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Christophorus 319

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Fahren

Text

Elmar Brümmer

Fotografie

Markus Leser

Neue Dimensionen, gleich im doppelten Sinn: Zum Fahrdebüt des Cayenne Turbo S, der mit

seinen 521PS den Begriff Stärke unter den Sports Utility Vehicles neu definiert, geht es in die

Sandwüste von Dubai. Mehr Leistung kann einem kaum abverlangt werden.

Sand und sonders


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Die Karawane zieht weiter: Der CayenneTurbo S

fühlt sich in der Wüste sofort heimisch


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Dort, wo jeder Fahrlehrer dringend zur Mäßigung raten würde,

beginnt Klaus-Gerhard Wolpert erst richtig aufzudrehen: „Gas

geben, Gas geben, jetzt bloß nicht runter! Mehr, mehr, mehr!

Heck kommen lassen, und Gas, weiter, weiter…“ Der Mann weiß

ganz genau, was er da sagt, und was er da verlangt – nicht nur,

weil er als Leiter der Cayenne-Baureihe den neuen Turbo S besser

kennt als jeder andere.Er weiß auch, dass jedes Zögern seiner Zöglinge

umgehend bestraft wird, was nichts mit dem Cayenne, aber

viel mit dem Gelände zu tun hat: Wer sich durch die Wüste von

Dubai kämpfen will, der muss eintauchen in einen Ozean von Sand.

Wellenreiten auf allen vieren, das gelingt nur mit dem nötigen

Schwung. Gibt der Fahrschüler dem ihm wohlbekannten Zwang

der Straße nach (Bremsen, wenn’s brenzlig wird), dann erfährt er

umgehend, wie tief man sinken kann: So tief, dass auch die 20 Zoll

großen SportTechno-Räder im Boden verschwinden.Der flehentliche

Blick auf das Display mit den Bildern der Rückfahrkamera

zeigt nur eins: Staub, nichts als Staub. So ist das also, wenn man

etwas richtig in den Sand gesetzt hat. Nach dem Aussteigen ist auch

die Anhängerkupplung nicht mehr zu sehen. Ein Segen, dass diese

per Knopfdruck elektrisch ausfahrbar ist. Denn das einzige Entkommen

aus dem Sandloch sind jetzt das Abschleppseil und die

Kraft eines weiteren CayenneTurboS. Erste Lektion derWüste gelernt,

und die zweite gleich mit: Nie nachgeben, nie allein fahren.

Wolpert macht es sich auf dem Rücksitz schon wieder gemütlich.

Diesmal deutet der Fahrschüler das bestimmte Kopfnicken richtig:

Jetzt aber volle Dünung!

Das Extrem scheint Dubai, dem Anziehungspunkt der Vereinigten

Arabischen Emirate, in der Natur zu liegen. Ein Ort, von dem man

sagt, dass er heller strahlt als andere.Wenn es um Schillerndes geht,

stimmt die These in jedem Fall.Alles erscheint am Golf von Arabien

gewaltiger als anderswo. Und wenn dem mal nicht so sein sollte,

dann wird Abhilfe geschaffen. Selbst wenn es die größte Ski-Halle

der Welt sein soll, bei 50 Grad Außentemperatur im Sommer.Was

für ein Gegensatz, aber von diesen lebt das Land. Es passt zur

modernenVorstellung des Menschen von Oasen und Karawanen.

Geld spielt hier offenbar keine Rolle, Sand schon.

Streu-Gut: Das Mehr des Cayenne

in einem Meer von Sand

Dass der Dubai World Cup das Galopprennen mit dem größten

Preisgeldtopf auf der Welt ist, passt zur Fahrvorstellung des Cayenne

Turbo S für internationale Medien. Als neuer Vorreiter der

Baureihe ist er nach dem Carrera GT der von den Pferdestärken

her am höchsten dotierte Porsche. Eine Einstufung, die im Segment

der Sports Utility Vehicles (SUV) auch generell gilt – dank einer

umfangreichen Überarbeitung der Aufladung leistet der Biturbo-

Achtzylindermotor 521 PS bei 5500 Umdrehungen, das sind satte

71 PS mehr als beim Cayenne Turbo.Kraftentfaltung ist das eine

bei einem geländetauglichen Sportwagen. Der Motor besitzt auch

eine extreme Neigungsfähigkeit von 45 Grad, sowohl in Längs- als

auch in Querrichtung.

Kreuz, quer, längs – das sind auch die bevorzugten Richtungsangaben

beim Selbstversuch, denWüstenscouts durch die Dünen zu

folgen. Immer wieder schnellt die Schnauze mit den matt lackierten

Lufteinlassgittern auf und ab, pflügt der Turbo S Flanken hinauf

und hinab. Das ist wirklich reine Neigungssache.Mit der Zeit

beginnen auch die Novizen hinter den Lenkrädern zu denken wie

die Nomaden: Such die Sandberge mit leichter Riffelung, denn

auf denen hat sich die Feuchtigkeit der Nacht niedergeschlagen

und Krusten gebildet. Sie liefern so wenigstens ein Minimum an

Festigkeit. µ-low (gesprochen: Müh-Lo) nennen die Ingenieure

den Zustand geringster Haftung, er schreckt sie aber nicht.„Für

den Cayenne ist das keine unangenehme Herausforderung“, sagt

Wolpert, „er fühlt sich auf Untergrund mit wenig Grip ausgesprochen

wohl. Vorausgesetzt, es herrscht genügend Bodenfreiheit,

habe ich noch keine Situation erlebt, bei dem der Cayenne an seine

Grenzen geraten ist.Auch wenn das Fahren im Sand unter Umständen

noch tückischer sein kann als das auf Schnee und Eis…“

Wem sagt er das. Um diese Erfahrung ausleben zu können, muss

vor der Einfahrt in das abgesperrte Wüstengelände ausnahmsweise

sogar der Knopf gedrückt werden, der das Porsche Stability

Management (PSM) ausschaltet. Wer seine Spuren im Sand hinterlässt,

der fühlt sich gelegentlich, als ob er durch Kartoffelpüree

pflügen würde.

Doch, doch, man kommt trotz lauter Staunen auch zum Fahren.

Dabei herrscht der Eindruck vor, als ob das ganze Leben plötzlich

zum Strand geworden ist. Unterwegs sein, um Land und Leute

kennen zu lernen. Was das Land angeht, klappt das („Gas geben,

immer Vollgas …“) schon ganz gut. Nur an Leuten mangelt es

etwas. Mit etwa 800 000 Quadratkilometer Größe ist die Rub al-

Khali auf der Arabischen Halbinsel das größte zusammenhängende

Sandwüstengebiet der Erde, und wird von den Dubai’in

auch das „Leere Viertel“genannt.Wie beruhigend, wenn vor uns

immer wieder mal das Dach oder das Heck eines anderen Cayenne

Turbo S aus unserer Karawane auftaucht. Manchmal ahnt man

dessen Dasein auch nur unter einem ockerfarbenenWölkchen. Eine

Feinstaub-Situation ganz anderer Art.Dann dominieren wieder

endlose Sandkämme und der ewig blaue Himmel den Horizont.

Doch plötzlich, mitten im Nichts, keimt die Zivilisationskrankheit

schlechthin: ein Stau! 23Wildkamele verharren wie vor einer unsichtbaren

Ampel. Auch das Gebrüll, mit dem die Porsche immer

neue Gipfel erklimmen, bewegt sie nicht in ihrer Sturheit. Begegnungen,

die einem kaum einer als zufällig abkaufen wird.Manchmal

aber toppt dieWirklichkeit das Klischee.Allerdings nicht immer

so romantisch …

A


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Abstauber-Qualitäten: So sieht es aus,

wenn der Allrad-Antrieb richtig greift

Früher Morgen, später Abend – am Tagesrand ist die Wüste am

schönsten. Dann verspricht der riesige Sandkasten alle Freiheiten.

Man kann sich in ihm verlieren. Die Lehre von der Leere. In die

Stille mischt sich immer wieder das Donnergrollen des Turbos.Wo

dem Großstadtmenschen zur Festigung des Charakters in seiner

angestammten Umgebung ein Persönlichkeitstrainer empfohlen

wird, reicht hier ein Nenndrehmoment von 720 Newtonmetern,

das die Kurbelwelle im Drehzahlbereich zwischen 2750 und 3750

Umdrehungen pro Minute liefert.Eine souveräne Kraftentfaltung,

die auch beimWeg zurück aus demWüstencamp in herausragende

Fahrleistungen mündet: In nur 5,2 Sekunden beschleunigt der

stärkste aller Cayenne aus dem Stand auf Tempo100, sein Spitzentempo

liegt bei 270 km/h – aber durstiger ist er trotz dieser Steigerung

nicht geworden, der Verbrauchswert bleibt bei 15,7 Liter

Super Plus im Durchschnitt.

Kraft allein hilft bei losem Untergrund nicht weiter. In der Wüste

kommt es vor allem auf die Kraftverteilung auf alle vier Räder an.

Das Porsche Traction Management leitet im Grundmodus 62 Prozent

der Motorkraft an die Hinterräder und 38 Prozent an die Vorderräder.

Über die elektronisch geregelte Lamellenkupplung kann

das Verteilungsverhältnis je nach Fahrsituation variiert werden.

Das PTM genannte System nimmt entscheidenden Einfluss auf die

gesamte Fahrdynamik des Cayenne Turbo S, es reagiert nicht nur

auf mangelnde Traktion an Vorder- oder Hinterachse. Sensoren

messen eine Vielzahl von Werten, ob Querbeschleunigung, Lenkwinkel

oder Gaspedalstellung, damit der optimale Sperrgrad für

beide Achsen berechnet und das jeweils benötigte Antriebsmoment

verteilt werden kann. Bei der wüsten Tour dürfte sich das technische

Superhirn vermutlich keine Sekunde gelangweilt haben.

„Einen Gang hoch schalten, wo andere sich ins Feld zurückfallen

lassen. In Bewegung bleiben, wo andere stehen bleiben. Mit dieser

Modellvariante machen wir in Sachen Leistungssteigerung einen

weiteren Schritt nach vorne – ganz so, wie es die Natur von Porsche

ist“, hat Porsches Finanzvorstand HolgerP.Härter zur Begrüßung

in Dubai über die Cayenne-Baureihe gesagt.Trotz der bisher schon

breiten Angebotspalette sei das Gelände für Porsche noch nicht ausgereizt.

Es gebe durchaus noch neue Dimensionen, in die man mit

dem Cayenne vorstoßen könne. Daran ist nicht bloß ein Körnchen

Wahrheit. Es müssen zig Milliarden sein.

B


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Exklusive Wasserstelle: das Bab Al Shams Desert Resort

Oasen sind magische Orte, Grenzpunkte zwischen dem Nichts

und dem Überfluss. Im Bab Al Shams, etwa 50 Kilometer vom

Zentrum Dubais entfernt gelegen, stellt sich diese Faszination

auf höchst angenehmeWeise ein.In der an Attraktionen nicht gerade

armen Hotellandschaft der Emirate bildet dieses Wüstenresort

eine angenehme, da unaufgeregte Ausnahme – nicht nur

rein baulich gesehen.Wer nach Einbruch der Dunkelheit den Weg

zum Fünf-Sterne-Komplex sucht, der wird auf der gewundenen

Durchfahrt durch die Dünen von Fackeln geleitet. Es ist die moderne

Interpretation vom Märchen aus tausendundeiner Nacht.

In den 105 Zimmern und zehn Suiten soll nach Wunsch der Hotelleitung

der im Menschen schlummernde Wille erwachen, aus

dem Nebel Sonne zu machen. Es scheint zu funktionieren, denn

der Planet über dem Wüstenstaat strahlt an 365 Tagen im Jahr.

So landestypisch und gleichzeitig luxuriös wie die Einrichtung

der Zimmer in dem einer alten Lehmfestung nachempfundenen

Labyrinth aus Innenhöfen ist, gestaltet sich auch die Pool-Landschaft.

Dennoch drehen viele Gäste mit ihren Liegestühlen den

Kaskaden den Rücken zu – sie blicken lieber direkt auf die enorme

Wanderdüne, deren Ausläufer bis in den Palmengarten des Bab

Al Shams reichen.Wen es vom Ozean aus Sand ans richtige Meer

zieht, kann den Shuttle Bus zum Jumeirah Beach Hotel nehmen.

Er sollte aber zusehen, dass er früh am Abend wieder zurück ist:

Um 17 Uhr führen die Falkner des Hotels ihre Raubvögel vor,

wenig später beginnt in der nur einen kurzen Spaziergang entfernten

Zeltstadt des Al-Hadheerah-Restaurants an Lagerfeuern und

unter freiem Himmel ein echtes Wüstenmahl mit den kulinarischen

Spezialitäten Arabiens, Kamelreiten und Bauchtanz inklusive.

Im Hotel selbst locken das Satori Spa, das Restaurant Al

Forsan, die Al Sarab Rooftop Bar oder die Ya Hala Lounge als

entspannende Orte, an denen sich trefflich über die Schnittstelle

von Alles oder Nichts philosophieren lässt.

B

Eine Festung, aber sehr behaglich: Moderne

Wüstenromantik zwischen Palmen und Pool

Bab Al Shams Desert Resort & Spa

P.O. Box 8168, Dubai, UAE

Telefon: +971- 4- 8326699

Reservierungen

Telefon: +971- 4- 314 36 47, Telefax: +971- 4- 3143666

E-Mail: JBASReservations@jumeirah.com

Internet: www.jumeirah.com

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