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HINWEISE ZUR

ERHALTUNG UND GESTALTUNG

VON

SAUMZONEN

IN DER AGWARLANDSCHAFT

- LANDW I RTSCHAFTSKAWER HANNOVER -

Referat. 45/46.: Dipl. I ng. Reck

BEARBE I TER: JÖRG BERGSTEDT


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Der Titel dieses Buches sollte es deutlich machen:

es wird ein Bereich innerhalb der agrarisch

ge~rägten Landschaften beschrieben, der allzu

oft in seinem herausragenden Uert als Lebensraum

vieler Pflanzen und Tiere unterschätzt

wird.

Wie oft tauchen in Veröffentlichungen noch Begriffe

wie "Unland" auf, wie oft wird nur geschaut, auf

kelche Art und deise eine Ausdehnung der Ackernutzung

auf diese Flächen möglich ist?

Dieses Buch soll helfen, diesen falschen Blick

zu ändern, aufmerksam zu machen auf die Schönheit,

die Artenvielfalt und den wirtschaftlichen Nutzen,

der von diesen Flächen ausgeht.

Um eine praktische Umsetzung aus diesen Erkenntnissen

zu ermöglichen, ist eine detaillierte Aufzählung

verschiedener MaBnahmen in diesem Buch

niedergeschrieben.


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Die Pfl~nzen

Pflanzen sind Anzeiger für die Eigenschaften

eines bestimmten Standortes.

Sie spiegeln damit wider, welche Bodenverhältnisse

anzutreffen sind, wie

sich die Gegebenheiten auf das Kleinklima

(~uftfeuchte, Lichtmenge usw.)

auswirken oder welche Arten chemischer

und mechanischer Eingriffe in welchen

zeitlichen Abständen geschehen.

BODEN

z.B. Nährstoffe,

Ourchlüftung

LICHT

z.B. Abstand vom

Wald,

Exposition

Schon hieraus wird deutlich, welche

Vielfalt an unterschiedlichen Lebens-


die bei bestimmten Standortverhältnissen

zusammen die Vegetation ausmachen.

Ein einfaches Beispiel dafür wäre eine

Gesellschaft, die sich im Acker überall

dort anfindet, wo nicht gespritzt wird~

Zeigerarten solcher Gesellschaften

könnten etwa die Kornblume (~entaurea

cyanus) für die Lammkraut-Gesellschaft,

die i m Wintergetreide auf lockerem,

sandigen Boden wächst.

Ebenso beschreiben Pflanzensoziologen

das Rainfarn-Beifuß-Gestrütt, das an

vielen Wegen, Straßen oder auf Böschungen

wächst. - -

Nun ist es aber mit dieser Artenvielfalt

nicht mehr weit her - vielmehr

hört manJ'überall beängstigende Zahlen

vom Rückgang der Arkkn auch und manchmal

gerade i m und am Acker.

Es ist die Intensivierung und Mono-.

tonisierung der Landwirtschaft, die

diese Entwicklung hervorgerufen hat.

Die strukturelle Vielfalt wurde zerstört

durch die immer größeren Schläge

, d.h. die Länge der Randzonen

wurde vermindert und zudem meist bis

dicht an den Weg geackert. Auch die

wertvollen Säume um Wälder, Gewässer,

entlang von Hecken oder Bächen wurden

umgebrochen zu Intensivacker.

Die zweite Maßnahme war dann der Einsatz

der Pflanzenschutzmittel, i m

Bereich der Krautbekämpfung nämlich

der Herbizide und Wuchsstoffhormone.

Sie schalteten die Vielfalt i m Acker

und auf den letzten verbleibenen

Handf lachen aus.

--

Diese Eingriffe werden auch heute noch

an vielen Orten durchgeführt, Pflegeverordnungen

enthalten teilweise noch Angaben

zum Spritzen. Das ist ein Zustand,

der nicht nur mangelndes ökologisches Verständnis

zeigt, sondern zudem gegen das

geltende ~aturschutzrecht (NN~~G, siehe

ampSchluß dieses Buches) verstößt.-

Nur auf der landwirtschaftlich derzeit

genutzten Fläche ist der Einsatz erlaubt

- großflächig ist er aber ökologisch

auch nicht zu vertreten.

Es bleiben aber eine Reihe von Möglichkeiten,

beides zur Geltung kommen zu lassen

- die ungehinderte landwirtschaftliche

Beackerung und der Erhalt der Arten in

den agrarisch geprägten Räumen.

--

Letztere haben es am nötigsten:

- --- - - - -- .

75 Arrt;en der Ackerwildkraut-Gesellsahaften

stehen auf der Roten Liste,

gefährdet durch immer perfektere

Methoden der Wildkrautbekämpfung

und der Saatgutreinigung.

183 Arten aus dem Grünland sind

bedroht, ebenfalls durch die Intensivierung,

hier vor allem in

Form der Einheitsmischung m i t

enormen Dungeraufwand.

165 Arten aus dem direkten Randbereich

der Acker steheri ebenfalls

in der Roten Liste.

Es sollte zum Ziel der Landwirtschaft

werden, in ihren Flächen einen Artenbestand

zu erhalten. 30 von 423 APten

in der BRD sind schon ausgestorben.


Die Tiere

Ebenso wie für die Pflanzen sind auch

für Tiere die örtlichen Gegebenheiten

-

von besonderer Bedeutung. Die ver-

NAHRUNGSKETTE

schiedenen abiotischen Faktoren prä-

FLEISCHFRESSER VERSCH. STUFEN

gen die Zusammensetzung der Tierlebensgemeinschaften.

So spielen die =*Q 5

Bodenverhältnisse meist eine entschei- Postillon

dende Rolle für Tiere, die zeitweise 1

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Dunkler Dickkopfoder

wälirend ihrer Entwicklung im

Kurzschwänziger

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Boden leben, ebenso die Feuchtigkeit

für viele Arten. Senfweißling-2, -Geißkleebläuling

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Viel wichtiger jedoch als diese ört-

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Bläuling

Bläuling

lichen Bedingunpjen ist die Zusammensetzung

der Pflanzenwelt, auf die Regensburger,- Esparettensich

jqes tierische Leben aufbaut. Widderchen Widderchen

Nur eine Vielfalt an verschiedenen Blutströpfchen- Hornklee-

Pf 1.anzengesellschaf t und innerhalb Widderchen Widderchen

dieser kann eine geeignete Grundlage

sein fiir einen Artenreichtum in der

Tierwelt. Immerhin - je 5 bis 15 Ar-

~lee-~idderchenH -Flirßt al-Widd erchen

ten von Kleintieren sind einzig und weitere Tiergruppew warnenfressende Vögel

allein von den Vorkommen einer be-

und Kleinsauger

stimmten Pflanzenart abhängig (so-

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weit sie heimisch ist und daher ent-

HORNKLEE

sprechend angepaßte Tiere hier auch

vorkommen). Die vielen Insekten, ins-

Lotus corniculatus

besondere ihre Larven, und viele andere

Arten sind oft auf ''ihre" Pflanze

als i'dahrungsquelle angewiesen und

jede Bekämpfung auch nur einer Pflan-

sind ja nur die Basis der sich darauf

zenart bedeutet mindestens die Aus-

aufbauenden Nahrungskette der fleischrottung

der spezialisierten Tierar-

fressenden Arten.

ten, wahrscheinlich jedoch noch mehr,

Durch jeden Eingriff wird dieses Wirda

wieder andere Tiere von diesen

kungsfefüge zerstört.

Tieren leben usw. Die 5 bis 15 von

ihren Wirtspflanzen abhängigen Arten


Insgesamt findet sich aufgrund einer

vielfältigen Struktur eine artenreiche

Fauna. Nur diese Strukturvielfalt kann

aus ökologischer Sicht vertretbar

sein, nicht die Schaffung von intensivst

bet:irt schaf teten Plonokulturen

ohne entsprechende Zahl von naturnahen

Sauuistrukture~i.

Allein 500 bis 700 Arten benötigen

Feld- und Wegraine als ihren Gesamtjahreslebensraum.

Für viele weitere Arten dienen

diese Biotope als zeitweiliger

Aufenthaltsort,

In den hohlen Halmen und Stengeln

Übepintern zahlreiche wirbellose

~idrarten, darunter viele Nutzinsekten

wie Marienkäfer, viele Käferlarven,

Spinnen und auch verschiedene

Schmett erlingslarven.

Für die vielen blütenbesuchenden

Insektenarten, für kräuterfressende

Kleintiere und auch Säugetiere

und für die Samen- und insektenfressenden

Vogelarten der

offenen Landschaft stellen die

naturbelassen Saurnbiotope einen

wertvollen, zusätzlichen Nahrungsort

dar. Es läßt sich sehr schnell

feststellen, daß diese Arten jedes

neue Stück Feldrain oder Randstreifen

um Kleinbiotope für sich nutzen.

Die vielen Nutzinsekten wie Raubfliegen

(Asilidae), Schwebfliegen

(Syrphidae), Blattwespenarten, Plorfliegen,

Laufkäfer usw. tragen zur

Schädlingsbekämpfung bei. 12

Bei Störungen in den umliegenden

Bereichen (z. B. Heumahd) werden

sich die dort lebenden Tiere in

ungestörte, aber von der allgemeinen

Struktur ähnliche Biotope zurückziehen,

Das sind im Normalfall die Saumbe,

reiche von Wald, Bach Tümpel und

anderen Biotopen sowie die Wegraine

und Krautzonen an Hecken.

Für viele im freien Feld lebende

Tiere bieten ungestörte Saumbereiche

Fortpflanzungsstätten.

Die kammernde Wirkung ist nicht

nur ästhetisch von Bedeutung.

Das Rebhuhn grenzt sein Revier

nach der Sichtweite ab. Nur

durch Vegetationsbereiche, die

die Sicht einschränken (Hochstaudenbereiche

oder Gehölzstrukturen)

kam die Bestandsdichte

des Rebhuhnes ver größest .

Wen wundert es, wenn als Folge

der immer weiter zunehmenden Ausräurnung

der Landschaft das Rebhuhn

auf die Rote Liste gesetzt

werden mußte. Und dieses ist kein

Einzelfall,

Lineare Saumbiotope, wie sie Feldraine

oder Krautzonen am Wald oder

entlang von Hecken darstellen, dienen

der Vernetzung, d. h. Tierwanderungen

und Fopulationsaustausch

werden entlang dieser Bereiche ablaufen.


Saumbiotope irn Landschaf tshzushalt

Drei IIauptfunktionen erfüllen die verschiedenen

Saumbdotope in der Landschaft.

Das wäre zunächst die Wirkung,

die von den Saumbereichen auf andere

Flächen ausgeht, dann die umgekehrte

Beeinflußung, also z.B. vom Acker

auf den Randbereich, und schließlich

den Beitrag, den jedes Saumbiotop zur

Vernetzung liefert.

Die Lebewesen in den verschiedenen

Biotopen wie Feldraine, Wald- oder

Heckensäume, Schutzstreifen um

Kleinbiotope usw. werden sich

nicht immer dort aufhalten. Vielmehr

,ist bekannt, daß einzelne

~rted' sehr weit in die Umgebung

eindringen können. Hieraus ergibt

sich auch die überragende Bedeutung

bei der biologischen Schädlingsbekämpfung.

Ebenso positiv können die Wirkun-

gen auf das Ileinklime (Wind,

Luftfeuchte u.ä.) sein.

Aus dem umgebenden Acker werden

vornehmlich die Stoffe abgetragen,

die bei der normalen Feldbestellung

aufgebracht werden.

Die Saumbiotope sind soniit m i t

Giften und Düngern belastet,

sie schütze11 jedoch die angIbenzenden

Strukturen, seien es

Bäche, Tiimpel oder Gehölze, wirkungsvoll

vor diesen Stoffen.

Ebenso verhindern die Streifen

den übermassigen Bodenabtrag.

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NEBENELEMENTE: RAINE

Mindestens ebenso wichtig ist dieRolle

der Saumbereiche bei der Vernetznng.

Man kann sich eine reich vernetzte Landschaft

als ein Gitter aus vielen verschiedenen

Elementen vorstellen.

Sie verbinden die einzelnen Kernbereiche,

wie sie Wälder und andere größere, naturnahe

Flächen darstellen, untereinander

und mit den verschiedenen Kleinbiotoperi,

die ohne Anbindung an weitere Biotope

kaum viele Arten beherbergen könnten.

Innerhalb der Vernetzungcstrukturen

sind Feldraine, spritzfreie Ackerrandstreifen

u.ä. als kleinste Einheiten zu

verstehen, wesentlich mehr Wanderbewegungen

findet man in Hecken m i t breiter Krautzone.

JR:


Gie Pfleae

Der Zweck von Pflegemaßnahmen besteht

in dem Bemühen, eine Fläche

in einem Zustand -- -. zu erhalten. --

Die -richtige Vorgehensweise hierbei

zu finden, ist eine der wichtigsten

Aufgaben bei der Neuanlage

bzw. den Erhalt verschiedener

Saumbiotope In der Bgrarlandschaft.

Schließlich sollen die Feldraine,

Waldsäume , Randstreif en usw. ja

gerade ein Gegengewicht zu einer

Plächennutzung sein, deren Charakteristikum

ein dauerndes und in

sehr schnellem Wechsel immer wieder

folgendes Eingreifen ist -

hiez in Form des Pflügens, Spritz

en#, Erntens , um die jährliche

Abfolge aufzuzeigen.

Naturnahe Biotopstrukturen, welcher

Ausprägung auch immer, unterscheiden

sich hiervon ganz deutlich:

- -- -.

möglichst geringer Pflegeaufwand

(höchstens e5ne Mahd

pro Jahr, kein Abspritzen

oder Abflämmen)

Unterlassen allkr Eingriffe,

die zu Veränderungen führen

(hierzu gehören vor allem das

Befahren, das zeitweise oder

langfristige Ablagern von

größeren Steinmengen oder

Mist und weiteres)

Nur auf diese Weise ist es möglich,

das gesetzte Ziel zu erreichen,

nämlich :

Schaffung eines in sich metastabilen

(d.h. in langsamer,

aber zielgerichteter Sukzession

begriffen) bis stabilen

(d-h. auf einer Entwicklungsstufe

verharrenden) Lebensr

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Ansiedlung der für diesen Bereich

typischen, mehr jährigen

Flora ohne Ausblendung einzelner

Arten, wie es durch

die Anwendung gezielter

Fflanzenschutzmittel geschieht

Einnischung der angepaßten

lierarten in einem ökologischen

Gleichgewichtszustand,

ohne daß dieser durch eine

immer wiederkehrende Vertreibung

gestört wird.

So zerstören .großflächige

Mäheinsätze den Lebensbereich

ganzer Populationen, ganz zu

schweigen von Giftanwendung

u.a*

Somit erscheint als Idealbild der

Biotoppflege gar keine oder einer

sehr zurückhaltende Art des Eingriffes,

die auf die Ökologie des

Lebensraumes Rücksicht nimmt.


Natürlich ist es nicht immer möglich,

Pflegemaßnahmen ganz zu unterlassen.

Solches gilt fiir die

Fahrbahnränder und schließlich

fi.ir alle Bereiche, wo nur durch

das Plahen i m Abstand von 3 bis

4 Jahren eine Verbuschung vermieden

wird.

Allerdings - Phantasie ist gefragt,

wie diese Pflege am schonenendsten zu

erledigen ist. Ein Beispiel soll zeigen,

welche Möglichkeiten da offen

stehen:

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Eine Ausnah~e von alledem stellt

der spritzfreie Ackerrandstreifeil

dar, in dem der Faktor " jährlicher

Umbruch" ganz bewußt und

gezielt zu einer dadurch geprägten,

$reichhaltigen Tier- und Pflanzengesellschaft

führt.

Doch dariiber steht mehr im Sonderkapitel

am Ende dieses Buches.


Das folgende Kapitel ist eine Aufzählung der verschiedenen

Maßnhhmen in und an den Saurnbiotopen. Diese Texte können

als eine Art Niichschlagewerk betrachtet werden, in denen

immer dann nachgeblättert &erden sollte, Nenn in einer

Landschaft Sauinbiotope von Veränderungen betroffen sind

oder auch unabhängig davon die l46glichkeit zu BiotopschutzmaRnahmen

besteht.

Klei ngewässer

F 1 i ei3gewässer

Gehölzstrukturen

Wald

Feldraine

Seite 19

Seite 27

Seite 35

Seite 43

Seite 47


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arutplatz für Vögel

iiindschutz (Schzf f ung wiridstiller

Yasserflachen),

Schatten

Lebensraum für spezialisierte

Insekten

Ansitzwarte für Vögel

Lebensraum und ~berwint erungs'

plätze für Nutzinsekten

l nsektenverzehrende Vögel und

Nzhrungssuche von i m Gewässer

lebenden Tieren (Amphibien,

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Sonnenbeschienene Bereiche

(für Reptilien, Insekten)

Schaffung neuer Habitate wie

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Puff eruiirkung (Schutz vor

für f eldbewohnende Boden-


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1. Durch die Beac!


FLIESSGE WXSSER

Der permanente Eintrag von Schadstoffen hat für die Wasserquali tät des Baches

nicht derart drastische Folgen wie beis+ielsweise in St i llgewässern. Dort

können sich Düngemittel und Gifte über längere Zeit ansamiiieln.

Dennoch ist die Anlage von Schutzstreifen auch entlang von ilächen wichtig,

denn sonst kann der Eintrag aus Ackerf lächen auch irn weiteren Verlauf des

Baches zur Verschlechlechterung der Wasserqualität führt. Spiitestens an

Stellen mit langsamem Wasserf lufl oder in Gewässern, in die der Bach einmündet

werden sich Sauerstof fmangel , Eutrophierung u.ä. zeigen.

Mindestens ebenso katastrophal wirkt sich die Vernichtung von Wädesüßoder

Zweizahnf luren, Röhrichten usw. aw Gewässerrand aus.

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Aus den obenstehenden Gründen ergibt sich

auch für Fließgewässer vom kleinen Graben

bis zum Bach die Notwendigkeit, ausreichende

Uferbeglei tsäuine auszubilden bzw. die natürliche

Bildung zuzulassen.

üa Bäche und Gräben in der Regel Flurgrenzen

darstellen, wird diese MaEnahine auch die

Ackerbearbei t ung nicht wesent lieh behindern.

--


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VERBESSERUNGSVORSCHLAG 2 :

Auch Gehölz+f lanzungen arn Ufer erfüllen eine wichtige Schutzfunkt ion.

Um die Vielfalt auch an staudenreichen Bachfloren zu erhalten, sollte jedoch

ouf eine durchgehende Be+f lanzung aller Bachufer verzichtet werden.

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Ein paar Worte über die ökologische Bedeutung:

710 nicht durch dauerndes Mähen, Räumen sind oder in diesem Lebensraum Brut-.

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oder gar unerlaubtes S2ri tzen eine na-

Nahrungs- und Deckungsplätze finden.

turgenläfie Eintuicltlung von lif erpf lanzenjecellschaf

ten verhiniert wurde, haben

sich in den meisten Gebieten Deutschlznds

mehrjahrige, bachbeglei tende, ni-

troihile

Wildstaudenf luren ent~ickelt ,

Hierzu zählen die 3estände von Brennesseln

und Giersch ebenso wie Pestwurz

und die; sehr hiuf ige MädesuBf lur. Seltener,

vor allem 6n trockenfallenden

Gewiissern, wachsen Zweizahnbestiinde.

--

Alle diese Gesellschaften zeichnen sich

durch einen Reichtum an verschiedenen

Pf lanzenarten aus, die wiederum Grundlage

für all diejenigen Tiera~ten sind,

die entkeder (wie viele Insekten) auf

die Uf erpf lanzen als Nahrung angewiesen

Ein Uf erstrei f en aus citaudengesellschaften

dient jedoch nicht nur als

uertvoller Biotop, er hat zudem bedeutende

Auswirkungen auf die Belange der

Wasserwirtschaft . Staudenbewachsene Ufer

stellen einen hervorragenden Uf erschutz

dar, sie können auch Abbruchkanten und

Erosionss tel len schneller überwuchern.

Die verschiedenen Ufersaumarten, das in

dem durch die Veget~tion beruhigte Nasser

lebende Plankton und die wurzelraumaktiven

Röhrichtpf lanzen mit ihrer 3~kterienf

auna tragen zur Selbstreinigung des Fließgewässers

bei - eine Firkung, die gerade in lmdwirtschaftlichen

Flächen mit hohein orgznischen

Eintrag sehr wichtig ist.


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Eine Mindestforderung ist dieser Gestal tungsvorschlag für 'daldsäume, der in

seiner strukturellen Vielfol t (unregelmäEige Formen U.&) hinter dea folcenden

zurücksteht. Solche Jaldrandtypen eignen sich für Standorte, zuf denen

hegen der Intensität der Nutzung kein fließender Übergang moglich ist.

P

'lichkeiten, einen Uuld-

PCutz &ÜR eine Kauufzone

m i t einyenp~enkelten, nienuun

zu yentuZten, in2 irn daiyen (ie9a~chen nein.

unte~en Schemu du~yentellt .aiese. Fl2che no l2te aln

VOR den u~b~~~nqoichen Sukzennionn{2dche, d.h.

Buurz2entund wind eine ohne Annauf und Steuenuny

du~ch~ehende Bunch~eihz d 2 Bep&Qunzuny, ~

uunyewieyep;€unzt,

die uun h6he- den nein. i V ~ 4 au~~enarn-te,

~ e BtincRen n und Biiu;nen hohe Btiume (von ullem

11. O~dnun y ilentehf . de2ho lzu~22n ~nt&ennen.

Voa diene4 Eeihe, die uln Veawendet wenden nol€fen

Zwei- odea 3fieizeiZe~ zu uu~~chlie22ich einheiminche

p&2unzen ini, nollte viel (iehfitzuaten (h.p.n. V.). **)

WEG,ACKER u.a.

*-) Die h.p.n.V. ist die heutige potentielle natürliche Vegetation,

die beinhaltet, welche Baum- und Buscharten in dem Gebiet

standortheiniisch sind.


Nutzung ohne Restf lächen:

1. Nicht nur ästhetisch 2. Die Ausräumung der Landist

das Bild einer

schaft ist wichtigster

durchgehenden Acker-

Fa!dor für die immer länlandschaf

t ungenügend.

geren Roten Listen.

Nirgends finden sich

50 Prozent der gefährdeten

?unkte, auf die man

Arten sind von der Landden

i3litk richten kann.

wirtschaf t betroffen, von

Negative Wirkungen treden

rund 250 hcker-Unkruutten

auch wegen des feharten

sind 73 Arten iiiehr

lenden Schutzes vor Booder

weniger bedroht.

denab trzg auf.

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SO


VERBESSERUNGSVORSCHLAG 2 :

Ein Randstreifen um Feldgehölze dient in erster Linie der Vervollständigung dieses

Lebensraumes, denn die typsi schen Saumarten gehören zu der Lebensgeneinschaf t dazu.

Die Anlage ist einfach, da sie sowieso in einem Bereich passiert, der nur erschwert

zu beackern ist.

Cun Anlegen einen Suunzone

int von Lenondenen Bedeutuny,

kommt doch dienen

Beneich wegen den gn6ßenen

Tiete dea ieh~ezpfzanzung

eine Bhn eiche Bedeutux y

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daß sich atich dunch eine

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(den niedni yen Bünchel

EinLuchtungenen und damit

windntille Beaeicize mit

Knautzone entwicke2n


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VERBESSERUNGSVORSCHLAG 3 :

Durch kleine Eingriffe bei der Gestaltung des Saumes läßt sich die Zzhl an Lebensstätten

weiter erhöhen. Von 3edeutung ist aber, die Eingriffe von vorneherein scharf zu begrenzen,

um nicht ein unkontrolliertes Ablagern u.ä. zuzulassen.

STRUKTUREN IM SAUM

Die Zahl vznnchiedenen Flachen atso, denen Anluye

Stnuktunen ist entschei- sehn leicht möy eich ini.

denc! &U& die Aatenuiel- Die Aklayenunyen sollten

&alt in den Saufizzone. aken au& nelin kleine Riiu-

Diene Enkenntnin gitt inn- me Beynenzt Bleiken , ein

kesondene 5ei Sa~n&eneiche unkontnollienfes Ventiilun

kleine . Gehölze. 2en und dedecken ist nach-

Zu den uen~chi2dene K2ein- teiliy.

ntnuktunen IlL/a4itate) ge- Kleine Uunchgnuppen (Hiwhönen

Steinbauten , 702 - Seenen , Bnongeenen oden

hoL?zaBlnyenun yen, teuchte Ginntea) sind eSen&alln

Senken, AkLnuc15kanten, Stnuktunen; die zun VieZtu22

keitna yen kbnnen.


VERBESSERUNGSVORSCHLAG 3 :

Feldruine können an vielen Orten leicht geschaffen werden. I nsgesaat ist die

Zahl der Strukturen, die eine landwirtcchäfliche Nutzung unterbrechen, sehr

hoch, wenn man alle Wege, Boschungen, Gräben usw. einrechnet. Alle sind zur

Neuschaf f ung bzw. dem Erhalt von Rainen geeignet .

Feldnuine, rnei4f enflun y un yeleyf wenden. Vonhunuon

aeyen, 4ind nichf nun dene Sfauktunen wie GnuQen

4el845.i Le&en4nuurn tun Llii- oden B64chun yen. kdnnen mif

fett ye2undene K leinf iene U. eini2ezo yen wenden ,

uie-te weitmze Anfen, 4ie Ldenfnteiyennd winken einze2-

hielten zudem einen yewich-ne Bü~che oden Bu~chynuppen,

tiyen 7ukton gei duz Ven- denen Venteilung enftung

nef zun y uon Biotopen dun. d e ~ 2uine4 unneyetmu13i y

Feldnuine 4oltfen enfluny enLolgen ~otlfe,

allen Wege, 4olanye kein Die Beynünuny den ideynuine

dichf en geh6lzQe~f und uon- wind den nuf an eichen Sukhunden

oden yeplunf i ~ , f ze44ion ü&enlu~~en.


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Die Wildpflanzen, die auf den bewirtschafteten

kkern anzutreffen sind,

werden ge~~einhin als "kckerwildkr5.uter"

bezeichnet. Der Begriff "Segetalflora"

~p?ird iihnlich benutzt und umfaßt die

Filnnzcn~csellschaften, die sich je

nxh verschiedenen IJutzungsf ormen

bzv. nach den jeweiligen Bodeneigenschaf

t en ent~rickeln,

Der wesentlichste Faktor, der zur

Ausbildung dizser typischen hckervildkraut-Gesellschaften

führt, ist

die jährliche Abfolge von Pflügen,

Säen und Ernten, d.hm der wiederholte

Umbruch des Ackers, Die Pflanzen

des Ackers sind durch ihren

!4achstunsrhythaus an diese Bedingungen

an~;epaßt, Innerhalb eines Jahres

wachsen diese Arten heran, blühen

und produzieren Samen.

Bis zur Ernte sind die Samen gereift

und werden ausgestreut. Insofern

verhalten sich die Rckerwildkräuter

genauso wie die angebauten Kulturpflanzen;

und genau deshilb gelingt

es ihnen auch, sich trotz der extremen

Bedingungen eines Ackers zu behaupten,

Was ist entstanden?

Inzvischen ist es gelungen, verschiedene

Ackerwildkraut-Gesellschaften abzugrenzen,

deren Vorkommen vor allem

von Nutzung und Bodenart abhängig ist.

Wichtig ist die Unterscheidung von

Krautfluren in Halm- bzw, in IIackfruchtäckern,

Viele der Pflanzenarten aus den Halmf

ruchtäckern sind jeden bekan~it.

So finden sich id Wintergetreide

Pflanzen wie die Kornblume (Centaurea

cyanus) , Klatschmohn (Papaver rhoeas) ,

licker-Steinsame (Lithospermum arvense) ,

Echte Kamille (Matricaria chamomilla)

oder Rittersporn (Consolida regalis) -

Pflanzen also, die eine tiefe Keimtemperatur

benötigen und die man in

den unterschiedlichsten Wildkrautfluren

der Halmäcker antreffen kann.

IIackfruchtäcker sind in ihren charakteristischen

Merkmalen mit den Sommergetreidefeldern

zu vergleichen, denn

der hauptsächlichste ~nterschie!!! zu

den Hdmfruchtäckern besteht in den

ulnterschiedlichen Bearbeitungszeiten.

Hier fallt die Einsaat erst nach den

Winter und es entwickeln sich Wildkrautfluren,

deren Keimung erst mit

der Vegetationsperiode einsetzt.

Diese Pflanzen werden als Sommereinjährige

benannt, bekannte Arten

sind der Erdrauch (Fumaria officinalis),

die Saat-Wucherblume (Leucanthemum

vulgare), die Hundspetersilie (Aethusa

cynapium) oder der Weiße Gänsefuß

(Chenopodium album). Auch sie finden

sich je nach Standorteigenschaften

in unterschiedlichen Gesellschaften,

Zu guter letzt seien noch eil1 paar

Pf lanzenarten genannt, die sich auch

vegetativ vermehren können, zmB, über

im Acker verbleibende Wurzelstiicke

oder über die Bildung von Ausläuferm.


Diese Arten gehören zu den hartnäckig-,

stenwildkräutern, Vertreter sind beispielsweise

die Acker-Winde (Convulvulus

arvensis), die Acker-Kratzdistel

(Cirsiurn arvense) oder die Quecke

(Agropyron repens).

Betrachtet man das Bild im Gesamten, so

kommen erstaunliche Zahlen heraus :

Es gibt immerhin 250 bis 300

reine Ackerwildkrautarten,

die in den verschiedenen

Pflanzengesellschaften anzutreffen

sind.

Rund 25 Prozent dieser Arten

sind durch die zunehmende Intensivierung

bedroht, das sind

genau 73 Arten.

50 dieser Arten stammen aus

den Halmfruchtäckern, der

Rest aus H-ackfruchtflächen

umä.

Inzwischen hat sich die Situation nämlich

drastisch geändert - zum Leidwesen

eben dieser Tier- und Pflanzengesellschaften

und auch des menschlichen

Auges, das sich hier und da an bunten

Ackerrändern erfreuen konnte,

M i t der Einführung der verschiedensten

Pflanzengifte (Herbizide) oder Wuchsstoffhormone

wurde der Schönheit ein

jähes Ende gesetzt. Die Samen, die sich

oft jahrelang i m Boden halten können,

werden durch die Dosis am Keimen gehindert

und gehen nach spätestens 10 bis

20 Jahren zugrunde.

Auch die Saatgutreinigung tut ein übriges

- die Pflanzen, die nur eine kurze

Keimphase haben und früher immer wieder

mit den Weizen-u.ä.-Samen

ausgebracht

wurden, haben keine Chance mehr und so

verschwinden Farbtupfer, wie sie eine

Kornrade (Agrosternma githago), darstellen

kann,

Die Folgen sind Iratast~ophal und spiegeln

sich in Zahlen nieder, wie sie oben

als Anteile der Rote-Liste-Arten geschrieben

sind.

Wen wunderts, da8 auch die Tierwelt verschwindet,

Laufkäfer u.ä. die Listen der

gefährdeten Arten zieren. Da braucht man

gar nicht nur die vielen Insektizide als

Auslöser anführen - die gesamte Intensivierung,

der Drang, jedes Fleckchen

noch zu bewirtschaften, ist hier

die Ursache. ?r

Die Problematik, hier schützend eingreifen

zu wollen, liegt auf der Hand. Schließlich

ist doch die Landwirtschaft per Gesetz

Naturnutzer und -schützer in einem.

. (~and- und Forstwirtschaft) . . . sie

dient in der Regel den Zielen dieses

I'..

Gesetzes."

(NN~~G, $1, (3)).

Nun wird jedoch auch ein ernstzunehmender

Naturschützer kaum auf die Idee kommen, das

das Spritzen und Düngen zu verbieten.

Und dennoch gibt es einen Weg, eine Chance

für beide Seiten. Es geht um den

"Spritzfreien Ackerrandstreifen",

auch Ackersaum genannt.


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5 36

Schiitz von Lcbensst;i~tcri

(1) Die Bodendecke auf Wiesen. Feldrainen. unpr:niitzteni

Gelände. an Hecken. Hängen und Böschiingen darf nicht abgebrannt

werden.

(2) Chemische Pflaw-enbehandlungcmittcl dürfen iiiir aiif

land wirtschaftlich. gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzten

Flächen. Teichen für die Erwerbsfischerei und auf

Hof- und Gebäudeflächen verwendet werden.

Der 36 zielt ebenfalls auf den

Schutz besonders der Saumbiotope

hin,

Von Bedeutung ist dabei der Abs. 2,

in dem der Einsatz von Herbiziden

geregelt wird. Dieser beschränkt

sich .in der Landschaft schaf t auf

landwirtschaflich, - gärtnerisch -

oder

forstwirtschaftlich genutzte Flächen,

also nicht auf Wegraine, Saumstreifen

usw, Dieses verbot wird

noch nicht überall entsprechend

gehandhabt.

Das Abflämmen ist nach Abc. I

zu jeder Zeit verboten.

5 38

Besonderer Schutz von Pflanzen und Tieren

(1) Es ist verboten. besonders geschützte Pflanzen oder

Teile von ihnen zu entnehmen, zu beschädigen oder zu vernichten.

(2) Es ist verboten, besoiidars gaschütztcn Tieren nachzustollcn.

sic zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Ihre Eier,

, Nester, Baue oder anderen Wohnstätten dürfen nicht entnommen.

beschädigt oder zerstört werden.

Die Vernichtung von Lebensräumen

der bedrohten Tier- un.d Pflanzenarten

ist verboten. Ebenso jede

andere Beschädigung der Arten selbst.

Hingewiesen sei noch auf das Bachbarschaftsrecht,

in dem die Entfernung

von Gehölzpflanzungen zu

Stdaßen festgelegt ist. Auf den

vorgesehenen 1,50 Metern ist die

Selbstentwicklung einer Kraut-

Zone zuzulassen. Zu intensive

Pflege wirkt wertmindernd.


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