Vor Ort Genießen Verstehen Nachgefragt - ARTMUR

artmur.at

Vor Ort Genießen Verstehen Nachgefragt - ARTMUR

Foto: Thomas Plettenberg

www.demeter.de Heft 10 Sommer 2011

Vor Ort

Auf der Haideralm

bei Stögers

Genießen

Draußen grillen

Verstehen

Tierschutz

verlangt Empathie

Nachgefragt

Kühe wählen

Grün fürs Futter

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genießen verstehen

Wer an einen Bauernhof denkt, sieht vor seinem

inneren Auge immer Tiere. Stimmt´s?

Gut, dass Demeter-Landwirte (wer sonst) auf ihren Hö-

fen noch Kühe, Schafe, Schweine, Ziegen, Gefl ügel,

Bienen und Pferde ihrem Wesen gemäß halten. Gera-

de jetzt im Sommer werden so Begegnungen möglich,

die uns Menschen in der Seele berühren und dem Le-

bendigen näherbringen. Demeter-Bäuerinnen und

-Bauern stellen sich ihren Tieren gegenüber und fra-

gen: „Wer bist du, was brauchst du?“ Erst diese Em-

pathie macht wirklichen Tierschutz möglich.

Das Demeter Journal lädt Sie ein, ein paar dieser Bio-

dynamiker und ihre Kulturtiere kennenzulernen. Be-

geben Sie sich doch gleich mal mit auf die Haideralm,

ganz bequem im Sessel oder Liegestuhl. Wir freuen

uns, wenn es Ihnen da oben gefällt.

Renée Herrnkind

renee.herrnkind@demeter.de

Telefon 06155 846950

PS: Falls Sie „es“ bisher noch nicht

geschafft haben sollten, lege ich Ihnen

diese Adresse ans Herz:

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INHALT 02/11

Inspiration

Blühende Landschaften – einfach machen 4

Verstehen

Das Demeter-ABC 6

Tierschutz verlangt Empathie 7

Vor Ort

Auf der Haideralm bei Stögers 8

Tiere auf Demeter-Höfen 13

Wissenswert

Saatgut muss gentechnikfrei bleiben 16

Gesund leben

Ita Wegman Klinik als Wiege

der anthroposophischen Medizin 18

Genießen

Draußen grillen 22

Kennenlernen

Anstoßen auf 75 Jahre Beutelsbacher Fruchtsaftkelterei 26

Nachgefragt

Kühe wählen Grün fürs Futter 30

Begegnen

Danke für Ihre Meinung 32

Warenkunde

Fütterung, Haltung, Verarbeitung entscheiden

über Milchqualität 34

Hintergrund

Veterinär Spranger fordert

eigene Zuchtlinien für Bio-Tiere 36

Schlusspunkt

Anita Idel beweist, dass die Kuh kein Klimakiller ist 38

Rubriken

Editorial 3 Rätsel 38

Aktuell 20 Zahlensalat 38

Produkte 28 Vorschau/Impressum 39

Inhalt

Demeter Journal 3


Inspiration

Stirbt die Biene,

stirbt auch der Mensch.

Albert Einstein

Blühende Landschaften – einfach machen

Futter für Insekten ist knapp. Wer Bienen, Hummel

und Co auf den Balkon, in den Garten oder einfach

am Straßenrand an ein Nektarbuff et einladen will,

kann jetzt noch die Saatgutmischung „Bienenweide“

der Bingenheimer Saatgut AG aussäen und hat

nach etwa sechs Wochen eine Blütenkomposition aus

Kräutern, Duft- und Blütenpfl anzen vor Augen – und

vor der Nase. Mehr zu blühenden Landschaften und

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Verstehen

Das Demeter-ABC

B

BIENENHALTUNG – Demeter-Imkern geht es um wesensgemäße

Bienenhaltung. Bereits 1995 einigten sie sich auf die entsprechenden

Richtlinien: Bienenkästen sind nur aus natürlichen Materialien, Naturwaben

vorgeschrieben. Vermehrung aus Schwarmtrieb. Flügelbeschneiden

ist verboten. Künstliche Königinnenzucht und instrumentelle

Besamungen werden nicht angewandt. Die Einwinterung auf

Honig wird angestrebt. Zuckerzusatz ist tabu. Honig darf nicht über

35 °C erwärmt und muss vor dem Festwerden abgefüllt werden.

BIOLOGISCH-DYNAMISCHE, BIODYNAMISCHE WIRTSCHAFTSWEISE – Grundlage der

Demeter-Landwirtschaft. Charakteristisch dafür sind u. a. die Entwicklung eines individuellen

Hoforganismus im Zusammenhang mit der Landschaft, die Anwendung Biodynamischer

Kompost- und Spritzpräparate aus Kräutern, Mineralien und Kuhmist, Kühe, die

ihre Hörner behalten dürfen, wesensgemäße Tierhaltung und -fütterung, obligatorische

Wiederkäuerhaltung sowie eigene Pfl anzenzüchtung.

BODEN – Grundlage für den landwirtschaftlichen Organismus. Haltung von Wiederkäuern,

angepasste Fruchtfolge, gezielte Pfl ege und der Einsatz der Biodynamischen

Kompost-Präparate steigern die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig und sorgen für stärksten

Humusaufbau und lebendigen Boden (siehe FiBL DOK-Versuch).

BRENNNESSEL – Heilpfl anze, die für das Biodynamische Brennnessel-Präparat genutzt

wird. Am Anfang der Blüte werden Brennnesseln dafür direkt über dem Boden abgeschnitten,

zum Anwelken liegen gelassen, dann in eine Erdgrube gepackt, sodass sie

von allen Seiten von einer Torfschicht eingeschlossen sind und werden mit Erde

abgedeckt ein Jahr lang so aufbewahrt. Das gewonnene Präparat dient als Zusatz zu

Kompost, Mist, Jauche und Gülle.

C

CLA – conjugierte Linolsäuren, die vom Körper nicht selbst hergestellt

werden können. Demeter-Milch zeichnet sich durch höchste

Gehalte von CLA (Conjugated Linoleic Acids) aus. Weidehaltung,

wie sie auf biodynamischen Betrieben praktiziert wird, erhöht den

CLA-Gehalt und damit die gesundheitsfördernde Wirkung der Milch.

Den konjugierten Linolsäuren werden krebshemmende Eigenschaften

und Schutzfaktoren gegen Arterienverkalkung zugeschrieben.

Bei Demeter gibt es weitere Qualitätsaspekte wie u. a. das artenreiche Futter mit hohem

Kräuteranteil, das sich positiv auf die Qualität der Milch auswirkt.

CMS-HYBRIDEN-SORTEN MIT CYTOPLASMATISCHER POLLENSTERILITÄT (CMS-Hybriden)

– sind bei Demeter bereits seit 2005 für die Verwendung im Anbau ausgeschlossen.

Diese Variante der Hybriden-Züchtung verschmilzt während eines wesentlichen Arbeitsschritts

im Labor artübergreifend Zellen miteinander und gilt daher als kleine Gentechnik.

Durch ihre gewollte Sterilität sind solche Produkte nicht nachbaufähig.

Das Demeter-ABC wird fortlaufend entwickelt, schauen Sie doch unter Facebook bei

Demeter Journal und unter www.demeter.de nach neuen Einträgen.

Keiner ermöglicht die Weiterentwicklung

des Hofs zu einem individuellen

Organismus nach dem Impuls des genialen

Vordenkers Rudolf Steiner besser als

Kühe. Die Wiederkäuer verwandeln das

Pfl anzliche, veredeln Gras zu wertvoller

Milch und Fleisch. Und spenden ihren

Mist, der dank Biodynamischer Präparate

bester Dünger wird und Humus

aufbaut. Er erreicht wirkliche Bodenbelebung.

Nur im belebten Boden kann die

Pfl anze aktiv Nährstoff mobilisierung betreiben,

was weit mehr ist als Düngung.

Aber über dieses vorrangig Nützliche

hinaus prägen Tiere mit ihrer seelischen

Klangfarbe die Beziehungsstrukturen eines

Hofs. Die Berührung einer feuchten

Kuhnase, die Geruchsfahne vom dampfenden

Misthaufen, das zärtliche Muh

zwischen Kuh und Kalb, ein Vogelzwitschern

aus der blühenden Hecke am frühen

Morgen – all das bringt in uns Menschen

etwas zum Schwingen. Für den

Landwirt gibt es diese Ebene – und dazu

die Herausforderungen, welche Tierhaltung

heute häufi g zu einer Managementaufgabe

machen. Hygieneverordnungen,

Gesetze und Arbeitszeitbelastungen haben

nicht zuletzt zur Massentierhaltung

geführt. Da gilt das Lebewesen auf vier

Beinen für viele als Produktionsmittel,

ist Tierleid systembedingt.

Das Vermeiden von Schmerz und Schäden

allein reicht den Demeter-Bäuerinnen

und -Bauern nicht. Sie achten die

Die Kühe sind die Seele des Demeter-Hofs

Tierschutz braucht Empathie des Menschen

Vielfalt ist Ausdruck des Lebendigen. Für Biodynamiker ist dieses Urprinzip Fixstern.

Während fast überall Spezialisierung herrscht, arbeiten Demeter-Landwirte an ihrem Ideal.

Deshalb prägen Tiere das Bild der biodynamischen Bauernhöfe. „Vor allem Kühe sind die

Seele des Betriebs“, meint Nikolai Fuchs, lange Leiter der Sektion für Landwirtschaft an

der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, dem Goetheanum in Dornach (Schweiz).

Würde des Tieres und lassen den Kühen

zum Beispiel deshalb ihre Hörner. „Die

Beziehungsfähigkeit des Menschen bil-

Eine Landwirtschaft

ist gesund, wenn sie

sich den Mist,

Dünger durch ihren

eigenen Tierbestand

geben kann.

Rudolf Steiner im Landwirtschaftlichen Kurs

det die wirkliche Basis für Tierschutz“,

betont Nikolai Fuchs. Wer sich dem Tier

empathisch gegenüberstellt und fragt:

„Wer bist du, was brauchst du?“, begnügt

sich auch nicht mit guter artgerechter

Tierhaltung, sondern entwickelt eine wesensgemäße

Form. Das ist Aufgabe und

Herausforderung, denn der Arbeits- und

Lebensrhythmus wird bestimmt von der

Sorge um die Tiere. Das kann die Menschen

auf den Höfen belasten. Der Kuhbauer

ist auch seelisch sehr angebunden.

„Die Emanzipation zur Freiheit entfernt

den Menschen vom Tier. Häufi g erleben

wir heute sogar Furcht vor dem Lebendigen“,

analysiert Nikolai Fuchs ein Phänomen,

das nicht nur die Verbraucher

betriff t.

Deshalb wird die Frage, in welches soziale

Umfeld wir die Tierhaltung ein-

betten müssen, in der biodynamischen

Gemeinschaft intensiv diskutiert. Knut

Ellenberg von Hof Klostersee an der

Ostsee hat genau beobachtet: „Ich kann

wahrnehmen, wie stark die Kuhherde eines

Hofs von dem abhängig ist, was in

der Gemeinschaft, die den Hof prägt, an

gegenseitiger Begegnung und Harmonie

oder eben Disharmonie lebt.“ Die innere

Haltung des Menschen zum Tier wirkt,

das bestätigen selbst Veterinäre in Bezug

auf die Tiergesundheit. Der Mensch

muss als Leiter und Begleiter der Tierwelt

seiner Verantwortung gerecht werden.

„Ursprünglich hatten wir Haustiere,

dann nannten wir sie Nutztiere und ich

denke, es ist an der Zeit, wie von Kulturpfl

anzen eben auch von Kulturtieren zu

sprechen“, regt Nikolai Fuchs an.

Wer mehr wissen will

Was ist Biologisch-Dynamische

Landwirtschaft? Nikolai Fuchs, Verlag

am Goetheanum (5 €)

Welche Zukunft schaffen wir der

Tierwelt in der Landwirtschaft?

Dokumentarband zur Landwirtschaftlichen

Tagung 2003 am Goetheanum,

Leben mit dem Leben, Lin und andere,

falter Verlag Freies Geistesleben

Es geht auch anders.

Ein nachhaltiger Lebensstil ist möglich,

das Beispiel Landwirtschaft, Nikolai

Fuchs, MEDU Verlag

Verstehen

Demeter Journal 7


Auf der Haideralm bei Familie Stöger

„Biodynamisch kann

ich ganz Bauer sein“

XXXXXXX Vor Ort

Der Wilde Kaiser mit seinem schneebedeckten Gipfel

schickt kühle Grüße von 2300 Meter Höhe. Gut, dass an

der 200 Jahre alten Haideralm der Dachüberstand Schatten

spendet, denn hier brennt die Sommersonne. Das braun

gefl eckte Jungvieh von Familie Stöger aus Schleching verlässt

den Ruheplatz unter der Eiche nur, um die Nasen vorwitzig

durch den Zaun in Richtung Buff et zu stecken. Dabei sind

Almnüsse, Kirschkuchen, Käsebrot, Salate und kühler Kefi r

doch für die Journal-LeserInnen bestimmt, die hochgestiegen

sind zur Alm gegenüber der Kampenwand.

Enzian, Edelweiß, Erika und Co leben

von Mai bis Oktober hier oben auf

900 Meter im „Sömmerungsgebiet“,

wie die Bergweiden auch genannt werden.

Zur Welt kamen die Kälber auf

dem Haiderhof unten in Schleching.

Beim Schorsch im Stall, manchmal sogar

auf der Hausweide gleich nebenan.

Die Stögers mit Ehefrau Hilde und den

beiden Töchtern Verena und Julia bewirtschaften

das historische Gehöft mit

typisch oberbayrischem Flair. 1920 hat

Urgroßvater Georg Stöger am Ortsrand

von Schleching den Haiderhof gebaut.

Bereits Mitte der 90er Jahre haben die

jungen Stögers umgestellt auf biodynamisch.

Aus Liebe zur Natur, die hier in

der Ökoregion Achental im Chiemgau

zwischen Naturschutzgebiet Geigelstein

und Tirol mit wirklich außergewöhnlicher

Fauna und Flora beeindruckt. Und

aus Liebe zu ihren Kühen, denn „unser

Haupterwerb ist die Milchviehhaltung“.

Der drahtige Haider-Bauer sagt´s ganz

einfach: „Demeter passt zu uns, biody-

namisch kann ich ganz Bauer sein. Ich

bin mehr im Einklang mit meinen Tieren,

mit der Natur, mache mir meine

Gedanken.“

Nahezu geschlossen stellten die Bauern

in Schleching auf „Öko“ um. Um die

naturnahe Landbewirtschaftung zu erhalten,

wurde das ganze Tal zum „Ökomodell

Achental“ erklärt und seitdem

mit Umweltpreisen ausgezeichnet. Neben

glücklichen Kühen auf Weiden bis

fast zu den Gipfeln gibt es deshalb auch

noch Murmeltier und Edelweiß zu entdecken.

Dem Stöger-Schorsch geht das

Herz auf – begegnen sie ihm bei seiner

Mountainbiketour hoch zur Haideralm.

Wenn er dort ruft, setzt sich seine kleine

Herde mit den 15 Kälbern in Bewegung,

denn eine Leckerei hat der Bauer

immer dabei. Neugierig werden auch

die TeilnehmerInnen des Demeter Journal-Verbraucherforums

begrüßt. In der

Haider almhütte steht die Zeit still: rotweiß

karierte Bettwäsche und Vorhänge,

blank gescheuerte Holzdielen auf

Demeter Journal 9


Vor Ort

dem Boden und knarrende Türen mit

Eisenbeschlägen. Der Holzherd bullert.

Trotz der 30 °C draußen hat Hilde

Stöger eingeheizt, denn die Almnüsse

müssen frisch ausgebacken sein. Die

Spezialität als süßes Finale eines wunderbaren

Buff ets mit Leckereien vom

eigenen Hof und aus der Region lässt

die Gäste stöhnen: „Eine geht noch, sie

sind einfach köstlich.“ Lebhaft tauscht

sich die 15-köpfi ge Gruppe über die

eigenen Bio-Gewohnheiten aus. Von

Ismaning, München, Waldkraiburg,

Freilassing, Tübingen und Unterhaching

sind die Männer und Frauen angereist,

haben sich gerade erst kennengelernt,

fühlen sich verbunden durch

10 Demeter Journal

das biodynamische Ideal. Und sind

genauso neugierig wie die Kälber auf

der Weide. Wer kauft wo am liebsten?

Bioladen-Adressen werden weitergereicht,

Erfahrungen von Hofbesuchen

machen die Runde. Wer weniger Zeit

für die wöchentliche Einkaufstour hat,

könnte die Ökokiste ordern oder das

Käsepaket vom Boschenhof bestellen.

Hier sitzen Überzeugte um den langen

Tisch im Schatten der Almhütte.

Milch, Butter, Joghurt, Getreide,

Fleisch, Gemüse und Obst müssen für

diese Genießer immer Bio sein: „Ich

mag einfach keine Schadstoff e. – Der

Geschmack ist wirklich feiner. – Ich

weiß, wem ich vertrauen kann. – Als

wir Gäste hatten, waren die begeistert

vom Apfelsecco, so etwas kannten sie

noch gar nicht.“

Die Chance, einem waschechten Demeter-Kuhbauern

Fragen zu stellen, nutzen

alle eifrig. Gut, dass so viele Bayern dabei

sind, denn Schorsch Stögers Dialekt

ist für nördliche Ohren nicht immer

gleich verständlich. Was über die Worte

hinaus vermittelt wird, ist dafür umso

klarer: Ernsthaft ist der Bauer, nachdenklich,

überzeugt, am richtigen Platz.

Er will seine Tiere verstehen und ihrem

Wesen gerecht werden. Die fast 20

Milchkühe auf dem Haiderhof leben im

Anbindestall, kommen im Winter nicht

jeden Tag ins Freie. „Aber ich nehme

mir jeden Tag Zeit für sie, berühre sie,

nehme sie wahr.“ 35 Hektar Fläche bewirtschaften

Stögers. Sie bauen ihr eigenes

Futter an, wissen, was den Kühen in

den Trog und den Hühnern unter den

Schnabel kommt. Während die Eier direkt

ab Hof weggehen, wird die Milch

von der Molkerei Berchtesgadener Land

abgeholt. Täglich – und immer pünktlich

– kommt der Milchtanklaster um

die Ecke. In aller Frühe, wenn es noch

ruhiger ist als sonst hier. „Ich freu mich,

wenn ich melken kann, ich will keinen

Melkroboter“, stellt der Stöger-Bauer

fest. Ihm wird es nicht zu viel, auch

samstags und sonntags um 5.30 Uhr im

Stall zu sein – und abends um 17 Uhr

schon wieder.

Keinhornkühe kommen

bei Stögers nicht in

den Stall

Keinhornkühe kommen den Stögers

nicht in den Stall. Auch wenn inzwischen

landauf, landab mehr als 80 Prozent

der Kühe enthornt sind, bleibt bei

Demeter-Kühen die zweizackige Krone

dran. „Die Hörner sind doch Zeichen

der Würde, die wir unseren Tieren lassen

wollen. Wir fi nden es nicht richtig,

wenn der Mensch dem lieben Gott ins

Handwerk pfuscht“, meint Hilde Stöger.

Sie respektiert die Natur der Tiere,

deren Integrität und sie weiß um die

Bedeutung der warm durchbluteten

Hornzapfen. „Richtig, die Tiere können

sich gut damit kratzen“, bestätigt sie die

Verbraucherbeobachtungen. Wichtiger

sei jedoch, dass eine Kuh mit naturbe-

Vor Ort

„Demeter stell ich mir so vor wie die Stöger-Frauen – Persönlichkeiten mit Ausstrahlung“,

so eine Teilnehmerin am Verbraucherforum auf der Haideralm. Wer will da widersprechen?

Und der Stöger-Schorsch passt bestens dazu.

lassenem Kopf eine ganz andere Ausstrahlung

hat als eine amputierte. Das

dient der Kommunikation in der Herde.

„Natürlich muss der Bauer aufmerksamer

sein, seine Führungsrolle klar vermitteln

und den Tieren mehr Platz zur

Verfügung stellen“, erzählt Schorsch

Stöger. Er ist überzeugt davon, dass seine

„Demeter-Mili“ nicht zuletzt dank

der Hörner besonders bekömmlich und

qualitätsvoll ist. „Natürlich spielen auch

Faire Preise von

der Molkerei

die Haltung und unsere artgerechte Fütterung

eine wichtige Rolle“, weiß er.

Das bestätigt Barbara Steiner-Hainz

von der Molkerei Berchtesgadener Land

(BGL) in Piding. Die Ernährungswissenschaftlerin

kann den Forumsteilnehmern

den hohen Gehalt an

wichtigen Omega-3-Fettsäuren und

lebenswichtigen Linolsäuren bestens erklären.

„Diese hat Milch nur, wenn die

Kühe überwiegend Grünfutter und bes-

Tiefkühl-

Fertiggerichte

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biodynamischer Qualität

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XXXXXXX Vor Ort

XXXXXXX Vor Ort

tes Heu bekommen. Mit Soja, Mais und

Getreide kriegt das niemand hin.“ Die

BGL ist eine genossenschaftlich organisierte

Molkerei mit langer Tradition,

1927 gegründet. 1973 waren die Berchtesgadener

dann die erste Molkerei in

Bayern mit Bio-Sortiment. Inzwischen

sind von den 1850 Bauern zwischen

Isar und Salzach 425 Bio-Landwirte,

davon 96 Demeter-Höfe. Um die Spezialitäten

der Gebirgsregion anbieten

zu können, fließen modernste Molkereitechnik

und handwerkliches Können

gut zusammen. Für 200 Gramm

Demeter-Schlagrahm werden 7,7 Liter

wertvolle Demeter-Milch entrahmt.

Aus der fettarmen Milch kann dann

zum Beispiel der gesunde Kefir hergestellt

werden. Während für die KonsumentInnen

die Produktpalette am

interessantesten ist und der Kefir in

der neuen innovativen Verpackung

gewürdigt wird, blickt die Bauernfamilie

eher auf den Milchpreis. „Die

Molkerei Berchtesgadener Land zahlt

uns Demeter-Bauern die fairen Milchpreise,

welche wir brauchen, um dauerhaft

den Mehraufwand für unsere

wesensgemäße Tierhaltung mit Kühen

mit Hörnern, viel kräuterreichem

Grünfutter und Zuwendung durch

12 Demeter Journal

uns Menschen leisten zu können.“

Die Sonne sinkt langsam hinter die

Bergkette, die Journal-LeserInnen

sind erfüllt, satt und auch leicht erschöpft.

Auf dem Heimweg erinnert

einer an die indische Weisheit, wonach

derjenige, der einer Kuh Gutes tut, belohnt

und im nächsten Leben als Kuh

wiedergeboren wird. „Dann aber bitte

hier im Schlechinger Tal und auf der

Haideralm“, sind sich alle einig.

www.haiderhof.com

www.bio-alpenmilch.de

Die Bauernfamilie kennenlernen, den Tieren

begegnen, sich untereinander austauschen,

Landschaft und bestes Essen genießen

machten das Verbraucherforum auf der Haideralm

für alle TeilnehmerInnen zu einem

erfüllten und inspirierenden Tag.

Filmtipp zum Thema

Almnüsse

Für etwa 30 Almnüsse

1 kg Sahnequark

200 g Vollrohrzucker

6 Eier

1 kg Weizenmehl 1050

2 Päckchen Backpulver

1 Prise Salz

1 Hauch abgeriebene Orangenschale

Butterschmalz zum Ausbacken

Eier und Zucker schaumig rühren.

Quark, Mehl, Backpulver, 1 Prise Salz

und Orangenschale dazugeben, gut verrühren.

Butterschmalz erhitzen (perlt

am Löff elstiel ab). Mit Eisportionierer

Teig abstechen, im Butterschmalz ausbacken.

Achtung: Eisportionierer immer

wieder in Butterschmalz tauchen,

damit der Teig nicht festklebt. Die ideale

Temperatur des Butterschmalzes testen:

1 Almnuss ausbacken (außen schön

gebräunt) und aufschneiden, um sicher

zu sein, dass der Teig in der Mitte nicht

noch klebrig ist.

„WIR SIND BAUERN – keine Landwirte“ Film von

Judith Barfuss zum Alltag einer Bauernfamilie. Eine

beinahe meditative Dokumentation des Alltags der

Bergers vom Grundnerhof in den Steirer Alpen. Infos

und Aufführungstermine unter www.artmur.at

Vielfalt bei der Tierhaltung

Demeter-Bauernhöfe sind ohne Tiere nicht denkbar. Die meisten Biodynamiker halten

Kühe. Aber auch viele andere Tierarten werden integriert.

Rudolf Steiner, der Impulsgeber für diese nachhaltigste Art der

Agrarkultur, hatte schon 1924 zwölf Tierarten für den vielfältigen

Hoforganismus im Blick: Kuh, Pferd, Schwein, Schaf,

Ziege, Taube, Huhn, Gans, Ente, Karpfen, Katze, Hund.

Dazu kommen natürlich noch Vögel, Insekten, Wildtiere.

Dottenfelderhof: Schweine für das

Kundenherz und die Forschung

Wer auf dem Dottenfelderhof in Bad Vilbel bei Frankfurt/

Main einkauft, macht fast immer noch den Schlenker in den

Innenhof des historischen Gehöfts. Dort sind die Ferkel der

Publikumsmagnet. Nicht nur die Kleinsten freuen sich über

die sprintfreudigen neugierigen Winzlinge, die so schnell groß

Gute Bedingungen auch für Insekten und Vögel

werden. Für die Landwirtschaftsgemeinschaft hat das Schweineprojekt,

welches mit der Fertigstellung des neuen Stalls

gerade einen Meilenstein setzt, besondere Bedeutung. Modellhaft

wird hier erforscht, wie Schweine in den Hoforganismus

passen. „Uns geht es zum einen um die Verwertung aller

anfallenden und nur durch das Schwein veredelbaren Reste

aus dem landwirtschaftlichen Betrieb“, erläutert Martin von

Mackensen. Ausschließlich betriebseigene Futtermittel kommen

vor den Rüssel: Schweinekartoff eln, frische Molke aus

der Hofkäserei, Grünfutter, Silage von Luzerne, Futterrüben

und Getreideausputz. Auch das andere Ende, den Mist, hat

der Bauer im Blick. Der wird sinnvoll in die gesamte Düngerwirtschaft

einbezogen. Die 60 Mastschweine und ihre sechs

Zuchtkolleginnen samt Eber können sich beim Wühlen und

Schlafen, ihren Lieblingsbeschäftigungen, ausleben. „So haben

wir nicht nur glücklichere, gesunde Schweine, sondern

Demeter Journal 13


Begegnen Vor Ort

erreichen auch beste Fleisch- und Düngerqualität.“

Und eine robuste Hofrasse

als integralen Bestandteil eines landwirtschaftlichen

Organismus versprechen

sich die Initiatoren auch noch. Extensive

Aufzucht mit verdoppelter Säugezeit,

Laktationsrausche (die Säue werden

während der Säugezeit neu gedeckt, die

Ferkel müssen deshalb nicht abrupt und

sehr früh abgesetzt werden) sowie die

Haltung in Zweiergruppen von Muttersäuen

und Ferkeln, die dann gemeinsam

säugen, werden dafür umgesetzt.

www.dottenfelderhof.de

Hof Farrenau: Schafe

zu zwölft im Melkstand

Die 50 Hektar Fläche rund um Hof Farrenau

in Mudenbach (Westerwald) bieten

den 200 französischen Milchschafen

von Peter Deimling beste Bedingungen.

Das ganze Jahr über können sie über die

Wiesen ziehen. Schon seit 1990 wird

hier biodynamisch gewirtschaftet. Zu

zwölft gehen die „Milkis“ gemeinsam

in den Melkstand. Zweimal pro Woche

wird während der Saison von Februar

bis Ende Oktober im 600-Liter-Kessel

in der hofeigenen Käserei der begehrte

fetaähnliche „Demetros“ gekäst. Er ist

bei der ÖMA (Ökologische Molkereien

Allgäu) im Angebot und hat im Naturkosthandel

seine Fangemeinde. Im Dreiländereck

Rheinland-Pfalz, Hessen und

Nordrhein-Westfalen sind die Vorausset-

14 Demeter Journal

zungen für eine Landwirtschaft, welche

Menschen begeistert und mitnimmt.

Möglich wird dies dank arrondierter

Wiesen, Ackerland, eigener Wasser- und

Energieversorgung, zahlreicher Gebäude

und vitalem Tierbestand.

Bauckhof: vom

Wintergarten bis zum

Schlachthaus

Carsten Bauck und Rouven Bremer können

denken wie ein Huhn. Gemeinsam

mit ihren Partnerfamilien der Hofgemeinschaft

Bauckhof Klein Süstedt setzen

sie entschlossen um, was die Legehennen

brauchen: saubere Grünfl ächen,

sicheren Schutz dank mobiler Hühnerställe,

wetterfeste Wintergärten. Kein

Ei wie das andere, sondern authentische

Lebensmittel mit Charakter, sind die

Ziele der engagierten Hoftruppe. Konsequente

Demeter-Fütterung aus bis zu

13 Bio-Einzelkomponenten schaff t die

Voraussetzung dafür. Im Frühjahr 2011

ist der Bauckhof auf seinem Weg wieder

ein bedeutendes Stück vorangekommen.

Die Bauckhof Fleischmanufaktur im

Gerdautal in Klein Süstedt hat das eigene

Schlachthaus eröff net, das eine transparente

Durchsicht ermöglicht.

„Die Schlachtung stellt den Abschluss

eines komplexen Prozesses dar, der akzeptiert,

dass Tiere für den menschlichen

Verzehr aufgezogen werden. Da wir von

Anfang an größten Wert darauf legen,

mit unseren Tieren respektvoll umzu-

gehen, haben wir uns dazu entschlossen,

auch die Schlachtung hier bei uns auf

dem Hof selbst in die Hand zu nehmen.

Jetzt werden alle Arbeitsabläufe wie Aufzucht

und Fütterung, Schlachtung und

Verarbeitung nach unseren Grundsätzen

und Qualitätsmaßstäben optimiert“, betonen

Yanic Arndt und Christine Bremer.

Es geht bei den Biodynamikern

also auch darum, für das fi nale Th ema

Schlachten eine eigene Kultur zu schaffen.

Nicht zuletzt dafür ist die innere

Einstellung bedeutsam. „Begleitung und

stressfreier Ablauf sind das Mindeste,

was wir dabei tun können“, meint die

Bauckhof-Gemeinschaft.

www.bauckhof.de

Imker Friedmann:

Bienenwesen erkennen

Demeter-Imkern geht es um wesensgemäße

Bienenhaltung. Bereits 1995 einigten

sie sich auf Richtlinien: Bienenkästen

aus natürlichen Materialien mit Naturwaben

sind vorgeschrieben. Vermehrung

aus Schwarmtrieb. Flügelbeschneiden

bei der Königin verboten. Verzicht auf

künstliche Königinnenzucht und instrumentelle

Besamungen. Einwinterung

auf Honig angestrebt. Honig darf nicht

über 35 °C erwärmt und muss vor dem

Festwerden abgefüllt werden. Demeter-

Imker Günter Friedmann, der mit dem

Förderpreis Ökologischer Landbau ausgezeichnet

wurde, hat 500 Völker in

zahlreichen Regionen Süddeutschlands

Vor Ort

stehen. Damit gehört er zu den großen Erwerbsimkern und kann von der Imkerei

leben. Als Referent und Berater ist er weltweit im Einsatz. „Einerseits kommt mir von

konventionellen Imkern Skepsis entgegen, ob unsere Art der Bienenpfl ege umsetzbar

ist, andererseits spüre ich ein zunehmendes Interesse. Gut, dass wir in Deutschland

mit einigen großen und vielen kleinen biodynamischen Imkereien beweisen, dass es

funktioniert.“ Gerade das Th ema Bienensterben hat die Sensibilität gesteigert. Nicht

zuletzt deshalb sieht der Bienenfreund Demeter erneut als Pionier gefordert: „Wir

müssen uns dynamisch weiterentwickeln und den Anforderungen der Bienen noch

nachhaltiger gerecht werden.“ Obwohl die Bienen unaufhörlich in die Natur ausschwärmen

und nicht an Hofgrenzen haltmachen, sind sie doch auf die menschliche

Pfl ege angewiesen. Ihre Bedeutung hat schon Rudolf Steiner unterstrichen, der

ihnen einen eigenen Vortragszyklus gewidmet hat. Viele Forscher betonen die Bedeutung

der Insekten für die Bestäubung. Selbst Pfl anzen, die vom Wind befruchtet

werden können, lassen in ihrer Fruchtbarkeit nach, wenn die Bienen wegbleiben.

www.demeter-imkerei-friedmann.de

Kurgestüt Hoher Odenwald

Stutenmilch als Lebensmittel und für Kosmetika

Seit über 50 Jahren wird im Kurgestüt Hoher Odenwald gemolken – aber nicht

etwa Kühe oder Ziegen, sondern Pferde. In der Idylle rund um Waldbrunn weiden

350 Pferde – darunter 150 Milchstuten – auf 440 Hektar biodynamisch gepfl egter

Wiesen. Familie Zollmann, die 1959 den ersten Stutenmilchbetrieb Deutschlands

gründete, baut inzwischen schon in der zweiten Generation auf Demeter-Qualität.

Alle ihre Stutenmilchprodukte werden schonend verarbeitet: pasteurisiert-gefrorene,

gefriergetrocknete sowie vergorene Stutenmilch und Kosmetika. Gerade für Allergiker

ist Stutenmilch eine vollwertige Alternative, sogar als Säuglingsnahrung geeignet,

als Aufbaukost nach Krankheiten oder für ältere Menschen. 50 000 Liter werden im

Hohen Odenwald jährlich gemolken. Modernste Technik im Melkstand und in der

Verarbeitung optimiert Hygiene und Qualität. Tiergerechtigkeit hat Vorrang, sodass

während der sechsmonatigen Melkzeit einer Stute auch das Fohlen noch saugt.

www.kurgestuet.de

Naturkost

aus der Heide

Die neue Generation

Demeter Brotbackmischungen

Schnellbrote in der Schüttel-Back-Box:

Immer frisches Brot im Haus. Garantiert

kein Brotbackautomat nötig.

Schütteln

Lasche ab

Deckel abziehen -

und ab in den Ofen

Wasser rein

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Duhenweitz 4 · D-29571 Rosche · www.bauckhof.de


Wissenswert

Die GLS Treuhand unterstützt Menschen

dabei, ihr Geld durch Schenkungen,

Stiftungen und Testamente für

zivilgesellschaftliches Engagement und

soziales Unternehmertum gemeinnützig

einzusetzen. Dabei soll eine Kultur des

Schenkens geschaff en werden, die individuelle

Freiheit mit gesellschaftlichem

Handeln verbindet. Ziel ist die Initiierung

von gesellschaftlicher Debatte und

grundlegendem Wandel hin zu einer

sozial gerechten, friedlichen, ökologischen

Welt mit vielfältiger Kultur und

Spiritualität. Das geschieht in den zukunftsträchtigen

Bereichen ökologische

Landwirtschaft, erneuerbare Energien,

freie Bildung und Kultur, soziales Leben,

ganzheitliche Gesundheit und Entwicklungszusammenarbeit.

Schenken kann nach dem Verständnis

der GLS Treuhand in seiner selbstlosen

Qualität sichern dank

Datenbank

Sind Bio-Orangen tatsächlich ungespritzt?

Häufen sich in Trauben die

Rückstände? Fragen wie diese beantwortet

seit sieben Jahren das

vom Bundesverband Naturkost

Naturwaren (BNN) Herstellung

und Handel e. V. organisierte Obst-

und Gemüsemonitoring. Eine neue

Datenbank ermöglicht nun eine

schnellere und vielseitigere Auswertung

der bisherigen und der aktuellen

Analysen. www.n-bnn.de

50 Jahre GLS Treuhand

Schenken, Stiften und Vererben

Die GLS Treuhand in Bochum feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Der Verein, aus dem in den 70er-Jahren die GLS

Bank hervorging, ist seit 1961 auf vielfältige Weise in den Bereichen Schenken, Stiften und Vererben aktiv.

Es soll eine Kultur des

Schenkens geschaffen

werden

16 Demeter Journal

Zielsetzung den Weg zu einer anderen,

neuen und vielleicht sogar revolutionären

Art weisen, mit Einkommen, Vermögen

und Fähigkeiten umzugehen. Der

praktische und theoretische Umgang

mit Schenken, Stiften und Vererben

soll dabei helfen, eine andere, menschlichere

Ökonomie zu entwickeln. Dabei

liegt der Schwerpunkt eben nicht auf

der Befriedigung individueller Bedürfnisse,

sondern auf der Verwirklichung

gemeinsamer Anliegen, unabhängig von

Wachstum und Profi t.

Rechtzeitig erscheint

das Jubiläumsbuch

Zu den Höhepunkten im Jubiläumsjahr

gehören die Mitgliederversammlung

der GLS Treuhand und die Generalversammlung

der GLS Bank am

24. und 25. Juni 2011. Dort wird das

Schenken mit Beiträgen aus verschiedenen

Projekten, grundsätzlichen Überlegungen

und aktuellen gesellschaftlichen

Debatten beleuchtet. Rechtzeitig

zur Mitgliederversammlung erscheint

ein Jubiläumsbuch. Darin beschreiben

14 Autorinnen und Autoren die

Facetten des Schenkens. „Da hilft nur

Schenken …“ handelt von Geldqualitäten,

Schenken als gesellschaftlicher und

persönlicher Aufgabe und beleuchtet

GLS Treuhand e. V. -

Kurz und knapp

Gründung: 28. Juni 1961

Mitglieder 2010: 298

Zuwendungen an Projekte 2010:

6,7 Mio. Euro (2009: 6,5 Mio. Euro)

Schenkungen an die GLS Treuhand:

9,1 Mio. Euro (2009: 18,8 Mio. Euro)

Bilanzsumme 1961: 994,67 DM

Bilanzsumme 2010: 73 Mio. Euro

(vorläufi g) (2009: 70 Mio. Euro)

die Schenkökonomie. Außerdem erläutert

es Schenkungen aus spiritueller und

religiöser Perspektive.

Fast 500 Initiativen und Vereine in ganz

Deutschland werden jährlich durch

die GLS Treuhand gefördert. In den

nächsten Monaten werden sich einige

bei Jubiläumsveranstaltungen zwischen

München und Hamburg, Freiburg und

Berlin präsentieren. Dabei stellt dann

auch die GLS Treuhand ihre Arbeit vor.

www.gls-treuhand.de/50jahre

Gentechnikseiten

für Schüler

Gentechnik – wer, wie, was ist das überhaupt?!

Der Infodienst Gentechnik hat

Web-Seiten für Schülerinnen und Schüler

erarbeitet. Gerd das Gen erklärt da alles zu

diesem brisanten Thema kindgerecht. Gentechnikkritische

Verbände und Initiativen

tragen den Infodienst Gentechnik gemeinsam.

www.werwiewasgentechnik.de

Keine gentechnische Verunreinigung

im Saatgut

Wissenswert

Ein breites Bündnis kämpft für die Reinheit des Saatguts. „Es

darf nicht gentechnisch verunreinigt auf den Markt kommen“,

lautet die zentrale Forderung. Um zu erreichen, dass die

politischen Entscheider verstehen, was verantwortungsvolle

Konsumenten wollen, muss immer wieder öffentlich Druck

aufgebaut werden für ein klares Nein zu Gentechnik im

Saatgut.

Die Öko-Branche und ihre Verbündeten wie campact sehen das

Reinheitsgebot für Saatgut gefährdet. Regelungen für Saatgut,

die die Aufrechterhaltung der Gentechnikfreiheit sicherstellen,

seien unabdingbar nötig. Sie müssten so gestaltet werden, dass

sie nicht zulasten der gentechnikfrei arbeitenden Erzeugungskette

gehen. Das Verursacherprinzip müsse auch hier umgesetzt

werden. Wer Saatgut in Verkehr bringt, müsse dokumentieren,

dass das Saatgut getestet wurde und keine GVO enthält.

Die Testergebnisse müssten allen Nutzern zugänglich gemacht

werden. Die Analysekosten zur Aufrechterhaltung der Nullkontamination

in gentechnikfreiem Saatgut sollten diejenigen

tragen, die Zulassungen für GVO beantragen bzw. Freisetzungsversuche

durchführen. www.keine-gentechnik.de

Vegetarisch unterwegs

Beim Vegetarierbund Deutschland gibt es ein vegetarisches Urlaubspaket

mit Adressen von Restaurants, die fl eischfreie Küche

anbieten, sowie deutsche und internationale Hotels und Pensionen

mit vegetarischen Angeboten. www.vebu.de

Faire Stadt werden

Fairtrade-Towns gibt es in allen Teilen der Welt. Wer sich als

Stadt, Kreis oder Gemeinde an der Kampagne von TransFair beteiligen

möchte, fi ndet Infos unter www.fairtrade-towns.de

Online in den Urlaub

Die Bio-Hotels bieten im Internet die Möglichkeit, gezielt nach

passenden Angeboten zu suchen und direkt zu buchen. Auch

Bewertungen der Bio-Hotels sollen unter www.biohotels.info

zu fi nden sein.

Martina Gebhardt

Naturkosmetik

„Die Weisheit des Lebens besteht im

Weglassen des Unwesentlichen.“

Laotse, 604 v. Christi

Gemäß dieser Firmenphilosophie

entwickelt Martina Gebhardt

seit über 30 Jahren hochwertige,

wohltuende Naturkosmetik, die

höchsten Ansprüchen gerecht wird.

Der Kosmetikbetrieb ist in einem

über 800 Jahre alten Bauernhof

im bayrischen Rott untergebracht.

Dieser wurde mit viel Liebe zum Detail

umgebaut und restauriert. Im Voralpenland

liegt das 7000 qm große

Anwesen unweit des Ammersees.

Bei Martina Gebhardt Naturkosmetik

arbeiten rund 30 Mitarbeiter,

die mehr als 140 Kosmetikprodukte

herstellen, verpacken und vertreiben.

100% natürlich, über 95% der Rohstoffe aus biologisch-dynamischem

oder kontrolliert-biologischem

Anbau und ohne Inhaltsstoffe, die Mensch oder

Umwelt schädigen könnten. Seit Februar 2010 ist

das komplette Sortiment Demeter-zertifi ziert.

7-HERBS MASK

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Telefon 08194 - 9321-17

* Rückerstattung der 5.- bei einer Erstbestellung ab 20,- netto.


Gesund leben

Ita Wegman, 1876

in Indonesien geboren,

kam um die

Jahrhundertwende

nach Europa und

bildete sich in Heilgymnastik

und

Schwedischer Massage aus. Sie lernte

Rudolf Steiner 1902 in Berlin kennen.

Ein Gespräch mit dem spirituellen Vordenker

inspirierte sie so, dass sie im Alter

von 30 Jahren das Abitur nachholte

und Medizin studierte. Sie wollte „bestrebt

sein, nach Dr. Steiners Lehren der

Medizin zu dienen“ (aus einem Brief an

Marie Steiner, 14.7.1917). An einer kleinen

Zürcher Belegklinik tätig, setzte sie

um 1919 erstmals Steiners Empfehlun-

18 Demeter Journal

Die Wiege der

anthroposophischen Medizin

Patientenrechte häufi g nicht bekannt

Ita Wegman Klinik feiert 90. Geburtstag

gen für die Mistelbehandlung von

Krebspatienten in die Tat um mit dem

Präparat „Iscar“, aus dem Jahrzehnte

später und nach vielen Forschungen

und technischen Entwicklungen das

heutige „Iscador“ entstand. In Arlesheim

schuf sie 1921 eine kleine Klinik.

Die großen Intentionen, welche Ita

Wegman damit zur Entwicklung der

anthroposophischen Medizin bis zu ihrem

Tod 1943 verfolgte, wurden seitdem

von mehreren Generationen weitergetragen.

Heute hat sich die Klinik,

welche seit 1971 den Namen ihrer

Gründerin trägt, mit einem breiten ambulanten

und stationären Angebot im

Schweizer Gesundheitssystem etabliert.

www.wegmanklinik.ch

Der Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass viele Patienten ihre Rechte

nicht kennen. Fast ein Viertel der Befragten weiß nicht, dass sie Kliniken frei wählen oder

Behandlungsunterlagen einsehen können. Andererseits gehen Patienten auch von Rechten

aus, die sie gar nicht besitzen: 63 Prozent der 1 800 Befragten sind der Überzeugung, dass

sie bei einem Arztwechsel ihre Originalunterlagen mitnehmen dürfen.

Der Stoffwechsel reagiert nicht nur

auf Medikamente, sondern

auch auf Meditation oder

andere Bewusstseinstechniken.

Wissenschaftler

haben erforscht, dass Meditation

auch morphologisch

nachweisbare

Veränderungen im Gehirn

hinterlässt. Klinische Studien

beweisen, dass durch Meditation

Hirnregionen „herunter-

Meditation wirkt

geregelt“ werden, die für Angst,

Depression und Schmerz verantwortlich

sind. Durch Meditation

komme es zur messbaren

Freisetzung von Glückshormonen.

An Depressionen

Leidende reagierten

demnach auf die acht -

samkeitsbasierte ko -

gnitive Verhaltenstherapie

mit Yoga und Meditation

überaus positiv.

2 000 Ärzte mit anthroposophischen

Impulsen

Die anthroposophische Medizin ist

eine Erweiterung der naturwissenschaftlichen

Medizin durch die von

Rudolf Steiner (1861-1925) begründete

anthroposophische Menschenkunde.

Seelische und geistige

Bedürfnisse des Menschen werden

in Diagnostik, Behandlung und

Therapie einbezogen. Als unterstützend

haben sich dabei verschiedene

Therapien erwiesen wie Heileurythmie,

Musiktherapie, therapeutisches Malen

und Plastizieren, Sprachgestaltung

sowie pfl egerische Maßnahmen. Die

anthroposophische Medizin wird

weltweit in über 40 Ländern praktiziert,

allein in Deutschland gibt es

über 2 000 anthroposophische Ärzte.

Gemeinsam essen

macht gesund

Eine englische Studie zeigt, dass das

gemeinsame familiäre Essen einen Einfl

uss auf Gesundheit und Lebensqualität

von Kindern hat. Sie sind demnach

im Schnitt weniger suchtkrank und leiden

seltener an Übergewicht oder Essstörungen,

wenn das gemeinsame Essen

gepfl egt wird.

Resistente Erreger

Immer mehr Krankheitserreger sind resistent.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung

BfR hat darauf hingewiesen,

dass immer mehr Krankheitserreger in

Fleisch und auf Lebensmitteln resistent

sind gegen gängige Antibiotika.

Als Grund wird der häufi ge Antibiotikaeinsatz

in der Tiermast gesehen.


Entdecken Sie unsere

Heumilch-Produkte:

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Aromatisch frisch und vollmundig

schmecken die

Heumilch-Produkte durch

die natürliche Fütterung

der Kühe mit Gras, Heu

und frischen Kräutern.

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Aktuell

Triodos Bank fördert erneuerbare Energien

Nach dem Rekordjahr 2009 konnte die Triodos Bank auch 2010 ihren Wachstumskurs

fortsetzen. Die Nachfrage nach Krediten durch nachhaltige Unternehmen,

Institutionen und Projekte blieb weiterhin auf einem hohen Niveau. Das Kreditvolumen

wurde um 28 Prozent auf insgesamt 2,1 Milliarden Euro gesteigert (2009:

1,7 Milliarden). Die Zahl der Kunden wuchs um 43 000 (18 Prozent) auf insgesamt

285 000. Die Einlagen – primär Spar- und Termineinlagen – konnten 2010 um 18

Prozent auf rund 3 Milliarden Euro gesteigert werden (2009: 2,6 Milliarden Euro).

Wichtigstes Ziel der Triodos Bank für 2011 ist es, das Kreditportfolio im Bereich

erneuerbare Energien zu erweitern. Der Fokus hierbei liegt auf Projekten der Windund

Solarenergie, jedoch sollen auch andere, innovative Projekte fi nanziert werden,

die effektiv zu einer Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen

in Europa beitragen. www.triodos.de

VCD:

nachbarschaftliches

Carsharing

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD

bietet einen Vertrag zum privaten Autoteilen.

Wo die Interessentendichte

für ein professionelles Carsharingangebot

nicht ausreicht, kann so eine

nachbarschaftliche Regelung gefunden

werden. VCD-Mitglieder bekommen

diesen Vertrag kostenlos.

Nichtmitglieder zahlen 2,45 Euro plus

Versandkosten. Zu bestellen unter https://www.vcd.org/shop/katalog/details.php?x=1&artikelnummer=2002&

rubrik=3. Kommerzielles Carsharing

hat sich laut VCD als ökologisch und

ökonomisch sinnvolle Alternative zum

eigenen Auto bewährt. Gerade in ländlichen

Gebieten sei das auf nachbarschaftliche

Strukturen ausgerichtete

private Autoteilen von Vorteil.

www.vcd.org

Pestizide schaden

biologischer Vielfalt

Erbgutschädigend, wassergefährdend,

fi schtoxisch – von Pestiziden geht eine

Vielzahl unterschiedlicher Gefahren

und Risiken aus. Das Pestizid Aktions-

Netzwerk e. V. (PAN Germany) stellt die

negativen Auswirkungen chemischsynthetischer

Pestizide auf die

biologische Vielfalt dar. Exemplarisch

wird die Gefährdung der Pfl anzenvielfalt,

von Bodenlebewesen, Gewässerorganismen,

Amphibien, Bestäubern

und Vögeln durch Pestizide betrachtet.

Der Einsatz von Pestiziden habe trotz

teurer Wirkstoff- und Produktprüfung

für die Pestizidzulassung einen

erheblichen negativen Einfl uss auf die

biologische Vielfalt. Carina Weber,

Geschäftsführerin des Pestizid

Aktions-Netzwerks, betont: „Deutschland

hat sich völkerrechtlich verbindlich

zum Schutz der biologischen

Vielfalt verpfl ichtet. Bei der Ausarbeitung

des Nationalen Aktionsplans zur

nachhaltigen Anwendung von Pestiziden

und bei der Neuformulierung des

Pfl anzenschutzgesetzes muss der

Biodiversitätsschutz erkennbar

verbessert werden.“

www.pan-germany.org

Reiseführer Steiner in Wien

Aktuell

Der passend zum Jubiläumsjahr erschienene Stadtführer „Rudolf Steiner in Wien“

von Wolfgang Zumdick in der Reihe „wienfacetten“ folgt Steiners Spuren vom Geburtsort

Donji Kraljevec im heutigen Kroatien (damals Österreich-Ungarn) über die

niederösterreichischen Stationen seiner Kindheit und Jugend hin zu den Orten, an

denen er sich in den mehr als zehn Jahren seines Wirkens in Wien aufgehalten hat.

Zeidlerei in Freudenberg

Bienen im Baum

Im Park des Wiesbadener Schlosses Freudenberg wird ein sehr

ursprünglicher Umgang mit Bienen wieder aufgenommen. Die

Bienen von Demeter-Imker Robert Friedrich dürfen inmitten des

lebendigen Baums leben. Viele Jahrhunderte lang wurden mittel-

europäische Honigbienen so gehalten und nun wird erstmals seit

über hundert Jahren die Zeidlerei in Deutschland wieder belebt.

Robert Friedrich will genau beobachten, wie sich Bienen verhalten

und entwickeln, um sie vielleicht noch besser verstehen zu kön -

nen. Die ausgewählten Bäume werden so behandelt und gepfl egt,

dass sie keinen Schaden erleiden. Seit dem Frühjahr können alle

Besucher des Erfahrungsfelds der Sinne am Schloss Freudenberg

auf eine fünf Meter hohe Holzplattform steigen und von dort das

„Zeideln“ beobachten. www.schlossfreudenberg.de

„Truksvalin“ oder die Suche nach dem märchenhaften Land

Demeter-Obstbauer Rolf Clostermann kultiviert nicht nur

saftige Äpfel und entwickelt daraus dann interessante Getränke,

er schreibt auch. Sein erster Roman beschreibt mit viel Fantasie,

wie die Kennin genannten Zwerge im Hügel neben dem

Bauernhof leben, bis eines Tages die Menschen eine Straße

bauen und die Kennin fl üchten müssen. Für das Volk der kleinen

Leute beginnt ein abenteuerlicher Exodus nach Norden in das

ferne Land Truksvalin, durch Proben und Gefahren hindurch bis

zur Entscheidungsschlacht am Armanagh. Die auf drei Teile

angelegte „Truksvalin“-Saga ist am Stil alter Märchen orientiert,

bezieht sich intensiv auf Goethes Werk und behandelt ebenso

eindringlich wie spannend geschrieben sehr moderne Fragen.

Das Abenteuerbuch ist nicht nur für Kinder und Jugendliche

gedacht. Weitere Infos auch unter www.bio-obst-clostermann.de. Rolf Clostermann:

„Truksvalin“. Band I: Der Weg. Roman, 252 Seiten, gebunden, 19,90 Euro, ISBN 978-3-

940884-46-6, VAT Verlag Mainz


Jeden Sonnenstrahl genießen:

draußen grillen!

Wenn die Sonne lockt, bleibt die Küche kalt. Dafür darf dann der Grill glühen. Und wenn´s mehr

als nur ein paar Würstchen sein dürfen, kommen diese Rezepte der Demeter-Partner genau richtig.

Genießen Sie die Sonne und lassen Sie es sich gut schmecken.

FOTOGRAFIE Siggi Schenk · FOODSTYLING Armin Wiedmann

Putenspieße

mit Orangensauce

Für 4-6 Personen

1 kg Putenbrust

Salz, Pfeffer

8 Scheiben Schinken, geräuchert

4 Orangen

40 g Zucker

200 ml Orangensaft

3 EL Speisestärke

16 kleine rote Zwiebeln

120 g Butter

4 TL Thymian, getrocknet

weiche Butter für die Form

8 Grillspieße

Geschälte Zwiebeln halbieren, in gefettete

Form oder Alufolie mit der

Schnittseite nach oben legen. Butter

mit Th ymian vermengen, salzen, auf

Zwiebeln verteilen und in der Glut

schmoren. Für die Orangensauce 200 ml

Wasser mit dem Zucker zu Sirup einkochen.

Von 4 Orangen mit einem

Zestenreißer die Schale abziehen – das

bittere Weiße wird nicht mitgekocht.

Saft auspressen, mit der Schale und

zusätzlich 200 ml Orangensaft zum

Sirup geben und 20 Minuten köcheln

lassen. Mit in kaltem Wasser angerührter

Speisestärke binden. Putenfl eisch in

mundgerechte Stücke schneiden, salzen,

pfeff ern. Für jeden Spieß jeweils

2 Stückchen mit 1/2 Scheibe Schinken

umwickeln. Fleisch abwechselnd mit

Zwiebeln auf Spieße stecken. Von beiden

Seiten ca. 6 Minuten grillen, dazu

Orangensauce reichen.

Panierte Putenfi letmedaillons

Für 4 Personen

600 g Putenfi lets (ca. 30 Stück)

2 EL Mehl

2 verquirlte Eier

2 EL gemahlene Walnüsse

6 EL Semmelbrösel

Salz, Pfeffer, Paprika

1 Zitrone

Putenfi letmedaillons fl ach auslegen, abtupfen.

Fleisch nacheinander in Mehl,

Walnüssen und Ei wenden. Semmelbrösel

mit Salz, Pfeffer und Paprika

mischen und das Fleisch auch damit

panieren. Fleisch auf Spieße fädeln und

mit Butterfl öckchen spicken. Von jeder

Seite etwa 5 Minuten grillen. Zitrone in

Scheiben schneiden und die Spieße damit

garniert servieren.

Cordon bleu von der

Aubergine

Für 1 Personen

1 große Aubergine

Olivenöl

Knoblauch

Aceto balsamico

Salbeiblätter

2 Mozzarella

4 Tomaten

XXXXXXX Genießen

Aubergine der Länge nach in Scheiben

à 0,5 Zentimeter schneiden. Öl

und Gewürze mischen. Gemüse über

Nacht darin marinieren. Die Hälfte

der Scheiben ausbreiten und mit dünnen

Mozzarella- und Tomatenscheiben

belegen, dazwischen ganze Salbeiblätter.

Mit einer zweiten Scheibe bedecken.

Beide Scheiben am Rand mit Zahnstochern

fixieren – oder in Grillzangen

für ganze Fische legen. Knusprig braun

grillen.

Demeter Journal 23


XXXXXXX Genießen

Camembert vom Rost

Für 1 Person

1 Camembert

Pro Person 1 Camembert in Spanschachtel

(ohne Papier) nach dem eigentlichen

Grillen am Rand des Feuers in die weiß

gewordene Glut legen. Nach ca. 20 Minuten

ist daraus ein wunderbar fl ießender

Käse geworden, in den sich frisches

Brot tunken lässt. Der gelungene Abschluss

eines Grillmenüs.

24 Demeter Journal

Puten-Steak

Für 4 Personen

4 Puten–Oberkeulen–Steak à ca. 150 g

6 El Bratöl

Grillgewürz oder Pfeffer, Salz, Paprika

Fleisch fl ach auslegen, abtupfen. Von beiden Seiten mehrmals

mit der Gabel tief einstechen. Öl mit Gewürz verrühren.

Fleisch üppig mit der Öl-Gewürzmischung bestreichen. In einer

geschlossenen Schüssel mehrere Stunden im Kühlschrank

ruhen lassen, damit die Gewürze gut einziehen können. Steaks

von beiden Seiten 3 bis 4 Minuten grillen – nicht zu lange auf

dem Grill lassen, sie sollten im Kern noch rosa sein.

Hüftsteakspieße mit Soja-Sesam-Marinade

Für 4 Personen

800 g Hüftsteak

Salz, Pfeffer

8 EL geschälter Sesam

100 ml Sojasauce

3 EL Crema di Balsamico

etwas Zucker

2 Knoblauchzehen

2 Bd. Schnittlauch

250 g Doppelrahmfrischkäse

6 EL Milch

weißer gemahlener Pfeffer, Cayennepfeffer

etwas Zitronensaft

2 EL Olivenöl

Hüftsteaks in dünne Scheiben schneiden. Salzen, pfeff ern und wellenförmig auf

Grillspieße stecken. Für die Marinade Sesam in einer trockenen Pfanne rösten, bis er

duftet. Sojasauce mit Crema di Balsamico, Zucker, Sesam und gepresstem Knoblauch

verrühren und etwas erwärmen. Schnittlauch in feine Röllchen schneiden. Frischkäse

mit etwas Milch cremig rühren. Mit Salz, weißem Pfeff er, Cayennepfeff er und Zitronensaft

kräftig abschmecken. Olivenöl unterrühren und Schnittlauch zugeben.

Fleischspieße von beiden Seiten je 5 Minuten grillen. Mit der warmen Marinade

begießen und mit dem Schnittlauch-Dip anrichten. Der Brunnenhof zieht nicht nur

Puten und anderes Gefl ügel artgerecht groß, sondern kann auch mit Rezepten dienen.

www.gefl uegel-vom-brunnenhof.de

Scharfer Honig-Senf-Dip

2 EL Senf

1 Chilischote

1 Knoblauchzehe

½ Bund Petersilie, fein gehackt

100 ml Müllers Lagerbier

1 EL Honig

Salz, Pfeffer, Kräuter der Provence

Alle Zutaten gut mischen. Mit Salz,

Pfeff er, Kräutern der Provence kräftig

abschmecken. www.pinkus-mueller.de

Mit Dips schmeckt´s noch besser!

Klar, ein kühles Pinkus-Bier gehört zum Grillfest.

Aber wenn auch die Dips mit Bier angereichert

werden, tun sich neue Geschmackserlebnisse

auf. Die Brauerei Pinkus Müller im

Münsterland kann dafür gute Tipps geben.

Paprika-Tomaten-Dip

½ Bund Schnittlauch

2 Tomaten

1 Paprika

2 Schalotten

1 Knoblauchzehe, klein gewürfelt

2 EL Joghurt

1 EL Senf

2 EL Tomatenmark

50 ml Müllers Lagerbier

1 EL Honig

Salz, Pfeffer, Oregano

Flüssigwürze

Zitronensaft

Alle Zutaten verrühren. Die Tunke mit

Salz, Pfeff er, Oregano, Würzsauce und

Zitronensaft abschmecken.

Asia-Joghurt-Dip

150 g Naturjoghurt

1 cm Ingwer, fein geschnitten

1 Chilischote

1 TL Ahornsirup

1 Limette

Salz, Pfeffer, Kurkuma

je 1 EL Sonnenblumenkerne,

Pistazien- und Pinienkerne

Joghurt mit Ingwer und Chilischote mischen

und würzen. Limettenschale fein

abschneiden, drüberstreuen. Kerne in

trockener Pfanne rösten, zum Joghurt geben.

Schmeckt auch lecker zu Rohkost.

Von der Molkerei

Berchtesgadener Land

kommt die Empfehlung

für den Asia-Joghurt-Dip.

www.bio-alpenmilch.de


XXXXXXX Kennenlernen Kennenlernen XXXXXXX

26 Demeter Journal

Anstoßen auf 75 Jahre

Beutelsbacher Fruchtsaftkelterei

Beim Familienbetrieb Beutelsbacher Fruchtsaftkelterei fl ießen seit 75 Jahren Tradition und

Innovation zusammen. Seit 1936 wird in Weinstadt – zunächst im Stadtteil Beutelsbach –

Saft gekeltert. 1951 strömte hier der erste Demeter-Saft aus aus der Presse.

Familie Maier führt den Pionierbetrieb inzwischen in der

dritten Generation. Die Brüder Th omas und Matthias teilen

sich die Geschäftsführung. Fruchtsafttechniker Th omas Maier

hat als studierter Betriebswirt Marketing und Vertrieb im

Blick, Matthias als Landwirt und Lebensmitteltechnologe die

Qualitätssicherung und den Einkauf. Das Tandem ist Garant

dafür, dass faire und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den

Partnern und beste Qualität vom Rohstoff bis zum Getränk

erreicht werden. Dazu gehört für Th omas Maier unabdingbar

die Glasfl asche. Zu den Klassikern wie dem Demeter-

Orangensaft, den es seit 1986 gibt, kommen immer wieder

interessante neue Kompositionen aus Früchten und Gemüse.

Das Sortiment mit über 70 Produkten dekliniert das ganze

Frucht- und Gemüse-ABC durch: von Acerolakirsche über

Banane und Chardonnay-Traube zu Sanddorn, Tomate und

Zitrone. Besonderen Wert legt Beutelsbacher auf Gemüsesäfte

aus biodynamisch gezüchteten Gemüsesorten, die auf Geschmack,

Bekömmlichkeit und Vitalität hin selektiert werden.

Im Jahr 2000 war dank starken Wachstums ein Standortwechsel

unumgänglich. Mit der modernen Keltereianlage samt gro-

ßen Obstsilos sind die Voraussetzungen

nun optimal. Und die Solaranlage auf

dem Firmendach beweist, dass Umweltschutz

ganzheitlich gilt. Am neuen

Firmensitz in Weinstadt arbeiten rund

50 Mitarbeiter. „Die erstklassige Qualität

unserer Produkte gehört zu den

entscheidenden Erfolgsfaktoren unseres

Unternehmens und sichert die Wettbewerbsfähigkeit

für die Zukunft“, ist sich

Matthias Maier sicher. Dafür engagiert

sich Beutelsbacher nicht nur direkt im

Unternehmen, sondern zum Beispiel

auch durch die Förderung verschiedener

Projekte. Neuheiten im Sortiment sind

der Demeter-Traubensaft rosé mit Toskanafeeling,

das Demeter-Blutorangen-

Mehrfruchtgetränk und Demeter-Mango-Maracuja-Saft.

Aus Beutelsbacher

Säften lassen sich fruchtige Sommerdrinks

mixen – ideal nicht nur für die

Grillparty.

www.beutelsbacher.de

Für Hund & Katze –

Zitronencocktail

Für 1 Person

100 ml Zitronensaft

200 ml Granatapfelsaft

4 EL Puderzucker

Zitronensaft in Saftkrug gießen. Puderzucker

darin aufl ösen. Eiswürfel daraufgeben.

Granatapfelsaft darübergießen.

Mit Soda auff üllen.

Cassisshake

Für 1 Person

8 Würfel Eis

2 cl Zitronensaft

1 Eigelb

1 cl Sirup

150 ml Schwarzer-Johannisbeer-Saft

1 Scheibe Zitrone

1 Cocktailkirsche

4 Eiswürfel mit Zutaten in Mixer füllen.

Shaken, in ein Kelchglas mit restlichen

Eiswürfeln abseihen, mit Cocktailkirsche

und Zitrone garnieren.

Bio für‘s Tier

Sundowner

Für 1 Person

80 ml Schwarzer-Johannisbeer-Saft

1 cl Johannisbeerlikör (1 Schnapsgläschen)

etwas Zitronensaft

1 EL Grenadinesirup

Eiswürfel

Johannisbeersaft in Cocktailglas füllen,

ein Schnapsgläschen Johannisbeerlikör

dazugießen. Grenadinesirup und einen

Eiswürfel zugeben. Mit Zitronensaft auf-

füllen.

Mangotraum

Für 1 Person

1 reife Mango

300 ml Buttermilch

200 ml Orangensaft

100 ml Sanddornsaft

Honig nach Geschmack

Mango schälen, Fruchtfl eisch lösen,

klein schneiden, mit Buttermilch, Orangen-,

Sanddornsaft und Honig mixen.




…denn Tierschutz

fängt beim Futter an!


XXXXXXX Produkte

XXXXXXX Produkte

Mandarinen Sorbet von Gildo Rachelli

Dass stolze 40 Prozent frische Früchte in dieser veganen, laktose- und glutenfreien Eisspezialität enthalten

sind, merkt jeder Genießer sofort. Das Rachelli Mandarinen Sorbet kommt dank des hohen Anteils an

hochwertigen biodynamischen Zutaten vollständig ohne Aromastoff e und andere künstliche Zusätze

aus. Das Sorbet zeichnet sich zudem durch seinen niedrigen Fettgehalt von unter 0,2

Prozent aus. Gekonnte und schonende Verarbeitung nach traditioneller italienischer Rezeptur

garantiert das intensive und authentische Geschmackserlebnis. Auch Milchallergiker

und Veganer haben mit diesem Sorbet eine leckere Alternative. www.bio-eis.de

Sonnenfrucht Feige und Granatapfel von SEKEM

Mit typisch ägyptischen Sorten, die vor Ort handwerklich verarbeitet werden,

nimmt Sekem-Sonnenfrucht eine Ausnahmestellung unter den

Fruchtaufstrich-Angeboten ein. Die orientalische Sorte Feige zeichnet

sich durch ihren fruchtig-milden Geschmack aus, der durch den hohen

Fruchtanteil von 60 Prozent erreicht wird. Der Granatapfel ist der König

der Früchte, voller authentischer Orientalität. Der Saft der Kerne,

die bekannt sind für ihre gesundheitsfördernde Wirkung, zaubert den

typisch säuerlich-frischen Geschmack in das 220-g-Glas. SEKEM

produziert seit über 30 Jahren nach den Richtlinien des biologischdynamischen

Landbaus, übernimmt soziale Verantwortung für seine

Mitarbeiter und deren Familien und wurde dafür 2003 mit dem Right

Livelihood Award, dem sogenannten Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

www.sekem.com

Neue Fruchtjoghurts von Schrozberg

Sommerlich-frisch sind die neuen Schrozberg-Joghurts in den Geschmacksrichtungen

Kirsche Holunder sowie Zitrone mit einem Hauch Muskatblüte.

Auch für diese Spezialität setzt die Demeter-Molkerei Schrozberg natürlich

nicht homogenisierte Milch ein. Typisch ist das milde Aroma, das sich während

der bewusst langen Säuerungsphase unter der aufmerksamen Regie des Molkereimeisters

entfaltet. Die Demeter-Qualität garantiert, dass keine Aromen zugesetzt werden.

Und die Krönung für jeden Schrozberg-Joghurt: „Unsere Kühe tragen ihre Hörner“, betont

die Molkereigenossenschaft, in der Bauern und Verarbeiter an einem Strang ziehen.

www.molkerei-schrozberg.de

28 Demeter Journal

Ginseng Lotion und Tonic von Martina Gebhardt Naturkosmetik

Die Ginseng-Linie von Martina Gebhardt Naturkosmetik bietet einen ausgesprochen hohen Anteil an

Vitaminen und Aufbaustoff en, welche der Haut helfen, sich vor allem in Stresssituationen nachhaltig

zu regenerieren. Elastizität und Spannkraft werden gefördert. Ginseng stärkt zudem

die körpereigenen Abwehrkräfte und unterstützt die Regeneration der Haut. Gerade der

reifere Hauttypus weiß das zu schätzen, denn mit zunehmendem Alter nimmt die

Selbstversorgung der Hautzellen ab. Dank allergiemindernder Eigenschaften wird

die Ginseng-Kosmetik in der Hautpfl ege auch als Reizpuff er eingesetzt. 100

Prozent natürliche Rohstoff e, konsequenter Verzicht auf Konservierungsmittel

sowie auf Zusätze, die Mensch oder Tier schaden könnten, zeichnen die

Demeter-Kosmetik aus. Gerade in der warmen Jahreszeit ist es wichtig, der

Haut regelmäßig die nötige Feuchtigkeit zuzuführen. Ginseng Lotion ist

eine herrlich softige Gesichtsmilch, die die Haut weich und geschmeidig

hält. Ginseng Tonic erfrischt und tonisiert.

www.martina-gebhardt-naturkosmetik.de

Fruchtaufstriche von den BEERENBAUERN

Die süßen Fruchtaufstriche aus heimischen Obstsorten werden bei

den BEERENBAUERN in großmütterlicher Tradition hergestellt.

Vollreife Demeter-Rohstoff e und die handwerkliche Verarbeitung in

kleinen Chargen lassen den Fruchtcharakter optimal zur Geltung

kommen. Fruchtaufstrich Sauerkirsche mit knackigen Fruchtstücken,

dem intensiven Kirscharoma und der perfekten Harmonie von fruchtiger

Säure und feiner Süße weckt Sommergefühle. Nicht nur auf dem Brot,

sondern auch im Joghurt oder heiß zum Eis ein Genuss. Fruchtaufstrich

Apfel-Holunderblüte fängt das unverwechselbare Aroma der Holunderblüten

in Demeter-Apfelsaft ein und zaubert ihn ganz frisch ins Glas. Die glatte geleeartige

Konsistenz des Fruchtaufstrichs verwöhnt den Gaumen genauso vollmundig

wie der einzigartige Geschmack. Die duftigen Holunderblüten stammen vom

Demeter-Hofgut Th alhausen. www.die-beerenbauern.de

Demeter Journal 29


Von Clara und ihren 50 000 Kaubewegungen

Viele Menschen wissen heute besser darüber Bescheid, was in der Werkstatt mit ihrem Auto gemacht

wird, als darüber, wie unsere Nahrungsmittel entstehen. Immer mehr verantwortungsvolle

KonsumentInnen legen jedoch Wert darauf, dass die Tiere, welche ihnen Nahrung spenden,

ein gutes Leben haben. Wie ergeht es eigentlich den Kühen auf Demeter-Höfen?

Mit vollem Mund – pardon: Maul – spricht man ja bekanntlich

nicht, aber für mich als Kuh wird´s dann schwer, überhaupt

mal zu Wort zu kommen. Schließlich ist mein Tag gut

gefüllt mit mehr als 50 000 Kaubewegungen. Aber erst mal

stelle ich mich vor: Clara, eine der 15 846 biodynamischen

Milchkühe auf deutschen Demeter-Höfen. Zusammen mit

34 Kolleginnen lebe ich hier in einem großen Stall mit Außenplatz.

Auch die Wiesen sind ganz nah. Am liebsten liege

ich bequem, träume in mich rein und kaue Pfl anzenbrei –

wieder und wieder, bin ja ein Wiederkäuer. Mein Bauer sagt,

ich sei ein richtiges Wunderwerk. Nur mir und meinen ArtgenossInnen

gelingt es, das für andere Tierarten (inklusive der

Spezies Mensch) unverdauliche Futter mit viel Rohfaser in

wertvolle Lebensmittel zu verwandeln. Wir sind also richtige

30 Demeter Journal

Der Bauer, das unbekannte Wesen

Zauberkünstler. Zaubern kann ich nämlich in mir drin, in

meinem großen Verdauungstrakt. Da blubbert und kollert

es so richtig laut, das sind alles Zaubersprüche.

Mit vier Mägen und 60 Meter

Darm ausgestattet

Immerhin habe ich dafür vier Mägen – Pansen, Netz-, Blätter-

und Labmagen. Da passen insgesamt locker 230 Liter

Pfl anzenbrei rein. Und mein Darm ist auch nicht so ohne,

rund 60 Meter lang. Damit alles gut fl utscht, brauch ich

jeden Tag 110 bis 180 Liter Speichel. Und um den bereit-

Nachgefragt

zustellen, muss ich viel trinken. Jetzt im Sommer können das

schon mal 150 Liter am Tag werden – 25 Liter pro Minute

gluckern da durch meine Speiseröhre.

Mein Lieblingsessen? Natürlich das kräuterreiche satte

Grün direkt auf der Sommerwiese. Morgens zupfe ich da

am liebsten erst mal das Gras, gegen Abend suche ich mir

dann die aromatischen Kräuter. Im Winter mag ich es getrocknet

als duftendes Heu gemütlich im Stall knurbseln

oder die Silage, gesäuert wie Ihr gesundes Sauerkraut. Ab

und zu ein paar Rüben dazu oder die kräftigen Leguminosen,

hmmm. Hier bei uns auf dem Demeter-Hof achtet

mein Bauer natürlich darauf, dass ich nicht mit Kraftfutter

vollgestopft werde. Er hat mir erzählt, dass es inzwischen

Kühe gibt, die so viel Getreide und Sojaschrot fressen müssen,

um immer mehr Milch zu geben, dass sie manchmal

sogar Probleme mit den Bakterien im Pansen bekommen.

Bakterien sind nichts Schlimmes. Sie helfen mir, die Zellulose,

also die Rohfaser aus Gras und Heu, aufzuspalten. Nur

meine Bakterien produzieren die Zellulase, die das kann.

Außerdem kommen die anderen kleinen Tierchen – okay,

wir nennen sie Bakterien – und bauen Eiweiß und die Kohlenhydrate

Stärke und Zucker ab, damit ich genug Energie

habe. Die brauch ich, denn aus den rund 100 Kilo Futter

am Tag produziere ich schnell mal fast 30 Liter Milch. Da

kommen zwischen 5 000 und 6 000 Liter richtig gute Milch

pro Jahr zusammen. Darauf bin ich schon ein bisschen stolz.

Kühe würden Grün wählen

Weil bei Demeter 100 Prozent Bio-Futter und das meiste davon

vom eigenen Hof ist, brauch ich mir keine Sorgen zu

machen. Mein Bauer weiß immer, was bei mir im Trog ist.

Deshalb schmeckt meine Milch auch am besten, so schön

sahnig – ganz ohne Angeberei darf ich das behaupten, sagt er.

Sie verstehen sicherlich, dass ich neben Futtern, Wiederkäuen

und Trinken nicht mehr viel Zeit für anderes hab. Aber

schön ist immer, wenn unsere Herde gemeinsam in der Sonne

döst. Manche liegen, andere stehen – und der Stier hält

Wache. Zu unserer Herde gehört der Chef dazu, das ist nicht

überall so. Tja, dem werfe ich schon mal schmachtende Blicke

zu, aber nur wenn ich brünstig bin. Neun Monate später

bekomme ich dann mein Kalb. Ich bin jetzt zehn und habe

schon sieben gesunde Kälbchen geboren. Vier Mädels durften

hier auf dem Hof bleiben. Mit denen hab ich nie Zoff ,

aber mit Liese schon mal. In unserer Herde wissen alle, wer

Allergikergerechtes Öko-Haus

Baufritz-Häuser bieten ein ausgezeichnetes Raumklima,

das beschwerdefreies Wohnen für Allergiker möglich

macht. Zum Beispiel haben wir Hauskonzepte mit integrierten

Allergikerzimmern, Pollenschleusen und luftverbessernde

Maßnahmen für Multi-Allergiker entwickelt.

Und mit unseren Gesundheitsberatern erarbeiten wir

individuelle Lösungen für die allergischen Belastungen

unserer Kunden.

Lassen Sie sich von unserem ganzheitlichen Gesundheitskonzept

überzeugen und von unserer Stilwelten-

Kollektion inspirieren unter Telefon 08336-9000,

www.baufritz-dj.de

Ausgezeichnet mit dem Dt. Nachhaltigkeitspreis 2009


XXXXXXX Nachgefragt

was darf und wer die Leitkuh ist. Nur selten gibt es Zoff . An

unseren Hörnern orientieren wir uns und wissen dann, wer

was zu sagen hat. Letztens war ich gerade so ein bisschen am

Wegträumen und hab Liese zu spät bemerkt. Da hat sie mich

doch glatt in die Seite geboxt, weil ich ihr den Weg nicht

sofort frei gemacht hab.

Das Horn wächst lebenslang mit

Nur selten brauchen wir die Hörner, aber zum Kämpfen.

Meist rangeln wir nur mit unseren breiten Stirnen so lange,

bis die Schwächere weggedrückt wird. Damit ich keine

schmerzhafte Prellung bekomm, hat mir mein Bauer gleich

Globuli gegeben – homöopathische Heilmittel. Hörner sind

für uns Kühe ganz wichtig, aber weniger zum Kämpfen als

zum Kommunizieren. Manchmal dürfen die Kinder, die so

gern auf den Hof zu Besuch kommen, sie sogar mal anfassen.

Die sind dann immer total aufgeregt, wie warm mein Horn

ist. Na klar, ist ja auch gut durchblutet und sehr lebendig. Es

wächst mein ganzes Leben lang mit. Jedenfalls bin ich heilfroh,

dass Demeter-Bauern uns Kühen die Hörner lassen. Was

andere Rinder da alles aushalten müssen – abgesägt werden

die stolzen Kronen, weggeätzt, bevor sie sich richtig entfalten

können, aua! Selbst wenn wir geschlachtet werden, dient

das Horn noch dem biodynamischen Bauern. Damit wird

nämlich Hornmistpräparat hergestellt. Unser frischer Mist

kommt da rein, wird samt Horn vergraben und sechs Monate

später wieder ausgebuddelt und mit Wasser verrührt –

dynamisiert – damit Wiesen und Äcker fein damit besprüht

werden können. Das macht den Boden fruchtbar und das

Pfl anzenwachstum harmonisch, haben Wissenschaftler herausgefunden.

Mir reicht eigentlich, dass unsere Weiden dadurch

so schön vielfältig werden – ideale Speisekammer für

hungrige Kühe wie mich. Ich fress mich durch den ganzen

Betrieb, sagt der Chef dann und meint natürlich, wie wichtig

ich und mein guter Mist für den individuellen Hoforganismus

sind. Der ist nämlich das Idealbild bei Demeter – und

ohne mich läuft da gar nix. Deshalb könnte ich noch viel

erzählen, als auf eine Kuhhaut geht … aber jetzt muss ich

in den Melkstand, damit mein Euter wieder leer wird und

ich meine kleine Ration Kraftfutter verspeisen kann. Wenn

Sie mich mal kennenlernen wollen, kommen Sie einfach mal

vorbei. Jetzt im Sommer sind viele Hoff este bei den Demeter-Bauern,

da treff en Sie dann mich und meine Kolleginnen

bei der Arbeit. Und wer uns dann verstehen lernt, wird nie

wieder „dumme Kuh“ schimpfen …

32 Demeter Journal

Fragebogen zum Demeter Journal

1 300 detaillierte

Antworten,

konkrete

Hinweise und

viel Lob

DANKE. Wir sind überwältigt und freuen

uns, für LeserInnen wie Sie arbeiten zu

dürfen. Mehr als 1 300 von Ihnen haben

unseren umfangreichen Fragebogen aus dem

Demeter Journal Nr. 9 ausgefüllt, alle Fragen

beantwortet und sogar noch viele eigene

Impulse für die Entwicklung des Kundenmagazins

gegeben.

Natürlich dauert die exakte Aufarbeitung aller Daten einige

Zeit, aber schon jetzt lässt sich einiges herausfi ltern:

Sie geben uns richtig gute Noten für das Demeter Journal,

sowohl für die redaktionellen Inhalte als auch für die grafi

sche Gestaltung. Am liebsten lesen Sie die Vor-Ort-Reportagen,

die Tipps aus der Rubrik Gesund leben und nutzen

die Rezeptvorschläge. Die wünschen Sie sich allerdings

manchmal doch etwas schlichter. Gern werden wir das

auch aufgreifen. Den Wunsch nach weiter gehenden Informationen

rund um einen nachhaltigen Lebensstil haben

wir ebenfalls verstanden. Und auf die Lesefreundlichkeit

werden wir Rücksicht nehmen und die farbig hinterlegten

Zeilen anders gestalten. So vielfältig wie die Demeter-

Gemeinschaft zeigt sich auch die Leserschaft des Demeter

Journals, also durchaus passend. Wir schauen uns alle Ihre

Anregungen an und überlegen im Team, was sich wie umsetzen

lässt. Sie dürfen also weiterhin gespannt sein.

Sie haben gewonnen

Nachgefragt

Und richtig freuen können sich gleich die glücklichen GewinnerInnen,

die Fortuna aus dem großen Berg an Einsendungen

gezogen hat.

Den Urlaub im Bio-Hotel Rose in Hayingen-Ehestetten

kann genießen Martina Totz aus Ihlow.

Die wertvolle Getreidemühle Oktini von der hawos Kornmühlen

GmbH schmückt demnächst die Küche von Petra

Höltgen aus Worpswede.

Sechs Salatsets von Naturata mit Crema di Balsamico, Aceto

Balsamico di Modena, Olivenöl aus Portugal, Sesam- und

Rapsöl verfeinern die Sommersalate von Volker Best aus

Bamberg, Adelheid Scharle aus Heidenheim, Gabriele Willems

aus Dietzenbach, Renate Wunderlich aus Radolfzell,

Waltraud Ettle aus Lauff en und Jutta Maschlanke aus Hamburg.

Im Kochbuch des kreativen Bio-Spitzenkochs Simon Tress

„Die neue schwäbische Küche" schmökern nun Bärbel-

Nina Röttgen aus Gerlingen, Frank Haasner aus Dresden,

Susan Gnauert aus Fürstenwalde, Fritz Ramml aus Pastetten

und Ursula Philipp aus Rodgau.

Das Rose-Pfl egeprogramm von Martina Gebhardt Naturkosmetik

verwöhnt Anette Christl aus Frankfurt/Main,

Doris Rother aus Berlin und Sarah Pakosch aus Leipzig.

Die Natur ist stark,

sie braucht keine Verstärker.

Ein Hochgenuss in der

mediterranen Küche

Die Herstellung des berühmten Aceto

Balsamico hat in der italienischen Provinz

Modena eine Jahrhunderte alte Tradition.

Der „König unter den Essigen“ wird nach

einem traditionellen Verfahren über off enem

Feuer eingekocht und muss viele Jahre

reifen. Ausgesuchte Zutaten und sorgfältige

Herstellung lassen diese Essigspezialitäten in

bio-dynamischer Qualität zu einem echten

Highlight in der mediteranen Küche werden.

Und das schmeckt man auch. Testen Sie

es selbst! Raffi nierte Rezeptideen auf der

Naturata Homepage laden

zum Nachkochen ein.

www.naturata.de

Naturata AG · D-71711 Murr

traditionelle

Herstellung

Jetzt auch

online kaufen:

www.naturata.de


XXXXXXX Warenkunde

Warenkunde

Entscheidend für höchste Milchqualität:

Fütterung, Haltung, Verarbeitung

Milch ist nicht gleich Milch. Kühe, die Weidegang haben, Grünfutter und gutes Heu fressen,

wenig Kraftfutter und keine Silage bekommen, haben die besten Voraussetzungen, Milch mit

gesunden Fettsäuren zu entwickeln. Die sind besonders wichtig für den Menschen.

Mit wertvollem Eiweiß, allen fett- und wasserlöslichen Vitaminen

inklusive B12, Mineralstoff en wie Calcium und den

lebensnotwendigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren punktet

Milch. Die wertvollen Inhaltsstoff e sind jedoch futter-

und haltungsabhängig. Deshalb bieten Demeter-Milch und

Milchprodukte mehr gesundheitsfördernde Omegafettsäuren

– britische Studien sprechen von bis zu 64 Prozent mehr. Sie

sollen das Herzinfarktrisiko minimieren können. Mehr antioxidatives

Vitamin E, das die freien Radikalen in Schach

halten hilft. Mehr krebshemmendes Betacarotin. Mehr konjugierte

Linolsäuren (CLA). An der Uni Jena wurde bis zur

dreifachen Menge entdeckt. Sie stärkt das Immunsystem und

gilt als Schutzfaktor vor Krebs. Für viele genauso wichtig wie

das, was nicht drin ist: Demeter-Milch ist gentechnikfrei.

Konventionelle Hochleistungskühe bekommen oft Sojaschrot

in den Trog, der von genmanipulierten Sojabohnen stammt.

Beim Bio-Bauern ist das natürlich tabu.

Demeter-Lebensmittel sind authentisch und deshalb absolut

frei von zugesetzten Aromastoff en. Zugesetzte Aromastoff e

gaukeln dem Geschmacks- und Geruchssinn etwas vor, was

gar nicht vorhanden ist. Nur Aromaextrakte – also die Auszüge

und Konzentrate aus den Pfl anzen – sind bei Demeter

erlaubt.

Demeter-Pluspunkte

Auf dem Hof

Artgerechte Fütterung mit reichlich Grün-

futter, Heu und etwas Getreide vom eigenen Hof

100 Prozent Bio-Futter

Davon 80 Prozent Demeter-Futter

Mindestens 50 Prozent Futter vom eigenen Betrieb

Wesensgemäße Haltung in meist kleineren Herden

Kühe werden nicht enthornt

Initiativen in der Tierzucht: Stierprojekt

34 Demeter Journal

Jeder Verarbeitungsschritt mindert die natürliche Qualität.

Deshalb erlaubt Demeter nur Pasteurisierung und schließt die

Homogenisierung von Milch aus. Herkömmliche Verfahren

wie Homogenisierung verändern die Strukturen der Milch

und können Allergien provozieren. Als Qualitätsbeweis hat

Dadurch besonders viele wertvolle Inhaltsstoffe

Betacarotin - krebshemmend

Vitamin E – hält freie Radikale in Schach

Omegafettsäuren in optimaler Relation von Omega 3

zu Omega 6 – minimieren Herzinfarktrisiko

Konjugierte Linolsäuren (CLA) – stärken das Immunsystem,

Schutzfaktor vor Krebs

Bei der Verarbeitung

Keine Homogenisierung der Milch (Der hohe Druck bei

der Homogenisierung wirkt nachteilig auf die Milch-

Demeter-Milch deshalb einen Rahmpfropf, denn naturbelassene,

nicht homogenisierte Milch rahmt auf. Die biodynamischen

Demeter-Richtlinien sind übrigens die einzigen im

gesamten Bio-Bereich, die das Homogenisieren untersagen.

Wesensgemäße Haltung und Fütterung der Wiederkäuer wie

auf Demeter-Höfen angestrebt sowie schonende, werterhaltende

Verarbeitung wie in den Demeter-Molkereien bieten

nach derzeitigem Wissensstand die besten Voraussetzungen

für gesundheitsförderliche Milchqualität. Und erforscht wird

weiter, welchen Einfl uss die Hörner, welche Demeter-Kühe

natürlich behalten dürfen, auf Milchqualität haben.

Rohmilch

ist Milch, welche direkt aus dem Euter kommt. Sie wird teilweise

noch ab Hof verkauft.

Vorzugsmilch

ist Rohmilch, die von zusätzlich kontrollierten Betrieben lediglich

fi ltriert und verpackt wird. Alle Inhaltsstoff e und der

natürliche Fettgehalt von drei bis fünf Prozent bleiben weitestgehend

erhalten. Sie ist zwei bis drei Tage haltbar.

Pasteurisierte Milch

wird etwa 30 Sekunden auf 72 bis 75 °C erhitzt. So ist sie

sechs bis zehn Tage haltbar, ungeöff net und gekühlt natürlich.

Vollfett oder fettarm?

Demeter-Milch hat meist einen Fettgehalt um vier Prozent.

3,5 Prozent müssen es bei Vollmilch immer sein. Demeter-

Vollmilch kommt mit ihrem natürlichen Fettgehalt in Flaschen

oder in den Karton. Fettarme Demeter-Milch mit 1,5

bis 1,8 Prozent Fettgehalt enthält natürlich weniger der fettlöslichen

Vitamine A, E und D.

qualität. Das dadurch zerstörte Milcheiweiß kann zu

Unverträglichkeiten führen.)

Ultrahocherhitzung und ESL-Milch ausgeschlossen

Ausschließlich Aromaextrakte, also Auszüge und

Konzentrate aus den jeweiligen Pfl anzen – Keine

zugesetzten Aromastoffe

Bestnoten für Geschmack

Bei unabhängigen Geschmackstests schneidet Demeter-

Milch stets bestens ab. Sie wird immer als rahmiger

und sahniger bewertet als Vergleichsprodukte.

Bio-dynamische Eiscreme

und Fruchtsorbets

Original aus Italien

Glutenfrei

Eifrei

Sorbets:

Laktosefrei


XXXXXXX Hintergrund Hintergrund XXXXXXX

Veterinär Jörg Spranger fordert

eigene Zuchtlinien und Abkehr von

künstlicher Besamung

Der Schweizer Tierarzt Jörg Spranger war lange Jahre für die veterinärmedizinische Arbeit im

FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) verantwortlich. Er kennt Bio- und Demeter-Höfe

in Europa, berät Bäuerinnen und Bauern und hat genaue Vorstellungen davon, wie

sich die Tierhaltung noch besser gestalten lässt.

Herr Spranger, Sie fordern, dass ökologische Tierhaltung

konsequenter am Tierwohl ausgerichtet sein muss. Welche

Schwachpunkte sehen Sie?

Eins vorweg: Gerade den biodynamischen Demeter-Landwirten

sind ihre Tiere wirklich wichtig. Tiere spielen in der Biodynamischen

Wirtschaftsweise ja eine wichtige Rolle und das

ist auch gut so, denn nur auf Höfen mit Tieren kann der geschlossene

Kreislauf oder gar der Organismusgedanke umge-

36 Demeter Journal

Tierisch gut

setzt werden. Vorrang für Laufställe und Weidehaltung, aber

auch für Natursprung statt künstlicher Besamung sowie eine

Entwicklung in Richtung muttergebundener Kälberaufzucht

erscheinen mir wichtig. Ganz oben auf der Tagesordnung

muss jedoch die Züchtung von Tieren stehen, die der ökologischen

Wirtschaftsweise angepasst sind. Allzu oft greifen

Bio-Bauern noch auf diejenigen Rassen zurück, die als Hochleistungstiere

entwickelt wurden. Das passt nicht zusammen.

Konkret müssen wir mit den betriebseigenen weiblichen Linien

eine Kuhfamilienzucht betreiben, anstatt uns auf entseelte

Samen unpassender Stiere zu verlassen.

Wo lässt sich am ehesten ansetzen?

Züchtung ist natürlich ein Th ema, das sich nicht im Handumdrehen

erledigen lässt. Da gibt es schon Ansätze, aber hier

sollte man richtig Gas geben. Aus meiner Beratungstätigkeit

weiß ich, dass die Hinwendung zu Auslauf und Weidegang am

schnellsten zu bewerkstelligen ist. Auch eine Kälberaufzucht,

die nicht in sogenannten Iglus isoliert, sondern von Anfang

an ein Herdenleben ermöglicht, lässt sich bei entsprechendem

Willen gut umsetzen.

Was antworten Sie, wenn Bauern vor der fi nanziellen Belastung

für die entsprechenden Maßnahmen zurückschrecken?

Ich zeige dann einfach meine Berechnungen. Sie beweisen,

dass eine solche Haltung sogar wirtschaftlicher ist. Das überzeugt

dann natürlich am besten.

Demeter, der Verband für die Biologisch-Dynamische Wirt-

Richtlinien verschärft: kein Sperma

von Tieren aus Embryotransfer

schaftsweise, will den Stier bei den Hörnern packen. Mit einem

Stierzuchtprojekt unterstützen die Bio-Dynamiker zum

einen die Praktiker auf den Höfen und schaff en zum anderen

bei Verbrauchern ein Bewusstsein für das Th ema. Außerdem

wurden die Richtlinien verschärft. Embryotransfer ist bei

Demeter ohnehin ausgeschlossen. Auch Tiefkühlsperma der

Stiere, die mit reichlich Hormoneinsatz und Leihmüttern aus

Embryotransfer entstanden sind, ist tabu.

Demeter-Lebensmittel entwickeln ihre Qualität im individuel-

Wesensgemäße Tierhaltung mit viel Platz und

Auslauf

Tierschutz durch Verzicht auf Enthornen oder

Schnäbelkupieren

100 Prozent Bio-Futter, zum großen Teil vom

eigenen Hof

len Hoforganismus auf fruchtbaren Böden dank Biodynamischer

Präparate und der Hinwendung des Menschen zu Tier

und Pfl anze. Auch in der Verarbeitung werden gesundheitsbedenkliche

Stoff e oder Verfahren nicht eingesetzt. Die Integrität

des Lebensmittels wird ebenso gewahrt wie seine Authentizität.

Deshalb sind Isolate und das Herauslösen von Einzelstoff en

ebenso tabu wie Aromastoff e, Mikrowellen, Strahlung oder

Gentechnik, extremer Druck oder extrem hohe Temperaturen.

Pluspunkte für Demeter-Fleisch- und Wurstwaren

DEMETER

TRAUBENSAFT ROT

BARBERA/MONTEPULCIANO

• Erntefrisch und schonend verarbeitete Trauben.

• 100% Direktsaft ohne Schwefelzusatz gekeltert

DER

Originale

DEMETER KINDERSAFT

Direktsaft aus biologisch-dynamisch angebauten

Früchten und Gemüse unserer Region.

Authentische Lebensmittel

ohne Zusatzstoffe

Regionale Schlachtstätten

Qualitätsschonende Verarbeitung

Nur ein Zehntel der konventionell zugelassenen

Zusatz- und Hilfsstoffe erlaubt

Ausschluss von Nitritpökelsalz

Bevorzugt Warmfl eischverarbeitung

Unsere Klassiker

zum

75-jährigen Jubiläum

DEMETER APFELSAFT

Naturtrüber Direktsaft

• nicht aus Konzentrat, ohne Zuckerzusatz

Ausgezeichnet im ÖKO-TEST Magazin,

Ausgabe 7/2010: sehr gut

DEMETER MULTI PUR

Enthält fruchteigenes Pro-Vitamin A und C.

Ausgezeichnet im ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe

2/2009: sehr gut

BEUTELSBACHER Fruchtsaftkelterei GmbH Postfach 2166 · D-71370 Weinstadt · Tel. 0 7151/99 5150 · Fax 0 7151/99 51555 · www.beutelsbacher.de


XXXXXXX Rätselhaft XXXXXXX Vorschau

Rätselhaft

Wie viel Zuchtbullen leben

auf Demeter-Höfen?

Nutzen Sie Ihre Chance. Schreiben

Sie die richtige Antwortzahl auf eine

Postkarte an

Demeter e. V. · Rätsel Demeter Journal

Brandschneise 1 · 64295 Darmstadt

oder schicken Sie eine E-Mail mit der

Lösungszahl an

demeterjournal@demeter.de,

Stichwort Rätsel Demeter Journal.

Einsendeschluss ist der 25. Juli 2011.

Absender nicht vergessen. Fortuna

entscheidet auch bei Demeter.

Sie können gewinnen und den Sommer

mit Bewegungsspielen von Manufactum

genießen.

Wir verlosen

Federballschläger aus Bambus samt

Federball mit Gänsefedern und Korkkopf

Dank Bambus mit überragender Biegefestigkeit

bei geringem Materialgewicht

(und Glasfi berrohr im hohlen Schaft als

Verstärkung) ist dieser Federballschläger

ebenso leicht wie schön.

Das Solarluftschiff ist ein zeppelinförmiger,

drei Meter langer Ballon aus dünner

schwarzer Folie, der richtig hoch

aufsteigt, wenn die Sonne die darin eingeschlossene

Luft erwärmt. Das verpackte

nur 10 Zentimeter große Fluggerät

kann immer dabei sein und zu

einem veritablen Drachen mit einem

knappen halben Meter Spannweite

entfaltet werden.

Der gyroskopische

Wurfring fl iegt

ohne viel Übung bis

100 Meter weit. Der

griffi ge, nur handtellergroßeWurfring

lässt sich

überallhin mitnehmen und ist auch für

Kinder ab 9 Jahren geeignet.

www.manufactum.de

38 Demeter Journal

Foto: Andreas Schoelzel

Die

rund 1400 Demeter-

Bauern in Deutschland

halten Tiere, weil

sie damit dem Ideal des vielfältigen

Hoforganismus gerecht

werden. Zertifi ziert sind 2 649 Bienenvölker, 1501 Ferkel, 6532 Schafe, 2556 Ziegen,

3691 Gänse, 865 Puten, 3867 Truthähne, 92281 Legehennen, 13233 Masthähnchen, 15846 Milchkühe,

4884 Mutterkühe, 5195 Mastschweine, 2 050 Pferde, 526 Zuchtbullen, 65 Zuchteber, 349 Zuchtsauen. Bullen

erreichen ein Gewicht zwischen 1000 und 1200 kg. Die natürliche Lebenserwartung einer Kuh liegt

bei 20 Jahren. Eine Leistungskuh wird im Schnitt nicht älter als 5 Jahre.

Schon 8300 vor Christus gelangten

Rinder zusammen mit

Ackerbauern in das bis dahin

rinderlose Zypern. Rinder haben 32

Zähne und 4 Mägen. Fresser sind Rinder, die zwi-

Schlusspunkt

schen 6 und 12 Monate alt sind. Jedes Kuheuter

hat 4 Zitzen, Striche genannt. Kleine Wiederkäuer

wie Schafe und Ziegen haben 2

Striche. Erst mit 5 Jahren

ist ein Rind ausgewachsen.

Was haben Fukushima, Klimawandel

und Kühe miteinander zu tun?

Die Tierärztin und

Buchautorin Anita Idel

fordert zum Umden -

ken auf. Sie analysiert,

warum die Kuh kein

Klimakiller ist, und erläutert

den Zusammenhang

von Bodenfruchtbarkeit, Dauergrünland,

grasenden Wiederkäuern, Klima und

Energiewirtschaft.

Die Lügen von Wachstum und vermeintlich

billiger Energie befeuern die Industrialisierung

des (Agrar-)Systems. Für die

Schäden müssen die Verursacher nicht

zahlen: Überdüngung, Bodenverdichtung

und Erosion zerstören weltweit die Bodenfruchtbarkeit.

Eine absurde Methandebatte

lenkt davon ab, dass Kuh & Co

in einer Low-Input-Landwirtschaft als

geniale Grasverwerter keine Nahrungskonkurrenten

des Menschen sind. An den

(Klima-)Pranger gehören Futtermittelimporte

und der durch subventionierte Energie

billige Stickstoffdünger: wegen der Abholzung

des Regenwalds und weil das freigesetzte

Lachgas 296-mal so klimaschädlich

ist wie CO2.

Grünland ist der zu Unrecht total vernachlässigte

und absolut unterschätzte Faktor.

Es bietet den weltgrößten Speicher von

Kohlenstoff. Damit Dauergrünland erhalten

bleiben kann, brauchen wir grasende

Tiere. Gras ist eine der wichtigsten Proteinressourcen

unseres Planeten. Wer das

versteht, weiß auch: Die Futtergrundlage

muss die Zahl der Tiere und den Fleischkonsum

bestimmen – nicht umgekehrt.

Ein entsprechender Lebensstil ist deshalb

im wahrsten Sinne des Wortes notwendig.

Die „Lebensgemeinschaft von Weidetier

und Weidegras“ hat das Potenzial, die gigantischen

CO2-Speicher im Dauergrünland

zu schützen und Bodenfruchtbarkeit zu

mehren. Eine zukunftsfähige Agrarkultur

benötigt genauso viel Forschung für den

Ackerbau wie für die auf satte 40 Prozent

addierte nicht ackerfähige Landfl äche: Dauergrünland

braucht eine Lobby. Nicht die Kuh,

sondern das industrialisierte System ist der

Klimakiller.

Mehr zum Thema im Buch „Die

Kuh ist kein Klima-Killer – wie die

Agrarindustrie die Erde verwüstet

und was wir dagegen tun können“

Anita Idel, Metropolis

VORSCHAU

Vor Ort

Zu Besuch bei der Spielberger

Mühle in Brackenheim

Genießen

Mit Kräutern lässt sich zaubern. Wie

frische Gewürzpfl anzen das Essen

zum Erlebnis machen, verraten grüne

Rezepte.

Nachgefragt

Biodynamiker düngen nicht einfach

nur. Sie betreiben Bodenbelebung. So

können die Pfl anzen aktiv Nährstoff -

mobilisierung betreiben. Wie fühlt

sich das an, was passiert dabei?

Das nächste Demeter Journal erscheint im September.

TRADITION

leben

Impressum

Weitere Informationen finden Sie auf www.voelkeljuice.de

Herausgeber

Demeter e. V.

Vorstand Klemens Fischer

Brandschneise 1

64295 Darmstadt

www.demeter.de

Telefon 06155 84690

Fax 06155 846911

Leserservice

demeterjournal@demeter.de

Redaktion Renée Herrnkind

Journalistinbüro Schwarz auf Weiss

Wetzlar

Grafi k Eberle GmbH Werbeagentur

GWA, Schwäbisch Gmünd

Fotos Fotostudio Viscom: Siggi

Schenk (S. 22-26, 33), Thomas

Plettenberg (Titel, S. 8-11), Andreas

Schölzel (S. 38), Fotolia (S. 14,

16 , 17, 20, 21, 28, 29), F1 Online

(S. 18)

Anzeigen diana.hahn@demeter.de

Vertrieb Naturkosthandel

andreas.schmidt@demeter.de,

Vertrieb über Demeter-Hofl äden,

Demeter-Aktiv-Partner-Läden

(DAP), Naturkostfachgeschäfte,

Bio- Super märkte, Reformhäuser

Wusstest Du...

dass Voelkel von Anfang an ökologische Produkte hergestellt hat?

Druck

Aufl age: 150.000 Exemplare

Konradin Druck GmbH,

Leinfelden-Echterdingen

Wer mehr wissen will

Lebendige Erde, Zeitschrift für

biologisch-dynamische Landwirtschaft,

Ernährung und Kultur –

kostenloses Probeexemplar:

Lebendige Erde, Brandschneise 1,

64295 Darmstadt, 06155 84690,

www.LebendigeErde.de

Demeter-Gartenrundbrief:

www.gartenrundbrief.de,

0711 902540

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Einfach E-Mail an info@demeter.de

Arbeiten und lernen im

Biodynamischen?

Auskunftsstelle: 06155 846940,

www.demeter.de

Das Familienunternehmen wurde

1936 von Karl und Margret Voelkel

gegründet. Heute, in der dritten

Generation, geleitet von Stefan Voelkel,

werden altbewährte Traditionen

weiterhin gepflegt. Aus Überzeugung

zur ganzheitlichen biologischdynamischen

Anbaumethode entstand

ein vielseitiges und umfassendes

Sortiment an Naturkostsäften in

Demeter- und Bio-Qualität.


Demeter verzichtet aus Überzeugung auf das

schmerzhafte Enthornen der Kühe. So leben die Kühe

auf Demeter-Höfen wie es ihrem Wesen entspricht.

Zum Demeter-Ideal gehören Weidegang, kräuterreiches

Grünfutter und ein wenig Getreide vom eigenen

www.demeter.de

Ganze

Milch.

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Hof. Demeter-Bauern wissen: Das ist gut für die Kuh.

Und gut für die Milch. Sie wird ganz schonend verarbeitet

und nicht homogenisiert. So bleibt sie reich an

wertvollen Inhaltsstoff en wie lebenswichtigen Omega-3

und Omega-6 Fettsäuren. Das schmeckt man.

www.molkerei-schrozberg.de

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