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Postgebühr bar bezahlt, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf

Das Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing 2|2009

Wissen

ist Leben

Menschen

Recht

Ökologiegespräch

Erik Selin

(An-)Füttern verboten

Binnenschifffahrt: Quo vadis?


Postgebühr bar bezahlt, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf

inhalt

Das Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing 2|2009

Wissen

ist Leben

Menschen

Recht

Ökologiegespräch

ErikSelin

(An-)Füttern verboten

Binnenschifffahrt: Quo vadis?

Lebensmotto Financier

Der schwedische Immobilieninvestor

Erik Selin ist für seine

Unternehmensgruppe rund

um die Uhr im Einsatz. Der

Job ist sein Leben, der Erfolg

gibt ihm Recht.

Seite 4

Steuerreform 2009

Zahlreiche Änderungen im

Einkommensteuergesetz sind

rückwirkend mit Jänner 2009

in Kraft getreten.

Seite 6

Ökoprojekte

Im April fand das 4. Ökologiegespräche

statt, die Raiffeisen-

Leasing wurde als ÖkoBusinessPlan-Betrieb

ausgezeichnet

und die Fuhrparkmanagement

GmbH ISO-zertifiziert.

ab Seite 24

editorial ANDREA WEBER 3

menschen

Erik Selin 4

steuer

Die Steuerreform 2009 entlastet

vor allem Familien mit Kindern. 6

recht

Was ist verboten, was erlaubt? Die neuen

Antikorruptionsregelungen im Detail. 8

kommentar

GF MAG. KARLHEINZ SANDLER:

Gutes Neugeschäft trotz Krise. 11

coverstory

Wissen scheint schon immer da

gewesen zu sein. Oder doch nicht? 12

meinung

GF MAG. PETER ENGERT:

Jetzt Solarenergie forcieren. 21

immobilien

Topwohnungen in Stockholm. 22

Wohnbauprojekte in

Wiener Grünlagen. 23

Lichte Zukunft für Globo-Gruppe. 23

2 Leas•mich


editorial

Wissen ist Leben

Seit jeher beschäftigt sich der

Mensch mit dem Erwerb, der

Bewahrung und der Weitergabe

von Wissen. Wissensmanagement

ist zu einem bedeutenden

Kriterium für jedes Unternehmen

geworden – nicht nur in der

Raiffeisen-Leasing.

Seite 12

ökoprojekte

Binnenschifffahrt: Quo vadis? 24

The Wind Company goes Übersee. 26

Intelligente Finanzierungsmodelle. 26

Klimaschutz by Raiffeisen. 27

ÖkoBusinessPlan-Betrieb 2009. 28

Raiffeisen-Leasing ISO-Star. 29

reportage

CEE-Leasing trotzt der Krise. 30

Kooperation UNIQA/Raiffeisen-Leasing. 30

Neue Heimat für Océ Österrreich. 31

Wiener Ball im hohen Norden. 31

lifestyle

Rückzug auf Zeit. 32

facts & figures 34

IMPRESSUM Medieninhaber: Raiffeisen-Leasing GmbH., Hollandstr.11–13, 1020 Wien,

Tel. 01 71601-8440, Fax: DW 8448, Internet-Adresse: http://www.raiffeisen-leasing.at,

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Koordination: Ulrike Capelare Produzent: Verlagsgruppe NEWS Gesellschaft m.b.H.,

FN 183971 HG, Taborstr. 1–3, 1020 Wien Geschäftsführung: Dkfm. Helmut Hanusch

Objektleitung: Klaus Edelhofer Redaktionsbüro: Vojtisek KEG, E-Mail-Adresse:

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Fotos: Wo nicht anders angegeben: Raiffeisen-Leasing, Buenos Dias, Fotolia

Herstellung: Sibylle Bauer Druck: Druckerei Berger, 3580 Horn

Vertrieb: Mediaprint-Zeitschriftenvertriebsgesellschaft, 1235 Wien

Die Raiffeisen-Leasing GmbH übernimmt keine Haftung oder Garantie für die

Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.

Aus Gründen der Lesefreundlichkeit sind alle Formulierungen durchgängig

geschlechtsneutral zu verstehen und richten sich daher gleichermaßen an Frauen

und Männer.

Wissenswertes

Das professionelle Management von Wissen ist die Kernkompetenz des

21. Jahrhunderts. Die Raiffeisen-Leasing bekennt sich in ihrer strategischen

Ausrichtung auch zu einem umfassenden Wissensmanagement

mit drei Aktivitätsschwerpunkten, die von der Geschäftsführung im Mai

2009 zu einem Wissensstatement zusammengefasst wurden:

1. Kunden: Unser Wissen über Kunden, Finanzierungsprodukte und

Technologien ist Grundlage unseres Geschäftserfolges und damit auch

Erfolgsbringer für unsere Kunden.

2. Organisation: Personales Wissen für die Organisation nutzbar

machen. Der Einsatz von Wissensmanagement-Werkzeugen erleichtert

unseren MitarbeiterInnen die tägliche Arbeit und erhöht die Effizienz.

3. Kultur: Professionelles Wissensmanagement braucht eine Kultur

des Vertrauens, der Transparenz und Offenheit, der Professionalität. Wissen

ist neben Menschen und Kapital der zentrale Ressourcenfaktor unseres

Geschäftsmodells.

Wissen ist Macht, aber die Zeit, wo nur bestimmte Menschen mit

spezifischen Berufsausbildungen – etwa Journalisten – Wissen sammeln

konnten, sind vorbei. Was weltweite Kooperation zwischen Menschen bewirken

kann, hat Jimmy Wales eindrucksvoll bewiesen. Diesen Mann

kannte vor zehn Jahren niemand. Heute kann man behaupten, er hat das

Weltwissen revolutioniert. Seit März 2000 – dem Geburtsmonat von

Wikipedia – hat sich das Projekt zu einer Wissensplattform mit über zehn

Millionen Artikel in mehr als 250 Sprachen entwickelt.

Wenn also Wissen der entscheidende Produktionsfaktor ist, muss jedes

Unternehmen größtes Interesse daran haben, dieses optimal zu managen.

Und so wurde im Herbst 2008 schließlich „WikiRL“ geboren, das Wissensmanagement-Instrument

für die gesamte Raiffeisen-Leasing. Unser Fachautor

und einer der Initiatoren des Netzwerkes erläutert in unserer Coverstory,

warum Menschen schon von ihrer Grundmotivation her stets nach Wissen

streben und warum dies für die gesamte Gesellschaft von Nutzen ist.

Im März wurden sowohl das Steuerreformgesetz 2009 als auch das

Konjunkturbelebungsgesetz 2009 beschlossen. Die Autorin bietet Ihnen

ab Seite 6 einen Überblick über die wesentlichen Neuerungen, die großteils

rückwirkend mit 1. Jänner 2009 in Kraft getreten sind. Unser Rechtsexperte

befasst sich mit der heiklen Materie der Antikorruptionsregelungen,

und warum durch die neue Richtlinie Einladungen und Geschenke

Ihren Job gefährden können (ab Seite 8).

Dass wir in dieser Ausgabe wieder besonders viel Wissenswertes für

unsere Leser zusammengetragen haben, verspricht Ihnen

Ihre Andrea Weber

ANDREA WEBER

Leiterin Marketing und PR

in der Raiffeisen-Leasing

NUMMER 2|JUNI 2009 3


menschen

Lebensmotto

Financier

24 Stunden, 365 Tage im Jahr. Für seine

Unternehmensgruppe ist Erik Selin, schwedischer

Immobilieninvestor, rund um die Uhr im Einsatz.

Der Job ist sein Leben, der Erfolg gibt ihm Recht.

Mit einem freundlichen Winken empfängt

Erik Selin seine Besucher. Gestik

und Mimik versprechen ein interessantes

und angenehmes Gesprächsklima.

Offenheit und Lockerheit bestimmen den

ersten Eindruck, unverkennbar ausgeprägt

ist auch das Selbstbewusstsein

des Schweden. Dazu hat Selin allen

Grund: In kurzer Zeit hat er eines der

größten schwedischen Private Property-

Portfolios geschaffen. Mit der Erik Selin

Fastigheter AB besitzt der Schwede

Grundbesitz in der Höhe von SEK 11

Milliarden (EUR 1,03 Milliarden).

Erik Selin kam für das Interview gerade

aus einem Meeting mit der Raiffeisen-Leasing

in Wien. Über die schwedische

Tochter RL-Nordic steht Selin seit

Jahren in Geschäftsverbindung mit der

Raiffeisen-Leasing. „Der Kontakt ist

durch einen früheren Mitarbeiter in meinem

Unternehmen entstanden. So

führte eines zum anderen und bald waren

wir im Gespräch mit Mitarbeitern in

Wien“, erinnert sich Selin, der ein Vorstandsmitglied

der RL-Nordic ist. „Wir

überlegten, ob wir zusammen etwas auf

die Beine stellen können, erste Immobilienprojekte

verliefen zügig. Wir bleiben

der Raiffeisen-Leasing auf jeden Fall

treu. Sie muss uns schon rausschmeißen,

wenn sie keinen Kontakt mehr mit

uns will“, meint Selin verschmitzt.

Begeistert zeigt sich der Investmentprofi,

wenn er von Österreich spricht.

„Ich komme stets sehr gerne hierher.

Das Land hat große Ähnlichkeit mit

Schweden. Hier fühle ich mich deutlich

wohler als etwa in Deutschland.“ Auf die

wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen

und unternehmensliberalen

Strukturen eines Landes legt Selin großen

Wert. Sie bestimmen die Investitionstätigkeit

des Schweden. „Meine Unternehmen

sind sehr klein. Räumliche

Grenzen bestimmen daher Wettbewerbsgrenzen.

In Schweden investieren

wir landesweit. Für große Auslandsschritte

sehe ich derzeit keine Veranlassung“,

betont Selin. Mögliche Expansionsregionen

ortet der Bauinvestor jedoch

in Norwegen und Finnland. „Diese

Länder haben in Bezug auf das politische

System und die Bevölkerung ähnliche

Strukturen wie Schweden. Das ist

günstig für künftige Expansionsschritte.“

Selin liebt das Wechselspiel zwischen

gewerblichem und privatem Besitz. Das

derzeitige Portfolio umfasst einen Mix

aus 50 % gewerblichen Objekten und

50 % Wohnungsimmobilien, verteilt über

ganz Schweden. Große Änderungen

sind für die nächste Zeit nicht geplant.

Seit einiger Zeit wird in den von der

Selin-Gruppe betreuten Immobilien verstärkt

Wert auf energiesparende Maßnahmen

gelegt. „Wir lagern Stromfresser

aus, entfernen ölbetriebene Heizungen

und setzen auf Alternativenergie.“

Eine eigene Investmentsparte bildet die

Energiesparschiene aber (noch) nicht.

„Wir wenden das derzeit nur bei unseren

eigenen Immobilien an“, erzählt der Bau-

Tycoon. Auch im Zuge der Wirtschaftskrise

wird sich das nicht ändern. Zuletzt

hat das Unternehmen seine wirtschaftlichen

Tätigkeiten etwas zurücknehmen

müssen. Selin: „Wir treten der Krise derzeit

mit vielen kleinen Schritten entgegen,

man kann die Auswirkungen ja

nicht generell vermeiden. So versuchen

wir etwa, die laufenden Kosten niedrig zu

halten, keine Investitionsrisken einzugehen,

uns auf das bestehende Portfolio zu

konzentrieren und die Beziehung mit unseren

Banken zu pflegen. Wir rechnen

mit einer Zeitspanne von etwa einem

Jahr, bis sich die ökonomische Lage

wieder etwas beruhigt.“

Dass er sich jemals vom Immobiliengeschäft

abwendet, ist für Erik Selin undenkbar.

Schon als Kind haben ihn Besitz

und Eigentum fasziniert. Sein erstes

Investment tätigte er im Alter von 14 Jahren.

Teamsportarten wie Fußball oder

Eishockey haben ihn schon als Jugendlichen

nie interessiert. Er beschäftigte

sich lieber mit Aktien und dem Lesen

von Wirtschaftsartikeln. „Damals erledigte

mein Vater alle administrativen Vorgaben

auf der Bank für mich“, erinnert

sich der Frühstarter. Die Veranlagungen

wurden kontinuierlich umfang- und risikoreicher.

Anfang der 90er-Jahre erlitt

4 Leas•mich


»Glück ist, wenn man sich über Bestehendes freut,

ohne ständig neuen Zielen hinterherzurennen.«

ERIK SELIN, BAUINVESTOR

Erik Selin im Zuge einer Finanzkrise erstmals

eine wirtschaftliche Talfahrt und verlor

seine gesamten Einlagen. Dadurch

wurde sein ökonomischer Weitblick geschärft,

er sieht Entwicklungen heute

aus einem klaren Blickfeld. Wobei die

reine Vermögensmaximierung für Erik

Selin nicht an erster Stelle steht. „Geld

war nie der treibende Motor für meine

Aktivitäten. Natürlich ist es wichtig, um

Produkte kaufen und Projekte finanzieren

zu können. Aber es geht um das aktive

Bewegen von Geld. Finanzieren ist

meine Passion, es ist für mich kein Beruf,

sondern Leben.“

Im Finanzwesen ist Selin seit Jahren

zu Hause. Das nötige Wissen hat sich

der Autodidakt selbst erarbeitet. Studiert

hat er nie. Ob ihm das leid tut? „Zuerst

hatte ich nicht genug Zeit für ein Studium,

als dann Zeit zur Verfügung stand,

war es dafür zu spät. Vor dem Hintergrund

des Immobilienreichs, das ich geschaffen

habe, bereue ich heute nicht,

dass ich keinen universitären Abschluss

errungen habe“, so Selin. Statt universitärer

Seminare und Vorlesungen investierte

er mit 24 Jahren in sein erstes Besitztum:

Wohneinheiten und Geschäfte

in Ängelholm, Südschweden. „In den

90er-Jahren standen überall Grundstücke

zum Verkauf, in Ängelholm habe ich

zugeschlagen. Dieser Besitz gehört mir

nach wie vor, ich bin Eigentümer und

Vermieter“, ist Erik Selin heute noch stolz

auf sein vor 18 Jahren getätigtes Investment.

Langfristigkeit ist für den Investor

ein absolutes Muss. „Ich habe immer

auf lange Sicht agiert. Wenn ich in ein

Geschäft oder in eine Partnerschaft einsteige,

dann geschieht das immer ohne

Ausstiegsstrategie.“ Projekte werden auf

Lebensdauer abgeschlossen. Selin: „Ich

kaufe kein Objekt mit dem Ziel, es wieder

zu verkaufen.“ Natürlich ist sich der

Finanzprofi bewusst, dass es Ausstiegszwänge

gibt. „Wenn sich ein Projektpartner

zurückzieht oder der Gewinn

verlockend hoch ist, dann ist ein Verkauf

natürlich zu realisieren.“

Auf der Gewinnerseite ist Erik Selin in

jedem Fall. Lachend erzählt er von seinem

Privatleben und seiner Familie, die

volles Verständnis für seinen steten Einsatz

im Unternehmen aufbringt.

„24 Stunden am Tag denke und arbeite

ich für die Firma, den Rest verbringe ich

mit meiner Frau und meinen beiden Kindern“,

bemerkt Selin mit einem Augenzwinkern.

„Ich genieße natürlich meine

Freizeit, es fällt mir aber sehr schwer,

tage- und wochenlang keinen Kontakt

zur Firma zu halten. Auch wenn wir in

unserem Sommerhaus sind, fahre ich

regelmäßig ins Büro nach Göteborg.

Meine Familie ist es nicht gewohnt, dass

ich ständig zu Hause bin. Da wäre ich

nur lästig“, meint Selin schmunzelnd.

Umso erfreulicher sind die Stunden mit

seinen Kindern. „Die beiden sind noch

sehr klein, Spielen steht ganz oben auf

der Wunschliste. Da ich erst spät abends

nach Hause komme, beginne ich die

Tage früh, um möglichst viel Zeit miteinander

verbringen zu können.“ Wenn

die Kinder im Bett sind, widmet sich Selin

auch seinen sportlichen Interessen

Joggen und Body-Building. „Ich bin Individualist,

Teamsport hat mich nie interessiert.“

Trainiert wird immer dann,

wenn es die Geschäfte zulassen. Der

Vollblut-Unternehmer hat einen großen

Traum: Er möchte aktiv bleiben, so lange

es geht – mindestens bis zu einem Alter

von 80 oder 90 Jahren. „Bleibt abzuwarten,

ob ich das schaffe oder nicht“,

lacht Erik Selin. Und er schließt mit einer

seiner Lebensphilosophien: „Glück ist,

wenn man sich über Bestehendes freut,

ohne ständig neuen Zielen hinterherzurennen.“ı

NUMMER 2| JUNI 2009 5


echt&steuer

Das bringt die

Steuerreform 2009

Im März wurden sowohl das Steuerreformgesetz

2009 als auch das Konjunkturbelebungsgesetz 2009

beschlossen, beide beinhalten Änderungen im

Einkommensteuergesetz. Hier ein Überblick über

die wesentlichen Neuerungen. Etliche sind bereits

rückwirkend mit 1. Jänner 2009 in Kraft getreten.

MAG. CHRISTA HEINL, LEITUNG STEUERABTEILUNG RAIFFEISEN-LEASING

Bereits ab 1. 1. 2009 gelten neue, verminderte

Tarife für die Einkommensteuer.

Künftig sind Einkommen bis maximal

EUR 11.000,– jährlich steuerfrei.

Bisher lag diese Grenze bei EUR

10.000,–. Für darüber liegende Einkommen

werden die Grenzsteuersätze von

bisher 38,33 % auf 36,50 % bzw. von bisher

43,60 % auf 43,21 % gesenkt. Jener

Betrag, ab dem der Spitzensteuersatz

von 50 % zur Anwendung kommt, wird

von EUR 51.000,– auf EUR 60.000,– angehoben.

Durch die rückwirkende Änderung

der Tarife ändert sich auch die vom Arbeitgeber

einbehaltene Lohnsteuer rückwirkend

ab 1. 1. 2009. Die Aufrollung der

zu viel einbehaltenen Lohnsteuer hat,

sofern die technischen und organisatorischen

Möglichkeiten gegeben sind und

ein aufrechtes Dienstverhältnis bei diesem

Arbeitgeber vorliegt, bis spätestens

30. 6. 2009 zu erfolgen.

Eine Änderung ergibt sich auch bei

den sonstigen Bezügen innerhalb des

Jahressechstels, die sogenannten 13.

Die neuen Einkommensteuertarife ab 1. 1. 2009

und 14. Bezüge. Die sonstigen Bezüge

werden weiterhin mit einem Steuersatz

von 6 % begünstigt besteuert, sofern sie

den Freibetrag von EUR 620,– jährlich

übersteigen. Angehoben wird jene

Grenze, bis zu der die sonstigen Bezüge

zur Gänze steuerfrei bleiben. Bisher lag

diese bei EUR 2.000,– und wurde ab

1. 1. 2009 auf EUR 2.100,– angehoben.

Steuerpflichtiges Grenzsteuersatz Grenzsteuersatz

Einkommen ab 2009 NEU bis 2008

0 bis 10.000 0,00 % 0,00 %

10.000 bis 11.000 0,00 % 38,33 %

11.000 bis 25.000 36,50 % 38,33 %

25.000 bis 51.000 43,21 % 43,60 %

51.000 bis 60.000 43,21 % 50,00 %

über 60.000 50,00 % 50,00 %

Familienpaket

Erstmals gibt es die Möglichkeit der

steuerlichen Absetzung von Kinderbetreuungskosten.

Diese können bis zur

Vollendung des 10. Lebensjahres als außergewöhnliche

Belastung bis zu einem

Betrag von EUR 2.300,– pro Kind und

Kalenderjahr geltend gemacht werden.

Damit vermindert sich die steuerliche

Bemessungsgrundlage. Ein einkommensabhängiger

Selbstbehalt – wie bei

anderen außergewöhnlichen Belastungen

üblich – ist bei der Geltendmachung

der Kinderbetreuungskosten nicht zu

berücksichtigen. Anerkannt werden Kosten

für öffentliche oder private Kindergärten,

Kinderkrippen, Kindertagesheime

sowie für ausgebildete Tagesmütter

(pädagogisch qualifizierte Personen).

Die Geltendmachung der Kinderbetreuungskosten

erfolgt im Rahmen

der Arbeitnehmer-/Einkommensteuerveranlagung.

Der monatliche Kinderabsetzbetrag,

der gemeinsam mit der Familienbeihilfe

zur Auszahlung gelangt, wird von

EUR 50,90 auf EUR 58,40 erhöht, das

sind EUR 90,– pro Jahr mehr. Der Unterhaltsabsetzbetrag

wird abhängig von

der Anzahl der Kinder ebenfalls entsprechend

erhöht.

Zusätzlich wurde ein neuer Kinderfreibetrag

geschaffen, der im Unterschied

zum Absetzbetrag die steuerliche

Bemessungsgrundlage vermindert.

Die tatsächliche Steuerentlastung ist –

ebenso wie die oben erläuterte Absetzung

der Kinderbetreuungskosten –

vom jeweiligen Grenzsteuersatz und damit

vom Einkommen abhängig. Der Kinderfreibetrag

beträgt jährlich EUR 220,–

pro Kind. Wird er allerdings von zwei

Steuerpflichtigen geltend gemacht, stehen

jedem (Ehe-)Partner EUR 132,–, somit

gesamt EUR 264,– zu. Der Freibetrag

ist im Rahmen der Arbeitnehmer-/Einkommensteuerveranlagung

zu berücksichtigen.

6 Leas•mich


Die Steuerreform 2009 soll vor

allem Familien mit Kindern entlasten.

Wird vom Arbeitgeber allen oder bestimmten

Gruppen ein Zuschuss für die

Kinderbetreuung gewährt, so ist dieser

ab 2009 bis zu einem Betrag von

EUR 500,– jährlich pro Kind von der

Lohnsteuer befreit.

Das Familienpaket ist ebenso bereits

mit 1. 1. 2009 in Kraft getreten.

Sonderausgaben/Spendenabzug

Die Abzugsfähigkeit von Spenden, die

bisher bereits für Wissenschaft, Forschung,

Museen etc. bestand, ist ab

1. 1. 2009 auf Spenden für mildtätige

Zwecke (humanitäre Organisationen,

Entwicklungshilfe-, Katastrophenhilfsorganisationen)

ausgedehnt. So wie bisher

sind die Spenden insgesamt bis maximal

10 % des Einkommens (Gewinnes)

des Vorjahres absetzbar. Die Liste

der begünstigten Spendenempfänger

findet sich auf der Homepage des BMF.

Der Höchstbetrag für die Absetzbarkeit

des Kirchenbeitrages als Sonderausgabe

wird verdoppelt. Bisher konnten

maximal EUR 100,– geltend gemacht

werden, nun wurde dieser Betrag auf

EUR 200,– jährlich erhöht.

Gewinnfreibetrag neu

Der Freibetrag, der bisher nur Einnahmen-/Ausgaben-Rechnern

zustand, wird

auch auf Bilanzierer erweitert und zusätzlich

von 10 % auf 13 % erhöht. Jedoch

entfällt im Gegenzug ab 1. 1. 2010

die begünstigte Besteuerung für nicht

entnommene Gewinne, die bisher Bilanzierern

zustand. Der Gewinnfreibetrag

steht allen natürlichen Personen für alle

betriebliche Einkunftsarten (aus Landund

Forstwirtschaft, aus selbstständiger

Arbeit und aus Gewerbebetrieb) zu.

Das bedeutet, natürliche Personen

können bei ihren betrieblichen Einkünften

den steuerpflichtigen Gewinn durch

Geltendmachung des Freibetrages um

13 % vermindern. Bis zu einem Gewinn

von EUR 30.000,– steht der Gewinnfreibetrag

automatisch, ohne Nachweis von

Investitionen, als sogenannter „Grundfreibetrag“

zu, also maximal EUR 3.900,–

pro Person und Jahr. Übersteigt der Gewinn

den Betrag von EUR 30.000,–,

kann darüber hinaus ein sogenannter

„investitionsbedingter Gewinnfreibetrag“

in Anspruch genommen werden. Für

dessen Geltendmachung ist es, wie

beim bisherigen Freibetrag für Einnahmen-/Ausgaben-Rechner,

erforderlich,

dass im selben Ausmaß begünstigte

Wirtschaftsgüter angeschafft wurden. Zu

diesen zählen abnutzbare Wirtschaftsgüter

des Anlagevermögens mit einer

Nutzungsdauer von mindestens vier

Jahren oder bestimmte begünstigte

Wertpapiere. Zusätzliche Voraussetzung

ist, dass die Wirtschaftsgüter inländischen

Betrieben (Betriebsstätten) zuzurechnen

sind. Neu geregelt wurde, dass

auch die Anschaffung oder Herstellung

von Gebäuden (einschließlich Mieterinvestitionen)

darunter fallen, sofern mit

der tatsächlichen Bauausführung nach

dem 31. 12. 2008 begonnen wurde.

Der Gewinnfreibetrag (Grund- und

investitionsbedingter Freibetrag) ist

mit EUR 100.000,– pro Person und Jahr

nach oben limitiert, dies entspricht

einem steuerpflichtigen Gewinn von

EUR 769.231,–. Die neue Regelung des

Gewinnfreibetrages tritt allerdings erst

mit 1. 1. 2010 in Kraft.

Vorzeitige Abschreibung

Für abnutzbare körperliche Wirtschaftsgüter,

die 2009 oder 2010 angeschafft

oder hergestellt werden, kann eine vorzeitige

Abschreibung in Höhe von 30 %

geltend gemacht werden. Die lineare Abschreibung

über die Nutzungsdauer und

die vorzeitige Abschreibung dürfen aber

in Summe die Anschaffungs- oder Herstellungskosten

nicht übersteigen. Im

Ergebnis führt dies zu einem Vorziehen

der steuerlichen Betriebsausgaben bzw.

Verkürzen der steuerlichen Nutzungsdauer.

Nicht geltend gemacht werden kann

die vorzeitige Abschreibung unter anderem

für Gebäude, Luftfahrzeuge, Pkw

und Kombis sowie für gebrauchte oder

geringwertige Wirtschaftsgüter.ı

NUMMER 2| JUNI 2009 7


Keinesfalls dürfen Geschenke, egal in

welcher Höhe, gewerbsmäßig erfolgen.

Ein Amtsträger ist gemäß § 74 Abs. 1

Z 4a StGB jeder, der für Österreich, für

einen anderen Staat oder für eine internationale

Organisation ein Amt in der

Gesetzgebung, Verwaltung oder Justiz

innehat oder sonst mit öffentlichen Aufgaben

– einschließlich in staatsnahen

Unternehmen – betraut ist (mit Ausnahme

von Mitgliedern inländischer verfassungsmäßiger

Vertretungskörper).

Nach Ansicht des Bundesministeriums

für Justiz ist es entscheidend, ob eine

Person mit einer öffentlichen Aufgabe

betraut ist. Der Amtsträgerbegriff ist somit

funktional zu interpretieren. So sind

neben Beamten auch Entscheidungsträger

von ausgegliederten öffentlichen

Unternehmen wie Austro Control, Bunrecht&steuer

(An-)Füttern verboten

Heikle Materie Antikorruptionsregelungen:

Einladungen und Geschenke können Ihren

Job gefährden!

MAG. GEORG FUHRMANN,

LEITUNG RECHTSABTEILUNG RAIFFEISEN-LEASING

Auf Basis von Beschlüssen der Europäischen

Union, Übereinkommen der Vereinten

Nationen und sonstigen internationalen

Übereinkommen traten mit Beginn

2008 im Zuge des Strafrechtsänderungsgesetzes

2008, BGBl. I Nr. 109/2007, neue

Antikorruptionsstrafbestimmungen gegen

Bestechung und Geschenkannahme in

Kraft. Diese betreffen sowohl den privaten

als auch den öffentlichen Sektor und bringen

eine erhebliche Verschärfung der bisherigen

Verbotsnormen. Durch unbestimmte

Gesetzesbegriffe und entsprechend

weite Interpretationsräume stoßen

die Regelungen teilweise auf Verunsicherung

und Unverständnis. Gängige Praktiken

in der Wirtschaft, wie Geschäftsessen,

Einladungen zu Kulturveranstaltungen

oder auch Weihnachtsgeschenke, wurden

durch das Gesetz zu großen Teilen

unter Strafe gestellt.

Die Auswirkungen des Gesetzes

spürten bereits große Kulturveranstaltungen

wie die Salzburger Festspiele.

Zahlreiche Unternehmen haben sich aus

dem Sponsoring für Kulturveranstaltungen

zurückgezogen, da sie ihre Kartenkontingente

nicht mehr weiterverschenken

konnten.

Rechtlich ist zwischen Geschenken

an Mitarbeiter von Privatunternehmen

und an Amtsträger zu unterscheiden.

Im privatwirtschaftlichen Sektor

sind Geschenke an und Einladungen

von Bediensteten und Beauftragten privatwirtschaftlicher

Unternehmen (z. B.

neben echten Geschenken auch Geschäftsessen

oder Kulturveranstaltungen,

die der „Klimapflege“ dienen sollen)

nur dann zulässig, wenn sie nicht im

Zusammenhang mit einer pflichtwidrigen

Handlung oder Unterlassung stehen

und die beschenkten Personen

nicht hoheitlich tätig sind (z. B. als Gerichtssachverständige

oder Zulassungsstelle

etc.). Setzt der Beschenkte jedoch

eine pflichtwidrige Handlung oder Unterlassung,

ist sowohl die Geschenkannahme

durch Mitarbeiter oder Beauftragte

sowie die Hingabe durch den Geschenkgeber

strafbar.

Straflos bleiben alle Beteiligten nur

dann, wenn die Zuwendung die Geringfügigkeitsgrenze

von ca. EUR 100,–

nicht übersteigt. Liegt der Gesamtwert

darüber, muss der Beschenkte diese an

das Unternehmen abführen, es sei denn,

es stimmt dem Geschenk für seinen Bediensteten

zu.

Geschenke an reine Privatpersonen

sowie an Eigentümer von Unternehmen

sind hingegen zulässig.

Dagegen ist es im öffentlich-rechtlichen

Bereich nicht erforderlich, eine

pflichtwidrige Handlung zu setzen, um

gegen die Antikorruptionsvorschriften zu

verstoßen. Ein Geschenk an einen Amtsträger

für eine pflichtgemäße Amtshandlung

ist ebenfalls verboten. Zuwendungen

an Amtsträger im Konnex

zu einer Amtshandlung oder deren Unterlassung

sind auch bei geringfügigen

Geschenken strafbar.

Auch das sogenannte „Anfüttern“ von

Amtsträgern – das heißt, wenn die Zuwendung

ohne Bezug auf eine konkrete

Amtshandlung dazu dienen soll, den

Amtsträger „sicherheitshalber“ gewogen

zu stimmen oder ein „positiveres“ Gesprächsklima

zu erzielen – steht bei

Überschreitung der Geringfügigkeitsgrenze

unter Strafe.

8 Leas•mich


Was ist verboten, was erlaubt?

Frequently Asked Questions

Dürfen Amtsträger zu Firmen- und Informationsveranstaltungen eingeladen werden?

Kleine Buffets zur Erfrischung (wie Brötchen und Getränke) werden zulässig sein. Größere

Abendessen etc. sind kritisch zu sehen, da die Geringfügigkeitsgrenze leicht überschritten wird.

Jedenfalls muss bei einer Informationsveranstaltung der Informationsgehalt im Vordergrund stehen.

Im Zweifel sollten Einladungen allgemein an Unternehmen oder Behörden ohne Bezug auf

konkrete natürliche Personen formuliert werden.

Wie sieht es bei Veranstaltungen wie VIP-Treffen, Golfturnieren, etc. mit gehobenen

Essenseinladungen und Urlaubsaufenthalten aus?

Diese sind nach der neuen Gesetzeslage für Amtsträger unzulässig. Im privaten Sektor sind

derartige Einladungen zulässig, sofern diese nicht für pflichtwidrige Handlungen vorgenommen

werden.

Ist Sponsoring noch zulässig?

Sponsoring für Organisationen und von Kleinveranstaltungen ist grundsätzlich zulässig. Im Rahmen

des Sponsorings dürfen jedoch Amtsträger keine unzulässigen Vorteile erlangen. Bedenklich

sind daher damit verbundene Einladungen von Amtsträgern.

desbeschaffung GmbH, ÖBB, Post oder

Telekom umfasst.

Jedenfalls unzulässig sind Essenseinladungen

an Betriebsprüfer, bei denen

ein Konnex zu einer laufenden oder

abgeschlossenen Betriebsprüfung hergestellt

werden kann.

Wie teilweise schon bisher stehen

Geschenke in Zusammenhang mit

pflichtwidrigen Handlungen an Sachverständige,

Schiedsrichter sowie Mitarbeiter

und sachverständige Berater in

öffentlichen Unternehmen unter Strafe.

Geschenkgeber haben natürlich in allen

Fällen § 153 StGB (das Delikt der

Untreue) zu beachten: Die Schenkung

darf nicht wider die eigene Verfügungsmacht

über fremdes Vermögen und mit

Schädigungsvorsatz (also zum Nachteil

des eigenen Unternehmens) erfolgen.

Sind Weihnachtsgeschenke an Beamte noch erlaubt?

Weihnachtsgeschenke an Amtsträger sind immer strafbar, wenn sie einen Wert von über

EUR 100,– haben, oder durch andere Geschenke und Einladungen den Gesamtwert von

EUR 100,– übersteigen. Keinesfalls dürfen die Weihnachtsgeschenke mit einer auch nur pflichtgemäßen

Amtshandlung in Zusammenhang gebracht werden. Dann besteht generell Strafbarkeit.

Unbedenklich werden – mangels (maßgeblichen) Wertes – typische Werbegeschenke

sein (Kalender, Kugelschreiber und sonstige Kleinigkeiten), vor allem, wenn sie mit Werbeaufdrucken

versehen sind.

Dürfen freundschaftliche Kontakte mit Amtsträgern gepflegt werden?

Freundschaftliche Kontakte mit Amtsträgern sind nach wie vor erlaubt. Essenseinladungen an

befreundete Amtsträger sind unzulässig.

Dürfen Dienstnehmer und angestellte Geschäftsführer Geschenke annehmen?

Sie müssen grundsätzlich Geschenke an den Arbeitgeber abliefern. Sie dürfen diese behalten,

wenn der Arbeitgeber zustimmt. Strafrechtlich unverfolgt bleibt das Behalten eines Geschenkes

ohne Zustimmung des Arbeitgebers bei einem Wert unter EUR 100,– oder bei Vorliegen einer

generellen Erlaubnis, die den Einbehalt aller Geschenke unabhängig vom Wert erlaubt.

Welche Strafen gibt es für Geschenkgeber?

Sämtliche Delikte sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor sehen Freiheitsstrafen vor.

Lediglich § 153 Abs. 1. StGB (Untreue bis zu einem Betrag von EUR 3.000,–) sieht als Alternative

zur Freiheitsstrafe auch eine Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen vor. Das Strafausmaß ist

abgestuft – die angedrohte Freiheitsstrafe beträgt bis zu drei Jahren (Ausnahme Untreue über

EUR 50.000,– bis zu zehn Jahren). Anstelle von Freiheitsstrafen bis maximal sechs Monaten kann

auch eine unbedingte Geldstrafe verhängt werden. Die Höhe der Geldstrafe richtet sich nach

dem Einkommen.

NUMMER 2| JUNI 2009 9


echt&steuer

Übersicht der Strafbarkeitsbestimmungen im Zusammenhang mit Bestechung

Unveränderte Strafbestimmungen

§ 153 StGB Untreue Wissentlicher Missbrauch der durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumten Befugnis,

über fremdes Vermögen zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten, wenn dadurch dem anderen ein

Vermögensnachteil zugefügt wird.

§ 153a StGB Geschenkannahme Annahme und pflichtwidrige Nichtabführung eines nicht bloß geringfügigen Vermögensvorteils für die durch

durch Machthaber

Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumte Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen

oder einen anderen zu verpflichten.

Neue Strafbestimmungen im privatwirtschaftlichen Sektor

§ 168c StGB Geschenkannahme durch Bedienstete oder Beauftragte

Bedienstete

Weisungsgebundene Arbeitnehmer und Organmitglieder juristischer Personen (auch bei öffentlichen Unternehmen

ohne „öffentliche Aufgaben“).

Beauftragte

„Nicht-Bedienstete“, die Unternehmen geschäftlich vertreten können oder Einfluss auf betriebliche Entscheidungen

haben.

Strafbare Handlung

Forderung/Annahme/Sich versprechen lassen eines Vorteils für sich oder einen Dritten für die pflichtwidrige

Vornahme oder Unterlassung einer Rechtshandlung (Verstoß gegen Treue, Gesetz, Berufspflichten, Vorschriften,

Weisungen).

Straflosigkeit Bei geringfügigem Vorteil bis ca. EUR 100,–.

§ 168d StGB Bestechung von Bediensteten oder Beauftragten

Strafbare Handlung

Anbieten, Versprechen oder Gewähren eines Vorteils für sich oder einen Dritten an einen Bediensteten oder

Beauftragten für die pflichtwidrige Vornahme oder Unterlassung einer Rechtshandlung.

Straflosigkeit

Bei geringfügigem Vorteil bis ca. EUR 100,– „Anfüttern“ straflos.

Neue/Verschärfte Strafbedingungen im öffentlich-rechtlichen Sektor

§ 304 StGB Geschenkannahme durch Amtsträger oder Schiedsrichter

Amtsträger

Person, die für Österreich/einen anderen Staat/internationale Organisation ein Amt in Gesetzgebung/Verwaltung/Justiz

inne hat oder sonst mit öffentlichen Aufgaben, auch in öffentlichen Unternehmen, betraut ist.

Öffentliche Unternehmen

Jedenfalls alle, die der Rechnungshofüberprüfung unterliegen, oder sonst öffentliche Aufgaben haben.

Strafbare Handlung

Forderung/Annahme/Sich versprechen lassen eines Vorteils für sich oder einen Dritten im Zusammenhang mit

einer konkreten (auch rechtmäßigen!) Amtshandlung oder im Hinblick auf die Amtsführung („Anfüttern“).

Straflosigkeit

„Anfüttern“ unter der Geringfügigkeitsgrenze EUR 100,–. Rein persönliche freundschaftliche Beziehungen.

Sozialadäquate Aufmerksamkeiten/Werbemittel.

§ 306 StGB Geschenkannahme durch Sachverständige

Strafbare Handlung

Forderung/Annahme/Sich versprechen lassen eines Vorteils für sich oder einen Dritten durch einen behördlich

bestellten Sachverständigen zur Erstattung eines unrichtigen Befundes oder Gutachtens.

§ 306a StGB Geschenkannahme durch Mitarbeiter und sachverständige Berater

Mitarbeiter

Arbeitnehmer eines öffentlichen Unternehmens in nicht leitender Funktion.

Sachverständiger Berater

Entgeltlich tätiger sachverständiger Berater eines Beamten oder leitenden Angestellten eines öffentlichen Unternehmens.

Strafbare Handlung

Forderung/Annahme/Sich versprechen lassen eines Vorteils für sich oder einen Dritten durch einen Mitarbeiter

oder sachverständigen Berater bei Beeinflussung der Geschäftsführung oder eines Beamten zur pflichtwidrigen

Rechtshandlung/pflichtwidrigem Amtsgeschäft.

§ 307 StGB Bestechung

Strafbare Handlung

Anbieten, Versprechen oder Gewähren eines Vorteils an einen Amtsträger/Schiedsrichter/Sachverständigen/Mitarbeiter

eines leitenden Angestellten/sachverständigen Berater oder einen Dritten zur pflichtwidrigen

Rechtshandlung/Beeinflussung oder einem unrichtigen Befund oder Gutachten – bei Amtsträger und Schiedrichter

auch bei pflichtgemäßem Handeln .

Straflosigkeit „Anfüttern“ von Amtsträgern unter Geringfügigkeit EUR 100,–.

Verpflichtungen

für Unternehmen

Auch wenn es wenig überraschend ist,

dass sich ein Unternehmen und seine

Mitarbeiter gesetzeskonform verhalten

müssen (to comply with – Regeln einhalten;

vertrags- und gesetzeskonform

handeln), so wird der Themenbereich

der „Corporate Compliance“ immer stärker

auch zur Handlungsvorgabe an das

Management. So empfiehlt es sich für

Geschäftsführer und Vorstände zur Vermeidung

von Haftungen, durch organisatorische

Maßnahmen, Schulungen

und Kontrollen das rechtmäßige Verhalten

des Unternehmens und seiner Mitarbeiter

– auch im Sinne der dargestellten

Regelungen – sicherzustellen. Die

Verhaltensrichtlinien der Unternehmen

sollten daher um Antikorruptionsrichtlinien

ergänzt werden.ı

10 Leas•mich


kommentar

Der Leasingmarkt in Österreich 2008

Trotz des Einsetzens der Wirtschaftskrise im letzten Quartal 2008

konnte der heimische Leasingmarkt ein Neugeschäftsvolumen von

rund € 6,9 Mrd. und ein Bestandsvolumen von € 23,8 Mrd. erreichen.

MAG. KARLHEINZ SANDLER

Geschäftsführer der

Raiffeisen-Leasing

Foto: Kurt Keinrath

Die heimische Leasingbranche ist trotz Finanzkrise im

vergangenen Jahr um rund 4 % gewachsen. 2008 erzielten

Österreichs Leasingunternehmen € 6,9 Mrd. Umsatz im Neugeschäft.

Damit liegt das Gesamtvolumen aller Verträge im

Jahr 2008 bei € 23,8 Mrd. Gerade in wirtschaftlich schwierigen

Zeiten wird Leasing als alternativer Weg zur Finanzierung

dringend notwendiger Investitionen gesehen. Für Betriebe ist

Leasing attraktiv, weil Liquidität erhalten bleibt, womit wiederum

ein besseres Rating verbunden ist. Denn die geleasten

Güter verbleiben im Eigentum der Leasingfirmen und belasten

somit nicht die Bilanz des Unternehmens. In einzelnen Bereichen

verzeichnete die Leasingbranche auch zu Jahresbeginn

2009 eine starke Nachfrage. Aufgrund des Investitionsbedarfs

und dem hohen Interesse der Wirtschaft an innovativen

Finanzierungslösungen entwickelt sich der Leasingmarkt derzeit

stabil.

Marktentwicklung im Kfz-Leasing

Das heimische Kfz-Leasinggeschäft legte beim Neugeschäft

um 4,2 % auf € 3,7 Mrd. zu und erzielte damit ein Gesamtvolumen

von € 7,6 Mrd. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahreswert

einem Plus von € 427 Mio. (+5,9 %). Diese Zunahme

ist vor dem Hintergrund einer Gesamtzahl von 332.132

Kfz-Neuzulassungen im Jahr 2008 zu bewerten. Das bedeutet

eine Abnahme von etwa 1 % gegenüber 2007 (335.622).

Bei Pkw/Kombi beträgt der Rückgang der Neuzulassungen

1,5 %, im Bereich Lkw/Bus gab es hingegen eine Zunahme

um 2,7 %. Die Anzahl der 2008 im Inland neu abgeschlossenen

Kfz-Verträge stieg um 3,9 % auf 154.928 Stück. Die durchschnittliche

Vertragssumme lag bei € 23.702.

Der Leasinganteil bei den Neuwagenkäufen österreichweit

ist gegenüber dem Vorjahr ebenfalls gestiegen: Vier von zehn

Kraftfahrzeugen werden über Leasing finanziert. Die Zuwächse

gehen auf das gute Neugeschäft bei Unternehmenskunden

(+7,5 %) zurück. Bei den Privatkunden verzeichnet die Branche

ein leichtes Minus von 1,9 % gegenüber 2007. Den größten

Kfz-Leasinganteil verzeichnen Wien (45,1 %) und Vorarlberg

(43,4 %). Die österreichweite Kfz-Leasingquote lag im

abgelaufenen Geschäftsjahr bei 39,2 %.

Im Bereich des Fuhrparkmanagements blickt die Leasingbranche

auf ein besonders erfolgreiches Jahr zurück. Das im

Inland erwirtschaftete Neugeschäftsvolumen wurde um 19,9 %

auf € 548,4 Mio. gesteigert. Die Anzahl der Verträge erhöhte

sich um 14,7 % auf 30.641.

Marktentwicklung im Mobilien-Leasing

Das Mobilien-Leasing – darunter fallen zum Beispiel Produktionsmaschinen,

Bürogeräte oder Flugzeuge – konnte 2008

besonders kräftig zulegen. Das Neugeschäft in Österreich

verzeichnete ein Plus von 4,8 % auf € 1,8 Mrd. Hauptverantwortlich

für das Wachstum in diesem Segment war das rege

Interesse an Flugzeugfinanzierungslösungen (75,4 %). Das

Gesamtvolumen aller geleasten Gebrauchsgüter verbuchte

mit Ende des abgelaufenen Jahres eine Steigerung von

12,4 % bzw. € 485 Mio. auf insgesamt € 4,4 Mrd. Diese Zunahme

des Mobilien-Bestandsvolumens wird begleitet von

einem deutlich geringeren Wachstum an Verträgen von 5.750

(6,9 %) auf 88.663 Verträge im Inlandsbestand. Die durchschnittliche

Vertragssumme erhöhte sich auf € 49.762.

Zulegen konnte die Branche sowohl bei Kommerzkunden

(4,8 %) als auch bei Gemeinden (14,5 %). In der Bundesländerstatistik

nimmt Wien mit einem Anteil von 33,3 % am Neugeschäftsvolumen

weiterhin klar die Spitzenposition ein. Auf

den Rängen 2 und 3 befinden sich Oberösterreich (13,9 %)

und Niederösterreich (12,9 %).

Marktentwicklung im Immobilien-Leasing

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

stieg das Neugeschäft im Immobilien-Leasing im abgelaufenen

Jahr um 2,4 % auf mehr als € 1,4 Mrd. Das Gesamtvolumen

der Immobilien-Projekte beläuft sich auf € 12 Mrd. Die

Anzahl der bis Jahresende 2008 abgeschlossenen Verträge

(380 Stück) ergab ein Minus von 1,3 % gegenüber 2007. Die

durchschnittliche Vertragssumme der Neuverträge betrug

€ 3,8 Mio. und lag somit um 3,8 % über jener des Vorjahres

(€ 3,6 Mio.).

Innerhalb des Immobiliensektors kam es 2008 zu starken

Verschiebungen in Österreich: Das Leasing von Bürogebäuden

wurde mit € 260 Mio. mehr als verfünffacht, ebenso

übertrafen Industriebauten (56,3 %) und öffentliche Bauten

(30,2 %) den Vorjahreswert deutlich. In der Sparte Hotel/Freizeitgebäude

gab es hingegen eine Reduktion um 53,8 %.ı

NUMMER 2| JUNI 2009 11


coverstory

12 Leas•mich


Wissen

ist Leben

Seit jeher beschäftigt sich der Mensch

mit dem Erwerb, der Bewahrung und der

Weitergabe von Wissen. Mit Wissen umzugehen

– heute sagt man Wissen zu managen

–, dürfte eine der zentralen Fähigkeiten

des Menschen sein, die ihn auf diesem

Planeten so dominant hat werden lassen.

Wissen scheint schon immer da gewesen

zu sein, oder doch nicht?

NUMMER 2| JUNI 2009 13


coverstory

Die Naturwissenschafter der Zukunft:

Die Neugierde der Kinder, fremdes Terrain zu

erkunden, lässt sie ständig und ganz mühelos

Neues lernen. Die dahintersteckende Triebfeder

ist Belohnung.

Eine scheinbar einfache Frage und

doch findet man sich gleich in einem Dilemma:

Welche Teile des menschlichen

Wissens sind angeboren, welche sind

erworben? Generationen von Philosophen,

Wissenschaftern – neuerdings die

Hirnforscher – beschäftigt diese Frage.

So ist bis heute keinesfalls geklärt, wie

der für Menschen so wichtige Erwerb

der Sprachkompetenz genau vor sich

geht. Der amerikanische Linguistiker

Noam Chromsky, Professor am Massachusetts

Institute of Technology, vertritt

z. B. die Theorie, dass gewisse Grundstrukturen

für sprachliche Grammatik

angeboren, d. h. genetisch sind. Das

Wissen, das notwendig ist, um eine

Sprache zu beherrschen, ist demnach

nur zum Teil erworben, also erlernt. Die

Grundlage dafür ist uns aber scheinbar

schon in den Erbanlagen mitgegeben.

Eine bislang nicht endgültig entschiedene

Henne-Ei-Frage.

Derartige Überlegungen führen rasch

zur nächsten Fragestellung: Über welche

(angeborenen) Fähigkeiten – man

könnte auch Talente dazu sagen – verfügen

wir Menschen und welche Fertigkeiten

können wir daraus entwickeln?

Gemeinhin erwerben wir Fertigkeiten

zwar auf Basis unserer Talente, aber

dann doch vor allem durch drei weitere

wesentliche Schritte:

Erstens: durch Übung. Es gab Zeiten,

in denen in Schulen ausschließlich

durch dauerndes Wiederholen gelernt

wurde. Mittlerweile hat sich glücklicherweise

durchgesetzt, dass es dazu doch

etwas mehr braucht, um effizient und

nachhaltig Wissen aufzubauen, nämlich

zweitens: bereits Erlerntes. Das bereits

Vorhandene kann zu neuen Erkenntnissen

verknüpft werden, wenn ein neuer

Input hinzukommt. Aufgrund der Vernetztheit

des Gehirns sind zuvor erworbene

Kenntnisse, Erfahrungen, aber

auch persönliche Reife wichtige Lerngrundlagen,

auf denen aufgebaut werden

kann. Deshalb ist fächerübergreifendes,

also vernetzendes Lernen ein

wichtiges Element in der Pädagogik.

Und drittens: die Motivation, also die

Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln.

Generationen von Schülern mussten darunter

leiden, dass die Entwicklung einer

persönlichen Reife und die Motivation

kaum Berücksichtigung in den Schulen

fanden. Der Gehirnforscher Manfred

Spitzer fasst es prägnant in einem Satz

zusammen: „Das Gehirn lernt immer –

und am besten bei guter Laune!“

Ein beeindruckendes Beispiel für die

Lernpotenziale des Menschen kann man

bei einem Baby beobachten, wenn es

laufen lernt. Es zieht sich hoch und fällt

wieder hin – mit einem bemerkenswerten

Durchhaltevermögen. Jeder Erwachsene

hätte schon längst aufgeben.

Das Baby macht weiter, oder wie Manfred

Spitzer es formuliert: „Das Baby

lernt von Fall zu Fall.“ Die dahintersteckende

Triebfeder ist Belohnung. Das

Gehirn empfindet dann Glück, wenn es

etwas Neues, Positives lernen kann, das

es nicht erwartet hat. So einfach funktionieren

wir eigentlich.

Trotzdem gibt es auch heute noch

viele Menschen, die meinen, Lernen

müsste anstrengend oder sogar mühevoll

sein. Muss es nicht, darf es nicht.

Wie erfolgt die Organisation von Wissen

im Gehirn? Bei dieser Frage geht es

darum, zu erklären, wie die Speicherung,

Integration und Organisation von

Informationen im Gedächtnis erfolgen.

Ein Versuch, diese Vorgänge anschaulich

zu zeigen, ist mithilfe sog. semantischer

Netze, wie sie in den 1960er-Jahren

vom Sprachwissenschaftler Ross

Quillian vorgeschlagen wurden, möglich.

Das Konzept besagt, dass Menschen

Informationen in sehr einfacher

Form abspeichern. Zum Beispiel in der

Art: Kanarienvögel sind Vögel. Vögel haben

Federn. Vögel können fliegen. Also

kann das Gehirn schlussfolgern: Kanarienvögel

können fliegen und haben Federn.

Wenn nun eine neue Information

gelernt wird, z. B. dass Amseln Vögel

sind, kann das Gehirn sehr rasch eine

14 Leas•mich


Beispiel für ein semantisches Netz

= Informationsknoten

Tier

atmet

kann sich bewegen

Vogel

hat Federn

kann fliegen

Fisch

hat Kiemen

kann schwimmen

Amsel

Kanarienvogel

kann singen

ist gelb

Strauß

ist groß

kann nicht fliegen

(nicht direkt erhaltene) neue Information

generieren: Amseln fliegen und haben

Federn. Dies ist eine sehr effiziente Form

der Organisation, wie auch experimentell

nachgewiesen werden konnte: Je

nachdem, wie weit die Information logisch

auseinanderliegt, dauert der Informationsabruf

länger oder kürzer. Die

abgelegten Einzelinformationen sind

netzwerkartig abgelegt, sodass nicht

jede mögliche Kombination gemerkt

werden muss, sondern eben jederzeit

Schlussfolgerungen gezogen werden

können. Auch Ausnahmen können

durch diese Technik gemanagt werden:

die Information „Strauß“, der bekanntermaßen

ein Vogel ist, aber nicht fliegen

kann, wird beim entsprechenden Informationsknoten

direkt abgespeichert:

„Strauß kann nicht fliegen.“ Ähnliches

gilt für sehr oft benötigte oder als besonders

wichtig erachtete Informationen.

Diese werden ebenfalls beim entsprechenden

Informationsknoten direkt abgespeichert

(z. B. Äpfel sind essbar, Fliegenpilz

ist giftig, etc.).

Semantische Netze sind in den letzten

Jahren vor allem durch die Entwicklung

des Internets in den Blickpunkt einer

breiten Öffentlichkeit gerückt. Eine

wahrlich revolutionäre Anwendung von

semantischen Netzen ist die Online-Enzyklopädie

Wikipedia. Dazu später mehr.

Mitten in der Wissensgesellschaft

Wir sind nicht auf dem Weg zur

Wissensgesellschaft – wir sind mitten

drin! Die Sozialwissenschaft erklärt,

dass nach dem Übergang von der

Agrar- zur Industriegesellschaft „der

dritte gewaltige Paradigmenwechsel in

der Geschichte der Menschheit“ zu beobachten

ist. Zwischen 1800 und 1900

hat sich das Wissen der Menschheit

verdoppelt, in den darauffolgenden

100 Jahren verzehnfacht! Heute gibt es

alle vier Minuten eine neue medizinische

Erkenntnis, alle drei Minuten wird ein

neuer physikalischer Zusammenhang

gefunden, jede Minute eine neue chemische

Formel.

Laut dem dänischen Mathematiker

Jakob Nielsen wächst das Internet derzeit

mit einer jährlichen Rate von 18 %

und wird weltweit von mehr als einer Milliarde

Menschen genutzt. In etwa zehn

Jahren sollen bereits zwei Milliarden

Menschen über das Internet miteinander

verbunden sein. Ab 2050 wird sich bereits

das Wissen der Menschheit täglich

verdoppeln und man wird die Verdoppelung

des Wissens in Stunden berechnen.

Die Entwicklung ist dramatisch,

aber ebenso chancenreich.

Moshe Rappoport, Leiter des Züricher

Forschungszentrums von IBM, hat

bei einer Veranstaltung anlässlich des

40-Jahre-Jubiläums von Raiffeisen-Informatik

einen Vortrag über die Auswirkungen

der Digitalisierung gehalten. Er

spricht in diesem Zusammenhang von

zwei Generationen: Den „Digital Immigrants“

–, das sind über 35-jährige Menschen

– die die Entwicklung der digitalen

Welten von Beginn an miterlebten, aber

erst entlang ihrer Entwicklung schrittweise

erlernt haben. Der Umgang mit

Computern wurde – wenn überhaupt –

zaghaft in der Schule begonnen.

Dem gegenüber stehen die „Digital

Natives“. Sie sind im Durchschnitt jünger

als 35 und haben in ihrem bisherigen Leben

200.000 elektronische Nachrichten

gesendet oder empfangen, 20.000 Stunden

TV konsumiert, 10.000 Stunden telefoniert

und – bestenfalls – 5.000 Stunden

Bücher gelesen.

Die Auswirkungen dieser unterschiedlichen

Sozialisations- und Lernerfahrungen

sind aber enorm: Die Fähigkeiten,

die hier bei „Digital Natives“, also

der kommenden Generation aufgrund

der Allgegenwart digitaler Welten entwickelt

werden, sind atemberaubend. Geschwindigkeit,

Risikobereitschaft und

Fokussierung auf das Wesentliche:

Diese drei Eigenschaften bildet man

nämlich heraus, wenn man mit den

heute so allgegenwärtigen Action-Computerspielen

(sog. Jump & Run Spiele)

NUMMER 2| JUNI 2009 15


coverstory

Laptop contra Lexikon: Die gesellschaftlichen

Veränderungen beim Lernen kann man anhand

der Entwicklung der Social Networks – Facebook,

Twitter, XING & Co. – ablesen.

aufwächst. Die „Digital Natives“ werden

bis zu ihrem 30. Lebensjahr rund 10.000

Stunden Videospielerfahrung aufgebaut

haben – mit all den Begleiterscheinungen.

5.000 Stunden Bücher gegenüber

10.000 Stunden Videospiele machen für

jedes Gehirn einen bedeutenden Unterschied

an Sinnes- und damit Lernerfahrungen.

Nun geht es an dieser Stelle nicht darum,

diese Entwicklung zu bewerten,

dies mögen andere tun. Was aber zweifelsohne

mit dieser Entwicklung eingeleitet

wird, ist eine absehbare, bedeutende

Änderung des Sozialverhaltens

kommender Generationen. Erste Auswirkungen

dieser gesellschaftlichen Veränderungen

– die weltweit in einer noch

nicht gekannten Dynamik vor sich gehen

– kann man bereits anhand der Entwicklung

der sog. Social Networks ablesen.

Facebook, Twitter, XING & Co. haben

zwei- bis dreistellige Zuwachsraten.

Informationsaustausch erfolgt zunehmend

über diese Plattformen und damit

auch das Lernen. Es erfolgt ganz selbstverständlich

auch innerhalb dieser sozialen

Netzwerke. Die Potenziale, die in

kollektiver Wissensarbeit stecken, sind

enorm.

Die Macht der Zusammenarbeit

Was weltweite Kooperation zwischen

Menschen bewirken kann, hat Jimmy

Wales eindrucksvoll bewiesen. Diesen

Mann kannte vor zehn Jahren niemand.

Heute kann man behaupten, er hat das

Weltwissen revolutioniert. Seit März 2000

– dem Geburtsmonat von Wikipedia –

hat sich das Projekt zu einer Wissensplattform

mit über zehn Millionen Artikel

in mehr als 250 Sprachen entwickelt.

Mit einem Mal gerieten Wissensikonen

wie die „Encyclopædia Britannica“

oder „Der Brockhaus“ – immerhin nach

mehr als 200-jähriger Geschichte – ins

Wanken. Im Februar 2008 meinte der

Verlagssprecher Klaus Holoch noch

eher mutmaßend: „Die Zeit, in der man

sich eine hervorragende Enzyklopädie

von anderthalb Meter Umfang ins Regal

stellt, um sich dort herauszusuchen, was

man wissen will, scheint vorbei zu sein.“

Nicht nur diese Zeit ist vorbei, auch

jene, in der die Sammlung des Wissens

durch bestimmte Menschen, mit einer

spezifischen Berufsausbildung (z. B. Redakteure),

erfolgt. Etwa 1,2 Milliarden

Menschen auf dieser Welt können heute

via Internet zum Weltwissen via Wikipedia

beitragen und davon profitieren. Und

das gratis und jederzeit aktuell. Der

Grund für den Erfolg von Wikipedia lässt

sich auf ein Schlagwort reduzieren: Zusammenarbeit

– oder auch neudeutsch:

Collaboration. „Was der Einzelne nicht

vermag, das vermögen viele“, ist ein auf

diese Weise wiederbelebter 150 Jahre

alter Gedanke von Friedrich Wilhelm

Raiffeisen. Ein Mensch alleine könnte

niemals das menschliche Wissen darstellen.

Wikipedia funktioniert auf diese Weise

auch wie ein semantisches Netz! Eine

Information wird in einem Artikel – das

entspricht in einem semantischen Netz

einem Knoten – abgespeichert. Wird

eine bereits vorhandene Information benötigt,

wird einfach auf den bereits vorhandenen

Artikel verlinkt – dies entspricht

einer Verknüpfung zweier Knoten.

Ist die benötigte Information noch

nicht in Artikelform vorhanden, wird einfach

ein „leerer Knoten“ angelegt und

damit in Wikipedia signalisiert, dass hier

Wissen benötigt wird. Irgendwer wird

das Wissen schon besitzen und es auch

dokumentieren – so das sehr einfache

Wiki-Prinzip, das so oder ähnlich auch

im menschlichen Gehirn beim Lernen

ablaufen könnte.

Ein weiterer Aspekt des Erfolges von

Collaboration-Software ist die Geschwindigkeit,

mit der Nachrichten verbreitet

werden können. Die Aktualität

des Internets ist berauschend. Als am

15. Jänner 2009 ein Flugzeug im New

Yorker Hudson River notlandete, war es

eine Plattform namens Twitter, durch die

sich die Nachricht in Minutenschnelle

weltweit verbreitete. Ein „Nachrichtendienst“,

den es 2006 noch nicht einmal

gab. Er ist gratis und funktioniert durch

freiwillige Nachrichten im Ausmaß von

max. 140 Zeichen. Wissen ist – in diesem

Fall – superschnell und superaktu-

16 Leas•mich


»Die Zeit, in der man sich eine hervorragende Enzyklopädie

von anderthalb Meter Umfang ins Regal stellt, um sich dort

herauszusuchen, was man wissen will, scheint vorbei zu sein«.

BROCKHAUS-VERLAGSSPRECHER KLAUS HOLOCH

ell. Ein Umstand, der Nachrichtenagenturen

und klassische Medienunternehmen

nicht wirklich freuen dürfte, und deren

hochmoderne Newsrooms alt aussehen

lässt. News werden zunehmend

im Internet von jedem „produziert“ und

immer weniger von Reportern und den

Nachrichtenagenturen. Mittlerweile

spricht man in diesem Zusammenhang

schon von Bürgerjournalismus ...

Wenn also Wissen der entscheidende

Produktionsfaktor ist und dieses – zumindest

technologisch – jederzeit transferierbar

ist, wie gelingt es einem Unternehmen,

einer Organisation, einem

Staat, diesen Produktionsfaktor optimal

zu managen?

Es beginnt – siehe Rappoport – früh!

Der Mensch lernt von Geburt an. Die

entscheidenden Grundlagen für ein großes

Entwicklungspotenzial eines jeden

Menschen werden in frühester Kindheit

gelegt.

Der Bildungsexperte Andreas Salcher

weist in seinem Buch „Der talentierte

Schüler und seine Feinde“ eindrucksvoll

und mit einer einfachen Formel darauf

hin, worauf es bei der Bildungsdebatte

ankommt: Schüler verdienen die

besten Lehrer: Exzellente Lehrer sind

augenscheinlich der Schlüssel für den

Wettbewerbsvorteil der kommenden Generation.

Die Zukunftschancen werden daher

in jenen Ländern liegen, die das beste

Schulsystem haben und so den Produktionsfaktor

Wissen am besten entwickeln

können.

Wissen und Organisation

Unternehmen und Organisationen stehen

seit jeher im Wettbewerb um den

Faktor Wissen. Immer schon waren jene

Unternehmen besser, denen es gelang,

ihr Wissen effizient in Produkte oder

Dienstleistungen umzusetzen. Der Wettbewerb

um den Faktor Wissen wird aber

intensiver und vor allem in einer globalisierten

Welt eines: international. Wissen

an nahezu beliebige Orte zu transferieren

stellt angesichts der heutigen technischen

Möglichkeiten keine Hürde

mehr dar. In Sekunden ist eine Information,

eine Botschaft – Wissen – um den

Globus gesendet und empfangen.

Die Hürden liegen vielmehr innerhalb

der Organisationen selbst. Es dauert mitunter

länger, eine Information von einem

Bürogeschoß ins nächste zu transferieren,

als „the latest news“ um die ganze

Welt.

Fredmund Malik weist auf den Umstand

hin, dass „Menschen in Organisationen

Wissen und Informationen haben,

die sie nicht einem Zentrum zuleiten können“,

weil die Regeln und Vorschriften

dies verhindern. Menschen im Zentrum

von Organisationen – das sind in der Regel

Vorstände und Geschäftsführer – gelangen

also nicht in den Besitz der maximal

möglichen Information und treffen

mitunter Entscheidungen aufgrund fehlender

oder sogar falscher Informationen.

Malik fordert daher: „Organisiere ein System

so, dass möglichst viel Selbstorganisation

entstehen kann.“ Selbstorganisation

in diesem Sinne ist die Fähigkeit einer

Organisation, sich den ständig ändernden

Bedingungen adäquat, effizient

und autonom anzupassen. Die dazu erforderliche

Beweglichkeit und Flexibilität

spießt sich mitunter bei einem engen Korsett

von Vorschriften und Regeln. Wenn

dann noch das Wissen Einzelner, die eigentlich

zusammenarbeiten sollten, als

eigene Machtbasis gehortet wird, befindet

man sich in einer Negativspirale bis

hin zur intellektuellen Erstarrung.

Dabei muss Wissensmanagement zur

Kernaufgabe in allen Organisationen

werden. Die meisten Organisationen leben

nur halb so lange wie ein Mensch.

Viele Unternehmen sterben, bevor sie

das Alter von 20 Jahren erreicht haben.

Von 43 Unternehmen, die im Management-Klassiker

„In Search of Excellence“

1982 angeführt wurden, verdienten fünf

Jahre später nur noch 14 dieses Prädikat,

acht standen vor dem Konkurs. Es

geht also um nicht mehr und nicht weniger,

als um die Überlebensfähigkeit von

Organisationen. Da lohnt es schon, sich

ein paar Gedanken darüber zu machen.

Beherrscht man die Disziplin des Wissensmanagements,

so beherrscht man

die Kunst, Wissen zwischen Personen

und Organisationen auszutauschen.

Ähnlich wie bei anderen Produktionsfaktoren

(Kapital, Rohstoffe, Arbeitskräfte)

wird es bald auch Märkte dafür

geben, auf denen man benötigtes Wissen

erwerben kann. Es gibt jedoch noch

einen anderen wichtigen Aspekt: Werte!

Arie De Geus, ehemaliger Chefstratege

von Shell und Autor von „The Living

Company“, identifiziert vier Faktoren

langlebiger Organisationen: konservatives

Finanzgebaren, hohes Wahrnehmungsvermögen

gegenüber ihrem Um-

NUMMER 2| JUNI 2009 17


terschiedlichen Universen leben, waren

die Folge. Einen Hauch dieser Diskussion

hat auch Raiffeisen-Leasing in den

letzten Jahren immer wieder gespürt.

Seit Wikipedia und der dahinterliegenden

Software Mediawiki ist alles anders.

Diese Software hat Dämme gebrochen.

„Keep it simple“ scheint eine

der Leitmaximen der Wikimedia-Entwickler

gewesen zu sein. Obwohl, so

ganz einfach war es am Beginn auch

nicht. Eine für den Otto-Normaluser nicht

gerade schlüssige Eingabesprache war

nicht gleich auf Anhieb für jeden einfach

anwendbar. Was aber trotzdem bedeutend

zum Erfolg von Wikipedia beitrug,

dass man mit einigen wenigen Befehlen

sofort ansehnliche Ergebnisse erzielen

konnte, gelang mit ein wenig Erfahrung

auch als einfacher Anwender. Heute ist

auch diese Hürde beseitigt und die

meisten Wiki’s haben einen sog. Editor

integriert, damit kann jeder Textverarbeitungs-Anwender

Wikis sofort nutzen.

Der eigentliche Erfolg von Wikipedia

– und in der Folge aller anderen Wikis –

beruht aber auf dem Umstand, dass es

grundsätzlich keine Hierarchie der Incoverstory

WikiRL-Kultur

ÿ

ÿ

ÿ

ÿ

ÿ

Alle machen mit! Jeder noch so

kleine Beitrag ist wertvoll!

Atmosphäre der Toleranz: Jeder

soll und darf die Artikel der anderen

verbessern – das hebt die Qualität.

Du bist WikiRL: Die jetzigen Leser

sind die künftigen Autoren!

WikiRL ist integrativer Bestandteil

des Arbeitsalltags.

Der Nutzen von Wissen wird erlebbar

gemacht – das ist Führungsaufgabe.

Glossar

Community oder auch Online-Community

bezeichnet eine Gemeinschaft von

Menschen, die sich vor allem via Internet

begegnen und austauschen. Communities

begegnen sich zunehmend in sozialen

Netzwerken, das sind Plattformen, die dem

Austausch von Meinungen, Eindrücken

und Erfahrungen dienen.

Als Content bezeichnet man Inhalte, die

über Massenmedien verbreitet werden.

Content ist im Deutschen noch am ehesten

mit „Redaktioneller Inhalt“ vergleichbar.

User Generated Content als Spezialform

meint Inhalte, bei denen die Grenzen zwischen

Produzenten und Konsumenten von

Inhalten verwischen.

Mediawiki ist eine Software, die ursprünglich

für Wikipedia entwickelt wurde.

Sie ist als open-source Anwendung frei

verfügbar. Neben Wikipedia wird Mediwiki

als plattformunabhängige Software von

zahlreichen Organisationen, Firmen und

Institutionen eingesetzt.

Wiki kommt aus dem Hawaiischen

und bedeutet „schnell“ und steht für ein

System, dessen Inhalte online gelesen

und gemeinschaftlich erstellt und verändert

werden können. Ziel eines Wikis ist es,

das Wissen der beitragenden Autoren

kollaborativ auszudrücken und sich so

die kollektive Intelligenz einer Gruppe

nutzbar zu machen.

Wikipedia ist ein 2001 vom Gründer

Jimmy Wales ins Leben gerufene Projekt

einer „freien Enzyklopädie“. Wikipedia ist

eine Plattform, die ausschließlich durch

„user generated content“ geprägt ist. Ein

wesentlicher Grundsatz von Wikipedia ist

die Darstellung von Inhalten aufgrund

eines neutralen Standpunkts.

feld, starker innerer Zusammenhalt und

Identität sowie Toleranz gegenüber

neuen Ideen. Diese Faktoren sind vor

allem unternehmenskulturelle Eigenschaften.

Sie stellen besondere Anforderungen

an das Rekruiting eines Unternehmens.

Im Sinne De Geus sind

„Werte wichtiger als Wissen“. Denn: Wissen

ist erlernbar, Werte jedoch werden

langfristig gebildet und sind in besonderem

Maße veränderungsresistent.

De Geus meint, Vertrauen und Loyalität

sind wichtige Parameter „lernender

Organisationen“. Misstrauen und egoistisches

„Wissen-ist-Macht-Denken“

hingegen sind Zutaten wenig erfolgsträchtiger

Zukunftskonzepte.

Unternehmenswiki:

Wissen praktisch managen

Die praktische Nutzbarkeit von Wissen

war lange auch durch technologische

Hürden gebremst. Diskussionen wurden

darüber geführt, wie denn eine solche

Datenbank auszusehen hätte. Konfliktreiche

Diskussionen zwischen potenziellen

Anwendern und EDV-Leuten, die

traditionellerweise ohnehin in zwei un-

18 Leas•mich


Die Erleuchtung: Von der Agrar- über die

Industrie- bis zur Wissensgesellschaft vergingen

200 Jahre. Heute gibt es alle vier Minuten

eine neue medizinische Erkenntnis, alle

drei Minuten wird ein neuer physikalischer

Zusammenhang gefunden, jede Minute eine

neue chemische Formel.

formation gibt. Zunächst entstehen Informationseinheiten,

das sind in der Regel

Wiki-Artikel, unabhängig von anderen

Informationsteilen. Erst die Verlinkung

von verschiedenen Artikeln schafft

Informationszusammenhänge. Ähnlich

wie im World Wide Web mit mittlerweile

Milliarden Webseiten durch Verlinkungen

verschiedener Seiten ein Informationsbestand

entsteht, so verhält es sich

bei Wikis. Das Wiki-Universum entsteht

Stück für Stück, Artikel für Artikel, Link für

Link, Korrektur für Korrektur. Und mögen

die einzelnen Beiträge noch so klein

sein. So wird die Korrektur eines Tippfehlers

in einem Wiki-Artikel als bedeutender

Beitrag zum Gesamtwissen angesehen!

Schließlich hebt dieser penible

Korrekturakt die Lesbarkeit und so die

Qualität des Artikels. Ein wichtiges Prinzip

in Wikis lautet daher: Jeder Beitrag

ist wichtig und wertvoll!

Ein weiteres zentrales Prinzip wird

durch die Wiki-Technik nahezu gefördert:

Verlinkungen bzw. Vernetzen von

Informationen.

Der Informationsgehalt und damit die

Mächtigkeit eines Wikis wächst also mit

dem Vernetzungsgrad und damit ist dieser

Vorgang dem menschlichen Lernen

ähnlich. „Lebende Wikis“ verhalten sich

somit wie das menschliche Gedächtnis,

das sich nach den Regeln semantischer

Netze organisiert. Wenn man also einen

Artikel über „Amseln“ schreibt, kann

man sich vielleicht schon auf einen Artikel

über „Aerodynamik“ beziehen. Bei

den Kanarienvögeln kann man schon

Bezug nehmen auf die „Kanarischen Inseln“.

Das spart sehr viel Zeit und man

muss vor allem auch das „kleinste“ Rad

nicht immer neu erfinden. Wissen wird in

kleinen Einheiten gespeichert und durch

Vernetzung werden größere Zusammenhänge

geschaffen.

Geburt eines Wikis

Raiffeisen-Leasing begann ihre Wiki-Erfahrung

ganz trivial. Kein großes Projekt,

kein Kick-Off. Thomas Trethan, ein

Kollege aus der Softwareentwicklung,

installierte die Wikimedia Software auf

einem unserer Webserver. Wir begannen

– quasi zu zweit im Alleingang – mit

einigen bescheidenen Versuchen, erste

Artikel einzustellen. Das war 2005. Die

ersten spielerischen Anfänge endeten

bald wieder aufgrund „des Tagesgeschäfts“.

Andere Dinge wurden und waren

wichtiger, es blieb keine Zeit für eine

ernsthafte Auseinandersetzung, und so

drohte das Vorhaben einzuschlafen.

Gleichzeitig bestand aber in unserer

IT- und Organisationsabteilung eine

große Unzufriedenheit darüber, dass unser

Wissen nicht dokumentiert war. Dazu

muss man sagen, dass IT-Menschen ein

besonderes Bedürfnis nach dokumentarischer

Absicherung haben – leider gepaart

mit einer großen Aversion, Derartiges

auch umzusetzen. Eine große ungelöste

Ambivalenz in diesem Geschäft.

Auch wir fanden nie die Zeit dafür, uns

endlich zu dokumentieren.

Ein Grund wird wohl darin liegen,

dass man immer diese böse Vorahnung

hat, dass, wenn man es dann einmal erledigt

hätte, das mühsam dokumentierte

Wissen alsbald wieder veraltet wäre.

Also ließ man es gleich bleiben.

Zu dieser Zeit – wir schreiben das

Jahr 2007 – hatte Wikipedia schon eine

unglaubliche Dynamik vorzuweisen.

Und wir begannen uns zu fragen, woran

das lag. Es gab eine einfache Antwort.

Die Leute, die Wikipedia-Artikel schrieben,

taten dies nicht aufgrund eines Auftrages

oder gar wegen Geldes. Sie taten

es einfach aus Spaß. Oder zumindest

aus einem hohen Maß an Eigenmotivation.

Sie machten es einfach, weil es für

sie einen Sinn hatte. Bloß welchen?

Wir erkannten, dass jemand nur einen

Beitrag zu unserem Wiki – mittlerweile

nannten wir es WikiRL – liefern

würde, wenn er oder sie selbst einen

Nutzen daraus ziehen konnte. Anders

gesagt: Der Nutzen musste erlebbar

sein. Wir standen damals vor einer organisatorischen

Neustrukturierung un-

NUMMER 2| JUNI 2009 19


coverstory

100.000

90.000

80.000

70.000

60.000

50.000

40.000

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10.000

0

37.624

582

2008/03

70.296

65.279

53.057

59.168

45.499

47.927 49.452

673 712 889 906 985 1063 1103

2008/04 2008/05 2008/06 2008/07 2008/08 2008/09 2008/10

serer IT- und Organisationsabteilung

und so kamen wir zu einer Lösung, die

zwei Herausforderungen auf einmal

schaffte.

Bis zu dieser Neustrukturierung waren

zwei Personen fix am sog. IT-Helpdesk,

um unsere Mitarbeiter EDV-technisch

zu betreuen. Wir standen immer

wieder vor dem Problem, dass viele – an

und für sich einfache Anfragen – vom

Helpdesk an Spezialisten zur Lösung

weitergeleitet werden mussten, weil

auch die einfachsten Lösungsschritte

nicht dokumentiert waren. Die Wissensträger

hatten ja nie Zeit, ihr Wissen zu

dokumentieren. Ständig war etwas anderes

dringender und zudem wurde es

ja auch nicht belohnt. Wenn man etwas

dokumentierte, wurde dies nicht als produktive

Arbeit angesehen.

Wir führten im Zuge der Reorganisation

eine Jobrotation ein und jeder Spezialist

und Wissensträger übernahm

auch zweimal im Monat die Funktion am

Helpdesk und kam damit in direkten

Kontakt mit unseren internen Kunden.

Innerhalb weniger Monate führte dieses

Rotationsprinzip mit den entsprechenden

persönlichen Naherfahrungswerten

aller Beteiligten zu einer Neubewertung

der Bedeutung von guter Dokumentation

am Helpdesk. Jeder von

uns hatte erlebt, was es heißt, hilflos zu

sein und vor allem – nach den ersten

Erfolgserlebnissen – wie schön es ist,

einem Kunden sofort helfen zu können.

Man freut sich, wenn der Kunde zufrieden

ist.

Die Dokumentation unseres gesamten

Wissens ist längst nicht erledigt, wir

lernen ja auch täglich neu dazu. Aber für

uns ist es selbstverständlich geworden,

dieses Wissen zu dokumentieren und

allen im Unternehmen auf diese Weise

zur Verfügung zu stellen.

Ein umfassendes WikiRL

Im Herbst 2008 schließlich haben wir

WikiRL offiziell als Wissensmanagement-

Instrument für die gesamte Raiffeisen-

Leasing vorgestellt. Seither entstehen

täglich mehr und mehr Artikel. Trotzdem

darf man sich nicht erwarten, dass alle

innerhalb einer Organisation von einem

Tag auf den anderen zu fleißigen Autoren

werden, die ihr Wissen ganz selbstverständlich

dokumentieren.

Jakob Nielsen hat 2006 die 90-9-1-

Regel zur Nutzung von Communities aufgestellt:

90 % der Nutzer lesen und

schauen nur zu, 9 % der Nutzer beteiligen

sich von Zeit zu Zeit, und nur 1 % der

Nutzer tragen proaktiv Content bei, von

ihnen stammen die meisten Beiträge.

Die Community in den allermeisten

Unternehmen ist viel zu klein, als dass

1 % ausreichen würde, eine quantitativ

und qualitativ hinreichende Wissensbasis

aufzubauen. So wird es in Unternehmen

eine besondere Herausforderung

sein, das Bewusstsein für die Notwendigkeit

von Dokumentation zu stärken.

Dabei geht es darum, auch klar zu machen,

dass es Spaß machen kann, Wissen

auszutauschen, zu diskutieren, voneinander

zu lernen. Daher gilt es so etwas

wie eine Wiki-Kultur zu entwickeln.

Damit alle mitmachen können, müssen

die Einstiegshürden niedrig und attraktiv

sein. Technisch kann bei uns jeder

Mitarbeiter zu WikiRL beitragen. Es

gibt keine Berechtigungen, jeder darf alles.

Darüber hinaus haben wir begonnen,

eine Wiki-Kultur zu entwickeln

(siehe Kasten Seite 18).

Dabei hat sich auch gezeigt, dass Offenheit,

Transparenz und Freude am

Umgang mit Wissen gute Voraussetzungen

für den Erfolg sind. Es gelingt in

jenen Unternehmensbereichen am besten,

wo der Nutzen des Wissens erlebbar

gemacht werden kann und damit

hinreichend Motivation gegeben ist.

Auch bei uns liegt noch ein gutes Stück

Weg vor uns, das gesamte Organisationswissen

offen und transparent und

vor allem kollaborativ im Team zu dokumentieren.

Im Fall der Raiffeisen-Leasing geht es

unter anderem schwerpunktmäßig darum,

das Spezialwissen z. B. in steuerrechtlichen,

betriebswirtschaftlichen und

ökologischen Themenfeldern schnell

und effizient für unsere Kunden bereitzuhalten.

Nur so, davon sind wir überzeugt,

können wir auch unseren Kunden

in den nächsten Jahren einen entscheidenden

Vorsprung bieten.

20 Leas•mich


meinung

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Artikel

2008/11 2008/12 2009/01 2009/02 2009/03

Denn Wissen zu managen ist nicht

Selbstzweck. Es geht darum, für das Unternehmen

erforderliches Wissen rascher

als der Wettbewerb zu identifizieren,

zu erwerben und zu entwickeln, zu

verteilen, zu nutzen und schließlich auch

zu bewahren. Kurzum: Diesen neuen

zentralen Produktionsfaktor des 21.

Jahrhunderts professionell zu managen.

Die aktuelle Wirtschaftskrise hat vermutlich

die allermeisten Unternehmen

auf dem falschen Fuß erwischt und wird

den durchschnittlichen Lebenserwartungswert

dieser Organisationen von 20

bis 30 Jahren nochmals deutlich verkürzen.

Wer in den nächsten Jahren noch

als Unternehmen bestehen wird, wurde

bereits in der Vergangenheit festgelegt.

Heute aber entscheidet sich, wer die darauffolgenden

großen Veränderungen

übersteht. Das mag der Klimawandel

sein oder andere Ereignisse, die wir

noch gar nicht ahnen. Im Darwin-Jahr

(geb. 1809; Begründer der Evolutionstheorie)

darf man auch noch mal das

berühmte „Survival of the fittest“ zitieren.

Dieses Prinzip gilt auch für Organisationen,

wenn sie nicht wissen, wie sie

überleben können. Denn Wissen ist

Leben.ı

MAG. GÜNTER STROBL,

Bereichsleiter für Information

& Organisation in

der Raiffeisen-Leasing.

Jetzt Solarenergie

forcieren

Wir müssen heute schon beginnen, nachhaltiger

zu denken. Ein Haus zu bauen,

sollte daher – sowohl technisch als auch

ökologisch – state of the art erfolgen.

MAG. PETER ENGERT

Sprecher der

Geschäftsführung der

Raiffeisen-Leasing

Derzeit wird aber zum Beispiel die Solarenergie, aufgrund mangelnder Fördermaßnahmen,

in Österreich noch zu wenig nachgefragt. In anderen Ländern

wird dieses Thema bereits deutlich offensiver betrieben. Aus unserer Sicht sollte

man aber nicht den Fehler begehen, die Solarenergie abgekoppelt von allen

anderen Möglichkeiten der Energiegewinnung und Energieeinsparung zu sehen.

Es ist vielmehr notwendig, alle bekannten Maßnahmen zur Energiegewinnung

und Energieeinsparung so zu kombinieren, dass die von uns errichteten

Gebäude auch künftigen Generationen Freude machen. Daher halten wir

es für nicht zielführend, die Wohnbauförderung ausschließlich an der Wärmedämmung

festzumachen. Denn damit schaffen wir auch Sondermüll, der in

Zukunft mühsam und umweltschädlich deponiert bzw. entsorgt werden muss.

Um der Solarenergie den Weg zur Marktführung und vollen Entfaltung des Potenzials

zu ebnen, ist es nötig, gesamtheitliche Fördermaßnahmen zu entwickeln;

und dort, wo es sinnvoll ist – nämlich rund um die Themen Solarenergie,

alternative Heizungssysteme wie Wärmepumpen, Pellets oder die Nutzung

von Erdwärme, Regenwassersammlung, die Nutzung von Brauchwasser oder

Wärmedämmung in Form von massiven Ziegeln etc. –, zu ergänzen.

Als Leasingfirma obliegt uns die Finanzierung von gewerblichen und kommunalen

Gebäuden. In diesem Bereich ist die Raiffeisen-Leasing als Financier

tätig, sowohl was den Neubau von Gebäuden als auch das energieeffiziente

Bauen und Sanieren betrifft. Für Haushalte empfehlen wir derzeit die Finanzierung

über die Bausparkassen, da diese schon jetzt die Förderung für die

thermische Sanierung abwickeln. In der Raiffeisen-Leasing überlegen wir in diesem

Zusammenhang aber gerade, wie wir die Vorteile der Leasingfinanzierung

auch privaten Haushalten zugänglich machen können.

Darüber hinaus fordern wir bereits seit vielen Jahren, dass die Bundes- und

EU-Förderungen bei gewerblichen Leasinginvestitionen auch gleichberechtigt

wie bei Kreditfinanzierungen behandelt werden. Unsere diesbezüglichen Bemühungen

werden aber leider seit Jahren vom Finanzministerium negiert.

Und wir fordern weiters, dass die Umwelt- und Wohnbauförderung für Private

in Bezug auf alternative Heizsysteme und Solaranlagen auch für

Leasingfinanzierungen geöffnet wird, um dadurch das Thema auf eine breitere

Basis stellen zu können.

Wir werden uns daher in den entsprechenden Arbeitskreisen und Foren

engagieren, um mittelfristig ein Umdenken herbeizuführen.

Foto: Kurt Keinrath

NUMMER 2| JUNI 2009 21


immobilien

Topwohnungen in

Stockholms ehemaliger

Lampenfabrik

RL-Nordic AB, die 100%ige Tochtergesellschaft der Raiffeisen-

Leasing GmbH mit Sitz in Stockholm, realisiert derzeit mit den

lokalen Projektpartnern Oscar Properties und Skandrenting eines

der attraktivsten Wohnbauprojekte in Stockholm.

Foto: Oscar Properties

Stockholm: Hohe Nachfrage nach Privatwohnungen

in bester Lage; in der Mitte das Projekt „Luma“.

Im Jahr 2007 erfolgte der Kauf der ehemaligen

und in Stockholm sehr bekannten

Lampenfabrik „Luma“ durch das

Konsortium mit dem Ziel, topmoderne

Wohnungen darin zu errichten. Die Lampenfabrik

wurde 1930, in damals sehr

modernem Design, errichtet und befindet

sich in einer der attraktivsten Lagen

Stockholms, in Hammarby Sjöstad. Dieser

Ortsteil wurde erst in den letzten

10 Jahren erschlossen. Das ehemalige

industrielle Gebiet ist heute einer der

Foto: Irene Schanda

modernsten Wohnbezirke Stockholms,

direkt am Wasser und mit dem Schwerpunkt

auf ökologischer Bauweise. Ein

Fokus wurde auch darauf gelegt, dass

soweit möglich der Autoverkehr auf ein

Minimum reduziert wurde und somit ist

Hammarby Sjöstad heute einer der innovativsten

und grünsten Stadtteile

Stockholms. Mit einer Fähre kann man

den Kanal überqueren und direkt zur

U-Bahn überwechseln, von dort sind es

fünf Minuten zum Stadtzentrum.

Wienblick am Schafberg

Vor kurzem fand der Baubeginn für

ein weiteres attraktives Wohnbauprojekt

der Raiffeisen-Leasing statt.

Bis Herbst 2010 entstehen in 1180

Wien, Naaffgasse 86/Knorrweg, auf

einem ca. 3.200 m² großen Grundstück

insgesamt 14 freifinanzierte

Top-Eigentumswohnungen und 23 Tiefgaragenstellplätze in drei exklusiven Stadtvillen.

Die Umgebung zeichnet sich hauptsächlich durch Einfamilienhäuser, Garten- und Grünflächen

aus, der nahe gelegene Pötzleinsdorfer Schlosspark und der Wienerwald laden

zu gemütlichen Spaziergängen sowie Lauf- und Mountainbike-Training ein. Die Anbindung

an das öffentliche Verkehrsnetz erfolgt durch die Autobuslinie 42 B; die Wiener City

ist mit dem Auto in ca. 20 Minuten zu erreichen. Nur vier bis sechs Appartements pro

Haus schaffen ein sehr persönliches Ambiente. Die Wohnungsgrößen liegen zwischen

ca. 90 m² und 190 m², einige Tops sind zweigeschoßig. Während den Erdgeschoßwohnungen

großzügige Eigengärten und Gartenterrassen zugeordnet sind, wird das Angebot

in den oberen Geschoßen durch geräumige Terrassen bzw. Dachterrassen ergänzt.

Die sonnenseitige Hügellage ermöglicht den meisten Wohnungen einen tollen Blick über

die Skyline der Stadt. Die Ausstattung ist insgesamt hochwertig und umfasst z. B. Fußbodenheizung,

außen liegenden, elektrisch bedienbaren Sonnenschutz und hochwertige

Bodenbeläge bzw. Sanitärgegenstände. Das Bauvorhaben wird von der Kärntner

Baufirma Madile und Pototschnig als Generalunternehmer abgewickelt und vom Baumanagement

der Raiffeisen-Leasing begleitet.

Bevor mit den Umbaumaßnahmen

begonnen werden konnte, musste das

Objekt von sämtlichen Kontaminierungen

befreit werden, was vom Verkäufer durchgeführt

wurde. Ein Ziel bei der Planung

der Wohnungen war es, soweit wie möglich

die Struktur des Objektes aufrechtzuerhalten,

welches in hohen Räumen

(3–4 m) sowie sehr großen Fenstern mit

herrlichem Blick auf das Wasser mündete.

Im Hauptgebäude entstehen insgesamt

48 Wohnungen auf 4 Stockwerken,

ein kleines Nebengebäude wird in 8

Reihenhäuser umgebaut. Die Fertigstellung

erfolgt im Herbst 2009. Die Verkaufspreise

liegen zwischen EUR 4.000,–

bis EUR 7.000,– pro m², abhängig von

der Lage der Wohnung, und entspricht

dem Durchschnitt im höherpreisigen

Wohnsegment in Stockholm.

Die Nachfrage nach Wohnungen in

zentraler Lage in Stockholm ist nach wie

vor ungebrochen, laut schwedischem

Maklerverband sind die Verkaufspreise

im 1. Quartal 2009 um ca. 8 % gestiegen,

in Zeiten der Wirtschaftskrise

durchaus beachtlich, wenn man bedenkt,

dass die Wohnungspreise in den

letzten Jahren bereits ca. 10 % pro Jahr

angestiegen sind.

Die Attraktivität des Objektes und der

Lage wurden dadurch bestätigt, dass sich

mehr als 3.000 Interessenten für die

48 Wohnungen und 8 Stadthäuser angemeldet

haben. Ende Jänner erfolgte der

Verkaufsstart nach Fertigstellung einer

Musterwohnung. Zum ersten Besichtigungstermin

sind mehr als 800 Personen

erschienen, einige davon haben bereits

zwei Tage davor vor dem Objekt im Freien

22 Leas•mich


Ober-St. Veit

Ebenfalls vor kurzem gestartet wurde

das Bauvorhaben in 1130 Wien, Einsiedeleigasse

4–6. In der Nähe der Ober-St.

Veiter Kirche entstehen bis ca. Herbst

2010 insgesamt elf exklusive Eigentumswohnungen

samt Tiefgarage mit elf

Stellplätzen. Die geplanten Wohnungen haben zwischen 70 und 170 m² und verfügen alle

über einen Freiraum wie Balkon, Terrasse oder Garten. Zwei Wohnungen im Erdgeschoß

haben jeweils einen charmanten, südostseitig orientierten Atriuminnenhof, der sich durch

die harmonische Einbindung der für das Ortsbild typischen, sogenannten „Streckhöfe“ in

das Haus ergibt. Die Substanz dieser drei Streckhöfe, die zuletzt als Geschäfte genutzt waren,

wird zum Großteil erhalten und saniert. Drei Tops haben westseitige Gartenanteile, die

Wohnungen in den Obergeschoßen Balkone. Zu den beiden großzügigen Penthouse-

Appartements führt der Lift jeweils direkt in die Wohnung, beide haben Balkon bzw.

Terrasse auf Wohnebene sowie eine großzügige Dachterrasse. Die Lage besticht durch

maximale Lebensqualität. Die Naherholungsgebiete rund um den Lainzer Tiergarten, den

Roten Berg und Schönbrunn sind in wenigen Minuten erreichbar, darüber hinaus ist die

Infrastruktur perfekt. Sämtliche Einkäufe des täglichen Bedarfs lassen sich fußläufig in der

Hietzinger Hauptstraße erledigen, Schule und Kindergarten befinden sich ebenso in unmittelbarer

Nähe. Der Heurigen- bzw. Lokalbesuch am Abend lässt sich in Ober-St. Veit

auch ohne Auto genießen. Das Bauvorhaben wird von der Baufirma Sedlak als Generalunternehmer

abgewickelt, die zuletzt schon erfolgreich das Projekt in der Hietzinger

Hauptstraße 103/Preindlgasse für die Raiffeisen-Leasing durchgeführt hat. Die Ausstattung

umfasst auch hier Fußbodenheizung, Sonnenschutz außen, hochwertige Böden sowie

exquisite Sanitärgegenstände.

gecampt, was sogar zu Schlagzeilen in

den schwedischen Tageszeitungen und

Nachrichtenprogrammen geführt hat.

Aufgrund des regen Interesses waren

ein Großteil der Wohnungen innerhalb

weniger Wochen verkauft. Dieser Erfolg

bestätigt uns, weiter diese kleine, aber

feine Nischenpolitik zu betreiben. Mit unseren

Projektpartnern haben wir lokale

Experten, die nicht nur Zugang zu attraktiven

Objekten haben, sondern auch

die Kompetenz in der Umsetzung dieser

Projekte besitzen. Unsere Strategie besteht

darin, bestehende Objekte in zentraler

Lage zu kaufen, diese in Wohnbau

umzuwidmen, umzubauen und danach

die Wohnungen zu verwerten.

In Schweden war es bis vor kurzem

nicht möglich, Eigentum an Wohnungen

zu erwerben, sondern es gab nur eine

Mischform zwischen Miet- und Eigentumswohnung,

das sogenannte Wohnrecht

(„bostadsrätt“), das man erwerben

konnte. Der Nachteil dieses Wohnrechts

lag in der sehr schwierigen Untervermietung.

Seit 1. Mai 2009 gibt es nun

auch die Möglichkeit, Eigentum an Wohnungen

zu erwerben („egen lägenhet“).

Für die RL-Nordic ergibt sich dadurch

die Möglichkeit, die Erfahrungen mit

österreichischen Vorsorgewohnungen

auch in Schweden zu nützen. Aufgrund

der Tatsache, dass es in diesen turbulenten

Zeiten eine große Nachfrage von

Privatinvestoren nach Immobilien gibt,

wird die RL-Nordic gemeinsam mit den

lokalen Projektpartnern für den Stockholmer

Wohnungsmarkt ein maßgeschneidertes

Konzept entwickeln.

Da jährlich mehr als 20.000 Personen

nach Stockholm ziehen und nur

10.000–15.000 Wohneinheiten jährlich

geschaffen werden, ist die Nachfrage

nach wie vor hoch und insbesondere Innenstadtlagen

sind sehr begehrt, da

diese bei Vermietung auch entsprechende

Renditen erzielen können.ı

Alle Detailinformationen, Pläne und

Preise auf www.raiffeisen-leasing.at/living

Siehe auch: oscarproperties.se

Visualisierung: B&M Architektur

gewerbliches projekt

Lichte Zukunft

Sämtliche namhaften Möbelund

Baumarktketten zählen

zum Kundenkreis des Kärntner

Großhändlers.

Das Kerngeschäft der Globo-Gruppe ist die

Produktion und der Vertrieb dekorativer

Wohnraumbeleuchtungen. Hauptabsatzmärkte

sind Österreich und Deutschland –

wobei man eigentlich ganz Europa sowie

Marokko, die Emirate und Israel beliefert. Neben

Design und Funktionalität legt Globo hohen

Wert auf Liefergenauigkeit. Das neue Verwaltungs-

und Logistikgebäude in St. Jakob

im Rosental (Kärnten) gewährleistet eine optimale

laufende Abwicklung (Lieferung und

Qualität) und schafft die Voraussetzung für

die ambitionierte Wachstumsstrategie des

Globo-Konzerns. Die mittlerweile zehn Jahre

währende Erfolgsgeschichte von Globo ist

vor allem dem Geschäftsführer Franz

Petschnig zu verdanken. Beflügelt vom Erfolg

der Mutterunternehmen, gründete

Petschnig im Laufe der Jahre sieben weitere

Vertriebsgesellschaften in Österreich, Italien,

Rumänien, Frankreich, Serbien, Slowakei und

Türkei, die alle weitgehend autonom arbeiten.

Mit dem Neubau – das optimale Finanzierungskonzept

wurde von der Raiffeisen-Leasing

ausgearbeitet – wird der bereits eingeschlagene

Weg konsequent fortgesetzt, den

Vertrieb in eigenen Händen zu haben und

nicht mehr über Fremdlogistiker abzuwickeln.

St. Jakob im Rosental nahe Villach ist verkehrstechnisch

ausgezeichnet an das überregionale

Straßennetz an einem wichtigen

zentraleuropäischen Nord-Süd- und Ost-

West-Knotenpunkt (Italien, Slowenien, Salzburg,

Graz, Wien) angebunden. Im Juni 2008

erfolgte der Spatenstich, Ende Jänner 2009

wurde das Objekt seiner Nutzung übergeben.

Foto: GLOBO Handels GmbH

NUMMER 2| JUNI 2009 23


ökoprojekte

Binnenschifffahrt:

Quo vadis?

Hohe Umweltfreundlichkeit bei geringeren Transportkosten:

Eine Expertengruppe diskutierte beim 4. Ökologiegespräch

der Raiffeisen-Leasing die Zukunft der Donau als ökologischer

und ökonomischer Verkehrsweg.

Durch Österreich fließt einer der größten

Binnenschifffahrtswege. Die Donau,

die in Deutschland entspringt und ins

Schwarze Meer mündet, misst ein

Länge von 2850 Kilometer – der schiffbare

Teil davon beträgt etwa 2.400 Kilometer

– fließt durch sechs Staaten und

stellt für vier weitere Länder einen

Grenzfluss dar. Die Donau ist heute

identitätsstiftend für rund 81 Millionen

Menschen in den 19 Ländern ihres

Einzugsgebietes und damit das internationalste

Flussgebiet der Welt. Den umliegenden

Regionen leistete der Fluss

seit jeher wertvolle Dienste und

schenkte ihnen Ressourcen, die Leben

und Arbeit erst möglich machen: Trinkwasser,

Wasserkraft, Erholungsgebiete,

– Mensch und Wirtschaft profitieren von

der Donau.

Seit jeher war die Donau aber auch

ein wichtiger Transportweg. Bereits die

Römer nutzten den Strom für den Truppen-

und Versorgungsnachschub, die

Kelten verehrten ihn sogar als Gottheit

und unter den Habsburgern war er militärische

und kommerzielle Hauptschlagader

Südosteuropas.

Der Termin 2. April 2009 für das

4. Ökologiegespräch der Raiffeisen-

Leasing zum Thema „Binnenschifffahrt –

ein ökonomischer und ökologischer

Transportweg“ war nicht zufällig gewählt.

Genau 25 Jahre zuvor wurde aus

den ersten Protesten gegen das geplante

Donaukraftwerk Hainburg der

„Kampf um die Hainburger Au“. Und fast

auf den Tag genau zehn Jahre ist es her

– es war der 1. April 1999 – dass das

NATO-Bombardement gegen das

Milosevic-Regime der Donau als durchgängigem

europäischen Verkehrsweg

schweren Schaden zufügte.

Nicht nur die Anrainerstaaten, auch

die EU möchte die Leistungsfähigkeit

der Wasserstraßen wieder herstellen.

Daher beteiligt sich die Union an dem

220 Millionen Euro teuren Flussbauprojekt

zwischen Wien und Bratislava, das

einen schwer schiffbaren Engpass der

Donau beseitigen soll. Die Mittel für dieses

„Flussbauliche Gesamtprojekt östlich

von Wien“, so der offizielle sperrige

Titel, soll großteils für die Sole-Eintiefung

und für Rückbaumaßnahmen an

den Donauufern verwendet werden und

sowohl dem Naturschutz als auch der

Schifffahrt neue Impulse geben. Derzeit

werden nur 10 % der Kapazität genutzt.

Bis 2015 soll damit laut nationalem Aktionsplan

das jährliche Frachtvolumen

von 10 Millionen Tonnen auf 30 Millionen

Tonnen gesteigert werden.

„Eine der zentralen Fragen, die sich

neben der ökonomischen Perspektive

stellt, ist daher: Wie kann die Binnenschifffahrt

ökologisch und nachhaltig

ausgebaut werden“, fragte Initiator und

Gastgeber Mag. Peter Engert, Geschäftsführer

der Raiffeisen-Leasing,

seine Gäste, die sich tagtäglich von Be-

Die Expertenrunde: Mag. Peter Engert, Geschäftsführer Raiffeisen-Leasing, Mag. Hubert Mierka,

Geschäftsführer des Mierka Donauhafen Krems, Carl Manzano, Direktor des Nationalparks Donau-

Auen, Mag. Manfred Seitz, Geschäftsführer der via donau – Österreichische Wasserstraßen-

Gesellschaft, und Mag. Philip Weller, Generalsekretär der Int. Kommission Schutz der Donau.

Fotos: Kurt Keinrath

24 Leas•mich


Die Raiffeisen-Leasing lud zum 4. Ökologiegespräch

mit dem Thema „Binnenschifffahrt –

ein ökonomischer und ökologischer Transportweg“,

und die Besucherreihen waren dicht

besetzt.

rufs wegen, aber aus völlig unterschiedlichen

Aspekten, mit der Donau auseinandersetzen.

„Zu 98,5 % des Jahres ist die Donau

schon heute schiffbar und damit ein verlässlicher

Verkehrsträger“, tritt Mag.

Manfred Seitz, Geschäftsführer der via

donau – Österreichische Wasserstraßengesellschaft,

eine Art ASFINAG des

Wassers, der hartnäckigen Sage entgegen,

dass die Binnenschifffahrt aufgrund

von Umwelteinflüssen zu wenig Liefergenauigkeit

bietet. „Die Stahlindustrie in

Linz wäre ohne die Donau nicht konkurrenzfähig.

Doch leider kann die Donauschifffahrt

aufgrund der fehlenden Infrastruktur

in einigen Anrainerstaaten nur

unterdurchschnittlich am Verkehrsaufkommen

partizipieren.“

Denn Fakt ist, dass die Donau nicht

uns allein gehört. Mag. Philip Weller, Generalsekretär

der internationalen Kommission

„Schutz der Donau“, weiß um

dieses Spannungsfeld der unterschiedlichen

Interessen. „Die Donau soll auch

künftig ein wichtiger Transportweg sein,

aber es ist nicht das Maß aller Dinge,

den Interessen der Schifffahrt zu dienen.

Das darf nicht zu einer Zerstörung der

Wasserqualität führen.“ Wenn es nach

Weller geht, soll der Fluss als Naturlandschaft

erhalten bleiben, weitere

Staustufen lehnt er ab.

In diese Kerbe schlägt naturgemäß

auch Mag. Carl Manzano, Direktor des

Nationalparks Donau-Auen. „Der Nationalpark

ist eingerichtet worden, um die

Donau dauerhaft zu schützen. Gleichzeitig

geht eine internationale Wasserstraße

mitten durch diese Region. Die

Wirtschaft will Regulierungen für eine

permanente Durchlässigkeit, wir wollen

eine natürliche Flusslandschaft. Um diesen

Widerspruch aufzuarbeiten, sollte

man beginnen, die Grenzen der Binnenschifffahrt

zu definieren. Denn nicht für jedes

Gut und für jedes Termingeschäft ist

die Donau als Transportweg geeignet.“

Diesem Argument kann ein weiterer

Referent nur begrenzt zustimmen. In

Österreich gibt es vier große Häfen. Neben

Wien und Linz sind Enns und Krems

wichtige Güterumschlagplätze an der

Donau. Hubert Mierka, Geschäftsführer

des Mierka Donauhafen Krems, verweist

auf die Besonderheiten der jeweiligen

Regionen. „Es gibt insgesamt vier Nadelöhre,

die das Potenzial der Donau

als Transportweg schmälern. Und besonders

dort ist die Schifffahrt von Wetterbedingungen

natürlich nicht völlig unabhängig.

Wenn es wenig regnet, ist die

Abladetiefe nicht gegeben, was die

Kapazitätsauslastung erschwert. Das

drückt wiederum auf die Wirtschaftlichkeit

und Konkurrenzfähigkeit zur Straße.“

Einig waren sich die Diskutanten –

gerade in Zeiten der Krise – über die

Binsenweisheit, dass Wirtschaftswachstum

ohne Verkehrswachstum nicht möglich

ist. Unterschiedliche Meinung

herrschte allerdings darüber, welchen

Stellenwert Ökologie und Ökonomie in

Zukunft haben sollen. Eine kleine

Gruppe an Teilnehmern ließ an der Gewichtung

dieser diametralen Positionen

allerdings wenig Zweifel: die Schüler aus

der HAK Gänserndorf und der Hohen

Lehranstalt für Umwelt und Wirtschaft

(HLUW). In ihren Wortmeldungen in der

anschließenden Podiumsdiskussion

ging es vornehmlich um Fragen der

Nachhaltigkeit, die von den Jugendlichen

eingefordert wurden. Zum Beispiel,

dass Schadstoffe in den Sedimenten der

Donau und der Wellenschlag der Schiffe

dazu führen, dass die Laichplätze der

Fischschulen im ufernahen Bereich massiv

gefährdet sind. Die Schüler wollten

Antworten auf die ökologische Dimension

des Verkehrsträgers Donau und

stellten dabei den Referenten durchaus

kritische Fragen.

Die kontroversielle Diskussion zeigte,

wie sehr das Thema gesellschaftliches

Anliegen ist. Peter Engert zieht seine

Conclusio des Abends, indem er von

einem – technisch machbaren – Traum

erzählt: dass es eines Tages möglich

sein wird, von Österreich bis an die

Grenzen nach China einen Container

mit Stofftieren auf die Reise zu schicken,

der nur auf dem Wasserweg und per

Bahn unterwegs ist. Doch davor werde

wohl noch viel Wasser die Donau runterfließen

...ı

NUMMER 2| JUNI 2009 25


ökoprojekte

The Wind Company goes Übersee

Österreichs Windkraftunternehmen bündeln ihr Know-how und starten

ein ambitioniertes Expansionsprojekt. Sie wollen groß angelegte Windparks

außerhalb der Europäischen Union, vor allem in den USA, errichten.

Bogislaw von Langenn-Steinkeller,

Geschäftsführer der Wind Company.

Raiffeisen Energy & Environment,

WEB Windenergie, Windkraft Simonsfeld,

Im-Wind Elements und die Energiewerkstatt

haben eine Projektgesellschaft

namens The Wind Company

GmbH ins Firmenbuch Wien eintragen

lassen. Geschäftsführer ist Bogislaw von

Langenn-Steinkeller, ein ausgewiesener

Windkraft- und Finanzierungsexperte.

Von Langenn-Steinkeller ist gelernter

Bankkaufmann und US-Börsenmakler.

Der 44-jährige Deutsche leitete sechs

Jahre lang bei der HypoVereinsbank die

Finanzierung von erneuerbaren Energieprojekten,

später war er Geschäftsführer

des deutschen Windkraft-Marktführers

wpd AG in Bremen.

„Diese Windkraftbetreiber haben sich

zusammengeschlossen, um auf Märkte

zu gehen, wo keiner alleine hingeht“, erklärt

von Langenn-Steinkeller. „Unser

Zielmarkt-Schwerpunkt wird in den USA

und Kanada sein.“ Nachsatz: „Die Aufgabe,

hier unternehmerisch etwas

Neues auf die Beine zu stellen, reizt mich

sehr.“ Denn in den USA werden Alternativenergieprojekte

durch Präsident Barack

Obama forciert. Auch ausländische

Unternehmen haben Zugang zu den

diesbezüglichen US-Förderungen. „Es

geht dort um große Windparks, die entwickelt

werden sollen“, erläutert der

Deutsche. „Wir sind aber rein onshore

(an Land) orientiert.“ Über die nächsten

Jahre soll ein Portfolio von 500

Megawatt plus X entwickelt werden.

„Wir sind zuerst einmal ein Developer“,

sagt der Fachmann. „Wenn ein

Projekt baureif ist, werden wir entscheiden,

ob wir es selbst aufziehen oder es

verkaufen.“ Diese Flexibilität wolle man

sich vorbehalten. Die Projektentwicklung

wird von den Gesellschaftern finanziert.

„Die Windenergiebranche ist

eine absolute Zukunftsbranche“, weiß

der Banker. „Wir leiden zwar alle unter

der durch die Finanzwirtschaft verursachten

Krise, aber das ist keine Krise

unserer Branche.“ı

Gesucht: Intelligente

Finanzierungsmodelle

Die hochkarätig besetzte „viennergy 2009“ ging Ende Februar 2009

am Wiener Messegelände über die Bühne. Energie- und Finanzierungsexperten,

Politiker und Wissenschafter trafen sich zwei Tage

lang zum Gedankenaustausch über wichtige Zukunftsthemen.

Foto: The Wind Company

Das Symposium versteht sich als ein Vorreiter

in Sachen erneuerbare Energien und

innovativer Energieplanung. Schon die erste

Veranstaltung im letzten Jahr unter dem

Motto „Municipal Energy Links" hat Impulse

gesetzt, Netzwerke gebaut und Spuren hinterlassen.

In diesem Jahr stellt die Veranstaltung

die Finanzierung städtischer Infrastrukturen

in den Mittelpunkt der Diskussionen.

Denn über 70 % der Bevölkerung in

Europa leben in Städten und es werden immer

mehr. Diese Menschen benötigen eine

sichere, leistbare und umweltverträgliche

Energieinfrastruktur. Doch die ambitionierten

Ziele im Klimabereich sind nur zu schaffen,

wenn auch die Menschen in den Städ-

26 Leas•mich


Klimaschutz by Raiffeisen

Im Februar 2009 fand der Raiffeisen-Energiespartag mit zahlreichen Aktionen in Wien und

in den Bundesländern statt. Im Zentrum der Aktivitäten stand die Gebäudesanierung.

Mag. Peter Engert, GF der Raiffeisen-Leasing,

über kreative Finanzierungswege.

Foto: SYMPOS

„Wir tun etwas!“– Ex-EU-Kommissar Dr. Franz Fischler (links) und Initiator Dr. Christian Konrad

waren zwei prominente Referenten am diesjährigen dritten Raiffeisen-Energiespartag.

Auch heuer schlossen sich zahlreiche

Organisationen der Aktion an: die Landesbanken,

die Raiffeisen Ware Austria

(RWA) mit den Lagerhäusern, Sektorinstitute

wie die Raiffeisen Bausparkasse,

die Raiffeisen Zentralbank Österreich AG

sowie die UNIQA.

In ausgewählten Raiffeisenbanken

waren in Niederösterreich rund 100 und

in Wien zehn unabhängige Energieberater

im Einsatz. Diese boten umfassende

Informationen bei Finanzierungsfragen

sowie praktische Unterstützung

bei Förderansuchen und Förderberatung

an. Zudem wurde eine eigene

Energiespar-Homepage (www.energiesparta2.at)

sowie eine Energiespar-Hotline

(0517001745) eingerichtet. In 30

niederösterreichischen Raiffeisenbanken

konnte man „Pellets freitanken“.

Eine Kundenzeitschrift sowie kostenlose

Dämmstoffverteilung in einzelnen Gemeinden,

Fachvorträge und ein Gewinnspiel

vervollständigten das Angebot.

In der Steiermark gab es eine

ten bereit sind, neue Wege zu gehen. Der

Aufbau, Umbau und die Erhaltung der städtischen

Infrastrukturen ist kapitalintensiv,

langlebig und komplex. Wer ernsthaft Infrastrukturen

in großem Stil verändern will,

muss unvoreingenommen alle Optionen betrachten

und jede Alternative auch zu Ende

denken. Schlüssel aller Umgestaltung ist die

Finanzierbarkeit. „Neue Wege in der Energieversorgung

erfordern kreative Finanzierungswege.

Und es gibt viele Wege zum

Ziel“, erläutert Mag. Peter Engert, Geschäftsführer

der Raiffeisen-Leasing und

einer der Referenten. In Zeiten schwieriger

Finanzlage punktet die Raiffeisen-Leasing

unter anderem mit dem ausgeklügelten Produkt

„Energieeffizientes Bauen und Sanieren.“

Es verbindet die ökonomischen mit

ökologischen Vorteilen, indem die CO ²

-

Emissionen ebenso reduziert werden wie

die Betriebskosten.

Schwerpunktaktion zum Thema Energiesparen

mit Partnern aus dem Gewerbe.

In Kärnten und Salzburg war

man bei regionalen Baumessen präsent,

in Tirol wurde eine Sanierungsoffensive

mit umfangreichen Maßnahmen

gestartet.

Die Raiffeisen Ware Austria und zahlreiche

Lagerhäuser waren in die Aktionen

eingebunden. Kunden konnten dort

nach eingehender Beratung auch gleich

Baustoffe, Isoliermaterialien oder auch

Holzpellets samt dazugehöriger Technik

erwerben. Die Raiffeisen Bausparkasse

veranstaltete eine Schwerpunktkampagne

zum Thema Bauen und Wohnen

samt 200-Euro-Energiesparbonus. In

der Raiffeisen Zentralbank Österreich

wurde in Zusammenarbeit mit 15 Ausstellern

eine umfassende Beratung zum

Thema Energiesparen angeboten. Die

UNIQA stellte ihre Aktion unter das

Motto „Mein Haus, mein Kraftwerk“ mit

entsprechenden Informationen zu den

Bereichen Finanzierung, Versicherung,

Technik sowie Energiebilanz.ı

Foto: Raiffeisen Klimaschutz-Initiative

NUMMER 2| JUNI 2009 27


ökoprojekte

Vorbildwirkung

Im Jahr 2007 hat die Raiffeisen-Leasing das Modul ÖKOPROFIT absolviert

und wurde heuer erneut als ÖkoBusinessPlan-Betrieb ausgezeichnet.

Das von der Stadt Wien

ins Leben gerufene Programm

unterstützt mit

Workshops und Beratungstagen

die Umwelt-

Fitness von Unternehmen.

Dabei werden Möglichkeiten

erarbeitet, wie

wertvolle Energie eingespart,

Abfälle vermieden

und Abläufe ressourcenschonend

verbessert werden.

Im Jahr 2009 wurde

die Raiffeisen-Leasing

wiederum als ÖkoBusinessPlan-Betrieb

ausgezeichnet.

Die bereits vor

zwei Jahren eingeleiteten

Maßnahmen wurden

2008 erfolgreich weitergeführt.

So wird der Fuhrpark

der Raiffeisen-Leasing

laufend auf den Betrieb

mit Biotreibstoffen umgerüstet,

bei Neuanschaffungen

wird auf ökologische

Fahrzeuge gesetzt.

Die Raiffeisen-Leasing hat sich das Ziel

gesetzt, dass bis 2010 zwei Drittel der

rund 91 Firmenfahrzeuge CO ² -neutral

fahren.

Das 2007 installierte „Follow-Me-

Printing“ bewirkt, dass Druckaufträge zunächst

auf einem zentralen Server landen.

Das erlaubt es dem User, kurzfristig

zu entscheiden, welche Unterlagen tatsächlich

ausgedruckt werden. Im Lauf

der Umsetzung des Konzeptes wurden

90 Arbeitsplatzdrucker durch 16 Multifunktionsgeräte

ersetzt. Die Mitarbeiter

der Raiffeisen-Leasing können somit von

jedem Platz aus flexibel auf jedes Multifunktionsgerät

im Haus zugreifen. Selbst

externe Zugriffe auf die Geräte, bei-

Stadträtin für Umwelt Mag. Ulli Sima, Tatjana Shahin und Mag. Günter Strobl (beide Raiffeisen-Leasing).

spielsweise aus dem Home-Office, sind

möglich. Die Funktion, Ausdrucke gezielt

an Personen im Unternehmen zu

senden, vermindert die Mailflut und spart

überflüssige Kopien. Wie schon im Nachhaltigkeitsbericht

2007 prognostiziert,

hat die Zentralisierung zusätzliche Flexibilität

und Einsparpotenzial mit sich gebracht.

Neben der Kostenreduktion ist

die verringerte Umweltbelastung ein sehr

positiver Aspekt des neuen Greenline-

Drucksystems: einerseits aufgrund des

geringeren Papierverbrauchs, andererseits

wegen des verminderten CO ² -Ausstoßes.

Die Greenline-Zertifizierung der

Geräte und die Auszeichnung „Global

100 most sustainable corporation“ des

Geräteherstellers haben dies zusätzlich

bestätigt.

Als weitere Umweltleistung werden

seit 2007 PCs nur mehr in Form von

Notebooks angeschafft. Diese neuen

Geräte verbrauchen deutlich weniger

Strom als Standgeräte und ersparen,

wenn sie als „mobiles Büro“ genutzt werden,

Fahrten zum Arbeitsplatz.ı

28 Leas•mich

© Stadt Wien, MA22 | feel image - Fotografie OG


Raiffeisen-Leasing-FPM: ISO-STAR

Qualitätsbewusste Öko-Flotte: Neben hoher Umweltfreundlichkeit

wurden auch alle Kriterien zur ISO-Zertifizierung erfüllt.

Die jüngste ISO-Zertifizierung ist ein

„Star-Ergebnis“ in der Raiffeisen-Leasing-Gruppe,

zumal das Unternehmen

2008 – im Jahr der Wirtschaftskrise – mit

einem Wachstum von 22 % den größten

Branchenzuwachs erzielen konnte. Parallel

wurde der Raiffeisen-Fuhrpark zur

innovativen Öko-Flotte umgerüstet. Und

gleichzeitig wurden alle Kriterien zur

ISO-Zertifizierung erfüllt.

Die Prozessbeobachtung zur Umsetzung

der Zertifizierung hat im letzten

Jahr einige Monate in Anspruch genommen.

Im Zuge dessen wurde eine

Kundenbefragung zu den Themen Angebotserstellung,

Kommunikation, operative

Betreuung und Gesamtzufriedenheit

durchgeführt. Die durchwegs positiven

Ergebnisse und das Feedback sind

in die Beurteilung mit eingeflossen.

In den kommenden zwei Jahren werden

die vereinbarten Standards dann

durch ein Audit des TÜV Austria (Überprüfungskomitee)

jeweils in einem zweitägigen

Beobachtungszeitraum geprüft.

Im Falle der erneuten positiven Beurteilung

erhält die Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement

eine Rezertifizierung.

Erst nach drei Jahren ist eine neuerliche

Generalüberprüfung erforderlich.

Die ISO 9001:2008 Norm kann zur

Bewertung eines Unternehmens, aber

auch für einzelne, klar definierte Unternehmensbereiche

erstellt werden. Nach

ISO zertifiziert zu sein bedeutet, dass

Prozesse sowie bestimmte Rollen in einer

Firma definiert und dokumentiert

Drei Gründe waren ausschlaggebend

für die Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement,

die Zertifizierung zu

beantragen:

” Das Qualitätsbewusstsein nach außen

zu dokumentieren und im Unternehmen

weiter zu fördern.

” Die Kundenzufriedenheit zu erhöhen

und die interne Kommunikation zu

verbessern.

Wir sind ISO-STAR (v.l.n.r.):

Mag. Alfred Berger (Geschäftsführer

Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement

GmbH), Mag. (FH)

Stefan Pfeffer (ISO-Berater, Firma

Lucon), Ing. Helmut Gabriel (Auditor,

TÜV), Mag. Gerhard Strasser

(Prokurist Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement

GmbH, Qualitätsmanagement-Beauftragter).

Top-Betreuung für Flottenkunden

Die Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement

GmbH wurde 1995 als hundertprozentige

Tochtergesellschaft der Raiffeisen-

Leasing GmbH gegründet und managt zurzeit

mehr als 6.400 Fahrzeuge (Pkw und

Lkw) in ganz Österreich. Das Unternehmen

zählt zu den dynamischsten Fuhrparkgesellschaften

am heimischen Markt und betreut

nationale und internationale Kunden

aus den verschiedensten Branchen. Die

Dienstleistungen reichen von der Erstellung

einer Flottenordnung und der Beratung bei

der Auswahl der passenden Fahrzeugmodelle

über die laufende Betreuung bis hin

zur Verwertung der Fahrzeuge.

sein müssen. Die Einführung eines kontinuierlichen

Verbesserungsprozesses

wird vorgegeben, welcher durch regelmäßige

interne und externe Audits belegt

werden muss.

Eine Zertifizierung kann prinzipiell

eigenständig ohne professionelle Beratung

durchgeführt werden, die Unterstützung

durch einen Unternehmensberater

ist also keine Voraussetzung.

Erforderliche Mustervorlagen können

gekauft und selbstständig ausgefüllt

werden. Die Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement

hat die Prüfung von

einem neutralen Spezialisten, Lucon

Management Consulting, durchführen

lassen.

” Stärken besser zu erkennen und Vorteile

optimal zu nutzen, um die Wettbewerbsfähigkeit

weiterhin auszubauen.

Das Qualitätsmanagementsystem EN

ISO 9001 ist eine europäische Norm.

„Wir haben uns dieser Kontrolle gerne

unterzogen“, erläutert Mag. Alfred

Berger, Geschäftsführer der Raiffeisen-

Leasing Fuhrparkmanagement. „Unser

Leitsatz als Dienstleistungsunternehmen,

dass unsere Kunden und ihre Zufriedenheit

im Mittelpunkt unseres Interesses

stehen, wurde nunmehr von einem

externen Berater dokumentiert und

bestätigt.“ı

NUMMER 2| JUNI 2009 29


eportage

CEE-Leasing trotzt der Krise

Internationales Leasing: RLI konnte ihre Umsatzzahlen in

Zentral- und Osteuropa auf hohem Niveau stabilisieren.

Neugeschäft der Raiffeisen-Leasing International-Gruppe

per 31.12.2008 (in Mio. EUR)

800

700

600

500

400

300

200

100

0

746

PL

326

258

207

180

159 153

122

97 96 86

81

65

46

26 19

SK HU HR BG RU RO RS CZ UA BH RE BY SI AL KZ

Neugeschäft 2008 der Raiffeisen-

Leasing International-Gruppe

nach Geschäftsfeldern

ó Immobilien

ó Mobilien

21%

11%

68%

ó KFZ

Die Raiffeisen-Leasing International

(RLI) fungiert als Holdinggesellschaft

des Leasingnetzwerkes in CEE. Sie ist

Tochtergesellschaft der Raiffeisen International

Bank-Holding AG (75 %) sowie

der Raiffeisen-Leasing (25 %). Mit der

Aufnahme des operativen Geschäftsbetriebes

im Kosovo 2008 erreicht die Holding

nunmehr mit 18 operativ tätigen

Gesellschaften in 17 Ländern einen

Markt mit mehr als 325 Millionen potenziellen

Kunden.

In folgenden Ländern ist die Raiffeisen-Leasing

International GmbH mit

Tochtergesellschaften vertreten: Albanien,

Belarus, Bosnien & Herzegowina,

Bulgarien, Kasachstan, Kosovo, Kroatien,

Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei,

Slowenien, Polen, Tschechien,

Ukraine, Ungarn und Moldawien. In allen

genannten Ländern – die einzige Ausnahme

bildet Kasachstan – ist die Raiffeisen

International Bank-Holding AG

ebenso mit Tochterbanken vertreten.

Durch die intensive Kooperation der

Bank- und Leasingeinheiten vor Ort werden

unsere Kunden ihren individuellen

Bedürfnissen entsprechend betreut.

Zum Jahresende 2008 waren im gesamten

Netzwerk knapp 1.620 Mitarbeiter

tätig. Das abgelaufene Geschäftsjahr

war von einem starken Wachstum bis

zu den Sommermonaten und im Sog

der allgemeinen Entwicklung von einer

merkbaren Abschwächung der Nachfrage

im weiteren Verlauf des Jahres geprägt.

In Summe konnte das Leasinggeschäft

mit EUR 2,7 Mio. annähernd

auf dem Niveau des Vorjahres gehalten

werden.ı

Aktivitäten gebündelt

Die Bilanzsumme der Raiffeisen-Leasing

International-Gruppe stieg im Berichtsjahr

um 23 % auf rund EUR 5,7 Mio.

Auf die aktuelle Lage der Finanzmärkte hat die

Raiffeisen-Leasing International rasch reagiert

und länderweise ihre Strategien adaptiert, um

auch zukünftig ihre Marktführerschaft in Zentralund

Osteuropa behaupten und weiter ausbauen

zu können.

Neue Zusammenarbeit: Die UNIQA Versicherung hat mit der

Raiffeisen-Leasing GmbH die UNIQA Leasing GmbH gegründet.

In der UNIQA Leasing werden neben Kfz-Leasing und Fuhrparkmanagement nun auch

Mobilien- und Immobilien-Leasing angeboten. Diese Produkte und Services werden sowohl

dem UNIQA Exklusiv-Vertrieb als auch Maklern offeriert.

Geschäftsführer der Gesellschaft sind Mag. Sabine Usaty-Seewald von UNIQA und

Mag. Reinhard Würger von der Raiffeisen-Leasing. „Wir als UNIQA Leasing profitieren

in dieser Partnerschaft von der langjährigen Erfahrung der Raiffeisen-Leasing, insbesondere

auch hinsichtlich unseres neuen Angebots des Mobilien- und Immobilien-

Leasings“, lobt UNIQA-Vertriebschef Hartwig Löger den neuen Partner.

Und Peter Engert, Sprecher der Geschäftsführung der Raiffeisen-Leasing, betont: „Gemeinsam

mit der UNIQA hat die Raiffeisen-Leasing eine wichtige strategische Zusammenarbeit

begründet. So erfolgt nun eine Bündelung der Synergien im Vertriebs- und

Produktbereich der UNIQA Leasing.“

30 Leas•mich


Océ Österreich firmiert seit Anfang des

Jahres unter einer neuen Adresse. Den

Umzug in die repräsentativen Vienna

Twin Towers feierte das niederländische

Digitaldruck-Technologieunternehmen,

das seit 40 Jahren in Österreich vertreten

ist, mit einem zweitägigen Eröffnungsevent

Anfang März 2009 in der Wienerbergstraße

11 in 1100 Wien.

„Die Vienna Twin Towers sind eine

sehr gute Adresse für Hightech-Unternehmen

wie Océ“, meint Geschäftsführer

Michael Krebs. „In der modernen, offenen

Architektur können wir unsere

Systeme optimal präsentieren und finden

zugleich die ideale Umgebung für

den Austausch mit Kunden und Interessenten.“

Neue

Heimat

für Océ

Digitaldruck-Technologieunternehmen

feiert Umzug

in die Vienna Twin Towers.

Schicker neuer Standort für Océ.

Auch wenn die Adresse neu ist: Océ,

dessen Konzernzentrale im niederländischen

Venlo liegt, ist bereits seit 40 Jahren

in Österreich vertreten. 85 Mitarbeiter

betreuen die Kunden von den Standorten

Wien, Graz, Linz, Salzburg und

Innsbruck aus. Zahlreiche Großunternehmen,

KMU sowie Druckdienstleister

vertrauen auf die technologische Kompetenz,

das Beratungs-Know-how, den

Service und die Leistungsfähigkeit von

Océ.

Zum Eröffnungsevent präsentierte

sich Océ gemeinsam mit der Raiffeisen-

Leasing, die bereits langjähriger Océ-

Partner im Bereich der Hard- und Software-Finanzierung

auf dem österreichischen

Markt ist.ı

Wiener Ball

im hohen

Norden

RL-Nordic und die Raiffeisen

Zentralbank Repräsentanz in

Stockholm als Tanzpartner.

Die Tochtergesellschaft der Raiffeisen-

Leasing in Schweden, die RL-Nordic,

und die Repräsentanz der Raiffeisen

Zentralbank nützen den Wiener Ball in

Stockholm jedes Jahr, um als Sponsor

aufzutreten, vor allem aber um Kunden

und Partner einzuladen.

Ronald Lausch und Anders Jarlskog,

der glückliche Gewinner der brandneuen

Head-Skier.

Beim Eröffnungsevent (v.l.n.r.): Joop van Boerdonk, Océ-Deutschland,

Vorsitzender der Geschäftsführung; Mag. Ferdinand Pircher, Raiffeisen-Leasing;

Mag. Michael Krebs, Océ-Österreich, Geschäftsführung

Foto: Océ

Der diesjährige Wiener Ball fand im

Grand Hotel in Stockholm statt. Der Einladung

zu diesem in Schweden einmaligen

Event sind mehr als 750 Gäste,

darunter auch zwei Minister sowie Vertreter

der königlichen Familie, gefolgt.

Der Ball wird seit 1953 von der schwedisch-österreichischen

Vereinigung organisiert

und wurde heuer vom österreichischen

Botschafter in Schweden,

Dr. Stephan Toth, eröffnet. Dieses Jahr

wurden als attraktiver Tombolapreis

Schi und Raiffeisen-Helm mit Autogramm

von Hermann Maier gespendet.

Bei dem glücklichen Gewinner handelt

es sich um Anders Jarlskog, der in der

Jugend Hobbyschirennläufer war, und

diesen Preis daher sehr zu schätzen

wusste.

NUMMER 2| JUNI 2009 31


lifestyle

Rückzug auf Zeit

Zeiten wie diese verlangen geradezu nach Kasteiung.

Bei einem Urlaub im Kloster werden Leib und Seele

von allem Unrat befreit.

Den Gürtel enger schnallen ist nicht nur

das aktuelle Motto einiger Spitzenmanager.

In mageren Zeiten gewinnen Aspekte

des Lebens an Bedeutung, die in einer

saturierten Überflussgesellschaft nicht

wahrgenommen, erfolgreich verdrängt

oder in das Esoteriker-Eck geschoben

werden: Dankbarkeit, Selbstbeherrschung,

Genügsamkeit. Ganz speziell

aber: Verzicht, und das nicht nur auf die

kleinen Sünden wie der feinen Zigarre zu

einem guten Glas Wein. Darunter fallen

auch so alltägliche Dinge wie stundenlanges

Versinken vor der PC-Spielkonsole,

Junk-Food-Attacken vor dem Fernseher

oder Anfälle von Telefonitis. Stille

und Langsamkeit sind Luxusgüter in einer

von Lärm und Tempo bestimmten

Welt. Dabei ist Stille ein menschliches

Grundbedürfnis. Sie ist erholsam, gesund

und schärft die Sinne. In der Stille kann

der Mensch zu sich selbst finden und

Stress abbauen. Aber die gesamte Zeit

mit sich alleine zu verbringen, ist anfangs

ganz schön gewöhnungsbedürftig.

Um allen Versuchen kulinarischer und

kommunikativer Natur zu widerstehen,

braucht es eine entsprechende Umgebung

– das vertraute Umfeld lässt einen

rasch in alte Gewohnheiten zurückfallen.

Um Abstand zu gewinnen, sollte

man daher eine Reise tun. Wie weit man

auf Distanz gehen will, bleibt jedem

selbst überlassen. Die Stifte und Klöster

des Landes, die ihre Pforten auch für

weltliche Gäste beiderlei Geschlechts

öffnen, liegen jedenfalls über ganz

Österreich verstreut.

Ob in der Zisterzienserinnen-Abtei

Marienkron, einem der drei Kneipptraditionshäuser

der Marienschwestern von

Karmel in Asbach, Bad Kreuzen und Bad

Mühllacken, dem Augustiner Chorherrenstift

St. Florian, dem Benediktinerstift

Göttweig oder Seitenstetten: Ein mehrtägiger

Aufenthalt im Kloster erlaubt es

gestressten Zeitgenossen, innere Einkehr

und äußere Anwendungen miteinander

zu verbinden.

Der Vereinigung Klösterreich gehören

20 Klöster und Stifte in Österreich,

Ungarn und Tschechien an. Die „ältesten

Herbergen der Welt“ zeigen ihre kultu-

Bei den Zisterzienserinnen werden

neben Massagen und Kneippanwendungen

auch Entschlackungskuren und unterschiedliche

Diäten angeboten.

32 Leas•mich


Foto: Seminar- und Gesundheitszentrum Kloster Pernegg

Der Vereinigung Klösterreich gehören 20 Klöster

und Stifte in Österreich, Ungarn und Tschechien an.

Die „ältesten Herbergen der Welt“ zeigen ihre kulturellen

Schätze und lassen die Besucher am klösterlichen Leben

und geistigen Exerzitien teilnehmen.

Foto: Seminar- und Gesundheitszentrum Kloster Pernegg

Gaumenfreuden der anderen Art: den kulinarischen Genüssen muss man auch

im Kloster nicht vollends entsagen. Doch Im Mittelpunkt steht die „geistige“ Auszeit.

rellen Schätze und lassen die Besucher

am klösterlichen Leben und geistigen

Exerzitien teilnehmen. Die Gästeunterkünfte

reichen von einfach bis luxuriös,

von der Fließwasser-Klause bis zur Suite.

Ähnlich die Auswahl in puncto Gaumenfreuden:

von klassisch über fernöstlich

bis asketisch. Auch Massagen,

Kneippanwendungen, Osteoporose-Kuren

und andere spezielle Angebote sind

je nach Gusto und gewählter Herberge

Teil des Urlaubsprogramms. Im Mittelpunkt

steht aber bei allen die „geistige“

Auszeit, die ein Aufenthalt im Kloster mit

sich bringt.

Zum Beispiel in der Zisterzienserinnen-Abtei

Marienkron. Frühaufsteher gehen

zu den Nokturnen und den Laudes,

den ersten Gebetszeiten. Und dann zur

morgendlichen Gymnastik auf dem „Trockenen“

oder im Wasser. Morgenmuffel

verschieben den Kirchgang auf später

und beginnen den Tag mit einem gemütlichen

Frühstück. Dann Spazieren

im großen Naturpark oder Kneippen

oder Massage oder Nordic Walking oder

„gar nix tun“ bis zur Mittagsmesse.

Nach dem Essen noch mehr „gar nix

tun“, Bibel lesen oder Meditation oder

Qigong oder Radtour oder Sauna oder

Yoga oder Seminarbesuch „Lebensqualität

im Alter“, oder ...

Man sieht also: Die Angebote der

Klöster sind ebenso reichhaltig wie das

Wissen um die physische und psychische

Regeneration. Was dazu führte,

dass manch ehemaliges Ordenshaus

heute mehr einem Hotel und Gesundheitszentrum

ähnelt, wie beispielsweise

das Kloster Pernegg im Waldviertel. Das

850 Jahre alte Gebäude, das sich sehr

erfolgreich auch als mystischer Ort für

Seminarveranstalter verkauft, zieht besonders

jene an, die sich auf ihrer Suche

nach Spiritualität gleich um ein paar Kilos

erleichtern wollen. Mehr als 1000 Menschen

kamen 2008 in das ehemalige

Chorfrauenstift, um eine Woche lang und

unter Aufsicht von „Fastenleitern“ allen

kulinarischen Genüssen zu entsagen.

2009 werden es der Buchungslage nach

ebenso viele sein, die sich die Zeit des

Verzichts zwischen fünf- und sechshundert

Euro kosten lassen. Fazit: Das Brechen

des kargen Brotes geht nicht unbedingt

Hand in Hand mit monetärer Askese;

nicht einmal in Krisenzeiten … ı

NUMMER 2| JUNI 2009 33


facts&figures

5000

4000

3000

2000

1000

Insolvenzstatistik

Ó Insolvenzen Ó Privatkonkurse Ó Neuprotokollierungen

Die endgültigen Zahlen für das erste Quartal 2009 lassen

in der aktuellen KSV-Auswertung bei den Unternehmensinsolvenzen

einen gehörigen Auftakt erkennen. Mit 963

eröffneten Insolvenzverfahren lag das erste Quartal 2009

mit rund 29% über dem ersten Quartal 2008. Die Gesamtzahl

aller Pleiten, also inklusive mangels Masse abgewiesener

Konkurse, stieg immer noch um beachtliche 18 %.

Diese Steigerungen erwecken den Eindruck extremer

Dramatik: sie zeigen den Anstieg des ersten Quartals 2009

gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008. Die Trendwende

bei Insolvenzen setzte bekanntlich bereits im 2. Quartal

2008 ein, sodass die vorliegenden Zahlen den Trend des

Vorjahres eigentlich nahtlos fortsetzen.

Quelle: KSV

0

1. Quartal 2007 1. Quartal 2008 1. Quartal 2009

Internationale Wirtschaftskrise hält an

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg befindet sich die Weltwirtschaft in einer Rezession.

In den wichtigsten Wirtschaftsblöcken wird die Produktion heuer deutlich sinken.

Auch Österreich muss trotz massiven Gegensteuerns der

Fiskalpolitik 2009 mit einem realen Rückgang des BIP um

2,2 % rechnen. Während Export und Investitionen einbrechen,

nimmt der Konsum ungeachtet der Rezession leicht zu. Im

Jahr 2010 sollten auch international die Maßnahmen zur Konjunkturstützung

greifen. Dies wird die Nachfrage stabilisieren,

sodass Österreichs Wirtschaft um 0,5 % wachsen wird.

Ende 2008 verstärkte sich der weltweite Konjunkturabschwung

deutlich. Die Weltwirtschaftsleistung wird heuer um

1 % zurückgehen. Vom Abschwung wurden alle Wirtschaftsregionen

erfasst. Die USA, Japan und die EU befinden sich in

einer tiefen Rezession, und das bis vor kurzem noch sehr dynamische

Wachstum in den Schwellenländern wird sich massiv

verlangsamen. Die Stabilisierung der Finanzmärkte als notwendige

Vorbedingung für ein neues nachhaltiges Wachstum

ist bislang nicht eingetreten. Dennoch sollte die Weltwirtschaft

dank umfangreicher internationaler Maßnahmen zur Konjunkturstützung

im Jahr 2010 wieder leicht wachsen.

Die international schlechte Wirtschaftslage spiegelt sich

auch im kräftigen Rückgang des Welthandels (2009 −5 %), der

bislang eine wichtige Triebfeder der Weltwirtschaft war. Nach

dem starken Rückgang im 2. Halbjahr 2008 stagniert der Erdölpreis

seither bei 40 $ bis 45 $ je Barrel. Aufgrund der Nachfrageschwäche

wird er im Jahresdurchschnitt 2009 etwa auf

diesem Niveau verharren. Während die Erdölproduzenten ihre

Investitionen drosseln, wird die Nachfrage nach Erdölprodukten

2010 wieder etwas zunehmen. In der Folge könnte sich der

Erdölpreis auf 55 $ je Barrel erhöhen. Angesichts der anhaltenden

Unsicherheiten auf den Finanzmärkten und der unterschiedlichen

geldpolitischen Reaktionen in den USA und im

Euro-Raum sind Wechselkursvorhersagen besonders riskant.

Die WIFO-Prognose geht von einem Wechselkurs von 1,25 $

je Euro in beiden Jahren aus.

Obwohl die Wirtschaft der USA stärker von der Finanzmarktkrise

betroffen ist, wird sie heuer mit −2,7 % weniger

schrumpfen als jene des Euro-Raums (−3 %). Die Fiskalpolitik

wird die Wirtschaft in den kommenden Jahren mit

600 Mrd. $ (rund 4 % des BIP) stützen. Auch die Geldpolitik der

USA setzt Impulse, obwohl die Fed den Leitzinssatz auf nahezu

0 % gesenkt hat. Mit offenmarktpolitischen Maßnahmen gelingt

es der Federal Reserve, die Geldmenge anhaltend auszuweiten.

6

Langfristige Zinssätze

in Prozent

6

Kurzfristige Zinssätze

in Prozent

5

Verbraucherpreise

in Prozent

5

4

Österreich

5

4

Euro-Raum

4

3

USA

Österreich

Quelle: WIFO

3

2

1

0

2006

USA

Japan

Für 2009 und 2010

liegen derzeit keine

aktuellen Prognosen

des WIFO vor!

2007 2008 2009e 2010e

3

2

1

0

2006

USA

Japan

Für 2009 und 2010

liegen derzeit keine

aktuellen Prognosen

des WIFO vor!

2007 2008 2009e 2010e

2

1

0

-1

2006

Japan

Für 2009 und 2010

liegen derzeit keine

aktuellen Prognosen

des WIFO vor!

2007 2008 2009e 2010e

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immobiliennews

1180 Wien

Naaffgasse 86

Wohnen mit Ausblick am Schafberg

14 Eigentumswohnungen ab 90 m²

Terrassen, Eigengärten, Tiefgarage

Topausstattung

Foto: Irene Schanda

Mag. Michaela Orisich

» (01) 716 01-8244

immobilien@rl.co.at

1170 Wien

Güpferlingstraße 37

1130 Wien

Einsiedeleigasse 4-6

Foto: Architekt Brodl

Eigentumswohnungen ab 55 m²

Eigengärten, Balkone, Terrassen

Erstbezug jetzt!

Mag. Ines Lirsch

» (01) 716 01-8242

immobilien@rl.co.at

Wohnen in Ober-St. Veit

11 Eigentumswohnungen ab 70 m²

Terrassen, Eigengärten, Tiefgarage

Topausstattung

Mag. Michaela Orisich

» (01) 716 01-8244

immobilien@rl.co.at

www.raiffeisen-leasing.at/living


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Das Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing 2|2008

Energieeffizienz

imFokus

Menschen

Reportage

RLI

Peter Gauper und Georg Messner

Neues Bauen

Wachstumsmotor CEE

Das Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing 3|2008

Binnenschifffahrt

Alternativer

Verkehrsträger

Im Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing informieren wir Sie dreimal

jährlich kostenlos über die aktuellsten Entwicklungen im Leasing- und

Finanzbereich sowie über gewinnbringende Konjunkturentwicklungen.

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ò Immobilien-Investment und -entwicklung

in Mittel- und Osteuropa

ò Erneuerbare Energien

ò Fuhrparkmanagement

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Neues zum Thema Ökoenergie unter www.oekoenergie-blog.at

Menschen Johann Marihart

Reportage Mikro-Leasing in Uganda

Neue Medien ÖkoEnergie-Blog

Vorname/Nachname

Das Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing 1|2009

Straße

PLZ/Ort

Aktuelle Trends im

Leasinggeschäft

Menschen

Immobilien

Wohnbau

Ingo de Buhr

Rivergate am Handelskai

Schöner Leben

Telefon (tagsüber)

Fax-Message an Raiffeisen-Leasing Fax-Nr. 01 71601-98444

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