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Kein Sex mehr? Typen mit denen Sex keinen Spaß macht ...

#wunderhure #frauenunterhaltung War alles wie erwartet? „Aber klar doch.“ „Eigentlich sind wir glücklich und zufrieden“ ist ein Killer-Satz der pure Resignation ausdrückt. Mann hat sie nicht bemerkt und Frau nicht darauf geachtet. Plötzlich ist sie da, die Schwester der Gleichgültigkeit, die entsetzliche Langeweile. Und als ob das nicht genug wäre, ist die Bequemlichkeit gleich mitgekommen. Zusammen ist es eine furchtbare Sippschaft, und sie tummelt sich da, wo sie nicht hingehört - auf dem Spannbettlaken im Beziehungsbett. Das immer gleiche Rauf-Ruck-Zuck-Rein-Raus-Runter, die Handlungsreihenfolgen, die Orte und Zeiten und die mehr oder weniger enthusiastisch klingenden Geräusche - alles ist bekannt und zufriedenstellend. Keine Experimente, keine Überraschungen, verschiedene Interessen und keine Ideen. Nicht nur der Akt (der Liebe) an sich, auch der Ablauf und das Ende sind vorhersehbare Ereignisse. #wunderhure #frauenunterhaltung www.wunderhure.de www.frauenunterhaltung.de

#wunderhure #frauenunterhaltung

War alles wie erwartet?
„Aber klar doch.“
„Eigentlich sind wir glücklich und zufrieden“ ist ein Killer-Satz der pure Resignation ausdrückt. Mann hat sie nicht bemerkt und Frau nicht darauf geachtet. Plötzlich ist sie da, die Schwester der Gleichgültigkeit, die entsetzliche Langeweile. Und als ob das nicht genug wäre, ist die Bequemlichkeit gleich mitgekommen. Zusammen ist es eine furchtbare Sippschaft, und sie tummelt sich da, wo sie nicht hingehört - auf dem Spannbettlaken im Beziehungsbett.
Das immer gleiche Rauf-Ruck-Zuck-Rein-Raus-Runter, die Handlungsreihenfolgen, die Orte und Zeiten und die mehr oder weniger enthusiastisch klingenden Geräusche - alles ist bekannt und zufriedenstellend. Keine Experimente, keine Überraschungen, verschiedene Interessen und keine Ideen. Nicht nur der Akt (der Liebe) an sich, auch der Ablauf und das Ende sind vorhersehbare Ereignisse. #wunderhure #frauenunterhaltung www.wunderhure.de www.frauenunterhaltung.de

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„Eine <strong>Sex</strong>ual- und Eherevolution ist<br />

im Anzuge, entsprechend der<br />

proletarischen Revolution.<br />

Es ist naheliegend, dass der dadurch<br />

aufgerollte sehr verwickelte<br />

Fragenkomplex sowohl die Frauen<br />

wie auch die Jugend besonders<br />

beschäftigt.<br />

Sie leidet wie jene ganz besonders<br />

schwer unter den heutigen sexuellen<br />

Missständen. Sie rebelliert <strong>mit</strong> dem<br />

vollen Ungestüm ihrer Jahre<br />

dagegen. Das begreift sich. Nichts<br />

wäre falscher, als der Jugend<br />

mönchische Askese zu predigen und<br />

die Heiligkeit der schmutzigen<br />

bürgerlichen Moral.“<br />

Lenin


[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

____________________<br />

Inhalt<br />

<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong><br />

• Das harmoniesüchtige Kuschelmonster<br />

• Der nachlässige Bequemling<br />

• Das Phlegma<br />

• Das ignorante Haustier<br />

• Der stille Passive<br />

• Das fanatische Fernsehmonster<br />

• Der skeptische Pessimist<br />

• Der kleingeistige Nörgler<br />

• Der pedantische Geizhals<br />

• Der Pedant<br />

• Das arme Schwein<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

• Der fanatische Märtyrer<br />

• Der konsequent Moralische<br />

• Der frustrierte Ästhet<br />

• Die schweigsame Rückenlage<br />

• Das unbedarfte Lieschen<br />

• Das schüchterne Amelie-Blümchen<br />

• Das abhängige Klammerbeutelchen<br />

• Das monogame Gewohnheitstier<br />

• Die Nacktschnecke<br />

• Mutti und Vati<br />

• Der ewig Gestresste<br />

• Die Dumpfbacke<br />

Nachsätze<br />

Impressum<br />

Meine Schutz und Nutzungsrechte<br />

© Copyright by Raoul Yannik www.raoulyannik.de Seite 3


[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Im alten Griechenland verlangte der Gesetzgeber vom Gatten, dass er<br />

seiner Ehefrau dreimal im Monat beiwohnen müsse<br />

und die Ehefrau hatte das Recht wegen Nichterfüllung der ehelichen<br />

Pflichten zu klagen.<br />

Aristoteles, Staatsverfassung der Athener 56; Alkiphr. I, 6<br />

____________________<br />

War alles wie erwartet?<br />

„Aber klar doch.“<br />

„Eigentlich sind wir glücklich und zufrieden“ ist<br />

ein Killer-Satz der pure Resignation ausdrückt.<br />

Mann hat sie nicht bemerkt und Frau nicht darauf<br />

geachtet. Plötzlich ist sie da, die Schwester der<br />

Gleichgültigkeit, die entsetzliche Langeweile. Und<br />

als ob das nicht genug wäre, ist die Bequemlichkeit<br />

gleich <strong>mit</strong>gekommen. Zusammen ist es eine<br />

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Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt


[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

furchtbare Sippschaft, und sie tummelt sich da, wo<br />

sie nicht hingehört - auf dem Spannbettlaken im<br />

Beziehungsbett.<br />

Das immer gleiche Rauf-Ruck-Zuck-Rein-Raus-<br />

Runter, die Handlungsreihenfolgen, die Orte und<br />

Zeiten und die <strong>mehr</strong> oder weniger enthusiastisch<br />

klingenden Geräusche - alles ist bekannt und<br />

zufriedenstellend. <strong>Kein</strong>e Experimente, keine<br />

Überraschungen, verschiedene Interessen und<br />

keine Ideen. Nicht nur der Akt (der Liebe) an sich,<br />

auch der Ablauf und das Ende sind vorhersehbare<br />

Ereignisse.<br />

Mit zunehmender Beziehungsdauer erlangt<br />

man sogar die Fähigkeit in die Zukunft zu blicken.<br />

An den bereitliegenden Utensilien ist nicht nur die<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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unausgesprochene Aufforderung zur Pflichtübung,<br />

auch der Ablauf absehbar. Sogar der Griff zur<br />

bekannten Zigarette danach, den man früher, in<br />

längst vergessenen Zeiten <strong>mit</strong> liebevoll-verklärten<br />

Augen beobachtet hatte, lässt keine erotische<br />

Spannung <strong>mehr</strong> aufkommen. Der Verlust von<br />

euphorisch bejubelter Qualität zieht nachlassende<br />

Quantität nach sich. Aus Begeisterung entsteht<br />

Zufriedenheit. Der nächste Schritt ist Routine, die<br />

unvermeidbar zur Langeweile führt.<br />

Ist es dir auch schon aufgefallen? <strong>Sex</strong> ist<br />

überall - im Internet, in der Werbung, im Fernsehen,<br />

im Supermarkt, in der City und am Kiosk. Niemand<br />

kann sich der geballten Kraft der Erotik entziehen.<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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<strong>Sex</strong> wird wie ein Burger-Menü konsumiert und ist<br />

der Burner aller Dinge. Die Menschen reden offen<br />

und ohne Hemmungen und es gibt kaum noch<br />

Tabus, solange es nicht das eigene <strong>Sex</strong>leben betrifft.<br />

Dann herrscht stillschweigende Übereinstimmung.<br />

Die längst überfälligen Handlungen werden wieder<br />

einmal unterlassen, weil man, bevor man sich<br />

aufrafft einsieht, dass die Tat als Pflichterfüllung<br />

enttarnt und missverstanden werden könnte.<br />

Fehlt dir etwas? Vermisst du die spontane<br />

Begeisterung, <strong>mit</strong> den fanatischen Höhepunkten<br />

der grenzenlosen Lust(f)kicks?<br />

Vielleicht steht dir der Sinn nach dem<br />

ultimativen Erlebnis deiner feuchtwarmen Träume,<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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und nicht nach Altbekanntem und routiniert<br />

Bewährtem?<br />

Alles vorbei, und es ist besser, du denkst nicht<br />

<strong>mehr</strong> daran. Denn jetzt bist du in einer festen<br />

Verbindung <strong>mit</strong> Regeln und Routine gefangen, aus<br />

der es kein Entrinnen gibt.<br />

Du weißt es, aber du leugnest es und du<br />

versuchst es zu verdrängen. Um dich wachzurütteln,<br />

muss ich es dir <strong>mit</strong> schonungsloser Offenheit sagen:<br />

Zufriedenstellender <strong>Sex</strong> ist wie Großkantinenessen.<br />

Es <strong>macht</strong> satt, aber es erzeugt keine Begeisterung.<br />

Aus zufriedenstellenden Höhepunkten entsteht nur<br />

der Durchschnitt, den man nicht will, den man <strong>mit</strong><br />

viel Gestöhne garniert erreichen muss, da<strong>mit</strong> das<br />

soziale Gefüge nicht auseinander bricht. Man hat<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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sich daran gewöhnt, weil es praktischer und<br />

verfügbarer <strong>Sex</strong> ist, und früher oder später<br />

wichtigere Dinge im Leben gibt als ehelichen <strong>Sex</strong>.<br />

Liegt es an der Betrachtungsweise? Mit<br />

zunehmender Dauer stumpfen nicht nur die Seh-,<br />

sondern auch die Geschmacksnerven ab. Aus der<br />

immer gleichen Pflicht <strong>mit</strong> einem Partner den man<br />

kennt, über den man sich ärgert, und den man<br />

eigentlich nicht <strong>mehr</strong> will, entsteht die Last <strong>mit</strong> der<br />

Lust, die konstitutionelle und ästhetische Qual die<br />

man besser vermeidet.<br />

Die kleine Begeisterung, die in der ersten<br />

Beziehungszeit die Liebe und da<strong>mit</strong> den Grad der<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Erregung bestimmt hat, ist verschwunden. Langsam<br />

und am Anfang unbemerkt hat sich die Spannung<br />

aus der Lustbatterie entladen. Geblieben sind die<br />

Erinnerungen und der beherzte Griff <strong>mit</strong> der Hand,<br />

oder zur vibrierenden Technik. Manch unauffällig<br />

herumliegende Haushaltsgeräte, vom<br />

Arbeitshandschuh aus Latex, über das formschöne<br />

Parfümfläschchen, bis zur elektrischen Zahnbürste,<br />

werden zum heimlichen Retter der Lust - über den<br />

man nicht spricht, denn die banale Hauptsache ist,<br />

dass er seinen Zweck erfüllt.<br />

Brauchst du meine Hilfe und Rettung für die<br />

mal wieder längst überfälligen Betätigungen im<br />

sexuellen Bereich? Nehmen wir einmal, also nur<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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ganz theoretisch an, dass du lieber männlicher Leser<br />

absolut keine Lust auf eine verträumte<br />

Diskussionsrunde, zum Beispiel über den neuesten<br />

Gedichtband, der deiner Partnerin von<br />

wohlmeinenden Freundinnen im Ikebana-Kurs so<br />

wärmstens empfohlen wurde, im romantischen<br />

Kerzenlicht <strong>mit</strong> anschließender, körperlicher<br />

Betätigung hast. Dann kann dich die Fernbedienung<br />

deines Fernsehgeräts retten, und das geht so:<br />

Nimm die Fernbedienung fest und entschlossen in<br />

die rechte Hand (vorausgesetzt du bist<br />

Rechtshänder). Dann drücke wahllos verschiedene<br />

Tasten und sprich, <strong>mit</strong> starrem Blick auf den<br />

Bildschirm, den beiläufig klingenden Satz: „Schatz,<br />

ich will nur noch ganz kurz die Sendung zu Ende<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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sehen, geh du schon mal ins Bett, ich komm dann<br />

gleich nach.“<br />

Wie <strong>mit</strong> magischer Kraft ist die geliebte<br />

Partnerin über ihrem spannenden Gedichtband<br />

eingeschlafen, bevor die Sendung zu Ende ist. Die<br />

Fernbedienung hat dich wieder einmal gerettet.<br />

Suchst du die Schuld bei dir, oder quälst du<br />

dich <strong>mit</strong> Selbstzweifeln wegen reduzierter Libido?<br />

Vielleicht ist nur eine latente Unzufriedenheit die<br />

banale Ursache für die Todesruhe im Glied? Mein<br />

Freund, liebe Leserin und interessierter Leser, wollt<br />

ihr euch nicht da<strong>mit</strong> abfinden? Gehörst du, und<br />

vielleicht auch du, oder auch du zu den Aktiven?<br />

Spielst du <strong>mit</strong> dem Gedanken, vom ziemlich<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

uninteressierten Partner mal wieder richtig<br />

angeschärft zu werden? Vielleicht suchst du den in<br />

der traditionellen Hausfrauenrolle versteckten,<br />

supererotischen Vamp. Sehnst du dich zur<br />

Abwechslung mal nach teurem Lack und<br />

feuchtglänzendem Latex in der Natur?<br />

Höre ich da: „Alles schön und gut, aber das ist<br />

mir zu teuer und zu kalt.“<br />

Du denkst eher an eine kostengünstighemmungslose<br />

Überraschung ohne Slip?<br />

Ich kann dir keine Hoffnung machen. Auch das<br />

Illegale ist in der legalen Beziehung nur ein kleines<br />

Antörnerchen <strong>mit</strong> sehr begrenzter Standhaftigkeit.<br />

Manche Beziehungstherapeuten empfehlen<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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zum Aufpoppen des eingeschlafenen Ehelebens<br />

eine ausgefallene und verführerische Dekoration<br />

<strong>mit</strong> glimmenden Räucherstäbchen, zärtlich<br />

gehauchtem Lustgebläse, garniert <strong>mit</strong> sinnlichen<br />

Streicheleinheiten auf sorgfältig drapierten<br />

Rosenblättern auf der Auslegeware. Dazu viel Zeit<br />

und unbedingt eine andere Reihenfolge des<br />

üblichen erotischen Pflichtmenüs, innig verziert <strong>mit</strong><br />

vibrierenden Sättigungsbeilagen aus<br />

gefühlsweichem Plastik und visuell unterlegt <strong>mit</strong> der<br />

neuesten DVD, diskret geliefert von der leider<br />

verstorbenen Beate U. aus F.?<br />

Vergiss es. Es ist nur graue Theorie, angedacht<br />

und entwickelt von beschäftigungslosen<br />

Psychotherapeutinnen <strong>mit</strong> dem Traum von vielen<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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Männern, die einen weiten Bogen um dieselben<br />

machen. Der große Schritt von der qualvollen Pflicht<br />

zur lustvollen Kür hat ein ähnliches<br />

Besteigungshandicap wie die Eiger-Nordwand im<br />

herbstlichen Schneesturm. Ohne Lust will da<br />

niemand rauf, wenn man sich alles bequem vom<br />

Fernsehsessel aus ansehen kann, sofern man die<br />

gefühlte Kälte mag.<br />

In der Not und im Krieg beginnt man<br />

nachzudenken, weil man muss. Kann die kribbelnde<br />

Spannung <strong>mit</strong> einem Partner wirklich eine längere<br />

Zeit, oder sogar ein ganzes Leben halten?<br />

Jeder kennt die Antwort, niemand spricht es<br />

aus und die meisten wagen nicht zu fragen, was sie<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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schon immer fragen wollten. Überall ist sprachlose<br />

Ratlosigkeit, denn die schonungslose Wahrheit wäre<br />

unerträglich. Nur eines ist sicher: Proportional zur<br />

abnehmenden Leidenschaft wächst klammheimlich,<br />

aber immer stärker werdend, die Lust auf fremde<br />

Variationen der Genüsse.<br />

Möglicherweise suchst du Antworten auf die<br />

Fragen: „Ich liebe sie doch, aber warum ist unser<br />

Beziehungs- und Eheleben eingeschlafen? Warum<br />

hat sie keine Lust <strong>mehr</strong>?“<br />

Manchmal sind die Antworten auf große<br />

Fragen sehr einfach. Es sind die No-<strong>Sex</strong>-<strong>Typen</strong>, <strong>mit</strong><br />

<strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>, oder die keine Lust<br />

auf <strong>Sex</strong> haben. Da<strong>mit</strong> du dich besser orientieren<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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kannst, konnte ich nicht alle, aber einige für dich<br />

identifizieren. Dem einen oder der Anderen ist<br />

vielleicht noch zu helfen, aber die Mehrzahl der No-<br />

<strong>Sex</strong>-<strong>Typen</strong> ist für ein lustvolles <strong>Sex</strong>leben für immer<br />

verloren. Falls ich ein besonderes Exemplar<br />

vergessen haben sollte, oder du eines kennen<br />

solltest, schreib mir. Ich freue mich auf deinen<br />

Bericht.<br />

Aber nun urteile selbst.<br />

Dein <strong>mit</strong>fühlender und <strong>mit</strong>leidender Freund<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Aus dem Willen zur Harmonie entsteht Ruhe –<br />

der Friedhof der Leidenschaften.<br />

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Das harmoniesüchtige Kuschelmonster<br />

gehört zu den liebenswerten No-<strong>Sex</strong>-Wesen. Der<br />

rituelle Kuschelsamstagabend und der gemütliche<br />

Kuschelsonntag vor dem Fernseher gehen dem<br />

(vorwiegend weiblichen) Kuschelmonster über alles.<br />

Geordnete Streichel- und sanfte Kuschelexzesse,<br />

möglichst in bequemer Seitenlage auf der<br />

Wohnzimmercouch, sind Balsam für seine<br />

harmoniesüchtige Seele. Aber das Kuschelmonster<br />

weiß nicht, dass sein Hang zu Harmonie und<br />

Seite 18<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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Bequemlichkeit die erotische Anziehungskraft<br />

zerstören. Die Sucht nach gemütlich-bequemem<br />

Kuscheln wirkt einschläfernd und lässt keine Erotik<br />

aufkommen. Wilder und hemmungsloser <strong>Sex</strong> und<br />

kuschelige Bequemlichkeit passen nun mal nicht<br />

zusammen.<br />

Nur manchmal, in ganz besonderen<br />

Situationen, aufgerüttelt durch besondere<br />

Lebensumstände und wieder frei von jeder<br />

Beziehung, geht das harmoniesüchtige<br />

Kuschelmonster auf die Jagd. Sein Überlebenswille<br />

gibt ihm die Kraft zum Täuschen und Fallenstellen.<br />

Skrupellos spielt es seinen ahnungslosen Opfern<br />

geile Lust und liebevolle Häuslichkeit vor. Aber<br />

sobald die Beute, blind vor Lust und Liebe erlegt ist,<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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zeigt es wieder sein wahres Wesen und beginnt zu<br />

kuscheln, zu schnuffeln und zu schmusen.<br />

Wer eine sexlose, aber liebevolle Beziehung<br />

sucht, ist <strong>mit</strong> dem harmoniesüchtigen<br />

Kuschelmonster gut bedient. Zur Belohnung für den<br />

<strong>Sex</strong>verzicht bekommt man ein überaus treues und<br />

pflegeleichtes Hauswesen. Mehr kann man<br />

eigentlich nicht erwarten.<br />

____________________<br />

Du bist harmoniesüchtig und hasst Streit und<br />

Diskussionen. Das ist gut, aber nicht für dich. Deine<br />

Wünsche, deine Ziele und deine Rechte werden<br />

halbiert, aber deine Pflichten verdoppelt. Alle<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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wissen, dass von dir keine Gegenwehr zu erwarten<br />

ist. Klage nicht über das Elend der Welt. Niemand<br />

hat Lust, dein alles Elend der Welt ausdrückendes<br />

Schweigen, deine Mimik und deinen vorwurfsvollen<br />

Blick zu ertragen.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Du wünschst dir ein anderes, ein besseres oder ein interessanteres<br />

Leben? Tu es nicht, du besitzt nur dieses Leben. Es liegt an dir, wie du<br />

es gestaltest. Verbringst du den Tag <strong>mit</strong> dem Warten auf die<br />

Ereignisse? Dann hast du etwas verloren. Es ist die Neugier, die aus<br />

leeren und langweiligen Tagen ein erfülltes Leben <strong>macht</strong>. Pflege und<br />

fördere die Neugier wie eine wertvolle Pflanze. Wenn sich deine<br />

Liebe von dir entfernt, kann es <strong>mit</strong> fehlender Neugier<br />

zusammenhängen.<br />

____________________<br />

Der nachlässige Bequemling ist vorwiegend<br />

männlich, und ein entfernter Verwandter des<br />

harmoniesüchtigen Kuschelmonsters. Er (manchmal<br />

auch sie) stammt verwandtschaftlich gesehen aus<br />

einer Seitenlinie und war nicht immer so. Früher,<br />

vor langer Zeit vielleicht, war es der Traummann<br />

Seite 22<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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oder die sinnliche Geliebte. Aber durch lange<br />

Ehejahre abgenutzt, hat sich daraus ein weitgehend<br />

geschlechtsloser, aber dafür nachlässiger und sehr<br />

aus der Form geratener Bequemling entwickelt. Ein<br />

wesentliches Merkmal ist, dass er (oder „es“) seine<br />

Beine nur selten gebraucht.<br />

Auch an der Kleidung kann man den<br />

nachlässigen Bequemling erkennen. Sie trägt<br />

vorzugsweise ihre „Liebe-mich-wegen-meines-<br />

Verstandes-Leggins“, und er schwört auf die<br />

Bequemlichkeit seiner blaugrauen Adidas-<br />

Jogginghose. Beide wussten, aber haben inzwischen<br />

vergessen, dass das Auge der erotischste Körperteil<br />

ist, und <strong>Sex</strong> etwas <strong>mit</strong> der Optik zu tun hat.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Leider ist dieses Wesen nicht ganz so<br />

harmoniesüchtig wie das Kuschelmonster, denn<br />

seine Gedanken drehen sich nicht <strong>mehr</strong> um seine<br />

Partnerin. Sein Trieb konzentriert sich in einer<br />

unüberwindbaren Liebe auf sein bequemes Sofa.<br />

<strong>Sex</strong> <strong>mit</strong> dem nachlässigen Bequemling <strong>macht</strong><br />

<strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong>. Seine Unbeweglichkeit ist die Ursache<br />

für Erfolglosigkeit und oft genug auch für zu wenig<br />

Geld in der Haushaltskasse. Da<strong>mit</strong> wird der<br />

nachlässige Bequemling zur Quelle für Frust und<br />

ständigen Ärger.<br />

Manchmal, in besonderen Krisensituationen<br />

besinnt sich der nachlässige Bequemling. Dann rafft<br />

er sich auf und erledigt seine Pflichten. Aber oft ist<br />

Seite 24<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

jede Hoffnung vergebens, denn der<br />

Mutationsprozess ist nicht aufzuhalten.<br />

____________________<br />

Du findest immer die passende<br />

Entschuldigung und Ausrede? Bleib so, aber denk<br />

an die Folgen. Wer sich aus Trägheit und<br />

Bequemlichkeit bevormunden lässt, anstatt selbst<br />

zu handeln und zu denken, braucht sich nicht zu<br />

wundern, wenn die Ziele der Anderen darin<br />

bestehen, nützliche Werkzeuge zu schaffen.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

____________________<br />

Vier Freunde wollten sich aufmachen, um eine Frau fürs Leben zu<br />

finden. Nach den ersten Schritten standen sie vor einem Stein. Der<br />

Sanguiniker setzte sich <strong>mit</strong> einem Sprung über den Steinblock hinweg<br />

und wanderte munter weiter.<br />

Der Choleriker geriet in Wut und Zorn, weil er sich wieder einmal bei<br />

seinen Unternehmungen gestört fühlte. Er schleudert den Stein<br />

beiseite. Laut schimpfend setze er seinen Weg fort.<br />

Der Melancholiker sah den Stein. Dann umrundete er den Stein und<br />

dachte über die Ursachen und möglichen Folgen nach. Dann verfiel er<br />

in traurige Gedanken. Ihm fiel ein, dass in seinem Leben noch nie<br />

etwas „reibungslos“ verlaufen war. Betrübt setze er sich am Wegrand<br />

ins Gras.<br />

Der Phlegmatiker jedoch fand schon zu Hause das Aufstehen und<br />

Suchen zu mühsam. Beim Gedanken an einen Stein, der vielleicht auf<br />

dem Weg liegen könnte, entschloss er sich, im Bett liegen zu bleiben.<br />

____________________<br />

Das Phlegma ist eine Mutation des<br />

Seite 26<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

nachlässigen Bequemlings. Während der<br />

nachlässige Bequemling (vielleicht) noch zu retten<br />

ist, gibt es für das weitgehend geschlechtslose<br />

Phlegma keine Chance. Es bewegt sich sowohl<br />

geistig, wie körperlich und optisch innerhalb sehr<br />

enger, jede Lust tötender Grenzen. Es verlässt<br />

seinen Bau nur selten. Sogar hochwirksame<br />

Wohngiftmischungen, wie zum Beispiel Billy und<br />

Knut versagen. Im Gegenteil, schwedische Möbel<br />

scheinen für eine schnelle Ver<strong>mehr</strong>ung zu sorgen.<br />

Das Phlegma findet seine Erfüllung in Tage<br />

und Wochen andauernden Computerspielen, und in<br />

endlosen Fernseh-Sessions.<br />

Man erkennt das Phlegma auch an seinen<br />

Sprüchen, die vielleicht so klingen: „Warum müssen<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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wir ausgehen? Reicht es nicht, dass ich es weiß,<br />

dass wir verheiratet sind, müssen es alle wissen?“<br />

Wer wie Al Bundy denkt, gehört zu dieser Gattung.<br />

Dazu kommt ausgeprägte, sehr negative<br />

Lebenseinstellung, diverse kleine und große Leiden<br />

und ein weitgehend verkümmerter Drang etwas zu<br />

tun und zu erreichen.<br />

<strong>Sex</strong> <strong>macht</strong> <strong>mit</strong> dem Phlegma <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong>, und<br />

wenn es doch mal dazu kommt, dann ist es <strong>mehr</strong><br />

ein benutzt werden. Einen Ausweg aus der No-<strong>Sex</strong>-<br />

Falle gibt es kaum. Wer <strong>mit</strong> einem Phlegma<br />

verbunden ist, nimmt dessen Eigenschaften an. Oft<br />

nur <strong>mit</strong> größter Mühe kann man sich daraus<br />

befreien. Die beste Medizin ist die Flucht zu einer<br />

Seite 28<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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freudvolleren Alternative.<br />

____________________<br />

Kennst du das Frosch-Experiment? Nehmen<br />

wir an, du würdest einen lebenden Frosch in einen<br />

Topf <strong>mit</strong> heißem Wasser setzen, dann hüpft dein<br />

Frosch sofort wieder heraus. Es ist im zu heiß, und<br />

er will seine Situation ändern. Wenn du ihn in kaltes<br />

Wasser setzt und das Wasser langsam erhitzt, bleibt<br />

er ruhig sitzen bis er verendet. Er kann sich nicht<br />

selbst aus seiner Lage befreien. Vielleicht sagt er zu<br />

sich, ich versuch es nicht, noch halte ich es aus. Das<br />

Phlegma ist stark. Es hält die Hitze auch dann aus,<br />

wenn sich sein Partner <strong>mit</strong> Aktiveren vergnügt.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

____________________<br />

Ich will <strong>mit</strong> dir nicht über meine Probleme reden. Wenn du bis jetzt<br />

nicht nachgedacht hast, dann mach dir jetzt auch keine Gedanken<br />

über meine Probleme. Nur wenn du einen Weg weißt, dann höre ich<br />

dir gern zu. Wenn du trotzdem sprichst, werde ich dir meine<br />

Bedürfnisse verschweigen um die Ordnung aufrecht zu erhalten.<br />

Denn im Zusammenleben <strong>mit</strong> dir ist Schweigen die bessere<br />

Alternative.<br />

____________________<br />

Das ignorante Haustier lebt <strong>mit</strong>ten unter uns,<br />

in modernen Neubauwohnungen, in luxuriösen<br />

Villen und im gediegenen Reiheneckhaus. Das<br />

männliche und das weibliche, ignorante Haustier<br />

leben aus unerfindlichen Gründen zusammen. Aber<br />

es gibt keine Interessen- oder<br />

Seelenverwandtschaft.<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

Dazu kommt eine besondere Art der<br />

Kommunikation, die frei von jeder bekannter Logik<br />

ist. Ein „typischer“ Satz kann zum Beispiel sein:<br />

„Steck dir deinen Fraß in den Arsch“, worauf das<br />

weibliche Haustier vielleicht antwortet: „Ich arbeite<br />

den ganzen Tag, du kannst dich auch mal drum<br />

kümmern“, um sich danach wieder bequem auf<br />

dem Sofa auszustrecken und die Fernsehshows<br />

weiter zu verfolgen.<br />

Wie der Dialog, der übrigens aus dem Leben<br />

gegriffen ist, weitergeht, weiß ich nicht. Aber ich<br />

habe lange darüber nachgedacht. Vielleicht<br />

versuchen die Beiden einen gut erhitzten<br />

Bohneneintopf in nicht dazu bestimmte<br />

Körperöffnungen einzuführen. Welcher Sinn hinter<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

____________________<br />

diesem geheimnisvollen Ritual steckt, blieb mir<br />

allerdings verborgen.<br />

Eigentlich hasst das männliche Lebewesen<br />

sein Leben, es kann nicht essen, kann nicht<br />

schlafen, kann nicht seine Frau im Garten<br />

vergraben, verriet mir Al Bundy. Bitte frag nicht, ob<br />

<strong>Sex</strong> <strong>mit</strong> einem ignoranten Haustier <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>, ich<br />

behaupte, <strong>Sex</strong> <strong>mit</strong> einem Besenstiel <strong>macht</strong> <strong>mehr</strong><br />

<strong>Spaß</strong>.<br />

____________________<br />

Du musst dir die Frage nach dem „Warum“<br />

nicht stellen. Vergiss die Vernunft, denn du wirst<br />

geliebt weil du so bist wie du bist. Es ist keine Liebe,<br />

wenn deine Fehler nicht für Tugenden gehalten<br />

Seite 32<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

werden. Trotzdem viel <strong>Spaß</strong>, weil ich dich jetzt<br />

verlassen muss.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

____________________<br />

Es gibt nur einen wesentlichen Unterschied zwischen Aktiv und<br />

Passiv. Es ist der Unterschied zwischen Leben und Tod.<br />

____________________<br />

Der stille Passive ist eigentlich der ideale<br />

(vorwiegend männliche) Ehepartner. Pflegeleicht,<br />

nicht störend und im heimischen Umfeld ruhig und<br />

genügsam. Wenn nur das Problem <strong>mit</strong> den<br />

ehelichen Pflichten nicht wäre. Er braucht kräftige<br />

Anstöße sonst geschieht nichts und das schon<br />

ziemlich lange. Aber so richtig weiß niemand was er<br />

eigentlich wirklich will, denn seine sprachlichen<br />

Ausdrucksmöglichkeiten sind beschränkt. Oft finden<br />

sich, vielleicht aus einer Laune der Natur heraus,<br />

zwei stille Passive. Dann reduziert sich die<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

Verständigung auf das absolut Notwendigste. Es<br />

sind sinnlose Geräusche, unseren Worten ähnlich,<br />

die aus einem gequetscht-genuschelten „Ja“, einem<br />

sehr undeutlich-schwammigen „Nein“, oder<br />

vielleicht einem entscheidungsstarken „schau´n wir<br />

mal“ bestehen. Mehr kann der stille Passive nicht<br />

sprechen.<br />

„Er“ (oder Es) kann manchmal Stunden, oder<br />

sogar Tage schweigen und still vor sich hin glotzen,<br />

während sie vielleicht von belanglosen Dingen<br />

erzählt, die ihn noch nie interessiert haben. Beide<br />

leben zusammen, aber jeder abgeschottet in einer<br />

eigenen Welt. Die Beiden empfinden nur noch<br />

grundlose Gefühle füreinander, die sich den<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

____________________<br />

Gesetzen unserer Logik entziehen. Aber zwischen<br />

seinen verkümmerten Empfindungen und der<br />

gemeinsamen Sprachlosigkeit scheint ein direkter<br />

Zusammenhang zu bestehen.<br />

Falls du <strong>Sex</strong> <strong>mit</strong> einem stillen Passiven haben<br />

solltest, erkennst du sein wahres Wesen am<br />

Geschehen was ergeben geschehen muss. Nur<br />

sexuelle Raffinesse, gepfeffert <strong>mit</strong> kreativexzessiven<br />

Aktionen sind vom stillen Passiven nicht<br />

zu erwarten.<br />

Manchmal, oft in der Anfangszeit einer<br />

Beziehung, wird das Verhalten des stillen Passiven<br />

<strong>mit</strong> Verletzungen, resultierend aus früheren<br />

Beziehungen entschuldigt. Aber früher oder später<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

erkennt jeder, dass <strong>Sex</strong> <strong>mit</strong> dem stillen Passiven<br />

nicht wirklich <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>, und man es besser<br />

unterlässt.<br />

____________________<br />

Irgendwann wirst auch du begreifen, dass es<br />

einen direkten Zusammenhang zwischen<br />

Erfolglosigkeit und Geschwindigkeit gibt. „Ich kann<br />

nicht“ ist dein hörbarer Ausdruck von<br />

Entschlusslosigkeit. Entschlusslosigkeit beginnt bei<br />

kleinen Dingen. Und wenn dir kleine<br />

Entscheidungen schon so schwer fallen, dann wird<br />

es bei größeren Entscheidungen erst so richtig<br />

kompliziert, <strong>mit</strong> Auswirkungen auf das ganze Leben.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

____________________<br />

Darum wunder dich nicht, wenn es nicht so läuft,<br />

wie du es gern hättest.<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

Langeweileficken, Frustficken und Zwangsficken sind die Zerstörer<br />

jedes Begehrens. Alle drei Varianten sind häufig und erzeugen durch<br />

den Zwang etwas tun zu müssen, nur Abneigung. Wenn dir langweilig<br />

ist, wenn du gefrustet bist, versuche diesen Zustand nicht durch <strong>Sex</strong><br />

zu ändern. Sonst kann es passieren, dass sich dein Liebesleben nicht<br />

wieder davon erholt.<br />

____________________<br />

Das fanatische Fernsehmonster ist ein<br />

putziges und von seiner Wesensart ein<br />

pflegeleichtes Lebewesen. Vorwiegend liegend,<br />

beschäftigt es sich <strong>mit</strong> modernen, technischen<br />

Gerätschaften die einfach zu handhaben sind, und<br />

keine anstrengenden Denk-oder motorischen<br />

Leistungen erfordern. Der Top-Favorit unter seinen<br />

Lieblingsspielzeugen ist ein kleines, meist<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

____________________<br />

schwarzes, aber manchmal auch silbergraues<br />

Plastikkästchen, auf <strong>denen</strong> das weibliche, aber auch<br />

die männliche Kreatur seine Fingerspitzen bewegt.<br />

Nie wird ihnen das Spiel der Finger auf den Tasten<br />

langweilig. Die ganze Energie fließt in die<br />

Fingerspitzen und entzieht dem Körper die Kraft.<br />

Tag und Nacht bewegen sich die flinken Finger,<br />

während sich der restliche Körper, als fast lästig<br />

erscheinendes Anhängsel, ausdehnt.<br />

„Schatz, ich mach schon mal den Fernseher<br />

aus, es wäre doch schön, wenn wir wieder mal<br />

zusammen ins Bett gehen.“ Mit diesem Satz<br />

scheiterte mein Versuch, so ein Wesen zurück ins<br />

Leben zu holen. Zeternd und keifend hielt es sein<br />

geliebtes Plastikkästchen fest, und meine Hand<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

zuckte zurück. Aus den ehemals liebevollen und<br />

warmen Augen hatte sich ein hasserfüllter Blick<br />

entwickelt, der durch mich hindurch zu sehen<br />

schien. Die Entscheidung war gefallen, ich war nicht<br />

<strong>mehr</strong> wesentlich, sondern nur noch eine lästige<br />

Sichtblende. Nach diesen schweren Erfahrungen<br />

habe ich eine schlüssige Theorie entwickelt: Das<br />

Leben hat sich in den Fingern des fanatischen<br />

Fernsehmonsters konzentriert. Der Körper ist nur<br />

noch ein aufgequollenes Anhängsel. Auch die<br />

Ursache hatte ich nach eingehenden<br />

Beobachtungen identifiziert. Das Spiel <strong>mit</strong> dem<br />

Kästchen ist eine stille Form der Revolution gegen<br />

die unerträglichen Lebensumstände des<br />

Zusammenlebens.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

____________________<br />

Falls du ein fanatisches Fernsehmonster in<br />

deinem Heim vegetieren lässt, nimm ihm niemals<br />

das Plastikkästchen weg. Es ist sein Lebensinhalt<br />

und sein Fenster zu den Weiten der Welt. Ohne sein<br />

geliebtes Kästchen würden seine Finger<br />

verkümmern und es wäre in kürzester Zeit sein<br />

qualvolles Ende, denn es könnte sich nicht <strong>mehr</strong><br />

selbst versorgen und müsste <strong>mit</strong> aufgeschnittenen<br />

Brötchen, zwischen <strong>denen</strong> sich ein graue<br />

Fleischklopse befinden, künstlich ernährt werden.<br />

Falls du, was ich nicht denke, irgendwann mal<br />

das Bedürfnis nach <strong>Sex</strong> verspürst, vergiss das<br />

fanatische Fernsehmonster. Es hat besseres zu tun.<br />

____________________<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

Ich sehe es ein, es ist einfach, sich treiben zu<br />

lassen. Das kann lange Zeit recht gut funktionieren.<br />

Aber die Welt verändert sich und die Illusion ist<br />

nicht die Realität. In der Verbindung <strong>mit</strong> den Sätzen:<br />

„Ich bin halt so. Ich kann das doch sowieso nicht<br />

ändern“, wirst du zum Opfer deiner Lethargie. Bleib<br />

so, und du kultivierst deine geistige und körperliche<br />

Bewegungslosigkeit in einem so hohen Maße, dass<br />

du unfähig wirst, die einfachsten Dinge klar zu<br />

erkennen.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

____________________<br />

„Steh auf. Wir leben im besten Land der Welt.“<br />

„Ich trau mich nicht. Was kann ich allein schon ausrichten.“<br />

„Du bist Deutschland. Du gehörst dazu – zur Mehrheit.“<br />

„Ich fürchte, du hast Recht.“<br />

____________________<br />

Der skeptische Pessimist war für<br />

leidenschaftlichen <strong>Sex</strong> noch nie geeignet. Jeder<br />

Versuch einen Rest an Sinnlichkeit zu wecken<br />

scheitert. Seine negative Wesensart ist einfach<br />

stärker und dazu noch hoch infektiös.<br />

Das Zusammenleben <strong>mit</strong> dem skeptischen<br />

Pessimisten ist ein ständiger Anlass für Frust und<br />

Ärger. Er (oder sie) sieht nur Stolpersteine auf<br />

seinem Weg, dem einzig richtigen Weg den man<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

besser nicht geht, weil er gefährlich ist und nur in<br />

den Untergang führt. Das Leben <strong>mit</strong> dem<br />

Pessimisten ist nicht einfach. Seine für<br />

Außenstehende oft gut getarnte Einstellung, flüstert<br />

ihm ein: „Du traust dich nicht, du bist klein und<br />

minderwertig.“ Er hinterfragt, zweifelt, hadert <strong>mit</strong><br />

seinem Schicksal. Darum ist Pessimisten-Ficken<br />

auch eine ziemlich freudlose Angelegenheit, die hin<br />

und wieder erledigt werden muss, weil man muss.<br />

<strong>Sex</strong> <strong>mit</strong> Pessimisten verdirbt nur die gute Laune und<br />

die Lust am Leben. Darum lass es.<br />

____________________<br />

Du hast es immer gewusst. Deine<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

____________________<br />

Prophezeiungen sind eingetroffen. Es war doch gar<br />

nicht so schwer. Je <strong>mehr</strong> du <strong>mit</strong> einem Misserfolg<br />

rechnest, desto sicherer trifft er dich. Darum pfleg<br />

deine negativen Gedanken. Verbring deine Zeit <strong>mit</strong><br />

der Suche nach den Hindernissen. Wenn du eine<br />

Hürde gefunden hast, verändern den Blickwinkel<br />

und die Distanz. Klein erscheinende Hindernisse<br />

haben die Eigenschaft, <strong>mit</strong> zunehmender<br />

Betrachtung größer zu werden. Deine Frau denkt an<br />

dich, in den Armen eines Anderen.<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

Nachlässigkeiten in der Familie kannst du nicht tolerieren.<br />

Du denkst, dass du dich selbst betrügst, wenn du die vielen Fehler,<br />

die du siehst und die dir nicht passieren können, durchgehen lässt?<br />

Du bist auf der Suche nach den Dingen, die falsch laufen.<br />

Du kannst es besser und schneller?<br />

Nur darum jagst du die Menschen in die Flucht - da<strong>mit</strong> alles seine<br />

Ordnung hat.<br />

____________________<br />

Der kleingeistige Nörgler ist im Gegensatz<br />

zum skeptischen Pessimisten eher lauter,<br />

penetranter, gegen alles, aber das ständig. Er ist<br />

auch als Kritiker, Querulant, oder Besserwisser<br />

bekannt. Er kann nicht anders, er spricht, auch<br />

wenn es nichts zu sagen gibt. Überall gibt er seinen<br />

„Senf“ dazu, auch wenn er keine Ahnung hat. Seine<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

____________________<br />

Nörgel-Sucht ist nicht therapierbar. Über die<br />

wahren Ursachen gibt es keine wissenschaftlich<br />

fundierten Erkenntnisse. Vermutlich sind sie in<br />

seinen geplatzten Lebensträumen zu suchen. Nach<br />

einem uralten Klischee, dessen Ursprung ich nicht<br />

rekonstruieren konnte, ist der Nörgler überwiegend<br />

weiblich. Es soll aber auch männliche Exemplare<br />

geben.<br />

Die Sprache ist das Erkennungsmerkmal, die<br />

den weiblichen, kleingeistigen Nörgler verrät. Ihr<br />

Beziehungskiller-Standardsatz: „Du hörst mir nie<br />

zu“, verbunden <strong>mit</strong> dem anklageverstärkenden<br />

Ergänzungssatz: „Warum tust du nie das was ich dir<br />

sage“ ist nichts anderes als der Versuch, den<br />

Partner zu unterwerfen, da<strong>mit</strong> er oder sie sich der<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

eigenen, negativen Lebenseinstellung anschließt.<br />

Dagegen ist der männliche, kleingeistigen Nörgler<br />

auch ein oft perfekter Blender. Er versteht es,<br />

häufig über eine lange Zeit, sich als Experte für Dies<br />

und Das und viel Unbewiesenes in den Vordergrund<br />

zu drängen. Der kleingeistige Nörgler hat auch<br />

einen nicht zu unterdrückenden Zwang, jede<br />

Entscheidung seines Partners zu kommentieren.<br />

„Das klappt doch sowieso nicht, ich würde es an<br />

deiner Stelle lassen“ sind noch die harmloseren<br />

Bemerkungen. Es sind die vielen kleinen<br />

Respektlosigkeit, die tiefe Wunden schlagen, und<br />

die nicht wieder verheilen.<br />

Geile Lust, <strong>Sex</strong> und Verärgerung passen nicht<br />

zusammen. Darum wird der Partner/die Partnerin<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

____________________<br />

des kleingeistigen Nörglers früher oder später<br />

aufwachen und alles unternehmen, da<strong>mit</strong> es nicht<br />

zu erotischen Unternehmungen kommt, jedenfalls<br />

nicht <strong>mit</strong> dem kleingeistigen Nörgler.<br />

____________________<br />

Du siehst überall Probleme und Dinge, die<br />

nicht so sind, wie du es gern hättest? Dann such<br />

Lösungen und nicht Probleme um der Probleme<br />

willen. Jeder Mensch hat Probleme. Menschen<br />

verursachen Probleme und Probleme gehören zum<br />

Leben. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie<br />

du da<strong>mit</strong> fertig wirst. Der schlechteste Weg ist,<br />

Andere <strong>mit</strong> deiner Sicht der Dinge zu belästigen.<br />

Nur wenn du ein Problem erkennst und gleichzeitig<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

die Lösung besitzt, dann verfügst du über ein<br />

wertvolles Gut. Geh vorsichtig <strong>mit</strong> dieser Fähigkeit<br />

um. Wenn du keine Lösung hast, halt besser den<br />

Mund.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

____________________<br />

„Backpflaumen... zäh wie das Herz eines Geizhalses und eine<br />

Flüssigkeit ausschwitzend, wie sie in den Adern eines Geizhalses<br />

rinnen mag, der sich achtzig Jahre hindurch Wein und Wärme versagt<br />

und doch nichts den Armen gegeben hat.“<br />

Virginia Woolf<br />

____________________<br />

Der pedantische Geizhals ist an seiner<br />

Sparsamkeit, die weit über das gewöhnliche Maß<br />

hinausgeht, erkennbar. Ein pedantischer Geizhals<br />

kann nicht großzügig sein. Das eine schließt das<br />

andere aus, und das betrifft auch Erotik und <strong>Sex</strong>.<br />

Man muss da<strong>mit</strong> leben können, dass der<br />

pedantische Geizhals an allem etwas auszusetzen<br />

hat, alles pedantisch nachrechnet und Kosten<br />

(Engagement) gegen Nutzen (Vorteile) aufrechnet.<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

Aber so einfach ist es nicht. Denn der pedantische<br />

Geizhals hat ständig das Gefühl, dass die ganze Welt<br />

nur eine Absicht hat – ihn (oder sie) zu betrügen<br />

und zu hintergehen.<br />

Wer <strong>mit</strong> einem pedantischen Geizhals leben<br />

muss, wird sich auf streng berechnete <strong>Sex</strong>-<br />

Rationierungen, bis zu <strong>Sex</strong>entzug bei nicht<br />

konformen Verhalten einstellen müssen. Da ist es<br />

schon besser, gleich auf <strong>Sex</strong> zu verzichten.<br />

____________________<br />

„Das schöne Gefühl, Geld zu haben, ist nicht<br />

so intensiv, wie das Scheißgefühl kein Geld zu<br />

haben.“<br />

(Zitat von Herbert Achternbusch)<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Eine peinlich genaue Befolgung von Regeln ist sinnlos, weil Regeln<br />

nicht ohne dein Zutun regeln. Wenn du das bedenkst, erkennst du,<br />

dass den Regeln zwar ein Zweck, aber nicht automatisch ein Sinn an<br />

die Seite gestellt ist.<br />

____________________<br />

Der Pedant lässt sich am besten <strong>mit</strong> einem<br />

Liebesbrief von Kurt Tucholsky (Liebesbrief eines<br />

Kriegskorrespondenten) beschreiben, den ich hier<br />

zitieren möchte:<br />

„Hierorts, den heutigen Tag.<br />

1. Meine Neigung zu Dir ist unverändert.<br />

2. Du stehst heute Abend, 7 1/2 Uhr, am zweiten<br />

Ausgang des Zoologischen Gartens, wie gehabt.<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

3. Anzug: Grünes Kleid, grüner Hut, braune Schuhe.<br />

Die Mitnahme eines Regenschirms empfiehlt sich.<br />

4. Abendessen im Gambrinus, 8.10 Uhr.<br />

5. Es wird nachher in meiner Wohnung voraussichtlich<br />

zu Zärtlichkeiten kommen.<br />

(gez.) Bosch Oberbuchhalter.“<br />

____________________<br />

Mit einem Pedanten <strong>macht</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong>.<br />

Allenfalls Masochisten können sich vielleicht daran<br />

erfreuen, sofern die Lust nicht einschläft und nie<br />

wieder erwacht.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Frag: „Willst du reich werden oder gut verdienen?<br />

Willst du begehrt und geliebt werden?“<br />

Von hundert Menschen werden dir neunundneunzig antworten:<br />

„Natürlich möchte ich reich sein, natürlich will ich das.“<br />

Wenn den gleichen Menschen den Weg zur Erfüllung ihrer Wünsche<br />

zeigst, wirst du niemand finden, der <strong>mit</strong> dir deinen Weg geht.<br />

____________________<br />

Das arme Schwein gehört zur Gruppe der<br />

Pessimisten und Nörgler in der Seitenlinie der<br />

Vereinnahmend-Resignierten. Da das arme Schwein<br />

die Fähigkeit besitzt, sich geschickt zu tarnen, ist es<br />

nicht sofort, und manchmal auch über lange Zeit<br />

nicht als solches zu erkennen. Oft versteht es, sich<br />

<strong>mit</strong> viel psychologischem Geschick, vorwiegend auf<br />

Frauen (nur manchmal auf Männer) <strong>mit</strong><br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

Helfersyndrom einzustellen. Ein<br />

Erkennungsmerkmal des armen Schweins ist, dass<br />

eine lange Reihe gescheiterter Beziehungen seinen<br />

Weg säumen. Das arme Schwein sieht überall<br />

Feinde, die es nur auf ihn (oder sie) abgesehen<br />

haben. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist seine<br />

permanente, und bei genauer Betrachtung<br />

peinliche Selbsterniedrigung. Es jammert und klagt<br />

über die Schlechtigkeit der Welt, legt aber auch<br />

gern gefühlvolle Selbstgeständnisse ab, die von<br />

<strong>mit</strong>fühlenden Frauen am Anfang einer Beziehung<br />

oft fälschlicherweise als tiefe Ehrlichkeit und wahre<br />

Gefühle interpretiert werden. Sich selbst<br />

erniedrigen und Andere, zum Beispiel <strong>mit</strong> der<br />

harmlos klingenden Bitte um Rat in dieses Dilemma<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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<strong>mit</strong> hineinziehen, ist die Masche des armen<br />

Schweins. Wer in dieser Falle erst mal verstrickt ist,<br />

kommt nur schwer wieder heraus.<br />

Mit zu zunehmender Beziehungsdauer wird<br />

<strong>Sex</strong> <strong>mit</strong> dem armen Schwein <strong>mehr</strong> und <strong>mehr</strong> zu<br />

einer Mitleidshandlung, weil man dem<br />

Bedauernswerten in der Vergangenheit doch so<br />

übel <strong>mit</strong>gespielt hat. Aber irgendwann kommt der<br />

Zeitpunkt, wo man das arme Schwein nur noch<br />

loswerden oder gleich umbringen will.<br />

____________________<br />

Befindest du dich in einem Zwiespalt und<br />

weißt du nicht, was du tun sollst? Ich erzähle dir<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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jetzt eine kleine Geschichte, wie mögliche<br />

Gefahren, Angst und Verlangen das Handeln<br />

bestimmen. Ein kleiner Junge schaut an einem See<br />

aufs Wasser. Er sieht sein rotes Plastikschiffchen auf<br />

den Wellen schwimmen und wie es sich immer<br />

weiter entfernt. Einerseits möchte er das schöne<br />

Plastikschiffchen wiederbekommen. Er möchte das<br />

Schiffchen holen. Andererseits kommt er dabei<br />

bedrohlich nah an das Wasser. Angst vor Gefahren<br />

drängt das Kind in die entgegengesetzte Richtung.<br />

Es ist nicht schwer zu erraten, dass der kleine Junge<br />

auf das Plastikschiffchen verzichtet. Das Risiko des<br />

unbekannten Terrains ist zu groß.<br />

Jetzt passiert etwas eigenartiges, das man in<br />

vielen Lebensbereichen beobachten kann. Das<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

____________________<br />

Plastikschiffchen, oder das Objekt, dass man so<br />

schön und interessant findet, bleibt nur so lange<br />

begehrenswert, solange es sich in einer gerade noch<br />

erreichbaren Nähe befindet. Das Interesse nimmt<br />

<strong>mit</strong> zunehmender Entfernung ab. Das Schiffchen<br />

bleibt zwar in der Erinnerung schön, aber andere<br />

Interessen überlagern den Wunsch es wieder zu<br />

besitzen. Wenn man den kleinen Jungen viele Jahre<br />

später und vorausgesetzt er würde sich erinnern,<br />

befragen würde, warum er das Schiffchen nicht<br />

geholt hat, käme vielleicht die Antwort: „Es war<br />

nicht so schön.“<br />

Bei erwachsenen Menschen kann man so ein<br />

Verhalten auch beobachten. Antworten, wie zum<br />

Beispiel beim Einkauf: „Es war zu teuer.“ Oder bei<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

der Partnerwahl: „Sie ist nicht mein Typ“ sind die<br />

abwertende Rechtfertigung, um die Angst vor<br />

Unbekanntem zu verstecken. Manchmal reicht<br />

etwas Abstand, um einen klaren Kopf zu<br />

bekommen. Wenn du etwas zurückbekommen<br />

möchtest, dann hol es dir. Wenn du aber feststellst,<br />

dass es doch nicht so wichtig war, dann lass es<br />

gehen, oder gib ihm einen kräftigen Schubs, da<strong>mit</strong><br />

er sich bewegt.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Missbrauch deine Moral nicht für deine Ziele. Liebe und Leidenschaft<br />

können unter dem Disziplinierungsdruck moralischer Interessen nicht<br />

leben. Zeig die Wege zur Freiheit ohne Ketten und du verfügst über<br />

unwiderstehliche Anziehungskräfte.<br />

____________________<br />

Der fanatische Märtyrer beharrt auf seiner<br />

Einstellung und richtet sein Leben danach aus. Mit<br />

dem Bewusstsein, dass nur die Guten belohnt und<br />

die Bösen <strong>mit</strong> seinem Gutsein und guten Worten<br />

bekehrt werden, schafft er es schon irgendwie,<br />

seine begrenzte, irdische Zeit herum zu bringen.<br />

Da<strong>mit</strong> könnte man ganz gut leben, wenn der<br />

fanatische Märtyrer nicht auch noch alles<br />

unternimmt, um seine Mitmenschen gewaltig auf<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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die Nerven zu gehen. Seine Ermahnungen zur<br />

Einhaltung seiner Grundsätze machen ihn zum<br />

Außenseiter, und <strong>mit</strong> Verboten gespickter <strong>Sex</strong> ist<br />

etwas, was man besser lassen sollte. <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong> ist die<br />

Belohnung für das Zusammensein <strong>mit</strong> einem<br />

fanatischen Märtyrer.<br />

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Bewahre deinen Glauben an das Gute und<br />

Schöne im Menschen. Vertrau auf eine<br />

überirdische, ordnende Kraft, die eine Belohnung<br />

für die Guten, und eine Strafe für die Bösen<br />

vorsieht. Lass dir deinen Glauben nicht nehmen.<br />

Halte daran fest und richte dein Leben danach aus.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Mit dem Bewusstsein, dass nur die Guten belohnt<br />

werden, schaffst du es schon irgendwie, deine<br />

begrenzte irdische Zeit herum zu bringen. Denn die<br />

Belohnung wartet garantiert im Jenseits auf dich.<br />

Zögere nicht, wag den Sprung, du glaubst doch<br />

daran. Du zweifelst? Dann frag den Religionsführer<br />

deiner Glaubensrichtung. Von ihm bekommst du<br />

jede Garantie.<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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Ich erzähle dir jetzt die wahre Geschichte vom geraden Weg in den<br />

Untergang. Es war einmal vor langer Zeit. Da kannte ich einen Mann,<br />

der die Angewohnheit besaß, sich über seine moralischen Motive<br />

ganz ehrlich auszusprechen. Er vergaß auch nicht, seine<br />

Mitmenschen an die allgemein geltenden, moralischen Grundsätze zu<br />

erinnern und auf die präzise Einhaltung zu achten. Das ging einige<br />

Zeit gut. Aber eines Tages gab es in seiner Familie Ärger. Niemand<br />

konnte es <strong>mit</strong> ihm aushalten. Seine Frau nahm sich einen Liebhaber,<br />

der ihr viele kleine Lügen ins Ohr flüsterte. Seine Kinder wandten sich<br />

von ihm ab und wollten nichts <strong>mehr</strong> <strong>mit</strong> ihm zu tun haben. Aber er<br />

bleibt auf seinem geraden Weg. Denn er wusste, dass der moralische<br />

Weg zwar steinig, aber der einzig richtige Weg sei. Allmählich wurde<br />

er von seinen Mitmenschen gemieden, bis endlich die Justiz sich<br />

seiner annahm. Justitia fühlte sich angegriffen und beschloss, in<br />

diesem besonders schweren Fall, kein Auge zuzudrücken. Sein<br />

Mangel an Schweigsamkeit und sein Hang, das zu sehen, was<br />

niemand wollte, brachten ihn ins Gefängnis. Eines Tages fand man<br />

ihn <strong>mit</strong> einem rostigen Messer im Rücken. Niemand war wirklich<br />

traurig über seinen gewaltsamen Tod.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Der konsequent Moralische fordert absolute<br />

Moral und das, was er dafür hält. Oft wird nach<br />

außen eine besondere, ethische Ansicht vertreten.<br />

Der konsequent Moralische fordert, oft <strong>mit</strong><br />

rhetorischem Geschick, dass man nach strengen<br />

Regeln lebt, die sie oft aus religiösen Quellen<br />

zusammensuchen und nach Belieben so<br />

interpretieren, dass die nicht so Informierten sich<br />

nicht erwehren können. Aber es ist nur der Wunsch,<br />

dass die Menschen nach den Regeln des<br />

konsequent Moralischen funktionieren. Das<br />

Zusammenleben ist ein ständiger Krieg zwischen<br />

moralischen Zwängen und Urteilen, die jede<br />

aufkommende Lust zerstören. Kaum jemand<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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erkennt, dass es nur eine Scheinwelt ist die<br />

beeindrucken soll. Der konsequent Moralische hat<br />

sich selbst auf einen imaginären Thron gesetzt, weit<br />

über der schmutzigen und unanständigen Welt. Die<br />

Wirklichkeit sieht oft ganz anders aus. Hinter den<br />

ethisch-moralischen Ansichten der konsequent<br />

Moralischen verstecken sich oft die fähigsten<br />

Manipulierer, die zur Erreichung ihrer Ziele über die<br />

sprichwörtlichen „Leichen“ gehen. Man kann davon<br />

ausgehen, dass <strong>mehr</strong> oder weniger gut getarnt, die<br />

konsequent Moralischen die größten Sünder sind.<br />

<strong>Sex</strong> <strong>mit</strong> den konsequent Moralischen ist<br />

reglementierter und zugeteilter <strong>Sex</strong> nach rigiden<br />

Regeln.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Gott und Teufel sind in einen brutalen Kampf<br />

verwickelt. Sie schaffen es nicht Kompromisse zu<br />

schließen und die Streitigkeiten zu beenden.<br />

Niemand kann die beiden Kriegsparteien zur<br />

Vernunft bringen. Fast sieht es so aus, als ob es ein<br />

künstlich erzeugter Kampf ist. Nur da<strong>mit</strong> Gut und<br />

Böse noch lange existieren und uns das Leben<br />

schwer machen können. Gut und Böse sind Begriffe,<br />

die Abhängigkeiten beschreiben. „Gut“ hat eine<br />

Beziehung zu „Böse“ und beide Begriffe sind nur<br />

<strong>mit</strong>einander möglich. Jede positive oder negative<br />

Beurteilung ist abhängig von einem negativen oder<br />

positiven Wert. Moralische Grundsätze sind keine<br />

fest gefügten Werte, sondern ändern sich <strong>mit</strong> der<br />

Zeit. Erinnerst du dich noch an die ersten Miniröcke<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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im Straßenbild. Die ehrenwerte Gesellschaft der<br />

Anständigen sah den Untergang der zivilisierten<br />

Welt. Damals begingen Frauen die Miniröcke<br />

anzogen schwere Verbrechen gegen die Sittlichkeit.<br />

Aber Neues kann nur durch Verstöße gegen die<br />

Sittlichkeit und Moral entstehen. Die Bewertung<br />

von „moralisch“ und „unmoralisch“ ist letzten<br />

Endes ein Problem der Intelligenz und Toleranz.<br />

Was für den einen ein weltbewegendes Problem ist,<br />

bedeutet der anderen eine logische<br />

Weiterentwicklung. Darum sind moralische<br />

Grundsätze unwirksame Schutzschilde gegen<br />

Veränderungen. Vergiss das nicht, wenn du den<br />

Menschen in deiner Umgebung wieder einmal das<br />

Leben zur Hölle machst.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Ästhetik ist Tyrannei der Zeit.<br />

Tyrannei ist die Macht der Unterdrückung durch Auslese.<br />

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Der frustrierte Ästhet ist ein visuell<br />

orientiertes Wesen und überwiegend männlich.<br />

Sein Merkmal ist das „fliegen“ auf optische Reize.<br />

Niemand kann den frustrierten Ästheten von<br />

seinem Traum vom ideal geformten <strong>Sex</strong>partner<br />

abbringen, obwohl er eigentlich wissen müsste,<br />

dass seine Vorstellungen unerreichbare<br />

Hirngespinste sind. Darum befindet sich der<br />

frustrierte Ästhet ständig auf dem Seitensprung,<br />

immer auf der Suche nach dem Traumwesen.<br />

In seiner legitimen Beziehung hat er sich<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

weitgehend arrangiert. Man kann ihn an seiner<br />

Unzufriedenheit erkennen, und er sagt es auch, oft<br />

in einer Form, die verletzend klingt. Wenn die<br />

optischen Ansprüche nicht <strong>mehr</strong> erfüllt werden,<br />

vielleicht weil der Wohlstand und die Schwerkraft<br />

ihre Wirkung zeigen, oder die häusliche Partnerin,<br />

oder der angeheiratete Partner im Laufe vieler<br />

Ehejahre bequem und etwas nachlässig geworden<br />

ist, verweigert sich der frustrierte Ästhet und zieht<br />

sich zurück.<br />

<strong>Sex</strong> <strong>mit</strong> einem Ästheten war vielleicht mal eine<br />

lustvolle Angelegenheit. Aber das ist schon lange<br />

her. Auf grauen Alltagssex hat der frustrierte Ästhet<br />

einfach keine Lust <strong>mehr</strong>. Für den frustrierten<br />

Ästheten ist es oft erfüllender, <strong>Sex</strong> <strong>mit</strong><br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Gleichgesinnten (der eigenen Hand) zu praktizieren.<br />

Eine Alternative ist käufliche Liebe, in der die Ware<br />

vorher ausgiebig betrachtet werden kann.<br />

Man erkennt den frustrierten Ästheten an<br />

langen Sessions in der virtuellen Cyberwelt<br />

strammer Brüste und sinnlicher Schmollmünder.<br />

Nur dort findet er die Auswahl makelloser Körper,<br />

die seinen Ansprüchen genügt. Falls du <strong>mit</strong> einem<br />

frustrierten Ästheten zusammen lebst, und dich<br />

über seine Unzufriedenheit und seinen Drang nach<br />

Internet und Chat wunderst, sag ihm, dass du<br />

seinen Frust verstehst. Aber die reale Welt besteht<br />

nun mal nicht aus Formen, die einem<br />

unerreichbaren Ideal entsprechen.<br />

____________________<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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Du suchst Perfektion? Such sie, und du wirst<br />

sie nicht finden. Du lebst nicht <strong>mehr</strong> in der Zeit,<br />

denn auch an dir geht das Alter nicht vorbei. Darum<br />

entschließe dich rechtzeitig Kompromisse für und<br />

füg dich deinem Schicksal, bevor dir das Schicksal<br />

sagt, was es von dir hält.<br />

Die Last <strong>mit</strong> den Träumen und Idealen<br />

Manchmal hat man eine vorübergehende, aber oft<br />

auch lebenslängliche Sehschwäche beim Bewerten<br />

der Realitäten. Träume und Ideale sind als<br />

Beziehungsgrund sehr gefährlich, weil Ideale nur<br />

sehr selten den harten Alltagsdauertest bestehen.<br />

Es ist wie <strong>mit</strong> einer einschränkenden Filterbrille, die<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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zum Beispiel nur „die große Blonde <strong>mit</strong> den langen<br />

Haaren“, oder den „großen, südländischen Typ“<br />

sieht. Alles andere wird im Filter abgefangen und<br />

chancenlos aussortiert. Der Nachteil dieser<br />

Selektion ist, dass oft ein Großteil des Lebens <strong>mit</strong><br />

der Suche nach dem Ideal vertan wird, und sich eine<br />

gescheiterte Beziehung an die andere reiht. Oft<br />

auch, weil zwischen der Suche nach dem Ideal<br />

Beziehungen eingegangen werden, die nur als eine<br />

Art halbherzige Zwischenstation gesehen werden.<br />

Sobald das Ideal irgendwo auftaucht, wird die<br />

bestehende Beziehung rücksichtslos beendet und<br />

<strong>mit</strong> den bekannten „fliegenden Fahnen“<br />

gewechselt. Paarbeziehungen die auf Idealen und<br />

Träumen aufbauen können dazu führen, dass sich<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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der schwächere Teil der Beziehung bis zur<br />

Aufopferung einbringt, während der andere Teil<br />

diese Selbstaufgabe rücksichtslos ausnützt.<br />

Traumbeziehungen funktionieren nur in der<br />

Theorie dauerhaft. Denn auch die Traumfrau hat<br />

menschliche Bedürfnisse und der Traummann kann<br />

zwar optisch der Superlatinolover sein, aber von der<br />

Einstellung und den Lebensumständen sich eher<br />

seinem Klan aus einem anatolischen Bergdorf<br />

zugehörig fühlen. Und das kann auf Dauer ziemlich<br />

nerven.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Es ist wie <strong>mit</strong> der Schatzgräberei. Man muss lang und tief graben, um<br />

das Verborgene in einer Seele zu finden. Nur manchmal und nur<br />

wenn der Zufall und das Glück <strong>mit</strong>geholfen haben, entdeckt man<br />

plötzlich Dinge, die oft schwer zu ertragen sind.<br />

Obwohl die Grube tief ist, sagt mir mein gesunder Verstand, dass ich<br />

die Menschen dir mir nahestehen, gut kenne.<br />

Ich durchschaue dich, aber warum fürchtest du dich dann, mir<br />

aufrichtig zu sagen was du wirklich und wahrhaftig empfindest?<br />

Wenn ich es richtig erwäge, dann verstehe ich dein Schweigen.<br />

____________________<br />

Die schweigsame Rückenlage soll angeblich in<br />

unserer aufgeklärten und erotisch aufgeheizten<br />

Gesellschaft nur noch sehr selten vorkommen. Aber<br />

das ist falsch. Genau das Gegenteil ist richtig, denn<br />

unter besonderen Bedingungen ver<strong>mehr</strong>t sie sich.<br />

Sobald der eheliche Bund besiegelt ist, wird sie aktiv<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

und sie schweigt.<br />

Die schweigsame Rückenlage ist vorwiegend<br />

weiblich, von einigen männlichen Exemplaren<br />

wurde mir aber berichtet. Die schweigsame<br />

Rückenlage ist nur sehr selten bei Tageslicht zu<br />

sehen, und noch weniger ist sie zu hören. Man<br />

erkennt (oder fühlt) sie, wie es der Name schon<br />

sagt, an der bevorzugten Stellung. Unbeweglich, auf<br />

dem Rücken liegend und kaum atmend lässt sie das<br />

über sich ergehen was geschehen muss, weil es<br />

wieder einmal an der Zeit ist und der Partner es<br />

braucht, da<strong>mit</strong> endlich wieder Ruhe ist.<br />

Manchmal, in besonderen Fällen, wenn die<br />

schweigsame Rückenlage vermutet, dass der<br />

Partner Ausbruchsversuche vorbereitet, besinnt sie<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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sich. Sie heuchelt Lust, wo es keine gibt. Sie stöhnt,<br />

aber so schlecht, dass es einem schlecht wird, und<br />

sie bewegt sich so phantasielos, dass selbst der<br />

anspruchsloseste Verrichter keine Lust auf seine<br />

Pflichtübung hat.<br />

Wer <strong>mit</strong> einer schweigsamen Rückenlage, aus<br />

welchen Gründen auch immer zusammen ist, sollte<br />

eine Tapferkeitsauszeichnung für seinen<br />

aufopfernden Einsatz bekommen, oder schnellstens<br />

die Flucht ergreifen, denn verändern kann man die<br />

schweigsame Rückenlage nicht.<br />

____________________<br />

Du wunderst dich, warum <strong>Sex</strong> so eine<br />

unbefriedigende Angelegenheit ist, oder warum du<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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nur „Nieten“ ins Bett bekommst. Nichts erzeugt nun<br />

mal nichts. Nur Aktion erzeugt Reaktion. Nur wer<br />

auf einer „alten Geige“ melodische Töne erzeugen<br />

kann, hat auch <strong>Spaß</strong> am Spiel. Das solltest du<br />

wissen, wenn dein Bett mal wieder leer bleibt.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Mit der Lust ist das so eine Sache. Die Einen leben in der Hitze - laut,<br />

nervös und aufgeregt. Andere sind <strong>mehr</strong> die stillen Beobachter. Sie<br />

stehen hinter der Gardine und betrachten das Geschehen beherrscht<br />

und gleichgültig - oft <strong>mit</strong> einer Gelassenheit, die langjährige Insassen<br />

eine Strafanstalt an den Tag legen, die wissen, dass sie nicht<br />

ausbrechen können, weil die Mauern zu dick und zu hoch sind. Der<br />

Blick nach Draußen, ins Fremde und Freie tut ihnen gut.<br />

____________________<br />

Vom unbedarften Lieschen nimmt man oft<br />

fälschlicherweise an, dass es ausschließlich weiblich<br />

und brav ist. Das ist vollkommen falsch, das<br />

unbedarfte Lieschen hat sich nur perfekt getarnt.<br />

Daraus resultiert eine extreme Fehleinschätzung,<br />

wie sie nur in langjährigen Beziehungen und Ehen<br />

vorkommt. Oft vermutet man auch, dass die etwas<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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zum Biederen und zur Anpassung neigende, aber<br />

noch über alles geliebte Ehefrau vielleicht „SM“ <strong>mit</strong><br />

dem neuen Super-Markt auf der grünen Wiese, und<br />

„NS“ <strong>mit</strong> einem Autokennzeichen aus<br />

Niedersachsen verwechseln könnte. Man vertraut<br />

darauf, dass der brav-beamtete Ehemann niemals<br />

auf den Gedanken nach einer exzessiv,<br />

feuchtfröhlichen Gang-Bang-Orgie <strong>mit</strong><br />

Liebesschaukel kommt. Man würde nicht mal in den<br />

kühnsten Träumen vermuten, dass das unbedarfte<br />

Lieschen, zum Beispiel wie Blanche aus der<br />

legendären Fernsehserie „Golden Girls“ endlich mal<br />

an einen Ort will, „wo schwarze, nackte Männer, die<br />

meine Sprache nicht sprechen, am Strand<br />

rumlaufen und meinen Körper <strong>mit</strong> Öl einreiben...“<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Vom unbedarften Lieschen denkt man auch<br />

oft, dass es den Wunsch nach einem<br />

nietenbesetzten Hundehalsband missverstehen,<br />

und die schmucke Lederleine <strong>mit</strong> dem Hinweis, dass<br />

der Mietvertrag keine Haustiere zulässt, ohne<br />

weitere Diskussion abtun könnte.<br />

Das unbedarfte Lieschen hat eine Wesensart,<br />

die dazu verleitet, es beschützen und vor der<br />

Schlechtigkeit der Welt bewahren zu wollen. Durch<br />

eine eheliche Mischung von Sprachlosigkeit, und<br />

dem Unvermögen das Gewünschte einzufordern,<br />

entsteht um das unbedarfte Lieschen herum ein<br />

Einstellung, dass sie (oder er) von sexuellen<br />

Ausschweifungen keine Ahnung hat. Aber dem<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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unbedarften Lieschen ist zu helfen. Ein offenes<br />

Gespräch <strong>mit</strong> deutlichen Worten kann wahre<br />

Wunder bewirken.<br />

____________________<br />

Die Hürde der Sprachlosigkeit kann zu einer<br />

unüberwindbaren Mauer werden. Andrerseits<br />

kann sich auch ein Gespräch über deine Wünsche zu<br />

einem echten Hindernis entwickeln, wenn keine<br />

Taten daraus entstehen. Darum schreib es dir hinter<br />

die Ohren: Wenn du etwas zu sagen hast dann sag<br />

es, und rede deutlich, dass ich es verstehe.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Schon sie. Lass sie in ihrem Behältnis - sie ist so zart und hilflos.<br />

Du hast keine Rücksicht genommen. Du hast sie heraus genommen<br />

und sie ist nicht zerbrochen. Sie hat einen Sprung bekommen, wie ein<br />

wertvolles Gefäß, in das sich plötzlich etwas zu Heißes ergoss. Sie war<br />

so kostbar, so rein und edel – hinter Glas.<br />

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Das schüchterne Amelie-Blümchen ist die<br />

Romantikerin, die <strong>mit</strong> ihrer jungmädchenhaftverklärten<br />

Vorstellung von rosaroter und reiner<br />

Liebe, die geile Lust killt. Das schüchterne Amelie-<br />

Blümchen kann nicht sagen was es will, weil es nur<br />

ahnt was es wollen könnte. Wenn es wüsste was es<br />

alles gibt. Es sagt „Penis“, wenn es eigentlich<br />

„Schwanz“ meint. Sie spricht von einem<br />

„aufgestellten Zepter“ und um jedes Wort das <strong>mit</strong><br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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einem „F“ beginnt, <strong>macht</strong> es einen weiten, <strong>mit</strong><br />

niedergeschlagenen Augen begleiteten,<br />

rhetorischen Bogen. Bei allen Themen rund um das<br />

Zwischenmenschliche würde es vor Scham am<br />

liebsten im Erdboden versinken. Obszöner <strong>Sex</strong> ist<br />

für das schüchterne Amelie-Blümchen undenkbar.<br />

Herzallerliebster, blümchenverzierter <strong>Sex</strong>, oft auch<br />

reiner <strong>Sex</strong> in Gedichtform ist das Ideal. Ich habe den<br />

Verdacht, dass die Telefonsexindustrie ihre<br />

Entstehung und rasend schnelle Verbreitung den<br />

schüchternen Amelie-Blümchen verdankt.<br />

Sei nicht verzweifelt, wenn du <strong>mit</strong> einem<br />

schüchternen Amelie-Blümchen zusammen bist.<br />

Man kann helfen. Vergiss das Märchen von den<br />

zarten Gefühlen der Frauen. Beginn <strong>mit</strong> harmlosen<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Worten. Mach deinem schüchternen Amelie-<br />

Blümchen ein Kompliment. Lob seine<br />

wunderschönen Brüste, dann redet gemeinsam<br />

über die geilen Titten und arbeite dich <strong>mit</strong> deinem<br />

Amelie-Blümchen zu den Worten <strong>mit</strong> „f“ vor. Dann<br />

sprecht sie gemeinsam aus. Denn hemmungsloser<br />

<strong>Sex</strong>, direkte Worte und Stimmlage gehören<br />

zusammen.<br />

Falls du Widerstände bemerkst, kannst du den<br />

Hang deines schüchternen Amelie-Blümchens für<br />

und zu poetischen Ergüssen ausnützen. Erwähne<br />

beiläufig, dass du ein großer Anhänger der Sarah<br />

Bernard wärst (rothaarige, aber im späteren Alter<br />

einbeinige Diseuse 1844 - 1923). Das zeigt dem<br />

schüchternen Amelie-Blümchen, dass du ein<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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Bildungsbürger bist, und dass darum nichts Böses<br />

geschieht. Dann nutze den Trick, den mir Sarah<br />

Bernard auf ihrem Sterbebett verraten hat, und den<br />

ich dir weitergeben möchte. Sie las vor ihren<br />

Auftritten laut erotische Literatur, um sich das<br />

richtige Timbre zuzulegen. Sie hatte <strong>mit</strong> dieser<br />

Methode so großen Erfolg, dass ihre enge Freundin<br />

und Biographin Mathilde Dubois verschämt schrieb:<br />

„Der Klang kam derartig aus der Tiefe ihres Körpers,<br />

dass Frauen vor Wohlsein zitterten und Männern<br />

das Glück aufstieg.“ Mehr möchtest du doch nicht.<br />

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Kennst du das Schalterspiel? Das geht so: Stell<br />

dir vor, dass es in deinem Gehirn verschiedene<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Schalter gibt, die wie die Radioschalter eines etwas<br />

altertümlichen Radios funktionieren. Wenn du den<br />

Schalter <strong>mit</strong> dem einen Sender drückst, dann kannst<br />

du nicht den anderen Sender empfangen. Ist doch<br />

irgendwie logisch? Drück zur Abwechslung mal den<br />

„inneren“ Schalter <strong>mit</strong> der Aufschrift: „Nicht<br />

schüchtern“. Dann verschwindet die Einstellung:<br />

„Ich trau mich nicht“.<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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Manchmal merkt man es nicht, dass der Mensch den man glaubt zu<br />

lieben, anders fühlt. Ist es Unrecht, wenn die Liebe unser Denken und<br />

Fühlen bestimmt?<br />

Wo bleibt das schlechte Gewissen? Es schweigt, obwohl es uns sagen<br />

müsste: „Lass endlich los.“ Wir sehnen uns nach Liebe – wie<br />

Verdurstende nach Wasser.<br />

Wo bleibt die Moral - beim Angesicht einer Quelle?<br />

____________________<br />

Das abhängige Klammerbeutelchen ist<br />

überwiegend weiblich. Das Erkennungszeichen des<br />

abhängigen Klammerbeutelchens ist sein<br />

bedingungsloses Leiden und Sch<strong>macht</strong>en. Die<br />

Gedanken und Gefühle kreisen ausschließlich um<br />

den Partner und seine Liebe. Für <strong>mehr</strong> ist im kleinen<br />

Gehirn des abhängigen Klammerbeutelchens kein<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Platz.<br />

Abhängige Klammerbeutelchen erkennt man<br />

an der Leidensfähigkeit, die bis zur absoluten<br />

Aufopferung reicht. Beschimpfungen und<br />

Herabsetzungen, auch vor Freunden und<br />

Bekannten, nimmt das abhängige<br />

Klammerbeutelchen widerspruchslos hin. Nichts<br />

nimmt es übel. Dafür wartet es sehnsüchtig, um<br />

dann kurz benutzt und abgefertigt zu werden. Jede<br />

Demütigung, die das abhängige Klammerbeutelchen<br />

erfährt, wird von ihm entschuldigt. Abhängige<br />

Klammerbeutelchen lassen sich auch oft als<br />

<strong>Sex</strong>objekt missbrauchen und können eigene<br />

Wünsche bis zur Selbstaufgabe unterdrücken. Sie<br />

tun oft alles was gewünscht wird. Es ist geheuchelte<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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„Lust“, die eigentlich dazu dient, den Partner zu<br />

halten. Mit dem Ergebnis, dass jeder über kurz oder<br />

lang den „Betrug“ bemerkt, sich <strong>mit</strong> „keine-Lustauf-<strong>Sex</strong>-Ausreden“<br />

verweigert oder flüchtet. Ändern<br />

kann man das abhängige Klammerbeutelchen nicht.<br />

Darum ist ein lustvolles Beziehungsleben auch nur<br />

für Gefühls-Masochisten möglich.<br />

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Eigene Wege sind nun mal schwierige Wege.<br />

Wer sich entscheidet, den eigenen Weg zu gehen,<br />

erlebt ein seltsames Phänomen. Aus den<br />

bestehenden Freunden, Bekannten oder Kollegen<br />

bilden sich kleine Gruppen. Menschen die sich<br />

vorher überlegen gefühlt, und diese Überlegenheit<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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auch gezeigt haben, ziehen sich verunsichert<br />

zurück. Manche von ihnen sind nachsichtig und<br />

warten, in der Hoffnung, dass sich dein Verhalten<br />

wieder „normalisiert“. Eine weitere Gruppe reagiert<br />

fast bösartig und versucht die Motive für deine<br />

Verhaltensänderung abzuwerten. Und andere<br />

fürchten sich vor deiner neuen Unabhängigkeit. Lass<br />

dich davon nicht abschrecken. Wahre Freunde<br />

stehen zu dir und akzeptieren dein Verhalten, und<br />

den Rest brauchst du nicht.<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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Es ist erstaunlich, wie lange es dauern kann, Neues zu wagen, wenn<br />

es einen nicht interessiert. Du möchtest etwas anderes tun, etwas<br />

verändern oder verbessern? Zögere nicht zu lange, sonst kann es<br />

passieren, dass du die ganze Dimension deines Vorhabens erkennst<br />

und den Mut verlierst.<br />

____________________<br />

Das monogame Gewohnheitstier ist an<br />

seinem klar strukturierten, monogamen Leben, <strong>mit</strong><br />

festen Zielen erkennbar. Das monogame<br />

Gewohnheitstier hat viele Vorteile. Es ist<br />

zuverlässig, treu, berechenbar und seine<br />

Handlungen sind weitestgehend vorhersehbar.<br />

Eigentlich ist das monogame Gewohnheitstier der<br />

ideale Ehepartner. Es liefert alles was gebraucht<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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wird. Bequemen <strong>Sex</strong> zu bestimmten Zeiten, <strong>mit</strong><br />

vorhersehbaren Riten und regelmäßigen Orgasmen,<br />

wenn sie gebraucht werden. Wer <strong>mehr</strong> als<br />

gewohnheitsmäßigen Verrichtungen <strong>mit</strong><br />

Befriedigungsgarantie erwartet, hat bald keine Lust<br />

<strong>mehr</strong> und sucht geile Lust wo anders. Diesem<br />

Bedürfnis kommt das monogame Gewohnheitstier<br />

in idealer Weise entgegen. Denn es kennt auch<br />

geregelte Arbeitszeiten, verlässliche Termine,<br />

Vorhersehbares ohne Überraschungen und das<br />

immer. Und das allerschönste ist, es will auch nicht<br />

sehen, was nicht in seine fest gefügte Welt passt.<br />

____________________<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

____________________<br />

Du weißt nicht, ob es gut ist, Neues zu<br />

wagen? Lass dir gesagt sein, es ist immer besser<br />

sich schnell zu entscheiden, bevor es andere tun.<br />

Wenn dein dir Kopf sagt: „Ich geh jetzt los“ dann<br />

tue es. Warte nicht, bis dein Bauch sagt: „Es ist viel<br />

bequemer sitzen zu bleiben.“ Wenn dein Bauch<br />

sagt: „Ich mach es einfach“, dann warte nicht, bis<br />

dein Kopf sagt: „Ich muss mir das noch einmal<br />

überlegen.“<br />

Du stehst vor der Entscheidung zwischen alles<br />

bekommen und nichts erreichen. Wenn sich beide<br />

nicht entscheiden können, dann steh früh auf.<br />

Aufwachen ist der erste Schritt auf dem Weg der<br />

Veränderung.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Vielleicht hat es dir noch niemand gesagt. Aber „Sehen“ regt den<br />

„Appetit“ an. Danach überzeugt Leistung, die nur ein individuell<br />

empfundener Wert ist. Hunger und Liebe sind die beiden wichtigsten<br />

Grundbedürfnisse, von <strong>denen</strong> Menschen geleitet werden. Oder<br />

anders ausgedrückt: wenn deine Verpackung nicht auf den Hunger<br />

des Zielobjekts abgestimmt ist, gibt es keine Liebe und niemand wird<br />

den Wunsch verspüren, bis zum Inhalt vordringen zu wollen. Falls dir<br />

das zu sehr nach „anbieten“ und „unter deiner Würde“ klingt, kannst<br />

du es auch anders bezeichnen: „Wer hat schon Lust auf den Inhalt<br />

einer unattraktive Verpackung.“<br />

____________________<br />

Die Nacktschnecke gehört auf den ersten Blick<br />

nicht in die Gruppe der No-<strong>Sex</strong>-<strong>Typen</strong>. Die<br />

Nacktschnecke ist <strong>mit</strong> wenigen Ausnahmen<br />

weiblich. Sie läuft nackt, oder im ausgeleierten<br />

Shirt, aber ohne Slip durch die Wohnung, schläft<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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vorzugsweise nackt, und lässt die Toilettentür offen.<br />

Aber durch ihr Verhalten erreicht sie keine<br />

dauerhafte Lust, sondern genau das Gegenteil. Die<br />

Lust lässt nach und die Sinne stumpfen ab. Man<br />

muss es ihr deutlich sagen, denn die Nacktschnecke<br />

weiß nicht, dass die Verpackung den Wert und den<br />

Reiz der Ware beträchtlich erhöhen kann.<br />

____________________<br />

Du kennst sie nicht, die Lust am heimlichen<br />

Schauen? Natürlich nicht, so etwas würdest du<br />

niemals tun. Aber mal ganz ehrlich. Es <strong>macht</strong> doch<br />

<strong>Spaß</strong>, in die Fenster der Nachbarn zu schauen. Es<br />

sind diese seltenen und spannenden Momente, an<br />

die man lange zurück denkt. Wenn zum Beispiel in<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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einer Umkleidekabine eines Kaufhauses oder<br />

Boutique eine nackte Haut blitzt, schaut man hin. Ist<br />

es nicht schön, an einem heißen Sommertag an<br />

einem Baggersee zu liegen und die Sonne und den<br />

Anblick der nackten Menschen zu genießen. Wer<br />

hat sich noch nicht bewusst oder unbewusst ganz in<br />

ihre Nähe gelegt?<br />

Betrachte das Spiel des heimlichen Schauens<br />

als die Schulung der natürlichen Neugier. Sie schärft<br />

die Wahrnehmung für erotische Momente. Du bist<br />

die Lehrerin und dein Partner dein ganz<br />

persönliches Trainingsobjekt. Manchmal sind es nur<br />

kleine Hemmschwellen, die du überwinden musst.<br />

Die Verpackung ist oft wichtiger als der Inhalt. Zeig<br />

ihm, wie schön das Auspacken sein kann.<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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Eigentlich ist alles in Ordnung, aber das Gewissen sagt, dass etwas nicht so<br />

war wie es sein sollte. Wichtige Themen haben wir zu leicht genommen,<br />

vielleicht nicht geradeheraus gesagt, was zu sagen war. Wir haben die<br />

eigenen Einstellungen hin- und her gebogen und vielleicht sogar<br />

geschwiegen, als etwas zu sagen war. Wir haben zugestimmt, obwohl<br />

weglaufen die bessere Alternative gewesen wäre. Es war interessant wie<br />

sich die Gesellschaft benahm und es gibt noch viel Stoff um sich darüber<br />

auszulassen. Wir haben uns benommen, als ob wir dazu gehören. Wir<br />

gehören dazu.<br />

Frei nach einem Zitat von Friedrich Nietzsche.<br />

____________________<br />

Mutti und Vati geben dem Ehesex den Rest.<br />

Vielleicht kennst du das Klischee, dass zu alten<br />

Menschen oft in einer Art Babysprache gesprochen<br />

wird. Die Art, wie <strong>mit</strong> alten Menschen gesprochen<br />

wird, entspricht einem Stereotyp: Alte Menschen =<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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geistig nicht <strong>mehr</strong> so rege und darum hilfsbedürftig.<br />

Es gibt noch einen weiteren Aspekt. Menschen<br />

die von anderen in verschie<strong>denen</strong> Situationen auf<br />

diese Art und Weise angesprochen werden,<br />

übernehmen diese Merkmale. In Sprache,<br />

Aussehen, Denken und Fühlen wird man älter. Auch<br />

in vielen Ehen verändert sich die Sprache. Wenn<br />

Kinder da sind, wird aus der sinnlichen Liebhaberin<br />

die Bedienungsmutti für alle. Aus dem aktiven<br />

Liebhaber wird der Versorger-Vati. Die Sprache<br />

verändert unmerklich aber todsicher die<br />

Anziehungskräfte. Worte wie „Mutti“, oder „Vati“<br />

sind <strong>Sex</strong>killer. Wer will schon eine „Mutti“ im Bett,<br />

und niemand hat Lust auf einen langweiligen „Vati-<br />

Fick.“<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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____________________<br />

Routine und Gedankenlosigkeit ergeben<br />

Gleichgültigkeit. Gleichgültigkeit ist die Ursache für<br />

Lieblosigkeit. Lieblosigkeit kannst du daran<br />

erkennen, dass du verlernt hast, die Dinge zu tun,<br />

die zu einer Liebe gehören. Wenn du gefrustet bist,<br />

versuche niemals diesen Zustand durch <strong>Sex</strong> zu<br />

ändern. Sonst kann es passieren, dass sich deine<br />

Liebe nie wieder davon erholt.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Menschen sind nicht treu, nur weil sie Treue versprechen. Wer kann<br />

von sich behaupten, alle Versprechen einzuhalten? Wer hat noch nie<br />

gelogen? Wer hat noch nie eine Regel gebrochen? Falls es so einen<br />

Menschen gibt, schreibt mir. Besser noch, meldet euch bei einem<br />

Zoo, da<strong>mit</strong> dieser Mensch als Unikum dort ausgestellt wird. Darum<br />

bau kein Haus auf Liebes- und Treueschwüre.<br />

____________________<br />

Der ewig Gestresste ist der aktive, vorwiegend<br />

männliche Gegenspieler der No-<strong>Sex</strong>-Wesen. Mit<br />

seinem: „Heute nicht Schatz, ich steh im Moment<br />

wahnsinnig unter Stress“ wird jede aufkommende<br />

Lust ausgehebelt. Der Stress-Satz hat wundersame<br />

Wirkungen, hat schon immer funktioniert und wird<br />

immer funktionieren. Besonders Frauen akzeptieren<br />

solche Ausreden, oft über lange Zeiträume. Der<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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tatsächliche Abwimmel-Grund muss nicht genannt<br />

werden, da das Zauberwort „Stress“ und noch<br />

wirksamer in Verbindung <strong>mit</strong> dem ultimativen<br />

Hinweis auf fehlende Zeit, alles entschuldigt. Jede<br />

Störung, jede Belästigung lässt sich <strong>mit</strong> dem Stress-<br />

Satz Satz problemlos aushebeln. Wer will schon den<br />

Ernährer stören und <strong>mit</strong> solchen<br />

Nebensächlichkeiten, wie zum Beispiel <strong>mit</strong><br />

<strong>Sex</strong>forderungen belästigen, wenn er um den<br />

Lebensunterhalt der Familie kämpft. Aber <strong>mit</strong><br />

zunehmender Verweigerung verliert die Stress-<br />

Ausrede ihre Kraft und verkehrt sich ins Gegenteil.<br />

Wer sich durch Stress-Zeit-Ausreden seinen<br />

Pflichten entzieht, muss sich nicht wundern, wenn<br />

das Vergnügen anderswo gesucht wird.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Lust wird zu Ärger, sobald unsichtbare<br />

Grenzen überschritten werden. Wurdest du auch<br />

schon einmal in ein leidenschaftliches Gespräch<br />

über die neueste, x-beliebige Software verwickelt?<br />

Hast du auch schon einmal begeistert über ein<br />

technisches Gerät gesprochen? Kennst du die<br />

„heldenhaften“ Geschichten über den letzten Hausoder<br />

Innenausbau? Es ist ein seltsames Phänomen.<br />

Wenn man den technisch orientierten Gesprächen<br />

zuhört, dann können vor allem Männer, begeistert<br />

und stundenlang davon erzählen. Die Kenntnisse<br />

gehen oft unglaublich tief. Sie haben Zeit und sie<br />

engagieren sich. Erstaunlich ist, dass die gleichen<br />

Menschen über ihre Liebe oft sehr wenig zu sagen<br />

haben.<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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„Ich weiß ja, ich sollte...“ sind die Worte eines dahindämmernden<br />

Bewusstseins. Vielleicht fehlt dir die Kraft, die Ursachen für deinen<br />

Misserfolg <strong>mit</strong> der Wurzel entfernen. Du kannst die Ereignisse<br />

beeinflussen.<br />

„Tun“ ist das Zauberwort. Du kannst „Tun“ zu jeder Tages- und<br />

Nachtzeit einsetzen. Richtig ausgesprochen, kann das magische „Tun“<br />

gigantische Kräfte entwickeln. Da<strong>mit</strong> du „Tun“ nicht vergisst, denk<br />

„Tun“, sprich „Tun“, schrei „Tun“ - und dann tu es.<br />

____________________<br />

Die Dumpfbacken sind die<br />

Verhaltensgestörten, die weder in der Lage sind,<br />

noch die Fähigkeiten besitzen, eine Beziehung<br />

aufzubauen. Rücksichtslos spielen sie <strong>mit</strong> den<br />

Gefühlen des Partners. Auf die Dumpfbacken gehe<br />

ich nicht weiter ein. Wer von Dumpfbacken Gefühle<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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und leidenschaftlichen <strong>Sex</strong> erwartet, ist selber<br />

schuld.<br />

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Zum Schluss möchte ich dir eine Theorie über<br />

die Liebe vorstellen. Nach dieser Theorie gibt es<br />

einen direkten Zusammenhang zwischen<br />

entstehender Liebe und sich auflösender Liebe. Die<br />

Theorie besagt: „Versuch niemals deine Liebe zu<br />

erforschen.“<br />

Manchmal möchte man erfahren, ab welchem<br />

Zeitpunkt aus einer Liebelei echte Liebe wird. Frag<br />

niemals danach. Frag auch nicht, wie sich die Liebe<br />

bemerkbar <strong>macht</strong>, warum sie da ist, oder wann sie<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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verschwindet. Wenn du nach der Wahrheit suchst,<br />

oder sogar den Lauf der Dinge verändern möchtest,<br />

löst du etwas Schreckliches aus. Die Liebe<br />

verflüchtigt sich augenblicklich, verschwindet im<br />

Nichts und wird durch etwas ganz Neues,<br />

vollkommen Unberechenbares ersetzt.<br />

Über diese Theorie habe ich lange<br />

nachgedacht. Heute weiß ich, dass sie stimmt, aber<br />

zur Wirksamkeit einer Ergänzung bedarf. Sie besagt,<br />

dass die Liebe, solange niemand nach ihr und den<br />

Erscheinungsformen forscht, einen präzisen, fest<br />

umrissenen Lebenszyklus hat. Der Zyklus beginnt<br />

vor der eigentlichen Ursache, wächst und gedeiht<br />

wie der Mensch in seinen Jugendjahren, sie reift<br />

und wird erfahrener. Nach Ablauf des zeitlich<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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begrenzten Lebens stirbt die Liebe und wird durch<br />

eine neue Liebe ersetzt. Das ist unabänderliches<br />

Schicksal und gilt für alle Ewigkeit. Versuch niemals<br />

diesen Zyklus zu verändern. Es kann dir passieren,<br />

dass deine Liebe durch nüchterne Kalkulation<br />

zerstört wird. Es kann dir auch passieren, dass du<br />

lange Zeit <strong>mit</strong> einer erloschenen Liebe weiterleben<br />

musst, weil du dich verrechnet hast.<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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Nachsätze<br />

Verehrte Leserin, lieber Freund. Was ich hier,<br />

auf diesen wenigen Seiten geschrieben habe,<br />

stammt aus meiner privaten Schreib-Werkstatt. Ich<br />

habe es mir in langen, einsamen Nächten, im Schein<br />

einer Glühlampe, oft frierend, hungrig und durstig,<br />

ausgedacht.<br />

Vielleicht denkst du: „Das ist doch alles<br />

dummes Zeug. Das stimmt doch nicht. Das kann<br />

doch niemals so geschehen sein, was der da<br />

geschrieben hat ...“<br />

Ich muss dir zustimmen. Es stimmt nicht und<br />

es kann nicht stimmen. Obwohl, manches ist<br />

tatsächlich so geschehen. Darum schüttle nicht<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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gleich <strong>mit</strong> dem Kopf, wenn es bei dir anders ist. Oft<br />

ist das ist nur eine Laune des Zufalls. Wenn du aber<br />

sagst: „Das ist es. Das muss ich Werner (oder wem<br />

auch immer) schicken, dem Blödmann!“ dann fühle<br />

ich mich reichlich belohnt ...<br />

Übrigens: Falls du es noch nicht bemerkt hast, das Zitat ist frei<br />

nach Kurt Tucholksky<br />

Du möchtest <strong>mehr</strong> lesen?<br />

Dann besuche meine Website<br />

www.raoulyannik.de<br />

Seite 110<br />

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[ <strong>Kein</strong> <strong>Sex</strong>?]<br />

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Geboren im Oktober 1950 in der ehemals beschaulichen,<br />

schwäbischen Kleinstadt Sindelfingen. Nach Abitur und Ausbildung<br />

schloss sich ein längeres, aus heutiger Sicht ziemlich nutzloses<br />

Studium in Berlin an. Heute, nach einer kurzen Ehe und anderen<br />

Missgeschicken lebe ich aus Lebens- und Liebesgründen in Essen. Ich<br />

schreibe für mich über die Abgründe der Seele, über das was sein<br />

könnte und was ist, wenn wir es sehen können.<br />

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[<strong>Typen</strong> <strong>mit</strong> <strong>denen</strong> <strong>Sex</strong> <strong>keinen</strong> <strong>Spaß</strong> <strong>macht</strong>]<br />

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Meine Schutz- und Nutzungsrechte<br />

Ich bitte meine Leserinnen und Leser um Verständnis für die folgenden<br />

Hinweise zu den Nutzungsrechten (Urheberschutz) an meinen Texten:<br />

1. Der ganze oder teilweise Vorabdruck, Nachdruck, oder die Veröffentlichung,<br />

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Meine Texte sind sorgfältig und gewissenhaft recherchiert. Falls an<br />

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unbeabsichtigt geschehen. In diesem Fall bitte ich um Nachricht und um Angabe<br />

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