lagebericht 2011 - Dexia Hypothekenbank Berlin AG

dexia

lagebericht 2011 - Dexia Hypothekenbank Berlin AG

icht 2011 Geschäftsbericht 2011

eschäftsbericht 2011 Geschäftsbericht

11 Geschäftsbericht 2011 Geschäftsricht

2011 Geschäftsbericht 2011

eschäftsbericht 2011 Geschäftsbericht

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2011 Geschäftsbericht

2011

eschäftsbericht 2011 Geschäftsbericht 2011

11 Geschäftsbericht 2011 Geschäfts-

dexia kommunalbank

deutschland aG

richt 2011 Geschäftsbericht 2011

eschäftsbericht 2011 Geschäftsbericht

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2011 Geschäftsbericht 2011


Geschäftsbericht 2011

Dexia KommunalbanK DeutschlanD aG


Dexia KommunalbanK DeutschlanD aG

im ÜberblicK

Wesentliche bilanzpositionen in mio. euro

aktiva

Kommunalkredite

andere Forderungen an Kreditinstitute und Kunden

Wertpapiere

passiva

Pfandbriefe

andere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden

eigenkapital

Wesentliche GuV-positionen in teuro

Zins- und Provisionsüberschuss

Verwaltungsaufwendungen (inkl. afa)

risikovorsorge

Jahresüberschuss / -fehlbetrag

31.12.2010

23.561,2

6.625,4

17.929,2

34.919,0

12.056,7

531,9

31.12.2010

39.337,0

-18.244,2

-18.483,7

793,8

31.12.2011

21.909,1

7.837,6

16.659,0

33.315,1

11.996,6

751,3

31.12.2011

51.897,9

-18.413,6

-131.005,8

-92.128,7


sonstiGe anGaben

mitarbeiter (Durchschnittszahl)

cost-income-ratio

die bank im mehrjahresVerGleich

in teuro

Zins- und Provisionsüberschuss

teilbetriebsergebnis

betriebsergebnis

Jahresüberschuss

bilanzsumme in mio. euro

2008

79.971

57.890

3.024

440

48.969

31.12.2010

84

46,4 %

2009

43.794

24.787

5.420

585

47.291

2010

39.337

21.093

4.609

794

48.695

31.12.2011

83

35,5 %

2011

51.898

33.484

-90.947

-92.129

47.341


dexia kommunalbank deutschland aG

Charlottenstraße 82 | 10969 Berlin

telefon (030) 25 598-0

telefax

allgemein (030) 25 598-200

backoffice (030) 25 598-204

treasury (030) 25 598-340

internet www.dexia.de

HRB Berlin-Charlottenburg 36928


inhalt

profil der dexia-Gruppe 6

orGane der bank 7

bericht des aufsichtsrats 8

bericht des Vorstands 10

laGebericht 2011 10

WirtschaFtliche rahmenbeDinGunGen 2011 10

orGane 14

restruKturierunG Der Dexia-GruPPe 14

entWicKlunG Der VermöGens-, FinanZ- unD ertraGslaGe 17

risiKobericht 25

hanDelsbuch 33

nachtraGsbericht 34

ProGnosebericht 34

Jahresabschluss 2011 41

JahresbilanZ Zum 31. DeZember 2011 41

GeWinn- unD VerlustrechnunG FÜr Das GeschäFtsJahr 2011 45

eiGenKaPitalVeränDerunGsrechnunG 48

KaPitalFlussrechnunG 49

anhanG 50

GrunDsätZe 50

erläuterunGen Zur bilanZ 51

erläuterunGen Zur GeWinn- unD VerlustrechnunG 56

sonstiGe anGaben 56

VersicherunG Der GesetZlichen Vertreter 63

bestätiGunGsVermerK Des abschlussPrÜFers 64

Weitere erläuterunGen 65

inhalt

Geschäftsbericht 2011 | 5


ProFil Der Dexia-GruPPe

ProFil Der Dexia-GruPPe

Die Dexia ist eine europäische Bankengruppe, deren Aktivitäten

sich im Jahr 2011 hauptsächlich auf die Geschäftsfelder Retail

Banking, Commercial Banking, Public & Wholesale Banking

und Asset Management & Services in den Ländern Belgien,

Luxemburg, Frankreich und der Türkei konzentrierten.

Muttergesellschaft der Dexia-Gruppe ist die Dexia S. A., eine an

der Euronext Brüssel und Paris sowie an der Luxemburger Börse

notierte Aktiengesellschaft nach belgischem Recht.

Seit Dezember 2008 hat die Gruppe in erheblichem Umfang

Geschäftsrisiken abgebaut und – im Einklang mit dem von

der Europäischen Kommission bestätigten Restrukturierungs-

plan – den Schwerpunkt auf ihre traditionellen Märkte und

Geschäftsfelder gelegt. Dabei hat die Gruppe ihre Aktivitäten auf

das Retail Banking fokussiert und zugleich Wachstumschancen

in der Türkei ergriffen. Gestützt auf ihr breites Produktangebot

verfolgte die Gruppe im Geschäftsfeld Public Banking mit

ihrem anerkannten Know-how weiterhin einen selektiven und

ertragsorientierten Ansatz, der im Einklang mit den bis Mitte

2011 festgelegten Zielen vollzogen wurde.

Infolge der Verschärfung der Staatsschuldenkrise in der Eurozone

und der allgemeinen Verschlechterung des makroökonomischen

Umfelds sah sich die Dexia-Gruppe im Sommer des Jahres

2011 erneutem Druck auf die eigene Liquiditätslage ausgesetzt.

Vor diesem Hintergrund ergriff die Gruppe im Oktober 2011

tiefgehende Maßnahmen zur Umgestaltung ihrer Struktur,

darunter

• die Einrichtung eines von den Staaten Belgien, Frankreich und

Luxemburg gewährten Rahmens für eine Liquiditätsgarantie,

• den am 20. Oktober 2011 abgeschlossenen Verkauf der Dexia

Bank Belgium an den belgischen Staat,

• eine Vereinbarung mit der Caisse des Dépôts, La Banque Postale

und dem französischen Staat hinsichtlich der Finanzierung

französischer Kommunen,

• den Verkauf einiger Tochtergesellschaften der Gruppe, nämlich

der Banque Internationale à Luxembourg, der DenizBank, der

Dexia Asset Management und der RBC Dexia Investor Services.

6 | Geschäftsbericht 2011

Diese Maßnahmen, einschließlich eines abschließenden Rah-

mens für eine Liquiditätsgarantie, sind Teil des Restrukturier-

ungsplans, den die betroffenen Länder der Europäischen Kom-

mission vorgelegt haben.

Die Realisierung dieser neuen Strukturmaßnahmen wird be-

trächtliche Auswirkungen auf das künftige Profil der Gruppe

haben.

Das Jahr 2012 wird – vorbehaltlich der Genehmigung der

Europäischen Kommission – von der Vollendung der noch nicht

abgeschlossenen Beteiligungsverkäufe geprägt werden.

Nach Abschluss dieser Veräußerungen werden sich die neuen

Aktivitäten der Dexia-Gruppe auf die Bereitstellung von

Finanzdienstleistungen für den öffentlichen Sektor durch ihre

internationalen Tochtergesellschaften sowie auf die Verwaltung

ihres Run-off-Portfolios beschränken.


orGane Der banK

aufsichtsrat

stéphane Vermeire

Head of Public & Wholesale Banking International

Member of the Management Board of Dexia Crédit Local

Vorsitzender

marc buckens

(bis 31.07.2011)

Head of the Financial Management Department

Dexia S. A.

Stellvertretender Vorsitzender

stéphane magnan

(vom 02.08.2011 bis 19.01.2012)

Head of Treasury and Financial Markets

Member of the Management Board of Dexia Crédit Local

Stellvertretender Vorsitzender

nikola bilandzija

(bis 17.03.2011)

Bankangestellter

benoît debroise

(seit 09.02.2012)

Head of Treasury & Financial Markets

Member of the Management Board of Dexia Crédit Local

norbert drews

(seit 17.03.2011)

Bankangestellter

stefanie Gregorius

(seit 09.03.2012)

Bankangestellte

dr. dirk hoffmann

(seit 09.02.2012)

Rechtsanwalt und Consultant

françois laugier

Chief Financial Officer

Member of the Management Board of Dexia Crédit Local

nico picard

(bis 12.01.2012)

Managing Director, Head of Controlling and Financial

Planning Dexia Banque Internationale à Luxembourg

berko töpfer

(vom 17.03.2011 bis 31.10.2011)

Bankangestellter

Vorstand

friedrich munsberg

Vorsitzender

Bankkaufmann

laurent fritsch

Bankkaufmann

Wilfried Wouters

Bankkaufmann

orGane Der banK

Geschäftsbericht 2011 | 7


Dericht Des auFsichtsrats

bericht Des auFsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Ge-

schäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und die

Geschäftsführung der Bank laufend überwacht. Er hat sich vom

Vorstand regelmäßig über die Geschäftspolitik, grundsätzliche

Fragen der Geschäftsführung, über die Lage der Gesellschaft so-

wie über bedeutsame Geschäftsvorfälle unterrichten lassen und

mit ihm darüber beraten. Die Geschäfte, zu denen die Zustimmung

des Aufsichtsrats erforderlich ist, wurden überprüft, mit

dem Vorstand behandelt und durch entsprechende Beschlüsse

des Aufsichtsrats bestätigt. Neben häufigen Besprechungen fanden

sechs Sitzungen des Aufsichtsrats mit ausführlicher mündlicher

und schriftlicher Berichterstattung statt.

jahresabschluss 2011

Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr

2011 sind unter Einbeziehung der Buchführung durch die von

der Hauptversammlung zu Abschlussprüfern gewählte Deloitte

& Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft worden.

Diese haben in dem von ihnen erteilten uneingeschränkten

Bestätigungsvermerk erklärt, dass die Buchführung und der Jahresabschluss

ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes

Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln und

dass der Lagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss steht.

Der Aufsichtsrat hat von dem Ergebnis der Prüfung zustimmend

Kenntnis genommen.

Nach dem abschließenden Ergebnis der vom Aufsichtsrat vorgenommenen

Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichtes und

des Vorschlages für die Gewinnverwendung sind Einwendungen

nicht zu erheben. Den vom Vorstand vorgelegten Lagebericht und

den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011 hat der Aufsichtsrat

gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag

des Vorstands für den Vortrag des Bilanzverlustes stimmt der Aufsichtsrat

zu.

8 | Geschäftsbericht 2011

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat den Bericht gemäß

§ 312 AktG über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

vorgelegt. Dem Bericht des Vorstands und dem Ergebnis dieser

Prüfung wurde seitens des Aufsichtsrats uneingeschränkt zugestimmt.

Im Oktober 2011 hat die Dexia-Gruppe tiefgreifende Maßnahmen

angekündigt, die die Gruppenstruktur nachhaltig verändern

werden. Eine Reihe von Maßnahmen sind bereits abgeschlossen

bzw. auf den Weg gebracht worden, darunter die Einrichtung

eines von den Staaten Belgien, Frankreich und Luxemburg gewährten

Rahmens für eine Liquiditätsgarantie, der Verkauf der

Dexia Bank Belgium an den belgischen Staat und der Abschluss

einer Vereinbarung mit der Caisse des Dépôts, La Banque Postale

und dem französischen Staat hinsichtlich der Finanzierung französischer

Kommunen.

Im Einklang mit den geltenden Regeln für staatliche Beihilfen

haben die Staaten Belgien, Frankreich und Luxemburg der Europäischen

Kommission am 21. März 2012 einen neuen Restrukturierungsplan

für die Dexia-Gruppe zur Genehmigung vorgelegt.

Aktuell sind über die künftige Rolle und die wirtschaftlichen Perspektiven

der Dexia Kommunalbank Deutschland in der veränderten

Gruppenstruktur noch keine Entscheidungen getroffen

worden.

personelle Veränderungen

Nikola Bilandzija ist mit Wirkung zum 17. März 2011 als Vertreter

der Arbeitnehmer aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden.

Norbert Drews und Berko Töpfer wurden mit Wirkung zum

17. März 2011 von den Arbeitnehmern der Dexia Kommunalbank

Deutschland als Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat

gewählt.


Der bisherige stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats,

Marc Buckens, ist mit Wirkung zum 31. Juli 2011 aus dem

Aufsichtsrat ausgeschieden. In der Hauptversammlung am

2. August 2011 wurde Stéphane Magnan in den Aufsichtsrat be-

stellt. Am 28. September 2011 wurde er zum stellvertretenden

Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.

Berko Töpfer ist mit Wirkung zum 31.10.2011 aus dem Auf-

sichtsrat ausgeschieden, ferner Nico Picard mit Wirkung zum

12. Januar 2012 und Stéphane Magnan mit Wirkung zum

19. Januar 2012.

In der Hauptversammlung am 9. Februar 2012 wurden Benoît

Debroise und Dr. Dirk Hoffmann in den Aufsichtsrat bestellt.

Ferner wurde Stefanie Gregorius am 9. März 2012 als Arbeit-

nehmervertreterin von den Arbeitnehmern der Dexia Kommunalbank

Deutschland in den Aufsichtsrat gewählt.

Wir danken Nikola Bilandzija, Marc Buckens, Stéphane Magnan,

Nico Picard und Berko Töpfer für ihr Engagement sowie die

konstruktive Begleitung des Unternehmens und des Vorstands.

Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bank sowie dem

Vorstand spricht der Aufsichtsrat für die im Jahr 2011 geleistete

gute Arbeit Dank und Anerkennung aus.

Für den Aufsichtsrat

Paris, im April 2012

Stéphane Vermeire

Aufsichtsratsvorsitzender

bericht Des auFsichtsrats

Geschäftsbericht 2011 | 9


ericht Des VorstanDs

bericht Des VorstanDs

laGebericht 2011

Wirtschaftliche

rahmenbedinGunGen 2011

Das Jahr 2011, das 20. Geschäftsjahr der 1991 gegründeten

Dexia Kommunalbank Deutschland, wartete mit besonderen

Herausforderungen für die Kreditwirtschaft auf:

• Trotz anhaltender politischer Rettungsbemühungen griff die

Staatsschuldenkrise weiter um sich. Die Risikoprämien für

Credit Default Swaps der Eurostaaten erreichten neue Höchststände.

• Die Banken litten unter rückläufigen Erträgen, nicht zuletzt

aufgrund von Belastungen aus ihren Staatskreditportfolios,

und erschwerten Refinanzierungsbedingungen. In der 2. Jahreshälfte

kam die Emission von Bankschuldverschreibungen

über längere Phasen zum Erliegen. Zahlreiche Institute waren

von Rating-Herabstufungen betroffen.

• Nach einer allgemeinen Aufwärtsentwicklung in den 1. Monaten

schwächte sich im Jahresverlauf die Konjunkturentwicklung

deutlich ab.

Die 17 Länder der Eurozone erzielten im Gesamtjahr 2011

ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von

nur noch 1,4 % (2010: 1,9 %). Wachstumstreiber waren die

Anlageinvestitionen (+1,4 %) sowie der Außenbeitrag (+2,2 %),

während der private Konsum und der Staatskonsum stagnierten.

Nach einem viel versprechenden Start im 1. Quartal mit einem

BIP-Wachstum von 0,8 % gegenüber dem Vorquartal flachte

der Konjunkturtrend merklich ab und erreichte im 4. Quartal

seinen Tiefpunkt mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung

um 0,3 %.

Stärker als noch im Vorjahr wichen die Wachstumsbeiträge

der Einzelstaaten voneinander ab. Erschwerte Finanzierungsbedingungen

gepaart mit harten wirtschaftlichen Anpassungsmaßnahmen

lasteten auf den Mittelmeerstaaten Griechenland

(BIP-Veränderung -6,9 %), Italien (+0,4 %), Portugal (-1,6 %)

und Spanien (+0,7 %). Andererseits überraschten Eurostaaten

mit soliden Staatsfinanzen, wie zum Beispiel Estland (+7,6 %),

Finnland (+2,9 %) oder die Slowakei (+3,3 %), mit kräftigen

Wachstumsraten.

10 | Geschäftsbericht 2011

Das durchschnittliche Budgetdefizit der Eurostaaten sank im

Berichtsjahr auf -4,1 % des BIP (2010: -6,2 %), der durchschnittliche

Bruttoschuldenstand erreichte 88,0 % des BIP

(2010: 85,6 %) (siehe Tabelle auf der nächsten Seite).

Die deutsche Wirtschaft, die mehr als ein Viertel der gesamten

Wirtschaftsleistung der Eurostaaten erbringt, wuchs im

Jahr 2011 mit einer Jahresrate von 3,0 % (2010: 3,7 %) erneut

kräftig. Nach einem fulminanten Start im 1. Quartal (+1,3 %)

schwächte sich die Konjunktur aber auch in Deutschland im

Jahresverlauf merklich ab. Im 4. Quartal 2011 sank das deutsche

BIP gegenüber dem Vorquartal um 0,2 %. Als Konjunkturstützen

erwiesen sich die erstarkte private Konsumnachfrage, die um

1,5 % – so viel wie zuletzt vor 5 Jahren – zulegen konnte, und die

Bruttoinvestitionen (+6,2 %). Den mit 8,2 % kräftig gewachsenen

Exporten stand ein Importwachstum von 7,4 % gegenüber,

so dass der Außenbeitrag per saldo 0,8 Prozentpunkte zum BIP-

Wachstum beisteuerte.

Der deutsche Staatssektor wies im Berichtszeitraum ein

auf 26,7 Mrd. Euro reduziertes Budgetdefizit aus, was einer

Defizitquote von nur noch 1,0 % des BIP entsprach. Im Vorjahr

hatte das Budgetdefizit knapp 106 Mrd. Euro und die

Defizitquote 4,3 % betragen. Damit gelang es, den Referenzwert

des Maastricht-Vertrags von 3 % deutlich zu unterschreiten. Der

Bruttoschuldenstand verringerte sich auf 81,7 % des BIP

(2010: 83,2 %) und lag damit weiterhin weit über der Maastricht-

Grenze von 60 %.

Die im Dezember 2009 mit Herabstufung der griechischen

Ratings eingeleitete Staatsschuldenkrise erreichte im Berichtsjahr

neue traurige Höhepunkte und erwies sich zugleich als schwere

Belastung für die wirtschaftlichen Aktivitäten in Europa und

darüber hinaus. Ein Blick auf die Entwicklung des itraxx SovX

Western Europe Index, der die Kosten für Kreditderivate (Credit

Default Swaps) zur Absicherung fünfjähriger Staatsanleihen aus

15 europäischen Ländern abbildet, verdeutlicht das schwindende

Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit dieser Staaten. Der Anfang


entWicklunG des itraxx soVx Western europe index (Quelle: bloomberg)

bp

400

350

300

250

200

150

jan. 11

belgien

Deutschland

estland

Finnland

Frankreich

Griechenland

irland

italien

niederlande

österreich

Portugal

slowakei

slowenien

spanien

Zypern

andere länder

Japan

uK

usa

Polen

tschechien

ungarn

1,9 %

3,0 %

7,6 %

2,9 %

1,7 %*

-6,9 %*

0,7 %

0,4 %

1,2 %

3,1 %

-1,6 %*

3,3 %

-0,2 %

0,7 %

0,5 %

-0,4 %

0,8 %

1,7 %

4,3 %

1,7 %

1,7 %

bericht Des VorstanDs

Wirtschaftsdate ausGeWählter länder

länder der eurozone reales biP-Wachstum budgetdefizit in % des biP* bruttoschuldenstand in %

des biP*

cDs-spreads (5 Jahre) in bp

31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010

* Vorläufiges ergebnis

Quelle: statistisches bundesamt, bloomberg

mär. 11 mai 11 jul. 11 sep.11 noV. 11 jan. 12

2,3 %

3,7 %

2,3 %

3,7 %

1,5 %

-3,5 %

-0,4 %

1,8 %

1,7 %

2,3 %

1,4 %

4,2 %

1,4 %

-0,1 %

1,1 %

4,0 %

2,1 %

3,0 %

3,9 %

2,7 %

1,3 %

-3,6 %

-1,0 %

0,8 %

-1,0 %

-5,8 %

-8,9 %

-10,3 %

-4,0 %

-4,3 %

-3,4 %

-5,8 %

5,8 %

-5,7 %

-6,6 %

-6,7 %

-7,2 %

-9,4 %

-10,0 %

-5,6 %

-4,1 %

3,6 %

-4,1 %

-4,3 %

0,2 %

-2,5 %

-7,1 %

-10,6 %

-31,3 %

-4,6 %

-5,1 %

-4,4 %

-9,8 %

-7,7 %

-5,8 %

-9,3 %

-5,3 %

-6,8 %

-10,3 %

-10,6 %

-7,8 %

-4,8 %

-4,2 %

97,2 %

81,7 %

5,8 %

49,1 %

85,4 %

162,8 %

108,1 %

120,5 %

64,2 %

72,2 %

101,6 %

44,5 %

45,5 %

69,6 %

64,9 %

206,2 %

84,0 %

101,0 %

56,7 %

39,9 %

75,9 %

96,2 %

83,2 %

6,7 %

48,3 %

82,3 %

144,9 %

94,9 %

118,4 %

62,9 %

71,8 %

93,3 %

41,0 %

38,8 %

61,0 %

61,5 %

197,6 %

79,9 %

95,2 %

54,9 %

37,6 %

81,3 %

316

104

169

78

222

8.786

726

503

122

190

1.093

298

400

393

1.218

143

98

51

281

173

635

218

58

93

33

101

1.010

615

238

63

100

500

82

77

350

236

72

72

42

144

91

378

Geschäftsbericht 2011 | 11


ericht Des VorstanDs bericht Des VorstanDes

2011 mit einem Wert von 209 bp gestartete Index erreichte im

November seinen Allzeit-Höchststand von 386 bp und beendete

das Jahr nur wenig darunter mit 357 bp.

Der von den EU-Staats- und Regierungschefs bei einem

Sondergipfel im März 2011 verabschiedete „Pakt für den Euro“

war als umfassendes Maßnahmenpaket zur Überwindung der

Staatsschuldenkrise konzipiert. Doch die Beschlüsse über eine

Aufstockung der European Financial Stability Facility (EFSF)

auf 440 Mrd. Euro und die Einrichtung des European Stability

Mechanism (ESM) als einen dauerhaften Rettungsfonds mit

einem Volumen von 780 Mrd. Euro trugen nur kurz zur

Beruhigung der Märkte bei. Bereits am 6. April 2011 musste

Portugal als dritter Eurostaat – nach Griechenland und Irland

im Vorjahr – einen offiziellen Antrag auf Finanzhilfen der EU

stellen.

In Griechenland zeigte sich immer mehr, dass es dem Land

nicht gelungen war, erkennbare Fortschritte zur Sanierung

seiner Staatsfinanzen zu erzielen. Zudem mussten Angaben

über das Ausmaß der Schuldensituation immer wieder

nach oben revidiert werden. Am 24. Juni 2011 beschloss der

EU-Rat ein weiteres Hilfsprogramm für Griechenland, das am

21. Juli 2011 auf ein Volumen von 109 Mrd. Euro fixiert

wurde. Zum 1. Mal wurde eingeräumt, dass eine Lösung der

Griechenland-Frage nur über den Weg eines Schuldenschnitts

denkbar ist. Entgegen früheren Beteuerungen sollten sich die

privaten Gläubiger mit einem freiwilligen Forderungsverzicht in

Höhe von 21 % beteiligen.

Zu diesem Zeitpunkt war mit Italien die drittgrößte

Volkswirtschaft der Eurozone verstärkt in den Blickpunkt der

Kapitalmärkte geraten. Den Anlass gaben Spekulationen um

den Rücktritt des italienischen Wirtschafts- und Finanzministers

Giulio Tremonti nach politischen Auseinandersetzungen innerhalb

der Regierung, begleitet von enttäuschenden italienischen

Konjunkturdaten. Die Prämien für fünfjährige Credit

Default Swaps (5J-CDS) auf italienische Staatsanleihen, die eine

Woche zuvor noch unter 200 bp notiert hatten, schnellten am

11. Juli 2011 erstmals auf Werte über 300 bp.

Die Sorgen um die Sanierungsfähigkeit Griechenlands erhielten

neue Nahrung, als das Land Ende Juli 2011 von Standard &

Poor’s um eine Stufe auf „CC“ („hohes Ausfallrisiko“) zurückgestuft

wurde. Anfang September 2011 äußerten die Experten

der Troika (IWF, EZB und EU-Kommission) offiziell Zweifel, ob

Griechenland die vereinbarten Zwischenziele beim Defizitabbau

erreichen könne. Als Ergebnis eines erneuten EU-Gipfeltreffens

wurde am 27. Oktober 2011 vereinbart, durch einen weitergehenden

Schuldenschnitt den Schuldenstand des Landes von

12 | Geschäftsbericht 2011

160 % auf 120 % des BIP senken zu wollen. Der Beitrag der

privaten Gläubiger sollte sich auf einen Verzicht auf 50 % ihrer

Forderungen gegen den griechischen Staat erhöhen, was einem

Gegenwert von rund 100 Mrd. Euro entsprach. Außerdem

wurden als Beitrag des öffentlichen Sektors ein Hilfspaket von

nunmehr 100 Mrd. Euro und zusätzlich Garantien in Höhe

von 30 Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Um künftig besser gegen

die Auswirkungen der Schuldenkrise gewappnet zu sein, wurde

den 91 europäischen Großbanken eine ab Juli 2012 einzuhaltende

Mindest-Kernkapitalquote von 9 % verordnet, was

laut der Europäischen Bankenaufsicht EBA einem zusätzlichen

Kapitalbedarf von 106 Mrd. Euro entspricht.

Wenige Tage später überraschte der griechische Ministerpräsident

Giorgos Papandreou mit der Ankündigung, ein Referendum

über das Hilfspaket von 130 Mrd. Euro und den unpopulären

Sanierungskurs seiner Regierung abhalten zu wollen. Damit

drohte die Schuldenkrise außer Kontrolle zu geraten, denn im

Falle einer Ablehnung der Sparmaßnahmen durch das griechische

Volk wäre ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone

kaum zu vermeiden gewesen. Die Eurostaaten stoppten umgehend

die schon freigegebene sechste Tranche des Hilfskredits

und schlossen bei einem negativen Ausgang des Referendums

einen Austritt Griechenlands aus dem Euro nicht mehr aus. Die

Regierung Papandreou trat daraufhin zurück und bereitete so

den Weg für eine große Koalitionsregierung unter Führung des

ehemaligen EZB-Vizepräsidenten Loukas Papademos.

Auch in anderen schuldengeplagten Eurostaaten trieben der

Druck der Finanzmärkte und der Wunsch der Bevölkerung

nach politischem Wandel bestehende Regierungen aus dem

Amt. In Italien legte Ministerpräsident Silvio Berlusconi am

12. November 2011 sein Amt nieder und beendete damit

die Amtszeit seiner Mitte-rechts-Koalition. Ihr folgte als

Übergangsregierung das „Kabinett der Fachleute“ mit dem

ehemaligen EU-Kommissar Mario Monti an der Spitze. Im

Dezember stimmte das Parlament in Rom seinem Spar- und

Sanierungsprogramm zu. Bei der vorgezogenen spanischen

Parlamentswahl am 20. November 2011 wurden die Sozialisten

abgewählt und Mariano Rajoy, der Führer der siegreichen

Partido Popular, als neuer Regierungschef Spaniens gewählt.

In der Rückschau bleibt festzuhalten, dass die Staatsschuldenkrise

in der 2. Jahreshälfte eine neue Dimension erreichte. Neben den

bekannten Problemländern Griechenland, Irland und Portugal

erfasste die Krise mit Macht auch die beiden großen Eurostaaten

Italien und Spanien. Anstehende Emissionsvorhaben konnten

beide Länder zeitweise nur mit Mühe und zu nicht dauerhaft

tragfähigen Konditionen realisieren. Die 5J-CDS-Prämien für

italienische und spanische Staatstitel erreichten in der Spitze


595 bp bzw. 493 bp. Aber auch die Kernstaaten Frankreich und

Deutschland gerieten zunehmend in den Sog der Krise, was sich

an den deutlich ausgeweiteten 5J-CDS-Prämien für französische

(Höchstwert 250 bp) und deutsche Staatsanleihen (122 bp)

ablesen ließ.

Eine Entspannung der Schuldenkrise trat erst mit Beginn des

neuen Jahres ein, als die vom EZB-Rat in seiner letzten Sitzung

des Jahres 2011 beschlossenen Maßnahmen ihre Wirkung entfal-

teten (siehe Prognosebericht, Seite 34).

inflation und Geldpolitik

Von einem vergleichsweise niedrigen Niveau von 2,3 % zu Be-

ginn des Jahres stieg die Jahresrate des harmonisierten Verbrau-

cherpreisindexes der Eurostaaten – vor allem getrieben von hö-

heren Energie- und Rohstoffpreisen – auf den Höchstwert von

3,0 %, auf dem sie von September bis November verharrte. Das

Schrumpfen der Wirtschaftsleistung in Verbindung mit einem

nachlassenden Lohn- und Kostendruck ließ die Inflationsrate im

Dezember auf 2,7 % sinken. Der deutsche Verbraucherpreisin-

dex erreichte zum Jahresende 2,3 % und lag damit um 0,3 Pro-

zentpunkte über dem Wert zu Jahresbeginn.

Nachdem die EZB ihren Leitzins seit dem 7. Mai 2009 unver-

ändert gelassen hatte, hob sie am 7. April 2011 den Hauptrefi-

nanzierungssatz von 1,0 % auf 1,25 % an und erklärte zugleich

ihre Entschlossenheit, die weiterhin als „accomodative“ ein-

geschätzte Zinspolitik bei Bedarf weiter zu verschärfen. Am

7. Juli 2011 erhöhte sie den Leitzins erneut um 0,25 Prozent-

punkte auf nunmehr 1,5 %, um – so die offizielle Begründung –

die mittelfristigen Inflationserwartungen unterhalb, jedoch nahe

der 2 %-Marke zu verankern. Erst Anfang November reagierte

die EZB auf die offenkundige Konjunkturflaute und die durch

die Schuldenkrise hervorgerufenen Verspannungen an den Finanzmärkten,

indem sie den Leitzins auf 1,25 % zurücknahm.

Bereits am 8. Dezember 2011 senkte die Zentralbank erneut den

Zinssatz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte um 25 Basispunkte

(bp) und überraschte zudem die Finanzmärkte mit begleitenden

Maßnahmen zur „Sicherstellung der Wirksamkeit der Geldpolitik

auf die Realwirtschaft“ und zur „Unterstützung der Kreditvergabe

der Banken und der Geldmarktaktivität“:

• Den Kreditinstituten wurden zwei Tendergeschäfte (LTRO) mit

jeweils dreijähriger Laufzeit, beginnend am 22. Dezember 2011

und am 1. März 2012, angekündigt.

• Die Senkung des Mindestreservesatzes ab dem 18. Januar 2012

von 2 % auf 1 % wurde angekündigt.

bericht Des VorstanDs

• Die nationalen Zentralbanken erhielten die Option, vorübergehend

auch Bankkredite und andere Kreditforderungen als

EZB-Sicherheit akzeptieren zu dürfen.

523 Kreditinstitute nahmen das Angebot der EZB an und beteiligten

sich mit einem überraschend hohen Volumen von 489 Mrd.

Euro an dem 1. Dreijahres-Tender.

Zuvor hatte die EZB am 7. August 2011 als weitere Maßnahme

zur Eindämmung der Auswirkungen der Schuldenkrise angekündigt,

das im Mai 2010 aufgelegte Securities Markets Programme

(SMP) zum Ankauf von Anleihen hochverschuldeter

Eurostaaten zu reaktivieren und auszuweiten. Erstmals wurden

nun im Rahmen des SMP auch italienische und spanische Staatsanleihen

im Sekundärmarkt erworben, um – so die offizielle

Begründung – die Tiefe und die Liquidität funktionsgestörter

Marktsegmente zu wahren und das einwandfreie Funktionieren

des monetären Transmissionsmechanismus wiederherzustellen.

War das SMP bis Ende Juli noch mit weniger als 80 Mrd. Euro

in Anspruch genommen worden, so stieg seine Ausnutzung zum

Jahresende auf 211,9 Mrd. Euro an. Immerhin gelang es dem

Programm, die Zinssätze der betroffenen Länder zu stabilisieren

und phasenweise auch zu senken. Auch wurde den Marktteilnehmern

das deutliche Signal übermittelt, dass die mit mächtigen

Ressourcen ausgestattete EZB nicht gewillt war, den Geschehnissen

an den Kapitalmärkten tatenlos zuzusehen.

Parallel zur Zinspolitik der EZB stieg der 3-Monats-Euribor

nahezu kontinuierlich von 1,001 % zu Jahresbeginn auf sein

Jahreshoch von 1,615 % (26. Juli 2011). Begleitet von zwei Leitzinssenkungen

fiel er ab November 2011 deutlich zurück, um das

Jahr mit einem Satz von 1,356 % zu beschließen. Die Rendite

zehnjähriger (zweijähriger) Schuldverschreibungen des Bundes

erreichte im April 2011 ihren Höchststand von 3,49 % (1,91 %),

ermäßigte sich dann jedoch, getrieben durch die Zuspitzung der

Staatsschuldenkrise und die Zuflucht verunsicherter Anleger zur

deutschen Bonität, zum Jahresende 2011 auf 1,83 % (0,14 %).

Der Euro, der zu Jahresbeginn noch bei 1,335 USD notiert hatte,

profitierte zunächst von den gestiegenen Geldmarktzinsen. Er

erreichte am 2. Mai 2011 sein Jahreshoch von 1,484 USD und

schloss zum 31. Dezember 2011 auf einem Stand von 1,294 USD.

entwicklung der covered-bond- und pfandbriefmärkte

Trotz schwieriger Emissionsbedingungen in der 2. Jahreshälfte

erwiesen sich Covered Bonds auch im Jahr 2011 als wichtiges

Instrument der Bankenrefinanzierung. Insgesamt konnten 192

Mrd. Euro an Covered Bonds im Benchmark-Format (Emissi-

Geschäftsbericht 2011 | 13


ericht Des VorstanDs bericht Des VorstanDes

onsvolumen von mindestens 500 Mio. Euro) platziert werden,

was geringfügig über dem Vorjahreswert von 186 Mrd. Euro lag.

Wie im Vorjahr entfiel der höchste Anteil auf Emittenten aus

Frankreich (28 %), gefolgt von Deutschland (14 %), Spanien

(13 %) und Großbritannien (11 %).

Am 6. Oktober 2011 kündigte die EZB ihr zweites „Covered Bond

Purchase Programme“ (CBPP2) zur Verbesserung der Refinan-

zierungsmöglichkeiten von Kreditinstituten an. Anders als das

erste, im Juni 2010 ausgelaufene Ankaufprogramm CBPP1 über

60 Mrd. Euro, wurde CBPP2 mit einem Umfang von lediglich

40 Mrd. Euro ausgestattet. In der Zeit von November 2011 bis

Oktober 2012 beabsichtigt die Zentralbank erneut, auf Euro

lautende Covered Bonds sowohl in den Primär- als auch in den

Sekundärmärkten anzukaufen. Für das Programm qualifizieren

sich EZB-fähige gedeckte Schuldverschreibungen mit einem

Mindest-Rating von BBB-, einer Restlaufzeit von höchstens

10,5 Jahren und einem Emissionsvolumen von mindestens

300 Mio. Euro. Zum Jahresende war das Programm mit 3,1 Mrd.

Euro ausgenutzt.

Der Absatz deutscher Pfandbriefe verminderte sich im Be-

richtsjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16,3 % auf

72,8 Mrd. Euro. Hiervon entfielen 31,0 Mrd. Euro (-25,5 %) auf

Öffentliche Pfandbriefe und 41,8 Mrd. Euro (-7,9 %) auf Hy-

pothekenpfandbriefe. Der gesamte Pfandbriefumlauf fiel zum

31. Dezember 2011 gegenüber dem Stand Ende 2010 um 8,4 %

auf 586,0 Mrd. Euro zurück. Grund war der Rückgang des Um-

laufs an Öffentlichen Pfandbriefen um 13,7 % auf 355,7 Mrd.

Euro, während sich der Umlauf an Hypothekenpfandbriefen um

1,1 % auf 230,3 Mrd. Euro erhöhte.

Trotz seines rückläufigen Umlaufs ist der deutsche Pfandbrief-

markt immer noch der weltweit größte Markt für Covered

Bonds. Rang 2 belegt Spanien (352,9 Mrd. Euro) mit Dänemark

(351,0 Mrd. Euro) und Frankreich (336,6 Mrd. Euro) auf den

nächsten Plätzen.

Im Jahresverlauf weiteten sich nach den Zahlen des Verbands

deutscher Pfandbriefbanken die durchschnittlichen Renditeauf-

schläge deutscher Pfandbriefe gegenüber den Swapsätzen (gegen

6-Monats-Euribor) aus, und zwar bei Öffentlichen Pfandbriefen

mit zehnjähriger (fünfjähriger) Laufzeit von 21,4 bp (13,1 bp)

auf 38,4 bp (29,1 bp) bzw. bei Hypothekenpfandbriefen mit

zehnjähriger (fünfjähriger) Laufzeit von 28,1 bp (20,2 bp) auf

46,2 bp (37,3 bp).

14 | Geschäftsbericht 2011

orGane

aufgaben und Verantwortlichkeiten

Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten des Aufsichtsrats sowie

die Aufgaben und Verantwortlichkeiten des Vorstands sind in

den organisatorischen Regelungen (Satzung, Geschäftsordnung

des Aufsichtsrats und des Vorstands) gemäß dem Geschäftsverteilungsplan

eindeutig beschrieben und dokumentiert. Die Zuständigkeiten

sind überschneidungsfrei geregelt.

Vorstand

Der Vorstand der Dexia Kommunalbank Deutschland entwickelt

die strategische Ausrichtung der Bank und ist für die Organisation

des Geschäftsbetriebs und die ordnungsgemäße Steuerung

und Überwachung der Risiken verantwortlich. Der dafür erforderliche

Rahmen wird durch die Geschäfts- und Risikostrategie

sowie durch die Genehmigung von Limitstrukturen und einzelnen

Limiten definiert. Der Vorstand berichtet regelmäßig und

umfassend an den Aufsichtsrat, um ihm die Beurteilung und

Überwachung der Bank zu ermöglichen.

aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat tagt in der Regel vierteljährlich und analysiert

die Ausrichtung und Entwicklung der Bank. Zur Behandlung

spezifischer Verantwortungsbereiche bestehen der Revisionsausschuss,

der Personalausschuss und der Kreditausschuss.

restrukturierunG der

dexia-Gruppe

Die in der 2. Hälfte des Geschäftsjahres 2011 einsetzende Verschärfung

der Staatsschuldenkrise markierte einen Wendepunkt

in der Geschichte der Dexia-Gruppe. Trotz der Erfolge in der

Umsetzung des laufenden Transformationsplans war die Gruppe

zunehmenden Belastungen ihrer Liquiditätssituation ausgesetzt.

Im März und im Mai 2011 wurden die Ratings der wichtigsten

Dexia-Gruppenunternehmen von Moody’s bzw. Standard &

Poor’s mit dem Ausblick „negative watch“ versehen, was in dem

Zeitraum zwischen Ende April und Ende Juni 2011 einen Rück-


gang des Bestandes an unbesicherten Refinanzierungsmitteln

in Höhe von 22 Mrd. Euro zur Folge hatte. Probleme bei der

USD-Refinanzierung konnten durch den zügigen Abschluss von

Währungsswaps bewältigt werden.

Trotz der Bestätigung des Kurzfrist-Ratings durch Standard &

Poor’s Anfang Juli 2011 blieb für die Dexia-Gruppe wegen der

begleitenden Verschärfung der Staatsschuldenkrise der Zugang

zu unbesicherten Refinanzierungsmitteln versperrt. Die Un-

sicherheiten im Zusammenhang mit dem Rettungspaket für

Griechenland und die daraus resultierenden Verspannungen in

der Mittelbeschaffung anderer Eurostaaten führten zu einem

signifikanten Anstieg der Risikoscheu der Investoren, insbeson-

dere jenen aus den USA. Das umfassende Gruppen-Portfolio

an Staatsforderungen tat ein Übriges, um das Vertrauen in die

Dexia-Gruppe, ehemals die Nummer 1 in der Staatsfinanzie-

rung, zu erschüttern, mit der Folge, dass zwischen Ende Juni

und Ende September 2011 weitere 6 Mrd. Euro an unbesicher-

ten Mitteln abflossen.

Verschärft wurde die Situation durch den erheblichen Zinsrück-

gang an den Kapitalmärkten, der in einer ohnehin angespannten

Liquiditätssituation allein zwischen Juni und Dezember 2011

zusätzliche Zahlungen von Sicherheitsleistungen (collateral

payments) an Derivate-Kontrahenten von mehr als 15 Mrd.

Euro auslöste.

Schließlich führte die Moody’s-Ankündigung vom 3. Oktober

2011, sowohl die Langfrist-Ratings als auch die Kurzfrist-Ratings

mit dem Ausblick „negative watch“ zu versehen, zum Abzug weiterer

unbesicherter Interbanken-Mittel über 9 Mrd. Euro sowie

zu einem Vertrauensschwund unter den Privatkunden in Belgien

und Luxemburg, die zwischen Ende September und Ende Oktober

2011 Einlagen von rund 7 Mrd. Euro zurücknahmen.

Am 4. Oktober 2011 erklärte die Dexia-Gruppe in einer Pressemitteilung,

dass der Chief Executive Officer der Dexia S. A.,

Pierre Mariani, durch den Board of Directors beauftragt worden

sei, „in Abstimmung mit den betreffenden Regierungen

und Aufsichtsbehörden notwendige Maßnahmen zur Lösung

der strukturellen Probleme der Gruppe vorzubereiten und Perspektiven

zur Fortführung der traditionellen Geschäftsaktivitäten

in Belgien und Frankreich zu eröffnen“. Zugleich sprachen

die staatlichen Anteilseigner dem Management der Gruppe ihr

Vertrauen aus und sicherten ihre Unterstützung bei dem notwendigen

Restrukturierungsprozess zu.

bericht Des VorstanDs

Dies war der Auftakt zu einer Reihe von nachfolgend beschriebenen

Maßnahmen (Stand 23. Februar 20121 ), die die Struktur

der Dexia-Gruppe nachhaltig verändern werden.

staatsgarantien für emissionen der dexia s. a. und ihrer tochtergesellschaft

dexia crédit local

Im Zusammenhang mit dem zunehmenden Refinanzierungsdruck

und um die Dexia-Gruppe bei der Umsetzung der nächsten

Schritte ihres Restrukturierungsplans zu unterstützen, haben sich

die Staaten Belgien, Frankreich und Luxemburg – vorbehaltlich

der Zustimmung der Europäischen Kommission – bereit erklärt,

Neuemissionen der Dexia S.A. und ihrer Tochtergesellschaft Dexia

Crédit Local bis zu 90 Mrd. Euro gemeinsam, aber nicht gesamtschuldnerisch

mit den folgenden Quoten zu garantieren: Belgien

60,5 %, Frankreich 36,5 % und Luxemburg 3 %.

In einer 1. Phase wurde eine befristete Vereinbarung von den genannten

Staaten, der Dexia S.A. und der Dexia Crédit Local unterzeichnet,

welche das garantierte Emissionsvolumen, das die

Dexia S.A. und die Dexia Crédit Local bis zum 31. Mai 2012 begeben

dürfen, auf höchstens 45 Mrd. Euro begrenzt.

Am 21. Dezember 2011 genehmigte die Europäische Kommission

diese befristete Garantievereinbarung, auf deren Grundlage die

Dexia Crédit Local erste kurzfristige Schuldverschreibungen im

Rahmen eines Certificate of Deposit Programme emittierte.

Im Einklang mit den geltenden Regeln für staatliche Beihilfen haben

sich die Staaten Belgien, Frankreich und Luxemburg ggü. der

Europäischen Kommission verpflichtet, vor dem 21. März 2012

einen neuen Restrukturierungsplan zur Genehmigung vorzulegen.

Die Pläne zu den Veräußerungen der Dexia Municipal Agency, der

Dexia Banque Internationale à Luxembourg sowie zu sonstigen

Veräußerungen (siehe unten unter Abschnitt „Sonstige Veräußerungen“)

werden der Europäischen Kommission im Rahmen dieses

neuen Restrukturierungsplans ebenfalls zugeleitet2 .

Verkauf der dexia bank belgium an den belgischen staat

Angesichts der Bedrohung der Wettbewerbsposition der Dexia

Bank Belgium durch die Situation der Dexia-Gruppe und aufgrund

der Systemrelevanz dieses Kreditinstituts für das belgische

Finanzsystem machte der belgische Staat am 9. Oktober

2011 das Angebot, den 100-Prozent-Anteil der Dexia Holding

an der Dexia Bank Belgium zu erwerben.

1 Im Folgenden sind in nicht offizieller Übersetzung Ausschnitte aus der Pressemitteilung der Dexia S. A. vom 23. Februar 2012 wiedergegeben.

2 Am 21. März 2012 wurden der Europäischen Kommission der Restrukturierungsplan sowie die Pläne zu den Veräußerungen vorgelegt.

Geschäftsbericht 2011 | 15


ericht Des VorstanDs bericht Des VorstanDes

Der Board of Directors der Dexia S.A. nahm das Angebot an,

so dass der Verkauf des 100-Prozent-Anteils an der Dexia Bank

Belgium zu einem Betrag von 4 Mrd. Euro an die Société Fédé-

rale de Participations et d’Investissement als Vertreterin des bel-

gischen Staats am 20. Oktober 2011 abgeschlossen wurde. Der

Kaufpreis wurde vornehmlich zur vorzeitigen Rückzahlung von

Krediten der Dexia Bank Belgium an die Dexia S.A. und die Dexia

Crédit Local verwandt.

Der Verkaufsvertrag bezog sich auf alle Aktiva und Passiva sowie

alle Tochtergesellschaften und Beteiligungen der Dexia Bank

Belgium mit Ausnahme des Anteils von 49 % an der Dexia Asset

Management, der am 20. Oktober 2011 auf die Dexia S.A. übertragen

wurde. Dessen ungeachtet werden die geschäftlichen und

die operativen Verbindungen zwischen der Dexia Bank Belgium

und der Dexia Asset Management fortgeführt.

Die den anderen Gruppenunternehmen von der Dexia Bank

Belgium bereitgestellten Finanzierungen wurden aufrechterhalten,

sollen jedoch in Übereinstimmung mit den Grundsätzen

der Verkaufsvereinbarung schrittweise abgebaut werden. Die

Überwachung der Refinanzierung ist eine der wichtigen Aufgaben

des „Transition Committee“, um eine reibungslose Entflechtung

der engen operativen Bindungen zwischen der Dexia Bank

Belgium und dem Rest der Gruppe sicherzustellen.

Grundsatzvereinbarung zwischen der dexia-Gruppe, der

caisse des dépôts, la banque postale und dem französischen

staat

Im Einklang mit dem am 20. Oktober 2011 abgeschlossenen

Verhandlungsprotokoll haben die Dexia-Gruppe, die Caisse

des Dépôts, La Banque Postale und der französische Staat am

10. Februar 2012 eine Grundsatzvereinbarung getroffen mit

dem Ziel, die Finanzierung des kommunalen öffentlichen Sektors

in Frankreich sicherzustellen. Das gemeinsam entwickelte

Vorhaben betrifft zwei Projekte:

• den Aufbau eines Joint Ventures, an dem La Banque Postale mit

65 % und die Caisse des Dépôts mit 35 % beteiligt sein werden,

das Kredite an die französischen Kommunen vermarkten wird,

• die Gründung einer neuen Kreditanstalt, die vom französischen

Staat (31,7 %), der Caisse des Dépôts (31,7 %), der Dexia

Crédit Local (31,7 %) und La Banque Postale (4,9 %) gehalten

werden wird. Diese neue Kreditanstalt wird als Muttergesellschaft

(100-Prozent-Beteiligung) der im Kommunalkreditgeschäft

aktiven Dexia Municipal Agency fungieren, einem Unternehmen

in der Rechtsform einer „Société de Crédit Foncier“

16 | Geschäftsbericht 2011

und derzeit noch Tochtergesellschaft der Dexia Crédit Local,

und auch deren Management übernehmen. Die neue Kreditanstalt

wird darüber hinaus auch die von der Dexia Municipal

Agency genutzte Betriebsplattform und gewisse Aktivitäten des

Joint Ventures und der Dexia-Gruppe führen. Deckungsfähige,

von dem Joint Venture akquirierte Kommunaldarlehen werden

von der Dexia Municipal Agency refinanziert.

Bei der Dexia Crédit Local verbleiben weiterhin – unter Nutzung

ihres Filialnetzes – gewisse Aktivitäten in der Kommunalfinanzierung.

Die Dexia-Gruppe wird zudem das Restportfolio

(Legacy-Portfolio) sowie die internationalen Tochtergesellschaften

verwalten.

Es ist geplant, dass die Dexia-Gruppe die Dexia Municipal

Agency auf der einen Seite mit Garantien bezüglich eines Portfolios

an strukturierten französischen Kommunaldarlehen über

10 Mrd. Euro ausstattet und andererseits eine Freistellung von

Verlusten aus dem gesamten Darlehensbestand von mehr als

10 bp gewährt, was mehr als dem Zehnfachen der historischen

Verluste der Dexia Municipal Agency entspricht.

Vorbehaltlich der Zustimmung der Europäischen Kommission

wird die Dexia-Gruppe in den Genuss einer Rückgarantie des

französischen Staats hinsichtlich des genannten Portfolios an

strukturierten französischen Kommunaldarlehen kommen, die

bis zu 70 % aller Verluste jenseits von 500 Millionen Euro abdeckt.

Aus dem Verkaufspreis für 100 % der Anteile an der Dexia

Municipal Agency in Höhe von 380 Mio. Euro folgt für die

Dexia-Gruppe ein Verlust über rund 1 Mrd. Euro. Teil der Vereinbarungen

ist eine Klausel, die nach Ablauf von drei Jahren

eine limitgebundene Anpassung des Kaufpreises nach oben oder

nach unten vorsieht. Es ist vorgesehen, dass vor dem Verkauf der

Dexia Municipal Agency keine ihrer Aktiva veräußert werden.

Die am 10. Februar 2012 geschlossene Grundsatzvereinbarung

räumt außerdem La Banque Postale das Recht zum Erwerb

sämtlicher Anteile der Dexia Crédit Local an der neuen Kreditanstalt

ein. Dieses Recht kann im Verlauf des Aufbaus des Joint

Ventures ausgeübt werden. Dadurch wird eine fortlaufende Verringerung

der Bilanz der Dexia-Gruppe und ihres Liquiditätsbedarfs

erreicht. Der Verkauf der Dexia Municipal Agency wird die

Bilanzsumme der Dexia-Gruppe um 65 Mrd. Euro reduzieren

und außerdem ihre kurzfristigen Refinanzierungsnotwendigkeiten

abbauen, da die Caisse des Dépôts 12,5 Mrd. Euro zur

Deckung des Liquiditätsbedarfs der Dexia Municipal Agency

zur Verfügung stellt.


Dieses Vorhaben wird der Europäischen Kommission und den

zuständigen Aufsichtsbehörden zur Genehmigung vorgelegt.

Darüber hinaus wird es den betroffenen Arbeitnehmervertre-

tern mit der Bitte um Stellungnahme vorgestellt.

Verkauf der dexia banque internationale à luxembourg

Im Oktober 2011 nahm die Dexia S.A. Verhandlungen über den

Verkauf der Dexia Banque Internationale à Luxembourg auf.

Ein verpflichtendes Memorandum of Understanding wurde

Ende Dezember 2011 abgeschlossen. In diesem sind die Konditionen

für die Veräußerung des Anteils von 99,906 % der Dexia-

Gruppe an der Dexia Banque Internationale à Luxembourg an

die Firma Precision Capital und das Großherzogtum Luxemburg

festgelegt.

Die Firma Precision Capital, eine Investment-Gruppe aus Katar,

wird 90 % des Anteils erwerben, während das Großherzogtum

Luxemburg die restlichen 10 % übernimmt. Der Transaktionspreis

bewertet den gesamten Anteil der Dexia S.A. an der Dexia

Banque Internationale à Luxembourg mit 730 Mio. Euro.

Die Beteiligung der Dexia Banque Internationale à Luxembourg

an der Dexia Asset Management Luxembourg und der RBC

Dexia Investor Services Limited ist nicht Bestandteil der Transaktion.

Vor Abschluss der Transaktion ist geplant, das Legacy-

Portfolio der Dexia Banque Internationale à Luxembourg sowie

ihre Anteile an der Dexia LDG Banque und der Parfipar auf die

Dexia-Gruppe zu übertragen.

Die Transaktion steht – unter anderem – unter dem Vorbehalt

aller erforderlichen aufsichtsrechtlichen Genehmigungen, einschließlich

der Genehmigung der Europäischen Kommission.

sonstige Veräußerungen

Am 19. Oktober 2011 ermächtigte der Board of Directors der

Dexia S.A. den Chief Executive Officer, den Prozess zum Verkauf

der Dexia Asset Management und des Anteils von 99,84 %

an der DenizBank im Rahmen eines offenen Bietungsverfahrens

in Gang zu setzen. Der Board ermächtigte den Chief Executive

Officer außerdem, die Bedingungen für den Verkauf des hälftigen

Anteils der Dexia-Gruppe an der RBC Dexia Investor Services,

der gemeinsam mit der Royal Bank of Canada gehalten

wird, festzusetzen und den Verkaufsprozess zu beginnen.

bericht Des VorstanDs

Auch diese Veräußerungen stehen unter dem Vorbehalt der vorherigen

Genehmigung durch die Bankaufsichtsbehörden und

die Europäische Kommission.

folgen der restrukturierung der dexia-Gruppe für die dexia

kommunalbank deutschland

Nach Ankündigung der Restrukturierung der Dexia-Gruppe am

4. Oktober 2011 beschloss der Vorstand in Abstimmung mit der

Dexia-Gruppe die sofortige Einstellung des Ankaufs von Kommunaldarlehen

von Unternehmen der Dexia-Gruppe im Rahmen

des Group Asset Purchasing Programme. Als Folge dieses

Beschlusses wurden die für den Rest des Geschäftsjahrs 2011

budgetierten Darlehensankäufe in Höhe von 1,65 Mrd. Euro

nicht mehr ausgeführt. Auch die für das Jahr 2012 geplanten

Ankäufe über 2,8 Mrd. Euro werden nicht realisiert.

Außerdem setzte die Bank ihr Neugeschäft mit deutschen Kommunen,

das im Juli 2011 wieder aufgenommen worden war, bis

auf Weiteres aus. Ungeachtet dessen wird die Bank auch weiterhin

Neugeschäft im Rahmen der Liquiditäts- und Deckungssteuerung

betreiben.

Im Einklang mit den geltenden Regeln für staatliche Beihilfen

haben die Staaten Belgien, Frankreich und Luxemburg der

Europäischen Kommission am 21. März 2012 einen neuen Restrukturierungsplan

für die Dexia-Gruppe zur Genehmigung

vorgelegt.

Aktuell sind über die künftige Rolle und die wirtschaftlichen

Perspektiven der Dexia Kommunalbank Deutschland in der

veränderten Gruppenstruktur noch keine Entscheidungen getroffen

worden.

entWicklunG der VermöGens-,

finanz- und ertraGslaGe

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Dexia Kommunalbank Deutschland verringerte

sich gegenüber dem Vorjahresultimo um 1,4 Mrd. Euro oder

2,8 % auf 47,3 Mrd. Euro.

Bei den Forderungen an Kreditinstitute reduzierte sich aufgrund

von Fälligkeiten der Bestand an Kommunalkrediten um rd.

0,7 Mrd. Euro. Die anderen Forderungen erhöhten sich im We-

Geschäftsbericht 2011 | 17


ericht Des VorstanDs bericht Des VorstanDes

sentlichen durch gegebene Bareinlagen zur Besicherung von

derivativen Geschäften, die im Vergleich zum Vorjahresultimo

insbesondere aufgrund der Zinsentwicklung und der daraus resul-

tierenden sinkenden Barwerte um 1,5 Mrd. Euro erhöht angelegt

werden mussten.

Die Käufe von deckungsfähigen Darlehen in Höhe von rd. 0,7 Mrd.

Euro reichten nicht aus, um die Fälligkeiten in Höhe von rd.

1,6 Mrd. Euro zu kompensieren, so dass sich im Jahresvergleich die

Kommunalkredite an Kunden um rd. 1,0 Mrd. Euro auf 19,9 Mrd.

Euro verminderten.

Fälligkeiten und Veräußerungen von Anleihen und Schuldver-

schreibungen führten gegenüber dem Vorjahresultimo zu einem

um rd. 1,3 Mrd. Euro verminderten Bilanzausweis (siehe Tabelle

unten).

neugeschäft

Im Geschäftsjahr 2011 hat die Dexia Kommunalbank Deutschland,

wie auch im Vorjahr, ihr Neugeschäft auf die Übernahme

ausgewählter Staatsfinanzierungsgeschäfte von Unternehmen

der Dexia-Gruppe und deren langfristige Refinanzierung durch

Öffentliche Pfandbriefe konzentriert (Group Asset Purchasing

Programme). Außerdem wurden ab dem 2. Halbjahr 2011 wieder

Darlehensgeschäfte mit deutschen Kommunen abgeschlossen.

Im Rahmen ihres Group Asset Purchasing Programme wählte die

Dexia Kommunalbank Deutschland aus dem Pool der von Gruppenunternehmen

zur Übernahme angebotenen Kommunaldarlehen

ein Portfolio in Höhe von insgesamt 666,5 Mio. Euro (2010:

entWicklunG WichtiGer bilanzposten in mio. euro

forderungen an kreditinstitute

Kommunalkredite

andere Forderungen

forderungen an kunden

Kommunalkredite

andere Forderungen

anleihen und schuldverschreibungen

Von öffentlichen emittenten

Von anderen emittenten

bilanzsumme

18 | Geschäftsbericht 2011

2.633,9 Mio. Euro) aus. Davon entfielen 363,4 Mio. Euro auf belgische

Kommunen und 303,1 Mio. Euro auf kommunale Schuldner

aus Schweden und Finnland (siehe Tabelle auf der nächsten

Seite).

Sämtliche erworbenen Forderungen durchliefen den im Kreditgeschäft

üblichen Prüfungs- und Analyseprozess:

• Es wurden nur solche Forderungen ausgewählt, die den strengen

Anforderungen des deutschen Pfandbriefgesetzes an die

Fähigkeit zur Deckung Öffentlicher Pfandbriefe genügen.

• Darüber hinaus müssen weitere qualitative und quantitative

Kriterien erfüllt sein (Strukturlimite nach Ratingklassen, Limit

für Forderungen mit Non-Investmentgrade Rating, Konzentrationslimite,

Limit für Fremdwährungsrisiken etc.), welche

die Bank zur Steuerung ihres Deckungsstocks installiert hat

und die zum Teil erheblich über die Restriktionen des Pfandbriefgesetzes

hinausgehen.

Das erworbene Gesamtvolumen von 666,5 Mio. Euro verteilt sich

auf 16 verschiedene Schuldner. Der durchschnittliche Forderungsbetrag

je Schuldner beläuft sich auf 41,7 Mio. Euro. Alle Geschäfte

wurden zu marktgerechten Preisen abgeschlossen, die auf Basis

der Refinanzierungskosten unter Berücksichtigung von operativen

Kosten und angemessenen Risikozuschlägen ermittelt wurden.

Darüber hinaus hat die Bank im 3. Quartal 2011 Kredite in Höhe

von 56,2 Mio. Euro an deutsche Kommunen und Kommunalunternehmen

vergeben.

Das Gesamtvolumen der neu abgeschlossenen Staatsfinanzierungsgeschäfte

belief sich auf 722,7 Mio. Euro.

31.12.2010

2.668,4

6.224,6

20.892,9

400,8

10.012,5

7.916,7

48.694,6

31.12.2011

1.998,2

7.463,0

19.910,9

374,6

9.720,8

6.936,5

47.341,1


Nach Ankündigung der Restrukturierung der Dexia-Gruppe am

4. Oktober 2011 beschloss der Vorstand in Abstimmung mit der

Dexia-Gruppe die sofortige Einstellung des Group Asset Purcha-

sing Programme. Als Folge dieses Beschlusses wurden die für den

Rest des Geschäftsjahrs 2011 budgetierten Geschäfte mit Unter-

nehmen der Dexia-Gruppe in Höhe von 1,65 Mrd. Euro nicht

mehr ausgeführt. Außerdem setzte die Bank ihr Neugeschäft mit

deutschen Kommunen bis auf Weiteres aus.

Ihre deutschen Kunden betreut die Dexia Kommunalbank

Deutschland auch künftig in der Bestandspflege. Im Geschäftsjahr

2011 wurde ein Darlehensvolumen in Höhe von 241,7 Mio. Euro

(2010: 425,7 Mio. Euro) durch Vereinbarung von Festzinskonditionen

anstatt variabler Zinskonditionen restrukturiert.

Die Bank wird weiterhin Neugeschäft im Rahmen der Liquiditätsund

Deckungssteuerung betreiben.

finanzlage

Auf der Refinanzierungsseite wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr

innerhalb der anderen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Pensionsgeschäfte zurückgeführt und durch erhaltene

Barsicherheiten, Termingeldaufnahmen und Tendergeschäfte mit

der Zentralbank ersetzt.

entWicklunG des neuGeschäfts

in mio. euro

belgische regionen und Kommunen

italienische Kommunen und Gemeinden

Japanische städte und Präfekturen

spanische Kommunen

spanische öffentliche Pfandbriefe

schwedische Kommunen

Finnische Kommunen

Deutsche Kommunen

Gesamt

bericht Des VorstanDs

Innerhalb der anderen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden haben

sich die aufgenommenen Sicht- und Termineinlagen (ohne

Schuldscheindarlehen) gegenüber dem Vorjahresausweis um rd.

0,5 Mrd. Euro auf 1,2 Mrd. Euro erhöht.

Die Fälligkeiten sowohl der Öffentlichen Namenspfandbriefe als

auch der Öffentlichen Inhaberpfandbriefe konnten durch die

Neuemissionen des Jahres 2011 nicht kompensiert werden, so dass

die entsprechenden Bilanzausweise um 0,4 Mrd. Euro bzw. um

1,1 Mrd. Euro auf 17,2 Mrd. Euro bzw. 14,9 Mrd. Euro zurückgingen.

Das bilanzielle Eigenkapital erhöhte sich unter Berücksichtigung

der am 15. Juni 2011 durchgeführten Kapitalerhöhung von

300 Mio. Euro und des Bilanzverlustes in Höhe von 80,6 Mio. Euro

auf 751,3 Mio. Euro (siehe Tabelle auf der nächste Seite).

pfandbriefe und sonstige refinanzierung

Zur langfristigen Refinanzierung des Aktivgeschäfts hat die

Bank im Berichtszeitraum Emissionen im Gesamtvolumen von

3.511,7 Mio. Euro (2010: 6.459,7 Mio. Euro) im Erstabsatz begeben.

Davon entfiel ein Anteil von 84,0 % auf Öffentliche Pfandbriefe

mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 6,6 Jahren. Im Januar

und im Mai brachte die Bank mit Erfolg zwei Öffentliche Jumbo-

Pfandbriefe im Volumen von jeweils 1 Mrd. Euro an den Markt.

2010

1.277,9

421,5

176,2

212,7

545,6

2.633,9

2011

363,4

248,0

55,1

56,2

722,7

Geschäftsbericht 2011 | 19


ericht Des VorstanDs bericht Des VorstanDes

entWicklunG WichtiGer bilanzposten in mio. euro

Verbindlichkeiten gegenüber kreditinstituten

öffentliche namenspfandbriefe

andere Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten gegenüber kunden

öffentliche namenspfandbriefe

andere Verbindlichkeiten

Verbriefte Verbindlichkeiten

öffentliche Pfandbriefe

eigenkapital

bilanzsumme

Ferner wurden im Wege der Privatplatzierung weitere Pfandbriefemissionen

über 949,9 Mio. Euro als Inhaber- und Namenspapiere

aufgelegt, die den Bedürfnissen der Investoren nach individuell

zugeschnittenen und sicheren Anlageformen entsprachen. Aufgrund

der schwierigen Emissionsbedingungen und des rückläufigen

Darlehensneugeschäfts waren die Emissionsaktivitäten in der

2. Jahreshälfte verhalten.

Insgesamt verringerte sich der Bestand an Öffentlichen Pfandbriefen

zuzüglich der ungedeckten Inhaberschuldverschreibungen

und Schuldscheindarlehen zum Jahresende geringfügig auf

34.171,2 Mio. Euro (2010: 36.216,0 Mio. Euro). Die zur Marktpflege

erworbenen eigenen Schuldverschreibungen betrugen zum

31. Dezember 2011 nominal 1,8 Mio. Euro (2010: 8,0 Mio. Euro).

Im Berichtsjahr wurden 12 Emissionen (2010: 21) der Dexia Kommunalbank

Deutschland an der Berliner Wertpapierbörse und

1 Emission an der Luxemburger Börse eingeführt. Das Gesamtvolumen

dieser Emissionen betrug 2.370,9 Mio. Euro (2010:

4.828,5 Mio. Euro) (siehe Tabelle auf der nächsten Seite).

Das im Januar 1998 erstmals durch Standard & Poor’s vergebene

AAA-Rating für die Öffentlichen Pfandbriefe der Dexia Kommunalbank

Deutschland wurde am 13. Juli 2011 mit stabilem Ausblick

bestätigt. In ihrer zugehörigen Analyse stellte die Agentur die

hohe Kreditqualität der Deckungswerte, die breite Diversifizierung

des Deckungsstocks nach Schuldnern und Ländern sowie das geringe

Ausmaß an Zins- und Währungsinkongruenzen zwischen

Deckungswerten und Öffentlichen Pfandbriefen heraus.

20 | Geschäftsbericht 2011

31.12.2010

1.252,2

9.633,3

17.674,5

2.423,4

15.992,3

531,9

48.694,6

31.12.2011

1.143,3

9.409,1

17.240,5

2.587,5

14.931,3

751,3

47.341,1

Am 9. Dezember 2011 setzte Standard & Poor’s das AAA-Rating für

die Öffentlichen Pfandbriefe der Bank auf „Credit watch negative“,

nachdem die Agentur einige Tage zuvor das Long-term Counterparty

Rating der Dexia Crédit Local von A- auf BBB+ gesenkt hatte.

Als alleiniger Grund für diesen Schritt wurde angeführt, dass

einer weiteren Herabstufung des Long-term Counterparty Ratings

der Dexia Crédit Local automatisch eine Herabstufung des

Pfandbrief-Ratings der Dexia Kommunalbank Deutschland folgen

würde. Nach den Ratingkriterien von Standard & Poor’s darf das

Rating der Öffentlichen Pfandbriefe der Dexia Kommunalbank

Deutschland maximal sieben Ratingstufen über dem Long-term

Counterparty Rating der Muttergesellschaft Dexia Crédit Local

liegen. Am 28. März 2012 senkte Standard & Poor’s das Long-term

Counterparty Rating der Dexia Crédit Local von BBB+ auf „BBB

watch negative“. Über die Auswirkungen dieses Schrittes auf das

Rating der Öffentlichen Pfandbriefe der Bank hatte sich Standard

& Poor’s bis zum 30. März 2012 noch nicht geäußert.

Als eine weitere wichtige Refinanzierungsquelle hat die Bank ihr

Einlagengeschäft mit ihren kommunalen Kunden und anderen

Anlegern weiter ausgebaut. Zum 31. Dezember 2011 erreichte

der Bestand an Einlagen von Nichtbanken ein Volumen von

1,41 Mrd. Euro (31.12.2010: 743,5 Mio. Euro). Den Kunden steht

in diesem Geschäftsfeld ein breites Angebot von Einlagenprodukten

zu marktgerechten Konditionen zur Verfügung. Neben

den traditionellen Festgeldangeboten (Dexia Classic), Sichteinlagen

(Dexia Treasury+) und Schuldscheindarlehen (Dexia Schuldschein)

bietet die Dexia Kommunalbank Deutschland ein an den

3-Monats-Euribor gekoppeltes Festgeldprodukt mit steigenden

Zinsaufschlägen und vierteljährlichem Gläubigerkündigungsrecht

an (Dexia Flexi+).


entWicklunG des erstabsatzes

(inhaber- und namenspapiere) in mio. euro

öffentliche Pfandbriefe

ungedeckte inhaberschuldverschreibungen

aufgenommene Darlehen

Gesamt

eigenmittel

Im Juni 2011 wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von 150,0 Mio.

Euro zu einem Ausgabekurs von 200 % abgeschlossen, wodurch

dem Kernkapital 300,0 Mio. Euro zugeführt wurden. Grund für

die Kernkapitalerhöhung waren Bestrebungen der Dexia-Gruppe,

die Eigenmittelausstattung ihrer Institute mit einer Lizenz

zur Begebung von Covered Bonds auf ein einheitliches Niveau

zu bringen.

Die von der Bank vorläufig ermittelte modifizierte bilanzielle

Eigenkapitalquote gem. § 24 Abs. 1 Nr. 16 sowie § 24 Abs. 1a

Nr. 5 KWG unter Berücksichtigung des noch nicht festgestellten

Bilanzverlustes zum Jahresende 2011 führte zu einer Kennzahl

von 1,58 %.

Der Bilanzgewinn 2010 in Höhe von 0,8 Mio. Euro wurde in die

Gewinnrücklagen eingestellt. Der Abzugsposten gem. §10 Abs.

2a KWG verringerte sich um 2,1 Mio. Euro. Fälligkeiten von Genussrechtskapital

und Nachrangverbindlichkeiten sowie der teilweise

Wegfall der Anrechenbarkeit von nachrangigen Verbindlichkeiten

aufgrund einer Restlaufzeit von weniger als 2 Jahren

verringerten die Eigenmittel um 15,9 Mio. Euro.

Insgesamt haben sich die Eigenmittel der Bank zum 31. Dezember

2011 um 287,0 Mio. Euro auf 1.020,2 Mio. Euro erhöht. Der für

das Geschäftsjahr 2011 ausgewiesene Jahresfehlbetrag beläuft

sich auf 92,1 Mio. Euro. Im Rahmen der Verlustverrechnung

wurde auf Basis der vertraglichen Bedingungen das Genussrechtskapital

mit 11,5 Mio. Euro in Anspruch genommen. Den

verbleibenden Betrag in Höhe von 80,6 Mio. Euro weist die Bank

als Bilanzverlust aus. In der folgenden Darstellung sind diese

Ereignisse nicht enthalten, da sie mit Feststellung des Jahresabschlusses

2011 durch Vorstand und Aufsichtsrat wirksam werden

(siehe Tabelle auf der nächsten Seite).

bericht Des VorstanDs

Durch die Kapitalerhöhung verbesserte sich die Kernkapitalquote

der Dexia Kommunalbank Deutschland zum Stichtag von

16,4 % auf 27,0 %. Sie liegt damit weiterhin deutlich über den

gesetzlichen Anforderungen. Zugleich erhöhte sich die Gesamtkapitalquote

von 22,8 % auf 33,2 %. Unter Berücksichtigung des

Bilanzverlusts 2011 und der Herabsetzung der Rückzahlungsansprüche

der Genussscheingläubiger würde die Kernkapitalquote

24,4 % und die Gesamtkapitalquote 30,3 % betragen.

liquiditätslage

2009

4.466,8

2011

2.949,9

Die Dexia Kommunalbank Deutschland ist vollumfänglich in

das zentrale Liquiditätsmanagement der Dexia-Gruppe eingebunden.

In Verbindung mit der sehr guten Qualität der Aktiva

der Bank und ihrem hohen Bestand an deckungsfähigen und

EZB-fähigen Forderungen führte diese Einbindung dazu, dass

die Bank ihre Zahlungsverpflichtungen trotz der im 4. Quartal

2011 angespannten Liquiditätssituation der Dexia-Gruppe

jederzeit vollumfänglich erfüllen konnte. In diesem Zusammenhang

ist anzumerken, dass der von der Dexia Crédit Local

am 28. Februar 2011 ausgestellte Letter of Support eine rechtsverbindliche

Zusage enthält, mögliche Liquiditätsengpässe der

Dexia Kommunalbank Deutschland auszugleichen.

Zum 31. Dezember 2011 waren im Deckungsstock der Bank Deckungswerte

in Höhe von 35.643,2 Mio. Euro registriert, denen

ein Bestand an im Umlauf befindlichen Öffentlichen Pfandbriefen

von 31.746,0 Mio. gegenüberstand. Zugleich hatte die Bank

Offenmarktkredite über 2.300,0 Mio. Euro bei der Deutschen

Bundesbank aufgenommen, davon entfielen 1.000,0 Mio. Euro

auf das im Dezember 2011 durchgeführte Offenmarktgeschäft

mit einer Laufzeit von 3 Jahren.

Insgesamt belief sich somit zum Ende des Berichtsjahrs der

Bestand an besicherten Refinanzierungsmitteln in Form von

0,0

73,1

4.539,9

2010

6.347,7

10,0

102,0

6.459,7

0,0

561,8

3.511,7

Geschäftsbericht 2011 | 21


ericht Des VorstanDs bericht Des VorstanDes

entWicklunG der eiGenmittel

der bank in mio. euro

Gezeichnetes Kapital

rücklagen

abzugsposten gem. § 10 abs. 2a KWG

Genussrechtskapital

nachrangige Verbindlichkeiten

Gesamt

Öffentlichen Pfandbriefen und Offenmarktkrediten mit der

Deutschen Bundesbank auf 34.746,0 Mio. Euro, was 75,7 % der

Bilanzsumme entsprach.

Der Bestand an unbesicherten Refinanzierungsmitteln umfasst

im Wesentlichen aufgenommene Schuldscheindarlehen sowie

Einlagen von kommunalen Kunden und anderen Anlegern. Da-

rüber hinaus stellt die Dexia-Gruppe unbesicherte Refinanzie-

rungsmittel zur Verfügung. Zum Jahresende beliefen sich diese

auf 4.930,0 Mio. Euro.

Der Zahlungsmittelfonds gemäß Kapitalflussrechnung erhöhte

sich zum Ende des Berichtsjahres gegenüber dem Vorjahr um

457,2 Mio. EUR auf 482,7 Mio. EUR. Hauptursächlich hierfür

war der Kapitalfluss aus Investitionstätigkeit, der im Wesent-

lichen aus Mittelzuflüssen aus der Fälligkeit bzw. der Veräuße-

rung von Wertpapieren des Anlagevermögens resultierte.

Die Ermittlung der aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahl

erfolgt entsprechend der nach § 10 Abs. 1 S. 9 KWG anzuwen-

denden Liquiditätsverordnung (LiqV), wonach das Verhältnis

zwischen den im 1. Laufzeitband verfügbaren Zahlungsmitteln

(täglich oder in bis zu einem Monat fällig) und den während

dieses Zeitraumes abrufbaren Zahlungsverpflichtungen den

Wert 1 nicht unterschreiten darf.

Im Berichtszeitraum bewegte sich die Liquiditätskennzahl ge-

mäß § 2 der LiqV zwischen den Werten 0,82 (Minimum) und

1,47 (Maximum) und betrug im Durchschnitt 1,11. Die im

letzten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres angespannte

Liquiditätssituation der Dexia-Gruppe wirkte sich auch auf

die Liquiditätssituation der Dexia Kommunalbank Deutsch-

land aus. Die Dexia-Gruppe stellte der Bank in dieser Zeit

verstärkt sehr kurzfristige Mittel aus der Emergency Liquidity

22 | Geschäftsbericht 2011

Assistance (ELA) des Europäischen Systems der Zentralbanken

zur Verfügung, so dass die Liquiditätskennziffer im November

und Dezember des Geschäftsjahres 2011 nicht eingehalten wer-

den konnte. Im Januar und im Februar 2012 betrugen die Kenn-

zahlen 1,30 bzw. 1,17 und lagen somit wieder im Rahmen der

aufsichtsrechtlichen Vorgaben (siehe Tabelle auf der nächsten

Seite).

31.12.2007

162,5

122,4

-5,3

140,6

126,7

546,9

ertragslage

zinsüberschuss und provisionsergebnis

Der Zinsüberschuss des Geschäftsjahres 2011 beläuft sich auf

61,8 Mio. Euro und liegt damit um 20,3 Mio. Euro über dem

vergleichbaren Vorjahresergebnis.

Er beinhaltet positive Ergebnisbeiträge aus der vorzeitigen Be-

endigung von derivativen Geschäften in Höhe von 25,0 Mio.

Euro, die entweder gezielt im Hinblick auf den Abbau des Deri-

vateportfolios vorgenommen wurden oder im Zusammenhang

mit der Veräußerung von Wertpapieren im Zuge des Portfolio-

managements bzw. der vorzeitigen Rücknahme eigener Pfand-

briefemissionen an den Treuhänder standen. Die zum Teil ge-

genläufigen Ergebnisbeiträge sind im Wertpapierergebnis bzw.

in der Risikovorsorge enthalten. Im Vorjahr lag der Beitrag aus

der vorzeitigen Beendigung von derivativen Geschäften noch

bei -18,1 Mio. Euro.

31.12.2008

162,5

127,6

-8,1

140,6

115,4

538,0

31.12.2009

182,5

148,0

31.12.2010

282,5

248,6

31.12.2011

432,5

399,4

Die Bank weist für das Geschäftsjahr 2011 erstmals ein nega-

tives Jahresergebnis aus. Daher kann gemäß den Emissionsbe-

dingungen das Genussrechtskapital für das Geschäftsjahr 2011

nicht bedient werden. Es fielen lediglich nicht vom Jahreser-

gebnis abhängige Zinszahlungen in Höhe von 0,5 Mio. Euro für

-6,8

126,3

107,5

557,5

-5,1

122,9

84,3

733,2

-3,0

116,9

74,4

1020,2


eine zum 31.12.2010 fällige und am 30.06.2011 zurückgezahlte

Genussrechtsemission an. Im Vorjahr enthielt der Zinsüber-

schuss Aufwendungen in Höhe von 8,1 Mio. Euro für die Bedie-

nung von Genussrechten.

Deutlich höher als erwartet fiel der Zinsaufwand für kurzfristige

Mittel aus, die der Bank von der Dexia-Gruppe zur Deckung

ihres Refinanzierungsbedarfs zur Verfügung gestellt wurden.

Grund hierfür waren die krisenbedingt signifikant erhöhten

Refinanzierungskosten der Gruppe, nicht zuletzt infolge der In-

anspruchnahme der Emergency Liquidity Assistance (ELA) des

Europäischen Systems der Zentralbanken, die der Bank anteilig

für die in Anspruch genommenen Gruppenmittel in Rechnung

gestellt wurden.

Die alleinige Aktionärin der Bank, die Dexia Crédit Local, hat

zu Beginn des 2. Halbjahres 2011 eine vollumfängliche Garantie

für die vollständige und termingerechte Zahlung sämtlicher

Zins- und Kapitalfälligkeiten auf das Exposure der Bank an griechischen

Staatsanleihen übernommen. Die dafür zu zahlende

Bürgschaftsgebühr belastete den Provisionsüberschuss im Vergleich

zum Vorjahr mit 7,6 Mio. Euro.

Verwaltungsaufwand

Der Verwaltungsaufwand liegt mit 18,4 Mio. Euro nur geringfügig

über dem Vorjahresniveau (18,2 Mio. Euro).

Die Erhöhung resultierte im Wesentlichen aus den anderen Verwaltungsaufwendungen,

die um 0,4 Mio. Euro stiegen. Hierfür

waren insbesondere Aufwendungen im Zusammenhang mit der

Umsetzung gesetzlicher und konzerninterner Maßnahmen sowie

die erstmals angefallenen Gebühren für die Bankenabgabe

verantwortlich (siehe Tabelle auf der nächsten Seite).

stand und entwicklung der risikovorsorge

Die saldierte Risikovorsorge des abgelaufenen Geschäftsjahres

liegt mit 131,0 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahresniveau

(2010: 18,5 Mio. Euro).

bericht Des VorstanDs

liquiditätslaGe minimum

maximum

Durchschnitt

liquiditätskennzahl

0,82

Sie beinhaltet Zuführungen zur Drohverlustrückstellung im

Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs nach

dem Entwurf der Stellungnahme des Bankenfachausschusses

des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. vom

9. Dezember 2011 (IDW ERS BFA 3) in Höhe von 77,0 Mio.

Euro. Die verlustfreie Bewertung des Bankbuchs ermittelt, ob

sich aus dem Stichtagsbestand an zinstragenden bilanziellen

und außerbilanziellen Finanzgeschäften unter angemessener

Berücksichtigung von künftigen Verwaltungsaufwendungen

und Standardrisikokosten ein Verpflichtungsüberschuss ergibt,

der unter Anwendung des handelsrechtlichen Imparitätsprinzips

zurückzustellen ist.

Weiterhin enthält die Risikovorsorge den erwarteten Verlust in

Höhe von insgesamt 11,3 Mio. Euro aus

• dem im Dezember 2011 beschlossenen und im Januar 2012

durchgeführten Verkauf des Bestands an griechischen Staatsanleihen

über 1,2 Mrd. Euro an die Dexia Crédit Local und

• der vorzeitigen Beendigung der derivativen Geschäfte zur Absicherung

des Zinsänderungsrisikos aus diesem Bestand.

Daneben fielen signifikante Verluste in Höhe von saldiert rd.

41,1 Mio. Euro aus Niederstwertabschreibungen aus dem Wertpapiergeschäft

an, die im Wesentlichen aufgrund von Credit-

Spread-Verschlechterungen vorgenommen wurden. Ferner

ergaben sich Einlösungsverluste aus der vorzeitigen Rückgabe

eigener Schuldverschreibungen an den Treuhänder in Höhe

von saldiert rd. 11,0 Mio. Euro mit einem gegenläufigen Wert

aus der Auflösung der entsprechenden Zinssicherungsgeschäfte

im Zinsüberschuss. Dem standen Gewinne in Höhe von rd.

10,0 Mio. Euro aus dem Verkauf von Wertpapieren sowie im geringeren

Umfang Erträge aus dem Eingang von Zahlungen aus

abgeschriebenen Hypothekendarlehensforderungen gegenüber.

Wertpapierergebnis

1,47

1,11

Das Wertpapierergebnis enthält Verkaufsgewinne aus Wertpapieren

des Anlagevermögens in Höhe von 7,5 Mio. Euro, denen

Verkaufsverluste in Höhe von 1,2 Mio. Euro gegenüberstehen.

Aufgrund dauernder Wertminderungen vorzunehmende Ab-

Geschäftsbericht 2011 | 23


ericht Des VorstanDs bericht Des VorstanDes

entWicklunG WichtiGer GuV-posten in mio. euro

Zinserträge

Zinsaufwendungen

Zinsüberschuss

Provisionsüberschuss

Zins- und Provisionsüberschuss

Personalaufwand

andere Verwaltungsaufwendungen inkl. abschreibungen

teilbetriebsergebnis

saldo sonstige betriebliche erträge und aufwendungen

risikovorsorge

Wertpapierergebnis

betriebsergebnis

außerordentliche aufwendungen

steueraufwand

jahresüberschuss/ -fehlbetraG

schreibungen auf Titel des Anlagevermögens sind nicht enthal-

ten, da sie nicht notwendig waren.

betriebsergebnis vor steuern

Das Betriebsergebnis hat sich aufgrund der stark angestiegenen

Risikovorsorge auf -90,9 Mio. Euro verschlechtert.

steuern

Im Vorsteuerergebnis sind steuerlich nicht abzugsfähige Rück-

stellungen für die verlustfreie Bewertung des Bankbuchs sowie

für Verluste aus der Veräußerung des Portfolios an griechischen

Staatsanleihen enthalten. Aus diesem Grund weist die Bank ei-

nen Steueraufwand in Höhe von 1,2 Mio. Euro aus. Latente Steu-

24 | Geschäftsbericht 2011

ern aus temporären Differenzen zwischen Handels- und Steuer-

bilanz wurden nicht gebucht, da der voraussichtliche Ausgleich

dieser Differenzen nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit

absehbar ist.

jahresfehlbetrag

Der Jahresfehlbetrag 2011 beläuft sich auf 92,1 Mio. Euro

(Jahresüberschuss 2010: 0,8 Mio. Euro).

beziehungen zu Verbundenen unternehmen

Der Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen

Unternehmen gemäß § 312 AktG schließt mit der folgenden Er-

klärung:

31.12.2010

3.240,2

-3.198,6

41,5

-2,2

39,3

-7,2

-11,0

21,1

2,0

-18,5

0,0

4,6

-3,6

-0,2

0,8

31.12.2011

3.482,5

-3.420,7

61,8

-9,9

51,9

-7,1

-11,3

33,5

0,2

-131,0

6,3

-90,9

0,0

-1,2

-92,1


„Unsere Gesellschaft erhielt bei jedem im Bericht über die Be-

ziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechts-

geschäft eine angemessene Gegenleistung und wurde durch die

im Bericht angegebenen getroffenen oder unterlassenen Maß-

nahmen nicht benachteiligt. Dieser Beurteilung liegen die Um-

stände zugrunde, die uns zum Zeitpunkt der berichtspflichtigen

Vorgänge bekannt waren.“

derivative Geschäfte

Zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken setzt die Bank

derivative Geschäfte ein.

Zum Jahresende stellte sich das Volumen der Zins- und Zins-

währungsswaps sowie der Optionen gegenüber dem Vorjahr wie

folgt dar (siehe Tabelle unten).

Die Kreditäquivalenzbeträge der Zins- und Zinswährungsswaps

nach der Marktbewertungsmethode gemäß § 13 KWG betrugen

zum Bilanzstichtag 1.464,9 Mio. Euro (2010: 657,2 Mio. Euro).

mitarbeiter

Das wichtigste Kapital der Dexia Kommunalbank Deutschland

sind engagierte und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die im Oktober 2011 eingeleitete Restrukturierung der Dexia-

Gruppe und die damit einhergehenden Veränderungen und Be-

lastungen sowie die zum Teil nicht einfachen Marktbedingungen

stellten die Belegschaft der Bank vor besondere Herausforderungen.

Diese konnten mit hohem Einsatz und anhaltender Motivation ge-

meistert werden.

Für ihr großes Engagement sprechen wir allen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern unseren Dank und unsere Anerkennung aus.

Zum Jahresende 2011 beschäftigte die Bank 84 (2010: 83) Mitarbei-

terinnen und Mitarbeiter.

deriVatiVe Geschäfte

nominal in mio. euro

zins- und zinswährungsswaps

davon eonia

optionen

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen lage

31.12.2010

89.436,1

4.350,0

290,0

89.726,1

bericht Des VorstanDs

Zusammenfassend ist zur Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage der

Dexia Kommunalbank Deutschland Folgendes festzustellen:

• Die Bilanzsumme hat sich geringfügig auf 47,3 Mrd. Euro ver-

ringert.

• Die am 15. Juni 2011 durchgeführte Kapitalerhöhung um

300,0 Mio. Euro führte zu einer deutlichen Verstärkung des bi-

lanziellen Eigenkapitals der Bank.

• Die Bank weist erstmalig in ihrer Geschichte – insbesondere

aufgrund von Zuführungen zur Drohverlustrückstellung in

Höhe von insgesamt 88,3 Mio. Euro – einen Jahresfehlbetrag

in Höhe von 92,1 Mio. Euro aus.

• Die Liquidität der Dexia Kommunalbank Deutschland ist wei-

terhin abhängig von der Liquiditätsbereitstellung durch die

Dexia-Gruppe.

risikobericht

risikorelevante rahmenbedingungen

Die risikorelevanten Rahmenbedingungen für die Dexia Kom-

munalbank Deutschland waren im Geschäftsjahr 2011 im We-

sentlichen geprägt durch die Staatsschuldenkrise und die aus ihr

resultierenden Folgen für die Finanzmärkte und die Kreditwirt-

schaft. Letztere führten im Oktober 2011 zu der Ankündigung

einer tiefgreifenden Umstrukturierung der Dexia-Gruppe. Die-

ser Prozess wird auch im Geschäftsjahr 2012 anhalten. Aktuell

sind über die künftige Rolle und die wirtschaftlichen Perspektiven

der Dexia Kommunalbank Deutschland in der veränderten

Gruppenstruktur noch keine Entscheidungen getroffen worden.

Im Rahmen des jährlich stattfindenden Risikoinventurprozesses

wurden auf Gesamtbankebene wie auch auf der Ebene des

Deckungsstocks alle mit dem Geschäft der Bank verbundenen

31.12.2011

81.922,6

3.050,0

187,0

82.109,6

Geschäftsbericht 2011 | 25


ericht Des VorstanDs bericht Des VorstanDes

quantifizierbaren und nicht quantifizierbaren Risiken identifi-

ziert und anschließend in Bezug auf die Auswirkungen auf die

Vermögens-, Ertrags- und Liquiditätslage der Bank beurteilt. In

diesen regelmäßigen Prozess wurden alle relevanten Organi-

sationseinheiten der Bank einbezogen. Als wesentlich wurden

Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken, Liquiditätsrisiken

und operationelle Risiken eingestuft und darüber hinaus stra-

tegische Risiken, Reputationsrisiken und Konzentrationsrisiken.

Hinsichtlich dieser Risiken verfügt die Bank über ein angemes-

senes Risikosteuerungsverfahren zur Identifikation, Erfassung,

Messung, Analyse und Bewertung von Risken sowie zur lau-

fenden Risikoüberwachung. Es stellt den Entscheidungsträgern

die erforderlichen Informationen zur aktiven Steuerung der Ri-

siken zur Verfügung.

Ausgehend von der Geschäftsstrategie sowie den Ergebnissen

der Risikoinventur hat der Vorstand eine Risikostrategie sowohl

für die Gesamtbank als auch für den Deckungsstock festgelegt.

In dieser werden – unterteilt in Teilstrategien für die unter-

schiedlichen Risikoarten und Risikodimensionen – die Ziele der

Risikosteuerung und die jeweiligen Maßnahmen zur Risikobe-

grenzung aufgezeigt.

Die geschäftsstrategische Ausrichtung der Bank hat zu einer

Konzentration der Kreditrisiken auf den deutschen Markt ge-

führt. Mehr als 60 % des Portfolios entfallen auf Kreditnehmer

in Deutschland. Weitere Konzentrationen auf Staatenebene

betreffen die Länder Italien, Belgien und Österreich (Portfolio-

anteil jedoch jeweils unter 10 %). In einem zu diesem Thema

erstellten Fachkonzept werden die vorhandenen Risikokonzen-

trationen definiert und der Umgang mit wesentlichen Risiko-

konzentrationen wird dargestellt.

Als Teil der Dexia-Gruppe übernimmt die Dexia Kommunal-

bank Deutschland – sofern angemessen und sinnvoll – die ein-

heitlichen Definitionen, Richtlinien und Verfahren der Dexia-

Gruppe zur Identifikation, Erfassung, Messung, Analyse und

Bewertung von Risiken. Dies ermöglicht eine konsistente Ein-

bindung der Bank in das Risikomanagement der Dexia-Gruppe.

Die risikopolitischen Leitlinien und Strukturen sind im Orga-

nisationshandbuch dargelegt, das allen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern über das bankinterne Intranet zur Verfügung steht.

Es bildet die Grundlage für eine einheitliche Bearbeitung und

bankinterne Kommunikation aller wesentlichen Risikoarten

und unterstützt die zielgerichtete Risikosteuerung der Dexia

Kommunalbank Deutschland.

26 | Geschäftsbericht 2011

risikotragfähigkeitskonzept

Die Risikotragfähigkeitsmessung der Bank basiert auf dem in der

Dexia-Gruppe verwendeten ECAP-Modell (ECAP = Economic Capital)

zur Ermittlung und Bewertung aller relevanten Risikoarten.

Dabei erfolgt die ökonomische Messung des Risikokapitalbedarfs

nach einem Portfolioansatz, der – unter Annahme eines Betrachtungshorizonts

von einem Jahr und einem Konfidenzniveau von

99,97 % – Korrelations- und Diversifikationseffekte zwischen den

einzelnen Risikopositionen berücksichtigt.

Die Risikodeckungsmasse wird nach dem Fortführungsansatz

bzw. Going-Concern-Ansatz bestimmt. Mithin wird jener Teil

der regulatorischen Eigenmittel, der mindestens zur Erfüllung der

bankaufsichtlichen Mindesteigenkapitalanforderungen gemäß Solvabilitätsverordnung

(SolvV) notwendig ist, nicht im Risikotragfähigkeitskonzept

der Bank berücksichtigt.

Das nach den Regeln der Dexia-Gruppe ermittelte ECAP wird

an die besonderen Anforderungen der Dexia Kommunalbank

Deutschland und die Rechnungslegung nach HGB angepasst und

in eine zweite Kennzahl überführt (Earnings at Risk oder EaR), die

zusätzlich bilanzielle Gesichtspunkte berücksichtigt.

Sowohl das ECAP als auch die EaR werden einer jeweils vergleichbaren

Kapitalbasis, nämlich den AFR (Available Financial Resources)

bzw. den AFR lokal, gegenübergestellt. Für die Quotienten

ECAP/AFR bzw. EaR/AFR lokal ist ein Schwellenwert von derzeit

75 % definiert, bei dessen Überschreiten eine Benachrichtigung

von Vorstand und Aufsichtsrat ausgelöst wird. Die Limitausnutzung

zum 31. Dezember 2011 betrug für die Kennzahl ECAP/AFR

22 % (Vorjahr: 40 %) bzw. für die Kennzahl EaR/AFR lokal 34 %

(Vorjahr: 39 %).

Ergänzt wird diese Risikomessung durch Stresstests, die die Auswirkung

ökonomischer Stress-Szenarien auf die Bilanz, die risikogewichteten

Aktiva und auf die Kapitalkoeffizienten untersuchen.

Sowohl ECAP und EaR als auch die Stresstests werden unmittelbar

nach ihrer Berechnung dem Gesamtvorstand präsentiert. Im

Berichtszeitraum war die Risikotragfähigkeit für alle betrachteten

Szenarien jederzeit gegeben.

Zusätzlich zum ECAP-Modell der Dexia-Gruppe implementiert

die Dexia Kommunalbank aktuell ein Risikotragfähigkeitskonzept

auf stand-alone Basis. Die Umsetzung und Integration in das bestehende

Risikomanagementsystem der Bank wird im 1. Halbjahr

2012 erfolgen.


isikomanagementsystem

Die Dexia Kommunalbank Deutschland unterhält ein Risiko-

controlling- und Risikomanagementsystem zur Identifikation,

Erfassung, Messung, Analyse und Bewertung von Risiken sowie

zur laufenden Risikoüberwachung und Risikosteuerung, welches

kontinuierlich weiterentwickelt wird. Sämtliche Belange der auf-

sichtsrechtlichen Anforderungen (z. B. MaRisk, CRD IV, Basel III)

werden in Bezug auf die Risikokategorien Adressenausfall-, Markt-

preis-, Liquiditäts- und operationelle Risiken inhaltlich betreut, or-

ganisiert und koordiniert. Ziel ist es, auf der Grundlage dieses Ri-

sikoüberwachungs- und Frühwarnsystems die Risikotragfähigkeit

der Bank laufend sicherzustellen.

Die Verantwortung für die Messmethoden und die Weiterentwick-

lung der eingesetzten Modelle sowie für das Berichtswesen an den

Vorstand, den Aufsichtsrat und die Muttergesellschaft obliegt dem

Risikomanagement. Die Prüfung der Geschäftsprozesse sowie der

Wirksamkeit und Angemessenheit der Risikomanagementsysteme

gemäß den MaRisk wird von der Internen Revision unterstützt.

Als Pfandbriefbank gelten für die Dexia Kommunalbank Deutsch-

land die Regelungen des Pfandbriefgesetzes. Dieses fordert ein

geeignetes Risikomanagementsystem, das die Identifizierung,

Beurteilung, Steuerung und Überwachung sämtlicher mit dem

Pfandbriefgeschäft verbundenen Risiken sicherstellt. Hierfür

nimmt die Bank monatliche Bestandsabgrenzungen sowohl für die

Deckungsmasse als auch für den Pfandbriefumlauf als Grundlage

für die Steuerung der Zinsänderungs-, Adressenausfall-, Währungsund

Liquiditätsrisiken im Pfandbriefgeschäft vor.

Das Adressenausfallrisiko im Deckungsstock wird mit einem

Limitsystem begrenzt, das einen maximalen oder Mindestanteil des

Deckungsstocks pro Ratingintervall vorschreibt. Der Schwerpunkt

des Deckungsstocks liegt auf qualitativ hochwertigen Aktiva innerhalb

des Ratingintervalls AAA bis A+. Darüber hinaus wird das Volumen

an Deckungsstockaktiva mit einem Non-Investmentgrade

Rating limitiert.

stresstest

Für die Risikoarten Marktpreis- und Liquiditätsrisiken führte die

Bank im Berichtsjahr die nach MaRisk erforderlichen Stresstests

auf täglicher Basis durch. Ein ebenfalls im Berichtsjahr entwickeltes

umfangreiches Fachkonzept für alle Risikoarten – inklusive des

Kreditrisikos und des operationellen Risikos – wurde Anfang 2012

verabschiedet. Es definiert sowohl historische als auch hypothetische

Stresstest-Szenarien, die außergewöhnliche, jedoch plausibel

mögliche Ereignisse abbilden. Dabei werden im Wesentlichen Sze-

bericht Des VorstanDs

narioanalysen eingesetzt, lediglich bei Stresstests für Marktpreisrisiken

kommen Sensitivitätsanalysen zum Einsatz.

Neben gesamtbankbezogenen Stresstests zur Analyse der Auswirkungen

der makroökonomischen Szenarien „Finanzkrise“, „Ölkrise“

und „Staatsschuldenkrise“ werden zwei inverse Stress-Szenarien

verwandt sowie diverse risikoartenbezogene Stresstests.

Die Quantifizierung der definierten und parametrisierten

Stresstests für Kreditrisiken erfolgt unmittelbar nach Implementierung

des ergänzenden Risikotragfähigkeitskonzepts im 1. Halbjahr

2012.

Daneben hat die Bank Maßnahmen zur Identifizierung, Überwachung

und Steuerung von Risikokonzentrationen in einem

weiteren entsprechenden Fachkonzept vom Januar 2012 zusammengefasst.

Demnach wird zur quantitativen Steuerung und Überwachung

von Konzentrationen im Kreditrisikobereich das bestehende

Portfolio quartalsweise auf Basis eines Herfindahl-Index

auf verschiedenen Aggregationsebenen analysiert. Umfangreiche

Analysen auf der Basis qualitativer Kriterien geben Auskunft über

mögliche Klumpenrisiken. Daneben gibt ein umfassender Report

Auskunft über mögliche Konzentrationen beim Liquiditäts-, Refinanzierungs-

und Marktpreisrisiko.

Ziel der eingesetzten Stresstests ist es, das individuelle Gefährdungspotenzial

für die Dexia Kommunalbank Deutschland, etwaigen

Handlungsbedarf und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Als

Handlungsmöglichkeiten kommen zum Beispiel eine verschärfte

Überwachung der Risiken, Limitanpassungen oder Anpassungen

der geschäftspolitischen Ausrichtung in Frage.

marktpreisrisiken

Wesentlicher Bestandteil der Geschäftspolitik der Dexia Kommunalbank

Deutschland ist die weitgehende Vermeidung von

Marktpreisrisiken. Zinsänderungsrisiken werden durch Zinsswaps

abgesichert und durch geringe Limite weitgehend begrenzt. Fremdwährungsrisiken

und offene Optionspositionen werden grundsätzlich

durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften im Microhedge

abgesichert. Geschäfte, die mit anderen Marktpreisrisiken, wie

zum Beispiel Aktienrisiken, verbunden sind, zählen nicht zum Geschäftsfeld

der Bank.

Als zentrale Steuerungsgrößen der Zinsänderungsrisiken stehen

dem Management zwei auf der Basis der Marktwertmethode ermittelte

risikorelevante Kennziffern zur Verfügung: der Basis-Point-

Value (BPV bzw. PV01) sowie der Value-at-Risk (VaR). Der BPV

beschreibt den potenziellen Barwertverlust des Gesamtportfolios

Geschäftsbericht 2011 | 27


ericht Des VorstanDs bericht Des VorstanDes

bei einem parallelen Anstieg der Zinssätze aller Fristigkeiten um

100 Basispunkte bzw. der PV01 um 1 Basispunkt pro definiertes

Laufzeitband.

Beim Value-at-Risk (VaR) wird der maximale erwartete Verlust unter

üblichen Marktbedingungen innerhalb eines festgelegten Haltezeitraumes

mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit ermittelt.

Die Bank ermittelt täglich den VaR insbesondere auf der Basis eines

Konfidenzniveaus von 99 % und einer Haltedauer von zehn Tagen.

Die Dexia Kommunalbank Deutschland hat unterschiedliche Subportfolios

angelegt, je nachdem, ob hinsichtlich der Zinsstrategie

längerfristige Trends verfolgt werden sollen (Teilportfolio Local

Balance Sheet Management, Local BSM) oder ob es eher um die

Ausnutzung kurzfristiger Marktgegebenheiten geht (Teilportfolio

Cash & Liquidity Management, CLM).

Die Steuerung der kurzfristigen Zinsänderungsrisiken bis zu einem

Jahr (CLM)) wird derzeit mit 25,0 Mio. Euro im +/-100 BPV sowie

mit 2,0 Mio. Euro im VaR limitiert. Die langfristigen Zinsänderungsrisiken

(Local BSM) werden mit 5,0 Mio. Euro beim +/-100

BPV begrenzt. Darüber hinaus sind für BSM festgelegte Laufzeitbereiche

des Zinsänderungsrisikos (PV01) limitiert. Auch die Zins-

Ø 2011

min. 2011

max. 2011

ultimo

28 | Geschäftsbericht 2011

sensitivitäten der Credit Spreads werden täglich gemessen. Eine

separate Limitierung erfolgt nicht.

Auf der Grundlage der genannten Annahmen ergaben sich folgende

Werte (siehe Tabelle unten):

Dabei obliegt dem Asset-Liability-Management-Komitee der Dexia

Kommunalbank Deutschland die strategische Zinsrisikosteuerung.

In der monatlichen Sitzung legen die Mitglieder des Komitees die

taktische Asset Allocation (Auslastung, Laufzeitbereiche etc.) fest

(siehe Tabelle auf der nächsten Seite).

Die Bank führt regelmäßig Stresstests für alle wesentlichen Risiken

unter Einbeziehung aller relevanten Positionen durch.

Zur aktiven Risikoabsicherung nutzt die Bank derivative Finanzinstrumente.

Zinsswaps werden sowohl in der Mikro- als auch in

der Makrosteuerung verwendet. Optionen dienen ausschließlich

zur Absicherung von Grundgeschäften.

Als weitere wichtige Steuerungsgröße wird der sogenannte Portfolio

Present Value (PPV) verwendet, der täglich ermittelt und an die

clm

Value-at-risk/bpV Var (99 %, 10 tage) + 100 bPV in mio. euro - 100 bPV in mio. euro

local bsm

Value-at-risk/bpV Var (99 %, 10 tage) + 100 bPV in mio. euro - 100 bPV in mio. euro

Ø 2011

min. 2011

max. 2011

ultimo

0,4

0,0

1,3

1,1

0,6

0,2

1,6

0,4

4,1

-17,5

19,4

-17,0

0,0

-3,2

4,2

0,4

-4,1

-19,4

17,5

17,0

0,1

-4,4

3,5

0,1


auslastunG auf Gesamtlimit

cash-liquidity-management

local bsm

Darüber hinaus sind festgelegte laufzeitbereiche des Zinsänderungsrisikos (PV01) limitiert.

Entscheidungsträger berichtet wird. Hierzu werden die Barwerte

sämtlicher zinstragender bilanzieller und außerbilanzieller Positionen

zusammengefasst und durch andere Aktiva sowie in deren

Zusammenhang stehende Bilanzpositionen ergänzt. Der PPV

stellt eine Indikation über die Entwicklung des Portfoliowertes

unter Annahme des „Going Concern“ dar. Sofern das Verhältnis

von Kernkapital und PPV einen definierten Schwellenwert unterschreitet,

hat dies eine unverzügliche Information an den Vorstand

und an den Aufsichtsrat zur Folge. Ergänzt wird der PPV durch den

Portfolio Market Value (PMV), der zusätzlich die Credit Spreads

der Aktiv- und Passivseite berücksichtigt und somit ein Liquidationsszenario

darstellt, sowie durch den Szenario-PPV, der zusätzlich

die Annahme erhöhter Kosten zur Schließung von Funding Gaps

berücksichtigt.

Die für die Steuerung von Marktpreisrisiken verantwortliche Abteilung

Treasury wird durch einen Risikobericht täglich über die

Entwicklung des Marktrisikos, die Limitauslastungen sowie die

gesamtbankbezogene Wertentwicklung informiert.

Die Bewertungseffekte aus Veränderungen der Credit Spreads werden

in der Bank regelmäßig gemessen. Die dazu verwendeten Marktdaten

für Credit Spreads werden hierfür entsprechend aktualisiert.

adressenausfallrisiken

Das Adressenausfallrisiko beschreibt das Risiko, dass ein Kreditnehmer

seine Verpflichtungen gegenüber der Dexia Kommunalbank

Deutschland ganz oder teilweise nicht erfüllen kann.

Zur Begrenzung von Adressenausfallrisiken werden vom Vorstand

in Abstimmung mit dem Dexia-Konzern eindeutige Kreditlinien

und Kreditkompetenzregelungen für sämtliche Kontrahenten festgelegt.

Der Abschluss von Derivategeschäften setzt voraus, dass mit dem

Kontrahenten ein Deutscher Rahmenvertrag bzw. ISDA-Vertrag

rechtsverbindlich abgeschlossen wurde. Eine weitere Voraus-

limit +/- 100 bPV in mio. euro

25

5

bericht Des VorstanDs

limit Var 99/10 in mio. euro

setzung ist das Vorliegen einer rechtsverbindlich abgeschlossenen,

den Standards der Bank entsprechenden Sicherheitenvereinbarung

(CSA). Die Höhe der ausgetauschen Collateralzahlungen wird täg-

lich überwacht. Eine ausführliche Information über die Höhe und

die Struktur der geleisteten Zahlungen erfolgt wöchentlich in der

Vorstandssitzung. Zum 31. Dezember 2011 bestand für die Bank

eine Netto-Zahlposition in Höhe von 3,4 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,5

Mrd. Euro).

Die Dexia Kommunalbank Deutschland hat vor dem Hintergrund

der Staatsschuldenkrise sämtliche Kreditlinien für das Eingehen

neuer Länderrisiken eingefroren. Zudem werden alle Länderexpo-

sures gesondert überwacht, die aufgrund definierter Kriterien (u. a.

Abwertung des Länderratings um drei Stufen, Erreichen eines Ra-

tings von BB- oder schlechter) auf der Überwachungsliste der Bank

geführt werden.

Die umfassenden Berechnungen für die Kreditlinienauslastungen

werden täglich vom Credit Risk Management bereitgestellt und

vom Backoffice überwacht. Eventuelle Überschreitungen von Kre-

ditlinien werden dem Vorstand umgehend angezeigt, der über ge-

eignete Maßnahmen entscheidet.

Eine angemessene Aufbau- und Ablauforganisation im Bereich

Credit Risk Management ist sowohl auf Seiten der Kreditanalyse

als auch auf Seiten der Kreditbearbeitung qualitativ und quantitativ

entsprechend den Anforderungen an die Geschäftsfelder der Dexia

Kommunalbank Deutschland gewährleistet. Die nach MaRisk ge-

forderte Dokumentation wird eingehalten.

Die Qualität des Kreditportfolios der Bank zeigt sich an der Tatsa-

che, dass nahezu 90 % aller Aktiva ein internes Rating von A+ oder

besser aufweisen. Etwa 90 % der Aktiva sind deckungsstockfähig,

ein großer Teil davon ist EZB- bzw. repofähig.

Für alle Kundengruppen bestehen adäquate Risikoklassifizierungssysteme

(Ratings). Das Portfoliomanagement fokussiert sich aufgrund

der Struktur der bestehenden Geschäfte auf eine regional

diversifizierende und bonitätsklassenbezogene Steuerung.

Geschäftsbericht 2011 | 29

2


ericht Des VorstanDs bericht Des VorstanDes

Sämtliche von der Bank gehaltenen Banken- und Staatsanleihen

befinden sich im sogenannten „Run-off-Portfolio“. In diesen Pro-

dukten darf Neugeschäft nur im Rahmen des Liquiditäts- und

Deckungsstockmanagements getätigt werden. Ein entsprechendes

Abbaukonzept gemäß MaRisk liegt vor.

Die nachfolgenden Maßnahmen dienen der Begrenzung des Adres-

senausfallrisikos:

• Kreditlinieneinräumung bzw. Einzelkreditvergabe in Abhän-

gigkeit vom Risikogehalt

• Kreditliniensystem und -überwachung

• laufende Überwachung des Kreditausfallrisikos

• Implementierung von Verfahren zur Risikofrüherkennung

• Identifizierung, Analyse und Steuerung von Länderrisiken

Über das Adressenausfallrisiko und die zu seiner Begrenzung er-

griffenen Maßnahmen wird regelmäßig an den Vorstand und den

Aufsichtsrat berichtet.

Die Quantifizierung der Adressenausfallrisiken erfolgt mittels eines

Kreditportfoliomodells (CVaR; Typ CreditMetrics) im Rahmen der

quartalsweise erfolgten ECAP-Berechnung. Die Ergebnisse werden

einer detaillierten Plausibilitäts- und Entwicklungsanalyse unterzogen.

kreditexposure in ausgewählten europäischen ländern

Das gesamte nominale Kreditexposure der Dexia Kommunalbank

Deutschland gegenüber staatlichen Stellen in den Ländern Griechenland,

Irland, Italien, Portugal, Spanien und Ungarn ist in der

folgenden Tabelle dargestellt (Stand 31. Dezember 2011) (siehe

Tabelle unten):

kreditexposure GeGenüber öffentlichen stellen in ausGeWählten

europäischen ländern (mio. euro)

Griechenland 1

irland

italien

portugal

spanien

ungarn

Gesamt

30 | Geschäftsbericht 2011

staat

1.200

0

3.051

455

19

269

4.994

unterstaatliche

stellen

0

0

409

125

124

0

657

0

0

209

305

710

0

1.225

Die Bestände gliedern sich folgendermaßen:

land

Griechenland 1

irland

italien

portugal

spanien

ungarn

Gesamt

Das Griechenland-Exposure der Bank über insgesamt 1,2 Mrd.

Euro ist dem Anlagevermögen zugeordnet und besteht aus-

schließlich aus Anleihen, die vom Staat Griechenland emittiert

wurden. 48,0 Mio. Euro des Exposures sind mit Fälligkeiten in-

nerhalb eines Zeitraums bis zum 31.12.2020 ausgestattet.

Dieses Exposure wird von der Dexia Crédit Local, die 100 %

der Anteile an der Dexia Kommunalbank Deutschland hält,

vollumfänglich garantiert. Die Garantie erstreckt sich auf die

vollständige und termingerechte Zahlung sämtlicher Zins- und

Kapitalfälligkeiten. Aufgrund der Bürgschaft und der Bonität

des Bürgen wurden keine Abschreibungen auf die Anleihen vorgenommen.

Von den Ratingagenturen wird die Dexia Crédit Local

derzeit mit einem Senior Unsecured/Long-term Debt Rating

sonstiges summe

1.200

0

3.669

885

853

269

6.876

Darlehen

in mio. euro

1 Das Griechenlandexposure ist durch die Dexia crédit local verbürgt. Das exposure wurde ende Januar 2012 an den bürgen veräußert.

225

124

349

Wertpapiere

anlagevermögen

in mio. euro

1.200

3.669

660

729

269

6.527

reserve repo

(ohne direktes Kreditrisiko)

0

0

1.359

0

1.112

0

2.470

durchschnittliche gewichtete

restlaufzeit in Jahren

19,5

17,4

13,4

7,5

4,2

15,5

davon in Deckungsmasse

für öffentliche Pfandbriefe

0

0

3.626

300

1.459

269

5.654


von „BBB watch negative“ (Standard & Poor’s), „Baa1 review

for downgrade“ (Moody’s) und „A+ negative outlook“ (Fitch)

bewertet.

Im Januar 2012 hat die Bank das Griechenland-Portfolio über

1,2 Mrd. Euro an die Dexia Crédit Local veräußert (siehe auch

Seite 34) und die bestehende Garantievereinbarung mit sofor-

tiger Wirkung gekündigt. Zugleich endeten alle Rechte und

Pflichten aus der Garantievereinbarung und damit auch die

Verpflichtung der Bank zur Zahlung weiterer Garantiegebühren.

liquiditätsrisiken

Als Liquiditätsrisiko wird die Gefahr bezeichnet, dass die Bank

ihren gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflich-

tungen nicht zeitgerecht oder nicht vollständig nachkommen

kann.

Als wichtiges Instrument der Liquiditätssteuerung wird täg-

lich eine Liquiditätsvorausschau erstellt, die für die nächsten

180 Tage einen Überblick über die Liquiditätsbewegungen gibt.

Darüber hinaus ermittelt das Market Risk Management die

kurzfristigen Liquiditätsrisiken, indem die definierte Liquidi-

tätsreserve dem kumulierten Liquiditätsbedarf der nächsten

30 Tage gegenübergestellt wird (Liquiditätsposition). Diese

Liquiditätsposition wird täglich auch unter verschiedenen

Stress-Szenarien (institutseigener Stress, marktweiter Stress,

kombinierter Stress) gemäß MaRisk BTR 3.2 bestimmt. Ein

Eskalationsprozess sorgt dafür, dass im Falle des Erreichens ei-

ner definierten Grenze die unverzügliche Information des Vor-

stands der Bank sichergestellt ist, damit rechtzeitig geeignete

Maßnahmen ergriffen werden können. Weiterhin wird monat-

lich eine kurzfristige (90 Tage) sowie eine langfristige (10 Jahre)

Liquiditätsvorausschau erstellt.

Wichtigstes Instrument der Bank zur Beschaffung langfristiger

Liquiditätsmittel ist der Öffentliche Pfandbrief, der durch die

im Deckungsstock registrierten Deckungswerte besichert ist.

Weitere von der Bank genutzte Instrumente der besicherten

Liquidätsbeschaffung sind Offenmarktgeschäfte mit der Deut-

schen Bundesbank und Wertpapierpensionsgeschäfte mit ande-

ren Banken.

Zur unbesicherten Liquiditätsaufnahme begibt die Bank Schuld-

scheindarlehen und nimmt Einlagen von kommunalen Kunden

und anderen Anlegern an. Darüber hinaus stellt die Dexia-Grup-

pe unbesicherte Liquidität zur Verfügung (4.930 Mio. Euro per

31. Dezember 2011). Der Umfang dieser Mittel verringerte sich

bericht Des VorstanDs

zum 30. März 2012 – insbesondere aufgrund der Liquiditätszu-

flüsse im Zusammenhang mit dem Verkauf des Griechenland-

Portfolios der Bank – auf 1.661 Mio. Euro. Dadurch hat die

Abhängigkeit der Bank von der Liquiditätsbereitstellung durch

die Dexia-Gruppe erheblich abgenommen. In diesem Zusam-

menhang ist anzumerken, dass der von der Dexia Crédit Local

am 28. Februar 2011 ausgestellte Letter of Support eine rechts-

verbindliche Zusage enthält, mögliche Liquiditätsengpässe der

Dexia Kommunalbank Deutschland auszugleichen.

In ihrer Presseerklärung vom 23. Februar 2012 hat die Dexia-

Gruppe darauf hingewiesen, dass der konsolidierte Jahres-

abschluss 2011 der Dexia-Gruppe, der nach dem Grundsatz

der Unternehmensfortführung aufgestellt wurde, auf einigen

Annahmen basiert, die auf bestimmten externen Faktoren be-

ruhen, die außerhalb des Einflusses der Dexia-Gruppe liegen

und deren Realisierung ungewiss bleibt und, unter anderem,

von der Entscheidung der Europäischen Kommission abhängt

(siehe Seite 36). Hierzu zählt die Annahme, dass der von den

Staaten Belgien, Frankreich und Luxemburg angekündigte

Rahmen für eine Liquiditätsgarantie über 90 Mrd. Euro einge-

richtet und von der Europäischen Kommission genehmigt wird.

operationelle risiken

Die Bank definiert in Anlehnung an die Definition der Dexia-

Gruppe das operationelle Risiko als das Risiko von direkten

oder indirekten Verlusten, die infolge der Unangemessenheit

oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen, von

Menschen oder infolge externer Ereignisse eintreten und finanzielle

oder nicht finanzielle Auswirkungen haben. Diese Definition

beinhaltet auch das Reputations- und das rechtliche Risiko,

schließt aber das strategische Risiko aus. Ziel der Bank ist die

Früherkennung, die Erfassung und die Bewertung der operationellen

Risiken sowie deren Überwachung und Begrenzung.

Als melderelevant gelten jene schlagend gewordenen operationellen

Risiken, die einen Verlust oder einen Gewinn von mehr

als 1.000 Euro verursacht haben. Fälle mit erheblichen nichtfinanziellen

Auswirkungen werden ebenfalls berücksichtigt.

Zur Erfassung, Bewertung, Überwachung und Historisierung

von operationellen Risiken nutzt die Bank eine konzernweit

eingesetzte Software. Im Falle von eingetretenen Schäden

sind die beteiligten Stellen aufgefordert, die betroffenen Geschäftsprozesse

zu analysieren, den Schaden zu beziffern und

Vorschläge zu deren künftiger Vermeidung zu erarbeiten. Im

Rahmen eines Eskalationsprozesses erfolgt eine unverzügliche

Information zu eingetretenen Schadensfällen an den Gesamtvorstand

sowie die Innenrevision.

Geschäftsbericht 2011 | 31


ericht Des VorstanDs bericht Des VorstanDes

Im Rahmen eines vierteljährlich tagenden Operational Inci-

dents Committee werden die aufgetretenen Schadensfälle und

Risiken erneut mit dem Vorstand und der Innenrevision erör-

tert. Die Erfassung der gemeldeten Schadensfälle erfolgt durch

das Operational Risk Management der Bank. Im Jahr 2011 wur-

den sieben Fälle gemeldet.

Zur Identifizierung und Beurteilung operationeller Risiken wer-

den jährlich im Rahmen des gruppeneinheitlichen „Risk & Con-

trol Self Assessment“-Programms (RCSA) Risikoinventuren

durchgeführt. Die Ergebnisse der Risikoinventuren in den ein-

zelnen Abteilungen werden nach Abschluss des RCSA-Prozesses

dem Vorstand berichtet.

Im Bereich der IT-Infrastruktur und der Ablauforganisation

sind zur Risikobegrenzung und -vermeidung Notfallpläne und

Maßnahmenkataloge vorhanden. Darüber hinaus verfügt die

Bank im Rahmen der Vorsorgeplanung zur Aufrechterhaltung

des Geschäftsbetriebes in Krisensituationen über ein Notfall-

rechenzentrum.

Operationelle Risiken werden unter Anwendung des Standard-

ansatzes gemäß Basel II im Rahmen des Risikotragfähigkeits-

konzeptes der Bank berücksichtigt.

zusammenfassende darstellung der risikosituation

Die Gesamtrisikosituation der Dexia Kommunalbank Deutsch-

land war geprägt durch die Staatsschuldenkrise und die damit

verbundene, teilweise erhebliche Ausweitung der Risikoprämien

von Staatsanleihen, insbesondere bei lang laufenden spanischen

und italienischen Titeln. Hinzu kam im Oktober 2011 der Beginn

der Restrukturierung der Dexia-Gruppe, deren Folgen für

die künftige Rolle und die wirtschaftlichen Perspektiven der

Bank zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar sind. Ab Oktober

2011 engten sich die Möglichkeiten der Bank, ihre unbesicherten

und besicherten Refinanzierungserfordernisse zu auskömmlichen

Margen aufzunehmen, erheblich ein. Mittlerweile

hat sich die Abhängigkeit der Dexia Kommunalbank von der

Liquidiätsbereitstellung durch die Dexia-Gruppe deutlich verringert.

Ursächlich hierfür sind insbesondere die Liquiditätszuflüsse

im Zusammenhang mit dem Verkauf des Griechenland-

Portfolios.

Die Dexia Kommunalbank Deutschland hat im Geschäftsjahr

2011 ihr Risikomanagementsystem u. a. im Hinblick auf die

neuen Anforderungen der MaRisk weiterentwickelt. Die im

4. Quartal 2011 begonnene Implementierung eines zusätzlichen

32 | Geschäftsbericht 2011

Risikotragfähigkeitskonzeptes, welches – ergänzend zu der bestehenden

gruppenbezogenen Betrachtung – auf eine eigenständig

institutsbezogene Betrachtung der Risikosituation der

Bank abstellt, wird die Basis zur Analyse der Kreditrisiken und

Spreadrisiken verbreitern.

Risiken, die von erheblicher Bedeutung für die Einschätzung

der Risikolage der Bank waren, wurden in den vorangegangenen

Teilen des Risikoberichtes zutreffend erläutert. Wie im Ausblick

des Lageberichts dargestellt, gelten aufgrund der Zugehörigkeit

der Bank zur Dexia-Gruppe und ihrer Abhängigkeit insbesondere

von der Liquiditätsbereitstellung durch die Gruppe die

Aussagen der Dexia-Gruppe zur Unternehmensfortführung

mittelbar auch für die Dexia Kommunalbank Deutschland.

Die Messung der Risikotragfähigkeit erfolgt bei der Dexia Kommunalbank

Deutschland, indem dem Risikokapital – ECAP

(Economic Capital) bzw. EAR (Earnings at Risk) – die Risikodeckungsmasse

AFR (Available Financial Resources) gegenübergestellt

wird. Die jeweilige Auslastungsentwicklung der Risikokapitalgrößen

im Verhältnis zur Risikodeckungsmasse war im

Berichtsjahr im Wesentlichen geprägt durch die im Juni 2011

durchgeführte Eigenkapitalerhöhung um 300 Mio. Euro. Mithin

reduzierte sich die Auslastung bezogen auf das Verhältnis ECAP/

AFR zum Ende des Berichtsjahrs auf 22 % (31.12.2010: 40 %).

Parallel hierzu sank die Auslastung des Koeffizienten EaR/AFR

lokal auf 34 % (31.12.2010: 39 %).

Allen erkennbaren Risiken wurde durch Einzelwertberichtigungen

und Rückstellungen Rechnung getragen.

informationsmanagement

Sämtliche risikobezogenen Informationen werden zentral im Risikomanagement

erfasst, im Rahmen des Berichtswesens systematisch

verarbeitet und den Entscheidungsträgern täglich – bei

Bedarf auch untertägig – zur Verfügung gestellt. Die zuständigen

Mitarbeiter haben durch das DV-System ebenfalls Zugang zu

den Analyseergebnissen. Ein funktionsfähiger ziel- und empfängergerechter

Informationsfluss sorgt bei den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern der Dexia Kommunalbank Deutschland für

ein hohes Maß an Risikobewusstsein.

basel iii

Unter der Bezeichnung Basel III hat der Baseler Ausschuss für

Bankenaufsicht im Dezember 2010 ein neues Regelwerk zur


Bankenregulierung mit dem Ziel vorgelegt, die Widerstands-

kraft des Bankensektors gegen Finanzkrisen zu stärken. Die nati-

onale rechtliche Umsetzung in den EU-Staaten ist bis Ende 2012

abzuschließen. Grundlage hierfür ist die von der Europäischen

Kommission im Juli 2011 veröffentlichte Capital Requirements

Directive IV (CRD IV).

Die Schwerpunkte von Basel III liegen in der Überarbeitung

der Eigenkapitalbestandteile, dem Aufbau einer antizyklischen

Risikovorsorge, der Berücksichtigung weiterer Risiken (Kontrahentenrisiko),

der Einführung der Leverage Ratio, der Liquidity

Coverage Ratio (LCR) und der Net Stable Funding Ratio

(NSFR). Wie bereits bei der Projektgruppe „Basel II“, ist die

Dexia Kommunalbank Deutschland vollumfänglich in die Projektgruppe

„Basel III“ des Dexia-Konzerns eingebunden.

Mit einer Kernkapitalquote von 27,0 % (bzw. von 24,4 % unter

Berücksichtigung des Bilanzverlusts 2011 und der Herabsetzung

der Rückzahlungsansprüche der Genussscheingläubiger) erfüllt

die Dexia Kommunalbank Deutschland bereits heute die künftigen

Basel III-Eigenmittelanforderungen.

rechnungslegungsbezogenes internes kontroll- und risikomanagementsystem

Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und

Risikomanagementsystems ist es, die Einhaltung der Rechnungslegungsstandards

und -vorschriften sicherzustellen und

die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung einschließlich

korrekter Abschlussinformationen zu gewährleisten.

Die Abteilung Rechnungswesen ist verantwortlich für das

Hauptbuch und die regelmäßige Überwachung und Anpassung

der Rechnungslegung an gesetzliche sowie regulatorische Änderungen.

Für die Bestandsführung der Bankgeschäfte in den

Nebenbüchern und die technische Abwicklung ist die Abteilung

Backoffice zuständig. Die Bewertung von Finanzinstrumenten

erfolgt durch das Market Risk Management, die Bewertung von

Kreditrisiken obliegt dem Credit Risk Management. Diese Informationen

werden dem Abschlusserstellungsprozess folgend

weiterverarbeitet. Die Verantwortlichkeiten sind im Organisationshandbuch

geregelt. Es liegen Stellenbeschreibungen für

sämtliche mit dem Rechnungslegungsprozess betraute Mitarbeiter

vor. Sie sind der Marktfolge zugeordnet. Die Dokumentation

des Rechnungslegungsprozesses ist für sachkundige Dritte

nachvollziehbar.

Das Kontrollsystem der Dexia Kommunalbank Deutschland besteht

einerseits in Form von organisatorischen Regelungen und

bericht Des VorstanDs

integrierten DV-gestützten Kontrollen. Darüber hinaus sind außerhalb

der DV-gestützten Kontrollen weitere regelmäßige und

einzelfallabhängige Kontrollen installiert.

Die Dexia Kommunalbank Deutschland setzt die Software SAP

ERP bzw. SAP-kompatible Module als integrierte Gesamtbanklösung

ein. Damit wird ein ununterbrochener Datenfluss gewährleistet

und Übertragungen in andere DV-Anwendungen

bzw. manuelle Eingriffe weitgehend vermieden. Mittels eines

anhand der Zuständigkeiten ausgerichteten Zugriffs- und Berechtigungskonzepts

bestehen Kontrollen, um unbefugte Eingriffe

in den Rechnungslegungsprozess zu verhindern. Weiterhin

sind die Funktionen bei der Erfassung der Geschäfte der im

Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereiche

klar voneinander getrennt. Die Geschäfte werden vom Frontoffice

im Nebenbuch erfasst und dann vom Backoffice im Wege

des Vier-Augen-Prinzips geprüft und freigegeben (Deal Certainty

Policy). Die weiteren Zwischen- und Endergebnisse der Verarbeitung

der erfassten Daten werden mittels Abstimmungen

im Wege von Zeitreihenanalysen, Soll-Ist-Vergleichen analysiert,

durch eine enge Abstimmung zwischen Risk Management und

Rechnungswesen auf Plausibilität geprüft und ggf. einzelfallbezogen

betrachtet.

Die Abteilung Rechnungswesen ist in den Neue-Produkte-Prozess

eingebunden. Dadurch wird sichergestellt, dass eine regelkonforme

und ordnungsgemäße Rechnungslegung von neuen,

nicht routinemäßigen Geschäftsvorfällen erfolgt.

Die Funktionsfähigkeit des rechnungslegungsbezogenen internen

Kontroll- und Risikomanagementsystems wird durch regelmäßige

prozessunabhängige Prüfungen der Internen Revision

mit wechselnden Prüfungsschwerpunkten überwacht.

Im Rahmen des Management-Informationssystems erfolgt eine

zeitnahe Berichterstattung in Form von handelsrechtlichen

Monatsabschlüssen bzw. quartalsweisen Segmentberichten an

die Geschäfts- und Bereichsleitung. Der Vorstand unterrichtet

mindestens quartalsweise den Aufsichtsrat und seine Ausschüsse

regelmäßig über die aktuelle Geschäftsentwicklung. Außerdem

erfolgt eine zeitnahe Information bei besonderen Ereignissen.

handelsbuch

Die Bank fungiert seit dem 1. Januar 2004 als Handelsbuchinstitut

und erfüllt die für Handelsbuchinstitute geltenden Vorschriften

vollumfänglich.

Geschäftsbericht 2011 | 33


ericht Des VorstanDs bericht Des VorstanDes

nachtraGsbericht

Ende Januar 2012 veräußerte die Dexia Kommunalbank

Deutschland ihr Exposure an griechischen Staatsanleihen über

nominal 1,2 Mrd. Euro an die Dexia Crédit Local, die 100 %

der Anteile an der Bank hält. Das Exposure war im vergangenen

Jahr von der Dexia Crédit Local garantiert worden. Die Garantie

erstreckte sich auf die vollständige und termingerechte Zahlung

sämtlicher Zins- und Kapitalfälligkeiten. Gleichzeitig mit dem

Verkauf der griechischen Staatsanleihen wurden die zugehö-

rigen Zinssicherungsgeschäfte beendet.

Nach Abschluss der Gesamttransaktion kündigte die Dexia Kom-

munalbank Deutschland die bestehende Garantievereinbarung

mit sofortiger Wirkung. Ab diesem Tag endeten alle Rechte und

Pflichten aus der Garantievereinbarung und damit endet auch die

Verpflichtung der Bank zur Zahlung weiterer Garantiegebühren.

Aus der Veräußerung der griechischen Staatsanleihen und der

vorzeitigen Beendigung der zugehörigen Zinssicherungsgeschäfte

resultierte ein Verlust in Höhe von 11,3 Mio. Euro, der

bereits im Jahresabschluss 2011 berücksichtigt wurde.

Aus den getätigten Geschäften ergeben sich Effekte, die die zukünftige

Ertrags- und die Liquiditätslage der Bank entlasten.

Nach den Ratingkriterien von Standard & Poor’s darf das Rating

der Öffentlichen Pfandbriefe der Dexia Kommunalbank Deutschland

maximal sieben Ratingstufen über dem Long-term Counterparty

Rating der Muttergesellschaft Dexia Crédit Local liegen.

Am 28. März 2012 senkte Standard & Poor’s das Long-term

Counterparty Rating der Dexia Crédit Local von BBB+ auf „BBB

watch negative“. Über die Auswirkungen dieses Schrittes auf das

Rating der Öffentlichen Pfandbriefe der Bank hatte sich Standard

& Poor’s bis zum 30. März 2012 noch nicht geäußert.

proGnosebericht

allgemeine entwicklung 2012

Kurz nach Beginn des neuen Jahres, am 13. Januar 2012, überzog

Standard & Poor’s die Kapitalmärkte mit einer breit angelegten

Ratingaktion. Die Agentur senkte die Bewertung von fünf Ländern

der Eurozone um eine Ratingstufe und die von vier weiteren

Eurostaaten um zwei Ratingstufen. Zugleich wurde der Ratingausblick

der betroffenen Länder mit Ausnahme der Slowakei

auf „negativ“ gesetzt. Die Maßnahme hatte, da allgemein erwartet

und bereits eingepreist, keine wesentlichen Auswirkungen

auf das Marktgeschehen. Gleiches galt für den von Moody’s am

34 | Geschäftsbericht 2011

13. Februar 2012 geführten Rundumschlag, als die Bonitätsbewertung

von neun europäischen Staaten herabgestuft bzw. mit

einem negativen Ausblick versehen wurde (siehe Tabelle auf der

nächsten Seite).

Ende Januar 2012 erzielte der in Brüssel tagende Europäische

Rat einen wichtigen Fortschritt auf dem Weg zur Stärkung der

Haushaltsdisziplin in der Europäischen Union. Als Leitlinie des

in Brüssel beschlossenen „Europäischen Fiskalpakts“ soll künftig

der allgemeine Staatshaushalt von EU-Ländern ausgeglichen

sein oder einen Überschuss aufweisen. Der Pakt sieht vor, dass

die Mitgliedsländer Schuldenbremsen in ihre nationalen Verfassungen

aufnehmen müssen, die das strukturelle jährliche

Haushaltsdefizit auf 0,5 % des Bruttoinlandsprodukts begrenzen.

Darüber hinaus sollen zu hoch verschuldete EU-Länder jedes

Jahr ein Zwanzigstel der 60 % überschreitenden Schuldenquote

abbauen. Mitgliedstaaten, die diese Regeln verletzen, werden

verpflichtet, Maßnahmen zur dauerhaften Senkung der Defizite

zu beschließen, deren Einhaltung von der EU-Kommission

und dem Europäischen Rat überwacht wird. Mit Ausnahme von

Großbritannien und Tschechien unterzeichneten die EU-Länder

beim EU-Frühlings-Gipfel vom 2. März 2012 den Fiskalpakt. Irland

wird sein Volk in einem Referendum über den Beitritt zum

Pakt abstimmen lassen. Der Vertrag muss noch von den unterzeichnenden

Staaten ratifiziert werden und soll spätestens Anfang

2013 in Kraft treten.

Bereits am 21. Februar 2012 hatten sich die Finanzminister der

Eurostaaten über die endgültige Ausgestaltung der Rettungsmaßnahmen

für Griechenland verständigt. Es blieb bei einem

Paket aus 100 Mrd. Euro an öffentlichen Hilfen für das Land und

Garantien über 30 Mrd. Euro für neue Anleihen der privaten

Gläubiger, die ihrerseits einen Schuldenschnitt von nunmehr

53,5 % ihrer Forderungen akzeptierten. Durch diese Maßnahmen

soll der Schuldenstand Griechenlands bis zum Jahr 2020 auf

120,5 % des BIP gesenkt werden. Die Troika hat sicherzustellen,

dass die strikten Spar- und Restrukturierungsauflagen, an deren

Einhaltung die Bereitstellung der Hilfen geknüpft ist, auch eingehalten

werden. Nach Aktivierung von zuvor per Gesetz eingeführten

Zwangsklauseln schloss Griechenland den Tausch seiner

Staatsanleihen, die nach griechischem Recht begeben worden

waren, im Wert von 177,2 Mrd. Euro ab. Dadurch wird Griechenlands

Schuldenberg voraussichtlich um etwa 105 Mrd. Euro

schrumpfen. Am 14. März 2012 gaben die Eurostaaten das Hilfspaket

für Griechenland frei und mandatierten die Europäische

Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), eine Tranche von zunächst

bis zu 39,4 Mrd. Euro auszureichen.

Den wohl wichtigsten Beitrag zur Entspannung der Staatsschuldenkrise

leistete die EZB mit ihrer pragmatischen Geldpolitik.


Namentlich die beiden im Dezember 2011 (Zuteilungsvolumen

489 Mrd. Euro) und Februar 2012 (530 Mrd. Euro) aufgelegten

Dreijahres-Tender führten zu einem Stimmungsumschwung

an den Finanzmärkten und einer merklichen Verbesserung der

angespannten Refinanzierungssituation der Kreditwirtschaft.

Vor allem Banken aus den Euro-Peripherieländern nutzen die

sichere und günstige Finanzierung über die Zentralbank, um

Anleihen ihrer Heimatstaaten zu kaufen. In einer beispiellosen

Marktbewegung fielen die im November 2011 noch bei 7,66 %

notierenden Renditen zweijähriger italienischer Staatsanleihen

auf 2,92 % (30. März 2011). Die Sätze für zweijährige spanische

Staatstitel sackten in demselben Zeitraum von 6,09 % auf 2,53 %.

Die verbesserte Stimmung an den Finanzmärkten stärkte auch

das Vertrauen der Wirtschaftsakteure in die Konjunkturentwicklung.

Der von der EU erhobene „Economic Sentiment Indicator

Eurozone“ stieg im Februar 2012 zum 2. Mal in Folge

auf 94,5 Punkte und konnte dieses Niveau im März 2012 mit

ratinGs ausGeWählter

länder

länder der eurozone

belgien

Deutschland

estland

Finnland

Frankreich

Griechenland

irland

italien

luxemburg

malta

niederlande

österreich

Portugal

slowakei

slowenien

spanien

Zypern

andere länder

usa

uK

Japan

Polen

tschechien

ungarn

Quelle: bloomberg

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aa3

bericht Des VorstanDs

94,4 Punkten knapp behaupten. Der deutsche IFO-Index erreichte

im März 2012 nach fünfmaligem Anstieg den Wert

von 102,7 Punkten. Der deutsche DAX-Index glänzte zum

30. März 2012 mit einer Performance von 17,8 %, der europäische

Aktienindex Eurostoxx 50 schloss das 1. Quartal 2012 mit

einem Zuwachs von 6,9 % ab.

Nach der EZB-Sitzung vom 8. März 2012 konstatierte EZB-

Präsident Mario Draghi Anzeichen einer wirtschaftlichen Stabilisierung,

wenngleich auf niedrigem Niveau, und sprach die

Erwartung aus, dass sich die Wirtschaft der Eurozone im Laufe

des Jahres allmählich erholt.

Somit wird ein Ende der Rezession spätestens im nächsten Quartal

immer wahrscheinlicher, doch gilt dies nur für den Euroraum

insgesamt. Das starke Wachstumsgefälle zwischen den einzelnen

Eurostaaten wird auch in 2012 weiter anhalten.

31.12.2010 30.03.2012

s&P moody`s Fitch s&P moody`s

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Geschäftsbericht 2011 | 35


ericht Des VorstanDs bericht Des VorstanDes

ausblick

Der Prognosebericht sowie weitere Teile des Geschäftsberichts

enthalten zukunftsgerichtete Erwartungen und Prognosen. Die-

se beruhen insbesondere im Hinblick auf die Geschäfts- und

Ertragsentwicklung der Dexia Kommunalbank Deutschland auf

Planannahmen und Schätzungen, die Risiken und Unsicher-

heiten unterliegen. Deshalb können die tatsächlichen Ergebnisse

wesentlich von den derzeit prognostizierten Werten abweichen.

Zudem wirkt eine Vielzahl von Faktoren auf die Geschäfts- und

Ertragsentwicklung der Dexia Kommunalbank Deutschland,

die außerhalb ihres Einflussbereichs liegen. Darunter fallen

beispielsweise Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen

Lage und Entwicklungen auf den nationalen und internationa-

len Kredit-, Wertpapier- und Refinanzierungsmärkten.

Nach der Verschärfung der Staatsschuldenkrise im Sommer 2011

und der daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf ihre

Liquiditätssituation kündigte die Dexia-Gruppe im Oktober

2011 tiefgreifende Maßnahmen an, die die Gruppenstruktur

nachhaltig verändern werden:

• die Einrichtung eines von den Staaten Belgien, Frankreich und

Luxemburg gewährten Rahmens für eine Liquiditätsgarantie,

• den am 20. Oktober 2011 abgeschlossenen Verkauf der Dexia

Bank Belgium an den belgischen Staat,

• eine Vereinbarung mit der Caisse des Dépôts, La Banque

Postale und dem französischen Staat hinsichtlich der Finanzierung

französischer Kommunen,

• den Verkauf einiger aktiver Tochtergesellschaften der Gruppe,

nämlich der Banque Internationale à Luxembourg, der Deniz-

Bank, der Dexia Asset Management und der RBC Dexia Investor

Services.

Diese Maßnahmen, einschließlich eines abschließenden Rahmens

für eine Liquiditätsgarantie, sind Teil des Restrukturierungsplans,

den die betroffenen Länder Belgien, Frankreich

und Luxemburg der Europäischen Kommission im März 2012

vorgelegt haben.

Die Realisierung dieser neuen Strukturmaßnahmen wird beträchtliche

Auswirkungen auf das künftige Profil der Dexia-

Gruppe haben.

Das Jahr 2012 wird – vorbehaltlich der Genehmigung der Europäischen

Kommission – von der Vollendung der noch nicht

abgeschlossenen Beteiligungsverkäufe geprägt werden.

36 | Geschäftsbericht 2011

Am 23. Februar 2012 veröffentlichte die Dexia-Gruppe in einer

Pressemitteilung ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2011. Aufgrund

zahlreicher Sonderbelastungen wies die Gruppe einen

Jahresverlust in Höhe von -11,6 Mrd. Euro aus. Der Verkauf

der Dexia Bank Belgien belastete das Ergebnis mit 4,0 Mrd.

Euro, während für Wertberichtigungen auf das Portfolio an

griechischen Staatsanleihen 3,4 Mrd. Euro aufgebracht werden

mussten. Der Aufwand im Zusammenhang mit dem Abbau von

Risikoaktiva (deleverage including financial products) erreichte

2,6 Mrd. Euro, weitere Kosten über 1,0 Mrd. Euro fielen im Zusammenhang

mit dem Verkauf der Dexia Municipal Agency an.

Die Bilanzsumme der Gruppe ermäßigte sich im Jahresvergleich

von 556 Mrd. Euro auf 413 Mrd. Euro, die Tier 1-Ratio sank von

13,1 % auf 7,6 %, die Core Tier 1-Ratio von 12,1 % auf 6,4 %.

In der Pressemitteilung vom 23. Februar 2012 gab die Dexia-

Gruppe ferner folgende Erklärung ab: „Der konsolidierte Jahresabschluss

2011 der Dexia-Gruppe, der nach dem Grundsatz der

Unternehmensfortführung („Going Concern“-Basis) aufgestellt

wurde, basiert auf einigen Annahmen, darunter

• die Genehmigung eines neuen Restrukturierungsplans, der insbesondere

eine Garantie der Staaten Belgien, Frankreich und

Luxemburg einschließt;

• die Bereitstellung einer Garantie über 90 Mrd. Euro durch die

Staaten Belgien, Frankreich und Luxemburg. Die Richtlinie

für diese Garantie wurde im Oktober 2011 angekündigt, sie

findet Berücksichtigung in den Rechtsvorschriften der Staaten

Belgien, Frankreich und Luxemburg. Überdies haben sich – gemäß

den Bedingungen von Artikel 15 (f) der am 16. Dezember

2011 zwischen den Staaten Belgien, Frankreich und Luxemburg

geschlossenen Vereinbarung – die Dexia S. A., die Dexia

Crédit Local und die Staaten verpflichtet, nach Treu und Glauben

die Verlängerung der Garantievereinbarung auszuhandeln,

was eine Erhöhung der gesamten garantierten Summe bis zu

90 Mrd. Euro einschließen kann;

• eine Vergütung für die Garantie der Staaten, deren Höhe die

Gruppe in die Lage versetzt, positive Ergebnisse zu erzielen, um

eine Stärkung der Eigenmittel der Gruppe erreichen zu können;

die Höhe dieser Vergütung wird eines der wichtigen Elemente

im Hinblick auf die Profitabilität der Gruppe sein; und

• die Unterstützung durch die Staaten in Bezug auf die Liquiditätssituation

der Gruppe gemäß den gewährten Garantien

zur angemessenen Umsetzung der im Oktober 2011 angekündigten

tiefgehenden Restrukturierungsmaßnahmen.

Ohne zusätzliche korrigierende Maßnahmen könnte die Nicht-

Realisierung von einer oder mehreren der oben erwähnten Annahmen

die Fortsetzung der Unternehmenstätigkeit („Going

Concern“-Status) der Dexia S. A. beeinträchtigen und die Li-


quiditäts- und Solvabilitätssituation der Gruppe in Frage stellen.

Die Annahmen beruhen auf bestimmten externen Faktoren, die

außerhalb des Einflusses der Dexia-Gruppe liegen. Ihre Realisie-

rung bleibt daher ungewiss und hängt, unter anderem, von der

Entscheidung der Europäischen Kommission ab.“

Eine Fortsetzung der positiven konjunkturellen Signale aus dem

1. Quartal 2012 in Form einer Rückkehr der Wirtschaft der Eurostaaten

zu positiven Wachstumsraten sowie eine anhaltend

unterstützende Geldpolitik der EZB würden die Entwicklung

der Dexia-Gruppe und der Dexia Kommunalbank Deutschland

begünstigen. Dabei wird von großer Bedeutung sein, ob es der

Europäischen Union und den Eurostaaten in Zusammenarbeit

mit dem Internationalen Währungsfonds und der EZB gelingt,

in ihren zuletzt erfolgreichen Bemühungen zur Eindämmung

der Staatsschuldenkrise weitere Fortschritte zu erzielen. In diesem

Fall ist mit einem weiteren Rückgang der Risikoprämien

insbesondere für die Verbindlichkeiten der Euro-Peripheriestaaten

zu rechnen. Im Falle des Misslingens würde die Bank

möglicherweise durch einen erneuten Anstieg der Risikoprämien

belastet, was auch ungünstige Auswirkungen auf ihre Refinanzierungsmöglichkeiten

haben könnte.

Vor diesem Hintergrund ist unsere Prognose für das Ergebnis

des Geschäftsjahres 2012 und der Folgejahre mit über das normale

Maß hinausgehenden Unsicherheiten behaftet.

prognose des Geschäftsjahres 2012 und des folgejahres

Das Geschäftsjahr 2012 wird für die Dexia-Gruppe – vorbehaltlich

der Genehmigung der Europäischen Kommission – von der

Vollendung der noch nicht abgeschlossenen Beteiligungsverkäufe

geprägt werden.

Nach Abschluss dieser Veräußerungen werden sich die neuen

Aktivitäten der Dexia-Gruppe auf die Bereitstellung von Finanzdienstleistungen

für den öffentlichen Sektor durch ihre internationalen

Tochtergesellschaften sowie auf die Verwaltung ihres

Run-off-Portfolios beschränken.

Eine der wesentlichen strategischen Aufgaben der Dexia Kommunalbank

Deutschland innerhalb der Dexia-Gruppe war

bisher die Übernahme qualitativ hochwertiger Staatsfinanzierungsgeschäfte

von anderen Gruppenunternehmen und deren

langfristige Refinanzierung durch Öffentliche Pfandbriefe

(Group Asset Purchasing Programme). Nach Ankündigung der

Restrukturierung der Dexia-Gruppe am 4. Oktober 2011 beschloss

der Vorstand der Bank in Abstimmung mit der Dexia-

Gruppe die sofortige Einstellung des Group Asset Purchasing

bericht Des VorstanDs

Programme. Außerdem setzte die Bank ihr Neugeschäft mit

deutschen Kommunen bis auf Weiteres aus. Ungeachtet dessen

wird die Bank auch weiterhin Neugeschäft im Rahmen der Liquiditäts-

und Deckungssteuerung betreiben.

Die Staaten Belgien, Frankreich und Luxemburg haben am

21. März 2012 der Europäischen Kommission einen neuen Plan

zur Restrukturierung der Dexia-Gruppe zur Genehmigung vorgelegt.

Aussagen über mögliche Auswirkungen dieses Restrukturierungsplans

auf die Dexia Kommunalbank Deutschland lassen

sich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht treffen.

Die vom Vorstand Anfang 2012 aufgestellte zweijährige Ertragsprognose

der Dexia Kommunalbank Deutschland ist angesichts

• der besonderen Situation der Bank und der Dexia-Gruppe auf

der einen Seite sowie

• der schwierig einzuschätzenden Entwicklung der Staatsschuldenkrise

und eventuell damit verbundener Belastungen für die

Kreditwirtschaft auf der anderen Seite

mit besonderen Unsicherheiten behaftet.

Die Ertragsprognose weist für das laufende Geschäftsjahr einen

negativen zweistelligen Millionenbetrag als Jahresfehlbetrag

aus. Für das Geschäftsjahr 2013 rechnen wir mit einer gegenüber

dem Geschäftsjahr 2012 verbesserten Ertragsentwicklung,

jedoch weiterhin mit dem Ausweis eines Jahresfehlbetrags in

Höhe eines zweistelligen, allerdings gegenüber dem Vorjahr verringerten

Millionenbetrags.

Folgende Annahmen liegen der Prognose zugrunde:

• Es wurde unterstellt, dass die Bank in ihrem Kerngeschäftsfeld,

der Kommunal- und Staatsfinanzierung, kein Neugeschäft tätigt.

Neugeschäft zur Liquiditäts- und Deckungssteuerung fand

in geringem Umfang Berücksichtigung.

• Hinsichtlich der in den Aktiv- und Passivpositionen enthaltenen

Kündigungsrechte wurde ein wirtschaftlich plausibles

Ausübungsverhalten angenommen.

• Die Bank geht davon aus, dass für den Rest des laufenden Geschäftsjahres

weiterhin unbesicherte kurzfristige Refinanzierungsmittel

in signifikantem Umfang von der Dexia-Gruppe

in Anspruch genommen werden. Aufgrund ihrer angespannten

Liquiditätssituation liegen die Refinanzierungskosten der

Dexia-Gruppe, die der Bank in Rechnung gestellt werden, seit

geraumer Zeit auf einem deutlich über den Euribor-Sätzen des

Interbankenmarkts liegenden Niveau, nicht zuletzt infolge der

Inanspruchnahme der Emergency Liquidity Assistance (ELA)

Geschäftsbericht 2011 | 37


ericht Des VorstanDs bericht Des VorstanDes

des Europäischen Systems der Zentralbanken. Die künftige

Ausnutzung der ELA-Fazilität durch die Gruppe hängt insbe-

sondere von ihren Emissionsmöglichkeiten unter der Refinan-

zierungsgarantie der Staaten Belgien, Frankreich und Luxem-

burg ab. Die Bank hat bei der Ertragsprognose unterstellt, dass

ihr bis einschließlich September 2012 Zinssätze auf dem er-

höhten aktuellen Niveau berechnet werden.

• Aufgrund des erwarteten Jahresfehlbetrags kann gemäß den

Emissionsbedingungen das Genussrechtskapital nicht bedient

werden.

• Bei den Sach- und Personalaufwendungen gehen wir von einer

stabilen, leicht unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2011 lie-

genden Größenordnung aus.

• Als Risikokosten wurden Standardkosten auf der Basis durch-

schnittlicher Ausfälle der Vergangenheit angesetzt.

• Die von einer Vielzahl von Parametern und Bewertungen ab-

hängige und daher nicht prognostizierbare Entwicklung der

Drohverlustrückstellung für die verlustfreie Bewertung des

Bankbuchs gemäß dem Entwurf der Stellungnahme IDW ERS

BFA 3 vom 9. Dezember 2011 blieb außer Betracht.

In Bezug auf die Finanzlage ist darauf hinzuweisen, dass die

Bank in ihrer Planung für die Geschäftsjahre 2012 und 2013

kein Neugeschäft in der Kommunal- und Staatsfinanzierung

unterstellt und somit auch kein neugeschäftsbezogener Refinanzierungsbedarf

vorgesehen ist. Die im Deckungsstock befindlichen

Werte und die EZB-fähigen Wertpapiere der Bank, die

zusammen den weitaus größten Teil der Aktiva ausmachen, werden

weiterhin über Öffentliche Pfandbriefe bzw. Offenmarktkredite

der Deutschen Bundesbank refinanziert. Der Bestand

an unbesicherten Refinanzierungsmitteln, der im Wesentlichen

aufgenommene Schuldscheindarlehen sowie Einlagen von kommunalen

Kunden und anderen Anlegern umfasst, hat sich zum

30. März 2012 gegenüber dem Bestand am Jahresende 2011 um

0,3 Mrd. Euro auf 1,7 Mrd. Euro erhöht. Wir rechnen in diesem

Bereich mit einer stabilen Entwicklung. Hinsichtlich des Bedarfs

an sonstigen unbesicherten Refinanzierungsmitteln gehen wir

davon aus, dass dieser von der Dexia-Gruppe gedeckt wird.

Hinsichtlich des Kreditportfolios der Bank zeichnen sich derzeit

keine zusätzlichen Belastungen aus Sondereffekten ab,

die aus dem Ausfall von Kreditnehmern aus dem Staats- und

Bankensektor resultieren könnten. Auch aus dem bestehenden

Restportfolio von Projektfinanzierungen und Finanzierungen

kommunalnaher Unternehmen erwarten wir keine Belastungen.

Jedoch ist die Prognose der zukünftigen Risikokosten mit erhöhten

Unsicherheiten behaftet. Die Verschuldung der öffentlichen

Haushalte in Europa wird voraussichtlich weiter ansteigen, zu-

38 | Geschäftsbericht 2011

gleich dürfte der Druck auf die Ratings der höher verschuldeten

Staaten anhalten. Nach der letzten Prognose der Europäischen

Kommission vom Herbst 2011 ist mit einem Anstieg der durchschnittlichen

Bruttoschuldenquote der Eurostaaten von 88,0 %

des BIP per Ende 2011 auf 90,4 % (2012) bzw. 90,9 % (2013)

zu rechnen.

Innerhalb der Eurozone konzentrieren sich die Zweifel an der

Kreditwürdigkeit und der nachhaltigen Zahlungsfähigkeit auf

die Länder Griechenland, Irland und Portugal. Als erfreulich

ist unter Risikoaspekten zu werten, dass die Dexia Kommunalbank

Deutschland im Januar 2012 ihr Portfolio an griechischen

Staatsanleihen im Nominalwert von 1,2 Mrd. Euro an die Dexia

Crédit Local veräußert hat (siehe auch Seite 34). Damit bestehen

keine Forderungen mehr gegen den griechischen Staat oder andere

griechische Schuldner. Forderungen gegen den Staat Irland

befinden sich ebenfalls nicht im Portfolio der Bank.

Hingegen belief sich der Gesamtbetrag an Forderungen gegen

portugiesische Schuldner zum Jahresende 2011 auf 885 Mio.

Euro (vgl. Tabelle Seite 30). Nach mehrfachen Herabstufungen

im vergangenen und in diesem Jahr ist Portugal – neben Griechenland

– der einzige Staat der Eurozone, dessen Bonität von

allen großen Ratingagenturen als „Non-Investmentgrade“ bewertet

wird.

Kurz nach Beginn des laufenden Jahres geriet Portugal verstärkt

in das Blickfeld der Kapitalmärkte, als nach dem Ausscheiden

des Landes aus wichtigen Benchmarkindex-Portfolios

die 5J-CDS-Prämien für portugiesische Staatsanleihen auf fast

1.600 bp anstiegen (30. März 2012: 1.070 bp). Bisweilen angestellte

Vergleiche mit Griechenland erscheinen jedoch unangemessen angesichts

gewichtiger Unterschiede zwischen beiden Staaten:

• Die Bruttoschuldenquote Portugals, die per 31. Dezember 2011

bei 101,6 % des BIP lag, dürfte im Jahr 2013 mit knapp 120 %

des BIP ihren Höhepunkt erreichen und sich damit innerhalb

noch beherrschbarer Größenordnungen bewegen.

• Die im Juni 2011 mit deutlicher Mehrheit ins Amt gewählte

Koalitionsregierung unter Führung von Premierminister Pedro

Passos Coelho sieht sich erklärtermaßen in der politischen

Verpflichtung zur Sanierung der Staatsfinanzen.

• Portugal konnte bereits wichtige Strukturreformen einleiten,

die offiziell von der Troika gewürdigt wurden.

• Das laufende Hilfsprogramm deckt den Finanzierungsbedarf

des Landes bis etwa zur Mitte des Jahres 2013.

• Danach könnten neue finanzielle Hilfen für Portugal in Höhe

von 80 Mrd. Euro gewährt werden.


Allerdings bestehen Konsolidierungsrisiken in Form einer mög-

licherweise anhaltenden Wachstumsschwäche der portugie-

sischen Wirtschaft und einem daraus folgenden Verfehlen der

gesetzten Budgetdefizitziele. Sollte Portugal ab Mitte 2013 die

Wiederaufnahme der Kapitalmarktfinanzierung aus eigener

Kraft nicht gelingen, ist aus heutiger Sicht mit weiteren Kapital-

hilfen von EU und IWF zu rechnen.

Ein namhaftes Exposure der Bank (269 Mio. Euro) besteht aus

ungarischen Staatsanleihen und damit gegenüber einem wei-

teren Land, dessen Kreditwürdigkeit nach mehrfachen Rating-

Herabstufungen nur noch in die Kategorie BB eingeordnet

wird. Zu Beginn des laufenden Jahres erreichten die Prämien

für ungarische 5J-CDS, die im Ende 2010 noch bei 378 bp no-

tiert hatten, einen Spitzenwert von 735 bp, während der Kurs

des ungarische Forint gegenüber dem Euro massiv abwertete.

Der wesentliche Grund hierfür waren politische Auseinander-

setzungen zwischen der Regierung Orbán und der EU bzw. dem

IWF. Die Situation entspannte sich in den folgenden Wochen,

nachdem sich Viktor Orbán vor dem Europäischen Parlament

kompromissbereit gezeigt hatte und die ungarischen Wachs-

tumszahlen und Frühindikatoren positiv überraschten. Auch

wenn weiterhin Risiken bestehen, gehen wir davon aus, dass

sich die ungarische Regierung mit der EU und dem IWF über

die benötigten Finanzhilfen verständigen wird und danach eine

Stabilisierung der wirtschaftlich schwierigen Situation Ungarns

erreicht werden kann.

Mit dem Ankauf des gesamten Griechenland-Portfolios der

Bank leistete die Dexia Crédit Local einen signifikanten Beitrag

zur

Berlin, den 30. März 2012

dexia kommunalbank deutschland aG

Der Vorstand

munsberg fritsch

Wouters

bericht Des VorstanDs

• Verbesserung der Risikostruktur des Kreditportfolios,

• Verringerung künftiger Ertragsbelastungen aus der Zahlung

von Garantiegebühren,

• Verringerung des Bedarfs an unbesicherten Refinanzierungs-

mitteln,

• Reduzierung der Bilanzsumme der Dexia Kommunalbank

Deutschland.

Zudem hat der Ankauf des Griechenland-Portfolios durch die

Dexia Crédit Local in Verbindung mit der im Juni 2011 abge-

schlossenen Erhöhung des Kernkapitals um 300 Mio. Euro aus

Mitteln der Dexia Crédit Local die Risikotragfähigkeit der Bank

wesentlich gestärkt.

Der Bewertung der Vermögensgegenstände und Verbindlich-

keiten der Dexia Kommunalbank Deutschland liegt die Annah-

me der Unternehmensfortführung zugrunde. In ihrer Presse-

erklärung vom 23. Februar 2012 hat die Dexia-Gruppe darauf

hingewiesen, dass der konsolidierte Jahresabschluss 2011 der

Dexia-Gruppe, der nach dem Grundsatz der Unternehmens-

fortführung aufgestellt wurde, auf einigen Annahmen basiert,

die auf bestimmten externen Faktoren beruhen, die außerhalb

des Einflusses der Dexia-Gruppe liegen und deren Realisierung

ungewiss bleibt und, unter anderem, von der Entscheidung der

Europäischen Kommission abhängt (siehe Seite 36). Aufgrund

der Zugehörigkeit der Bank zur Dexia-Gruppe und ihrer Abhängigkeit

insbesondere von der Liquiditätsbereitstellung durch

die Gruppe gelten die Aussagen der Dexia-Gruppe zur Unternehmensfortführung

mittelbar auch für die Dexia Kommunalbank

Deutschland.

Geschäftsbericht 2011 | 39


ericht Des VorstanDs bericht Des VorstanDes

40

| Geschäftsbericht 2011


Jahresabschluss

2011

JahresbilanZ

zum 31. Dezember 2011


Jahresabschluss 2011 bericht Des VorstanDes

jahresbilanz zum 31.12.2011 | aktiVa

1. barreserve

a) Kassenbestand

b) Guthaben bei Zentralnotenbanken

darunter: bei der Deutschen bundesbank

c) Guthaben bei Postgiroämtern

2. schuldtitel öffentlicher stellen und Wechsel, die zur refinanzierung bei

zentralnotenbanken zugelassen sind

a) schatzwechsel und unverzinsliche schatzanweisungen sowie

ähnliche schuldtitel öffentlicher stellen

b) Wechsel

3. forderungen an kreditinstitute

a) hypothekendarlehen

b) Kommunalkredite

c) andere Forderungen

darunter: täglich fällig

gegen beleihung von Wertpapieren

4. forderungen an kunden

a) hypothekendarlehen

b) Kommunalkredite

c) andere Forderungen

darunter: gegen beleihung von Wertpapieren

5. schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

a) Geldmarktpapiere

aa) von öffentlichen emittenten

darunter: beleihbar bei der Deutschen bundesbank

ab) von anderen emittenten

darunter: beleihbar bei der Deutschen bundesbank

b) anleihen und schuldverschreibungen

ba) von öffentlichen emittenten

darunter: beleihbar bei der Deutschen bundesbank

bb) von anderen emittenten

darunter: beleihbar bei der Deutschen bundesbank

c) eigene schuldverschreibungen

nennbetrag

6. aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

6a. handelsbestand

7. beteiligungen

darunter: an Kreditinstituten

darunter: an Finanzdienstleistungsinstituten

8. anteile an verbundenen unternehmen

darunter: an Kreditinstituten

darunter: an Finanzdienstleistungsinstituten

9. treuhandvermögen

darunter: treuhandkredite

10. ausgleichsforderungen gegen die öffentliche hand einschließlich

schuldverschreibungen aus deren umtausch

11. immaterielle anlagewerte

a) selbst geschaffene gewerbliche schutzrechte und ähnliche rechte und Werte

b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche schutzrechte und ähnliche

rechte und Werte sowie lizenzen an solchen rechten und Werten

c) Geschäfts- oder Firmenwert

d) Geleistete anzahlungen

12. sachanlagen

13. eingefordertes, noch nicht eingezahltes kapital

14. sonstige Vermögensgegenstände

15. rechnungsabgrenzungsposten

a) aus dem emissions- und Darlehensgeschäft

b) andere

16. aktive latente steuern

17. aktiver unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

18. nicht durch eigenkapital gedeckter fehlbetrag

summe der aktiVa

42 | Geschäftsbericht 2011

euro

482.696.150,17

4.007.433.384,02

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

9.720.809.724,54

7.197.257.988,10

6.936.472.389,64

5.855.729.246,09

1.809.000,00

0,00

0

0,00

0

0,00

1.047,20

482.696.150,17

0,00

0,00

0,00

0,00

1.998.203.734,62

7.463.034.814,56

57.939.474,70

19.910.873.364,92

374.610.536,44

0,00

16.657.282.114,18

1.767.646,42

0

0

979.965,26

0

0

269.814.748,16

116.667.190,51

euro euro

482.697.197,37

0,00

9.461.238.549,18

20.343.423.376,06

16.659.049.760,60

1.000.000,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

979.965,26

5.380.117,57

0,00

799.893,62

386.481.938,67

0,00

0,00

0,00

47.341.050.798,33

VorJahr

tausend euro

1

25.481

(25.481 )

0

0

0

0

2.668.375

6.224.650

(2.482.901)

(0)

100.101

20.892.870

400.770

(0)

0

(0)

0

(0)

10.012.505

(7.831.182)

7.916.706

(7.181.244)

8.112

(7.963)

5.895

0

0

(0)

(0)

0

(0)

0

(0)

0

2.970

5.520

0

460

303.404

126.742

0

0

0

48.694.562


jahresbilanz zum 31.12.2011 | passiVa

1. Verbindlichkeiten gegenüber kreditinstituten

a) begebene hypotheken-namenspfandbriefe

b) begebene öffentliche namenspfandbriefe

c) andere Verbindlichkeiten

darunter: täglich fällig

zur sicherstellung aufgenommener Darlehen an

den Darlehensgeber ausgehändigte hypotheken-namenspfandbriefe

und öffentliche namenspfandbriefe

2. Verbindlichkeiten gegenüber kunden

a) begebene hypotheken-namenspfandbriefe

b) begebene öffentliche namenspfandbriefe

c) spareinlagen

ca) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei monaten

cb) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei monaten

d) andere Verbindlichkeiten

darunter: täglich fällig

zur sicherstellung aufgenommener Darlehen an den Darlehensgeber

ausgehändigte hypotheken-namenspfandbriefe

und öffentliche namenspfandbriefe

3. Verbriefte Verbindlichkeiten

a) begebene schuldverschreibungen

aa) hypothekenpfandbriefe

ab) öffentliche Pfandbriefe

ac) sonstige schuldverschreibungen

b) andere verbriefte Verbindlichkeiten

darunter: Geldmarktpapiere

3a. handelsbestand

4. treuhandverbindlichkeiten

darunter: treuhandkredite

5. sonstige Verbindlichkeiten

6. rechnungsabgrenzungsposten

a) aus dem emissions- und Darlehensgeschäft

b) andere

6a. passive latente steuern

7. rückstellungen

a) rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

b) steuerrückstellungen

c) andere rückstellungen

8.

9. nachrangige Verbindlichkeiten

10. Genussrechtskapital

darunter: vor ablauf von zwei Jahren fällig

11. fonds für allgemeine bankrisiken

12. eigenkapital

a) eingefordertes Kapital

Gezeichnetes Kapital

abzüglich nicht eingeforderter ausstehender einlagen

b) Kapitalrücklage

c) Gewinnrücklagen

ca) gesetzliche rücklagen

cb) rücklage für anteile an einem herrschenden oder

mehrheitlich beteiligten unternehmen

cc) satzungsmäßige rücklagen

cd) andere Gewinnrücklagen

d) bilanzgewinn

summe der passiVa

1. eventualverbindlichkeiten

a) eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen

abgerechneten Wechseln

b) Verbindlichkeiten aus bürgschaften und Gewährleistungsverträgen

c) haftung aus der bestellung von sicherheiten für

fremde Verbindlichkeiten

2. andere Verpflichtungen

a) rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften

b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen

c) unwiderrufliche Kreditzusagen

euro

1.115.015.619,56

0,00

0,00

0,00

0,00

331.289.694,05

0,00

28.887.991,28

0,00

14.931.342.859,77

30.468.052,42

0,00

0,00

8.631.215,09

432.500.000,00

0,00

0,00

0,00

0,00

50.702.270,07

0,00

1.143.258.863,02

9.409.128.683,31

0,00

17.240.465.314,48

0,00

2.587.468.389,11

14.961.810.912,19

0,00

33.158.157,55

324.028.927,72

0,00

1.633.995,48

94.285.378,05

432.500.000,00

348.684.911,98

50.702.270,07

-80.591.537,05

0,00

64.570.682,18

0,00

0,00

0,00

38.737.896,80

10.552.387.546,33

19.827.933.703,59

14.961.810.912,19

Jahresabschluss 2011

euro euro VorJahr

tausend euro

0,00

0,00

582.769.736,43

357.187.085,27

0,00

95.919.373,53

0,00

96.000.000,00

115.746.795,99

0,00

751.295.645,00

47.341.050.798,33

64.570.682,18

38.737.896,80

0

1.252.221

9.633.304

(362.007)

(0)

(0)

0

17.674.502

0

0

2.423.446

(379.846)

(0)

(28.888)

0

15.992.300

30.466

0

(0)

Geschäftsbericht 2011 | 43

0

0

(0)

439.552

27.968

432.572

0

0

1.189

6.871

0

106.000

142.284

(18.500)

0

282.500

198.685

0

0

0

49.908

794

48.694.562

0

103.331

0

0

0

95.253


ericht Des VorstanDs bericht Des VorstanDes

44

| Geschäftsbericht 2011


GeWinn- unD VerlustrechnunG

für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011


Jahresabschluss 2011 bericht Des VorstanDes

GeWinn- und VerlustrechnunG für die zeit Vom

01.01. – 31.12.2011 | aufWendunGen

1. zinsaufwendungen

2. provisionsaufwendungen

3. nettoaufwand des handelsbestands

4. allgemeine Verwaltungsaufwendungen

a) Personalaufwand

aa) löhne und Gehälter

ab) soziale abgaben und aufwendungen für altersversorgung und

für unterstützung

darunter: für altersversorgung

b) andere Verwaltungsaufwendungen

5. abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle

anlagewerte und sachanlagen

6. sonstige betriebliche aufwendungen

7. abschreibungen und Wertberichtigungen auf forderungen und

bestimmte Wertpapiere sowie zuführungen zu rückstellungen

im kreditgeschäft

8. abschreibungen und Wertberichtigungen auf beteiligungen,

anteile an verbundenen unternehmen und wie anlagevermögen

behandelte Wertpapiere

9. aufwendungen aus Verlustübernahme

10.

11. außerordentliche aufwendungen

12. steuern vom einkommen und vom ertrag

13. sonstige steuern, soweit nicht unter posten 6 ausgewiesen

14. aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs-

oder teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne

15. jahresüberschuss

summe der aufWendunGen

46 | Geschäftsbericht 2011

6.133.647,09

994.043,45

176,959.85

euro euro

euro

7.127.690,54

8.787.330,00

3.420.717.279,42

13.926.661,64

0,00

15.915.020,54

2.498.576,89

59.159,66

131.005.779,97

0,00

0,00

0,00

0,00

1.166.531,17

15.451,39

0,00

0,00

3.585.304.460,68

VorJahr

tausend euro

3.198.634

3.907

0

6.242

983

(171)

8.364

2.656

106

18.484

0

0

0

3.601

198

16

0

794

3.243.993


GeWinn- und VerlustrechnunG für die zeit Vom

01.01. – 31.12.2011 | erträGe euro

1. zinserträge aus

a) Kredit- und Geldmarktgeschäften

b) Festverzinslichen Wertpapieren und schuldbuchforderungen

2. laufende erträge aus

a) aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren

b) beteiligungen

c) anteilen an verbundenen unternehmen

3. erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder

teilgewinnabführungsverträgen

4. provisionserträge

5. nettoertrag des handelsbestands

6. erträge aus zuschreibungen zu forderungen und bestimmten

Wertpapieren sowie aus der auslösung von rückstellungen im

kreditgeschäft

7. erträge aus zuschreibungen zu beteiligungen, anteilen an verbundenen

unternehmen und wie anlagevermögen behandelten

Wertpapieren

8. sonstige betriebliche erträge

9.

10. außerordentliche erträge

11. erträge aus Verlustübernahme

12. jahresfehlbetrag

summe der erträGe

1. jahresüberschuss / jahresfehlbetrag

2. Gewinnvortrag / Verlustvortrag aus dem Vorjahr

3. entnahmen aus der kapitalrücklage

4. entnahmen aus Gewinnrücklagen

a) aus der gesetzlichen rücklage

b) aus der rücklage für eigene anteile an einem herrschenden oder

mehrheitlich beteiligten unternehmen

c) aus satzungsmäßigen rücklagen

d) aus anderen Gewinnrücklagen

5. entnahmen aus Genussrechtskapital

6. einstellungen in Gewinnrücklagen

a) in die gesetzliche rücklage

b) in die rücklage für anteile an einem herrschenden oder

mehrheitlich beteiligten unternehmen

c) in satzungsmäßige rücklagen

d) in andere Gewinnrücklagen

7. Wiederauffüllung des Genussrechtskapitals

8. bilanzGeWinn / bilanzVerlust

bi

2.925.689.565,91

556.825.313,69

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

euro

3.482.514.879,60

0,00

0,00

4.026.961,03

0,00

0,00

6.338.464,12

295.414,87

0,00

0,00

0,00

92.128.741,06

3.585.304.460,68

-92.128.741,06

793.844,74

-91.334.896,32

0,00

-91.334.896,32

0,00

-91.334.896,32

11.537.204,01

-79.797.692,31

793.844,74

-80.591.537,05

0,00

-80.591.537,05

Jahresabschluss 2011

VorJahr

tausend euro

2.707.186

532.988

0

0

0

Geschäftsbericht 2011 | 47

0

1.704

0

0

0

2.115

0

0

0

0

3.243.993

794

585

1.379

0

1.379

1.379

0

1.379

0

0

0

585

794

0

794


Jahresabschluss 2011 bericht Des VorstanDes

eiGenkapitalVeränderunGsrechnunG

eiGenkapitalVeränderunG

in mio. euro

48 | Geschäftsbericht 2011

Gezeichnetes Kapital- Gewinn- bilanz-

Kapital rücklagen rücklagen gewinn eigenkapital

stand am 31.12.2009 182,5 98,7 49,3 0,6 331,1

ausgabe von anteilen 100,0 100,0 0,0 0,0 200,0

Gezahlte dividenden 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

übrige Veränderungen 0,0 0,0 0,6 -0,6 0,0

jahresüberschuss/-fehlbetrag 0,0 0,0 0,0 0,8 0,8

stand am 31.12.2010 282,5 198,7 49,9 0,8 531,9

ausgabe von anteilen 150,0 150,0 0,0 0,0 300,0

Gezahlte dividenden 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

übrige Veränderungen 0,0 0,0 0,8 -0,8 0,0

jahresüberschuss/-fehlbetrag 0,0 0,0 0,0 -92,1 -92,1

entnahmen aus Genussrechtskapital 0,0 0,0 0,0 11,5 11,5

stand am 31.12.2011 432,5 348,7 50,7 -80,6 751,3


kapitalflussrechnunG

Jahresabschluss 2011

kapitalflussrechnunG

in mio. euro 2010 2011

periodenerGebnis 0,8 -92,1

im periodenergebnis enthaltene zahlungsunwirksame posten aus operativer tätigkeit

abschreibungen, Wertberichtigungen und Zuschreibungen auf Forderungen, sach- und Finanzanlagen 6,0 38,8

Zunahme/abnahme der rückstellungen 1,3 86,9

andere zahlungsunwirksame aufwendungen/erträge 0,1 0,0

Gewinn/Verlust aus der Veräußerung von Finanz- und sachanlagen 0,0 -6,3

sonstige anpassungen -41,3 -60,6

zWischensumme -33,2 -33,4

Veränderungen des Vermögens und der Verbindlichkeiten aus laufender Geschäftstätigkeit

Forderungen an Kunden -645,9 1.046,4

Forderungen an Kreditinstitute -1.331,3 -591,2

Wertpapiere (soweit nicht Finanzanlagen) 515,8 281,1

andere aktiva aus laufender Geschäftstätigkeit 420,9 -1,5

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.183,1 -252,0

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 156,7 -328,9

Verbriefte Verbindlichkeiten -674,0 -1.077,0

andere Passiva aus laufender Geschäftstätigkeit 325,4 26,1

erhaltene Zinsen 3.131,1 3.334,8

Gezahlte Zinsen -3.163,4 -3.346,2

ertragsteuerzahlungen 0,1 -0,8

cashfloW aus der laufenden GeschäftstätiGkeit -114,7 -942,5

einzahlung aus abgängen des Finanzanlagevermögens 827,9 1.125,1

einzahlung aus abgängen des sachanlagevermögens 0 0

auszahlung für investitionen in das Finanzanlagevermögen -958,8 0,0

auszahlung für investitionen in das sachanlagevermögen -0,4 -0,4

cashfloW aus der inVestitionstätiGkeit -131,3 1.124,8

einzahlungen aus Kapitalerhöhungen 200,0 300,0

mittelveränderungen aus sonstigem Kapital -20,5 -25,0

cashfloW aus der finanzierunGstätiGkeit 179,5 275,0

zahlunGsWirksame VeränderunG des finanzmittelfonds -66,5 457,2

zahlunGsmittelfonds am anfanG der periode 92,0 25,5

zahlunGsmittelfonds am ende der periode 25,5 482,7

Geschäftsbericht 2011 | 49


Jahresabschluss 2011 bericht Des VorstanDes

anhanG

Grundsätze

bilanzierungs-, bewertungs- und umrechnungsgrundsätze

Der Jahresabschluss wurde nach den maßgeblichen Vorschriften

des Handelsgesetzbuches, des Aktiengesetzes und des Pfandbrief-

gesetzes sowie nach der Verordnung über die Rechnungslegung

der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute aufgestellt.

Die anzuwendenden Rechnungslegungsstandards des DRSC wer-

den beachtet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem

Nennwert zuzüglich anteiliger Zinsen angesetzt. Der Unterschied

zwischen Ausgabe- und Nennbetrag ist als Rechnungsabgrenzung

ausgewiesen. Allen erkennbaren Einzelrisiken im Kreditgeschäft

wird durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung

getragen.

Die den Finanzanlagen zugeordneten Wertpapierbestände wer-

den nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Agio-

und Disagiobeträge werden über die Laufzeit der Papiere verteilt

im Zinsertrag verrechnet.

Die Wertpapiere der Liquiditätsreserve werden unter Berück-

sichtigung von Kurssicherungsinstrumenten nach dem strengen

Niederstwertprinzip zu dem fortlaufend ermittelten Durch-

schnittswert oder dem gegebenenfalls niedrigeren Tageskurs

des Bilanzstichtags bei Beachtung des Wertaufholungsgebots

bewertet. Sofern bei Wertpapieren zum Bilanzstichtag keine li-

quiden Preise über externe Marktdatenanbieter verfügbar waren,

wurden die Marktwerte der Wertpapiere unter Anwendung von

eigenen Bewertungsmodellen ermittelt. Bei den Bewertungsmo-

dellen handelt es sich um marktübliche Discounted-Cashflow-

Verfahren, wobei explizit emittenten- und assetklassenspezifische

Zinskurven und Risikoaufschläge (Credit Spreads) berücksichtigt

wurden.

Werden derivative Finanzinstrumente mit Grundgeschäften in

einer Bewertungseinheit (Mikrohedge) zur Absicherung von

Zinsänderungsrisiken zusammengefasst, wird die Wirksamkeit

der Sicherungsbeziehung sowohl prospektiv als auch retrospektiv

ermittelt. Dies geschieht für nicht strukturierte Sicherungsbezie-

hungen in Form der Sensitivitätsanalyse (prospektiv) bzw. der

Regressionsanalyse (retrospektiv) und für strukturierte Siche-

rungsbeziehungen mittels des Critical Terms Match. Gegenläufige

Wertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft bleiben

50 | Geschäftsbericht 2011

nach § 254 HGB unberücksichtigt. Die darüber hinausgehenden

Wertänderungen unterliegen dem Imparitätsprinzip über die Bil-

dung von Rückstellungen unter Beachtung des Wertaufholungs-

gebots.

Zinserträge und -aufwendungen der sichernden Swapgeschäfte

werden mit den Zinserträgen und -aufwendungen der jeweiligen

gesicherten Position verrechnet, somit wird das Zinsergebnis der

gesamten Bewertungseinheit in dem entsprechenden Posten der

Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen sind entsprechend

der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer mit den um lineare

planmäßige Abschreibungen verminderten Anschaffungskosten

angesetzt. Neben den planmäßigen Abschreibungen wurde von

der Vereinfachungsregel nach § 6 Abs. 2a EStG für geringwertige

Wirtschaftsgüter Gebrauch gemacht.

Latente Steuern werden gem. § 274 HGB nach dem bilanzpostenorientierten

Temporary-Konzept als Vergleich zwischen dem Ansatz

nach der Handelsbilanz und nach der Steuerbilanz ermittelt.

Vom bilanziellen Wahlrecht zum Ansatz aktiver latenter Steuern

wird kein Gebrauch gemacht.

Die im Zusammenhang mit echten Pensionsgeschäften übertragenen

Wertpapiere werden einschließlich der wirtschaftlichen

Erfolge entsprechend der ursprünglich zugeordneten Kategorie

bilanziert und bewertet. Gleichzeitig wird eine Verbindlichkeit

in Höhe des vereinbarten Rücknahmebetrages passiviert. Der

Unterschiedsbetrag zwischen dem Rücknahmebetrag und dem

erhaltenen Betrag wird in die Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt

und zeitanteilig im Zinsergebnis berücksichtigt. Die in

Pension genommenen Wertpapiere werden nicht in der Bilanz

ausgewiesen. Der für die übernommenen Wertpapiere gezahlte

Betrag wird als Forderung gegenüber dem Pensionsgeber bilanziert.

Die Zuschlagsbeträge auf die Pensionsgeschäfte werden

jeweils zeitanteilig über die Laufzeit des Pensionsgeschäftes abgegrenzt.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag zuzüglich

anteiliger Zinsen passiviert. Der Unterschied zwischen Nennund

Ausgabebetrag wird in die Rechnungsabgrenzung eingestellt.

Für Steuern, ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste

aus schwebenden Geschäften werden Rückstellungen in Höhe der

voraussichtlichen Inanspruchnahme gebildet.


Die Pensionsrückstellungen wurden nach versicherungsmathe-

matischen Grundsätzen gemäß § 253 (2) HGB in Verbindung

mit der Rückstellungsabzinsungsverordnung angesetzt. Für die

Berechnung wurden die Richttafeln 2005 G von Prof. Klaus Heubeck

sowie ein Rechnungszins von 5,15 % p. a. verwendet. Die

Versorgungszusage ist durch eine Rückdeckungsversicherung in

entsprechender Höhe gedeckt. Es erfolgt eine Saldierung gem.

§ 246 (2) Satz 2 HGB.

Erhaltene Prämien aus Stillhalterverpflichtungen für Swaptions

werden als sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen und am Ende

der Laufzeit der Option vereinnahmt. Erhaltene und gezahlte

Prämien aus Swaps und Zinsbegrenzungsvereinbarungen werden

unter den passiven bzw. den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten

ausgewiesen und zeitanteilig im Zinsertrag bzw. -aufwand

vereinnahmt.

Die Bewertung der auf fremde Währung lautenden Vermögensgegenstände

und Schulden und außerbilanziellen Geschäfte

erfolgt auf der Basis des § 256a HGB in Verbindung mit § 340h

HGB. Die Umrechnung erfolgt zum Devisenkassamittelkurs des

Bilanzstichtags. Bei den Fremdwährungsposten handelt es sich

um währungskursgesicherte Positionen, bei denen kein Wechselkursrisiko

besteht (besondere Deckung). Die Aufwendungen

und Erträge aus der Währungsumrechnung werden netto im

sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

erläuterunGen zur bilanz

fristengliederung nach restlaufzeiten

bis 3 monate

mehr als 3 monate bis 1 Jahr

mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre

mehr als 5 Jahre

Zinsen

Gesamt

Jahresabschluss 2011

Die Bank nimmt eine verlustfreie Bewertung des Bankbuchs

auf Basis des Entwurfs der Stellungnahme des Bankenfachausschusses

des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V.

vom 9. Dezember 2011 (IDW ERS BFA 3) vor. Das Bankbuch

umfasst alle bilanziellen und außerbilanziellen zinsbezogenen

Finanzgeschäfte außerhalb des Handelsbestands (einschließlich

der Wertpapiere der Liquiditätsreserve und der Wertpapiere

des Anlagebestands). Ein Handelsbuch führt die Bank nicht.

Die Bewertung des Bankbuchs erfolgt mittels der periodischen

(GuV-orientierten) Betrachtungsweise unter Berücksichtigung

angemessener zukünftiger Verwaltungs- und Risikokosten. Die

Risikokosten sind aus aufsichtsrechtlichen Vorgaben für das

Meldewesen (Standardrisikokosten) abgeleitet. Dabei wird ausgehend

von dem derzeitigen Refinanzierungsmix eine künftige

Refinanzierung über Termineinlagen, Geldaufnahmen bei der

EZB und durch Liquidität aus der Gruppe unterstellt. Betragsund

Laufzeitinkongruenzen werden unter Verwendung fristenadäquater

Geld- und Kapitalmarktzinssätze zum Abschlussstichtag

fiktiv geschlossen, wobei die Finanzierungswirkung des

Eigenkapitals Berücksichtigung findet. Bei Vorliegen eines Verpflichtungsüberschusses

wird dieser nach dem Imparitätsprinzip

im Wege einer Drohverlustrückstellung berücksichtigt.

GliederunG nach restlaufzeiten in mio. euro Forderungen an Kreditinstitute Forderungen an Kunden

4.067,2

2.017,2

1.807,5

584,8

984,6

9.461,2

112,3

858,4

3.956,1

15.111,1

305,5

20.343,4

Geschäftsbericht 2011 | 51


Jahresabschluss 2011 bericht Des VorstanDes

bis 3 monate

mehr als 3 monate bis 1 Jahr

mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre

mehr als 5 Jahre

Zinsen

Gesamt

im Folgejahr fällig werdend

52 | Geschäftsbericht 2011

Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten

6.940,7

552,1

1.513,0

637,2

909,4

10.552,4

forderungen und Verbindlichkeiten an verbundene unternehmen

Verbindlichkeiten

gegenüber Kunden

1.326,8

684,7

2.220,0

15.192,4

404,1

19.827,9

schuldverschreibungen und andere

festverzinsliche Wertpapiere in mio. euro

forderunGen/Verbindlichkeiten an/GeGenüber Verbundene(n)

unternehmen/beteiliGunGen in mio. euro

Darunter an/gegenüber

Gesamt verbundene(n) unternehmen

Forderungen an Kreditinstitute

Forderungen an Kunden

schuldverschreibungen und andere

festverzinsliche Wertpapiere

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Verbriefte Verbindlichkeiten

nachrangige Verbindlichkeiten

9.461,2

20.343,4

16.659,0

10.552,4

19.827,9

14.961,8

96,0

3.125,4

1.398,0

-

237,8

3.866,5


232,9

73,0

andere verbriefte

Verbindlichkeiten

begebene schuldverschreibungen

in mio. euro

-

-

-

-

-

-

725,5

Darunter an/gegenüber unternehmen, mit

denen ein beteiligungsverhältnis besteht








örsenfähiGe Wertpapiere,

aktien in mio. euro

schuldverschreibungen und

andere festverzinsliche Wertpapiere

aktien und andere nicht

festverzinsliche Wertpapiere

zur sicherheit übertragene Vermögensgegenstände

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind im Rahmen

von Offenmarktgeschäften und echten Pensionsgeschäften durch

Wertpapiere in Höhe von 3.455,6 Mio. Euro und Darlehen in

Höhe von 154,1 Mio. Euro besichert.

börsenfähige Wertpapiere

Wertpapiere mit einem Nominalvolumen von 13.007,4 Mio.

Euro werden wie Anlagevermögen bewertet, da sie nicht als Li-

quiditätsreserve dienen und teilweise als Deckung für begebene

Öffentliche Pfandbriefe dienen. Auf Wertpapiere des Anlagever-

mögens mit einem Buchwert von 9.144,5 Mio. Euro und einem

Zeitwert von 7.512,9 Mio. Euro wurden keine Abschreibungen

auf den Niederstwert vorgenommen. Diese Zahlen enthalten das

Exposure an griechischen Staatsanleihen, das Ende Januar 2012

an die Dexia Crédit Local veräußert wurde. Es liegt keine dau-

erhafte Wertminderung vor, da es sich um Kursschwankungen

handelt, von denen erwartet wird, dass sie sich bis zur Fälligkeit

des Papiers wieder ausgleichen werden und die Papiere bis zur

Fälligkeit gehalten werden können. (siehe Tabelle oben)

anlaGespieGel in mio. euro

immaterielle

Vermögensgegenstände

sachanlagen

Wertpapiere des

anlagevermögens

anschaffungskosten

Vortrag

1.1.2011

22,7

15,8

13.961,6

Gesamt

16.659,0

1,0

Zugänge

Geschäftsjahr

0,0

0,4

-

börsenfähig

16.659,0

1,0

abgänge

Geschäftsjahr

0,0

0,1

Veränderungen saldiert

-994,5

börsennotiert

14.730,1

1,0

nachrangige Vermögensgegenstände

Im Posten Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

sind nachrangige Vermögensgegenstände in Höhe von 1,0 Mio.

Euro enthalten.

nicht

börsennotiert

1.929,0

entwicklung des anlagevermögens

Die Sachanlagen beinhalten im Rahmen der eigenen Tätigkeit ge-

nutzte Grundstücke und Gebäude in Höhe von 4,5 Mio. Euro und

Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 0,9 Mio. Euro.

(siehe Tabelle unten)

sonstige Vermögensgegenstände


Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Er-

stattungsansprüche gegenüber Konzerngesellschaften (0,3 Mio. Euro)

und Rückdeckungsversicherungen (0,4 Mio. Euro).

abschreibung

kumuliert

21,8

10,6

-

restbuchwert

zum

31.12.2011

1,0

5,4

12.967,1

Jahresabschluss 2011

betrag der nicht mit dem niederstwertprinzip

bewerteten börsenfähigen Wertpapiere

restbuchwert

zum

31.12.2010

3,0

5,5

13.961,6

9.144,5

Geschäftsbericht 2011 | 53


abschreibung/

Zuschreibung

Geschäftsjahr

2,0

0,5

-


Jahresabschluss 2011 ericht Des VorstanDes

rechnungsabgrenzungsposten

rechnunGsabGrenzunGsposten aktiV

in mio. euro 31.12.2010

31.12.2011

emissionsdisagio aus schuldverschreibungen

agio aus Forderungen

aus dem emissions- und darlehensGeschäft insGesamt

rechnunGsabGrenzunGsposten passiV

in mio. euro

Damnum aus Forderungen

agio aus schuldverschreibungen

aus dem emissions- und darlehensGeschäft insGesamt

aktive latente steuern

Drohverlustrückstellungen führen zu temporären Differenzen

zwischen Handels- und Steuerbilanz und somit zu latenten Steu-

ern. Diese aktiven latenten Steuern sind mit einem Steuersatz von

30,2 % bewertet. Unter Ausübung des Wahlrechts gem. § 274 (1)

Satz 2 HGB haben wir auf den Ansatz verzichtet, da der voraus-

sichtliche Ausgleich dieser Differenzen nicht mit hinreichender

Wahrscheinlichkeit absehbar ist.

forderungen/ Verbindlichkeiten in fremdwährung

In den Aktiva sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von

2.735,3 Mio. Euro und in den Passiva von 315,3 Mio. enthalten.

bewertungseinheiten

Die Bank hat Bewertungseinheiten in der Form von Mikro-

hedgebeziehungen ausschließlich zur Absicherung von Zinsän-

derungsrisiken gebildet, in die die nachfolgenden Posten bzw.

Transaktionen einbezogen wurden. Aufgrund des Abschlusses

von Zinsswaps werden diese Grundgeschäfte in variable Trans-

aktionen umgewandelt. Die Bewertungseinheit wird durch wei-

testgehende Übereinstimmung der wesentlichen Parameter von

Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft hergestellt. Da sich die

Wertänderungen der korrespondierenden Geschäfte über die

Laufzeit fast vollständig ausgleichen, ist nur in Höhe des nicht ab-

gesicherten Teils eine Rückstellung zu bilden. Diese beträgt zum

Bilanzstichtag 1,8 Mio. Euro. Für die Überwachung der Effektivität

54 | Geschäftsbericht 2011

der gebildeten Mikrohedgebeziehungen werden im Rahmen der

nicht zinsstrukturierten Produkte Sensitivitätsanalysen und Re-

gressionsanalysen verwendet, bei denen die Wertveränderungen

von Grund- und Sicherungsgeschäft gegenübergestellt werden. Im

Rahmen der zinsstrukturierten Produkte wird der Critical Terms

Match für den Nachweis der Effektivität eingesetzt. Dabei wird die

Deckungsgleichheit bestimmter Parameter zwischen Grund- und

Sicherungsgeschäft untersucht, ohne dass eine Messung der ef-

fektiven Auswirkungen wie bei den nicht zinsstrukturierten Pro-

dukten stattfindet (siehe Tabelle auf der nächsten Seite).

sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen un-

realisierte Verluste aus besonders gedeckten Devisenterminge-

schäften (579,4 Mio. Euro) sowie anteilige Zinsen aus nachran-

gigen Verbindlichkeiten (2,0 Mio. Euro).

pensionsrückstellungen

53,0

250,4

303,4

31.12.2010

6,9

21,1

28,0

Pensionsrückstellungen in Höhe von 0,0 Mio. Euro wurden ge-

mäß § 246 (2) Satz 2 HGB mit Ansprüchen aus Rückdeckungs-

versicherungen in Höhe von 0,0 Mio. Euro verrechnet.

nachrangige Verbindlichkeiten

37,6

232,2

269,8

31.12.2011

16,1

17,0

33,2

Die nachrangigen Verbindlichkeiten sind im Fall des Konkurses

oder der Liquidation der Bank erst nach Befriedigung aller nicht


GrundGeschäft

Vermögensgegenstände

Verbindlichkeiten

Gesamt

nachrangigen Gläubiger zurückzuerstatten. Eine vorzeitige Rück-

zahlung ist ausgeschlossen. Die Zinsaufwendungen für alle nach-

rangigen Verbindlichkeiten betragen 5,0 Mio. Euro.

Von den nachrangigen Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt

96,0 Mio. Euro übersteigen fünf Emissionen mit nominal ins-

gesamt 83,0 Mio. Euro jeweils 10 % des Gesamtausweises. Sie

werden zu Zinssätzen zwischen 4,255 % und 5,28 % verzinst

und in den Jahren 2013 bis 2018 fällig. Aus dem Bestand von

96,0 Mio. Euro erfüllen 74,4 Mio. Euro die Anforderungen des

§ 10 (5a) KWG zur Anerkennung als haftendes Eigenkapital.

Genussrechtskapital

Das Genussrechtskapital setzt sich nach der Herabsetzung der

Rückzahlungsansprüche aus Inhabergenussrechten in Höhe von

71,9 Mio. Euro und Namensgenussrechten in Höhe von 43,8 Mio.

Euro zusammen. Zum Bilanzstichtag ist es haftendes Eigenkapi-

tal in Höhe von 116,9 Mio. Euro, da die Verlustbeteiligung erst

mit Feststellung des Jahresabschlusses wirksam wird.

Genussrechtskapital

emissionsjahr 2001

emissionsjahr 2002

emissionsjahr 2002

emissionsjahr 2003

emissionsjahr 2003

emissionsjahr 2003

emissionsjahr 2006

emissionsjahr 2006

emissionsjahr 2006

emissionsjahr 2007

emissionsjahr 2007

emissionsjahr 2007

betrag des Grundgeschäfts

in mio. euro

nominalbetrag in mio. euro

13.469,5

7.338,9

20.808,4

3,5

1,0

5,0

10,0

10,0

20,0

10,0

4,0

22,0

10,0

10,0

21,8

art der

bewertungseinheit

mikrohedge

mikrohedge

Gesichertes risiko

Zinsänderungsrisiko

Zinsänderungsrisiko

Aufgrund der Emissionsbedingungen wird im Falle eines Bilanz-

verlusts das Genussrechtskapital nicht verzinst. Daher sind für

das abgelaufene Geschäftsjahr keine Aufwendungen angefallen.

Für die Ermittlung der Beteiligung der Genussscheingläubiger

am Verlust des Geschäftsjahres 2011 bestehen zwei unterschied-

liche Berechnungsmethoden. Einerseits nimmt der Namensge-

nussscheininhaber im Verhältnis seines Rückzahlungsanspruchs

zur Summe aus gezeichnetem Kapital, Rücklagen und gesamtem

Genussrechtskapital am Verlust teil. Andererseits wird bei den

Inhabergenussscheinen die Quote am Verlust im Verhältnis der

jeweiligen Rückzahlungsansprüche zur Summe des Eigenkapi-

tals gem. §10 KWG berechnet. Dabei wurden jeweils Nominal-

kapitalbeträge zugrunde gelegt. Der Verlust wurde vor Berück-

sichtigung der Verlustbeteiligung ermittelt. Bei der Berechnung

wurde auf die Verhältnisse zum Bilanzstichtag 31.12.2011 ab-

gestellt. Die Rückzahlungsansprüche der Genussscheingläu-

biger verminderten sich entsprechend um 11,5 Mio. Euro auf

115,7 Mio. Euro (siehe Tabelle unten).

0,3

0,1

0,4

0,9

1,0

1,7

1,0

0,4

1,9

1,0

1,0

1,9

6,97

6,60

variabel

6,45

6,52

6,25

Jahresabschluss 2011

höhe des abgesicherten

risikos in mio. euro

2.706,0

-967,8

Verlustbeteiligung

in mio. euro Zinssatz in % Kapitalrückzahlung

5,08

5,08

4,88

5,57

5,57

5,63

2012

2013

2013

2014

2014

2014

2017

2017

2017

2018

2018

2018

Geschäftsbericht 2011 | 55


Jahresabschluss 2011 bericht Des VorstanDes

Gezeichnetes kapital

Das gezeichnete Kapital beträgt nach einer Kapitalerhöhung

von 150,0 Mio. Euro nunmehr 432,5 Mio. Euro. Es ist eingeteilt

in 432.500.000 vinkulierte Namensaktien zu 1,00 Euro.

kapital-/Gewinnrücklagen

Die Kapitalrücklage beläuft sich nach Einzahlung des Agios der

Kapitalerhöhung zum 31.12.2011 auf 348,7 Mio. Euro. Die Ge-

winnrücklage beträgt am Jahresende 50,7 Mio. Euro nach Ein-

stellung eines Betrages von 0,8 Mio. Euro durch Beschluss der

Hauptversammlung vom 17. März 2011.

frei verfügbare rücklagen

Der Bilanzverlust zum 31.12.2011 beträgt 80,6 Mio. Euro. Im

Berichtsjahr bestanden keine gesetzlichen, satzungsgemäßen

oder gemäß Gesellschaftsvertrag bestehenden Ausschüttungs-

sperren.

pensionsgeschäfte

Der Buchwert der in Pension gegebenen Vermögensgegenstände

beträgt 3,2 Mio. Euro.

erläuterunGen zur

GeWinn- und VerlustrechnunG

personalaufwand

Der Personalaufwand für das Berichtsjahr beträgt 7,1 Mio. Euro.

Darin enthalten sind die Gesamtbezüge für Mitglieder des Vorstands

in Höhe von 1,1 Mio. Euro. Vergütungen an Mitglieder

des Aufsichtsrats wurden nicht gezahlt.

honorare der abschlussprüfer

In den anderen Verwaltungsaufwendungen sind folgende Honorare

der Abschlussprüfer enthalten (siehe Tabelle auf der nächsten

Seite).

56 | Geschäftsbericht 2011

risikovorsorge

Im Bereich der Risikovorsorge wird von dem Wahlrecht auf

Vollkompensation Gebrauch gemacht (§ 340f Abs. 3 HGB). Der

ausgewiesene Saldo ergibt sich aus der Verrechnung von Aufwandsposten

„Abschreibungen und Wertberichtigungen auf

Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen

zu Rückstellungen im Kreditgeschäft“ mit Ertragsposten „Erträge

aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten

Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im

Kreditgeschäft“.

Die Risikovorsorge beinhaltet außerdem die Zuführung zur

Drohverlustrückstellung aus der verlustfreien Bewertung

von zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs gem. der IDW

Stellungnahme (IDW ERS BFA 3) v. 9.12.2011 in Höhe von

77,0 Mio. Euro. Weiterhin enthält die Risikovorsorge eine Zuführung

zur Rückstellung aus dem erwarteten Verlust in Höhe

von 11,3 Mio. Euro aus dem Verkauf des Portfolios griechischer

Staatsanleihen unter der einhergehenden vorzeitigen Beendigung

der diese gegen das Zinsänderungsrisiko absichernden

Derivate. Diese Transaktionen wurden bei der Ermittlung der

Drohverlustrückstellung aus der verlustfreien Bewertung von

zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs nach IDW ERS

BFA 3 herausgerechnet.

steuern vom einkommen und vom ertrag

Für das Berichtsjahr ergibt sich aufgrund der steuerrechtlich

nicht abzugsfähigen Bildung der Drohverlustrückstellungen sowie

der steuerrechtlich als Ertrag zu berücksichtigenden Beteiligung

der Genussrechtsgläubiger ein positives zu versteuerndes

Einkommen.

sonstiGe anGaben

ergänzende angaben zur kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung wurde auf Basis des Deutschen Rechnungslegungsstandard

Nr. 2 - 10 aufgestellt. Sie gliedert die Veränderung

des Zahlungsmittelbestands in die Zahlungsströme

aus operativer Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit.

Die Zuordnung der Zahlungsströme zur operativen Tätigkeit

erfolgt in Anlehnung an die Zusammensetzung des Betriebsergebnisses.

Die Zahlungsströme aus Investitionstätigkeit


erücksichtigen im Wesentlichen Cashflows bei Finanzanlagen

und aus der Finanzierungstätigkeit im Wesentlichen die Cash-

flows aus Transaktionen mit dem Aktionär.

Der Finanzmittelfonds umfasst den Kassenbestand und die

Guthaben bei Zentralnotenbanken. Änderungen in der Defini-

tion wurden nicht vorgenommen.

eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen

Die Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen

betreffen im Unterposten 1b) in voller Höhe sonstige Bürg-

schaften und im Unterposten 2c) unwiderrufliche Kreditzu-

sagen von Kommunalkrediten in Höhe von 30,7 Mio. Euro

und Darlehen an kommunalnahe Unternehmen in Höhe von

8,1 Mio. Euro.

Aus heutiger Sicht bestehen keine erkennbaren Ausfallrisiken,

die eine Passivierung erfordern.

honorare der abschlussprüfer

in mio. euro

abschlussprüfungsleistungen

andere bestätigungsleistungen

steuerberatungsleistungen

sonstige leistungen

Gesamt

Volumen im deriVateGeschäft

in mio. euro nach

restlaufzeiten bis 1 Jahr

Zinsswaps

cross-currency-swaps

optionen

Gesamt

7.191,3

86,7

45,0

7.323,0

zins- und währungsbezogene termingeschäfte

Jahresabschluss 2011

Zum Bilanzstichtag bestehen folgende noch nicht abgewickelte

zinsbezogene Termingeschäfte: Termingeschäfte mit Schuld-

scheindarlehen, Zinsswaps, Zinswährungsswaps, Stillhalterver-

pflichtungen aus Optionen auf Zinsswaps, gekaufte Optionen,

Zinsbegrenzungsvereinbarungen, Schuldscheindarlehen mit

Gläubigerkündigungsrecht, Pfandbriefemissionen mit Schuld-

nerkündigungsrecht. Es handelt sich in allen Fällen um OTC-

Produkte. (siehe Tabelle unten).

Die Swappartner der Bank gehören ausnahmslos erstklassigen

Kreditinstitutsgruppen aus Ländern der OECD an, die damit

auch geeignete Kreditinstitute im Sinne von § 4 Abs. 1 Satz 2

Nr. 3 Pfandbriefgesetz sind. Die Ermittlung des Adressenausfall-

risikos der Zinsswaps erfolgt nach der Marktbewertungsmetho-

de.

1–5 Jahre länger als 5 Jahre

20.020,2

530,7

142,0

20.693,0

nominalvolumen

52.177,3

1.916,3

0,0

54.093,6

Den saldierten negativen Marktwerten der Derivate in Höhe

von -4,3 Mrd. Euro (ohne anteilige Zinsen) stehen zinsindu-

zierte stille Reserven von mehr als 4,3 Mrd. Euro in den Buch-

werten der Bilanzposten Forderungen an Kreditinstitute, Forde-

Gesamt

79.388,9

2.533,7

187,0

82.109,6

Positiv

4.672,5

90,5

0,0

4.763,0

marktwerte

negativ

-7.870,5

-1.185,0

-0,5

-9.056,0

0,3

0,1

0,4

Gesamt

-3.198,0

-1.094,5

-0,5

-4.293,0

Geschäftsbericht 2011 | 57


Jahresabschluss 2011 bericht Des VorstanDes

rungen an Kunden, Wertpapiere, Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten, Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und verbriefte

Verbindlichkeiten gegenüber.

Die Barwerte der Derivate werden mit Hilfe von Zerobondabzinsungsfaktoren

sowie der zukünftigen Cashflows unter Zugrundelegung

der Marktwertmethode errechnet. Die arbitragefreien

Zerobondabzinsungsfaktoren werden arbeitstäglich aus der aktuellen

Swap-Mid-Zinskurve ermittelt. Sofern für hoch strukturierte

Derivate zum 31.12.2011 noch kein Bewertungsmodell

vorlag, wurden diese mit der variablen Seite bewertet. Handelsgeschäfte

mit derivativen Produkten wurden nicht getätigt.

Die anderen Forderungen an Kreditinstitute enthalten 948,3 Mio.

Euro und die anderen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

874,8 Mio. Euro anteilige Zinsen aus derivativen Geschäften.

Geleistete Ausgleichszahlungen werden unter den Aktiven

Rechnungsabgrenzungsposten mit 115,9 Mio. Euro und die

erhaltenen Ausgleichszahlungen unter den Passiven Rechnungsabgrenzungsposten

mit 310,6 Mio. Euro ausgewiesen. Die sonstigen

Verbindlichkeiten enthalten einen Ausgleichsposten aus

der Fremdwährungsbewertung von Swaps in Höhe von 579,4

Mio. Euro.

kredite an Vorstands- oder aufsichtsratsmitglieder

Zum Bilanzstichtag waren keine Kredite und Vorschüsse an Mitglieder

des Vorstands und des Aufsichtsrats gewährt.

58 | Geschäftsbericht 2011

mitarbeiterzahl

Im Jahresdurchschnitt waren 83 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

beschäftigt. Davon entfallen 39 auf den tariflichen und 44

auf den außertariflichen Bereich.

konzernzugehörigkeit

Die Dexia Crédit Local S. A., Paris, ist am Kapital der Bank zu

100 % beteiligt. Die Muttergesellschaft stellt einen Teilkonzernabschluss

nach den International Financial Reporting Standards auf,

in den die Dexia Kommunalbank Deutschland AG konsolidiert ist.

Der Teilkonzernabschluss ist beim Handelsregister in Paris hinterlegt.

Die Dexia S. A., Brüssel, ist am Kapital der Dexia Crédit

Local S. A., Paris, zu 100 % beteiligt. Die Dexia S. A., Brüssel, stellt

einen Konzernabschluss nach den International Financial Reporting

Standards auf, in den die Dexia Kommunalbank Deutschland

AG einbezogen ist. Dieser wird beim Handelsregister in Brüssel

hinterlegt.


deckungsrechnung

öffentliche pfandbriefe

in mio. euro

ordentliche deckung

Forderungen an Kreditinstitute (Kommunalkredite)

Forderungen an Kunden (Kommunalkredite)

schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

als sicherheit für echte Pensionsgeschäfte erhalten

sonstige deckung

Forderungen an Kreditinstitute (Kommunalkredite)

schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

als sicherheit für echte Pensionsgeschäfte erhalten

deckunGsWerte insGesamt

GesamtbetraG der deckunGsWerte nach § 20 abs. 2 pfandbriefGesetz in mio. euro

31.12. 2011

31.12. 2010

GesamtbetraG der im umlauf

befindlichen pfandbriefe in mio. euro

öffentliche Pfandbriefe

Deckungsmasse

davon Derivate

überdeckunG

laufzeitstruktur der im umlauf

befindlichen pfandbriefe

öffentliche Pfandbriefe

Deckungsmasse

mehr als 3 Jahre bis

einschließlich 4 Jahre

31.12.2010

3.044,4

2.524,0

31.12.2011

1.394,5

2.538,3

mehr als 4 Jahre bis

einschließlich 5 Jahre

31.12.2010

1.404,5

2.642,3

nominal

31.12.2010

31.12.2011

1.930,6

1.643,4

nominal

nominal

34.337,3

37.795,4

0,0

3.458,1

31.12.2010

3.444,7

2.800,8

nominal

31.12.2011

32.746,0

35.643,2

0,0

2.897,3

31.12.2011

1.163,0

2.633,8

31.12.2010

8.154,8

7.008,2

barwert

31.12.2010

36.599,2

42.141,5

0,0

5.542,3

31.12.2010

1.162,9

2.908,7

mehr als 5 Jahre bis

einschließlich 10 Jahre

31.12.2011

7.979,1

5.896,4

barwert

31.12.2011

37.073,8

42.702,2

0,0

5.628,4

bis 1 Jahr einschließlich mehr als 1 Jahr bis

einschließlich 2 Jahre

31.12.2011

4.774,0

3.100,9

Jahresabschluss 2011

31.12.2010

2.539,5

20.299,6

9.972,6

2.110,6

80,1

2.239,0

554,0

37.795,4

risikobarwert

31.12.2010

31.12.2010

12.388,6

16.705,1

33.425,5

38.923,7

0,0

5.498,3

31.12.2010

4.737,4

3.206,4

mehr als

10 Jahre

31.12.2011

1.879,2

19.427,7

10.921,8

1.875,8

82,2

902,5

554,0

35.643,2

1.538,7

2.873,1

risikobarwert

31.12.2011

34.430,3

39.088,8

0,0

4.658,5

mehr als 2 Jahre bis

einschließlich 3 Jahre

31.12.2011

4.128,4

2.377,4

31.12.2011

11.376,3

17.453,1

Geschäftsbericht 2011 | 59


Jahresabschluss 2011

zur deckunG Von öffentlichen pfandbriefen VerWendete forderunGen

in mio. euro

staat regionale Gebietskörperschaften örtliche Gebietskörperschaften sonstige schuldner

31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011

belgien

bulgarien

Dänemark

Deutschland

davon mit haftung

öffentlicher stellen

Finnland

Frankreich

Griechenland

Großbritannien

internationale

organisationen

italien

Japan

Kanada

litauen

luxemburg

norwegen

österreich

Polen

Portugal

rumänien

schweden

schweiz

slowenien

spanien

tschechische rep.

ungarn

usa

Zypern

auf die Deckungswerte der öffentlichen Pfandbriefe sind keine leistungen innerhalb von 90 tagen rückständig.

60 | Geschäftsbericht 2011

5,0

18,0

86,4

417,0

510,2

579,6

25,0

75,2

270,0

25,0

5,0

10,0

18,7

225,0

278,7

40,0

5,0

80,0

1.888,1

629,6

25,0

75,2

250,0

225,0

18,7

268,9

1.609,2

12.241,9

1.154,8

141,1

1.719,9

275,0

120,1

453,8

291,1

1.894,4

11.988,8

4,5

175,0

920,4

152,8

1.671,7

75,0

503,9

300,5

7.588,1

0,0

614,6

122,3

53,0

10,0

201,6

57,5

6.508,9

47,7

817,5

132,8

10,0

252,8

166,1

59,4

0,0

15,0

5.695,5

4.099,0

25,0

307,0

210,0

354,0

351,7

35,0

40,0

65,0

243,3

63,8

0,0

105,1

1.042,4

0,0

5.014,0

3.612,7

25,0

132,0

354,0

40,0

0,0

78,3

82,2

770,0


orGane Der banK

aufsichtsrat

stéphane Vermeire

Head of Public & Wholesale Banking International

Member of the Management Board of Dexia Crédit Local

Vorsitzender

marc buckens

(bis 31.07.2011)

Head of the Financial Management Department

Dexia S. A.

Stellvertretender Vorsitzender

stéphane magnan

(vom 02.08.2011 bis 19.01.2012)

Head of Treasury and Financial Markets

Member of the Management Board of Dexia Crédit Local

Stellvertretender Vorsitzender

nikola bilandzija

(bis 17.03.2011)

Bankangestellter

benoît debroise

(seit 09.02.2012)

Head of Treasury & Financial Markets

Member of the Management Board of Dexia Crédit Local

norbert drews

(seit 17.03.2011)

Bankangestellter

stefanie Gregorius

(seit 09.03.2012)

Bankangestellte

dr. dirk hoffmann

(seit 09.02.2012)

Rechtsanwalt und Consultant

françois laugier

Chief Financial Officer

Member of the Management Board of Dexia Crédit Local

nico picard

(bis 12.01.2012)

Managing Director, Head of Controlling and Financial

Planning Dexia Banque Internationale à Luxembourg

berko töpfer

(vom 17.03.2011 bis 31.10.2011)

Bankangestellter

Vorstand

friedrich munsberg

Vorsitzender

Bankkaufmann

laurent fritsch

Bankkaufmann

Wilfried Wouters

Bankkaufmann

orGane Der banK

Geschäftsbericht 2011 | 61


Jahresabschluss 2010 bericht Des VorstanDes

62 | Geschäftsbericht 2011


VersicherunG Der

GesetZlichen Vertreter

Wir versichern, dass der Jahresabschluss nach unserem besten

Wissen unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger

Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes

Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der

Gesellschaft vermittelt. Wir versichern weiterhin, dass im

Lagebericht nach unserem besten Wissen der Geschäftsverlauf

einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der

Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen

Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird und dass

die wesentlichen Chancen und Risiken im Sinne des § 289 Abs.

1 Satz 4 HGB beschrieben sind.

Berlin, den 30. März 2012

dexia kommunalbank deutschland aG

Der Vorstand

munsberg fritsch

Wouters

VersicherunG

Geschäftsbericht 2011 | 63


estätiGunGsVermerK

bestätiGunGsVermerK

Des abschlussPrÜFers

Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Jahresbilanz,

Gewinn- und Verlustrechnung, Kapitalflussrechnung, Eigenka-

pitalspiegel sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchfüh-

rung und den Lagebericht der Dexia Kommunalbank Deutsch-

land AG, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum

31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstel-

lung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen

handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestim-

mungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands

der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der

von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den

Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über

den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung gemäß § 317 HGB

unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festge-

stellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprü-

fung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und

durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf

die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung

der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den

Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens , Finanz- und

Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit

erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen

werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das

wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die

Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen

der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen

internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben

in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend

auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst

die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und

der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung

der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des

Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine

hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

64 | Geschäftsbericht 2011

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen

Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss der

Dexia Kommunalbank Deutschland AG, Berlin, den gesetzlichen

Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen

der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze

ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen

entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und

Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang

mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes

Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und

Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

„Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die

Ausführungen des Vorstands zur Unternehmensfortführung der

Dexia Kommunalbank Deutschland AG, Berlin im Lagebericht

hin. Dort ist im Abschnitt „Prognose des Geschäftsjahres 2012

und des Folgejahres“ ausgeführt, dass die Gesellschaft auf die

Liquiditätsbereitstellung der Dexia-Gruppe angewiesen ist. Die

im Lagebericht dargestellten Annahmen für die Unternehmensfortführung

der Dexia-Gruppe gelten entsprechend für die

Unternehmensfortführung der Dexia Kommunalbank Deutschland

AG, Berlin.

Berlin, den 18. April 2012

deloitte & touche Gmbh

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

katrin rohmann

Wirtschaftsprüferin

klaus hammelstein

Wirtschaftsprüfer


Weitere erläuterunGen

strukturentWicklunG aktiVa in mio. euro

forderungen an kreditinstitute

b) Kommunalkredite

c) andere Forderungen

forderungen an kunden

a) hypothekendarlehen

b) Kommunalkredite

c) andere Forderungen

schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

b) anleihen und schuldverschreibungen

sonstige aktiva

bilanzsumme

strukturentWicklunG passiVa in mio. euro

Verbindlichkeiten gegenüber kreditinstituten

b) namenspfandbriefe

c) andere Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten gegenüber kunden

b) namenspfandbriefe

c) andere Verbindlichkeiten

Verbriefte Verbindlichkeiten

ab) öffentliche Pfandbriefe

ac) sonstige schuldverschreibungen

nachrangige Verbindlichkeiten

Genussrechtskapital

eigenkapital

a) Gezeichnetes Kapital

b), c) rücklagen

d) bilanzgewinn

sonstige passiva

bilanzsumme

2011

1.998,2

7.463,0

57,9

19.910,9

374,6

16.657,3

877,3

47.341,1

2011

1.143,3

9.409,1

17.240,5

2.587,5

14.931,3

30,5

96,0

115,7

432,5

399,4

-80,6

1.035,9

47.341,1

2011 in %

4,2

15,8

0,1

42,1

0,8

35,2

1,9

100,0

2011 in %

2,4

19,9

36,4

5,5

31,5

0,1

0,2

0,2

0,9

0,8

-0,2

2,2

100,0

Weitere erläuterunGen

2010 in %

5,5

12,8

0,2

42,9

0,8

38,8

1,0

100,0

2010 in %

2,6

19,8

36,3

5,0

32,8

0,1

0,2

0,3

0,6

0,5

0,0

1,9

100,0

Geschäftsbericht 2011 | 65


Weitere erläuterunGen icht Des VorstanDes

GeWinn- und VerlustrechnunG/erGebnisrechnunG

in tausend euro 2010

Zinserträge

Zinsaufwendungen

Zinsüberschuss

Provisionsergebnis

Zins- und Provisionsüberschuss

nettoergebnis aus Finanzgeschäften

Personalaufwand

andere Verwaltungsaufwendungen

abschreibungen auf sachanlagen

teilbetriebsergebnis

sonstige betriebliche erträge/aufwendungen

risikovorsorge

Wertpapierergebnis

betriebsergebnis

außerordentliche aufwendungen

jahresüberschuss

66 | Geschäftsbericht 2011

3.240.174

3.198.635

41.540

-2.203

39.337

0

7.225

8.364

2.656

21.093

2.008

-18.484

-9

4.609

-3.601

794

2011

3.482.515

3.420.717

61.798

-9.900

51.898

0

7.128

8.787

2.499

33.484

236

-131.006

6.338

-90.947

0

-92.129

Veränderung

20.258

12.561

12.392

-112.522

-92.923

Veränderung in %

49

32

59

-609


impressum

Herausgegeben von der

dexia kommunalbank deutschland aG

Gestaltung

Adjouri Brand Consultants GmbH | www.adjouri.com

druck/lithographie

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