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Glashütte Buhlbach – Zeitreise in eine Welt aus Glas und Holz

Glashütte Buhlbach – Zeitreise in eine Welt aus Glas und Holz

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<strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong> <strong>–</strong><br />

<strong>Zeitreise</strong> <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e <strong>Welt</strong> <strong>aus</strong><br />

<strong>Glas</strong> <strong>und</strong> <strong>Holz</strong><br />

Impulse <strong>aus</strong> e<strong>in</strong>er spannenden<br />

Vergangenheit für e<strong>in</strong>e nachhaltige<br />

Zukunft<br />

Esposé für Partner <strong>und</strong> Investoren<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

1


I<br />

Konzeption:<br />

Dipl. Ing. Architekt<strong>in</strong> Sab<strong>in</strong>e Rothfuß,<br />

Architektur con Terra<br />

Rittern 7<br />

91741 Theilenhofen<br />

tel:09834-1727, mobil. 0151-15552158<br />

www.architektur-con- terra.de<br />

Dezember 2006<br />

Studie Teil 2<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

2


Studie Teil 2<br />

Exposé für Partner <strong>und</strong> Investoren<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

3


Inhaltsverzeichnis: Studie Teil 2:<br />

E<strong>in</strong>führung: "Han Äsche, han Scherbe, han Geld un' han<br />

<strong>Holz</strong>..."<br />

Märchen, Mythen, wahre Geschichten <strong>–</strong><br />

berühmte Namen <strong>und</strong> fasz<strong>in</strong>ierende Gestalten r<strong>und</strong> um die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong><br />

<strong>Buhlbach</strong>: Wilhelm Hauff (1802-1827) Israel <strong>und</strong> Christian Ferd<strong>in</strong>and<br />

Öchsle, (1774 -1852) <strong>und</strong> die Böhr<strong>in</strong>ger -Dynastie:<br />

Die Schwarzwälder Unternehmerdynastie Böhr<strong>in</strong>ger<br />

über 200 Jahre<strong>–</strong> Geschichten <strong>und</strong> Geschichten<br />

<strong>Holz</strong>, Asche, Scherben <strong>und</strong> Sand die Gr<strong>und</strong>lagen der<br />

<strong>Glas</strong>herstellung bis zum Ende des 19. Jahrh<strong>und</strong>erts<br />

Wasser <strong>–</strong> die Triebkraft für Mühlräder, Mahlmühlen <strong>und</strong><br />

elektrische Energie<br />

Seite 5<br />

Seite 6<br />

Seite 7<br />

Seite 8<br />

Seite 10<br />

Die Spuren der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong> Seite 11<br />

Konzept: <strong>Zeitreise</strong> von der Vergangenheit <strong>in</strong> die Zukunft<br />

<strong>–</strong> mit e<strong>in</strong>er Zwischenstation bei der Fasz<strong>in</strong>ation <strong>Glas</strong><br />

Seite 12<br />

Stufenplan mit ungefährem Investitionsvolumen Seite 14<br />

Räumliches Konzept, erste Idee Seite 15<br />

Anhang: Zeittafel <strong>Buhlbach</strong> von 1721 bis 1912 Seite 16<br />

Gespräche mit potentiellen Partnern Seite 18<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

4


"Han Äsche, han Scherbe, han Geld un han<br />

<strong>Holz</strong>, a Hittema ben i, doch ben i net stolz“<br />

Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger, III, 1778-1846<br />

Warum ist er nicht stolz? Hätte er doch allen Gr<strong>und</strong> dazu. Ist es<br />

protestantische Demut? Ist es Selbstironie? Ist es die Demut e<strong>in</strong>es<br />

bürgerlichen Untertanen im württembergischen Königreich?<br />

War er doch der mächtigste Mann im „Tal“, der Reichste, der größte<br />

Arbeitgeber, der Eigentümer der größten <strong>in</strong>dustriellen Produktions-<br />

stätte im Schwarzwald des frühen 19. Jahrh<strong>und</strong>erts..Er trug noch die<br />

Perücke der vornehmen Leute, sprach französisch, <strong>und</strong> war e<strong>in</strong> harter<br />

Verhandlungspartner für das königlich württembergische F<strong>in</strong>anzm<strong>in</strong>isterium,<br />

das Rentamt, die Forstämter. Im Jahr 1845 <strong>–</strong> e<strong>in</strong> Jahr<br />

vor se<strong>in</strong>em Tod, gab die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong> 200 Menschen Arbeit,<br />

ernährte damit 500 Menschen im Baiersbronner Tal, <strong>und</strong> das zu e<strong>in</strong>er<br />

Zeit grosser Armut <strong>und</strong> Krise <strong>in</strong> Baiersbronn.<br />

Anderswo machten <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>n dicht, doch die abgelegenste im<br />

h<strong>in</strong>tersten W<strong>in</strong>kel des Nordschwarzwalds, wo 120 Jahre zuvor, im<br />

Jahr 1721 noch Urwald war, konnte sich vor Aufträgen nicht retten.<br />

Über e<strong>in</strong>e Million Champagnerflaschen wurden im Jahr 1845<br />

produziert <strong>–</strong> Henkel, Kupferberg, Kessler <strong>in</strong> Stuttgart <strong>–</strong> der Begründer<br />

der Sektproduktion <strong>in</strong> Württemberg <strong>–</strong> gehörten zu se<strong>in</strong>en K<strong>und</strong>en.<br />

Kessler vermutlich von Anfang an, seit 1826.<br />

Verpackt <strong>in</strong> Stroh, zu 104 St/Charge, fanden die Flaschen zu h<strong>und</strong>ertt<strong>aus</strong>enden<br />

ihren holprigen Weg auf Pferdefuhrwerken von <strong>Buhlbach</strong><br />

<strong>aus</strong> <strong>in</strong> die <strong>Welt</strong> der Großstädte des 19. Jahrh<strong>und</strong>erts. Bei Sonne, bei<br />

Regen, bei Schnee. Böhr<strong>in</strong>ger <strong>und</strong> die Fuhrunternehmer zwischen<br />

Mitteltal, Achern <strong>und</strong> Horb lieferten Qualität <strong>aus</strong> dem Hochschwarzwald.<br />

F<strong>in</strong>dige <strong>Glas</strong>macher, kluge Unternehmer, gute Organisatoren,<br />

verläßliche Geschäftsleute, strenge, aber gerechte Arbeitgeber <strong>–</strong> die<br />

Familiendynastie Böhr<strong>in</strong>ger hatte mit dem „<strong>Buhlbach</strong>er Schlegel“ e<strong>in</strong>e<br />

Sektflasche geschaffen, die offenbar weit<strong>aus</strong> besser war als die<br />

Flaschen der Konkurrenz.<br />

Aber nicht nur Sektflaschen wurden produziert <strong>–</strong> e<strong>in</strong>e Produktionspalette<br />

von über 1000 Produkten gab es <strong>–</strong> vom geschliffenen,<br />

überfangenen Rub<strong>in</strong>glas, Blumenvasen, Biergläsern, Butterdosen, bis<br />

zum Schnapsgütterle <strong>und</strong> Ur<strong>in</strong>glas, - alles, was im 19. Jahrh<strong>und</strong>ert an<br />

Hohlglasprodukten erforderlich war wurde <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong><br />

produziert.<br />

Heute noch f<strong>in</strong>det man <strong>in</strong> der Murg die vom Wasser geschliffenen<br />

<strong>Glas</strong>schlacken, <strong>und</strong> das Böhr<strong>in</strong>gergrab auf dem Friedhof <strong>in</strong> Mitteltal.<br />

Heute noch gibt es Firmen, die den Namen Böhr<strong>in</strong>ger tragen <strong>–</strong> oder<br />

auf Firmengründungen der Familie Böhr<strong>in</strong>ger beruhen: Böhr<strong>in</strong>ger<br />

Gastro-Profi, e<strong>in</strong>e Firma, die Produkte für den Gaststättenbedarf<br />

vertreibt <strong>–</strong> <strong>Glas</strong>, Porzellan, Küchen, war bis 1995 im Familienbesitz,<br />

<strong>und</strong> beruhte auf der Gründung des Werkes <strong>in</strong> Zuffenh<strong>aus</strong>en, sowie<br />

die <strong>Glas</strong>werke <strong>in</strong> Achern, von Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger V 1885<br />

gegründet, die heute zu der Gerresheimer Gruppe gehören.<br />

Heute noch stehen die Reste der Böhr<strong>in</strong>ger <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong>,<br />

<strong>und</strong> bieten die Chance zu e<strong>in</strong>er neuen, fasz<strong>in</strong>ierenden Entwicklung,<br />

e<strong>in</strong>er Verb<strong>in</strong>dung von Vergangenheit mit der Zukunft für <strong>Glas</strong>, Kunst<br />

<strong>und</strong> <strong>Holz</strong>, für Technik, Genuss <strong>und</strong> Natur.<br />

<strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>, Zeichnung des <strong>Glas</strong>ofens<br />

von 1790<br />

Plan der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> von 1790<br />

<strong>Buhlbach</strong>er Schlegel<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

5


Märchen, Mythen, wahre Geschichten <strong>–</strong><br />

berühmte Namen <strong>und</strong> fasz<strong>in</strong>ierende Gestalten r<strong>und</strong> um die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>: Wilhelm Hauff (1802-1827)<br />

Israel <strong>und</strong> Christian Ferd<strong>in</strong>and Öchsle, (1774 -1852) <strong>und</strong> die Böhr<strong>in</strong>ger -Dynastie:<br />

Wilhelm Hauff <strong>und</strong> die Böhr<strong>in</strong>ger<br />

Das Kalte Herz, e<strong>in</strong>es der ergreifendsten Märchen von Wilhelm Hauff<br />

ist verb<strong>und</strong>en mit <strong>Buhlbach</strong>, mit der Familie Böhr<strong>in</strong>ger. E<strong>in</strong> Onkel von<br />

Wilhelm Hauff war Pfarrer <strong>in</strong> Schwarzenberg. Zu Schwarzenberg<br />

gehörte die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> Schönmünzach. Dort wurde Flachglas<br />

hergestellt <strong>–</strong> der „Faktor“ ( = Macher = Direktor) jener <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> war<br />

Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger II. Er kaufte 1788, zusammen mit Franz<br />

Karl Klumpp, Gastwirt <strong>aus</strong> Klosterreichenbach die <strong>Buhlbach</strong>er Hütte.<br />

Zwischen 1817 <strong>und</strong> 1820 besuchte Hauff vermutlich se<strong>in</strong>en Onkel <strong>in</strong><br />

Schwarzenberg, <strong>und</strong> möglicherweise auch die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>.<br />

Sowohl der Grossvater des Schwarzenberger Sonnenwirtes Gottfried<br />

Adam Klumpp, Gründer der Holländer <strong>Holz</strong>companie, als auch der<br />

Stammvater der Böhr<strong>in</strong>ger Dynastie, Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger I,<br />

1711-1775, <strong>Holz</strong>händler im Auftrag des Herrn van Derben zu<br />

Rotterdam, könnten die Vorbilder zu Hauffs <strong>Holz</strong>könig gewesen se<strong>in</strong>,<br />

dessen Knecht zur Sagengestalt Holländer Michl wurde:<br />

"Es lebte e<strong>in</strong> reicher <strong>Holz</strong>herr, der viel Ges<strong>in</strong>d hatte; er handelte bis<br />

weit <strong>in</strong> den Rhe<strong>in</strong> h<strong>in</strong>ab, <strong>und</strong> se<strong>in</strong> Geschäft war gesegnet. Kommt<br />

e<strong>in</strong>es Abends e<strong>in</strong> Mann an se<strong>in</strong>e Türe, dergleichen er noch nie<br />

gesehen. Se<strong>in</strong>e Kleidung war wie die der Schwarzwälder Burschen,<br />

aber er war e<strong>in</strong>en guten Kopf höher als alle, <strong>und</strong> man hatte noch nie<br />

geglaubt, daß es e<strong>in</strong>en solchen Riesen geben könne. Dieser bittet um<br />

Arbeit bei dem <strong>Holz</strong>herrn, <strong>und</strong> der <strong>Holz</strong>herr, der ihm ansah, daß er<br />

stark <strong>und</strong> zu großen Lasten tüchtig sei, rechnet mit ihm se<strong>in</strong>en Lohn,<br />

<strong>und</strong> sie schlagen e<strong>in</strong>. Der Michel war e<strong>in</strong> Arbeiter, wie selbiger<br />

<strong>Holz</strong>herr noch ke<strong>in</strong>en gehabt" (Aus:"das kalte Herz")<br />

Der 1855 geborene Theodor v. Boehr<strong>in</strong>ger, Sohn des Wilfrid Böhr<strong>in</strong>ger<br />

<strong>und</strong> Enkel des Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger III erzählt, daß Hauff <strong>in</strong><br />

<strong>Buhlbach</strong> weilte, <strong>und</strong> se<strong>in</strong> Ururgroßvater, der <strong>Holz</strong>händler das Vorbild<br />

für den <strong>Holz</strong>könig gab. Theodor v. Boehr<strong>in</strong>ger ist 53 Jahre nach<br />

Wilhelm Hauff <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong> geboren, dort aufgewachsen <strong>und</strong> somit<br />

e<strong>in</strong>e zeitnahe Quelle.<br />

Das Kalte Herz beschreibt die Lebenswelt der <strong>Holz</strong>händler <strong>und</strong><br />

<strong>Glas</strong>macher im Nordschwarzwald -Schönmünzach oder <strong>Buhlbach</strong> -die<br />

Familie Böhr<strong>in</strong>ger war mit beiden <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>n verb<strong>und</strong>en.<br />

Ferd<strong>in</strong>and Oechsle <strong>–</strong> geboren <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong><br />

Ferd<strong>in</strong>and Oechsle wurde als Sohn des <strong>Buhlbach</strong>er <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>nfaktors<br />

Israel Öchsle 1774 <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong> geboren. Auf der Karte von 1790 kann<br />

man am l<strong>in</strong>ken Rand die Bezeichnung: „Oechslens Feld“ lesen. Israel<br />

Oechsle war wie se<strong>in</strong> Sohn e<strong>in</strong> Tüftler <strong>und</strong> Erf<strong>in</strong>der. Ihm gelang es,<br />

nach langen Versuchsreihen <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong> die Herstellung des roten<br />

Rub<strong>in</strong>glases wiederzuentdecken. Da es für Rub<strong>in</strong>glas damals ke<strong>in</strong>en<br />

Markt gab, war er leider damit nicht sehr erfolgreich, <strong>und</strong> verließ<br />

<strong>Buhlbach</strong> 1781, um nach Erlach (im heutigen Rems-Murr-Kreis) zu<br />

gehen, die dortige <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> zu übernehmen, <strong>und</strong> dort das hochwertige<br />

Weissglas herzustellen. Bis dato wußte man dort, wie an vielen<br />

Orten, nur das grünstichige Waldglas herzustellen.<br />

Ferd<strong>in</strong>and Oechsle wurde Goldschmied <strong>in</strong> Pforzheim, er ist der<br />

Erf<strong>in</strong>der der We<strong>in</strong>waage, mit der bis heute der Zuckergehalt des<br />

We<strong>in</strong>s überall auf der <strong>Welt</strong> gemessen, <strong>und</strong> damit die Qualität des<br />

We<strong>in</strong>s bestimmt wird.<br />

Wilhelm Hauff 1802-1827<br />

Ferd<strong>in</strong>and Oechsle, 1774-1852<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

6


Die Schwarzwälder Unternehmerdynastie Böhr<strong>in</strong>ger<br />

über 200 Jahre <strong>–</strong> Geschichte <strong>und</strong> Geschichten<br />

Das Geschlecht der Böhr<strong>in</strong>ger stammt <strong>aus</strong> Büchenbronn bei<br />

Pforzheim. Der Stammvater, wir nennen ihn Johann Georg I war<br />

möglicherweise Wilhelm Hauff e<strong>in</strong> Vorbild für se<strong>in</strong>en "<strong>Holz</strong>könig".<br />

Johann Georg II rettet die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> vor den Franzosen 1797:<br />

Johann Georg II, war <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er Jugend e<strong>in</strong> württembergischer Reiter<br />

<strong>und</strong> Offizier gewesen. In se<strong>in</strong>e Zeit fiel die französische Revolution,<br />

<strong>und</strong> damit die Eroberungskriege Napoleons. 1797 kamen die<br />

Franzosen auch nach <strong>Buhlbach</strong>, um zu marodieren. Der alte Patriarch<br />

begrüßte jedoch die Truppe auf französisch, <strong>und</strong> lud sie zu e<strong>in</strong>em<br />

üppigen Mahle e<strong>in</strong>, mit französischem We<strong>in</strong>. Als die betrunkenen<br />

Franzosen schließlich doch zu randalieren begannen, holte er se<strong>in</strong>en<br />

Säbel, <strong>und</strong> forderte die Franzosen zum Duell <strong>–</strong> ke<strong>in</strong>er nahm die<br />

Forderung an, <strong>und</strong> so jagte er die ganze Truppe weg. E<strong>in</strong>ige Tage<br />

später kamen wieder Franzosen den Berg von der Alexanderschanze<br />

herunter, das H<strong>aus</strong> wurde verrammelt <strong>–</strong> doch die Franzosen wollten<br />

nur dem mutigen alten Haudegen die Hand schütteln, der ihre<br />

Kameraden verjagt hatte. Entschlossen trat er <strong>aus</strong> dem H<strong>aus</strong>, <strong>und</strong><br />

tatsächlich, die französische Soldaten erwiesen ihm Respekt, <strong>und</strong><br />

zogen von dannen.<br />

Champagnerflaschen <strong>und</strong> der Dichter Just<strong>in</strong>us Kerner<br />

Se<strong>in</strong> Sohn, Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger III, heiratete 1800 die Gastwirtstochter<br />

Carol<strong>in</strong>e Wilhelm<strong>in</strong>e Klumpp, die Tochter des väterlichen<br />

Kompagnons. Johann Georg III begründete die deutsche Champagner<br />

flaschen<strong>in</strong>dustrie, <strong>und</strong> vergrößerte den Betrieb von 100 auf 200<br />

Beschäftigte. Carol<strong>in</strong>e Wilhelm<strong>in</strong>e, se<strong>in</strong>e bemerkenswerte Frau, hatte<br />

e<strong>in</strong>en regen Briefwechsel mit dem Dichter Just<strong>in</strong>us Kerner, der h<strong>in</strong> <strong>und</strong><br />

wieder <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong> weilte. Wie schwierig Aussenkontakte <strong>in</strong> damaliger<br />

Zeit waren beschreibt der H<strong>in</strong>weis, daß Knechte neben ihrer Kutsche<br />

e<strong>in</strong>herlaufen mußten, um die Kutsche vor dem Umkippen zu bewahren,<br />

wenn sie ihre Mutter <strong>in</strong> Reichenbach besuchen wollte, Es<br />

führte nur e<strong>in</strong> Saumpfad von <strong>Buhlbach</strong> nach Baiersbronn. E<strong>in</strong> Talweg<br />

entlang der Murg wurde erst 1815 gebaut.<br />

Die Revolution 1848 <strong>und</strong> die jungen Wilden Karl August <strong>und</strong><br />

Wilfried Böhr<strong>in</strong>ger<br />

Durch die Notjahre 1846-1847 stieg der Unmut der Bevölkerung, <strong>und</strong><br />

angesteckt durch die Revolution <strong>in</strong> Baden (Rastatt) fand am 18.6.1849<br />

e<strong>in</strong> bewaffneter Auszug der Baiersbronner <strong>und</strong> oberen Murgtäler statt,<br />

dem sich Wilfried <strong>und</strong> Karl August Böhr<strong>in</strong>ger anschlossen. Man wollte<br />

der württembergischen Regierung e<strong>in</strong>en Schlag versetzen. Karl war<br />

Kommandant, <strong>und</strong> Wilfried Hauptmann der Bürgerwehr. In Freudenstadt<br />

wuchs der Haufen bis auf 350 Mann an, die nach Schopfloch<br />

zogen <strong>–</strong> doch es regnete, niemand mehr mochte sich dem Zug<br />

anschließen, <strong>und</strong> nass bis auf die Haut beschloß man den Rückzug.<br />

Nach den Worten von Wilfrieds Sohn Theodor v. Boehr<strong>in</strong>ger büßte<br />

dieser das kle<strong>in</strong>e Abenteuer zwei Jahre auf dem Hohenasperg, bis er<br />

mit Hilfe se<strong>in</strong>es Verteidigers, Rechtsanwalt Schoder <strong>aus</strong> Stuttgart<br />

e<strong>in</strong>en Freispruch erzw<strong>in</strong>gen konnte.<br />

Weitere Firmengründungen:<br />

Das <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>ngewerbe war <strong>in</strong> der Regel kurzlebig <strong>–</strong> zu schwierig war<br />

es oft, alle Rohmaterialien <strong>aus</strong>reichend zur Verfügung zu haben.<br />

<strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>n g<strong>in</strong>gen häufig an Brennholzmangel e<strong>in</strong>. Nicht so die<br />

Böhr<strong>in</strong>ger <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong>. Wie e<strong>in</strong> Löwe kämpfte Johann Georg III <strong>und</strong><br />

später se<strong>in</strong>e Söhne um <strong>aus</strong>reichend Brennholz <strong>–</strong> e<strong>in</strong> Patent für<br />

<strong>Holz</strong>gasfeuerung reduzierte 1857 den Brennholzbedarf auf 1/3. Auch<br />

der gute Absatz der Sektflaschen trug zum Gedeihen bei. Ab 1870, als<br />

die ungünstige Verkehrslage deutlich wurde, gründeten die Brüder<br />

<strong>Glas</strong>fabriken <strong>in</strong> Freudenstadt, Achern, Wolterd<strong>in</strong>gen, <strong>und</strong> e<strong>in</strong> Handelsh<strong>aus</strong><br />

<strong>in</strong> Zuffenh<strong>aus</strong>en. Die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> Achern, <strong>und</strong> das Handelsh<strong>aus</strong><br />

"Böhr<strong>in</strong>ger Gastro-Profi"- bestehen noch heute.<br />

Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger I., 1711-1775,<br />

<strong>Holz</strong>händler für e<strong>in</strong>en Herrn van Derben zu<br />

Rotterdam<br />

Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger II, 1740 <strong>–</strong>1803<br />

<strong>Holz</strong>faktor der Calwer <strong>Holz</strong>companie, Faktor<br />

der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> Schönmünzach, ab 1788 Miteigentümer<br />

der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>, ab 1799<br />

alle<strong>in</strong>iger Eigentümer. Er <strong>und</strong> se<strong>in</strong> Compagnon<br />

Franz Karl Klumpp brachten die darniederliegende<br />

<strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> zu e<strong>in</strong>em Betrieb mit über<br />

100 Beschäftigten<br />

Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger III, 1778-1846,<br />

Eigentümer der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>,<br />

entwickelte die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> weiter, bis zu 200<br />

Beschäftigten, <strong>und</strong> er erzielte grosse Erfolge<br />

mit der Sektflaschenproduktion. In se<strong>in</strong>e Zeit<br />

fällt das R<strong>in</strong>gen um die Überschreibung des<br />

Erblehens <strong>in</strong> freies Eigentum. Er war e<strong>in</strong> sehr<br />

zäher Verhandlungspartner für das königl.<br />

württemb..F<strong>in</strong>anzm<strong>in</strong>isterium.<br />

Gebrüder Böhr<strong>in</strong>ger<br />

Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger VI, 1803-1881,<br />

<strong>und</strong> Karl August Böhr<strong>in</strong>ger, 1813-1861,<br />

kaufen 1842 die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> Schönmünzach,<br />

weil der Vater die <strong>Buhlbach</strong>er Hütte nicht<br />

wirklich hergeben will. Ab 1846 s<strong>in</strong>d beide<br />

Eigentümer <strong>in</strong> Buhbach<br />

Wilfried Böhr<strong>in</strong>ger, 1815-1885<br />

ist Partikulär, wird Faktor der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong><br />

Kolbermoor bei Rosenheim <strong>und</strong> auch<br />

Grafenaschau, <strong>und</strong> geht 1878 nach Stockheim<br />

<strong>in</strong> Oberfranken <strong>und</strong> übernimmt mit Möhrle <strong>und</strong><br />

Siegwart die <strong>Glas</strong>werke <strong>in</strong> Stockheim, <strong>und</strong><br />

br<strong>in</strong>gt sie zur Blüte.<br />

Wilfried Böhr<strong>in</strong>ger II, 1859-???<br />

geht nach Kolbermoor, - es gel<strong>in</strong>gt ihm nicht,<br />

die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> zur Blüte zu br<strong>in</strong>gen, er verliert<br />

das Familienvermögen.<br />

Gebrüder Böhr<strong>in</strong>ger<br />

Hermann Böhr<strong>in</strong>ger I, 1846-1912<br />

ab 1885 alle<strong>in</strong>iger Eigentümer<br />

Paul August Böhr<strong>in</strong>ger, 1939-1896.<br />

Teilhaber der <strong>Buhlbach</strong>er Hütte, geht 1884<br />

nach Freudenstadt, gründet die dortige<br />

<strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>, die nach se<strong>in</strong>em Tod se<strong>in</strong>e Frau<br />

Fanny bis 1930 weiterführte.<br />

.<br />

Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger V 1855-- 1889<br />

Teilhaber der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>, gründete<br />

1885 die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>in</strong> Achern, die heute<br />

noch e<strong>in</strong>er der größten Hohlglasproduzenten<br />

Deutschlands ist.<br />

Emil Böhr<strong>in</strong>ger, 1856-1902<br />

Ernst Böhr<strong>in</strong>ger, 1864-1901<br />

Hermann Böhr<strong>in</strong>ger II, 1876-1942<br />

ab1870 Gründung der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>n Wolterd<strong>in</strong>gen<br />

<strong>und</strong> Zuffenh<strong>aus</strong>en. 1879 Gebr. Böhr<strong>in</strong>ger <strong>Glas</strong>-<br />

Porzellan <strong>und</strong> Ste<strong>in</strong>gut-Grosshandel <strong>in</strong><br />

Zuffenh<strong>aus</strong>en <strong>–</strong>später <strong>in</strong> Tamm - bis zum Jahr<br />

1995??oder 19962 im Familienbesitz<br />

Otto Böhr<strong>in</strong>ger, 1877-1973<br />

<strong>Glas</strong>fabrikant <strong>in</strong> Freudenstadt, dann Teilhaber<br />

der Fa. Dr. Schöpp u. Böhr<strong>in</strong>ger GmbH, Malzextrakt<br />

u. Backhilfsmittel <strong>und</strong> Teilhaber der Fa.<br />

Huthste<strong>in</strong>er u. Böhr<strong>in</strong>ger KG <strong>in</strong> Stuttgart<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

7


<strong>Buhlbach</strong> vor 1899 <strong>–</strong> abgebildet s<strong>in</strong>d auch die <strong>Glas</strong>fabriken <strong>in</strong> Wolterd<strong>in</strong>gen <strong>und</strong> Zuffenh<strong>aus</strong>en, <strong>und</strong><br />

das Lager <strong>in</strong> Stuttgart.<br />

<strong>Glas</strong>fabrik Boehr<strong>in</strong>ger, Möhrle <strong>und</strong> Sigwart <strong>in</strong> Stockheim, Oberfranken<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

8


<strong>Holz</strong>, Asche, Scherben <strong>und</strong> Sand die Gr<strong>und</strong>lagen der <strong>Glas</strong>herstellung<br />

bis zum Ende des 19. Jahrh<strong>und</strong>erts<br />

Gr<strong>und</strong>lagen der <strong>Glas</strong>herstellung<br />

1. <strong>Holz</strong><br />

Auf dem Photo rechts ist die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> Schönmünzach zu sehen <strong>–</strong> im<br />

Vordergr<strong>und</strong> die Unmengen Scheiterholz, die <strong>in</strong> langen Reihen<br />

aufgeschlichtet auf ihre Verbrennung im <strong>Glas</strong>ofen warten. 4.500<br />

Klafter Brennholz = ca. 18.000 Raummeter (Ster) verbrannte die<br />

<strong>Buhlbach</strong>er Hütte jährlich. Und das, obwohl die Brüder Böhr<strong>in</strong>ger e<strong>in</strong>e<br />

Erf<strong>in</strong>dung gemacht hatten, wie man die durch effektive Ausnutzung<br />

der Abwärme (durch<strong>aus</strong> e<strong>in</strong> modernes Thema) 2/3 des <strong>Holz</strong>es spart.<br />

Diese Ersparnis wurde jedoch dazu genutzt, gleich e<strong>in</strong>en zweiten<br />

<strong>Glas</strong>ofen zu bauen.<br />

Wegen des enormen <strong>Holz</strong>bedarfs f<strong>in</strong>det man historische <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>n<br />

nur <strong>in</strong> stark bewaldeten Gegenden. Neben Schönmünzach <strong>und</strong><br />

<strong>Buhlbach</strong> gibt es noch Spuren von älteren Waldglashütten <strong>in</strong> der<br />

Geme<strong>in</strong>de Baiersbronn. War die Nutzung des "am Boden liegenden<br />

<strong>Holz</strong>es" zunächst e<strong>in</strong>er der Gründe gewesen, weswegen der Herzog<br />

von Württemberg ab ca. 1721 Interesse an e<strong>in</strong>er <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>in</strong> dem<br />

abgelegenen <strong>Buhlbach</strong>er Tal mit weitgehend Urwald hatte, so wurde<br />

die <strong>Holz</strong>beschaffung <strong>in</strong> den nächsten 170 Jahren zu e<strong>in</strong>em existenziellen<br />

<strong>und</strong> chronischen Problem.<br />

Für uns heute ist es unvorstellbar, unter welchen Mühen dieses <strong>Holz</strong><br />

herbeigeschafft wurde: Die Bäume wurden mit der Axt gefällt, <strong>in</strong><br />

Stücke zersägt, oder gehackt, grob gespalten, <strong>aus</strong> dem Wald fast<br />

unter Lebensgefahr, Sommer wie W<strong>in</strong>ter mit grossen Schlitten auf<br />

<strong>Holz</strong>-Knüppelpfaden heruntergeschlittet, oder <strong>in</strong> Riesen, das waren<br />

e<strong>in</strong>e Art Hohlwege, mit <strong>Holz</strong>stämmen <strong>aus</strong>gekleidet, <strong>in</strong> s<strong>aus</strong>ender<br />

Fahrt senkrecht zum Hang zu Tale gebracht.. Oder die Scheiter<br />

wurden <strong>in</strong> Bächen <strong>aus</strong> dem Wald her<strong>aus</strong> getriftet. Um Bäche triftfähig<br />

zu machen, mußten sie <strong>aus</strong>gebaut werden. Es gab sog. Wasserstuben,<br />

die Schwallungen, wo Wasser angestaut, <strong>und</strong> schließlich mit<br />

e<strong>in</strong>em Schwall, zusammen mit dem <strong>Holz</strong> abgelassen wurde. In<br />

Rechen aufgefangen, <strong>aus</strong> dem Wasser gezogen, wurde das <strong>Holz</strong><br />

schließlich gesägt, <strong>und</strong> <strong>in</strong> w<strong>in</strong>zige Scheiter aufgespalten. Nur so<br />

erreichte man die erforderliche Hitze zum Schmelzen von Ste<strong>in</strong>mehl<br />

<strong>und</strong> Scherben zu <strong>Glas</strong>. <strong>Holz</strong>abfuhrwege <strong>und</strong> Fuhrwerke, das gab es<br />

erst viel später, denn Wegebau <strong>und</strong> Wagen waren teuer.<br />

2: Pottasche:<br />

Auch Pottasche ist <strong>Holz</strong> <strong>–</strong> die Asche wird <strong>in</strong> Töpfen gekocht, die<br />

fe<strong>in</strong>en Rückstände der Schmelze zugegeben, um den Schmelzpunkt<br />

herunterzusetzen. Für die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong> war es von Anfang an<br />

nicht erlaubt, Pottasche selbst durch Verbrennung herzustellen, das<br />

hätte zu e<strong>in</strong>em noch höheren <strong>Holz</strong>bedarf geführt. Die Asche mußte<br />

gekauft werden, war e<strong>in</strong> Recycl<strong>in</strong>gprodukt des H<strong>aus</strong>brandes.<br />

3. Quarzsand:<br />

Neben dem weiteren Recycl<strong>in</strong>gprodukt <strong>Glas</strong>scherben, deren E<strong>in</strong>satz<br />

die Schmelze erleichterte, war staubfe<strong>in</strong> zerriebener Quarzsand <strong>aus</strong><br />

Sandste<strong>in</strong> <strong>und</strong> Granit die 3. Gr<strong>und</strong>lage für die <strong>Glas</strong>herstellung. Um<br />

das Zerreiben <strong>in</strong> Stampfen <strong>und</strong> Mühlen zu ermöglichen, war der<br />

E<strong>in</strong>satz von Wasserkraft, <strong>und</strong> später der E<strong>in</strong>satz elektrischer Energie<br />

<strong>–</strong> aber hier auch durch Wasserkraft erzeugt <strong>–</strong> nötig.<br />

4. Weiteres Material:<br />

Weiterh<strong>in</strong> waren noch viele andere Rohstoffe erforderlich, wie<br />

feuerfester Ton für die <strong>Glas</strong>häfen, die ständig repariert wurden, oder<br />

auch Kalk <strong>und</strong> weißer Sand für weißes <strong>Glas</strong>. Diese oft geheimen<br />

Ingredienzien wurden von weither nach <strong>Buhlbach</strong> trasportiert.<br />

„Han Äsche, han Scherbe,<br />

han Geld un han <strong>Holz</strong>...<br />

<strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> Schönmünzach<br />

-<br />

Plan von <strong>Buhlbach</strong> von 1837 - auf dem<br />

Gelände s<strong>in</strong>d Kanäle, auf denen das<br />

Brennholz zur Hütte getriftet wurde (=<br />

geschwemmt, d.h. geflößt, aber ohne<br />

Flößer). E<strong>in</strong> <strong>Holz</strong>lagerplatz ist auch<br />

vermerkt.<br />

In der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong><br />

Plan von 1770<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

9


Wasser <strong>–</strong> die Triebkraft für Mühlräder, Mahlmühlen <strong>und</strong> elektrische<br />

Energie<br />

Hier <strong>in</strong> diesem oben abgebildeten Raum wurde mittels e<strong>in</strong>es Mahlwerkes<br />

die <strong>in</strong> der Geste<strong>in</strong>spoche grob zerkle<strong>in</strong>erten Ste<strong>in</strong>e staubfe<strong>in</strong><br />

zermahlen, bevor der Geste<strong>in</strong>sstaub <strong>in</strong> der Schmelze landete.<br />

Bis zum Jahr 1898 wurde die Geste<strong>in</strong>spoche mit Wasserkraft betrieben,<br />

bis im Jahr 1899 das Turb<strong>in</strong>enh<strong>aus</strong> gebaut wurde, <strong>und</strong> <strong>in</strong><br />

<strong>Buhlbach</strong>, als erstem Teilort von Baiersbronn, Strom produziert wurde.<br />

Turb<strong>in</strong>enh<strong>aus</strong><br />

das Wasserh<strong>aus</strong><br />

Im Wasserh<strong>aus</strong> wurde <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em grossen Bass<strong>in</strong> das Wasser gesammelt,<br />

damit genug Kraft zum Betreiben der Turb<strong>in</strong>e entstand. In e<strong>in</strong>em<br />

steilen Rohr stürzte das Wasser zur Turb<strong>in</strong>e, <strong>und</strong> trieb diese an.<br />

Plan des Mahlh<strong>aus</strong>es von 1850 mit Mühlrad.<br />

H<strong>in</strong>ter dem Gebäude floß das Röhrsbächle <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>em Kanal, der heute zugeschüttet ist.. Das<br />

Bächle ist verrohrt. Der Kanal ist vorhanden,<br />

müßte nur freigelegt werden.<br />

Karte des Geländes mit den heute noch<br />

vorhandenen Wasserläufen, die angelegt<br />

wurden, um die Mahlwerke zu betreiben.<br />

Möglcherweise gibt es auch noch den alten<br />

Triftkanal im Boden.<br />

Vom Gras überwachsenes Rohr, das die<br />

Turb<strong>in</strong>e speiste. Die Turb<strong>in</strong>e war übrigens 1963<br />

noch <strong>in</strong> Betrieb <strong>und</strong> produzierte Strom.<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

10


Die Spuren der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong><br />

Der "Geist" von <strong>Buhlbach</strong> <strong>–</strong> Stoff für e<strong>in</strong>en Film?<br />

Die noch vorhandenen Gebäude der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong> s<strong>in</strong>d die<br />

letzten Reste e<strong>in</strong>er historischen <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>in</strong> Baden - Württemberg.<br />

Und zwar nicht irgende<strong>in</strong>er <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>, sondern die Reste e<strong>in</strong>er der<br />

größten, am längsten <strong>und</strong> am erfolgreichsten betriebenen <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>n.<br />

Der Zauber grosser Namen, bewegender Geschichten, der Geist<br />

fleißiger Arbeiter, <strong>und</strong> mutiger <strong>und</strong> verantwortungsbewußter Unternehmer<br />

vergangener Tage liegt über dem Gelände.<br />

Als K<strong>in</strong>d fand ich <strong>in</strong> der Murg vom Wasser r<strong>und</strong> gewaschene <strong>Glas</strong>schlacke,<br />

<strong>und</strong> hörte, dies käme von der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>. Auf dem Weg zum<br />

Grab me<strong>in</strong>er Großeltern auf dem Mitteltäler Friedhof g<strong>in</strong>g ich an e<strong>in</strong>em<br />

großen Familiengrab vorbei <strong>–</strong>. Es war das Böhr<strong>in</strong>gergrab. Die Art, wie<br />

man Böhr<strong>in</strong>ger <strong>aus</strong>sprach, war e<strong>in</strong> wenig von der Art, wie man den<br />

Namen Morlok <strong>aus</strong>sprach. Voller Respekt, aber auch mit Scheu, <strong>und</strong><br />

auch so, als ob niemand mehr viel darüber wüßte. Aber etwas besonderes<br />

war es schon.<br />

Als ich mich mit dem Morlokhof befasste, <strong>und</strong> mit Hermann Bareiss<br />

der ideale Investor <strong>und</strong> begeisterte Eigentümer gef<strong>und</strong>en wurde, war<br />

mir nicht bewußt, daß es im "Tal" noch viele andere spannende Geschichten<br />

gibt, die unser aller Erbe s<strong>in</strong>d. 1977 als junge Architekturstudent<strong>in</strong><br />

war ich <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong>, <strong>und</strong> begeistert von den damals noch<br />

stehenden Gebäuden. Es war e<strong>in</strong>e Reise <strong>in</strong> die Vergangenheit, <strong>und</strong> ich<br />

dachte, oh, da muß man was dr<strong>aus</strong> machen, der Ort war so wohltuend<br />

anders als die typische 70-er Jahre Atmosphäre. aber was kann man<br />

mit 21 Jahren schon erreichen? Die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong> ist anders als<br />

e<strong>in</strong> Bauernhof, auf dem e<strong>in</strong>e Heilerdynastie gelebt hat. War es für<br />

mich, die ich den Morlokhof kenne seit ich denken kann, e<strong>in</strong>fach, für<br />

den Hof e<strong>in</strong> stimmiges Konzept zu entwickeln, so ist es für <strong>Buhlbach</strong><br />

ungleich komplexer. 4 Wochen Quellenstudium, Aktenordner, Bilder,<br />

Ortsterm<strong>in</strong>e, die Fasz<strong>in</strong>ation <strong>Glas</strong>, e<strong>in</strong>e spannende Familiengeschichte,<br />

Champagner, enge Handelsbeziehungen zu großen Firmen,<br />

die heute noch existieren. Menschen, die Größe besaßen, viele<br />

Geschichten, viele schriftliche Zeugnisse, die Arbeit mit den elementaren<br />

D<strong>in</strong>gen: Feuer, Erde, Wasser. Unendlicher Fleiß, Arbeit zu<br />

Bed<strong>in</strong>gungen, die heute nicht mehr vorstellbar s<strong>in</strong>d. Im Folgenden<br />

beg<strong>in</strong>nt sich nun e<strong>in</strong> Konzept her<strong>aus</strong>zukristallisieren, das sich von<br />

anderen <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>n <strong>und</strong> <strong>Glas</strong>museen vollständig abhebt.<br />

Geschichte <strong>und</strong> Geschichten:<br />

Auf den vorangegangenen Seiten habe ich e<strong>in</strong>en Versuch unternommen,<br />

das Spektrum der Möglichkeiten, der Themen, wenn auch<br />

sehr unvollständig, anzureissen. Im Spiegel der <strong>Welt</strong>geschichte zeigt<br />

sich e<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>er Ort, e<strong>in</strong> Familienunternehmen <strong>–</strong> Ereignisse wie die<br />

französische Revolution, die deutsche Revolte von 1848, die - hier<br />

noch nicht beschriebene - aber dennoch äußerst spannende<br />

Umwandlung von Erblehen <strong>in</strong> freies Eigentum läßt sich auch <strong>in</strong><br />

<strong>Buhlbach</strong> nachvollziehen. E<strong>in</strong> Prozess, der die Eigentümer der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong><br />

über e<strong>in</strong>en Zeitraum von nahezu 70 Jahren beschäftigte.<br />

Märchen <strong>und</strong> Mythen des dunklen Waldes, von Flößern <strong>und</strong><br />

<strong>Glas</strong>machern. All dies ist verb<strong>und</strong>en mit <strong>Buhlbach</strong>, <strong>und</strong> läßt sich auf<br />

dem Gelände, <strong>und</strong> <strong>in</strong> den Gebäuden auf spannende Art darstellen.<br />

Transformation von Materie durch Feuer <strong>und</strong> Wasser<br />

Aus Asche, Sand, <strong>Holz</strong> <strong>und</strong> Scherben entsteht der transparente Stoff<br />

<strong>Glas</strong>. E<strong>in</strong> Material, das uns heute unser modernes Leben <strong>in</strong> beheizten<br />

Gebäuden ermöglicht.<br />

Die Grünglashütte<br />

Das alte Herrenh<strong>aus</strong>- rechts das Turb<strong>in</strong>enh<strong>aus</strong>,<br />

l<strong>in</strong>ks die Bäckerei<br />

Die Bäckerei vor dem Turb<strong>in</strong>enh<strong>aus</strong> mit dem<br />

ungewöhnlichen Backofen im 2. Stock<br />

Die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> war mit Bäckerei,. Metzgerei,<br />

Brauerei, Gasthof, Arbeiter (=<br />

Laborantenwohnhäusern), Landwirtschaft <strong>und</strong><br />

Betriebsgebäuden wie Geste<strong>in</strong>spoche.<br />

Schleiferei, Schre<strong>in</strong>erei, Mahlh<strong>aus</strong>,<br />

Materiallager, Flaschenlager, Ziegelei<br />

organisiert wie e<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>es autarkes Dorf. Es<br />

gab auch Landwirtschaft, 15-20 Stück Vieh,<br />

Getreide- <strong>und</strong> Kartoffeläcker, Gemüsegärten.<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

11


Konzept: <strong>Zeitreise</strong> von der Vergangenheit <strong>in</strong> die Zukunft <strong>–</strong> mit e<strong>in</strong>er<br />

Zwischenstation bei der Fasz<strong>in</strong>ation <strong>Glas</strong><br />

Gasth<strong>aus</strong> zum Löwen, nach 1899, noch zum Großteil mit <strong>Holz</strong>sch<strong>in</strong>deln gedeckt.<br />

Das grosse Photo zeigt das "<strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>ndorf" von Richtung Obertal <strong>aus</strong> gesehen.<br />

1.Reise <strong>in</strong> die Vergangenheit:<br />

Überall <strong>in</strong> die <strong>Welt</strong> kann man Reisen, - Orte s<strong>in</strong>d leicht zu erreichen <strong>–</strong><br />

alle<strong>in</strong> <strong>Zeitreise</strong>n s<strong>in</strong>d schwieriger, abenteuerlicher. E<strong>in</strong>e <strong>Zeitreise</strong>, <strong>in</strong><br />

der wir Menschen begegnen <strong>aus</strong> früheren Zeiten, wir hören ihre<br />

Geschichten, wir versuchen, die <strong>Welt</strong> mit ihren Augen zu sehen.<br />

Es ist e<strong>in</strong>e <strong>Welt</strong> der konkreten D<strong>in</strong>ge, des direkten Kontaktes mit den<br />

Elementen, e<strong>in</strong>e <strong>Welt</strong> ohne Auto <strong>und</strong> Straßen, ohne technische<br />

Hilfmittel wie wir sie kennen, <strong>und</strong> dennoch e<strong>in</strong>e technische <strong>Welt</strong>.<br />

Es ist auch e<strong>in</strong>e <strong>Welt</strong> der Mythen <strong>und</strong> Geheimnisse, der Wald hat<br />

se<strong>in</strong>en Zauber, se<strong>in</strong>e Geister. Die Köhler, die <strong>Holz</strong>hauer, die Flößer,<br />

alle leben <strong>in</strong> direktem Kontakt mit den Naturgewalten.<br />

Geschichte wird erfahren <strong>in</strong> Gestalt wirklicher Personen <strong>und</strong> ihrer<br />

Geschichten. Man geht über das Gelände, <strong>und</strong> trifft sie, man geht <strong>in</strong><br />

den Wald, trifft die <strong>Holz</strong>hauer, die <strong>Holz</strong>schlitten, die Wasserstuben.<br />

das Museum ist überall <strong>und</strong> die Menschen können am Leben der<br />

<strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> teilhaben. Wie früher f<strong>in</strong>det das Leben zum großen Teil<br />

draußen statt <strong>–</strong> es gibt Orte im Wald, sie werden erwandert, erfahren,<br />

<strong>und</strong> man kann dort etwas erleben, <strong>und</strong> es gibt das <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>ngelände,<br />

<strong>in</strong> dem man die Spuren des Lebens entdecken, verfolgen kann.<br />

Reiche Quellenlage <strong>–</strong> viele historische Dokumente<br />

Wir haben <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong> zwar nicht mehr viele Gebäude,<br />

es gibt ke<strong>in</strong>e historische <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> mehr, aber es gibt e<strong>in</strong>e sehr reiche<br />

Quellenlage. Viele Dokumente s<strong>in</strong>d erhalten, der Schriftwechsel von<br />

Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger III bezüglich der Brennholzbeschaffung ist da,<br />

auch der Kampf um die Ablösung des Erblehens ist vorhanden. Vorhanden<br />

s<strong>in</strong>d Teile der Buchhaltung, <strong>aus</strong> denen man ersehen kann,<br />

woher die Rohstoffe kamen, was sie kosteten, woh<strong>in</strong> Ware g<strong>in</strong>g. Die<br />

Bezahlung der Arbeiter ist festgehalten <strong>und</strong> die Werksordnung. Die<br />

Produktpalette ist da, <strong>und</strong> Rezepte zu den <strong>Glas</strong>gemengen. Wenn<br />

Nachfahren der Familie Böhr<strong>in</strong>ger das Konzept unterstützen, wovon<br />

ich hier jetzt hoffnungsvoll <strong>aus</strong>gehe, wird die Quellenlage sicherlich<br />

noch verbessert. Es geht nicht darum, diese Dokumente <strong>aus</strong>zustellen,<br />

sondern darum, <strong>in</strong> dem Gelände dem Besucher das Leben <strong>in</strong> der-<br />

<strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> erfahrbar zu machen. Sei es, dass Besucher versuchen<br />

dürfen, <strong>Holz</strong> zu trasportieren, oder <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er wieder e<strong>in</strong>gerichteten Ste<strong>in</strong>poche<br />

oder dem Mahlh<strong>aus</strong> erleben, wie Ste<strong>in</strong> zu Staub gemahlen wird.<br />

Ausschnitt Gesamtplan 1903 <strong>–</strong><br />

noch vorhanden ist die Gastwirtschaft, im Kern<br />

von 1782, mit e<strong>in</strong>em noch älteren Keller, zwar<br />

<strong>in</strong> der Substanz sehr geschädigt, aber nicht<br />

kaputtrenoviert. Das Mahlh<strong>aus</strong> von 1850, <strong>und</strong><br />

das Turb<strong>in</strong>enh<strong>aus</strong> von 1899, sowie das<br />

Wasserh<strong>aus</strong> -möglicherweise auch von 1899.<br />

Das Flaschenmagaz<strong>in</strong> von ca. 1890. Auch die<br />

Villa steht noch, wenn auch leider <strong>in</strong> den 70-er<br />

Jahren kaputtrenoviert. Weiterh<strong>in</strong> stehen noch<br />

e<strong>in</strong>e Reihe von Nebengebäuden, die orig<strong>in</strong>al<br />

erhalten s<strong>in</strong>d. Der obere Garten neben der<br />

Gastwirtschaft "zum Löwen" ist ebenfalls<br />

erkennbar, sowie die Wasserläufe. Beide<br />

<strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>ngebäude wurden 1909, nach der<br />

Stillegung der Hütte <strong>aus</strong> steuerlichen Gründen<br />

abgebrochen.<br />

Die kostbare Jugenstilvilla mit wertvollen<br />

Fenstern, Türmchen, Fensterläden <strong>und</strong><br />

sicherlich e<strong>in</strong>er wertvollen Innen<strong>aus</strong>stattung<br />

wurde leider ca. 1977 totalsaniert <strong>–</strong> <strong>und</strong> <strong>in</strong><br />

Eigentumswohnungen umgewandeltl<br />

.<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

12<br />

Arbeiterküche


Auf dem Gelände wird gezeigt, wie <strong>in</strong> früheren Zeiten mit den<br />

natürlichen Ressourcen <strong>Holz</strong>, Ste<strong>in</strong>, Energie, dem Thema Transport<br />

<strong>und</strong> Verpackung umgegangen wurde. Wie die Menschen wohnten, wie<br />

sie schliefen. Die Menschen sollen diese D<strong>in</strong>ge nicht nur anschauen,<br />

sondern direkt erleben. Zum e<strong>in</strong>en, <strong>in</strong>dem die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>nbesitzer, die<br />

<strong>Glas</strong>bläser, die <strong>Holz</strong>hauer ihre Geschichten erzählen aber auch <strong>in</strong>dem<br />

sie selbst bei bestimmten D<strong>in</strong>gen mitmachen können.<br />

2. Fasz<strong>in</strong>ation <strong>Glas</strong>:<br />

<strong>Glas</strong> ist e<strong>in</strong> fasz<strong>in</strong>ierendes Material, e<strong>in</strong> W<strong>und</strong>er der Metamorphose<br />

von Erde durch Feuer. Um <strong>Glas</strong> sp<strong>in</strong>nen sich viele Geschichten, <strong>Glas</strong><br />

wurde fast gewertet wie Edelste<strong>in</strong>. In e<strong>in</strong>er Zwischenstation könnte <strong>–</strong><br />

vielleicht <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em Skulpturengarten dieses Thema der Transformation<br />

dargestellt werden, symbolisch, praktisch, poetisch, künstlerisch. Die<br />

Metamorphose von Ste<strong>in</strong> zu <strong>Glas</strong> durch Feuer.<br />

3. Reise <strong>in</strong> die Zukunft:<br />

Im Bereich von <strong>Glas</strong> <strong>und</strong> <strong>Holz</strong> gibt es viele spannende neue<br />

Entwicklungen, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen, <strong>und</strong><br />

die e<strong>in</strong> wichtiges Thema für den Erhalt unserer Lebensgr<strong>und</strong>lagen<br />

s<strong>in</strong>d. Als Abschluss des gesamten Projektes ist e<strong>in</strong> neues Gebäude<br />

denkbar, an dem Ort, wo die Grünglashütte stand, das zum e<strong>in</strong>en als<br />

Veranstaltungsgebäude dient, aber auch zum anderen als<br />

Demonstrationsplatform der <strong>Glas</strong><strong>in</strong>dustrie <strong>und</strong> des <strong>Holz</strong>b<strong>aus</strong> <strong>–</strong> wo<br />

neueste technische Entwicklungen e<strong>in</strong>er <strong>in</strong>teressierten K<strong>und</strong>schaft<br />

präsentiert werden können. An e<strong>in</strong>em geschichtsträchtigen Ort können<br />

Tagungen <strong>und</strong> Informationsveranstaltungen von <strong>Glas</strong><strong>in</strong>dustrie, Forst<br />

<strong>und</strong> <strong>Holz</strong>bau stattf<strong>in</strong>den.<br />

Ähnlich, wie e<strong>in</strong>st <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong> die Champagnerproduzenten mit der<br />

<strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong> e<strong>in</strong>e wirktschaftlich erfolgreiche Symbiose e<strong>in</strong>g<strong>in</strong>gen,<br />

so ähnlich kann man sich vorstellen, daß die hochrangige<br />

Gastronomie der Geme<strong>in</strong>de Baiersbronn mit den Vertretern der<br />

<strong>Glas</strong><strong>in</strong>dustrie, <strong>und</strong> auch der <strong>Holz</strong><strong>in</strong>dustrie e<strong>in</strong>e <strong>in</strong>teressante<br />

Verb<strong>in</strong>dung e<strong>in</strong>geht.<br />

4. Mögliche Partner:<br />

- Böhr<strong>in</strong>ger Gastro-Profi<br />

- Kessler Sekt<br />

- <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> Achern<br />

- Verband der <strong>Glas</strong><strong>in</strong>dustrie<br />

- Die Familie Böhr<strong>in</strong>ger<br />

- E<strong>in</strong> Hotelier der Geme<strong>in</strong>de Baiersbronn als Investor im Löwen<br />

- Fortwirtschaft<br />

- Fördervere<strong>in</strong> <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong><br />

- Energieerzeuger- Turb<strong>in</strong>en<br />

- Denkmalreferat im Regierungspräsidium Karlsruhe<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

13<br />

<strong>Glas</strong>waren der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong><br />

Arbeiterstube im 1. Obergeschoss des<br />

Mahlh<strong>aus</strong>es


Stufenplan mit ungefährem Investitionsvolumen:<br />

1.Geste<strong>in</strong>smahlh<strong>aus</strong>:<br />

Dem Engagement des Vere<strong>in</strong>s <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong> ist zu verdanken, daß die Gebäude noch stehen, <strong>und</strong> das<br />

Gelände nicht <strong>in</strong> Bauplätze verwandelt wurde. Das ger<strong>in</strong>g geschädigte, authentisch erhaltene Mahlh<strong>aus</strong> wird<br />

mit viel Eigenleistung <strong>und</strong> Spenden oder der Hilfe e<strong>in</strong>es Investors wiederhergestellt <strong>–</strong> im EG die gewerblichen<br />

Räume, Geste<strong>in</strong>smühle, Schre<strong>in</strong>erei, im OG die Arbeiterwohnungen - zeigen die Lebenswelt am Ende des<br />

19. Jahrh<strong>und</strong>erts. Der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>nvere<strong>in</strong> agiert hier als Betreiber <strong>und</strong>/oder Pächter.<br />

Investitionsvolumen: ca. 200.000 <strong>–</strong> 250.000 EUR+ sehr viel Eigenleistung des Vere<strong>in</strong>s.<br />

2. Die Geschichten:<br />

<strong>in</strong> Form e<strong>in</strong>es Hörspiels oder auch Films, kann die Geschichte <strong>und</strong> die Geschichten der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong><br />

erzählt werden <strong>–</strong> auch Theater, Lesungen, Musik, Inszenierungen <strong>und</strong> Kunstaktionen s<strong>in</strong>d denkbar.<br />

Investitionsvolumen ab 100.000 EUR<br />

3. Die Außenanlagen:<br />

Teilweise s<strong>in</strong>d die Hofpflasterung, <strong>und</strong> die Gr<strong>und</strong>mauern der Gebäude noch erhalten, der Garten ist ablesbar.<br />

Die Grösse der Anlage wird erfahrbar gemacht, die Gewässer wieder freigelegt, - die Gewässer dienen der<br />

Beischaffung von Brennholz. <strong>Holz</strong>stapel werden aufgeschlichtet, Stationen, an denen Geschichten erzählt<br />

werden.<br />

Investitionsvolumen: ca. 200.000 <strong>–</strong> 500.000 EUR je nach Aufwand<br />

4. Das weitere Umfeld:<br />

In Wald <strong>und</strong> Flur, Stationen von Holländer Michl, <strong>Glas</strong>männle<strong>in</strong>, von <strong>Holz</strong>hauern, von Schlitten, Triften <strong>und</strong><br />

Wasserstuben, können erwandert, erfahren, mitgemacht werden. Poesie, Mythen <strong>und</strong> harte Arbeit im Wald.<br />

In Zusammenarbeit mit Künstlern.<br />

Investitionsvolumen: noch nicht ermittelt.<br />

5. Das ehemalige Gasth<strong>aus</strong> "Zum Löwen":<br />

Der Löwen ist sehr kaputt, doch es ist das älteste erhaltene Gebäude, <strong>und</strong> bietet e<strong>in</strong>em Gastronomen<br />

phantatische Möglichkeiten, se<strong>in</strong>en Gästen <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er e<strong>in</strong>maligen Atmosphäre im Spannungsfeld zwischen Alt<br />

<strong>und</strong> Neu Raum für Events, Veranstaltungen <strong>und</strong> kle<strong>in</strong>e Tagungen zu bieten. Die Zerstörungen s<strong>in</strong>d, wie <strong>in</strong> der<br />

nachfolgenden Darstellung gezeigt - dem Ort <strong>und</strong> der heutigen Zeit gemäß durch <strong>Glas</strong> ersetzt. Das Alte, die<br />

Ausstattungen, die Fenster, der Sch<strong>in</strong>delschirm bleiben. Die Schäden ergeben neue <strong>und</strong> unerwartete<br />

Durchblicke, Verb<strong>in</strong>dungen <strong>–</strong> Räume werden dort entstehen, wie man sie kaum kennt. Zudem hat das<br />

Gebäude drei riesige Gewölbekeller, die noch weitgehend <strong>in</strong>takt s<strong>in</strong>d. Nach me<strong>in</strong>er E<strong>in</strong>schätzung läßt sich<br />

hier an den Erfolg des Morlokhofes durch<strong>aus</strong> anknüpfen, der b<strong>und</strong>esweit <strong>in</strong> der Presse bekannt wurde.<br />

Investitionsvolumen: ca. 1,6 Mill EUR<br />

6. Turb<strong>in</strong>enh<strong>aus</strong>:<br />

Die Funktion des Turb<strong>in</strong>enh<strong>aus</strong>es wird von der weiteren Ausarbeitung des Konzeptes abhängen. Der<br />

Wiedere<strong>in</strong>bau e<strong>in</strong>er Turb<strong>in</strong>e wäre <strong>in</strong>teressant. Das Gebäude könnte Verwaltungszwecken dienen, oder auch<br />

die Verwaltung der ehemaligen <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> darstellen. Im Dachgeschoss ist e<strong>in</strong> großer Veranstaltungsraum<br />

möglich.<br />

Investitionsvolumen: ca. 600.000 EUR ohne Turb<strong>in</strong>e<br />

7. Neues "Hufeisengebäude mit <strong>Holz</strong>sch<strong>in</strong>deldach,<br />

als Überdachung für die Waldglashütte <strong>und</strong> das Materiallager: ca: 250.000 EUR<br />

8. Das Kassengebäude mit Heizzentrale <strong>und</strong> WC:<br />

ca. 500.000 EUR<br />

9. Die neue <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>: Demonstrationsobjekt <strong>und</strong> Veranstaltungsraum<br />

<strong>in</strong> diesem Gebäude wäre e<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>er <strong>Glas</strong>ofen schön - da <strong>Glas</strong>öfen ständig brennen müssen, wäre es<br />

denkbar, mit der Abwärme dieses Ofens das ganze Ensemble zu heizen, oder sogar über Kraft-<br />

Wärmekopplung Strom zu erzeugen. Ansonsten s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> dem Gebäude moderne <strong>Holz</strong>konstruktionen mit<br />

modernstem <strong>Glas</strong> komb<strong>in</strong>iert. Das Gebäude ist e<strong>in</strong> Nullenergiegebäude, <strong>und</strong> dient als Plattform für neue<br />

Entwicklungen <strong>und</strong> Potentiale der Werkstoffe <strong>Glas</strong> <strong>und</strong> <strong>Holz</strong>. E<strong>in</strong> detailliertes Konzept hierfür muß erarbeitet<br />

werden.<br />

Investitionsvolumen: ca. 2.000.000 EUR<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

14


Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

15


1721<br />

1724<br />

1757<br />

1759<br />

1771<br />

1775<br />

1788<br />

1800<br />

1800<br />

1815<br />

1833<br />

1826<br />

ab 1827<br />

1828-24<br />

Anhang: Zeittafel von 1721 bis 1912<br />

Der Herzog von Württemberg erlaubt dem Aschenbrenner Johannes R<strong>in</strong>gelspacher im<br />

h<strong>in</strong>tersten Tal der Rechtmurg, die nicht flößbar ist <strong>und</strong> demzufolge das <strong>Holz</strong> nicht nutzbar ist,<br />

<strong>Holz</strong> zu fällen um Asche zu brennen. Er bekommt 60 Morgen (= ca. 20 ha im Bereich des<br />

jetzigen <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>ngeländes)<br />

Diesem ersten tapferen Siedler im damaligen Urwald fällt sozusagen "die Decke auf den Kopf",<br />

er flüchtet, Schulden h<strong>in</strong>terlassend. Allerd<strong>in</strong>gs gibt es H<strong>in</strong>weise, dass es sehr<br />

viel frühere Besiedlungen gibt, die jedoch <strong>in</strong> keltische Zeit zeigen.<br />

Farbmeister Weisser <strong>aus</strong> Alpirsbach, der "Faktor" der Gengenbacher Smaltehütte (Smalte ist e<strong>in</strong><br />

Farbpigment, das auch zur <strong>Glas</strong>färbung genutzt wurde) <strong>–</strong> gründet zusammen mit e<strong>in</strong>em etwas<br />

dubiosen Herrn Dannegger <strong>und</strong> e<strong>in</strong>em Lederle<strong>in</strong> <strong>aus</strong> Straßburg die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>,<br />

nachdem die drei Herren großartige Versprechungen gemacht hatten, wie tüchtig sie <strong>in</strong> der<br />

Herstellung fe<strong>in</strong>ster <strong>Glas</strong>waren wären. Da der Herzog von Württemberg schon lange <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong><br />

e<strong>in</strong>e <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> wünschte, bekamen die drei Herren e<strong>in</strong>en Erbpachtvertrag.<br />

Erste <strong>Glas</strong>schmelze. Nur Weisser ist <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong> aktiv. Die anderen beiden Gesellschafter,<br />

vornehmlich Dannegger hatte den Erbpachtvertrag abgeschlossen <strong>in</strong> der betrügerischen Absicht,<br />

sich hierfür e<strong>in</strong>e hohe Ablöse zahlen zu lassen, die er auch bekam. Weisser war der e<strong>in</strong>zig<br />

ehrliche <strong>Glas</strong>macher <strong>in</strong> dem Trio, <strong>und</strong> litt unter chronischem Geldmangel. Daher folgten von<br />

Beg<strong>in</strong>n an bis 1775 viele verschiedene Gesellschafter, Konkurse, Stillstand <strong>und</strong> Geldmangel.<br />

Weisser gibt auf <strong>und</strong> flüchtet, ebenfalls Schulden h<strong>in</strong>terlassend.<br />

Die Calwer <strong>Holz</strong>handelskompanie übernimmt die Erbpacht für e<strong>in</strong>en Spottpreis von 500 fl. (=<br />

Gulden). Die Calwer <strong>Holz</strong>handelskompanie ist auch im Besitz der Schönmünzacher <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>.<br />

Israel Öchsle wird Faktor <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong>, <strong>und</strong> erf<strong>in</strong>det dort das Kupferrub<strong>in</strong>glas 1789. Se<strong>in</strong> Sohn<br />

Ferd<strong>in</strong>and Öchsle ist 1774 <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong> geboren.<br />

<strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong> <strong>und</strong> Schönmünzach werden verkauft an Franz Karl Klumpp, Gastwirt <strong>aus</strong><br />

Klosterreichenbach, für 4.600 Gulden. Se<strong>in</strong> Teilhaber wird Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger II.<br />

Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger II wird für weitere 4.600 Gulden alle<strong>in</strong>iger Besitzer der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>. In den<br />

12 Jahren zwischen 1788 <strong>und</strong> 1800 haben die beiden Teilhaber die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en<br />

florierenden Betrieb mit ca. 100 Beschäftigen verwandelt. Trotz der napoleonischen Kriege <strong>und</strong><br />

französischer Soldaten auf der Zuflucht zwischen 1794 <strong>und</strong> 1797 bleibt die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> dank des<br />

mutigen Auftretens von Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger unversehrt.<br />

Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger III heiratet die Tochter von Franz Karl Klumpp, Carol<strong>in</strong>e Wilhelm<strong>in</strong>e. Sie<br />

ist e<strong>in</strong>e kultivierte <strong>und</strong> besondere Frau, sie pflegt u.a. e<strong>in</strong>en Briefwechsel mit dem Dichter<br />

Just<strong>in</strong>us Kerner, dessen Bruder, General Freiherr von Kerner Oberaufsicht über die Hüttenwerke<br />

<strong>in</strong> Christophstal hat.<br />

Bau des Talwegs entlang der Murg nach Baiersbronn.<br />

Bau der Strasse zum Ruheste<strong>in</strong>. Zuvor wurden die Waren zu Fuß mit Kraxen oder mit<br />

Körben auf Pferden transportiert.<br />

Georg Christian Kessler <strong>in</strong> Stuttgart gründet die erste Sektkellerei <strong>in</strong> Württemberg,<br />

möglicherweise auch <strong>in</strong> ganz Deutschland <strong>–</strong> die Flaschen bezieht Kessler von Beg<strong>in</strong>n an <strong>aus</strong><br />

<strong>Buhlbach</strong>. E<strong>in</strong>e Aktennotiz von 1857 lautet: "Die Essl<strong>in</strong>ger Champagnerfabrik bestürzt uns<br />

förmlich, die seit 30 Jahren bestehenden Geschäftsbeziehungen doch auch für die Zukunft<br />

beizubehalten".<br />

"<strong>Buhlbach</strong>er Schlegel" die Sekflasche, die ganz Süddeutschland erobert, <strong>und</strong> millionenfach<br />

produziert wird, beg<strong>in</strong>nt ihren Siegeszug.<br />

E<strong>in</strong>e Bohrung nach Ste<strong>in</strong>kohle bis auf 276 m Tiefe erfolgt <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong>, auf dem<br />

Gelände der <strong>Glas</strong>fabrik, jedoch auf Kosten des württembergischen Königs. In ganz Württemberg<br />

suchte man damals nach Kohle. Danach wurde <strong>in</strong> Schramberg gebohrt.<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

16


ab 1825 bis Chronische Brennholznot, jährliche Briefe der Böhr<strong>in</strong>gers an die Forstverwaltung, <strong>und</strong> das<br />

1886 königlich württembergische F<strong>in</strong>anzm<strong>in</strong>isterium, den Bezug der jährlich benötigten 3000 bis später<br />

ca. 4.500 Klafter Brennholz zu genehmigen. Die Menge von 4.500 Klafter entspricht 18.000 Ster.<br />

E<strong>in</strong> Klafter betrug ca. 4 Raummeter (Ster). Viele andere <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>n g<strong>in</strong>gen an Brennholzmangel<br />

e<strong>in</strong>.<br />

1835<br />

1842-1844<br />

1847<br />

1848<br />

1858-59<br />

1869<br />

1878<br />

1870<br />

1879<br />

1884<br />

1885<br />

1886<br />

1909<br />

1912<br />

Die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> besteht bei der offiziellen Übernahme der Brüder Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger IV, <strong>und</strong><br />

Karl August Böhr<strong>in</strong>ger <strong>aus</strong>:<br />

42 Morgen Land ( = 14 ha)<br />

e<strong>in</strong>er <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>,<br />

e<strong>in</strong>er Mahlmühle,<br />

e<strong>in</strong>er Bierbrauerei <strong>und</strong> e<strong>in</strong>em Gasth<strong>aus</strong>,<br />

e<strong>in</strong>er Bäckerei,<br />

e<strong>in</strong>er Pottaschesiederei,<br />

e<strong>in</strong>er Stampfmühle,<br />

etlichen Wasserbauwerken wie Kanälen <strong>und</strong> Wasserstuben für das Beitriften von Brennholz<br />

Karl August <strong>und</strong> Johann Georg kaufen <strong>und</strong> verkaufen die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> Schönmünzach.<br />

Der Vater Johann Georg Böhr<strong>in</strong>ger III stirbt, die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> hat 200 Beschäftigte, <strong>und</strong> produziert<br />

jährlich ca. 1 Million Champagnerflaschen, sowie ca 1000 weitere Hohlglasprodukte. Die<br />

<strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> liefert Flaschen nach ganz Süddeutschland, <strong>und</strong> bezieht ihren feuerfesten Ton für die<br />

<strong>Glas</strong>häfen <strong>aus</strong> Koblenz, Kl<strong>in</strong>genberg bei Frankfurt, <strong>und</strong> Solothurn <strong>in</strong> der Schweiz (mehrere<br />

t<strong>aus</strong>end Zentner jährlich wurden für die Erneuerung der <strong>Glas</strong>häfen benötigt)<br />

Im Revolutionsjahr nehmen die Brüder Karl August <strong>und</strong> Wilfried Böhr<strong>in</strong>ger als Major <strong>und</strong> Leutnant<br />

der Bürgerwehr am Zug gen Stuttgart teil, der allerd<strong>in</strong>gs <strong>in</strong> Schopfloch endete.... Wilfried büßt<br />

hierfür zwei Jahre auf dem hohen Asperg.<br />

Patent für <strong>Holz</strong>gasfeuerung, zusammen mit Christian Sch<strong>in</strong>z. Durch Mehrfachnutzung der heißen<br />

Rauchgase wird e<strong>in</strong>e Brennholzersparnis von fast 2/3 erreicht. - Dies wird nun sofort <strong>aus</strong>genutzt<br />

für den Bau e<strong>in</strong>er weiteren <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> auf dem Gelände.<br />

Wilfried Böhr<strong>in</strong>ger geht nach Kälbermoor <strong>und</strong> Grafenaschau <strong>in</strong> Bayern, als Direktor von<br />

<strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>n.<br />

zusammen mit Möhrle <strong>und</strong> den Brüdern Siegwart <strong>aus</strong> <strong>Buhlbach</strong> kauft er die <strong>Glas</strong>fabrik Stockheim<br />

bei Kronach <strong>in</strong> Oberfranken, <strong>und</strong> br<strong>in</strong>gt sie <strong>in</strong> kurzer Zeit zur Blüte<br />

Gründung bzw, Übernahme der <strong>Glas</strong>fabriken <strong>in</strong> Zuffenh<strong>aus</strong>en <strong>und</strong> Wolterd<strong>in</strong>gen durch die<br />

Gebrüder Böhr<strong>in</strong>ger<br />

<strong>Glas</strong>lager <strong>und</strong> Handelsh<strong>aus</strong> <strong>in</strong> Stuttgart durch die Gebrüder Böhr<strong>in</strong>ger <strong>–</strong> dieser Handel blieb bis<br />

1995 im Besitz der Familie (Böhr<strong>in</strong>ger Gastroprofi <strong>in</strong> Tamm bei Stuttgart).<br />

Paul Böhr<strong>in</strong>ger gründet die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>in</strong> Freudenstadt.<br />

Johann Georg V gründet die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>in</strong> Achern, die bis heute besteht.<br />

In <strong>Buhlbach</strong> Umstellung der Feuerung auf Ste<strong>in</strong>kohle <strong>in</strong> Siemens´schen Wannenöfen.<br />

Aufgabe der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong>. Aus steuerlichen Gründen werden der Schornste<strong>in</strong>e <strong>und</strong> die<br />

beiden <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>ngebäude abgebrochen.<br />

Tod Hermann Böhr<strong>in</strong>gers, der ab 1885 alle<strong>in</strong>iger Eigentümer <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong> war. Er liegt auf dem<br />

Friedhof <strong>in</strong> Mitteltal begraben. Das Familiengrab der Böhr<strong>in</strong>gers ist noch vorhanden.<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

17


3. Reaktionen <strong>und</strong> Gespräche, Ergebnisse der Kontaktaufnahme für den<br />

kulturellen Bereich<br />

Zu folgenden Personen <strong>und</strong> Unternehmen erfolgte e<strong>in</strong>e Kontaktaufnahme. Alle erhielten das obige Exposé,<br />

<strong>und</strong> es wurden Gespräche geführt. Die Briefe wurden des Umfangs wegen nicht beigefügt.<br />

- Kessler Sekt<br />

- <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> Achern<br />

- Die Familie Böhr<strong>in</strong>ger<br />

- Hoteliers der Geme<strong>in</strong>de Baiersbronn als Investor im Löwen<br />

- Fortwirtschaft<br />

- Fördervere<strong>in</strong> <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong><br />

- Energieerzeuger- Turb<strong>in</strong>en<br />

- Alpirsbacher Klosterbräu<br />

- Referat für Denkmalpflege am Regierungspräsidium Karlsruhe<br />

Erste Ergebnisse:<br />

1. Kessler Sekt:<br />

Die Fa. Kessler Sekt bezog seit 1826 Sektflaschen <strong>aus</strong> <strong>Buhlbach</strong>. Es<br />

erfolgte e<strong>in</strong> langes Telephon-gespräch mit dem Pressesprecher der Fa.<br />

Kessler Herrn Eberhard Kaiser.<br />

E<strong>in</strong>e fre<strong>und</strong>liche, ideelle Unterstützung wurde zugesagt, mehr jedoch<br />

nicht, da das H<strong>aus</strong> Kessler selbst mit e<strong>in</strong>em sehr umfangreichen Umbau-<br />

<strong>und</strong> Sanierungsprojekt mit den eigenen denkmalgeschützten Gebäuden <strong>in</strong><br />

Essl<strong>in</strong>gen befasst ist.<br />

2. <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> Achern<br />

Die <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> Achern ist e<strong>in</strong>e Böhr<strong>in</strong>ger <strong>–</strong> Gründung. Die Geschäftsführung<br />

verwies auf den Market<strong>in</strong>g-Chef von <strong>Glas</strong>pack Deutschland,<br />

Mathias Warneke.<br />

Mit Herrn Warneke erfolgte e<strong>in</strong> ebenfalls längeres Telephongespräch,<br />

Herr Warneke kannte Böhr<strong>in</strong>ger, <strong>und</strong> nach der Zusendung obigen<br />

Konzeptes per e-mail kam die nebenstehende Antwort. Die Schwierigkeit<br />

bei der <strong>Glas</strong><strong>in</strong>dustrie ist die Globalisierung <strong>–</strong> die Firmenchefs sitzen <strong>in</strong> den<br />

USA. Dennoch war der Gedanke, Vergangenheit mit Zukunft zu verb<strong>in</strong>den,<br />

<strong>und</strong> e<strong>in</strong>e Präsentationsplattform für die <strong>Glas</strong><strong>in</strong>dustrie <strong>in</strong> Verb<strong>in</strong>dung mit<br />

den Hotels der Spitzenklasse von Baiersbronn vorzu-schlagen, offenbar<br />

<strong>in</strong>teressant.<br />

3.Familie Böhr<strong>in</strong>ger<br />

Es erfolgten mehrere Telephongespräche <strong>–</strong> zum e<strong>in</strong>en mit Herrn Dr.<br />

Becker, der <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong> noch e<strong>in</strong> H<strong>aus</strong> besitzt, <strong>und</strong> Herrn Meyer-<br />

Böhr<strong>in</strong>ger, der <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong> wohnt, <strong>und</strong> noch im <strong>Glas</strong>- <strong>und</strong> Porzellangeschäft<br />

tätig ist. Herr Dr. Becker war sehr <strong>in</strong>teressiert, <strong>und</strong> Herr Meyer-<br />

Böhr<strong>in</strong>ger sagte mir, daß die Glocke des Verwaltungsb<strong>aus</strong> sich noch im<br />

Familienbesitz bef<strong>in</strong>det. E<strong>in</strong> Interesse an e<strong>in</strong>er Beteiligung besteht jedoch<br />

nicht. E<strong>in</strong> weiteres <strong>in</strong>teressates persönliches Gespräch gab es mit Herrn<br />

Schmid-Böhr<strong>in</strong>ger, e<strong>in</strong>em Urkenkel von Otto Böhr<strong>in</strong>ger, dem letzten <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>nbesitzer<br />

<strong>in</strong> Freudenstadt.<br />

4. Hoteliers der Geme<strong>in</strong>de Baiersbronn<br />

Als erster <strong>–</strong> <strong>und</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> am nächsten liegender Hotelier wurde Herr<br />

Möhrle vom Hotel Engel gefragt, ob er sich e<strong>in</strong>e Investition <strong>in</strong> der<br />

<strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> vorstellen könnte. Mit dem H<strong>in</strong>weis auf die Grösse se<strong>in</strong>es<br />

Betriebes <strong>und</strong> die ungesicherte Nachfolge lehnte Herr Möhrle ab.<br />

Folgende weitere Hoteliers kommen noch <strong>in</strong> Frage, <strong>und</strong> werden noch<br />

angesprochen:<br />

Hermann Bareiss (mit eher wenig Aussichten)<br />

Schliffkopf (wegen der Lage)<br />

Der Betreiber des Mummelseehotels<br />

sehr geehrte frau rothfuß,<br />

vielen dank für die umfangreiche<br />

<strong>in</strong>formation. das projekt hört sich sehr<br />

<strong>in</strong>teressant an.<br />

wie bereits <strong>in</strong> unserem telefonat<br />

angesprochen, sehe ich dies eher als<br />

möglichkeit für den b<strong>und</strong>esverband der<br />

glas<strong>in</strong>dustrie als e<strong>in</strong>e möglichkeit für uns<br />

als e<strong>in</strong>zelunternehmen.<br />

ich werde ihr projekt <strong>und</strong> die sich dar<strong>aus</strong><br />

ergebenen optionen für e<strong>in</strong>e beteiligung<br />

der glas<strong>in</strong>dustrie <strong>in</strong> den kommenden<br />

wochen <strong>in</strong> unserem verband<br />

kommunizieren. die entscheidungswege<br />

s<strong>in</strong>d erfahrungsgemäß jedoch etwas<br />

länger... ich werde versuchen, ihnen<br />

möglichst zeitnah e<strong>in</strong>e verb<strong>in</strong>dliche<br />

<strong>aus</strong>sage zukommen zu lassen.<br />

vielen dank für ihr verständnis <strong>und</strong> viele<br />

grüße <strong>aus</strong> düsseldorf,<br />

matthias warneke<br />

market<strong>in</strong>g manager - oi germany<br />

bsn glasspack gmbh & co. kg<br />

heyestraße 178<br />

40625 düsseldorf<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

18


5. Forstwirtschaft:<br />

E<strong>in</strong> Gespräch mit Herrn Dr. Schre<strong>in</strong>er <strong>und</strong> Frau Göhr<strong>in</strong>ger fand statt im<br />

Forstamt <strong>in</strong> Klosterreichenbach, am 14.2. Bei beiden Forstbeamten<br />

stieß das Projekt auf Interesse. Herr Dr. Schre<strong>in</strong>er ist Mitglied im Vere<strong>in</strong><br />

<strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>. Besonders <strong>in</strong>teressant fanden beide, im Zusammenhang<br />

mit der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> die Geschichte der nachhaltigen Forstwirtschaft<br />

darzustellen. E<strong>in</strong>e Beteiligung des Forsts an Aussenstationen<br />

des Museums im Wald sei vorstellbar.<br />

6. Fördervere<strong>in</strong> <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>:<br />

Im Verlauf der Studie erfolgten unzählige Gespräche <strong>und</strong> Telepongespräche<br />

mit dem Ehepaar Dora Luise <strong>und</strong> Ernst Klumpp, <strong>und</strong> weiteren<br />

Vorständen, Margarete Kappler, Hans Peter Maier, Dieter Burkhard.<br />

E<strong>in</strong>e Abendveranstaltung fand statt, während derer das weitere Vorgehen,<br />

vor allem am Geste<strong>in</strong>smahlh<strong>aus</strong> besprochen wurde. Für das<br />

kommende Jahr ist geplant, die Sch<strong>in</strong>delfassade des Gebäudes mit<br />

Eigenleistungen zu erneuern, <strong>und</strong> den roten Anstrich nach Bef<strong>und</strong>, das<br />

"rote H<strong>aus</strong>", wie das Geste<strong>in</strong>smahlh<strong>aus</strong> genannt wurde, wieder<br />

herzustellen. Die Fenster wurden bereits geschliffen <strong>und</strong> gr<strong>und</strong>iert.<br />

7. Turb<strong>in</strong>enbetreiber <strong>und</strong> Pächter der Fischwässer, Herr Lüttke<br />

Herr Lüttke zeigte sich bee<strong>in</strong>druckt von dem Konzept, <strong>und</strong> war schnell<br />

bereit, die Kanäle wieder offen legen zu lassen, <strong>und</strong> eventuell e<strong>in</strong>en<br />

Flößerteich auf dem Gelände anzulegen, vor<strong>aus</strong>gesetzt, die Gewässer<br />

dienen auch als Fischhabitat. (Se<strong>in</strong> Brief siehe Anhang)<br />

Er riet davon ab, im Turb<strong>in</strong>enh<strong>aus</strong> wieder e<strong>in</strong>e Turb<strong>in</strong>e zu <strong>in</strong>stallieren, da<br />

dies mit zu hohen, <strong>und</strong> unrentablen Kosten verb<strong>und</strong>en sei. Statt dessen<br />

riet er, wieder e<strong>in</strong> Wasserrad zu <strong>in</strong>stallieren, <strong>und</strong> eventuell e<strong>in</strong>e alte<br />

Turb<strong>in</strong>e aufgeschnitten zu präsentieren als Demonstrationsobjekt. E<strong>in</strong><br />

Ortsterm<strong>in</strong> fand am 7.2. <strong>in</strong> <strong>Buhlbach</strong> statt.<br />

8. Alpirsbacher Klosterbräu:<br />

Das Gespräch mit Geschäftsführer Herrn Schlör <strong>und</strong> Herrn Glauner von<br />

Alpirsbacher Klosterbräu fand am 15.2. <strong>in</strong> Alpirsbach statt. Von beiden<br />

Herren kamen viele Anregungen. Das Konzept stieß auf grosses Interesse,<br />

<strong>und</strong> auch die Erfolgs<strong>aus</strong>sichten wurden dank der sehr reizvollen<br />

Lage <strong>und</strong> des <strong>in</strong>teressanten Ambientes als positiv e<strong>in</strong>gestuft. E<strong>in</strong><br />

Protokoll des Gespräches bef<strong>in</strong>det sich im Anhang.<br />

Es kamen <strong>in</strong>teressante Anregungen: Zum e<strong>in</strong>en der H<strong>in</strong>weis, den Betreiber<br />

der Dorotheenhütte <strong>in</strong> Wolfach (e<strong>in</strong>e neuere <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>) anzusprechen,<br />

<strong>und</strong> auch die Idee, die Familie Fahrner am Schliffkopf e<strong>in</strong>zubeziehen<br />

kam im Gepräch auf. Sodann wurde angeregt, e<strong>in</strong>e <strong>Glas</strong>bläserei<br />

auf dem Gelände zu betreiben, sowie die dafür erforderliche<br />

Abwärme zum Heizen der Gebäude zu verwenden.<br />

E<strong>in</strong> weiterer Gedanke war, die ebenerdig liegenden Keller des ehemaligen<br />

Gasth<strong>aus</strong>es "zur <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>" zuerst <strong>aus</strong>zubauen, <strong>und</strong> <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er<br />

ersten Stufe nur den Rest des Gebäudes zu sichern<br />

Schließlich sagte Alpirsbacher die F<strong>in</strong>anzierung e<strong>in</strong>es Projektschildes auf<br />

dem <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>ngelände zu.<br />

9. Referat für Denkmalpflege am Regierungspräsidium Karlsruhe<br />

Mit Herrn Dr. Wenz als zuständigem Landesdenkmalpfleger s<strong>in</strong>d wir<br />

ständig <strong>in</strong> Kontakt. Das Denkmalreferat Karlsruhe f<strong>in</strong>anzierte die<br />

Schadenskartierung am Geste<strong>in</strong>smahlh<strong>aus</strong>, <strong>und</strong> stellt nun auch die<br />

F<strong>in</strong>anzierung e<strong>in</strong>er sehr notwendigen Schadenskartierung am Gasth<strong>aus</strong><br />

"zur <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>" <strong>in</strong> Aussicht. E<strong>in</strong> umfassendes Statement von Dr. Wenz<br />

zur <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> bef<strong>in</strong>det sich im Anhang. E<strong>in</strong> Ortsterm<strong>in</strong> am 15.11. fand<br />

statt..<br />

Nachtrag: Die Schadenskartierung für das Gasth<strong>aus</strong> "zur <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong>"<br />

wurde seitens des Denkmalreferates beauftragt.<br />

Sehr geehrte Frau Rothfuß,<br />

danke für die Übersendung des<br />

<strong>in</strong>teressanten <strong>und</strong> e<strong>in</strong>drucksvollen<br />

Konzepts für <strong>Buhlbach</strong>.<br />

Gerne würden wir <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em persönlichen<br />

Gespräch die weitere Vorgehensweise<br />

<strong>und</strong> e<strong>in</strong>e mögliche Beteiligung unseres<br />

H<strong>aus</strong>es mit Ihnen besprechen.<br />

E<strong>in</strong> Term<strong>in</strong> Ende Februar/Anfang März<br />

wäre <strong>aus</strong> unserer Sicht ideal.<br />

Mit fre<strong>und</strong>lichen Grüßen<br />

Markus Schlör<br />

Geschäftsführer<br />

Hallo Frau Rothfuß,<br />

Sobald unsere Gutachtermittel<br />

freigegeben s<strong>in</strong>d, können wir über e<strong>in</strong>e<br />

Beauftragung für die Schadenskartierung<br />

nachdenken. Vielleicht könnten Sie mir ja<br />

schon e<strong>in</strong> Angebot zukommen lassen.<br />

Gruß<br />

Dr. Mart<strong>in</strong> Wenz<br />

Regierungspräsidium Karlsruhe<br />

Referat 25 Denkmalpflege<br />

Moltkestr. 74<br />

76133 Karlsruhe<br />

Machbarkeitsstudie Kultur <strong>und</strong> Sport <strong>in</strong> der <strong><strong>Glas</strong>hütte</strong> <strong>Buhlbach</strong>- Teil 2<br />

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