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PROFESSIONELL TIPPS ZUM SCANNEN

SCANS WIE AUS

DEM FOTOLABOR

Automatik aus! Überlassen Sie die Wahl der richtigen Einstellung

nicht der Software, sondern entscheiden Sie selbst. Nur so gelingen

Scans von Filmen und Fotoabzügen in bester Qualität.

Selbst Profi-Fotografen, die immer noch auf Filmmaterial

[ : ] schwören, wissen die Vorteile der digitalen Dunkelkammer

zu schätzen. Am Computer können sie Kontrast und Belichtung

per Mausklick korrigieren und Schönheitsmakel einfach wegstempeln.

Doch vorher müssen die Abzüge, Dias und Negative

digitalisiert werden, und zwar in höchster Qualität.

CHIP FOTO-VIDEO digital hat die besten Scan-Tipps zusammengetragen.

Wir zeigen, wie Sie Schärfe und Farben des analogen

Filmmaterials optimieren, wie Sie den Scanner richtig reinigen und

wie Sie obendrein Zeit sparen. Unsere Tipps gelten für Film- und

Flachbettscanner. Letztere sind auf Aufsichtvorlagen ausgelegt, digi -

talisieren aber in Kombination mit einer Durchlichteinheit auch

Durchsichtvorlagen. Wer ausschließlich Negative und Dias scannt,

ist jedoch mit einem Filmscanner am besten beraten. In diese

Gerä te ist ein Autofokus eingebaut, der die Schärfe jeder Vorlage

neu einstellt. Damit erhalten Sie ein noch besseres Ergebnis.

: Zeit sparen durch die richtige Auflösung

Um Vorlagen möglichst gut und zugleich schnell zu digitalisieren,

sollten Sie immer die physikalische Auflösung des Scanners einstellen

– oder eine Auflösung, die sich durch Teilen der pysikalischen

Auflösung mit einer ganzen Zahl ergibt. Ein Beispiel: Wenn der

Scanner eine physikalische Auflösung von 2.400 x 2.400 ppi (Pixel

per Inch) unterstützt, dann können die Vorlagen mit 2.400, 1.200

und 600 ppi digitalisiert werden. Bei einer Einstellung von 1.200

ppi scannt das Gerät nur jede zweite Zeile, während des Einlesens

fasst er zwei benachbarte Bildpunkte zusammen. So wird der

Scan-Schlitten optimal in Doppelschritten fortbewegt.

Wenn Sie bei einem solchen Gerät stattdessen eine Auflösung

von 1.300 ppi einstellen würden, müsste der Scan-Schlitten in

Zwischenschritten fortbewegt werden, und auch die Verrechnung

der Bildpunkte wäre sehr viel aufwendiger. Dann könnten Sie auch

gleich mit 2.400 ppi digitalisieren, was mit einem schnellen Computer

nicht länger dauern würde. Überlassen Sie das Kleinrechnen

des Bildes also besser einem guten Bildbearbeitungs-Programm,

mit dem Sie auch die Bildqualität kontrollieren können.

: Weshalb sich der Vorscan nicht zur Korrektur eignet

Der Vorscan erfasst Vorlagen nur mit etwa 100 ppi. Im Gegensatz

zum Feinscan berücksichtigt das Gerät also nicht alle Informationen,

sondern lässt Scanzeilen einfach aus. Die Folge: Farbe und

Helligkeit des Bildes sollten Sie nicht mit dem Histogramm des

Scan-Programms justieren, denn es enthält nicht alle Informationen.

Kurz gesagt: Sie können dem Vorscan nicht vertrauen.

Scannen Sie das Bild lieber mit höherer Auflösung als benötigt

und mit möglichst hoher Farbtiefe (etwa 48 Bit). Die endgültigen

Korrekturen finden anschließend im Bildbearbeitungs-Programm

statt – denn nur hier liegen alle Bildinformationen vor.

: Scanner, Fotos und Filme reinigen

Staub ist eines der lästigsten Probleme beim Digitalisieren. Deshalb

lohnt es sich immer, vorab Fotos und vor allem Filme zu reinigen.

Säubern Sie jedoch niemals die Vorlage mit Antistatik-Tüchern,

denn diese hinterlassen eine Schicht. Und ein Luftpinsel ist

bereits nach ein paar Tagen Benutzung verschmutzt. Verwenden

Scan-Auflösung:

Ein Scanner mit

einer Auflösung

von 2.400 ppi

scannt bei 800 ppi

nur jede dritte

Bildzeile und fasst

die Informationen

von drei CCD-Elementen

in einer

Zeile zusammen.

Hoch aufgelöste

Scans sind also

entschieden farbgenauer.

2.400 PPI 800 PPI

zusammengefasste

Pixel

zusammengefasste

Zeilen

NÜTZLICHES ZUBEHÖR


Das dickflüssige Montage-Gel (1) gleicht Kratzer aus.

Zum Reinigen von Fotos, Filmen und Scanner eignen

sich Antistatik-Tücher (2) und Staubpinsel (4). Mit speziellen

Reinigungstüchern (100 Stück etwa 15 Euro) säubern

Sie Scanner und Dias (3). Staubpinsel (4) reduzieren

die Gefahr, dass Vorlagen beim Reinigen verkratzen.

Der Drum Cleaner (5) ist ein Reiniger speziell für die

Abtastwalzen des Scanners. Ein Antistatik-Handschuh (6)

vermeidet Aufladung und Fingerabdrücke.

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Sie stattdessen spezielle Antistatik-Bürsten, zum Beispiel von Kinetronics

(www.kinotronics.de; Preis: rund 11 Euro). Sie nehmen

Staub auf und leiten statische Aufladung ab. Ein weiterer Vorteil:

Sie können die Antistatik-Bürsten mit dem Staubsauger oder einem

rückstandsfreien Shampoo säubern.

Eine andere Variante ist die Reinigung mit Druckluft oder einem

kleinen Kompressor, wie er auch in der Airbrush-Malerei benutzt

wird. Wenn die Verschmutzung sehr hartnäckig ist und die Kombination

aus Antistatik-Bürste und Druckluft nichts nützt, gibt es

nur noch eine Möglichkeit: Reinigen Sie die Vorlage mit speziellem

Film-Cleaner auf Benzin-Basis, oder notfalls mit Reinigungsbenzin.

Da das Benzin in wenigen Sekunden trocknet, kann man sofort

beurteilen, ob ein weiteres feuchtes Säubern notwendig ist.

: Helligkeit und Farbe professionell abgleichen

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Verlassen Sie sich nicht auf die automatische Helligkeitskorrektur

der Scan-Software. Keines der automatischen Verfahren zur Berechnung

von Schwarzpunkt (dunkelster Punkt im Bild), Weißpunkt

(hellster Punkt im Bild) und Gradation (Helligkeitsverteilung) lässt

sich für jede Vorlage einsetzen. Das gilt vor allem für tendenziell

zu helle Bilder, wie zum Beispiel ein Ei auf einem Porzellanteller.

Probleme treten aber auch bei durchweg dunklen Motiven auf,

etwa bei Nachtaufnahmen.

Wenn Sie die Helligkeit ganz genau justieren möchten, sollten

Sie einen Stufengraukeil mitscannen oder zumindest eine Vorlage,

auf der ein weißes, ein mittelgraues und ein schwarzes Feld abgedruckt

ist. Diese Referenz ermöglicht Ihnen die genaue Einstellung

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PROFESSIONELL TIPPS ZUM SCANNEN

Feste Bezugspunkte: Ein mit eingescannter Graukeil gibt feste

Bezugspunkte für die Farbkorrektur. Hier wird eine Gradationskurve

zur Helligkeitsanpassung eines Tintenstrahldruckers (Verlaufsgraukeil

oben) an Fotoabzüge (Stufengraukeil unten) erstellt.

von Schwarz-, Weiß- und Graupunkt. Besonders einfach gelingt

das mit Hilfe der Pipetten im Gradationskurven- oder Tonwertkorrektur-Fenster

von Photoshop: Klicken Sie zuerst mit der Schwarz-

Pipette auf das schwarze Feld, dann mit der Weiß-Pipette auf das

weiße Feld und zuletzt mit der Grau-Pipette auf das mittelgraue

Feld. Damit haben Sie – unabhängig vom eingelesenen Bild – die

wichtigsten drei Helligkeitswerte festgelegt.

: Scans im Bildbearbeitungsprogramm schärfen

Beim digitalen Einlesen von gedruckten Bildern geht Schärfe verloren,

deshalb müssen die Scans scharfgezeichnet werden. Benutzen

Sie dazu nicht das Scan-Programm, sondern eine hochwertige

Bildbearbeitungs-Software. Der Filter »unscharf Maskieren« eignet

sich besonders gut zur Korrektur: Stellen Sie den Scharfzeichnungsradius

auf einen Wert unter einem Pixel und tasten Sie sich

langsam an die gewünschte Scharfzeichnung heran. Ein optimales

Ergebnis darf bei einer Anzeigegröße von 100 Prozent keine hellen

Ränder an kontrastreichen Kanten aufweisen.

Ein echtes Profi-Tool ist der Nik Sharpener Pro 2.0 (www.nik

multimedia.com; Preis: ab 170 Dollar). Der Scharfzeichnungsfilter

berücksichtigt unter anderem, wie und von welchem Drucker

Sie das Bild ausdrucken möchten: Der Filter kennt unterschiedliche

Druckertypen verschiedener Hersteller und Ausgabetechniken

wie Thermosublimation- und Tintenstrahldruck.

: Verkratzte Filme in Öl scannen

Verkratztes Filmmaterial lässt sich durch einen Trick retten: Montieren

Sie die Negative einfach „nass“ mit ein paar Tropfen Paraffinöl.

Diese Technik wird eigentlich bei Trommelscannern eingesetzt,

aber es funktioniert auch mit Flachbett-Scannern.

Die Ölschicht erfüllt gleich mehrere Zwecke: Zum einen verfüllt

sie Kratzer und gleicht Unebenheiten auf der Filmschicht aus. Zum

anderen verhindert sie konzentrische Newton-Ringe, wie sie durch

Luftblasen entstehen: Diese wirken wie kleine Linsen, die das

Licht brechen. Allerdings müssen Film und Scanner anschließend

sorgfältig gereinigt werden. Um das Öl abzustreifen, können Sie

Kosmetiktücher in Kombination mit Reinigungsbenzin benutzen.

Besser sind natürlich spezielle Reinigungstücher. Scan-Öle, dickflüssige

Scan-Gele (150 ml etwa 16 Euro) und Reinigungsflüssigkeiten

erhalten Sie im grafischen Fachhandel oder bei Anbietern wie dem

Scanner Drum Service in Norderstedt (www.sds-gmbh.com).

: Schwarz-Weiß im Farbmodus scannen

Scannen in Schwarz-Weiß ist eine technische und handwerkliche

Herausforderung. Da die Farbe fehlt, fallen bereits geringste Helligkeitsabweichungen

deutlich auf. Die sicherlich einfachste und

schnellste Methode, monochrome Bilder und Filme zu digitalisieren,

ist das Scannen im Schwarz-Weiß-Modus. Das Scan-Programm

erfasst dabei nur die Helligkeitsinformationen eines einzigen

Farbkanals, meist des grünen. Durch die geringere Farbtiefe

geht jedoch eine Vielzahl an Bildinformationen verloren.

Wer Wert auf bestmögliche Qualität legt, sollte auch schwarzweiße

Vorlagen im Farbmodus (RBG) scannen und die höchste

Auflösung einstellen. Überlassen Sie dem Bildbearbeitungs-Programm

die Umwandlung in ein Graustufen-Bild. Die Software fasst

die Informationen der Farbkanäle Rot, Grün und Blau zusammen,

dadurch ist das resultierende Schwarz-Weiß-Bild deutlich besser

als ein direkter Schwarz-Weiß-Scan.

: Software als Staub-Killer

Fusseln unter dem Vorlagenglas können Sie mit einem Software-

Trick korrigieren: Legen Sie dazu die Vorlage bündig an eine der

kurzen Seiten des Vorlagenglases. Nach dem ersten Scan verschieben

Sie die Vorlage ein wenig, legen sie wieder bündig an und machen

einen zweiten Scan. In einem Bildbearbeitungs-Programm

FILME „NASS MONTIEREN“


Nehmen Sie einfach eine Overheadfolie und kleben

Sie eine Seite davon am Vorlagenglas fest. Klappen Sie

die Folie nach oben, geben Sie ein paar Tropfen Paraffinöl

in die Klebekante und auf beide Seiten des Films.

Klappen Sie die Folie wieder auf das Glas und streifen

Sie das überschüssige Öl mit einem Papiertaschentuch

ab. Setzen Sie dabei das Tuch an der Klebekante an und

fahren Sie dann zur gegenüberliegenden Seite. Zum

Schluss fixieren Sie auch die noch offene Seite der Folie.

FOTOS OHNE KAMERA


Das Früchtebild entsteht durch die

Kombination von Aufsicht- und Durchsicht-Scan.

Kopieren Sie die Ebene des

Aufsicht-Scans zweimal über das Kontextmenü

in das Bild der Durchsichtvorlage.

Aktivieren Sie dann das Bild des Aufsicht-

Scans. Klicken Sie anschließend mit der

rechten Maustaste auf das Miniaturbild in

der Ebenen-Palette und wählen »Ebene

duplizieren«. Als Ziel geben Sie den Namen

der Aufsichtvorlage an.

Die oberste Ebene der Aufsichtvorlage

bekommt den Effekt »Überlagern«.

Bei der darunter liegenden

Ebene wenden Sie

den Modus »Umgekehrt

multiplizieren« an. Zum

Schluss wird das Ergebnis

mehrfach dupliziert.

wie beispielsweise Photoshop fügen Sie das zweite Bild als neue

Ebene in den ersten Scan ein. Stellen Sie danach den Ebenenmodus

auf »Differenz« und verschieben Sie das eingefügte Bild

deckungsgleich über das Hintergrundbild. Anschließend aktivieren

Sie beim Ebenenmodus die Funktion »Aufhellen« (bei dunklen

Bildfehlern) oder »Abdunkeln« (bei hellen Bildfehlern). Dadurch

verschwinden Bildfehler auf einen Schlag.

: Scanografien: Kunst mit dem Scanner

So genannte Scanografien sehen zwar auf den ersten Blick wie

Fotos aus, sie sind aber ohne Kamera entstanden. Um einen

Gegenstand mit dem Scanner abzulichten, legen sie ihn auf das

Vorlagenglas und digitalisieren ihn wie eine Aufsichtvorlage. Sie

können auch einen zusätzlichen Hintergrund in das Bild einbauen.

Eine Möglichkeit wäre eine gebogene Pappe oder ein Stück Stoff,

das Sie auf das Objekt legen.

Die Schärfentiefe der meisten Scanner ist so groß, dass sie auch

mehrere Zentimeter dicke Gegenstände deutlich abbilden. Ausgefallene

Scanografien gelingen mit einem Scanner mit Durchlichteinheit:

Digitalisieren Sie transparente oder halb transparente

Gegenstände, wie dünne Fruchtscheiben, und zwar zuerst als

Aufsicht- und dann als Durchsichtvorlage. Mittels Bildbearbeitung

kopieren Sie die Bilder als Ebenen übereinander: Wenn Sie unter

»Ebenenmodus« zum Beispiel die Farbe des Aufsicht-Scans mit der

Helligkeit des Durchsichtscans kombinieren, sehen die Pflanzenteile

oder Früchte besonders unwirklich und poppig aus.

: Das kann leistungsfähige Scan-Software besser

AUFSICHT

KOMBINATION

Die meisten Hersteller legen ihren Scannern eine einfache Software

zum Digitalisieren bei. Wer mehr will, sollte sich ein hochwertigeres

Programm kaufen. Die beiden bekanntesten und besten

Alternativen heißen VueScan und Lasersoft Silverfast. VueScan

(www.hamrick.com) kostet je nach Leistungsumfang 50 oder

90 Dollar. Die Shareware unterstützt etwa 400 Flachbett- und

Filmscanner und mehr als 150 Digitalkamera-RAW-Formate. Ein

besonderes Feature ist die automatische Korrekturfunktion für

Kratzer und Staub. Dazu tastet der Scanner den Film mit Infrarotlicht

ab und erstellt so ein Bild der Oberfläche. Darauf sind die Beschädigungen

deutlich zu erkennen, und VueScan kann die Fehler

entfernen.

Silverfast von Lasersoft (www.lasersoft.de) kostet je nach unterstütztem

Scanner-Modell und Lieferumfang zwischen 100 und

1.000 Euro. Die Funktionspalette der Software ist enorm: So bietet

sie nicht nur ein Histogramm und Gradationskurven, sondern

auch Menüs zur globalen und selektiven Farbkorrektur und Farbseparation.

Silverfast eignet sich außerdem besonders gut zum

Digitalisieren von Farbfilmen: Die Shareware enthält Profile für

verschiedene Filmtypen, durch die sich die Orange-Maskierung

besonders gut entfernen lässt. Mit weniger leistungsfähiger Software

gelingt das farbneutrale Einlesen von Negativfilmen nur bei

Motiven, die weiße Bereiche enthalten, woran sich die Software

orientieren kann.

Kai Hamann

VORHER

NACHHER

DURCHSICHT

ENDERGEBNIS

Staub-Korrektur:

Der zweite Scan

wird als neue Ebene

in das Bild eingefügt.

Stellen sie den

Ebenenmodus auf

»Abdunkeln«, um

helle Bildfehler

auszugleichen.

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