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Sonder Newsletter

Das Racetech Racing Team in Györ, Ungarn

Spezial:

Hannas Tagebücher


Das Racetech Racing

Team unterwegs in

Ungarn

Liebe Sponsoren, Freunde und Förderer,

ein weiteres Event der Formula Student Rennserie

liegt hinter uns.

Dieses Mal hatten wir uns auf den weiten Weg

nach Györ in Ungarn gemacht. Mit 27 anderen Teams

aus zehn verschiedenen Ländern bezogen wir am

Mittwoch, den 17.08.2011, unsere Box. Nachdem

wir in Windeseile den LKW ausgeräumt und die Box

aufgebaut hatten, wurden wir überraschenderweise

vom Platz gebeten, um unsere Unterbringung zu

beziehen und erst am nächsten Morgen wieder zu

kommen. Im Gegensatz zu anderen Events, darf in

Ungarn über Nacht nicht gearbeitet werden. Um

20.00Uhr schließt das Gelände und öffnet erst um

7.30Uhr am Morgen. An diese neuen Umstände musste

man sich erst einmal gewöhnen, doch trotz nächtlichen

Arbeitsverbotes, schafften wir die technische Abnahme

am nächsten Morgen reibungslos. Die vier Aufkleber

für die Allgemeine Abnahme, den Tilt Table, Noise und

Brake Test hatten wir am Mittag auf unserem Auto

kleben und konnten als zweiter Rennwagen auf dem

Testgelände unsere Runden drehen. Der RTo5, Hanna

wie sie im Teaminternen Sprachgebrauch genannt

wird, glänzte unter der sengenden Hitze Györs und

kurvte mit schnurrendem Motor über das Gelände.

Die Zeit nutzten wir, um weitere Einstellungen und

Temperaturen zu testen und uns auf die statischen

Disziplinen des nächsten Tages vorzubereiten.

Der Business Plan war in Györ zuerst an der Reihe.

Rebekka und Priska konnten mit ihrer ausgefallenen

Editorial

- 2 -


Präsentation einen souveränen 12. Platz

sichern. Für die Konstruktionsverteidigung

kamen im 15 Minuten Takt Juroren der

Elektronik, Antrieb und Motors, des Fahrwerks

sowie von Karosserie und Ergonomie

in unsere Box und ließen sich unser

Fahrzeugkonzept, Fertigungsverfahren und

einzelne Teile bis ins letzte Detail erklären.

Damit erreichten wir den 6. Platz. Als letztes

musste sich Sebastian in der Verteidigung

der Kostenaufstellung beweisen. Nach

einer Stunde intensiver Diskussionen,

Kostenseitiger und technischer

Betrachtungen sowie Vergleichen mit dem

echten Rennwagen, fanden die Juroren

leider ein paar kleinere Unstimmigkeiten.

Es reichte dennoch für Platz 23. Insgesamt

konnten wir den Tag also mit Platz 16 in den

statischen Disziplinen abschließen.

Am nächsten Tag ging es an die

dynamischen Disziplinen. Dafür nutzten

wir den Vormittag, um unsere Hanna

noch einmal über die Teststrecke zu jagen

und die einzelnen Disziplinen zu üben.

Als erstes traten wir dann zum Skid Pad,

dem Achten fahren, an. Eric fuhr uns mit

grandiosen Rundenzeiten auf Platz 6 vor.

Beim folgenden Beschleunigungsrennen,

versagte uns leider bei unserem ersten

Fahrer die Schaltung. Im zweiten Versuch

mit Sascha als Fahrer konnten wir uns

dennoch eine sehr gute Zeit sichern,

die uns ebenfalls auf Platz 6 schickte.

Den folgenden Autocross fuhren unsere

Endurancefahrer Daniel und Paddy und

konnten auch hier mit erstklassigen Zeiten

punkten. Die schnellste Runde von Daniel

brachte uns auf Platz 5.

Der nächste und letzte Tag in Ungarn

wartete mit dem Ausdauerrennen, dem

Endurance auf uns. Die gute Platzierung

im Autocross garantierte uns einen recht

späten Startplatz, sodass wir ausreichend

Zeit hatten, unseren Rennwagen bis ins

letzte Bauteil noch einmal zu überprüfen.

Als es am frühen Nachmittag auf die

Strecke ging, stand das gesamte Team

am Rand des dynamischen Bereichs und

verfolgte gespannt das Rennen. Auch

unser Kanzler, Herr Dr. Handschuh, hatte

den weiten Weg auf sich genommen,

um uns in diesem wichtigen Rennen

beizustehen. Unser erster Fahrer Paddy

konnte den Rennwagen mit sicheren Zeiten

18 Runden und 11km lang über die Strecke

jagen. Beim folgenden Fahrerwechsel

wird der Motor ausgeschaltet, der zweite

Fahrer steigt ein und der Wagen muss

wieder starten, um den zweiten Teil des

Endurance zu bestreiten. Ohne Probleme

sprang der Motor an und Daniel schoss

über den Asphalt. In seiner dritten Runde

jedoch verlor das Auto plötzlich an Zug.

Ein Viertel der Strecke rollte es noch und

blieb direkt vor den Augen des Teams

liegen. Voller Schrecken, stellten wir fest,

dass die Schrauben unseres Kettenblatts

auf der Strecke gebrochen waren. Ein

Versagen, das mit sehr viel Pech verbunden

sein musste, wie uns viele andere Teams

mitleidig garantierten.

Trotz gedrückter Stimmung, packten wir

unsere Sachen zusammen und zogen am

Abend zur Award Zeremonie. Dort wurden

wir mit dem Preis für das Best self-made

Vehicle ausgezeichnet. Dieser Award hat

uns überaus gefreut, da er die Leitlinie vom

Racetech Racing Team, so viel wie möglich

selbst zu fertigen, belohnt und ehrt.

- 3 - Editorial


Scrutineering

- 4 -


Tag 1

Das Scrutineering

Liebes Tagebuch,

heute war ein schöner Tag. Obwohl ich mir meine glänzende Magnesiumaussenhaut

ein bisschen unter der brütenden Sonne Györs verbrannt habe. Trotzdem habe ich

mich gut benommen.

Aber von vorn:

In aller Frühe besuchte mich mein Team in der Box. Ich war noch ein bisschen

verschlafen, aber als die Jungs und Mädels mich dann zur technischen Abnahme

fertig und hübsch machten, war auch ich richtig wach und aufgeregt. Besonders

stolz war ich natürlich, als die technische Abnahme ohne Probleme verlief, ich den

ersten Aufkleber bekam und mich alle Teammitglieder glücklich anschauten.

Danach wurde ich zusammen mit Daniel zum Tilt Table gerollt, wo ich festgeschnürt

und um 60 Grad geneigt wurde. Puh, das ist nichts für Rennautos mit schwachem

Magen, aber mir macht das keine Probleme. Der zweite Sticker war somit ergattert.

Beim Noise Test musste ich nur etwas vor mich hin tuckern, dann bekam ich schon

den dritten Sticker. Stolz wie Oscar bin ich dann zum Brake Test gefahren und

habe gezeigt, was in meinen Bremsen steckt – der vierte und letzte Aufkleber. Mein

Team hat gejubelt. Dennoch haben sie gesagt, dass sie nie gedacht hätten, dass

ich sofort alle Aufkleber bekomme - aber warum eigentlich?

Naja, dann hat Daniel mich noch ein bisschen über die Teststrecke gejagt bevor

ich endlich zurück in die Box durfte. Es war sehr heiss auf dem Track, aber

daran, dass einem Auto auch warm wird, denkt natürlich niemand. Deswegen habe

ich auch schlechte Laune bekommen, als ich noch einmal mit Christian auf die

Test Strecke gehen musste, und in meinen wenigen Pausen alle immer emsig an

mir rumschraubten. Ich war doch heute so brav gewesen und hatte meine Ruhe

verdient! Also habe ich auch einfach nichts mehr gemacht, als Christian Gas

gegeben hat, hahaha!

Damit hatte ich mal wieder mein Ziel erreicht und wurde in meine Box

zurückgebracht. Das Team sah ein bisschen traurig und ängstlich aus, aber die

sollen sich mal nicht so haben. Ich hatte nur einfach keine Lust mehr, in der Hitze

durch die Gegend zu fahren.

Liebes Tagebuch, morgen darf ich mich endlich richtig ausruhen und muss nur gut

aussehen. Mein Team muss sich in den statischen Disziplinen beweisen.

Bis morgen!

- 5 - Scrutineering


Business Plan Presentation

Team Punkte Platz

KA-Racing e.V. 75,00 1

Metropolia

75,00 1

Motorsport

Racetech Racing

Team

57,065 11

Design Report

Team Punkte Platz

TUW Racing 134,208 1

HAWKS Racing e.V 130,917 3

Racetech Racing 128,250 6

Team

Gesamtwertung statische

Disziplinen

Team Punkte Platz

Metropolia Motorsport 287,824 1

Running Snail Racing 276,981 2

Team

Racetech Racing

Team

238,055 11

Cost Report

Team Punkte Platz

Prom Racing 90,341 1

Team Hare 90,261 2

Racetech Racing 52,739 23

Team

Statische Disziplinen - 6 -


Tag 3

Die Ststatischen Disziplinen

Liebes Tagebuch,

eigentlich sollte heute ein ruhiger Tag werden, weil meine Jungs und Mädels

die statischen Disziplinen absolvieren müssen. Ich wollte hübsch geschminkt und

begutachtet werden und einen entspannten Tag verbringen. Aber meine Leute hatten

offensichtlich andere Pläne.

Gleich früh, sehr früh, am Morgen stürmten sie in die Box, schalteten mich ein,

räumten die Box aus und es sollte sofort auf die Teststrecke gehen. So hatten wir

aber nicht gewettet. Um so eine Uhrzeit hab ich noch keine Lust, also hab ich Peter

einfach geärgert und mich geweigert zu schalten. Aber dann hat Christian mich

unter den Schaltwippen gekitzelt. Vor lauter Lachen hab ich einfach aus Versehen

geschaltet. Da bin ich nun mal kitzelig. Und ausgerechnet Christian hat es heraus

gefunden.

Naja gut, dann musste ich also mit ihm eine Runde drehen. Hab mich auch

anfangs gut benommen, aber nach fünfzehn Minuten war es mir zu bunt. Da hab

ich einfach ein bisschen rumgezickt und durfte zurück in die Box. Das fand der

Peter nicht so toll und hat einfach mein MCU gewechselt, für besseres Benehmen.

Ausserdem haben sie gesagt, mein Gemüt wäre zu hitzig. Ich find mich eigentlich

ganz ok so wie ich bin.

Währenddessen war die Business Plan Präsentation, verlief mittelmässig, haben

sie erzählt. Immer noch zu ausgefallen und zu wenige Zahlen, Berechnungen und

Analysen. Die sind wohl auch nicht offen für neue Ideen.

Für mich ging es schon wieder auf die Strecke zum Testen. Man kriegt aber auch

kein Erbarmen von denen, nicht einmal bei 32 Grad im Schatten. Aber Sascha

hat sich zu mir gesetzt. Den mag ich, der darf fahren. Der ist immer so lieb zu

mir. Also sind wir ein paar Runden geheizt. Ist aber wirklich ganz schön heiss da

draussen. 105 Grad hatte mein Motor und bevor sie mich noch weiter quälen, ging

mir die Luft in der Druckflasche aus. Sehr gut, durfte ich also wieder zurück in die

kühle Box. Da wurde meine Druckflasche gleich ausgebaut und aufgefüllt – und ich

dachte ich hab meine Ruhe während sich alle auf den Design Report vorbereiten.

Dann war der Design Report an der Reihe. Erst kamen die Juroren für die

Elektronik, dann für Antrieb und Motor, dann Fahrwerk und zuletzt für Aussenhaut,

Rahmen und Ergonomie. Alle blieben eine viertel Stunde. Ich dachte ich muss nur

dastehen und gut aussehen, aber alle wollten mir ständig an die Wäsche. Aussenhaut

ab, Aussenhaut wieder ran und wieder ab und wieder ran. Und alle haben mich

überall angefasst, wo mich sonst nur meine Mädels und Jungs berühren. Aber meine

Airbox ist gut angekommen. Da musste der Alex ganz viel zeigen und erklären,

auch zur Drosselklappe und zum Kegel. Auf meine Carbonfelgen waren auch alle

voll scharf und auf meine Aussenhaut, geglänzt hat sie bis alle neidisch waren.

So viel Aufmerksamkeit, stundenlang. Das war toll.

Kurze Pause und schliesslich war der Cost Report an der Reihe, dass hiess erst

einmal entspannen und gut aussehen. Sebastian hat lange Zeit mit den Judges

geredet und ihnen unsere Kostenaufstellung und den Real Case vorgestellt, eh sie

mich eines Blickes gewürdigt hatten. Pff! Dann haben sie mich auch noch so

lange auseinandergenommen, bis sie irgendwas zu meckern gefunden hatten.

Das hat mir nicht so gut gefallen.

Endlich war Feierabend für mich. Nur die Druckluftflasche musste ich

wieder hergeben, die wollte der Eric noch einmal auffüllen. Es gab noch

ein kleines Teamzusammentreffen. Da haben sie erzählt, dass sie abends

alle zusammen Pizza essen gehen und ich darf nicht mit. So gemein, man

fühlt sich wie auf Diät gesetzt. Na mal sehen, was ich mir da morgen

für das Team einfallen lasse.

Gute Nacht liebes Tagebuch, ich geniesse jetzt die Ruhe in der Box.

- 7 - Statische Disziplinen


Team

Acceleration

Best

Time

Punkte

Platz

Metropolia Motorsport 3,678s 75,00 1

Lions Racing Team 3,708 74,419 2

Racetech Racing 3,876s 65,017 6

Team

Skid Pad

Team Best Time Punkte Platz

Metropolia Motorsport 4,8255s 75,00 1

High-Octane Motorsports 4,968s 64,663 2

Racetech Racing Team 5,065s 58,120 6

Autocross

Team Best Time Punkte Platz

Metropolia Motorsport 36,865s 100,000 1

HAWKS Racing e.V. 37,071s 97,347 2

Racetech Racing Team 38,245s 82,770 5

Dynamische Disziplinen

- 8 -


Tag 4

Die dynamischen Disziplinen

Liebes Tagebuch,

Heute stand ein anstrengender Tag ins Haus – dynamische Disziplinen. Beschleunigen

wie eine Rakete, Achten Fahren im Skid Pad bis einem schwindelig wird und zu

guter Letzt Autocross - das geht schwer in die Gelenke.

Ich war zwar schon darauf eingestellt, aber um die frühe Uhrzeit, zu der meine

Leute wieder los wollten, hatte ich noch keine Lust. Wie jeden Morgen habe ich

also erst einmal mit der Schaltung rumgezickt. Das funktioniert immer. Peter war

darüber sehr verärgert. Nach fünf Minuten hatte ich Erbarmen mit ihm und hab

doch wieder geschaltet. Dafür musste ich aber auch gleich los und raus auf die

Test Area. Zwei Stunden lang haben mich Eric und Paddy im zwanzig Minuten

Takt über die Teststrecke getreten. Zwischendrin ist der Eric einem Videokamera-

Menschen gewichen und wir mussten ihn in der Box abholen. Dort hat er schon

sehnsüchtig auf mich gewartet, um mich zum Skid Pad zu bringen. Da haben

wir ne ordentliche Leistung hingelegt. Sogar eine unter fünf Sekunden Zeit war

dabei. Gestrahlt wie die Schneekönige haben wir da beide und das Team auch.

Schön war das.

Dann ging es weiter zum Beschleunigungsrennen. Der Sturz und die Spur meines

Fahrwerks wurden verstellt und dann kam Christian und wir rollten an die Startlinie.

Wir hatten einen sehr guten Start, aber dann hab ich mich vor lauter Wumms

beim Schalten verschluckt. Der Christian rupft auch immer so sehr an mir. Beim

zweiten Mal hab ich mich mehr konzentriert. Aber als Christian dann an meinen

Schaltwippen gekitzelt hat, hat es vor Lachen in meinem Bauch gejuckt und ich

hab mich wieder verschluckt. Hoppla. Auf dem Rückweg ging es aber wieder,

Aber das fanden die Jungs jetzt gar nicht witzig. Ganz doll geschimpft haben

sie mit mir, was ich mir denn einbilde, ich sei hier schliesslich nicht mehr auf der

Teststrecke und es ginge ums Ganze. Hab ich dann auch eingesehen, aber der Peter

hat lieber noch einmal meine Elektronik überprüft. Wär ja gar nicht nötig gewesen,

hatte mich ja nur verschluckt, aber sie sorgen sich halt um mich.

Dann kam der liebe Sascha schon angelaufen und wollte mit mir den zweiten

Durchlauf fahren. Da hab ich mich gefreut und wir sind sogar ziemlich schnell

gefahren. 3,87 sec. Tja, da haben wir es denen gezeigt. Dream Team eben, der

Sascha und ich. Beim zweiten Durchlauf hab ich mich vor lauter Freude über die

gute Zeit in der Schaltung verhaspelt und es war wieder bisschen langsamer.

Jetzt sollte ich noch einmal Skid Pad fahren, wollte eigentlich nicht mehr, aber

die Jungs haben mir so schön wieder den Sturz verstellt und ausserdem sass der

Sascha wieder bei mir. Na gut, aber die Zeiten vom Eric konnten wir leider nicht

mehr toppen. War eben schon ein wenig geschafft nach dem ganzen Fahren

in der Hitze.

Durfte als Belohnung aber auch gleich wieder zurück in die Box und hatte ein

bisschen Ruhe während die Jungs den Autocross im Course Walk schon einmal

abliefen. Sollte mich ja gut auf den Autocross vorbereiten. Die Elektroniker haben

mich noch ein bisschen bearbeitet, aber es war trotzdem eine angenehme Pause.

Das Team hat es ähnlich gehalten. Mittagspause und ausruhen. Die erzählen

immer von dem leckeren Mittagessen auf dem Eventgelände. Da werd ich

immer ganz neidisch. Naja, aber ich hab vor dem Autocross wenigstens noch

ein bisschen Benzin gekriegt. Schmeckt auch gut. Und sie haben meine Stabis

eingehängt, damit ich in den Kurven sauber mitgehe und mich nicht so

verbiegen muss. Und dann ging es mit Paddy auf die Strecke.

Am Anfang hab ich mir noch etwas Zeit gelassen und bin nur 42,303 sec

gefahren, aber dann haben alle richtig traurig und enttäuscht drein geblickt.

Das kann ich meinen Lieben dann doch nicht antun und Daniel hat mich auch

ganz schön getreten, sodass ich mich mal ein bisschen mehr angestrengt

habe. Mein Team hat ganz schön gejubelt als eine solide 38,245 sec auf der

Anzeigetafel stand. Da hab ich mich auch ein bisschen gefreut. Ist vielleicht

doch manchmal ganz nett nicht allzu zickig zu sein. Dann wurde meine

Elektronik nochmal auf Vordermann gebracht und auch das Fahrwerk

und alles andere durchgecheckt, als das Eventgelände geschlossen hat. Ich

wurde ganz liebevoll zugedeckt und verabschiedet, damit mir ohne meine

Räder nicht zu kalt wird. Morgen muss ich im Ausdauerrennen 22 km

am Stück fahren. Hoffentlich behalte ich vor lauter Aufregung meinen

kühlen Kopf.

Jetzt aber husch husch die Äuglein zu. Morgen soll ich schliesslich topfit

sein. Schön aussehen allein wird nicht reichen und zickig werden darf

ich ausnahmsweise auch nicht, aber das schaffen wir schon.

- 9 - Dynamische Disziplinen


Gesamtwertung Overall

Team Punkte Platz

Metropolia Motorsport 917,377 1

KA-RacIng e.V. 903,407 2

Racetech Racing Team 499,668 12

Gesamtwertung dynamische

Disziplinen

Team Punkte Platz

Metropolia Motorsport 629,710 1

KA-RacIng e.V. 627,099 2

Racetech Racing Team 261,614 13

Team

Endurance

Best

Time

Punkte

Platz

HAWKS Racing e.V. 39,63s 325,0 1

KA-Racing e.V. 39,94s 321,3 2

Racetech Racing 43,53s 0,0 14

Team

Fuel Efficiency

Team l/100km Punkte Platz

High Octane Motorsports 13,42 100 1

KA-RaceIng e.V. 15,22 97,22 2

Racetech Racing Team 17,83 55,71 14

Endurance

- 10 -


Tag 5

Der Endurance

Liebes Tagebuch,

Heute war der Tag des grossen Auftritts. Bühne frei für das Ausdauerrennen

Endurance. Bei den Blicken meines Teams am Morgen, war ich mir nicht ganz

sicher, ob ich mich freuen oder aufgeregt sein sollte. Da waren grosse Erwartungen,

Skepsis, Hoffnung und Vertrauen in ihren Augen. Wie es gelaufen ist, erzähle ich

dir gleich.

Der Tag begann ziemlich ruhig und entspannt. Die Elektroniker haben mir mein

Dashboard zurückgegeben. Sie haben gesagt, dass sie das neu programmiert haben,

damit ein Warnlicht aufleuchtet, wenn mein Motor über 110°Grad hat. Das ist gut,

da kann ich den Fahrern jetzt immer sagen, wenn mir zu heiss wird und ich mir

in voller Ekstase die Finger verbrühe. Dann haben mir Jonas, Michel, Marcus und

Anton noch so komische Bleche angebaut. Die pusten mir jetzt immer frische Luft

unter den Rock. Hoffentlich konnte mir da keiner unter die Wäsche gucken.

Gegen Mittag schob mich mein lieber Sascha mit Christian zum Auftanken. Endlich

auch für mich etwas zu essen. Da hatte ich sehr gute Laune. Ausserdem haben

mich alle ganz lieb getätschelt und nochmal alle Stellen angesehen und überprüft.

Am frühen Nachmittag ging es dann los. Showtime.

Als erstes fuhr ich mit Paddy los. Anfangs ein bisschen einfühlen, nicht, dass

ich mir die Fingernägel breche und dann legten wir solide Zeiten mit soliden

Motortemperaturen von konstanten 97°Grad hin. Jedes Mal, wenn wir am Team

vorbeigefahren sind, hab ich sie verschmitzt angezwinkert und sie haben laut

applaudiert und gejubelt. Ein tolles Gefühl.

Dann kam der Fahrerwechsel. Darum hatten meine Leute die allergrösste Angst,

weil ich mir in Hockenheim dabei ja die Finger verbrüht hatte. Das Bangen und

die Spannung hab ich bis über den ganzen Endurance Platz gefühlt. Und den Jubel

hättest du hören sollen, liebes Tagebuch, als ich meinen kühlen Kopf bewahrt hab

und Eins A angesprungen bin, nachdem sich Daniel zu mir gesetzt hatte. Stolz

wie Oscar drehten wir unsere ersten Runden. Grandios das Gefühl und die stolzen

Gesichter meines Teams. Und dann.

Autsch! Mein Schraubenkopf vom Kettenblatt. Daniel pass auf! Die Beschleunigung

haben wir gerade so noch hinbekommen, dann die Linkskurve und die nächsten

Schraubenköpfe brachen. Das tat weh, aber ein Stück ging es noch. Dann rutschte

mein Kettenblatt ab und meine ersten Schrauben flogen heraus. Der Daniel trat ins

Gaspedal, aber es ging einfach nicht mehr. Gerollt sind wir noch ein ganzes Viertel

der Strecke. Vorbei an meinem Team, dem der Schock ins Gesicht geschrieben

stand, als sie meine Kette auf dem Boden schleifen sahen.

Und dann war es vorbei. Und es tat so weh. Und traurig war ich, als ich

gesenkten Hauptes an den Rand geschoben wurde. Mein Team kam gleich

angelaufen, um zu sehen was mit mir passiert war. Tief enttäuscht, traurig und

mitleidig begutachteten sie meinen gebrochenen Antrieb. Dann musste ich allein

am Rand stehen bleiben und warten bis das Endurance vorbei war. Dabei tat

mir mein Kettenblatt doch immer noch so weh.

Währenddessen hat mein Team schon die Box aufgeräumt und zur Abfahrt

gepackt. Sobald sie durften, zogen sie los, um meine gebrochenen Gliedmassen

auf der Strecke einzusammeln. Fünf Schrauben mit Mutter und Unterlegscheiben

haben sie gefunden. Von den Köpfen kamen nur noch vier zum Antriebs-Eric

zurück, aber damit konnten sie schon gut rekonstruieren was passiert war.

Für Italien lässt sich der Eric etwas Neues einfallen, sodass ich mir nicht

wieder alle Schrauben breche.

Während alle Teams noch eine riesige Wasserschlacht feierten, glänzte ich

traurig in der Sonne. Aber es kamen immer wieder Teammitglieder vorbei

um meine Wunden zu lecken und mir gut zuzureden. Es wird alles wieder

gut, sobald wir zu Hause sind, versprachen sie.

Und dann wurde ich auch schon in den LKW geladen. Heute Nacht wird

es ein bisschen ungemütlich. Meine Nase steckt in meinem Sitz und ich

bin ganz schön festgezurrt. Aber morgen geht es endlich heim in die

vertraute Werkstatt. Freu mich schon darauf, wieder Tag und Nacht

umsorgt zu werden. Sie lieben mich eben doch, meine Leute.

Gute Nacht, liebes Tagebuch.

- 11 - Endurance


Das

Racetech

Racing

Team

Sagt

Danke!

Das Racetech Racing Team und Hanna bedanken

sich vielmals für Ihre Unterstützung. In verschiedensten

Bereichen stehen Sie uns stets zur Seite, sei es finanziell,

materiell oder ideell. Ohne diese Unterstützung wären

unser Rennwagen und die Teilnahme an solchen

Rennwettbewerben nicht denkbar. Auch wenn wir bisher

noch nicht in allen Disziplinen zeigen konnten, was

in unserem Rennwagen steckt, so nimmt doch jedes

einzelne unserer Teammitglieder sehr viele wichtige

und unersetzbare Erfahrungen und Lehren aus dieser

Zeit mit - wertvoll für das persönliche und berufliche

Leben, das schon bald auf uns zukommt. Für all Dies

möchten wir uns ganz herzlich bei Ihnen bedanken,

denn es wird uns unser Leben lang begleiten.

Am 01.09.2011 werden wir uns auf den Weg zum

letzten Event dieser Rennsaison nach Italien begeben.

Dafür laufen in den nächsten Tagen viele Vorbereitungen,

Anpassungen, Tests und Fahrertrainings. Wir sind

fest entschlossen unseren letzten Versuch für diese

Saison in ein erfolgreiches Ergebnis zu verwandeln und

das Ausdauerrennen vollständig durchzufahren. Auf

unserem Event Blog werden wir Sie auch aus Varano

de‘ Melegari in Italien auf dem Laufenden halten.

http://events.racetech-racingteam.de

Vielen Dank!

Rennsportliche Grüße

aus dem sommerlichen Freiberg,

Ihr Racetech Racing Team

Danksagung

- 12 -

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