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Christophorus 330

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Fahren

Stallgefährten

Portugal war schon immer ein Land für Entdecker. Deshalb gehen wir mit

dem Cayenne GTS im Süden des Landes auf Tour. Die neueste Variante des

sportlichen Geländewagens glänzt dabei als leidenschaftlicher Alleskönner

und meistert die Herausforderungen auf jedem Untergrund.

Text

Michael Thiem

Fotografie

Martin Grega und David Breun


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Treffpunkt: ein Pferdestall. Es ist kurz vor Mittag und die

Sonne wirft kaum Schatten. Für den Cayenne GTS und den

weißen Araberhengst Galeão wird es ernst. Auf dem idyllischen

Landgut Herdade dos Grous in der portugiesischen

Provinz Baixo Alentejo stehen sich zwei außergewöhnliche

Kraftpakete gegenüber. Der Cayenne GTS fährt rückwärts

in den Stalleingang und bezieht Position. Es ist die erste

Station auf der Testfahrt in Portugal. Und der Alleskönner

ist bereit für die Herausforderungen, die an diesem Tag auf

ihn warten. Denn bei den Auftritten an der Algarve übernimmt

der Cayenne GTS mehrere Paraderollen – als Bildmotiv,

als Sportler und als Gipfelstürmer.

Galeão wird von Reitlehrerin Iris Miranda geduscht und gestriegelt.

Geduldig lässt sich der 15-jährige Hengst die Hufe

mit einer Fettsalbe eincremen. Die Blicke zieht jedoch der

Cayenne GTS auf sich. Reitlehrer Diogo Silva ist von der Sitzprobe

begeistert, Direktorin Marita Barth kann sich diesen

PS-Star durchaus in ihrem Stall vorstellen und Hotelgäste

zücken die Fotoapparate. Galeão stellt sich neben den sportlichen

Geländewagen. Erhaben, elegant – und entdeckungsfreudig.

Auch er ist vom Cayenne GTS schwer angetan. Er

senkt seinen Kopf, schnuppert neugierig und geht auf Tuchfühlung.

Immer wieder huscht sein Schweif fast unbemerkt

über die Motorhaube des Fahrzeugs. Die Stallgefährten sind

sich einig.

„Dieses Auto passt zu Galeão“, sagt Landgut-Besitzer und

Pferdenarr Manuel Cabral. Schließlich sei der Hengst eine

Art Porsche auf vier Beinen. Und wenn Cabral, der das Pferd

vor Jahren in Algerien gekauft hat, über die Vorzüge seines

Heimspiel: Das portugiesische Dörfchen Porches klingt wie

Porsche. Klar, dass der Cayenne GTS hier willkommen ist

Paradehengstes spricht, ähnelt dies durchaus dem Fahrvergnügen

mit dem neuen sportlichen Geländewagen. Edle Erscheinung,

einzigartige Ausdauer und extreme Schnelligkeit.

Herausragende Eigenschaften für den Distanzsport.

Auf dem gepflegten Rasen vor dem 98 Hektar großen See

des Grundstücks macht der Cayenne GTS Eindruck – trotz

Galeãos kraftvoller Vorstellung. Iris Miranda wählt zunächst

den Trab, später den Galopp. Vor der malerischen Kulisse

des fast 600 Hektar großen Anwesens bildet der Porsche in

Nordischgoldmetallic einen perfekten Kontrast zur azurblauen

Komplementärfarbe des Himmels. Im Hintergrund

grüne Wiesen, Mohnfelder, Mandelbäume, Olivenhaine und

Weinberge soweit das Auge reicht. Eine Szenerie wie gemalt.

Selbst Mitte November steigt das Thermometer hier auf 28

Grad. Beim Hochleistungs-Pas-de-deux mit Galeão kommt

aber nur das Pferd ins Schwitzen. Der Cayenne GTS wird

zum stillen Genießer, während Galeão in den Stall zurückgeführt

wird. Es ist Zeit, die Porsche-Pferde loszulassen. A


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Auf der Fernverkehrsstraße IP2 geht es weiter Richtung

Süden. Der Cayenne GTS ist ein optisch sehr kraftvolles

Modell in der Baureihe. Diese Sportlichkeit spielt er jetzt

voll aus. Die acht Zylinder reagieren spontan und schöpfen

aus 4,8Liter Hubraum 405PS bei 6500 Umdrehungen. Das

garantiert spontanen Vortrieb. Durch die auf jeder Seite um

etwa 14 Millimeter ausgestellten Radlaufverbreiterungen

erhält das Fahrzeug einen Schuss Turbo-Look. Zudem liegt

der GTS 24 Millimeter tiefer als der Cayenne S. Für den

Sprint von null auf 100 km/h braucht er nur 6,1Sekunden.

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 253km/h (251km/h mit

Tiptronic S). Die zur Mittagszeit schläfrigen Dörfchen entlang

der Strecke bekommen von der Leistungsdemonstration

nichts mit. Sie dösen einfach weiter.

Heidekräuter, Rosmarin und Lavendel:

Der Abstecher in das romantische

Monchique-Gebirge wird nicht nur mit

einer kostenlosen Aromatherapie

belohnt. Der Cayenne GTS erklimmt

den Pico da Fóia, mit 902 Metern die

höchste Erhebung der Algarve, wie auf

Schienen.

Alleskönner: Der Cayenne GTS überzeugt in Portugal als

leidenschaftlicher Sportler und Gipfelstürmer

Der ungestüme Vorwärtsdrang endet nach 50 Kilometern

mit einer neuen Herausforderung. Der Cayenne GTS wechselt

die Gangart und wird mühelos zum Gipfelstürmer. Bei

São Marcos da Serra beginnt die Zufahrt ins Monchique-

Gebirge. Es ist ein Abstecher in eine romantisch schöne Bergwelt,

die auf dem 902 Meter hohen Pico da Fóia gipfelt. Die

Fahrt führt vorbei an unzähligen Orangen- und Zitronenplantagen.

In den tief eingekerbten Tälern stehen unzählige

Eukalyptus- und Korkeichenbäume Spalier. Wer die Fenster

herunterfährt, nimmt an einer kostenlosen Aromatherapie

teil. Hier wachsen Heidekräuter, Rosmarin und Lavendel

wie sonst nur im heimischen Garten. Die Porsche-Ingenieure

haben für den passenden technischen Mix gesorgt. Dank der

Kombination aus 15 Prozent kürzerer Achsübersetzung und

fünf Prozent höherer Leistung bietet der GTS auf den Passstraßen

eine herausragende Agilität. Die Fahrdynamik lässt

sich durch die optionale Luftfederung mit dem Porsche Active

Suspension Management (PASM) und die mit dieser Fahrwerk-Variante

kombinierbare Wankstabilisierung Porsche

Dynamic Chassis Control (PDCC) noch weiter steigern. Die

Wankregulierung begrenzt die Seitenneigung in Kurven und

gleicht sie in fast allen Fahrsituationen nahezu vollständig

aus. Der GTS erklimmt die höchste Erhebung der Algarve auf

den serienmäßigen 21 Zoll großen Rädern wie auf Schienen.

Auf der Fahrt Richtung Küste über die N124 taucht das

Örtchen Silves am Horizont auf. Rotbraun wie die Erde

thront dort die Burg der ehemaligen Maurenresidenz Xelb

über der ehemaligen Hauptstadt der Algarve. Am linken

Straßenrand führt ein steiler Wanderweg nach oben. Wer am

Steuer des Cayenne GTS sitzt, wird dieser Verlockung kaum

widerstehen können. Einfach ins Gelände abbiegen, hoch

den Hügel, Bedenken vergessen und Abenteuer inhalieren. A


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Frische Brise gefällig? Am Ende eines atemberaubenden Tages

ist die Idylle perfekt

Der Trampelpfad zur idyllischen Windmühle ist übersät von Gesteinsbrocken.

Regengüsse und die Spuren von Ackergeräten haben

tiefe Furchen hinterlassen. Der GTS schnurrt vor Vergnügen.

Ab geht die Fahrt den steilen, unbefestigten Anstieg hinauf. Wie

ein austrainierter Sportler wächst das Kraftpaket an der Herausforderung.

Das permanente Allradsystem Porsche Traction Management

(PTM) leitet die Kraft des V8-Motors an alle vier Räder

weiter. Über eine elektromotorisch betätigte und elektronisch

geregelte Lamellenkupplung wird das Verteilungsverhältnis der

Motorkraft zwischen den Vorder- und Hinterrädern je nach Fahrsituation

variiert. Das PTM reagiert dabei nicht nur auf mangelnde

Traktion. Sensoren messen auch die Geschwindigkeit, die Querbeschleunigung,

den Lenkwinkel sowie die Gaspedalbetätigung.

Die Gelände-Aufgabe wird vom Cayenne GTS im wahrsten Wortsinn

sicher bewältigt.

Die Belohnung für die Anstrengungen ist atemberaubend. Die

liebevoll restaurierte Windmühle hat einen erhabenen Platz. Hier

ist der Ausblick fast grenzenlos. Auffallend sind einige kleine Tongefäße

an den Enden der Flügel. Sie verursachen singende Töne

im Wind. Es klingt wie eine Ode an den Cayenne GTS, der hier

posiert. Der Ausblick wird zum Meerblick. Erschöpft vom Anstieg

sind nur drei Arbeiter. Diese haben den Fußweg von der anderen

Seite des Hügels gewählt. „Ein Porsche? Hier? Über diesen Weg?

Das gibt’s doch nicht“, sagen sie und schütteln dabei ungläubig den

Kopf. Man ahnt, was an diesem Abend das Dorfgespräch sein wird.

Dass dies tatsächlich mit rechten Dingen zugeht, glauben die drei

Handwerker wohl erst, als sie staunend die abenteuerliche Abfahrt

beobachten. Begeistert winken sie dem CayenneGTS hinterher.

Die Entdeckungstour endet nach Einbruch der Dunkelheit im verschlafenen

Küstenörtchen Porches. Eine ideale Endstation – und

fast zuviel der Ehre für den Cayenne GTS. Hier spricht schließlich

schon seit dem 13. Jahrhundert jeder unbewusst über die Sportwagen

aus Zuffenhausen. Denn irgendwie hört sich der Dorfname

auf Portugiesisch wie der Plural von Porsche an…

A

Grafik: RWS

ATLANTISCHER

OZEAN

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Odemira

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Aljustrel

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S P A N I E N

Serra de São Marcos

Monchique da Serra

Fóia

902 m

Portimão Silves

Lagos

Huelva

Vila Real

Kap Sagres

Porches

Albufeira

São Vicente

Faro

0 100 km

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Technik

Aus den Federn

Premiere im Cayenne GTS: Erstmals wird beim sportlichen

Geländewagen die Stahlfederung mit dem adaptiven Dämpfungssystem

Porsche Active Suspension Management (PASM)

kombiniert. PASM regelt die Dämpfung je nach Fahrbahnzustand

und Fahrweise.

Text

Klaus-Eckhard Jost

Fahrwerks-Ingenieure haben ein Idealbild vor Augen: Unabhängig

vom Untergrund bewegt sich die Karosserie konstant auf einer

Ebene – als wäre sie an den Wolken aufgehängt. Die Experten nennen

dies „skyhook“. Doch dieser Zustand ist natürlich Theorie. In

der Praxis, also auf der Straße und im Gelände, ist eine Karosserie

mit konventionellem Fahrwerk und Stahlfedern ständig in Bewegung.

Sie nickt beim Beschleunigen oder Bremsen und sie neigt sich zur

Seite,wenn es in die Kurve geht.

Zu diesen Bewegungen gesellt sich noch ein Zielkonflikt. Was darf’s

denn sein: sportlich oder komfortabel? Das heißt: harte oder weiche

Abstimmung? Dies ist die entscheidende Frage bei der Fahrwerksabstimmung.

Eigentlich schließt das eine das andere aus. Wobei

die oberste Priorität stets die Fahrsicherheit genießt. Weil beim

Cayenne GTS keine Kompromisse in Sachen Komfort in Frage

kamen, entwickelten die Porsche-Ingenieure exklusiv eine neue

Variante des Porsche Active Suspension Managements. Die regelbaren

Dämpfer, im Cayenne Luftfeder-Fahrwerk längst bewährt,

wurden für den sportlichen Geländewagen adaptiert, indem das

System um Teilfunktionen vom 911 erweitert wurde.

Eine Lösung für alle Auslegungsrichtungen.„PASM passt hervorragend

zum Charakter eines Sportwagens“, sagt der Fahrwerks-Teamleiter

Robert Ferger-Andrews.„Und zum Cayenne GTS passt es ganz

besonders, denn es garantiert Fahrkomfort und Sportlichkeit.“ So

greift PASM beispielsweise bei sehr dynamischer Fahrweise mit

starken Beschleunigungs- und Bremsphasen ein,um den Wank- und

Nickbewegungen entgegenzuwirken. Und im Gelände hilft es natürlich

ebenfalls.

Beim PASM registrieren vier Sensoren Veränderungen in der Fahrzeughöhe,

drei weitere die Beschleunigung. In einem Steuergerät

werden diese Daten mit dem Lenkradwinkel, der Querbeschleunigung,

der Gaspedalstellung sowie dem Bremssignal gesammelt.

„Mit diesen Informationen versuchen wir abzuschätzen, was der

Fahrer möchte und wie sich das Fahrverhalten darstellt“, erklärt

Ferger-Andrews. Nach dem Abgleich mit einem Kennfeld werden dann

die vier mit Öl gefüllten Stoßdämpfer entsprechend angesteuert.

Über ein zusätzliches drittes Ventil, das durch ein von einer Spule

aufgebautes Magnetfeld betätigt wird, kann die Härte der Zweirohrdämpfer

sowohl für Zug als auch für Druck den jeweiligen Erfordernissen

angepasst werden – und das in einer sehr kurzen Zeit. Vom

Erfassen der Daten bis zum Aufbau von Dämpfkraft vergehen wenige

Millisekunden. Weil das Fahrzeug um 24 Millimeter tiefer gelegt

wurde und dadurch weniger Federweg zur Verfügung steht,mussten

auch die Endanschläge angepasst werden. Sie sind nun kürzer und

progressiver ausgelegt.

Die Elektronik bleibt als Helfer jedenfalls im Hintergrund. Schließlich

hat der Fahrer die erste Wahl. Über einen Schalter in der Mittelkonsole

kann er sich zwischen drei Dämpfer-Einstellungen entscheiden:

Komfort,Normal oder Sport. Die Software übernimmt dann die

Feinjustierung.

B

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