Histogramme - dets foto seite

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Histogramme - dets foto seite

PRAXIS Histogramme ]

PRAXIS Histogramme ]

Das Histogramm

So funktioniert‘s: Das Histogramm bildet

die Helligkeits verteilung in einem Bild ab. Das

abgestufte Balkendiagramm gibt Auskunft

über das Vorkommen der Hel lig keitswerte

von Schwarz (linker Rand) bis Weiß (rechter

Rand). Der vertikale Ausschlag zeigt an, wie

viele Pixel des Bildes der jeweiligen Graustufe

entsprechen. Je weiter der Ausschlag der

Kurve links liegt, desto dunkler ist das Bild

und umgekehrt. So kann man unabhängig

von Monitor-Einstellungen und anderen

Störfaktoren ein Bild technisch beurteilen.

Das Ideal: Das Histogramm eines idealtypi -

schen Fotos mit mittlerer Helligkeit und

durch schnittlichem Kontrast umfang verteilt

sich in Glocken- beziehungsweise Hügelform

über die gesamte Horizontale, mit dem höchsten

Ausschlag bei den mittleren Grauwerten.

Allerdings wirken solche Bilder tatsächlich

oft flau – bieten aber andererseits noch alle

Möglichkeiten zur Bildbearbeitung.

Typische Probleme erkennen: Stoßen die

Hügel links oder rechts an, sind bei der Aufnahme

Bildinformationen verloren gegangen.

Überbelichtung führt zu „ausgefressenen Lichtern“

– aus diesen übersteuerten, rein weißen

Pixeln lassen sich auch per Bild bearbeitung

keine Details mehr ge winnen. Deshalb eher

eine knappe Belichtung wählen, denn aus

etwas unterbelichteten Stellen kann Photoshop

meist noch Details herausholen.

Histogramm bei ausgeglichenen Fotos

Ein Foto mit wenig

Kontrasten. Es finden

sich weder Über- noch

Unterbelichtungen,

das Histogramm zeigt

die typische, sanft

abfallende Hügelform.

Das Zentrum des Hügels

liegt in der Mitte, bei

den mittleren Graustufen.

Der kleine Anstieg

am rechten Ende des

Histogramms zeigt an,

dass es eine relativ hohe

Anzahl heller Pixel im

Bild gibt – den Himmel.

Die kleine Spitze befindet

sich allerdings noch

ein gutes Stück vom

rechten Rand entfernt –

überbelichtete Bildteile

sind also nicht dabei.

Einige Kameras zeigen das Histogramm in fünf Zonen unterteilt an. Sie

stehen für den zirka fünf Blendenstufen umfassenden Kontrastumfang.

Dunkle Bildbereiche werden links dargestellt. Bedingt durch das diesige, regnerische

Wetter bei der Aufnahme gibt es hier keine wirklich dunklen Bildteile.

HISTOGRAMME

RICHTIG LESEN

Ein digitales Foto kann ich doch sowieso

auf dem Display kontrollieren! Warum

soll ich die Bildqualität dann auch noch

mit einem Histogramm überprüfen? Wer so

denkt, übersieht, dass die TFT-Displays von

Digi talkameras selbst mit 2,5 oder 3,0 Zoll

zu klein sind, um Schärfe und Belichtung

wirklich zu beurteilen. Zudem schwankt der

Helligkeitseindruck des Bildes sehr stark,

wenn man leicht schräg von oben oder

unten auf das Display blickt. Deshalb lassen

sich auch in der Vergrößerung Über- oder

Unterbelichtungen nur schwer erkennen.

Wesentlich zuverlässiger kann man durch

den Blick aufs Histogramm die (belichtungs)technische

Qualität eines Fotos beurteilen.

Schon in der 300-Euro-Klasse bieten

viele Kameras mittlerweile diese Funktion.

Und bei Highend-Kompakten und digitalen

Spiegelreflexkameras ist die Histogramm-

Ansicht eine Selbstverständlichkeit.

Die meisten Kameras kann man so konfigurieren,

dass das Histogramm nach jeder

Aufnahme für einige Sekunden angezeigt

wird – als Fotograf ist man dann mit einem

Blick informiert. Noch praktischer: Manche

Das Histogramm auf dem

Display ist eine perfekte

Möglichkeit, um unterwegs

die Bildqualität zu prüfen.

CHIP FOTO-VIDEO digital

zeigt, wie Sie die Grafiken

interpretieren und so diese

Kamera-Funktion optimal

nutzen. Von D. Coenen und F. Schuster

Kompaktkameras bieten sogar ein Echtzeit-

Histogramm, so dass man schon bei der

Motivwahl beurteilen kann, ob eine Belichtungskorrektur

nötig wird.

Manche Kameramodelle zeigen überbelichtete

Bildteile extra durch Blinken im

Miniaturbild neben dem Histogramm. So

wird man nicht nur vor Überbelichtungen

gewarnt, sondern weiß auch, wo genau sich

diese befinden. Handelt es sich um wichtige

Details oder um größere Bildbereiche, kann

die Aufnahme mit einer negativen Belichtungskorrektur

wiederholt werden.

Belichtung manuell beeinflussen

Manchmal lässt sich die Belichtungsautomatik

einer Kamera irritieren. Zum Beispiel bei

Motiven mit überwiegend hellen oder überwiegend

dunklen Elementen: Eine weiße

Wand bildet die Automatik stets grau ab,

schließlich ist die Kamera darauf geeicht,

mittlere Grautöne abzubilden. Vorwiegend

dunkle Motive belichtet die Auto matik dagegen

zu hell – wieder versucht sie, ein möglichst

ausgeglichenes Bild zu produzieren. Da

hilft nur eine gezielte Belichtungskorrektur:

Im Beispiel rechts wurde die weiße Marmorplatte

eine Blende stärker belichtet. Sofort

verschiebt sich das Histogramm nach rechts

zu den helleren Tonwerten. Bei solchen Aufnahmen

mit überwiegend sehr hellen Bildteilen

(„High-Key“) hilft das Histogramm zu

erkennen, dass es trotz Belichtungskorrektur

zu keiner Überbelichtung kommt.

Spotmessung für schwierige Motive

BELICHTUNGS–

AUTOMATIK:

Rein mathematisch

völlig

korrekt belichtet,

aber in der Praxis

viel zu dunkel.

MANUELLE

BELICHTUNGS–

KORREKTUR:

Die Belichtungskorrektur

um eine

volle Blendenstufe

bringt bei diesem

Motiv ein sehr

realitätsnahes Ergebnis. Beurteilte man allein das

Histogramm, würde man das Bild für zu hell halten.

Überbelichtet ist es aber nicht: Das Histogramm

stößt nicht mit großer Höhe rechts an. Also ist

offenbar in allen Bildteilen noch Zeichnung vorhanden

– oder anders gesagt: Es gibt keine ausgefressenen,

reinweiße Stellen im Foto.

Belichtung korrigieren

Unser Gehirn gleicht starke Kontraste automatisch

aus – wir nehmen extreme Helligkeitsunterschiede,

etwa zwischen sonnenbeleuchteten

und im Schatten liegenden Motiven

nicht als solche wahr. Der Bildsensor

einer Kamera kann dagegen die Kontraste

nicht automatisch korrigieren. Er verarbeitet

nur einen Belichtungsumfang von rund fünf

Blendenstufen. Alles, was dar über oder darunter

liegt, wird über- be zie hungsweise unterbelichtet.

Daher muss man sich bei sehr

kontrastreichen Motiven, je nach gewünschter

Bildwirkung, entweder für eine korrekte

Wiedergabe der hellen oder der dunklen

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[Praxis• Histogramme ]

Histogramm bei dunklen Fotos

Bei stimmungsvollen Aufnahmen ergibt sich selten ein

idealtypisches Histogramm. Hier sehen Sie eine „Low-

Key“-Aufnahme, die überwiegend aus dunklen Pixeln

besteht. Größere Bildteile sind unterbelichtet (a), und

in den helleren Tonwerten (b) zeigt das Histogramm

a

Histogramm bei hellen Fotos

Die Orchidee wurde von drinnen vor einem Fenster fotografiert:

Der Sensor kann den riesigen Hell-Dun kel-Kontrast

unmöglich bewältigen. Daher wurde die Blüte per

Selek tivmessung angemessen – der (sowieso störende

Hintergrund) wird so komplett über belich tet (a) und ist

Motivteile entscheiden. Bei mittlerer Belichtung

würden gleichzeitig die dunklen Stellen

absaufen und die hellen ausfressen.

So ist – ein klassisches Beispiel – beim

Foto eines Raums mit Fens ter entweder das

Zimmer richtig belichtet und das Fenster nur

noch weiß, oder man sieht zwar gut nach

draußen, aber das Zimmer ist viel zu dunkel.

Mit einer gezielten Spotmessung kann man

nun den einen oder den anderen Bereich des

Bildes betonen. Oder man fotografiert vom

keinerlei Ausschlag. Um die Unterbelichtung etwas zu

mildern, könnte man die Belichtung leicht nach oben

korrigieren. Allerdings würde man so auch die Abendstimmung

teilweise zerstören. Eine automatische Korrektur

in Photoshop versagt hier garantiert.

a

nicht mehr zu erkennen. Die Überbelichtungswarnung

zeigt dies durch schwarz-wei ßes Blinken (b) der zu hellen

Bildteile an. Das sehr flache Histogramm zeigt, dass die

zur Blüte gehörenden Bildteile einen relativ geringen

Anteil an der gesamten Pixelzahl haben.

b

b

Stativ aus beide Belichtungen und montiert

sie in der Bildbearbeitung zu einem idealen

Foto mit hohem Tonwertumfang („High Dynamic

Range“). Photoshop CS2 bietet dafür

sogar eine eigene Funktion: »Automatisieren

| Zu HDR zusammen führen«.

Tonwerte korrigieren in Photoshop

Mit Hilfe der Tonwertkorrektur von Photoshop

kann jeder in Sekunden seinen Bildern

b

a

zu mehr Glanz verhelfen. Sie ist nichts anderes

als eine gezielte Veränderung des Histogramms.

Meist behandelt man hier alle

Farbkanäle gleich (Modus RGB). Der Tonwertumfang

lässt sich aber auch für einzelne

Farbkanäle beeinflussen. Man kann damit

auch die Farbbalance eines Fotos korrigieren

und beispielsweise Farbstiche entfernen.

Das Vorgehen ist simpel: Die beiden

äußeren Regler unter dem Histogramm

werden vorsichtig zur Mitte hin verschoben.

Meist so, dass sie etwa auf der Höhe

der äußeren Enden der Histogramm-Hügel

liegen. Dann werden die hellsten und dunkelsten

Pixel reinem Weiß (255) und reinem

Schwarz (0) zugeordnet. So werden die Tiefen

und Lichter im Bild betont, ohne dass

Bildinformationen verloren gehen. Die vorhandenen

Werte werden einfach über das

gesamte Spektrum verteilt.

Dasselbe macht auch die »Auto-Tonwertkorrektur«

(Button »Auto«). Die Gefahr

dabei: es können einzelne Farben entfernt

werden oder neue Farbstiche entstehen, da

mit diesem Befehl jeder Farbkanal einzeln

eingestellt wird. Die Auto-Tonwertkorrektur

führt vor allem bei Bildern mit einer durchschnittlichen

Verteilung der Pixelwerte, die

eine einfache Kontrastverbesserung benötigen,

zu brauchbaren Ergebnissen. Wie sich

die einzelnen Schieberegler des Tonwertdialogs

auf das Bild auswirken können, sehen

Sie im Infokasten „Tonwerte korrigieren in

Photoshop“ auf Seite 70.

Die Grenzen des Tonwertumfangs werden

durch den hellsten Punkt, den Weißpunkt,

beziehungsweise den dunkelsten vorhandenen

Ton, den Schwarzpunkt, definiert.

Der Zwischenraum zwischen diesen beiden

Punkten muss jedoch nicht gleichmäßig verteilt

sein. Wie sich der Mittelton im Verhältnis

zu den Lichtern und Tiefen verhält, legt

der so genannte Gamma-Wert fest.

Ein Gamma von 1,00 sagt aus, dass der

Mittelton exakt in der Mitte zwischen tiefstem

Wert und hellstem Wert liegt. Ein Gamma-Wert

zwischen 0 und 1,00 verschiebt

den Mittelton in Richtung Tiefe, er dunkelt

das Bild ab. Umgekehrt hellt ein Gamma-

Wert über 1,00 das Bild auf.

Die Auto-Tonwertkorrektur passt automatisch

den Schwarzpunkt und den Weißpunkt

im Bild an. Dabei wird ein Teil der

Tiefen und Lichter in jedem Kanal beschnitten,

und die hellsten und dunkelsten Pixel

werden reinem Weiß (255) und reinem

Schwarz (0) zugeordnet. Die zwischen die-

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[Praxis• Histogramme ]

Spotmessung gezielt einsetzen

Histogramm-Dialog

Tonwerte korrigieren in Photoshop

Jede gute Bildbearbeitung bietet den Dialog »Histogramm« oder »Tonwertkorrektur«, über den

Sie die Helligkeitswerte für das gesamte Bild oder für einzelne Farbkanäle anpassen können. Die

Funktionen sind in allen Bildbearbeitungen weitgehend gleich – wie in diesem Dialog von Photoshop.

Hier wählen Sie den Farbraum oder Farbkanal an,

von dem das Histogramm gezeigt wird. Ist »RGB«

eingestellt, verändern sie alle Kanäle gleichzeitig.

In diese drei Felder können Sie die

Werte für die Tiefen, den Gamma-Wert

und die Höhen manuell eingeben.

Ausgefressener Himmel:

Für die linke Teil der

Aufnahme wurde eine

Belichtungsspeicherung

auf die untere Bildhälfte

vorgenommen. Der Himmel

ist dadurch völlig überbelichtet.

Dunkler Vordergrund:

In der rechten Bildhälfte

sind Himmel und entfernte

Landschaft richtig belichtet,

die Bäume im Vordergrund

aber zu dunkel.

Gamma-

Regler für

Mitteltöne.

Regler für

die Tiefen.

Regler zur

Begrenzung

der Tiefen beim

Tonwertumfang.

Tonwert-Korrektur

Regler zur Begrenzung der

Lichter beim Tonwertumfang

Regler für

die Lichter

Automatische

Korrektur.

Öffnet das

Dialogfeld Auto-

Farbkorrektur-

Optionen.

Die Pipetten für

die Lichter,

Mitteltöne

und Tiefen.

(a) Mitteltonregler nach links: Das

Bild hellt auf.

sen beiden extremen Punkten liegenden

Pixelwerte werden proportional erweitert.

Das Bild erhält auf diese Weise einen stärkeren

Kontrast.

Die Pipetten im Tonwertdialog dienen

zum Festlegen des Schwarzpunktes (Tiefen)

und des Weißpunktes (Höhen) und dem

Anpas sen der Farbbalance. Wer eine Pipette

verwendet, verändert alle Pixel eines Bil des.

Das Werkzeug »Mitteltöne setzen«, die mittlere

Pipette, wird hauptsächlich für Farbkorrekturen

eingesetzt, es steht beim Arbeiten

mit Graustufenbildern nicht zur Verfügung.

Da die Pipetten-Werkzeuge den Tonwert

aller Pixel in einem Bild in gleichem Maße

nach oben oder unten verschieben, kann es

passieren, dass einige Pixel beschnitten werden.

Verwenden Sie daher die Pipetten nur

für kleine Korrekturen. Außerdem machen

Pipetten alle zuvor vorgenommenen Korrekturen

rückgängig. Deshalb sollte man

zuerst mit der Pipette arbeiten und dann bei

Bedarf präzisere Einstellungen vornehmen.

Mit einem Doppelklick auf die jeweilige

Pipette öffnet sich der Farbwähler, in dem

sich eine Zielfarbe definieren lässt. Wenn Sie

jetzt einen Farbton im Bild anklicken, wird

er durch die ausgewählte Zielfarbe ersetzt.

a

b

c

d

e

f

(b) Mitteltonregler nach rechts: Das

Bild wird dunkler.

(c) Lichterregler nach links: Der

Kontrast erhöht sich, das Bild wird

heller. Der Gamma-Mittelton läuft

mittig mit. Wird der Wert zu hoch

eingestellt, können Tonwerte verloren

gehen; es kommt zu unschönen

Aufrissen im Bild.

(d) Tiefenregler nach rechts: Der

Kontrast erhöht sich ebenfalls,

das Bild wird dunkler. Der Gamma-

Mittelton läuft wiederum mittig

mit. Wird auch hier der Wert zu

hoch eingestellt, können ebenfalls

Tonwerte verloren gehen.

(e) Tonwertumfang reduzieren: Das

Bild wird heller und weicher, da

Kontrast verloren geht. Wird der

Wert zu hoch eingestellt, wirkt das

Bild milchig und undeutlich, wie

durch einen Nebel betrachtet.

(f) Lichterregler nach links: Der

Tonwertumfang reduziert sich

erneut; das Bild wird dunkler und

weicher, da auch hier Kontrast

verloren geht. Wenn Sie den

Wert zu hoch einstellen, wirkt

das Bild sumpfig und undeutlich

wie bei schlechten Licht- und

Sichtverhältnissen.

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