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PANAMERA

MA RRAKESH

Text Reiner Schloz

Fotografie Steffen Jahn

EXPRESS

Es muss nicht immer Couscous sein. Um auf den Geschmack zu kommen,

wirkt eine Spritztour durch Marrakesch und Umgebung als beste Stimulanz.

Die Stadt ist der Geheimtipp für alle Liebhaber des Orients.


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Brücke bei Asni:

Das Flussbett ist

ausgetrocknet, was

zumindest dem Esel sehr

angenehm scheint


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Immer auf Tuchfühlung:

In Marrakeschs Altstadt

sind Zweiräder durch

nichts aufzuhalten

Für Männer aus den Bergen bewegen wir uns reichlich

übermotorisiert. Aber schaden kann die Kraft

der sechs Zylinder nicht. Selbst im Atlasgebirge ist

man nie ganz allein. Voll beladene Lkw, deren Verfallsdatum

manchmal bedrohlich nah zu sein scheint,

quälen sich entlang der Serpentinen mit ihren waghalsigen

Richtungsänderungen von Ort zu Ort. Die

guten Straßen wirken wie ein Fremdkörper in der immer

karger werdenden Landschaft, nur sind sie oftmals

unbefestigt Richtung Tal und schmal gebaut.

Wenn sie sich in die Breite ziehen, nutzt der Panamera

bereitwillig die Chance, die Laster hinter sich zu lassen.

Viel Zeit dafür bleibt meistens nicht. Eher Augenblicke,

in denen der Adrenalinausstoß und das

Drehmoment um die Pole-Position kämpfen.

Es geht voran. Die Marokkaner, die hier oben hart

für ihr Leben arbeiten, stehen winkend am Straßenrand.

Die Kinder laufen lachend nebenher. Schon der

Anstand sorgt für eine angemessene Geschwindigkeit.

Und manchmal auch der Verstand. Wer will

schon Kamele erschrecken, über deren aktuelle Laune

man nichts weiß? Und dann die Esel, charakterstark

bis störrisch, und die bockigen Ziegen, die allzugerne

zeigen, wer hier eigentlich zu Hause ist. Sie

machen den Weg nicht frei. Sie geben ihn frei, wann es

ihnen passt.

Das ist unser „Marrakesh Express“. Bei Graham

Nash rollte er ganz anders. Als der Rockstar 1966 den

Bunte Gestalten: Für den Panamera lässt

der Treiber seine Kamele auch mal allein


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Zug von Casablanca nach Marrakesch nahm, genehmigte

er sich ausnahmsweise die erste Klasse. Dort

war es ihm zu langweilig, weshalb er den Waggon

wechselte und sich „zu den Enten, Schweinen und

Hühnern“ setzte, wie er später berichtete. So entstand

„Marrakesh Express“, einer der ersten großen Hits

von Crosby, Stills & Nash.

Quer durchs Gebirge:

Wo auch immer der

Panamera auftaucht,

die Mopeds sind

schon da

Wir kommen von der anderen Seite. Casablanca werden

wir so wenig zu Gesicht bekommen wie einst

Humphrey Bogart. Er hat nur Ingrid Bergmans Augen

gesehen, die Stadt aber nie. Der Propaganda-

Klassiker mit dem heißen Bergman-Blick, der Stahl

zum Schmelzen bringt, wurde in Hollywood gedreht.

Wir aber sind mitten im Süden von Marokko unter

einer milden Sonne. Der Abstecher führt durchs

Ourika-Tal. Die Verlockung ist groß, einfach Richtung

Oukaimeden abzubiegen. Irgendwo dort oben,

auf über 3200 Meter Höhe, liegt das größte Skigebiet

Nordafrikas, mit Sesselliften, Fünf-Sterne-Hotels

und jetzt Anfang März vielleicht sogar noch mit ausreichend

Schnee. Aber wir müssen zurück nach Asni

und weiter Richtung Marrakesch. Die rote Stadt zieht

an, als ein Ort der Verschmelzung von Tradition und

Moderne, als der ewige Geheimtipp.

Marokkos Fahnen wehen stolz im Wind. Der König

ist in der Stadt. Mohammed VI. nutzt das milde

Klima, um klare Gedanken zu fassen. Hinter den

Mauern seines Privatpalastes trifft er wichtige Ent-

Es wird enger: Kleine Ruhepause in

der Medina von Marrakesch


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scheidungen. Es ist unruhig geworden in der ganzen

Region, der König kündigt weitreichende Verfassungsreformen

an, um Demokratie und Rechtsstaat

weiter zu stärken. In Marokko laufen die Dinge etwas

anders als sonst in Nordafrika. In Marrakesch wird

das besonders deutlich, weshalb die Stadt schon immer

eine magische Anziehungskraft besaß. Für Winston

Churchill, einst Stammgast im Hotel Mamounia

am Boulevard El Yarmouk, war Marrakesch „der

hübscheste Ort der Welt“. Schriftsteller und Visionär

George Orwell („Farm der Tiere“, „1984“) erholte

sich in dem milden Klima 1939 auf Anraten seiner

Ärzte von einer Tuberkulose und ließ sich zu einem

Essay inspirieren.

Im Majorelle-Garten steht eine Gedenktafel für den

Marrakesch-Fan Yves Saint Laurent. Der französische

Modeschöpfer hat den wunderschönen Garten

des französischen Malers Jacques Majorelle erworben,

um ihn vor dem aussichtslosen Kampf gegen ein

neues Mietshaus zu schützen. Bis heute ist die Stadt

berühmt für ihre Parks und Gärten. Jetzt im Frühjahr

wird dort viel gearbeitet, damit die Pflanzen mit dem

nahenden Sommer ihre ganze Pracht entfalten können.

Das Grün bildet einen bezaubernden Kontrast zu

dem blassen Rot, das die ganze Stadt umhüllt. Kein

anderer Ort gibt einer Farbe so viel Form. Sie stammt

von den Pigmenten aus der hiesigen Erde, die in das

traditionelle Baumaterial gemischt wird. Zwar

musste der Stampflehm im 20. Jahrhundert Beton

und anderen modernen Baumaterialien weichen, aber

selbst die ehemaligen französischen Kolonialherren

sahen lieber Rot bis Rötlich und verordneten allen

neuen Gebäuden einen rosa Anstrich.

Wir cruisen am Rande der Neustadt über die Avenue

Mohammed V. Unsere Begleiterin, Rabia Talhimet

vom nationalen Touristikbüro Marokkos, führt uns

von Guéliz Richtung Hivernage, vorbei an dem wunderschönen

Bahnhof. Früher hieß die Gegend „Hippieville“,

weil die Beatgeneration über die Stadt kam

und günstigere Quartiere als das mondäne Mamounia

bevorzugte. Mr. Nash war in bester Gesellschaft.

Die Stones logierten im Es Saadi, Schriftsteller William

S. Burroughs bevorzugte das Toulousain. Robert

Plant und Jimmy Page von Led Zeppelin kamen 1975

erstmals nach Marrakesch. Bei der Präsentation ihres

Albums „No Quarter“ zeigten sie ihre Filmaufnahmen

vom Nachtmarkt Jemaa el Fna.

Weit kann es bis dahin nicht mehr sein. Der über 70

Meter hohe Turm der Koutoubia-Moschee ist schon

zu sehen, dahinter verzweigt sich die Medina und verbreitet

mehr als nur einen Hauch von Orient. Am Tag

gibt sich der Jemaa el Fna fast übersichtlich. Die Einheimischen

sind von den Touristen einerseits kaum zu

unterscheiden, andererseits präsentieren sie sich in ihren

exotischen Gewändern, die manchmal nur noch

die Augen freigeben. In dem Gewühl mit Obst- und

Gewürzständen, Pferdekarren, Mopedfahrern, Fußgängern,

Transportern und Taxis sind wir auch nicht

mehr im Weg als alle anderen. Nach Regeln sollte

man hier erst gar nicht suchen, vielmehr die Flucht

nach vorn. Abstand halten ist nur eine Frage des

Augenmaßes, Marokkaner müssen das beste der Welt

besitzen. Bürgernähe bekommt hier eine ganz neue

Bedeutung. Die Straße füllt sich zusehends, weil die

Schule ihre Zöglinge entlässt, und Rabia Talhimet

sagt stolz: „Zwei Drittel unserer Bevölkerung sind

unter 18 Jahre alt.“ Sie fügt hinzu: „Und wir haben

mehr Frauen als Männer.“ Das scheint ihr weniger zu

gefallen.

Wir dringen immer tiefer vor in die Medina. Hat sich

die gesamte Bevölkerung der Millionenstadt ausgerechnet

hier und heute verabredet und alle Transporter

und Mopeds mitgebracht? Die Menschen sind

ebenso gelassen wie freundlich und weisen uns unge-

Gewürzmischung:

In der Altstadt von

Marrakesch rücken

alle eng zusammen

Hinter der Koutoubia-Moschee

verzweigt sich die Medina und

verbreitet mehr als nur einen Hauch

von Orient.


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fragt den Weg. Sie wissen lange vor uns, dass wir uns

hoffnungslos verfranst haben. Es ist eben leichter, in

die Medina hineinzufahren als wieder heraus. Ein

Mordsspaß mit einigen Wendemanövern, begleitet

vom Dauersignal des Parkassistenten und vielen gut

gemeinten Ratschlägen.

Marrakeschs Altstadt und ein neuer Porsche kommen

prima miteinander aus. Sie haben hier sowieso keine

Probleme mit den Verlockungen und der Kultur des

Westens. Der König gilt gar als Rap-Fan. 2002 ließ

der Musiker P. Diddy (ehemals Puff Daddy) 300 Gäste

aus New York und Paris einfliegen, um in Marrakesch

seinen 33. Geburtstag zu feiern. Es muss eine

wilde Party gewesen sein, für die der König gerne das

Palais Bahia zur Verfügung stellte.

Glanz und Glamour stehen der Stadt sehr gut. Mohammed

VI. sponsert auch seit vielen Jahren das

Marrakesch Filmfestival, das längst internationales

Niveau erreicht. Über den roten Teppich flanierten

hier schon Sigourney Weaver, Martin Scorsese, Sean

Connery oder Leonardo DiCaprio und ließen sich bewundern.

Es ist kein Widerspruch, dass sich die Stadt

mit solchen Namen und Geschichten ebenso gern

schmückt wie mit der geheimnisvollen Altstadt mit

ihren exotischen Düften und Gestalten.

Die Medina haben wir jetzt hinter uns gelassen und

geben dem Panamera das Zeichen für eine freie Fahrt

über die breiten Straßen vorbei an den neuen Vierteln,

wo Ferienwohnungen für wohlhabende Europäer

und Marokkaner entstehen. Wir fahren wieder Richtung

Berge. Marokkos rote Fahnen wehen zum Abschied.

Der König ist in der Stadt.

PANAMERA

Motor: Sechszylinder-V-Motor

Hubraum: 3605 cm 3

Leistung: 220 kW (300 PS) bei 6200/min

Max. Drehm.: 400 Nm bei 3750/min

0 – 100 km/h: 6,8 (6,3*) s

Höchstgeschwindigkeit: 261 (259*) km/h

CO 2

-Emission: 265 (218*) g/km

Verbrauch

innerorts: 16,4 (12,7*) l/100 km

außerorts: 7,8 (6,9*) l/100 km

kombiniert: 11,3 (9,3*) l/100 km

*Die Werte gelten für das Porsche-

Doppelkupplungsgetriebe (PDK)

Richtungsweisend:

Die steinerne

Orientierungshilfe

im Atlasgebirge

MIT DEM PORSCHE TRAVEL CLUB

DURCH MAROKKO

Den Orient erfahren auf die etwas andere Tour:

Mit dem Porsche Travel Club erleben Urlauber

fünf Tage lang Marrakesch und das traumhafte

Umland. Das Programm der Entdeckungstour

ist zugleich sportlich und luxuriös. Jeweils zwei

Teilnehmer fahren gemeinsam in einem Porsche

Cayenne und lernen on- und offroad die schönsten

Winkel des Atlasgebirges im Süden von

Marrakesch kennen. Traumhafte Straßen wie

der Tizn’Test-Pass – einer der höchsten Pässe

Marokkos, er verbindet die Region Marrakesch

mit dem Umland – wechseln sich ab mit grünen

Tälern. Eine der vier Nächte verbringen die

Besucher in einem luxuriösen Berberzelt, das in

der Flussoase Fint liegt, eine wahre Idylle mitten

in einer bizarren Fels- und Wüstenlandschaft. In

den übrigen drei Nächten wohnen die Urlauber

standesgemäß im neu eröffneten Four-Seasons-

Hotel von Marrakesch, das an den prächtigen

Menara-Garten angrenzt.

Am zweiten Abend lernen die Urlauber den orientalischen

Zauber des Jemaa el Fna kennen. Auf

dem Platz im Herzen Marrakeschs sind jeden

Abend Gaukler, Schlangenbeschwörer und Wahrsagerinnen

zu sehen – eben alles, was zu einem

Traum aus Tausendundeiner Nacht gehört.

Die letzte Route führt durch mineralgraue Mondlandschaften

vorbei an der Provinzhauptstadt

Ouarzazate bis zur Kasbah Aït-Ben-Haddou. Die

Fahrt, geprägt durch spektakuläre Aussichten,

geht weiter über beeindruckend schöne Bergstraßen

bis zur Kasbah von Telouet. Über den

Tizn’Tichka-Pass führt die Tour schließlich wieder

zurück nach Marrakesch – Ausgangspunkt

und Ziel einer sicher unvergesslichen Reise.

Folgende Termine verfügen über

freie Kapazitäten:

6. bis 10. Oktober 2011,

11. bis 15. Oktober 2011,

16. bis 20. Oktober 2011.

Weitere Informationen erhalten Sie von

Birgit Löffl er vom Porsche Travel Club.

Telefon: +49- 711-911-78157 oder

E-Mail: birgit.loeffl er@porschetravelclub.de

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