10.2006

Übersicht und Zeitplan

Datum Thema Aufgabe

I. Grundlagen der Politischen Ökonomie

27.10.06 1. Wozu sich mit Politischer Ökonomie beschäftigen?

03.11.06 2. Individuelles Verhalten und sozioökonomische Strukturen HA 1

10.11.06 3. Nutzentheorie und individuelles Verhalten HA 2

17.11.06 4. Gruppen und kollektives Verhalten HA 3

24.11.06 5. Institutionen und soziale Kooperation HA 4

01.12.06 6. Institutionen und wirtschaftliche Entwicklung HA 5

II. Themen der Politischen Ökonomie

08.12.06 7. Politische Regime und Wirtschaftswachstum HA 6

15.12.06

8. Verteilungskoalitionen, Rent-Seeking und wirtschaftliche

Leistungsfähigkeit

HA 7

22.12.06 9. Parteien, Veto-Spieler und Wirtschaftspolitik HA 8

12.01.07 10. Soziale Ungleichheit und wohlfahrtsstaatliche Politik HA 9

19.01.07 11. Einstellungen, Werte und wirtschaftliches Wachstum HA 10

26.01.07 12. Soziale Netzwerke, Vertrauen und Reziprozität HA 11

02.02.07 13. Wirtschaftliche Entwicklung und innerstaatliche Konflikte HA 12

09.02.07 14. Techniken wissenschaftlichen Arbeitens HA 13

16.02.07 15. Abschlussdiskussion

Hausaufgaben

HA 1: Individuelles Verhalten und sozioökonomische Strukturen

• Beschreiben Sie das Grundmodell sozialwissenschaftlicher Erklärungen anhand eines

eigenen Beispiels. Achten Sie hierbei besonders auf die drei Schritte einer sozialwissenschaftlichen

Erklärung.

• Ein Forscher behauptet, dass sich historisch einmalige Ereignisse einer allgemeinen

Erklärung entziehen. Diskutieren Sie diese These und entwickeln Sie Argumente

dafür und dagegen. Wie würden Sie solche historischen Einmaligkeiten im

Rahmen der Mehrebenenerklärung modellieren?

HA 2: Nutzentheorie und individuelles Verhalten

• Worin bestehen die Grundannahmen der Theorie rationaler Entscheidungen? Welche

zusätzlichen Annahmen werden typischerweise gemacht, wenn vom „Homo

Oeconomicus“ die Rede ist?

• Erklären Sie die Grundprinzipien der SEU-Modellierung an einem konkreten Beispiel.


HA 3: Gruppen und kollektives Verhalten

• Warum ist es nach Olson (1991) individuell rational, sich nicht an der Bereitstellung

kollektiver Güter zu beteiligen? Kennen Sie selbst Beispiele, mit denen Sie

diesen Punkt illustrieren können?

• Welche Möglichkeiten gibt es, das Problem kollektiven Handelns zu lösen und

wann können sie verwirklicht werden?

HA 4: Institutionen und soziale Kooperation

• Definieren Sie den Begriff „Institution“. Wodurch unterscheiden sich interne und

externe Institutionen?

• Analysieren Sie, inwiefern man das Tauschverhalten auf Märkten mit der Situation

eines Gefangenendilemmas vergleichen kann. Welche Funktion können Institutionen

in solchen strategischen Interaktionssituationen haben?

HA 5: Institutionen und wirtschaftliche Entwicklung

• Erläutern Sie die Begriffe „Eigentumsrechte“ und „Transaktionskosten“. Welche

Auswirkungen haben sie auf das wirtschaftliche Handeln von Individuen?

• Diskutieren Sie, welche institutionellen Voraussetzungen geschaffen werden müssen,

damit die wirtschaftliche Entwicklung einer Gesellschaft gefördert wird.

HA 6: Politische Regime und Wirtschaftswachstum

• Welchen Einfluss können demokratische politische Institutionen auf wirtschaftliches

Wachstum haben und warum?

• Nach Ansicht vieler Politikwissenschaftler ist eine freiheitliche Eigentums- und

Wirtschaftsordnung Voraussetzung für ökonomisches Wachstum. Wie ist diese

These mit den hohen wirtschaftlichen Wachstumsraten der autokratischen Volksrepublik

China vereinbar?

HA 7: Verteilungskoalitionen, Rent-Seeking und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit

• Was versteht man unter „Rent-Seeking“ und „Verteilungskoalitionen“? Welche

Auswirkungen haben sie auf die wirtschaftliche Entwicklung in demokratischen Industriegesellschaften?

• Suchen Sie in der aktuellen Presse nach geeigneten Beispielen für die wirtschaftliche

Rolle von Verteilungskoalitionen und bringen Sie die Berichte mit in die Sitzung.

Bereiten Sie sich darauf vor, den Zusammenhang zum Thema der Sitzung

zu erläutern.

HA 8: Parteien, Veto-Spieler und Wirtschaftspolitik

• In einer Studie sollen anhand des Modells von Tsebelis (2000) die Auswirkungen

von Veto-Spielern auf die Staatstätigkeit in demokratischen Gesellschaften untersucht

werden. Definieren Sie zunächst das Konzept der Veto-Spieler und formulieren

Sie mindestens drei prüfbare Hypothesen für diese Studie.

• Welche institutionellen Hemmnisse für eine kohärente Wirtschaftspolitik gibt es in

der Bundesrepublik Deutschland?

HA 9: Soziale Ungleichheit und wohlfahrtsstaatliche Politik

• Welche drei Grundtypen von wohlfahrtsstaatlichen Regimen lassen sich unterscheiden?

• Welchen Zusammenhang sehen Sie zwischen der zunehmenden weltwirtschaftlichen

Integration und der zukünftigen Entwicklung des Wohlfahrtsstaates? Begründen

Sie Ihre Position.

HA 10: Einstellungen, Werte und wirtschaftliches Wachstum

• Forscher wie Inglehart (1998) vermuten, dass kulturelle Orientierungen einen wesentlichen

Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung haben. Erklären Sie, wie

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Kulturfaktoren auf das individuelle Rationalverhalten der Wirtschaftssubjekte einwirken.

• In einer Untersuchung möchte man den oben angesprochenen Zusammenhang

empirisch überprüfen. Welche Möglichkeiten sehen Sie, um kulturelle Variablen zu

operationalisieren und welche Probleme könnten dabei auftreten?

HA 11: Soziale Netzwerke, Vertrauen und Reziprozität

• Erläutern Sie das Konzept des sozialen Kapitals. Aus welchen Dimensionen besteht

soziales Kapital und wie lassen sich diese Dimensionen messen?

• Die Ausstattung einer Gesellschaft mit Sozialkapital wird als wesentlicher Faktor

zur Lösung sozialer Kooperationsprobleme angesehen. Diskutieren Sie diese These

und versuchen Sie Bedingungen zu finden, unter denen soziales Kapital negative

Effekte auf das wirtschaftliche Kooperationsniveau zwischen Gruppen hat.

HA 12: Wirtschaftliche Entwicklung und innerstaatliche Konflikte

Politikwissenschaftler, besonders in den 1960er und 1970er Jahren, haben

behauptet, dass wirtschaftliche Unzufriedenheit ein Hauptgrund für die Entstehung

von politischer Gewalt und Protest ist. Welche Argumente sprechen aus Sicht der

Nutzentheorie gegen diese Auffassung?

• Modellieren Sie die Beteiligung an kollektiven Protesthandlungen mit Hilfe der

Spieltheorie. Erstellen Sie hierzu eine Auszahlungsmatrix und benennen Sie die

relevanten Akteure und ihre Alternativen. Welche Vorhersage würden Sie aufgrund

dieses Modells über den Erfolg des Protests machen?

HA 13: Techniken wissenschaftlichen Arbeitens

• Entwickeln Sie die Fragestellung, These und Argumentation einer Hausarbeit. Dabei

sollte erkennbar sein, dass die Argumentation eine Strategie zur Lösung Ihrer

Fragestellung beinhaltet.

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