In Fünf Schritten zur Bildungsdienstleistung. Für die Praxis aus der ...
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IN FÜNF SCHRITTEN ZUR<br />
BILDUNGSDIENSTLEISTUNG<br />
Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong><br />
Eine Empfehlung des Projektes<br />
„Professionalisierungsstrategien und Qualifizierungskonzepte<br />
für Bildungs<strong>die</strong>nstleister“
IMPRESSUM<br />
Her<strong>aus</strong>geber:<br />
Zentralstelle für <strong>die</strong> Weiterbildung im Handwerk e.V.<br />
Sternwartstr. 27-29<br />
40223 Düsseldorf<br />
Redaktion:<br />
Martin Diart, Zentralstelle für <strong>die</strong> Weiterbildung im Handwerk e.V.<br />
Autoren:<br />
Martin Diart, Mirja Kosinowski, Zentralstelle für <strong>die</strong> Weiterbildung im Handwerk e.V.;<br />
Alexan<strong>der</strong> Spitzner, Bildungszentrum München <strong>der</strong> Handwerkskammer für<br />
München und Oberbayern; Volker Tremel, Schweriner Ausbildungszentrum e.V.<br />
Layout:<br />
Moana Brunow, Viktor Kopnow, Zentralstelle für <strong>die</strong> Weiterbildung im Handwerk e.V.<br />
Fotos:<br />
Fotolia.com – Yuri Arcurs, Andres Rodriguez; istockphoto.com – pixdeluxe<br />
Druck:<br />
Siebel Druck & Grafik, Lindlar
Das Projekt<br />
Das Projekt „Professionalisierungsstrategien und Qualifizierungskonzepte für Bildungs<strong>die</strong>nstleister“<br />
wurde geför<strong>der</strong>t <strong>aus</strong> Mitteln des Bundesministeriums für Bildung<br />
und Forschung im Programm „Dienstleistungsqualität durch professionelle<br />
Arbeit“ sowie <strong>aus</strong> dem Europäischen Sozialfonds <strong>der</strong> Europäischen Union.<br />
För<strong>der</strong>kennzeichen:<br />
01FB08045, 01FB08046, 01FB08047<br />
Laufzeit:<br />
01.12.2008 – 29.02.2012<br />
Verbundpartner<br />
Zentralstelle für <strong>die</strong> Weiterbildung im Handwerk e. V., Düsseldorf<br />
Bildungszentrum München <strong>der</strong> Handwerkskammer für München und Oberbayern<br />
Schweriner Ausbildungszentrum e.V.<br />
Projektträger<br />
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)<br />
Ansprechpartnerin: Prof. Dr. <strong>In</strong>geborg Bootz<br />
Beiratsmitglie<strong>der</strong><br />
Hans-Fred Herwehe, Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald;<br />
Dr. Reinhard Pittschellis, Festo Didactic; Heinrich A. Rabeling, Handwerkskammer<br />
Hamburg, Elbcampus; Meinhard Vester, RWE Rhein-Ruhr, Berufsbildung und<br />
Personalentwicklung<br />
Düsseldorf 2012, 1. Auflage
INHALTSVERZEICHNIS<br />
Vorwort 5<br />
Was ist eine <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> – 3 Thesen 6<br />
<strong>In</strong> fünf <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> 8<br />
Schritt 1: Bildungsbedarfsanalyse 10<br />
Schritt 2: Entwicklung und Abstimmung <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
mit dem Auftraggeber 18<br />
Schritt 3: Umsetzung und Prozessbegleitung <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> 22<br />
Schritt 4: Kontrolle <strong>der</strong> (Lern-)zielerreichung 28<br />
Schritt 5: Evaluation <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> 32<br />
Zusammenfassung und Ausblick 36<br />
Anhang 39<br />
- Fragebogen <strong>zur</strong> Teilnehmerbefragung 40<br />
- Fragebogen <strong>zur</strong> Betriebsbefragung (Fortbildungslehrgänge) 46<br />
- Fragebogen <strong>zur</strong> Betriebsbefragung (ÜLU) 50<br />
- Fragebogen <strong>zur</strong> Dozentenbefragung 54<br />
- Ergebnisse des Service Blueprintings 60<br />
- Fragebogen Betriebsbefragung 62<br />
- Ablaufmodell <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> 67<br />
- Analyse -und Benchmarkinginstrument für Bildungs<strong>die</strong>nstleister 68<br />
- Kurzdarstellung <strong>der</strong> Seminarreihe „Bildungsorganisation“ 72
VORWORT<br />
Professionalisierte Dienstleistungsarbeit stellt hohe Ansprüche an <strong>die</strong> Qualifikation,<br />
Beruflichkeit und das Engagement <strong>der</strong> im Dienstleistungsbereich Tätigen.<br />
Gleichzeitig birgt <strong>die</strong> Professionalisierung von Dienstleistungstätigkeiten enormes<br />
Potential dafür, das Engagement, <strong>die</strong> Wertschätzung, <strong>die</strong> Berufsehre o<strong>der</strong> schlicht<br />
den Stolz <strong>der</strong> tätigen Personen zu för<strong>der</strong>n. Diese zentralen Aspekte wirken sich<br />
sowohl auf <strong>die</strong> <strong>In</strong>novationsfähigkeit als auch auf <strong>die</strong> Qualität <strong>der</strong> Dienstleistungen<br />
<strong>aus</strong>.<br />
Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierte För<strong>der</strong>schwerpunkt<br />
„Dienstleistungsqualität durch professionelle Arbeit“ im Rahmen des För<strong>der</strong>programms<br />
„<strong>In</strong>novationen mit Dienstleistungen“ hat <strong>die</strong>se Themen in Projekten und<br />
Projektverbünden aufgegriffen. <strong>In</strong> unterschiedlichen Branchen und Fel<strong>der</strong>n <strong>der</strong><br />
Dienstleistungsarbeit wurden dazu umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten<br />
durchgeführt. Das Projekt „Bildungs<strong>die</strong>nstleister“ hat hierzu einen wichtigen<br />
Beitrag geleistet, indem Einblicke in <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> verschiedener Bildungs<strong>die</strong>nstleister<br />
gewährt, unterschiedliche Strategien und Konzepte <strong>der</strong> Qualifizierung und Professionalisierung<br />
analysiert sowie Möglichkeiten <strong>zur</strong> Realisierung neuer Anfor<strong>der</strong>ungen<br />
erprobt wurden.<br />
Ich freue mich sehr, dass mit <strong>die</strong>ser Publikation greifbare und praxisnahe Ergebnisse<br />
geliefert werden, <strong>die</strong> eine Unterstützung für all <strong>die</strong>jenigen Bildungs<strong>die</strong>nstleister<br />
sein können, <strong>die</strong> Anregungen <strong>zur</strong> Professionalisierung ihrer Dienstleistungsarbeit<br />
suchen – sei es im Hinblick auf ihre Personal- o<strong>der</strong> Organisationsentwicklung.<br />
Ich bin mir sicher, dass auf <strong>die</strong>sem Wege interessante Anregungen „<strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong><br />
für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong>“ gegeben werden, <strong>die</strong> gleichzeitig auch für das Feld <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>sforschung<br />
von <strong>In</strong>teresse sind.<br />
Berlin, Januar 2012<br />
Prof. Dr. <strong>In</strong>geborg Bootz<br />
Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.<br />
Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
5
WAS IST EINE BILDUNGSDIENSTLEISTUNG –<br />
3 THESEN<br />
Lebenslanges Lernen wird im Angesicht des demografischen Wandels sowie <strong>der</strong><br />
wirtschaftlichen Entwicklung und <strong>In</strong>ternationalisierung zunehmend wichtiger. Eine<br />
<strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> verfolgt den Anspruch, individuellen und betrieblichen Bildungsbedarfen<br />
nachzukommen, indem sie sich vom bloßen „Betreuen und Verwalten“<br />
weg und hin zum „Beraten und Verkaufen“ bewegt. Damit ist weit mehr gemeint<br />
als das Bereitstellen und Durchführen von Seminaren o<strong>der</strong> Lehrgängen. <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en<br />
sollen nicht „von <strong>der</strong> Stange“ produziert werden, son<strong>der</strong>n<br />
setzen eine intensive Kundenorientierung vor<strong>aus</strong>. Gefragt sind also spezifisch<br />
entwickelte personale Dienstleistungen, <strong>die</strong> eine intensive Auseinan<strong>der</strong>setzung mit<br />
dem Kundenbedarf erfor<strong>der</strong>n.<br />
Was bringt das nun konkret für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong>? Auf den folgenden Seiten wird dargestellt,<br />
wie <strong>die</strong> Entwicklung von Bildungs<strong>die</strong>nstleistern ablaufen kann und welche<br />
Ansprüche sich hier<strong>aus</strong> an (potentielle) Bildungs<strong>die</strong>nstleister ergeben. Dabei ist <strong>der</strong><br />
Titel <strong>die</strong>ser Publikation Programm: Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>. Im Vor<strong>der</strong>grund<br />
stehen also Beispiele, <strong>die</strong> nicht den Anspruch <strong>der</strong> Allgemeingültigkeit erheben, aber<br />
dennoch mögliche Wege zum Erfolg aufzeigen können.<br />
Unser Anspruch ist es, auch skeptische Stimmen von <strong>der</strong> Relevanz von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en<br />
zu überzeugen. Wir werden daher zu den folgenden drei, mitunter<br />
provokanten, Thesen zu <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en und -<strong>die</strong>nstleistern am Ende <strong>die</strong>ser<br />
Publikation Stellung beziehen.<br />
6 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
These 1:<br />
Weiterbildung, Seminar, <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>, Lern<strong>die</strong>nstleistung,<br />
Qualifizierung – alle Begriffe bezeichnen doch nur<br />
Angebote „von <strong>der</strong> Stange“.<br />
These 2:<br />
Die unterschiedlichen Wünsche von Auftraggeber und Teilnehmenden<br />
kann auch <strong>die</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> nicht unter<br />
einen Hut bringen.<br />
These 3:<br />
Ob groß, ob klein – je<strong>der</strong> kann Bildungs<strong>die</strong>nstleister sein.<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
7
IN FÜNF SCHRITTEN ZUR BILDUNGSDIENSTLEIS-<br />
TUNG<br />
Im Zentrum je<strong>der</strong> Dienstleistung steht <strong>der</strong> Kunde/<strong>die</strong> Kundin. Dies gilt auch für <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en.<br />
Die Entwicklung und Durchführung von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en<br />
ohne <strong>die</strong> Lernenden bzw. <strong>die</strong> Teilnehmenden ist unmöglich. Die <strong>In</strong>itiative<br />
kann freilich von unterschiedlichen Seiten ergriffen werden.<br />
So können beispielsweise Bildungs<strong>die</strong>nstleister <strong>aus</strong> eigenem Antrieb her<strong>aus</strong> ihre<br />
Dienstleistung anbieten, <strong>die</strong> auf Grund von Kundengesprächen o<strong>der</strong> Marktanalysen<br />
entwickelt wurden. O<strong>der</strong> Unternehmen bzw. Personen fragen bei <strong>In</strong>stitutionen des<br />
Bildungssystems spezifische <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en nach. Als Auftraggeber/innen<br />
kommen also in gleichem Maße Personen, Unternehmen, <strong>In</strong>stitutionen und<br />
öffentliche För<strong>der</strong>geber in Betracht.<br />
Die Ausführungen zu den folgenden <strong>Schritten</strong> geben praxisbezogene Hilfestellungen<br />
<strong>zur</strong> Entwicklung von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en. Je<strong>der</strong> Schritt wird im Einzelnen<br />
kurz erläutert und mit Beispielen <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong> unterlegt. Im Vor<strong>der</strong>grund stehen<br />
dabei <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong>beispiele des Bildungszentrums München <strong>der</strong> Handwerkskammer<br />
für München und Oberbayern als sehr großer Bildungs<strong>die</strong>nstleister, <strong>der</strong> ebenfalls<br />
hoheitliche Aufgaben übernimmt, sowie des Schweriner Ausbildungszentrums<br />
als kleiner und flexibler Bildungs<strong>die</strong>nstleister.<br />
Schließlich werden an verschiedenen Stellen übergeordnete <strong>In</strong>strumente von Seiten<br />
<strong>der</strong> Zentralstelle für <strong>die</strong> Weiterbildung im Handwerk präsentiert.<br />
8 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
BILDUNGSDIENSTLEISTUNG<br />
Den Startpunkt für <strong>die</strong> Entwicklung einer <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> setzt <strong>die</strong> Analyse<br />
<strong>der</strong> Bildungsbedarfe. Hierauf basierend wird <strong>die</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> entworfen<br />
und eine entsprechende Konzeption mit dem Auftraggeber abgestimmt. Die Umsetzung<br />
stellt – zumindest für Lernende – den Kern <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> dar<br />
und sollte stets mit einer Prozessbegleitung einhergehen. Anschließend kommt<br />
<strong>die</strong> Kontrolle <strong>der</strong> (Lern-)Zielerreichung zum Tragen, sprich: Wurden alle Lehr-/Lernziele<br />
erreicht und konnten sie an das Tätigkeitsfeld, den Arbeitsplatz, transferiert<br />
werden? Die abschließende Evaluation beleuchtet <strong>die</strong> gesamte Abwicklung <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
– auch <strong>aus</strong> ökonomischer Sicht – und stellt das Fundament<br />
für <strong>die</strong> Entwicklung neuer <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en dar, indem ihre Ergebnisse in<br />
weitere Bildungsbedarfsanalysen einfließen.<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
9
Bildungsbedarfsanalyse<br />
<strong>In</strong> <strong>die</strong>sem ersten Schritt geht es darum festzustellen, welche Qualifikationen<br />
ein (potentieller) Auftraggeber wünscht o<strong>der</strong> grundsätzlich wünschen<br />
könnte. Welche Handlungsdispositionen <strong>der</strong> Teilnehmenden sollen erzeugt<br />
bzw. erweitert werden, sprich: was sollen <strong>die</strong> Teilnehmenden später<br />
mehr wissen, können, beherrschen, als vorher? Bildungs<strong>die</strong>nstleister stellen<br />
sich den inhaltlichen und organisatorischen Bedarfen <strong>der</strong> Auftraggeber/innen<br />
und reagieren hierauf mit passenden Angeboten. Ziel und Nutzen<br />
<strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> müssen dabei immer klar definiert sein.
Bildungsbedarfsanalysen können über informelle Gespräche, Angebotsanfragen,<br />
proaktive Marktanalysen, Auswertung eigener Evaluationsergebnisse o<strong>der</strong> weitere<br />
Recherchen durchgeführt werden. Die Kenntnis <strong>der</strong> Auftraggeber/innen und Märkte<br />
ist für eine Bildungsbedarfsanalyse unerlässlich. Die möglicherweise unterschiedlichen<br />
Wünsche von Auftraggeber/innen und Teilnehmenden können und müssen<br />
abgeglichen werden.<br />
„Das Bildungszentrum München <strong>der</strong> Handwerkskammer für München und Oberbayern<br />
hat sich im Rahmen des Projektes intensiv mit den Wünschen von Lernenden<br />
und Auftraggebenden <strong>aus</strong>einan<strong>der</strong>gesetzt. Dabei wurden zwei Befragungsreihen<br />
durchgeführt.<br />
Im Rahmen einer breit angelegten postalischen Befragung wurden bei 5.000 ehemaligen<br />
Kursteilnehmenden <strong>der</strong> Bildungszentren <strong>aus</strong> den letzten drei Jahren <strong>die</strong><br />
Wünsche an <strong>die</strong> Bildungszentren sowie <strong>die</strong> Erfahrungen mit den Bildungszentren<br />
<strong>der</strong> Handwerkskammer für München und Oberbayern abgefragt. Weitere Themen<br />
im Fragebogen (siehe Anhang) waren <strong>die</strong> Ziele einer Fortbildung und <strong>die</strong> Verbesserung<br />
<strong>der</strong> beruflichen Situation nach einem absolvierten Lehrgang. Für <strong>die</strong> Fragenbereiche<br />
wurde ein Soll-Ist-Vergleich mittels <strong>der</strong> ServQual-Methode (mehr hierzu<br />
bspw. in Hoeth, Schwarz (2002): Qualitätstechniken für <strong>die</strong> Dienstleistung) durchgeführt.<br />
Bei <strong>die</strong>ser Technik wird nicht nur <strong>die</strong> Zufriedenheit <strong>der</strong> Befragten ermittelt,<br />
son<strong>der</strong>n auch <strong>die</strong> Relevanz <strong>der</strong> einzelnen Bereiche in <strong>der</strong> Zielgruppe abgefragt, um<br />
einen Vergleich anstellen und vorhandene Lücken erkennen zu können.<br />
Bei <strong>der</strong> Befragung war <strong>die</strong> Rücklaufquote mit über 15 % für eine postalische Befragung<br />
sehr hoch. Dies zeigt, dass das gewählte <strong>In</strong>strument angenommen wurde –<br />
gleichzeitig lässt <strong>die</strong> sehr hohe Zahl an <strong>zur</strong>ückgesendeten Fragebögen darauf<br />
schließen, dass <strong>die</strong> Teilnehmenden ein <strong>In</strong>teresse daran haben, ihre Meinung einzubringen,<br />
um <strong>die</strong> Qualität <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en zu optimieren. Ein ähnliches<br />
Verhalten zeigte sich bei den zusätzlich durchgeführten <strong>In</strong>terviews: Im Rahmen des<br />
Projektes wurden 55 Teilnehmende in Anlehnung an den Fragebogen interviewt, hier<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
11
zeigte sich ebenfalls eine große Bereitschaft <strong>zur</strong> Mitwirkung. Die Ergebnisse <strong>der</strong><br />
Befragung zeigen, dass einzelne Bereiche für beson<strong>der</strong>s relevant erachtet werden.<br />
Beispielsweise ist den Teilnehmenden eine mo<strong>der</strong>ne und technische Ausstattung<br />
sehr wichtig, gen<strong>aus</strong>o wie <strong>aus</strong>sagekräftige Unterrichtsunterlagen und das<br />
Fachwissen <strong>der</strong> Dozenten/innen. Die Lernenden schätzen also Bereiche, <strong>die</strong><br />
einer optimalen Lehrgangsdurchführung <strong>die</strong>nen, durch<strong>aus</strong> als für sie beson<strong>der</strong>s<br />
relevant ein. Die Kursinhalte sind dahingehend ein wichtiger Bestandteil, da <strong>die</strong><br />
Teilnehmenden sich vom Belegen bzw. Bestehen eines Lehrgangs nicht nur verbesserte<br />
Kenntnisse und Fähigkeiten, finanzielle Verbesserung o<strong>der</strong> einen beruflichen<br />
Aufstieg versprechen – auch ein gesteigertes Ansehen ist für sie von Bedeutung.<br />
Gleichzeitig sind aber auch Bereiche wie das Arbeitsklima bzw. <strong>die</strong> Wohlfühlatmosphäre<br />
im Bildungszentrum, eine intensive Betreuung bei organisatorischen Fragen<br />
und Problemen (vor allem in Kursen mit einem niedrigeren Einstiegsniveau) von<br />
Bedeutung. Hier kann den Teilnehmenden zusätzlich zu den eigentlichen Kursinhalten<br />
ein Mehrwert geboten werden. Bei den spezifischen Auswertungen (hinsichtlich<br />
Standort, Kurs, Geschlecht, Alter etc.) zeigten sich hier allerdings teilweise deutliche<br />
Unterschiede.<br />
Die Ergebnisse <strong>aus</strong> <strong>der</strong> Befragung wurden in einem Abschlussworkshop den Leiter/<br />
innen <strong>der</strong> teilnehmenden Bildungszentren vorgestellt und erläutert. Aufbauend auf<br />
<strong>die</strong>sen Erkenntnissen wurden verschiedene Aktionen bzw. Verän<strong>der</strong>ungen angedacht<br />
bzw. durchgeführt: Ein ‚Beratungsblatt‘ wurde entworfen, das den Mitarbeitern<br />
des Bildungszentrums erlaubt, Teilnehmenden auch auf viele Fragen, <strong>die</strong> nicht<br />
<strong>aus</strong> dem eigenen Spezialgebiet stammen, kompetente Antworten geben zu können.<br />
Auch <strong>der</strong> Hinweis auf <strong>die</strong> Einhaltung spezieller Regeln beim E-Mail-Verkehr (‚E-Mail-<br />
Knigge‘), um den Teilnehmenden eine optimale Betreuung zu bieten, war <strong>die</strong> Folge<br />
– gen<strong>aus</strong>o wie <strong>die</strong> inhaltliche und optische Überarbeitung von Unterrichtsunterlagen<br />
und Prüfungen <strong>der</strong> angebotenen <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en.<br />
<strong>In</strong> einem zweiten Schritt wurden <strong>die</strong> Anliegen <strong>der</strong> Betriebe ins Auge gefasst, <strong>die</strong><br />
natürlich häufig als Auftraggeber von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en auftreten. Bei den<br />
Bildungszentren <strong>der</strong> Handwerkskammer für München und Oberbayern – und grundsätzlich<br />
bei Bildungszentren des Handwerks – sind <strong>die</strong> Teilnehmenden selbst je-<br />
12 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
doch häufig <strong>die</strong> Auftraggeber/innen, und Betriebe spielen bei <strong>der</strong> Anfrage und Erbringung<br />
von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en häufig keine unmittelbare Rolle.<br />
Betriebe, <strong>die</strong> Teilnehmende zu Fortbildungen und <strong>zur</strong> Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung<br />
entsendet haben, wurden ebenfalls bezüglich Ihrer Wünsche, Einschätzungen<br />
und Verbesserungschancen befragt (siehe Anhang). Die Befragung<br />
fand hier aufgeteilt auf zwei unterschiedliche Bereiche statt, zum einen im Bereich<br />
<strong>der</strong> Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung, zum an<strong>der</strong>en im Fortbildungsbereich.<br />
Im Bereich <strong>der</strong> Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) wurden<br />
3738 Betriebe postalisch befragt, 569 Fragebögen wurden <strong>zur</strong>ückgesendet, was<br />
einer Rücklaufquote von 15,2 % entspricht. Im Bereich <strong>der</strong> Fortbildungskurse wurden<br />
1681 Betriebe postalisch befragt, hier wurden 127 Fragebögen <strong>zur</strong>ückgesendet,<br />
was einer Rücklaufquote von 7,6 % entspricht. Auch hier zeigen sich relativ hohe<br />
Rücklaufquoten, so dass <strong>die</strong> Bereitschaft <strong>zur</strong> Mithilfe bei den Betrieben durch<strong>aus</strong><br />
vorhanden ist. Die Befragung <strong>der</strong> Betriebe fokussierte <strong>die</strong> Zufriedenheit mit den<br />
<strong>In</strong>halten <strong>der</strong> durchgeführten Kurse, <strong>die</strong> anschließende Umsetzbarkeit in <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong><br />
und <strong>die</strong> Weiterentwicklung <strong>der</strong> Mitarbeiter/innen. Hier erfolgte eine Bewertung bzw.<br />
Einschätzung <strong>der</strong> Leistungen <strong>der</strong> Bildungszentren.<br />
Die Teilnehmenden haben ein <strong>In</strong>teresse daran,<br />
ihre Meinung einzubringen, um <strong>die</strong> Qualität <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
zu optimieren.<br />
Auf einen Soll-Ist-Vergleich wurde zugunsten vieler offener Fragen verzichtet, um<br />
den Betrieben <strong>die</strong> Chance zu geben, ihre speziellen Wünsche besser darstellen zu<br />
können. Die Auswertung <strong>der</strong> Befragung wurde mit den Ergebnissen <strong>der</strong> Teilnehmerbefragungen<br />
verglichen und diskutiert. Die Auswertungsergebnisse stellten <strong>die</strong><br />
Basis für diverse organisatorische Verbesserungen dar: Neben den bereits zuvor<br />
angesprochenen Neuerungen (Beratungsblatt, E-Mail-Knigge etc.) lässt sich hier<br />
aufführen, dass bei Problemen, aber auch bei einem ‚normalen‘ Verlauf <strong>der</strong><br />
<strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> versucht wird, den Kontakt mit den Betrieben während<br />
und nach <strong>der</strong> Durchführung aufrecht zu erhalten – und <strong>die</strong> Meinungen, Kritikpunkte<br />
etc. in den Entwicklungsprozess neuer <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en einfließen zu lassen.<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
13
Bezogen auf den ersten Schritt für <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en (‚Bildungsbedarfsanalyse‘)<br />
zeigen sich in <strong>die</strong>sen Befragungen mehrere Ansatzpunkte. Zum einen fiel<br />
auf, dass Kursinhalte, <strong>die</strong> praktisch anwendbar und nach dem Kurs am Arbeitsplatz<br />
umsetzbar sein sollen, sowohl bei den Betrieben als auch bei den Teilnehmenden<br />
im Fokus stehen. Hier besteht also keine allzu große Diskrepanz zwischen den beiden<br />
Seiten. Bei an<strong>der</strong>en Bereichen kann allerdings durch<strong>aus</strong> eine Diskrepanz<br />
bestehen – zum einen in <strong>der</strong> Wahrnehmung (‚Was kann ich schon?‘ bzw. ‚Was<br />
können meine Angestellten schon?‘) und zum an<strong>der</strong>en in <strong>der</strong> Zielvorstellung (‚Was<br />
will ich nach dem Kurs können?‘ bzw. ‚Was sollen meine Angestellten nach dem<br />
Kurs können?‘).<br />
Das Ermitteln und Einbeziehen <strong>der</strong> Wünsche bzw. Anfor<strong>der</strong>ungen bei<strong>der</strong> Seiten –<br />
also ein ‚offenes Ohr für Teilnehmende und Betriebe‘ zu haben – kann sich zwar als<br />
aufwändig, da sehr zeit- und kostenintensiv, erweisen. Allerdings konnten im<br />
Projekt viele neue Ideen und Verbesserungsmöglichkeiten für den Prozess und <strong>die</strong><br />
Neuentwicklung von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en aufgedeckt werden.<br />
Es gibt diverse Möglichkeiten, Zugang zu<br />
den Zielgruppen zu finden und <strong>der</strong>en Wünsche mit<br />
einzubeziehen.<br />
Für Bildungs<strong>die</strong>nstleister ist eine Form des Einbeziehens ihrer Partner also <strong>aus</strong><br />
unserer Sicht unabdingbar. Ob <strong>die</strong>s in Form einer solch groß angelegten Befragung<br />
wie in <strong>die</strong>sem Projekt möglich ist, o<strong>der</strong> ob <strong>die</strong>s besser durch persönliche Kontaktpflege,<br />
<strong>In</strong>foveranstaltungen o. ä. erreicht werden kann, muss im Einzelfall entschieden<br />
werden. Es bietet sich jedoch auf jeden Fall an, über <strong>die</strong> rein standardisierte<br />
Teilnehmerbefragung am Kursende hin<strong>aus</strong>zugehen und den direkten Kontakt mit<br />
den Zielgruppen zu suchen. Naher Kontakt mit den Teilnehmenden während und<br />
nach dem Lehrgang, gezielte Nachfragen bezüglich Verbesserungsmöglichkeiten<br />
bei den Auftraggebenden nach Kursende o<strong>der</strong> auch eine groß angelegte allgemeine<br />
Teilnehmer- und Betriebsbefragung: Es gibt diverse Möglichkeiten, hier Zugang zu<br />
den Zielgruppen zu finden und <strong>der</strong>en Wünsche mit einzubeziehen – eine Planung<br />
14 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en ohne vorher <strong>die</strong> Wünsche und Bedarfe <strong>die</strong>ser Gruppen<br />
abgeklärt zu haben, wird sich jedoch schwierig gestalten.“<br />
„Es gibt unterschiedlichste Beweggründe, Bildungsbedarfsanalysen durchzuführen<br />
– <strong>die</strong>se reichen von abstrakten Anlässen bis hin zu offensichtlichen Defiziten. Beispielsweise<br />
treten Unternehmen an uns heran, <strong>die</strong> bei <strong>der</strong> Formulierung von Visionen<br />
und Strategien im Rahmen des Qualitätsmanagements Qualifizierungsbedarfe<br />
entdecken. O<strong>der</strong> es treten Probleme wie z. B. hohe Ausschussquoten,<br />
Qualitätsmängel, Personalmangel o<strong>der</strong> Her<strong>aus</strong>for<strong>der</strong>ungen bei <strong>der</strong> Umsetzung<br />
neuer Verordnungen o<strong>der</strong> <strong>der</strong> Einführung neuer Technologien und Produkte auf.<br />
Bei einer entsprechenden Anfrage besuchen wir das Unternehmen und verschaffen<br />
uns einen Einblick in <strong>die</strong> Abläufe, <strong>die</strong> Personal- und Organisationsstruktur. Oft fehlt<br />
ja den Unternehmern selbst schlichtweg <strong>die</strong> Zeit, sich hierum zu kümmern, schließlich<br />
sind <strong>der</strong> Großteil unserer Kunden kleine und mittlere Unternehmen.<br />
Zur Analyse des Bildungsbedarfs nutzen wir Fremd- und Selbstbeobachtungen,<br />
Gespräche und Befragungen vor Ort und beurteilen <strong>die</strong> Tätigkeiten <strong>der</strong> einzelnen<br />
Arbeitsplätze. Einen Vorgang <strong>aus</strong> mindestens zwei Blickwinkeln zu betrachten,<br />
erhöht <strong>die</strong> Genauigkeit <strong>der</strong> Erhebungsdaten. Bei informellen Gesprächen werden<br />
<strong>In</strong>formationen eher „unverblümt“ weitergegeben und <strong>die</strong>nen als wichtiger Anzeiger<br />
für Zufriedenheit und Motivation in einem Unternehmen. Unsere Werkzeuge sind in<br />
erster Linie Handlungsanweisungen, Checklisten, Gesprächsleitfäden, Fragebögen<br />
und Workshops.<br />
Der Bildungsbedarf eines Unternehmens kann entwe<strong>der</strong> klar definiert sein, o<strong>der</strong> er<br />
ist noch gar nicht erkannt und muss somit erst identifiziert werden. Im ersten Fall<br />
wäre für <strong>die</strong> Einführung einer neuen Software (z.B. Umstellung von Windows XP auf<br />
Windows 7) <strong>die</strong> Schulung <strong>der</strong> Mitarbeiter/innen erfor<strong>der</strong>lich. Das heißt, alle Angestellten<br />
sollen <strong>die</strong> neue Software beherrschen und mit ihr arbeiten können; das<br />
entspräche dem ‚Soll-Zustand‘.<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
15
Im zweiten Fall ist <strong>der</strong> Bedarf zunächst zu ermitteln. Beispielsweise ist <strong>der</strong> Ausschuss<br />
an einer Produktionsanlage nach Verwendung einer neuen Materiallieferung<br />
zu groß. Gemeinsam mit dem Unternehmen gehen wir <strong>der</strong> Ursache für <strong>die</strong> reduzierte<br />
Leistung auf den Grund: Maschine zu alt, Verbrauchsteile verschlissen, Materialfehler,<br />
Be<strong>die</strong>nfehler, schlechte Wartung o<strong>der</strong> <strong>die</strong> Kombination verschiedener Ursachen.<br />
Stellen wir komplexe Ursachen fest, teilen wir <strong>die</strong>se in bildungsrelevante, technische,<br />
organisatorische o<strong>der</strong> finanzielle auf und legen Notwendigkeiten fest. Für<br />
das o. g. Beispiel könnte <strong>der</strong> Bildungsbedarf darin bestehen, <strong>die</strong> zuständigen Mitarbeiter/innen<br />
des Unternehmens in unserem H<strong>aus</strong> an einer baugleichen Maschine<br />
zu schulen und ihnen <strong>die</strong> Möglichkeit zu geben, mit verschiedenen Materialien zu<br />
experimentieren. Der Soll-Zustand hier wäre <strong>die</strong> sichere Verwendung unterschiedlicher<br />
Materialien. Für den Ermittlungsprozess ist es oft hilfreich Antworten auf <strong>die</strong><br />
Frage zu finden ‚Wo wollen wir hin und wie kommen wir dort hin?‘.<br />
Den Soll-Zustand gleichen wir ab mit den vorhandenen Qualifikationen <strong>der</strong> Angestellten.<br />
Für <strong>die</strong> Analyse ist es erfor<strong>der</strong>lich, <strong>die</strong> Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten<br />
und <strong>die</strong> Lernerfahrungen bzw. -gewohnheiten <strong>der</strong> Mitarbeiter/innen möglichst<br />
genau zu ermitteln, aber auch weitere Rahmenbedingungen wie Behin<strong>der</strong>ung,<br />
Sprache, Kultur etc. abzuklopfen. Schließlich wollen wir <strong>die</strong> Lernenden optimal<br />
unterstützen, um beste Vor<strong>aus</strong>setzungen für den Lernerfolg zu schaffen.<br />
Zur Veranschaulichung <strong>der</strong> einzelnen Bildungsbedarfe, also <strong>der</strong> Ergebnisse des<br />
Abgleichs zwischen Soll- und Ist-Zustand, nutzen wir <strong>In</strong>strumente wie Stärken-<br />
Schwächen-Diagramme. Dabei hängt <strong>die</strong> Güte <strong>der</strong> Analyse natürlich von <strong>der</strong><br />
Qualität <strong>der</strong> Eingangsdaten ab. Daher ist größte Sorgfalt bei <strong>der</strong> Erhebung <strong>der</strong><br />
Daten beim Auftraggebenden erfor<strong>der</strong>lich.“<br />
„Um aktuelle und zukünftige Bildungsbedarfe ermitteln bzw. abschätzen zu können,<br />
ist <strong>die</strong> Kenntnis des Marktes unerlässlich. Einerseits müssen Wettbewerber<br />
bekannt sein und beobachtet werden, <strong>die</strong> in <strong>der</strong>selben Region aktiv sind bzw. ähnliche<br />
<strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en anbieten. An<strong>der</strong>erseits aber müssen auch übergrei-<br />
16 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
fende Entwicklungen im Auge behalten werden, etwa in Politik und Wissenschaft.<br />
Dies haben wir im Rahmen unserer Qualifizierungsreihe ‚Bildungsorganisation‘<br />
berücksichtigt. Das Angebot richtet sich an Mitarbeiter/innen von Bildungs<strong>die</strong>nstleistern,<br />
<strong>die</strong> auf <strong>der</strong> mittleren Qualifikationsebene <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en<br />
operativ betreuen. Aktuelle Themen wie <strong>die</strong> zunehmende Verknüpfung zwischen<br />
dem Berufsbildungs- und dem Hochschulbereich, <strong>die</strong> Entwicklung des Deutschen<br />
Qualifikationsrahmens o<strong>der</strong> Auswirkungen des demografischen Wandels stoßen<br />
auf sehr großes <strong>In</strong>teresse <strong>der</strong> Teilnehmenden.<br />
Um aktuelle und zukünftige Bildungsbedarfe<br />
ermitteln bzw. abschätzen zu können, ist <strong>die</strong> Kenntnis<br />
des Marktes unerlässlich.<br />
Daneben vermitteln wir unseren Teilnehmenden aber natürlich auch das relevante<br />
‚Handwerkszeug‘ dazu, wie nun konkret Bildungsbedarfe erschlossen werden können.<br />
Dies reicht von <strong>der</strong> abstrakten Durchführung von Umweltanalysen bis hin <strong>zur</strong><br />
Befragung von Personalverantwortlichen in Unternehmen. <strong>In</strong> unseren Seminaren<br />
haben wir festgestellt, dass <strong>die</strong> Feedbacks <strong>der</strong> Mitarbeiter/innen von unschätzbarem<br />
Wert für ihren Arbeitgeber/innen sind, da sie schließlich ‚das Ohr am Kunden‘<br />
haben – und um den geht es schließlich! Eine Kurzdarstellung <strong>der</strong> Qualifizierungsreihe<br />
Bildungsorganisation finden Sie im Anhang.“<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
17
Entwicklung und Abstimmung <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
mit dem Auftraggeber<br />
Die Entwicklungsphase ist insbeson<strong>der</strong>e bei <strong>der</strong> Konzipierung neuer <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en<br />
und ihrer Einbettung in das Dienstleistungsportfolio<br />
des Anbieters sehr wichtig. Die Abstimmung mit dem Auftraggebenden<br />
umfasst den in <strong>der</strong> Regel bilateralen Abgleich, bei dem ein erstes Konzept<br />
bzw. Angebot des Bildungs<strong>die</strong>nstleisters mit den Vorstellungen des Auftraggebenden<br />
abgeglichen, ggf. modifiziert und schließlich konkretisiert<br />
wird. Diese Abstimmung ist ein zentraler Erfolgsfaktor für den Bildungs<strong>die</strong>nstleister,<br />
da sie einerseits einen passgenauen Zuschnitt von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en<br />
erst ermöglicht und an<strong>der</strong>erseits wertvolle Anhaltspunkte<br />
für weitergehende Bedarfe liefert. Sowohl <strong>die</strong> Entwicklung als auch <strong>die</strong><br />
Abstimmung fußt auf den Ergebnissen <strong>der</strong> Bildungsbedarfs- bzw. Marktanalyse.<br />
Dieser Schritt mündet in den Vertragsabschluss.
„Der zentrale Erfolgsfaktor in <strong>der</strong> Entwicklungsphase von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en<br />
ist <strong>die</strong> Qualifizierung <strong>der</strong> Angestellten des Bildungs<strong>die</strong>nstleisters. Grundsätzlich<br />
bietet es sich natürlich an, Experten/innen für bestimmte Bereiche (wie etwa Technik,<br />
EDV etc.) im Team zu haben, an<strong>der</strong>erseits ist es auch notwendig, Fragen zu<br />
Themen außerhalb des eigenen Fachbereiches kompetent beantworten zu können<br />
– gerade in Krankheitsphasen o<strong>der</strong> bei Urlaubsvertretungen.<br />
Daher sichern wir <strong>die</strong> Kommunikation zwischen den Mitarbeiter/innen und durch<br />
regelmäßige Meetings. Wir arbeiten aber auch mit FAQ-Listen bzw. Beratungsblättern,<br />
in denen <strong>die</strong> meistgestellten Fragen o<strong>der</strong> wichtigsten <strong>In</strong>fos zu einem<br />
Themenfeld zusammengefasst sind. Natürlich sind bei <strong>der</strong> Entwicklung von<br />
Seminaren zu bestimmten Fachthemen <strong>die</strong> jeweiligen Fachleute einzubinden. Wir<br />
legen jedoch Wert auf übergreifende Kompetenzen und eine gute Vorbereitung<br />
unserer Mitarbeiter/innen – <strong>die</strong>se können so viele Fragen bereits vorab klären.“<br />
„Um unsere wesentlichen Abläufe <strong>zur</strong> Entwicklung von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en<br />
festzuhalten, haben wir im Rahmen des Qualitätsmanagements ein Flussdiagramm<br />
erstellt. Darüber hin<strong>aus</strong> wurde im Projekt ein Service Blueprinting vorgenommen,<br />
das <strong>die</strong> Abfolge <strong>aus</strong> Sicht <strong>der</strong> Anbieter-Kunden-Beziehung darstellt. Grundsätzlich<br />
sieht <strong>die</strong> Entwicklung und Abstimmung mit dem auftraggebenden Unternehmen so<br />
<strong>aus</strong>: Auf <strong>der</strong> Basis einer ersten Skizze sowie einer Vorkalkulation durch den/<strong>die</strong><br />
Produktverantwortliche/n finden in unserem H<strong>aus</strong>e zunächst interne Gespräche mit<br />
<strong>der</strong> Geschäftsführung statt. Anschließend erarbeiten wir ein detailliertes Angebot.<br />
Hierzu werden alle relevanten Fachbereiche, <strong>In</strong>formationen <strong>aus</strong> unserer Betriebedatenbank<br />
und natürlich <strong>der</strong> Auftraggebenden selber einbezogen. Das Angebot<br />
wird mit dem Unternehmen abgestimmt. Bei Bedarf können noch in allen Details<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
19
Än<strong>der</strong>ungen vorgenommen werden. Die vereinbarte <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> wird<br />
nun wie abgesprochen vertraglich festgelegt, hierfür gibt es Vertragsvorlagen.<br />
Der Kern, also <strong>die</strong> Entwicklung <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> an sich, sieht folgen<strong>der</strong>maßen<br />
<strong>aus</strong>: Anhand <strong>der</strong> Ergebnisse <strong>der</strong> Bildungsbedarfsanalyse entwickeln wir ein<br />
pädagogisches Konzept, welches sicherstellt, dass <strong>die</strong> gewünschten Bildungsziele<br />
erreicht werden. Dazu gehört <strong>die</strong> Erarbeitung eines geeigneten Lernprozesses inkl.<br />
entsprechen<strong>der</strong> Lernmethoden und -materialien. Dies alles erfolgt unter <strong>der</strong> Prämisse,<br />
dass <strong>die</strong> Mitarbeiter/innen zukünftig in <strong>der</strong> Lage sind, <strong>die</strong> Anfor<strong>der</strong>ungen ihres<br />
Arbeitsplatzes zu bewältigen. Die Einzelheiten werden in einem Curriculum festgelegt.<br />
Gleichzeitig werden <strong>die</strong> Bedingungen für den Lerntransfer beschrieben, vor<br />
allem für <strong>die</strong> Überwachung und <strong>die</strong> Auswertung des gewünschten Erfolgs <strong>der</strong><br />
<strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>. Zu guter Letzt werden <strong>die</strong> <strong>In</strong>strumente <strong>der</strong> Evaluation<br />
geplant und fixiert.<br />
Zu <strong>die</strong>sen Kerninhalten (hinzu) kommt <strong>die</strong> Bestimmung <strong>der</strong> Randbedingungen, also<br />
wer wie, wo und wann <strong>die</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> durchführt. Dabei versuchen wir<br />
stets, Varianten anzubieten wie Flexibilität bzgl. Ort und Zeit, zusätzliche Lernfel<strong>der</strong>,<br />
Unterrichtsformen o<strong>der</strong> <strong>die</strong> <strong>In</strong>tegration betrieblicher Aufgaben.“<br />
„Auch ‚schlechte‘ Ideen können zum Erfolg führen! Dies sagen wir sowohl in Beratungsgesprächen,<br />
bei denen es um <strong>die</strong> Organisationsentwicklung von Bildungs<strong>die</strong>nstleistern<br />
geht, als auch in unserer Qualifizierungsreihe Bildungsorganisation.<br />
Vor<strong>aus</strong>setzung hierfür ist einzig und allein, dass Ideen für neue <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en<br />
– also auch verworfene Ideen, <strong>die</strong> nicht auf das <strong>In</strong>teresse eines Auftraggebenden<br />
gestoßen sind – dokumentiert werden. Und Themen, <strong>die</strong> vielleicht<br />
heute noch uninteressante ‚Zukunftsmusik‘ darstellen, können schon morgen hochaktuell<br />
sein. Daher empfehlen wir, einen Ideenpool zu erstellen und regelmäßig zu<br />
diskutieren.<br />
20 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
Da <strong>die</strong> Entwicklung und Abstimmung mit <strong>In</strong>teressenten sehr unterschiedlich<br />
ablaufen kann, können und wollen wir den Teilnehmenden unserer Qualifizierungsreihe<br />
Bildungsorganisation keine ‚Patentrezepte‘ mitgeben.<br />
Stattdessen klopfen wir in Gruppenarbeiten grundlegende Aspekte des Entwicklungsprozesses<br />
ab: Wer ist <strong>die</strong> Zielgruppe? Was ist das Ziel <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>?<br />
Der zentrale Erfolgsfaktor in <strong>der</strong> Entwicklungsphase<br />
von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en ist <strong>die</strong> Qualifizierung<br />
<strong>der</strong> Angestellten des Bildungs<strong>die</strong>nstleisters.<br />
Welche Me<strong>die</strong>n und Methoden sollten eingesetzt werden? Worauf legt das auftraggebende<br />
Unternehmen beson<strong>der</strong>en Wert? Und wie kann ein beson<strong>der</strong>s innovatives<br />
Angebot erstellt werden, das sich von <strong>der</strong> Masse abhebt? Über <strong>die</strong>se Fragen<br />
schärfen wir den Blick unserer Teilnehmenden dafür, wo es hingehen muss und wo<br />
<strong>die</strong> Stärken und Schwächen <strong>der</strong> eigenen Organisation liegen. Und am Ende kommen<br />
dann manchmal echt innovative Ideen her<strong>aus</strong>, z. B. <strong>die</strong> Kombination eines EDV-<br />
Kurses mit einer Ergonomieberatung – damit’s nicht nur mit dem PC, son<strong>der</strong>n auch<br />
mit <strong>der</strong> Haltung am Computer besser klappt.“<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
21
Umsetzung und Prozessbegleitung <strong>der</strong><br />
<strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
Die Umsetzung und Prozessbegleitung einer <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> kann<br />
bereits beginnen, lange bevor an <strong>die</strong> „eigentliche“ <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
zu denken ist: beim Umfeldmanagement. Parkplätze, Kantine, Klimatisierung<br />
von Räumen etc. sind Faktoren, <strong>die</strong> <strong>die</strong> Auftraggebenden bei <strong>der</strong><br />
Beurteilung <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> unbewusst mit bewerten. Neben<br />
<strong>der</strong> eigentlichen Umsetzung, also den <strong>In</strong>halten, Zielen, Methoden, Me<strong>die</strong>n<br />
und den Lehrenden einer <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>, spielt das Umfeld also<br />
ebenfalls eine wichtige Rolle.
Die Umsetzung einer <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> umfasst neben den mikro- und makrodidaktischen<br />
Aspekten <strong>die</strong> typischen Phasen des Produktmanagements, von <strong>der</strong><br />
Vermarktung bis hin zu Nachkalkulation und schließlich auch <strong>die</strong> Verwaltung.<br />
Mitarbeiter/innen von Bildungs<strong>die</strong>nstleistern sollten in <strong>der</strong> Lage sein, auf den Bedarf<br />
angemessen reagieren und Lösungen entwickeln zu können. Sie müssen<br />
den gesamten Ablauf managen und gegebenenfalls <strong>die</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
selbst durchführen. Für Angestellte in Bildungszentren ergibt sich dementsprechend<br />
ein sehr breites Tätigkeitsspektrum. Häufig besteht Bedarf nach einer<br />
Professionalisierung.<br />
„Neben exzellenten Angestellten im Verwaltungs- bzw. Beratungs- und Organisationsbereich<br />
for<strong>der</strong>n wir auch hohe fachliche Qualität bei den eingesetzten Lehrkräften.<br />
Hier sind Profis <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong> gefragt, um <strong>die</strong> Lehrgangsinhalte so vermitteln<br />
zu können, dass eine schnelle praktische Umsetzung nach Lehrgangsende möglich<br />
ist. Dies wurde ja sowohl von Teilnehmer- als auch von Auftraggeberseite als beson<strong>der</strong>s<br />
relevant betrachtet. Ein Nachteil dabei, sich fachliche Expertise durch Praktiker/innen<br />
in <strong>die</strong> Lehrgänge zu holen, stellen allerdings <strong>die</strong> zum Teil fehlenden<br />
pädagogischen Kenntnisse <strong>die</strong>ser Gruppe dar. Diese Problematik halten wir im Blick<br />
und bieten regelmäßige interne Dozentenfortbildungen an. Außerdem achten wir<br />
bei freiberuflichen Dozenten/innen darauf, ob <strong>die</strong> Bereitschaft <strong>zur</strong> fachlichen und<br />
auch pädagogischen (Weiter-)Bildung vorhanden ist. Diese ist bei einem großen Teil<br />
des Personals nach unseren Erfahrungen durch<strong>aus</strong> gegeben: Bei <strong>der</strong> schriftlichen<br />
Befragung (siehe Anhang) von 186 Lehrkräften <strong>der</strong> Bildungszentren <strong>der</strong> Handwerkskammer<br />
für München und Oberbayern schätzten insgesamt 86% <strong>die</strong> Teilnahme an<br />
Fortbildungen als wichtig ein. Hier zeigte sich auch, dass neben speziellen fachspezifischen<br />
Themen von den Lehrenden <strong>die</strong> pädagogische Komponente als<br />
beson<strong>der</strong>s wichtig erkannt wird – denn hier wurden viele Vorschläge für Fortbildungen<br />
genannt.<br />
Fachspezifische Schulungen sind wichtig, um <strong>die</strong> Dozentinnen und Dozenten ‚up to<br />
date‘ zu halten. Ein regelmäßiges Angebot pädagogisch-didaktischer Themen kann<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
23
unseres Erachtens <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en för<strong>der</strong>n, mit denen sowohl Teilnehmende<br />
zufrieden sind – weil ein Lernfortschritt erkennbar ist und <strong>der</strong> Unterricht<br />
gleichzeitig Spaß macht – als auch Auftraggebende – weil sich Mitarbeiter/innen<br />
Kompetenzen aneignen, <strong>die</strong> in <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong> umsetzbar sind.<br />
Bei den Befragungen <strong>der</strong> Teilnehmenden zeigten sich einige wichtige Bereiche, <strong>die</strong><br />
neben <strong>der</strong> Kursgestaltung als beson<strong>der</strong>s relevant bezeichnet wurden und daher von<br />
Bildungs<strong>die</strong>nstleistern in den Blick genommen werden sollten:<br />
Den Teilnehmenden ist es wichtig, auf dem Laufenden gehalten zu werden, d. h.<br />
<strong>In</strong>formationsweitergabe per Newsletter, <strong>In</strong>foveranstaltungen zu aktuellen Themen<br />
o<strong>der</strong> verän<strong>der</strong>ten <strong>In</strong>halten, sowie <strong>die</strong> Möglichkeit <strong>der</strong> Netzwerkbildung während<br />
und auch nach dem Kurs stellen für <strong>die</strong> Zielgruppe wichtige Aspekte dar. Die<br />
Teilnehmenden leben den Gedanken <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>, <strong>die</strong> ‚mehr als nur<br />
einen Lehrgang‘ darstellt, also schon. Für sie ist <strong>der</strong> Lehrgang mit <strong>der</strong> Prüfung bzw.<br />
<strong>der</strong> Zeugnisvergabe nicht abgeschlossen, son<strong>der</strong>n in vielen Fällen ist hier ein<br />
weiterer Kontakt gewünscht – sei es mit den an<strong>der</strong>en Teilnehmenden o<strong>der</strong> auch mit<br />
den Bildungs<strong>die</strong>nstleistern. Dieser Wunsch nach Kontaktpflege zeigt sich auch in<br />
<strong>der</strong> Bereitschaft, an Befragungen mitzuwirken etc.. Durch eine zufriedenstellende<br />
<strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> kann also eine Basis für weitere Beziehungen gelegt<br />
werden. Zudem wird eine Möglichkeit geschaffen, weitere Bildungsbedarfe<br />
abzuschätzen, weil ein Kontakt mit den Teilnehmenden besteht.<br />
Teilnehmenden ist es wichtig, auf dem<br />
Laufenden gehalten zu werden.<br />
Des Weiteren rücken Aspekte <strong>der</strong> Ausstattung und Gestaltung des Bildungszentrums<br />
in den Fokus: eine Kantine, ein Ruhe- o<strong>der</strong> Aufenthaltsraum, eine<br />
‚Bibliothek‘, <strong>In</strong>ternetzugang per W-LAN, Parkmöglichkeiten, Anschluss an den<br />
ÖPNV, angenehme Kursräume, <strong>die</strong> eine Wohlfühlatmosphäre bieten (Stichwort:<br />
Klimaanlage) – <strong>die</strong> Liste wäre hier noch deutlich erweiterbar. Die Teilnehmenden<br />
entscheiden sich für eine <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> und verbringen daher viel Zeit in<br />
den Räumen des Bildungsanbieters. Wer hier Mehrwert bietet und eine angenehme<br />
24 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
Atmosphäre schafft, <strong>der</strong> kann auch mithelfen, dass <strong>die</strong> Lerninhalte zufriedenstellend<br />
vermittelt werden können und <strong>die</strong> Teilnehmenden gleichzeitig eine Beziehung<br />
aufbauen und <strong>die</strong> nächste <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> wie<strong>der</strong> bei <strong>die</strong>sem Anbieter<br />
besuchen werden.<br />
Aus Sicht <strong>der</strong> Teilnehmenden steht auch <strong>die</strong> Öffentlichkeitsarbeit als wichtiger<br />
B<strong>aus</strong>tein auf dem Programm eines Bildungs<strong>die</strong>nstleisters: Neben <strong>der</strong> öffentlichen<br />
Bekanntmachung von Lehrgangsinhalten mittels einem transparenten Aufbau <strong>der</strong><br />
<strong>In</strong>ternetpräsenz und an<strong>der</strong>er Werbematerialien, spielt auch <strong>die</strong> Kontaktmöglichkeit<br />
mit dem Bildungs<strong>die</strong>nstleister eine große Rolle. Der E-Mail-Kontakt wird dabei<br />
immer wichtiger, allerdings ist das persönliche Gespräch am Telefon für <strong>die</strong> Zielgruppe<br />
noch immer von größerer Bedeutung als <strong>die</strong> elektronische Form <strong>der</strong> Kontaktaufnahme.<br />
Bildung ist eine persönliche Sache, von daher ist <strong>die</strong> Kontaktpflege zu<br />
den Zielgruppen von sehr hoher Relevanz – und wird, wie vorher bereits angedeutet,<br />
auch Vorteile für den Bildungs<strong>die</strong>nstleister haben, speziell was <strong>die</strong> Kundenbindung<br />
betrifft. Zur Öffentlichkeitsarbeit gehört es <strong>aus</strong> Teilnehmersicht auch, Lehrgänge<br />
und Abschlüsse dahingehend bekannt zu machen, dass <strong>die</strong>se im Berufsleben<br />
Anerkennung finden – so muss z. B. <strong>die</strong> Stellung <strong>der</strong> Titel ‚Betriebswirt (HWK)‘ o<strong>der</strong><br />
des ‚Energieberaters (HWK)‘ in <strong>der</strong> Öffentlichkeit gefestigt werden. Auch hier sollte<br />
ein Bildungs<strong>die</strong>nstleister durch verschiedene Aktionen mithelfen, <strong>die</strong> Absolventen/innen<br />
zu unterstützen.<br />
Lehrgangsinhalte und <strong>die</strong> damit verbundenen Materialien sollten Mindeststandards<br />
genügen. Skripte und Prüfungen beispielsweise sollten in Layout und Formulierung<br />
professionell wirken und keine Verunsicherung hervorrufen. Eine Konzentration<br />
<strong>der</strong> Teilnehmenden auf <strong>die</strong> Lerninhalte und keine Ablenkung durch eine<br />
fehlerhafte Gestaltung, veraltetes Layout o. ä. sollte bei Bildungs<strong>die</strong>nstleistern an<br />
<strong>der</strong> Tagesordnung sein. Soviel zu den Wünschen <strong>der</strong> Teilnehmenden, Betriebe und<br />
Lehrenden. Ein weiterer zentraler B<strong>aus</strong>tein sind jedoch <strong>die</strong> Mitarbeiter/innen des<br />
Bildungs<strong>die</strong>nstleisters. Im Projekt haben wir über eine 360°-Befragung eine komplette<br />
Durchleuchtung unseres <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>sbereichs vorgenommen,<br />
also neben den Befragungen von Teilnehmenden, Betrieben und Lehrenden auch<br />
<strong>die</strong> verantwortlichen Mitarbeiter/innen einbezogen.<br />
Als Methode, das Wissen <strong>der</strong> Angestellten zu systematisieren, hat sich das ‚Service<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
25
Blueprinting‘ bewährt. Dabei wird ein Gesamtprozess in Klein- und Kleinstprozess-<br />
Schritte zerlegt – und dabei immer darauf geachtet, <strong>aus</strong> Kundensicht zu agieren.<br />
Beim Service Blueprinting werden verschiedene Bereiche in den Fokus genommen:<br />
1. Prozesse, <strong>die</strong> in direktem Kundenkontakt stattfinden,<br />
2. für Auftraggebende sichtbare Aktionen und<br />
3. Prozesse, <strong>die</strong> im Back-Office-Bereich stattfinden, also für <strong>die</strong> Kunden nur ein<br />
sichtbares Ergebnis liefern, wobei <strong>die</strong> eigentliche Prozessgestaltung aber<br />
unsichtbar ist.<br />
Durch <strong>die</strong>se Aufteilung und <strong>die</strong> Diskussion über das Vorgehen lassen sich prozessuale<br />
Verbesserungen gestalten – und <strong>die</strong>s immer mit dem Fokus auf <strong>die</strong> Kundensicht;<br />
also mit dem Ziel, den Prozess <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> für alle Beteiligten<br />
erfolgreicher und besser zu gestalten. Ein beispielhaftes Ergebnis eines Service<br />
Blueprints für das Bildungszentrum München haben wir im Anhang beigefügt.“<br />
„Die <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> startet. Der Bildungs<strong>die</strong>nstleister sorgt für <strong>In</strong>formation<br />
und Orientierung <strong>der</strong> Lernenden. Gleichzeitig stellt er alle erfor<strong>der</strong>lichen Lernressourcen<br />
<strong>zur</strong> Verfügung; dazu gehört auch eine entsprechende Lernumgebung. Hierzu<br />
überprüft <strong>die</strong> Leiterin/<strong>der</strong> Leiter <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>, ob alle Vorgaben<br />
des Angebotes erfüllt sind. Das beinhaltet Rückversicherungen beim Auftraggebenden.<br />
Im zweiten Schritt werden <strong>die</strong> Ressourcen überprüft und, falls erfor<strong>der</strong>lich,<br />
nicht vorhandenes <strong>In</strong>ventar/Maschinen/Utensilien beschafft. Es folgt <strong>der</strong> Start<br />
<strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>. Wie später beschrieben, werden während <strong>der</strong> Maßnahme<br />
Zwischen<strong>aus</strong>wertungen vorgenommen. Die <strong>In</strong>halte werden in einem Kontrollbuch<br />
dokumentiert. Zum Abschluss <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> wird von jedem<br />
Teilnehmenden eine Endbewertung eingeholt. Während des Prozesses/<strong>der</strong> Durchführung<br />
findet kontinuierlich eine Begleitung statt. Das Feedback <strong>der</strong> Lernenden<br />
und <strong>der</strong> Unternehmen wird eingeholt. Nur durch <strong>die</strong> Rückkopplung besteht <strong>die</strong><br />
Möglichkeit, zu überprüfen, ob <strong>die</strong> verwendeten Methoden und <strong>die</strong> eingesetzten<br />
26 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
Ressourcen sicherstellen, dass <strong>die</strong> vereinbarten Lernergebnisse erreicht werden.<br />
Dieser Monitoring-Prozess ist im SAZ auch in einem Qualitätsmanagementsystem<br />
beschrieben. Er bietet <strong>die</strong> Möglichkeit, bei Bedarf in <strong>der</strong> laufenden Maßnahme<br />
noch steuernd einzugreifen und falls erfor<strong>der</strong>lich Än<strong>der</strong>ungen vorzunehmen.<br />
Konkret wird das Feedback durch Zwischen<strong>aus</strong>wertungen in Form von Beurteilungsbögen<br />
eingeholt. Ermittelt <strong>der</strong>/<strong>die</strong> Verantwortliche in <strong>der</strong> Auswertung eine hohe<br />
Zufriedenheit, braucht er/sie nicht aktiv zu werden. Sind <strong>die</strong> Ergebnisse <strong>der</strong> Auswertung<br />
jedoch schlecht, erfolgt unter Einbeziehung des/<strong>der</strong> Qualitätsmanagementbeauftragten<br />
eine Modifikation in <strong>der</strong> Durchführung.“<br />
„Die Umsetzung und Prozessbegleitung von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en stellt sehr<br />
breite Anfor<strong>der</strong>ungen an Personal und Organisation eines Bildungs<strong>die</strong>nstleisters.<br />
Um das Personal hierfür entsprechend zu professionalisieren, bearbeiten wir in<br />
unserer Qualifizierungsreihe Bildungsorganisation natürlich alle Kernschritte, <strong>die</strong><br />
<strong>die</strong> Partner <strong>aus</strong> München und Schwerin beschrieben haben.<br />
Darüber hin<strong>aus</strong> bieten wir Einblicke in querliegende Themen wie Kostenrechnung,<br />
Controlling, rechtliche Grundlagen, Marketing und <strong>die</strong> Kommunikation mit Kunden<br />
in verschiedenen Situationen – vom professionellen Auftreten beim Erstgespräch<br />
bis hin zum serviceorientierten Telefonieren. Im Hinblick auf <strong>die</strong> Organisationsentwicklung<br />
von Bildungs<strong>die</strong>nstleistern bieten wir für Bildungszentren <strong>der</strong> Handwerkskammern<br />
schon seit langem <strong>die</strong> Geschäftsprozessoptimierung an. Dieses Verfahren<br />
hilft den Bildungszentren, ihre Dienstleistungsprozesse zu durchleuchten und sie<br />
durch den Vergleich mit an<strong>der</strong>en zu optimieren. Im Projekt haben wir <strong>die</strong>ses <strong>In</strong>strument<br />
an Bildungs<strong>die</strong>nstleister im Allgemeinen angepasst und mit unseren Partnern<br />
erprobt. Her<strong>aus</strong>gekommen ist ein <strong>In</strong>strument, das komplex ist und dessen Bearbeitung<br />
sicherlich Aufwand mit sich bringt. Doch <strong>die</strong>ser zahlt sich <strong>aus</strong>, da ein klares<br />
Bild gezeichnet wird, wo <strong>der</strong> Bildungs<strong>die</strong>nstleister steht und wo er noch Verbesserungspotenzial<br />
hat. Das <strong>In</strong>strument haben wir dem Anhang beigefügt.“<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
27
Kontrolle <strong>der</strong> (Lern-)Zielerreichung<br />
Die Kontrolle <strong>der</strong> (Lern-)Zielerreichung ist ein elementarer Schritt. Denn<br />
falls <strong>der</strong> Transfer <strong>der</strong> Bildungsinhalte an den Arbeitsplatz nicht gelingt, so<br />
verfehlt <strong>die</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> ihren Sinn, ihre Daseinsberechtigung.<br />
Die Zufriedenheit <strong>der</strong> Teilnehmenden und <strong>die</strong> Kontrolle <strong>der</strong> Zielerreichung<br />
erhält deswegen einen beson<strong>der</strong>e Bedeutung – nicht zu verwechseln mit<br />
<strong>der</strong> Evaluation <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>, <strong>die</strong> erst im nächsten Schritt<br />
folgt.
„Aus unserer Sicht verfestigen sich hier verschiedene, im Rahmen <strong>die</strong>ser Publikation<br />
bereits angesprochene, Themen. Neben regelmäßigen Befragungen <strong>der</strong> Teilnehmenden<br />
und <strong>der</strong> Auftraggeber/innen während und am Ende <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
können hier auch Lehr-/Lernzielkontrollen helfen, um festzustellen,<br />
inwieweit <strong>die</strong> praktische Umsetzbarkeit <strong>der</strong> Lerninhalte gegeben ist. Dies kann in<br />
theoretischen Lehrgängen (z. B. Ausbildung zum Bürokaufmann) beispielsweise<br />
mit Hilfe von Zwischenprüfungen geschehen, bei technischen Lehrgängen kann<br />
<strong>die</strong>s durch praktische Situationsaufgaben gewährleistet werden.<br />
Des Weiteren kann ein intensiver Kontakt mit Teilnehmenden, Betrieben und<br />
Lehrenden – wie er auch schon in an<strong>der</strong>en Bereichen <strong>die</strong>ser Publikation angesprochen<br />
wurde – hilfreich sein. Das ‚offene Ohr‘ und natürlich auch <strong>die</strong> Flexibilität,<br />
Kursinhalte abzuän<strong>der</strong>n und auf Probleme zu reagieren, helfen, <strong>die</strong> Zielerreichung<br />
zu kontrollieren. Nach Abschluss einer <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> sollte <strong>die</strong>ser Kontakt<br />
aufrecht erhalten werden. Befragungen von Teilnehmenden und Auftraggebenden<br />
(in standardisierter, schriftlicher Form o<strong>der</strong> in einem persönlichen Gespräch)<br />
geben Verbesserungsmöglichkeiten für <strong>die</strong> Zukunft preis.“<br />
„Die Frage <strong>der</strong> Lernzielerreichung bzw. des Lerntransfers ist nicht nur für den Teilnehmenden<br />
son<strong>der</strong>n auch für das Unternehmen von wesentlicher Bedeutung. Aus<br />
<strong>die</strong>sem Grund heben wir <strong>die</strong>sen Punkt in einem eigenen Schritt in unserer Vorgehensweise<br />
vor. <strong>In</strong> <strong>die</strong>sem Schritt beobachtet das Unternehmen seinen Angestellten,<br />
<strong>der</strong> an <strong>der</strong> Lern<strong>die</strong>nstleistung teilgenommen hat. Das Ergebnis ist <strong>der</strong> wichtigste<br />
Punkt, denn das Unternehmen hat schließlich in <strong>die</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
investiert, und möchte nun, dass <strong>die</strong> Zielvorgaben auch umgesetzt werden.<br />
Das Ergebnis wird im nächsten Schritt zwischen Unternehmen und Bildungs<strong>die</strong>nstleister<br />
<strong>aus</strong>gewertet.<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
29
Die Wirksamkeit des Lerntransfers wird zusätzlich erhöht, wenn <strong>die</strong> Lern<strong>die</strong>nstleistung<br />
nicht nur vor und während <strong>der</strong> Durchführung konsequent auf <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong>anwendung<br />
<strong>aus</strong>gerichtet ist, son<strong>der</strong>n wenn auch nach Beendigung weitere Aktionen<br />
<strong>zur</strong> Unterstützung und <strong>zur</strong> Stabilisierung (Coaching, Hotline) unternommen<br />
werden.“<br />
„Wie man sieht, liegen <strong>die</strong> Äußerung <strong>der</strong> Partner <strong>aus</strong> München und Schwerin nah<br />
beieinan<strong>der</strong>. Dadurch wird deutlich, dass kleine und große Bildungs<strong>die</strong>nstleister<br />
sich gleichermaßen dem Anspruch verpflichtet fühlen (müssen), <strong>die</strong> Ansprüche <strong>der</strong><br />
Auftraggebenden und Teilnehmenden zu erfüllen. Letztendlich ist unerheblich, ob<br />
ein Unternehmen o<strong>der</strong> eine Privatperson <strong>die</strong> <strong>In</strong>itiative ergriffen hat, eine <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
anzufragen: Am Ende müssen <strong>die</strong> <strong>In</strong>halte <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
transferiert werden können – in erster Linie an den aktuellen Arbeitsplatz, aber<br />
natürlich auch in an<strong>der</strong>e Arbeits- und Lebenskontexte. Ein sehr wichtiges Erfolgskriterium<br />
ist dabei <strong>die</strong> Handlungsorientierung <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en, also<br />
<strong>die</strong> didaktisch-methodische Strukturierung entlang von konkreten Aufträgen, Problemstellungen<br />
und Aufgaben <strong>aus</strong> dem ‚echten‘ Berufsleben.“<br />
30 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
31
Evaluation <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
Die Evaluation berücksichtigt nicht nur <strong>die</strong> Zufriedenheit <strong>der</strong> Teilnehmenden<br />
und auftraggebenden Unternehmen. Sie umfasst den gesamten<br />
Wertschöpfungsprozess <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>. Wo befinden sich<br />
noch Stellschrauben <strong>zur</strong> Optimierung <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>? Lohnt<br />
sich <strong>die</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> wirtschaftlich für den Anbieter?
„Die Auswertung <strong>der</strong> Teilnehmerbefragungen am Lehrgangsende o<strong>der</strong> auch einige<br />
Zeit danach sind erste Ansatzpunkte für <strong>die</strong> abschließende Evaluation einer<br />
<strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>. Gen<strong>aus</strong>o liefern Gespräche mit den Lehrenden, <strong>die</strong> ja<br />
<strong>die</strong> Experten/innen für <strong>die</strong> vermittelten Bereiche darstellen, wichtige <strong>In</strong>formationen.<br />
Aufbauend darauf kann durch<strong>aus</strong> an <strong>der</strong> Stundenzahl ‚gedreht‘ werden,<br />
<strong>die</strong> Aufnahme von mehr <strong>Praxis</strong>blöcken, <strong>der</strong> Einbau weiterer <strong>In</strong>halte etc. abgesprochen<br />
werden.<br />
Die Nutzung von bestehenden Strukturen – also <strong>die</strong> Netzwerkpflege, um <strong>die</strong> <strong>In</strong>formationen<br />
<strong>der</strong> relevanten Gruppen mit einzubeziehen – stellt hier einen zentralen<br />
Punkt dar. Im Projekt wurden mittels <strong>der</strong> angesprochenen 360°-Befragung <strong>die</strong><br />
Meinungen und Wünsche von auftraggebenden Unternehmen, Teilnehmenden,<br />
Lehrkräften und Organisationsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern auf unterschiedliche<br />
Weise erfasst. Das <strong>die</strong>s in <strong>der</strong> alltäglichen <strong>Praxis</strong> nur in Ausnahmefällen in<br />
<strong>die</strong>ser Größenordnung durchführbar sein wird, ist klar. Allerdings sollte sich ein<br />
Bildungs<strong>die</strong>nstleister nicht scheuen, regelmäßig <strong>In</strong>formationen aller an <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
Beteiligter einzuholen, um <strong>die</strong> Maßnahme zu evaluieren.<br />
Dabei gilt unseres Erachtens, dass eine strukturierte und regelmäßige Evaluation<br />
mehr bringt als ungeplante Hau-Ruck-Ansätze“.<br />
„Wenn <strong>die</strong> Ergebnisse aller Erhebungen vorliegen, werten wir <strong>die</strong> gesamte <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
gemeinsam mit dem Unternehmen <strong>aus</strong>. Durch Befragung im Unternehmen,<br />
organisierte Erfahrungs<strong>aus</strong>t<strong>aus</strong>che, Coaching und Beobachtung stellen<br />
wir fest, ob <strong>die</strong> Lernziele erreicht wurden. Gleichzeitig werten wir das Feedback von<br />
Lernenden, Dozenten/innen und Verantwortlichen im H<strong>aus</strong>e <strong>aus</strong> und erhalten somit<br />
ein differenziertes Bild über <strong>die</strong> durchgeführte Lern<strong>die</strong>nstleistung. Gemeinsam mit<br />
dem Unternehmen wird nun je<strong>der</strong> Schritt evaluiert.<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
33
Zuerst wird geprüft, ob <strong>die</strong> festgelegten Ziele erreicht wurden. Aus den Ergebnissen<br />
erfolgt eine detaillierte Bewertung, inwieweit <strong>der</strong> Lerntransfer erfolgreich war, also<br />
ob <strong>der</strong> Teilnehmende <strong>die</strong> erworbenen Kompetenzen auch am Arbeitsplatz umsetzen<br />
kann.<br />
Die Analyse und Bewertung <strong>die</strong>ser Qualitätsprüfungen erfolgt zeitnah durch <strong>die</strong><br />
Leiterin/den Leiter <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> und startet h<strong>aus</strong>intern mit <strong>der</strong> Auswertung<br />
<strong>der</strong> Endbewertungsbögen. Hier wird <strong>die</strong> Frage beantwortet, ob <strong>die</strong> Teilnehmenden<br />
ihr Lernziel erreicht haben und ob sie mit <strong>der</strong> Umsetzung zufrieden waren.<br />
Wenn das Ergebnis positiv <strong>aus</strong>fällt, kann <strong>die</strong> Maßnahme später als erfolgreiches<br />
Beispiel archiviert werden. Hat es in <strong>der</strong> Maßnahme Defizite gegeben, werden unter<br />
Einbeziehung des Qualitätsmanagements erfor<strong>der</strong>liche Modifikationen in zukünftigen<br />
Dienstleistungen Berücksichtigung finden. Danach wird eine Vali<strong>die</strong>rung<br />
durchgeführt, um zu überprüfen, ob <strong>die</strong> realisierte <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> geeignet<br />
war, <strong>die</strong> Kundenanfor<strong>der</strong>ungen umzusetzen bzw. das gesetzte Ziel zu erreichen.<br />
Es kann kein Patentrezept für <strong>die</strong> Evaluation von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en<br />
geben. Vielmehr müssen Vorgehensweise<br />
und <strong>In</strong>strumente an <strong>die</strong> Bedarfe, aber auch <strong>die</strong> Möglichkeiten<br />
und Restriktionen <strong>der</strong> Bildungs<strong>die</strong>nstleister angepasst<br />
werden.<br />
<strong>In</strong> Anschluss erfolgt stets eine externe Auswertung beim Auftraggebenden, um auch<br />
dort ein Feedback zu bekommen (Verifizierung). Das ist sehr wesentlich, um zukünftig<br />
<strong>die</strong> Wünsche unserer Kunden optimal umzusetzen. Alle Ergebnisse fließen in<br />
einen Abschlussbericht ein und werden in kurzer Form in unsere Betriebedatenbank<br />
eingegeben. So kann später <strong>die</strong> Dienstleistung für ein Unternehmen schnell recherchiert<br />
werden, wenn <strong>die</strong> <strong>In</strong>formationen für eine neue Maßnahme benötigt werden.<br />
Die Unterlagen <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> werden archiviert und nach Ablauf <strong>der</strong><br />
Aufbewahrungsfrist vernichtet.<br />
Die Evaluation mit dem Auftraggebenden ist natürlich enorm wichtig um das gegenseitige<br />
Vertrauen zu erhöhen. Auch wenn Einzelheiten nicht wie geplant umgesetzt<br />
34 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
wurden, besteht hier <strong>die</strong> Möglichkeit, <strong>die</strong> Ursachen (z. B. Über-, Unterfor<strong>der</strong>ung,<br />
Zeitplan zu eng, usw.) zu erforschen und entsprechende Anregungen für zukünftige<br />
Maßnahmen zu berücksichtigen. Die Gelegenheit wird gleichzeitig dazu genutzt,<br />
neu entstandene Kundenwünsche vor Ort aufzugreifen und wie<strong>der</strong>um in neu zu<br />
entwickelnde Maßnahmen einfließen zu lassen.“<br />
„Während das Bildungszentrum München eine unglaubliche Anzahl an Teilnehmenden<br />
pro Jahr aufweist, zeichnet sich das Schweriner Ausbildungszentrum durch<br />
sehr enge Kontakte zu einem kleinen Kundenkreis <strong>aus</strong>. Schnell wird klar: Es kann<br />
kein Patentrezept für <strong>die</strong> Evaluation von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en geben. Vielmehr<br />
müssen Vorgehensweise und <strong>In</strong>strumente an <strong>die</strong> Bedarfe, aber auch <strong>die</strong> Möglichkeiten<br />
und Restriktionen <strong>der</strong> Bildungs<strong>die</strong>nstleister angepasst werden. Natürlich<br />
bringt <strong>die</strong>s eine ungemeine Bandbreite an möglichen Aktionen mit sich, wie wir<br />
oben sehen. Zentral ist dabei – und das wird bei den Äußerungen <strong>der</strong> Partner <strong>aus</strong><br />
München und Schwerin deutlich – <strong>der</strong> Anspruch, den gesamten hier dargestellten<br />
Wertschöpfungsprozess <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> zu betrachten und <strong>die</strong> zentrale<br />
Rolle <strong>der</strong> Kunden/innen zu berücksichtigen.“<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
35
ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK<br />
Anhand konkreter Beispiele wurde auf den vorangegangenen Seiten gezeigt, wie<br />
<strong>die</strong> Entwicklung und Umsetzung von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en in <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong> sowohl<br />
eines kleinen als auch eines großen Bildungs<strong>die</strong>nstleisters <strong>aus</strong>sehen kann. Natürlich<br />
sind <strong>die</strong>s nur <strong>aus</strong>gewählte Beispiele, <strong>die</strong> keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit<br />
erheben. Gleichwohl mag <strong>die</strong> eine o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>e Ausführung als Hilfestellung für<br />
Ihre Arbeit <strong>die</strong>nen. Wir würden uns freuen, wenn unsere Berichte Ihnen den einen<br />
o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>en Denkanstoß gegeben haben.<br />
Wir kommen nun noch einmal auf <strong>die</strong> zum Teil skeptischen Stimmen <strong>zur</strong>ück und<br />
beziehen zu den provokanten Thesen, <strong>die</strong> wir eingangs aufgestellt haben, Stellung.<br />
These 1:<br />
Weiterbildung, Seminar, <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>, Lern<strong>die</strong>nstleistung, Qualifizierung<br />
– alle Begriffe bezeichnen doch nur Angebote „von <strong>der</strong> Stange“.<br />
Natürlich sind <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en mehr als Angebote „von <strong>der</strong> Stange“. Zwar<br />
werden <strong>die</strong> grundlegenden <strong>In</strong>halte von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en auch in Zukunft<br />
mit den klassischen Seminarinhalten vergleichbar sein. Allerdings steht bei <strong>der</strong><br />
Konzeption und Durchführung von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en immer <strong>der</strong> Kunde/<strong>die</strong><br />
Kundin (sei es nun <strong>der</strong> Teilnehmende und/o<strong>der</strong> <strong>der</strong> Betrieb als Auftraggeber) im<br />
Mittelpunkt. Eine auf <strong>die</strong> Wünsche und Bedürfnisse <strong>der</strong> Kunden zugeschnittene<br />
Konzeption, ein modularer Aufbau, eine intensive Betreuung vor, während und<br />
nach dem Lehrgang, kompetente Wissensvermittlung mit <strong>der</strong> Möglichkeit <strong>der</strong><br />
praktischen Umsetzbarkeit, Netzwerkpflege nach dem Lehrgang etc. – <strong>die</strong>s alles<br />
sind Merkmale, <strong>die</strong> in tra<strong>die</strong>rten Angebotsformen zwar enthalten sein können,<br />
von <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en aber eingehalten werden müssen. <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en<br />
setzen also früher an als <strong>die</strong> klassischen Seminare <strong>zur</strong> Qualifizierung,<br />
sie holen weiter <strong>aus</strong> und dauern länger an – kurzum: <strong>der</strong> Kunde/<strong>die</strong> Kundin steht<br />
im Mittelpunkt und erhält mehr Dienstleistung – und <strong>die</strong>s nicht nur im Prozess<br />
<strong>der</strong> Wissensvermittlung selbst, son<strong>der</strong>n in allen Bereichen, <strong>die</strong> mit <strong>die</strong>sem<br />
Prozess in Verbindung stehen.<br />
36 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
These 2:<br />
Die unterschiedlichen Wünsche von Auftraggeber und Teilnehmendem kann <strong>die</strong><br />
<strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> nicht unter einen Hut bringen.<br />
Sicherlich gibt es Bereiche, in denen <strong>die</strong> Ziele von Teilnehmenden und beauftragenden<br />
Unternehmen nicht deckungsgleich sind. Allerdings wird <strong>die</strong>s <strong>aus</strong> <strong>Praxis</strong>sicht<br />
eher den Ausnahmefall darstellen. <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong>en zielen auf <strong>die</strong><br />
(Weiter-) Entwicklung von Qualifikationen und Kompetenzen beim Teilnehmenden<br />
ab. Dies wird sowohl beim Teilnehmenden selbst im Mittelpunkt stehen, da er mit<br />
dem Durchlaufen <strong>der</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> ein Ziel (beruflicher Aufstieg, finanzielle<br />
Verbesserung, höheres Ansehen etc.) erreichen will. Der Auftraggebende hingegen<br />
möchte seinen eigenen Nutzen maximieren, d. h. <strong>der</strong> Absolvent/<strong>die</strong> Absolventin<br />
einer <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> soll <strong>die</strong> erworbenen Kompetenzen für den<br />
Betrieb gewinnbringend einsetzen können. Folglich ergibt sich für <strong>die</strong> Bildungs<strong>die</strong>nstleister<br />
<strong>die</strong> Notwendigkeit, ihre Angebote so zu gestalten, dass zum einen <strong>der</strong><br />
Teilnehmende zufrieden ist – <strong>die</strong>s kann z. B. durch Mehrwerte wie Hilfestellungen<br />
seitens <strong>der</strong> Dienstleister, eine angenehme Lernatmosphäre o<strong>der</strong> den Aufbau von<br />
Vertrauen stattfinden – und zum an<strong>der</strong>en das beauftragende Unternehmen seine<br />
Ziele erreicht und <strong>die</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> wirtschaftlichen Erfolg verspricht, da<br />
<strong>der</strong> Teilnehmende am Ende „besser“ ist als vorher – wie auch immer man <strong>die</strong>s definiert<br />
o<strong>der</strong> misst. Ein Abgleich <strong>die</strong>ser beiden Faktoren kann einem Bildungs<strong>die</strong>nstleister<br />
gelingen.<br />
These 3:<br />
Ob groß, ob klein – je<strong>der</strong> kann Bildungs<strong>die</strong>nstleister sein!<br />
Im Rahmen des Projektes konnten <strong>die</strong> durch<strong>aus</strong> vorhandenen Unterschiede zwischen<br />
den beiden beteiligten Partnern Handwerkskammer für München und Oberbayern<br />
und Schweriner Ausbildungszentrum verglichen werden. Auffällig war, dass<br />
beide Partner das Prinzip des Bildungs<strong>die</strong>nstleisters umsetzen, <strong>die</strong>s aber auf unterschiedlichen<br />
Ebenen. Während das SAZ sehr nahe an den Betrieben ist, viele<br />
persönliche Beziehungen pflegen kann sowie vorwiegend maßgeschnei<strong>der</strong>te Lösungen<br />
im Angebot hat, ist eine so intensive Betreuung bei einem großen Bildungs-<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
37
träger wie den Bildungszentren <strong>der</strong> Handwerkskammer für München und Oberbayern<br />
kaum umsetzbar. Aber auch hier wird versucht, Teilnehmenden und beauftragenden<br />
Unternehmen neben standardisierten Angeboten stets auch einen Mehrwert<br />
anzubieten. Neben <strong>der</strong> Möglichkeit des Maßschnei<strong>der</strong>ns, wo es wirtschaftlich<br />
umsetzbar ist, wird hier verstärkt auf eine intensive Betreuungs<strong>die</strong>nstleistung vor,<br />
während und nach dem Kurs abgezielt: Bildungs- und Karriereberatung für <strong>die</strong> Teilnehmenden,<br />
Unterstützung und Hilfestellung bei organisatorischen o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>en<br />
Fragen und Problemen sowie <strong>die</strong> Hilfeleistungen <strong>der</strong> Kammer selbst (betriebswirtschaftliche<br />
o<strong>der</strong> rechtliche Beratung etc.) sollen hier als Beispiele angeführt werden.<br />
Fazit: Auch wenn <strong>die</strong> Ansätze unterschiedlich sind und kleine Schiffe – wie das SAZ<br />
– oftmals schneller reagieren können als große Dampfer – wie <strong>die</strong> Kammern – können<br />
beide Kurs auf den Hafen des „Bildungs<strong>die</strong>nstleisters“ nehmen.<br />
38 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
ANHANG<br />
Fragebogen <strong>zur</strong> Teilnehmerbefragung 40<br />
Fragebogen <strong>zur</strong> Betriebsbefragung (Fortbildungslehrgänge) 46<br />
Fragebogen <strong>zur</strong> Betriebsbefragung (ÜLU) 50<br />
Fragebogen <strong>zur</strong> Dozentenbefragung 54<br />
Ergebnisse des Service Blueprintings 60<br />
Fragebogen Betriebsbefragung 62<br />
Ablaufmodell <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong> 67<br />
Analyse- und Benchmarkinginstrument für Bildungs<strong>die</strong>nstleister 68<br />
Kurzdarstellung <strong>der</strong> Seminarreihe „Bildungsorganisation“ 72<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
39
FRAGEBOGEN ZUR TEILNEHMERBEFRAGUNG<br />
40 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
Seite 2: Fragebogen <strong>zur</strong> Teilnehmerbefragung<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
41
Seite 3: Fragebogen <strong>zur</strong> Teilnehmerbefragung<br />
42 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
Seite 4: Fragebogen <strong>zur</strong> Teilnehmerbefragung<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
43
Seite 5: Fragebogen <strong>zur</strong> Teilnehmerbefragung<br />
44 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
Seite 6: Fragebogen <strong>zur</strong> Teilnehmerbefragung<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
45
FRAGEBOGEN ZUR BETRIEBSBEFRAGUNG<br />
(FORTBILDUNGSLEHRGÄNGE)<br />
46 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
Seite 2: Fragebogen <strong>zur</strong> Betriebsbefragung<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
47
Seite 3: Fragebogen <strong>zur</strong> Betriebsbefragung<br />
48 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
Seite 4: Fragebogen <strong>zur</strong> Betriebsbefragung<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
49
FRAGEBOGEN ZUR BETRIEBSBEFRAGUNG<br />
(ÜBERBETRIEBLICHE LEHRLINGSUNTERWEISUNG)<br />
50 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
Seite 2: Fragebogen <strong>zur</strong> Betriebsbefragung Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
51
Seite 3: Fragebogen <strong>zur</strong> Betriebsbefragung Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung<br />
52 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
Seite 4: Fragebogen <strong>zur</strong> Betriebsbefragung Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
53
FRAGEBOGEN ZUR DOZENTENBEFRAGUNG<br />
54 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
Seite 2: Fragebogen <strong>zur</strong> Dozentenbefragung<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
55
Seite 3: Fragebogen <strong>zur</strong> Dozentenbefragung<br />
56 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
Seite 4: Fragebogen <strong>zur</strong> Dozentenbefragung<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
57
Seite 5: Fragebogen <strong>zur</strong> Dozentenbefragung<br />
58 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
59
ERGEBNISSE DES SERVICE BLUEPRINTINGS<br />
60 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
61
FRAGEBOGEN BETRIEBSBEFRAGUNG<br />
62 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
Seite 2: Fragebogen Betriebsbefragung<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
63
Seite 3: Fragebogen Betriebsbefragung<br />
64 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
Seite 4: Fragebogen Betriebsbefragung<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
65
Seite 5: Fragebogen Betriebsbefragung<br />
66 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
ABLAUFMODELL BILDUNGSDIENSTLEISTUNG<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
67
ANALYSE- UND BENCHMARKINGINSTRUMENT<br />
FÜR BILDUNGSDIENSTLEISTER<br />
68 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
Seite 2: Analyse -und Benchmarkinginstrument für Bildungs<strong>die</strong>nstleister<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
69
Seite 3: Analyse -und Benchmarkinginstrument für Bildungs<strong>die</strong>nstleister<br />
70 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
71
KURZDARSTELLUNG DER SEMINARREIHE<br />
„BILDUNGSORGANISATION“<br />
72 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>
Seite 2: Kurzdarstellung <strong>der</strong> Seminarreihe „Bildungsorganisation“<br />
<strong>In</strong> 5 <strong>Schritten</strong> <strong>zur</strong> <strong>Bildungs<strong>die</strong>nstleistung</strong><br />
73
74 Für <strong>die</strong> <strong>Praxis</strong> <strong>aus</strong> <strong>der</strong> <strong>Praxis</strong>