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Die richtigen Schritte zur Planung - Prisma Fachhandels AG

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<strong>Die</strong> <strong>richtigen</strong> <strong>Schritte</strong> <strong>zur</strong> <strong>Planung</strong><br />

Manche PRISMA-Kollegen entscheiden aus dem Bauch heraus, ob<br />

sie ihren Standort verlagern, ihre Geschäftsräume erweitern oder<br />

weitere grundlegende Änderungen am laufenden Geschäftsbetrieb<br />

vornehmen. Wie man systematischer und effektiver plant, dazu einige<br />

Tipps von Ulrich C. Heckner.<br />

Situationsbewertung<br />

Zuerst die Analyse, dann die Entscheidung. Wir haben in der folgenden Tabelle die wichtigsten betriebswirtschaftlichen<br />

Eckdaten <strong>zur</strong> Beschreibung der Situation eines PBS-Fachhändlers zusammengestellt.<br />

Ermitteln Sie Ihre betriebswirtschaftlichen Kennziffern anhand der nachfolgend dargestellten Formeln und<br />

tragen Sie die Werte in die Tabelle ein.<br />

Rohertrag<br />

<strong>Die</strong>ser ergibt sich, wenn vom Umsatz der Wareneinsatz abgezogen wird.<br />

Bei Lotto- und Postprovisionen werden lediglich die Provisionserlöse gebucht. <strong>Die</strong>sen Positionen steht<br />

kein Wareneinsatz gegenüber. <strong>Die</strong> Formel <strong>zur</strong> Berechnung des prozentualen Rohertrags:<br />

Rohertrag x 100<br />

Umsatz<br />

= Rohertrag in %<br />

Verkaufsumsatz je Quadratmeter Verkaufsfläche<br />

Analog berechnet sich der Rohertrag je qm Verkaufsfläche.<br />

Gesamtumsatz<br />

qm Verkaufsfläche<br />

= Umsatz je qm Verkaufsfläche<br />

Zur Verkaufsfläche zählen auch die Flächen in den Schaufenstern und die Verkehrswege im Laden. Nicht<br />

dazu zählen die Sanitärräume, Besprechungsräume, Büro, Lager usw.<br />

Personalkosten in % vom Rohertrag<br />

Personalkosten x 100<br />

Rohertrag<br />

= Personalkosten in % vom Rohertrag<br />

Miete/Raumnebenkosten in % vom Rohertrag werden analog zu den Personalkosten berechnet.<br />

<strong>Die</strong> Vergleichswerte stammen aus dem PRISMA-Betriebsvergleich des Jahres 2010. <strong>Die</strong> Werte für das<br />

Jahr 2011 werden in Kürze vorliegen und in den ERFA-Runden präsentiert.<br />

1


Betriebswirtschaftliche Eckdaten des PBS <strong>Fachhandels</strong><br />

Ermitteln Sie diese Kennziffern für Ihr Unternehmen und tragen Sie diese in die Spalte „Ihre Zahlen“ ein.<br />

Sie werden schnell erkennen, in welchen Bereichen Sie bessere und weniger gute Leistungswerte aufweisen<br />

als der Durchschnitt der Kollegen aus dem PRISMA-Betriebsvergleich.<br />

Umsatz-Wareneinsatz<br />

=Rohertrag<br />

Rohertrag in %<br />

vom Umsatz<br />

qm<br />

Verkaufsfläche<br />

Umsatz je<br />

qm Verkaufsfläche<br />

Personalkosten<br />

in €<br />

Personalkosten<br />

in % vom Rohertrag<br />

Anzahl der Mitarbeiter<br />

bewertet<br />

Rohertrag je bewertetem<br />

Mitarbeiter<br />

Miete/Raumnebenkosten<br />

in €<br />

Miete/Raumnebenkosten<br />

in % des Rohertrags<br />

Größenklasse<br />

I<br />

Größenklasse<br />

II<br />

Größenklasse<br />

III<br />

103.603 € 172.428 € 289.743 €<br />

40,3 % 38,5 % 35,3 %<br />

96 m² 161 m² 225 m²<br />

2.676 € 2.782 € 3.641 €<br />

28.336 € 61.356 € 118.352 €<br />

27,4 % 35,6 % 40,8 %<br />

2,63 3,63 5,98<br />

39.402 € 47.468 € 48.493 €<br />

17.441 € 31.810 € 32.715 €<br />

16,8 % 18,4 % 11,3 %<br />

Ihre Zahlen<br />

2


Nachfolgend haben wir zusammengestellt, wie sich die Ertragsrechnungen in der Größenklasse II eines<br />

PBS-Fachhändlers darstellt.<br />

Bitte ermitteln Sie auch hier Ihre betriebswirtschaftlichen Zahlen und vergleichen Sie diese mit den Orientierungswerten<br />

aus dem PRISMA-Betriebsvergleich.<br />

Größenklasse II (330 T€ bis 550 T€) In € In % vom Umsatz Ihre Werte<br />

Umsatzerlöse 2010 434.412 97,0 %<br />

+ Provisionserlöse 13.623 3,0 %<br />

Erlöse gesamt 448.035 100,0 %<br />

./. Wareneinsatz 275.607 61,5 %<br />

= Rohertrag 172.428 38,5 %<br />

./. Gesamtkosten 171.814 38,3 %<br />

+ Saldo sonst. Ertr./sonst. Aufw. 642 0,1 %<br />

= Betriebsergebnis 1.256 0,3 %<br />

Größenklasse II In % vom Rohertrag Ihre Werte<br />

Personalkosten 61.356 35,6 %<br />

kalk. Kosten/GF-Gehalt 41.170 23,9 %<br />

Raumkosten 31.810 18,4 %<br />

Steuern/Versich/Beiträge 3.722 2,2 %<br />

Fahrzeugkosten 3.781 2,2 %<br />

Werbe- und Reisekosten 5.997 3,5 %<br />

Kosten der Warenabgabe 199 0,1 %<br />

Steuerberaterkosten 4.833 2,8 %<br />

Instandhaltungen/Werkzeuge 1.337 0,8 %<br />

Abschreibungen 4.296 2,5 %<br />

Zinskosten 4.790 2,8 %<br />

sonstige Kosten 8.523 4,9 %<br />

Summe Kosten 171.814 99,6 %<br />

Erlöse gesamt 448.035<br />

Rohertrag 172.428<br />

Mitarbeiter bewertet (inkl. Chef) 3,63<br />

Umsatz pro Mitarbeiter* 123.341<br />

Rohertrag pro Mitarbeiter 47.468<br />

Gesamtfläche des Unternehmens 209<br />

davon Verkaufsfläche 161<br />

Umsatz pro qm Gesamtfläche * 2.139<br />

Umsatz pro qm Verkaufsfläche * 2.782<br />

Rohertrag pro qm Verkaufsfläche 1.071<br />

Lagerbestand 79.373<br />

Lagerbestand je qm Vk-fläche 493<br />

Umschlagshäufigkeit 3,47<br />

durch. Lagerdauer in Tagen 104<br />

in % vom<br />

Umsatz<br />

in % vom<br />

Rohertrag<br />

3


Eine erste Erkenntnis ergibt sich aus der vorangegangenen Ertragsrechnung.<br />

Wenn wir von einem Einzelunternehmen und keiner Kapitalgesellschaft (z. B. GmbH) ausgehen, dann<br />

liegt der Ertrag für die Betriebsgröße mit durchschnittlich ca. 450.000 € Jahresumsatz bei etwa 42.000 €.<br />

<strong>Die</strong>se Summe addiert sich aus den kalkulatorischen Kosten für das Geschäftsführerhalt bzw. Unternehmerlohn<br />

und das ausgewiesene Betriebsergebnis in Höhe von 1.256 €. Jede Veränderung im Unternehmen<br />

sollte jetzt anhand der Orientierungswerte durchgerechnet werden.<br />

Wenn Sie z. B. eine Vergrößerung der Verkaufsfläche um 50 % einplanen, müsste auch der Umsatz um<br />

50 % steigen, damit die Umsätze je qm Verkaufsfläche wieder den branchenüblichen Werten entsprechen.<br />

In vielen Fällen beobachten wir aus der Beratungspraxis, dass der Betrieb seine Fläche um 50 %<br />

erweitert, eine Umsatzsteigerung von lediglich 10 % realisieren kann. Liegt die Miete auch 50 % höher,<br />

steigen die Raumkosten in Relation zum erzielten Umsatz erheblich an. <strong>Die</strong> Folge: <strong>Die</strong> Erträge sinken,<br />

wenn nicht woanders eingespart wird.<br />

Welchen Umsatz muss ich am neuen Standort erzielen, um rentabel zu arbeiten?<br />

Dazu ein Beispiel:<br />

Ein PBS-Fachhändler erzielt einen Umsatz von 400.000 €, einen Rohertrag von 35 % bzw. 140.000 € und<br />

hat dabei eine Verkaufsfläche von 110 qm.<br />

Er plant an einen neuen Standort mit 200 qm Verkaufsfläche umzuziehen.<br />

Am alten Standort zahlt er eine Monatsmiete von 1.300 €, am neuen Standort mit 200 qm Verkaufsfläche<br />

soll die Miete 2.500 € betragen.<br />

Nach welchen Kriterien entscheiden Sie jetzt?<br />

Bevor eine Standortentscheidung getroffen wird, kann der Unternehmer auf der Basis der Vergleichszahlen<br />

aus dem PRISMA-Betriebsvergleich und mit Hilfe der nachfolgenden dargestellten Überlegungen,<br />

seine Entscheidung vorbereiten.<br />

1. Schritt<br />

<strong>Die</strong> aktuellen betriebswirtschaftlichen Zahlen, hier Umsatz, Rohertrag, Miete, Miete in % vom Rohertrag<br />

sowie Umsatz je qm Verkaufsfläche werden gegenübergestellt.<br />

2. Schritt<br />

In der Spalte „neuer Standort I“ (siehe Folgeseite) wird ausgerechnet, welches Ergebnis das Unternehmen<br />

erwirtschaften wird, wenn die Umsätze am neuen Standort nicht gesteigert werden.<br />

<strong>Die</strong> Erkenntnisse in diesem Schritt sind klar. Wenn der Umsatz nicht gesteigert wird, sinkt der Gewinn um<br />

14.400 €. Aufgrund der größeren Fläche sind zusätzliche Lagerbestände und auch Investitionen in den<br />

Laden erforderlich (neue Regale, Beleuchtung usw.), welche die Kosten, nämlich Zinsen und Abschreibungen,<br />

weiter steigen lassen.<br />

Wenn also der Umsatz nicht gesteigert werden kann, muss von dem neuen Standort dringend abgeraten<br />

werden.<br />

3. Schritt<br />

In diesem Schritt wird unterstellt, dass die Mietkosten auf branchenüblichem Niveau sind, nämlich 14,5 %<br />

des Rohertrags und es wird von unten nach oben hochgerechnet, welche Roherträge und Umsätze das<br />

Unternehmen erreichen müsste, damit die Miete bei 14,5 % des Rohertrags liegt. Dann müsste der Betrieb<br />

einen Umsatz von 591.000 € erreichen, das ist immerhin 48 % mehr als am derzeitigen Standort.<br />

<strong>Die</strong> Umsätze je qm Verkaufsfläche sind, wenn dieser Umsatz von 591.000 € erreicht wird, niedriger als<br />

am bestehenden Standort.<br />

4


<strong>Die</strong> Eckdaten des neuen und des bestehenden Standortes (Modellrechnung):<br />

bestehender<br />

Standort<br />

neuer Standort I<br />

neuer Standort II<br />

Branchen-<br />

Richtwert<br />

Umsatz 400.000 € 400.000 € 591.000 €<br />

Rohertrag 140.000 € 140.000 € 207.000 € 172.400 €<br />

Miete in € 15.600 € 30.000 € 30.000 € 25.000 €<br />

in % vom Rohertrag 11,1 % 21,4 % 14,5 % 14,5 %<br />

Umsatz je qm<br />

Verkaufsfläche<br />

3.636 € 2.000 € 2.955 € 2.782 €<br />

Der Rohertrag muss deutlich höher sein als am bestehenden Standort, um die Mehrkosten auszugleichen.<br />

Zu berücksichtigen ist dabei folgendes:<br />

<strong>Die</strong> Kosten der Miete sind höher, also werden vom Mehrrohertrag schon einmal 14.400 € wegen der höheren<br />

Miete aufgefressen.<br />

Der Laden benötigt aufgrund der größeren Flächen eine zusätzliche Vollzeitkraft, macht noch einmal<br />

35.000 € pro Jahr.<br />

Durch die Investitionen in den neuen Laden Beleuchtung, Teppichboden, neue Regale aber auch eine<br />

Aufstockung des Warenbestandes, fallen für Abschreibungen zusätzliche 10.000 €, an Zinskosten noch<br />

einmal 6.000 € mehr an.<br />

Ertragsrechnung neuer Standort:<br />

<strong>Die</strong> folgende Berechnung zeigt, dass sich der neue Standort unter den gegebenen Umständen nicht rentiert.<br />

Bei so einer Prognose müssen wir dem Unternehmer/der Unternehmerin abraten das Risiko einzugehen.<br />

Veränderung am<br />

neuen Standort<br />

Mehr Rohertrag der nötig ist 67.000,- €<br />

- Mehrkosten Miete 14.600,- €<br />

- zusätzliche Vollzeitkraft 35.000,- €<br />

- Raumnebenkosten 5.000,- €<br />

- AfA + Zins für Investitionen 16.000,- €<br />

Mehrkosten 70.600,- €<br />

Unterdeckung - 3.600,- €<br />

Wenn unser Unternehmer jetzt mit spitzem Bleistift rechnet, dann wird er am neuen Standort für eine<br />

Umsatzsteigerung von etwa 191.000,- € Mehrkosten in Höhe von 70.600,- € aufwenden.<br />

Er steigert den Rohertrag zwar um 67.000,- €, die Kosten sind aber um 70.600,- € höher, so dass unter<br />

dem Strich am neuen Standort ein Verlust entsteht. Wenn der PRISMA-Kollege realistisch rechnet wird er<br />

erkennen, dass sich die Investitionen im vorliegenden Fall nicht rentieren.<br />

Wenn Sie weitere Standortentscheidungen treffen müssen, helfen einerseits das PRISMA-<br />

Standortsicherungsprogramm und andererseits die Unternehmensberatung Heckner mit ihrer Beratung.<br />

So ist es allemal sinnvoll im Vorfeld ein paar Euro zu investieren, um die Entscheidung für oder gegen<br />

einen neuen Standort gut vorzubereiten.<br />

5


Erst wenn alle Rahmenbedingungen und auch die <strong>Planung</strong>srechnungen gute Aussichten für das Vorhaben<br />

zeigen, soll der Startschuss gegeben werden.<br />

Treffen Sie keine Entscheidung aus dem Bauch heraus, eine falsche Entscheidung kann den Untergang<br />

des Unternehmens bedeuten.<br />

Kontaktdaten der Unternehmensberatung Heckner:<br />

Ulrich C. Heckner Tel.: 0 86 71 / 1 30 16<br />

E-Mail: heckner@heckner.com<br />

Reinhardt Neufang Tel.: 0 33 38 / 3 80 11<br />

E-Mail: bernau@heckner.com<br />

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