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Christophorus 347

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SPEEDSTER

NICE

TO

HAVE

Traditionen plegen hat bei Porsche

immer mit Bewegung zu tun. Rund um

Nizza machte sich der neue 911 Speedster

auf die Spurensuche und plegte den

ofenen Umgang mit seinen Vorgängern.

Fotografi e Achim Hartmann

Ahnen-Forschung:

In der mediterranen

Idylle bei Nizza trifft der

Ur-Speedster 356 auf die

vierte Generation, den

neuen 911 Speedster


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Christophorus 347

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Vom Winde verweht:

Die Fahrt im Speedster

ist Geschmacks-Sache.

Nirgendwo sonst lässt

sich die Seeluft so

ungetrübt genießen


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Schmalspur-Romantik:

In engen Gassen spielt

der Speedster seine

große Offenheit aus und

bleibt auf Tuchfühlung

mit der Umgebung


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Generationen-Treffen:

Modell-Geschichte in Reih

und Glied mit dem 911

Speedster (2010), dem

356 Speedster (1954)

und dem 911 Carrera 3.2

Speedster (1988)

911 SPEEDSTER

Motor: Sechszylinder-Boxer-Motor

Hubraum: 3800 cm 3

Leistung: 300 kW (408 PS)

Max. Drehm.:

420 Nm bei 4200–5600/min

0 – 100 km/h: 4,4 s

Höchstgeschwindigkeit: 305 km/h

CO 2 -Emission: 242 g/km

Verbrauch

innerstädtisch: 15,5 l/100 km

außerstädtisch: 7,3 l/100 km

gesamt: 10,3 l/100 km


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Christophorus 347

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2010

2011

In Purblau zum Himmel und

zurück – 356 Fahrzeuge werden

vom 911 Speedster gebaut.

SPEEDSTER

DIE GROSSE

FREIHEIT

Der Porsche Speedster gilt als das Frischluftvergnügen für alle,

denen ein Cabrio noch zu wenig ist. Doch die Zeiten, als man dafür auf

gewohnten Komfort verzichten musste, sind vorbei. Als Luxus-

Sondermodell von Porsche Exclusive sorgt der neue 911 Speedster wieder

für den Gegenwind, auf den seine Fans nicht verzichten wollen.

Text Fabian Brunner Fotografi e Boris Schmalenberger


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1954

1957

Als Einstiegsmodell für die USA entwickelt:

Der 356 Speedster sorgte nicht nur auf der

Rennstrecke für Aufsehen.


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Irgendwann beschränkte sich der Wettkampf

nicht mehr nur auf die Rennstrecke.

Die Amerikaner, einst auf waffenscheinpfl

ichtige Heckfl ossen eingeschworen,

fanden in den fünfziger Jahren mehr

und mehr Gefallen an den kleinen Sportwagen

aus Europa. Porsche fuhr mit dem

356 in der richtigen Spur. Handlich und

schnell, versprach er jede Menge Spaß.

Und er machte Eindruck – auf Boulevards

und am Wochenende bei den beliebten

Rennsportveranstaltungen. Aber auch die

Briten hatten den neuen Trend erkannt

und schickten ihre Roadster über den großen

Teich – zu einem ziemlich günstigen

Preis. Den galt es zu schlagen.

Die Porsche-Importeure Max Hoffman

(Ostküste) und John von Neumann (Westküste)

sprachen im Unternehmen vor. Die

USA brauchten ein Porsche-Einstiegsmodell,

eine Light-Version des komfortablen

356 America Roadster, nur mit dem Nötigsten

ausgestattet, aber trotzdem schön

genug für das Schaulaufen auf den Boulevards.

Und stark genug für einen Sieg am

Rennwochenende. Er sollte nicht mehr als

3000 Dollar kosten. 1954 feierte der Porsche

356 Speedster Premiere. Seine Windschutzscheibe

wirkte aufreizend schmal,

die Seitenscheiben mussten gesteckt werden,

als Dach diente ein Notverdeck, das

reichlich Handarbeit erforderte. Der Sonderling

kostete 2995 Dollar. Heizung und

Drehzahlmesser gab’s nur gegen Aufpreis.

Auch die Benzinuhr fehlte. Der Peilstab

gab Auskunft über den Tankinhalt. Dafür

versprach der Speedster allen, die auf Komfort

verzichten konnten, die große Freiheit.

Und eine faszinierende Leichtigkeit. 70 Kilogramm

weniger Gewicht im Vergleich

zum Cabriolet verliehen dem 55 PS starken

Vierzylinder-Boxer-Motor eine ganz neue

Leistungsbereitschaft. Getreu der US-Verkaufsstrategie

„Win on sunday, sell on

monday“ steuerte John von Neumann den

puristischen Neuling beim ersten Renneinsatz

am Thanksgiving-Wochenende in Torrey

Pines selbst – und gewann prompt die

1,5-Liter-Klasse für Seriensportwagen.

Im ersten Jahr wurden 1800 Fahrzeuge

verkauft, bis 1957 genau 4854. Dann war

Schluss. Die Karriere des Speedsters schien

so kurz wie seine Frontscheibe. Und doch

hat er sich immer wieder Luft verschafft.

Aktuell feierte auf dem Automobilsalon in

Paris die neueste Porsche-Interpretation

des Extrem-Cabriolets Weltpremiere. Die

hauseigenen Veredler von Porsche Exclusive

haben dem neuen 911 Speedster seinen

Charakter gegeben: faszinierend edel. In

der Exclusive Manufaktur werden nur 356

Fahrzeuge gefertigt. Ein Liebhaberfahrzeug,

ein Sammlerstück, das nur in zwei

Farben – Purblau und Carraraweiß – zu

haben ist und keine Wünsche offen lässt:

Bi-Xenon-Scheinwerfer mit dynamischem

Kurvenlicht, Park-Assistent, Alu-Türen,

das Sport-Chrono-Paket Plus, die Porsche-

Keramikbremse PCCB, das PASM-Fahrwerk

(zehn Millimeter tiefer gelegt), die

mechanische Hinterachsquersperre, das

Porsche-Doppelkupplungsgetriebe und ein

408 PS starker Boxer-Motor. Verbreitertes

Heck mit dem typischen Speedster-Verdeckkastendeckel,

SportDesign-Bugverkleidung,

Speziallackierungen und als Räder

die Neuinterpretation der legendären

Fuchsfelge. Innen schwarzes Glattleder,

Aluminium, Keramik, adaptive Sportsitze

mit Zielfl aggendesign, beleuchtete Einstiegsblenden

und Limitierungsplakette.

Die Liebe zum Detail setzt sich durch bis in

den letzten Winkel. An den Purismus der

Pioniertage erinnern noch die fl ach ansteigende

und um 60 Millimeter kürzere

Frontscheibe sowie das manuell zu bedienende

Verdeck.

Ein Fahrzeug für Individualisten. Aber

das war beim Speedster ja immer so. Alle,

die den Gegenwind mehr lieben als ihre

Frisur, mussten nach dem Ende des 356

Speedster weit mehr als 30 Jahre auf die

nächsten großen Luftwirbel warten. Auf

der Internationalen Automobil-Ausstellung

in Frankfurt präsentierte Porsche

1987 eine Speedster-Clubsport-Studie. Es

war ein Elfer ganz ohne Frontscheibe. Seine

Rundum-Verkleidung machte ihn zum

Einsitzer. Die Straßenversion folgte ein

Jahr später. Der 911 Speedster 3.2 ließ die

Muskeln spielen. Fahrwerk, Reifen, Räder

und die breite Karosserie stammten

vom Turbo Cabriolet, dazu der bullige

Buckel am Heck aus glasfaserverstärktem

Kunststoff.

Die im Vergleich zum Cabriolet 80 Millimeter

niedrigere und stärker geneigte

Frontscheibe, sein Not-Faltdach und die

70 Kilogramm weniger Gewicht zeichneten

das Kraftpaket als Speedster aus. Ein

Umstand, der die Werbebotschaft herausforderte:

„Ein Cabriolet ist ein geschlossenes

Auto, das man mit geöffnetem Dach

fahren kann. Ein Speedster ist ein offenes

Auto, das man mit geschlossenem Dach

fahren kann.“ Bis 1989 fertigte Porsche

2103 Exemplare des Speedsters im Turbolook.

Von der Version mit schmaler Karosserie

gab es nur 171 Fahrzeuge.

In der dritten Generation setzte Porsche

wieder auf die ursprüngliche Idee und stellte

Purismus und Sportlichkeit noch mehr in

den Vordergrund. Der 911 Carrera 2

Speedster von 1992 musste Waschanlagen

meiden. Das Verdeck und das Verstellen

der Außenspiegel erforderten Handarbeit.

Das Fahrzeug verzichtete auf Türablagen

und Notsitze, als Türöffner dienten

Lederschlaufen. Die eigenwillige Frontscheibe

und das Heck mit Doppelhutze waren

längst zum Markenzeichen geworden.

Der Speedster schaffte es in 5,7 Sekunden

aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer.

So kam Tempo in die Werbung: „Der Spaß

an einem richtigen Sportwagen lässt sich

nur noch steigern, wenn man die Hälfte

weglässt. Am besten die obere.“

Jetzt erlebt der Speedster seinen vierten

Frühling. Diesmal als faszinierendes Luxusobjekt.

Im Grunde ist das konsequent.

Der Speedster war schon immer Luxus,

man muss ihn nur zu schätzen wissen: In

keinem anderem Porsche kann man so im

Freien sitzen.

1988

1989

911 CARRERA 3.2 SPEEDSTER

TURBOLOOK

Periode: 1988 – 1989

Aufl age: 2103 Fahrzeuge

Motor: Sechszylinder-Boxer-Motor

Hubraum: 3164 cm 3

Leistung: 231 PS (5900/min)

0–100 km/h: 6,3 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 245 km/h

1992

1993

911 CARRERA 2 SPEEDSTER

Periode: 1992 – 1993

Aufl age: 930 Fahrzeuge

Motor: Sechszylinder-Boxer-Motor

Hubraum: 3600 cm 3

Leistung: 250 PS (6100/min)

0–100 km/h: 5,7 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 260 km/h

2010

2011

911 SPEEDSTER

Periode: Oktober 2010 – Juni 2011

Aufl age: 356 Fahrzeuge

Motor: Sechszylinder-Boxer-Motor

Hubraum: 3800 cm 3

Leistung: 300 kW (408 PS)

Max. Drehmoment: 420 Nm bei 4200–5600/min

0–100 km/h: 4,4 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 305 km/h

CO 2 -Emission: 242 g/km

Verbrauch

innerstädtisch: 15,5 l/100 km

außerstädtisch: 7,3 l/100 km

gesamt: 10,3 l/100 km

1954

1957

356 SPEEDSTER 1500

Periode: 1954 – 1957

Aufl age: 4854 Fahrzeuge

Motor: Vierzylinder-Boxer-Motor

Hubraum: 1488 cm 3

Leistung: 55 PS (4400/min)

0–100 km/h: 17 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h

FOTOTERMIN

Haben Sie das Speedster-Feeling auf

den Aufmacherfotos der Geschichte

genossen? Gut so! Fotograf Boris

Schmalenberger und die Christophorus-Grafi

ker mussten dafür ganz schön

tricksen. Denn: kommt der Speedster

nicht auf die Straße, muss die Straße

eben zum Speedster. Also: passendes

Foto gesucht, eine Fototapete davon

herstellen lassen (3 x 4,5 Meter),

perspektivisch sauber aufgebaut, Licht

gesetzt – und fotografi ert.


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Christophorus 347

TECHNIK

GUT AUF ZUG

Beim 911 Speedster ist vieles anders als beim Cabrio.

Auch das Verdeck. Die manuell zu bedienende Konstruktion wurde

neu entwickelt und hält auch bei 300 km/h noch dicht.

Text Peter Weidenhammer

Offen hin oder her: Ganz selten wird der

911 Speedster auch mal geschlossen gefahren.

Ohne Verdeck wäre er also unvollständig

– als Kunstwerk wie als Erlebnis.

Deshalb bietet der Zweisitzer ein auf die

Linienführung perfekt maßgeschneidertes

Verdeck, das nicht nur mit der Präzision eines

Schweizer Uhrwerks funktioniert, sondern

auch auf dieselbe Weise bedient wird:

mit der Hand.

Die Ingenieure entwarfen ein mechanisches

Kunstwerk, das unter den Verdecken

dieser Welt seinesgleichen sucht. Im Gegensatz

zu den klassischen Vorgängern

liegt beim neuen 911 Speedster der sogenannte

Spannspriegel im hinteren Abschluss

des Verdecks auf dem Verdeckkastendeckel

nur auf. Eine Arretierung im

Deckel kam aus ästhetischen Gründen

nicht in Frage – kein Beschlag oder gar

Loch sollte die geschwungene Ästhetik des

Aluminium-Verdeckkastendeckels stören.

Um dennoch die gewünschte fl ießende

Außenkontur in diesem Bereich zu erzielen

und für die geforderte Dichtheit zu sorgen,

entstand eine innen liegende Sturmstangenkinematik.

Bei dieser Konstruktion wird die Dichtung

des Verdeckstoffes durch die Sturmstangen

auf den Verdeckkastendeckel gepresst.

Dabei sind die Sturmstangen über

eine intelligente Kinematik mit den mechanischen

Komponenten des Verdecks

verbunden und dichten den Innenraum

sicher gegen Nässe und auch bei über 300

km/h gegen Zugluft ab.

Alles dicht: Bei geschlossenem Verdeck wird die Dichtung

hinten nur auf den Verdeckkastendeckel gepresst

Und das alles, ohne vom Fahrer einen besonderen

Kraftakt abzufordern: Die Kinematik

ist gleichzeitig so abgestimmt, dass

dem Fahrer – oder der Fahrerin – Öffnen

und Schließen mit Leichtigkeit von der

Hand gehen. Egal in welcher Phase man

dabei das Dach loslässt, es verharrt in seiner

Position, fällt weder nach vorn noch

nach hinten – ein Beweis für die ausgeklügelte

Balance der Mechanik. Selbst das abschließende

Spannen des geschlossenen

Verdecks erfordert dank der Übersetzung

der beiden Handhebel keinen übermäßigen

Kraftaufwand. Ein spezielles Herstellungsverfahren

des Leichtmetall-Gestänges

stellt darüber hinaus sicher, dass die

Mechanik spielfrei bleibt und sich dennoch

leicht bewegen lässt. Wie bei einem

Schweizer Uhrwerk.

911 SPEEDSTER

Motor: Sechszylinder-Boxer-Motor

Hubraum: 3800 cm 3

Leistung: 300 kW (408 PS)

Max. Drehm.: 420 Nm bei 4200–5600/min

0 – 100 km/h: 4,4 s

Höchstgeschwindigkeit: 305 km/h

CO 2 -Emission: 242 g/km

Verbrauch

innerstädtisch: 15,5 l/100 km

außerstädtisch: 7,3 l/100 km

gesamt: 10,3 l/100 km

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