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Postgebühr bar bezahlt, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf

Das Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing 1|2010

Die Zukunft

fährt elektrisch

Leasen Sie

Mobilität!

Menschen

Recht

Ökoprojekte

Umweltminister Nikolaus Berlakovich

Antikorruptionsrecht: Reform der Reform

Energieautark durch Windkraft


Postgebühr bar bezahlt, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf

inhalt

Das Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing 1|2010

Die Zukunft

fährt elektrisch

Leasen Sie

Mobilität

Menschen

Recht

Ökoprojekte

Umweltminister Nikolaus Berlakovich

Antikorruptionsrecht: Reform der Reform

Energieautark durch Windkraft

editorial ANDREA WEBER 3

Lebensmanager

Lebensminister Niki Berlakovich

engagiert sich für eine

gesunde Umwelt auch für

die künftigen Generationen.

Seite 4

Mehrwertsteuer neu

Das Mehrwertsteuerpaket

stellt die größte Veränderung

im Steuerrecht seit dem

EU-Beitritt Österreichs dar.

Seite 8

Lifestyle

Das Essen von morgen ist gut,

sauber und fair – also Lebensmittel

nach den Kritierien der

Slow-Food-Bewegung.

Ab Seite 32

menschen

DI Nikolaus Berlakovich 4

recht

Ein kurzer Überblick über die Reform

der Reform im Antikorruptionsrecht. 6

steuer

Überblick und Ziel der Mehrwertsteuer

neu, die mit Jahresanfang in Kraft trat. 8

aktuelles

GF MAG. KARLHEINZ SANDLER:

Austrian Mobile Power Projekt EmporA:

„Leuchtturm“ der Elektromobilität. 11

coverstory

Die Zukunft fährt elektrisch:

Leasen Sie Mobilität! 12

meinung

GF MAG. PETER ENGERT:

Höchste Zeit zu handeln. 20

ökoprojekte

Ablasshandel könnte teuer werden. 22

Initiative „Grün fahren – CO ²

sparen.“ 24

Raiffeisen-Leasing sponsert TU Wien. 24

Energieautark durch Windkraft. 25

2 Leas•mich


editorial

Leasen Sie Mobilität!

Die Zukunft fährt elektrisch.

150 Jahre fossile Brennstoffe

werden bald abgelöst sein.

Elektromobilität macht Spaß,

ist umsetzbar und sorgt für

ein sauberes Gewissen.

Seite 12

immobilien

Amadé mit Schnee und Therme. 26

Opening Magic Circus Paris. 26

Rivergate: Ein Gewinn für Wien. 27

Badespaß mit Therapie. 28

Neue Schule, neue Chancen. 28

wohnbauprojekte

Bau exklusiver Eigentumswohnungen

und Gleichenfeier Naaffgasse. 29

kundenporträt und absatzpartner

Leasing für Apotheken und Ärzte. 30

lifestyle

Mit Liebe kochen … 32

facts & figures 34

OFFENLEGUNG GEMÄSS §25 MEDIENGESETZ Eigentümer: Raiffeisen-Leasing

GesmbH., Hollandstraße 11–13, 1020 Wien Gesellschafter: Raiffeisen Zentralbank

Österreich AG (51%), sämtliche Raiffeisen Landeszentralen (49%)

Geschäftsführer: Mag. Peter Engert, Mag. Karlheinz Sandler, Mag. Michael Ohner

Geschäftstätigkeit: Sämtliche Formen des Maschinen- und Geräteleasings, Kfz- und

Immobilien-Leasings, Bauträgergeschäfte und umfassende Dienstleistungen sowie

Ökoenergieprojekte und Elektro-Mobilitätsangebote

IMPRESSUM Medieninhaber: Raiffeisen-Leasing GmbH., Hollandstr.11–13, 1020 Wien,

Tel. 01 71601-8440, Fax: DW 98448, Internet-Adresse: http://www.raiffeisen-leasing.at,

E-Mail-Adresse: leasing@rl.co.at Herausgeber: Prok. Andrea Weber

Koordination: Ulrike Capelare Produzent: Verlagsgruppe NEWS Gesellschaft m.b.H.,

FN 183971 HG, Taborstr. 1–3, 1020 Wien Geschäftsführung: Dkfm. Helmut Hanusch

Objektleitung: Klaus Edelhofer Redaktionsbüro: Vojtisek KG, E-Mail-Adresse:

act.vojtisek@aon.at Grafische Gestaltung: Greiner & Greiner, 1050 Wien

Fotos: Wo nicht anders angegeben: Raiffeisen-Leasing, Buenos Dias, Fotolia

Herstellung: Sibylle Bauer Druck: Druckerei Berger, 3580 Horn

Vertrieb: Mediaprint-Zeitschriftenvertriebsgesellschaft, 1235 Wien

Die Raiffeisen-Leasing GmbH übernimmt keine Haftung oder Garantie für die

Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.

Aus Gründen der Lesefreundlichkeit sind alle Formulierungen durchgängig geschlechtsneutral

zu verstehen und richten sich daher gleichermaßen an Frauen und Männer.

Die Krise als

Chance

Auch wenn es viele gar nicht gerne hören: der Verkehr, und da besonders

der Individualverkehr, produziert über 20 % des gesamten österreichischen

Emissionsausstoßes. Eine der effizientesten Methoden, Entwicklungen

in eine bestimmte Richtung zu treiben, ist die Verteuerung

bzw. Verbilligung einer Ressource. Die Steuern auf Mineralölprodukte sind

in der Bevölkerung jedoch ausgesprochen unbeliebt. Gleichzeitig wird der

Druck nach einer substantiellen Senkung des CO 2

-Ausstoßes immer

stärker. Österreichs Staatslenker haben sich bislang damit begnügt, an

das grüne Gewissen der Bürger zu appellieren und eine kleine Verschrottungsprämie

beim Kauf eines neuen sparsameren Autos anzubieten.

Doch trotz Dauerstaus, Parkplatznot, Lärmbelästigung und Feinstaubbelastung

wird eine City-Maut von großen Teilen der Bevölkerung

abgelehnt, die heimische Politik schubladisiert bei heftigem Unmut allzu

gerne auch ausgereifte Konzepte. All das führte zum Ergebnis, dass

Österreich nunmehr Schlusslicht bei der Umsetzung der Kyoto-Ziele ist.

Dabei brauchte man nur über den Tellerrand zu blicken. Den Trend zur

Elektromobilität gibt es auf der ganzen Welt, und die technischen Möglichkeiten

sind schon jetzt beachtlich. Eine neue, mit enormen Potenzial

verbundene Chance tut sich auf. Dabei trifft man noch auf viel Skepsis,

Ängste und Halbwissen. Die höheren Anschaffungskosten werden dabei

gerne als Killerargument benützt: für den Konsumenten ist das alles viel

zu teuer, und jetzt in der Wirtschaftkrise hat man auch ganz andere

Prioritäten in punkto Infrastruktur. Informieren Sie sich über den derzeitigen

Machbarkeitstatus der Elektroautos, „beliebte” Vorurteile sowie

ihre teilweise Entkräftung ab Seite 12.

Das Mehrwertsteuerpaket stellt die größte Änderung im österreichischen

Umsatzsteuerrecht seit dem Beitritt Österreichs zur EU dar,

erläutert unsere Steuerexpertin ab Seite 8. Zudem gibt es ein kurzes

Update über die Reform der Reform im Antikorruptionsrecht.

Ich lade Sie herzlich ein, sich den 13. April 2010 vorzumerken. An

diesem Tag wird bereits zum fünften Mal unser Ökologiegespräch (siehe

beiliegende Anmeldung) stattfinden. Ich freue mich auf Ihr Kommen.

Ihre Andrea Weber

ANDREA WEBER

Leiterin Marketing und PR

in der Raiffeisen-Leasing

NUMMER 1|FEBRUAR 2010 3


menschen

Lebensmanager

Dass Lebensqualität mit einer gesunden Umwelt zusammenhängt, steht für

Nikolaus Berlakovich seit langem fest. Seit 2008 engagiert er sich als Lebensminister

dafür, Fauna & Flora in jenem Zustand zu erhalten, den wir als Kinder erlebt haben,

damit auch künftige Generationen Kraft und Energie aus der Natur schöpfen können.

Mit seiner Diplomarbeit über Mais-

Kornstroh und Mais-Kornspindel an der

Universität für Bodenkultur in Wien hat

DI Nikolaus Berlakovich seine ökologische

Karriere begonnen. „Umwelt und

Natur haben schon immer eine besondere

Faszination auf mich ausgeübt.“

Nach dem Naturwissenschaftlichen

Gymnasium in Oberpullendorf musste

er daher nicht lange überlegen und inskribierte

an der Universität für Bodenkultur

in Wien, Studienrichtung Pflanzenproduktion.

„Mich beeindrucken die

Einzigartigkeit der Natur, ihr Wechselspiel

und der Lauf der Jahreszeiten. In

einer gesunden Fauna und Flora schöpft

die Seele Kraft“, so Berlakovich. Die

kurze freie Zeit, die ihm bei einem vollen

Terminkalender als Landwirtschafts- und

Umweltminister bleibt, verbringt er gerne

in der Natur. „Beim Laufen rieche ich die

Erde, den Wald, ich sammle Eindrücke

von Fauna und Flora und schöpfe Kraft

für meine Arbeit“, erzählt der 48-Jährige.

„Zum Fußballspielen komme ich leider

viel zu selten, im Winter fahre ich mit

meiner Familie gerne Ski und für kurze

Strecken lasse ich das Auto stehen und

gehe zu Fuß oder fahre mit dem Rad.“

Energie und Kraft braucht Nikolaus

Berlakovich für seinen Ministerjob täglich

mehr als genug. Beeinflusst und organisiert

das Ministerium doch wesentliche

Parameter der Lebensumstände der

heimischen Bevölkerung: Landwirtschaft,

Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft und

Umwelt. „Das Lebensministerium ist ein

absolutes Zukunftsressort. Das stelle ich

bei jeder Veranstaltung fest. Das Interesse

der Menschen an wirksamem Klimaschutz,

an einer lebendigen Umwelt

und an einer gesunden und regionalen

Ernährung ist enorm.“ Vorrangig ist für

den Burgenland-Kroaten daher, die Lebensqualität

zu erhalten und weiter auszubauen.

Dazu gehört auch der Umweltund

Klimaschutz. „Mir ist dabei wichtig,

eine Balance zwischen Ökonomie und

Ökologie zu schaffen“, betont der Minister.

Er arbeitet deshalb mit Vertretern der

Wirtschaft und den NGOs zusammen.

„Umwelt- und Klimaschutz ist ein Gebot

der Stunde. Der Klimawandel ist eine Bedrohung

– der Klimaschutz eine riesige

Chance“, ist Berlakovich überzeugt. Für

den Ausbau der erneuerbaren Energien

für Umwelttechnologie und damit verbundenen

Green Jobs gibt es in Österreich

großes Potenzial. Ein zentrales

Projekt stellt für ihn die Vision eines energieautarken

Österreichs dar. Ziel ist die

Unabhängigkeit Österreichs von Energieimporten

aus dem Ausland. Als Vorzeigeprojekt

nennt Minister Berlakovich

die Stadt Güssing im Burgenland. In seiner

Zeit als burgenländischer Agrar- und

Umwelt-Landesrat hat der Minister den

Aufbau der Ökomusterstadt Güssing unterstützt.

„Güssing hat sein Energiesystem

völlig auf heimische, erneuerbare

Energieträger umgestellt. Damit wurden

Arbeitsplätze geschaffen und wir haben

aktiv etwas für den Klimaschutz getan.“

Derzeit arbeiten Lebens- und Wirtschaftsministerium

an einer Energiestrategie

für Österreich. „Wir wollen den Prozentsatz

an Alternativenergie von derzeit

rund 23,5 % bis 2020 auf 34 % anheben.

Das Beispiel Güssing soll österreichweit

gängige Praxis werden.“ Zu diesem

Zweck hat das Lebensministerium 2009

über den Klima- und Energiefonds ein

Förderprogramm gestartet. 46 Regionen,

verteilt über ganz Österreich, haben sich

als Klima- und Energiemodellregionen

beworben.

„Mit einer guten Vertragsgrundlage

stellt Leasing eine überlegenswerte

Finanzierungsform dar“, so der Minister.

In der Raiffeisen-Leasing sieht der

Lebensminister ein erfahrenes, engagiertes

und für neue Projekte offenes

Finanzinstitut. „Wir arbeiten gerne mit

Raiffeisen-Leasing zusammen“, ergänzt

er. „Aktuell sind wir im Gespräch über

ein Leasingprojekt Elektromobilität“, berichtet

der Lebensminister und erklärt:

„Ziel des Projektes ist es, der Elektromobilität

in Österreich massiv Vorschub

zu leisten. Die Umstellung auf alternative

Antriebe wird in meinem Ressort

im Rahmen der Klimaschutzinitiative

klima:aktiv unterstützt, denn die Zukunft

im Verkehrssektor muss umweltverträglicher

werden."

Neben dem Umweltnutzen sieht Minister

Berlakovich bedeutende wirtschaftliche

Vorteile in der Produktion heimischer

Energie. „Der Umwelttechniksektor

ist im Wachsen begriffen. In diesem

Bereich liegt enormes Potenzial zur

Konjunkturbelebung. In der Umwelttechnik

verzeichnet Österreich ein jährliches

Wachstum von 12 %, der Umsatz

hat sich zwischen 1993 und 2007 auf

EUR 6 Mrd. beinahe vervierfacht, der

Exportanteil liegt bei 65 %. Durch den

Ausbau der erneuerbaren Energien können

in den nächsten Jahren bis zu

75.000 zusätzliche Jobs entstehen.

Neue Berufsbilder im Bereich Umwelttechnologie

bieten unserer Jugend

große Chancen“, zeigt der zweifache Familienvater

auf. „Nach meinem Studium

an der Universität für Bodenkultur arbeitete

ich am elterlichen Ackerbaubetrieb

mit, bevor mich der Weg in die Politik

führte“, lässt der Minister abschließend

einen Blick in sein Privatleben im burgenländischen

Nebersdorf zu, bevor er

seinen nächsten Termin in Sachen Klimaschutz

wahrnimmt.ı

4 Leas•mich


Biomasse ist für den Burgenländer

eine bedeutende Energiequelle.

Foto: MLFUW/Newman

NUMMER 1| FEBRUAR 2010 5


echt&steuer

„Klimapflege” kann teuer sein – und

künftig noch viel teurer werden.

Reform der Reform

im Antikorruptionsrecht

Ein kurzer Überblick als Update zum Leas•mich

vom Juni 2009 von Mag. Georg Fuhrmann,

Leitung Rechtsabteilung der Raiffeisen-Leasing.

Mit dem am 1. 9. 2009 in Kraft getretenen

Korruptionsstrafrechtsänderungsgesetz

2009 wurden die – erst mit dem Strafrechtsänderungsgesetz

2008 maßgeblich

veränderten – Antikorruptionsstrafbestimmungen

gegen Bestechung und

Geschenkannahme neuerlich umfassend

abgeändert. Ob damit die erwünschte

Klarheit der Begriffe, eine erhöhte Effizienz

in der Aufklärung bzw. die Erfüllung

internationaler Vorgaben erreicht wurde,

darf infrage gestellt werden.

Im öffentlichen Sektor wurden die Mitglieder

österreichischer verfassungsgemäßer

Vertretungskörper (wie insb. Nationalrats-

und Landtagsabgeordnete)

zwar nunmehr in den Amtsträgerbegriff

einbezogen – dies aber nicht bei allen

Delikten (nur bei Bestechlichkeit und deren

Vorbereitung, nicht aber bei Vorteilsannahme

und deren Vorbereitung)

und überdies nur im Rahmen einer

Stimmabgabe bzw. der Verpflichtungen

gemäß bestehender Geschäftsordnung.

Auch der Anwendungsbereich auf

Mitarbeiter staatsnaher Unternehmen

wurde zwar einerseits klarer geregelt

(Rechtsträger, die der Kontrolle des

Rechnungshofes oder ähnlicher Kontrolleinrichtungen

unterliegen), andererseits

aber wiederum eingeschränkt (nur

soweit als die Rechtsträger „weit überwiegend“

Leistungen für die Verwaltung

von Bund, Ländern und Gemeinden etc.

erbringen). Nach den Gesetzesmaterialien

sollen nur Unternehmen betroffen

sein, die dem Betrieb bzw. der Infrastruktur

von öffentlichen Körperschaften

(= Bund, Land, Gemeinde etc.) dienen.

So sind zum Beispiel Mitarbeiter des

Bundesrechenzentrums oder der BIG

Amtsträger, nicht jedoch Dienstnehmer

der ASFINAG oder der E-Control, obwohl

auch hier der staatliche Einfluss

wohl unbestritten ist.

Die Bestechung für pflichtgemäßes

und pflichtwidriges Verhalten wurde in

separate Normen gefasst. Positiv ist die

Verknüpfung zu dienst- und organisationsrechtlichen

Regelungen hervorzuheben.

Übersicht der Strafbarkeitsbestimmungen

in der Fassung Korruptionsstrafrechtsänderungsgesetz 2009

Generelle Strafbestimmungen

§ 153 StGB Untreue „Wissentlicher Missbrauch der durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumten

Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten, wenn dadurch dem

anderen ein Vermögensnachteil zugefügt wird“;

Achtung: Anstiftungs- und Beitragstäterschaft auch für Dritte möglich!

§ 153a StGB Geschenkannahme „Annahme und pflichtwidrige Nichtabführung eines nicht bloß geringfügigen Vermögensvorteils für die

durch Machthaber

durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumte Befugnis, über fremdes Vermögen

zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten“;

Strafbestimmungen im privatwirtschaftlichen Sektor

§ 168c StGB Geschenkannahme durch Bedienstete oder Beauftragte

Bedienstete

„Weisungsgebundene Arbeitnehmer und Organmitglieder juristischer Personen (auch bei öffentlichen

Unternehmen ohne „öffentliche Aufgaben“)“;

Beauftragte

„,Nicht-Bedienstete‘, die Unternehmen geschäftlich vertreten können oder Einfluss auf betriebliche

Entscheidungen haben;‘

Strafbare Handlung

„Forderung/Annahme/Sich-versprechen-lassen eines Vorteils für sich oder einen Dritten für die pflichtwidrige

(Verstoß gegen Treue, Gesetz, Berufspflichten, Vorschriften, Weisungen) Vornahme oder Unterlassung einer

Rechtshandlung“;

§ 168d StGB Bestechung von Bediensteten oder Beauftragten

Strafbare Handlung

„Anbieten, Versprechen oder Gewähren eines Vorteils für sich oder einen Dritten an einen Bediensteten

oder Beauftragten für die pflichtwidrige Vornahme oder Unterlassung einer Rechtshandlung“;

Straflosigkeit „Bei geringfügigem Vorteil bis ca. EUR 100“;

6 Leas•mich


Strafbedingungen im öffentlich-rechtlichen Sektor

§ 304 StGB Bestechlichkeit

Amtsträger Amtsträger sind gemäß § 74 Abs. 1 StGB Zif. 4a:

lit. a. Mitglieder österreichischer verfassungsgemäßer Vertretungskörper in Ausübung ihrer Mandatsfunktionen,

Schiedsrichter

lit. b. Personen, die sonst für den Bund, Bundesländer, Gemeinden, Sozialversicherungsträger

(inkl. Hauptverband), einen anderen Staat/internationale Organisation Aufgaben der Gesetzgebung/Verwaltung/Justiz

als deren Organe oder Dienstnehmer wahrnehmen,

lit. c. Personen, die sonst für Körperschaften gemäß Zif. 4b. in Vollziehung der Gesetze Amtsgeschäfte

vornehmen,

behördlich bestellter

„lit. d. Personen, die als Organ oder Dienstnehmer eines Rechtsträgers unter Kontrolle des Rechnungshofes oder

Sachverständiger

gleichartiger Kontrolleinrichtungen der Bundesländer oder internationaler und ausländischer Institutionen, weit

überwiegend Leistungen für die Verwaltung der Körperschaften gemäß Zif. 4b. erbringen;“

Strafbare Handlung

„Forderung/Annahme/Sich versprechen lassen eines Vorteils für sich oder einen Dritten iZm mit einer

pflichtwidrigen Amtshandlung oder der Erstattung eines unrichtigen Befundes/Gutachtens;“

Straflosigkeit

„Tätige Reue gemäß § 307c StGB“;

§ 305 StGB Vorteilsannahme

Strafbare Handlung

Straflosigkeit

Annahme/Sich-versprechen-lassen eines Vorteils für sich oder einen Dritten iZm mit einer pflichtgemäßen

Amtshandlung entgegen einem dienst- oder organisationsrechtlichen Verbot

sowie

„Forderung eines solchen Vorteils iZm mit einer pflichtgemäßen Amtshandlung ohne bestehende dienst- oder

organisationsrechtliche ausdrückliche Erlaubnis durch einen Amtsträger nach § 74 Abs. 1 Zif. 4a lit. b-lit. d oder

einen Schiedsrichter;“

Tätige Reue gemäß § 307c StGB

§ 306 StGB Vorbereitung der Bestechlichkeit oder der Vorteilsannahme

Strafbare Handlung

Forderung/Annahme/Sich-versprechen-lassen eines Vorteils für sich oder einen Dritten durch einen Amtsträger

oder Schiedsrichter eines EU-Staates/Gemeinschaftsbeamten zwecks Anbahnung eines künftigen pflichtwidrigen

Amtsgeschäftes oder

Forderung eines solchen Vorteils zwecks Anbahnung eines künftigen pflichtgemäßen Amtsgeschäftes ohne

bestehende dienst- oder organisationsrechtliche ausdrückliche Erlaubnis durch einen Amtsträger nach

„§ 74 Abs. 1 Zif. 4a lit. b–lit. d oder Schiedsrichter;“

Straflosigkeit

„Tätige Reue gemäß § 307c StGB“;

§ 307 StGB Bestechung

Strafbare Handlung

Straflosigkeit

§ 307a StGB Vorteilszuwendung

Strafbare Handlung

Straflosigkeit

„Anbieten, Versprechen oder Gewähren eines Vorteils an einen Amtsträger/Schiedsrichter/Sachverständigen

oder einen Dritten iZm einem pflichtwidrigen Amtsgeschäft oder einem unrichtigen Befund oder Gutachten;“

„Tätige Reue gemäß § 307c StGB“;

„Anbieten, Versprechen oder Gewähren eines Vorteils an einen Amtsträger nach § 74 Abs. 1 Zif. 4a lit. b–lit. d

oder Schiedsrichter oder einen Dritten iZm einem pflichtgemäßen Amtsgeschäft entgegen einem dienst- oder

organisationsrechtlichen Verbot“;

Tätige Reue gemäß § 307c StGB

§ 307b StGB Vorbereitung der Bestechung

Strafbare Handlung

„Anbieten, Versprechen oder Gewähren eines Vorteils an einen Amtsträger oder Schiedsrichter eines EU-Staates

oder einen Gemeinschaftsbeamten oder einen Dritten zwecks Anbahnung eines künftigen pflichtwidrigen

Amtsgeschäftes“;

Straflosigkeit

Tätige Reue gemäß § 307c StGB

§ 307c StGB Tätige Reue

Straflos trotz Handlungen

nach §§ 304 bis 307b StGB

Wer freiwillig und bevor die Behörde von seinem Verschulden erfahren hat die Ausführung aufgibt

(bzw. verhindert, wenn mehrere beteiligt sind) und

„jedenfalls einen angenommenen Vorteil/entsprechenden Geldbetrag im Zuge der Selbstanzeige bei der

Behörde erlegt, bleibt straffrei“;

„Unter diesen Voraussetzungen bleibt der Täter auch straffrei, wenn die Ausführung ohne sein Zutun unterbleibt,

er sich aber in Unkenntnis dessen freiwillig und ernsthaft bemüht, die Ausführung zu verhindern“;

§ 307b StGB Verbotene Intervention

Strafbare Handlung

„Forderung/Annahme/Sich-versprechen-lassen eines Vorteils für sich oder einen Dritten für eine wissentliche

Einflussnahme (auch mittelbar) darauf, dass ein Amtsträger oder Schiedsrichter eine Dienstverrichtung

pflichtwidrig vornimmt“;

NUMMER 1| FEBRUAR 2010 7


echt&steuer

Der Versuch, das Anfüttern von Amtsträgern

– also die „Klimapflege“ und

„Schaffung von Verpflichtungen“ durch

regelmäßige Geschenke – klarer zu normieren,

führte letztendlich zu einem sehr

eingeschränkten Strafbarkeitsbereich.

Denn Sanktionen bestehen nur in Verbindung

mit einem zukünftigen Amtsgeschäft,

steht ein solches nicht zeitnahe

an, wird der Beweis eines Zusammenhanges

zwischen Zuwendungen und

späterem Amtsgeschäft wohl schwierig

zu führen sein.

Wesentlich verschärft wurden teilweise

die Strafandrohungen in Zusammenhang

mit dem Wert der Zuwendungen

(ab EUR 3.000,– Strafdrohung bis

zu drei oder auch fünf Jahren Freiheitsstrafe,

ab einem Vorteilswert von

EUR 50.000,– bis zu fünf oder auch zehn

Jahren Freiheitsstrafe). Meines Erachtens

sind diese Strafrahmen sowohl im

Verhältnis zum Unwertgehalt „echter“

Vermögensdelikte mit direkter Schädigung

Dritter (Diebstahl, Betrug, Untreue

etc.), als auch im Vergleich mit Delikten

gegen Leib und Leben stark überzogen.

Neu eingeführt wurde im öffentlichen

Sektor die „Tätige Reue“: Wer freiwillig

und bevor die Behörde von seinem Verschulden

erfahren hat, die Ausführung

aufgibt, oder diese, falls mehrere an

dem Vorhaben beteiligt sind, verhindert

oder den Erfolg abwendet und jedenfalls

einen angenommenen Vorteil oder

einen Geldbetrag, der dem Wert dieses

Vorteils entspricht, im Zuge einer Selbstanzeige

bei der Behörde erlegt, bleibt

straffrei. Der Täter ist auch dann nicht zu

bestrafen, wenn die Ausführung oder

der Erfolg ohne sein Zutun unterbleibt,

er sich jedoch in Unkenntnis dessen freiwillig

und ernstlich bemüht, die Ausführung

zu verhindern oder den Erfolg abzuwenden.

Im privatwirtschaftlichen Sektor gab

es durch die Novelle keine großen

Neuerungen. Jedoch wurde die passive

Bestechung verschärft. Das Fordern,

Annehmen oder Sich-versprechenlassen

eines Vorteils für die pflichtwidrige

Vornahme oder Unterlassung einer

Rechtshandlung ist nunmehr auch im

geringfügigen Bereich bis ca. EUR 100,–

strafbar.ı

Mehrwertsteuer neu

– Überblick und Ziel

Das Mehrwertsteuerpaket stellt die größte

Änderung im österreichischen Umsatzsteuerrecht

seit dem Beitritt Österreichs zur EU im

Jahr 1995 dar. Mag. Christa Heinl erläutert

die neuen Bestimmungen, die großteils

bereits mit 1.1.2010 in Kraft getreten sind.

Die neuen Regelungen betreffen insbesondere

die umsatzsteuerliche Behandlung

von grenzüberschreitenden

Dienstleistungen. Für diese wurde der

Ort der Dienstleistung mit Richtlinie

2008/8/EG des Rates vom 12. Februar

2008 völlig neu geregelt. Als Begründung

für diese Änderungen führt die

Richtlinie an, dass sich durch die

Schaffung des Binnenmarktes sowie

durch die Globalisierung, die Deregulierung

und durch den technologischen

Wandel der Dienstleistungsverkehr

sowohl in quantitativer als auch in

struktureller Hinsicht erheblich verändert

hat. Immer mehr Dienstleistungen

können aus der Ferne erbracht werden.

Das reibungslose Funktionieren

des Binnenmarktes erfordert eine Änderung

hinsichtlich der Vorschriften

über den Ort der Dienstleistungen zur

Modernisierung, Harmonisierung und

Vereinfachung der Funktionsweise des

gemeinsamen Mehrwertsteuersystems.

Demnach sollen alle Dienstleistungen

grundsätzlich an dem Ort besteuert

werden, an dem der tatsächliche

Verbrauch erfolgt.

Ziel soll es also sein, gleiche Wettbewerbsbedingungen

für alle Unternehmer,

die Dienstleistungen innerhalb

des Gemeinschaftsgebietes erbringen,

zu schaffen. Nach den bis Ende 2009

geltenden Regelungen konnten Unternehmer,

die ihren Sitz in Ländern mit

einem niedrigen Umsatzsteuersatz hatten,

vom Steuersatz ihres Sitzstaates

profitieren, da nach der ursprünglichen

Grundregel Dienstleistungen grundsätzlich

am Ort des Sitzes des Leistungserbringers

zu versteuern waren,

unabhängig vom Sitz des Leistungsempfängers

und vom tatsächlichen Ort

des Verbrauches (Unternehmensortprinzip).

Die neuen Leistungsortregelungen

weichen von der bisher verfolgten

Strategie der Europäischen

Kommission – der Verwirklichung des

Herkunftslandprinzips – ab und sehen

in weiten Bereichen eine Besteuerung

am Ort des tatsächlichen Verbrauchs,

das heißt im Bestimmungsland vor

(Empfängerortprinzip). Allerdings sind

sowohl aus verwaltungstechnischen

als auch aus politischen Gründen noch

gewisse Ausnahmen erforderlich.

Als begleitende Maßnahme und zur

Unterstützung des Empfängerortprinzips

wird das sogenannte Reverse-

Charge-System ausgeweitet (Übergang

der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger).

Bei Umsätzen zwischen

Unternehmen wird zwingend die

Steuer vom Leistungsempfänger geschuldet,

wenn der Leistungsempfänger

nicht im gleichen Mitgliedstaat wie

der Leistungserbringer ansässig ist.

Auf der anderen Seite wird aber zur

Sicherung der Besteuerung, zur Betrugsbekämpfung

und zu Kontrollzwecken

eine Zusammenfassende Meldung

über diese grenzüberschreiten-

8 Leas•mich


den Dienstleistungen, für die der Leistungsempfänger

in einem anderen Mitgliedstaat

die Steuer schuldet, eingeführt.

Ebenfalls neue Regelungen, die bereits

mit 1. 1. 2010 in Kraft getreten sind,

erfährt das Verfahren hinsichtlich der

Vorsteuererstattung an ausländische Unternehmen.

Als Begründung für diese

Änderungen führt die Richtlinie an, dass

die bisherigen Bestimmungen zu erheblichen

Problemen sowohl bei Verwaltungsbehörden

als auch bei Unternehmern

geführt haben. Es werden daher

die Fristen, innerhalb derer die Entscheidungen

über die Erstattungsanträge

den Unternehmen mitzuteilen sind,

geändert. Gleichzeitig wird vorgesehen,

dass auch die Unternehmen innerhalb

bestimmter Fristen antworten müssen.

Außerdem soll das Verfahren vereinfacht

und durch den Einsatz fortschrittlicher

Technologien modernisiert werden. Das

neue Verfahren soll die Stellung der Unternehmen

stärken, da die Mitgliedstaaten

zur Zahlung von Zinsen verpflichtet

sind, falls die Erstattung verspätet erfolgt;

zudem wird das Einspruchsrecht

der Unternehmen gestärkt.

Ort der Dienstleistung

Seit 1. 1. 2010 ist bei sonstigen Leistungen

zu unterscheiden, ob Leistungen an

Unternehmer (B2B – Business to Business-Leistungen)

oder an Nichtunternehmer

(B2C – Business to Consumer-

Leistungen) erbracht werden.

Die erforderlichen Organisationsumstellungen,

EDV-technischen Änderungen, Struktur- und

Vertragsanpassungen durch das neue Mehrwertsteuerpaket

bedeuteten und bedeuten

für die Unternehmer vorerst erheblichen

Mehraufwand.

B2B-Generalklausel

Bei Leistungen an Unternehmer gilt prinzipiell

das Empfängerortprinzip. Danach

werden Leistungen an dem Ort besteuert,

an dem der Empfänger der Leistung

sein Unternehmen oder seine Betriebsstätte

hat.

Die Verankerung des Empfängerortprinzips

als Generalklausel im B2B-Bereich

würde für den leistenden Unternehmer

die Verpflichtung auslösen, sich

in jedem Mitgliedstaat, in dem einer seiner

Leistungsempfänger ansässig ist, für

Mehrwertsteuerzwecke registrieren zu

lassen. Zur Vermeidung dieses administrativen

Mehraufwandes ist daher vorgesehen,

dass für sämtliche grenzüberschreitende

Leistungen, die unter die

B2B-Generalklausel fallen, ab 2010 alle

Mitgliedstaaten das Reverse-Charge-

System verpflichtend anzuwenden haben.

Die Steuer wird vom Leistungsempfänger

in seinem Mitgliedstaat geschuldet.

Beispiel: Ein Unternehmen aus Österreich

vermietet (verleast) Mobilien oder

NUMMER 1| FEBRUAR 2010 9


echt&steuer

Beförderungsmittel an einen deutschen

Unternehmer. Die Leistung wird gemäß

der neuen B2B-Generalklausel an dem

Ort ausgeführt, von dem aus der Empfänger

sein Unternehmen betreibt. Der

Leistungsort liegt daher in Deutschland.

Die Miete bzw. Leasingrate unterliegt

deutscher Umsatzsteuer (19 %). Die

österreichische Leasinggesellschaft fakturiert

die Leasingrate ohne Umsatzsteuer

mit dem Hinweis auf den Übergang

der Steuerschuld. Der deutsche

Unternehmer hat die Umsatzsteuer bei

seinem Finanzamt in Deutschland abzuführen.

Bei Vorliegen aller Voraussetzungen

kann der deutsche Unternehmer

die geschuldete Umsatzsteuer wiederum

als Vorsteuer geltend machen.

Bei zum vollen Vorsteuerabzug berechtigten

Unternehmern hat der Übergang

der Steuerschuld somit keine liquiditätsmäßige

Belastung.

B2C-Generalklausel

Für Leistungen an Nichtunternehmer gilt

wie bisher generell das Unternehmensortprinzip.

Grundsätzlich fällt die Steuerpflicht

bei Leistungen an Private bzw.

Nichtunternehmer an dem Ort an, von

dem aus der leistende Unternehmer sein

Unternehmen betreibt.

Beispiel: Ein österreichisches Unternehmen

vermietet (verleast) Mobilien

oder Beförderungsmittel an Privatpersonen

in Italien (Nichtunternehmer). Die

Leistung wird gemäß der B2C-Generalklausel

an dem Ort ausgeführt, von dem

aus der Unternehmer sein Unternehmen

betreibt. Der Leistungsort liegt daher in

Österreich. Die Miete bzw. Leasingrate

unterliegt österreichischer Umsatzsteuer,

die Leasinggesellschaft fakturiert die

Leasingrate zuzüglich 20 % USt.

Neben den beiden oben genannten

Generalklauseln gibt es jedoch einige

Ausnahmen zur Leistungsortbestimmung,

wie z. B. für Grundstücksleistungen,

Vermittlungsleistungen, Beförderungsleistungen,

künstlerische, wissenschaftliche,

unterrichtende, sportliche

und ähnliche Leistungen, etc.

Zusammenfassende Meldungen

Schon bisher mussten und müssen Unternehmer

alle innergemeinschaftlichen

Warenlieferungen in andere Mitgliedstaaten

der EU in die Zusammenfassende

Meldung aufnehmen. Durch das

Mehrwertsteuerpaket werden die Zusammenfassenden

Meldungen auf

Dienstleistungen ausgeweitet. Von der

Meldung umfasst sind seit 1. 1. 2010 alle

in einem anderen Mitgliedstaat erbrachten

Dienstleistungen, und zwar nur dann,

wenn der Leistungsempfänger die Steuer

schuldet, das heißt wenn die Steuerschuld

auf den Leistungsempfänger im

Wege des Reverse-Charge-Systems

zwingend übergegangen ist. Dies betrifft

all jene Leistungen, die unter die B2B-Generalklausel

fallen (siehe oben). Zu beachten

ist, dass die Meldung – unabhängig

vom Zeitpunkt der Rechnungsausstellung

– in dem Zeitraum zu erfolgen

hat, in dem die Leistung ausgeführt

wurde. Meldezeitraum für die Zusammenfassende

Meldung ist grundsätzlich

der Kalendermonat. Zu melden sind die

Bemessungsgrundlagen (Entgelt) pro

Leistungsempfänger unter Angabe seiner

UID-Nummer. Die Zusammenfassenden

Meldungen sind elektronisch über

FinanzOnline einzureichen. Erschwerend

kommt hinzu, dass die Frist für die Abgabe

um zwei Wochen verkürzt wurde,

die Übermittlung hat bis zum Ablauf des

auf den Meldezeitraum folgenden Kalendermonats

zu erfolgen.

Vorsteuererstattung

Seit 1. 1. 2010 ist das Vorsteuererstattungsverfahren

für alle EU-Unternehmer

neu geregelt. Für alle Nicht-EU-

Unternehmer bleibt es beim bereits bekannten

Verfahren.

Erstattungsanträge in der EU erfolgen

seit 1. 1. 2010 ausschließlich elektronisch

über ein elektronisches Portal

im Ansässigkeitsstaat. Unternehmen in

Österreich können daher Anträge hinsichtlich

der Erstattung von Vorsteuern

in anderen Mitgliedstaaten auf elektronischem

Weg beim eigenen Finanzamt

stellen. Die Rückerstattungsanträge sind

daher nur mehr ausschließlich über FinanzOnline

einzubringen. Für jeden Mitgliedstaat,

in dem die Erstattung von

Vorsteuern beantragt wird, ist ein eigener

Antrag einzubringen. Es ist künftig

nicht mehr erforderlich bzw. möglich,

Originalbelege der Rechnungen mit dem

Antrag einzureichen. Der jeweilige Erstattungsmitgliedstaat

kann jedoch bei

Überschreitung gewisser betraglicher

Grenzen verlangen, dass der Antragsteller

bereits zusammen mit dem Erstattungsantrag

eine Kopie der Rechnung

oder des Einfuhrdokuments auf

elektronischem Wege einreicht. Darüber

hinaus kann der Erstattungsmitgliedstaat

zusätzliche Informationen vom Antragsteller,

vom Ansässigkeitsmitgliedstaat

aber auch von anderen Personen

(z. B. vom Rechnungsaussteller) anfordern,

wenn er der Auffassung ist, dass er

nicht über alle relevanten Informationen

für die Entscheidung über eine vollständige

oder teilweise Vergütung verfügt. In

diesem Zusammenhang kann auch weiterhin

die Vorlage von Originaldokumenten

verlangt werden, wenn begründete

Zweifel am Bestehen einer bestimmten

Forderung bestehen.

Die Frist zur Einreichung der Erstattungsanträge

wurde um drei Monate verlängert

und endet am 30. 9. des Folgejahres.

Die Vorsteuererstattung hat innerhalb

bestimmter Fristen ab Einlangen

des Erstattungsantrags im Mitgliedstaat

der Erstattung zu erfolgen. Die Frist

beträgt grundsätzlich vier Monate, kann

aber bei Anforderung zusätzlicher Informationen

auf bis zu maximal acht

Monate ausgedehnt werden. Bei Überschreiten

der Fristen und Erstattung zu

einem späteren Zeitpunkt hat der Erstattungsberechtigte

Anspruch auf

Zinsen bzw. Säumnisgebühr.

Fazit

Mit dem Mehrwertsteuerpaket erfolgte

eine grundsätzliche Neuregelung zur

Bestimmung des Orts von Dienstleistungen.

Ziele der neuen Bestimmungen

sollen die Modernisierung, Harmonisierung

und Vereinfachung des gemeinsamen

Mehrwertsteuersystems sein. Die

erforderlichen Organisationsumstellungen,

EDV-technischen Änderungen,

Struktur- und Vertragsanpassungen bedeuteten

und bedeuten für die Unternehmer

vorerst erheblichen Mehraufwand.

Das Erreichen der genannten

Ziele wird die tägliche Praxis in der Zukunft

zeigen.ı

10 Leas•mich


aktuelles

Austrian Mobile Power Projekt EmporA ist

„Leuchtturm“ der Elektromobilität in Österreich.

Vor dem Hintergrund der volkswirtschaftlichen Zielsetzungen Energieeffizienz,

Reduktion von Emissionen – allen voran CO 2 aber auch Feinstaub oder Lärm –

und Versorgungssicherheit will die Plattform Austrian Mobile Power (AMP) mit

EmporA ein übergeordnet gültiges Gesamtsystem ins Leben rufen, das in

Österreich aber auch grenzüberschreitend funktioniert. Im Vordergrund stehen

Anwendernutzen, österreichische Wertschöpfung und CO 2 -Reduktion.

MAG. KARLHEINZ SANDLER

Geschäftsführer der

Raiffeisen-Leasing

Foto: Kurt Keinrath

Am 26. Jänner beschloss das Präsidium des Klima- und

Energiefonds die Förderung von „Technologischen Leuchttürmen

der Elektromobilität“. Mit diesen Projekten sollen zum

einen österreichische F&E-Kompetenz im Bereich elektrischer

Antriebstechnologien gesichert werden. Zum anderen wird so

der Produktionsstandort Österreich auf den technologischen

Wandel vorbereitet. Die Jury gründete die Entscheidung für

EmporA vor allem auf:

Innovationsführerschaft und Vernetzung

Im Rahmen von EmporA arbeiten erstmals alle Partner aus

den Bereichen Fahrzeugindustrie, Infrastrukturtechnologie,

Energieversorgung und Wissenschaft an der Entwicklung

einer integrierten Systemlösung für Elektromobilität. Die Partner

von EmporA sind die AMP-Mitglieder Verbund, Siemens,

Magna, Wien Energie, EVN, AVL, Infineon, Raiffeisen-Leasing,

The Mobility House, REWE, Austrian Institute of Technology

sowie Salzburg AG und hornbachner energie innovation. Gemeinsam

wird eine klare Innovationsführerschaft angestrebt.

Die Förderentscheidung wurde weiters mit der Vernetzung

zu anderen europäischen Forschungs- und Entwicklungsprojekten

begründet.

Das Projekt EmporA arbeitet nach drei Maximen:

Erstens ist das erklärte Ziel bei der Entwicklung eines Gesamtsystems

den Anwendernutzen in den Vordergrund zu

stellen. Das bedeutet vor allem, dass Technik und Infrastruktur

einem einheitlichen – international abgestimmten – Standard

unterliegen. Die Plattform schreibt sich aber auch auf die

Fahnen, die österreichische Wertschöpfung zu optimieren.

Folgerichtig sind ihre Mitglieder österreichische Leit-Unternehmen

mit internationalem Hintergrund.

Die Förderung des Projekts EmporA trägt maßgeblich dazu

bei, dass das ambitionierte Ziel der Plattformmitglieder erreicht

wird, bis 2020 EUR 50 Mio. für die Einführung der Elektromobilität

in Österreich zu investieren. Die Mittel werden eingesetzt,

um die Markteinführung von serienreifen Elektrofahrzeugen

zu fördern, ausreichende Ladeinfrastruktur für Strom

aus erneuerbaren Energien bereit zu stellen sowie kundenorientierte

Mobilitäts-Dienstleistungen zu entwickeln.

Die Plattform wird außerdem eine führende Rolle bei der

Konzeption und Etablierung mobiler Dienstleistungen übernehmen.

Sie wird sich dafür einsetzen, dass für die Kunden

geeignete politische Rahmenbedingungen geschaffen

werden, die Integration mit dem öffentlichen Personen-

(nah)verkehr sichergestellt ist und einheitliche Informationsund

Kommunikationsschnittstellen zur Verfügung stehen.

Alltagstaugliches Ladekonzept

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Ladestrategie. Im

Gegensatz zu Konzepten wie dem Batterietausch setzt die

AMP auf das so genannte „Charge Everywhere“ Konzept. Es

gibt keine Stromtankstellen im herkömmlichen Sinn: „Getankt“

wird haushaltsverfügbarer Starkstrom aus der Steckdose,

die auch über Kommunikationsschnittstellen verfügt.

Jedes Fahrzeug gilt als eigener Verbraucher und wird identifiziert.

Dann kann „getankt“ werden: ob zuhause, in der

Garage im Büro oder während des Einkaufs im Supermarkt.

Dahinter steht ein Informationssystem – eine Clearingstelle.

Danach wird dann auf Basis der vorhandenen Daten abgerechnet.

Für eine optimale Verfügbarkeit müssen pro Auto

bzw. Zweirad 2,3 Ladepunkte – also Stecker – vorhanden sein.

Einsparung von einer halben Million Tonnen CO 2

Für die Infrastruktur bedeutet das ausgehend vom „Charge

Everywhere“ Konzept 230.000 bis 575.000 Steckplätze. Ganz

Österreich verbraucht im Jahr 70 TWh Strom, 250.000 Elektrofahrzeuge

(das sind rund 6 % aller in Österreich zugelassenen

PKW) bedeuten einen Mehrverbrauch an Strom von

rund 0,8 TWh also etwas mehr als 1 % des österreichischen

Verbrauchs. Gleichzeitig erspart man durch die Verwendung

von elektrisch betriebenen Autos eine halbe Mio. Tonnen CO 2

und 225 Mio. Liter Rohöl. Der Strom für die neue Art der

Mobilität soll aus erneuerbaren Energien kommen.ı

NUMMER 1| FEBRUAR 2010 11


coverstory

12 Leas•mich


Die Zukunft fährt elektrisch:

Leasen

Sie

Mobilität!

150 Jahre fossile Brennstoffe

werden bald abgelöst.

Elektromobilität macht Spaß,

ist umsetzbar und sorgt für

ein sauberes Gewissen.

NUMMER 1| FEBRUAR 2010 13


coverstory

Die Welt hat in den letzten 150

Jahren rund 150 Milliarden Tonnen

Öl verbraucht, die während

der letzten 350 Millionen Jahre durch

Kohlenstoffbindung entstanden sind.

Dies entspricht einer Ölsäule über der

Fläche der Stadt Wien von 320 Metern

Höhe.

Die Entwicklung zum heutigen Wohlstand

wäre ohne Erdöl nicht machbar

gewesen, jetzt aber wird die dadurch

verursachte Luftverschmutzung zunehmend

zum Problem.

Viele sagen es ist fünf vor zwölf.

Denn die Luftbelastung durch den

Verkehr hat in Österreich ein besorgniserregendes

Ausmaß erreicht, wie eine

VCÖ-Studie zeigt. Bei manchen Schadstoffen

liegt der Anteil der Autos an der

Luftverschmutzung inzwischen bei fast

80 Prozent.

In Österreich gibt es bereits

jetzt eine große Anzahl von

Ladestationen der ersten Generation.

Netze der Zukunft sind smart

Smart Grids sind intelligente Energienetze, die alle Teilnehmer des Energiesystems miteinander

vernetzen. Datenaustausch und Energietransport wird in beide Richtungen möglich. Die

zukünftigen Energienetze sind mit dem Internet vergleichbar: „Consumer“ werden zu „Prosumers“:

sie werden aktiver, erzeugen selbst Energie, speisen diese ins Netz ein und benötigen

zu anderen Zeiten Strom. Somit werden aus Konsumenten teilweise auch Produzenten.

Smart Grids stellen sicher, dass alle diese neuen Anwendungen sinnvoll ins Netz

integriert werden. Klimaziele und neue Technologien fördern die Entwicklung.

Durch die Verknüpfung von Smart Grids und Elektromobilität wird sich die Stromversorgung

massiv verändern. Eine Idee ist, Elektrofahrzeuge als Zwischenspeicher zu nutzen, d.h. dass

E-Fahrzeuge überschüssigen Strom aus dem Netz aufnehmen und speichern können und

bei höherem Bedarf ins Netz zurückliefern. Diese Technologie heißt „Vehicle to Grid“ und

basiert darauf, dass Fahrzeuge zum größten Teil Stehzeiten haben und nur selten am Tag

bewegt werden. Während dieser Stehzeiten sollen sie zukünftig als Minispeicher genutzt

werden, was Netzbetreibern eine höhere Flexibilität ermöglicht. Vehicle to Grid ist allerdings

nur eine mögliche Anwendung von Smart Grids. Eine weitere Umsetzung der Technologie

ist z. B. Smart Metering.

Der Anteil des Autoverkehrs (ohne

Lkw!) beträgt bereits 23 % des gesamten

Emissionsausstoßes (Quelle: Umweltbundesamt/Klimaschutz

2009). Der

Energieverbrauch des Verkehrssektors

steigt zudem weiter stark an und trägt

bereits gut ein Drittel zum Zuwachs der

Treibhausgasemissionen bei. Der (Individual-)Verkehr

ist deshalb das Sorgenkind

der heimischen Umweltpolitik.

Wie kontrovers – bis hin zur völligen

Ineffizienz und Lähmung – sich Umweltpolitik

weltweit darstellt, hat nicht zuletzt

der Klimagipfel in Kopenhagen gezeigt.

Irgendwie gleicht dies schon dem grotesken

Zug der Lemminge, aber wie

überall, soll mal der andere anfangen.

Raiffeisen-Leasing jedoch engagiert

sich nicht zuletzt im Rahmen der Raiffeisen-Klimaschutzinitiative

und Klima:

aktiv seit Jahren in der Umsetzung und

Finanzierung von Ökoenergie an vor-

14 Leas•mich


»Die österreichische Stromwirtschaft und

Raiffeisen-Leasing haben sich zum Ziel gesetzt,

rasch eine intelligente Infrastruktur aufzubauen.«

derster Front. Daher ist es nur logisch,

dass wir unseren Kunden konsequent

bei der Umstellung ihres Fuhrparks auf

umweltschonende Fahrzeuge unterstützen.

Dies geschieht durch technische

Beratung bei der Typen- und Treibstoffauswahl

entsprechend den Kundenbedürfnissen,

der Beratung über Förderungen

oder durch die Erstellung einer

individuellen CO ²

-Fuhrparkbilanz.

Die durch Verwendung von verschiedenen

Alternativfahrzeugen im eigenen

Fuhrpark gesammelte Erfahrung gibt

Raiffeisen-Leasing nun an ihre Kunden

weiter.

Ein neues, mit großen Chancen verbundenes

Geschäftsfeld tut sich mit der

Einführung und Umsetzung von Elektromobilität

auf. Dabei trifft man auf viel

Skepsis, Ängste und Halbwissen. Die

„beliebtesten“ Vorurteile und ihre teilweise

Entkräftung im Reality Check:

Elektrofahrzeuge sind

noch nicht ausgereift

Die Zeit der Umbauten konventioneller

Fahrzeuge im Hinterhof ist vorbei. Gerade

bei Zweirädern erleben wir heute

eine enorme Vielfalt, ausgereifte technische

Konzepte und gute Praxistauglichkeit.

Dies hat der ÖAMTC in einigen

Tests bereits festgestellt.

Bei verschiedenen Vorführungen erleben

es Raiffeisen-Leasing-Mitarbeiter

immer wieder, dass sich die Kunden zuerst

total skeptisch den elektrischen

Zweirädern nähern, dann vorsichtig probieren,

spätestens nach der zweiten

Runde ein Lächeln der Begeisterung zeigen

und es eigentlich schade finden,

dass der Nächste es auch mal probieren

möchte.

Angefangen vom Elektrofahrrad über

das Mountainbike, den Segway, das Bikeboard

bis hin zu Scooter und Geländemaschine

gibt es so ziemlich alles,

was Spaß macht.

Entscheiden Sie sich jedoch nur für

Qualitätsprodukte, sonst schlägt die

Freude bald in Ärger um. Lassen Sie

dann den Akku nicht über längere Zeit,

beispielsweise über den Winter, unbenutzt,

sondern laden Sie Ihn ab und zu

auf. Jeder Akku leidet unter längerer

Nichtbenutzung.

Elektroautos kommen noch heuer in

Serienumbauten bzw. industriell gefertigt

auf den Markt. Praktisch alle großen Hersteller

sind kurz vor der Einführung von

Elektroautos. Glücklicherweise werden

nun alle nervös, denn keiner will diesen

Zukunftsmarkt verschlafen.

Was technisch heute schon machbar

ist, zeigt eindrucksvoll der Tesla Roadstar:

in 3,7 Sekunden auf 100, 400 Kilometer

Reichweite, beeindruckende Fahreigenschaften

und ein reinrassiges

Sportwagen-Outfit der Extraklasse.

Die Autos, die in den nächsten drei

bis fünf Jahren auf den Markt kommen,

sind jedoch primär für Mobilität für 150

Kilometer im Umkreis konzipiert. Einen

Überblick über Zweiräder und bereits

verfügbare Autos finden Sie unter

www.raiffeisen-leasing.at/e-mobilitaet.html

Elektroautos haben ja

nur 150 Kilometer Reichweite

Da schlägt sichtlich die Angst durch, gewohnte

Mobilität zu verlieren. Klar, für

den typischen Handelsreisenden mit

100.000 Jahreskilometern sind diese

Autos derzeit noch nicht konzipiert. Aber

Hand aufs Herz, wie oft fahren Sie täglich

mehr als 150 Kilometer oder mal

spontan nach Rom?

Tatsächlich sind 80 % der täglich mit

dem Auto zurückgelegten Fahrten unter

40 Kilometer, 90 % unter 100 Kilometer.

NUMMER 1| FEBRUAR 2010 15


coverstory

Lebensminister Niki Berlakovich initiierte

eine Förderpauschale, die der Wirtschaft

und den Kommunen den Umstieg auf umweltfreundliche

Fahrzeuge erleichtert.

Wir müssen uns daher keine Sorgen

um die letzten 10 % machen, denn die

werden durch intelligente Mobilitätslösungen

auch noch bewältigbar sein.

Elektrische Mobilität ist also für 90 %

der Bedürfnisse heute schon machbar.

Nicht nur urbane, sondern regionale

Mobilität.

Elektroautos haben nicht den Komfort

der konventionellen Autos

Stimmt, zumindest bis etwa 2012. Aber

nur, wenn man als Vergleich die obersten

Autoklassen heranzieht. Die S-Klasse

lässt noch etwas auf sich warten. Aber

wenn man Elektroautos als ideal für

regionale Mobilität begreift und damit

Lösungen für Ballungszentren sucht,

dann werden aufgrund beschränkten

Sparsam für

die Umwelt

Wer sich für ein alternativ angetriebenes

Kfz entscheidet, genießt schon heute massive

Steuervorteile. Seit 1. Juli 2008 gibt es

einen NoVA-Bonus von EUR 500,– für

neue Pkw mit alternativem Antrieb sowie für

Pkw mit CO ²

-Emissionen unter 120 g/km.

Elektrofahrzeuge sind zudem von der NoVA

und der motorbezogenen Versicherungssteuer

ausgenommen. Darüber hinaus

fördert die Raiffeisen-Leasing die Anschaffung

von Ökoautos – wie elektrisch

betriebenen Kfz – mit einem Bonus von

EUR 300,–. Für Ökoautos gibt es seit kurzem

eine staatliche Förderung, die auch mit

Leasing kombinierbar ist. Für Elektrofahrzeuge

ist diese Förderung am höchsten.

Siehe auch www.klimaaktiv.at

und beengten Parkraums Kleinwagen

und sparsame Zweitautos schon heute

vom Kunden bevorzugt.

Wenn die Elektromobilität kommt,

brauchen wir viel zusätzlichen Strom

In einer Studie von PriceWaterhouse-

Coopers werden die Auswirkungen einer

Einführung von Elektrofahrzeugen auf

die österreichische Energiewirtschaft untersucht.

Für diese Untersuchungen wurden

reine Elektrofahrzeuge (PEV) vorausgesetzt,

das heißt die Fahrzeuge

werden nur mit Batterien und ohne Verbrennungsmotoren

betrieben. Die untersuchten

Zeitpunkte sind die Jahre

2020 und 2030. Für die Analysen wurde

ein Anteil von 20 % Elektrofahrzeugen an

Pkw, leichten Nutzfahrzeugen und einspurigen

Fahrzeugen gewählt. Die Basis

bilden die zugelassenen Fahrzeuge in

Österreich. Ausgehend von einer Analyse

des Verkehrsverhaltens werden dabei

folgende Themen untersucht:

ÿ Auswirkungen auf die Stromerzeugung

durch das Laden von Elektroautos

ÿ Auswirkungen auf das öffentliche

Stromnetz

ÿ Änderungen in der Gesamt-CO ²

-

Bilanz von Österreich

Eine Einführung von 20 % Elektrofahrzeugen

(ca. eine Million Fahrzeuge)

würde den österreichischen Stromverbrauch

um ca. 3 % erhöhen und ein Ausbau

von Kraftwerken wäre nicht notwendig.

Dies wird erreicht durch intelligente

Ladestromsteuerung in Schwachlastzeiten

durch Smart-Grids-Konzepte

(siehe Kasten: Netze der Zukunft sind

smart). Die Stromverbrauchsanalyse

über einen durchschnittlichen Werktag

zeigt, dass die bestehende Netzinfrastruktur

ausreichend ist und Adaptionen

im Verteilnetzbereich nur im Bau der Ladestationen

notwendig sein werden.

Eine Netzverstärkung ist bei einem Anteil

von 20 % Elektrofahrzeugen an den Gesamtfahrzeugen

nicht notwendig.

Bei einer Einführung in ganz Österreich

wären ca. 16.200 öffentliche Ladestationen

notwendig. Dafür müssten

EUR 650 Mio. investiert werden. Setzt

man den Ausbauschwerpunkt auf

Städte, wären ca. 2.800 Ladestationen

notwendig, wofür man ca. EUR 111 Mio.

für die Ladestationen inkl. Netzanschluss

investieren müsste.

Selbst bei Annahme des bestehenden

Stromerzeugungsmixes in Österreich

würden sich die spezifischen CO ²

-

Emissionen der Pkw auf 40 g/km (derzeit

140 g/km) reduzieren. Dies würde einer

Reduktion von rund zwei Drittel bis

Dreiviertel der derzeitigen spezifischen

Emissionen von konventionellen Kraftfahrzeugen

entsprechen.

16 Leas•mich


100 Kilometer mit einem Elektroauto

zu fahren kostet 1,5 bis 2 Euro und die

Kosten für die Wartung sind sehr günstig,

weil Elektromotoren faktisch wartungsfrei

sind.

Am meisten Sinn macht es, wenn

Elektromobilität aus erneuerbaren Energiequellen

gespeist wird. Das ist machbar

und – abgestimmt mit der österreichischen

Stromwirtschaft – ein realistisches

Ziel.

Die Klimabilanz (gesamte CO ²

-Emissionen

von Österreich) würde sich um

knapp 2 Mio. t CO ²

verbessern, dies entspricht

einer Reduktion von 16 % der

CO ²

-Emissionen von Pkw, leichten Nutzfahrzeugen

und einspurigen Fahrzeugen.

Elektrofahrzeuge haben einen Wirkungsgrad

von ca. 80–95 %, konventionelle

Kfz hingegen max. 20–40 %. Eine

Einführung von 20 % Elektroautos würde

einen Beitrag zur Energieeinsparung von

ca. 8,4 TWh liefern, das entspricht ca.

37 % des Energieeffizienzziels für 2016.

Elektroautos sind teuer

Derzeit sind Elektroautos noch fast doppelt

so teuer in der Anschaffung wie ihre

Benzinbrüder. Dies ist vor allem auf die

teuren Batterien, so diese Lithium-Ionen-

Akkus sind, zurückzuführen. Deshalb

hat sich der Gesetzgeber auch entschlossen,

Elektroautos zu fördern.

Diese Förderung ist gerade auch mit

Leasing kombinierbar.

Außerdem ist zu erwarten, dass sich

die Kosten der Batterien sehr rasch massiv

senken werden. In etwa 10 Jahren

sollten die Kosten dieser Autos lediglich

20 % über den Anschaffungskosten konventioneller

Fahrzeuge liegen; man erinnere

sich nur an die Preisentwicklung der

Handyakkus in den letzten fünf Jahren.

Berechnungen haben gezeigt, dass

die Gesamtkosten von E-Autos und herkömmlichen

Fahrzeugen (Wartung,

Treibstoff, Anschaffung etc.) derzeit bei

170.000 Kilometer in etwa gleich sein

würden. Wenn eine Reduktion der Anschaffungskosten

kommt, fällt dieser

Break Even massiv. Und da ist eine

wahrscheinliche Steigerung des Ölpreises

noch gar nicht eingerechnet.

Die Batterien halten nicht lange

Das ist tatsächlich einer der Knackpunkte

der e-mobility. Derzeit lässt sich

das nicht mit letzter Sicherheit beantworten.

Man geht davon aus, dass

Akkus der Lithium Ionen-Generation so

an die 1000 Ladezyklen halten werden.

Das entspricht immerhin rund 150.000

gefahrenen Kilometer. Zudem haben die

Batterien noch immer einen Wirkungsgrad

von 80 %. Aber durch Mietkonzepte

der ElectroDrive Austria oder Batterieleasing

wird dem Kunden dieses Risiko

abgenommen.

Die Ladezeit ist extrem lange

Das ist grundsätzlich richtig, wenn man

den Akku zu 100 % laden möchte. Die

Ladezeit beträgt dann in der Regel

6–8 Stunden. Die Ladung erfolgt üblicherweise

in der Nacht, wo das Fahrzeug

im Regelfall genauso lange steht.

Durch Smart Grids kann das Auto in Zukunft

genau zu solchen Ruhe- und

Schwachlastzeiten geladen werden.

Viele wissen zudem nicht, dass ein

Akku in einer Dreiviertelstunde bereits zu

80 % geladen ist. Das reicht schon wieder

für 100 Kilometer; in diesen 45 Minuten

geht man schnell mal etwas einkaufen.

Es gibt keine flächendeckende

Infrastruktur an Ladestationen

Abgesehen davon, dass Elektrofahrzeuge

an Steckdosen geladen werden

können, gibt es in Österreich bereits

eine durchaus große Anzahl von Ladestationen

der ersten Generation. Die

NUMMER 1| FEBRUAR 2010 17


coverstory

Durch den Einsatz von erneuerbarer Energie

wird Mobilität umweltschonend wie noch nie.

österreichische Stromwirtschaft und

Raiffeisen-Leasing haben sich zum Ziel

gesetzt, rasch eine intelligente Infrastruktur

aufzubauen. Dazu werden über

die Plattform Austria Mobile Power

(Verbund, Energieerzeuger, Siemens,

Magna, AVL, The Mobility House, Raiffeisen-Leasing)

gezielt technisch einheitliche

Ladestationen, Abrechnungssysteme

und eine entsprechende Autoinfrastruktur

erarbeitet.

Begünstigt durch die Unterstützung

des Klima- und Energiefonds wird in Vorarlberg

(Projekt Vlotte) und in Salzburg

(Projekt ElectroDrive Salzburg) bereits

jetzt Elektromobilität inklusive Infrastruktur

angeboten.

In allen diesen Projekten ist Raiffeisen-Leasing

Projektpartner und federführend

im Fleet Management und bei

der Erarbeitung einer einheitlichen Infrastruktur

und Abrechnungsstandards.

Initiativen gibt es bereits jetzt

In Vorarlberg (Modellregion 2008) gibt

es bereits den ersten Elektroautofuhrpark,

der Unternehmen und kommunalen

Einrichtungen praxistaugliche Autos

zur Verfügung stellt, die CO ²

-neutral – da

der Strom aus Photovoltaik-Anlagen bezogen

wird –betrieben werden.

Im Kombipaket – mit Mobilitätskarte –

ist die Wartung genauso enthalten wie

die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln

und die Betankung an Stromtankstellen

(www.vlotte.at).

Salzburg ist seit Ende des Jahres

2009 Modellregion für Elektromobilität

und Smart Grids. Seit April 2009 werden

über ElectroDrive Salzburg Elektrofahrräder,

Segways, Scooter und Mountainbikes

angeboten. Ab 2010 werden

Elektroautos aus industrieller Fertigung

in einem Mietmodell eingeführt.

Elektromobilität im Abo vereint die

Nutzung des Fahrzeuges mit einem Full

Service, das die Tankung an öffentlichen

Ladestationen und optional die Nutzung

des öffentlichen Verkehrs in Salzburg

verbindet (www.electrodrive-salzburg.at).

Das Konzept wurde durch The Mobility

House, ein Gemeinschaftsunternehmen

der Salzburg AG, The Advisory

House und Raiffeisen-Leasing, entwickelt.

Es wird auch anderen Elektroversorgungsunternehmen

in Österreich,

Deutschland und Schweiz zur Umsetzung

angeboten. Zahlreiche Partner haben

sich bereits angeschlossen. Der

ÖAMTC übernimmt die technische

Prüfung der Fahrzeuge auf Qualität und

Praxistauglichkeit. The Mobility House

soll in naher Zukunft ein gemeinsames

Unternehmen aller beteiligten Partner

werden und wird so das Fundament für

eine nachhaltige, gemeinsam getragene

Entwicklung legen.

Elektromobilität der Zukunft wird in

absehbarer Zeit eine intelligente Kombination

aus individueller Nutzung von Autos

und Zweirädern, öffentlichem Verkehr

(Bus, Bahn), Parkplatzangeboten

mit Anschlussmobilität (carflex mobility,

park and flex mobility), aber auch Langstreckenmobilität

für Ausflüge und Urlaub

sein. Kombipakete mit Photovoltaikanlagen

zur Erzeugung des Stroms

fürs eigene Auto komplettieren das Angebot

der Zukunft.

Elektromobilität wird 2020 durch

Schnellladung genauso komfortabel

sein wie konventionelle Autos, aber

durch den Einsatz von erneuerbarer

Energie umweltschonend wie noch nie.

Vielleicht dürfen dann in den Kernzonen

der Städte nur mehr E-Autos fahren oder

der zukünftige Benzinpreis macht den

Umstieg aufs Elektroauto sogar zum Vergnügen?

Wer weiß das schon – spannend wird

die E-Zukunft allemal.ı

Die Raiffeisen-Leasing-Experten

für alternative Antriebsstoffe:

MAG. REINHARD WÜRGER

Bereichsleiter Kfz

und Mobilien

Tel.: (01) 716 01 DW 8060

reinhard.wuerger@rl.co.at

MAG. ALFRED BERGER

Leiter Fuhrparkmanagement

Tel.: (01) 716 01 DW 8085

alfred.berger@rl.co.at

18 Leas•mich


Die neuen Verkehrsmittel

Elektrofahrzeuge wie Fahrrad mit Hilfsmoter, Segway und Motorfahrrad unterliegen der Straßenverkehrsordnung. Sofern die

genannten Fahrzeuge nicht innerhalb des skizzierten gesetzlichen Rahmens liegen, unterliegen sie den kraftfahrrechtlichen

Ausübungs- und Lenkbestimmungen. E-Scooter konnten nicht in die Tabelle aufgenommen werden, da es dafür keine geregelte

Typenbezeichnung bzw. keinen einheitlichen Sprachgebrauch gibt. Daher können E-Scooter je nach Angaben des Herstellers

in der Regel entweder der Rubrik „Fahrrad mit Hilfsmotor“ oder „Motorfahrrad“ zugeordnet werden.

Diese Übersicht wurde von den Juristen Frau Mag. Elisabeth Pöltner und Herrn Mag. Robert Domes der Abteilung Competence Center Recht erstellt.

Fahrrad mit Hilfsmotor

Segway

Motorfahrrad

Andere

Bezeichnungen

Elektro-Fahrrad, E-Bike, Pedelec

(Pedal-Electric-Vehicle)

Keine

Mofa

Rechtliche

Einordnung

Fahrrad, sofern

i) eine höchstens zulässige

Leistung von nicht mehr als

600 Watt und

ii) eine Bauartgeschwindigkeit

von nicht mehr als 25 km/h

Ab einer Geschwindigkeit von

25 km/h schaltet sich der elektrische

Antrieb automatisch ab.

Fahrrad, sofern

i) eine höchstens zulässige Leistung von

nicht mehr als 600 Watt und

ii) eine Bauartgeschwindigkeit von nicht

mehr als 25 km/h

Die in Österreich zurzeit angebotenen Segways

haben laut Information des Herstellers eine

maximale Bauartgeschwindigkeit von 20 km/h.

Motorfahrrad

Ein Kraftrad, sofern

i) eine Bauartgeschwindigkeit

von nicht mehr als 45 km/h und

ii) grundsätzlich ein Hubraum

von nicht mehr als 50 cm³

Antrieb

Menschliche Kraft zusätzlich mit

elektrischem Antrieb oder ausschließlich

elektrischer Antrieb

Ausschließlich elektrischer Antrieb

Elektromotor

Mindestalter

Grundsätzlich 12 Jahre für Fahrten

ohne Begleitperson

Grundsätzlich 12 Jahre

für Fahrten ohne Begleitperson

Für die in Österreich zurzeit angebotenen

Segways empfiehlt der Hersteller ein Mindestalter

von 16 Jahren.

Grundsätzlich 15 Jahre

Amtliche Lenkerberechtigung

Nein

Nein

Zumindest Mopedausweis

Helmpflicht

Nein, Helm empfohlen

Nein, Helm empfohlen

Ja

Promillegrenze

Empfohlen 0,0 Promille;

gesetzlich 0,5 Promille

Empfohlen 0,0 Promille;

gesetzlich 0,5 Promille

Empfohlen 0,0 Promille;

gesetzlich bis zum 20. Lebensjahr

0,1 Promille

Versicherung

Meist Haushaltsversicherung

Meist Haushaltsversicherung

Haftpflichtversicherung

Fahrbahn

Zwingend Radweg,

sofern vorhanden,

sonst öffentliche Straße

Bei Einbahnen, die mit der Zusatztafel

„Ausgenommen Radfahrer“

gekennzeichnet sind, ist das Fahren

gegen die Einbahn erlaubt

Grundsätzlich Radweg,

sofern vorhanden, sonst öffentliche Straße

Bei Einbahnen, die mit der Zusatztafel „Ausgenommen

Radfahrer“ gekennzeichnet sind,

ist das Fahren gegen die Einbahn erlaubt

Zwingend öffentliche Straße

Nebeneinander

fahren

Erlaubt auf Radwegen oder in

Wohnstraßen

Aufgrund der Breite des Segways faktisch

nicht möglich

Verboten

Nutzlast

Hinweise des Herstellers beachten

Die in Österreich zurzeit angebotenen Segways

haben laut Information des Herstellers eine maximale

Nutzlast von 118 kg (Fahrer und Gepäck),

wobei der Fahrer zumindest 45 kg wiegen muss.

Hinweise des Herstellers

beachten

NUMMER 1| FEBRUAR 2010 19


meinung

Höchste Zeit

zu handeln

MAG. PETER ENGERT

Sprecher der

Geschäftsführung der

Raiffeisen-Leasing

Foto: Kurt Keinrath

Jede Krise ist auch eine Chance. Wann sollte

endlich ein Paradigmenwechsel stattfinden, wenn nicht jetzt?

Für die Raiffeisen-Leasing sind die erneuerbaren

Energien mit ihrem ungeheuren

Zukunftspotenzial von zentraler

Bedeutung. In den letzten Jahren haben

wir uns verstärkt dem Thema der Alternativenergien

zugewandt und zählen in

diesem Segment inzwischen zu den

größten heimischen Investoren. Dabei

reicht die Palette von Projekten im Bereich

der Windkraft über Biotreibstoffe-,

Biomasse- sowie Photovoltaikanlagen

bis hin zur Wasserkraft. Weiters engagiert

sich die Raiffeisen-Leasing für den

verstärkten Einsatz ökologischer Antriebe

bei Fahrzeugen. Ein aktuelles

Thema in unserem Unternehmen ist die

Forcierung von Mobilität durch den Einsatz

von Elektrofahrzeugen. Wir vermieten

in Zukunft nicht Autos, sondern Mobilität.

Vor dem Hintergrund steigender

Umweltbelastung, Knappheit fossiler

Ressourcen und langfristig hoher Treibstoffpreise

haben wir mit Partnern die

überregional agierende Dachgesellschaft

„The Mobility House“ gegründet.

Diese bietet lokalen Betreibern – wie

etwa Energieversorgungsunternehmen,

Städten oder Gemeinden – Bausteine

zum Aufbau eines eigenen Angebotes

von Elektro-Mobilitätsprodukten.

Die erneuerbare Energie ist die Zukunft.

Der Weg zur Erhaltung unserer

komfortablen Lebensumstände führt

über den forcierten Einsatz von Ökoenergie.

Noch vor rund 20 Jahren hat

die Erdölindustrie und -Lobby viele Bestrebungen

zur Entwicklung erneuerbarer

Energien erfolgreich verhindert. Damit

sollte sichergestellt werden, dass

Erdöl und Erdgas keine Konkurrenz gemacht

wird. All dies hat aber nichts genützt.

Denn in den letzten 15 Jahren wurden

erfolgreich neue Wege beschritten,

um sowohl andere Energie-Ressourcen

»Wir befinden uns im Jahrhundert

der erneuerbaren Energien

– an der Wende von 150 Jahren

Einsatz fossiler Energieträger zur

Elektromobilität – und erleben

gerade einen weltweiten Boom.«

zu nützen, aber auch um Möglichkeiten

für die Senkung der CO ²

-Belastung zu

entwickeln.

Wir befinden uns im Jahrhundert der

erneuerbaren Energien – an der Wende

von 150 Jahren Einsatz fossiler Energieträger

zur Elektromobilität – und erleben

gerade einen weltweiten Boom. So werden,

wenn man Expertenmeinungen

glaubt, rund 100 Millionen Arbeitsplätze

weltweit in diesem Bereich entstehen.

Alle Länder und alle Beteiligten, die über

Know-how in diesem Zusammenhang

verfügen, werden langfristig reüssieren.

Diese volkswirtschaftliche Komponente

sollte – gerade in Zeiten von schwierigen

wirtschaftlichen Rahmenbedingungen –

nicht außer Acht gelassen werden, da

sie eine große Chance bietet.

Die Mobilität der Zukunft wird aus einem

komplexen Zusammenspiel verschiedener

Mobilitätsformen bestehen.

Man wird Mobilität leasen können. Und

Elektromobilität bietet die Möglichkeit,

vor allem in urbanen Bereichen durch

eine Verbesserung der Luftqualität sowie

eine Reduktion der Lärmbelästigung

und des Schadstoffausstoßes bei Fahrzeugen

Lebensqualität zu gewinnen

bzw. diese zu steigern.

Wir gehen davon aus, dass schon in

unmittelbarer Zukunft ein bedeutender

Paradigmenwechsel in der Mobilität

stattfinden wird. Immer mehr Elektrofahrzeuge

drängen auf den Markt und

versprechen Abhilfe für schlechte Klimabilanzen

und hohe Spritkosten. Für die

dafür notwendigen Investitionen in eine

flächendeckende Infrastruktur soll aus

unserer Sicht die Energiewirtschaft auf-

20 Leas•mich


Das Auto der Zukunft ist grün. Elektromobilität

hat gute Chancen, unsere Lebensqualität

nachhaltig zu verbessern – ohne dass wir auf

Komfort und Spaß verzichten müssen.

kommen, da hier ein enormes Zukunftspotenzial

für die effiziente Energiesteuerung

liegt. Grundsätzlich braucht es aber

zunächst einen ordnungspolitischen

Rahmen. Voraussetzungen bzw. Rahmenbedingungen

für Elektromobilität

sind:

Die europäische Autoindustrie sollte

so schnell wie möglich auf dieses

Thema aufspringen und intelligente und

praxistaugliche Autos auf den Markt

bringen. Es sollten nur jene Fahrzeuge

angeboten werden, die serienreif, gut

servicierbar und versicherbar sind.

Weiters ist die rasche Standardisierung

der Ladeinfrastruktur (Ladestation,

Kabel etc.) von immenser Bedeutung.

D.h., dass der Benutzer sich darauf verlassen

kann, dass es einen einheitlichen

Standard gibt und er nicht etwa mit unterschiedlichen

Adaptern durch Europa

fahren muss. Aber auch die geografische

Platzierung der Stromtankstellen –

wie etwa bei Parkplätzen, bei Geschäften,

in Garagen, zu Hause, am Arbeitsplatz

oder bei herkömmlichen Tankstellen

– ist von strategischer Bedeutung.

„One-Stop-Shopping“: Den Benützern

soll eine Flatrate für ihre individuelle

Mobilität pro Monat angeboten werden.

Jedoch sind unterschiedliche Tarifmodelle

(aufgrund von präferierten Zeiten

für die Aufladung, Packages für Firmen

und Privatkunden etc.) erforderlich.

Auch sollte die Notwendigkeit einer

„neuen intelligenten Infrastruktur” berücksichtigt

werden, die zum Beispiel

die Nutzung der Auto-Akkus als Zwischenspeicher

von erneuerbaren Energieträgern

zulässt. Dies wäre mit computergesteuerten

Smart Grids möglich.

Hängt etwa ein Auto in der Nacht am

Stromnetz in der Garage, kann dort

Strom aus Windkraft gespeichert werden,

der sonst ungenutzt bliebe.

Weiters werden durch die Einbeziehung

von öffentlichen Verkehrsmitteln

sowie des Nah- und Fernverkehrs und

durch Kooperationen mit Garagenbetreibern

neue Formen von Mobilität ermöglicht.

Erstmals haben auch die Energieerzeuger

vitales Interesse an dieser Mobilitätsform

im Sinne der Kundenbindung,

aber auch um die Strombilanzen auszugleichen.

Dieses Interesse wird zu einem

Entwicklungsmotor werden. Daher

denken wir, dass Elektromobilität eine

sehr gute Chance hat, in unserer Zukunft

eine wichtige Rolle zu spielen und

dadurch unsere Lebensqualität nachhaltig

zu verbessern – ohne dass wir auf

Komfort und Spaß verzichten müssen.ı

NUMMER 1| FEBRUAR 2010 21


ökoprojekte

„Wir brauchen klare

Energie-Vision“

Bedrohungsszenario für Österreich: Bis 2013 müssen voraussichtlich

um mindestens EUR 1 Mrd. CO ²

-Zertifikate gekauft

werden. Ein ambitioniertes Ökostromgesetz könnte den

Schaden noch begrenzen.

Das Kyoto-Protokoll ist ein internationales

Übereinkommen der Vereinten Nationen,

das den Industriestaaten verbindliche

Ziele für die Verringerung des

Ausstoßes von Treibhausgasen vorschreibt.

Diese Gase gelten als Auslöser

der globalen Erwärmung, wobei die

Hauptursache in der Verwendung der

fossilen Energieträger Erdöl, Erdgas und

Kohle liegt. Um den prognostizierten gefährlichen

Klimawandel zu verhindern,

wurden für die Teilnehmerstaaten völkerrechtlich

verbindliche Reduktionsziele

vereinbart – für Österreich etwa das

Ziel von minus 13 % bis 2010 (Zielerreichungsperiode

2008–2012) (Basis

1990). Da es sich um eine rechtliche

Übereinkunft handelt, sind bei Nichterreichen

der vereinbarten Ziele Strafmechanismen

vorgesehen: die nicht erreichten

Reduktionen in der nächsten

Verpflichtungsperiode müssen mit einem

Aufschlag von 30 % (zusätzlich zum

dann geltenden Ziel) nachgeholt werden.

Kann diese Reduktion im Inland

nicht erreicht werden, so müssen CO ²

-

Emissionsrechte im Ausland eingekauft

werden, was einem „Freikaufen“ entspricht.

Für Österreich bedeutet dies, dass

im Durchschnitt über die Jahre

2008–2012 nur 68,7 Mio. Tonnen Treibhausgase,

gemessen in CO ²

-Äquivalenten

(CO ²

e), emittiert werden dürfen. Wird

dieses Ziel im Inland nicht erreicht, so

sind aus dem Ausland Emissionsrechte

zuzukaufen. Die Emissionsdaten von

2007 zeigen jedoch, dass Österreich in

diesem Jahr bereits 88 Mio. Tonnen

emittiert hat, somit 11 % über dem Referenzjahr

von 1990 mit 79 Mio. Tonnen.

Das entspricht einem tatsächlichen Reduktionsbedarf

von 22 %. Ausgehend

von einem Emissionsüberschuss von

19,3 Mio. Tonnen 2007, könnte in der

Kyoto-Zielperiode 2008–2012 das jährliche

CO ²

-Defizit 20 bis 30 Mio. Tonnen

erreichen.

DI Dr. Christian Plas, Gründer und geschäftsführender

Gesellschafter der

denkstatt GmbH, und Mag. Peter Engert,

Geschäftsführer der Raiffeisen-Leasing,

skizzierten bei einer gemeinsamen

Pressekonferenz ein alarmierendes

Szenario. „Bis zum 31. 12. 2013 muss

Österreich nachweisen, dass es über

ausreichend CO ²

-Zertifikate verfügt,

sonst kommt es zu einem Vertragsverletzungsverfahren.

Derzeit liegt das

Preisband für Zertifikate bei rund 10 bis

15 Euro pro Tonne CO ²

. Wenn also laut

Hochrechnungen in der gesamten Erfüllungsperiode

ca. 100 Mio. Tonnen

CO ²

von Österreich zu viel emittiert werden,

ergibt dies einen erforderlichen Zertifikatszukauf

im Wert von mindestens

einer Milliarde Euro, aber möglicherweise

auch bis zu 1,5 Milliarden Euro.“

Die „Sündenfälle“ der österreichischen

Klima- und Energiepolitik:

ÿ Das aktuelle Ökostromgesetz setzt

keinen ausreichenden Anreiz, um den

Anteil der erneuerbaren Energien EUkonform

auf 34 % am Energieverbrauch

auszubauen. Derzeit liegt

Österreich je nach Rechnungsart bei

rund 23–28 %.

ÿ Die österreichischen Strategieüberlegungen

zu Klima und Energie kommen

kaum über den Status der Auflistung

von Potenzialen und wünschenswerten

Maßnahmen hinaus.

ÿ Strategische Maßzahlen erschöpfen

sich meist in kurzfristiger Effizienz,

wie etwa der derzeitige Erzeugungspreis

und die kurzfristige CO ²

-Einsparung

pro Euro.

ÿ Das Potenzial an möglichen Maßnahmen

wird nicht oder zu wenig zielgerichtet

genutzt (z. B. die Kfz-Verschrottungsprämie

ohne ökologisches

Effizienzkriterium).

ÿ Die beschlossenen Infrastrukturmaßnahmen

im Rahmen des Konjunkturpakets

unterstützen kaum die österreichische

Wertschöpfung, da sie im

Bereich der Großprojekte angesiedelt

sind. Laut WIFO generiert EUR 1 Mrd.

an Investition in den Tiefbau rund

7.800 Arbeitsplätze, durch thermische

Sanierung werden aber 13.600 Arbeitsplätze

geschaffen.

ÿ Wertvolle Steuerungsmaßnahmen

werden nicht eingesetzt, der Anteil an

Energie-/Ökosteuern am Gesamtaufkommen

liegt deutlich unter dem europäischen

Durchschnitt.

Im Gegensatz zum österreichischen

Ökostromgesetz bietet etwa das deut-

22 Leas•mich


Mag. Peter Engert, Geschäftsführer der

Raiffeisen-Leasing, undDI Dr. Christian Plas,

Gründer und geschäftsführender Gesellschafter

der Denkstatt, forderten bei der gemeinsamen

Pressekonferenz neue Wege in der Energiepolitik

ein.

sche Erneuerbare-Energien-Gesetz

(EEG) Investitionssicherheit aufgrund einer

klaren Tarifstruktur, die für 20 Jahre

im EEG geregelt ist und bei der die

Finanzierung nicht gedeckelt ist. Dadurch

kommt es zu keiner Konkurrenz

zwischen den verschiedenen Technologien.

Weiters werden zeitlich degressive

Tarife, aber ausreichend hohe Tarife angeboten.

Für die deutschen Netzbetreiber

gibt es einen Kontrahierungszwang

zur Abnahme des Ökostroms, der – aufgrund

eines „Umlagesystems“ – von

allen Stromkunden mit Ausnahme der

stromintensiven Industrie einfach und

EU-konform refinanziert wird.

Dazu Mag. Peter Engert, Geschäftsführer

von Raiffeisen-Leasing: „In den

letzten Jahren haben wir uns verstärkt

den erneuerbaren Energien zugewandt

und zählen in diesem Segment zu den

größten Investoren in Österreich. Aufgrund

des bisherigen sowie des aktuellen

Ökostromgesetzes finanzieren wir

am Heimmarkt Österreich jedoch seit

geraumer Zeit keine neuen Ökoenergieanlagen

mehr, sondern konzentrieren

uns ausschließlich auf das Auslandsgeschäft.

Das ist für die inländische Wertschöpfung

natürlich ein großer Nachteil.“

Forderungen an die Politik:

Zunächst wäre eine klare und kommunizierbare

Energie-Vision erforderlich.

Das österreichische Ökostromgesetz

benötigt Planbarkeit, ausreichende Einspeisetarife

und Investitionssicherheit

wie in Deutschland. Dazu muss das sogenannte

„Windhundprinzip“ beendet

werden, bei dem die Förderungen so

vergeben werden, dass bei Einreichungen

der Schnellste gewinnt bzw. entscheidend

ist. Das kann im Sinne des

Klimaschutzes und auch der österreichischen

Wirtschaft nicht funktionieren.

"Nicht kleckern, sondern klotzen"

sollte die Devise lauten. War doch etwa

die nach kurzer Zeit ausgeschöpfte Förderung

für thermische Sanierungen von

EUR 100 Mio. nur ein Tropfen auf dem

heißen Stein. Für eine nachhaltige Energieeinsparung

wäre eine 3%ige Sanierungsquote

und somit die zehnfache

Summe erforderlich gewesen.

Für den „Nicht-ETS-Bereich“ (ETS =

Emission Trading System) sollte eine

aufkommensneutrale CO ²

-Steuer wie

auch in anderen EU-Ländern (Schweden,

Finnland, Dänemark, Slowenien,

Frankreich) eingeführt werden. Um jedoch

Atomstrom zu vermeiden, wird ein

Ökostromgesetz mit verbindlichen, engagierten

Ausbauzielen benötigt.

Eine „Domestic Joint Implementation“

(auch „Domestic Offset Projects –

DOP“: Möglichkeit zum Erhalt von Reduktionszertifikaten)

hilft der heimischen

Wirtschaft. Die Wertschöpfung bleibt im

Inland, und somit das Steueraufkommen,

Arbeitsplätze werden gesichert, die

Außenhandelsbilanz wird aufgrund geringerer

fossiler Energieimporte entlastet,

durch heimische Energiequellen

gäbe es eine höhere Versorgungssicherheit

und die Belastung von Wohnungsmietern

bzw. -Eigentümern durch

die Energiekosten würde reduziert werden.

Eine Technologieführerschaft durch

Heimmärkte für erneuerbare Energien

und Energieeffizienz könnte verfolgt

werden.

Engert: „Offensichtlich muss in Österreich

genug Geld vorhanden sein, wenn

es billigend in Kauf genommen wird,

dass in den nächsten Jahren um mindestens

eine Milliarde Euro CO ²

-Zertifikate

zugekauft werden, statt dieses Geld

jetzt sinnvoll und nachhaltig durch den

Ausbau der erneuerbaren Energien in

die Volkswirtschaft zu investieren. Ziel

sollte es sein, dass Österreich langfristig

energieautark wird – wie es auch von

Umweltminister Berlakovich angestrebt

wird. Dies würde zur Arbeitsplatzsicherung

beitragen.“ Plas ergänzt: „Schließlich

bringen zwei Milliarden Euro Investitionen

im Sektor der eneuerbaren Energien

rund vier Milliarden Euro Bruttoproduktionswert,

was 7.000 Vollzeit-

Äquivalenten entspricht. Der Trend zeigt,

dass sich der Bereich der Umwelttechnik

seit 1993 verdoppelt hat, was 22.000

Vollzeit-Äquivalenten entspricht.“ı

NUMMER 1| FEBRUAR 2010 23


ökoprojekte

klima:aktiv zertifiziert

Initiative „Grün fahren – CO ²

sparen“:

Mit umweltfreundlichen Antrieben schneller zum Klimaziel

100 Partnerbetriebe – darunter die Raiffeisen-

Leasing – wurden mit der klima:aktiv-Partnerurkunde

ausgezeichnet.

Das Lebensministerium unterstützt im

Rahmen eines Aktionsprogramms

klima:aktiv mobil Gemeinden, Betriebe

und Verbände beim Umstieg auf umweltfreundliche

Fahrzeuge und alternative

Antriebe mit erneuerbarer Energie

und Biokraftstoffen durch fachliche Beratung

und finanzielle Förderungen. Bisher

wurden 3,8 Millionen Euro für Fuhrparkumstellungen

an Betriebe und Gemeinden

vergeben. Mittlerweile betreiben

mehr als 224 klima:aktiv mobil Projektpartner

(Betriebe, Länder, Städte und

Gemeinden, Bauträger) 4.600 Fahrzeuge

mit alternativen Antrieben und

sparen so rund 125.000 Tonnen CO ²

pro

Jahr ein. 100 dieser klima:aktiv Partnerbetriebe

– darunter die Raiffeisen-

Leasing – und Gemeinden wurden von

Umweltminister Niki Berlakovich mit der

klima:aktiv-Partnerurkunde ausgezeichnet.

Zur besseren Unterstützung dieser

positiven Entwicklung hat das Lebensministerium

eine neue Förderpauschale

geschaffen, die für die Umstellung kleiner

Fuhrparks (bis zu zehn Fahrzeuge)

von Gemeinden und Betrieben je nach

Antriebsart pro Fahrzeug Förderungen

von EUR 200,– (Superethanol, Biodiesel)

bis zu EUR 5.000,– (Elektro mit Ökostrom)

vorsieht. Für jedes von der

Raiffeisen-Leasing finanzierte Öko-Auto

erhält der Leasingnehmer zudem

EUR 300,– Raiffeisen-Leasing Öko-Bonus.

Weitere Informationen dazu auf

www.klimaaktivmobil.at

Sponsoring TU Wien

Unterstützung des Lehrgangs „Renewable Energy in Middle and Eastern Europe“

Alternativen Energieträgern gehört die Zukunft. Der Weg zur Erhaltung unserer komfortablen Lebensumstände führt über den forcierten Einsatz

von Ökoenergie. Daher unterstützte die Raiffeisen-Leasing auch 2010 den Lehrgang „Renewable Energy in Middle and Eastern Europe“.

Das Studium wird zweisprachig in Deutsch und Englisch geführt und definiert sich als interdisziplinärer, berufsbegleitender Universitätslehrgang.

Unterrichtet wird an der TU Wien, in Bruck/Leitha (NÖ), Bratislava (Slowakei) und an der Universität von Mosonmagyaróvár in Ungarn.

Pro Jahrgang werden insgesamt 25 Studienplätze angeboten. Der Grund für das große Engagement der Raiffeisen-Leasing im Bereich

erneuerbarer Energien liegt in der historischen Chance, nach Jahrzehnten der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen für die Energiegewinnung

mittels neuer Technologien endlich eigenständig und unabhängig zu werden. Dazu bedarf es natürlich der Ausbildung entsprechender

Experten. Ein weiterer Aspekt ist die Erarbeitung von Standards, die ein „gemeinsames“ Leben mit den neuen Technologien weiter

verbessern sollen. Die Praxis braucht dringend wissenschaftliche Unterstützung. Daher setzt sich die Raiffeisen-Leasing gemeinsam mit

anderen Raiffeisensektor-Gesellschaften für dieses Studium ein.

24 Leas•mich


Windkraft wichtig für Energieautarkie

Nach der Zustimmung zum Ökostromgesetz im Nationalrat ist eine

Neufestsetzung der Einspeisetarife auf Europaniveau notwendig.

Die Windenergie spielt eine zentrale Rolle für das Ziel eines energieautarken Österreichs,

sind Peter Engert, Niki Berlakovich und Stefan Hantsch (v.l.n.r.), hier beim Besuch des

Windparks Trautmannsdorf, überzeugt.

Bei einem Besuch des von Raiffeisen-

Leasing betriebenen Windparks Trautmannsdorf

in Niederösterreich sprach

sich Umweltminister Niki Berlakovich für

eine verstärkte Nutzung der Windkraft

in Österreich aus. „Schon die bestehenden

Windkraftanlagen in Österreich sparen

jährlich mehr als eine Million Tonnen

CO ²

ein, und in Zukunft könnte dieser

positive Beitrag deutlich gesteigert

werden”, ist Berlakovich überzeugt. „Die

Windenergie hat eine zentrale Rolle im

Mix mit der Nutzung von Biomasse, Sonnenenergie

und Wasserkraft für die Erreichung

meiner Vision eines energieautarken

Österreichs", betonte der Umweltminister

und verwies auf die Zielsetzung

des neuen Ökostromgesetzes,

welche einen Ausbau von weiteren 700

MW Windkraft (ca. 280 Windräder) bis

ins Jahr 2015 vorsieht.

„Wir wollen weiterhin in Ökostromanlagen

investieren. In den letzten Jahren

konnten wir das aber auf Grund der heimischen

Tarife nur im Ausland. Wir hoffen,

dass wir auch in Österreich bald

wieder investieren können“, so Raiffeisen-Leasing-GF

Mag. Peter Engert. Im

internationalen Vergleich ist der Einspeisetarif

in Österreich für den erzeugten

Windstrom äußerst niedrig. Daher

wurde in den letzten Jahren de facto

nichts ausgebaut. „Wir brauchen einen

Tarif auf Europaniveau. Das sind bei

Windkraft 9,8 ct/kWh. Dieser Wert ist

auch in Österreich notwendig, damit das

Ökostromziel von einem Ausbau von

700 MW bis zum Jahr 2015 erfüllt werden

kann“, so Mag. Stefan Hantsch, Geschäftsführer

der IG Windkraft.

Der Windpark in Trautmannsdorf versorgt

seit 2004 mit acht Windrädern und

16 MW Leistung 10.000 Haushalte mit

Strom. Seit Anfang 2009 sind in Österreich

618 Windräder mit insgesamt 995

MW am Netz. Diese Anlagen erzeugen

jährlich 2,1 Milliarden Kilowattstunden

sauberen Strom und können damit den

Jahresstromverbrauch von rund 570.000

Haushalten liefern.

Windkraft in Österreich – Zahlen

und Fakten auf einen Blick

ÿ 618 Windkraftanlagen mit 995 MW liefern

2,1 Mrd. kWh pro Jahr. Das sind 3 % des

gesamten Stromverbrauchs bzw. Strom

für 570.000 Haushalte in Österreich.

ÿ Die bestehenden Windkraftanlagen in

Österreich sparen jährlich mehr als eine

Million Tonnen CO ²

ein.

ÿ Das Volumen der österreichischen Windkraftexporte

erreicht bereits EUR 350 Mio.

Die heimischen Zulieferbetriebe für die

Windraderzeugung liefern Steuerungen,

Flügelmaterial, Generatoren, Energieumrichtersysteme

oder komplette Windkraftanlagenkonzepte.

ÿ In Niederösterreich werden bereits 10 %

der Stromerzeugung durch die Windkraft

gedeckt und im Burgenland bereits 50 %.

ÿ 1 Windkraftanlage (2 MW Leistung) produziert

jährlich sauberen Strom für rund

1250 Haushalte.

ÿ Die Errichtung einer Windkraftanlage in

Österreich bringt den starken heimischen

Firmen ein Auftragsvolumen von EUR 1

Mio. Während der 20-jährigen Lebensdauer

kommen ca. EUR 2 Mio. für Wartung

und Betrieb dazu. Insgesamt profitiert die

österreichische Windkraft-Wirtschaft je

Windkraftanlage mit ca. EUR 3 Mio.

ÿ 8.000 Privatpersonen sind an den österreichischen

Windkraftanlagen durch die

sogenannte Bürgerbeteiligung finanziell

beteiligt.

ÿ 2500 Jobs wurden durch die Windenergie

in Österreich geschaffen.

ÿ Windkraft ist eine der beliebtesten Energieerzeugungsformen.

Bei allgemeinen

Umfragen erhält sie regelmäßig über 90 %

Zustimmung. Auch die meisten Bevölkerungsbefragungen

zu konkreten Projekten

gehen positiv aus.

ÿ Windkraft liefert Strom zu stabilen Preisen,

da sie nicht von schwankenden Rohstoffpreisen

abhängig ist. Der Rohstoff

Wind weht gratis.

ÿ Die Windkraft in Österreich könnte bei stabilen

Rahmenbedingungen bis 2020 auf

3.500 MW ausgebaut – also verdreifacht –

werden. Durch die heute größeren und effizienteren

Anlagen muss dazu die Anlagenzahl

aber nicht einmal verdoppelt werden.

Stand Oktober 2009

NUMMER 1| FEBRUAR 2010 25


kommunale und gewerbliche Immobilien

Amadé mit Schnee und Therme

Im Oktober 2010 wird die Familien-Sole-Therme Amadé in Altenmarkt im Pongau eröffnet.

Anfang November 2009 fand die Gleichenfeier

im Beisein von Landeshauptmann-Stellvertreter

Dr. Wilfried Haslauer,

dem Architekten DI Wolfgang Gollwitzer,

dem Betreiber der Firma g1, Peter

Gooss, und der Raiffeisen-Leasing

GmbH, Mag. Gottfried Heneis, statt.

In der Therme werden unter anderem

die erste Loopingrutsche Österreichs

und die „größte Eventsauna in der Region“

errichtet, es wird eine Wasserfläche

von 1354 m² zur Verfügung stehen.

Die Anlage ist als multifunktionales

Sport- und Freizeitbad konzipiert. Elf unterschiedliche

Schwimmbecken werden

eine abwechslungsreiche Beckenlandschaft

bilden.

Für die Realisierung des Projektes

wurde eine eigene Projektgesellschaft

gegründet, die Therme Amadé Errichtungs-

und Betriebsgesellschaft, an der

neben der Marktgemeinde Altenmarkt

(45 %) auch die Gemeinden Flachau

(26 %), Radstadt (15 %) und Eben (8 %)

sowie die Raiffeisen-Leasing GmbH

(6 %) beteiligt sind. Raiffeisen-Leasing

hat gemeinsam mit der Marktgemeinde

Altenmarkt auch die Geschäftsführung in

dieser Gesellschaft übernommen und

bringt ihr Know-how bei der laufenden

Gestion/Betreuung ein. Mit dem Betreiber

g1 wurde ein langfristiger Pacht- und

Betriebsführungsvertrag abgeschlossen,

der die Abdeckung der laufenden

Kosten des Badebetriebes sicherstellt.

Die Gesamtkosten werden EUR 21

Millionen betragen, davon übernimmt

das Land mit Förderungen EUR 5 Millionen.

Die verbleibenden EUR 16 Millionen

werden vom Raiffeisenverband

Salzburg gemeinsam mit den regionalen

Banken langfristig der Therme Amadé

Errichtungs- und Betriebsgesellschaft

zur Verfügung gestellt. Die Rückzahlung

Neueröffnung: Magic

Circus Hotel feiert Opening

Mickey Mouse und Co faszinieren nicht

nur Kinder, auch die österreichischen Immobilieninvestoren

und -entwickler UBM

Realitätenentwicklung AG und Warimpex

Finanz- und Beteiligungs AG fühlen sich

im Disneyland bei Paris recht wohl. Seit

2004 ist man mit dem 400-Zimmer-Hotel

Dream Castle vor Ort vertreten. 2007

wurde das 396 Zimmer umfassende Holiday

Inn erworben, welches jetzt nach einem

intensiven Refurnishment als Magic

Circus Hotel offiziell neu eröffnet wurde.

Natürlich verpflichtete der Name die

CEOs Karl Bier (UBM) und Franz Jurkowitsch

(Warimpex), die Inauguration mit

Artisten, Tieren und vielen anderen Attraktionen

zu feiern. Vom Zirkusflair fasziniert

zeigten sich auch Raiffeisen-Leasing-

Geschäftsführer Karlheinz Sandler und

erfolgt durch die beteiligten Gemeinden

sowie durch Pachtzahlungen des Badbetreibers.

Mit der Familien-Sole-Therme Amadé

entsteht für die einheimische Bevölkerung,

Schulen und Vereine sowie die

Touristen dieser Region ein attraktives

und vielseitiges Sport- und Freizeitangebot.ı

Rudolf Tucek, CEO der

Vienna International

Hotelmanagement AG.

UBM-Vorstandsmitglied

Martin Löcker

und Warimpex-Vorstand

Georg Folian nutzten

die überlebensgroßen

Plüschfiguren natürlich

für Erinnerungsfotos.

Dass sich die französische

Küche an dem

Abend trotz Zirkus und Vergnügungspark-

Atmosphäre behaupten konnte, war einzig

ein Verdienst des Chefkochs Yannick Alohmbert,

der auch einige Jahre lang im Wiener

Intercont tätig war. Er überraschte das Zirkuspublikum

mit der Kreation eines Entenkebabs.

Auch für Disney-Vizepräsident

26 Leas•mich


Das gemeinsame Projekt der Raiffeisen-Leasing mit SIGNA Recap:

Ein Gewinn für Wien

Nur 12 Monate nach dem Spatenstich und 24 Monate nach Planungsbeginn konnten die Rohbauarbeiten

des Office-Centers „Rivergate” am Handelskai in Rekordzeit abgeschlossen werden.

Am 22. Oktober 2009 erfolgte

die Gleichenfeier

für Wiens modernste

Büroimmobilie (v.l.n.r.):

Herbert Putz, Peter

Engert, René Benko,

Rudolf Schicker und

Bezirksvorsteher

Hannes Derfler.

„Ich freue mich sehr, dass dieses Projekt

mit Signalwirkung trotz Wirtschaftskrise

im Zeitplan ist. In vielen anderen

Städten werden derzeit wichtige Projekte

zurückgestellt. In Wien ist das nicht so –

Dank Investoren wie René Benko und

der Raiffeisen-Leasing ist in Wien auch in

schwierigen Zeiten die Beschäftigungslage

vergleichsweise gut. Dies stimmt

optimistisch, dass Wien die Wirtschaftskrise

gut meistern wird“, betont Stadtrat

Rudolf Schicker. Im Rahmen der Gleichenfeier

überreichte er das GreenBuilding-Zertifikat

für „Energiebewussten

Neubau“ an die Eigentümer des Rivergate.

„Durch die Nutzung der natürlichen

Ressourcen Erdwärme und Grundwasser

wird eine nachhaltige Einsparung an

Primärenergiekosten von ca. 35 Prozent

und eine Verringerung des CO ²

-Ausstoßes

von 280 Tonnen pro Jahr erzielt“, so

die projektverantwortlichen Techniker, DI

Herbert Putz (SIGNA Development) und

DI Robert Grasser (Raiffeisen-Leasing).

Der Standort besticht durch seine

hervorragende Verkehrsanbindung, die

unmittelbare Nähe zur Millenniums-

City mit deren Versorgungs-, Dienstleistungs-

und Entertainmenteinrichtungen.

Arbeiten, Einkauf, Freizeit, Sport und Erholung

lassen sich an diesem Standort

mit direkter Verbindung zur Donau optimal

verbinden. „Wichtig für die Stadt ist

der breite Durchgang durch das Gebäude

sowie der neue Steg, der den Bewohnern

im Norden eine direkte und

kurze Verbindung zur U-Bahn-Station

und zum rechten Donauufer ermöglicht“,

so Schicker. Und Peter Engert,

Geschäftsführer der Raiffeisen-Leasing,

ergänzt: „Das Projekt Rivergate ist ein

deutliches Beispiel dafür, dass sich umweltgerechtes

Planen und Bauen mittelfristig

gut rechnet.“

Green-Buildings haben einen deutlich

sparsameren Energie- und Wasserverbrauch

und zeichnen sich durch ein

besseres Lebensgefühl für die Nutzer

aus. Sie liegen deutlich über den üblichen

energetischen und ökologischen

Standards des nachhaltigen Bauens

und sind auf die Verknappung weltweiter

Energieressourcen gut vorbereitet. Dies

hängt u.a. mit einem effektiveren Schallschutz,

modernen Grundrisskonzepten,

Licht- und Lüftungsverhältnissen sowie

mit Umwelt und Gesundheit schonenden

Baustoffen zusammen.ı

UBM-Vorstand Marin Löcker (links) und

Karlheinz Sandler, Geschäftsführer der Raiffeisen-Leasing,

nehmen Dumbo in die Mitte.

Francis Borezee und UBM-Finanzvorstand

Heribert Smolé eine wirklich gelungene

Kombination von Fastfood und französischer

Haute Cuisine.

kika Serbien

Ende November 2009 eröffnete kika seine

erste Niederlassung in Belgrad, das gleichzeitig

das größte Einrichtungshaus Serbiens ist.

Die Finanzierung dafür wurde von der Raiffeisen-Leasing

übernommen. Auf 11.000 Quadratmetern

Verkaufsfläche bietet es ein Sortiment

aus über 30.000 Artikeln, von Möbeln

über Textilien bis zu Wohnaccessoires. Ein

Kinderspielplatz, ein Panoramalift, ein Restaurant

und ein großzügiger Parkplatz vor dem

Geschäft machen den Besuch bei kika zu einem

Shoppingerlebnis für die ganze Familie.

Foto: kika

NUMMER 1| FEBRUAR 2010 27


kommunale Immobilien

Badespaß

mit Therapie

Rechtzeitig vor Beginn der Schisaison

am Hochkar wurde das Ybbstaler

Solebad mit angeschlossenem

Therapiezentrum in Göstling an

der Ybbs nach nur neun Monaten

Bauzeit in Betrieb genommen.

Die Heimatgemeinde von Kathrin Zettel,

Göstling an der Ybbs, ist vor allem

den Schifahrern ein Begriff. Das neue

Ybbstaler Solebad erweitert das Sportund

Wohlfühlangebot in Göstling. Mit

dem angeschlossenen Therapiezentrum

ist auch ein umfangreiches Angebot zur

Neue Schule, neue Chancen

In Fügen erfolgte der Spatenstich für die

Bubenburg-Schule unter prominenter Beteiligung.

Ab dem Schuljahr 2010/2011 werden die Kinder der Bubenburg in geräumigen, hellen

Klassenzimmern mit genügend Raum für Einzelbetreuung unterrichtet. Ein großer Turnsaal

zum Austoben, ein schöner Saal für Feiern und Feste und zeitgemäß ausgestattete

Räume für Physikunterricht, Werken, Musikerziehung und Kochen sollen die Kinder und

Jugendlichen optimal auf ihr Erwachsenenleben vorbereiten. Die Kosten für Bau und Einrichtung

der Bubenburg-Schule belaufen sich insgesamt auf 6,3 Millionen Euro. Das Land

Tirol unterstützt den Neubau der Bubenburg-Schule mit 1,23 Millionen Euro, der Talverband

Zillertal beteiligt sich mit 600.000 Euro. Den weit überwiegenden Kostenanteil

trägt das Seraphische Liebeswerk

der Kapuziner aus Spenden

bei. Die Raiffeisen-Landesbank

Tirol AG ermöglicht die

Vorfinanzierung des ambitionierten

Bauvorhabens, bei dem

die Raiffeisen-Leasing das Projektmanagement

(Projektleiter

Ing. Tussetschläger) durchführt.

Vorstandsdirektor Hans Unterdorfer

ist „stolz, die neue Bubenburg-Schule

zu realisieren.

Das Wirken der Bubenburg

kommt im Endeffekt unserer gesamten

Gesellschaft zugute.“

Hans Unterdorfer (Vorstand RLB Tirol AG), Landesrätin

Beate Palfrader, Landesschulratspräsident Erwin Koler,

Schuldirektor Georg Unterrainer (v.l.n.r.) bei der Pressekonferenz

aus Anlass des Baubeginns der Bubenburg-

Schule in Fügen.

Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation

vorhanden.

In einem EU-weiten Ausschreibungsverfahren

wurden im Herbst 2007 vom

Gemeinderat Planung, Errichtung, Finanzierung

und Betrieb des neuen

Ybbstaler Solebades an die g1 Beratungs-

und Einkaufsgesellschaft für

Bäder und Raiffeisen-Leasing vergeben.

Die Gesamtkosten betrugen EUR 6,8

Mio. Das Projekt ist durch eine Förderung

des Landes Niederösterreich (ecoplus)

sowie durch Mittel der Regionsgemeinden

Gaming, Lunz, St. Georgen,

Hollenstein, Opponitz, Ybbsitz und

Waidhofen/Ybbs zustande gekommen.

Raiffeisen-Leasing hat die Strukturierung

des Gesamtprojektes übernommen. Für

die Errichtung wurde die Ybbstaler Solebad

GmbH als Ausgliederungsgesellschaft

unter Mehrheitsbeteiligung der

Marktgemeinde Göstling und einer Projektgesellschaft

der Raiffeisen-Leasing

gegründet. Mit dem Betreiber g1 hat die

Ybbstaler Solebad GmbH einen langfristigen

Pacht- und Betriebsführungsvertrag

abgeschlossen, der die Abdeckung

der laufenden Kosten des Badebetriebes

sicherstellt und mit den

laufenden Pachtzahlungen auch einen

Beitrag zur Finanzierung des Projektes

leistet. Raiffeisen-Leasing stellt bei diesem

Betreibermodell neben der Finanzierung

auch ihr Know-how bei der

laufenden Betreuung und Verwaltung

der Ybbstaler Solebad GmbH zur Verfügung

und ist auch gemeinsam mit der

Marktgemeinde Göstling operativ in der

Geschäftsführung tätig.

Für die Region wurde mit diesem

Projekt ein Impuls für den Tourismus gesetzt,

der zudem 40 neue Arbeitsplätze

geschaffen hat. Und Bürgermeister

Franz Heigl sagte dann auch bei der

Eröffnung: „Die Göstlinger sind sehr

stolz auf ihr Solebad!“

28 Leas•mich


wohnbauprojekte

Zwei Projekte vor

Baubeginn in Wien

Foto: bolldorf architekten-ZT ARGE:

Noch vor dem Sommer 2010 ist Baubeginn für zwei

exklusive Eigentumswohnanlagen am Alsergrund

und am Wilhelminenberg.

Im Servitenviertel, einem der schönsten

Viertel im 9. Bezirk, plant Raiffeisen-

Leasing die Errichtung von insgesamt

18 Eigentumswohnungen sowie 8 Tiefgaragenstellplätzen.

Dieses attraktive

Projekt in der Seegasse 10 zeichnet sich

vor allem durch seine urbane Lage sowie

beste Infrastruktur aus. Sämtliche

Geschäfte des täglichen Bedarfs, Schulen

und Universitäten sind in unmittelbarer

Nähe zu finden. Sowohl die Wiener

Innenstadt als auch der Donaukanal

als Naherholungsgebiet sind in wenigen

Minuten zu Fuß zu erreichen.

Die Wohnungsgrößen liegen zwischen

ca. 45 und 175 m². Die hofseitige

Wohnung im Erdgeschoß hat einen Garten,

alle weiteren südseitigen

Wohnungen erhalten einen

Balkon, der Raum für Erholung

mitten im Zentrum Wiens

bietet. Die beiden Dachgeschoßmaisonetten,

jeweils ca. 175 m² groß, verfügen

über großzügige Terrassen sowie Dachterrassen,

die den Blick über die Wiener

Innenstadt freigeben. Die Zweizimmer-

Wohnungen bestechen durch optimale

Grundrisse und sind ideal für Vorsorgezwecke

geeignet. Der Baubeginn ist für

Frühjahr/Sommer 2010 geplant.

Wer hingegen Wohnen im Grünen

schätzt, wird der Liebhartstalstraße 62

den Vorzug geben. Hier errichtet Raiffeisen-Leasing

nahe dem Schloss Wilhelminenberg

in Ottakring 14 Eigentumswohnungen

samt Tiefgarage in zwei modernen

Stadtvillen. Die Wohnungsgrößen

liegen zwischen ca. 100 und 190 m², alle

Wohnungen haben Garten bzw. Balkon

oder Terrasse. Die beiden repräsentativen

Penthouseappartements mit fantastischem

Blick über Wien und eigener

Liftfahrt sind zweigeschoßig und verfügen

über großzügige Terrassen- sowie

Dachterrassenflächen. Die qualitativ

hochwertige Bauweise garantiert einen

Niedrigenergiehausstandard. Dadurch

ergeben sich äußerst günstige Energiekosten.

Die gediegene Architektur mit

großzügigen Fensterflächen setzt sich

auch im Inneren des Gebäudes fort. Der

angrenzende Wienerwald lädt zu ausgiebigen

Spaziergängen, Mountainbike-

Touren sowie Lauf- und Nordic Walking

Runden ein.

Der Baubeginn ist auch bei diesem

Projekt für Frühjahr/Sommer 2010 geplant.

Nähere Informationen zu allen

Projekten unter www.raiffeisen-leasing.at

Gleichenfeier in der Naaffgasse

Bei der Gleichenfeier (v. l.): Alexander Cwiertniowitz (RL),

Bezirksvorsteher Homole, GF Sandler (RL), Mag. DI Madile,

Mag. Orisich (RL), Arch. Schnabel, Ing. Podlipnig.

Am 20. Oktober 2009 fand die Gleichenfeier der exklusiven Wohnanlage am

Schafberg statt. Auf einem ca. 3.200 m² großen Grundstück in bester Aussichtslage

entstehen insgesamt 14 freifinanzierte Top-Eigentumswohnungen und 23 Tiefgaragenstellplätze

in drei Stadtvillen. Die Dachgleiche wurde von der Baufirma entsprechend

dem Zeitplan fristgerecht und unfallfrei erreicht. Die feierlichen Reden

hielten DI Madile und Baumeister Podlipnig (Generalunternehmer), Architekt DI

Schnabel (Architekturbüro Schnabel) und Mag. Sandler, Geschäftsführer der

Raiffeisen-Leasing. Auch der Bezirksvorsteher von Währing, Karl Homole, beehrte

die Feier mit seiner Anwesenheit und fand lobende Worte für das Projekt. Im Anschluss

an den offiziellen Teil auf dem Bauareal mit Übergabe des Gleichengelds

und einer Besichtigung der drei Häuser fanden sich die zahlreichen Projektbeteiligten

und Gäste in einem nahe gelegenen Gasthaus zu Speis und Trank ein.

Im Februar 2009 wurde mit dem Bau des Wohnhauses begonnen. Die äußerst hochwertig ausgestatteten Wohnungen von ca. 90 bis 190 m²

Wohnfläche werden unter anderem Fußbodenheizung, außen liegenden, elektrisch bedienbaren Sonnenschutz und exklusive Bodenbeläge

sowie Sanitärgegenstände haben. Alle Appartements verfügen über großzügige Freiflächen wie Gärten, Balkone, Terrassen oder Dachterrassen,

die den Blick über die Stadt freigeben. Zum Zeitpunkt der Gleichenfeier waren bereits fünf der 14 Tops verkauft. Die glücklichen

Eigentümer können voraussichtlich im September 2010 in ihre neuen Wohnungen einziehen.

NUMMER 1| FEBRUAR 2010 29


kundenporträt

Was ist die

beste Medizin?

Leasingfinanzierungen sind besonders bei Freiberuflern sehr

gefragt. Der technische Fortschritt und der Wettbewerbsdruck

erfordern von Ärzten und Apothekern hohe Investitionen,

womit sich automatisch die Frage der Finanzierung stellt.

Nicht nur beim Kauf oder der Gründung

einer Arztpraxis oder einer Apotheke

sind hohe Investitionen notwendig.

Diese können auch im Rahmen des

laufenden Betriebes aufgrund einer Erweiterung

oder Modernisierung der Arztpraxis

oder der Apotheke auftreten.

Die letzten Jahre waren durch die

Notwendigkeit einer ständig steigenden

Wettbewerbsfähigkeit gekennzeichnet.

Gleich, ob es sich um eine Apparategemeinschaft,

eine Ordinationsgemeinschaft

oder eine Gruppenpraxis handelt

– Investitionen in medizinisch-technische

Geräte wie Röntgen- und Ultraschallgeräte,

Diagnosestationen oder Zahnarztstühle

erfordern einen hohen Finanzierungsbedarf.

Bei Apotheken ist derzeit ein starker

Trend in Richtung Verblisterung (Medikamentenabgabe

in vorbereiteten Einzelpackungen)

zu erkennen. Gerade bei

der Belieferung von Alters- und Pflegeheimen

wird die patientenindividuelle

Verblisterung durch die Apotheken stark

nachgefragt. Eine Investition in eine

automatisierte maschinelle Abgabe ist

allerdings mit hohen Investitionskosten

verbunden.

Neben dem Thema der Verblisterung

ist bei Apotheken seit einigen Jahren

eine starke Nachfrage nach Lagerautomaten

zu beobachten. Den vielen Vorteilen

der Lager- bzw. Kommissionierautomaten

steht aber insbesondere der

Nachteil der hohen Investitionskosten

gegenüber.

Die richtige Finanzierung dieser und

ähnlicher Investitionen spielt daher eine

wesentliche Rolle. Folglich stellt sich oft

die Frage, ob die Investition über Leasing

oder Kauf finanziert werden soll.

Leasing bietet dabei viele Vorteile. Es

sind vor allem auch die betrieblichen

Rahmenbedingungen zu beachten, um

steuerliche Vorteile optimal nutzen zu

können.

Aus fiskaltechnischer Sicht ist insbesondere

zu unterscheiden, ob der Leasinggegenstand

nur zur Nutzungsüberlassung,

wie bei einer „normalen“ Miete,

verwendet wird oder ob wirtschaftlich

gesehen eigentlich ein Kauf (auf Raten)

des Leasinggegenstandes vorliegt.

Maßgeblich ist daher, ob der Leasinggegenstand

wirtschaftlich dem Leasingnehmer

oder dem Leasinggeber zuzurechnen

ist; das heißt die Beantwortung

der Frage, wer wirtschaftlicher Eigentümer

ist. Der wirtschaftliche Eigentümer

des Leasinggegenstandes übt die Herrschaft

gleich einem Eigentümer aus und

trägt somit auch alle Chancen und Risken

(Veräußerung, Untergang, …) des

Leasinggegenstandes.

Wird der Leasinggegenstand, wie aus

steuerlicher Sicht meistens erwünscht,

dem Leasinggeber (Bank bzw. Leasinggesellschaft)

zugerechnet, dann können

die Leasingraten beim Leasingnehmer

bereits zum Zeitpunkt der Bezahlung als

Betriebsausgabe abgesetzt werden.

Wird der Leasinggegenstand hingegen

dem Leasingnehmer zugerechnet, dann

müssen wie bei einem Kauf die Anschaffungskosten

aktiviert werden und

über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer

abgeschrieben werden.

Die professionelle Vertragsgestaltung

spielt daher eine entscheidende Rolle,

um steueroptimal zu handeln. Insbesondere

bei Leasingverträgen mit einer

kurzen Vertragsdauer und folglich auch

höheren Leasingraten können diese

Ausgaben innerhalb eines kurzen Zeitraumes

steuerlich geltend gemacht werden

(„beschleunigte Abschreibung“).

Das setzt allerdings voraus, dass das

Unternehmen über genügend Liquidität

verfügt, um die erhöhten Leasingraten

zu bezahlen.

In eine Investitions- und Finanzierungsentscheidung

sind, neben der

betriebswirtschaftlichen Rentabilität, jedenfalls

auch noch weitere steuerliche

Aspekte einzubeziehen, beispielsweise

der seit 1. 1. 2010 mögliche Steuerfreibetrag

für investierte Gewinne und/oder

die 30%ige vorzeitige Abschreibung.

Eine sorgfältige Vergleichsrechnung

lohnt sich!ı

Gastbeitrag von

Mag. Andreas Sobotka

Steuerberater & Unternehmensberater

bei LBG Wirtschaftstreuhand

Österreich

Tel.: 01/51600-651

E-Mail: a.sobotka@lbg.at

Web: www.lbg.at

30 Leas•mich


absatzpartner

Kompetenzzentrum für Ärzte

Mit Unterstützung starker Finanzierungspartner wurde

EasyMed im Bereich ästhetischer Medizin innerhalb kurzer

Zeit Marktführer in Österreich und Bulgarien.

Spitäler sind generell gefordert, am

neuesten Stand der Technik zu sein.

Dies gilt noch mehr für Privatkliniken,

und da noch im Besonderen für Dermatologie

und ästhetische sowie plastische

Chirurgie, wo die Anwendung neuester

Behandlungs- und Operationsmethoden

Voraussetzung für den wirtschaftlichen

Erfolg sind. Ständige Investitionen sind

daher ein absolutes Muss. Technisches

und finanzielles Know-how müssen dabei

zusammenspielen. 2006 beschlossen

Mag. Bernhard Rohrer und der Banken-

und Leasingprofi Franz Kopper ihre

Kompetenzen zu bündeln, indem sie

sich auf die Zielgruppe Ärzte spezialisierten.

So wurde EasyMed gegründet,

ein Unternehmen, das marktorientierte

Gesamtlösungen für verschiedene Bereiche

der ästhetischen Medizin anbietet.

Ziel ist es dabei, Ordinationen und

Privatkliniken in der Organisation und

Reorganisation zu begleiten und neben

der Produkt- und Unternehmensfinanzierung

auch eine

steueroptimale Lösung zu

finden.

So wie im Klinikum von

Dr. Peter Lisborg, der in

EasyMed einen innovativen

und vorausschauenden Partner

gefunden hat. „Investitionen

in medizintechnische

Produkte mit hoher Leistung bedeuten

einen erheblichen Liquiditätsbedarf.

Leasing ist dabei ein wichtiges Instrument,

um Produktqualität mit optimalen

betriebswirtschaftlichen Bedingungen in

Privatordinationen zu verbinden. Eine

jährliche Leasingquote von rund 80 %

zeigt die große Bedeutung für unser

Haus.“

EasyMed zählt mittlerweile zu den

Marktführern in diesem Segment. Zum

„Heimmarkt“ zählt neben Österreich

auch Bulgarien; Ungarn und Rumänien

Die neueste Laser-Generation – der hochmoderne

MOASIC hp-Laser – ist sowohl für ästhetische

als auch für chirurgische Behandlungen einsetzbar.

werden in absehbarer Zeit folgen. „Wir

haben die Möglichkeit, Spezialbereiche

der Medizin abzudecken und neue Behandlungsmethoden

mit einem hohen

Maß an Sicherheit umzusetzen“, erläutert

Rohrer, und Kopper hebt die Stärken

des Unternehmens durch das enge

Netzwerk an Finanzdienstleistern – allen

voran der Raiffeisen-Leasing –, Steuerberatern,

Erfindern und internationalen

Produzenten hervor. „Wir und unsere

Kunden legen zudem großen Wert auf

langfristige Betreuung.“ı

reportage

Raiffeisen-Gemeindetag 2009

Mit einer Kommunalfinanzierungs-Offensive setzt die Raiffeisen Bankengruppe

Salzburg einen Schwerpunkt, um die nachhaltige wirtschaftliche

Entwicklung der Regionen zu garantieren. Gemeinden sind wesentliche

wirtschaftliche Impulsgeber. Die öffentlichen Investitionsvorhaben schaffen

wichtige Anreize für die regionale Konjunkturbelebung und sichern somit

die Arbeitsplätze vor Ort. Bei der Umsetzung der Investitionsvorhaben wird

sich Raiffeisen künftig noch stärker engagieren. Ein umfassendes Produktportfolio

an flexiblen und sicheren Finanzierungslösungen zu vorteilhaften

Konditionen soll die Gemeinden unterstützen, die regionale Wirtschaft zu

beleben. Präsentiert wurde dieses neue Programm beim Raiffeisen-

Gemeindetag im St. Johanner Kongresshaus. Unter den Teilnehmern waren

unter anderem: Heinz Schaden (Bürgermeister Salzburg), Sebastian

Schönbucher (RVS-Obmann), Günther Reibersdorfer (Generaldirektor)

und Peter Engert (Geschäftsführer der Raiffeisen-Leasing).

NUMMER 1| FEBRUAR 2010 31


lifestyle

Mit Liebe kochen ...

... und „iss was G’scheits“ könnten auch als Leitsprüche der

Slow-Food-Bewegung durchgehen – und die meint damit

ziemlich genau das Gegenteil dessen, was uns die Werbung

als qualitativ hochwertiges Essen auftischen will.

Wer schon seit ein paar Jahrzehnte

Gelegenheit hatte, die Ernährungsgewohnheiten

seiner Umgebung und

seiner eigenen Person zu analysieren,

wird zu dem Befund kommen, dass früher

alles besser war. Zumindest geschmacklich.

Denn abgesehen vom generell

sentimentalen Blick des Österreicher

auf vergangene Zeiten ist nicht zu

leugnen, dass Genuss und Muße generell

an Stellenwert verloren haben. Nicht

nur, aber auch beim Essen, wo Faktoren

wie (Zeit-)Aufwand, Einkaufsbudget und

allenfalls noch Pseudo-Produktgesundheit

zum Leitmotiv geworden sind. Ein

paar Irrungen und widerlegte Ernährungslehren

gab es auch in der Vergangenheit,

aber heute glauben viele Konsumenten,

dass sie sich mit den von der

Industrie „aufmunitionierten“ Lebensmitteln

sogar Gutes tun. Nach dem

Motto: Nahrungsergänzungsmittel rein,

Natur raus, wird gekauft, was die

höchste Dosis an zusätzlichen Vitaminen,

Spurenelementen und Spezialbakterien

beinhaltet, denn des Guten kann

man ja bekanntlich nie zu viel haben. Je

weiter wir uns vom ursprünglichen Geschmack

entfernten, desto dürftiger wurden

unsere olfaktorischen und geschmackssensorischen

Fähigkeiten. Der

tägliche Convenience-Einheitsbrei aus

der Mikrowelle wird von der Mehrheit

mittlerweile kritiklos verdrückt. Hauptsache,

es riecht und schmeckt intensiv.

Natürliche Produkte und Gerichte, in denen

nur Kräuter und Gewürze anstatt

des allgegenwärtigen Glutamats verwendet

werden, sind dagegen ziemlich

fad und haben auch noch den Nachteil,

nicht monatelang im Kühlschrank überdauern

zu können.

Doch die wenig appetitanregenden

Meldungen über Käse und Schinken aus

dem Chemielabor haben einigen auf

den Magen geschlagen. Die Zeit ist reif

für eine Gegenbewegung zum uniformen,

globalisierten und genussfreien

Fast Food, zumindest nach Ansicht des

Publizisten und Zukunftsforschers Matthias

Horx, der sich mit den Trends der

Ernährung von morgen beschäftigte.

Demzufolge ist das Essen der Zukunft

gut, sauber und fair, und aus Produkten

mit authentischem Charakter (regional,

saisonal), die auf traditionelle oder ursprüngliche

Weise hergestellt und genossen

werden. Also Lebensmittel, die

nach Slow-Food-Kriterien angebaut, produziert,

verkauft oder verzehrt werden.

Aber nur wer weiß, was ihm verloren

geht, kann sich für das Original und gegen

Ersatzstoffe entscheiden.

Die Slow-Food-Bewegung gibt es seit

1986. Damals verfasste der heutige internationale

Vorsitzende, Carlo Petrini,

32 Leas•mich


das Manifest zur Erhaltung der regionalen

Küche. Stein des Anstoßes war die

Eröffnung der ersten McDonald’s-Filiale

im Herzen von Rom, wo er und einige

Mitstreiter als Protestaktion tagelang mit

Spaghetti-Gerichten gegen den Fast

Food-Giganten ankochten – durchaus

erfolgreich. Denn mittlerweile ist Slow-

Food eine internationale Vereinigung mit

über 85.000 Mitgliedern in über 132 Ländern

auf allen Kontinenten geworden.

Wie alle anderen lehnen auch die rund

1.000 österreichischen Mitglieder den

Einsatz von Pestiziden, Monokulturen,

die Massentierhaltung und gentechnisch

veränderte Lebensmittel ab.

Durch Informationsarbeit, Verkostungen,

Geschmacksschulungen, Veranstaltungen

versucht man, Bewusstsein

für Qualität, Aroma, Duft und Geschmack

von originalen Produkten zu schaffen,

wovon wiederum kleine Betriebe, die

bodenständige Gastronomie sowie die

Hersteller von naturnahen, regionaltypischen

Lebensmitteln profitieren. Vor

allem aber will man aufräumen mit dem

Vorurteil, dass gesundes, biologisch

hochwertiges Essen zu teuer sei und

daher nur industriell erzeugte Lebensmittel

für die Masse leistbar sind. „Es ist

eher eine Frage der Priorität, die der einzelne

setzt” relativiert Barbara van Melle,

Slow Food-Wien-Vorsitzende. „In Österreich

werden nur durchschnittlich 12 %

des frei verfügbaren Einkommens für

Nahrung ausgegeben – und davon wird

noch unglaublich viel weggeworfen.

Doch es gibt eine wachsende Zahl bewusster

Konsumenten, die das Bedürfnis

nach Ursprünglichkeit und Echtheit

haben.“

Das Gros der Masse geht jedoch

eher achtlos mit Lebensmittel um. Die

„Gesundheit“ des Autos ist vielen mehr

wert als die eigene. Gespart wird beim

Salatöl, nicht aber beim Motoröl. Dabei

hat Österreich, das sich gerne als „Feinkostladen

Europas“ sieht, sogar einige

Anstrengung unternommen, regionale

Produkte und Spezialitäten der eigenen

Bevölkerung schmackhaft zu machen.

Mit der Qualitätsoffensive „Genussregion

Österreich“ sollten Identität, Zugehörigkeit,

Region und Produkt zu einer

unverwechselbaren Marke verschmelzen.

Das vom Lebensministerium und

AMA Marketing initiierte Projekt verbindet

die Bevölkerung aber bestenfalls mit

dem AMA-Gütesiegel für Fleisch, und

das belohnt eher die Mastbetriebe.

„Unser agrarisches System ist so aufgebaut,

dass sehr wohl kleine Landwirte

Unterstützung bekommen sollen,“

widerspricht Niki Berlakovich als ressortzuständiger

Minister. Doch generell gilt:

wer mehr einbringt, bekommt mehr Förderung.

„Biobauern bekommen aber

eine höhere Prämie, und es gibt eine

Größenstaffelung, die kleine Betriebe begünstigt,“

präzisiert der Lebensminister.

„Das geltende System soll ja die gesamte

Landwirtschaft absichern.“ Er

selbst ernähre sich ausgewogen, sowohl

mit biologischen als auch mit konventionellen

österreichischen Lebensmitteln

über Direktvermarkter, aber auch

über den Lebensmittelhandel, der ja

mittlerweile auch regionale Produkte listet.

„Es ist mir ein großes Anliegen, dass

auch der Handel konsumpatriotisch handelt

und österreichischen Lebensmitteln

einen ordentlichen Stellenwert gibt“,

fordert Berlakovich. So viel Bewusstsein

für die regionale Wertschöpfungskette

möchte man sich von der Bevölkerung

auch erhoffen – damit Wunsch und

Wirklichkeit sich endlich etwas näherkommen

...ı

NUMMER 1| FEBRUAR 2010 33


facts&figures

20000

Insolvenzstatistik

Ó Insolvenzen Ó Privatkonkurse Ó Neuprotokollierungen

15000

10000

5000

Insgesamt gab es bei den Unternehmensinsolvenzen

einen Anstieg von 9,2 % auf 6.893 Fälle. Damit bleibt das

Insolvenzgeschehen 2009 hinter der Erwartung zurück,

und der bisherige Spitzenwert aus dem Jahr 2005 mit über

7.000 Insolvenzfällen wird damit nicht übertroffen oder

auch nur eingestellt. Österreich steht mit diesen Zahlen

verhältnismäßig gut da, jedenfalls im internationalen

Vergleich. Schon zum Halbjahr war absehbar, dass es

praktisch in allen Industrieländern zu satten zweistelligen

Zuwachsraten kommen würde. Österreich liegt mit einem

noch knapp „einstelligen“ Zuwachs am unteren Ende

dieser Skala – und ist somit auch besser als der europäische

Schnitt von ca. 35 %.

Quelle: KSV

0

2007 2008 2009

Erholung des Welthandels bereits 2010

Die Wirtschaft schrumpfte 2009 real um 3,4 %, etwas weniger stark als im Durchschnitt des Euro-Raumes.

Allerdings kommt aufgrund der niedrigen Kapazitätsauslastung kein Investitionsaufschwung in Gang.

Warenexport, Sachgütererzeugung und Ausrüstungsinvestitionen

schrumpften im Zuge der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise

mit zweistelligen Raten, Mitte 2009 setzte eine

Trendwende ein. Sie wird primär von der sehr expansiven

Geld- und Fiskalpolitik in den großen Wirtschaftsräumen und

von den heimischen Konjunktur- und Arbeitsmarktpaketen getragen.

Wie in vergangenen Erholungsphasen reagieren zunächst

Güterexport und Sachgütererzeugung – sie nehmen

seit dem 3. Quartal 2009 gegenüber der Vorperiode zu. Dies

spiegelt die Erholung des Welthandels und der Nachfrage

wichtiger Handelspartner wider. Der internationale Handel wird

2010 bereits real um 7 % wachsen (nach –14 % im Jahr 2009).

Die deutsche Wirtschaft, in die fast ein Drittel des heimischen

Warenexports geht, fand nach dem besonders starken Einbruch

relativ rasch aus der Rezession und wird 2010 real um

1,5 % expandieren (Euro-Raum +1,1 %).

Dank der internationalen Erholung dürften Export und Industrieproduktion

in Österreich 2010 real um etwa 4 % zunehmen.

Anders als in vielen anderen EU-Ländern wurde die

Konsumnachfrage der privaten Haushalte in Österreich, gestützt

durch relativ hohe Reallohnzuwächse, die Ausweitung

von Sozialtransfers und die Steuerreform, auch in der Rezession

etwas ausgeweitet (2009 real +0,4 %). Für das Jahr 2010

rechnet das WIFO sogar mit einer leichten Belebung des Konsums

(+0,7 %). Auf dieser Basis wird das BIP im Jahr 2010 real

um 1,5 % wachsen.

Allerdings ist die Konjunkturerholung noch sehr labil und

unterliegt einer Reihe von Risken: Zunächst deutet wenig darauf

hin, dass das Anspringen der Exportkonjunktur – wie in

vergangenen Aufschwungphasen – rasch in eine Belebung der

Investitionen mündet. Laut WIFO-Investitionstest kürzen aufgrund

der sehr niedrigen Kapazitätsauslastung vor allem die

Sachgütererzeuger ihre Investitionspläne weiter. Das WIFO

erwartet deshalb für 2010 einen nochmaligen Rückgang der

Ausrüstungsinvestitionen (real –1 %). Auch die Bauinvestitionen

dürften weiter gedrosselt werden (–1 %). Industriebau

und freifinanzierter Wohnbau entwickeln sich ungünstig, die

zusätzlichen Investitionen von Bundesimmobiliengesellschaft,

Asfinag und ÖBB dürften großteils 2010 wirksam werden.

EU-weit ist die Stabilisierung der Finanzmärkte und des Bankensystems

noch fragil, die tendenzielle Aufwertung des Euro

gegenüber dem Dollar belastet die Belebung der Wirtschaft.

6

Langfristige Zinssätze

in Prozent

6

Kurzfristige Zinssätze

in Prozent

5

Verbraucherpreise

in Prozent

5

USA

5

4

4

4

3

Quelle: WIFO

3

2

1

0

2007

Österreich

Japan

2008 2009 2010e 2011e

3

2

1

0

2007

Euro-Raum

USA

Japan

2008 2009 2010e 2011e

2

1

0

-1

2007

Österreich

Japan

USA

2008 2009 2010e 2011e

34 Leas•mich


immobiliennews

1130 Wien,

Einsiedeleigasse 4–6

Foto: Irene Schanda Foto: Visualisierung B & M Architektur

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Fertigstellung: Herbst 2010

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Leasinggeschäft

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