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Postgebühr bar bezahlt, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf

Das Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing 1|2009

Aktuelle Trends im

Leasinggeschäft

Menschen

Immobilien

Wohnbau

Ingo de Buhr

Rivergate am Handelskai

Schöner Leben


Postgebühr bar bezahlt, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf

inhalt

Das Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing 1|2009

Aktuelle Trends im

Leasinggeschäft

Menschen

Immobilien

Wohnbau

Ingo de Buhr

Rivergate am Handelskai

Schöner Leben

editorial ANDREA WEBER 3

Der Tausendsassa

Ingo de Buhr, Chef der deutschen

PROKON Nord, setzte

schon vor Jahren auf zukunftsweisende

Technologien.

Seite 4

Vorsorgen? Sicher!

Der Erwerb einer Eigentumswohnung

zum Zwecke der Vermietung

ist ein gutes Investment.

Seite 6

menschen

DI Ingo de Buhr. 4

steuer

Vorsorgewohnungen:

Steuerliche Rahmenbedingungen. 6

recht

Die Grundbuchsnovelle 2008 hat

einige Veränderungen gebracht. 8

kommentar

GF MAG. MICHAEL OHNER:

Erfolgreiches Jahr trotz Finanzkrise 11

coverstory

Kundenorientierte Zusatzdienstleistungen

erfreuen sich großer Akzeptanz. 12

meinung

GF MAG. PETER ENGERT:

Kundennähe als Vorteil in der Krise. 19

Neue Rubrik

Die Raiffeisen-Leasing präsentiert

ihre Ökoprojekte: vom

Windpark bis zur Photovoltaik,

von Schweden bis Bulgarien.

Seite 26

immobilien gewerblich

Rivergate: Projekt mit Signalwirkung. 20

Großprojekt für RL-Nordic Oy. 20

Im Zentrum: Schöck baut auf Linz. 21

Sportzentrum Zeltweg runderneuert. 22

Projekt Linser Areal: Schule & Shops. 23

Zubau für Raiffeisen Finanz Center. 24

2 Leas•mich


editorial

Aktuelle Trends

im Leasinggeschäft

Innovationskraft und Leistungsvielfalt

ist Basis und Essenz

aller erfolgreichen Unternehmen.

Raiffeisen-Leasing proudly

presents: Angebot mit besonderem

Mehrwert.

Seite 12

wohnbauprojekte

Schöner Leben in Wien und Stockholm. 25

ökoprojekte

Großer Wind um Kavarna. 26

Kraftwerk liefert Strom und Schnee. 27

Erster Windpark in Schweden. 27

reportage

Die Energie kann man sich sparen. 28

Business Center für Firmenautos. 29

kundenporträt

Ein „Bionier“ in Sachen Ernährung. 30

lifestyle

Jedem sein Chef-Menü. 32

facts & figures 34

OFFENLEGUNG GEMÄSS §25 MEDIENGESETZ Eigentümer: Raiffeisen-Leasing

GesmbH., Hollandstraße 11–13, 1020 Wien Gesellschafter: Raiffeisen Zentralbank

Österreich AG (51%), sämtliche Raiffeisen Landeszentralen (49%)

Geschäftsführer: Mag. Peter Engert, Mag. Karlheinz Sandler, Mag. Michael Ohner

Geschäftstätigkeit: Sämtliche Formen des Maschinen- und Geräteleasings, Kfz- und

Immobilien-Leasings, Bauträgergeschäfte und umfassende Dienstleistungen sowie

Öko-Energieprojekte

IMPRESSUM Medieninhaber: Raiffeisen-Leasing GmbH., Hollandstr.11–13, 1020 Wien,

Tel. 01 71601-8440, Fax: DW 8448, Internet-Adresse: http://www.raiffeisen-leasing.at,

E-Mail-Adresse: leasing@rl.co.at Herausgeber: Prok. Andrea Weber

Koordination: Ulrike Capelare Produzent: Verlagsgruppe NEWS Gesellschaft m.b.H.,

FN 183971 HG, Taborstr. 1–3, 1020 Wien Geschäftsführung: Dkfm. Helmut Hanusch

Objektleitung: Klaus Edelhofer Redaktionsbüro: Vojtisek KEG, E-Mail-Adresse:

act.vojtisek@aon.at Grafische Gestaltung: Greiner & Greiner, 1050 Wien

Fotos: Wo nicht anders angegeben: Raiffeisen-Leasing, Buenos Dias, Fotolia

Herstellung: Sibylle Bauer Druck: Druckerei Berger, 3580 Horn

Vertrieb: Mediaprint-Zeitschriftenvertriebsgesellschaft, 1235 Wien

Die Raiffeisen-Leasing GmbH übernimmt keine Haftung oder Garantie für die

Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.

Mehr Wert!

Neuen Standards ging meist ein eindeutiger Trend voraus – das ist in der

Wirtschaft nicht anders als in jedem anderen Lebensbereich. Über Erfolg

oder Misserfolg entscheidet immer der Markt. Umgesetzt auf die Wirtschaft

heißt das, dass nur von Dauer ist, was einen besonderen Mehrwert

bietet. Im Wettbewerb um den Kunden hebt sich jener ab, der einen Zusatznutzen

offerieren kann. Das kann im Finanzdienstleistungsbereich ein

Steuervorteil, ein verbessertes Rating oder ein reduzierter Aufwand sein.

Raiffeisen-Leasing hat diesem Aspekt seit jeher große Bedeutung beigemessen.

Dass wir mit unseren Produktinnovationen den hohen Ansprüchen

der Kunden gerecht werden, schlägt sich in der Tatsache

nieder, dass Raiffeisen-Leasing seit Jahren europaweit die Marktführerschaft

unter den Leasinggesellschaften innehat.

In unserer Coverstory stellen wir Ihnen diesmal einige kundenorientierte

Zusatzdienstleistungen vor, die sich bereits jetzt großer Akzeptanz

erfreuen. Wie Asset-Based-Finanzierungen, Operate Leasing-Modelle

und die Abwicklung des Baumanagements im Detail funktionieren, erläutern

unsere Fachautoren ab Seite 12. Europaweit agierende Unternehmen

werden sich zudem über interessante Steuergestaltungsmöglichkeiten

im internationalen Immobilien-Leasing freuen, die durch unsere

Auslandstöchter, die über großes Know-how in diesem Bereich verfügen,

abgewickelt werden können.

Ökonomie und Ökologie schließen einander nicht aus, ganz im Gegenteil.

So sind Alternativen zur konventionellen Energiegewinnung mittlerweile

sogar eine ökonomische Notwendigkeit geworden. Dies gilt bei der

Errichtung und Erhaltung einer Immobilie ebenso wie beim Güterverkehr.

Am 2. April geht das bereits vierte – von Raiffeisen-Leasing initiierte

Ökologiegespräch – über die Bühne, das sich dieser Thematik widmen

wird. Eine Expertenrunde, bestehend aus Dr. Ferry Maier, Generalsekretär

des Österreichischen Raiffeisenverbandes, Mag. Carl Manzano, Direktor

des Nationalparks Donau-Auen, Hubert Mierka, Geschäftsführer des

Mierka Donauhafen Krems, Mag. Manfred Seitz, Geschäftsführer der via

donau, Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft, und Mag. Philip

Weller, Generalsekretär der Internationalen Kommission Schutz der

Donau, wird das Potenzial der Binnenschifffahrt als alternativer, ökonomischer

und ökologischer Transportweg diskutieren. Ich lade Sie herzlich

ein, sich an diesem spannenden Wettstreit der Ideen zu beteiligen und

bitte um Ihre Anmeldung mittels beiliegendem Antwortfax.

Auf einen anregenden Abend mit vielen Diskutanten freut sich

Ihre Andrea Weber

ANDREA WEBER

Leiterin Marketing und PR

in der Raiffeisen-Leasing

NUMMER 1|FEBRUAR 2009 3


menschen

Der Tausendsassa

Den Begriff „Energiekrise“ kennt er nur vom Hörensagen.

Lange vor den Turbulenzen rund um Öl & Gas

setzte der 43-jährige PROKON Nord-Chef de Buhr

auf zukunftsweisende Technologien.

Bereits als Student wäre Ingo de Buhr,

Diplomingenieur und geschäftsführender

Gesellschafter der deutschen

PROKON Nord, als „Alternativer“ durchgegangen,

wenn auch nicht unbedingt

im herkömmlichen Sinne. Während seines

Technikstudiums an der TU Berlin,

das er mit Auszeichnung abschloss,

fand er den Bereich erneuerbare Energie

so aufregend, dass er vom Start seines

Berufslebens weg dieser Materie treu

blieb. Sein ganz persönliches Interesse,

aber auch ein gutes Gespür für künftige

Entwicklungen führten ihn als jungen

Projektingenieur zu ersten Erfahrungen

in der Planung erneuerbarer Energieanlagen.

Schon während des Praktikums

in Aurich reifte sein Entschluss, alternative

Wege zu beschreiten und seine eigenen

Ideen zu verwirklichen.

Ausgestattet mit den technischen und

betriebswirtschaftlichen Kenntnissen

gründete der Norddeutsche mit knapp

30 Jahren gemeinsam mit zwei Kollegen

das erste eigene Unternehmen: die

Prokon Projektierungs- und Betriebsführungsgesellschaft

für regenerative

Energiesysteme. Auf de Buhrs persönlicher

Agenda standen neben der Projektplanung

noch die Erstellung von Finanzierungsplänen,

die Entwicklung von

Fondskonzepten und der Vertrieb derselben.

Ein riesiger Aufgabenbereich,

selbst für einen in allen kaufmännischen

Belangen versierten Tausendsassa.

„Den Geldgebern und Finanzierungspartnern

musste ich natürlich ein umfassendes

Instrumentarium zur Verfügung

stellen, bevor sie bereit waren,

Geld in ein alternatives Zukunftsprojekt

zu investieren“, erläuterte de Buhr. Und

bei Anlagen dieser Größenordnung geht

es um gewaltige Summen.

1997 war dann das eigentliche Gründungsjahr

der PROKON Nord, deren

Kerngeschäft neben der Planung auch

die Durchführung von Genehmigungsverfahren,

die Finanzierung sowie den

Bau und Betrieb von regenerativen Energiesystemen

umfasste.

1999 begann de Buhr mit der Errichtung

eines Offshore-Windparks in der

Nordsee. An den Gestaden der Meere

sieht der Techniker auch heute noch das

größte Potenzial. „Speziell die Anlagen

in der Nordsee werden von Windgeschwindigkeiten

gespeist, die auf dem

Land einfach nicht vorherrschen. Das

ermöglicht eine optimale Ausnutzung

der Anlage durch sehr hohe Volllaststundenzahlen

von 4.000 h pro Jahr.“

Nach der bundesweit ersten Offshore-Genehmigung

baute er parallel

die ersten Tochtergesellschaften in

Großbritannien und der Mongolei auf,

die sich erfolgreich an landeseigenen

Bereits vor zehn Jahren errichtete

de Buhr seinen ersten Offshore-Windpark

in der Nordsee.

4 Leas•mich


„Die professionelle Abarbeitung

von komplexen Großprojekten

hat mich überzeugt.“

INGO DE BUHR | Chef der PROKON Nord

Ausschreibungsverfahren beteiligten. In

Frankreich, wo 2005 das erste Mal ein

Auswahlverfahren stattfand, wurde sein

Offshore-Windpark als einziges von zehn

Projekten ausgewählt.

Im Jahr 2003 übernahm PROKON

Nord die Multibrid Entwicklungsgesellschaft

mbH in Bremerhafen, die mit einer

elektrischen Kapazität von 5 MW eine

der größten Windenergieanlagen der

Welt, speziell im Offshore-Betrieb, herstellt.

Im Oktober 2007 wurden 51 % der

Anteile an die Areva-Gruppe verkauft.

Die Franzosen sind im Bereich der

Errichtung und des Betriebes von kohlendioxidausstoßfreien

Elektrizitätskraftwerksanlagen,

insbesondere Atomkraftanlagen,

aber auch Windkraft weltweit

über ein Vertriebs- und Produktionsnetzwerk

tätig. „Jede Errichtung eines

Offshore-Windparks bedeutet eine Milliardeninvestition.

Mit Areva haben wir

einen Partner, der die dafür notwendige

finanzielle Stärke bringt und der den

Ausbau regenerativer Energie durch

Windkraft stark forciert“, weiß de Buhr

um die eigenwillige Optik dieses Energiemixes.

Der große Vorteil sei, dass

Areva gerade im Bereich Offshore große

Anstrengungen unternehme, Kompetenz

einzukaufen.

Nach wie vor ist Windkraft zwar ein

wichtiges Standbein, aber beileibe nicht

das einzige. Seit 2002, mit der Übernahme

dieses zertifizierten Entsorgungsbetriebs,

wickelt die Biro GmbH

für PROKON Nord Einkauf, Aufbereitung,

Sortierung und Vermarktung von

Altholz aus aller Herren Länder ab. Die

von PROKON Nord errichteten Biomasseheizkraftwerke

Papenburg, Hamburg

und Emlichheim verwerten derzeit zudem

ca. 500.000 Tonnen Altholz, womit

die PROKON Nord zu den größten Biomassenutzern

Deutschlands zählt.

Ein weiteres wichtiges Projekt ist die

Bioethanolanlage Stade, welche sich

derzeit in der Inbetriebnahmephase befindet.

Die Projekte Emlichheim und

Stade wurden mit der Raiffeisen-Leasing

in Wien realisiert. Die Ansprechpartner

aus dem ersten gemeinsamen Projekt,

wo es noch keine deutsche Raiffeisen-

Leasing-Tochter gab, bleiben auch beim

zweiten Projekt dieselben. „Die professionelle

Abarbeitung von komplexen

Großprojekten hat mich schon bei unserer

ersten Zusammenarbeit 2006 überzeugt,

daher gab es keinen Grund für

mich, das zweite Projekt nicht ebenso

mit demselben eingespielten und verlässlichen

Team zu realisieren.“

Termintreue und Verlässlichkeit: das

wird auch bei jenen Projekten, die gerade

in Vorbereitung sind, eine wichtige

Rolle spielen. Denn der Techniker aus

Leidenschaft hat immer neue Ideen.

Nachdem de Buhr 2007 den Rotorblätterhersteller

PN Rotor gründete, begann

er ein Jahr später mit dem Bau einer

Eisengießerei für Großgussteile, wie sie

für Dampfturbinen, Verdichter und die

Expolorationsindustrie benötigt werden.

„Eine schnellere Lieferbereitschaft für

die eigenen Anlagen und die Tatsache,

dass sämtliche vergleichbare Anbieter

von Windkraftanlagen im 5-MW-Bereich

noch über keine eigene Gießereikapazität

verfügen, lässt eine hohe Auslastung

unseres Werks erwarten – auch durch

den Gussteilbedarf der Mitbewerber“,

erläutert de Buhr die Motivation für die

Diversifizierung seines Kerngeschäfts,

der bislang mit seinen Unternehmensentscheidungen

immer frühzeitig die

Zeichen der Zeit erkannte.

Wer beruflich so eingeteilt ist, mag

es dafür privat etwas ruhiger. Er liest

gern, geht ins Theater, hört Musik und ist

oft mit seiner Frau Carolin und den drei

halbwüchsigen Kindern in Wien. Seit

dem ersten Kontakt, der 2005 erfolgte,

pflegt er auch einen freundschaftlichen

Umgang mit seinen wichtigsten Ansprechpartnern

in der Raiffeisen-Leasing.

Mit ihnen läuft er seither regelmäßig

die gesamte Strecke des traditionellen

Wien-Marathons – „abgesehen vom

Vorjahr, wo mich eine heftige Verkühlung

erwischte und deshalb nur der

Halbmarathon drin war.“ Also, der Mann

hat definitiv einen langen Atem ...ı

NUMMER 1| FEBRUAR 2009 5


echt&steuer

Vorsorgen? Sicher!

Foto: Alexander Wulz

Der Erwerb einer Eigentumswohnung zum Zwecke der Vermietung

gewinnt an Bedeutung. Ein gutes Investment, vorausgesetzt, es werden

einige steuerliche Bestimmungen beachtet.

MAG. ANDREAS SCHEIBLECKER, RAIFFEISEN-LEASING

Die Entwicklung auf den Kapitalmärkten

im letzten Jahr und die öffentliche

Diskussion über die Sicherheit des staatlichen

Pensionssystems führten dazu,

dass private Anleger verstärkt nach sicheren

Veranlagungsformen suchen.

Neben zahlreichen anderen Instrumenten

hat sich dabei das Konzept der sogenannten

Vorsorgewohnungen etabliert.

Die Grundidee ist die Investition in

eine inflationssichere Immobilie, um damit

eine langfristig gesicherte Rendite

zu erzielen. Nach einigen Jahren sollte

die Wohnung, je nach Lage, eine deutliche

Wertsteigerung erfahren haben. So

kann man aus dieser Immobilie auch für

die Zeit nach der Pensionierung ein zusätzliches

Einkommen lukrieren, um den

persönlichen Lebensstandard (Stichwort

„Pensionslücke“) zu sichern.

Es gibt dabei eine Reihe steuerlicher

Rahmenbedingungen, die im Folgenden

kurz beleuchtet werden.

Grundkonzeption

Ausgangsbasis des Konzeptes der Vorsorgewohnung

ist der Erwerb einer Eigentumswohnung

mit der Absicht, diese

zu vermieten. Die Finanzierung des Ankaufs

erfolgt dabei mit einem, je nach

spezifischer persönlicher wirtschaftlicher

und steuerlicher Lage, unterschiedlichem

Mix aus Eigen- und Fremdmitteln.

Üblicherweise entstehen anfangs steuerliche

Verluste, da die Zinsen der aufgenommenen

Fremdmittel zuzüglich der

steuerlich absetzbaren Abschreibung

(siehe dazu unten mehr) zu Beginn der

Laufzeit oft die Mieteinnahmen übersteigen.

Diese steuerlichen Verluste können

mit anderen positiven Einkünften z. B.

aus nichtselbständiger Arbeit verrechnet

werden und reduzieren damit die

Gesamtsteuerbelastung. Dadurch entsteht

ein nicht unerheblicher Steuerspareffekt.

Je nach Höhe des steuerpflichtigen

Einkommens kann es zu einer

Steuerminderung von bis zu 50 %

der steuerlichen Verluste kommen, d. h.

bei einem steuerlichen Verlust in Höhe

von EUR 10.000 reduziert sich die Steuerbelastung

um bis zu EUR 5.000.

Aufgrund von im Rahmen der Fremdfinanzierung

durchgeführten Tilgungen

reduziert sich der Zinsaufwand, sodass

sich später – idealerweise nach Erreichen

des Pensionsalters und damit bei

entsprechend niedrigeren Einkünften

und Progression – ein steigender Überschuss

der Mieterträge über die Ausgaben

und dadurch das beabsichtigte Zusatzeinkommen

ergibt.

Vorsorgewohnungen sind als Immobilien

üblicherweise mit einer gewissen

Inflationssicherheit versehen, da Grund

und Boden als volkswirtschaftlich knappes

Gut gilt und nicht beliebig vermehrbar

ist, während die Werthaltigkeit der

Mieteinnahmen durch Indexanpassung

inflationssicher ist.

Einkommensteuer

Die Vermietung von Eigentumswohnungen

zählt steuerlich zu den Einkünften

aus Vermietung und Verpachtung. Damit

gehört die Vermietung von Eigentumswohnungen

zu den sogenannten Überschusseinkunftsarten,

d. h. es wird zur

Ermittlung der Einkünfte der Überschuss

der Mieterträge („Einnahmen“) über die

mit der Erzielung dieser Einnahmen verbundenen

Ausgaben („Werbungskosten“)

festgestellt.

Eventuelle Gewinne aus der Veräußerung

der Einkunftsquelle (= Eigentumswohnung)

bleiben im Rahmen der

Einkunftsart Vermietung und Verpachtung

unbeachtlich. Der Verkauf der

Eigentumswohnung kann jedoch zu einem

sogenannten Spekulationsgewinn

gemäß § 30 EStG führen. Ein solcher

Spekulationsgewinn liegt dann vor,

wenn diese Transaktion innerhalb von

zehn Jahren nach dem Erwerb erfolgt. In

diesem Falle wäre der Spekulationsgewinn

(Verkaufspreis abzüglich ursprünglicher

Anschaffungskosten) zu

versteuern. Eine Veräußerung nach

mehr als zehn Jahren nach Erwerb führt

dagegen üblicherweise zu keinem steuerlich

relevanten Einkommen und damit

zu keiner Steuerpflicht.

Die Einnahmen aus der Vermietung

(= Mieterträge) können mit den sogenannten

Werbungskosten verrechnet

werden. Als Einkünfte gelten nur die Differenz

aus Mieterträgen abzüglich Werbungskosten

– also sind nur diese zu

versteuern. Zu den Werbungskosten

zählen insbesondere:

ÿ Zinsen aus der Finanzierung,

ÿ Absetzung für Abnutzung (AfA) –

1,5 % des Gebäudeanteiles, d. h. von

den Gesamtanschaffungskosten ist

der Grundstücksteil auszuscheiden,

der steuerlich nicht abnutzbar ist,

ÿ Nebenkosten der Finanzierung (Kreditgebühr,

etc.) und

ÿ sonstige Kosten der Verwaltung der

Immobilie (z. B. Hausverwaltung etc.).

6 Leas•mich


Im Rahmen der einkommensteuerlichen

Wertung der Vermietung von Eigentumswohnungen

ist darauf zu achten,

dass innerhalb eines angemessenen

Zeitraumes ein steuerlicher Totalüberschuss

erreicht werden muss. Dieses

Erreichen des Totalüberschusses ist

dem zuständigen Finanzamt auf Anforderung

durch eine Planrechnung nachzuweisen.

Dieser Totalüberschuss ist erreicht,

wenn für den Planungszeitraum

die späteren kumulierten steuerlichen

Gewinne die kumulierten steuerlichen

Verluste der Anfangsphase übersteigen.

Kann ein solcher steuerlicher Totalüberschuss

nicht dargelegt werden, so sind

die entstehenden Verluste nicht mit anderen

Einkünften ausgleichsfähig. Man

spricht in diesem Zusammenhang von

steuerlich nicht zu berücksichtigender

„Liebhaberei“. Bei der Anschaffung einer

Vorsorgewohnung ist darauf zu achten,

dass durch entsprechende Aufteilung in

Eigen- und Fremdmittel die Erreichung

eines Totalüberschusses möglich ist.

Umsatzsteuer

Der Käufer einer Vorsorgewohnung fungiert

als Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes

(UStG). Die Vermietung

von Wohnungen unterliegt grundsätzlich

dem 10%igen begünstigten Umsatzsteuersatz.

Der Kauf der Wohnung

erfolgt vom Bauträger üblicherweise umsatzsteuerpflichtig.

Es handelt sich hier

um eine Sonderregelung, da Umsätze

mit Immobilien in der Regel umsatzsteuerfrei

sind. Diese Umsatzsteuerfreiheit ist

jedoch eine sogenannte unechte Befreiung,

d. h. ein Bauträger, der eine Eigentumswohnung

errichtet und diese umsatzsteuerfrei

verkauft, kann die im Rahmen

der Errichtung durch die Baukosten

angefallenen Umsatzsteuerbeträge (=

Vorsteuer) selbst nicht abziehen. Seit einigen

Jahren gibt es nun eine Option auf

normale Steuerpflicht (§ 6 Abs. 2 UStG),

was bedeutet, dass der Verkäufer die Immobilie

mit normaler Umsatzsteuer verkauft.

Dadurch handelt es sich um ein

normal umsatzsteuerpflichtiges Geschäft,

das dem Verkäufer den Vorsteuerabzug

auf die Errichtungskosten ermöglicht.

Andererseits kann der Käufer,

der die Immobilie selbst wieder als Unternehmer

nutzt, den Vorsteuerabzug

geltend machen. Insgesamt ergibt sich

dadurch eine Reduzierung des Nettopreises

für den Käufer einer solchen Vorsorgewohnung.

Voraussetzung dafür ist,

dass der Käufer ebenfalls Unternehmer

im Sinne des UStG ist, d. h. die Vorsorgewohnung

zur Erzielung von umsatzsteuerpflichtigen

Umsätzen verwendet.

Gegebenenfalls ist vom Käufer der Vorsorgewohnung

von einer weiteren Option

auf normale Umsatzsteuerpflicht Gebrauch

zu machen, wenn die gesamten

Jahresumsätze des Anlegers unter einer

bestimmten Höhe liegen.

In diesem Zusammenhang ist darauf

zu achten, dass bei einer Veräußerung

(sollte dabei nicht neuerlich auf normale

Umsatzsteuerpflicht optiert werden können)

oder bei einer Beendigung der

umsatzsteuerlichen Vermietung innerhalb

von zehn Jahren die Vorsteuer anteilig

– sie reduziert sich jährlich um ein

Zehntel – an den Fiskus zurückzubezahlen

ist.

Grunderwerbsteuer

Der Kauf einer Eigentumswohnung unterliegt

der Grunderwerbsteuer. Gemeinsam

mit der Eintragungsgebühr beträgt

diese Belastung 4,5 % vom Kaufpreis.

Einkommensteuerrechtlich wird der beim

Kauf entstandene Grunderwerbsteuerbetrag

anteilig auf den Gebäudeanteil und

den Grundanteil verteilt und zählt zu den

Anschaffungsnebenkosten, die im Falle

des Gebäudeanteils der steuerlichen Absetzung

für Abnutzung (AfA) unterliegen.

Zusammenfassung

Die Anschaffung einer Eigentumswohnung

zum Zwecke der Vermietung und

damit in weiterer Folge als private Pensionsvorsorge

gewinnt immer mehr an

Bedeutung. Es sind dabei eine Reihe

von steuerlichen Bestimmungen zu beachten,

die im Einzelfall durch entsprechende

Gestaltung zu einer weiteren Erhöhung

der Vorteilhaftigkeit derartiger

Vorsorgewohnungen führen können. Es

ist daher bei der Auswahl einer Vorsorgewohnung

darauf zu achten, ob seitens

des Verkäufers Hilfestellungen bei

der Gestaltung bzw. Optimierung unter

Berücksichtigung der individuellen Verhältnisse

angeboten werden. Zu diesen

Hilfestellungen gehört insbesondere

auch die Erstellung einer Planrechnung,

mit deren Hilfe es der Finanzverwaltung

gegenüber möglich wird, nachzuweisen,

dass keine steuerliche Liebhaberei vorliegt.

Des Weiteren ist zu klären, ob es

Unterstützung bei der Erstellung der

jährlichen Steuererklärungen gibt, um

den Nutzen einer Vorsorgewohnung für

den Anleger noch mehr zu erhöhen. ı

NUMMER 1| FEBRUAR 2009 7


echt&steuer

Klare Verhältnisse

Mit 1. 1. 2009 trat die Grundbuchsnovelle 2008

in Kraft, die große Veränderungen in diesem

Bereich nach sich ziehen wird.

MAG. IRENE OBERMAIR, RECHTSABTEILUNG RAIFFEISEN-LEASING

Seit über 20 Jahren werden die Daten

von 10,4 Millionen österreichischen

Grundstücken im Grundbuch und im Kataster

elektronisch festgehalten und geführt.

Das Grundbuch ist ein öffentliches

Verzeichnis, das von den Bezirksgerichten

geführt wird und in das sämtliche

österreichischen Grundstücke und die

an ihnen bestehenden dinglichen

Rechte eingetragen werden.

Der Kataster soll tatsächliche Grundstücksverhältnisse

ersichtlich machen

und – soweit sie im Kataster angelegt

wurden – Grundstücksgrenzen nachweisen;

der Kataster wird von den

41 Vermessungsämtern geführt.

Mit der Einführung der nunmehrigen

Grundbuchsnovelle wird der Modernisierungsprozess

im Grundbuch fortgesetzt,

ohne die eigentlichen Kernbestimmungen

des Grundbuchsgesetzes

zu berühren.

Nachfolgend ein Überblick über die

wichtigsten durch die Novelle bewirkten

Abänderungen.

Änderungen im Grundbuchsgesetz

Bezeichnung der Vertragsparteien

Gemäß der neuen Fassung müssen Urkunden,

aufgrund derer eine bücherliche

Eintragung (= verbücherbare Eintragung

wie Eigentumsrecht, Pfandrecht,

Bestandrecht, Vorkaufs- und Wiederkaufsrecht

etc.) vollzogen werden

soll, die an den Rechtsgeschäft beteiligten

Personen so bezeichnen, dass diese

nicht mit anderen verwechselt werden

können. Demnach muss bei natürlichen

Personen das Geburtsdatum angegeben

werden und bei juristischen Personen

ist nunmehr zwingend die Firmenbuchnummer

sowie bei inländischen

Vereinen die Vereinsregisterzahl anzugeben.

Überdies müssen diese Urkunden

nunmehr die Angabe des Ortes,

Tages, Monats und Jahres der Ausfertigung

der Urkunde enthalten.

Beseitigung von Formgebrechen

Die neue Bestimmung des § 82a GBG

nF ermöglicht nunmehr eine Verbesserung

zur Beseitigung von Formgebrechen.

Der genaue Wortlaut des § 82a besagt,

dass eine Verbesserung nur bei

einem „Formgebrechen, das die ordnungsgemäße

Behandlung zu hindern

geeignet ist“ möglich sein soll. Damit

schließt das Gesetz eine Verbesserung

des Antrags bei einem Inhaltsmangel –

dieser liegt etwa dann vor, wenn das Begehren

widersprüchlich, unklar, unzulässig

oder nicht durch die Urkunde gedeckt

ist – aus.

Ein Formgebrechen kann sich sowohl

auf den Antrag an sich (z. B. das Fehlen

der Unterschrift auf dem Antrag) als auch

auf die beigelegten Urkunden beziehen.

Hinsichtlich der Urkunden wird im Gesetz

als Formgebrechen demonstrativ

das Fehlen einer Urkunde bzw. das Fehlen

des Originals der Urkunde beim Antrag

genannt. Das Fehlen einer Urkunde

ist nur dann verbesserungsfähig, wenn

die Urkunde bereits als Eintragungsgrundlage

im Antrag erwähnt wurde, jedoch

irrtümlich nicht beigelegt worden

ist. Die Urkunde muss daher bereits zum

Zeitpunkt des Einlangens des Antrags

in der erforderlichen Form errichtet worden

sein. Es ist daher lediglich möglich,

eine Urkunde nachzubringen, nicht aber

eine nachträgliche Errichtung einer Urkunde.

Sinngemäß können Mängel in

der Urkunde selbst – gleichwohl ob es inhaltliche

(wie etwa das Fehlen der Aufsandungserklärung,

keine Bezeichnung

der Liegenschaft, etc.) oder formelle

Mängel sind – nicht verbessert werden.

Der Auftrag zur Verbesserung eines

Formgebrechens hat zu unterbleiben,

wenn der Antrag auch im Fall der Beseitigung

des Formgebrechens abzuweisen

wäre.

Liegt ein verbesserungsfähiges Formgebrechen

vor, so ist dem Antragsteller

der Auftrag zu erteilen, das Formgebrechen

binnen einer unerstreckbaren Frist

von einer Woche zu beseitigen. Sollte

dies zur Behebung des Formgebrechens

nötig sein, ist dem Antragsteller

gleichzeitig das Original des Antrags zurückzustellen.

Wird dem Verbesserungsauftrag

innerhalb der Frist entsprochen,

so gilt der Antrag als am Tag

seines ersten Einlangens bei Gericht eingebracht.

Der Verbesserungsauftrag

kann mündlich oder schriftlich erteilt werden,

im Falle der mündlichen Erteilung,

ist dies in einem Vermerk festzuhalten.

Diese neue Bestimmung betreffend

die Verbesserung von Formgebrechen

stellt den „revolutionären Kern“ der

Grundbuchsnovelle dar, da sie doch in

8 Leas•mich


einem erheblichen Widerspruch zum

bisherigen strengen Rangprinzip des

Grundbuchsrechtes steht. Durch die

nunmehr geschaffene Möglichkeit,

Grundbuchsanträge rangwahrend zu

verbessern, wird das strenge Rangprinzip

aufgeweicht. Durch diese neue Regelung

besteht allerdings die Gefahr,

dass die Qualität der Grundbuchsgesuche

erheblich nachlässt, weil dem Antragsteller

ohnedies die Möglichkeit einer

Verbesserung eingeräumt wird.

Als Reaktion darauf wurde in der Novelle

festgehalten, dass der Antrag auf

Anmerkung der Rangordnung generell

nicht verbesserungsfähig sein soll (ein

Antrag, mit dem die Rangordnung ausgenützt

werden soll, ist jedoch schon

verbesserungsfähig); ebenso ist bei einem

absichtlichen oder missbräuchlichen

Formgebrechen der Verbesserungsauftrag

nicht zu erteilen, wobei in

diesem Fall der Nachweis wohl schwer

zu erbringen sein wird.

Änderungen im

Grundbuchsumstellungsgesetz

Erweiterte Einsicht in

das Personenverzeichnis

Bisher war die Einsicht in das Personenverzeichnis

aus Datenschutzgründen

beschränkt und wurde nur bei der

Darlegung eines rechtlichen Interesses

gewährt. Rechtsanwälte und Notare sind

seit 2003 berechtigt, als Erbenmachthaber

verbücherte Rechte des Erblassers

zu ermitteln. Diese Regelung wird nun

erweitert, da den Rechtsanwälten und

Notaren das Recht eingeräumt wird, als

Vertreter eines Gläubigers einer vollstreckbaren

Geldforderung Einsicht in

das Personenverzeichnis zu nehmen,

um verbücherte Rechte des Schuldners

zu ermitteln (eine Abfrage des Personenverzeichnisses

aufgrund einer vollstreckbaren

Forderung war bisher nur

bei Gericht möglich).

Vollzug der Eintragung durch

das Bewilligungsgericht

Auch bisher gab es Fälle, in denen das

Lagegericht und das Bewilligungsgericht

auseinandergefallen sind. Es

konnte aber das jeweilige Gericht nur

über den ihn betreffenden Antrag entscheiden

und musste dann den Antrag

dem anderen Gericht zur Entscheidung

übermitteln.

Durch die nunmehrige Novelle soll in

einem solchen Fall einfacher vorgegangen

werden, indem das Bewilligungsgericht

eine Eintragung betreffend eine

auswärtige Einlage bewilligt und selbst

vollzieht. Somit soll nunmehr – im Wege

der Datenverarbeitung – gleichzeitig mit

der Eintragung des Grundbuchsstückes

im Tagebuch des Bewilligungsgerichtes

auch die Eintragung des Grundbuchsstücks

im fremden Tagebuch des Lagegerichtes

möglich sein.

Vorgesehen ist die Anwendung dieser

Bestimmung in folgenden drei Situationen,

die ebenfalls einer Neuregelung

unterzogen wurden:

Abschaffung von

Haupt- und Nebeneinlagen

Die Abschaffung der Unterscheidung

von Haupt- und Nebeneinlagen bei Simultanhypotheken

stellt eine weitere,

wesentliche Neuerung dar.

Die Abschaffung bringt mit sich, dass

sämtliche Eintragungen, die alle Einlagen

betreffen, auch tatsächlich in allen

Einlagen vorzunehmen sind (nach der

derzeitigen Rechtslage wird eine nachträgliche

Eintragung nur mehr in der

Haupteinlage vorgenommen und gilt damit

für die Nebeneinlagen als eingetragen).

Diese Bestimmung birgt allerdings

die Gefahr in sich, dass es aufgrund

eines Fehlers zu unterschiedlichen Eintragungen

kommen könnte. Sind also

mehrere Grundbuchsgerichte betroffen,

ist es durch die nunmehrige Novellierung

möglich, den Antrag bei einem einzigen,

frei zu wählenden Gericht einzubringen.

Ab- und Zuschreibung

von Grundstücken

Ist die Ab- und Zuschreibung von

Grundstücken in Grundbüchern zweier

verschiedener Gerichte durchzuführen,

so hat nunmehr dasjenige Gericht, das

NUMMER 1| FEBRUAR 2009 9


echt&steuer

Wesentliche Änderungen gibt es

unter anderem beim Superädifikat,

wenige hingegen beim Kellereigentum.

die Abschreibung vollziehen soll, auch

über die Zuschreibung zu entscheiden

und diese vorzunehmen.

Auflösung des Eisenbahnbuches

Das Eisenbahnbuch soll nunmehr aufgelöst

und die Grundstücke in das normale

Grundbuch übertragen werden.

Schaffung von

„Liegenschaftsgruppen“

Durch die Novelle wird nunmehr die

Schaffung von „Liegenschaftsgruppen“,

zur Erweiterung der Abfragemöglichkeit,

eingeräumt.

Damit soll es Eigentümern möglich

sein, die Zugehörigkeit mehrerer Liegenschaften

zu einer Liegenschaftsgruppe

ersichtlich zu machen. Es wird

dadurch die Möglichkeit geschaffen,

dass Liegenschaften, die auf mehrere

Grundbuchseinlagen aufgeteilt sind, gemeinsam

abgefragt werden können. Zu

diesem Zweck wird die Liegenschaftsgruppe

mit einem bestimmten Namen –

der in der Grundstücksdatenbank jedoch

nur einmal vorkommen darf – in

der Aufschrift der Einlage ersichtlich gemacht.

Diese Neuregelung bringt vor allem

Liegenschaftseigentümern mit großen

Liegenschaftsbeständen Vorteile, da

durch sie eine übersichtliche Abfragebzw.

Einsichtsmöglichkeit bewirkt wird.

Es ist auch nicht notwendig, dass die

Liegenschaften einer Liegenschaftsgruppe

räumlich und/oder wirtschaftlich

zusammenhängen.

Inhaltlich hat diese Regelung keine

Auswirkungen, da Gegenstand des

Rechtsverkehrs bzw. der exekutiven Verwertung

weiterhin der Grundbuchskörper

(somit die jeweilige Einlagezahl, die

aus einem oder mehreren Grundstücken

bestehen kann) bleibt.

Änderungen beim Superädifikat

Bisher war es im Urkundenhinterlegungsgesetz

vorgesehen, dass das Bestehen

eines Superädifikates im Gutsbestandsblatt

des Grundbuches ersichtlich

gemacht werden kann. Voraussetzung

dafür war die Beantragung der

Hinterlegung einer entsprechenden Urkunde

mit Zustimmung des Eigentümers

und unter der Voraussetzung, dass noch

kein Bauwerk im Grundbuch ersichtlich

gemacht wurde. Diese Ersichtlichmachung

wirkt allerdings nicht rechtsbegründend,

somit bestand kein Vertrauensschutz

für die Richtigkeit oder Vollständigkeit

dieser Eintragung.

Da diese Eintragung rechtsunkundige

Dritte oft in die Irre geführt hat,

wurde das Urkundenhinterlegungsgesetz

dahin gehend novelliert, dass nicht

mehr das Bestehen eines Bauwerkes ersichtlich

gemacht wird, sondern nur

noch auf die Urkundenhinterlegung für

das Bauwerk hingewiesen wird. Diese

Ersichtlichmachung bedarf auch nicht

mehr der Zustimmung des Eigentümers.

Es ist somit einem Dritten möglich,

nachzuforschen, ob es sich tatsächlich

um ein Superädifikat handelt

und er geht nicht mehr fälschlicherweise

davon aus, dass bei einer Ersichtlichmachung

sein Vertrauen auf dieses geschützt

ist.

Neuerungen beim Kellereigentum

Aufgrund eines Hofkanzlei-Dekretes

vom 2. 7. 1832 ist auch heute noch die

selbstständige Verbücherung von unter

der Oberfläche fremder Liegenschaften

befindlichen Kellern möglich.

Voraussetzung für das Kellereigentum

ist, dass sich der Keller vollständig

von der Oberfläche trennen lässt, somit

auch nicht der Fundierung eines über

der Oberfläche liegenden Gebäudes

dient. Nach der Rechtsprechung gelten

die Bestimmungen über das Kellereigentum

hinaus auch für Tiefgaragen und

Bergwerksstollen.

Da das Dekret am 31. 12. 2009 außer

Kraft treten würde, wurde durch die

Grundbuchsnovelle 2008 per 1. 1. 2009

der § 300 ABGB (Allgemeines Bürgerliches

Gesetzbuch) neu eingeführt. Dieser

stimmt – unter Berücksichtigung der

bisher zu diesem Thema ergangenen

Rechtsprechung – mit dem Hofkanzlei-

Dekret überein. Es soll also auch in Zukunft

die Begründung von Eigentum an

Räumen und Bauwerken, die sich unter

der Erdoberfläche einer fremden Liegenschaft

befinden und nicht der Fundierung

von über der Erdoberfläche errichteten

Bauwerken dienen – mit Einwilligung

des Liegenschaftseigentümers

– möglich sein. Im Gesetz werden Keller,

Tiefgaragen und industriellen oder wirtschaftlichen

Zwecken gewidmete Stollen

beispielhaft aufgezählt. Gemäß den Erläuterungen

zur Grundbuchsnovelle ist

auch die Begründung von gesondertem

Eigentum an Eisenbahn- oder Straßenbahntunneln

möglich.

Die Grundbuchsnovelle 2008 hat

neben den wesentlichen Neuerungen

im Grundbuchsverfahren auch noch

Änderungen im Liegenschaftsteilungsgesetz

und im Vermessungsgesetz gebracht,

die ebenfalls mit 1. 1. 2009 in

Kraft traten.ı

10 Leas•mich


kommentar

Raiffeisen-Leasing ist anders:

Topergebnis trotz Wirtschaftskrise

Insbesondere der Finanzmarkt war im letzten Quartal des abgelaufenen

Geschäftsjahres von der noch immer andauernden Krise stark betroffen.

Die Raiffeisen-Leasing konnte dennoch mit einem Neugeschäftsvolumen im

Inland von knapp EUR 1,1 Mrd. das Rekordergebnis von 2007 um 7 % steigern.

MAG. MICHAEL OHNER

Geschäftsführer der

Raiffeisen-Leasing

Foto: Kurt Keinrath

In Österreich wurde von der Raiffeisen-Leasing per 31. 12. 2008

ein Neugeschäft inkl. Cross-border-Finanzierungen in Höhe

von EUR 1.085 Mio. bei 14.149 Verträgen erzielt. Auf die

Sparte Kfz-Leasing entfallen davon EUR 287 Mio., auf Mobilien-Leasing

EUR 428 Mio. und auf Immobilien-Leasing inklusive

Eigenprojekte EUR 370 Mio.

Raiffeisen-Leasing Österreich: Es steht nicht nur Österreich

„drauf“, es ist auch Österreich „drin“! Bestehende Kundenbeziehungen

festigen und österreichische Wertschöpfung fördern,

anstelle von intensiver Neuorientierung – das ist der klare

Fokus im heurigen Geschäftsjahr. Wie auch das Österreichische

Industrie Magazin im Rahmen eines Interviews mit der Geschäftsführung

der Raiffeisen-Leasing berichtet, ist es in der derzeit

angespannten wirtschaftlichen Situation wichtig, so eng wie

möglich am Kunden zu sein, um frühzeitig zu wissen, wenn es

Probleme gibt. So kann eine individuelle Beratung und Betreuung

gewährleistet werden. Die Raiffeisen-Leasing nimmt die

Rolle als verlässlicher Finanzierungspartner ihrer Kunden sehr

ernst. Richtig beraten, planen und finanzieren, angepasst an die

aktuelle Situation, das zeichnet eine nachhaltige Partnerschaft

aus. In diesem Zusammenhang gibt es die klare Zusage: Lieber

einen Kunden während einiger schwerer Monate intensiv

unterstützen, als ihn möglicherweise zu verlieren!

Zusätzlich zu den klassischen Leasingfinanzierungen bietet

die Raiffeisen-Leasing in Österreich seit geraumer Zeit ihren

Kunden erfolgreich verschiedene Dienstleistungen, wie etwa

Fuhrparkmanagement, an. So überlassen immer mehr Firmen

ihre Fahrzeuge denjenigen, die sich professionell damit beschäftigen

und somit über die nötige fachliche Erfahrung verfügen.

Das komplexe Thema Fuhrpark mit all seinen Facetten

wie Anschaffung, laufende Kosten, Versicherung, Schadensabwicklung

oder Verwertung einem Spezialisten anzuvertrauen,

bringt den Unternehmen einen entscheidenden Mehrwert.

Bei der Dienstleistung Baumanagement werden von den

kompetenten Bautechniker-Teams Bauherren Dienstleistungen

angeboten, die von einer begleitenden Kontrolle über

die Projektsteuerung und Generalplanung bis hin zum Generalunternehmer

reichen. Die jeweiligen Leistungsbilder werden

dabei konkret an die Kundenwünsche angepasst, wodurch die

Kosten-, Termin- und Qualitätsgarantie in allen Bauphasen

gewährleistet ist.

Die Raiffeisen-Leasing nutzt das im Immobilien-Leasing

gewonnene Know-how aber auch für die eigene Projektentwicklung.

So werden neben gewerblichen Objekten, wie

Bürohäusern, Einkaufs- oder Fachmarktzentren, auch laufend

neue Wohnbauprojekte umgesetzt.

In den letzten Jahren wurden zusätzlich zum bereits vorhandenen

starken Netzwerk in Zentral- und Osteuropa auch

in West- und Nordeuropa neue Zielgebiete mit intelligenten

Finanzierungsprodukten erschlossen. Die Erfolge in Italien,

Deutschland, der Schweiz, Schweden und in der jüngsten Niederlassung

in Helsinki, wo der Schwerpunkt in der Betreuung

der Kommunen liegt, zeigen, dass die Raiffeisen-Leasing mit

dieser Strategie den richtigen Weg eingeschlagen hat. In allen

ausländischen Niederlassungen wurde 2008 ein Neugeschäft

in Höhe von EUR 3,3 Mrd. erwirtschaftet.ı

Neugeschäft der Raiffeisen-Leasing

in Österreich 2008

14.149 Verträge mit Anschaffungswerten in Höhe von EUR 1.085 Mio.

Kfz-Leasing

Mobilien-Leasing

Immobilien-Leasing

ó Immobilien

34,1%

26,5%

EUR 287 Mio.

EUR 428 Mio.

EUR 370 Mio.

ó KFZ

Entwicklung Vertragsbestand der

Raiffeisen-Leasing in Österreich (2004–2008)

Volumen in Mio.

3000

2000

1000

ó KFZ

ó Mobilien

ó Immobilien

39,4%

ó Mobilien

0

2004 2005 2006 2007 2008

2.587 Mio. 3.097 Mio. 3.290 Mio. 3.551 Mio. 3.632 Mio.

NUMMER 1| FEBRUAR 2009 11


coverstory

Aktuelle

Trends

im

Leasinggeschäft

Innovationskraft und Leistungsvielfalt

ist Basis und Essenz aller erfolgreichen

Unternehmen. Was Bestand hat und

was weiterentwickelt wird, entscheidet

aber der Kunde. Raiffeisen-Leasing

proudly presents: Angebote mit

besonderem Mehrwert.

12 Leas•mich


NUMMER 1| FEBRUAR 2009 13


Trend 1: Verstärkte Nachfrage nach

Asset-Based-Finanzierungen

In der klassischen Darlehensfinanzierung

hängen Finanzierungsvolumina sowie Finanzierungskonditionen

– besonders seit

Einführung der Basel II-Kriterien – sehr

stark von der Performance und der Bonität

eines Unternehmens ab. Nicht selten

wird dem Antragsteller für seinen Finanzierungsbedarf

eine Besicherung mittels

Vermögenswerten in einem erheblich

höheren Ausmaße abverlangt. Das bedeutet,

dass für relativ geringe Finanziecoverstory

Fallbeispiel für Operate Leasing

˘ Büro- und Lagergebäude

˘ Investitionskosten: € 20.000.000,–

(davon Grundstück € 2 Mio.)

˘ Abschreibungssatz: 3 % p.a.

˘ Kaufoption zum Restbuchwert:

€ 11.900.000,–

˘ Zinssatz: 6,00 %

˘ Jährliche Leasingrate: € 1.513.000,–

20 Mio.

Zinsatz 6 %

15 Jahre

11,9 Mio.

Leasing liegt nicht nur im Trend,

sondern hat sich längst als dauerhafte

Alternative zur klassischen

Kreditfinanzierung etabliert. Dabei überlässt

der Leasinggeber dem Vertragspartner

die Nutzung von Mobilien wie

Firmenfahrzeuge, Maschinen und Bürogeräte

oder von Immobilien wie Geschäftshäuser,

Hotels und Freizeitanlagen

und ermöglicht dem Unternehmen

fallbezogen eine vollständige Fremdfinanzierung

von Investitionen. Für den

Leasingnehmer steht der Nutzungsaspekt

und nicht das Eigentum an den

Gütern im Vordergrund.

Um die steigende Beliebtheit der Leasingfinanzierung

zu verstehen, ist es wesentlich,

ihre Vorzüge im Vergleich zur

traditionellen Finanzierungsform zu kennen.

Ein wesentlicher Vorteil liegt in der

Möglichkeit, das Leasingobjekt fallbezogen

sogar ohne Eigenmittel und ohne

zusätzliches Fremdkapital beschaffen zu

können. Dem Leasingnehmer stehen

dadurch liquide Mittel für andere betriebliche

Prozesse und Vorhaben zur

Verfügung. Dieser Vorteil kommt dem

Unternehmer insbesondere bei Erweiterungsinvestitionen

(beispielsweise von

Produktionsanlagen) zum Tragen. Während

mittels Leasing Kapital für objektbezogene

Investitionen nicht langfristig

gebunden werden muss, können mit

den vorhandenen liquiden Mitteln beispielsweise

die Entwicklung neuer Produkte

oder Marktbearbeitungsmaßnahmen

finanziert werden.

Einen größeren unternehmerischen

Handlungsspielraum bietet Leasing auch

aufgrund seiner individuellen Vertragsgestaltung

im Vergleich zum Erwerb eines

Investitionsobjektes. Der Leasingnehmer

kann die Gestaltung des Leasingvertrages,

wie Dauer, Restwert, Ratenverlauf,

seinen individuellen betrieblichen

Bedürfnissen anpassen. Ohne auf

alle Vorzüge des Leasings näher eingehen

zu wollen, hängt die Vorteilhaftigkeit

des Leasings gegenüber anderen Alternativen

der Innen- und Außenfinanzierung

neben kapitalmarkt- und objektbezogenen

Bedingungen letztendlich von

der individuellen Gewichtung einzelbetrieblicher

Prämissen ab. Ein Unternehmer

wird sich demzufolge eher für diejenige

Finanzierungsalternative entscheiden,

welche ihn bei seinem unternehmensstrategischen

Weg bestmöglich unterstützt.

Die Entscheidung zur Leasingfinanzierung

wird somit je nach individueller

Wichtigkeit ihrer gebotenen Vorteile

ausfallen. Welche Vorteilhaftigkeit des

Leasings besonders nachgefragt wird,

zeigt auch in welche Richtung sich dieses

Finanzierungsinstrument selbst verstärkt

entwickelt. Somit lassen sich bestimmte

Trends innerhalb des Leasinggeschäftes

ausmachen, die in weiterer

Folge einer näheren Betrachtung unterzogen

werden.

Bombardier Challenger 300

Leasingobjekte mit besonderer Eignung für Asset-Based-Finanzierungen

sind unter anderem Standardmodelle renommierter Flugzeughersteller.

Cessna Citation Jet

14 Leas•mich


Fallbeispiel – Kriterien Operate Leasing

Kriterium

Sollzustand

Istzustand

Kriterium

erfüllt?

Automatischer

Eigentumsübergang

nicht zulässig

liegt nicht vor

ˆ

Bargain Purchase Option

Optionspreis nicht wesentl.

unter zukünft. Marktpreis

Optionspreis =

Restbuchwert

ˆ

Laufzeitkriterium

< 75% d.

wirtschaftlichen ND

33,3 Jahre AfA; 15 Jahre

Laufzeit W 45% d. ND

ˆ

Barwertkriterium

Barwert d. Mindestleasingzahlungen

P 90% der AK

Barwert d. Leasingzahlungen

W 77,8% der AK

ˆ

Spezialleasing

nicht zulässig

liegt nicht vor

ˆ

rungsvolumina ein Großteil der bestehenden

Vermögenswerte (Forderungen,

Vorräte, Sachanlagen, Rechte etc.) als

Sicherheit zur Verfügung gestellt werden

muss. Aufgrund dieser regulatorischen

Auflagen bei der Kreditvergabe erfreuen

sich alternative Finanzierungsformen,

wie Asset-Based-Finanzierungen, erhöhter

Nachfrage.

Im Unterschied zur klassischen Kreditfinanzierung

steht bei der Asset-Based-Finanzierung

nicht die Bonität und

Profitabilität des Unternehmens im Vordergrund.

Die Finanzierungsentscheidung

des Leasinggebers basiert ausschließlich

auf der Werthaltigkeit des Leasingobjektes

und/oder der Bereitschaft

des Leasinggebers, das Verwertungsrisiko

nach Ablauf der Grundmietzeit zu

übernehmen. Letzteres wäre – unter anderem

– auch eine Voraussetzung für

Operate Leasing Konstruktionen nach

IFRS. Dazu aber etwas später im Detail.

Welcher Vorteil sich durch eine Asset-

Based-Finanzierung mittels Leasing für

ein Unternehmen ergibt, lässt sich dabei

leicht anhand eines Sale-and-leaseback-Modells

nachvollziehen. Dabei wird

per Kaufvertrag ein Objekt aus dem Eigentum

des Unternehmens an die Leasinggesellschaft

übertragen. Diese bezahlt

den vereinbarten Kaufpreis, welcher

zuvor mittels Gutachten, Eurotaxlisten

oder Ähnlichem ermittelt wird, an

das Unternehmen. Zwar findet hier ein

Eigentümerwechsel statt, doch steht

dem Unternehmer das Leasingobjekt

nach wie vor uneingeschränkt zur Verfügung.

Als Gegenleistung für die Nutzung

des Leasingobjektes wird eine monatliche

Rate vereinbart. Der Vorteil für

das Unternehmen liegt hier eindeutig in

der Generierung von Liquidität zur Investitionsfinanzierung

aus dem eigenen

Anlagevermögen, ohne dabei bestehende

Kreditlinien belasten zu müssen.

Auch für den Leasinggeber ist diese

Konstruktion vorteilhaft, da sich das

Leasingobjekt im Eigentum des Leasinggebers

befindet und ihm dadurch

größere Sicherheit und Erfolg in einem

Verwertungsfall bietet.

Wesentliche Voraussetzungen für Asset-Based-Finanzierungen

sind nicht nur

langlebige, werthaltige und fungible Wirtschaftsgüter,

sondern auch ein existierender

und gut funktionierender Sekundärmarkt.

Nicht zu vergessen ist dabei

besonders die Zugriffsmöglichkeit auf

das Leasingobjekt. Neben guten Kontakten

zu Herstellern muss natürlich auch

ein spezielles Produkt-Know-how in der

Leasinggesellschaft vorhanden sein.

Diese Finanzierungsform eignet sich

aber nicht unbedingt für alle Arten von

Investitionsobjekten. Asset-Based-

Finanzierungen können grundsätzlich

für alle Arten von Immobilien mit Dritt-

Ein typisches Fallbeispiel für Operate Leasing

bzw. Mietmodelle bei Immobilien ist ein gemischt

genutztes Betriebsgebäude in guter Lage.

verwendungsfähigkeit als auch für alle

Pkws und Lkws angewendet werden.

Ausnahmen in diesen beiden Bereichen

bilden lediglich Spezialimmobilien und

schwer verwertbare Kfz-Marken. Im Segment

des Mobilien- bzw. Equipmentleasings

ist diese Finanzierungsform hingegen

nur für eine eingeschränkte Zahl

– aufgrund schwer bestimmbarer Wertverläufe

– anwendbar. Darunter finden

sich Bau-, Land- sowie Druckmaschinen

und neuerdings verstärkt auch Flugzeuge.

Den Schwerpunkt hat Raiffeisen-

Leasing insbesondere auf die Sparte

Business Jets (keine Verkehrsflugzeuge!)

gelegt, da diese im letzten Jahrzehnt

einen regelrechten Boom erlebt

hat. Die weltweite Auslieferung der führenden

Flugzeughersteller hat sich hierbei

in einem Zeitraum von 11 Jahren

nahezu vervierfacht. Wachstumstreiber

der Branche waren unter anderem

die aufstrebenden Emerging Markets

wie Russland, die Ukraine und Asien.

Ein überproportionales Wachstum der

UHNWI (Ultra-High-Net-Worth-Individuals;

Personen mit liquidem Vermögen

von 30 Millionen Dollar aufwärts), die

Einführung von Very Light Jets (ermöglicht

Einstieg in das Jet-Segment bereits

ab zwei Millionen Dollar) sowie Miteigentumsprogrammen

(Fractional ownership

programs; Kosten werden mittels

Flugzeuganteile auf kleinere Einheiten

NUMMER 1| FEBRUAR 2009 15


coverstory

Raiffeisen-Leasing als „Bauanwalt“ des Kunden

koordiniert alle beteiligten Professionisten und

verfügt über die geeigneten Instrumente

zur termingerechten und kostengünstigen

Ausführung eines Bauvorhabens.

skaliert) haben zu dieser rasanten Entwicklung

beigetragen.

Raiffeisen-Leasing ist in diesem Produktsegment

sehr stark engagiert und

hält seit 2006 die Marktführerschaft in

Österreich. Voraussetzung für Asset-Based-Finanzierung

von Business-Jets

durch Raiffeisen-Leasing sind bestimmte

Rahmenbedingungen, die vom Geschäftspartner

erfüllt werden müssen.

Als Leasingobjekt kommen nur Flugzeuge

namhafter und renommierter Hersteller

wie Cessna oder Bombardier infrage.

Der Operator sollte aus Westeuropa

(in der Regel aus Österreich oder

Deutschland) stammen, wobei auch die

Registrierung des Fluggerätes in Österreich

oder dem westlichem Europa erfolgen

muss. Für gewöhnlich bietet Raiffeisen-Leasing

eine Finanzierung in Höhe

von ca. 70 bis 75 % des Marktwertes eines

Flugzeuges für die Dauer von bis zu

zehn Jahren an. Als zusätzliche und

wichtige Voraussetzung für eine solche

Asset-Based-Leasingfinanzierung gilt ein

umfassendes Asset-Monitoring, das die

Werthaltigkeit des Leasingobjektes über

die gesamte Laufzeit garantiert.

Trend 2: Operate Leasing

nach IFRS bzw. Mietmodelle

International Financial Reporting Standards

(IFRS) sind Rechnungslegungsvorschriften,

die die Vergleichbarkeit der

Jahresabschlüsse kapitalmarktorientierter

Unternehmen weltweit erleichtern soll.

Nach IFRS wird zwischen Operating

Lease und Finance Lease unterschieden.

Letzteres beschreibt ein Leasingverhältnis,

bei dem im Wesentlichen alle

mit dem Eigentum verbundenen Risiken

und Chancen eines Vermögenswertes

auf den Leasingnehmer übertragen werden.

Die Operate & Lease-Variante umfasst

hingegen all jene Leasingverhältnissse,

bei welchen es sich nicht um ein

Finanzierungsleasing handelt. Die Kategorisierung

hierfür hängt ausschließlich

vom wirtschaftlichen Gehalt der Vereinbarungen

ab („substance over form“).

So weit, so gut. Doch welche Vorzüge

begründen die verstärkte Nachfrage der

Kunden nach Operate Leasing? Immerhin

bilden diese Modelle mittlerweile

mehr als 60 % aller Immo-Verträge der

Raiffeisen-Leasing. Ein wesentlicher

Grund liegt sicherlich in der Verlagerung

des Objektrisikos an den Leasinggeber

und der Fokussierung des reinen Nutzungsgedankens

des Leasingobjektes.

Operate Leasing ermöglicht dem Unternehmer,

das Objekt aus seinen Bilanzen

herauszunehmen und den damit verbundenen

bilanziellen Aufwand zu reduzieren.

Während der Leasinggeber das

Wirtschaftsgut in seiner Bilanz aktiviert,

die dazugehörige Refinanzierung passiviert

und die Abschreibungen durchführt,

muss der Leasingnehmer nur eine Position

berücksichtigen, nämlich die Leasingzahlungen

aufwandsmäßig zu erfassen.

Den größten Vorteil, den diese „Off-

Balance-Finanzierungsstruktur“ durch

die Bilanzverkürzung bietet, ist eine Verbesserung

der unternehmerischen Bilanzkennzahlen

(Eigenkapitalquote, fiktive

Schuldentilgungsdauer, ROI, ROCE)

und somit in weiterer Folge eine Ratingverbesserung

des Leasingnehmers gegenüber

Banken und anderen Finanzinstitutionen.

Zu beachten ist, dass die

duale Einteilung der Leasingverträge (Finance

vs. Operate Lease) auf genau definierten

Zurechnungsregeln (nach IFRS)

basiert. Diese beziehen sich insbesondere

auf die Regelung des Eigentumsübertrags

sowie die zulässige Höhe des

Optionspreises (= Kaufpreis) nach Vertragsende,

die Dauer der Grundmietzeit

sowie der Konditionen bei Verlängerung

des Vertrages, den Barwert der Mindestleasingzahlungen

und auf die Schadenstragung

bei vorzeitiger Beendigung.

Entscheidend ist auch, ob Spezialleasing

vorliegt und wer den Gewinn bzw.

den Verlust aus der Realisierung des

Restwertes bei Vertragsende zu tragen

hat. Damit die Qualifizierung einer Transaktion

als Operate Lease gewährleistet

bleibt, müssen bei der Gestaltung des

Leasingvertragswerkes im Wesentlichen

folgende Zurechnungsregeln zwingend

erfüllt werden:

” kein automatischer Eigentumsübertrag

am Ende der Laufzeit

” der Optionspreis darf nicht wesentlich

unter dem Verkehrswert liegen

” die Grundmietzeit darf nicht überwiegend

der wirtschaftlichen Nutzungsdauer

entsprechen

” der Barwert der Mindestleasingzahlungen

darf nicht im Wesentlichen

den Anschaffungskosten des Leasinggutes

entsprechen

” es darf kein Spezialleasing vorliegen

” der Leasingnehmer darf nicht den

Schaden bei vorzeitiger Beendigung

tragen

” der Leasingnehmer darf nicht den

Gewinn/Verlust aus Realisierung des

Restwertes tragen

” die Vertragsverlängerung darf nicht

zu geringen Raten (unter Marktpreis)

erfolgen

Aufgrund der Komplexität der IFRS-Zurechnungsmaterie

ist die Einbindung eines

Wirtschaftsprüfers in die Vertragsgestaltung

ratsam bzw. meist sogar un-

16 Leas•mich


Baumanagement der Raiffeisen-Leasing

BAUHERR

Interessensvertretung des Bauherrn

Steuerung

Behörde

Architekt

Statiker

Haustechniker

Andere technische

Sonderfachleute

Baumeister

Professionisten

Lieferanten

erlässlich. Während beispielsweise die

Einräumung einer Kaufoption zu einem

bestimmten Wert per se nicht zurechnungsschädlich

ist, darf eine sogenannte

„Bargain Purchase Option“ (=

Optionspreis, der wesentlich unter dem

voraussichtlichen Marktwert liegt) nicht

vorliegen. Im Bereich des Immobilienleasings

verhindert man dies, indem der

Restbuchwert als Optionspreis angesetzt

wird. Bei Kfz-Finanzierungen werden

dagegen hauptsächlich Eurotaxwerte

angesetzt, welche laufend die tatsächlichen

Wertverläufe von Kraftfahrzeugen

dokumentieren und somit nicht

zurechnungsschädigend wirken.

Schwieriger erweist sich die Zurechnungsthematik

besonders in Bezug auf

die Grundmietzeit sowie der Barwerte

der Mindestleasingzahlungen, da beide

eine gewisse Konkretisierungsschärfe

diesbezüglicher IFRS-Regeln vermissen

lassen. Der Laufzeittest betrifft hierbei

die wirtschaftliche Nutzungsdauer eines

Wirtschaftsgutes, welche nicht näher

durch das internationale Regelwerk bestimmt

wird. In der Praxis hat sich jedenfalls

bewährt, die Grundmietzeit maximal

bei 75 % der Nutzungsdauer des

Leasingobjektes anzusetzen. Meist entspricht

die Nutzungsdauer in Österreich

üblichen Abschreibungszeiträumen bzw.

den deutschen AfA-Tabellen. Das Barwertkriterium

bezieht sich hingegen auf

die Mindestleasingzahlungen während

der Grundmietzeit und betrifft alle Zahlungen

(„substantially all“), die der Leasingnehmer

in dieser Periode leisten

muss bzw. zu denen er herangezogen

werden kann (z. B. Leasingraten, Leasingsonderzahlungen,

Abschlagszahlungen,

Restwert usw.). Diese umfassen

jedoch nicht sogenannte bedingte Zahlungen,

weiterverrechnete Kosten, Gebühren

oder Ähnliches. Der Barwert der

Mindestleasingzahlungen darf jedenfalls

nicht im Wesentlichen den Anschaffungskosten

des Leasinggutes entsprechen.

Es bleibt aber weiterhin strittig,

was genau unter „wesentlich“ zu verstehen

ist und ob der Begriff „substantially

all“ mit 90 %, 95 % oder gar 99 % ausgelegt

werden kann, um nicht zurechnungsschädigend

zu wirken.

Um IFRS-konforme Leasingstrukturen

anbieten zu können, haben sich folglich

Konsequenzen für die Finanzierungsgestaltung

ergeben, die in gewisser

Weise sicherlich als Vorteil für den

Leasingnehmer zu werten wären. Beispielsweise

müssen wesentliche Verwertungsrisiken

von Seiten des Leasinggebers

und nicht vom Leasingnehmer

getragen werden. Genauso darf ein

Vollamortisationsleasing als auch ein Andienungsrecht

nicht vereinbart werden.

Trend 3: Umfangreiche Dienstleistungen

im Immobilienbereich

Leasing bietet viel mehr als nur maßgeschneiderte

Finanzierungsmodelle. Besonders

im Bereich Immobilienleasing

wissen immer mehr Unternehmer das

Angebot und die Vielzahl an zusätzlichen

Dienstleistungen, die die Verwirklichung

betrieblicher Pläne massiv erleichtern,

zu schätzen. Neben der richtigen

Finanzierung spielen Know-how

und Erfahrung gerade beim Bauen eine

besonders wichtige Rolle. Die große Anzahl

an involvierten Baupartnern – wie

Baumeister, Professionisten, Lieferanten,

Architekten, Behörden, Statiker,

Haustechniker und viele mehr – bürden

dem Bauherrn eine Vielzahl von Koordinationsaufgaben

auf, deren erfolgreiche

Ausführung oft mit großen Problemen

verbunden sind. Das Ergebnis dieser

umfangreichen Beziehungsverflechtung

können erhöhte Baukosten als Folge

von Termin- und Budgetüberschreitungen

sein. Leasing kann hierbei mittels

Baumanagement dem Leasingnehmer

den Vorteil bieten, ein Immobilienprojekt

in einem festgelegten Leistungs-,

Termin- und Kostenrahmen abzuwickeln.

Unter Baumanagement werden alle Tätigkeiten

verstanden, die im Rahmen eines

Bauprojektes und im Interesse des

Bauherrn bzw. des Auftraggebers erbracht

werden. Dabei reicht das ergänzende

Leistungspaket beim Leasing von

der Grundstücksbeschaffung und

Standortbeurteilung bis zur „begleitenden

Kontrolle (= zeitnahe Prüfung bzw.

unmittelbare Nachkontrolle aller Unterlagen

und Leistungen der Projektbeteiligten).

In der ausgeprägtesten Form

umfasst das Baumanagement schlüsselfertige

„General- und Totalunternehmerleistungen“.

Letztendlich kann mittels

Leasing ein maßgeschneidertes Finanzierungsmodell

mit den Vorteilen

dieses ergänzenden Dienstleistungspakets

kombiniert werden. Dieser Tatsache

werden sich auch immer mehr Unternehmen

bewusst und greifen somit

immer öfter auf eine Alternative zur Be-

NUMMER 1| FEBRUAR 2009 17


coverstory

A-Leasing, unsere italienische

Tochtergesellschaft, wurde 2004 gegründet

und agiert seitdem höchst erfolgreich

aufgrund der günstigen gesetzlichen

Rahmenbedingungen für Leasing in Italien.

friedigung ihres Finanzierungs- als auch

Dienstleistungsbedarfs zurück. Leasing

bietet hierfür die richtige Lösung für beides,

aber aus einer Hand.

Trend 4: Steuergestaltung durch

Leasing im internationalen Bereich

(insbesondere CEE)

Was wäre die Wirtschaft ohne Steuern?

Vielleicht nur halb so interessant? Vielleicht

aber einfach nur erstrebenswert.

Jedenfalls stellt sich vor jedem Investment,

jeder Finanzierung, ja vor jeder

betrieblichen Entscheidung früher oder

später die Frage nach der steuerlichen

Konsequenz des unternehmerischen

Handelns. Unternehmen, die keine Gewinne

erzielen, müssen sich hierbei

keine großen Gedanken machen. Kämpfen

sie doch mit weitaus (über)lebenswichtigeren

Problemen. Wo keine

Sonne, dort auch kein Schatten! Doch je

erfolgreicher ein Unternehmer, desto vorausschauender

werden auch seine

Überlegungen über die steuerlichen

Auswirkungen seines Tuns und Lassens

sowie ihrer Konsequenzen sein. Genauso

nachvollziehbar ist aber auch sein

Bestreben, die steuerlichen Nachteile,

die sein Unternehmen erleiden muss,

zu minimieren. Leasing bietet hier interessante

Möglichkeiten liquiden, ertragreichen

Unternehmen bei der Erzielung

von Steuervorteilen zu helfen. In welchem

Ausmaß diese ausfallen können,

hängt insbesondere davon ab, in welchem

Land ein Unternehmen tätig ist

und welche lokalen bzw. länderspezifischen

Leasingbestimmungen vor Ort

herrschen. Die beschleunigte Abschreibung

als sogenannter „Leasingeffekt“

(= Steuerstundungseffekt) und somit

Steuervorteil ist beispielsweise in mehreren

Ländern – aber nicht in derselben

Intensität – möglich. Durch das steuerlich

wirksame Vorziehen von Aufwendungen

können hierbei ertragsstarke

Unternehmen, je nach spezifischer Wirtschaftslage,

entsprechend Steuervorteile

lukrieren. Als Beispiel sei Mobilienleasing

in Österreich genannt, wo eine

Mobilie schon nach 40 % ihrer wirtschaftlichen

Nutzungsdauer komplett

abgeschrieben werden darf. Durch die

steuerliche Abziehbarkeit der Leasingraten

ergibt sich eine geminderte Bemessungsgrundlage

für die abzuführende

Steuer. Betrachtet man alternativ

dazu eine klassische Kreditfinanzierung,

zeigt sich, dass die vertraglich vereinbarten

Leasingraten – je nach Grundmietzeit

des Wirtschaftsobjektes – wesentlich

höher als die Kreditraten ausfallen.

Folglich kann der Gewinn ertragreicher

Unternehmen und somit die Bemessungsgrundlage

für die abzuführende

Steuer stärker vermindert werden.

Durch die Reduzierung der Steuerlast

mittels beschleunigter Abschreibung

entsteht somit ein Steuerstundungseffekt.

Je nach Zinsniveau können dadurch

zusätzlich Barwertvorteile in Höhe

von bis zu 4 % erzielt werden. Generell

ergibt sich zwar auch für ertragsschwächere

Unternehmen ein Steuervorteil,

aber nur in Form eines Verlustvortrages.

Aber wie heißt es so schön: andere

Länder, andere Sitten! In der Slowakei ergeben

sich beispielsweise beim Immobilienleasing

interessante steuerliche Vorteile.

Grundsätzlich ist die gesetzliche

AfA für Immobilien (nur Gebäudeanteil)

mit 5 % p.a. (Nutzungsdauer = 20 Jahre)

festgelegt. Durch eine Sonderregelung

für Immobilienleasing kann das Gebäude

aber im Zuge einer Finanzierungsleasingkonstruktion

zur Gänze abgeschrieben

werden, sofern die Vertragsdauer

mindestens 60 % der betriebsgewöhnlichen

Nutzungsdauer beträgt.

Die Gesamtabschreibungsdauer

kann somit auf 12 Jahre gekürzt werden

(= AfA-Satz von 8,3 % p. a.) und

bewirkt dadurch eine Reduzierung der

Steuerlast (= Steuerstundungseffekt).

Auch in Italien ist die Ausnutzung von

Steuervorteilen durch beschleunigte Abschreibung

im Zuge des Immobilienleasings

möglich. Die Mindestleasingdauer

bei Immobilien beträgt hierbei grundsätzlich

50 % der betriebsgewöhnlichen

Nutzungsdauer. Die Laufzeiten müssen

aber zwischen acht und 15 Jahren – je

nach üblicher Amortisationsdauer der

Objekte – liegen, um den steuerstundenden

Leasingeffekt ausnützen zu können.

Damit ist eine volle, ertragsteuerwirksame

Amortisation von 99 % der Gebäudeimmobilie

innerhalb von nur acht Jahren

bei einem verbleibenden Restwert von 1

% möglich („Turboleasing“). Außerdem

können zusätzlich Kostenvorteile beim

Erwerb der Immobilie durch eine Leasinggesellschaft

sowie beim Rückkauf

derselben nach Ablauf der Leasingdauer

lukriert werden. Beispielsweise wendet

eine Leasinggesellschaft für Katastralund

Hypothekargebühren insgesamt nur

2 % statt den üblichen 4 % auf.

Abschließend sollen hier auch die

steuerlichen Vorzüge sowohl beim Mobilien-

als auch Immobilienleasing in

Russland Erwähnung finden. Die generelle

Abschreibungsdauer für Gebäude

ist hier in der Regel auf 30 Jahre festgelegt.

Durch Sonderbestimmungen für

Leasing ist aber eine beschleunigte Abschreibung

bis zum Faktor 3 bei Finanzierungsleasing

möglich: Gebäude können

also dreimal schneller abgeschrie-

18 Leas•mich


meinung

ben werden. Die 30-jährige Abschreibungsdauer

reduziert sich damit auf

zehn Jahre, was auch die Bemessungsgrundlage

für die abzuführende Steuer

reduziert. Neben der Verringerung der

Steuerlast und Ausnutzung des Steuerstundungseffektes

kann in Russland zusätzlich

eine effektive Steuerersparnis

lukriert werden. Diese ergibt sich aus der

Reduktion der Bemessungsgrundlage

für die Vermögensteuer, die in Höhe von

2,2 % vom jeweiligen Restbuchwert anfällt

(= Steuerersparniseffekt).

Fazit

Es zeigt sich, dass der Kern jedes wirtschaftlichen

Trends auf seiner sich darbietenden

Vorteilhaftigkeit für die betriebliche

Tätigkeit eines Unternehmens

beruht. Dieser definiert sich oft über „hard

facts“ wie beispielsweise einem effektiven

Steuervorteil, einer optimalen Bilanzstruktur,

einem verbesserten Ratingverhältnis

oder Ähnlichem. Andererseits sind

es nicht selten gerade „soft facts“, welche

sich in kundenorientierten Zusatzdienstleistungen

widerspiegeln und die Entscheidung

der Unternehmen zugunsten

einer alternativen Finanzierungsmöglichkeit

beeinflussen. Unabhängig ihrer Klassifizierung

gilt jedoch letztendlich für

beide dasselbe: fällt ihre Vorteilhaftigkeit

weg, verschwinden Trends schneller als

sie entstanden sind.ı

MAG. ROBERT WURTH

Bereichsleiter Großkunden

und Projektfinanzierung,

zuständig für die Großkundenfinanzierung

in

Österreich und im internationalen

Bereich.

MAG. DANIEL LASTRO

Kundenbetreuer der Abteilung

Großkunden International

und Projektfinanzierung,

zuständig für europaweite

Immobilienfinanzierungen

für Großkunden.

Kundennähe als

Vorteil in der Krise

MAG. PETER ENGERT

Sprecher der

Geschäftsführung der

Raiffeisen-Leasing

Wir in der Raiffeisen-Leasing sehen uns nicht als Billigbieter, denn unsere

Mitarbeiter versuchen stets den Kundenwünschen gerecht zu werden, kreativ

zu denken und maßgeschneiderte Lösungen zu generieren. Natürlich kosten

unsere Kundenbetreuer und Experten Geld, und dieses muss verdient werden.

Dies führt bisweilen zu Kostennachteilen gegenüber anderen Leasingfirmen, die

quasi 08/15-Produkte von der Stange anbieten. Das ist auch in Ordnung, solange

es gut geht. In Zeiten der Krise ist jedoch eine Standardisierung, die aus

Kostenüberlegungen nicht auf den Zustand des Kunden eingeht, für diesen ein

Nachteil. Daher werden sich Kunden solcher Unternehmen derzeit auch keine

Hilfestellung erwarten dürfen. Was das betrifft, ist die Raiffeisen-Leasing anders

aufgestellt. So ist die Marke Raiffeisen generell den Ideen ihres Gründers verpflichtet

– nämlich der Pflicht, Kunden über schwere Zeiten hinwegzuhelfen und

mit kreativen Lösungen zur Seite zu stehen, um krisenbedingte Schwierigkeiten

zu überstehen. Aus diesem Grund sind seit einigen Monaten unsere Berater verstärkt

bei Kundenterminen, um vertrauliche Gespräche zu führen und Fortführungsprognosen

zu erstellen. Denn wir haben einige Instrumente und Möglichkeiten,

die dem Kunden helfen können, über kritische Monate zu kommen.

Etwa durch eine Vertragsverlängerung, die automatisch eine Ratensenkung bedeutet,

oder einige Monate Tilgungsfreiheit. Damit wollen wir unsere Kunden,

aber auch die Wirtschaft und natürlich die Raiffeisen-Leasing vor größerem

Schaden bewahren. Auch in diesem Zusammenhang zeigt sich wieder einmal,

dass billig eben nicht immer das Beste ist. Diese Einstellung gilt auch bei der

Ware Geld.

Und noch eine wichtige Information möchten wir unseren Kunden auf diesem

Weg mitgeben: Die Raiffeisen-Leasing verfügt über ausreichend langfristige

Liquidität und ist daher in der Lage, Geschäfte abzuschließen. Dabei legen wir

großen Wert auf die einzubringenden Eigenmittel und die Sicherheit aus dem

Asset. Und wir verlangen den wahren Wert für das Geld. Aber wir stehen bereit

für die Finanzierungsanfragen der österreichischen Wirtschaft. Das bedeutet,

dass wir die knapp gewordene Liquidität in erster Linie der heimischen

Wirtschaft widmen werden und somit in den nächsten Monaten Anfragen von

inländischen Unternehmen jenen von ausländischen vorziehen werden.

In unserer Covergeschichte auf den vorangegangenen Seiten berichten

wir über aktuelle Trends im Leasing. Wir halten es – trotz des aktuellen schwierigen

wirtschaftlichen Umfelds – für enorm wichtig, dass die Unternehmen

weiterhin ihre Produktionsabläufe investitionsmäßig auf dem letzten Stand

halten. Denn moderne Investitions- und Betriebsmittel sind letztlich der Schlüssel

zum langfristigen Erfolg.

Foto: Kurt Keinrath

NUMMER 1| FEBRUAR 2009 19


immobilien gewerblich

Ein Projekt mit Signalwirkung

Signa Development und Raiffeisen-Leasing errichten für

EUR 120 Mio. das Rivergate Office Center am Wiener Handelskai.

Rivergate besticht durch seine hervorragende

Verkehrsanbindung und die unmittelbare Nähe

zur Millenniums-City. Ein Jahr vor Fertigstellung

gibt es bereits reges Interesse von Großmietern.

Foto: Signa Development

Anlässlich der Spatenstichfeier zeigte

sich der CEO der Signa Unternehmensgruppe,

René Benko, hoch erfreut darüber,

„dass die Partnerschaft mit der Raiffeisen-Leasing

genau das hält, was sich

beide Parteien davon erwartet haben.“

Neben den gemeinsamen Projekten in

Wien, Innsbruck und Gardone am Gardasee

mit einer Investitionssumme von

EUR 205 Mio. werden noch weitere interessante

Vorhaben folgen, so Benko.

Dem Standort Wien wird dabei eine

zentrale Rolle zukommen. „Für manche

Investoren ist es hier schwierig geworden,

attraktive Finanzierungen zu finden.

Signa und Raiffeisen-Leasing verfügen

aber über eine starke Eigenkapitalbasis

und auch über einen entsprechenden

Namen als Projektentwickler.

Genau diese Assets werden wir auch

zukünftig einsetzen, um wie bisher erfolgreich

unsere Pläne umzusetzen“, so

Benko weiter.

Erfreut zeigte sich auch Peter Engert,

Geschäftsführer von Raiffeisen-Leasing:

„Wir begrüßen es sehr, dass wir mit

René Benko einen Partner gefunden haben,

der sich durch große Flexibilität und

Kreativität auszeichnet. Wir sind überzeugt

davon, dass er auch zukünftig so

dynamisch und erfolgreich agieren wird

wie in den letzten Jahren. Durch die Partnerschaft

mit der SIGNA Unternehmensgruppe

können wir auf schnelle

Entscheidungen vertrauen, ebenso wie

auf Projekte, die realistisch umsetzbar

sind.“ In Zeiten wie diesen immerhin

eine strategische Notwendigkeit.

Dem Projekt wurden hohe ökologische

Standards zugrunde gelegt – etwa

der Einsatz von Erdwärme und die Nutzung

von Grundwasser. Ziel ist es, das

Gebäude so zu bauen, dass es möglichst

energieeffizient betrieben werden

kann.

Mit den Vorarbeiten für die Baugrubensicherungsmaßnahmen

wurde bereits

im August 2008 begonnen, die Fundierung

wurde mit Jahresbeginn abgeschlossen.

Die bauliche Umsetzung

ist zeitlich straff organisiert und wird in

20 Monaten abgeschlossen sein.ı

Großprojekt für RL-Nordic Oy

Ende 2008 konnten die Leasingverträge für zwei neu zu errichtende

staatliche Bürogebäude in Helsinki unterfertigt werden. In Seinäjoki,

Westfinnland, wird ein neues regionales Polizeihauptquartier errichtet, in

Rovaniemi, Nordfinnland, wird die neue IT-Zentrale für das finnische Innenministerium

gebaut. Die derzeit in mehreren Gebäuden befindliche

Behörde kann 2011 eines der modernsten Bürogebäude Finnlands beziehen.

Mieter ist für beide Objekte Senate Properties, eine staatliche

Behörde, die dem finnischen Finanzministerium unterstellt ist und die für

die Vermietung und Erhaltung von staatlichen Gebäuden zuständig ist.

Das Gesamtvolumen für beide Objekte beträgt EUR 60 Mio., der Leasingvertrag

wurde für eine Laufzeit von 15 Jahren abgeschlossen.

RL-Nordic Oy konnte sich im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung

gegen zahlreiche in- und ausländische Mitbewerber durchsetzen. Die

beiden Abschlüsse sind Ergebnis exzellenter Kontakte, hoher Kompetenz

des Teams vor Ort und auch des guten Rufes von Raiffeisen als zuverlässigem

und nachhaltigem Partner. „Diese Projekte sind eine gute

Referenz für die RL-Nordic Oy in Finnland“, weiß GF Vesa Nummijärvi.

„Wir erwarten uns für die Zukunft noch mehr kommunales Geschäft.“

20 Leas•mich


Im Zentrum

Das neue Betriebs- und Produktionsgebäude der deutschen Schöck-Gruppe wurde in Linz

errichtet. Der Grund für diese Entscheidung ist die strategische Lage in Mitteleuropa.

Die Schöck Bauteile Ges.m.b.H ist eine

Tochter der deutschen Schöck-Gruppe

und in den Bereichen innovativer Baukomponenten

tätig.

Die Kernkompetenzen liegen in Lösungen

zur Wärmedämmung und

Schallschutz für den Neubau mit den

Produktgruppen Isokorb, Novomur und

Tronsole. Daneben setzt Schöck hohe

Standards bei Dienstleistung und Service.

So erhalten alle Kunden über die

Anwendungstechnik Bemessungsprogramme,

technische Unterlagen sowie

die erforderliche fachliche Unterstützung

für den Bau.

Der Schöck-Außendienstmitarbeiter

ist bereits in der planerischen Phase eingebunden

bzw. auch auf den Baustellen

vor Ort tätig, bietet Spezial- und Sonderlösungen

sowie statische Berechnungen

und dergleichen mehr.

Der Neubau in Linz/Pucking dient

als Produktions- und Logistikstandort

und schafft die Voraussetzung für die

Von links: Vesa Nummijärvi (GF RL-Nordic Oy),

Ronald Lausch (Beiratsvorsitzender RL-Nordic

Oy), Jorma Heinonen (GF Senate Properties),

Vertreter von Firma Haltik (IT-Provider finnisches

Innenministerium).

Foto: Senate Properties

Die neue Logistik-Drehscheibe von Schöck

befindet sich genau im Zentrum der wichtigsten

Märkte der Unternehmensgruppe.

ambitionierte Wachstumsstrategie der

Gruppe, in der neben Österreich als

wichtigste Märkte auch Italien, Slowenien,

Kroatien, Bosnien, Serbien, Ungarn

und Bulgarien betreut werden.

Standortüberprüfungen durch die

deutsche Mutter haben die oberösterreichische

Landeshauptstadt nämlich als

optimale Logistik-Drehscheibe für deren

Anforderungen ermittelt. Verkehrstechnisch

ist das Areal hervorragend an das

überregionale Straßennetz angebunden;

der nahe gelegene Flughafen Linz-Hörsching

bietet exzellente Verbindungen

zur Konzernmutter.

Aufgrund stetiger Umsätze – Schöck

ist in Österreich Marktführer – ist man in

Österreich nunmehr an Kapazitäts- bzw.

Produktionsgrenzen gestoßen. Zwischenzeitlich

hat man sich zwar bei der

Produktion und Belieferung über das

deutsche Mutterunternehmen ausgeholfen,

doch das ist langfristig kein

gangbarer Weg. Denn einer der Gründe

für den Erfolg der Schöck-Gruppe ist neben

der Produktqualität auch ihre Liefergenauigkeit,

die mit dem Neubau wieder

garantiert werden kann.

In Form eines Totalübernehmervertrages

übernahm Raiffeisen-Leasing das

komplette Baumanagement – sie bekam

den Zuschlag, weil neben der Finanzierungskomponente

die Sicherheit über

die Baukosten, die umfangreiche Beratung

im Zuge der Planung und Bauphase

sowie die komplette Entlastung

von Schöck während der Bauzeit gewährleistet

war.

Ende Juni fand in Anwesenheit des

Schöck-Österreich-Geschäftsführers

Bruno Mauerkirchner, allen Planern, Behördenvertretern

und weiteren Gästen

dann der Spatenstich für das Projekt

statt. Trotz der straffen Bauzeit hat man

für den Kunden einen optimalen Abwicklungsmodus

geschaffen; Ende des

Vorjahrs erfolgte bereits die Übergabe

des Objektes an Schöck.ı

NUMMER 1| FEBRUAR 2009 21


immobilien gewerblich

Runderneuert

Neue Anlagen, großzügige Freiflächen und ein geniales Energiekonzept: das „Sportzentrum

Zeltweg Neu“ wird das multifunktionale Freizeitzentrum der Obersteiermark.

Sportzentrum Zeltweg: Moderne Wettkampfstätte für die unterschiedlichsten

Sportarten und neuer Standort der größten regionalen Verbrauchermesse.

Das alte Sportzentrum Zeltweg wurde

Mitte der 70-er Jahre errichtet. Als

Grundlage für die Umsetzung der geplanten

Modernisierungsmaßnahmen

wurde die Kommunal Infrastruktur & Immobilien

Zeltweg GmbH gegründet, die

als Investor für das Projekt auftritt. Deren

Gesellschafter sind zu 80 % die Stadtgemeinde

Zeltweg und zu 20 % die Raiffeisen-Leasing.

In weiterer Folge wird das

neue Sportzentrum Zeltweg an den Verein

Sportzentrum Zeltweg in steuerlich

optimierter Form vermietet.

Das „Sportzentrum Zeltweg Neu“ soll

nun zum multifunktionalen Sport- und

Freizeitzentrum der Obersteiermark aufgewertet

werden, indem die infrastrukturellen

Voraussetzungen geschaffen werden,

ganzjährig an einem einzigen Standort

eine in der ganzen Region unvergleichliche

Anzahl unterschiedlicher

Sportarten ausüben zu können. Darüber

hinaus soll das Sportzentrum auch weiterhin

als Standort für die größte regionale

obersteirische Verbrauchermesse, die

AINOVA, dienen und damit das Fenster

zur heimischen Wirtschaft sein. Die Verwendung

des Sportzentrums für diverse

größere Veranstaltungen, welche in den

vorhandenen Veranstaltungsräumlichkeiten

der Region keinen entsprechenden

Platz finden, beispielsweise Großkonzerte,

runden das Angebotsspektrum ab.

Die Sportanlagen sollen einerseits für

die gesamte Öffentlichkeit zur Verfügung

stehen, andererseits Verbänden, Vereinen

und Leistungszentren die Möglichkeit

bieten, ihre Mitglieder leistungsorientiert

auszubilden und die notwendigen

modernen Wettkampfstätten zur

Verfügung zu stellen. Einen besonderen

Schwerpunkt soll dabei die Ausbildung

von Kindern und Jugendlichen sowie

Behindertensportlern bilden. Daneben

wird eine enge Zusammenarbeit mit vorhandenen

infrastrukturellen, sportlichen

und touristischen Einrichtungen der Region

angestrebt.

Das Sportzentrum wird an ein neues

Biomasseheizkraftwerk, das noch verschiedene

andere Anlagen und Einrichtungen

im Nahebereich mit Wärme versorgen

wird, angeschlossen. Neben dieser

Umstellung des Heizsystems wird

besonderes Augenmerk auf die Energieoptimierung

aller Anlagenbereiche

des Sportzentrums gelegt, z. B. auch

durch die Verbesserung der Wärmerückgewinnung

aus der bestehenden

Eisaufbereitungsanlage.

Nach dem erfolgten Architektenwettbewerb

im Jahr 2006 wurde die Raiffeisen-Leasing

Immobilienmanagement

GmbH mit der weiteren Projektsteuerung

beauftragt. Die von ihr durchgeführte

öffentliche Ausschreibung sieht

die Umsetzung der Baumaßnahmen

durch einen Generalunternehmer vor.

Die Anbieter mussten neben einer Errichtungskostengarantie

auch eine Energieeinsparungsgarantie

inkl. Energiecontrolling

anbieten. Die Vergabe und

Baubeginn erfolgte im Juni 2008, die

Fertigstellung ist für Ende 2009 vorgesehen.

Die budgetierten Gesamtbaukosten

von EUR 11,2 Mio. können aus

heutiger Sicht eingehalten werden.

Das Sportzentrum Zeltweg – ein erfolgreiches

Projekt, bei dem es einmal

mehr gelungen ist, neben der Finanzierung

auch das Know-how der Raiffeisen-Leasing

für kommunale Ausgliederungen

einzubringen und für eine

qualitative, termingerechte und kostenoptimierte

Umsetzung durch das Baumanagement

der Raiffeisen-Leasing zu

sorgen.ı

22 Leas•mich


Schule & Shops unter einem Dach

Ein außergewöhnliches Projekt in Tirol tritt in die entscheidende Bauphase:

Einkaufszentrum und Gymnasium nehmen bereits Gestalt an.

Foto: Signa Development

Das Projekt Linser Areal liegt im Westen

von Innsbruck, einem sich besonders

dynamisch entwickelnden Stadtgebiet

mit Schwerpunkt Wohnbebauung.

Die Grundidee war die Errichtung

eines Stadtteilzentrums, bestehend aus

einem Retailcenter und einer Schule.

Das geplante bi-funktionale Gebäude

beherbergt daher im unteren Bereich ein

Einkaufszentrum und im oberen Teil den

Neubau des 5. Innsbrucker Gymnasiums,

wobei eine klare räumliche Trennung

zwischen Schule und Shops vorgenommen

wird.

Das Einkaufszentrum mit einem Investitionsvolumen

von ca. EUR 49,3 Mio.

wird im Rahmen einer Projektpartnerschaft

von Raiffeisen-Leasing und der

Signa-Gruppe (René Benko) errichtet.

Der Neubau der Schule erfolgt wirtschaftlich

getrennt durch eine eigene

Projektgesellschaft der Stadt Innsbruck.

Auf dem ca. 12.000 m² großen

Grundstück wird das Einkaufszentrum

Spatenstich in Salzburg

Die beiden Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Salzburg Maxglan-

Siezenheim, Gerhard Huemer und Gerhard Maurer, vollzogen zusammen

mit Mag. Friedrich Mittendorfer und Reinhold List, den Geschäftsführern

der Raiffeisen Salzburg Leasing, Dr. Josef Rettenbacher vom

Raiffeisenverband Salzburg und Architekt DI Roland Hermanseder den

symbolischen Startschuss zum Bau eines neuen Bankhauses. Noch

heuer soll der Rohbau fertig werden. Die Eröffnung erfolgt im Frühjahr

2010. Auf dem 1.200 Quadratmeter großen Areal an der Innsbrucker

Bundesstraße 34 wird ein modernes Gebäude in verkehrsgünstiger

Lage und mit ausreichend vielen Parkplätzen entstehen. Mehr Platz wird

es auch im Inneren für das tägliche Bankgeschäft geben. Das neue Haus

stellt durch seine Architektur die angenehme Atmosphäre für Begegnungen

in den Mittelpunkt. Beim Spatenstich (v.l.n.r.): Mag. Friedrich Mittendorfer,

Reinhold List, Gerhard Maurer, Dr. Josef Rettenbacher, Gerhard

Huemer und Architekt DI Roland Hermanseder.

mit einer Mietfläche von ca. 16.400 m²,

eine Tiefgarage mit 411 Stellplätzen sowie

die Schule errichtet. Die Tiefgarage

nimmt das gesamte zweite und einen

Teil des ersten UG ein. Die Ankermieter

werden bestens erreichbar auch im ersten

UG Platz finden. Im Erdgeschoß und

im ersten Stock entstehen neben einer

großzügigen Mall 25 Shops, ein Restaurant

und ein Café. Teile des ersten OG

sowie alle darüber liegenden Flächen

nimmt die Schule in Anspruch.

Neben dem städteplanerischen Akzent

und einer ansprechenden Architektur

wurde großer Wert auf eine energieeffiziente

Bauweise gelegt. So soll die Klimatisierung

bzw. Heizung des Objektes

über einen Uferfiltratbrunnen am Inn erfolgen.

Neben dem ökologischen Aspekt

können damit erfreulicherweise auch

noch die Betriebskosten gesenkt werden.

Nach einer intensiven Ideenfindung

im Rahmen eines Architektenwettbewerbs

und einer zwischen den beiden

Bauherren (Raiffeisen-Leasing/Signa

und Stadt Innsbruck) detailliert abgestimmten

Planungsphase wurde im September

2008 mit der Baugrube begonnen.

Der Hochbau startete im Februar

2009. Die Inbetriebnahme sowohl des

Einkaufszentrums als auch der Schule

ist für September 2010 vorgesehen. ı

NUMMER 1| FEBRUAR 2009 23


immobilien gewerblich

Fotos: RLB Burgenland

Die Nummer 1 im Burgenland

Mit dem neuen Raiffeisen Finanz Center soll die führende Marktposition im östlichsten

Bundesland untermauert werden. Finanziert wurde der Zubau mithilfe der Raiffeisen-Leasing.

Ende Oktober 2008 wurde vom Vorstand

der Raiffeisenlandesbank Burgenland

der Grundstein zum Neubau

des Raiffeisen Finanz Centers gelegt.

Zahlreiche Ehrengäste aus Politik und

Wirtschaft, an der Spitze Landeshauptmann-Stv.

Mag. Franz Steindl, wohnten

der Grundsteinlegung bei.

Die Raiffeisenlandesbank Burgenland

Die Grundsteinlegung feierten (v.l.n.r.): Präsident Dipl.-Ing. Erwin Tinhof (RLB Bgld.), MMag. Johann

Traupmann, Architekt, Irene Hrdlicka-Hakel (RL), Landwirtschafts- u. Umweltminister Dipl.-Ing. Niki

Berlakovich, Dir. Dr. Rudolf Könighofer (RLB Bgld.), Landeshauptmann-Stv. Mag. Franz Steindl,

Dir. Mag. Karlheinz Sandler (RL), Dipl.-Ing. (FH) Simone Hoffmann (RL), Generaldirektor-Stv. Leopold

Buchmayer (RLB Bgld.), Generaldirektor KR Dr. Julius Marhold (RLB Bgld.).

bestätigt seit Jahren die Spitzenposition

unter den Bankinstituten im Burgenland.

Als Motor der burgenländischen Wirtschaft

und als erste Adresse im Privatkundengeschäft

setzt der Vorstand auf

Marktpräsenz und Wachstum.

Diese dynamische Entwicklung erfordert

kluge Geschäftspolitik, aber auch

mehr Platz. „Das Wachstum unseres Geschäftes

erfordert auch größere Raumreserven,

unser heutiges Gebäude platzt

aus allen Nähten“, führt Dr. Julius Marhold,

Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank

Burgenland, aus.

Der aus den 50-er Jahren stammende

Altbau des Gebäudes wird dabei durch

einen modernen Zubau ersetzt. Für die

Gestaltung des Zubaues wurde ein Architektur-Wettbewerb

ausgeschrieben,

der vom Büro Pichler & Traupmann Architekten

ZT GmbH gewonnen wurde.

Die Fertigstellung des Zubaues ist für

Ende 2009, die Integration in das Gesamtgebäude

für Ende 2010 geplant.

Durch den attraktiven Zubau und die variablen

Innenräume wird die Bürofläche

des Gesamtgebäudes um 3.300 m² auf

insgesamt 7.500 m² erweitert.

Besonderes Augenmerk gilt dem

Foyer, nicht nur als erster Eindruck des

Gebäudes, sondern auch als Verbindung

zwischen Bestand und Neubau.

Marhold: „Kundenfreundlich, offen und

zugleich repräsentativ ist dieser Raum

Drehscheibe für Kunden und Gäste.

Eine freundliche Glasfassade mit viel

Licht steht im Zentrum, genauso wie der

barrierefreie Zugang für Kunden.“ı

24 Leas•mich


wohnbauprojekte

Schöner Leben in exklusiven Immobilien

Im Jahr 2008 hat sich bei der Raiffeisen-Leasing im Bereich Wohnbau wieder

einiges getan. Neben dem Spatenstich bzw. Um- und Ausbaubeginn bei den Vorsorgewohnungsprojekten

1050 Wien, Wiedner Hauptstraße 100 und Schlossgasse 2a,

wurden bei weiteren drei Wohnhäusern in Wien Meilensteine gesetzt.

Anfang Oktober 2008 fand beim Bauvorhaben

1170 Wien, Güpferlingstraße

37, die Gleichenfeier statt, die Rohbaugleiche

wurde exakt entsprechend dem

Bauzeitplan erreicht. Neben Vertretern

des Generalunternehmers Strabag und

dem Bezirksvorsteher-Stellvertreter Herrn

Urban feierten die am Projekt beteiligten

Konsulenten wie Architekt, Bauaufsicht,

Treuhänderin sowie Geschäftsführung,

Baumanagement und Verkauf der Raiffeisen-Leasing

den erfolgreichen, unfallfreien

Bauverlauf und den erfreulichen

Verkaufsstand. Lange vor Fertigstellung,

die für Juni 2009 geplant ist, waren zu

diesem Zeitpunkt bereits neun von 22

Wohnungen verkauft.

Im Dezember wurde das attraktive

Wohnhaus in 1130 Wien, Hietzinger

Hauptstraße 103/Ecke Preindlgasse,

zwei Monate vor dem vereinbarten Fertigstellungstermin

an die Wohnungseigentümer

übergeben. Der Bau wurde

vom Generalunternehmer Sedlak, den

beteiligten Konsulenten sowie dem Baumanagement

der Raiffeisen-Leasing professionell

und mit hoher Qualität abgewickelt.

Die moderne Architektur setzt

einen deutlichen Akzent in der Villengegend

Hietzings. Der Verkauf lief ebenfalls

sehr erfolgreich, zum Zeitpunkt der

Übergabe waren nur noch drei von 21

Wohnungen verfügbar. Der Großteil der

Einheiten wurde schon sehr früh vom

Plan weg verkauft, wodurch noch individuelle

Wünsche der Eigentümer berücksichtigt

werden konnten. Die Weihnachtsfeiertage

wurden von vielen Käufern

bereits zum Einrichten bzw. Übersiedeln

genutzt.

Kurz vor Weihnachten fand schließlich

noch der Baubeginn für ein weiteres

Der Großteil der

Eigentumswohnungen

in der Hietzinger

Preindlgasse wurde

bereits vom Plan

weg verkauft. Kurz

vor Jahresende 2008

zogen die ersten

Besitzer ein.

exklusives Bauvorhaben statt. In 1180

Wien, Naaffgasse 86, werden in bester

Aussichtslage am Schafberg 14 Wohnungen

und 23 Tiefgaragenplätze in

drei Häusern errichtet. Für die hochwertig

ausgestatteten Appartements gibt es

bereits zahlreiche vorgemerkte Interessenten.

Darüber hinaus plant Raiffeisen-Leasing

für die Jahre 2009 bzw. 2010 den

Start weiterer Wohnbauprojekte in den

Wiener Bezirken 9, 13 und 16, die in gewohnt

professioneller Weise umgesetzt

werden sollen.ı

Wohnbauprojekt in Stockholm

Foto: Oscar Properties

Gemeinsam mit den lokalen Projektpartnern Erik Selin und Oscar

Properties hat die RL-Nordic Mitte September 2008 das bereits 5. Objekt

(Pagen 14) in zentraler Lage in Stockholm, nahe dem Rathaus, gekauft.

Das Objekt, das derzeit als Gewerbeimmobilie mit Büro- und Geschäftsflächen

vermietet ist, wird nach der Umwidmung innerhalb der

nächsten zwei Jahre umgebaut und als Wohnimmobilie anschließend abverkauft.

Das Investitionsvolumen beträgt etwa EUR 24 Mio. Aufgrund der

Tatsache, dass jährlich mehr als 20.000 Personen nach Stockholm ziehen

und nur ca. 15.000 Wohneinheiten pro Jahr errichtet werden, ist die

Nachfrage nach Wohnungen in Stockholm und Umgebung hoch. Speziell

Innenstadtlagen mit hohem Standard erfreuen sich großer Beliebtheit.

Wohnen in der Metropole Schwedens, und das in bester Citylage.

NUMMER 1| FEBRUAR 2009 25


ökoprojekte

Großer Wind und kleines Kraftwerk

Die Raiffeisen-Leasing hat sich seit vielen Jahren um die Finanzierung von Ökoenergieprojekten

verdient gemacht und zählt heute zu den größten Investoren in Österreich. Mit der

Raiffeisen Energy & Environment setzt sie diesen Trend im Ausland fort. In Ländern wie Polen,

Tschechien, Slowakei, Rumänien, Italien, Schweden und Bulgarien werden weitere zukunftsträchtige

Windpark- und Photovoltaikprojekte entwickelt und realisiert.

Bulgarien hat sich im Zuge des EU-

Beitritts 2004 ein engagiertes Richtziel

für den Stromanteil gesetzt, der aus erneuerbaren

Energiequellen gewonnen

werden soll. Dabei verabschiedete die

bulgarische Regierung auch ein investorenfreundliches

Öko-Energiegesetz mit

einem garantieren Tarif über 15 Jahre.

Mit der Realisierung dieses Projektes

ist ein wesentlicher Schritt zum Erreichen

des EU-Gemeinschaftszieles gesetzt

worden.

In der Region Kavarna an der

Schwarzmeerküste entstand nun ein

neuer Windpark, bestehend aus 16 Windkraftanlagen

des Typs Vestas V 90 mit einer

Nabenhöhe von 105 m. Das Investitionsvolumen

betrug EUR 50 Mio. Die Errichtung

erfolgte in einer Rekordzeit von

nur acht Monaten, die Leistung des Windparks

beträgt 32 Megawatt. Mit dieser

Kapazität können pro Jahr 100 Mio. Kilowattstunden

Strom produziert werden.

Damit lassen sich rund 29.000 Haushalte

ein Jahr lang versorgen; dies entspricht

der Einwohnerzahl der Städte Bregenz

und Wels. Bis zum Jahr 2012 können damit

außerdem 280.000 Tonnen CO 2

-Emissionen

eingespart werden.

Die bulgarische Regierung verspricht

weitere rasche und einschneidende

Maßnahmen, um eine Trendwende herbeizuführen

und die Energiepolitik auf einen

nachhaltig positiven Energiepfad zu

lenken. Sie setzt dabei auf erneuerbare

Energiequellen und hofft damit, zur Versorgungssicherheit

beizutragen. Wie

notwendig dieses Engagement der Regierung

ist, führten die letzten Wochen

drastisch vor Augen. Bulgarien war eines

der am schlimmsten betroffenen

Länder des Gasstreits zwischen Russland

und der Ukraine. Um die hohe Abhängigkeit

von fossilen Brennstoffen zu

reduzieren, will Sofia die Erschließung

erneuerbarer Energiequellen und die Kooperationen

mit den österreichischen

Partnern weiter vorantreiben.

Die Raiffeisen-Leasing wiederum

setzt mit ihren Investments in den CEE-

Ländern einen weiteren Schritt in Richtung

Marktführerschaft in diesem Bereich.

Detail am Rande: Nach Inbetriebnahme

ihres zweiten Windparks ist Raiffeisen-Leasing

bereits der größte Ökostromerzeuger

durch Windenergie in

Bulgarien.ı

26 Leas•mich


Kraftwerk liefert Strom und Schnee

Die Beschneiungsanlage der Rauriser Hochalmbahnen liefert neben

Schnee auch Energie. Exakt so viel, wie zum Betrieb der Anlage nötig ist.

Erster Windpark in Schweden

Am 12. September 2008 wurde in Stockholm der

Kaufvertrag für den ersten Windpark der Raiffeisen-Leasing

in Schweden unterschrieben.

Der fertig entwickelte, behördlich genehmigte und seit September 2008 in Betrieb befindliche

Windpark liegt auf der Insel Öland im Südosten von Schweden und besteht aus 4 Windkraftanlagen

des Typs Enercon E-70 mit je 2 MW Leistung und einer Nabenhöhe von 65 m.

RL-Nordic AB hält 50 % der Gesellschaftsanteile der Projektgesellschaft Egby AB, die weiteren

50 % sind in Besitz der schwedischen Partnerfirma Engy Power AB, die bereits mehrere

Windparks in Schweden betreibt. Die Gesamtinvestitionskosten betragen rund EUR

14 Mio. Schwedens Regierung unterstützt mit hohem Engagement den Ausbau der erneuerbaren

Energie, der Anteil soll bis 2020 auf 40 % der Gesamtenergieerzeugung steigen.

RL-Nordic-Geschäftsführer Ronald Lausch auf Öland.

Erich Hutter vor einer der brandneuen, von

der Raiffeisen Salzburg Leasing finanzierten

Schneekanonen.

EUR 3,5 Mio. investierten die Rauriser

Hochalmbahnen in den vergangenen

Monaten in den Ausbau ihrer Beschneiungsanlage.

Kernstück ist ein Speicherteich,

der 65.000 Kubikmeter Wasser

fasst. Das Besondere an der Rauriser

Investition: Die Steigleitungen der Beschneiungsanlage

werden zugleich zur

Stromgewinnung verwendet. Erich Hutter,

Vorstandsvorsitzender der Hochalmbahnen:

„Mit der neuen Anlage gekoppelt

ist ein kleines Kraftwerk. Das liefert

1,2 Millionen Kilowattstunden pro

Jahr. Diese Menge benötigen wir auch

für den Betrieb der Beschneiungsanlage.“

Sommer und Winter wird der

Strom in das Netz der Salzburg AG eingespeist

und gegenverrechnet.

Finanziert wurde diese ökologisch

und ökonomisch nachhaltige Investition

von der „Hausbank“ der Rauriser Hochalmbahnen,

dem Raiffeisenverband

Salzburg. Raiffeisen Salzburg Leasing

steuerte mit einer speziellen Mobilienleasingkonstruktion,

der sogenannten

Staffelmiete, EUR 330.000 für die Beschneiungsanlage

bei. Das Gesamtvolumen

für Speicherteich, Kraftwerk und

neue Schneekanonen entspricht in etwa

einem Jahresumsatz.

Das Skigebiet in Rauris ist von der

Höhenlage begünstigt. Es reicht von 940

auf 2200 Meter hinauf. Das Tal liegt aber

in einer Föhnlage. Daher ist die Beschneiung

enorm wichtig. Hutter: „1986

ging bei uns die erste Schneekanone in

Betrieb. Wir sind auf diesem Gebiet

durchaus ein Vorreiter in Salzburg.“

Erleichtert hat die Entscheidung zu investieren,

dass derzeit in Rauris 450 neue

Gästebetten entstehen. Erst vor kurzem

hat eine englische Investorengruppe 16

weitere Ferienwohnungen, sogenannte

Alpenchalets, gebaut, denn der Zustrom

an britischen Urlaubern hat von Jahr zu

Jahr zugenommen. Das ist für den Ort mit

seinen 3.100 Einwohnern und derzeit

2.900 Gästebetten ein wichtiger Impuls.

Rauris bringt es derzeit auf 300.000

Gästenächtigungen pro Jahr. 160.000

entfallen auf den Winter. Das verkehrstechnisch

abseits liegende Tal macht

aus der Not eine Tugend. Rauris gilt als

Geheimtipp, da es nicht überlaufen ist,

es verfügt über eine intakte Struktur im

Ort, was den Menschen, die hier leben,

genauso wichtig ist wie den Gästen –

und jetzt hat man auch noch ein vorbildliches

Energiekonzept.ı

NUMMER 1| FEBRUAR 2009 27


eportage

Die Energie kann man sich sparen

Das Auslagern von Facility-Management-Aufgaben kann dem Kunden Zeit, Ärger

und Geld ersparen. Vorausgesetzt, der Job wird von Spezialisten übernommen.

Die Betriebsführung des Biomasse-Blockheizkraftwerks

wurde an die Siemens Gebäudemanagement

& Service GmbH (SGS) ausgelagert.

Raiffeisen-Leasing finanzierte und betreibt

seit 2005 das Biomasse-Blockheizkraftwerk

des Ski-Produzenten und Flugzeugausstatters

Fischer in Oberösterreich.

Zu diesem Zweck wurde eine Projektgesellschaft,

die Raiffeisen-Leasing-

Wärmeversorgungsanlagenbetriebs-

GmbH (RLW) gegründet, die als Eigentümerin

der Anlage in den Energieliefervertrag

eintrat. Die Betriebsführung des

Kraftwerks und die Verwaltung wurde der

Siemens Gebäudemanagement & Service

GmbH (SGS) überantwortet. Diese

übernahm die Verpflichtungen aus dem

Energieliefervertrag der RLW gegenüber

dem Kunden, die Instandhaltung und Instandsetzung

der Anlagen, die Verfolgung

von Erfüllungs-, Gewährleistungs-,

Garantie- und Schadenersatzansprüchen

und die Erfüllung und Vertretung aller behördlichen

Auflagen. Weiters obliegt der

externen Betriebsführung die laufende

Optimierung der Anlagen bzw. die Durchführung

eines zeitgemäßen Energiemanagements.

SGS erwies sich für ihren Kunden

RWL als kompetenter Partner für modernes

Facility Management. Auch das

Foto: G. Perissutti

Columbus Center Wien, die Casinos

Austria in Baden und der Technologiepark

Villach, das T-Mobile-„Flaggschiff“

Wien und auch die Allianz-Arena in München

nutzen das Know-how der Siemens-Tochter,

die auch für andere namhafte

Unternehmen maßgeschneiderte

Dienstleistungen, Lösungen und Systeme

für Errichtung, Betrieb und Instandhaltung

von Immobilien gestaltet.

Ein Team von Spezialisten sorgt für eine

flexible und kostengünstige Bewirtschaftung;

Komfort und Wertsicherung

des Objektes stehen im Mittelpunkt. Intelligentes

Gebäudemanagement erbringt

wesentliche Einsparungen bei

den Energiekosten und sorgt zudem für

aktiven Klimaschutz.ı

Orgel-Leasing

Selbst der burgenländische Diözesanbischof

Paul Iby kam nach Stegersbach,

um die neue Kirchenorgel einzuweihen.

500 Gottesdienstbesucher feierten mit

und waren von der Klangfülle des neuen

Instruments beeindruckt.

Die 1974 eingeweihte Heilig-Geist-Kirche ist erstmals mit einer Pfeifenorgel ausgestattet.

Für den Bau verantwortlich war die renommierte Orgelbauwerkstätte Schuke aus Potsdam/D.

Das Instrument verfügt über 1.252 Pfeifen und 22 Register, ist neun Meter hoch

und neun Tonnen schwer. Die Aufbauarbeiten in der Kirche dauerten rund zwei Monate.

Ende Oktober 2008 fand dann das erste Konzert auf dem neuen Instrument statt. Rund 300

Musikfreunde lauschten der Klangvielfalt, die der Eisenstädter Domorganist Mag. Christian

Iwan der neuen Orgel entlockte.

28 Leas•mich


Business Center für Firmenautos

Um die hohen Anforderungen von Flottenkunden bestmöglich zu erfüllen, wurde

die Vertriebspartnerschaft von Citroën Österreich und Raiffeisen-Leasing intensiviert.

Bischof Iby mit den Mitgliedern des Orgelkomitees

sowie LR Verena Dunst und Orgelbaumeister

Matthias Schuke (2.v.r.)

Zur Abwicklung und Finanzierung des

Ankaufs wurde vor einigen Jahren von

der Pfarre ein eigenes Komitee gegründet.

Die Kosten von 360.000 Euro wurden zum

Teil durch Spenden und Subventionen,

zum Teil mittels einer Mobilienvariante der

Raiffeisen-Leasing finanziert.ı

Foto: Citroën

Avantgarde und französisches Bien-être

treffen auf Hightech, Fahrkomfort und

markante Linien. Dazu kommen kompetente

Beratung und umfassender Kundenservice.

Für Citroën Österreich und

das gesamte Citroën-Händlernetz hat

es höchste Priorität, speziell auf die Bedürfnisse

von Firmenkunden einzugehen.

„Dem KMU-Bereich widmen wir unser

besonderes Augenmerk“, bestätigt

Mag. Sebastian Haböck, Direktor Vertrieb

bei Citroën Österreich. Im Produktbereich

ergänzen sich die umfangreiche

Produktpalette von Citroën mit dem modular

zusammenstellbaren Dienstleistungsportfolio

perfekt mit jener der Raiffeisen-Leasing:

von der Tankkarte bis hin

zum Full-Service-Fuhrparkmanagement.

Eine gezielte vertriebliche Zusammenarbeit

mit Citroën Österreich sowie den

Händlern soll das gemeinsame Kundenpotenzial

ausschöpfen. Auch im Bereich

Technik gibt es eine enge Kooperation

zwischen Citroën und Raiffeisen-

Leasing, um eine Optimierung der Wartungs-

und Serviceleistungen zu gewährleisten.

Das attraktive Fuhrparkmanagement-Paket

kann natürlich vom Firmen-Pkw

bis zum Nutzfahrzeug beansprucht

werden. Apropos Nutzfahrzeug:

Nachdem schon im Vorjahr der Citroën

Jumpy zum „Van of the Year 2008“ gekürt

wurde, fiel heuer die Entscheidung

der hochkarätigen Jury aus 20 europäischen

Ländern für den Transporter des

Jahres 2009 auf den Citroën Nemo; für

den Zweifachtriumph sorgte der neue

Berlingo Kastenwagen auf Platz 2.

Firmenkunden stellen höchste Ansprüche

an ihr Dienstfahrzeug: Komfort,

Design, Sicherheit, Transparenz aller

Kosten, aber auch kompetente Beratung

und Betreuung werden zu Recht vorausgesetzt.

Anlässlich der Markteinführung

des neuen Citroën C5 und im Einklang

mit der Intensivierung und Ankurbelung

des Flottengeschäftes hat Citroën

Österreich in Zusammenarbeit mit

seinem Partnernetz und der Raiffeisen-

Leasing nun sogenannte Business Center

ins Leben gerufen.

Zum Großteil in Ballungszentren angesiedelt,

haben diese Business Center

die Aufgabe, mit besonders geschulten

Eye-Catcher: Die Sonderserie

„Ligne Business“ wurde vornehmlich

für Firmenkunden konzipiert.

Verkaufsberatern und Technikern die optimale

Betreuung von in Österreich ansässigen

Unternehmen zu gewährleisten,

einen hohen Servicegrad zu bieten

und generell als Ansprechpartner für

Flotten- und Fuhrparkverantwortliche zu

fungieren. Die Citroën Business Center

sind Spezialisten für spezifische Produkte

und Dienstleistungen; mit der

nötigen Nähe zu Businesskunden für

bestmögliche und kontinuierliche Kundenbetreuung.

Speziell für Unternehmer

hat Citroën zudem die Sonderserie

„Ligne Business“ geschaffen: Bei C5

Ligne Business, C4 Picasso Ligne Business,

Grand C4 Picasso Ligne Business

und C8 Ligne Business werden maßgeschneiderte

Lösungen exklusiv für Gewerbetreibende

angeboten. Mit diesem

„Upgrading“ in die Business-Class und

mit den neu geschaffenen Kompetenzzentren

tragen Citroën und Raiffeisen-

Leasing zusätzlich dem weiteren Wachstum

des Flottenkunden-Anteiles Rechnung.ı

NUMMER 1| FEBRUAR 2009 29


kundenporträt

Lebensgefühl „Bio“

Zurück zur Natur ist der Weg in die Zukunft. Jedenfalls für

die Bio-Nahrungsmittel GmbH. Das Salzburger Unternehmen

ist Großhändler und Industriepartner für Produkte aus kontrolliert

biologischem Anbau.

„Wir dürfen den Ertrag der Agrarwirtschaft

nicht allein durch den Einsatz von

Pestiziden und Fungiziden maximieren,

man muss auf eine gesunde Produktion

achten“, ist Christian Winzer, geschäftsführender

Gesellschafter, überzeugt.

„Die innere Qualität eines Produktes entscheidet.

Wenn man das richtig macht,

fährt ein Biobetrieb sehr gute Ergebnisse

ein.“ Die Bio-Nahrungsmittel GmbH hat

offensichtlich alles richtig gemacht.

Heuer wird das 30-jährige Firmenjubiläum

gefeiert. Das Kerngeschäft sind

Trockenfrüchte, Nüsse, Samen und Saaten.

Die Salzburger sind mittlerweile Industriepartner

und Großhändler am Biosektor.

„Früher wurden bei Bioprodukten

Abschläge im Aussehen in Kauf genommen.

Heute will der Konsument gleiche

Produktqualität wie bei konventionellem

Anbau, und nicht nur das, er will

einen Zusatznutzen“, weiß Winzer. Dieses

Qualitätsplus werde sogar garantiert.

„Sämtliche Produkte sind nach Bio-

Richtlinien angebaut, ohne Einsatz von

chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln

und ohne Gentechnik. Eine ausgereifte

Verpackungstechnik sichert die

Hochwertigkeit der Produkte.“

An Bio führt in Zukunft kein Weg vorbei.

„Von Anfang an haben wir uns bemüht,

dem Konsumenten Produkte aus

kontrolliert biologischem Anbau nahezubringen

und damit den Bio-Gedanken

zu fördern“, erzählt Winzer. Dementsprechend

umfangreich ist das Sortiment.

Bei der Suche nach Ingwerstäbchen,

Kokoschips, Paranüssen oder

Goldleinsamen bleibt kein Kundenwunsch

unerfüllt. Macadamia-Nüsse,

Cranberries oder Pistazien runden das

erlesene Sortiment ab.

Um der steigenden Nachfrage nach

biologischen Rohstoffen gerecht zu werden,

hat sich das Unternehmen dazu

entschlossen, in eigene Projekte zu investieren.

Ein großes Anbaugebiet liegt

in der Türkei. Winzer: „Seit 2007 arbeiten

wir in eigenen Bio-Projekten mit türkischen

Landwirten zusammen, die durch

einen von uns beauftragten Agraringenieur

vor Ort geschult und betreut werden.“

Die Anbauflächen liegen hangseitig,

abseits der intensiven Landwirtschaft,

um die Gefahr von Windverfrachtungen

aus konventionellem Anbau zu minimieren.

Die Verarbeitung der Früchte erfolgt

durch langjährige Partner vor Ort und

auf hohem technischen Standard. „Wo

es möglich ist, setzen wir regionale Produkte

ein“, verweist der „Bionier“ auf einen

wichtigen Punkt der Firmenphilosophie.

„Ich halte nichts davon, Mandeln

aus Kalifornien zu beziehen, wenn es sie

in Süditalien und Spanien auch gibt. Natürlich

gibt es Produkte, die eine weite

Anreise erfordern. So haben wir Lieferanten

etwa in Vietnam, Sri Lanka und

Moldawien, auch dort erfolgt die Produktion

auf sehr hohem Niveau. Bei den

Anbaugebieten muss man einen goldenen

Mittelweg finden.“ Keinen Mittelweg

akzeptiert das Unternehmen bei der Anbaumethode.

„Wichtig ist uns, Natur zu

Ein „Bionier“ in Sachen bewusster Ernährung:

das Salzburger Unternehmen produziert

hochwertigen Nachschub für vornehmlich

deutsche Bio-Läden.

30 Leas•mich


„Die innere Qualität eines Produktes entscheidet.

Wenn man das richtig macht, fährt ein

Biobetrieb sehr gute Ergebnisse ein.“

CHRISTIAN WINZER | geschäftsführender Gesellschafter

schmecken.“ Der Einsatz von Geschmacksverstärkern

wird daher ebenso

abgelehnt wie Aromen und Gentechnik.

Winzer: „Über 85 % unserer Produkte

sind Bio. Die Zertifizierung unseres Betriebes

erfolgt durch die Austria Bio Garantie,

wir sind Lizenzpartner der anerkannten

Verbände Bio Ernte Austria und

Demeter. Am deutschen Markt sind wir

Mitglied der BNN, der deutschen Naturkosthändlerorganisation.“

Neben der natürlichen Anbaumethode

setzen die Salzburger auf eine

ausgeklügelte Verpackungstechnik.

„Seit 1985 arbeiten wir mit Stickstoff als

Beutelluft. Wir waren einer der ersten

Betriebe, die diese Verpackungstechnik

für den Biosektor eingesetzt haben.“

Heute erledigen fünf vollautomatische

Abfüllanlagen die tägliche Abpackung

von Ananasstücken, Papaya und Cashewnüssen.

Die Arbeit mit Stickstoff im

Biobereich ist erlaubt. Luft wird in den

Beuteln durch Stickstoff verdrängt, der

Restsauerstoffwert liegt bei 1 %. Damit

wird die Entwicklung von Schädlingen

unterbunden und die Haltbarkeit verlängert.

Bei Nüssen bleibt das natürliche

Aroma erhalten, da die Fettsäuren nicht

oxidieren. Die Möglichkeit der individuellen

Etikettierung der Beutel (Private

Labelling) ist ein weiteres Erfolgsrezept

des Bio-Profis. „Wir bieten eine Vielzahl

an Abpackmöglichkeiten,

Beutelgrößen und

Etikettierungsvarianten

an.“ Pro Jahr werden

18 Millionen Beutel

Trockenfrüchte produziert.

Bei 250- bis

500-g-Beutel verzeichnet

er die größte Nachfrage.

Je nach Fruchtgröße sind Beutel

mit einem Inhalt von 60 g bis 1 kg möglich.

In den letzten Jahren ist das Unternehmen

im zweistelligen Prozentbereich

gewachsen. 2008 lag der Gesamtumsatz

bei EUR 18 Millionen, 4.700 Tonnen

Rohstoffe wurden verarbeitet.

Derzeit kommen die Kunden fast ausschließlich

aus dem deutschsprachigen

Raum. „Unsere Exportquote liegt bei

80 %. Deutschland ist dank seiner großen

Bevölkerung unser Zugpferd. Der

deutsche Kunde ist sehr aufgeklärt in

Sachen „Bio“, erläutert der Logistikfachmann.

Die Geschichte der Bio-Nahrungsmittel

GmbH geht zurück bis in die 70-er

Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

„Mein Vater hat in Salzburg das renommierte

Reformhaus Mayreder geführt. In

den 70-er Jahren ist der Trend zu Bio

aufgekommen und stetig gewachsen.

Wir haben diese Entwicklung genutzt

und die Bio-Nahrungsmittel GmbH als

Tochter gegründet – als Großhändler für

andere Geschäfte im Biobereich. Das

war unser Anfang“, erzählt der Firmengründer

der Tochterfirma Bio-Nahrungsmittel.

Der EU-Beitritt hat zu einer Spezialisierung

des Sortiments geführt. So

konzentrierte sich Christian Winzer auf

jene Produkte, wo man stark am Markt

vertreten war. Durch die Marktpräsenz in

Österreich sind bald deutsche Partner

auf die Salzburger aufmerksam und in

weiterer Folge Handelspartner geworden.

Die derzeitige Exportquote ist für

den Biopionier sehr zufriedenstellend.

„Natürlich wollen wir weiter wachsen,

aber nur Schritt für Schritt. Ich halte

nichts davon, unüberlegt zu sagen: ,Ich

gehe jetzt nach Frankreich oder in die

Schweiz‘, und in der Folge bewältige ich

das von der Verfügbarkeit der Rohstoffe

nicht. Das Unternehmen muss sich organisch

entwickeln.“ Auch der Direktverkauf

kommt für Winzer nicht in Frage.

„Wir sind Industriepartner, produzieren

große Chargen.“

In das neue Geschäftsjahr geht Winzer

mit gemischten Gefühlen. „Wir wollen

mit unseren hochwertigen Produkten

unseren Anteil halten oder ausbauen. In

Zeiten einer Wirtschaftskrise kann das

problematisch werden. Unsere Kunden

kennen uns aber als zuverlässigen und

sicheren Partner, wir gehen daher von

keinem großen Auftragsrückgang aus.“

Ebenfalls kein Tief erwartet er im Kontakt

zur Raiffeisen-Leasing. „Unser erstes

Finanzierungsgeschäft realisierten wir

vor etwa drei Jahren“, berichtet Winzer.

„Damals handelte es sich um eine an

unser Grundstück angrenzende Immobilie.

Die Erweiterung um diese Produktions-

und Lagerhalle war ein wichtiger

Schritt zu unserem heutigen Erfolg.“ Das

Unternehmen pflegt regelmäßigen und

intensiven Kontakt mit der Raiffeisen-

Leasing, „wir sind offen für weitere Leasinggeschäfte,

sowohl für Immobilien als

auch Mobilien.“ Der Erfolg der Bio-Nahrungsmittel

GmbH ist vorprogrammiert.

Denn: Bioprodukte sind der Weg in die

Zukunft.ı

NUMMER 1| FEBRUAR 2009 31


lifestyle

Jedem sein

Chef-Menü

Der Trend zur Ent-Schleunigung sorgt für regen Zulauf

bei Kochseminaren. Im Mittelpunkt steht der Wunsch,

einem notwendigen und oft als lästig empfundenen

Alltagsritual Genuss und Lebensqualität abzugewinnen.

Köche, bis vor gar nicht langer Zeit ein

„Handwerksberuf“ wie viele andere

auch, gelten hierzulande als Künstler

und können wie diese auf eine treue

Fan-Gemeinde verweisen. Wojta, Fankhauser

und Co. sonnen sich in der

Gunst des Publikums und bekommen

beste Sendezeiten im Fernsehen. Politiker,

Szene-Promis und Adabeis präsentieren

bei eigens dafür veranstalteten

aufwendigen Events ihre Lieblingsrezepte,

während die Berichterstattung darüber

die Gesellschaftsseiten der Medien

füllen. Nur am Rande sei erwähnt,

dass Kochbücher das wachstumsstärkste

Segment im Buchhandel ist.

Stellt sich die Frage: Was ist so attraktiv

und spannend an der Zubereitung einer

Mahlzeit?

Als Lifestyle-Thema wurde das

Kochen eigentlich schon in den frühen

80-er Jahren entdeckt. Die von Brigitte

Xander moderierte vormittägliche Kochsendung:

„Bitte zu Tisch“ erhob allerdings

keinen künstlerischen Anspruch.

Der einzige Zweck des Formats war es,

den Heim- und Hobbyköchinnen Anregungen

zu liefern, was diese ihren Lieben

abends auftischen könnten; gewissermaßen

als Nebenprodukt bot sich

der Genussmittelindustrie ein günstiges

Werbeumfeld. Erst der britische Koch-

Autodidakt Jamie Oliver machte das

Brutzeln am eigenen Herd zum Kult, besonders

bei den Jungen. Die Fernsehköche

Sarah Wiener und Johann Lafer,

die beide den großen Durchbruch in

Deutschland schafften, machten das Kochen

schließlich auch hierzulande zu einem

angesagten Trend.

Das Rezept klingt einfach. Man sitzt

bequem vor dem Patschenkino, lässt

sich einen Gang nach dem anderen von

den Meisterköchen servieren und versucht

dann bei nächster Gelegenheit

das Festmahl nachzumachen – was

meist gründlich daneben geht.

Denn vom Zuschauen allein ist noch

keiner ein Meisterkoch geworden. Nur

durch learning by doing entsteht aus den

einzelnen Ingredienzen eine perfekte

Komposition. Sonst wären ja alle, die freiwillig

eine dreijährige Lehre durchlaufen,

verrückt. Die Basics hat also nicht jeder

ambitionierte Kochnovize drauf. Aber mit

dem entsprechenden Ehrgeiz kann man

auch im späteren Leben dazulernen, vor

allem wenn das Rüstzeug von einem

Haubenkoch vermittelt wird.

Zum Beispiel von Toni Mörwald, der

einen kulturphilosophischen Zugang

zum Essen pflegt. Sein Credo lautet:

„Essen ist die beste Lebenszeit“, und er

ist überzeugt, dass, wer sich den kulinarischen

Genuss versagt, sich auch Lebensfreude

versagt.

Bereits 1987 wurde im Mörwalds

Stammhaus „Zur Taube“ im niederösterreichischen

Feuersbrunn das erste

Kochseminar abgehalten, eher zufällig,

und es hieß auch noch nicht Kochseminar.„Angefangen

hat es vor 20 Jahren

damit, dass sich einige meiner treuen

Stammgäste ein paar besondere

Rezeptideen erhofften und mir bei der

Zubereitung in die Töpfe schauen wollten“,

erinnert sich Mörwald an die Anfänge.

Das „Koch-Geschwader“, wie

sich die kleine Damenrunde selbst

nannte, traf sich in unregelmäßigen Abständen

zum gemeinsamen Gustieren.

„Die Gruppe wurde ständig größer, bis

sich bei einer Kochsession irgendwann

an die 40 Personen in der kleinen Küche

der ,Taube‘ tummelten“, schmunzelt

Mörwald. Er beschloss, dem Ganzen einen

geordneten Ablauf zu geben. Das

war der Startschuss für das bis heute

wöchentlich stattfindende Themen-

Kochen, wo der Meister höchstpersönlich

eine Einführung in die Nahrungsmittelkunde

gibt und natürlich selbst

den Löffel schwingt.

Seit 2003 werden die Seminare in der

neuen, speziell für die Zwecke der Kochschule

konzipierten und ausgestatteten

Küche abgehalten. Mit mehreren tausend

Kursen ist die Mörwald-Kochschule

in Österreich das erfahrenste Institut in

der Vermittlung von Techniken, Tipps &

32 Leas•mich


Brutzeln mit Profis: neben

Meisterköchen wie Toni Mörwald

fühlt man sich wie ein Lehrling.

Tricks und eine exklusive Location für

angehende Gourmets, die selbst als

Gastgeber mit vollendeten Kochkenntnissen

punkten wollen. Nicht exotische

Gerichte stehen im Vordergrund, sondern

die regionale Küche, inspiriert von

den saisonalen Gaben der Natur und

mit raffinierten Zutaten zur Perfektion gebracht.

„Es macht immer noch Spaß“, versichert

Mörwald. Das Vergnügen hat

auch seinen Preis. Der Basic-Kurs – die

Zubereitung eines 5-Gang-Menüs und

anschließender Verspeisung desselben

inklusive Weinbegleitung, Kaffee und

edlen Bränden – schlägt sich mit

EUR 150,– zu Buche (Mit-Esser zahlen

EUR 95,–). Hobbyköchinnen und immer

öfter auch -köchen, die ihre Kenntnisse

auf höchstem Niveau verbessern wollen,

bekommen dafür aber auch eine

Mörwald-Schürze, eine Koch-DVD und

ausgesuchte Rezepte des Hohepriesters

der heimischen Kulinarik mit auf

den Weg.

Die Wiener Catering-Agentur Flying

Chefs bietet seit zweieinhalb Jahren

ebenfalls Kochseminare an. Die „Chefs“,

das sind Christian Wolf als kaufmännischer

und organisatorischer Geschäftsführer

und Ewald Zettl, vormals Hotel

Bristol, sowie Michael Novotny, vormals

Hotel Triest/Barbaro.

Ob blutiger Anfänger oder passionierter

Hobbykoch: die Chefs weihen jeden

ambitionierten „Lehrling“, unabhängig

von seinen Vorkenntnissen, in

die kleinen und großen Geheimnisse der

gehobenen Küche ein. Das beginnt bei

der Organisation und der Auswahl der

richtigen Speisen über die Vorbereitung

in der Küche und das perfekte Timing.

Am Beginn steht ein gemeinsamer

Einkauf am Wiener Naschmarkt. Die Zutaten

für das Festmahl müssen zuerst

vor den gestrengen Augen des Küchenchefs

Ewald Braunstein bestehen, bevor

sie in die Schauküche, die sich in der alten

Börse in der Taborstraße befindet,

verbracht werden. Dann geht’s zuerst

ans Einputzen und Parieren sowie die

Verteilung der Aufgaben an die einzelnen

Teilnehmer.

„Es sollten nicht weniger als vier und

nicht mehr als 20 Personen pro Seminar

sein“, erläutert Wolf. Ab zehn Personen

wird ein zweiter Koch beigestellt, damit

der Chef de Cuisine auf jeden Gast eingehen

kann. Gemeinsam mit den Küchenaspiranten

wird von diesem unter

anderem die mise-en-place (Zutatenbereitsstellung)

vorbereitet. „So lernt man

auch gleich die ersten und wichtigsten

Schritte für ein gelungenes Menü“, meint

Wolf. Während des Kochens wird den

Gästen allerlei Wissenswertes wie neue

Trends und Tipps vermittelt. In schönem

Ambiente werden die Ergebnisse der

soeben erworbenen Kochkünste anschließend

gemeinsam genossen.

Da die Rohstoffe eher im oberen

Preissegment sind und außerdem meist

Bio-Produkte Verwendung finden, muss

pro Portion mit etwa EUR 50,– gerechnet

werden. Dazu kommen die Kosten für

den Koch, die bei EUR 28,– in der

Stunde liegen.

Wer übrigens lieber zu Hause bleibt,

kann sich ebenfalls in den Kochbetrieb

einbringen. Er kann sich und seine Gäste

aber auch, ohne einen Finger zu rühren,

von einem Profi einkochen lassen, ein

Service, der auch bei Firmenfeiern gern

in Anspruch genommen wird.ı

Wer nun auf den guten Geschmack gekommen

ist, dem seien folgende Links ans Herz gelegt:

www.moerwald.at/termine und

www.solution2000.at/kochseminare.

NUMMER 1| FEBRUAR 2009 33


facts&figures

18000

15000

12000

9000

6000

3000

Insolvenzstatistik

Ó Insolvenzen Ó Privatkonkurse Ó Neuprotokollierungen

Der Befund zum Jahreswechsel ließ zweierlei erkennen:

es rumorte schon in der Insolvenzlandschaft, zugleich blieb

der Gesamtzustand stabil mit plus/minus null gegenüber

dem Jahr 2007. Insgesamt wurden 6.296 Unternehmen

im Jahr 2008 insolvent, was etwa dem Vorjahresniveau

entspricht. Das Rumoren zeigte sich allerdings bereits

in den volkswirtschaftlich bedeutenden Kennzahlen der

20.500 betroffenen Arbeitsplätze (+13 %) und bei den

Schulden der insolventen Unternehmen (EUR 2,8 Mrd.).

Bei den Privatkonkursen kam es zu einer Zunahme von

16,5 % gegenüber dem Vorjahr – vor allem ehemalige

Selbstständige nahmen das Schuldenregulierungsverfahren

in Anspruch (35 % der Fälle).

Quelle: KSV

0

2006 2007 2008

Europas Wirtschaft in der Rezession

Ausgehend von den USA hat der Abschwung mittlerweile die gesamte Weltwirtschaft erfasst.

Die Finanzkrise verstärkt die Abschwächung der internationalen Konjunktur.

Im Euro-Raum ist 2009 mit einer Abnahme der Wirtschaftsleistung

um 1,2 % zu rechnen. Auch für Österreich ist trotz

massiven Gegensteuerns der Fiskalpolitik im Jahr 2009 ein

Rückgang des BIP um real 0,5 % zu erwarten. Der Wachstumsprognose

von 0,9 % für das Jahr 2010 liegt die Annahme

zugrunde, dass sich die Wirtschaft gegen Ende 2009 langsam

zu erholen beginnt.

Der Abschwung der Weltwirtschaft verstärkte sich gegen

Jahresende 2008 deutlich. Bis vor kurzem beschränkte sich die

Krise weitgehend auf die Finanzmärkte, doch nun überrascht

das Ausmaß der Wirkung auf die Realwirtschaft. Zudem hat der

Abschwung mittlerweile alle Weltregionen erfasst. Die Wirtschaft

geriet in den USA, in Japan und der EU bereits 2008 in eine Rezession,

und in den Schwellenländern verlangsamt sich das bis

vor kurzem noch sehr dynamische Wachstum erheblich.

Dem Platzen der Preisblase auf den Immobilienmärkten

vieler Länder folgte ein scharfer Rückgang der teilweise spekulativ

überhöhten Preise von Rohstoffen und Agrarprodukten.

Aufgrund der weltweiten Unsicherheit über die weitere Wirtschaftsentwicklung

und mangels anderer als sicher erachteter

Anlagemöglichkeiten erhöhte sich die Nachfrage nach Staatsanleihen

der USA massiv und löste einen Anstieg des Bedarfs

an Dollar aus, sodass der Dollar gegenüber dem Euro beträchtlich

aufwertete (+20 %).

Das WIFO rechnet für 2009 mit einem realen Rückgang der

gesamtwirtschaftlichen Produktion im Euro-Raum um 1,2 %.

Wie in den USA sollten Ende 2009 positive Tendenzen einsetzen.

Im Jahr 2010 dürfte das Bruttoinlandsprodukt wieder

leicht wachsen (+0,5 %).

Österreich kann sich als kleine, exportorientierte Volkswirtschaft

diesem Abwärtstrend nicht entziehen. Die Auftragseingänge

− vor allem jene aus dem Ausland − brechen ein, und

die ohnedies in den letzten Jahren nur schwach expandierende

Konsumbereitschaft lässt mehr und mehr nach. Die Indikatoren

für die heimische Wirtschaftsentwicklung und die

Verschlechterung der internationalen Rahmenbedingungen

weisen auf eine Rezession im Jahr 2009 hin. Allerdings steuert

die österreichische Wirtschaftspolitik durch massive Ausgabensteigerung

und Steuersenkungen dieser Entwicklung gegen.

Das Wachstum des Konsums der privaten Haushalte kann

so bei 1 % stabilisiert werden. Dennoch wird sich die gesamtwirtschaftliche

Produktion im Jahr 2009 um 0,5 % verringern.

6

5

Langfristige Zinssätze

in Prozent

USA

6

5

Kurzfristige Zinssätze

in Prozent

5

4

Verbraucherpreise

in Prozent

Quelle: WIFO

4

3

2

1

0

2006

Österreich

Japan

2007 2008 2009e 2010e

4

3

2

1

0

2006

Euro-Raum

USA

Japan

2007 2008 2009e 2010e

3

2

1

0

-1

2006

Österreich

USA

Japan

2007 2008 2009e 2010e

34 Leas•mich


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