Ausgabe - 10 - 2012 - Produktion

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Ausgabe - 10 - 2012 - Produktion

Technik und Wirtschaft für die deutsche Industrie ProduktionEinzelpreis Euro 2,80 8. März 2012 · Nummer 10 www.produktion.de Leserservice Produktion 65341 Eltville DPAG PVST 5339 Entgelt bezahlt Kongress Fabrik des Jahres/GEO Tel. 08191 125 872 Interview mit Martin Kapp: „Wachstum wird ruhiger“ Maschinenbau: VDMA erwartet Auftragsrückgang Robotikindustrie: Auf ganzer Linie Spitzenwerte Schleiftechnik: Grindtech übertrifft die Erwartungen 5 6 7 9 IM FOKUS 10. Logimat mit Rekord-Belegung INFORMATIONSTECHNIK Cloud: Industrie zeigt gesunde Skepsis STUTTGART (HI). Vom 13. bis 15. März bietet die 10. Logimat einen Überblick über und aktuelle Lösungen der Intralogistikbranche. Im Jubiläumsjahr belegt die Messe eine Rekord-Ausstellungsfläche. Seite 11 Robotersteuerung: Die Zukunft heißt „offen“ LANDSBERG (MG). Wie kann der Roboter der Zukunft dank offener Steuerung die Sprache des Anwenders und nicht mehr die einer ‚proprietären Insel‘ sprechen? Drei Experten von Kuka, Stäubli und Epson stehen Rede und Antwort. Seite 14 „Lichtkraft“ für die Verbundwerkstoffe STUTTGART (BA). Die Lasertechnik bietet neue Potenziale bei der Be- und Verarbeitung von Verbundwerkstoffen, insbesondere kohlefaserverstärkten Kunststoffen (CFK). Seite 15 Leistungsfähiger! PGN-plus Der weltweit erste Greifer mit Vielzahnführung CLAUS WILK PRODUKTION NR. 10 , 2012 Die Industrie zeigte sich bislang wenig euphorisch in Sachen Cloud-Computing. Einige vertrauen bereits der neuen IT-Technologie und profitieren von ausgelagerten Daten und Programmen. Doch es gibt Sicherheitsrisiken. Den Schritt ins Cloud Computing haben noch nicht viele Industriebetriebe gewagt. Die Nutzer jedenfalls sind mit den Lösungen durchaus zufrieden. Ein Rest an Zweifeln bezüglich der Sicherheit bleibt vorhanden. Bild: Fotolia LANDSBERG. Auf dem Papier liest es sich gut: Cloud Computing umschreibt den Ansatz, IT-Infrastrukturen wie Rechenkapazität, Datenspeicher, Netzwerkkapazitäten oder auch Anwendungssoftware dynamisch an den Bedarf angepasst über ein Netzwerk wie das Internet zur Verfügung zu stellen. Je nach Branche, so ermittelte DB Research brandaktuell, sollen Einsparpotenziale zwischen 3% und 21% gegenüber herkömmlichen IT-Strukturen möglich sein. Trumpf in Ditzingen beispielsweise hat den Betrieb der SAP- Systeme und des Servicesystems bei einem Outsourcing-Dienstleister in einer ‚private cloud‘, also einem ausschließlich von Trumpf genutzten Bereich. Sogar die Nutzung von Microsofts Office 365, einer Office-Lösung in einer öffentlichen ‚public cloud‘ wurde untersucht. Kosten/Nutzenaspekte und funktionale Einschränkungen, so Dr. Simone Rehm, bei Trumpf verantwortlich für IT und Prozesse, sprächen noch nicht für diese Lösung. Dr. Rehm gegenüber Produktion: „Vorteile sehe ich im Cloud Computing darin, dass die IT nun flexibler auf Anforderungen des Fachbereichs reagieren kann. Man muss dafür keine eigene Infrastruktur aufbauen.“ Bei ebm-papst laufen ebenfalls erste Anwendungen. IT-Leiter Klaus Blüm: „Wir haben eine Datenaustausch-Datenbank mit unseren chinesischen Gesellschaften und ein Customer Relationship Management-System für den Vertrieb im Inland auf einer Cloud- Lösung laufen.“ Die Vorteile lägen in zwei Punkten – Skalierbarkeit und Verfügbarkeit, also schnelle und flexible Erweiterung einer Lösung und ihre Standortunabhängigkeit. Voll auf die Cloud setzt Dr. Andreas Schuhmann, Leiter des Zentralbereichs Informationstechnologie der SMS Siemag AG: „Beispiele für industriell relevante Cloud-Lösungen können das Hosting eines Internet-Auftritts sein, die Nutzung eines Internet-Portals für Mitarbeiterbefragungen, der Betrieb einer Web-gestützten Kollaborations- und Projektmanagement-Plattform, die Bereitstellung von e-Learning-Inhalten, das Abhalten von Web-Konferenzen oder der externe Serverbetrieb von ERP- Systemen. Die SMS Siemag AG nutzt die Cloud in all diesen Ausprägungen bereits heute und agiert innerhalb der SMS Group selbst als Betreiber einer ‚private cloud‘ für andere Konzerngesellschaften.“ Einzelfälle? In der breiten industriellen Praxis sei das Thema Cloud Computing noch nicht angekom- men, sagt Rainer Glatz, Geschäftsführer des Fachverbandes Informatik, Software und Elektrische Automation im VDMA. Eine Studie des Verbandes vor zwei Jahren hätte ergeben, dass nur 22 % der Befragten dem Cloud Computing eine Bedeutung zumessen. Nach wie vor gibt es Ressentiments bezüglich der Sicherheit. Dass viele Nutzer sehr blauäugig in die Cloud gehen, belegt auch die aktuelle Studie von Ernst & Young: So haben beispielsweise mehr als die Hälfte der Befragten keine Kontrollen implementiert, um den Risiken, die bei dem Einsatz von Cloud Computing entstehen, zu begegnen. Weiter auf Seite 2 Sagen Sie uns Ihre Meinung: redaktion@produktion.de ZAHL DER WOCHE SCHUNK_Premiumplatzierung_SammlungClaim_2012.indd 27.02.12 09:45 11 150 000... Roboter sind laut der International Federation of Robotics im Jahr 2011 weltweit verkauft worden – ein Spitzenwert. ZITIERT „Stimmung in der Industrie ist gut und die Investitionsbereitschaft weiter hoch.“ Dr. Wilfried Schäfer, VDW. SERVICE Redaktion: Tel.: (0 81 91)125-310, Fax: (0 81 91)125-312 Anzeigen: Tel.: (0 81 91) 125-497, Fax: (0 81 91)125-304 Abo-Service: Tel.: (0 61 23)9238-257, Fax: (0 61 23)9238-258 2. DEUTSCHER KONGRESS DER WELTMARKTFÜHRER Was tun mit 13 000 Bewerbern aus Südeuropa? CHRISTIANE SIEMANN/CLAUS WILK PRODUKTION NR. 10 , 2012 Sie kamen, sahen und schrieben: Journalisten aus dem Süden Europas, eingeladen zu unserem 2. Deutschen Kongress der Weltmarktführer, berichteten in ihren Heimatländern über Fachkräftemangel und über die Boom-Region Hohenlohe. SCHWÄBISCH HALL. Innerhalb von einem Monat schickten mehr als 13 000 Portugiesen, Spanier und Griechen eine Bewerbung zur Agentur für Arbeit, davon 1 400 zu Ziehl-Abegg, 700 zu Optima, 350 erhielt die Stadt Schwäbisch Hall, Am 25. und 26. Januar stand Schwäbisch Hall ganz im Zeichen des Weltmarktführer-Kongresses – mit ungeahnten Folgen. Bild: Nathalie Balleis rund 130 Würth. Der Grund: Die Bewerber lasen nicht nur in der Zeitung von den hervorragenden Arbeitsmöglichkeiten, sondern sa- hen ebenso im portugiesischen TV-Sender T1 einen Beitrag, der zudem auf Facebook gepostet wurde. Dort fand er Tausende von Freunde. „Das erklärt die Dynamik der extrem großen Nachfrage, denn auch jetzt lässt der Bewerbungseingang kaum nach“, so Guido Rebstock, Leiter der Agentur für Arbeit in Schwäbisch Hall. Heinz Unfried, Personalleiter des Verpackungsmaschinen-Herstellers Optima Group, zählt zu den jetzt schon vorliegenden 700 Bewerbungen täglich Dutzende von neuen: „Wir sichten momentan, was noch Zeit in Anspruch nehmen wird. Aktuell erscheinen rund fünf bis zehn Bewerbungen vielversprechend.“ Wenn Bewerbungen nicht in die Profile passen, so Unfried, würden sie an andere Betriebe in der Region weitergeleitet, die Stellen offen hätten. Hintergründe unter www.produktion.de


2 · · Produktion · 8. März 2012 · Nr. 10 Fortsetzung von S.1 IT-Leiter Blüm teilt die Sicherheitsbedenken: „Wer kann die Daten sehen? Und sind die Daten vor Hackern geschützt?“ Trumpf-Frau Simone Rehm sieht es ähnlich: „Die Fälle sind bekannt, wo plötzlich Cloud-Dienste nicht mehr zur Verfügung standen oder Daten gehackt wurden.“ IT-Sicherheitsexperte Wolfgang Straßer von der @-yet GmbH: „Wir wissen, dass einige Staaten in ihrer Gesetzesstruktur die Ausspähung von Unternehmen der relevanten Industrienationen verankert haben, um den Wissensvorsprung der internationalen Konkurrenz auszugleichen.“ Manche Staaten sichern sich sogar offiziell die Möglichkeit eines Zugriffs auf Daten von Unternehmen – wie beispielsweise die Amerikaner mit ihrem Patriot Act. Fazit: Noch setzt im Mittelstand über alle Branchen hinweg nur eine Minderheit von 16 % auf Cloud Computing. Globalisierte Wertschöpfungsketten machen aber den ebenfalls globalen Betrieb von IT-Lösungen erforderlich, und zwar in der Cloud, weil’s einfach und schnell geht. In zehn Jahren sind nahezu alle Unternehmen in der Wolke unterwegs, nur den Begriff Cloud Computing wird es nicht mehr geben. Aus dem Hype wird Normalität. Bei uns im Internet Top geklickt auf www.produktion.de 1. Toyoda erlaubte keine Berichte an die Führung 2. Porsche zahlt Mitarbeitern 7 600 Euro Bonus 3. Osterloh: Höhere Erfolgsbeteiligung für VW-Arbeiter 4. Energieeffiziente Antriebe: Pneumatisch oder elektrisch? 5. Umzugspläne: Enders informiert Frankreichs Premier 6. VDMA: IG-Metall-Forderung „völlig losgelöst” 7. Thyssen-Krupp widerspricht Berichten über Umbau-Pläne 8. Deutschland kürzt Solarstromförderung weiter 9. Bezahlbare Maschinen ‚Made in USA‘ 10. 6,4 Mrd Euro Schaden durch Produktpiraten Peugeot/GM: 2 Mrd Sparpotenzial Produktion Nr. 10, 2012 Frankfurt (DJ/ks). GM wird künftig mit Peugeot Citroën zusammenarbeiten. Unter anderem wollen die beiden Autokonzerne gemeinsam einkaufen. Mit der Kooperation, die eine Kapitalbeteiligung der Amerikaner an den Franzosen einschließt, wollen die beiden Autobauer ihre Europa- Geschäfte wieder profitabel machen. Innerhalb von fünf Jahren erhoffen sich die Konzerne Synergien im Volumen von zwei Mrd US-Dollar jährlich. Das gemeinsame Einkaufsvolumen soll 125 Mrd Dollar im Jahr betragen. Blech-Branche zeigt sich stabil Produktion Nr. 10, 2012 Hannover (hi). Die bisherige Belegung der Fachmesse Euroblech zeigt, dass sich die Branche in guter Form befindet. „Die Investitionsbereitschaft weltweit steigt wieder und die Hersteller und Anbieter von Maschinen, Werkstoffen und Systemen für die Blechbearbeitung können nach einer schweren Krise wieder zuversichtlich planen“, erklärt Nicola Hamann, Messedirektorin der Euroblech, die vom 23. bis 27. Oktober 2012 stattfindet. Bild der Woche Niederzissen (ba). Dass ausgediente Kunststoffverpackungen nicht nur in der gelben Tonne eine gute Figur machen, beweist der Schweizer Dr. Pedro Galliker mit seinen naturgetreu nachgebildeten Die Website will KMU unterstützen, die geeignete Innovations-Methoden suchen. Larven-Modell aus Kunststoffverpackungen Bild: RWTH/Produktion Modellen von Mikro-Lebewesen aus recyceltem Kunststoff. Einen Teil der bereits in bekannten naturhistorischen Museen in Europa ausgestellten Exponate konnte jetzt das Museum Laacher See mit Unterstützung Gunnar Knüpffer Produktion Nr. 10, 2012 Aachen. Unabhängige, wissenschaftlich fundierte und kostenlose Unterstützung zur systematischen Gestaltung des Innovationsprozesses will die RWTH Aachen auf einem neuen Internet-Portal anbieten. Kern der Site unter www. innovationsmethoden.info ist eine detaillierte Beschreibung der rund der AKRO-PLASTIC für eine neue Dauerausstellung erwerben. Das Museum zeigt eindrucksvoll, was aus „Müll“ sonst gemacht werden kann – künstlerisch und pädagogisch wertvolle Exponate. Internet-Portal Kostenlose KMU-Beratung Bild: Akro-Plastic GmbH 110 wichtigsten Methoden des Innovations- und Technologiemanagements. Für weitergehende Beratung und Schulung bietet das Projekt WiPro darüber hinaus eine umfangreiche Expertendatenbank mit geeigneten Ansprechpartnern. Das NRW-Forschungsministerium fördert das Projekt durch das Programm „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung 2007 - 2013“. Seminaranzeigen RWTH Zertifikatkurse 2012 Profitieren Sie von unserer Erfahrung und unserem Know-how RWTH Zertifikatkurs Chief Innovation Manager 16.-20. April 2012, Aachen RWTH Zertifikatkurs Lean Production Expert 21.-25. Mai 2012, Aachen RWTH Zertifikatkurs Komplexitätsmanagement 17.-21. September 2012, Aachen RWTH Zertifikatkurs Produktionsmanagement 3.-7. Dezember 2012, Aachen Weitere Termine finden Sie unter: www.WZLforum.rwth-aachen.de Anmeldung: WZLforum an der RWTH Aachen www.WZLforum.rwth-aachen.de info@WZLforum.rwth-aachen.de Telefon +49 241 80 236 14 Heijunka – Glätten und Nivellieren der Produktion Mit der Toyota-Erfolgsmethode Auftragsschwankungen im Griff und Verschwendung in der Produktion reduzieren! 24.-25.04.2012 www.staufen.ag Umsatzrekord bei Teamtechnik Produktion Nr. 10, 2012 Freiberg (ba). Die Teamtechnik Maschinen und Anlagen GmbH meldet für die Unternehmensgruppe eine Umsatzsteigerung von 50 %. 750 Mitarbeiter erwirtschafteten 2011 einen Umsatz von 145 Mio Euro. Teamtechnik hat in den letzten Jahren sehr erfolgreich Auslandstöchter in den USA, Polen und China aufgebaut. Als jüngste Tochter hat sich im vergangenen Jahr die Pfuderer Maschinenbau GmbH der Gruppe angeschlossen. Das Unternehmen verfolgt seit Jahren eine Drei-Säulenstrategie und konzentriert sich auf die Geschäftsfelder Automotive, Medizin und Solar. Hier ist das Unternehmen mit seiner Stringertechnologie inzwischen Weltmarktführer. Für das laufende Geschäftsjahr geht Teamtechnik von einem Umsatz auf gleichem Niveau aus.


8. März 2012· Nr. 10 · Produktion · Nachrichten · 3 Hausausstellung Offene Türen bei Hermle Produktion Nr. 10, 2012 Gosheim (sm). Auch in diesem Jahr veranstaltet die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG ihre traditionelle Hausausstellung am Standort Gosheim. Vom 18. bis 21. April 2012 werden für interessierte Fachbesucher die Tore der Fertigungsschmiede für hochinnovative Bearbeitungszentren geöffnet. Übernahme Produktion Nr. 10, 2012 Ch-Schweiz (ba). Die Siemens- Division Building Technologies hat den US-amerikanischen Energiespezialisten Pace Global übernommen. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Pace Global wird als eigenständige Einheit in die Siemens- Division Building Technologies integriert. Pace Global ist seit 36 Jahren in der Bereitstellung von Energie- Eine Sonderschau mit dem Thema „Werkzeugtechnik“ bietet den Besuchern die Gelegenheit sich über die neuesten Trends im Bereich Werkzeuge, CAD/CAM und Steuerungstechnik zu informieren. Über 50 Aussteller präsentieren sich in dieser Sonderschau. Betriebsrundgänge vermitteln die innovative und zukunftsweisende Produktion der Maschinen. Siemens kauft Pace Global dienstleistungen für globale Kunden tätig. Das Unternehmen mit Sitz in Fairfax, Virginia, ist international positioniert und betreut mehr als 200 Kunden in über 60 Ländern. Es verwaltet für sie Energieausgaben in Höhe von mehr als 5 Mrd US-Dollar, überwacht ein Risikoportfolio im Wert von rund 10 Mrd US-Dollar und unterstützt die Entwicklung, Übernahme und Finanzierung von Energieressourcen in Höhe von mehr als 100 Mrd US-Dollar weltweit. Wie die Fabrik der Zukunft aussieht Produktion Nr. 10, 2012 Dresden (gk). Wie die Fabrik von morgen aussehen wird, stellt Professor Reimund Neugebauer in seinem Gastvortrag auf dem Kongress Fabrik des Jahres/GEO am 21./22. März 2012 im Maritim Hotel & Internationales Congress Center Dresden vor: Diese Fabrik ist energieeffizient, emissionsneutral und ergonomisch. Der Fachmann wird darlegen, wie man zu einer wirkungsgradoptimierten Produktion gelangt, wie man regenerative Energiequellen für die Produktion nutzen kann und wie durch ergonomische Arbeitsplätze die Produktivität gesteigert werden kann. Weitere Höhepunkte bei dem Kongress sind neben den Vorträgen der acht Sieger die Reden des sächsischen Wirtschaftsministers Sven Morlok und des Markenvorstandes der VW AG, Professor Werner Neubauer, der die Keynote hält. Anmeldung: Frau Herrmann: Tel.: 08191/125872, ricarda. herrmann@m-i-c.de, brik-des-jahres.de. www.fa- Thema: 03_tt_cd Dachzeile Sind wir Schlaraffenland? Was südeuropäische Kollegen von unserem Weltmarktführer- Kongress in Schwäbisch Hall berichteten (siehe Titel-Seite unten, „Was tun mit...“), muss für ihre Landsleute in Portugal, Spanien und Griechenland das Schlaraffenland verheißen haben. Mal ehrlich: Wir können (wollen?) uns in Editorial Eduard Altmann Chefredakteur Deutschland nicht wirklich vorstellen, wie sich die Euro-Krise im Süden anfühlt. Nur wenn schon die (allerdings via Facebook verbreitete) Berichterstattung über einen Kongress mit der Aussage „...Arbeitnehmer in Schwäbisch Hall verdienen 2700 Euro...“ mehr als 13 000 Menschen veranlasst, eine Auswanderung ins Auge zu fassen - obwohl überwiegend in Lohn und Brot (!) - dann muss das nachdenklich stimmen. Oder ist es ein Grund zur Freude? Nie wieder Fachkräftemangel, weil Billig-Arbeitskräfte-Reservoir? Leider Nein: Nur eine Handvoll Bewerber entspricht deutschem (Industrie-)Niveau. Und weder Schlaraffenland für die 95 Prozent gescheiterten Bewerber noch neue Freunde für Deutschland. Aber ein Vorgeschmack, was passieren würde, wenn... eduard.altmann@produktion.de Schmuckindustrie auf der EuroMold Europa-Industrie bremst die Talfahrt Conti bleibt auf Wachstum gepolt Produktion Nr. 10, 2012 Produktion Nr. 10, 2012 Produktion Nr. 10, 2012 Auf großes Interesse seitens der Besucher stießen die Exponate der Metav- Aussteller, die die Welt der Fertigungstechnik abbildeten. Bild:Messe Düsseldorf Frankfurt (sm). Die 19. Euro- Mold, 27. – 30. November 2012, Messegelände Frankfurt am Main, präsentiert erstmals den Themenpark Schmuckindustrie. Darin bildet die EuroMold die gesamte Prozesskette der Schmuckherstellung vom Design über Rapid Prototyping bis zur Gussmaschine ab. Abgerundet wird der Themenpark durch ein interessantes Rahmenprogramm, das die Bedeutung der Prozesskette und neuer Technologien veranschaulicht. London (DJ/ilk). Die Industrie in der Eurozone hat im Februar ihre Talfahrt abgebremst. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe legte auf 49,0 Punkte zu von 48,8 im Januar, wie der Datendienstleister Markit mitteilte und damit erwartungsgemäß den ersten Ausweis bestätigte. Damit hat der Index den höchsten Stand seit sechs Monaten erreicht, liegt aber weiterhin unter der Wachstumsschwelle von 50,0 Punkten. Hannover (DJ/ilk). Dank eines starken Jahresendspurts erfüllte Autozulieferer Continental im vergangenen Jahr die eigenen Vorgaben und steigerte die Einnahmen um rund 17 % auf 30,5 Mrd Euro und die bereinigte Marge vor Zinsen und Steuern um knapp einen halben Prozentpunkt auf 10,1 %. Unter dem Strich verdiente Conti 2011 somit gut 1,24 Mrd Euro. Vor einem Jahr hatte ein Nettogewinn von nur knapp 580 Mio Euro zu Buche gestanden. Metallbearbeitung Gute Metav-Stimmung Klaus Hiemer Produktion Nr. 10, 2012 Düsseldorf. Überwiegend heiter war die Stimmung bei Ausstellern wie Besuchern der diesjährigen- Metav – Fachmesse für Metallverarbneitung und Automatisierung in Düsseldorf. Rund 620 Aussteller zeigten das gesamte Spektrum der Fertigungstechnik. Gestartet war die Metav 2012 eher zurückhaltend. Zum Messeauftakt (28. Februar) blieb der große Ansturm auf die Messestände aus. „Der erste Tag war eher moderat“, sagte beispielsweise Christian Thiele von der Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH. „Der zweite Tag ist dann sehr gut angelaufen. Unsere Mitarbeiter haben viele qualifizierte Gespräche mit Besuchern geführt, die ganz konkrete Anliegen vorgebracht haben.“ Ähnliche Beobachtungen machten die Mitarbeiter des Präzisionswerkzeug-Spezialisten Iscar. „Wir sind mit dem Verlauf sehr zufrieden und freuen uns über einen gut besuchten Stand“, hieß es. Differenzierter beurteilte es die Gehring Technologies GmbH, Hersteller von Honmaschinen. „Die Anzahl der Gespräche am Stand war sehr hoch, die Qualität wird sich hinterher herausstellen“, sagte Gerald Kauderer, Teamleiter Vertrieb Kleinmaschinen. „Nach unserer Einschätzung ist die Metav sehr kompakt geworden und ich habe den Eindruck, das die AMB der Metav ein wenig den Rang abgelaufen hat.“ Auf große Resonanz ist die Sonderschau ‚Metal meets Medical‘ gestoßen. Vor allem die erstaunliche Präzision und Geschwindigkeit, mit der kleinste Teile gefräst werden können, hat die zahlreichen Besucher begeistert. Für manche Unternehmen hat sich die Teilnahme an der Metav in barer Münze ausgezahlt. „Verkauft an Formenbau Keller GmbH, Dietfurt“, prangte beispielsweise an einer großen Fräsmachine. Wirtschaftskriminalität Produktpiraterie: 6 Mrd Euro Verlust Ulrich Schamari Produktion Nr. 10, 2012 Frankfurt (ilk). Den Anwender im Fokus hatte eine Veranstaltung des Branchenverbands VDMA zum Thema Produktpiraterie. Rainer Glatz von der Arbeitsgemeinschaft Produkt- und Know-how-Schutz wies darauf hin, dass dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau durch Kopierer, Fälscher und Datendiebe jährlich ein Umsatz von 6,4 Mrd. Euro entgeht. Dass rechtliche Maßnahmen gegen Plagiateure durchaus zu Erfolgen führen können, bestätigte Thorsten Kettner von der WILO SE, Dortmund. Allerdings habe sein Unternehmen bei der Rechtsdurchsetzung in China auch Rückschläge hinnehmen müssen. „Das chinesische Patentrecht orientiert sich in weiten Teilen am deutschen Patentrecht“, berichtete er. Doch dauere es beispielsweise bis zu vier Jahren, bis eine Marke geschützt werde. Solange man sich in der EU noch nicht auf das Anti- Produktpiraterie-Handelsabkommen ACTA geeinigt hat, dürfte China freilich keine Veranlassung sehen, die Verfolgung von Urheberrechtsverletzern zugunsten europäischer Firmen zu verschärfen. Die Maschinenbauer tun daher gut daran, den Fälschungen und Imitaten durch organisatorische und technische Maßnahmen präventiv zu begegnen. Direkt im Produkt könnte ein unfälschbarer Einheitsnachweis gegen Plagiate platziert Durch Plagiate entstehen der deutschen Industrie, speziell dem Maschinebau, hohe Verluste. Bild: Fotolia werden, erklärte Carsten Bünnigmann von der Jokari-Krampe GmbH. Die Kopierschutz-Strategie seines Unternehmens beschrieb er so: „Jokari-Produkte haben ein typisches Merkmal, das man offensichtlich erkennen kann. Das kann nicht jeder, aber unsere ausgewählten Partner können vor Ort erkennen, ob es ein Jokari-Original ist oder nicht.“ Erreicht werde dies durch Luminiszenspigmente seltener Erden, die den Kunststoffteilen der Originale beigefügt sind.


4 · Unternehmen & Märkte · Produktion · 8. März 2012 · Nr. 10 Cloud Computing Freundliche Aussichten für die Wolke Claus Wilk Produktion Nr. 10, 2012 Cloud Computing schreitet immer noch langsamer voran als von den Protagonisten erwünscht. Trotzdem – so eine aktuelle Studie von DB Research – gehört dem Thema die Zukunft. Hinter Erwartungen zurück Wurden mit Cloud Computing verbundene Ziele erreicht?, % der befragten Unternehmen, DE Vermeidung größerer Investitionen Unabhängigkeit von IT-Abteilungen Ziel angestrebt Ziel erreicht Kostenreduktion Flexibilität Schnelle Distribution Erweiterte Funktionalität Andere Frankfurt. Die gute Nachricht zuerst: Das Marktvolumen dürfte binnen 5 Jahren in Deutschland auf 9 Mrd Euro, weltweit auf 71 Mrd Euro anwachsen. Doch laut der Studie gilt es zunächst, einige Klippen zu umschiffen. Cloud Computing schreitet aktuell langsamer voran als weitgehend erhofft. Widerstände und strukturelle Hemmnisse gibt es sowohl auf Seiten der Anwender als auch auf Seiten der Anbieter von Cloud Computing. Mehr als die Hälfte der deutschen Mittelständler ist nach Einführung von Cloud Computing vom unmittelbaren Ergebnis derzeit nicht voll überzeugt. Neben der mit überzogenen Erwartungen verbundenen Desillusionierung führen insbesondere Sicherheitsbedenken und auch die Unsicherheit darüber, welche technische Variante sich schließlich durchsetzen wird, zur aktuellen Zurückhaltung gegenüber Cloud Computing. Anfang 2011 nutzte nur eine Minderheit von 16 % der mittelständischen Der Zielerreichungsgrad ist in vielen Fällen noch suboptimal – insbesondere in Sachen Kostenreduktion, Flexibilität und Investitionen. Beschäftigungsgrad mit der Cloud steigt % % % % % % Tiefe der Auseinandersetzung mit Cloud Computing in %, Deutschland Cloud Computing ist als Begriff mittlerweile präsent. Doch mangelt es bei vielen noch an einer stärkeren Auseinandersetzung mit dem Thema. Unternehmen Cloud-Lösungen. Für 2012 haben dagegen bereits ein Viertel der Unternehmen konkrete Einsatzplanungen vorgenommen. Es ist darüber hinaus zu erwarten, dass sich dieser Wert im Jahresverlauf 2012 noch steigern wird. Obwohl sich die Mehrzahl der mittelständischen Unternehmen auch Ende 2011 nur oberflächlich oder gar nicht mit den Möglichkeiten von Cloud Computing auseinandergesetzt hat, war im Jahresverlauf eine deutliche Zunahme des Beschäfti- , % , % xx Q/ Q/ Q/ weiß nicht Intensiv , % , % , % , % , % , % , % , % ,% , % , % Gar nicht Sehr Intensiv Etwas xx Quelle: Deloitte/TechConsult/DB Research © Produktion gungsgrades zu verzeichnen. Dabei wird das Thema von verschiedenen Seiten in die Unternehmen hineingetragen. Eine wichtige Rolle dabei spielten und werden in Zukunft verstärkt die lokalen IT-Dienstleister spielen. Halle , Stand Start: . Uhr! Preisverleihung: . Uhr! GrindTec Pfeiffer Vacuum Technology Neubewertung von Adixen reduziert Gewinn + präsentieren den Wettbewerb „Werkzeugschleifer des Jahres “ am Donnerstag, . März auf der GrindTec in Augsburg. Detailinformationen unter: www.multigrind.com und www.fertigung.de Mit freundlicher Unterstützung von DAS FACHMAGAZIN FÜR DIE METALLBEARBEITUNG fer_schleifer_2012_logos_NEU_148x201.indd 1 08.02.2012 13:17:00 Gunnar Knüpffer Produktion Nr. 10, 2012 Durch eine Neubewertung des Zukaufs Adixen fällt das Betriebsergebnis von Pfeiffer Vacuum Technology um 13,3 Mio Euro niedriger aus. Das Ergebnis stieg dennoch von 220 Mio auf 520 Mio Euro. Asslar. Pfeiffer Vacuum Technology hat die Vermögenswerte und Schulden der Geschäftseinheiten des Zukaufs Adixen rückwirkend zum Marktwert neu bewertet. Weil eine deutliche Werterhöhung festgestellt worden sei, ergibt sich zum einen eine Reduktion der Goodwill-Abschreibungen und zum anderen ein Anstieg der Abschreibungsgrundlage und damit der jährlichen Abschreibungen vor allem auf immaterielle Vermögenswerte. Diese wirkt sich auf das Betriebsergebnis aus, das sich um 13,3 Mio Euro auf 62,6 Mio Euro reduziert. Bei einem Umsatz von 519,5 Mio Euro im Jahr 2011 (2010: 220,5 Mio Euro) führt das zu einer Betriebsergebnismarge von 12 %. Im kommenden Jahr soll der ergebniswirksame Effekt der Abschreibungen jedoch geringer sein, prognostizierte das Unternehmen. Der Anbieter von Vakuumlösungen aus Asslar hatte den Geschäftsbereich Vakuumtechnologie namens Adixen von Alcatel-Lucent im französischen Annecy für 200 Mio Euro zum 31. Dezember 2010 übernommen. Der Vorstandschef von Pfeiffer Vacuum, Manfred Bender, wollte damit vor allem einen Der Vorstandschef von Pfeiffer Vacuum, Manfred Bender, ließ die Vermögenswerte des Zukaufs Adixen neu bewerten. Bild: Pfeiffer Vacuum verbesserten Zugang zu den stark wachsenden Märkten in Asien erlangen. Dazu sollte das Vertriebsund Servicenetz erweitert werden. Daneben war eine Umsatz-Verdoppelung angepeilt worden. Nach dem Kauf von Adixen steigerte Pfeiffer auch den Aufragseingang von 224 Mio Euro im Jahr 2010 auf 516 Mio Euro im vergangenen Jahr. Auch im vierten Quartal 2011 bemerkte das Unternehmen einen Aufwärtstrend: In diesem Zeitraum wurden Aufträge in Höhe von 113 Mio Euro an Land gezogen, während es im Vorjahreszeitraum 58,4 Mio Euro waren. Pfeiffer Vacuum habe die Integration des Alcatel-Lucent-Bereichs „fast abgeschlossen“, sagte Vorstandschef Bender. Die Bilanzierung habe ihnen jetzt bestätigt, dass sie werthaltige Assets gekauft haben. Das Unternehmen sei jetzt „bestens“ für zukünftiges Wachstum gerüstet und werde die EBIT- Marge in den kommenden Jahren „deutlich steigern“, sagte Bender.


8. März 2012 · Nr. 10 · Produktion · Unternehmen & Märkte · 5 Interview Martin Kapp, Vorsitzender des VDW „Das Wachstum wird sich 2012 beruhigen“ Sebastian Moser, Produktion Nr. 10, 2012 Der Vorsitzende des Verbands Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) sieht angesichts des aktuellen Branchenbooms einer leichten Marktberuhigung im laufenden Jahr gelassen entgegen. Herr Kapp, für das letzte Jahr vermeldet der VDW Rekordzahlen. Was wird dieses Jahr passieren? Das Wachstum wird sich im laufenden Jahr beruhigen. Speziell bei der Nachfrage ist 2012 nicht mehr mit Zuwächsen zu rechnen. Im Dezember 2011 war erstmals seit 25 Monaten wieder ein Minus zu verzeichnen; dies allerdings im Vergleich zum höchsten Vorjahreswert seit Erhebung der Auftragseingänge. Was ist der Grund für dieses Minus? Es gibt immer noch eine gewisse Verunsicherung durch gesamtwirtschaftliche Risiken wie Euroschuldenkrise oder Finanzmarktturbulenzen. Vor allem die mittelständischen Kunden warten ab, denn Ungewissheit ist Gift für jede Investitionsentscheidung und sollte sie noch so notwendig sein. Vita Martin Kapp (60) ist seit Anfang 2010 Vorsitzender des VDW. Kapp ist im Hauptberuf geschäftsführender Gesellschafter der Kapp-Gruppe, Coburg. Nach dem Maschinenbaustudium begann er seine berufliche Laufbahn in der Schweiz, ging dann für drei Jahre in die USA und stieg dann in das elterliche Unternehmen ein. Macht Ihnen das Sorgen? Nein. Die Beruhigung der laufenden Nachfrage bedeutet für die Firmen eine gewisse Entspannung. Sie gewährt ihnen die Möglichkeit, die zahlreichen Aufträge fristgerecht abzuarbeiten. Noch im Herbst bestand das größte Problem für die Geschäftsentwicklung laut ifo-Umfrage in den Komponentenlieferzeiten, die sich verdoppelt hatten. Zu Beginn des laufenden Jahres 2012 zeigt sich hier eine Entschärfung der Situation. Sie befürchten also aufgrund der Schuldenkrise und des Finanzmarktchaos keinen erneuten Kollaps der Branche? Ich bin kein Finanzmarktexperte, aber die positiven Erwartungen der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie werden nicht nur durch die vollen Auftragsbücher gestützt. Weitere makroökonomische Frühindikatoren lassen einen Abbruch der internationalen Investitionstätigkeit unter derzeit gegebenen Umständen nicht erwarten. Vielmehr deuten die verfügbaren Daten auf eine Verschnaufpause im laufenden Jahr hin mit der Perspektive, danach wieder durchzustarten. Der VDW- Prognosepartner Oxford Economics schätzt den Zuwachs für die Weltwirtschaft 2012 auf 2,5 Prozent. Stärker wachsen die Industrieproduktion und damit verbunden vor allem die Investitionen der wichtigen Abnehmerbranchen mit 3,6 bzw. 6,7 Prozent. Zusammenfassend möchte ich bekräftigen, dass unsere Branche robust aufgestellt ist. Ich bin optimistisch, „Es gibt immer noch eine gewisse Verunsicherung durch gesamtwirtschaftliche Risiken wie Euroschuldenkrise oder Finanzmarktturbulenzen“. Martin Kapp, Vorsitzender des VDW und geschäftsführender Gesellschafter der Kapp-Gruppe in Coburg. dass es keinen krisenhaften Nachfrageeinbruch geben wird. Wo wird die Industrie besonders stark wachsen? Zugpferd für die Industrieproduktion ist nach wie vor Asien mit Thailand, China, Taiwan, Japan und Indien als Vorreiter. Auch in Amerika wächst die Industrieproduktion kräftig mit den USA und Mexiko an der Spitze. Einzig Europa gerät mit einem Zuwachs von 0,3 Prozent vorerst ins Hintertreffen. Angesichts der starken Turbulenzen im Euroraum kann das nicht weiter verwundern. Herausragend in Europa ist Russland mit einem Plus von 3,7 Prozent, ein Markt, den die Deutschen als Lieferanten traditionell dominieren. ... und wie sieht Ihre Prognose für Deutschland aus? Für Deutschland wird 2012 ein Zuwachs bei der Industrieproduktion von knapp über einem Prozent erwartet. Im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Jahren, die von einer Aufholjagd auf Vorkrisenniveau geprägt waren, ist dies ein starker Rückgang des Wachstums. Jedoch signalisiert der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland steigende Zuversicht. Er hat im Januar zum dritten Mal in Folge angezogen. Das ist vor allem den merklich aufgehellten Geschäftserwartungen zu verdanken. Eine ähnliche Entwicklung zeigen die Erwartungen in den wichtigen Abnehmerbranchen der Werkzeugmaschinenindustrie und schließlich auch in der Branche selbst. Im internationalen Umfeld hat der Einkaufsmanagerindex, insbesondere für die USA, ebenfalls wieder angezogen. Wo liegen die größten Herausforderungen für die deutschen Werkzeugmaschinenbauer? In den beiden vergangenen Jahren hat die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie nicht nur gute Geschäfte gemacht, sondern sich auch um Strategien und Wettbewerbsfähigkeit gekümmert. Sie sieht die größten Herausforderungen für die kommenden Jahre im wachsenden Bedarf zur Internationalisierung, im Ausbau des Innovationsvorsprungs, der Verbesserung ihrer Kostenposition und in der Bewältigung des Fachkräftemangels. Das war Ergebnis einer Unternehmensbefragung von VDW und PWC. Lindner: IG Metall fordert zu viel Produktion Nr. 10, 2012 Frankfurt (ah). Der Präsident des VDMA, Dr. Thomas Lindner, äußerte sich auf der Jahres-PK kritisch gegenüber den aktuellen Forderungen der IG Metall nach 6,5 % mehr Lohn. Diese seien „überdimensioniert und spiegeln schon gar nicht die Flexibilitätsbedürfnisse in unserer Industrie wider.“ Dr. Lindner appellierte an die Tarifparteien, bei den bevorstehenden Verhandlungen „Vernunft und Augenmaß“ zu beweisen, und sprach sich für eine „eine moderate Anhebung als Standard“ aus. Die IG Metall rechtfertigt ihre Forderung nach einer Erhöhung um 6,5 % mit der langen Laufzeit des vereinbarten Tarifvertrages aus dem Krisenjahr 2010. Laut Lindner passe dies nicht zu der Tatsache, dass der Maschinenbau sich derzeit noch nicht auf Vorkrisenniveau bewegt. Die IG Metall fordert außerdem eine unbefristete Übernahme von Auszubildenden sowie ein größeres Mitspracherecht für Betriebsräte bei der Einstellung von Leiharbeitern. THINK TECH, ENGINEER SUCCESS New technologies New solutions New networks Weitere Informationen erhalten Sie unter Tel. +49 511 89-0, hannovermessemesse.de Welche Technologien machen Ihr Unternehmen noch erfolgreicher? Die HANNOVER MESSE bietet Ihnen auf 8 internationalen Leitmessen den kompletten Marktüberblick: Innovationen entlang der industriellen Wertschöpfungskette Neueste Entwicklungen in den Bereichen: Industrieautomation, Energietechnologien, industrielle Zulieferung und Dienstleistungen sowie Forschung und Entwicklung Aktuelle Trends mit Fokus auf Umwelttechnologien, Mobilität der Zukunft und urbane Infrastrukturen Besuchen Sie das weltweit wichtigste Technologieereignis. Mehr unter hannovermesse.de 23.–27. April 2012 NEW TECHNOLOGY FIRST 23.–27. April 2012 Hannover Germany


6 · Unternehmen & Märkte · Produktion · 8. März 2012 · Nr. 10 Maschinen- und Anlagenbau VDMA erwartet stagnierende Produktion Gunnar Knüpffer Produktion Nr. 10, 2012 Zuletzt gab es drei Mal in Folge Auftragsrückgänge im deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Deshalb werde der Produktions-Index nicht zulegen, prognostiziert der VDMA. Frankfurt. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. geht davon aus, dass die Maschinenproduktion hier zu Lande in diesem Jahr nicht wachsen wird. VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner setzte am vorvergangenen Donnerstag die Prognose für den Produktions-Index von 4 % auf 0 % herab. Die Revision war notwendig geworden, weil der Auftragseingang der VDMA-Mitgliedsunternehmen drei Mal in Folge zurückging. Im Januar gingen 6 % weniger Aufträge ein. Im Dezember reduzierte sich das Auslandsgeschäft sogar um 14 % im Vergleich zum Vorjahresniveau. Der VDMA-Präsident begründete die Entscheidung mit der „jüngsten Entwicklung des Auftragseingangs, der weiteren erheblichen Unsicherheiten insbesondere in Europa, aber auch im Hinblick auf eine abflachende Konjunktur in China.“ Zuvor wurde im VDMA heftig darüber diskutiert, ob die Prognose wirklich auf null gesetzt werden soll. Denn die eine Fraktion stellte fest, dass sich viele Mitgliedsunternehmen in einer unverändert guten Lage befinden und voller Zukunftsoptimismus sind. Diese Firmen betrachten die aktuelle Situation eher als Verschnaufpause und nicht als zyklischen Abschwung. Zudem gebe es Anzeichen, dass sich die Geschäfte schon bald wieder beleben werden. Dies deuteten Frühindikatoren von ZEW und Ifo an. Auch bieten aus Sicht der optimistischen Fraktion Trends wie Ressourcen-Effizienz, Elektromobiltät und Energie-Effizienz gute Wachstumsperspektiven. Dem gegenüber stand die zweite Fraktion, die vor allem die wirtschaftlichen Risiken für den deutschen Maschinenbau im Blick hatte. Diese Gruppe befürchtet, dass das Hauptexportland China VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner: „Die Bandbreite reicht von -32 Prozent für verfahrenstechnische Maschinen bis +38 % für Werkzeugmaschinen.“ Bild: VDMA der heimischen Wirtschaft zu schaffen macht, nicht nur wegen geringerer Wachstumsbeiträge, sondern auch wegen aggressiverer Konkurrenz auf dem Weltmarkt. Ihrer Ansicht nach ist ein positiver Ausgang der Staatsschuldenkrise in Europa nach wie vor unsicher und die Auswirkungen auf die Banken sind unklar. Aus Sicht der skeptischen Fraktion steht auch die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende noch in den Sternen: Ob die industriellen Wertschöpfungsketten unversehrt bleiben, sei unsicher. Ebenso stünden Fragezeichen bei der Qualität beziehungsweise Stabilität der Stromversorgung und bei den Stromkosten. Auch für 2011 musste Dr. Lindner seine ursprüngliche Prognose korrigieren. Ging er zunächst beim Produktions-Index von einer Steigerung um 14 % aus, gibt er den Wert jetzt mit 12 % an. Ursache dafür ist ein Minus von 1,9 % beim Index im Dezember. Insgesamt ist die deutsche Maschinenproduktion 2011 um rund 24 Mrd Euro auf etwa 187 Mrd Euro gewachsen. Die Maschinenausfuhr expandierte im Zeitraum Januar bis November 2011 im Vergleich zu 2010 nominal um 14,5 %. Die Exporte nach China stiegen um 26 %, die in die USA um 22,2 % und jene nach Russland um 33,2 %. Die Quelle: VDMA Steigerungsrate für die Türkei liegt bei 29,3 %, für Brasilien bei 23,6 % und für Indien bei 15,3 %. Der Export in die Euro-Partnerländer wuchs mit 9 % zwar unterdurchschnittlich, aber stärker als zuvor angenommen worden war. Besonders nach Frankreich wurden viele Maschinen exportiert (16,5 %). Noch stärker als die Exporte legten im vergangenen Jahr die Maschinenimporte zu. 18,8 % betrug diese Steigerungsrate, während die Exporte nur um 14,5 % ausgeweitet wurden. Entwicklung der deutschen Maschinenproduktion - - - reale Veränderung gegenüber dem Vorjahr -, -, , , , , - -, - © Produktion Nach zwei Jahren, in denen der Produktions-Index stark anstieg, erwartet der VDMA in diesem Jahr eine Stagnation. , , , Prognose Messe „embedded world ist erwachsen“ Sabine Spinnarke Produktion Nr. 10, 2012 Nach 10 erfolgreichen Messejahren bescheinigt Richard Krowoza von der Nürnberg Messe der Fachmesse embedded world nun „erwachsen zu sein“. Nürnberg. Mit über 870 Ausstellern und einer belegten Fläche von 40 000 m 2 hat die Fachmesse für Embedded-Systeme ihr Volumen nahezu verdreifacht – „eine Steigerungsrate von jährlich 9 % ist nicht normal im Messegeschäft“, betont darum auch Richard Krowoza, Mitglied der Geschäftsleitung des Nürnberger Messeveranstalters. Warum gerade diese Branche entgegen jeder Wirtschaftskrise wächst und wächst erklärt Prof. Dr.-Ing. Matthias Sturm, Vorsitzender des Fachbeirats mit der besonderen Innovationskraft der Unternehmen. Sturm: „Unsere community besteht aus Arbeitern, die die embedded world nutzen um sich auszutauschen – wir bringen die Welt voran!“ Und zwar mit Produkten wie beispielsweise der für den embedded Award nominierte Baustein von Enpirion. Das hochintegrierte Power-Management-System EN5339 verkörpert laut Sturm eine bemerkenswerte Leistung in Bezug auf die hier realisierte Energiedichte, „in einem Mit dem ‚embedded Award 2012‘ würdigten die Veranstalter am ersten Messetag die Unternehmen Willert Software, Wind River und Freescale. Bild: Mesago nur 5 mm 2 großen Gehäuse ist es gelungen 3 Ampere Strom bereitzustellen“, lobt Sturm. Der winzige DC/DC-Wandler enthält immerhin Controller, Leistungs-MOS- FETs, Kompensationsnetzwerk und Induktivität. Neben der Miniaturisierung sind Energieeffizienz und Kommunikation die zentralen Themen in allen drei Bereichen Hardware, Software und Tools. Bis auf Chipebene hat sich das Thema Energieeffizienz als Erfolgsfaktor durchgesetzt, sowohl ARM als auch Renesas betonen, ihre Chips auf Grund des geringen Energiever- brauchs so erfolgreich am Markt durchzusetzen. Zum Thema Kommunikation gibt es in den Hallen 4 und 5 in der ‚M2M – Area‘ viel zu sehen. Neben der drahtlosen Vernetzung einzelner Geräte untereinander (Machine-to-Machine-Communication, M2M), spielt das Cloud-Computing im Embedded-Bereich eine zunehmend wichtige Rolle. Den Embedded-Systementwicklern eröffnet es neue Wege: Durch die Kopplung mehrerer Komponenten sind neue Features realisierbar, die den Funktionsumfang von Einzelkomponenten erweitern. Aus den Unternehmen Creaform: Creaform, Anbieter portabler optischer 3D-Messtechnik und Engineering Services, feiert 2012 sein 10-jähriges Firmenjubiläum. Die Firma sei von einem Start-up Messtechnikservice-Unternehmen mit fünf Mitarbeitern zu einem internationalen Unternehmen mit 300-Mitarbeitern gewachsen. Creaform wurde eigenen Angaben zufolge bisher mit mehr als 30 Preisen für Innovationen und Erfolge ausgezeichnet. Denios: Das Bad Oeynhauser Unternehmen für Gefahrstofflagerung und betrieblichen Umweltschutz hat das Jahr 2011, in dem das 25-jährige Bestehen gefeiert wurde, nach eigenen Angaben mit einem Rekordumsatz abgeschlossen. Vor diesem Wachstumshintergrund konnte Denios im vergangenen Jahr 60 neue Arbeitsplätze schaffen, die Hälfte davon am Standort Bad Oeynhausen. Elobau: Das Unternehmen für Maschinensicherheit, Schalter, Sensoren, Joysticks und Niveaugeber wurde in die ‚Ethics in Business‘-Gilde aufgenommen.Die Auszeichnung soll zeigen, dass nachhaltiges Wirtschaften auch in Zeiten des Wandels und der Dynamisierung anerkannt wird. Elobau-Geschäftsführer Michael Hetzer hierzu: „Wir legen großen Wert auf ethisches Wirtschaften, weil wir davon überzeugt sind, dass dies ein wesentlicher Faktor ist, um auf Dauer erfolgreich zu sein.“ Open Mind: Der Entwickler von CAD/ CAM-Software und Postprozessoren sieht in Russland einen strategischen Markt für die digitale Fertigung und will diese Region künftig direkt betreuen. Für die Erschließung des GUS-Marktes mit Schwerpunkt Russland ist seit Januar 2012 Slava Botsvine als Vertriebsleiter verantwortlich. Dieser ist selbst russischer Muttersprachler, was ihn besonders qualifizieren soll.


8. März 2012 · Nr. 10 · Produktion · Unternehmen & Märkte · 7 Robotikindustrie Spitzenwerte auf ganzer Linie Dr. Michael Wenzel, Managing Director, Reis Group Holding: Produktion Nr. 10, 2012 Die weltweite Roboterindustrie kann für 2011 ein Wachstum von 30 % verzeichnen. Laut der International Federation of Robotics (IFR) sollen im vergangenen Jahr 150 000 Roboter weltweit verkauft worden sein – ein Spitzenwert. Die Roboterhersteller verzeichnen Rekordwerte auf ganzer Linie. Ein Stimmungsbild. Manfred Stern, President & COO Yaskawa Europe: „2011 war ein Rekordjahr für Yaskawa Roboter, sowohl im Umsatz als auch im Auftragseingang. Diesen weltweiten Trend konnte man auch in Europa spüren, wo sich unsere Verkäufe um etwa 40 Prozent erhöhten. Die Nachfrage wurde hauptsächlich von der Automobilindustrie angetrieben, einschließlich der Tier-1-Kunden. Die Nachfrage 2012 ist immer noch hoch trotz der schwächelnden allgemeinen wirtschaftlichen Situation. Ein signifikantes Wachstum wird bei den Anwendungen ‚Verpacken, Kommissionieren und Platzieren‘, ‚Montage‘, ‚Material Handling‘ sowie in der ‚Medizin/Gesundheitspflege‘ erwartet mit unserem Dualarmroboter und den kürzlich auf den Markt gebrachten Delta-Roboter.“ Manfred Gundel, IFR Board Member und CEO Kuka Roboter GmbH: Mike Bomya, President, Nachi Robotic Systems Inc., SA: „Das Jahr 2011 ist das erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Kuka Robot Group. Wir steigerten den Umsatz im Bereich Robotik gegenüber 2010 nochmals um über 40 Prozent. China war hierbei der am rasantest wachsende Robotermarkt. Im letzten Jahr beobachteten wir über alle produzierenden Industrien hinweg eine stark zunehmende Nachfrage, nachdem 2010 die Automotive „Für die weltweite Robotersparte von Nachi-Fujikoshi setzte sich die starke Erholung, die 2010 begann, auch 2011 fort. Die weltweiten Lieferungen von Robotern erhöhten sich um fast 80 % und in Nordamerika um über 70 %. Die Automobilindustrie war der wichtigste Motor für den verbesserten Umsatz, aber auch die Wachstumsmärkte hatten daran einen signifikanten Anteil. Bei der General Industry zeigt sich eine gute Erholung und eine zunehmende Akzeptanz von Robotiklösungen als Schlüssel für kostensparende und wettbewerbssteigernde Fertigung. Unsere Erwartungen für 2012 sind recht optimistisch für den nordamerikanischen Markt.” Per Vegard Nerseth, Head of ABB Robotics: „Die Erholung des weltweiten Industrierobotermarktes setzte sich 2011 gewaltig mit Rekorde brechenden Zahlen fort. Das Wachstum ging unvermindert in der Automobilindustrie weiter und wurde verstärkt durch eine steigende Nachfrage aus Wachstumssegmenten wie Elektronik, Solar und Nahrungsmittel und Getränke. Wir erwarten, dass sich dieses Wachstum 2012 fortsetzen wird mit einer steigenden Nachfrage aus der asiatischen Region. Folglich erwarten wir, dass der starke Trend zu einer beachtlichen Verschiebung der Produktionsstandorte nach Asien anhalten wird. Ich bin davon überzeugt, dass das Nutzenversprechen von Robotiklösungen für produzierende Unternehmen aller Größen niemals besser war und ich erwarte dass sich das in einem fortgesetzten Wachstum dieser Branche zeigt.“ Industry Hauptwachstumsmotor war. Daher werden wir unsere Produktionskapazitäten weiter ausbauen. Das Potenzial für Robotikanwendungen ist enorm. Ich bin sicher, dass die weltweiten Mega- Trends wie Nachhaltigkeit, fortschreitende Industrialisierung und der demografische Wandel die Robotikindustrie weiter vorantreiben werden.“ Olaf C. Gehrels, President Fanuc Luxembourg Corporation: „Die Robotiksparte von Fanuc in Europa hat 2011 ein gewaltiges Wachstum erlebt und Rekordauftragsvolumen erreicht. Trotz der schwerfälligen europäischen Wirtschaft ist die Nachfrage nach gelben Robotern sowohl in der Automobilindustrie als auch in der General Industry hoch geblieben. Damit wurde Fanuc zum bevorzugten Lieferanten in den meisten europäischen Märkten. Wir erwarten für 2012 und darüber hinaus ein weiteres deutliches Wachstum. Um unsere weltweite Expansion zu unterstützen hat Fanuc Corp., Japan, seine Produktionskapazitäten 2011 auf den erstaunlichen Level von 60 000 Robotern pro Jahr erweitert.“ „Diese Zahlen zeigen deutlich die anhaltende Nachfrage nach industrieller Automation und Robotik. Wir erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzt, vielleicht mit einer reduzierten Wachstumsrate bedingt durch die ebenfalls reduzierten Wachstumsraten der Weltwirtschaft. Allerdings zeigt die positive Entwicklung in allen Anwendungsfeldern, in der Automobilindustrie und in der General Industry, sowie in allen Regionen, dass die Robotikindustrie im Markt breit aufgestellt ist und ein hohes Potenzial für weiteres Wachstum hat.“ President & CEO, Adept Technology, USA: „Ich glaube, dass die gute Entwicklung zusätzlich beeinflusst wurde durch die Entscheidung vieler produzierender Unternehmen der USA zu automatisieren, um die Produktion im Land zu lassen. In einigen Fällen wurde sogar die Produktion wieder ins Land zurückverlagert, die früher nach Übersee gebracht wurde.“ Umsatzwachstum Rexroth setzt auf China Dietmar Poll Produktion Nr. 10, 2012 Das ungebremste Wachstum in China – auch im Maschinenbau – lässt deutsche Unternehmen positiv nach vorne blicken. Bosch Rexroth setzt dabei auf qualitatives Wachstum in der Volksrepublik. Lohr. „Für den weltweiten Maschinenbau wird das zukünftige Wachstum vorrangig aus China kommen“, bekräftigt Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG. „Nur Unternehmen, die sich mit eigener Produktion, eigener Entwicklung und lokalem Management in China engagieren, werden an diesem Wachstum teilhaben.“ Der Zulieferer für den Maschinenbau produziert an vier chinesischen Standorten Komponenten und Systemlösungen für mobile und industrielle Anwendungen sowie erneuerbare Energien. „Bosch Rexroth hat in China eigenes F&E- Know-how aufgebaut, mit dem wir genau auf die regionalen Anforderungen optimierte Produkte und Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG. Bild: Bosch Rexroth Lösungen entwickeln. Dabei arbeiten unsere Entwickler eng mit ihren deutschen Kollegen zusammen“, beschreibt Fo-Wai Lau, Managing Director von Bosch Rexroth in China einen wichtigen Erfolgsfaktor. Die in Asien für Asien entwickelten Systemlösungen machen einen immer höheren Umsatzanteil aus. Mit marktgerecht entwickelten Produkten wie der CNC-Lösung Indra- Motion MTX micro für kompakte Werkzeugmaschinen oder einer energieeffizienten Systemlösung für mobile Arbeitsmaschinen mit dem in Asien gewohnten Bediengefühl erschließt sich Rexroth für europäische Unternehmen bislang verschlossene Marktsegmente. „Für chinesische Maschinenhersteller hat das Thema höhere Energie-Effizienz absolute Priorität“, weiß Lau. Im Rahmen der ‚Greentech Initiative‘ hat die chinesische Regierung das Ziel vorgegeben, die Energieintensität je Einheit des Bruttosozialprodukts bis 2015 um 16 % zu senken. Dazu müssen Industrieunternehmen in energieeffizientere Maschinen und Anlagen investieren. „Mit der Systematik Rexroth for Energy Efficiency können Maschinenhersteller die Energieeffizienz-Potenziale aller Antriebs- und Steuerungstechnologien ausschöpfen“, hebt Tragl hervor. „Gerade weil zahlreiche Hersteller in China aktuell an ganz neuen Konzepten arbeiten, haben sie die einmalige Chance, direkt den aktuellen Stand der Technik komplett umzusetzen.“ 17. - 20. April 2012 Messe Karlsruhe PaintExpo Internationale Leitmesse für industrielle Lackiertechnik Pulverbeschichten Spritzpistolen Pumpen Aushärtung Lohnbeschichtung Nasslackieren Recycling und Entsorgung Filter Reinigung Coil Coating Forschung Nass- und Pulverlacke Entlackung Drucklufttechnik Lackiergehänge Vorbehandlung Trocknung Applikationssysteme Umwelttechnik Abdeckmaterialien und -systeme Mess- und Prüftechnik Automatisierungs- und Fördertechnik www.paintexpo.de Veranstaltet von Kooperationspartner Ausbildungspartner FairFair GmbH Max-Eyth-Str. 19 D- 72644 Oberboihingen Qualitätssicherung Tel.: +49 7022 60255 0 E-Mail: info@paintexpo.de


8 · Unternehmen & Märkte · Produktion · 8. März 2012 · Nr. 10 Werkzeugmaschinen Metav mit positivem Signal Klaus Hiemer Produktion Nr. 10, 2012 Die Metav in Düsseldorf stand im Zeichen der nach wie vor erfreulichen Investitionsgüternachfrage und war aus Sicht des VDW ein „ganz wichtiges Signal“ für die gesamte Werkzeugmaschinenbranche. Düsseldorf. „Die Metav war ein ganz wichtiges Signal“, sagte Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer beim Metav-Organisator VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken). „Als erste große Messe für die Metallbearbeitung im laufenden Jahr hat sie in einem unsicheren politischen Umfeld eindrucksvoll gezeigt, dass die Stimmung in der Industrie gut und die Investitionsbereitschaft in den Abnehmerbranchen nach wie vor hoch ist.“ Dies bestätigten laut VDW die rund 700 Metav-Aussteller aus 26 Ländern. Auch die Bestellungen in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie hätten im Januar dieses Jahres nochmals zugelegt. An fünf Tagen kamen über 40 000 Fachbesucher aus über 30 Ländern zur Messe. „Angesichts voller Auftragsbücher und sehr hoher Auslastung in den Anwenderbranchen, ist dies ein gutes Ergebnis“, bilanzierte Wilfried Schäfer. Die Aussteller heben insbesondere die hohe Qualität der Besucher hervor. „Die Kunden kamen mit ausgearbeiteten Projekten und Über 40 000 Fachbesucher aus mehr als 30 Ländern kamen an den fünf Messetagen zur Metav nach Düsseldorf. Bild: Messe Düsseldorf Zeichnungen in der Tasche und wünschten Angebote dazu“, bestätigte Rolf Rickmeyer, President MAG Europe in Göttingen stellvertretend für viele Aussteller. 60 % der Metav-Besucher kamen aus der Industrie. Das waren vor allem Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie aus der Automobilindustrie. Allein ein Fünftel der Besucher rechnet sich zur Zulieferindustrie. „Auf der Metav hat sich gezeigt, dass nach dem Zugpferd Automobilindustrie jetzt auch die kleinen und mittelständischen Kunden aus der Zulieferindustrie mit ihren Investitionen nachziehen. Sie haben die Messe als Entscheidungsplattform genutzt und unsere Maschinen gekauft“, sagt Jens Wunderlich, Leiter Marketing bei Profiroll Technologies in Bad Düben. Wie ein roter Faden zieht sich die gute Investitionslaune der Industrie durch die Messebeurteilungen der Aussteller, so der VDW. Etwa 45 % der Besucher kamen nach eigenen Angaben aus dem mittleren und dem Top-Management. Diese Besucher verfügten auch über Entscheidungskompetenz. Rund ein Fünftel der Entscheider bestellte direkt auf der Messe oder will dies im Anschluss daran tun. Bereits auf der Messe selbst konnte Gisbert Krause, Geschäftsführer beim größten Aussteller Hommel aus Köln, davon profitieren: „Wir haben auf der Metav Maschinen verkauft auf dem Niveau von vor der Krise.“ China-Corner Aixtron/Peking (kk): Die Minsheng Financial Leasing Co., Ltd. (MSFL), eines der wichtigsten Finanzinstitute in Chinas Nichtbankensektor, und Aixtron SE, führender Anbieter von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie, haben kürzlich ein strategisches Bündnis zur gemeinsamen Vermarktung von Leasingprodukten in China bekannt gegeben. Ziel der Allianz ist es, chinesischen Kunden den Zugang zu Aixtrons renommierter MOCVD-Technologie zu erleichtern, die dafür die Finanzierungsangebote von Minsheng in Anspruch nehmen können. Feng Wang, CPO und Geschäftsführer Finance Leases SBU MSFL, und Wolfgang Breme, CFO Aixtron, unterzeichneten jüngst ein entsprechendes Abkommen in Peking. Dematic/Suzhou (kk): Dematic hat im ostchinesischen Suzhou, 120 Kilometer nordwestlich von Shanghai, das erste Kunden- und Technologiecenter in der Volksrepublik eröffnet. Dematic ist in Suzhou bereits seit 1993 mit einem Fertigungswerk präsent. „Für Dematic nimmt China in der weltweiten Wachstumsstrategie eine immer wichtigere Rolle ein“, erklärt Dematic-CEO Hubert Kloss. „Mit der Errichtung des TechCenters an diesem technologieaffinen Standort werden wir dem chinesischen Markt nun das Potenzial effizienter Automations-Lösungen für die Intralogistik noch konkreter und anschaulicher vermitteln können“, so Kloss. Dürr/Chengdu (kk): Der Dürr-Konzern hat im Jahr 2011 nach eigenen Angaben bei allen wesentlichen Kennzahlen besser abgeschnitten als im Vorjahr. Der Auftragseingang stieg um 64% auf die historische Höchstmarke von 2 684,9 Mio Euro. Dabei profitierte der Maschinen- und Anlagenbauer u.a. von dem anhaltenden Kapazitätsaufbau der Automobilindustrie in China. Im Jahr 2011 erzielte Dürr 65% des Auftragseingangs in den Emerging Markets. Rund ein Drittel aller Bestellungen entfiel auf China, wo Dürr über 1 400 Mitarbeiter beschäftigt. Auch in der Endmontage kommt ein Großteil der Aufträge aktuell aus China. Für das Joint Venture FAW Volkswagen Automotive Co. Ltd. im chinesischen Chengdu installiert Dürr sowohl in der Trim- als auch in der Final-Linie Schubplattformen mit Spindelhubtischen. China Mit der Kraft des Drachen Logistik Neues Jungheinrich-Werk Maren Kalkowsky Produktion Nr. 10, 2012 Klaus Hiemer Produktion Nr. 10, 2012 Kraft, Autorität und Erfolg – dies symbolisiert das nun angebrochene Jahr des Drachen. Und dass die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschen und Chinesen kraftvoll fortgeführt werden sollten, betonte der Generalkonsul der VR China, Shunqing Wang. München. „Die Chinesen haben besondere Hoffnungen und Erwartungen für das Drachenjahr“, eröffnete Shunquing Wang seine Rede im Rahmen des ersten Bayerisch- Chinesischen Frühlingsfests in München. „2011 konnte ein Wirtschaftswachstum von 9,2% erzielt werden. Laut Prognosen des internationalen Währungsfonds wird die Wachstumsrate in China dieses Jahr 8,2 % erreichen. Vor diesem Hintergrund, dass sich die Weltund insbesondere die europäische Wirtschaft in einer ernsten Lage befinden, werden wir weiter an unserer Öffnungspolitik festhalten und die Anpassung unserer Wirtschaftsstruktur beschleunigen“, so Wang. Das Handelsvolumen zwischen China und Deutschland betrug 2011 rund 170 Mrd Dollar. Die Bedeutung Chinas für den Stand- Der Generalkonsul der VR China, Shunqing Wang, setzt auf den Ausbau der Kooperationen. Bild: Kalkowsky ort Bayern ist rasant gestiegen. Mit einem Handelsvolumen von Januar bis November 2011 von fast 26 Mrd Euro ist China der zweitwichtigste Handelspartner Bayerns. „Bereits heute leben über 12 000 Chinesen im Freistaat. In den letzten 10 Jahren haben sich mehr als 140 Unternehmen aus China im Freistaat niedergelassen“, erläuterte die bayerische Staatssekretärin Katja Hessel im Rahmen der Veranstaltung des bayerischen Chinaforums. „Wir wollen die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen vertiefen, um ein neues Stadium der bilateralen Beziehungen zu erreichen“, so das Fazit von Wang. Die Jungheinrich AG investiert rund 40 Mio Euro in den Bau eines neuen Werkes in der Nähe des bisherigen Produktionsstandortes im bayerischen Moosburg. Hamburg. Jungheinrich wird seine Produktionsabläufe optimieren und Fertigungskapazitäten ausweiten: Dazu wird die Jungheinrich Moosburg GmbH im Gewerbeund Industriegebiet Degernpoint in unmittelbarer Nähe des bisherigen Produktionsstandortes Moosburg ein neues Werk für Lager- und Systemfahrzeuge errichten. Der Baubeginn ist auf Ende April 2012 terminiert, heißt es. Jungheinrich rechnet trotz der konjunkturellen Unsicherheiten mit guten Wachstumsperspektiven in den kommenden Jahren und will seine Produktionsstandorte rechtzeitig hierauf einstellen. Im Gewerbe- und Industriegebiet Degernpoint bei Moosburg wird ein eigenständiges ‚Centre of Excellence‘ für Lager- und Systemfahrzeuge entstehen. Diese Geräte werden derzeit im Moosburger Stammwerk produziert. Dort kann die Fertigung nicht mehr erweitert werden. So wird das neue Jungheinrich-Werk für Lager- und Systemfahrzeuge aussehen. Das Unternehmen investiert rund 40 Mio Euro. Bild: Jungheinrich Das Projektvolumen für das neue Werk liegt bei rund 40 Mio Euro. Bereits im Jahr 2008 hatte das Unternehmen für Erweiterungspläne ein rund 60 000 Quadratmeter großes Grundstück im Industriegebiet Degernpoint erworben. „Der Werksneubau ist eine weitere wichtige Investition in die Zukunft unseres Unternehmens, die uns nachhaltig Wachstum ermöglicht“, so Hans-Georg Frey, Vorsitzender des Vorstandes der Jungheinrich AG. Am Standort Moosburg sind derzeit insgesamt rund 960 Mitarbeiter beschäftigt, 260 davon im Bereich Lager- und Systemfahrzeuge. Letztere werden mit dem Beginn der Produktion an den knapp drei Kilometer entfernten neuen Standort Degernpoint umziehen. Die Inbetriebnahme wird in der zweiten Jahreshälfte 2013 erfolgen. Die Jungheinrich-Gegengewichtsstapler werden weiter wie bisher im Stammwerk Moosburg gefertigt. Dort sollen dann die Fertigungsprozesse optimiert werden. Jungheinrich gehört zu den international führenden Unternehmen in den Bereichen Flurförderzeug-, Lager- und Materialflusstechnik. Als produzierender Dienstleister und Lösungsanbieter der Intralogistik steht das Unternehmen seinen Kunden mit einem umfassenden Produktprogramm zur Seite.


8. März 2012 · Nr. 10 · Produktion · Grindtec Messe-Special · 9 Fachmessen Schleiftechnik GrindTec übertrifft Erwartungen Produktion Nr. 10, 2012 Größer denn je bietet Europas Top-Messe der Schleiftechnik den optimalen Branchenüberblick. Rund 450 Unternehmen aus 25 Ländern, darunter alle führenden Anbieter, präsentieren eine Vielzahl von Innovationen. Augsburg (sm). Seit ihrer Premiere 1998 ist die GrindTec kontinuierlich gewachsen, selbst 2010, als die weltweite Finanzkrise Wirtschaft und Konsum noch fest im Griff hatte. Heute liegt die belegte Fläche bereits 25 % über der GrindTec 2010, der bislang größten Veranstaltung. Größer denn je präsentieren sich die führenden Maschinenhersteller in Augsburg. Auch eine ganze Reihe von neuen Firmen wird zum ersten Mal in Augsburg antreten, etliche Firmen, die im Wirtschaftskrisenjahr 2010 eine Pause eingelegt hatten, sind wieder mit dabei. Und immer mehr Firmen schätzen die GrindTec als ideale Plattform für die Premiere ihrer wichtigen Neuheiten. Ein gutes Drittel der Aussteller kommt aus dem Ausland. Das stärkste Kontingent unter den 25 Auslandsnationen stellt traditionell die Schweiz mit aktuell 48 Ausstellern, auf Platz 2 folgt Italien mit 23 Beteiligungen. Mit 14 Firmen rangiert China nunmehr an dritter Stelle, Platz 4 teilen sich mit je 7 Firmen die Niederlande, Österreich und Frankreich. Auch Unternehmen aus Übersee wie Japan, Korea, oder die USA nutzen mittlerweile die GrindTec als Tor zum Weltmarkt. Aussteller wie Besucher der GrindTec sind Experten in Sachen Schleiftechnik. Und die hohe Qualität der Besucher wird von den beteiligten Firmen gelobt. Herausragendes Merkmal: die Entscheidungskompetenz. 62 % von ihnen sind „Allein- oder „Mitentscheider“, 27 % sind „beratend beteiligt“. Auch das Angebot der GrindTec 2010 erhielt die bislang beste Bewertung: 93 % der Besucher vergaben dafür die Noten „sehr gut“ und „gut“. Und immer mehr Gästen genügt die GrindTec als Informationsplattform zum Thema „Schleiftechnik“: 44 % be- Daten und Fakten Messetermin: Mittwoch, 14. bis Samstag, 17. März 2012 Öffnungszeiten: Täglich 9 – 18 Uhr Veranstaltungsort: Messe Augsburg Hallenbelegung: Hallen 1, 3, 5, 7, Tagungscenter Fläche: 30.000 m² brutto Zahl der Aussteller: 427 (Stand 17.01.12) beteiligte Firmen aus 25 Ländern, insgesamt werden rund 450 Aussteller erwartet Im März wird Augsburg zum ‚Mekka‘ für Schleiftechnik. Die Messe hat sich als Top-Event etabliert. Bild: AFAG suchen keine andere Messe mit diesem Angebot mehr. Für 80 % der Besucher ist die GrindTec das weltweit führende Forum der Schleiftechnik. www.grindtec.de Kühlschmierstoffreinigung Polo präsentiert einen ‚Maßanzug‘ für Schrägbettfilter Niedrige Betriebskosten und kompakte Abmessungen verspricht Polo- Filtertechnik. Bild: Polo Filtertechnik Produktion Nr. 10, 2012 Polo-Filtertechnik hat das bewährte System des Schrägbettfilters um einen integrierten Reintank ergänzt. Achim (sm). In den neuen integrierten Reintank von Polo-Filtertechnik können bis zu vier Versorgungspumpen installiert werden. Die Anlage ist eine geschlossene, komplette, nur wenig Platz beanspruchende Einheit. Trotzdem sind alle Bedienelemente leicht zugän- gig. Der Tank ist über einen Deckel – durch eine Gasdruckfeder gesichert – einfach erreichbar. Die Pumpen sind bei geschlossenem Deckel lärmgekapselt. Die Anzahl der Pumpen kann dem gewünschten Bedürfnissen angepasst werden. Bis zu vier sind möglich. Der Unterschied dieses Systems zu herkömmlichen Systemen ist das Filterbett. Es bildet eine extrem tiefe Mulde und bewirkt dadurch, durch eigene Schwerkraft, einen hohen Mengendurchsatz und optimale Nutzung des Filtervlieses, das nicht gezogen, sondern von einer die Maschinenversorgung ist nicht Kette ausgetragen wird. Dadurch nötig, weil auch während des Vlieseinzugs, können dünnere, preiswerte Vliese der Prozess nicht unter- eingesetzt werden, weil sie nicht brochen wird. Die elektrische Steuerung reißen können. Auf der langen, erfolgt über eine Siemens- schrägen Austragestrecke bildet Automatisierung (Logo!Modul) sich ein Filterkuchen, der die Filterfeinheit mit Visualisierung, optional kann deutlich erhöht, trocken ein Ethernet-Anschluss vorgese- ausgetragen wird und einfach entsorgt hen werden. werden kann. Das Ende der Halle 1, Stand 1046 Vliesrolle wird durch ein Signal www.polo-filter.com angezeigt. Eine speziell geführte Effizienz-Navi Preis Schlauchdichtung trennt die Rein- Material ✔ Energie Service Handhabung ✔ von der Schmutzseite absolut und Zeit Lebensdauer zuverlässig ab. Ein Puffertank für Kosten senken mit Produktion Anz_Zerspan_Produk_97x137.qxp:OEST 13.01.2012 15:39 Uhr Seite 1 Schleifanlagen Supfina will groß auftrumpfen Produktion Nr. 10, 2012 Supfina bringt die Schleifanlage Planet V4 auf die GrindTec. Dieser Gigant wiegt 15 Tonnen und kann in Funktion erlebt werden. Wolfach (sm). Das Maschinendesign der Planet V4 wurde für das hochpräzise Doppelseiten-Planschleifen von Flachteilen in großer Stückzahl ausgelegt. Besondere technische Highlights sind die patentierte Schleifspaltvisualisierung und die integrierte Werkzeugwechselhilfe. Die gesamte Maschine ist raumoptimiert, so dass sie möglichst wenig Platz benötigt. Dadurch ist die problemlose Integration auch in bereits bestehende Fertigungslinien möglich. Das moderne Gesamtmaschinenkonzept verspricht höchste Werkstückqualitäten bei gleichzeitiger Reduzierung der Stückkosten. „Um die außerordentlichen Vorteile unserer Schleiftechnologie auf dieser Messe auch einmal in der kompletten praktischen Anwendung zeigen zu können, war uns kein Aufwand zu groß“, erklärt Rainer Waltersbacher, Geschäftsführer der Supfina Grieshaber GmbH & Co. KG, den großen Aufbau-Aufwand für den Messeauftritt. Als weiteres Highlight aus dem Supfina-Produktprogramm ist eine SpeedFinish-Maschine ausgestellt, die zur Schleifbearbeitung von Walzen entwickelt wurde. Das spezielle SpeedFinsh-Verfahren erzeugt in sehr kurzer Zeit eine schleifkommafreie und homogene Schleifoptik. Die Anlage verfügt über einen Verfahrbereich von 5 Metern und kann Walzen mit einem Durchmesser von bis zu 0,5 Meter und einer Länge von maximal 2,7 Meter feinstschleifen. Auch diese Maschine ist in voller Funktion auf der Messe zu sehen. Halle 7, Stand 7033 Die Schleiflösung. Hohe Performance. Stabile Prozesse. Maximale Effizienz. Supfina Grieshaber GmbH & Co Mit Standorten in Deutschland, den USA und China gehört Supfina Grieshaber zu den weltweit führenden Herstellern von Anlagen zur Oberflächenfeinstbearbeitung. Das Produktprogramm umfasst Maschinen und Geräte zur Superfinish-Bearbeitung, zum Doppelseiten-Planschleifen und zum Feinstschleifen. Auf der Basis jahrzehntelanger Erfahrung wird in einem permanenten Entwicklungsprozess neueste Technologie erforscht und zur Einsatzreife gebracht. Konsequente Kunden- und Serviceorientierung gehören zum Selbstverständnis des erfolgreichen Traditionsunternehmens. www.supfina.com Die Planet V4 wird in Augsburg zu sehen sein. Bild: Supfina Augsburg 14.-17. März Halle 5 Stand 5169 www.oestgroup.com


10 · Messe-Special Grindtec · Produktion · 8. März 2012 · Nr. 10 Innenrund-Schleifmaschinen Lange Werkstücke bis 1 200 mm tief schleifen Produktion Nr. 10, 2012 Die WEMA Glauchau konnte eine Schleifmaschine entwickeln, die präzises Innenrundschleifen bis zu einer Tiefe von 1 200 mm von besonders langen Werkstücken ermöglicht. Glauchau (sm). Die neue WEMA S6XL ermöglicht erstmals präzises Innenrundschleifen bis zu einer Tiefe von 1 200 mm bei besonders langen Werkstücken mit einem relativ kleinen Durchmesser. Bislang waren solche Werkstücktiefen in der Innenrundbearbeitung bei Werkstücken mit relativ kleinem Durchmesser nicht zu erreichen, da das Längenverhältnis zum Durchmesser 10:1 als technologische Grenze angesehen wurde. Die erste WEMA S 6 XL hat der sächische Schleifmaschinenbauer bereits ausgeliefert. Die zweite extra lange Innenrundschleifmaschine befindet sich gerade in der Vorabnahme und wird ebenfalls in den nächsten Wochen das Glauchauer Werk verlassen. Die ersten beiden extra langen Innenrundschleifmaschinen finden ihren Einsatzort in Russland, wo sie bei Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie Verwendung finden. Beide Kun- den wollen durch die neue Schleifmaschine in Zukunft ihre Produktivität immens steigern. Benötigten sie früher bis zu zwei Wochen um ein langes Werkstück präzise auf unterschiedlichen Maschinen zu bearbeiten, soll dies mit Hilfe der neuen WEMA S 6 XL in nur 4 Stunden geschehen. Die WEMA S 6 XL mit einer Länge von circa 7 m ermöglicht durch einen Verfahrweg der Z1-Achse von 1 380 mm und die Ausstattung mit einer Lünette die hohe Schleiftiefe bei Bohrungen von bis zu 1 200 mm. Das zu bearbeitende Werkstück selbst kann eine Länge von bis zu 2 200 mm, einem maximalen Durchmesser von 600 mm und ein Gewicht von maximal 600 kg (am Spindelkopf) aufweisen. Dem Kunden stehen auch bei dieser WEMA-Schleifmaschine viele verschiedene Ausstattungsmöglichkeiten zur Auswahl. Dazu zählen: unterschiedliche Spannmittel, eine hydrostatische Werkstückspindel, die Integration unterschiedlichster Messsysteme für die Längen- und Durchmesserkontrolle. Die WEMA Glauchau vermeldet eine erhöhte Nachfrage nach den Schleifmaschinen der Baureihe WEMA S 6 in den verschieden Varianten Bohrungsschleifmaschine, Universalrundschleifmaschine und Schleifbearbeitungszentrum. Den entscheidenden Ansporn für die Forschung und Entwicklung liefern die Kunden, welche mit Ihren speziellen Schleifaufgaben an die WEMA Glauchau herantreten. So wurde erst kürzlich ein neues Schleifbearbeitungszentrum der Baureihe 6 entwickelt. Es ist mit einer hydrostatischen Werkstückspindel ausgestattet und erreicht eine Rundlaufgenauigkeit kleiner 0,2 µm. Die hydrostatisch gelagerte Werkstückspindel soll eine hervorragende Oberflächengüte gewährleisten und den Verschleiß verringern. Das neu entwickelte Schleifbearbeitungszentrum WEMA S 6 Die neue Innenrundschleifmaschine WEMA S 6 XL feiert der sächsische Schleifmaschinenbauer WE- MA Glauchau als technologischen Durchbruch im Bereich des Innenrundschleifens. wird künftig zudem über höhenjustierbare Schleifspindeln verfügen. Diese ermöglichen eine höhere Grundgenauigkeit bei der Bearbeitung exzentrischer Innengeometrien. Das neue Schleifbearbeitungszentrum steht kurz vor der Fertigstellung. Halle 3 Stand 3030 www.wema-glauchau.de Effizienz-Navi Preis Material Energie Service Handhabung ✔ Zeit ✔ Lebensdauer Kosten senken mit Produktion Bild: WEMA Bor- und mineralölfreie Schmierstoffe Borfreie Emulsion Produktion Nr. 10, 2012 Auf der GrindTec präsentiert das Georg Oest Mineralölwerk sein Portfolio an Kühlschmierstoffen für höchste Ansprüche bei Schleifanwendungen. Freudenstadt (sm). Optimierte Abtragsleistung und minimierter Abrichtaufwand gelten als Schlüssel zu wirtschaftlichen Schleifprozessen. Wesentlicher Faktor sind dabei Kühlschmierstoffe, die sowohl starke Performance als auch hohe Prozesssicherheit gewährleisten und darüber hinaus den steigenden Anforderungen an Arbeits- und Umweltschutz gerecht werden. Entsprechend hat Oest im eigenen Labor eine spezielle Formulierung entwickelt: Oest Colometa MF, eine Bor- und mineralölfreie Emulsion, wird laut Oest von Anwendern verschiedenster Branchen mit großem Erfolg bei anspruchsvollsten Schleifoperationen eingesetzt, beispielsweise beim Spitzenlosschleifen von abrasiven Al-Si-Legierungen. Auch im Hinblick auf die sich im Zuge der Vorgaben durch REACH bzw. die CLP-Verordnung international verschärfende Rohstoffsituation soll die Neuentwicklung richtungsweisend sein. Neben den technologischen Vorteilen und hoher Stabilität gewährleisten Kennzeichnungsfreiheit und ein sehr milder Geruch einen reibungsfreien Einsatz, so das Unternehmen. Halle 5, Stand 5169 www.oestgroup.com Über die Oest-Gruppe Planet V – Der Maßstab im Doppelseiten-Planschleifen Planet V steht für patentierte Schleifspaltvisualisierung, integrierte Werkzeugwechselhilfe, Platz sparende Ausführung und problemlose Integration in bestehende Fertigungslinien. Das moderne Gesamtmaschinenkonzept garantiert höchste Werkstückqualitäten bei gleichzeitiger Reduzierung der Stückkosten. GrindTec 2012 14. – 17. März 2012 Messe Augsburg Halle 7 / Stand 7033 Bearbeitungssysteme zum Doppelseiten- sowie Bandschleifen und Superfinish-Lösungen von Supfina werden in der Automobil-, Zuliefererund Wälzlagerindustrie weltweit wirtschaftlich eingesetzt. Mittlerweile gehört die Georg Oest Mineralölwerk GmbH & Co. KG zu den bedeutendsten mittelständischen Mineralölunternehmen in Deutschland. Der Bereich Energie fasst den Vertrieb von Kraft- und Brennstoffen zusammen. Das Portfolio des direkten Vertriebes von Kraftund Brennstoffen reicht von Markenheizölen über die gängigen Kraftstoffe bis hin zu Holzpellets. Der Maschinenbau als drittes Standbein der Oest-Firmengruppe ist ein weltweit agierender Sondermaschinenbau. Als Hersteller von kundenspezifischen Maschinen zum Dosieren, Mischen und Auftragen von Leimgemischen und Klebstoffen gilt die Oest GmbH & Co. Maschinenbau KG mittlerweile als ein Technologieführer. Die Bor- und mineralölfreie Formulierung der Oest COLOMETA Reihe wird auch beim Centerless-Schleifen erfolgreich eingesetzt. Bild: Oest


8. März 2012 · Nr. 10 · Produktion · Logimat Messe-Special · 11 FACHMESSEN Zehnte Logimat mit Rekord-Belegung KLAUS HIEMER, PRODUKTION NR. 10 , 2012 Vom 13. bis 15. März bietet die 10. Logimat 2012 einen Überblick über innovative Leistungen und aktuelle Lösungen der Intralogistikbranche. Im Jubiläumsjahr belegt die Messe eine Rekord-Ausstellungsfläche. STUTTGART. Unter dem Motto „Innovationen + Netzwerke für nachhaltiges Wachstum“ präsentieren auf den 65 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche (+ 20 %) der Hallen 1, 3, 5, 7 und erstmals der Halle 9 mehr als 900 Aussteller (+ 15 %) aus 24 Ländern ihre Produktinnovationen für zukunftsorientierte und ökologisch optimierte Intralogistik – darunter erstmals auch Anbieter aus Spanien, der Türkei, Kanada, Australien und den USA. Ein umfassendes Rahmenprogramm mit 19 Fachforen und zahlreichen Ausstellerpräsentationen ermöglicht auf der ‚Messe der kurzen Wege‘ darüber hinaus den intensiven Informationsaustausch mit ausgewiesen kompetenten Ansprechpartnern. Die Messeleitung erwartet an den drei Messetagen mehr als 25 000 Fachbesucher (plus 15 %). Im zehnten Jahr ihres Bestehens und vor dem Hintergrund, europaweit die einzige Logistikmesse vergleichbarer Größe zu sein, bietet die Logimat 2012 eine einzigartige Branchenkonzentration: Allein mehr als 30 Staplermarken werden in der neu eingebundenen Halle 9 ihre Neuheiten vorstellen. Der wachstumsstarke Maschinen- und Anlagenbau zeigt seine Konzepte, Systeme und Lösungsangebote erstmals in zwei Hallen – Halle 1 und 3. Zudem werden in diesem Jahr auch 2 000 Quadratmeter Fläche im Eingangsbereich Eingang Ost belegt sein. Die Aussteller in den Hallen 5 und 7 decken mit ihren Produktangebot das gesamte Anwendungsspektrum für die Bereiche AutoID, Verpacken, Wiegen und Vermessen sowie die Branchensegmente der Software- und Kommissioniersysteme ab. Zukunftswege der Intralogistik aufzeigen „Die LogiMAT 2012, darauf weisen alle Indikatoren hin, wird ein Event der Spitzenklasse, das die Zukunftswege der Intralogistik aufzeigt“, sagt Peter Kazander, Messeleiter der Logimat, der gleichwohl am bewährten Messekonzept festhält. „Der spannende Mix aus aktuellen Produktentwicklungen, wissenswerten Hintergrundinformationen und der Möglichkeit, auf überschaubarer Fläche Kontakte zu allen wichtigen Herstellern und Anbietern der Intralogistik aufnehmen zu können, macht die Logimat Neben Messeneuheiten bietet die 10. Logimat in Stuttgart den Besuchern ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit 19 Fachforen. Bild: Messe Stuttgart aus. Dadurch hat sie sich in der vergangenen Dekade als Vernetzungstreffpunkt der Branche etabliert. Dies werden wir trotz der deutlichen Wachstumsraten und der Tatsache, dass im Jahr 2012 keine vergleichbare Veranstaltung am Markt ist, beibehalten.“ Am 4. Februar 2003 öffnete die Logimat auf dem Stuttgarter Killesberg erstmals ihre Pforten. Das damals neue Messekonzept der Eurexpo erfuhr schnell hohen Zuspruch. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Messe von einer eher regionalen Logistikveranstaltung zum unverzichtbaren Branchentreff für den europäischen Logistikmarkt entwickelt. Das Motto der Logimat 2012 lautet: „Innovationen + Netzwerke für nachhaltiges Wachstum.“ Es steht gleichermaßen für das qualitativ hohe Niveau der Leistungsschau (Innovationen), den hohen fachlichen Mehrwert durch einen kompakten Marktüberblick, interessante Kontakte und Informationen (Netzwerke) sowie ein umfassendes Lösungsangebot für zeitgemäße Intralogistik (Nachhaltigkeit). Von der schnellen Anreise durch die direkte Lage am Stuttgarter Flughafen über die nach Hallen geordnete Konzentration der Branchensegmente bis hin zu den vielfältigen Fachvorträgen vermittelt die Logimat 2012 dabei gerade Entscheidern mit engem Zeitfenster gezielt alles Wissenswerte für eine wirtschaftlich erfolgreiche, zukunftsfähige Intralogistik. Messe berücksichtigt auch Trend ‚green logistics‘ Viele der Aussteller nutzen in 2012 die Logimat um eine Fülle von Neuheiten vorzustellen. So präsentiert beispielsweise in Halle 1 Kardex-Stow das Regalfahrzeug Stow Atlas und in Halle 3 zeigt die Knapp AG, dass das ‚Low Complexity Warehouse‘ Wirklichkeit geworden ist. Als Messeneuheit stellt Möhringer Handlingsystems – ebenfalls in Halle 3 – seinen Portalroboter PR mit integrierter Werkstückvermessung und Paketoptimierung vor. Knüppel Verpackung präsentiert in Halle 5 gleich drei Neuheiten: Die Granby-Gefahrgut-Box, den Hubwagen mit integrierter Stretcherfunktion KV Rotator und das Schaum-Verpackungssystem Flashpacker. Der Trend in Richtung ‚green logistics‘ wird ebenfalls nicht aus dem Auge verloren. Die neuentwickelte Ressourcenplanung von C-Informationssysteme GmbH in Halle 7 ergänzt die operative Disposition um die Möglichkeit der strategischen Wochenplanung. INTRALOGISTIK Betriebsabläufe optimiert PRODUKTION NR. 10 , 2012 Jung GmbH präsentiert einen neuen Anhänger für die innerbetriebliche Logistik. Der Aushebevorgang der Ladung wird manuell und ohne elektrische Hubeinrichtung ausgeführt und optimiert Betriebsabläufe. WAIBLINGEN (HI). Diese Anhängersysteme werden dazu verwendet, unterschiedliche Ladungsträger, die auf Bodenrollern stehen, innerbetrieblich zu bewegen. Die Bodenroller können im sogenannten Bahnhof bzw. Lager bestückt und beladen werden, um sie dann mit dem Routenzug an die Verbrauchsorte zu fahren. Bisher gibt es dafür verschiedene technische Formen von Transportgeräten auf dem Markt, die jedoch im täglichen Umgang unterschied- liche Nachteile mit sich bringen. Beispiel dafür sind die Schleppkäfigsysteme, die durch das lose Mitführen der Bodenroller in einem Käfig zu erhöhten Geräuschemissionen und einem erhöhten Rollenverschleiß der mitgeführten Fahrrahmen führen. Systeme, die den Fahrrahmen über eine Rollenbahn oder Rampe aufnehmen, umgehen diese Probleme. Jedoch entstehen die Probleme bei diesem Konzept durch unergonomisch erhöhten Kraftaufwand beim manuellen Überwinden der Steigung oder Schräge, bzw. zur Begrenzung des maximalen Ladungsgewichtes. Bei hohem Schwerpunkt der zu befördernden Ladung kann es bis zum Umkippen der Ladung führen. Eine alternative Lösung zu diesen Konzepten bietet das Bridge System von Jung. Ein großer Vorteil dabei ist die beidseitige Zugänglichkeit, damit kann unabhängig von der Lage des Abladeortes ein einfacher Vollgut-Leerguttausch realisiert werden. Zusätzlich ist der Anhänger so aufgebaut, dass mit wenigen Handgriffen eine Anpassung der Bodenrolleraufnahme auf unterschiedliche Größen möglich ist. Der besondere Aufbau ermöglicht dann auch ein Durchschreiten des Bedieners von links nach rechts, kurze Wege sind damit gewährleistet. Durch den Einsatz unterschiedlicher Rollensysteme oder die Ausführung mit Allradlenkung kann eine nahezu spurtreue Fahrt bei Verwendung mehrerer Anhänger in einem Zug gewährleistet werden. Das ist besonders wichtig bei engen Platz- Die Anhänger können mit einer elektrischen Hubeinrichtung ausgestattet werden, die den Bodenroller anheben kann. Bild: Jung verhältnissen und Kurvenfahrten. Die Anhänger punkten laut Unternehmen auch durch schlanke Bauweise. Halle 9, Stand 441 www.jung-hebetechnik.de EFFIZIENZ-NAVI PREIS MATERIAL ENERGIE SERVICE HANDHABUNG ✔ ZEIT ✔ LEBENSDAUER KOSTEN SENKEN MIT PRODUKTION Entscheider lesen Produktion Technik und Wirtschaft für die deutsche Industrie Halle 9, Stand 474


12 · Messe-Special Logimat · Produktion · 8. März 2012 · Nr. 10 Flurförderzeuge Jungheinrich zeigt neues Systemfahrzeug Produktion Nr. 10, 2012 Die Jungheinrich AG stellt in Stuttgart der Öffentlichkeit ein neues Systemfahrzeug und intelligente Lösungen rund um den Einsatz von Flurförderzeugen für noch effizientere Prozesse im Lager vor, heißt es. Hamburg (hi). Jungheinrich präsentiert auf der Logimat seine Lösungskompetenz in der Intralogistik, so das Unternehmen. Highlight wird ein neues Systemfahrzeug sein, das auf dem Jungheinrich- Stand (Halle 9, Stand 120/121) erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Darüber hinaus zeigt Jungheinrich seine gesamte Bandbreite an Flurförderzeugen. Dazu gehört beispielsweise der auf der Cemat 2011 erstmals vorgestellte Schubmaststapler der Baureihe 2. Zudem finden die Messebesucher eine Reihe an intelligenten Lösungen rund um den Einsatz von Flurförderzeugen zur Effizienzsteigerung der Prozessabläufe im Lager. Hierzu zählen vor allem der Datenfunk, das Staplerleitsystem und das Lagerverwaltungssystem Jungheinrich WMS. Mit dem ebenfalls in Stuttgart vorgestellten Logistik-Interface können Besucher am Messestand hautnah erleben, wie Software und Flurförderzeuge optimal miteinander kommunizieren. Dienstleistungen rund um die Themen Materialflussanalyse, Miete und Kundendienst komplettieren den Jungheinrich- Auftritt. Jungheinrich bringt im Frühjahr 2012 einen neuen Gabelstapler auf den Markt: einen elektromotorisch betriebenen Gegengewichtsstapler vom Typ EFG 425-430. Bei dem Das neue Systemfahrzeug verbindet laut Jungheinrich Leistung mit bis zu 13 % Energieeinsparung. neu vorgestellten Gerät handelt es sich um ein leistungsstarkes sowie gleichzeitig energieeffizientes und sparsames Fahrzeug mit einem bis zu 13 Prozent niedrigeren Energieverbrauch. Diese Fahrzeugserie ist in der Lage, Lasten bis zu 3000 Kilogramm zu transportieren. Das bisherige Elektrostapler-Portfolio wird mit der neuen Baureihe um zwei weitere Fahrzeuge mit drei Tonnen Traglast ergänzt. Während das eine Fahrzeug einen erweiterten Lastschwerpunkt von 600 Millimetern aufweist, verfügt das andere über einen besonders kurzen Rahmen, der den Wenderadius verkleinert. Dank des Einsatzes der neuesten Generation der umweltfreundlichen Jungheinrich-Drehstromtechnologie haben die Elektrostapler einen hohen Wirkungsgrad bei konstant niedrigem Energieverbrauch. Dieser konnte nach VDI- Zyklus um bis zu 13 Prozent im Vergleich zur Vorgängergeneration gesenkt werden. „Das neue Fahrzeug besitzt somit eine herausragende Energieeffizienz bei höchster Performance“, sagt Stefan Pfetsch, Leiter Produkt- und Portfolio-Management Gegengewichtsstapler bei Jungheinrich. „Wir nennen das Pure Energy.“ Erstmalig wird Jungheinrich auch in der Softwarehalle (Halle 7, Stand 421) der Logimat ausstellen. Gemeinsam mit der Firma ISA – Innovative Systemlösungen für die Automation GmbH, an der Jungheinrich beteiligt ist, präsentiert das Hamburger Unternehmen dem Fachpublikum seine Software-Innovationen, teilt das Unternehmen weiter mit. Halle 9, Stand 120/121 www.jungheinrich.de Effizienz-Navi Preis Material Energie ✔ Service Handhabung Zeit ✔ Lebensdauer ✔ Kosten senken mit Produktion Intralogistik Alu-Treppen mit hohem Sicherheits-Anspruch Produktion Nr. 10, 2012 Die Günzburger Steigtechnik GmbH bietet in ihrem Standardprogramm ein besonders breites Spektrum an Aluminium-Industrietreppen an und präsentiert diese auf der Logimat. Günzburg (hi). Die Alleskönner haben ihren großen Auftritt vor allem im Alltag, heißt es. Denn egal, ob mit 45 oder 60 Grad oder auf Wunsch auch mit Sonderneigungen – die Günzburger Steigtechnik- Spezialisten haben für jeden Einsatzzweck die richtige Industrietreppe. Diese gibt es mit oder ohne Plattform. Die Treppenvarianten mit Plattform sind auch in der fahrbaren Ausführung, mit jeweils zwei feststellbaren Bock- und Lenkrollen, erhältlich und dadurch besonders flexibel einsetzbar. „Die jeweils passende Art der Treppe mit entsprechendem Stufen- und Plattformbelag orientiert Die Beläge der Industrietreppen sind je nach Einsatzgebiet frei wählbar. Bild: Günzburger Steigtechnik sich an den spezifischen Anforderungen im Alltagseinsatz. Hier stehen wir unseren Kunden und Interessenten sehr gerne beratend zur Seite. Denn oft entscheidet ein Detail darüber, ob die Treppe perfekt zum geplanten Einsatzzweck passt. Hier setzen wir auch im Webzeitalter auf die kompetente und fachliche Beratung, die durchs Internet nicht zu ersetzen ist“, sagt Ferdinand Munk, Geschäftsführer der Günzburger Steigtechnik GmbH. Arbeitssicherheit wird groß geschrieben Munk rät zum Blick in den neuen Steigtechnik-Ratgeber Nr. 10 der Günzburger Steigtechnik GmbH. Interessenten könnten sich hier vorab über die unterschiedlichen Ausführungen informieren und dann fachlich fundiert von den Steigtechnikprofis beraten lassen. „Unsere Experten haben alle Normen und Vorschriften im Kopf, die beim Einsatz von Industrietreppen beachtet werden müssen. Wer sich hier Rat holt, geht also nicht nur in Bezug auf Arbeitssicherheit auf Nummer sicher.“ Die Auswahl ist groß, denn bei den Leichtmetall-Industrietreppen der Günzburger Steigtechnik sind die Beläge aller Tritt- und Standflächen je nach Einsatzzweck frei wählbar. Während im Innenbereich, etwa in Lagerhallen oder Werkstätten, meist geriffeltes Aluminium verwendet wird, kommen im Außenbereich vor allem Stahl- Gitterroste zum Einsatz. Halle 1, Stand 861 www.steigtechnik.de Effizienz-Navi Preis Material ✔ Energie Service Handhabung ✔ Zeit Lebensdauer Kosten senken mit Produktion PRAKTISCH – PREISWERT – GUT Export-Paletten Sparen Sie Fracht, mit optimierten Formaten! Container-Formate 760x1140 mm 1140x1140 mm Euro-Formate 400x600 mm 400x800 mm 600x800 mm 800x1200 mm 1000x1200 mm „heat processed wood“ gemäß IPPC-ISPM15. Keine Extrakosten beim Export, weltweit. Aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und kontrollierten Quellen. Telefon 0 8102/7742-0 Verkaufsstellen weltweit – auch in Ihrer Nähe – rufen Sie uns an! INKA Paletten GmbH · Bahnhofstraße 21 · 85635 Siegertsbrunn bei München Tel. 0 8102/7742-0 · Fax 0 8102/5411 · www.inka-paletten.com · info@inka-paletten.com Schwere Lasten sicher heben und bewegen Maschinenheber und Transportfahrwerke in einer Qualität, die sich bezahlt macht WELTNEUHEIT 6° 6° mit Schwenklasche JUNG Hebe- und Transporttechnik GmbH Biegelwiesenstraße 5 - 7 · D-71334 Waiblingen Tel. 0 71 51 / 3 03 93-0 · Fax 3 03 93 - 19 · info@jung-hebetechnik.de www.jung-hebetechnik.de Wir stellen aus: LogiMAT Stuttgart 13.03. - 15.03.12, Halle 9 Stand 441 Pick by light hilft Lgiositkporlbeme? Halle 7 Stand 450 www.kbs-gmbh.de Kathrein fährt Produktion hoch Produktion Nr. 10, 2012 Um dem stark wachsenden Bedarf an leistungsfähigen RFID- Antennen- und Reader-Systemen gerecht zu werden, verstärkt Kathrein seine Entwicklungs- und Produktionskapazitäten an den beiden Standorten Amerang und Mühlau. Amerang (hi). Im hochmodernen Test und Applikationscenter Amerang können komplexe RFID-Anwendungen nachgestellt und entwickelt werden, dazu stehen Leistungsfähige Mess- und Analyse- Systeme zur Verfügung. In der neuen Tag- / Antennen-Messkammer können nicht nur RFID-Antennen, sondern auch große Gegenstände mit RFID-Transponder versehen und auf ihre Eigenschaften getestet und optimiert werden. Durch eine Vielzahl an verschiedenen Prüfständen können unterschiedlichste RFID-Applikationen erprobt und weiterentwickelt werden. Das Testcenter steht in erster Linie den Kunden zur Verfügung. www.kathrein-rfid.de INKA_Anz_Export_97x137mm.indd 1 07.04.11 09:52


8. März 2012 · Nr. 10 · Produktion · Logimat Messe-Special · 13 Intralogistik Stapler optimieren Logistikprozesse Produktion Nr. 10, 2012 Das Systemhaus ICS International AG zeigt zur Logimat, wie Unternehmen mit Flurförderzeugen ihre Logistikprozesse automatisiert gestalten ,ohne zu scannen. Neu-Anspach (hi). Hierzu wird das Staplerleitsystem ICS SLS mit kamerabasierter Ortung unter SAP® und erstmals unter weiteren ERP- Systemen wie Sage in der Praxisanwendung vorgestellt. Hierzu wurde das hauseigene Warehouse-Management-System Stradivari WMS um die Ortungsfunktion erweitert. Vor allem Unternehmen mit Blocklägern und mehr als zehn Staplern profitieren hierbei von einer wesentlichen Beschleunigung ihrer Logistik-Prozesse. Eine höhere Auslastung der Stapler in Produktion und Logistik, verbunden mit einer Zunahme der Umschlagshäufigkeit, verminderten Suchzeiten und sinkenden Fehlerraten stellen einen wesentlichen Effizienzgewinn sicher. Der Materialfluss in Unternehmen stellt hohe Anforderungen an Mitarbeiter und Logistik. Bisher ließ sich die genaue Position eines Ladungsträgers unter anderem im Blocklager nur unzureichend abbilden. Suchzeiten und Fehltransporte sind die Folge. Mit der ICS- Systemlösung sind Logistikleiter und Staplerfahrer in der Lage, sofort jede Palette an ihrem Platz zu finden – ob im SAP oder einem anderen ERP-System. Die Transparenz und die Auslastung werden erhöht. Hierzu sind die Flurförderzeuge mit einem mobilen Terminal und einer optischen Kamera zur Staplerlokalisierung ausgerüstet. Mit der ICS-Systemlösung sind Mitarbeiter in der Lage, jede Palette an ihrem Platz zu finden. Bild: ICS Auf einem Terminal wie dem Dlog MTC6/10 erhält der Fahrer seine Transportaufträge als mobilen Dialog angezeigt und wird wegeoptimiert ans Ziel geführt. Insbesondere Mitarbeiter auf großen Werksgeländen profitieren von der 3D-Indoor/Outdoor-Navigation. Aufzunehmende Ladungsträger werden auf dem Bildschirm farbig hervorgehoben. Die Information hierfür erhält die innovative Software dank der im System hinterlegten Koordinaten des Ortungssystems. Auf diese Weise können selbst Paletten im Block ohne Suchzeiten aufgenommen werden. Die Bestätigung der Aufnahme mit einem Barcodescanner ist in dem System von ICS nicht mehr notwendig. Halle 7, Stand 220 www.ics-ident.de Effizienz-Navi Preis Material Energie Service ✔ Handhabung Zeit ✔ Lebensdauer Kosten senken mit Produktion Flurförderzeuge Logistikzug erweitert Produktion Nr. 10, 2012 Linde MH bringt die erweiterte Produktmatrix des Logistikzug- Programms auf den Markt. Der Kunde kann aus diesem umfassenden Angebot an Rahmen- Varianten und Schleppzugkombinationen die individuell für ihn passende Lösung wählen. Aschaffenburg (hi). „Die Einführung des Linde-Logistikzuges stößt auf ein großes Kundeninteresse“, berichtet Tobias Zierhut, Leiter Lagertechnik im International Marketing bei Linde MH. „Hierbei zeigt sich deutlich, dass aufgrund der unterschiedlichen Logistikprozesse bei unseren Kunden die Erweiterung des bestehenden Programms ein folgerichtiger Schritt war. Die Lösungskompetenz Lindes ist damit weiter gewachsen.“ Ausgehend von vorherrschenden betrieblichen Gegebenheiten mit entsprechenden Fahrwegen und -breiten, einer bestimmten Art und Anzahl zu transportierender Lasten und Gebinde bietet Linde MH den Kunden mit der großen Wahlweise auch mit Vierrad-Lenkung Produktvarianz ein auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Logistikzug. Für Anwendungen im Innenbereich mit breiten Fahrwegen und glatten Böden sind Anhänger im C-Format (C-Frame) ohne Hubeinrichtung und mitlaufender Palettenfahrgestellen (Dollys) eine wirtschaftliche Einstiegslösung. Bei schwierigeren Einsatzbedingungen mit unebener Fahrbahn wie sie meist im Außenbereich zu Der Logistikzug bewältigt Schleppkapazitäten bis 25 t. Damit kann ein Vielfaches des Transportvolumens eines Gabelstaplers in einer Fahrt bewegt werden, teilt Linde MH mit. Bild: Linde finden sind, stellt der C-Frame mit Hubeinrichtung und wahlweise Vierrad-Lenkung das geeignete Beförderungsmittel dar. Hierbei können standardmäßig zwei Chep- Paletten, eine Europalette, eine Industriepalette oder die doppelte Europalette mit Gewichten von 600 Kilogramm bis 2 000 Kilogramm aufgenommen werden. Für Gewichte größer 1 000 Kilogramm steht mit der elektrohydraulischen Hubeinrichtung ein in jedem einzelnen Anhänger autarkes Hydrauliksystem zur Verfügung, das nur eine Stromverbindung nach außen benötigt, die den Motor versorgt. Dadurch sind Hydraulikverbindungen von Anhänger zu Anhänger nicht notwendig, Leckagen werden auf diese Weise vermieden. Bei Anwendungen mit speziellen Anforderungen hinsichtlich der Fahrwegbreite sowie flexibler Be- und Entlademöglichkeit zu beiden Seiten stellt der Linde-Bügel-Frame wahlweise mit oder ohne Hub die perfekte Lösung dar. Zusätzlich besteht mit dem rein elektrischen Hubantrieb die Möglichkeit, besonderen Vorschriften wie Hygieneanforderungen gerecht zu werden und somit den Einsatz im Reinraum – und medizinischen Bereichen zu ermöglichen. Als Zugmaschine des Linde Logistikzuges dient das Linde-Schlepperprogramm mit seinen Schleppkapazitäten von 3 bis 25 Tonnen. Damit kann ein Vielfaches des Transportvolumens eines Gabelstaplers in einer Fahrt bewegt werden. Halle 9, Stand 231 www.linde-mh.de Effizienz-Navi Preis Material Energie ✔ Service Handhabung ✔ Zeit ✔ Lebensdauer Kosten senken mit Produktion Lagertechnik Lagerkapazitäten ausgebaut Produktion Nr. 10, 2012 Aufgrund des gestiegenen Auftragsvolumens entschied sich die Firma Autoliv zur Erweiterung der Lagerkapazität in ihrem süddeutschen Werk in Dachau. Den Auftrag erhielt die Losberger GmbH. Vorteil der neuen Lagerlösung: Die Lkw können längsseitig ohne störende Stützen an die Halle heranfahren. Bild: Losberger Dachau (hi). Die wirtschaftlichen und montagerelevanten Vorteile des Leichtbaus gegenüber dem klassischen Massivbau bewogen die Verantwortlichen dazu, verschiedene Lieferanten von Systemund Leichtbauhallen anzufragen. Darunter war auch die Losberger GmbH, die dem Architekten von Autoliv bereits durch ein früheres, erfolgreich realisiertes Bauvorhaben bekannt war. Gemeinsam mit dem Bauherrn und dessen Architekten arbeitete Losberger zwei unterschiedliche Konzepte zur möglichen Umsetzung der Anforderungen des Kunden aus. Aufgrund der sehr intensiven, stets am Bedarf orientierten Beratung bei der Lösungsfindung und dem immer nachvollziehbaren Angebot, entschied sich Autoliv letztendlich für Losberger. Im Kosten-Nutzen-Vergleich fiel die Wahl auf die Ausführungsvariante mit einem 7,80 m breiten, frei auskragenden Vordach. Dadurch können die Lkws längsseitig ohne störende Stützen an die Halle heranfahren, reibungslos und effizient be- und entladen werden. Neben der Hallenkonstruktion erhielt Losberger den Zuschlag für den Erdaushub, die Fundamentarbeiten sowie die Betonbodenplatte. Als Platz für die neue Halle wurde der ehemalige Firmenparkplatz ausgewählt. Es entstand eine nahezu quadratische Systemhalle mit 35,00 m Spannweite und 35,50 m Länge mit dem gewünschten 7,80 m frei auskragenden Vordach. Die Traufhöhe wurde auf 6,60 m festgelegt. An den Seitenwänden ist die Halle mit einschaligem Trapezblech und im Dach, zur Verhinderung von Kondenswasser, mit 80 mm Sandwichpaneelen bekleidet, teilt das Unternehmen mit. Halle 1, Stand 531 www.losberger.com Schauen Sie den Tatsachen ins Auge Qualität | Zuverlässigkeit | Value for Money www.edia-mitsubishi.com Ein Blick für das Wesentliche: Mit dem Multifunktionsdisplay der neuen EDIA ist der Fahrer immer umfassend informiert. Und das Fahren macht auch noch Spaß. Elektro-Gegengewichtsstapler 3 und 4 Rad SE-Bereifung, 48 Volt, 1,3 bis 2,0 Tonnen


14 · Trends & Reports · Produktion · 8. März 2012 · Nr. 10 Interview Vier Fragen an drei Roboter-Experten von Kuka, Stäubli und Epson Robotersteuerung: Die Zukunft heißt ‚offen‘ Annika Mentgen, Produktion Nr. 10, 2012 Wie der Roboter der Zukunft dank offener Steuerung die Sprache des Anwenders und nicht mehr die einer ‚proprietären Insel‘ sprechen? Drei Experten stehen der Produktion hier Rede und Antwort. Was sind aus Ihrer Sicht Voraber auch Nachteile einer ‚offenen Robotersteuerung‘ für den Anwender? Kuka, Franz Groll: Für den Anwender bedeutet Offenheit, ein Robotersystem maßgerecht auf seine Applikation zuzuschneiden – gültig für das eigene ‚Look and Feel‘ als auch für standardisierte Hardwareschnittstellen. Ein Nachteil von Offenheit, der immer wieder ins Feld geführt wird, ist die zunehmende Komplexität, da es gilt, unterschiedlichste Anwendungen mit einer Steuerung zu realisieren. Jedoch finden die Kunden schnell ihre eigenen Wege und damit ihre eigene Identität in der Applizierung von Lösungen. Der Mehrwert für den Systemintegrator und damit auch für die Endkunden sind individuelle, genau passende Lösungen mit Standardkomponenten von Kuka-Roboter. Stäubli, Manfred Hübschmann: Stäubli bietet hier zwei prinzipiell unterschiedliche Lösungsvarianten. Zum Einen stellt ‚LLI (Low Level Interface)‘ Basisroutinen zur Roboteransteuerung zur Verfügung, über die sich der Roboter im Prinzip komplett fremdgesteuert betreiben lässt. Der Anwender hat hier alle Möglichkeiten, den Roboter unter Umgehung der Stäubli-Programmiersprache selbst zu programmieren. Diese Lösung ist sehr aufwändig und erfordert hohe Kompetenz des Anwenders, weshalb meist nur Universitäten und Forschungsinstitute darauf zurückgreifen. Wesentlicher einfacher gelingt die Fremdsteuerung unserer Roboter über die ‚ready to plug‘-Softwarelösung ‚UniVal Drive‘, eine Echtzeit-Schnittstelle zur Integration der Scara- und 6-Achs-Kinematiken in Fremdsteuerungen. Der Anwender kann den Roboter in der gewohnten Programmierumgebung seines Motioncontrollers programmieren, ohne sich mit der Robotersteuerung auseinander setzen zu müssen. Für den Bediener gibt es keine Nachteile. Allerdings sind die Funktionalitäten auf die Möglichkeiten der Fremdsteuerung begrenzt. Epson, Volker Spanier: Wir definieren eine Hardware als ‚offene Steuerung‘, wenn sie neben der traditionellen Steuerung von Robotern dank offengelegter Schnittstellen Links: Steuerung KRC4 Rechts: Kuka-Produktmanager Franz Groll: „Der Roboter der Zukunft spricht die Sprache des Anwenders.“ Bilder: Kuka beispielsweise durch Erweiterungen um zusätzliche Funktionen ergänzt werden kann. Von daher sind alle Epson-Steuerungen ‚offen‘, da Standardschnittstellen wie verschiedene Busschnittstellen oder diverse Software-Interfaces wie ‚Active-X‘ und ‚DotNET‘ immer vorhanden oder optional sind. Diese offene Steuerung ist stets durch passende Parametrierung auf das jeweilige Einsatzgebiet und die jeweilige Kinematik optimal anpassbar. Zwar können immer mehr verfügbare Third-Party-Steuerungen wie beispielsweise SPS ebenfalls Roboter steuern, jedoch nur in einer generellen, auf alle Systeme passenden Form. Für die meisten realen Anwendungen sind diese Generalisten den Spezialisten unterlegen. Wenn auf einer offenen Steuerung eher einfach gehaltene Programme vorhanden sind, könnte das Sicherheitsrisiko für den Anwender steigen. Wie reagiert ein Vier Fragen an... ▶▶ Franz Groll, Produktmanager bei der Kuka Roboter GmbH ▶▶ Manfred Hübschmann, Geschäftsführer Stäubli Robotics Deutschland ▶▶ Volker Spanier, Leiter Factory Automation, Epson Deutschland GmbH Roboterhersteller auf dieses Problem? Kuka, Franz Groll: Ein offenes Systemdesign erfordert sauber gekapselte Module in Hard- und Software mit jeweils klar definierten Schnittstellen. Ein Beispiel dafür ist das ISO/ OSI-Schichtenmodell, Basis für Standard-Kommunikationssysteme: Ohne eine definierte Architektur ist Sicherheit nicht zu gewährleisten. Kuka hat im Zuge der neuen KRC4-Steuerung extrem viel Gewicht auf ein sauber modelliertes System-Design gelegt und damit die Plattform für maximale Betriebssicherheit geschaffen. Modularität ist mitnichten ein Sicherheitsrisiko, eher schon proprietäre, überbordende Programmabläufe. Die Offenheit eines Steuerungssystems lässt sich aktuell mit der Analogie zu modernen Smartphone- Betriebssystemen vergleichen. Wenn die Plattform sicher gestaltet wurde, lassen sich erfolgreich zahllose Applikationen realisieren, ohne das Gesamtsystem zu gefährden. Stäubli, Manfred Hübschmann: Die betriebssystemseitigen und hardwaretechnischen Sicherheitsfunktionen sind weiterhin aktiv. Für die Roboterkinematik und die sichere Bewegungsplanung ist im Falle UniVal allerdings der Hersteller des Motioncontrollers verantwortlich, im Falle von LLI der Programmierer selbst. Epson, Volker Spanier: Betrachten wir unsere eigenen Steuerungen unter diesem Aspekt, taucht ein solches Risiko kaum auf, da Steuerung und Roboter eine integrale Einheit bilden. Für die Steuerungen von Fremdanbietern muss dies nicht der Fall sein, da einmal gefundene Schwachstellen natürlich auch bei jedem anderen System existieren, die diese Steuerung einsetzen. Epson-Steuerungen hingegen besitzen eine sehr transparente, robuste Struktur und ermöglichen daher auch ein einfaches Korrigieren möglicherweise vorhandener Schwachstellen. Links: Epson-Steuerung RC 180 Rechts: Volker Spanier, Leiter Factory Automation, Epson Deutschland GmbH: „Die Verwendung fremder Steuerungen wird durch Epson zur Zeit nicht unterstützt.“ Bilder: Epson Für welche Art von Roboterapplikationen sind offene Steuerungen sinnvoll, für welche nicht? Kuka, Franz Groll: Für spezifische Applikationen, die nur wenig Kommunikation brauchen, also beispielsweise spezialisierte Serviceroboter wie Rasenmäher oder Staubsauger, sind in sich geschlossene Steuerungen der Standard. Selbst für wiederkehrende, multiplizierbar nahezu identische Anwendungen in der Automobilindustrie sind in sich geschlossene Steuerungen einsetzbar. Anders hingegen verhält es sich für spezielle Robotersysteme, deren Rahmenbedingungen oder Parameter sich aufgrund diverser Anpassungen ständig verändern. Hier sind flexible, offene Systeme klar im Vorteil. Eine flexible Fertigung, verlangt auch vom Roboter ein Höchstmaß an Flexibilität. Er erhält mit der Integration von Vision-Systemen und SPS-Steuerungen die Augen und das Gehirn, um selbständig handeln und interagieren zu können. Ein geschlossenes System ist hierbei sicher viel schwerer in eine Umgebung zu integrieren, die vielfältig und variabel ist. Dem Trend folgend geht die Industrierobotik immer mehr den Weg in Richtung Bearbeitung. Wenn nicht die hohe Präzision von Werkzeugmaschinen gefordert ist, kann ein Roboter bei Beherrschung der Bearbeitungssprache ‚G-Code‘ durchaus die Aufgaben einer effizienten, kostengünstigen Werkzeugmaschine übernehmen mit dem Vorteil eines sehr großen Arbeitsbereichs. Der Roboter der Zukunft spricht die Sprache des Anwenders und nicht die einer proprietären Insel. Stäubli, Manfred Hübschmann: Während die LLI-Alternative aufgrund ihrer Komplexität nur für Applikationen in Frage kommt, die sich mit der robotereigenen Steuerung nicht darstellen lassen, bietet UniVal insbesondere für OEMs, die bereits Motionsteuerungen einsetzen und den Roboter voll in ihre Maschine integrieren wollen, eine interessante Alternative. Nicht sinnvoll ist der Einsatz im klassischen Sondermaschinenbau, da dort die speziellen Fähigkeiten der Programmiersprache der Robotersteuerung benötigt und genutzt werden. Epson, Volker Spanier: Die ‚offene‘ Robotersteuerung eignet sich sicherlich für fast alle existierenden Anwendungen, sofern entsprechende Kinematiken verfügbar sind. Es ist zwar möglich, dass einzelne hochspezielle Aufgaben mit Hilfe externer Lösungen ebenfalls gut adressierbar sind, eine Kombination verschiedener, nicht zueinander passender Systeme ist jedoch selbst eine potenzielle Schwachstelle und daher empfehlen wir auch in diesem Fall die Herstellerlösung der Links: Stäubli-Steuerung CS8C Rechts: Manfred Hübschmann, Geschäftsführer Stäubli Robotics Deutschland. Bilder: Stäubli Kinematik zu nutzen. Eine weitere Möglichkeit bietet die Verwendung spezieller Middleware wie beispielsweise ‚LabView‘, um sehr spezielle Anforderungen mit einem Roboter angehen zu können. Hier wird für Epson-Roboter in Kürze eine Möglichkeit vorliegen. Bislang sind die hauseigenen Steuerungen eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale der Roboterhersteller untereinander. Wenn die Steuerungen offengelegt werden: Wie wirkt sich das auf das künftige Geschäft und die Strategie Ihres Hauses aus? Kuka, Franz Groll: Offen gelegt werden stets nur Hard- und Softwareschnittstellen und nicht die eigentliche Implementierung, in der das Firmen Know-how und die Qualität verankert ist. Standardisierte Programmiersprachen wie die IEC61131 für die SPS oder der G- Code nach DIN/ISO bei Werkzeugmaschinen sind über Jahrzehnte gewachsen und stellen somit einen sehr umfangreichen und gebrauchstüchtigen Sprachschatz dar. Die Tendenz zum übergreifenden Sprachgebrauch auch in der Roboterprogrammierung ist durchaus ersichtlich. Wer hier als Roboterhersteller den Weg zu mehr Offenheit sucht, wird meines Erachtens zukünftig wegbestimmend sein. Im Gegensatz dazu wird proprietärer Sprachgebrauch immer mehr ein Inseldasein führen! Branchen- und applikationsübergreifend gibt es für mich nur den offenen Weg, den Robotersteuerungen in der Zukunft gehen müssen. Stäubli, Manfred Hübschmann: UniVal ist als Erleichterung der Einsatzmöglichkeiten eines Robotersystems für den Maschinenbauer zu betrachten und stellt für den Bediener eine deutliche Vereinfachung im Umgang mit der Maschine dar. Damit wird auf beiden Seiten die Hemmschwelle für den Einsatz eines Industrieroboters heruntergesetzt, wodurch wir uns eine zusätzliche positive Auswirkung auf unser Geschäft erwarten. LLI ist als Erweiterung der Möglichkeiten für den Einsatz eines Robotersystemes zu betrachten und wirkt sich aufgrund der Komplexität kaum auf unser Geschäft und die Strategie aus. Epson, Volker Spanier: Die offene Herstellersteuerung ist für uns unabdingbar, da sie den besten Nutzen für unsere Kunden bietet. Die Verwendung fremder Steuerungen wird durch Epson zur Zeit nicht unterstützt.


8. März 2012 · Nr. 10 · Produktion · Trends & Reports · 15 LASERTECHNIK ‚Lichtkraft‘ für die Verbundwerkstoffe PRODUKTION NR. 10 , 2012 Die Lasertechnik bietet neue Potenziale bei der Be- und Verarbeitung von Verbundwerkstoffen, insbesondere kohlefaserverstärkten Kunststoffen (CFK). Sie erschließt neue Möglichkeiten beim Schneiden, Bohren und Verschweißen. STUTTGART (HI). Die Be- und Verarbeitung von Verbundwerkstoffen stellt eine besondere Herausforderung dar. Sie bildet oft eine der größten Hürden beim Ersatz metallischer Werkstoffe in der Großserie. Das Werkzeug Laser kann zur Lösung der Probleme beitragen, wie auf der Lasys, der internationalen Fachmesse für Laser-Materialbearbeitung, vom 12. bis 14. Juni 2012 in Stuttgart, zu sehen sein wird. Verbundwerkstoffe sind, anders als Metalle, physikalisch inhomogen. Es sind aber gerade diese un- terschiedlichen Eigenschaften, die in einem neuen Werkstoff zusammengeführt und vorteilhaft genutzt werden. Das macht die Be- und Verarbeitung allerdings schwierig, wie Prof. Dr. Thomas Graf, Direktor des IFSW Institut für Strahlwerkzeuge an der Universität Stuttgart, erklärt: „Einerseits beeinflusst diese Inhomogenität die Ausbreitung des Laserstrahls, andererseits ist die Wärmeleitung sehr anisotrop und die für die Ablation der Materialien entscheidenden Parameter sind sehr unterschiedlich.“ Die Folge: Bei falscher Prozessführung könn- Eingespieltes Team: Tapelegekopf der Firma AFPT in Kombination mit einem Diodenlaser. Bild: AFPT ten die hohe Wärmeleitfähigkeit der Karbonfasern in CFK und die sehr unterschiedlichen Eigenschaften von Karbon und Kunststoff die Kunststoffmatrix stark schädigen. Am IFSW werden diese grundlegenden Aspekte untersucht, um Leitlinien für eine optimierte Prozessführung entwickeln zu können. Prof. Graf: „Sie stellen eine große Herausforderung für die Entwicklung geeigneter Laseranlagen dar. Hier sind insbesondere sehr hohe Vorschubgeschwindigkeiten, hohe Genauigkeit bei hoher Dynamik und eine präzise Fokuslagenregelung zu nennen.“ „Die Herausforderung für die Laserbearbeitung besteht darin, eine möglichst hohe Flächenleistung bei homogener Energieeinbringung zu erreichen, beispielsweise für große Bauteile aus der Luftfahrtindustrie oder Endlosrohre im Off- und On-Shore-Bereich“, ergänzt Michael Nagel, technischer Vertriebsleiter der Laserline GmbH in Mülheim-Kärlich. Hauptvorteil des Lasers sei die materialschonende, effiziente Bearbeitung thermoplastischer Faserverbundwerkstoffe, die in der Regel in Form eines Bandes (Tape) vorliegen, in einem Prozessschritt und ohne Materialzusatz. Duroplaste benötigten hingegen spezielle Epoxidharze, die bei zirka 400 °C und 20 bar Druck in speziellen Heißluftautoklaven verpresst und ausgehärtet würden. Laserline setzt bei der Verarbeitung von Verbundwerkstoffen vor allem auf hocheffiziente Diodenlaser, die derzeit bis 15 000 W hergestellt würden, und entsprechend entwickelte Optiken. „Sie reichen auch bei großen Fokusabmessungen für breite Tapes aus und stellen die Energie für den Schweißprozess entsprechend ho- mogen bereit.“ Die unterschiedlichen Eigenschaften in Verbundwerkstoffen bedingen „sehr unterschiedliche optische und thermische Eigenschaften der Verbundpartner, die bei der Bearbeitung mit kontinuierlich emittierenden Lasern zu sehr ungleichmäßigen Bearbeitungsergebnissen führen“, weiß auch Dr. Wolfram Rath, Produktmanager für Laserstrahlquellen der Rofin-Sinar Laser GmbH in Hamburg. Helfen könnten in dieser Situation Verfahren mit kurzer Wechselwirkungszeit: „Dies lässt sich entweder durch entsprechend kurze Pulsdauer der Laserstrahlung oder durch entsprechend schnelle Bearbeitungsgeschwindigkeiten erreichen.“ Verbundwerkstoffe werden immer wichtiger Verbundwerkstoffe wie CFK werden vor allem wegen ihres geringen Gewichts immer wichtiger – hauptsächlich in den Mobilitätsbranchen, wie der Automobilindustrie oder der Luft- und Raumfahrt. Die Hersteller von Laserstrahlquellen wollen natürlich nicht abseits dieses sich bildenden Milliardenmarktes stehen. Rath: „Wir sind sehr daran interessiert, Lösungen für die Bearbeitung dieser Werkstoffe bereitstellen zu können.“ Man stehe in engem Kontakt zu vielen Laserinstituten, „wir beobachten die Bearbeitungschancen dieser Materialien sehr genau“. Auch in den eigenen Applikationslaboren führe man Anwendungsversuche durch. „Hierbei setzen wir Laser aller Technologien und Wellenlängen ein, Festkörper- beziehungsweise Faserlaser genauso wie CO 2 -Laser.“ Die Nase vorn hat derzeit wohl der CO 2 -Laser. Erste Mit Diodenlaser gewickeltes Rohr aus faserverstärktem Kunststoff. Bild: Laserline Ergebnisse zeigten, dass sich seine Wellenlänge für die Bearbeitung von Verbundwerkstoffen im Betrieb mit kontinuierlicher Strahlung besonders gut eigne. Andererseits könnten „aber auch Ultrakurzpulslaser für diese Anwendungen interessant sein, die aufgrund ihrer extrem kurzen Pulsdauern praktisch keinen Wärmeeintrag in das zu bearbeitende Material verursachen“. Fazit: Das Beherrschen der physikalischen Grundlagen in der Wechselwirkung zwischen Laserstrahl und Verbundwerkstoff ist die Voraussetzung für produktive und qualitativ hochwertige Prozesse und geeignete Anlagenkonzepte. Daran arbeitet das IFSW in Kooperation mit Unternehmen und anderen Forschungseinrichtungen. www.produktion.de Technik und Wirtschaft für die deutsche Industrie Vision-Sensoren von Keyence Keyence ließ bei der Neuentwicklung seiner Vision-Sensoren der Modellreihe IV seine langjährige Erfahrung im Bereich der industriellen Bildverarbeitung einfließen. Das Ergebnis stellt einen kostengünstigen und benutzerfreundlichen Bildverarbeitungssensor dar, welcher neue Maßstäbe in der Anwesenheitserkennung setzt. Beispiel einer konventionellen Anwesenheitserkennung Einfache, stabile Erkennung mit einem einzigen Bildverarbeitungssensor www.keyence.de BENUTZERFREUNDLICH STABILE ERKENNUNg ERSCHwINgLICHER PREIS Erfahren Sie mehr: 06102-3689-0 - info@keyence.de


16 · F&E · Produktion · 8. März 2012 · Nr. 10 Kunststoffe Erstmals zweidimensionale Polymere hergestellt Sabine Voser, Produktion Nr. 10, 2012 Für eine kleine Sensation in der synthetischen Chemie sorgen Wissenschaftler der ETH Zürich und der Empa. Erstmals ist es gelungen, regelmäßig angeordnete zweidimensionale Polymere herzustellen, die eine Art molekularen Teppich im Nanometermaßstab bilden Zürich (ba). Der ETH-Chemiker Hermann Staudinger postulierte schon 1920 die Existenz von Makromolekülen aus identischen Bausteinen, die kettenförmig aneinandergereiht sind. Er erntete dafür in Fachkreisen zunächst nur Hohn und Unverständnis. Doch Staudinger sollte Recht (und 1953 gar den Chemienobelpreis) bekommen: Bereits 1950 wurde weltweit pro Kopf ein Kilogramm Polymere – besser bekannt als Kunststoffe – produziert; heute sind es jährlich etwa 150 Mio t. Eine gigantische Industrie, deren Produkte aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Einer Forschungsgruppe unter Leitung der Der „molekulare Teppich“ Quelle: Forschungsgruppe Schlüter / ETH Zürich ETH-Forscher A. Dieter Schlüter und Junji Sakamoto gelang nun ein entscheidender Durchbruch: Sie erzeugten erstmals zweidimensionale, also flächige Polymere. Polymere entstehen, indem sich kleine Moleküle, so genannte Monomere, durch chemische Reaktionen kettenförmig zu hochmolekularen Stoffen verbinden. Die Frage war nun, ob Polymere ausschließlich linear polymerisieren können. Zwar gilt Graphen – zweidimensionale Kohlenstoffschichten mit einem wabenförmigen Muster – als natürlicher Vertreter eines flächigen Polymers, es kann allerdings nicht kontrolliert hergestellt werden. Um eine Synthese-Chemie für © Produktion Schematische Darstellung eines linearen kettenförmigen Polymers (blaue Kästchen) und eines zweidimensionalen Polymers, bei dem sich die Monomere flächig anordnen (orange Dreiecke). zweidimensionale Polymere zu entwickeln, mussten die ETH-Chemiker zunächst oligofunktionale Monomere – Polymerbausteine mit mehreren reaktiven Stellen im Molekül – synthetisieren, die sich nicht linear oder gar räumlich (dreidimensional), sondern lediglich rein flächig miteinander verbinden. Derartige Polymere müssen drei oder mehr kovalente Bindungen zwischen den sich regelmäßig wiederholenden Einheiten aufweisen. Die Wissenschaftler mussten daher zunächst herausfinden, welche Verbindungschemie und Umgebung sich für die Herstellung eines solchen „molekularen Teppichs“ am besten eignen. Jede Schicht ergab ein zweidimensionales Polymer Einer Forschungsgruppe der ETH-Forscher konnte erstmals zweidimensionale, also flächige, Polymere herstellen. Bild: Baharlou - Fotolia.com Sie entschieden sich für die Synthese in einem Einkristall, ein Kristall mit homogenem Schichtgitter. Dem Doktoranden Patrick Kissel gelang es schließlich, speziell hergestellte Monomere in geschichtete hexagonale Einkristalle kristallisieren zu lassen. Dabei handelte es sich um photochemisch empfindliche Moleküle, für die eine solche Anordnung energetisch optimal ist. Bestrahlt mit Licht mit einer Wellenlänge von 470 Nanometer, polymerisierten die Monomere in sämtlichen Schichten – und nur in diesen. Um die einzelnen Schichten voneinander zu trennen, kochten die Forscher den Kristall in einem geeigneten Lösungsmittel. Ergebnis: Jede Schicht ergab ein zweidimensionales Polymer. Dass es dem Team tatsächlich gelungen war, flächige Polymere mit regelmäßiger Struktur herzustellen, zeigten letztlich die Untersuchungen am Transmissionselektronenmikroskop (TEM) von Empa-Forscher Rolf Erni und ETH- Forscherin Marta Rossell, die inzwischen ebenfalls am Elektronenmikroskopiezentrum der Empa arbeitet. „Die Herausforderung lag darin, dass diese zweidimensionalen Polymere extrem strahlungsempfindlich sind und es deshalb schwierig ist, die Struktur dieser Materialien während der Messung im TEM nicht zu zerstören“, erklärt Erni. Mit Diffraktionsexperimenten bei minus 196 Grad Celsius, das heißt bei der Temperatur, bei der Stickstoff kondensiert, und hoch auflösenden Aufnahmen bei niedriger Elektronendosis gelang den Empa-Forschenden schließlich der Nachweis, dass die vernetzten Moleküle in der Tat eine geordnete zweidimensionale Struktur aufweisen. Die Polymere sind zum Filtern kleinster Moleküle nutzbar Das entwickelte Polymerisationsverfahren ist so schonend, dass alle funktionellen Gruppen des Monomers auch im Polymer an definierten Stellen erhalten bleiben. „Unsere synthetisch hergestellten Polymere sind zwar nicht leitfähig wie Graphen, dafür könnten wir sie aber beispielsweise zum Filtern kleinster Moleküle nutzen“, sagt Sakamoto. In den regelmäßig angeordneten Polymeren befinden sich nämlich kleine definierte Löcher mit einem Durchmesser im Subnanometerbereich. Winzige Hexagone in den Polymeren, gebildet durch Benzolringe mit drei Ester-Gruppen, können zudem durch ein einfaches hydrolytisches Verfahren entfernt werden. Dadurch würde ein Sieb mit geordneter Struktur entstehen, das sich zum selektiven Filtrieren bestimmter Moleküle eignet. Bevor sich die Forschenden jedoch über konkrete Anwendungen Gedanken machen können, gilt es nun, die Materialeigenschaften der zweidimensionalen Polymere zu charakterisieren. Sie müssen zunächst einmal einen Weg finden, größere Mengen an größeren Flächen herzustellen. Die Kristalle haben derzeit nämlich eine Größe von lediglich 50 Mikrometer. „Das sind auf molekularer Ebene jedoch bereits enorme Polymerisationsgrade“, sagt Sakamoto. Studie Arbeitsschutz Arbeitsmittel müssen für Ältere sicherer gemacht werden Produktion Nr. 10, 2012 Damit ältere Arbeitnehmer länger und sicher arbeiten können, müssen Arbeitsmittel und Arbeitsplätze an deren Fähigkeiten angepasst werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsbericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Dresden (ba). Bei der Hälfte der untersuchten Personen über 55 Jahren erwiesen sich anerkannt sichere Arbeitsmittel wie Handmaschinen wegen altersbedingter Veränderungen plötzlich als unsicher. Dies liegt auch an offensichtlichen Gestaltungsmängeln bei Maschinen seitens der Hersteller: Obwohl ergonomische Gestaltungsgrundsätze für Arbeitsmittel schon lange bekannt seien, würden die Hersteller von Handmaschinen diese nicht konsequent umsetzen, beklagen die Forscher. Die Studie der BAuA untersuchte erstmals, wie sich mehrere gleichzeitig auftretende Belastungen wie Lärm, Kraftanstrengung, Staub, Feinmotorik und Sehfähigkeit auf Veränderungen der Sinne und Fä- higkeiten von älteren Arbeitnehmern auswirken. Zu den in der Studie genannten Handmaschinen zählen unter anderem Winkelschleifer, Bohrmaschinen und Spritzpistolen beziehungsweise Hochdruckreiniger. Das Projekt untersuchte, wie sichere Arbeitsmittel konstruiert sein müssen, um auch den Anforderungen älterer Arbeitnehmer zu genügen. Bei der Arbeit mit dem Hochdruckreiniger wirken beispielsweise hohe Greif- und Haltekräfte auf den Körper. Außerdem kommt es wie beim Winkelschleifer und der Bohrmaschine zu einer Schwingungsbelastung des Hand-Arm-Systems. Bei diesen beiden Geräten ist darüber hinaus die Unfallgefahr besonders groß. Die Ergebnisse der Studie eignen sich deshalb auch für eine Gefährdungsbeurteilung, die den Aspekt des Alterns berücksichtigt. Werden ergonomische Gestaltungsgrundsätze berücksichtigt, verbessert sich die Sicherheit bei der Handhabung der Maschinen. Das Ein Projekt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin untersucht, wie sichere Arbeitsmittel konstruiert sein müssen, um auch den Anforderungen älterer Arbeitnehmer zu genügen. Bild: Laurentiu Lordache / Fotolia.com trägt auch dazu bei, dass sich der Anteil der eingeschränkt leistungsfähigen Arbeitnehmer verringert. „Dies erscheint unabdingbar im Hinblick auf die absehbare Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes“, schreiben die BAuA-Forscher. Die Hälfte der Bevölkerung in Deutsch- land sei älter als 40 Jahre und künftig werde das Durchschnittsalter der Beschäftigten weiter steigen. Gleichzeitig kommen die Forscher zu dem Schluss, dass ältere Arbeitnehmer keineswegs automatisch leistungsschwächer werden: 50 % der Versuchspersonen sind demnach ohne Probleme in der Lage, deutlich länger zu arbeiten. Schwingungsbelastungen sollten vermieden werden Insgesamt raten die Forscher unter anderem dazu, die Schwingungsbelastung durch vibrationsmindernde Teile am Gerät zu senken. Im Rahmen der Studie wurden 81 junge und ältere Bediener von Handgeräten zu ihrer subjektiven Einschätzung der Belastung bezogen auf die Umwelt, die Maschine und sich selbst befragt. Interessanterweise fühlten sich die jüngsten Befragten (bis einschließlich 35 Jahre) bei fast allen Belastungen am stärksten belastet.


8. März 2012 · Nr. 10 · Produktion · Konstruktion · 17 Reifen- und Gummiindustrie Sicheres Bremsen, Halten und Antreiben Produktion Nr. 10, 2012 Rexroth bietet kundenspezifische Lösungen für die Reifen- und Gummiindustrie mit dem sicheren Brems- und Haltesystem SBS. Die Hägglunds-Direktantriebssysteme sorgen hingegen für Bewegung. Lohr (pd). Auf der Grundlage weltweit gesammelter Anwendungserfahrung und umfangreicher eigener Forschung und Entwicklung unterstützt Rexroth die Gummiund Reifenindustrie mit speziell auf die Branche zugeschnittenen Systemlösungen. Das Thema Sicherheit – insbesondere beim Handling der Reifen – gewinnt in dieser Branche weiter an Bedeutung. Daher hat Rexroth ein sicheres Brems- und Haltesystem für das Reifenhandling entwickelt, das zuverlässig das Herabstürzen von Vertikalachsen verhindert. Die kompakte Hägglunds-Motorbaureihe CB ist Teil der zuverlässigen Hägglunds-Antriebssysteme, die seit langem in der Gummiindustrie zum Einsatz kommen. Die Motoren wurden speziell für die rauen Umgebungsbedingungen der Branche entwickelt und widerstehen selbst großen Stoßbelastungen und abrupten Stopps. Dadurch eignen sie sich für zahlreiche Schwerlastapplikationen. Integrierte Systemlösung zur Absturzsicherung Mit dem sicheren Brems- und Haltesystem seiner Antriebsbaureihe IndraDrive bietet Rexroth als erster Antriebshersteller eine integrierte Systemlösung zur Absturzsicherung von Vertikalachsen an. Das System stellt ein redundantes Halten der Vertikalachse auch nach Die Hägglunds-Direktantriebssysteme umfassen Antriebseinheit, Motor und Steuerungssystem und werden in der Mischraumtechnik verwendet. Bild:Rexroth Rexroth hat ein sicheres Brems- und Haltesystem für das Reifenhandling entwickelt, das zuverlässig das Herabstürzen von Vertikalachsen verhindert. Bild: Rexroth dem Abschalten der Energie sicher. Die Lösung gewährleistet damit ein sicheres Reifenhandling. Das sichere Brems- und Haltesystem von Rexroth nutzt drei unabhängige Kanäle: Die Antriebsregelung im Rexroth IndraDrive sowie zwei mechanische Bremsen. Diese beiden externen Bremsen kommen nur zum Einsatz, wenn die Leistung zum Motor abgeschaltet wird. Sie werden von den redundanten diversitären Kanälen im Antrieb getrennt angesteuert und überwacht. Das Konzept ist für jeden elektrisch lösenden Bremsentyp, auch für Produkte von Fremdherstellern, offen. Im Fehlerfall stellt eine Eskalationsstrategie sicher, dass der ‚sicher gebremste Halt‘ unter minimaler Belastung der Mechanik herbeigeführt wird. In der ersten Stufe versucht zunächst der Antrieb, die Vertikalachse über eine Sollwert- Null-Schaltung zum Stillstand zu bringen. Gelingt dies nicht, werden die beiden mechanischen Bremsen nacheinander, in kritischen Fällen auch zeitgleich, zugeschaltet. Das sichere Brems- und Haltesystem des Rexroth IndraDrive ist gemäß EN ISO 13849-1, Kategorie 3 PL d sowie EN 62061 SIL 2 zertifiziert. Antriebseinheit, Motorund Steuerungssystem Ein weiterer Anwendungsfall zeigt Direktantriebssysteme für raue Umgebungsbedingungen: Die zuverlässigen Hägglunds-Direktantriebssysteme umfassen Antriebseinheit, Motor und Steuerungssystem und werden seit langem in der Mischraumtechnik verwendet. Inzwischen hat sich der Anwendungsbereich vergrößert, das Unternehmen bietet Lösungen über die gesamte Reifen-Fertigungslinie hinweg. Die Hägglunds-Motorbaureihe CB von Bosch Rexroth eignet sich für zahlreiche Schwerlastapplikationen, wie beispielsweise Zerkleinerer oder Walzwerke für die Gummiindustrie. Durch ihr platzsparendes Design und die vielfältigen Anschlussmöglichkeiten sind die Hägglunds-Motoren flexibel einsetzbar. Die enorme Bandbreite an Größen und Schluckvolumen ermöglicht eine optimale Auslegung des Antriebssystems durch die Auswahl der passenden Kombination aus Motor und Hydraulikpumpe. Die Radialkolbenmotoren wurden speziell für raue Umgebungsbedingungen entwickelt und widerstehen selbst großen Stoßbelastungen und abrupten Stopps. www.boschrexroth.com Effizienz-Navi Preis Material Energie Service Handhabung ✔ Zeit Lebensdauer Kosten senken mit Produktion Antrieb mit Umweltbewusstsein Produktion Nr. 10, 2012 Wenden (pd). Mit dem hydraulischen Kompaktantrieb Linear (kurz: HKAL) hat EMG eine neue Antriebseinheit entwickelt. Seine hohe Modifizierbarkeit, gepaart mit technischer Robustheit bei gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit, lassen den HKAL in den verschiedensten Industriebereichen Verwendung finden: Dazu zählen Bergbau und Fördertechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Kraftwerkstechnik, Armaturenbau, Stahlwasserbau sowie neue Energien. Überall dort, wo die Aufgabe besteht, in oder an Anlagen, Maschinen sowie Apparaten eine definierte geradlinige Bewegung auszuführen, bietet sich der hydraulische Kompaktantrieb Linear an, insbesondere dann, wenn eine Antriebslösung verlangt wird, die mit mechanischen oder pneumatischen Systemen nur schwer und sehr aufwendig umzusetzen ist. Der Antrieb HKAL ist extrem umweltbewusst, da Energie nur zum Zeitpunkt der Stellbewegung des Zylinders aufgewendet wird. www.emg-automation.com Nehmen Sie das Thema Ergonomie in die Hand * * Schutzhandschuh „SensoGrip“, reduziert Vibrationen um 30 %. Nur eines von vielen PFERDERGONOMICS-Produkten. Im harten und rauen Arbeits einsatz legt der Werkzeug anwender immer mehr Wert auf ergonomische Aspekte: Geringere Vibration reduzierten Lärm verminderte Staub belastung und optimierte Haptik. PFERD bietet mit dem PFERDERGONOMICS-Programm innovative Lösungen, die zur Gesund erhaltung, Sicherheit und Ver besserung des Arbeits komforts beitragen. Der Mensch steht im Mittelpunkt. Nehmen Sie das Thema Ergonomie in die Hand und fordern Sie Ihr persönliches Info-Paket an: www.pferd.com. VERTRAU BLAU


18 · Konstruktion · Produktion · 8. März 2012 · Nr. 10 Rüstzeitminimierung Zeitersparnis durch intelligente Stellantriebe Produktion Nr. 10, 2012 Manuelle Stellelemente an Spindeln und Verstellachsen durch vernetzte Stellantriebe zu ersetzen bedeutet Kostenreduktion – beispielsweise durch den Stellantrieb AG05 aus der DriveLine-Familie von Siko. Buchenbach (pd). Die folgende einfache Abschätzung belegt eindrucksvoll das Potenzial, das hinter der Automatisierung mit Stellantrieben steckt: Eine typische Verarbeitungsmaschine verfügt, um sich flexibel an die variierenden Größen der einzelnen Produkte anzupassen, über zahlreiche Achsen, Anschläge und Einstellmöglichkeiten. Michael Schwab, Produktmanager DriveLine bei der Siko GmbH, rechnet vor: „Hat die Maschine insgesamt 14 Verstellmöglichkeiten, die zum Teil schwer zugänglich sind, dann benötigen zwei Mann zur manuellen Einrichtung rund zehn Minuten für einen kompletten Formatwechsel. Wenn nun sämtliche Achsen mit einem Stellantrieb automatisiert werden und einmal in der Stunde das Produkt wechselt, ergibt sich damit eine Minimierung der Rüstzeit und eine Leistungssteigerung von fast 15 Prozent.“ Oder anders ausgedrückt: „Je mehr Achsen an einer Maschine zu verstellen sind, und je öfter dies zu geschehen hat, desto schneller amortisieren sich die höheren Kosten für die Automatisierung.“ Der Markterfolg der DriveLine-Stellantriebe von Siko bestätigen, dass immer mehr Anwender dieser Zusammenhänge Rechnung tragen. Jetzt stellt das Schwarzwälder Unternehmen mit dem AG05 ein weiteres Mitglied dieser Antriebsfamilie vor, dass durch seine kompakten Abmessungen ganz neue Möglichkeiten der Automatisierung bietet. Das erste Mitglied der Produktlinie, der Stellantrieb AG01, kam bereits 2002 auf den Markt, 2003 folgte der AG02, der dann ein Jahr später mit einem integrierten Profibus- DP-/CANopen-Interface ausgestattet wurde. Das AG01 ist mit einem 70 W und das AG02 mit einem 150 W-24V-DC-Hochleistungsmotor ausgestattet. Pluspunkte verbuchen die Antriebe durch das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis, das einfache Regelverhalten, die lange Lebensdauer und nicht zuletzt auch durch das hohe Anlaufmoment, das es ermöglicht, durch Verschmutzung festgesetzte Spindeln loszubrechen. Je nach gewählter Übersetzung steht ein Abtriebsnennmoment von 1,1 bis 9 Nm bei Nenndrehzahlen von 100 bis 500 min -1 zur Verfügung – und damit genug, um die Arbeit von manuellen Verstellgliedern zu übernehmen. Durch die DriveLine-Kompaktstellantriebe lassen sich Standby-Zeiten von Maschinen und Anlagen deutlich reduzieren. Das verringert auf der einen Seite wertschöpfungsfreie Stillstandzeiten, auf der anderen Seite wird mit der Energieeinsparung (Druckluft- u. Wärme- bzw. Kälteleistung) ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Leichte Inbetriebnahme durch Hohlwellenkonstruktion Benötigt der AG01 noch eine separate Endstufe, besitzt der AG02 einen integrierten Motorregler. Bei allen Unterschieden bestehen aber auch Gemeinsamkeiten. Die durchgehende Hohlwelle mit einem maximalen Wellendurchmesser von 14 mm ist allen Antrieben, vom AG01 bis zum AG03, zu eigen. Durch die Hohlwellenkonstruktion des Getriebes gelingt nicht nur die Montage und Inbetriebnahme ohne größere Probleme, sondern auch der 1-zu-1-Austausch von manuellen Verstellelementen nach dem Motto: Handrad oder Postitionsanzeige von der Spindel entfernen, Antrieb aufstecken, arretieren, fertig. Der AG04B ist mit einem Drehmoment von 14 Nm und einer Drehlzahl von max. 375 min -1 der leistungsstärkster Antrieb im Portfolio der Stellantriebe. Der AG04B wartet mit einem maximalen Hohlwellendurchmesser von 20 mm und einer optionalen Federkraftbremse auf. Siko geht in der strategischen Produktauslegung noch weiter und bietet durch das hauseigene Portfolio seinen Kunden eine große Bandbreite für die Formatverstellung von Spindeln und Achsen. So bietet SI- KO vom mechanischen Handrad oder der klassischen mechanischdigitalen Positionsanzeige, bis hin zur halbautomatisierten elektronischen Positionsanzeige mit Soll-/ Istwertabgleich und Bus-Anbindung auch Kompaktstellantrieben, wie das neuen AG05, zur Vollautomatisierung an. Bei den Schwarzwäldern steht maximale Flexibilität für den Maschinenbauer wie für den Endanwender im Vordergrund. „Bei der Positionierung von Maschinenachsen und -spindeln bleibt es dem Endanwender überlassen, welchen Weg er geht. So kann er für jede einzelne Achse die beste Verstellme- thode auswählen und dank der Hohlwellenkonstruktion z. B. das Handrad durch einen kompakten Stellantrieb, wie den AG05, ersetzen“, erläutert Michael Schwab. Kein zusätzliches Material für die Montage notwendig DriveLine AG03 und AG05 passen sogar in zierliche Frauenhände. Bild: Siko Der besagte Verstellantrieb AG05 ist eine Weiterentwicklung der bisherigen Stellantriebe und übertrifft diese in puncto Funktionalität um ein vielfaches. So erfolgt die Inbetriebnahme entweder am Antrieb selbst oder über die Buskommunikation. Für die Montage ist kein zusätzliches Material erforderlich. Der Programmieraufwand sowie die Rüst- und Einstellzeiten sind minimal, so dass eine schnelle Aktivierung möglich ist. Der Anwender wird bei der einfachen Inbetriebnahme durch ein zweizeiliges Display perfekt unterstützt. Zudem ermöglicht es im Betrieb die Beobachtung von Soll- und Istwert. In dem schwarzen Kunststoffgehäuse befindet sich ein bürstenloser 24-V-DC-Motor mit einem Planetengetriebe, Controller, Leistungselektronik und integriertem Feldbus-Interface. Die exzellente Laufruhe mit einer herausragenden Leistungsdichte von 30 W/dm³ zeichnen den Antrieb aus. Die Einbindung in verschiedene Sicherheitskonzepte ist sehr einfach zu realisieren, da die Spannungsversorgung für die Steuer- und Leistungselektronik getrennt erfolgt. Die übergeordnete SPS wird durch die integrierte Regelelektronik maßgeblich entlastet. Außerdem sind Überwachungsfunktionen für Temperatur-, Strom- und Schleppfehler bereits im Antrieb integriert. Der Ladezustand der Batterie wird kontinuierlich überwacht, so dass ein notwendiger Batteriewechsel, der durch den Anwender durchgeführt werden kann, frühzeitig angezeigt bzw. gemeldet wird. Durch die Batteriepufferung des magnetischen des Low-power-consumption- Messsystems (LPC) werden auch Positionsabweichungen im stromlosen Zustand erfasst und eine erneute Referenzierung erübrigt sich. www.siko.de Effizienz-Navi Preis ✔ Material Energie ✔ Service Handhabung ✔ Zeit ✔ Lebensdauer ✔ Kosten senken mit Produktion Pneumatik Platzsparende und leichte Druckluftzylinder Produktion Nr. 10, 2012 SMC Pneumatik liefert Rundzylinder der Serie CG3, die platzsparender und leichter sind. Sie werden dort eingesetzt, wo wenig Platz für den Einbau vorhanden ist und gleichzeitig hohe Kräfte und Dynamik gefordert sind. Die Zylinderbaureihe CG3 ist um bis zu 37 mm kürzer und bis zu 24 % leichter als vergleichbare Zylinder dieser Bauart. Bild: SMC Pneumatik Egelsbach (pd). Die neuen kompakten Rundzylinder der Serie CG3 von SMC Pneumatik sind dank spezieller Konstruktion platzsparender und leichter als vergleichbare Zylinder dieser Bauart – bei gleicher Betriebsleistung. Die neue Zylinderserie wird in allgemeinen Industrieanwendungen eingesetzt, beispielsweise in Maschinen zur Fertigung von Kunststofffenstern, der Holzbearbeitung sowie in der Automobilindustrie. Dank spezieller Konstruktion mit integrierter Struktur von Zylinderdeckel und Rohr ist der Rundzylinder der Serie CG3 von SMC Pneumatik platz- und gewichtsoptimiert. Die Zylinderbaureihe ist um bis zu 37 mm kürzer und bis zu 24 % leichter als vergleichbare Zylinder dieser Bauart. Dabei nimmt die neue Baureihe die gleichen Querkräfte auf wie die bisher verfügbaren Modelle. Das schafft neue Möglichkeiten in engen Maschinenkonstruktionen und erweitert die Anwendungsmöglichkeiten um ein Vielfaches. Hierzu trägt auch das optional verfügbare Innengewinde statt Außengewinde mit einer zusätzlichen Längenverkürzung um 25 mm bei. Die neue Serie CG3 von SMC Pneumatik ist in den Durchmessern 20 bis 100 mm und einem maximalen Hub von bis zu 300 mm verfügbar. Die Baureihe ist für eine Kolbengeschwindigkeit von 30 bis 1 000 mm/s konzipiert. Ein weiterer Vorteil ist die Unempfindlichkeit gegen Staub und Schmutz, was die Servicezeit reduziert. Elektronischer Signalgeber reduziert Einstellzeit An die Zylinder lassen sich die elektronischen Signalgeber der SMC-Pneumatik-Serie D-M9*W einfach montieren. Mit einem Blick kann auf deren zweifarbigem LE- Display (rot/grün) abgelesen werden, ob die Position korrekt ist oder nicht. Dies erhöht die Effizienz der Einstellzeit. Die neuen Rundzylinder CG3 von SMC mit schlankem, glattem Design verfügen über viele Befestigungsoptionen und sind RoHS-konform. Die neuen kompakten und leichten Druckluftzylinder mit rundem Gehäuse werden vor allem dort eingesetzt, wo wenig Platz für den Einbau vorhanden ist und gleichzeitig hohe Kräfte und Dynamik gefordert sind. Weitere Anwendungsbereiche sind die Aktorik in Klima- und Lüftungsanlagen, Absauganlagen, Dosiereinheiten, Kuppelfenstern sowie bei Spannund Klemmvorrichtungen. Ebenso sind die Zylinder in Wechsel- und Umschaltklappen, Handhabungsmodulen, Abschiebe- und Sortiermodulen sehr gut verwendbar. Mit ihren speziellen Eigenschaften wie geringeres Gewicht an den bewegten Teilen eignet sich diese Zylinderbaureihe optimal für die Roboterindustrie. www.smc-pneumatik.de Effizienz-Navi Preis Material Energie Service Handhabung ✔ Zeit Lebensdauer Kosten senken mit Produktion


8. März 2012 · Nr. 10 · Produktion · Fertigung · 19 Kühlschmierstoffe Die Verzahnungsmaschinen mit dem richtigen Mittel sauber halten www.produktion.de Technik und Wirtschaft für die deutsche Industrie Produktion Nr. 10, 2012 Die Firma Humbel Zahnräder AG in Kradolf ist der größte Hersteller für Zahnräder in der Schweiz. In allen Werken wird auf modernste Technologie gesetzt, auch bei den Kühlschmierstoffen. Ch-Kradolf (sm). Die Humbel Zahnräder AG kann auf nahezu alle Technologien zurückgreifen: Drehen, Bohren, Fräsen, Räumen, Drahterodieren, Abwälzstossen, Abwälzfräsen, Verzahnungschleifen, Außenrundschleifen, Innenrundschleifen, Planschleifen, Flachschleifen, Zentrumschleifen, Wälzfräserschärfen bis hin zur Wärmebehandlung und Qualitätsprüfung. „Eindeutige Wettbewerbsvorteile und Chancen liegen heute in der Flexibilität, Schnelligkeit, Innovation und in der permanenten Optimierung“, berichtet Heinz Häderli, Leiter der Instandhaltungsabteilung. Um zu gewährleisten, dass die modernen Verzahnungsmaschinen jederzeit produktiv arbeiten, Multifunktionsöl DiaGrind 535/15 Die HSG-Schleiföle DiaGrind 535 von oelheld sind speziell für das Hochleistungsschleifen von Stählen entwickelte, chlor- und schwermetallfreie Produkte, hergestellt aus aromatenarmen solventraffinierten Grundölen. Sie sind ölnebel- und verdampfungsarm und besitzen ein gutes Viskositäts-Temperaturverhalten. Die Alterungsbeständigkeit ist außerordentlich hoch. Die HSG-Schleiföle Produktion Nr. 10, 2012 Schneller, flexibler, kompakter und leichter, das verspricht die Miksch GmbH bei dem Regalmagazin REMA, das zur Metav 2012 vorgestellt wird. Göppingen (sm). Die derzeitige Problematik ist bekannt: Fertigt man nach dem Toyota-Prinzip oder werden die Losgrößen immer kleiner, sind größere Werkzeugmagazine unbedingt erforderlich, um Rüstzeiten zu minimieren. Lag früher noch der Standard bei 12 bis 20 Werkzeugen, sind es heute zwischen 120 bis 200 Werkzeuge im Magazin. Das Unternehmen Miksch, bislang bekannt als Hersteller von Scheibenmagazinen (CTM) oder auch Kettenmagazinen (MCM), entwickelte aus dieser Problematik heraus das Regalmagazin (REMA). Ein Magazin, das sowohl für Maschinenhersteller als auch zum Nachrüsten in bestehenden Anlagen vor allem durch die hohe Wirtschaftlichkeit und Flexibilität zu überzeugen weiß. Mit 250 Mitarbeitern ist die Humbel Zahnräder AG ein Marktführer bei der Zahnradherstellung. Für optimale Leistung modernster Maschinen zur Zahnradbearbeitung bedarf es der richtigen Kühlschmierstoffe. Hier eine Maschine von Gleason. Bild: Humbel Zahnräder AG verwendet das Unternehmen das Multifunktionsöl DiaGrind 535/15 von der oelheld GmbH. Es wird auf Abwälzfräsmaschinen, Zahnungsschleifmaschinen und auch auf Abwälzstoßmaschinen unterschiedlicher Hersteller seit Jahren erfolgreich eingesetzt. „Das extrem hoch legierte Multifunktionsöl DiaGrind 535/15 muss weder nachadditiviert oder ausge- tauscht werden, auch wenn es bereits jahrelang im Einsatz ist“, berichtet Stephan Roßmann, Marketingleiter bei der oelheld GmbH in Suttgart. Neben der hohen Leistungsfähigkeit halte DiaGrind 535/15 die Verzahnungsmaschinen sauber und schütze die Gesundheit der Mitarbeiter, da es emissionsarm und auf unbedenklichen Stoffen aufgebaut sei. Automatisierung Regalmagazin für effiziente Fertigung Das beginnt bereits bei den Werkzeugwechselzeiten von kleiner 1 Sekunde. Dieser Zeitvorteil basiert auf dem Werkzeugwechsler, den Miksch bereits seit geraumer Zeit und nun auch in Verbindung mit dem neu entwickelten REMA einsetzt. Im Gegensatz zu anderen Magazinen bietet das RE- MA aber auch Werkzeugbereitstel- DiaGrind 535 werden mit modernsten Hochleistungsadditiven von großer Druckaufnahmefähigkeit legiert. Zusammen mit grenzflächenaktiven Substanzen wird dadurch eine hohe Oberflächenqualität bei sehr guter Kühl-, Netz- und Schmierwirkung erreicht. Bei der Verwendung als Schleiföl bleiben die Schleifscheiben frei und griffig. Die Tangentialkraft, die Maximaltemperatur an der Werkstückoberfläche und der Schleifscheibenverschleiß werden deutlich reduziert. Die Produkte schäumen nicht und besitzen durch ihre optimale Viskosität ein gutes Spül- und Kühlvermögen bei stabiler Schmierfilmbildung. Beim Abwälzfräsen, Zahnradstoßen und Räumen wird der Werkzeugverschleiß effektiv verringert, die Qualität der bearbeiteten Oberfläche erhöht. lungszeiten von kleiner zwei Sekunden. Möglich wird das durch ein integriertes Puffermagazin. Vor allem bei kurzen Hauptzeiten können über diese Magazine die Maschinen ohne Wartezeiten mit Werkzeugen versorgt werden. Ein weiterer großer Vorteil gegenüber herkömmlichen Magazinen ist aber auch darin zu sehen, dass das Hersteller Miksch verspricht für das Regalmagazin RE- MA eine deutliche Effizienzsteigerung für Bearbeitungszentren. RE- MA kann beliebig viele Werkzeugplätze beinhalten und reduziert durch sein mobiles Magazinkonzept die Umrüstzeiten auf ein Minimum bzw. eliminiert sie sogar komplett. Bild: Miksch Seit 1928 ist Kundenzufriedenheit der Antrieb und auch in der Zukunft will die Humbel Zahnräder AG viel bewegen: Mit hochpräzisen Einzelteilen, optimal aufeinander abgestimmten Baugruppen und innovativem Engineering im Dienste der nationalen und internationalen Kunden. Das traditionsreiche schweizer Familienunternehmen hat sich dank seiner exzellenten Qualität, Flexibilität, Termintreue und Zuverlässigkeit am Markt etabliert. Als Kompetenzzentrum rund um innovative Zahnradtechnologie spielt die Humbel Zahnräder AG eine führende Rolle in der Branche. Durch den Mix von langjähriger Erfahrung, ausgeprägtem Branchen- Know-how und hohem Engagement ist die Humbel Zahnräder AG heute schon gerüstet für die Herausforderungen der Zukunft. www.humbel-gears.com www.oelheld.de Magazin sehr schnell gegen ein anderes getauscht werden kann. Das heißt, es müssen bei beispielsweise einem Werkstückwechsel nicht alle Werkzeuge getauscht sondern nur das Magazin gewechselt werden. Dabei wird nicht das Magazin exakt positioniert, sondern die Antriebseinheiten. Für die exakte Werkzeugübergabe ist eine Einheit vorgesehen, die mit der Maschine verbunden ist. Die hohe Zeiteinsparung ist laut Miksch allerdings nur ein Highlight von REMA, denn es kann auch bei der Energie-Effizienz punkten. Während beispielsweise bei einem großen Kettenmagazin alle Werkzeuge bewegt werden, reduzieren sich beim Regalmagazin die bewegten Massen, weil nur noch ein Werkzeug gehandelt werden muss. Neben dem schnellen Werkzeugwechsel kann das Regalmagazin auch durch Flexibilität und die kompakte Bauweise überzeugen. www.miksch.de Effizienz-Navi Preis Material Energie Service Handhabung Zeit ✔ Lebensdauer Kosten senken mit Produktion Weg vom Mineralöl? JA! Mit Raziol ® Fluid Ihre Vorteile: > 100 % mineralölfrei > für spanlose Umformungen > für Stahl, Edelstahl, Aluminium, Titan > kein Gefahrgut > mit Wasser leicht abwaschbar > lösemittelfrei, teflonfrei, nitritfrei Raziol ® Zibulla & Sohn GmbH Hagener Straße 144 + 152 D-58642 Iserlohn Tel.: +49 2374 5000-0 Fax: +49 2374 5000-12 info@raziol.de • www.raziol.de


20 · Blechbearbeitung · Produktion · 8. März 2012 · Nr. 10 Werkzeuge Schneller Werkzeugwechsel möglich Produktion Nr. 10, 2012 Trumpf ermöglicht Anwendern des modernen Profilnibbler TruTool PN 130 einen einfachen und schnellen Werkzeugwechsel. Dadurch reduzieren sich die gelegentlich notwendigen Einsatzpausen auf ein Minimum, so das Unternehmen. Ditzingen (hi). Der Profilnibbler TruTool PN 130 von Trumpf hat sich bei Industrie und Handwerk bewährt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen sind die Leistungsdaten entscheidend: Das TruTool PN 130 kann Stahlbleche bis zu einer Stärke von 1,3 mm mit einer enormen Arbeitsgeschwindigkeit von 3,2 m pro Minute trennen und wiegt dabei lediglich 1,4 kg. Zum anderen lässt sich das Elektrowerkzeug in jeder Situation extrem angenehm handhaben, so Trumpf. Dazu trägt unter anderem eine Produkteigenschaft bei, die die Trumpf Experten als Quick&Easy bezeichnen. Viel Beachtung wurde dem Thema Ergonomie geschenkt. Das Werkzeug lässt sich laut Trumpf in jeder Position angenehm handhaben und schafft 3,2 m pro Minute. Bild: Trumpf Der Stempel des Nibblers wird über einen Magneten gehalten und beim Wechseln auf diese Weise automatisch zentriert. So kann der Austausch „Neu gegen Alt“ ohne zusätzliche Hilfsmittel sekundenschnell und sicher erfolgen, was insbesondere auf Baustellen von großem Vorteil ist. Darüber hinaus hat es Trumpf geschafft, das Arbeiten mit dem TruTool PN 130 besonders ange- nehm und komfortabel zu gestalten. Das liegt sowohl an dem ergonomischen und schlanken Design als auch an dem geringen Gewicht und der Vibrationsarmut dieses Profilnibblers. Dabei erlaubt die Maschine eine ideale Manövrierfähigkeit und Flexibilität. Basis hierfür ist die Geometrie des Werkzeugträgers, der eine enorme Kurvengängigkeit aufweist und es ermöglicht, auch Trapezund Profilbleche zu bearbeiten. Die Schneidrichtung dieses Elektrowerkzeugs ist stufenlos über 360 Grad wählbar. Nicht zuletzt deshalb lassen sich auch kleinste Radien-Durchmesser von 25 mm mit hoher Schneidqualität selbst in schwer zugänglichen Lagen problemlos realisieren. Das System ermöglicht einen weiteren Vorteil: Benötigen Anwender eine besonders hohe Schnittqualität, so hat Trumpf auch dafür eine Lösung parat. Der speziell entwickelte Highquality- Stempel ermöglicht eine extrem feine Schnittkante, die selbst höchsten Ansprüchen genügt, so das Unternehmen. www.trumpf.com Effizienz-Navi Preis Material ✔ Energie Service Handhabung ✔ Zeit ✔ Lebensdauer Kosten senken mit Produktion Sicherheits-Lichtvorhänge · große Reichweite bis 60 m · integriertes Schaltgerät · programmierbare Ausblendfunktion · montagefreundlich, kompakte Bauform · Innovations-Annerkennungsträger des Landes Baden-Württemberg Mehr Info? Anruf genügt! Telefon 02173-9226-10, Fax 9226-19 Fordern Sie den aktuellen ACE Katalog kostenlos an! über 50 Jahre Erfahrung für Ihre Sicherheit innovative Sicherheitstechnik weltweiter Kunden- und Vertriebsservice individuelle Kundenlösungen R Tel. +49 (0) 711-91 96 97 -0 Fax +49 (0) 711-91 96 97 -50 info@fiessler.de www.fiessler.de Wir stellen aus: Hannover Messe vom 23-27.04.12 Hannover, Halle 9 Stand H 50 TUNING FÜR IHRE PRESSWERKZEUGE Unser Donut, der sensationelle neue Niederhalterdämpfer für Presswerkzeuge, garantiert längere Standzeiten höhere Energieaufnahme deutliche Lärmreduzierung wesentlich geringere Kosten www.ace-ace.de WELTWEIT Wasserstrahlschneiden Erste Hochdruckpumpe mit Servoantrieb Produktion Nr. 10, 2012 BHDT präsentierte mit der ersten Hochdruckpumpe mit Servoantrieb nach eigenen Angaben eine Weltneuheit. Die Pumpe arbeitet präziser, energieeffizienter und geräuschärmer, heißt es. Bischofshofen (hi). Über 120 Anwender aus ganz Europa konnten sich im Test- und Schulungszentrum des renommierten Wasserstrahl-Spezialisten STM von den Vorzügen dieser Konstruktion überzeugen. Als ideale Komponente für die effizienz-optimierten STM-Systeme arbeitet die neue Hochdruckpumpe mit einer Antriebsleistung von 37 kW, einem maximalen Betriebsdruck von 4 000 bar und einer Fördermenge von 3,8 l/min deutlich präziser, energieeffizienter und geräuschärmer. Dank der stufenlosen Druckregelung kann zudem ein breiteres Spektrum an Materialien geschnitten werden. Dabei arbeitet die „Servotron 40.37“ störungsfreier sowie verschleißärmer und erhöht damit zusätzlich ihre Lebensdauer. Ab April 2012 wird die neue Hochdruckpumpe für STM-Systeme adaptiert und auch für Bestandsanlagen nachrüstbar sein. Sie kostet ab 50 000 Euro. Eine nach Unternehmensangaben sinnvolle Investition für nahezu alle Anwendungsbereiche, wenn man bedenkt, dass die Hochdruckpumpe bei einer Auslastung von 75 % (Schneidbetrieb zu Stillstand) und einschichtigem Betrieb (2 000 Std.) allein eine Stromersparnis von circa 3 000 Euro pro Jahr ermöglicht. Der Antrieb der neuen „Servotron 40.37“ von BHDT erfolgt über einen hochdynamischen frequenzgeregelten Servomotor. Dieser erhöht die Energieeffizienz um etwa 15 % im Vergleich zu Asynchronmotoren. Die unter Öl im Hydrauliktank eingebaute Hydraulikpumpe reduziert den Schallpegel und erhöht die Lebensdauer der Pumpe. Die Verschleißfestigkeit der Hydraulikkomponenten wird auch durch die niedrigere Betriebstemperatur im Ölkreislauf optmiert. Das ist aber nur einer von vielen Vorteilen. Die stufenlose Druckregelung von 100 bis 4 000 bar minimiert außerdem Produktionsfehler und erweitert das Anwendungsspektrum signifikant. Das gilt vor allem für das Schneiden von spröden Materialien wie etwa Glas, da beim Anschießen praktisch keine Druckschwankungen mehr auftreten. Abgesehen von den geringen Druckschwankungen von nur +/- 1 % bei Volllast verhindert die neue Pumpe das Überschwingen und minimiert so Druckeinbrüche beim Aus- und Einschalten des Wasserstrahls. Das schont außerdem den Komponentenverschleiß. Die Energiebilanz fällt ebenfalls äußerst positiv aus: Bei geschlossener Düse verbraucht der Servomotor keinerlei Strom. Wird die Pumpe eingeschaltet sorgt der Sanftanlauf für reduzierte Stromaufnahme. Das führt bei einer Auslastung von 75 % (Schneidbetrieb zu Stillstand) und einschichtigem Betrieb (2 000 Std.) in Abhängigkeit vom Stromtarif zu einer jährlichen Stromersparnis von ca. 3 000 Euro. Komplizierter wird die Handhabung der Pumpe nicht. Im Gegenteil: Durch eine Profibus-Anbindung und ein in die Steuerung integriertes Logbuch wird das Arbeiten noch komfortabler. In STM-Anlagen ist die Pumpensteuerung per Netzwerkkabel in die Steuerung der Wasserstrahlschneideanlage integriert, teilt das Unternehmen mit www.stm.at Effizienz-Navi Preis ✔ Material Energie ✔ Service ✔ Handhabung Zeit Lebensdauer Kosten senken mit Produktion Vorderansicht der Servotron. Wird die Pumpe eingeschaltet, sorgt der Sanftanlauf für eine reduzierte Stromaufnahme. Bild: BHDT ACE_Produktion_10-2012.indd 1 20.01.12 11:46


8. März 2012 · Nr. 10 · Produktion · Blechbearbeitung · 21 PRESSEN Pneumohydraulik als Problemlöser PRODUKTION NR. 10 , 2012 Ein Hersteller von Löt-Preforms setzt bei den Antrieben für seine Pressensysteme auf energiesparende, wartungsarme Pneumohydraulik von Tox Pressotechnik. WEINGARTEN (HI). Je nach Einsatzgebiet werden viele Pressensysteme nach wie vor mit einem herkömmlichen hydraulischen Antrieb versehen. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, sofern sich die Hydraulik auch auf längere Sicht als praktikabel und wirtschaftlich erweist. Doch mit den zunehmenden Effizienz- und Qualitätsansprüchen, etwa in der Serienproduktion, gerät die Hydraulik ein ums andere Mal ins Hintertreffen. Zumal dann, wenn solche Produktivitäts- und Kostenaspekte wie Taktfrequenzen, Reduktion von unproduktiven Nebenzeiten sowie Energieeinsparung und Wartungsaufwand ins Kalkül einbezogen werden. So geschehen beim niederländischen Unternehmen Alpha-Fry Technologies BV in NL-Naarden, das sich als Mitglied der Gruppe Cookson Electronics mit der Herstellung von Lötmitteln in Stab-, Draht-, Pulver- und Preform-Ausführungen befasst. Damit wird nicht nur die Elektronik-, sondern unter anderm auch die Luftfahrtindustrie, wo die Qualitätsanforderungen bekanntlich sehr hoch sind, beliefert. Alpha-Fry Technologies hat im Bereich der Halbzeuge aus Lotmaterial, sogenannter Löt-Preforms, für die Luftfahrtindustrie eine anerkannte große Kompetenz und exportiert diese in die ganze Welt. Für die technisch hochentwickelte Qualitätsproduktion entwickelt man die Maschinen und Werkzeuge selbst und setzte für die entsprechenden Stanz- und Tiefziehoperationen bis vor kurzem vor allem auf hydraulische Pressenantriebe. Die hydraulischen Antriebe erwiesen sich wegen der harten Beanspruchung im Dreischichtbetrieb an 5 Tagen pro Woche immer wieder als problematisch. Als nun der Bau einer weiteren Presse beschlossen wurde, suchten die Ingenieure deshalb nach einer Alternative. Diese sollte zum einen die bekannten Nachteile der Hydraulik wie Wartungsaufwand, Leckagen, Geräusch- und Wärmeentwicklung des Aggregats und hoher Energieverbrauch (11,5 kW pro Stunde und Pressensystem) vermeiden. Zum anderen sollte der neue Antrieb mindestens genauso leistungsfähig sein wie der hydraulische, durch Reduzierung unproduktiver Zustell-/Rückhub- Nebenzeiten mehr Prozesszyklen pro Zeiteinheit erlauben, und sich schließlich durch eine hohe langfristige Zuverlässigkeit auszeichnen. Bei der Suche nach einem entsprechenden Antriebssystem kamen die Ingenieure von Alpha-Fry Technologies mit Jeroen Wijnbergh, technischer Vertrieb bei Tox Pressotechnik in Amsterdam, ins Gespräch. Nach Schilderung der Problematik und der Anforderungen machte sich Jeroen Wijnbergh gemeinsam mit den Technikern des Stammhauses in Weingarten an die Ausarbeitung einer Komplettlösung. Denn auf Basis des umfassenden Produkt-Portfolios von Tox konnte sowohl die passende, pneumohydraulische Antriebstechnik als auch eine komplette Presse angeboten werden. Die Konstrukteure und Ingenieure von Alpha-Fry ließen sich von der Komplettlösung überzeugen und orderten bei Tox Pressotechnik ein Pressensystem, bestehend aus einer 4-Säulen-Presse vom Typ Kraftpaket ist mit einer Hubverkürzung ausgestattet MAG 015 und einem pneumohydraulischen Antriebszylinder TOX®- Kraftpaket Typ SSL 015. Bei der Presse handelt es sich um ein in steifer Plattenbauweise und mit großem Werkzeug-Einbauraum konzipiertes Grundgerät für Presskräfte bis max. 150 kN. Das als Antrieb verbaute Tox-Kraftpaket stellt bei 10 bar Luftdruck eine max. Presskraft von 150 kN zur Verfügung, hat einen Gesamthub von 55 mm und einen einstellbaren Krafthub von bis zu 24 mm. Das Kraftpaket ist mit Hubverkürzung ausgeführt, wodurch sich inklusive eines vergrößerten Krafthubventils Bei der Presse handelt es sich um ein Grundgerät mit großem Werkzeugeinbauraum. Bild: Tox Pressotechnik kürzere Hub-/Senkzyklen ergeben. Zum Schutz des Werkzeugs und der Presse ist im Rückhub eine hydraulische Endlagendämpfung integriert. Dazu ist diese Ausführung mit einer integrierten Haltebremse ZSL ausgestattet, die bei Unterbrechung der Druckluftversorgung ein Absinken/Abstürzen des schweren Oberwerkzeugs sicher verhindert. www.tox-de.com BLECHBEARBEITUNG Effektive Platinen-Behandlung nach neuem Konzept Die Platinen werden mit der jeweils gewünschten Intensität beidseitig bearbeitet. Bild: Lissmac PRODUKTION NR. 10 , 2012 Die Lissmac GmbH entwickelte Blechbearbeitungsmaschinen, die Platinenschnittkanten effektiv bearbeiten. Die Bearbeitung von Blechkanten erhöht nach Unternehmensangaben den Gebrauchswert entsprechend behandelter Platinen. BAD WURZACH (PS). Die Nachbehandlung der Platinenschnittkanten zählt heute zu den primären Merkmalen einer qualitätsgerechten Blechbearbeitung und ist ein wesentlicher Faktor, um sich vom Wettbewerb abzuheben. Das Bad Wurzacher Unternehmen Lissmac Maschinenbau GmbH entwickelt und baut innovative Blechbearbeitungsmaschinen, die die Schnittkanten nach unterschiedlichen Technologien mit der jeweils gewünschten Intensität beidseitig bearbeiten. Im Fokus dieser Bearbeitung liegt die Entfernung von Oxidschichten, die sich beim Laser-, Autogen- und Plasmaschneiden mit Sauerstoff bilden und eine feste Verbindung von Lacken und anderen Korrosionsschutzmitteln mit den Schnittkanten der Platinen verhindern. Die Praxis zeigt, dass bereits kleinste Stoßbelastungen bei unbearbeiteten Schnittkanten zu einem großflächigen Abplatzen von Lack- oder anderen Korrosionsschutzschichten führen. Mit der Entfernung von Graten und Bartanhängen sowie durch das Verrunden der Schnittkanten beseitigt die Blechkantenbearbeitung potenzielle Unfallursachen und trägt so zur Erhöhung der Sicherheit des Handlings von Platinen bei. Auf der anderen Seite erhöht die Bearbeitung von Blechkanten den Gebrauchswert entsprechend behandelter Platinen und der aus ihnen gefertigten Baugruppen. Getreu der Philosophie ‚Uns bewegen Ideen‘ gehört die kontinuierliche Weiterentwicklung als auch Neuentwicklung zum Arbeitsprinzip der Lissmac Maschinenbau GmbH. Die neue Generation von Lissmac-Blechbearbeitungsmaschinen zeichnet sich durch ein weiterentwickeltes Design und die weitere Ausrichtung auf spezifische Anwenderlösungen aus. Hinweise für den optimalen Einsatz gehen bereits aus der Bezeichnung der einzelnen Maschinen hervor. Die Maschinen gibt es in den Baureihen M, L und XL, so das Unternehmen. Darüber hinaus ist den Lissmac-Blechbearbeitungsmaschinen die Bezeichnung SBM vorangestellt. www.lissmac.com EFFIZIENZ-NAVI PREIS MATERIAL ✔ ENERGIE SERVICE HANDHABUNG ✔ ZEIT ✔ LEBENSDAUER KOSTEN SENKEN MIT PRODUKTION Entscheider lesen Produktion Technik und Wirtschaft für die deutsche Industrie Lager- und Prozesstechnik rund um Langgut und Blech Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit sind Ihre wichtigsten Anforderungen. Diesen messbaren Maßstäben werden wir in allen Projekten gerecht. Gerne auch in Ihrem. Friedrich Remmert GmbH Brunnenstraße 113 · 32584 Löhne, Deutschland Tel (+49) 5732 896-111 · www.remmert.de Remmert_AZ_Produktion_198x32mm_Wabe_16022012_END.indd 1 16.02.12 16:47 Ergonomische Form - Wartungsarmes Triebwerk. Die NEUEN BIAX Turbinen T3-65 S T6-60 belastbar . beständig . bewährt Schmid & Wezel GmbH & Co. Maschinenfabrik Tel. +49 7043 102-0 Fax -78 biax-verkauf@biax.de www.biax.de


22 · Blechbearbeitung · Produktion · 8. März 2012 · Nr. 10 Lasertechnik Große Leistung auf kleinem Raum Produktion Nr. 10, 2012 Mit der LV Mini hat die Laservorm GmbH aus Altmittweida auf der Metav 2012 ihre neueste Laseranlage vorgestellt. Der Sondermaschinenbauer ist damit in die Serienfertigung gestartet. Altmittweida (hi). Die LV Mini überzeugte in Design und Anwendung, denn sie ist sofort einsatzbereit und garantiert Höchstleistungen in Qualität und Produktivität auf nur einem Quadratmeter, so das Unternehmen. Zugleich stellt die neue Anlage eine neue Etappe für die Laservorm GmbH dar: Der bisherige Sondermaschinenbauer ist damit in die Serienfertigung gestartet. Künftig soll die kompakte Laseranlage noch viele gleiche Nachfolger bekommen, die in Altmittweida hergestellt werden. „Mit der neuen LV Mini haben wir ein neues Geschäftsfeld erschlossen und sind in die Kleinserienfertigung eingestiegen“, erklärte Laservorm-Geschäftsführer Thomas Kimme. „Wir fertigen seit 18 Jahren individuelle Laseranlagen für verschiedenste Anwendungen. In dieser Zeit konnten wir als Spezialist viele Erfahrungen sammeln. Dabei haben wir aber festgestellt, dass sich so manches bei der Entwicklung und beim Bau von noch so unterschiedlichen Maschinen immer wiederholte.“ Auf dieser Basis nutzte die innovative Firma die Auftrags-Atempause, die durch die Krise in den Besonders für Schweißen und Feinschneiden geeignet vergangenen Jahren entstanden war, um in Eigenregie eine neue Art von Anlagen zu entwickeln, die das Know-how des Sondermaschinenbauers vereint und die sich zugleich für die Serienfertigung eignen. Entstanden ist als erste mit der LV Mini eine hochflexible Laserbearbeitungsmaschine, die nur einen Quadratmeter Platz braucht – ganz gleich ob als Sitz- oder Steharbeitsplatz – und die sofort in die Produktion einsteigen kann. Sie eignet sich zur schnellen und komfortablen Bearbeitung unterschiedlichster kleiner Werkstücke mit komplexen Bauteilgeometrien oder feiner Strukturen. Ihre hochgenauen Linear- und Rotationsachsen garantieren mit Präzision und sicherer Wiederholgenauigkeit effiziente Laserbearbeitungsprozesse. Damit lassen sich kleinere und mittlere Stückzahlen kostengünstig bearbeiten. „Sie ist insbesondere für Schweiß- und Feinschneidanwendungen geeignet. Dabei lassen sich mit der LV Mini toleranzgenaue und optisch ansprechende Verbindungen und Schnitte verwirklichen“, erläuterte der Geschäftsführer. „Sie ist für mannigfaltige Produktionsanwendungen ausgelegt, gewährleistet durch flexible Konfigurationsmöglichkeiten bezüglich Produktwechsel und Teilepositionierung eine hohe Produktivität.“ Die LV Mini ist mit einer modernen SPS-/NC-Steuerung ausgerüstet und vereint Bedienung, Visualisierung und zentrale Archivierung aller Parameter des Systems. Auf diese Weise können auch kundenspezifische Erweiterungen nahtlos integriert werden. Zugleich ist eine problemlose Einbindung in die vorhandene IT-Infrastruktur des Kunden möglich. Als Laserquelle sind Geräte verschiedenster Typen wie Diodenlaser, gepulste Festkörperlaser sowie Faserlaser einsetzbar. Die Firma hat vor, die LV Mini künftig noch durch eine weitere, etwas größere Serienanlage zu ergänzen. Die erste LV Mini wurde bereits an einen Automobil-Zulieferer ausgeliefert, der sie in einer Schweißanwendung für die Elektromobilität einsetzt. Aber auch in ihren bisherigen Geschäftsbereichen – im Sondermaschinenbau und der Laserlohnfertigung – ist die Laservorm GmbH gut unterwegs. „Wir haben volle Auftragsbücher und das Vorkrisenniveau übertroffen“, schätzte der Geschäftsführer ein. In der Laser-Lohnbearbeitung ist das Unternehmen im Kundenauf- Der Sondermaschinenbauer startete mit der LV Mini in die Serienfertigung. Die erste Anlage wurde bereits an einen Automobil-Zulieferer ausgeliefert. Bild: Laservorm trag vom Einzelteil bis zur Großserie tätig. Im Einsatz sind Verfahren wie Laserhärten, Laserumschmelzen, Laserlegieren oder Laserauftragschweißen. Dazu stehen Hochleistungs-Laser zur Verfügung, die Präzisionsnähte in hoher Geschwindigkeit garantieren. Im Feinschweißbereich werden beispielsweise schlanke Nähte bis zu 0,1 Millimeter erreicht. Zugleich sind Verbindungen an schweißkritischen Materialien ausführbar. Die Bauteilgröße reicht von Mikro bis Makro. www.laservorm.com Effizienz-Navi Preis Material Energie Service Handhabung ✔ Zeit ✔ Lebensdauer Kosten senken mit Produktion Lasertechnik Filigrane Bauteile leicht geschweißt Produktion Nr. 10, 2012 Die TruLaser Station 3003 von Trumpf eignet sich nach Unternehmensangaben sehr gut für das Schweißen von filigranen Bauteilen beispielsweise in der Elektronikfertigung. Ditzingen (hi). Die Materialbearbeitung mit dem Laser eignet sich hervorragend für eine ressourceneffiziente und wirtschaftliche Fertigung. Sind Prozessparameter auf Material und Anwendung eingestellt, ist der Laserprozess äußerst stabil und reproduzierbar. Dies sorgt für eine anhaltend hohe Bear- Ein typisches Einsatzgebiet der Station 3003 ist das Punktschweißen. Bild: Trumpf beitungsqualität und Präzision bei allen Losgrößen. Die geringe thermisch-mechanische Belastung des Materials durch die punktgenaue und berührungslose Bearbeitung sorgt dafür, dass nur noch marginale Nacharbeiten notwendig sind oder diese ganz entfallen. Die Lasermaterialbearbeitung bietet Vorteile entlang der gesamten Prozesskette vom Schneiden über das Schweißen, bis hin zum Markieren fertiger Bauteile. Ein gutes Beispiel für eine flexible, wirtschaftliche und ergonomische Lösung ist das Lasersystem TruLaser Station 3003. Die TruLaser Station 3003 eignet sich sehr gut für den Einsatz in Kombination mit einem gepulsten Laser für das Schweißen temperaturempfindlicher und filigraner Bauteile beispielsweise in der Elektronikfertigung. Ein typisches Einsatzgebiet hierbei ist das Punktschweißen - Bauteile werden durch einzelne Schweißpunkte zu kompletten Baugruppen verbunden. Die Wärmeeinbringung und damit der Verzug sind hierbei sehr gering. Möglich wird dies durch die Strahlführung per Laserlichtkabel und programmierbarer Fokussieroptik. Die integrierte Scanneroptik sorgt dafür, dass weder das Werkstück noch die Optik zur Bearbeitung bewegt werden müssen. Mit Hilfe der sogenannten Burst-Funktion sind gepulste Laser noch schneller. So schweißen die TruPulse-Laser beispielsweise elektrische Kontakte an Schaltern dreimal schneller als vergleichbare gepulste Laser-Station eignet sich auch für größere Bauteile Laser ohne Burst-Funktion. Dafür überhöhen die TruPulse-Laser ihre mittlere Leistung kurzfristig und nutzen die Zeit des Werkstücktransfers zum Nachladen des Energiespeichers. Das Resultat ist eine verkürzte Schweißzeit und damit insgesamt ein verkürzter Bearbeitungszyklus. Die TruLaser-Station 3003 eignet sich aber auch für größere Bauteile. Trotz ihrer kompakten Abmessungen (860 x 2000 x 1310 mm) verfügt der Laserarbeitsplatz über einen großen Achsverfahrbereich von 300 x 300 x 500 mm. Diesen können Anwender schnell mit Werkstücken beladen. www.trumpf.com Effizienz-Navi Preis Material ✔ Energie ✔ Service Handhabung Zeit ✔ Lebensdauer Kosten senken mit Produktion Wasserstrahlschneiden Auch schwierige Schnitte möglich Produktion Nr. 10, 2012 Der Winkelschneidkopf A-Jet von Omax kann Fasenschnitte bis 60 Grad erzeugen, teilt das Unternehmen mit. Mönchengladbach (hi). Die nach eigenen Angaben durchweg zufriedenen Kunden setzen die hohe erreichbare Präzision von Omax-Wasserstrahlschneidanlagen täglich in zusätzlichen Ertrag um. Eingehende CAD-Daten werden direkt der PC-Steuerung zugeführt, wenige Maus- Klicks später schneidet die Omax mit dem Schwenkkopf die gewünschten Teile mit bestechender Präzision. Der Winkelschneidkopf A-Jet von Omax kann zusätzlich zur Winkelfehlerkompensation auch Fasenschnitte bis 60 Grad erzeugen. Der A-Jet als innovatives Zubehör für Omax-Anlagen erweitert die Anwendungsmöglichkeiten für vorhandene Nutzer erheblich. Zusätzlich können ganz neue Zielgruppen die bewährte Spitzentechnologie von Omax nutzen. Der A-Jet ist auch für die neue Basic Line Maxiem aus gleichem Hause Von den Anlagen sind nach Unternehmensangaben weltweit 2 500 installiert. Bild: Omax verfügbar. Mehr als 2 500 Omax- Anlagen sind weltweit installiert, inzwischen auch über 150 im deutschsprachigen Bereich. Viele Hochschulen und andere Ausbildungsbetriebe setzen im Bereich Wasserstrahlschneiden verstärkt auf die Omax-Technologie. www.INNOMAXag.de Effizienz-Navi Preis Material ✔ Energie Service Handhabung ✔ Zeit Lebensdauer Kosten senken mit Produktion


8. März 2012 · Nr. 10 · Produktion · Automatisierung · 23 Interview Klaus Spinnler, Senior Engineer, Fraunhofer Institute Integrated Circuits „CoaXPress ist ein prominenter Name“ Sabine Spinnarke, Produktion Nr. 10, 2012 Von der Stunde Null an verfolgt Klaus Spinnler die Entwicklung der Bildverarbeitung als Mittel der Qualitätssicherung in der Industrie. Worauf es in der modernen IBV ankommt, berichtet er Produktion. Sind deutsche Kamerahersteller führend? Im deutschen Markt für Industriekameras sind neben einigen Anbietern aus USA, Kanada und dem europäischen Ausland deutsche Anbieter stark vertreten. Sie sind auf dem Weltmarkt auf jeden Fall als wettbewerbsfähig und innovativ einzuschätzen. Der Consumermarkt allerdings wird eher von den Japanern dominiert. Was sind die typischen Merkmale des IBV-Marktes? Der Markt für Industriekameras ist komplex. Es spiegelt sich hier ein Bedarf für eine viel größere Bandbreite an unterschiedlichsten Modellen als im Consumer-Bereich. Vita Klaus Spinnler studierte Elektrotechnik an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen. Seit 1984 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der ZMI, die später in das Fraunhofer IIS übergeführt wurde. 1992 wurde er Gruppen- und Projektleiter für „Industrielle Bildverarbeitung“ am IIS. Worin unterscheiden sich die Technologien? Letztendlich zielt die industrielle Bildverarbeitung (IBV) darauf ab, am Ende der Kette Bildaufnahme, Übertragung und Auswertung Steuerinformationen für verschiedenste Aufgaben zu generieren: Teile sortieren, gut/schlecht-Unterscheidungen treffen, Maße kontrollieren – das ist der Sinn industrieller Bildverarbeitung. Wie groß ist denn der Anteil der Datenverarbeitung? Je größer die zu erfassenden Flächen und je kleiner die zu detektierenden Defekte sind, umso größer ist die resultierende Datenmenge. Die Anforderungen an die Übertragungsleistung steigen, je schneller der zu beobachtende Prozess abläuft. Die Auswertung solch großer Datenmengen in kürzester Zeit stellt eine Herausforderung an Auswerterechner und Softwarealgorithmen dar. Nicht immer ist die schnellste Kamera auch die Beste...? Für die IBV ist es unter Umständen gleichermaßen herausfordernd, eine Papierbahn zu inspizieren, die sich mit 30m/s bewegt, aber „Deutsche IBV-Hersteller sind auf jeden Fall wettbewerbsfähig und innovativ!“ Klaus Spinnler, Fraunhofer Institut Integrated Circuits. 2 m breit ist und auf stecknadelkopfgroße Löcher untersucht werden muss oder beispielsweise Behälterglas bei Produktionsgeschwindigkeiten von 300 Flaschen pro Minute auf Maßhaltigkeit zu überprüfen. Im ersten Fall müssen sehr große Flächen in kürzester Zeit auf sehr kleine, aber mit vergleichsweise einfachen Rechenverfahren zu detektierende Fehler geprüft werden. Eine sehr schnelle, hochauflösende Hochgeschwindigkeitskamera ist essentiell. Im zweiten Fall ist die zu prüfende Fläche vergleichsweise gering, aber es sind komplexe Berechnungen innerhalb kürzester Zeit erforderlich. Im Fokus steht hier die geeignete Auslegung der Rechenalgorithmen und der Auswerterechner. Worauf kommt es letztendlich an? Für die erfolgreiche Lösung einer Aufgabenstellung muss die Kette Kamera, Übertragungstechnik und Rechentechnik exakt aufeinander abgestimmt sein. Das schwächste Glied der Kette bestimmt jeweils die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems. Gibt es Grenzen in Bezug auf Geschwindigkeitsrekorde? Ähnlich wie bei der Leistungsfähigkeit von Computern ist auch bei Kameras derzeit kein Ende abzusehen. Vielleicht in einer anderen Zeitskala und Dynamik als beim PC, aber vom Prinzip lässt sich das Tempo weiter steigern. Wie steigern die Hersteller denn das Tempo ihrer Systeme? Einerseits kann die Taktfrequenz des Kamerachips selbst erhöht werden. Zum anderen arbeitet man auch bei Kameras – vergleichbar moderner Mehrkern-Prozessoren – mit Parallelisierung: die Sensorfläche des Chips wird elekt- ronisch in mehrere Felder unterteilt, die jeweils parallel ausgelesen und übertragen werden können. Diese Teilbilder werden im Rechner zur Auswertung wieder zusammengesetzt. Welcher Übertragungsstandard ist hier geeignet? Der Übertragungsstandard CameraLink erlaubt ein skalierbare Übertragungsleistung: Camera- Link spezifiziert ein Base-, Medium- und ein Full-Profil. Durch Parallelisierung ist die Verbindung anpassbar an unterschiedliche Anforderungen bei der Datenrate. Welche Standards sind im Kommen? Die Standards zur Kameraanschaltung und Bilddatenübertragung folgen der Entwicklung der Sensorchip-und Kameratechnologie, Seit etwa 2 Jahren drängen neue Standards auf den Markt. CoaX- Press ist hier ein prominenter Name, dessen Spezifikation ebenfalls skalierbare Übertragungsleistungen erlaubt. Der ältere Standard CameraLink hat im Full-Profil eine Leistungsfähigkeit von max. ca. 680 Megabyte pro Sekunde, CoaXPress bietet auf einem Kabel bereits 780 Megabyte/s, bei 4 Kanälen 3,2 Gigabyte/s das bedeutet eine Steigerung etwa um den Faktor 5. Ein nicht zu vernachlässigender Vorteil ist dabei auch die von 10m auf 100m gestiegene Übertragungslänge. Montage Flexibel und wirtschaftlich schrauben Produktion Nr. 10, 2012 Bei der Montage von Austausch- Dieselmotoren für Baumaschinen setzt Liebherr in Ettlingen ein mobiles Schraubzentrum von Atlas Copco Tools ein. Alle Daten werden automatisch dokumentiert. Essen (mg). Die Mobilbagger, Fahrzeugkrane und anderen Baumaschinen von Liebherr verrichten täglich zuverlässig Schwerstarbeit. „Unsere Geräte sind auf eine Lebensdauer von mehr als zwanzig Jahren ausgelegt“, berichtet Kurt Schöllenberger, Geschäftsführer der Liebherr-Ettlingen GmbH. „Um unseren Kunden während dieser langen Zeitspanne die anfallenden Checks an Hydraulikaggregaten, Getrieben und Dieselmotoren so einfach wie möglich zu machen, bieten wir ein mehrstufiges Austauschprogramm an.“ Die Idee: Damit Stillstandszeiten minimal bleiben und sich die erforderlichen Arbeiten in der bestmöglichen Qualität durchführen lassen, können die Betreiber bei Liebherr-Ettlingen die entsprechenden Einheiten ordern, die Checks planen und zügig durchführen. „Wir liefern jeweils die exakt zur jeweiligen Maschine passende Komponente, so dass das Gerät nur für den Austausch stillsteht und anschließend sofort wieder in den produktiven Betrieb wechseln kann.“ Aufgrund der Breite des Liebherr-Produktspektrums und der kundenindividuellen Varianz kann Liebherr die Aggregate aber nicht auf Lager halten – sie müssen vielmehr nach Auftragseingang innerhalb kurzer Zeit montiert werden. Und zwar entsprechend den Qualitätsstandards der Serienfertigung, inklusive der gleichen Gewährleistungsfristen. Da vielfach aber nicht mehr auf die Serienwerkzeuge zurückgegriffen werden kann, suchten die Ettlinger eine hochflexible Montagestation. Die fanden sie in dem mobilen Tool-Center von Atlas Copco Tools, das sich wahlweise an verschiedenen Stationen einsetzen lässt. Das ursprünglich für den Prototypenbau konzipierte Schraubzentrum liefert bereits in der Grundversion flexibel und kompakt die Technik für das prozesssichere und dokumentierte Anziehen von Schraubverbindungen mit Drehmomenten bis 700 Nm; bei Liebherr ist dazu ein Tensor-Revo-Schrauber mit der Typenbezeichnung ETP ST10-750-25 an Bord. „Das Tool-Center ist so flexibel, dass es alle anfallenden Schraubfälle abdeckt“, ergänzt Julien Beisecker, bei der Liebherr-Ettlingen GmbH als Teamleiter verantwortlich für den Bereich der Dieselmotoren-Montage. „Bei einem der größeren Motoren, einem Achtzylinder-Diesel, sind beispielsweise 74 Verschraubungen durchzufüh- ren.“ Neben den Lagern von Kurbelwelle und Pleuelstangen ist vor allem die Zylinderkopfverschraubung qualitätskritisch, da hier in vier Stufen angezogen wird – nach dem Vorspannen muss noch drei Mal jeweils um einen bestimmten Winkel weitergedreht werden. Alle Verschraubungsdaten werden in einem Arbeitsgang automatisch elektronisch erfasst und dokumentiert. „Diese Daten haben wir zwar auch schon vor Einsatz des Tool- Centers erfasst, aber der Aufwand ist nun deutlich geringer – die Montagestation damit wirtschaftlicher“, so Beisecker weiter. Die integrierten Messwertaufnehmer für Drehmoment und Drehwinkel lassen sich zudem auch für die Analyse von Schraubverbindungen einsetzen. Bei Bedarf kann Liebherr hier auch auf das Know-how der Atlas-Copco- Mitarbeiter zurückgreifen. Früher war die körperliche Belastung extrem hoch Ein Balancer trägt das Werkzeuggewicht, der integrierte Gegenhalter nimmt das Reaktionsmoment auf. Sobald die Signalleuchten Grün zeigen, ist die Schraube mit den vorgegebenen Werten prozesssicher angezogen worden. Die Flexibilität des Tool-Centers erleichterte es Liebherr-Ettlingen auch, das Angebot hinsichtlich der Austauschkomponenten kontinuierlich auszubauen. Ergänzend zum Bereitstellen einer exakt passenden Austauschkomponente kann der Kunde seit Kurzem wahlweise auch sein eigenes Aggregat aufarbeiten lassen. „Das dauert naturgemäß etwas länger“, erläutert Kurt Schöllenberger. „Aber mit einer Durchlaufzeit von fünf Tagen – inklusive Transport vom und zum Kunden – sind wir schneller als der Wettbewerb.“ Das Angebot richtet sich insbesondere an Kunden mit älteren Maschinen, bei denen sich eine neue Austauschkomponente nicht mehr rechnet. „Die Aufarbeitung der eigenen Aggregate ist in diesem Fall deutlich günstiger.“ Eingesetzt wird das Tool-Center auch zur Montage von Austausch- Gasmotoren für Blockheizkraftwerke. Da die Serienfertigung des hier zugrunde liegenden Dieselmotors bereits ausgelaufen ist, können die Ettlinger wiederum mit ihrer Flexibilität punkten und die Arbeiten ohne großen Aufwand durchführen. Bild: Atlas Copco Tools Einen Vorteil bietet das Tool- Center auch hinsichtlich der Ergonomie: Nachdem Liebherr 2007 in Ettlingen die Montage der Motoren aufgenommen hatte, wurden zunächst alle Schraubverbindungen manuell angezogen. „Bei den hohen Drehmomenten war die körperliche Belastung aber immens“, sagt Julien Beisecker abschließend. „Deshalb suchten wir nach einer Lösung, um die Arbeit zu erleichtern.“ Das Reaktionsmoment nimmt nun ein integrierter Gegenhalter auf, das Werkzeuggewicht des Tensor-Schraubers hält ein Balancer. Nach der Einarbeitung der Werker ist das Tool-Center heute aus der Fertigung bei Liebherr nicht mehr wegzudenken. www.atlascopco.de


24 · Automatisierung · Produktion · 8. März 2012 · Nr. 10 Stromversorgung Langlebige und hitzeresistente DC-Stromversorgung sichert Betrieb USV von Bicker Elektronik in IP67: Zahlreiche Schutzfunktionen gewährleisten Betriebssicherheit. Bild: Bicker Produktion Nr. 10, 2012 Robuste unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) von Bicker Elektronik in IP67 für einen erweiterten Temperaturbereich. Donauwörth (sp). Die neue DC- USV UPSI-2402-IP-CY wurde für den Einsatz unter extremen Bedingungen im Innen- und Außenbereich entwickelt. Das hochwertige Aluminiumgehäuse enthält die komplette DC-USV-Elektronik und die besonders langlebigen Cyclon- Batteriepacks, welche einen weiten Betriebstemperaturbereich von -30 bis +70 °C erlauben. Die DC- USV ist staub- und wasserdicht nach Schutzart IP67. Die µC-gesteuerte UPSI-2402- IP-CY ist für eine Eingangsspannung von 24 VDC (22,5 bis 30 V) bei 5 A ausgelegt. Ihre Ausgangsspannung liegt im Normalbetrieb ca. 0,5 V unterhalb der Eingangsspan- nung. Im Batteriebetrieb stellen die wartungsfreien Cyclon-Batterien eine Ausgangsspannung von ca. 29…19 VDC zur Verfügung. Je nach angeschlossener Last ermöglicht die UPSI-2402-IP-CY hierbei Überbrückungszeiten von bis zu 1,75 Stunden. Eine Reboot-Funktion kann den angeschlossenen PC bereits nach zehn Sekunden wieder automatisch starten. Die neue DC-USV verfügt neben einer kontinuierliche Batterieüber- wachung zusätzlich über einen Lastsensor und eine Timerfunktion zur definierten Abschaltung der DC-USV. Im abgedichteten Aluminiumgehäuse verhindert ein Druckausgleichselement mit Membranfolie die Entstehung von Kondenswasser. www.bicker.de Effizienz-Navi Preis Material Energie Service Handhabung Zeit Lebensdauer ✔ Kosten senken mit Produktion Einbauflansch jetzt auch mit LED Produktion Nr. 10, 2012 Conec erweitert die Produktfamilie der Einbauflansche um eine weitere Version – mit LED. Flanschkupplung von Conec in der Baugröße M12x1 mit Leuchtdiode für die Signalanzeige. Bild: Conec Lippstadt (sp). Conec stellt ihren Kunden ein umfangreiches Lieferprogramm an Einbauflanschen unterschiedlichster Baugrößen, Bauformen und Anschlussarten zur Verfügung. Wählbar sind die Größen M12x1, M8x1, 7/8“. Flansche mit Litze, Printkontakten oder angespritzter Leitung in Frontoder Hinterwandmontage, mit PG9- oder M16x1.5-Gewinde. Versionen für direkte Leiterplattenmontage in axialer und abgewinkelter Ausführung sowie Kontaktträger für die SMT-Verarbeitung runden das Programm ab. Neu im Programm: eine Flanschkupplung der Baugröße M12x1 mit Leuchtdiode für die Signalanzeige. Dieser Flansch steht in einer 3-poligen Ausführung als Frontmontage mit Litze und M16x1,5-Anschlussgewinde zur Verfügung. www.conec.com CC-Link Slave als DIL-32-Modul Produktion Nr. 10, 2012 Jahre Fachmedien für die Industrie: Das sind rund . veröffentlichte Ausgaben mit einer Gesamtauflage von mehr als Millionen Exemplaren, . redaktionelle Seiten und . Anzeigenseiten. Wir bedanken uns bei allen Lesern, Anzeigenkunden, Agenturen und Dienstleistern für die langjährige Treue und gute Zusammenarbeit. Vertrauen Sie auch künftig auf die Fachmedien des verlag moderne industrie. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen! Hattersheim (sp). Hilscher hat seine Produktreihe der DIL-32- basierten Kommunikations-ICs durch die CC-Link Slave Version NIC 10-CCS erweitert. Das CC-Link-V2.0- konforme Modul kann wahlweise als Remote I/O oder Remote Device Station betrieben werden. Kompakte Feldgeräte können einfach und kostengünstig in ein CC-Link-Netzwerk integriert werden. Mittels etabliertem ModbusRTU-Protokoll werden Nutzdaten über eine serielle Schnittstelle an den Host-Prozessor übergeben. Wahlweise kann das netIC auch E/A-Daten einsammeln und direkt in das übergeordnete Netzwerk ein-speisen. de.hilscher.com mi_60_Jahre_198x280.indd 1 13.02.2012 12:53:39


8. März 2012 · Nr. 10 · Produktion · Praxis · 25 Wabenlager Produktionsfläche und Attraktivität gewonnen Produktion Nr. 10, 2012 Fischer Elektronik hat in Hanglage ein 17 m hohes automatisches Hochregal-Wabenlager der Friedrich Remmert GmbH in Betrieb genommen, das LED-Leuchten in Firmen- oder Kundenfarben erstrahlen lässt. Löhne (rm). Das raumsparende und komplett luftdichte Wabenlager in Silobauweise dient bei konstanter Luftfeuchtigkeit zur Bevorratung von Aluminium-Profilen. Da die Gehäusebranche sehr designorientiert ist und Fischer zahlreiche Kunden aus der Lichtindustrie hat, wollte der Kühlkörper- und Gehäusehersteller das Automatiklager ansprechend präsentieren. Besonderheiten des Wabenlagers sind neben der variablen LED- Beleuchtung die Silobauweise in steiler Hanglage und die kontrollierte Luftfeuchtigkeit. Sie verhindert insbesondere im Frühjahr und im Herbst, dass bei der Einlagerung der Profile Kondenswasser entsteht, das deren Oberfläche beschädigen würde. Um Produktionsfläche zu gewinnen, wurde das Wabenlager auf knapp 504 m² Fläche mit einer dach- und wandtragenden Konstruktion außerhalb der Fertigungshalle errichtet. Zwölf Auslagerstationen verbinden das externe Langgutlager durch eine Öffnung direkt mit der zweistöckigen Produktionshalle und den zwölf Sägemaschinen. Luftdichte Tore an jeder Sägestation verhindern dabei das Entstehen von Kondenswasser am Material. Um das Hochregallager integrieren zu können, mussten eine komplette Hallenwand entfernt und zuvor 350 t Material und die zwölf Sägen im laufenden Betrieb in ein dafür angemietetes Gebäude umgelagert werden. Remmert gelang es laut Fischer, die Montage und Inbetriebnahme des Lagers gut in die Arbeitsabläufe zu integrieren und die Beeinträchtigung der Produktion auf ein Minimum zu beschränken. Dazu wurden beispielsweise alle Kabel vorkonfektioniert, so dass sie zeitsparend mittels Stecksystem eingefügt werden konnten. Außerdem übernahm Remmert die Einlagerung der Kassetten in das Lager. Die Lagergrundfläche verminderte sich im Vergleich zur bisherigen Lösung um 60 % und es wurden rund 1 500 m² Produktionsfläche hinzu gewonnen. Die Zeitersparnis bei der Materialhandhabung soll bei mehr als 75 % liegen. Die bestehenden zwölf Sägen schlossen die Automationsexperten von Remmert auf zwei Ebenen an das Lager an. Zudem gibt es nun eine auf die individuellen Anforderungen von Fischer zugeschnittene Einlagerstation sowie maßgeschneiderte Kassetten und integrierte Schnellwechsler für eine effiziente Materialhandhabung. Bisher lagerte der Mittelständler seine Aluminiumprofile aufrecht stehend in Stahlkonstruktionen innerhalb der Fertigungshalle und verbrauchte damit wertvolle Produktionsfläche. Zudem war die manuelle Entnahme der Profile zeit- sowie personal- Light Show Mit einer LED-Beleuchtung hat Remmert das Wabenlager für Fischer Elektronik attraktiv gemacht und auch darüber hinaus für Effektivität gesorgt: ▶▶ Wabenlagersystem in Silobauweise ▶▶ 2 100 Kassetten à 1,5 t Traglast ▶▶ Lagergröße 41 x 12,3 x 17 m (L x B x H) ▶▶ Regalbediengerät ▶▶ Lagerverwaltungssystem ▶▶ Schnittstelle zum Host-System ▶▶ Anbindung an zwölf Sägen Durch die Integration dieses Wabenlagers konnte die Lagergrundfläche im Vergleich zur bisherigen Lösung um 60 % vermindert werden und bei der Materialhandhabung wird mehr als 75 % Zeit eingespart. Bild: Friedrich Remmert GmbH intensiv und führte gelegentlich zu Beschädigungen am Rohmaterial, so Fischer. Das neue Wabenlager besteht aus einer Regalgasse mit insgesamt 2 100 Kassetten, die eine Traglast von jeweils 1,5 t haben. Im Einsatz ist ein Regalbediengerät mit zwei Lastenaufnahmemitteln, das bis zu 50 Doppelspiele pro Stunde leistet. Entsprechend den Maximalmaßen der Aluminiumprofile sind die verwendeten Lagerkassetten 3,6 m lang. Die Auslagerstationen sind teilweise mit Schnellwechslern ausgestattet, so dass pro Station mehrere Kassetten gleichzeitig bereitgestellt werden können. Auf diese Weise soll auch bei kleinlosigen Bearbeitungsaufträgen eine hohe Maschinenauslastung möglich sein, verspricht Remmert. Über eine Schnittstelle kommuniziert die eingesetzte Lagerverwaltungs-Software Pro WMS Enterprise direkt mit dem Host-System Ikias 3.0 von DTM und erhält so alle notwendigen Informationen zu den Bearbeitungsprozessen. Eine besondere Herausforderung bei diesem Projekt war laut Remmert die aufwändig gestaltete Einlagerstation. Sie beinhaltet eine integrierte Schnellwechselfunktion mit Querverfahrwagen, so dass – beispielsweise für die Qualitätskontrolle – mehrere Kassetten gleichzeitig in der Einlagerstation vorgepuffert werden können. Die Aluminium-Profile werden in Paketen angeliefert und mittels Gabelstapler oder Deckenkran in eine Auspackvorrichtung gelegt. Auf diese Weise können die Fischer- Mitarbeiter das Verpackungsmaterial der Profile ohne großen Aufwand entfernen. www.remmert.de Effizienz-Navi Preis Material ✔ Energie Service Handhabung ✔ Zeit ✔ Lebensdauer Kosten senken mit Produktion Richten und Kalibrieren Gussteile horizontal und vertikal in Form gebracht Produktion Nr. 10, 2012 Die niederländische Wachsausschmelz-Gießerei Cirex setzt zum rationellen Richten und Kalibrieren von Gussteilen 4-Säulen-Pressensysteme der Tox Pressotechnik GmbH ein. Weingarten (rm). Das Wachsausschmelzverfahren kommt vor allem für die Produktion aufwändig geformter und schwieriger Bauteile zur Anwendung. Wegen relativ geringer Werkzeugkosten rechnet sich dies laut Cirex bereits ab kleineren Stückzahlen. Bei diesem Verfahren wird das Modell zuerst in Wachs gegossen, wobei die Wachsmodell-Fertigung für größere Serien auch mittels Spritzgießen erfolgen kann, und dann mit einer keramischen Schicht quasi versiegelt. Anschließend kommen die Gießformen in den Autoklaven. Dort schmilzt das Wachs und übrig bleiben die keramischen Formen, die in einem weiteren Ofen einem Sinter-/ Backprozess unterzogen werden. Nun wird in die Keramikmodelle das entsprechend verflüssigte Metall eingegossen. Nach dem Abkühlen schlägt man die Keramikschicht ab und übrig bleiben die konturund formnahen Gussteile. Mit dem Wachsausschmelzverfahren ist es möglich, eine große Gestaltungsfreiheit und trotzdem Der Werkzeugeinbauraum von 430 mm zwischen den Säulen beinhaltet eine Basisaufnahme für Gusswerkstücke, die hier sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Achse gerichtet und kalibriert werden können eine hohe Teilegenauigkeit zu erzielen. Realisierbar sind Toleranzen im Bereich von wenigen Zehntel Millimetern und reproduzierbar genaue Teile. Dabei handelt es sich bei Cirex hauptsächlich um anspruchsvolle Automotive-Serienbauteile für die Bereiche Kraftstoffpumpen-Gehäuse, Cabrioverdeck-Schließmechanik und Motorkomponenten. Obwohl das Wachsausschmelzverfahren dünnwandige sowie exakte Werkstücke möglich macht, müssen die Gussteile oftmals nachgearbeitet werden. Dies erfolgt durch Richten/Kalibrieren und Bild: Tox Pressotechnik GmbH & Co. KG Oberflächen-Finish. Nachdem bereits ein entsprechendes zuverlässig und präzise arbeitendes Pressensystem von Tox vorhanden war, jedoch die Zyklus-Zeiten voll ausgereizt waren und mehr Kapazität benötigt wurde, entschied man sich für eine weitere Investition. Zudem wollte Cirex mit der neuen Presse sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Achse richten, was vorher in zwei getrennten Prozessstufen erfolgte und folglich zeitaufwändig war. Die Wahl fiel auf eine 4-Säulen- Presse der Baureihe MAG. Diese Pressen sind durch eine gleichmäßige Belastungsverteilung über die gesamte Aufspannfläche sowie eine geringe symmetrische Aufbiegung auch unter Hochlast gekennzeichnet, so Tox. Der installierte Pressentyp MAG 050 hat einen Werkzeugeinbauraum von 430 mm Länge und ist mit einem Kraftpaket-Antriebszylinder S 75 mit 300 mm Gesamthub ausgerüstet, davon 20 mm Krafthub. Der Antrieb leistet zum vertikalen Richten/Kalibrieren bis zu 493 kN Presskraft. Zum horizontalen Richten/Kalibrieren ist eine pneumohydraulische KT-Antriebseinheit vorhanden, bestehend aus 2-Achsen-Richten Aus Kapazitäts- und Rationalisierungsgründen hat die Gießerei Cirex in ein weiteres 4-Säulen-Pressensystem von Tox Pressotechnik investiert: ▶▶ Richten horiziontal und vertikal ▶▶ Zeiteinsparung ▶▶ Gleichmäßige Belastungsverteilung ▶▶ Geringe symmetrische Aufbiegung ▶▶ Werkzeug-Einbauraum 430 mm ▶▶ Gesamthub 300 mm ▶▶ Presskraft 493 kN ▶▶ Flexible Steuerung ▶▶ Speicher für Richtprogramme zwei Hydraulikzylindern, die über einen Druckübersetzer ES angetrieben werden. Diese kompakte Kombination stellt Presskräfte bis 300 kN bei einem Hub von insgesamt 150 mm bereit. Die Presskräfte von insgesamt 500 kN in vertikaler und 300 kN in horizontaler Richtung sowie die Hübe eignen sich laut Cirex optimal für den dortigen Bedarf und beinhalten noch Reserven für zukünftige Richt- und Kalibrieraufgaben. Die Steuerung ist so konzipiert, dass die Abläufe zum Einen manuell/halbautomatisch oder auch automatisch erfolgen und dass zum Anderen mehrere Prüfprozesse für verschiedene Werkstücke hinterlegt und bei Bedarf erneut abgerufen werden können. Jedenfalls hat Cirex nach eigener Aussage mit dem neuen Pressen- und Antriebskonzept eine deutliche Produktivitätssteigerung und einen Flexibilitätszuwachs erzielt. Die Zykluszeiten wurden stark verkürzt, weil die Presse anders angesteuert wird. Außerdem kann man nun der Steuerung den Zyklusablauf vorgeben: erst horizontal richten und dann vertikal oder umgekehrt, oder nur vertikal oder horizontal ausrichten. Umstellen per Knopfdruck. www.tox-de.com Effizienz-Navi Preis Material Energie Service Handhabung ✔ Zeit ✔ Lebensdauer Kosten senken mit Produktion


26 · Energie-Effizienz · Produktion · 8. März 2012 · Nr. 10 Interview BLue Competence Balance zwischen Ökologie und Ökonomie Michaela Neuner, Produktion Nr. 10, 2012 Markus Asch will den Maschinen- und Anlagenbau an die Spitze der Nachhaltigkeitsbewegung bringen. Seit Januar ist er Sprecher von ‚Blue Competence‘, der Nachhaltigkeits-Initiative des VDMA. Herr Asch, Sie sind seit Januar der neue Sprecher von ‚Blue Competence’. Warum braucht der deutsche Maschinenbau eine Initiative wie diese? Das Thema Energie- und Ressourcen-Effizienz mit all seinen Zusammenhängen wird immer wichtiger. Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist hier sehr gut aufgestellt und übernimmt als bedeutender Industriesektor eine Führungsrolle. Dazu kommt, dass er sehr stark von mittelständischen Unternehmen geprägt ist, für die Nachhaltigkeit schon lang ein Grundprinzip ihres Wirtschaftens ist. Genau dieses nachhaltige Denken wollen wir der Öffentlichkeit und der Politik auf nationaler und europäischer Ebene präsentieren. mentaren Themen Ökologie, Ökonomie und gesellschaftliche Verantwortung. Dementsprechend ganzheitlich sollte der Begriff betrachtet werden. So wird ein Hersteller, der seinen Schwerpunkt nur auf den Aspekt Umwelt legt, langfristig scheitern. Wie viel Nachhaltigkeit muss sein? Ich sehe nachhaltiges Handeln nicht als Modeerscheinung, sondern als unternehmerische Notwendigkeit und Verpflichtung. Es dient nicht der kurzfristigen Optimierung der Gewinne, es geht um die zukunftsorientierte Ausrichtung des Unternehmens. Am Ende wird sich derjenige durchsetzen, der nachhaltig wirtschaftet. „Nachhaltigkeit ist immer unternehmerisch sinnvoll.“ Markus Asch, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Alfred Kärcher GmbH, Winnenden. Bild: Kärcher Was genau verstehen Sie unter Nachhaltigkeit? Nachhaltigkeit ist für mich die sinnvolle Balance der drei ele- Vita Markus Asch... ... wurde 2007 in die Geschäftsführung der Alfred Kärcher GmbH berufen, ist seit 2010 Vorstand des VDMA-Fachverbands Reinigungssysteme und seit April 2011 Präsident des europäischen Branchenverbandes EUnited Cleaning. Bei Kärcher betreut Asch die Sparte Professional Products. Wer kann Mitglied der VDMA- Nachhaltigkeits-Initiative ‚Blue Competence’ werden? Mitglied können sowohl VDMA- Mitglieder als auch andere Organisationen im Bereich Maschinen- und Anlagenbau werden. Uns ist es ein Anliegen, dass die Initiative so breit wie möglich aufgestellt ist. Entscheidend ist, dass die Mitglieder klar definierte Voraussetzungen erfüllen und sich entsprechend dieses Kriterienkatalogs verhalten. Welche Kriterien wären das zum Beispiel? Beispielsweise sollten die Konstruktionsrichtlinien Nachhaltigkeitskriterien beinhalten, die alle Lebensphasen des Produkts betrachten. Ein weiterer Punkt bezieht sich auf die Service-Qualität: Bin ich in der Lage, meinem Kunden eine fachgerechte Beratung für einen energieeffizienten Alltagsgebrauch des Produkts zu bieten? Sehr wichtig ist darüber hinaus ein Managementsystem, das Nachhaltigkeitsziele – neben den sonst üblichen – in allen Unternehmensbereichen vorgibt. Derzeit beteiligen sich rund 130 – zum Teil recht unterschiedliche – Unternehmen sowie 28 Verbände und Organisationen an ‚Blue Competence’. Was ist der gemeinsame Nenner? Alle Mitglieder haben als gemeinsame Basis denselben Kriterienkatalog akzeptiert. Ich betone, dass wir die vorhandenen Unterschiede nicht aufheben, sondern daraus Synergien generieren möchten, indem wir voneinander lernen. Unsere Themen sind ähnlich, unsere Herangehensweise ist unterschiedlich – ob es nun um effiziente Antriebe, Recycling oder eine ressourcenschonende Fertigung geht. Was ist das nächste Etappenziel von ‚Blue Competence’? Die Aufgaben und Ziele detaillierter in den einzelnen Fachbereichen zu betrachten. Ein Schwerpunkt wird in diesem Zu- sammenhang auf den Produkten liegen. Wir wollen sicherstellen, dass hier auf keinen Fall ‚Greenwashing’ passiert, sondern dass nachhaltig gearbeitet wird. Weshalb ‚Blue Competence’ und nicht ‚Green Competence? Ist Blau das bessere Grün? Grün ist nur einer der drei Aspekte von Nachhaltigkeit. Wenn es um das Thema als Ganzes geht, hat sich die Farbe Blau als farbliche Visualisierung durchgesetzt – und der Kern von ‚Blue Competence‘ liegt in der ganzheitlichen Betrachtung von Ökonomie, Ökologie und gesellschaftlicher Verantwortung. www.bluecompetence.net Energie-Spar-Tipp vom Praktiker Kleine Düse, große Wirkung Gerhard Linke Produktion Nr. 10, 2012 Druckluftspardüsen gehören zwar eigentlich auf Druckluftpistolen. Sie können aber auch Druckluft an Gewindeschneideautomaten gezielter und damit sparsamer dosieren. Detmold (mn). Druckluft ist ein Medium, das es in sich hat: Als eines der großen Effizienz-Potenziale ist es ein wichtiger Punkt auf der Agenda effektiven Energie-Managements. Viele Ratgeber zeigen, welche Energie- und Kostenverschwendung Leckagen verursachen und wie diese zu beheben sind. Daneben lässt sich der Einsatz von Druckluft an Anlagen und Maschinen effizient auf den Prüfstand stellen. Ein kleines Beispiel ist der Einsatz von Druckluftspardüsen, die man auch von Druckluftpistolen kennt. Das Weidmüller Energieteam gab diesen Düsen einen neuen Einsatz. Es montierte sie von den Druckluftpistolen ab und probierte sie aus an druckluftbetriebenen Gewindeschneidautomaten, die sich schon einige Jahre im Einsatz befinden. Ergebnis: 30 % Druckluftersparnis – in absoluten Zahlen sind das 26 500 Kilowattstunden pro Jahr, die wir mit den ummontierten Druckluftdüsen einsparen. Die Investition hatte sich schon nach weniger als einem Jahr rentiert. Noch befindet sich die Druckluft regulierende Technologie beim Weidmüller-Energiemanagement in der Testphase – wenn diese erfolgreich ist, wird weiter investiert, um am Ende wieder Energie und Ressourcen zu sparen und die Produktion noch nachhaltiger zu gestalten. www.weidmueller.de Gerhard Linke, Umweltmanagementbeauftragter bei Weidmüller, montierte Druckluftspardüsen für Druckluftpistolen auf druckluftbetriebene Gewindeschneideautomaten und spart so mehr als 26 000 kWh im Jahr. Bild: Weidmüller Produkt der Woche Mit Hochdruck in die Effizienzklasse Produktion Nr. 10, 2012 Besonders energieeffiziente Hochdruckkreiselpumpe, u. a. für industrielle Umwälzanlagen, Prozesswasser oder Kühlwasser- Kreisläufe. Bild: Wilo Dortmund (mn). Die neue Pumpen-Baureihe ‚Helix Excel‘ von Wilo wird erstmals von stromsparenden EC-Motoren angetrieben. Dadurch erreichen die neuen Hochdruckkreiselpumpen nach Angaben des Herstellers Motorwirkungsgrade, die über den Grenzwert der künftig besten Effizienzklasse IE4 hinausgehen. Gegenüber einer ungeregelten Standardpumpe lassen sich mit der ‚Wilo- Helix Excel‘ bei bestimmten Anwendungen bis zu 70 % Strom einsparen. Einsatzbereiche der Pumpe sind Wasserversorgung, Druckerhöhung, industrielle Umwälzanlagen, Prozesswasser, Kühlwasser-Kreisläufe, Waschanlagen und Bewässerungssysteme. Alle Modelle der Serie ‚Wilo- Helix‘ verfügen über eine besonders effiziente Hydraulik. Im Zusammenspiel mit der EC-Motorentechnologie erzielen sie so besonders hohe Gesamtwirkungsgrade. Durch die integrierten Frequenzumformer für die Leistungsregelung lassen sich die Pumpen an Veränderungen im Leistungsbedarf der versorgten Systeme anpassen, was zusätzlich Energie einspart. Die Konstruktion der gesamten ‚Wilo-Helix‘-Baureihe ist auf hohe Robustheit und Langlebigkeit ausgelegt. So wird beispielsweise für Laufräder und Stufen hochwertiger und korrosionsresistenter Edelstahl vom Typ 1.4307 oder 1.4404 verwendet. www.wilo.de


8. März 2012 · Nr. 10 · Produktion · Management · 27 Modularer Querbaukasten Alle Volumenmodelle auf einer Linie fertigen Gunnar Knüpffer Produktion Nr. 10, 2012 Das neue Konzept modularer Querbaukasten des Volkswagen- Konzerns sieht eine einheitliche Einbaulage für alle Motoren vor. Damit wird die Zahl der Motorund Getriebevarianten um 90 % reduziert. Wolfsburg. Volkswagen führt eine Fahrzeugarchitektur ein, die die Produktion von unterschiedlichen Volumenmodellen auf derselben Linie ermöglicht. Diese flexible Fahrzeugarchitektur ist ein Bestandteil des modularen Querbaukastens (MQB). Sie sieht vor, dass konzeptbestimmende Abmessungen wie Radstände, Spurbeiten, Rädergröße und Sitzposition im Konzern abgestimmt und variabel sind. Andere Abmessungen wie der Abstand der Pedalerie zur Radmitte sollen immer gleich sein und somit eine einheitliche Vorderwagensystematik ermöglichen. Der MQB erstreckt sich über die so genannten Segmente A0 bis B. Bei Volkswagen sind das zum Beispiel die Modelle Polo, Beetle, Golf, Scirocco, Jetta, Touran, Sharan, Passat und der Volkswagen CC. All diese Modelle sollen künftig trotz unterschiedlicher Radstände und Fertigung bei Volkswagen: Nach Einführung des modularen Querbaukastens sollen alle Volumenmodelle auf einer Linie produziert werden können. Bild: Volkswagen Spurbreiten auf derselben Fertigungslinie gebaut werden können. Auch will es Volkswagen möglich machen, dass Modelle verschiedener Marken, die auf der MBQ-Architektur basieren, gemeinsam produziert werden. Die ersten neuen Fahrzeuge auf Basis des Modularen Querbaukastens sollen der Nachfolger des Audi A3 und der nächste Golf sein. Auffällig bei dem Konzept ist die einheitliche Einbaulage aller Motoren. Diese wird zum einen durch den integrierten modularen Ottomotorbaukasten (MOB) und den modularen Dieselmotorbaukasten bestimmt. Als Resultat wird der Volkswagen-Konzern die Zahl der Motor- und Getriebe-Varianten im MQB-System durch die neuen Aggegrate-Familien um rund 90 % reduzieren. Beim MQB sollen neben konventionellen Verbrennungsmotoren auch alle gängigen alternativen Antriebe in identischer Lage ohne Einschränkungen eingebaut werden können, von Erdgas- über Hybridversionen bis hin zum rein elektrischen Antrieb. Diese elektrische Variante im Bereich des MQB hat Volkswagen mit dem Golf blue-e-motion für das Jahr 2013 angekündigt. Mit dem MQB erhofft sich Volkswagen, langfristig weltweit mehr Volumen- und Nischenmodelle zu wettbewerbsfähigen Kosten herstellen zu können, individuell zugeschnitten auf die Erfordernisse unterschiedlicher Märkte wie Europa, China und Amerika, aber auch auf Schwellenländer wie Indien. Gleichzeitig senkt Volkswagen mit der Einführung des MQB das Gewicht seiner Fahrzeuge, um damit den Verbrauch zu reduzieren und die Umwelt zu schützen. Außerdem führt der Konzern bei den betroffenen Segmenten 20 Innovationen auf den Gebieten Sicherheit und Infotainment ein, die bisher höheren Fahrzeugsegmenten vorbehalten waren. Dazu gehört eine neue Multikollisionsbremse, die hilft, durch eine automatisch eingeleitete Bremsung nach dem ersten Aufprall die Intensität weiterer Unfälle zu mindern. Der ADAC zeichnete das System mit dem gelben Engel für Innovationen aus. Serienmäßig wird Volkswagen die Multikollisionsbremse in die nächste Audi-A3- und Golf-Generation einbauen. Der MQB unter Federführung der Marke Volkswagen ergänzt den von Audi entwickelten modularen Längsbaukasten (MLB), den modularen Standardantriebsbaukasten (MSB) mit Porsche als Kompetenzzentrum und die New Small Family mit dem Volkswagen up!, Seat Mii und Skoda Citigo als kompakteste Fahrzeugbaureihe. Fazit: Mit dem MQB setzt Volkswagen Maßstäbe in der Automobilindustrie bezüglich Flexibilität, Kosteneinsparungen und Individualisierung. Das Prinzip dürfte bald kopiert werden. Steuerhinterziehung Freiheitsstrafe ab 1 Mio Euro Produktion Nr. 10, 2012 Wer mehr als 1 Mio Euro Steuern hinterzieht, muss damit rechnen, dass dies in der Regel mit einer Freiheitsstrafe geahndet wird. Das entschied der BGH. Worms (gk). Das Landgericht Augsburg hatte einen Angeklagten wegen Steuerhinterziehung in zwei Fällen – insgesamt wurden mehr als 1,1 Mio Euro hinterzogen – zu zwei Jahren Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt und deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt. Dieses Urteil hat der BGH auf die mit dem Ziel höherer Bestrafung eingelegte Revision der Staatsanwaltschaft im Strafausspruch aufgehoben und die Sache zu erneuter Verhandlung an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen. Darauf verweist Jürgen Möthrath, Präsident des VdSRV-Verband deutscher Strafrechts-Anwälte und Strafverteidiger. Das Landgericht hat zwar in beiden Fällen einen besonders schweren Fall der Steu- erhinterziehung angenommen. Die Strafzumessung des Landgerichts weist aber durchgreifende Rechtsfehler zu Gunsten des Angeklagten auf. Das Ausbleiben strafschärfender Umstände wurde mildernd berücksichtigt. Gewichtige Strafzumessungsgesichtspunkte blieben bei der Strafzumessung außer Betracht. Die Urteilsgründe lassen befürchten, die Strafkammer habe sich rechtsfehlerhaft bei der Einzelstrafbildung von der Möglichkeit einer Strafaussetzung zur Bewährung leiten lassen. Nach der gesetzgeberischen Wertung zur Steuerhinterziehung im großen Ausmaß kommt eine aussetzungsfähige Freiheitsstrafe nur bei Vorliegen besonders gewichtiger Milderungsgründe noch in Betracht; solche hat das Landgericht nicht ausreichend dargetan. Damit bekräftigte der BGH seine Auffassung, dass bei einer Steuerhinterziehung von mehr als einer Mio Euro der Angeklagte in der Regel die Freiheitsstrafe auch zu verbüßen hat und diese nicht zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Wer mehr als eine Mio Euro Steuern hinterzieht, der muss mit einer Freiheitsstrafe rechnen. Bild: Fotolia Finanzierung Größte Dünnschichtmodulanlage Gunnar Knüpffer Produktion Nr. 10, 2012 Neben dem Solarpark Turnow I finanziert die Norddeutsche Landesbank auch den angrenzenden Park. Damit will die Bank ihre Position im Bereich erneuerbare Energien unterstreichen. Cottbus. Die weltweit größte zusammenhängende Dünnschichtmodul-Anlage bei Turnow nahe Cottbus ist von der Norddeutschen Landesbank finanziert worden. Die Nord/LB hatte zuletzt auch die Projektfinanzierung für den Solarpark „Turnow II“ in der Gemeinde Turnow-Preilack übernommen. Dabei war die Einbindung des Folgeprojekts in die bereits bestehende Parkinfrastruktur im Rahmen des Due-Dilligence- Prozesses eine der größten Herausforderungen. Verantwortlich für die Strukturierung der Finanzierung war das Structured Finance Team der Norddeutschen Landesbank. Mit Turnow II entstand auf einer Fläche von 70 Fußballfeldern, rund 50 Hektar, ein Photovoltaik- Kraftwerk mit einer Leistung von über 18 Megawatt. Der Solarpark wurde mit circa 230 000 Dünnschichtmodulen des Herstellers First Solar GmbH sowie 24 Zentralwechselrichtern der SMA Technology AG ausgestattet. Turnow II soll jährlich circa 18,2 Mio Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom liefern. Die Norddeutsche Landesbank finanziert die weltweit größte zusammenhängende Dünnschichtmodul-Anlage bei Cottbus. Bild: Nord LB Die Juwi Solar GmbH im rheinland-pfälzischen Wörrstadt verantwortet als Generalunternehmer Planung, Logistik, Bauleitung und Errichtung und wird die Anlage als Betriebsführer langfristig betreiben. Das Projekt umfasst ein Gesamtinvestitionsvolumen von circa 37 Mio Euro. Für den Fremdkapitalanteil wird ein Darlehen der KfW- Förderbank sowie ein langfristiges Schuldscheindarlehen der Umweltbank verwendet. Die STAWAG Energie GmbH stellt als Investor das Eigenkapital zur Verfügung. Bereits im Jahr 2009 hatte die Norddeutsche Landesbank auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz „Lieberoser Heide“ den un- mittelbar angrenzenden Solarpark „Turnow I“ mit finanziert. Tunow II und Turnow I bilden mit einer Gesamtleistung von über 70 Megawatt nach Angaben der Nord/LB die weltweit gößte zusammenhängende Dünnschichtmodul-Anlage. „Wir freuen uns, unseren Kunden nach der Finanzierung von Turnow I auch bei der Folgeinvestition als verlässlicher Partner zur Verfügung zu stehen“, sagte Eckhard Forst, Vorstandsmitglied der Norddeutschen Landesbank. Mit der Finanzierung dieses Projekts stelle die Nord/LB abermals ihre Kompetenz und „Führungsrolle im Bereich der erneuerbaren Energien unter Beweis“.


28 · Management · Produktion · 8. März 2012 · Nr. 10 Online-F&E-Scanning Maschinenbau beweist positive Fehlerkultur Susanne Drexl-Wittbecker Produktion Nr. 10, 2012 Erste Bilanz des Online-F&E-Scanning der Unternehmensberatung ROI und der Fachzeitung Produktion unter www.produktion.de: Die Auswertung belegt, dass in allen Branchen durchaus Potenziale für Verbesserungen in der Forschung und Entwicklung vorhanden sind. München (ilk). Über einen Zeitraum von rund vier Monaten hinweg konnten Unternehmen mit dem Online-F&E-Scanning den Reifegrad und die Effizienz ihrer F&E-Abteilung auf den Prüfstand stellen. Zahlreiche Entscheider unterschiedlicher Branchen haben von dem kostenfreien Angebot Gebrauch gemacht und sich erste Impulse für Verbesserungen geholt. ROI hat mit dem F&E-Scanning eine Methode zur strukturierten Analyse des Status Quo einer Entwicklungsabteilung entwickelt. Die Untersuchung arbeitet nach einer Reifegradsystematik und ist in sechs Bereiche unterteilt: F&E- Strategie, Produkte, Projekte, Prozesse und Methoden, Organisation, Führung und Kultur. Aus dieser Methode ist das Online-Tool entstanden, das die Leser der Fachzeitung Produktion und des Online- Newsletters in den letzten Monaten kostenfrei testen konnten. Ein umfassendes, individuelles F&E- Scanning erfordert jedoch eine mehrtägige Analyse im betreffenden Unternehmen. Die Teilnehmer des Online-F&E- Scanning kamen aus den Branchen Automotive, Maschinen- und Anlagenbau, Geräte/Apparate/Werkzeuge, Elektro/Elektronik/Software. Die F&E-Abteilungen der Automotive-Branche haben im Schnitt am besten abgeschnitten. Das bedingt sich vor allem durch die in der Automobilbranche üblichen klaren APQP-Vorgaben. APQP (Advanced Product Quality Planning) ist eine Methodik standardisierter Werkzeuge, die in erster Linie der präventiven Fehlervermeidung und kontinuierlichen Verbesserung folgt. Somit werden schon in der Entwicklung wichtige Grundlagen des Unternehmenserfolges gelegt. Das zeigt sich in der Online-Auswertung auch deutlich darin, dass der ‚Reifegrad‘ der Automotive-Entwicklungsabteilungen im Schnitt eine Stufe über der der anderen Branchen lag. Betrachtet man die Ergebnisse etwas genauer, sieht man, dass Susanne Drexl-Wittbecker, F&E-Spezialistin bei ROI: Automotive schnitt von allen Branchen erwartungsgemäß am besten ab. Bild: ROI die Branchenkenner insbesondere gute Werte vergeben für die Ausrichtung auf Kernkompetenzen, die Standardisierung von Produkten und Komponenten, die Meilensteinerreichung und -einhaltung sowie die Qualifikation und den Wissenstransfer. Teilweise fällt bei einer Überprüfung der Realitäten in der Automobilindustrie jedoch auf, dass das Eigenbild im Bereich ‚Standardisierung‘ häufig sehr optimistisch eingeschätzt wird, dort aber noch versteckte Potenziale zu heben sind. Maschinenbau: Potenziale in Sachen Standardisierung Nachholbedarf bescheinigt sich die Branche bei den Themen Produktkostenmanagement, Multi- Projektmanagement, Standardisierung von Prozessen und fließende bzw. störungsfreie Aufgabenabwicklung. Auch diese Bereiche sind typische Felder, die Externe immer wieder im Automotive-Umfeld identifizieren. So lassen sich durch die Einführung eines durchgängigen Produktkostenmanagements Kosten sparen. Die Auswertung der Antworten aus den Branchen Maschinen- und Anlagenbau belegt, dass bei Kleinund Einzelfertigung das Lernen aus Fehlern ein zentraler Bestandteil ist. Die Qualifikation der Mitarbeiter, der Einsatz von Meilensteinen und eine echte Fehlerkultur sind zumeist die starken Seiten der F&E- Abteilungen. Verbesserungspotenziale ergeben sich in der Analyse in den Bereichen Produkt-Standardisierung, Projekt-Priorisierung, der Effizienz im Projektablauf sowie bei standardisierten Entwicklungsprozessen und einer wertstromorientierten Organisation. Trotz des Projektgeschäftes im Maschinen- und Anlagenbau bedingen die gewachsenen und wenig an veränderte Märkte angepassten Strukturen die genannten Schwächen. Häufig fehlen Standards auf Modul-, Baugruppen- und Einzelteilebene, so dass bereits bestehende Lösungen wiederholt in ähnlicher Weise entwickelt und qualifiziert werden müssen. Und diese Doppelarbeit mündet dann in Engpässe und Priorisierungsprobleme in der Entwicklung. Deutliche Defizite bei Entwicklungsstrategien Das Online-Scanning weist vergleichbare Ergebnisse und Verbesserungsansätze für die Geräte-, Apparate- und Werkzeugindustrie auf wie für den Maschinen und Anlagenbau. Ein Thema sticht jedoch heraus, das gerade am Entwicklungsstandort Deutschland riskant ist – ein sehr geringer Reifegrad in der Erstellung einer tragfähigen Entwicklungsstrategie. Das Fehlen einer solchen F&E-Strategie ist jedoch kritisch, da von ihr das zukünftige Produktportfolio, der zielgerichtete Ressourceneinsatz und die effizientesten Prozesse und Strukturen abgeleitet werden sollten. Treffen Sie die Besten! auf dem Kongress zum Wettbewerb 2011 vom 21. und 22. März 2012 in Dresden Keynote: Prof. Dr.-Ing. Werner Neubauer, Markenvorstand der VW AG Jubiläumsveranstaltung 20 Jahre „Die Fabrik des Jahres/GEO“ Die Sieger 2011 Die Fabrik des Jahres Volkswagen Sachsen GmbH – Motorenwerk Chemnitz Deutscher GEO-Award Elster GmbH – Werk Lotte Hervorragende Standortentwicklung Bahlsen GmbH & Co. KG – Werk Barsinghausen Hervorragende Montage Wolf GmbH Heizung - Klima - Lüftung - Solar – Werk Mainburg Hervorragendes Qualitätsmanagement Infineon Technologies AG – Werk Warstein Hervorragendes Veränderungsmanagement Siemens AG Healthcare Sektor - Components and Vacuum Technology – Werk Kemnath Hervorragende Produktion in EU-Beitrittsländern PAS POLSKA Sp. Z.o.o. – Werk Opalenica www.fabrik-des-jahres.de Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie Sponsor: Aussteller: +PRO_FDJ_12_249x183_neu.indd 1 17.02.12 12:19


8. März 2012 · Nr. 10 · Produktion · Initiative Pro Standort Deutschland · 29 Eine Initiative der Zeitung Produktion Deutschland ist besser als sein Ruf. Die Initiative „PRO Standort Deutschland“ setzt sich für Erhalt, Stärkung und Ausbau des Industriestandortes Deutschland ein. Haben Sie auch Interesse? Mehr Infos bei Bettina Fischer, Tel.-Nr. 0 81 91/125-844.


30 · Initiative Pro Standort Deutschland · Produktion · 8. März 2012 · Nr. 10 A Division of Watts Water Technologies Inc. www.wattsindustries.de Wo Sie im Vergleich zum Wettbewerb stehen? Finden Sie es doch heraus! http://www.produktion-benchmark.de Technik und Wirtschaft für die deutsche Industrie verlag moderne industrie GmbH Justus-von-Liebig-Str. Landsberg Tel. /- Fax /- www.mi-verlag.de


8. März 2012 · Nr. 10 · Produktion · Office Tools · 31 Technische Details Bis zu 4 800 RIT Auflösung Für ein monatliches Druckvolumen von bis zu 100 000 Seiten AcuBrite-Tonertechnologie Geschwindigkeit von bis zu 30 Seiten/Min Unterstützt PDL (PCL6- und PS3- Emulationen), IPv6 und 802.1x und Gigabit-Ethernet Preis: 1883,00 Euro Kontakt: www.epsonl.de Hohe Druckeistung bei niedrigem Stromverbrauch Epson stellt seine neue Druckerserie AcuLaser C9300N vor. Das Gerät sei für Unternehmen gedacht, die bei der Wahl eines DIN-A3-Farb- oder Schwarzweißlaserdruckers auf Leistung und Effizienz bedacht sind. Die Serie biete mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 Seiten pro Minute eine hohe Druckleistung. Der Drucker verarbeitet Formate von DIN A6 bis DIN A3, so der Hersteller. Er ist mit dem Energy-Star-Zertifikat für geringen Stromverbrauch ausgezeichnet. Technische Details Abmessungen: 99,9 mm x 59 mm x 25,7 mm Gewicht: ca. 166 g (inkl. Akku und Speicherkarte) Effektivpixel: 16,1 Megapixel Interner Speicher: 52,2 MB Stromversorgung: wiederaufladbarer Lithium-Ionen-Akku Preis: 279,00 Euro, erhältlich ab April 2012 Kontakt: www.www.casio-europe. com/de Hohe Bildqualität bei allen Bedingungen Casio stellt die Kamera EX-ZR20 aus der Reihe Exilim vor. Sie verfügt laut Hersteller über 25 mm Weitwinkel und 8-fach optischen Zoom. Durch Casios Premium AUTO PRO Technologie kombiniert sie mehrere Aufnahmen, die mit der automatisch im Hintergrund ablaufenden Highspeed-Serienbildfunktion aufgenommen wurden, den Aufnahmebedingungen entsprechend. So soll die Bildqualität in schwierigen Situationen wie Gegenlicht, bei Nacht und mit Zoom verbessert werden. Technische Details Display: 10,1 Zoll Betriebssystem: Android 4.0 Speicherplatz: 8 Gb kapazitives Multitouch- Display Anschlüsse: USB 2.0, miniHDMI Preis: 269,00 Euro Kontakt: www.konstant. de/pressefach/coby/ fantastischen-fuenf 3-D-Fernseher mit Internetzugang Philips kündigt die neue Smart LED-TV 8000er-Serie an, welche gute Bildqualität in 2D und 3D sowie eine hohe Benutzerfreundlichkeit vereinen soll. Dank der integrierten WiFi-Funktionalität wird der Fernseher laut Hersteller Teil eines drahtlosen Netzwerkes und bietet dadurch einen Zugang in das Internet. Für Telefongespräche oder Bildtelefonie steht Skype zur Verfügung. Das Modell bietet eine Konvertierung von 2D hin zu 3D, durch die alle beliebigen 2D-Inhalte in Echtzeit eine dreidimensionale Tiefenwirkung erhalten würden, so Philips. Der gewünschte 3-D-Effekt soll dadurch erreicht werden, dass aktive Shutter-Brillen verwendet werden. Guter Sound mit Fernsteuerung Hama stellt sein neues aktives Lautsprechersystem für Computer, Note-und Netbooks vor, den White Orca. Das 2.1-Subwoofer- System überzeuge mit seinem Klang. Dabei sorgt die Dual Driver Technology für ein klares Klangbild und satten Sound, so der Hersteller. Durch die Kabelfernbedienung lassen sich Lautstärke und Bass einstellen. Technische Details Bildschirmgrößen: 40 Zoll/46 Zoll/55 Zoll Display: 16:9 Full HD LCD-TV mit 1920 x 1080 Pixel Audio: 2 x 20 Watt (RMS), Surround, Soundstage Anschlüsse: 5 x HDMI, 3 x USB, WiFi, Ethernet LAN, CI+, EasyLink (HDMI- CEC), DLNA Gerätetiefe: 29 mm erhältlich ab April 2012 Kontakt: www.philips.de Fotos in Laborqualität unterwegs drucken Für Fotoprints in Laborqualität stellt Canon mit dem neuen SEL- PHY CP810 einen Compact Photo Printer für zu Hause oder auch unterwegs vor. In weniger als einer Minute sei ein hochwertiger Fotoprint im Postkartenformat erstellt. Aufgrund seiner Konstruktion ist der Fotodrucker auch mobil einsetzbar, so Canon. Er hat ein 2,7 Zoll großes verstellbares Farb- LC-Display für die Bildvorschau. Die Menüführung sei in 13 Sprachen einstellbar. Technische Details Abmessungen: 178 mm x 127 mm x 60,5 mm Gewicht: ca. 810 g Auflösung: 300 x 300 dpi Papierzufuhr automatisch aus Papierkassette 3-Farbband mit Schutzschicht, 256 Stufen pro Farbe (Farbtiefe 24 Bit) Preis: 109,00 Euro, erhältlich ab Mai 2012 Kontakt: www.canon.de Technische Details Abmessungen: 8,8 cm x14,2 cm x 9,5 cm Anschluss: 3,5-mm-Klinkenstecker Impedanz: 8 Ohm RMS-Leistung: 18 Sinusleistung Lautsprecher/ Subwoofer: 6 W/12 W Preis: 49,99 Euro Kontakt: www.hama.de Tablet für ruckelfreie Videos Auf der CeBIT 2012 präsentiert Coby Electronics sein neues Tablet Kyrus MID1045-8 vor. Neben dem Betriebssystem Android 4.0 ist das Gerät laut Hersteller mit einem 1 Gb großen Arbeitsspeicher, dem 1 GHz ARM Cortex A8 Prozessor, einem MicroSD-Kartenslot für die Speichererweiterung auf bis zu 32 GB und einem Mini-HDMI-Port für eine hochauflösende Videoausgabe, ausgestattet. Durch den großen Arbeitsspeicher und den Prozessor lassen sich Videos ruckelfrei abspielen oder per HDMI-Out auf den Fernseher übertragen, so Coby. Dilbert DER SICHERHEITSPREIS GEHT AN TED FÜ R F Ü NF JAHRE UNFALLFREIES ARBEITEN. DANKE FÜ R DIESEN PREIS. OHNE PREISE G Ä BE ES KEINEN ANREIZ, VERLETZUNGEN ZU VERMEIDEN. Dilbert for ever! Das Buch „Dilbert und die Stunde des Wiesels“ (350 S., € 19,90,-) ist erschienen bei Redline Wirtschaft im verlag moderne industrie, Landsberg. Zu bestellen unter Fax: 08191/125- 293; www.redline-wirtschaft.de Impressum Redaktion (08191-125-310) Chefredakteur: Eduard Altmann (verantwortlich) E-Mail: redaktion@produktion.de Redaktion (Print und Online): Susanne Bader (ba) -812, Klaus Hiemer (hi) -359, Maren Kalkowsky (kk) -696, Gunnar Knüpffer (gk) -107, Annika Mentgen (mg) -493, Sebastian Moser (sm) -443, Dietmar Poll (pd) -695, Sabine Spinnarke (sp) -445, Claus Wilk (ilk) -329 Sekretariat: Tel. 08191/125-310, -442, -370, -303 Fax: 08191/125-312 E-Mail: sekretariat@produktion.de Internet: www.produktion.de Content Manager Online: Andreas Karius (ks) -839 Anzeigen (08191-125-370) Anzeigenleitung: Michael Klotz -167 Anzeigenverkauf: Klaus Peter Egger -497, Erich Elster -816, Bettina Fischer -844, Verena Förg -366, Christina Karge -224, Bernadette Kraus -231, Gerald Zasche -337 E-Mail: anzeigen@produktion.de Anzeigenverwaltung: Renate Guggemos -323 E-Mail: anzeigenverwaltung@produktion.de Verlag (08191-125-0) Geschäftsführung: Fabian Müller Verlagsleitung: Stefan Waldeisen Leitung Online-Dienste: Gerhard Brauckmann -478 Vertrieb: Stefanie Ganser Leitung Vertriebsadministration: Annette Tabel -348 Leser-Service: E-Mail: leserservice@mi-verlag.de, Tel.: 06123/9238-257, Fax: 06123/9238-258 Abonnement-Service: E-Mail: aboservice@mi-verlag.de, Tel.: 06123/9238-257, Fax: 06123/9238-258 Leitung Zentrale Herstellung: Hermann Weixler -344 Leitung Herstellung Fachzeitschriften: Horst Althammer Art Director: Jürgen Claus Herstellung/Layout: Andrea de Paly, Carmen Lauter, Druck: westermann druck GmbH, Braunschweig Erscheinungsweise: wöchentlich, 50. Jahrgang ISSN: 0344-6166 Anschrift für Verlag, verantwortlichen Redakteur und verantwortlichen Anzeigenleiter: verlag moderne industrie GmbH 86895 Landsberg; Tel.: 08191/125-0, Fax: 08191/125-444 E-Mail: journals@mi-verlag.de Internet: www.mi-fachzeitschriften.de Handelsregister-Nr./Amtsgericht: HRB 22121 Augsburg Bedingungen für Anzeigen, Vertrieb und Redaktion: Anzeigentarif nach Preisliste Nr. 51 gültig seit 1. 10. 2011 Jahresabonnement: Inland Euro 99,80 , Ausland Euro 104,00 , (jeweils inkl. Versandkosten). Einzelpreis Euro 2,80 zuzüglich Versandksten. Der Studenten rabatt beträgt 35%. Kündigungsfrist: Jederzeit mit einer Frist von 4 Wochen zum Monatsende. Nachdruck, Übersetzung und Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung. Für zugesandte Manuskripte, Bildmaterial und Zuschriften wird keinerlei Gewähr übernommen; für die vollständige oder teilweise Veröffent lichung in der Zeitschrift, die Verwertung in digitalisierter Form im Wege der Vervielfältigung und Verbreitung z. B. auf CD-ROM oder Internet wird das Einverständnis vorausgesetzt. Bankverbindungen: Sparkasse Landsberg BLZ 70052060, Konto-Nr. 37754 Postbank München BLZ 70010080, Konto-Nr. 78613-801 Erfüllungsort und Gerichtsstand ist München. Mitglied der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Ver breitung von Werbeträgern e.V. Italien: Casiraghi Pubblicità Internazionale Via Cardano 81, 22100 Como Tel. 0039 031 261407, Fax 031 261380 E-Mail: info@casiraghi.info Datenschutz: Ihre Angaben werden von uns für die Vertragsabwicklung und für interne Marktforschung gespeichert, verarbeitet und genutzt und um von uns und per Post von unseren Kooperationspartnern über Produkte und Dienstleistungen informiert zu werden. 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32 · Wirtschaftsfakten · Produktion · 8. März 2012 · Nr. 10 Maschinenbau-Aktien-indeX Aktien-analyse Ölpreis diktiert die Diskussion Harald Rehmet, Senior Analyst der LBBW. Stuttgart (ilk). Der kräftige Anstieg der Ölpreise rückt in den Fokus der Anleger. Damit nehmen die Sorgen um die als labil eingeschätzte Konjunkturentwicklung wieder zu. Gleichwohl konnte der DAX unter stärkeren Schwankungen im Wochenverlauf um 1,9 % zulegen. Demgegenüber blieb der Maschinenbau-Aktien-indeX von Produktion und LBBW mit -0,3 % hinter dem Niveau der Vorwoche zurück. Dies ist weniger dem Minus von 6 % bei den Januar-Auftragseingängen der Maschinenbauer zuzuschreiben, das primär dem hohen Vorjahresniveau geschuldet war. Dagegen zeigten einzelne Aktien hohe Kursverluste. Auslöser dafür waren nicht nur die Jahresergebnisse für 2011, sondern enttäuschende Aussichten für 2012 wie bei Nordex (-12,1 %) oder bei Aixtron (-11,1 %). Beim Wochengewinner Dürr (+5,8 %) waren nicht nur höhere Kursziele von Analysten ausschlaggebend, sondern auch die Chance in den MDAX aufzusteigen. Ölpreis: Bald über 600 Euro? Quelle: Destatis © Produktion Landsberg (ilk). Jeder merkt es beim Tanken: Benzin und Diesel erleichtern die Geldbörse gerade ziemlich heftig. Die Weltwirtschaft stöhnt unter dem hohen Ölpreis. Insgesamt nähre das hohe Niveau die Sorge um bremsende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, sagen die Händler an der Wallstreet. Die Inflationsrate in Deutschland wurde im Februar durch den teuren Rohstoff wieder in die Höhe getrieben. Zum Vormonat Januar zogen die Preise um 0,7 % an. Dow Jones Maschinenbau-Aktien-indeX vs DAX 440 420 400 380 360 340 320 300 280 260 .. .. Hang Seng M A M J J A S O N D J F Maschinenbau-Aktien-indeX Name .. .. .. .. .. .. .. .. Indexmitglied Euro Stoxx TecDax Kurs (eur) 23.02. .. .. .. .. Maschinenbau- Aktien-indeX DAX 30 Kurs (eur) 01.03. .. .. Wochen performance (in %) .. .. .. .. 1 Jahr Quelle: Datastream, LBBW Research, Produktion Bemerkung: Es handelt sich hierbei um XETRA-Schlusskurse vom vergangenen Donnerstag. Stammdaten zum Index: Anzahl der Werte: 30, Startpunkt 1.1.2000, Startwert 100, Indexart: Preisindex, Gewichtung: Gleichgewichtung; Werte die nach dem 1.1.2000 notiert sind: Bauer, Centrotherm Phto., Nordex, Wacker Neuson, Wincor Nixdorf, Deutsche Beteiligungen, MTU Aero Engines sowie Schaltbau Holding. 440 420 400 380 360 340 320 300 280 260 Marktkapitalisierung (in Mio.) AIXTRON (XET) TecDAX 12,99 11,55 -11,1% 1176 BAUER (XET) SDAX 26,00 25,15 -3,3% 431 CENTROTHERM PHTO. (XET) TecDAX 13,78 13,86 0,6% 293 DEUTSCHE BET. (XET) SDAX 17,48 17,24 -1,3% 236 DEUTZ (XET) MDAX 5,55 5,53 -0,5% 668 DUERR (XET) SDAX 43,89 46,42 5,8% 803 GEA GROUP (XET) MDAX 25,37 25,49 0,5% 4684 GESCO (XET) SDAX 68,90 69,10 0,3% 209 GILDEMEISTER (XET) MDAX 12,17 12,13 -0,3% 730 HEIDELBERGER DRUCK (XET) MDAX 1,42 1,36 -4,3% 319 JENOPTIK (XET) TecDAX 5,68 5,68 0,0% 325 JUNGHEINRICH PFS. (XET) SDAX 25,90 26,68 3,0% 427 KOENIG & BAUER (XET) SDAX 11,97 12,25 2,3% 202 KRONES (XET) MDAX 43,19 42,98 -0,5% 1358 KUKA (XET) MDAX 17,21 16,92 -1,7% 574 MAN (XET) DAX 85,43 87,36 2,3% 12316 MTU AERO ENGINES (XET) HLDG. MDAX 56,85 57,44 1,0% 2987 NORDEX (XET) TecDAX 5,05 4,44 -12,1% 327 NORMA GROUP (XET) SDAX 18,18 19,00 4,5% 605 PFEIFFER VACUUM (XET) TECH. TecDAX 81,23 80,82 -0,5% 798 RATIONAL (XET) MDAX 178,65 178,50 -0,1% 2030 SALZGITTER (XET) MDAX 45,47 46,26 1,7% 2780 SCHALTBAU HOLDING (XET) SDAX 77,69 78,49 1,0% 161 SIEMENS (XET) DAX 74,75 75,44 0,9% 68967 SINGULUS TECHS. (XET) TecDAX 2,86 2,65 -7,2% 130 SUESS MICROTEC (XET) TecDAX 9,50 10,04 5,7% 191 THYSSENKRUPP (XET) DAX 20,31 20,41 0,5% 10501 VOSSLOH (XET) MDAX 79,41 79,11 -0,4% 1054 WACKER NEUSON (XET) SDAX 12,73 13,28 4,3% 931 WINCOR NIXDORF (XET) MDAX 40,83 40,77 -0,1% 1349 Energie & Rohstoffe Entwicklung Ölpreis / Barrel (159 l) 114,38 .. .. .. .. Seltene Erden: EU will Rohstoffschätze heben Brüssel (ilk). Laut Pressebericht will die EU angesichts der wachsenden Rohstoff-Knappheit die Gewinnung Seltener Erden in Europa vorantreiben. Im Boden der EU-Staaten lagerten nicht ausgeschöpfte Mineralien im Wert von rund 100 Mrd Euro, erklärte EU-Industriekommissar Antonio Tajani laut dem österreichischen ‚Standard‘. Auch die rund 17 Kilogramm Elektroschrott, die pro Kopf im Jahr anfallen, könnten noch besser verwertet werden. Rohstoffpreise Aluminium je Tonne: 2328,20 $ Kupfer je Tonne: 8575,00 $ Gold je Feinunze: 1710,70 $ Silber je Feinunze: 34,72 $ Nickel je Tonne: 14691,02 € Zinn je Tonne: 17946,60 € € 1,31 $ € 65,67 Rupie € 107,22 Yen € 38,65 Rubel € 8,32 Yuan € 4,12 Zloty € 0,83 £ € 289,88 Forint 123,89 .. Umrechnungskurse Konjunktur und Märkte Japans Industrie steigert Ausstoß im Januar Tokio (DJ/ilk). Die japanische Industrie hat ihren Ausstoß zu Beginn des Jahres stärker als erwartet gesteigert. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Industrie und Handel mitteilte, erhöhte sich die Produktion im Januar zum Vormonat um 2 %. Die Steigerung geht auf den höheren Absatz von Autos und Telekommunikationstechnik zurück. Geldmarkt Kredithürde: Niedrigstand Claus Wilk Produktion Nr. 10, 2012 Branchenbarometer Asien Quelle: Germany Trade and Invest, Bonn Wirtschaftsentwicklung BIP 2011 BIP 2012 Land (reale Veränd. geg. Vorjahr in %) Australien 2,0 2,7 VR China 9,3 9,1 Hongkong, SVR 5,0 3,5 Indien 8,5 7,0 Indonesien 6,5 6,2 Japan 0,3 1,8 Korea (Rep.) 3,6 3,4 Malaysia 4,5 5,0 Philippinen 3,7 4,2 Singapur 5,0 2,0 Taiwan 4,0 4,0 Thailand 1,5 4,0 Vietnam 5,8 7,0 Euro-Wirtschaftsstimmung hellt sich weiter auf Brüssel (DJ/ilk). Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich im Februar den zweiten Monat in Folge aufgehellt. Der von der Europäischen Kommission veröffentlichte Sammelindex stieg auf 94,4 Punkte. Für die gesamte Europäische Union (EU) wurde für den Indikator ein Anstieg auf 93,9 Punkte von zuvor 92,8 ausgewiesen. München. Die Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft hat im Februar erneut nachgegeben. 21,1 % der befragten Unternehmen bewerten die Kreditvergabepraxis der Banken als restriktiv. Das sind noch einmal 1,7 Prozentpunkte weniger als im Januar. Damit ist die Kredithürde auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung in 2003 gefallen. Die Unternehmen in Deutschland haben derzeit einen außerordentlich guten Zugang zu Bankkrediten. Mit der Finanzkrise hat sich das anlagesuchende Sparkapital der Deutschen neu orientiert. Es strebt nicht mehr ins Ausland, sondern sucht wieder die inländische Anlage. Das ist zur Zeit der wichtigste Treiber des deutschen Wirtschaftswachstums. Im verarbeitenden Gewerbe ist die Kredithürde für große Unternehmen um 1,4 % auf 19,7 % und für kleine Unternehmen um 2,1 Prozentpunkte auf 22,5 % gesunken. Bei den mittelgroßen Betrieben ist der Anteil der ‚Restriktiv‘-Antworten unverändert bei 18,1 %. Marktpotenzial Chemie Für die Ausrüster der chemischen Industrie stehen laut GTAI in Asien alle Ampeln auf Grün. Allen voran treibt China die Investitionen in die Höhe. Weiter im Fokus: Indien und Vietnam mit jeweils 7 % Wachstum. Andere Märkte wie Indonesien und Malaysia gewinnen hinzu. Chinas Industrie erhöht die Schlagzahl © Produktion Peking (DJ/ilk). Die chinesische Industrie hat im Februar ihre Wachstumsdynamik erhöht. Der Einkaufsmanagerindex der China Federation of Logistics and Purchasing kletterte auf 51,0 Punkte. „Der weitere Anstieg zeigt, dass die Wirtschaft auf dem Weg zu einer stabilen Verfassung ist“, erklärte CFLP-Analyst Zhang Liqun.

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