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3 OKTOBER 2006 DAS KUNDENMAGAZIN DER RAIFFEISEN-LEASING

Postgebühr bar bezahlt, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf

Menschen

Reportage

Geschäftsjahr

Dr. Friedrich Frey, GF Toyota Frey Austria

Ein PPP-Projekt schlägt Wellen

Die Nummer 1 in Europa


INHALT Leas•mich NUMMER 3|OKTOBER 2006

DAS ENDE DER KLASSISCHEN

VERBRENNUNGSMOTOREN?

Stetig steigendes Verkehrsaufkommen,

überdurchschnittliche Belastung durch

Feinstaub und zunehmende Schadstoffemissionen:

Das Auto, unser liebstes

Fortbewegungsmittel, wird zunehmend

zum Umweltproblem Nummer eins.

MENSCHEN Dr. Friedrich Frey,

Geschäftsführer von Toyota Frey

Austria, bereitet bereits den Weg

für die 4. Generation auf. SEITE 4

RECHT Anfang Oktober trat die

Wohnrechtsnovelle 2006 in Kraft.

Informieren Sie sich über die wichtigsten

Änderungen ab SEITE 6

LIFESTYLE Ökotourismus:

Ex-Zoodirektor Dr. Rainer Revers

begab sich auf die Spuren der

Berggorillas in Uganda. SEITE 32

IMPRESSUM Medieninhaber: Raiffeisen-Leasing GmbH., Hollandstraße 11–13, 1020 Wien, Tel.: O1/716 01 DW 8440, Fax: DW 8448, Internet-Adresse: http://www.raiffeisen-leasing.at, E-Mail-Adresse: leasing@rl.co.at Herausgeber: Prok. Andrea Weber

Produzent: Verlagsgruppe NEWS Gesellschaft m.b.H., FN 183971 HG, Taborstr. 1–3, 1020 Wien Geschäftsführung: Dkfm. Helmut Hanusch Objektleitung: Klaus Edelhofer Redaktionsbüro: Vojtisek KEG, E-Mail-Adresse: act.vojtisek@aon.at

Grafische Gestaltung: Greiner & Greiner, 1050 Wien Fotos: Buenos Dias, Alexander Wulz, Michael Appelt, Bernhard Michal Herstellung: Sibylle Bauer Druck: Druckerei Berger, 2580 Horn Vertrieb: Mediaprint-Zeitschriftenvertriebsgesellschaft, 1235 Wien

Die Raiffeisen-Leasing GmbH übernimmt keine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.

2 Leas•mich


EDITORIAL Andrea Weber 3

Ô MENSCHEN

Dr. Friedrich Frey im Leas•mich-Interview 4

Ô RECHT

Ein Überblick über die Änderungen aufgrund

der Wohnrechtsnovelle 2006 6

Ô STEUER

KMU-Förderungsgesetz 2006: Neue

Regelungen für Personengesellschaften 9

Ô COVERSTORY

Mobilität contra Umweltschutz:

Stehen wir vor der Energie-Wende? 10

Ô MEINUNG

GF Mag. Peter Engert: Raiffeisen-Leasing

fährt das Auto der Zukunft 21

Ô REPORTAGE

Raiffeisen-Leasing kooperiert mit Hardund

Softwareleasingspezialist Grenke 22

Twin City Liner:

Ein PPP-Projekt schlägt Wellen 23

Förderungen und Leasing: eine kritische

Analyse der Förderinstrumente 24

Raiffeisen-Kfz-Leasing-Gewinnspiel:

eine Luxuslimousine samt Chauffeur 26

Ô KOMMENTAR

GF Mag. Karheinz Sandler zur Halbjahresentwicklung

des Leasingmarktes 27

Ô IMMOBILIEN

„The Max“ bezugsbereit 28

Immobilienprojekte von Wien bis Linz 29

Ô KUNDENPORTRÄT

Global Player beim Licht: Zumtobel 30

Haubenberger, der Semmelkaiser 31

EDITORIAL

Energie

ohne Ende

M

obilität

ANDREA WEBER

Leiterin Marketing und PR

in der Raiffeisen-Leasing

und Umwelt – zwei Begriffe, wie sie gegensätzlicher nicht sein

könnten. Doch nur auf den ersten Blick. Denn seit erstmals eine Verbindung

zwischen Auto und Ökologie hergestellt werden kann, geht es

nicht mehr um Entweder-oder, sondern um Sowohl-als-auch. Der Individualverkehr

wird weiter zunehmen, darüber sind sich die Experten weitgehend

einig. Um Mobilität möglichst umweltschonend zu gestalten, braucht es

einen enormen Technologieschub. Seit kurzem arbeitet die Automobilindustrie

intensiv daran, sich sukzessive von der Fossiltechnologie verabschieden

zu können. Die Hersteller haben dabei zum Teil recht unterschiedliche

Lösungsansätze für das „Auto der Zukunft“. Der Wettbewerb wird zeigen,

welche Technologie sich durchsetzen kann. Das und vieles mehr waren

unter anderem die Themen einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion,

zu der Raiffeisen-Leasing im Mai dieses Jahres ins Palais Ferstel lud.

Lesen Sie mehr darüber ab Seite 10. Zudem beschäftigen wir uns in der

Coverstory mit anderen Aspekten der erneuerbaren Energien wie Heizen

mit Erdwärme sowie über die Energiesysteme der Zukunft und die Grenzen

der Machbarkeit.

Die Natur steht auch im Fokus unserer aktuellen Lifestyle-Story, in der es

um Öko-Tourismus geht, einer verantwortungsvollen Form des Reisens in

naturnahe Gebiete, die zum Schutz der Umwelt und zum Wohlergehen der

lokalen Bevölkerung beiträgt. Der ehemalige Direktor des Tierparks Hellbrunn

in Salzburg begleitete eine Touristengruppe bei ihrem Ausflug zu den

Berggorillas Ugandas und berichtet von diesem einmaligen Erlebnis ab

Seite 32.

Mit 1. Oktober trat die Wohnrechtsnovelle 2006 in Kraft. Damit werden

das Mietrechtsgesetz, das Wohnungseigentumsgesetz, das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz

und das Landpachtgesetz geändert. Unser Rechtsexperte

beleuchtet ab Seite 6 die wichtigsten Änderungen des MRG und

des WEG. Und unser Steuerartikel beschäftigt sich mit dem KMU-Förderungsgesetz

2006, das einkommensteuerliche Begünstigungen für Einnahmen-Ausgaben-Rechner

und zusätzliche umsatzsteuerliche Erleichterungen

bringen soll (Seite 9).

Viel Stoff also noch bis Ende des Jahres, durch den sich unsere geschätzten

Leserinnen und Leser durcharbeiten können. Dass Sie dabei

auch noch die Freuden des Spätherbstes genießen können, wünscht Ihnen

Ô LIFESTYLE

Berggorillas in Uganda 32

FACTS & FIGURES 34

Ihre Andrea Weber

NUMMER 3|OKTOBER 2006 3


MENSCHEN

Konsequent innovativ

Erfolgreiche Familiendynastie: Dr. Friedrich Frey, Geschäftsführer von

TOYOTA FREY AUSTRIA, bereitet bereits den Weg für die 4. Generation auf.

HOHER BESUCH ZUM 70-JÄHRIGEN FIRMENJUBILÄUM UND DEM 35-JAHRE-JUBILÄUM

ALS TOYOTA-GENERALIMPORTEUR (v.l.n.r.): KR Friedrich Frey, Fujio Cho – Chairman

von Toyota Motor Corporation (Japan), Tadashi Arashima – President & CEO von Toyota

Motor Europe, Dr. Friedrich Frey.

Gegründet wurde das Autohaus

Frey als Motorenwerkstätte

1936 vom Großvater.

Nach zahlreichen Jahren

als NSU-Autoimporteur legte dessen

Sohn, KR Friedrich Frey, 1971 den

Meilenstein zum Erfolg: die Übernahme

der Toyota-Generalvertretung

für Österreich. Für seine Kinder stand

schon früh fest, dass sie dereinst in

den elterlichen Betrieb einsteigen werden,

Benzin war ihre „Muttermilch“:

„Wir haben beide mit 10–11 Jahren

erstmals ein Auto gelenkt und mit einem

Mini-Motorrad die ersten Versuche

als Fahrer unternommen“, erinnert

sich der 39-jährige Unternehmer. Die

kleine Moto-Cross-Maschine aus Kindertagen

steht übrigens – noch – als

Ausstellungsstück in der Firmenniederlassung

im 23. Bezirk, Friedrich Frey’s

kleiner Sohn wird demnächst seine

ersten Fahrversuche damit starten.

Autos und Motoren bestimmten

das Leben der Frey’s von Kindesbeinen

an. War denn sogar eine Karriere

als Rennfahrer ein Thema?

„Nein, keinesfalls“ lacht Frey, „obwohl

sowohl Großvater als auch Vater

dem Motorsport sehr verbunden

waren – als Sponsoren und aktiv bei

einigen Rennen.“ Friedrich Frey hat

sich dem Thema auf andere Art genähert

– wissenschaftlich gewissermaßen.

Nachdem er 1985 am Theresianum

maturierte, studierte er Betriebswirtschaft

an der Wirtschaftsuniversität

Wien. Seine Dissertation

trägt den vielsagenden Titel: „Wirtschaftsgeografische

Analyse anhand

einer Händlerorganisation – Fallstudie

Toyota Österreich.“ Der größte Vorteil

bei seiner Doktorarbeit: der unmittelbare

Zugang zur Praxis im Unternehmen

des Vaters. Der Sohn stieg allerdings

erst 1992, nach der Promotion,

voll in den Verkauf ein, und zwar

nicht als Verkaufsleiter, wie man vielleicht

annehmen möchte. „Jeder Mitarbeiter,

der in eine Führungsposition

berufen wurde, musste irgendwann

zuvor im Verkauf gewesen

sein. Da gab es für mich keine Ausnahme.“

Als graduierter Wirtschaftsfachmann

musste sich Frey seine ersten

Sporen unter einem sehr talentierten

Verkaufsleiter – „damals hab

ich enorm viel gelernt, vor allem in

puncto Menschenführung“ – zuerst

einmal verdienen. Er wurde schließlich

sein Assistent und erst nach dessen

Pensionierung Verkaufsleiter.

Dazwischen sammelte Frey praktische

Erfahrungen im Ausland: Für

ein halbes Jahr in Großbritannien

beim dortigen Toyota-Generalimporteur

und für ein weiteres halbes Jahr

in den USA, ebenfalls bei Toyota. Mit

all diesen Erfahrungen war er schließlich

für die letzte Etappe – an die

Spitze des Unternehmens – gerüstet.

STARKE FAMILIENBANDE

KR Friedrich Frey senior übernahm

die Geschäftsführung nach dem Tod

seines Vaters 1974, zusammen mit

seiner Mutter. Nachdem diese 1999

verstarb, teilte er die Verantwortung

mit einem zweiten Geschäftsführer.

Als dieser 2002 in Pension ging, stieg

Dr. Friedrich Frey in diese Funktion

auf. Freut sich Frey senior, dass er

seither etwas kürzer treten darf? Mit

mittlerweile 70 Jahren ist er schließlich

in einem Alter, in dem die Österreicher

längst in Pension sind! „Mein

Vater hat sein Arbeitsvolumen auch

mit meinem Einstieg in die Geschäftsführung

nicht reduziert.“ Entscheidungenen

werden ausschließlich gemeinsam

getroffen, wobei nach außen hin

mit einer Stimme gesprochen wird

und einer den anderen schon mal

vertritt. „Probleme gibt es schon deshalb

nicht, weil mein Vater ein modern

denkender und kreativer Mensch ist.

4 Leas•mich


»In der Raiffeisen-Leasing haben wir

einen Partner gefunden, der seit nunmehr

vier Jahren optimale Betreuung bietet.«

DR. FRIEDRICH FREY, GESCHÄFTSFÜHRER VON TOYOTA FREY AUSTRIA

Ganz selbstverständlich hat er die Expansion

des Unternehmens vorangetrieben

und alle Konzentration auf

weiteres Wachstum gesetzt. Schwester

Anja, Mutter dreier noch kleiner

Kinder, ist in alle Entscheidungen eingebunden

und ist bereits wieder halbtags

in der Firma tätig. Ihr Hauptaugenmerk

gilt der Markenpflege für

das gehobene Segment „Lexus“, was

laut Frey eine optimale Arbeitsaufteilung

darstellt. „Das Personalmanagement

war und ist das Fundament unseres

Unternehmenserfolgs“, ist der

Juniorchef überzeugt. „Wir fordern

und fördern die stärksten, fähigsten

und besten Mitarbeiter.“ Zumindest

die Expansion in den Westen – in

Salzburg soll bis 2008 ein eigener

Toyota-Lexus-Stützpunkt entstehen –

und laufende Bauprojekte – wie die

derzeit noch in Bau befindliche, mit

allen technischen Finessen ausgestattete

Werkstätte für die Premiummarke

Lexus auf dem Firmengelände

– werden von KR Frey unter Dach

und Fach gebracht.

Die Aktivitäten der Familie Frey

werden vom japanischen Mutterkonzern

überaus wohlwollend beobachtet.

So war Österreich das erste Land

in Europa, das F. Cho Ende Juni

2006 in seiner neuen Funktion als

Aufsichtsratsvorsitzender der Toyota

Motor Corporation besuchte. Seine

Antrittsbesuche zu sieben europäischen

Toyota-Privatimporteuren startete

er nicht zufällig in Wien. „Es gilt

als große Ehre und Wertschätzung

für Toyota Frey Austria, dass Herr

Cho seine erste Dienstreise und

seine erste Handlung in der Funktion

des Aufsichtsratsvorsitzenden nach

Österreich machte“, weiß Frey. Der

Besuch traf damit zufällig mit einem

besonderen Zeitpunkt zusammen:

dem 70-jährigen Firmenjubiläum und

dem 35-Jahre-Jubiläum als Toyota-

Generalimporteur. Sehr angetan waren

die japanischen Konzernführer

denn auch von den Plänen der

Toyota-Frey-Niederlassung in Salzburg,

voraussichtlich werden sie sogar

bei der Eröffnungsfeier dabei sein.

Besonders erfreut war Frey über

die Zusage erweiterter Fahrzeuglieferungen:

„Toyota führt weltweit die

Liste der beliebtesten Autos an, in

Österreich belegen wir ‚nur‘ den siebenten

Platz. Wir möchten in naher

Zukunft aber zumindest unter die

Top-5 kommen.“ Mit dem innovativen

„Prius“, dem ersten Auto mit Hybrid-

Motor, ist dieses Ziel durchaus realistisch.

Das meistverkaufte Hybrid-

Fahrzeug der Welt ist in Österreich

bereits in der 2. Generation erfolgreich

am Markt.

Der junge Familienvater fährt hingegen

ein anderes beliebtes Toyota-

Modell: den Landcruiser. Er mag Geländeautos

wegen des besseren Sicherheitsgefühls

und weil der Wagen

viel Platz bietet. „Fahrrad, Kinderwagen,

Schiausrüstung – da passt alles

rein.“ Laufschuhe und -ausrüstung sowieso.

Seit kurzem gibt es eine weitere

Leidenschaft in seinem Leben.

„Letztes Jahr habe ich den Jagdschein

gemacht. Mein Vater hat mich

auf den Geschmack gebracht.“ Er ist

allerdings mehr Beobachter als

Trophäensammler und genießt die

Pirsch durch den Wald als Ausgleich

zum hektischen Büroalltag.

Sein Vater ist auch in geschäftlicher

Hinsicht ein Vorbild, er will seinen

erfolgreichen Weg auf dieselbe

Art fortsetzen. In der nunmehr dritten

Generation wird er natürlich eigene

Akzente setzen, aber radikale Brüche

mit der bisherigen Firmenphilosophie

sind nicht geplant. So wird auch die

Zusammenarbeit mit langjährigen

Kooperationspartnern, wie der Raiffeisen-Leasing,

weiter ausgebaut. „Wir

führen mittlerweile die Kundenzufriedenheits-Statistiken

unter allen Automarken

an. Früher hatten wir ein

Manko bei der Finanzierung, in der

Raiffeisen-Leasing haben wir einen

Partner gefunden, der flächendeckend

anbieten kann und über die gemeinsame

Marketingplattform ,Toyota Leasing

seit nunmehr vier Jahren optimale

Betreuung bietet.“

NUMMER 3|OKTOBER 2006 5


RECHT&STEUER

Wohnrecht: Schon

wieder alles neu?

MAG. CHRISTOPH SCHORDAN, Competence Center Recht der Raiffeisen-Leasing,

stellt die wichtigsten Änderungen aufgrund der Wohnrechtsnovelle 2006 vor.

Mit 1. Oktober dieses Jahres

trat die Wohnrechtsnovelle

2006 in Kraft. Der

vorliegende Beitrag behandelt

Änderungen des Mietrechtsgesetzes

(MRG) und des Wohnungseigentumsgesetzes

(WEG).

Punktuelle Änderungen im

MRG: Die Novelle greift einzelne

Probleme, die von der Rechtsanwendung

an die Gesetzgebung herangetragen

wurden, auf und ändert bestehende

Regelungen ab oder führt

neue ein. Einige für die Praxis bemerkenswerte

Beispiele sollen im

Folgenden im Detail dargestellt werden:

SCHRIFTLICHE AUFKÜNDIGUNG

DURCH DEN MIETER

Was sich in der Praxis schon seit längerem

weitgehend durchgesetzt hat,

ist mit der Wohnrechtsnovelle 2006

geltendes Recht geworden: Für die

Aufkündigung des Mietverhältnisses

durch den Mieter ist die Schriftform

ausreichend.

Bisher konnte der Mieter die Aufkündigung

des Mietverhältnisses nur

gerichtlich erklären. Eine schriftliche

Aufkündigung hingegen war nur mit

Einverständnis des Vermieters

rechtswirksam. Die gerichtliche Aufkündigung

musste vom Mieter zuerst

an das Gericht gesendet oder bei

diesem zu Protokoll gegeben und

dann vom Gericht rechtzeitig innerhalb

der Kündigungsfrist dem Vermieter

zugestellt werden, um wirksam

zu sein. Eine – wenn auch geringe

– Gerichtsgebühr fiel an. Die

schriftliche Aufkündigung erwies

sich demgegenüber als rascher und

billiger. Die Vermieter erklärten sich

daher auf Wunsch des Mieters bei

Aufkündigungen häufig mit der

Schriftform einverstanden.

Mit der Wohnrechtsnovelle 2006

kann der Mieter zwischen schriftlicher

und gerichtlicher Kündigung

wählen. Er muss aber im Streitfall

auch weiterhin nachweisen, dass der

Vermieter die Kündigung zeitgerecht

erhalten hat. Es empfiehlt sich daher,

Kündigungsschreiben eingeschrieben

zu versenden. Misslingt die

rechtzeitige Aufkündigung, gilt der

nächstfolgende Kündigungstermin.

Auch das stellt die Novelle klar.

Für den Vermieter bleibt in puncto

Form der Aufkündigung alles beim

Alten. Er muss nach wie vor für die

Aufkündigung die Hilfe der Gerichte

in Anspruch nehmen.

ERHALTUNGSPFLICHT BEI

GESUNDHEITSGEFÄHRDUNG

Schon bisher belastete das MRG den

Vermieter zwingend mit der Erhaltungspflicht

für die allgemeinen Teile des

Hauses und für Schäden in den einzelnen

Mietobjekten, die einen ernsten

Schaden des Hauses darstellen.

Die Wohnrechtsnovelle verpflichtet

den Vermieter zusätzlich zur Beseitigung

von erheblichen Gesundheitsgefährdungen,

die von Mietgegenständen

ausgehen. Damit soll

ein Wertungswiderspruch aufgelöst

werden, der darin gesehen wurde,

dass der Vermieter zwar bei ernsten

Schäden des Hauses, aber nicht bei

der Gefahr ernster Gesundheitsschädigungen

der Mieter vom Gesetz in

die Pflicht genommen wurde. In der

Praxis könnte etwa die Sanierung

von Asbest oder defekten elektrischen

Leitungen unter die neue Bestimmung

fallen.

Die gesetzliche Erhaltungspflicht

des Vermieters ist allerdings auf solche

Gesundheitsgefährdungen beschränkt,

die sich nicht durch andere,

den Hausbewohnern zumutbare Maßnahmen

beseitigen lassen. Eine solche

zumutbare Maßnahme dürfte

6


auch das Abrinnenlassen des Wassers

vor Gebrauch bei Bleileitungen

sein, wenn dadurch die Bleikonzentration

des Wassers auf ein unbedenkliches

Maß gesenkt werden kann.

In der Diskussion um die Erhaltungspflicht

für Heizthermen oder

Warmwasserboiler entschied sich

der Gesetzgeber dafür, dem Mieter

einen Investitionskostenersatz zuzugestehen.

Erneuert der Mieter eine

schadhafte Heiztherme oder einen

schadhaften Warmwasserboiler, die

sich bereits bei Beginn des Mietverhältnisses

im Mietgegenstand befunden

haben, auf eigene Kosten, kann

er die Investitionskosten nach Ende

des Mietverhältnisses vom Vermieter

zurückverlangen. Zu berücksichtigen

ist dabei aber die Amortisation der

Investition, die vom MRG mit 10 Jahren

angenommen wird. Für jedes

Jahr der Nutzung ist daher ein Zehntel

der Investitionskosten abzuziehen,

wobei nur volle Jahre zu berücksichtigen

sind.

DACHBÖDEN UND ZUBAUTEN

Neu errichtete Dachbodenausbauten

Gasometer Wohnpark Wien Simmering

waren bereits durch die MRG-Novelle

2001 von einem Teil des MRG

ausgenommen. Nunmehr wurde klargestellt,

dass die Teilausnahme vom

MRG auch für Dachaufbauten gilt,

die über den bisher vom Dachboden

eingenommenen Raum hinausgehen.

Voraussetzung dafür ist, wie schon

bisher, dass es sich um neue Baumaßnahmen

handelt, deren Baubewilligung

nach dem 31. Dezember

2001 erteilt wurde.

Auch Zubauten zu Häusern, die

an sich vollständig dem MRG unterliegen,

sind nunmehr von einem Teil

des MRG ausgenommen, wenn die

Baubewilligung für die Zubauten

nach dem 30. September 2006 erteilt

wurde. Damit kommt es nun bei Zubauten

– egal ob sie neben dem Objekt

oder auf dem Objekt erfolgen –

zu einer bloß teilweisen Anwendung

des MRG.

Die Änderungen im WEG sind

umfangreicher als jene des MRG,

galt es doch das Reformwerk des

WEG 2002 nach den ersten Jahren

praktischer Erfahrung systemkonform

zu ergänzen und abzurunden.

Die Änderungen betreffen daher

häufig Detailprobleme oder dogmatische

Rechtsfragen. In der Folge werden

einige ausgewählte Neuerungen

dargestellt.

KFZ-STELLPLÄTZE

Schon bisher konnte an Abstellplätzen

für Kraftfahrzeuge selbständig

Wohnungseigentum begründet werden,

wenn der Abstellplatz durch

deutlich abgegrenzte Bodenmarkierungen

gekennzeichnet war. Voraussetzung

war allerdings, dass es sich

dabei um eine Bodenfläche handelt.

Die so genannten Parkwippen oder

Stellflächen von Stapelparkern, bei

denen Pkw in Garagen auf einer

Konstruktion aus Metall aus Platzgründen

übereinander aufbewahrt

werden, fielen jedoch nicht darunter.

Die Novelle stellt die einzelne

Parkwippe oder Stellfläche eines Stapelparkers

einer Bodenfläche gleich.

Damit kann an abgegrenzten Stellplätzen

einer Stapelparkvorrichtung

oder einer Parkwippe tauglich Wohnungseigentum

begründet werden.

Wird ein Wohnhaus mit Garagenplätzen

errichtet, kann innerhalb von

drei Jahren nach der Begründung

von Wohnungseigentum an der Liegenschaft

nur ein Eigentümer einer

Wohnung oder eines selbständigen

Geschäftsraums Wohnungseigentum

an einem Kfz-Stellplatz erwerben. Es

gilt dabei der Grundsatz, dass pro

Wohnung oder selbständigem Geschäftsraum

nur ein Abstellplatz erworben

werden kann. Ausnahmen

gelten nur dann, wenn die Zahl der

freien Abstellplätze die Zahl der

Wohnungen oder selbständigen Geschäftsräume

übersteigt, wobei eine

schriftliche Verzichtserklärung eines

Wohnungseigentümers zu berücksichtigen

ist. Nach Ablauf der dreijährigen

Sperrfrist kann beliebig

Wohnungseigentum an Kfz-Stellplätzen

erworben werden.

Bisher konnte der Wohnungseigentumsorganisator,

da er selbst zumeist

nicht Wohnungseigentümer war, während

der Sperrfrist kein Wohnungseigentum

an Kfz-Stellplätzen erwerben,

was dann ein Problem dar-

7


RECHT&STEUER

stellte, wenn er nicht alle Kfz-Stellplätze

an Wohnungseigentümer verkaufen

konnte.

Auf Grund der Novelle kann der

Wohnungseigentumsorganisator

auch während der dreijährigen Sperrfrist

unbeschränkt Wohnungseigentum

an Kfz-Abstellplätzen erwerben.

Gibt es mehrere Wohnungseigentumsorganisatoren,

kann davon nur

jener Gebrauch machen, der im Vertrag

als Hauptverantwortlicher für die

Wohnungseigentumsbegründung

und den Abverkauf der Wohnungseigentumsobjekte

bezeichnet ist.

RECHTSFÄHIGKEIT DER

EIGENTÜMERGEMEINSCHAFT

Schon bisher war die Eigentümergemeinschaft,

das ist die Gemeinschaft

aller Wohnungseigentümer, als selbstständiges

Rechtssubjekt rechtsfähig.

Ihre Rechtsfähigkeit ist jedoch auf

die Verwaltung der Liegenschaft beschränkt.

In der Praxis ergaben sich Probleme,

wenn einzelnen Wohnungseigentümern

Gewährleistungsansprüche

– etwa gegen den Bauträger –

zustanden, die allgemeine Teile des

Hauses betrafen. Diese Gewährleistungsansprüche

standen zwar dem

Wohnungseigentümer selbstständig

zu, betrafen aber die Interessen der

gesamten Eigentümergemeinschaft.

Die Wohnrechtsnovelle 2006 stellt

nunmehr klar, dass der anspruchsberechtigte

Wohnungseigentümer

seine Ansprüche an die Eigentümergemeinschaft

abtreten kann und die

Eigentümergemeinschaft über die erforderliche

Rechtsfähigkeit verfügt,

die Ansprüche im eigenen Namen

geltend zu machen.

Verfolgt die Eigentümergemeinschaft

die Ansprüche nicht ordnungsgemäß,

kann der betroffene

Wohnungseigentümer diesen Anspruch

geltend machen.

EIGENTÜMERPARTNERSCHAFT

Seit dem Wohnungseigentumsgesetz

2002 können auch Personen, die

keine Ehegatten sind, gemeinsam Eigentümer

einer Wohnung sein. Man

spricht in diesem Fall von einer Eigentümerpartnerschaft.

Die Anteile

können nicht getrennt und nur gemeinsam

beschränkt oder belastet

werden. Nunmehr wurde die Möglichkeit

eröffnet, den Mindestanteil

mit Zustimmung des anderen Eigentümerpartners

zu veräußern. Ohne

eine solche Zustimmung ist die Aufhebung

der Eigentümerpartnerschaft

nur mittels Teilungsklage möglich.

Die Eigentümerpartner können eine

solche Klage durch schriftliche Vereinbarung

für die Dauer von längstens

drei Jahren ausschließen. Nur

aus triftigen Gründen ist eine längere

Dauer oder ein unbefristeter Ausschluss

zulässig. Die Ausschlussvereinbarung

kann allerdings schriftlich

beliebig oft wiederholt werden.

FAZIT

Die Änderungen der Wohnrechtsnovelle

2006 sind für das MRG und für

das WEG unterschiedlich zu beurteilen.

Im MRG wurden einzelne Fragen,

die seit der MRG-Novelle 2002

in der Rechtsanwendung oder der

Wissenschaft entstanden sind, einer

gesetzlichen Regelung zugeführt. Im

WEG wurden einzelne Adjustierungen

am Reformwerk des WEG 2002

mit dem Ziel einer dogmatischen

und praktischen Verbesserung vorgenommen.

Das Wohnrecht erweist

sich damit weiterhin als eines jener

Rechtsgebiete innerhalb des Zivilrechts,

in dem die Häufigkeit an Gesetzesänderungen

besonders hoch

ist.

DIE AUSWIRKUNGEN DER MITHALTERSCHAFT BEIM AUTO AUF

DEN SCHUTZUMFANG DER KFZ-HAFTPFLICHTVERSICHERUNG

Von Mithalterschaft an einem Kfz spricht man, wenn mehrere Personen ein Kfz auf eigene

Rechnung in Gebrauch und die Verfügung darüber haben. Entscheidend ist, dass mehrere

Personen das Fahrzeug zum eigenen Nutzen verwenden oder über die Verwendung entscheiden

und auch für die Kosten dieser Nutzung aufkommen. In einer neueren Entscheidung

(OGH vom 7. 7. 2005, 2 Ob 73/05g) sah der Oberste Gerichtshof die Mithalterschaft

als entscheidendes Kriterium für die Zuerkennung einer Versicherungsleistung aus

der Kfz-Haftpflichtversicherung. Der Entscheidung lag folgender Sachverhalt zu Grunde:

Ein alleiniger Halter eines Pkw war bei einem Unfall mit seinem Wagen schwer verletzt

worden und wollte seinen Personenschaden von seiner eigenen Haftpflichtversicherung

ersetzt erhalten. Er behauptete, nicht er, sondern eine andere bei dem Unfall getötete

Person habe den Wagen gelenkt.

In einem vorher entschiedenen anderen Fall hatte der OGH festgehalten, dass der beifahrende

Fahrzeughalter seinen Personenschaden von der Haftpflichtversicherung ersetzt

verlangen kann. In diesem Fall hatte ein Ehepaar einen Autounfall erlitten, bei dem die

Ehefrau am Steuer gesessen war. Beide Ehegatten hatten das Fahrzeug regelmäßig verwendet

und Betriebskosten bezahlt, sodass davon ausgegangen werden konnte, dass

die Ehegatten gemeinsam Halter des Kfz waren und damit eine Mithalterschaft vorlag.

Nicht so im eingangs beschriebenen Fall: Ausschlaggebend für die Haftung der Versicherung

sei, so der OGH, dass der Verletzte einen Schadenersatzanspruch gegen eine

(mit)versicherte Person habe. Da nicht festgestellt werden konnte, dass eine andere

Person das Fahrzeug gelenkt hatte, blieb nur die Gefährdungshaftung des Halters als

Rechtsgrundlage übrig. Da aber niemand einen Anspruch gegen sich selbst haben

kann, schied ein Anspruch gegen die Versicherung aus.

Für die Praxis ergibt sich daraus eine Besserstellung für Ehepaare oder Lebenspartner,

die sich die Nutzung und die Kosten eines Fahrzeugs teilen. Ist einer der Halter bloß Beifahrer,

sind bei einem Unfall zwar nicht die Personenschäden des Lenkers, wohl aber

die des beifahrenden Halters zur Gänze von der Versicherung gedeckt. Ist nur einer der

Ehegatten oder Lebensgefährten der Halter des Kfz und fährt der andere, während der

Halter bloß mitfährt, erhält der geschädigte Halter bei einem Unfall keinen Ersatz von

seiner Haftpflichtversicherung. Relevant ist diese Unterscheidung dann, wenn kein Dritter

für die Schäden haftet, etwa weil an dem Unfall kein anderes Fahrzeug beteiligt war.

Um die Mithalterschaft gegenüber der Versicherung oder vor Gericht auch belegen zu

können, empfiehlt es sich, dass der Ehegatte oder Lebenspartner die Kfz-Haftpflichtversicherung

mit abschließt und auch nachweisbar einen Teil der Betriebskosten des Fahrzeugs

bezahlt.

8 Leas•mich


Neuregelungen für Personengesellschaften

MAG. SANDRA SEDLACZEK-RIEDERER über das KMU-Förderungsgesetz 2006,

das einkommensteuerliche Begünstigungen für Einnahmen-Ausgaben-Rechner und

zusätzliche umsatzsteuerliche Erleichterungen bringen soll.

Das KMU-Förderungsgesetz

sieht einen Freibetrag für –

in begünstigtes Anlagevermögen

– investierte Gewinne

von 10 % des Gewinnes (ausgenommen

Übergangsgewinne gem.

§ 4 Abs 10 EStG und Veräußerungsgewinne

gem. § 24 EStG), höchstens

jedoch € 100.000,–, welcher gewinnmindernd

geltend gemacht werden

kann, vor. Der Freibetrag für investierte

Gewinne kann erstmals bei der

Veranlagung des Kalenderjahres

2007 geltend gemacht werden.

Die Bestimmung ist anzuwenden,

wenn:

ÿ Die Gewinne einer natürlichen Person

zufließen und der Gewinn

nach § 4 Abs 3 EStG (Einnahmen-

Ausgaben-Rechner) ermittelt wird.

Im Falle von Personengesellschaften

erfolgt die Aufteilung des Freibetrages

pro Gesellschafter (natürliche

Person) entsprechend der

Gewinnverteilungsquote. Der anteilige

Freibetrag kann nur von den

einzelnen Mitunternehmern in Anspruch

genommen werden.

ÿ 10 % des Gewinnes in begünstigtes

Anlagevermögen investiert wird,

maximal jedoch € 100.000,– einmalig

pro Steuerpflichtigen und

pro Kalenderjahr.

ÿ Als begünstigtes Anlagevermögen

gelten:

• Abnutzbare körperliche Anlagegüter

mit einer betriebsgewöhnlichen

Nutzungsdauer von vier

Jahren, welche in einer inländischen

Betriebsstätte oder einer

Betriebsstätte des übrigen EU-

EWR-Raumes verwendet werden,

ausgenommen Gebäude,

Personen- und Kombinationskraftfahrzeuge

(hiervon ausgenommen

Fahrschulkraftfahrzeuge

sowie Kraftfahrzeuge, die zu

mindestens 80 % der gewerblichen

Personenbeförderung dienen),

Luftfahrzeuge, geringwertige

Wirtschaftsgüter, die gem.

§ 13 EStG abgesetzt werden, gebrauchte

Wirtschaftsgüter, Wirtschaftsgüter,

die von Unternehmen

gekauft werden, die unter

beherrschendem Einfluss des

Steuerpflichtigen stehen und

Wirtschaftsgüter, für die ein Forschungsfreibetrag

geltend gemacht

wurde.

• Wertpapiere gem. § 14 Abs 5 Z 4

EStG (Wertpapierdeckung des

Sozialkapitals), welche ab dem

Anschaffungszeitpunkt mindestens

vier Jahre dem Anlagevermögen

gewidmet werden.

ÿ Die Begünstigung ist durch Ausweis

des Freibetrages in der Steuererklärung

an der vorgesehenen

Stelle anzugeben. In einer Beilage

zur Steuererklärung sind die Wirtschaftsgüter

anzuführen. Bis zur

Rechtskraft des Einkommensteueroder

Feststellungsbescheides sind

Änderungen/Berichtigungen möglich.

Im Falle eines vorzeitigen Ausscheidens

oder einer Verbringung des begünstigten

Wirtschaftsgutes außerhalb

des EU/EWR-Raumes erfolgt

eine Nachversteuerung des durch

das jeweilige Wirtschaftsgut vermittelten

anteiligen Freibetrages (anteilige

gewinnerhöhende Auflösung). Bei

begünstigten Wertpapieren bestehen

gewisse Ausnahmen bei der Nachversteuerung.

Keine automatische

Nachversteuerung und keine Unterbrechung

der Behaltefrist findet statt,

wenn der Betrieb übertragen wird

oder ein Wechsel in der Gewinnermittlungsart

(z. B. aufgrund des

neuen Unternehmensgesetzbuches)

erfolgt. Wie bereits bei früheren

Investitionsförderungen unterbleibt

eine Nachversteuerung, wenn das

Ausscheiden durch höhere Gewalt

oder behördlichen Eingriff bedingt ist.

Es ist zu empfehlen, die Neuregelung

zum Freibetrag für investierte

Gewinne insbesondere im Zusammenhang

mit den ab 1. 1. 2007

geltenden Regelungen des neuen

Unternehmensgesetzbuches (UGB)

zu prüfen. Hierzu ist definitiv eine

Steuerberatung noch im Jahr 2006

erforderlich, um die Vorteile, die der

Freibetrag für investierte Gewinne

bietet, gegen allfällige Nachteile

durch andere gesetzliche Regelungen

abzuwägen.

SONDERAUSGABEN/

ANLAUFVERLUSTE

Einnahmen-Ausgaben-Rechner gem.

§ 4 Abs 3 EStG können hinkünftig

(ab der Veranlagung des Kalenderjahres

2007) nicht nur Anlaufverluste

der ersten drei Jahre, sondern der

ersten sieben Jahre vortragen und

steuerlich verwerten.

UMSATZSTEUER

Die derzeitige Kleinunternehmergrenze

von € 22.000,– wird für Umsätze

(sonstige Sachverhalte), die

sich nach dem 31. 12. 2006 ereignen,

auf € 30.000,– angehoben.

Künftig können daher Unternehmer,

deren Jahresumsätze € 30.000,–

nicht übersteigen, die unechte Umsatzsteuerbefreiung

laut Kleinunternehmerregelung

anwenden.

NUMMER 3|OKTOBER 2006 9


COVERSTORY

10 Leas•mich


NUMMER 3|OKTOBER 2006 11


COVERSTORY

Dem brisanten Thema „Das

Auto in der Zukunft“ hat

sich das erste Ökologiegespräch

von Raiffeisen-Leasing

am 16. Mai im Palais Ferstel gewidmet.

Unter der Moderation von Mag.

Peter Engert, Sprecher der Geschäftsführung

von Raiffeisen-Leasing, diskutierten

Jürgen Trittin, langjähriger Umweltminister

in Deutschland und wortgewaltiger

Politiker der Grünen, Professor

Helmut O. List, Vorsitzender

der Geschäftsführung AVL List, und

Erwin Mayer, Energy Campaigner von

Greenpeace.

Die Raiffeisen-Leasing fühlt sich

dem Thema Ökologie besonders verpflichtet,

nicht nur, weil das Unternehmen

Nummer eins am österreichischen

Leasingmarkt ist, sondern

auch weil das Thema der effizienten

Nutzung von Energie in allen Bereichen

eine bedeutende Rolle spielt.

„Wir haben die Ökologiegespräche

ins Leben gerufen, um uns tiefgehender

mit den Themen Nachhaltigkeit,

Umwelt und Energie auseinander zu

setzen. Mit den Ökologiegesprächen

wollen wir die Öffentlichkeit zum Denken

und Handeln bewegen“, begründet

Engert sein Engagement.

In einem Punkt war sich die illustre

Talk-Runde einig: Die vom Auto

geschaffenen Umweltprobleme müssen

in den nächsten Jahren nachhaltig

gelöst werden. Wie diese Lösung

konkret aussehen könnte, darüber

gab es auch an diesem Abend verschiedene

interessante Ansichten.

BIOMASSE ALS ANTWORT

AUF KLIMAPROBLEM

Für Jürgen Trittin hat sich der Individualverkehr

in den vergangenen Jahren

zum Klimaproblem Nummer eins

entwickelt: „Das wird sich in Zukunft

global gesehen noch weiter verschärfen.

Derzeit zirkulieren bereits 775

Millionen Autos weltweit. Bis 2020

steigt der Mobilitätsgrad um weitere

30 Prozent.“ Der einzige Ausweg aus

dem Dilemma besteht laut Trittin

darin, die konventionellen Kraftstoffe

zu ersetzen.

Professor List betonte, dass in

den vergangenen Jahrzehnten gerade

im Bereich Schadstoffemissionen

enorme Fortschritte erzielt wurden:

„Vor allem was die Lösung der

CO 2 -Frage betrifft, muss von der

Technologie noch viel erreicht werden.

Biomasse wird die Hauptantwort

darauf sein. Bis 2030 soll ein

Viertel des Aufkommens mit Biomasse

gedeckt werden können.“

Dass in der Motorentechnologie

große Fortschritte erzielt wurden, bestritt

auch der Greenpeace-Aktivist

Erwin Mayer nicht: „Doch unsere

Autos sind immer größer und schwerer

geworden. In Kombination mit

12 Leas•mich


HOCHKARÄTIGE TALK-RUNDE (v.l.n.r.):

Erwin Mayer, Jürgen Trittin, Peter Engert,

Helmut O. List.

UMWELTFRAGEN BEWEGEN: Beim

1. Ökologiegespräch der Raiffeisen-Leasing

war das Palais Ferstel gut besucht.

den zunehmenden Verkehrsaufkommen

und der gestiegenen Kilometeranzahl

wurden diese Entwicklungen

wieder wettgemacht.“ Dringlich

warnte er auch vor der Feinstaubproblematik,

die im vergangenen Winter

auch in Österreich einen vorläufig

neuen Höhepunkt erreicht hat: „Europaweit

gab es im vergangenen

Jahr rund 350.000 Feinstaubtote.

Allerdings ist das Problem nicht allein

mit Partikelfilter in den Griff zu

bekommen. Denn die Hälfte der

Emissionen kommen von Reifen,

Kupplung oder Bremsen.“

INDIVIDUALVERKEHR NACH-

HALTIG ERMÖGLICHEN

Einig waren sich die Diskutanten

auch darin, dass der Individualverkehr

insgesamt nicht einzudämmen

ist. Daher muss sich die Gesellschaft

der schwierigen Aufgabe stellen, Mobilität

möglichst umweltschonend zu

gestalten. Trittin: „Dafür ist erstens

ein enormer Technologieschub notwendig,

zweitens brauchen wir entsprechende

gesetzliche Rahmenbedingungen.“

Das CO 2 -Problem ließe sich nur

dadurch lösen, indem sich die Automobilindustrie

von der Fossiltechnologie

verabschiede, betonte Mayer:

„Drei Viertel der Fossilenergie müssen

unter der Erde bleiben, ansonsten

wird sich das Klima um zwei

Grad erwärmen.“

Welche Technologie sich aber

letzten Endes in der Automobilindustrie

durchsetzen wird, ließen die Experten

offen. List: „Wir werden in den

nächsten Jahren eine enorme Vielfalt

an Autos erleben. Im freien Wettbewerb

wird sich zeigen, welche Technologie

die beste sein wird.“

GROSSES INTERESSE AN KLIMAFRAGEN

Dass das Thema „Auto“ die Öffentlichkeit bewegt, zeigte auch

die Anzahl der Gäste, die der Einladung von Raiffeisen-Leasing

gefolgt waren. Unter den Besuchern fanden sich Vertreter aus

Politik, Wirtschaft, öffentlichen Institutionen und Medien. Unter

den Gästen dieses Abends waren Mag. Helmut Kukacka,

Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Innovation

und Technologie, Walter Bödenauer, Prokurist und Sicherheitsexperte

der Firma Europay, Gerhard Erblich, Fleet Sales Manager

von Volvo Cars Austria, Robert Hanke, Gründer des Vereins

Biotrieb, Mag. Stefan Hantsch, Geschäftsführer der IG Windkraft,

Mag. Philipp Ita, Kabinettchef im Bundesministerium für

Inneres, DI Dr. Max Lang, Leiter Fahrzeugtechnik beim ÖAMTC,

DI Anton Plimon, Geschäftsführer arsenal research ARC, u.v.m.

NUMMER 3|OKTOBER 2006 13


COVERSTORY

Von der Saat

in den Tank

Biotreibstoffe als umweltschonende Alternative zu mineralischen Treibstoffen.

Erdöl und Erdgas zählen zu

den knappen Ressourcen,

etwa 70 % der weltweiten

Ölreserven befinden sich in

den persischen Golfstaaten sowie

um das Kaspische Meerbecken. Die

Schätzungen, wie lange wir noch mit

den bekannten Vorkommen auskommen,

schwanken. Beim Erdöl spricht

man von 50 Jahren, bei Erdgas von

einem längeren Zeitraum.

Europa hat als entwickelte Industrieregion

einen besonders hohen

Energiebedarf und ist nicht energieautark.

Die Energiepreise steigen

kontinuierlich aufgrund der großen

Nachfrage sowie der instabilen politischen

Lage in den Förderländern an.

Einige Pioniere haben vor Jahrzehnten

begonnen, Alternativen zu

entwickeln.

In den letzten Jahren haben inzwischen

die meisten Staaten mit der

Unterzeichnung des Kyoto-Abkommens

und vor allem die Staaten der

EU mit der Verabschiedung von Erneuerbaren-Energie-Gesetzen

reagiert.

Mit Hilfe von EU-Richtlinien,

Gesetzen und Verordnungen der Mitgliedstaaten

(z. B. Beimengungspflicht,

Steuerbefreiungen, Förderungen,

EEG-Gesetze, etc.) wurden Instrumentarien

geschaffen, die als Basis

für die Etablierung neuer Wirtschaftszweige

dienen, neue Arbeitsplätze

schaffen und unsere Umwelt

schonen.

Österreich hat sich im Rahmen des

Kyotoprotokolls verpflichtet, Treibhausgas-Emissionen

um 13 % (bezogen

auf das Jahr 1990) bis 2010 zu

reduzieren. Dies bedeutet eine notwendige

Reduktion um rund 10 Mio.

Tonnen CO 2 bis 2010. Eine der Maßnahmen

dazu ist die Beimischverordnung

für Biodiesel (für Bioethanol und

Biogas in Vorbereitung):

Die Biokraftstoffrichtlinie der EU

vom Mai 2003 stellt einen Teil des

Maßnahmenpaketes zur Erreichung

der Kyotoziele dar und dient damit

der CO 2 -Reduktion der teilnehmenden

Staaten. Die EU-Beimischverordnung

sieht eine Beimengung von

biogenen Kraftstoffen zum Mineralöl

in Höhe von 5,75 % bis 2010 vor.

Damit werden die CO 2 -Werte laut

Berechnung um rund 1,0 Mio. Tonnen

CO 2 pro Jahr reduziert. Gemäß

der Richtlinie hat Österreich bei ca.

5,5 Mio. Tonnen jährlichem Dieselverbrauch

rund 400.000 Tonnen Biodiesel

pro Jahr beizumischen.

Aktuell werden in Österreich rund

230.000 Tonnen Biodiesel pro Jahr

erzeugt. Mehrere Anlagen sind in

Bau bzw. in Planung.

Die EU hat einen Gesamt-Dieselverbrauch

von rund 235 Mio. Tonnen

pro Jahr, d. h. gemäß Beimischverordnung

liegt der Bedarf an Biodiesel

bei rund 16,3 Mio. Tonnen.

Bioethanolanlagen für die Beimischung

zu Benzin sind ab 2007 geplant.

Sowohl die Raiffeisen-Leasing als

auch die Raiffeisen-Bankengruppe

sind durch ihre genossenschaftliche

Basis, ihre Internationalisierung und

ihre umfassenden Erfahrungen im

Landwirtschafts-, Energie- und Finanzierungssektor

optimal geeignet,

das Konzept „von der Saat in den

Tank“ zu realisieren und einen gewichtigen

Beitrag für unsere Umwelt

zu leisten.

1. ALTERNATIVE ZU DIESEL

PFLANZENÖL

Zur Erzeugung von Pflanzenöl werden

vor allem nachwachsende Rohstoffe

wie Raps, Sonnenblumen,

Soja und Palmöl verwendet. Nachdem

diese Menge an benötigten

Rohstoffen in Österreich bzw. Europa

nicht vorhanden ist bzw. gewisse

Pflanzen aufgrund des Klimas nicht

wachsen, müssen diese in Form von

Korn oder Öl aus den verschiedensten

Ländern wie Kanada, USA, Südamerika,

Asien, etc. importiert werden.

Um eine Kostenoptimierung zu

gewährleisten und einer Rohstoffabhängigkeit

sowie einem drohenden

Engpass aufgrund der benötigten

Menge entgegenzusteuern, gibt es

von der EU geförderte Anbauprogramme

in den CEE-Ländern. Ziel ist

es, eine Wertschöpfungskette und

Arbeitsplätze zu schaffen, die Landwirtschaft

zu fördern sowie einen

weiteren Industriezweig zu etablieren.

Durchschnittlich kann man aus

1 Hektar Agrarland je nach Pflanzenart

zwischen 2,0 und 3,0 Tonnen

Korn gewinnen. Der Ölgehalt der

Pflanzen liegt bei 30–35 %, sodass

man zirka 1 Tonne Bioöl aus 1 Hektar

Anbaufläche generieren kann.

In Ölmühlen wird aus dem Korn

das Öl gepresst und gereinigt. Der

bei der Pressung restliche ölhältige

Presskuchen wird entweder zur

Energiegewinnung verbrannt oder

als Tierfuttermittel verwendet.

BIODIESEL

(RME-RAPSÖLMETHYLESTER)

In Österreich wurde bereits 1973 mit

Forschungs- und Entwicklungsakti-

14 Leas•mich


ALS DIE TECHNIK NOCH IN DEN

KINDERSCHUHEN STECKTE, waren

sowohl bei der Autoindustrie als auch

bei den Konsumenten Schadstoffemissionen

nicht wirklich ein Thema …

vitäten im Bereich Biodiesel begonnen.

1991 wurde in Österreich eine

der ersten industriellen Biodiesel-

Produktionsanlagen der Welt in Betrieb

genommen.

Zur Erzeugung von Biodiesel benötigt

man die oben angeführten

Pflanzenöle. Die Öle werden in den

Biodieselanlagen mittels eines chemischen

Veresterungsprozesses mit

Hilfe von Katalysatoren (z. B. Kalilauge,

Methanol, etc.) zu Biodiesel

verestert. Als „Reststoff“ wird beim

Veresterungsprozess Glyzerin erzeugt,

das zum Teil in der Pharmaindustrie

verwendet wird und zum

Teil in Blockheizkraftwerken verbrannt

wird.

Neuere Technologien können

auch aus Altspeiseölen, Tierölen und

Fettabscheider aus Kläranlagen

mittels chemischer Prozesse Pflanzenöl/Biodiesel

erzeugen. Für eine

Finanzierung und einen gesicherten

Betrieb sind vor allem die Rohstoffbeschaffung

inkl. Preisentwicklung,

eine stabile Technologie sowie das

Betriebs-Know-how der Betreiber

entscheidend.

Als Absatzmarkt für Biodiesel dienen

u. a. Mineralölkonzerne, Mineralölgroßhändler,

Transportunternehmen,

etc. Biodiesel wird entweder direkt

verwendet oder dem mineralischen

Diesel beigemischt (Beimischverordnung).

Der Staat unterstützt die Hersteller,

indem er Biodiesel von der

Mineralölsteuer (18 %) befreit.

Biodiesel und Pflanzenöl sind im

Handel erhältlich und meist etwas

günstiger als herkömmlicher Diesel.

Beide sind biologisch abbaubar, bei

der Verbrennung entstehen weniger

Ruß, Kohlenwasserstoff und Partikelemissionen

als bei Dieselfahrzeugen.

Es wird das CO 2 freigesetzt, das

größtenteils von den Pflanzen aus

der Atmosphäre bereits aufgenommen

wurde. Auch die Schwefel-

Emissionen (Grund für sauren Regen)

sind mit dem Gehalt von 0,0015 %

verglichen mit anderen Treibstoffen

sehr gering. Es wird empfohlen, den

Öl- und den Kraftstofffilter öfter als

bei herkömmlichen Dieselfahrzeugen

zu wechseln.

Eine Liste der Pflanzenöl- und der

Biodiesel-Tankstellen ist auf der

ÖAMTC-Homepage unter „Verkehr“

zu finden.

Fahren mit reinem Pflanzenöl: Bei

Pflanzenöl handelt es sich um kein

Gefahrengut, das bedeutet leichtere

Handhabung, Lagerung und Transport.

Beispielsweise können Tankstellen

von verschiedenen Anbietern

zur Verfügung gestellt werden (z. B.

in Form von 1.000-Liter-Tanks), eine

Genehmigung – wie für etwa eine

Benzin/Diesel-Tankstelle – ist nicht

erforderlich.

Für die erforderlichen Umbauten

gibt es zwei Möglichkeiten. Beim

2-Tank-System wird der Motor mit

Diesel gestartet und abgestellt und –

sobald das Pflanzenöl Betriebstemperatur

hat – auf Pflanzenölbetrieb

umgestellt.

Bei modernen 1-Tank-Systemen

wird das Fahrzeug ausschließlich mit

Pflanzenöl betrieben, dazu wird vor

dem Starten elektrisch vorgeheizt,

z. B. mit Glühkerzen mit Nachglühphase

und einer Kraftstofffilterheizung.

In beiden Fällen werden die

Einspritzdüsen, die Treibstoffleitungen

und die Einspritzpumpe modifiziert.

Die Umrüstung (1-Tank-System) –

inklusive Motorgarantie – kostet je

nach Modell zwischen € 2.000,– und

€ 5.000,– (inkl. USt) und ist für die

meisten Kfz ohne Partikelfilter erhältlich.

Kfz mit Partikelfilter werden voraussichtlich

ab Anfang 2007 zum

Umbau freigegeben.

Fahren mit reinem Biodiesel: Durch

die Methanol-Beimischung werden

die Benzinschläuche und Einspritzpumpen

teilweise in Mitleidenschaft

gezogen, ein Umrüsten dieser Komponenten

ist daher erforderlich und

mit relativ geringem Aufwand realisierbar.

Kfz-Hersteller-Freigaben zum

Biodiesel-Betrieb gibt es nur wenige.

Im Betrieb ist für den Fahrer kaum

ein Unterschied zum Dieselbetrieb

merkbar.

NUMMER 3|OKTOBER 2006 15


COVERSTORY

2. ALTERNATIVE ZU BENZIN:

BIOETHANOL

In Schweden, dem führenden Land

in der Bioethanolproduktion in Europa,

gibt es so genannte E85-Fahrzeuge,

welche mit einem 85%-Ethanol/15%-Benzin-Gemisch

betrieben

werden. Weitere bedeutende Bioethanol-Erzeuger

sind Russland und

Frankreich. Der weltweit größte Produzent

von Bioethanol ist Brasilien,

wo reine Bioethanol-Fahrzeuge im

Einsatz sind und Benzin-Fahrzeuge

ersetzen. Weltweit werden ca. 33

Mrd. Liter Ethanol hergestellt, wovon

42 Mio. Hektoliter (13 %) auf die europäischen

Länder entfallen. Am

Weltmarkt ist heute brasilianisches

Bioethanol bereits billiger als Benzin.

Zurzeit gibt es in Österreich noch

keine Bioethanolerzeugung, jedoch

sind in Zukunft einige Anlagen geplant.

Für die Produktion von Bioethanol

werden neben stärkehaltigen Pflanzen

wie Weizen, Roggen und Mais in

Europa auch Zuckerrohr und -rüben

verwendet.

In Lateinamerika ist das Zuckerrohr,

in Nordamerika hingegen der

Mais von großer Bedeutung.

Als Bioethanol bezeichnet man

durch Gärung aus Biomasse gewonnenes

Ethanol. Das Getreide (z. B.

Weizen) wird zerkleinert und unter

Zugabe von Enzymen auf eine Temperatur

von 90 °C erhitzt und verflüssigt.

Die somit entstandene Maische

wird mit technischen Verzuckerungsenzymen

versetzt, die Stärke wird

dabei in Zucker umgewandelt. Nachdem

die Maische auf eine Temperatur

von ca. 20 °C heruntergekühlt

wurde, wird sie mit Hefe fermentiert.

Bei der darauf folgenden Gärung mit

einer Dauer von 80–90 Stunden entsteht

aus dem Zucker der Maische

Kohlendioxid und Alkohol mit maximal

18 Vol.-%.

Die Maische wird nun gekocht

und das Ethanol verdampft. Bei der

Destillation wird aus dem Ethanol-

Wasser-Gemisch reiner Alkohol gewonnen

– das Bioethanol.

Bei der Bioethanol-Herstellung aus

Getreide entsteht als Nebenprodukt

„DDGS“ (Distillers Dried Grains with

Solubles), ein hochwertiges Eiweißfuttermittel,

welches große Bedeutung

für die Futtermittelindustrie hat.

Bioethanol kann normalem Benzin

beigemischt werden, das heißt Abnehmer

finden sich bei den Mineralölkonzernen,

Tankstellen, Transportunternehmen

etc.

Grundsätzlich gibt es in der Praxis

keinen Unterschied zum bisherigen

Tankverhalten, Ethanol lässt sich wie

herkömmlicher Ottokraftstoff handhaben.

So ist eine Beimischung von

bis zu 5 % Ethanol zu Benzin ohne

Probleme möglich. Bei einem Kraftstoffanteil

von mehr als 5 % hingegen

müssen die Motoren werkseitig

dafür vorbereitet werden.

Die Markteinführung der bioethanoltauglichen

Autos in Schweden erfolgte

2001, mittlerweile sind 15.000

Ethanol-Fahrzeuge in Betrieb. Ethanol

(E-85, 85 % Bio-Ethanol, 15 %

Benzin) ist dort an mehr als 250 öffentlichen

Tankstellen verfügbar, zudem

an vielen Firmentankstellen zur

Bedienung eigener Fuhrparks. Die

Zahl der schwedischen Bioethanol-

Tankstellen soll bis zum Jahr 2006

auf 600 steigen.

Die CO 2 -Emissionen – ganzheitlich

über den gesamten Lebenszyklus betrachtet

– liegen um bis zu 80 % unter

den CO 2 -Emissionen im Benzinbetrieb.

3. ALTERNATIVEN ERDGAS

UND BIOGAS (CNG)

Erdgas ist ein fossiler Treibstoff, der

im Vergleich zu Benzin weniger

knapp und leichter zu transportieren

ist und zudem erhebliche Kostenvorteile

bietet.

Als Rohstoff für die Erzeugung

von Biogas steht eine große Palette

an Einsatzstoffen zur Verfügung. Das

sind vorwiegend nachwachsende

Rohstoffe in Form von Maissilage,

Grassilage und Getreide sowie Speisereste,

biomassehältige Abfälle,

Klärschlamm, Gülle und Mist. Aus einem

Hektar Mais ist es möglich, zwei

kW Leistung bzw. 16.000 kWh Energie

zu produzieren. Gemessen an

der notwendigen Anbaufläche bietet

Biogas großes Potenzial. So kann

aus einem Hektar Mais rund viermal

so viel Energie in Form von Biogas

wie aus einem Hektar Raps Biodiesel

gewonnen werden (Umweltbundesamt

2005).

Biogas entsteht beim bakteriellen

Abbau von den oben genannten

Rohstoffen unter Licht- und Luftabschluss

in einem Faulbehälter und

enthält Methan (CH4). Der Methangehalt

ist im Wesentlichen abhängig

vom verwendeten Material und bewegt

sich zwischen 52 % und 70 %.

Zum Vergleich beträgt der Methangehalt

bei reinem Erdgas bis zu 99 %.

Das Biogas wird gesammelt und

gereinigt und danach seiner weiteren

Verwendung zugeführt. Neben dem

brennbaren Biogas, das zur Energieerzeugung

und (nach entsprechender

Aufbereitung) als Treibstoff eingesetzt

werden kann, entsteht hochwertiger

Dünger.

Biogas kann ins bestehende Erdgasnetz

– nach vorangegangener

Aufbereitung auf Erdgasqualität –

eingespeist werden. Eine Beimischverordnung

für Biogas – analog zu

Biodiesel – ist geplant. Als Treibstoff

wird (Bio)gas in komprimierter Form

16 Leas•mich


(CNG = Compressed Natural Gas)

angeboten. Der Anteil von Biogas

bei CNG ist noch gering, dieser soll

in den folgenden Jahren deutlich erhöht

werden.

Erdgas-Kfz werden von einigen

Herstellern ab Werk angeboten und

sind seit Jahrzehnten am Markt (weltweit),

die Motortechnologie bildet ein

optimierter Benzinmotor. Die Emissionen

sind im Vergleich zu Diesel-/Benzin-Fahrzeugen

deutlich geringer,

z. B. 99 % weniger Ruß-Ausstoß im

Vergleich zu Dieselfahrzeugen.

Gemessen an der Reichweite fährt

man mit Erdgas/Biogas im Durchschnitt

zu den halben Treibstoffkosten

eines Benzinmotors. Sicherheit

und Handhabung der Fahrzeuge

sind mit jener von Benzinfahrzeugen

zu vergleichen. Das Parken in Tiefgaragen

ist grundsätzlich möglich, etwaige

bestehende Einfahr-Verbote

wurden vor Jahren für Flüssiggas-Kfz

geschaffen, allerdings ist die Gesetzgebung

teilweise unscharf und im

Zweifelsfall muss eine Klärung mit

dem Eigentümer erfolgen, eine einheitliche

Regelung wird angestrebt.

Bivalente Kfz besitzen zwei Tanks

(Gas und Benzin) und können –

sollte der Erdgastank leer sein – mit

Benzin weitergefahren werden. Das

ermöglicht bereits heute das Nutzen

der Vorteile der Erdgas-Technologie.

Das Distributionsnetz – zurzeit ca.

40 Tankstellen in Österreich – wird in

den nächsten Jahren stark an Dichte

zunehmen, besonderes Engagement

ist diesbezüglich seitens der

Gasversorger und verschiedener

CNG-Plattformen erkennbar. Eine

Erdgas-Tankstellen-Übersicht finden

Sie unter: www.erdgasautos.at unter

„Tanken“.

… BEIM AUTO DER ZUKUNFT messen

Industrie und Verbraucher hingegen

auch ökologischen und ökonomischen

Aspekten immer größere Bedeutung bei.

4. ALTERNATIVE SYNTHETISCHE

TREIBSTOFFE

Synthetische Kraftstoffe aus Biomasse

sind eine verhältnismäßig

junge, am Markt noch nicht verfügbare

Entdeckung. Doch schon heute

verknüpfen sich mit BtL-Kraftstoffen,

die auch als Synfuel oder Sunfuel ®

bezeichnet werden, große Erwartungen.

Für die Herstellung von BtL-

Kraftstoffen können verschiedenste

Biorohstoffe genutzt werden. Die Palette

erstreckt sich von ohnehin anfallenden

Reststoffen wie Stroh und

Restholz auch auf Energiepflanzen,

die eigens für die Kraftstofferzeugung

angebaut und vollständig verwertet

werden.

Schätzungen gehen davon aus,

dass auf einem Hektar landwirtschaftlicher

Nutzfläche umgerechnet

etwa 4.000 Liter BtL-Kraftstoffe erzeugt

werden können. Damit lassen

sich in Zukunft etwa 20–25 % des

gesamten Kraftstoffbedarfs in

Deutschland ersetzen – für Europa

werden die Potenziale noch wesentlich

höher angesetzt. Damit können

BtL-Kraftstoffe ganz erheblich zur

Substitution von fossilen Kraftstoffen

beitragen.

5. ALTERNATIVE HYBRIDANTRIEB

Bei Hybridantrieben (z. B. Toyota

Prius) wird ein benzinbetriebener Verbrennungsmotor

mit einem Elektromotor

kombiniert. Dabei werden die

Vorteile der jeweiligen Antriebe optimal

ausgenützt und die Nachteile

kompensiert. Während der Fahrt wird

permanent der optimale Betriebsmodus

automatisch ausgewählt.

Der Elektromotor nutzt beim Anfahren

Energie aus der Batterie, um

das Fahrzeug anzutreiben. Ist der

Batteriestand niedrig oder die Geschwindigkeit

höher, setzt der Benzin-Antrieb

ein und lädt dabei die

Batterie auf. Die Batterie wird auch

beim Bremsen oder während des

Verzögerns durch den Elektromotor

(dieser wirkt in diesen Fällen als Generator)

geladen.

Wenn Höchstleistung gefragt ist,

speist die Batterie zusätzliche Energie

in das System ein, um Benzinund

Elektromotor wirkungsvoll zu

unterstützen.

Die Folge sind geringerer Kraftstoffverbrauch

und damit auch weniger

Schadstoff-Emissionen. Vor allem

dort, wo der Benzinmotor ineffizient

ist (Stadt, stop-and-go), bringt

der Elektromotor große Vorteile.

Interessieren Sie sich für Öko-Autos? Ihr

Ansprechpartner in der Raiffeisen-Leasing:

Gerhard Strasser, Tel. 01/716 01-8081,

E-Mail: gerhard.strasser@rl.co.at

NUMMER 3|OKTOBER 2006 17


COVERSTORY

Schlüsselrolle für

erneuerbare Energie

Wie sehen die Energiesysteme von morgen aus? DR. ALBRECHT REUTER,

wissenschaftlicher Leiter der Energiegespräche Ossiach und Geschäftsführer der

IRM Consulting&Services GmbH, über Zukunftsbilder und die Grenzen der Machbarkeit.

Die Klimakapriolen der Sommerwochen

haben den

Energieversorgern zu

schaffen gemacht. Nicht

nur, dass aufgrund der niedrigen Pegelstände

und der erhöhten Kühlwassertemperaturen

thermische Kraftwerke

ihre Stromerzeugung drosseln

mussten, auch die Verbraucher haben

das Ihre dazu getan, die Situation

zu verschärfen, indem sie sich

mit energieintensiven Klimaanlagen

eine Linderung der Extremtemperaturen

verschafft haben. Es ist bekannt,

dass die fossilen Energieträger,

auf denen zu 80 % unser Energiesystem

basiert, erschöpfbar sind.

Es wächst auch die Erkenntnis, dass

die Emissionen, die durch die Verbrennung

fossiler Energieträger hervorgerufen

werden, letztendlich die

limitierende Größe des fossilen Energiesystems

darstellt. Nichtsdestotrotz

konzentrieren sich die aktuellen

Ausbaupläne im Wesentlichen auf

fossile Energietechnologien. Vor allem

Gas, aber auch Kohle und Öl

sollen laut einer bei den Energiegesprächen

Ossiach vorgestellten

Untersuchung der IEA in den nächsten

25 Jahren die Hauptrollen spielen.

Wie in der Abbildung dargestellt,

soll die Energienachfrage laut IEA

insgesamt steigen, und die Erneuerbaren

sollen einen wachsenden Beitrag

zur Deckung der Energienachfrage

leisten.

In den nächsten Jahrzehnten werden

also neue Kraftwerke, Pipelines

und andere energietechnische Anlagen

gebaut werden, die aufgrund

der Langfristigkeit der kapitalintensiven

Investitionen die Struktur des

Energiesystems über viele Jahre prägen

werden. Diese Investitionen werden

gemäß unserer Marktregeln und

WELTWEITE ENERGIENACHFRAGE und Versorgungsstruktur nach Tulej

(Energiegespräche Ossiach 2006).

nach betriebswirtschaftlichen Kriterien

bewertet und geplant.

Vor diesem Hintergrund wurde bei

den „Energiegesprächen Ossiach“ im

Mai 2006 der Arbeitskreis „Rationale

Energiesysteme“ eingerichtet, der

sich auf breiter Basis um Systemfragen

unserer Energiezukunft kümmert.

Der Arbeitskreis „Rationale Energiesysteme“

unter Einbindung der

Raiffeisen-Leasing dient dazu, in einem

interdisziplinären Prozess und

auf Basis von Modellrechnungen Zukunftsbilder

von Energieversorgungsalternativen

zu entwerfen, ihre Machbarkeit

zu prüfen und ihre Wirkungen

zu quantifizieren. Der ganzheitliche

Ansatz umfasst hierbei alle energierelevanten

Sektoren von der Stromerzeugung

bis zur Fernwärme, Gas,

Kohle und Mineralölwirtschaft und

bildet das Energiesystem von der

Ressource bis zu den Energiedienstleistungen

in allen Nachfragebereichen

(Haushalte, Industrie, Verkehr

etc.) ab. Es wird die Energieversorgung

Österreichs als Teil eines mit

Europa und der Welt hochvernetzten

Gesamtsystems betrachtet. Öl und

Kohle gehören schon lange zu den

international gehandelten Energieträgern;

ein neues Kapitel wird durch

den zunehmenden überregionalen

Handel mit elektrischer Energie, LNG

(Liquid Natural Gas), Gas aber auch

mit Biomasse aufgeschlagen. Die

global verbindende Systemgröße ist

auch hier die Umwelt. Für CO 2 werden

ja bereits Handelsmechanismen

erprobt.

18 Leas•mich


In Österreich ist die derzeitige Gesetzeslage nicht danach

ausgerichtet, den Ausbau der Windenergie stark

zu fördern. Andere Länder in ganz Europa setzen jedoch

weiterhin auf den Ausbau von Windmühlen.

Spanien, Portugal, Frankreich bilden neben Deutschland

die großen Märkte für Betreiber und Erzeuger,

und auch in den Ländern Mittel- und Osteuropas

zeichnet sich ein Boom ab. Als einziges österreichisches

Finanzierungsinstitut investiert und betreibt

Raiffeisen-Leasing auch vier eigene Windparks

in Österreich mit einer Gesamtanzahl von knapp

40 Windrädern. Diese Erfahrung in Planung, Errichtung,

Betrieb wie auch in der Finanzierung stellt sie

ihren Kunden als Zusatzservice zur Verfügung.

ERNEUERBARE ENERGIE

ALS SYSTEMFRAGE

Aufgrund der Komplexität unserer

Energiesysteme und des hohen Vernetzungsgrades

kann die Vorteilhaftigkeit

der einzelnen Anlagen nur im

Systemzusammenhang beurteilt werden.

Eine Vielzahl unterschiedlicher

Kriterien, Restriktionen und Wechselwirkungen

sind zu berücksichtigen.

Dies wird besonders deutlich, wenn

es um die Integration der Erneuerbaren

in bestehende Energiesysteme

geht. Bei einer Einzelanalyse werden

die Erneuerbaren aufgrund ihrer oft

hohen Anfangsinvestitionen und der

Besonderheiten bei der Erzeugung

meist unvorteilhaft abschneiden. Der

Effizienzgewinn der Erneuerbaren

wird nur durch eine ganzheitliche

Betrachtung und durch die Bewertung

der System- und Umwelteffekte

deutlich. Bei einer zukünftigen massiven

Marktdurchdringung der Erneuerbaren,

die politisch und gesellschaftlich

erwünscht ist, gilt es somit

eine Vielfalt von Fragestellungen zu

klären:

ÿ Die angebotsabhängige Erzeugung

der Wind-, Solar- und Wasserkraftanlagen

benötigt geeignete

Regel- und Ausgleichsmechanismen

für die kurz- und mittelfristigen

Schwankungen.

ÿ Bei der sogenannten „Decentralized

Generation“ wird eine Vielzahl

kleiner „Erneuerbarer“-Erzeuger von

Strom und Wärme zu einem virtuellen

Kraftwerkssystem zusammengefasst.

Die Steuerung und Optimierung

der Anlagen übernimmt

eine Zentraleinheit, die Verbraucheranlagen

werden teilweise ferngesteuert

– es ist sogar Stromhandel

auf kleinen Ebenen denkbar.

ÿ Bei Biomasse-Anlagen ist die

Frage der konkurrierenden Verwendung

von Agrar- und Forstflächen,

von Holz als Rohmaterial für

die Industrie, als Energieträger

oder als Treibstoff zu klären.

ÿ Die erneuerbare Energiewirtschaft

erfordert ein Überdenken der bisherigen

Gewohnheiten im Umgang

mit Energie.

ÿ Generell stehen die Effizienz der

Förderungen der Erneuerbaren

und geeignete, zielgerichtete Fördermechanismen

zur Diskussion.

Das entwickelte Energiemodell erlaubt

es, Sachverhalte aus unterschiedlichen

Perspektiven, aber auf derselben

Faktengrundlage zu bewerten.

Bei unterschiedlichen Ergebnissen

wird es zu einer weiteren Iteration,

aber auf einem sachlich fundierten Niveau,

kommen.

Spätestens mit der Liberalisierung

der Energiemärkte sind Energiefragen

an alle Beteiligten adressiert.

Konsumenten, Produzenten, Netzbetreiber,

Regulatoren und die politischen

Kräfte sind mit ihren unterschiedlichen

Rollen an der Gestaltung

der Energiesysteme beteiligt.

Der Frage der Versorgungssicherheit

für die Infrastrukturdienstleistung

„Energie“ kommt hierbei besondere

Bedeutung zu, da die Letztverantwortung

hier noch weitgehend ungeklärt

ist. Daher steht die Frage der

Versorgungssicherheit in der ersten

Projektphase des interdisziplinären

Generalplanes Energie im Vordergrund.

Erneuerbare können hierbei

eine Schlüsselrolle spielen.

Die nächsten ENERGIEGESPRÄCHE

OSSIACH ’07 finden vom 13.–15. Juni

2007 im Stift Ossiach statt. Das Generalthema

ist die Verantwortung in der Energie-Gesellschaft.

Raiffeisen-Leasing unterstützt

dieses bedeutende Energie-Forum

und wird bei diesem Symposium durch

Herrn MAG. GOTTFRIED HENEIS als Vortragenden

vertreten sein.

www.energytalks.com

NUMMER 3|OKTOBER 2006 19


COVERSTORY

Heizen mit Erdwärme

Raiffeisen-Leasing setzt schon heute auf den nächsten Zukunftstrend: Geothermie. Eine kaum bekannte

Energiequelle, die ebenso wie die Windkraft und Photovoltaik ohne Rohstoffe auskommt.

Der Nutzung der geothermischen

Erdwärme (heißes

Wasser) zur Erzeugung

von Strom und Wärme/

Kälte wird vor allem deshalb eine besondere

Bedeutung beigemessen,

weil diese Energiequelle im Gegensatz

zu Wind in der Lage ist, kontinuierlich

Strom zu liefern („regenerative

Grundlast“).

Geothermische Anlagen – auch

zur Stromerzeugung – werden seit

über 100 Jahren weltweit zur Erzeugung

von Strom und Wärme verwendet.

Inzwischen sind weltweit über

250 Kraftwerke mit 8.000 MW elektrischer

und 20.000 MW thermischer

Leistung installiert. Damit nimmt

Geothermie nach Wasserkraft Platz 2

in der Energieerzeugung aus regenerativen

Energien ein.

Die Hauptgebiete der Geothermie

sind bis dato vor allem Vulkangegenden

wie Island, Italien, Spanien, Neuseeland,

Indonesien, Teile der USA,

Mittelamerika etc., wo in geringen Tiefen

das Wasser durch die Erdwärme

erhitzt wurde. Je nach Wassermenge

und -temperatur ergeben sich die verschiedensten

Einsatzgebiete, angefangen

von Oberflächengeothermie

zum Heizen von Einfamilienhäusern

über reine Heizkraftwerke für Fernwärmenetze

bzw. Energie für Gewerbebetriebe

bis zum Betrieb von Thermalbädern

und Erzeugung von Strom.

Deutschland stellt sich aufgrund

seiner gesetzlichen, wirtschaftlichen

und topografischen Rahmenbedingungen,

speziell im Sektor Geothermie,

als interessantes Zielgebiet für

Raiffeisen-Leasing und die gesamte

Ökoenergiebranche dar.

Zur Energieerzeugung wird das

seit Jahrtausenden im Gestein vorhandene

heiße Wasser (Grundwasser,

Wasser aus Seen, Schneeschmelze,

etc.) verwendet.

Diesbezüglich greift die Geothermie

auf die Bohrtechniken und auf die

umfangreichen Erfahrungen und Daten

der Erdöl- und Erdgasindustrie zurück.

Nach Evaluierung der Geologie

(3-D-Seismiken) und des Wasserreservoirs

wird mittels einer Bohranlage

eine Injektionsbohrung zur Förderung

des Wassers und eine Re-Injektions-

ERÖFFNUNGSFEST

WINDPARK BERG

Mitte Mai fand die Eröffnung des Raiffeisen-Leasing-Windparks in Berg

in Niederösterreich statt. Wesentliche Voraussetzung für die Realisierung

des Projektes war der einstimmige Gemeinderatsbeschluss. Innerhalb

kurzer Zeit erfolgte die Aufstellung der neun Windräder durch die Firma

Vestas. Wie bereits bei den Windparks in Trautmannsdorf und Scharndorf,

gibt es die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung. Bei der Festrede bedankte

sich Bürgermeister Georg Hartl bei allen Mitwirkenden für die

gute Zusammenarbeit, unter anderem bei DI Martin Krill und DI Rupert

Wychera (beide Firma Profes), denen die Bauabwicklung oblag, und bei

Mag. Peter Engert (Geschäftsführer der Raiffeisen-Leasing), der das Projekt

Windpark und Beteiligung der Bevölkerung realisierte. Landesrat DI

Josef Plank wies darauf hin, dass sich Niederösterreich auf einem sehr

guten Weg des Ausbaus der erneuerbaren Energien befindet, bevor er

den Windpark seiner Bestimmung übergab. Vor dem Windrad (hinten

v.l.n.r.): Bürgermeister Georg Hartl (Berg), Landesrat DI Josef Plank,

Friedrich Hensler (NÖ Landtagsabgeordneter), Mag. Peter Engert (Geschäftsführer

Raiffeisen-Leasing), DI Rupert Wychera (Fa. Profes), dahinter:

DI Martin Krill (Fa. Profes), Mag. Rudolf Plasil (Raiffeisen-Leasing).

davor (v.l.n.r.): Michaela Gansterer (Bundesrätin), Christa Vladyka (Bürgermeisterin

Bruck/Leitha).

20 Leas•mich


MEINUNG

bohrung zur Rückführung des im

Kraftwerk abgekühlten Wassers gebohrt.

Die Bohrtiefe ist abhängig von

der Geologie und bewegt sich zwischen

700 m (z. B. Island, Griechenland)

und 4.000 m (z. B. Deutschland).

Das heiße Wasser (120–160

Grad Celsius) steigt durch den Eigendruck

bis knapp unter die Erdoberfläche

und wird mittels Unterwasserpumpen

in das Kraftwerk gepumpt. Im

Kraftwerk wird mittels Wärmetauscher

dem Wasser die Energie (Wärme) entzogen

und eine Turbine durch Dampf

(direkt bzw. mittels eines Mediums wie

Ammoniak) angetrieben. Durch einen

Generator wird Strom erzeugt und in

das Energienetz eingespeist. Das abgekühlte

Wasser (70–90 Grad Celsius)

kann zum Betrieb eines Fernwärmenetzes

verwendet werden und wird

wieder in die Erde über das Re-Injektionsloch

zurückgeführt.

Raiffeisen-Leasing engagiert sich

auf Basis des deutschen EEG’s vor

allem in Bayern und hat sich über

Partner Bergrechte gesichert zwecks

Finanzierung, Errichtung und Betrieb

von Geothermiekraftwerken.

RAIFFEISEN-LEASING

FÄHRT DAS AUTO

DER ZUKUNFT

MAG. PETER ENGERT

Sprecher der

Geschäftsführung der

Raiffeisen-Leasing

In Zeiten der immer höher ansteigenden Rohölpreise und der zunehmenden

Umweltproblematik gibt es für Autofahrer zwei Möglichkeiten aus dem

Dilemma: Einschränkung der Nutzung bzw. gänzlicher Verzicht auf das

Auto oder der Umstieg auf einen alternativen, umweltschonenden Kraftstoff.

Verzicht und Einschränkung kommen, wie alle vorliegenden Studien belegen,

für die österreichischen Autofahrer nicht in Frage. Aber wie steht es

mit den umweltschonenden Treibstoffen? Hier geht die Raiffeisen-Leasing

mit gutem Beispiel voran und rüstet die eigene Dienstwagenflotte um. Wir

wollen in der Praxis zeigen, dass Kfz, die mit alternativen Kraftstoffen betrieben

werden, genauso gut zu nutzen sind. Sie sind sogar besser, weil eben

die Umwelt und die Reserven fossiler Rohstoffe geschont werden.

Das Auto der Zukunft wird mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden

müssen. Dafür spricht nicht nur der ökonomische Grund der stetig steigenden

Benzin- und Dieselpreise, sondern auch die Endlichkeit der Reserven

an fossilen Brennstoffen und der Zwang zur Reduzierung der Emissionen.

Industrie und Treibstoffdistributoren haben längst Konzepte und Lösungen

zur Gestaltung des flächendeckenden Einsatzes alternativer Technologien

vorgelegt. Die Durchsetzung dieser Konzepte gestaltet sich allerdings zäh.

Raiffeisen-Leasing setzt nun ein starkes Zeichen und schafft ab sofort für

die eigene Flotte nur noch Autos an, die mit alternativen Treibstoffen funktionieren.

Um neue Technologien durchzusetzen, braucht es mutige und

starke Vorreiter. Die Raiffeisen-Leasing ist eine treibende Kraft in der Weiterentwicklung

dieser Technologie und sieht es als Verpflichtung an, auch im

Bereich der „erneuerbaren Energien“ für das Auto die Führungsrolle zu

übernehmen. Von den rund 90 Autos im eigenen Bestand werden pro Jahr

etwa 30 Kfz „umweltfit“ gemacht.

Raiffeisen-Leasing setzt in der Umrüstung auf folgende Technologien:

Erdgas/Biogas und Pflanzenöl, wobei die Raiffeisen-Leasing Kooperationen

mit Umrüstern eingegangen ist, die auch die Motorgarantie übernehmen.

Interessant sind auch Hybrid-Autos, die mit ihren kombinierten Benzin- und

Elektromotoren erstaunlich viel Pep auf die Straße bringen und vor allem im

innerstädtischen Stop-and-go-Verkehr entscheidende Vorteile bringen.

Mit der Umrüstung der eigenen Kfz-Flotte auf alternative Treibstoffe lassen

sich zudem Erfahrungen mit „Bio-Kfz“ sammeln, um die Kunden auch

in Zukunft bestmöglich beraten zu können. Wir erwarten Kostenvorteile

durch günstigere Energiepreise und erhoffen uns davon auch eine Dynamisierung

der Entwicklung und des Einsatzes von Umweltautos in Österreich.

NUMMER 3|OKTOBER 2006 21


Serie KOOPERATIONSPARTNER

Perfekte Ergänzung

GRENKE LEASING, Spezialist für Hard- und Softwareleasing, offeriert seinen gewerblichen

Kunden in Österreich auch die gesamte Dienstleistungspalette der Raiffeisen-Leasing. Diese wiederum

legt ihren Kunden den Kooperationspartner im „Small Ticket“-Bereich ans Herz.

Die Konzernzentrale

der

Grenke Leasing

(l.) liegt in Baden-

Baden, Mehmet

Aslan (r.) ist Mitglied

des Vorstandes

der

Österreich-Tochter.

1978

gründete der deutsche

IT-Spezialist Wolfgang

Grenke mit der Idee, Leasing

im Bürokommunikationsbereich anzubieten,

seine erste Firma in Baden-

Baden. Im ersten Jahr betreute er mit

zwei Mitarbeitern 21 Fachhändler und

198 Leasingverträge. Schon damals

entdeckte er im Vertriebsleasing eine

Marktlücke: das Verleasen von Wirtschaftsgütern

mit vergleichsweise

niedrigen Anschaffungswerten. Damit

war die Idee des „Small Ticket

IT-Leasing“ geboren.

1990 war die Grenke-Gruppe eines

der ersten Leasingunternehmen,

das eine rechtlich selbstständige

Niederlassung im damaligen Ost-Berlin

gründete. In den folgenden Jahren

kamen insgesamt acht Niederlassungen

in Deutschland und – als erster

Schritt über die Grenzen – in Österreich

hinzu. Inzwischen gibt es

Niederlassungen unter anderem in

der Schweiz, in Skandinavien, Italien,

Großbritannien und in den meisten

Ländern Osteuropas, wo noch weitere

Tochtergesellschaften in Planung

sind. Seit 1997 firmiert die Grenke

Leasing als Aktiengesellschaft.

Ausgestattet mit einem Kapital

von 17,5 Mio. Euro, zählt Grenke

Leasing zu den größten herstellerund

bankenunabhängigen Mobilien-

Leasinggesellschaften. Finanziert

werden vornehmlich Hard- und Software,

Kassensysteme, Telefonanlagen,

Drucker sowie Kopierer für ausschließlich

gewerbliche Kunden ab

einem Anschaffungswert von 600

Euro.

Um das Spektrum zu erweitern

und um die Marktpräsenz zu erhöhen,

ging die Österreich-Tochter vor

rund eineinhalb Jahren eine Kooperation

mit Raiffeisen-Leasing ein. Die Intention:

die Raiffeisen-Leasing vermittelt

alle Anfragen ihrer Kunden

bzgl. Mobilienleasing, die unter einem

Anschaffungswert von 10.000 Euro

liegen, an Grenke Leasing. Im Gegenzug

unterstützt Grenke Leasing die

Raiffeisen-Leasing, indem Fuhrparkmanagement-,

Kfz-Leasing- und Mobilienprojekte,

die nicht in das

eigene Segment passen, an den

Kooperationspartner weitervermittelt

werden. Hervorgehoben wird die Kooperation

bei gemeinsamen Terminen

und auf der Homepage von

Grenke Leasing. Die enge Partnerschaft

zweier Leasinggesellschaften

ist in diesem Falle durchaus logisch,

die beiden Finanzdienstleister sehen

nur auf den ersten Blick wie natürliche

Konkurrenten aus. Den Grund

dafür erläutert Mehmet Aslan, Geschäftsführer

der Wien-Tochter:

„Grenke Leasing ist nicht am Privatkundengeschäft

interessiert. Als Anbieter

von Vertriebsleasing hat für

uns nur die effiziente Unterstützung

des Fachhandels Priorität.“ Die

Struktur der Raiffeisen-Leasing ist

wiederum für den Small Ticket-Bereich

nicht optimal, Auftragsvolumina

unter 10.000 Euro sind unüblich. Das

Know-how der Grenke Leasing nutzen

mittlerweile so namhafte Hersteller

wie Hewlett Packard, MaxData,

Sharp und Toshiba. Eine anspruchsvolle

Kundenliste, die künftig auch

die Dienstleistungen der Raiffeisen-

Leasing nutzen soll oder bereits jetzt

in Anspruch nimmt. Im Moment beschränkt

sich die Kooperation auf

Österreich, aber, so Aslan, „ventilieren

wir auch gemeinsame Projekte

im benachbarten Ausland, nachdem

Raiffeisen-Leasing dort ebenso präsent

ist wie wir.“

22 Leas•mich


Ein PPP-Projekt

schlägt Wellen

Mit dem TWIN CITY LINER in nur rund 75 Minuten von Wien nach Bratislava: die neue Verbindung

wird nicht nur von Touristen, sondern auch von der Bevölkerung beider Städte eifrig genutzt.

Ins Leben gerufen wurde die Idee

des Twin City Liners bei einer

Veranstaltung der Städte Bratislava

und Wien im Jahr 2003:

Wiens Bürgermeister Michael Häupl

präsentierte die erfolgreiche wirtschaftliche

Zusammenarbeit beider

Städte und die Initiative „Centrope“.

Dabei erinnerte Bratislavas Bürgermeister

Andrej Durkovsky an eine

frühere, gern genutzte Verkehrsverbindung

zwischen Wien und Bratislava:

die „gute, alte“ Straßenbahn.

Die gemeinsame Entwicklungsgesellschaft

von Raiffeisen und der

Stadt Wien nahm den Ball auf und

entwarf ein Private-Public-Partnership-Modell,

um die Innenstadtbereiche

der beiden Metropolen am Wasserweg

miteinander zu verbinden.

Daraus wurde eine Schnellschiff-Linie,

durch deren Einsatz eine Trendwende

im Image der Schifffahrt in

Österreich eingeleitet wurde; seit den

80er Jahren hat es keine Initiativen

zum Angebot neuer Schiffstechnik

gegeben. Der Schnellkatamaran in

Leichtbauweise (Aluminium) mit Jetantrieb

wurde vom norwegischen

Schiffbauspezialisten Båtservice

Mandal als Prototyp eigens für den

Linienverkehr zwischen Wien und

Bratislava entwickelt und in Südnorwegen

gefertigt.

Das Investitionsvolumen für die Einführung

des Twin City Liners beträgt

3,3 Millionen Euro (Investoren: Wien

Holding, Raiffeisenlandesbank NÖ-

Wien). Die Finanzierung erfolgt über

Raiffeisen-Leasing mittels Leasingvertrag

auf 20 Jahre.

Tatiana Mikusova, Vizebürgermeisterin

von Bratislava: „Die beiden

Städte Wien und Bratislava kommen

sich durch diese Initiative noch einen

Schritt näher. Dies ist ein Meilenstein

für Folgeprojekte in unserer Städtepartnerschaft.“

Bei dieser City-to-City-Verbindung,

die seit heuer im Frühsommer besteht,

fungieren die beiden Stationen

am Schwedenplatz in Wien bzw. an

der Donaulände in Bratislava als Tore

zu Bratislava bzw. zu Wien in der jeweils

anderen Stadt.

Als Welcome-Center in Bratislava

soll das denkmalgeschützte „Propellerhaus“

von der Stadt adaptiert werden.

In Wien wird ein attraktiver Zugang

zum Donaukanal in Form einer

EIGNER

BETREIBER

„Schiffsstation Wien City“ von der

Wien-Holding-Tochter Donauraum

Wien bis 2007 realisiert.

Das Schiff bietet mit einer Spitzengeschwindigkeit

von 60 km/h nicht

nur ein High-Speed-Erlebnis, sondern

auch High-Comfort: Der Katamaran ist

vollklimatisiert, verfügt über eine bequeme

First-Class-Bestuhlung, Panoramafenster

und -deck. Die Fahrgäste

können sich an einem Bord-Buffet mit

Snacks und Drinks versorgen.

Der Fahrplan des Twin City Liners

bietet von Anfang Mai bis Ende Oktober

täglich drei Abfahrten von Wien

bzw. drei Abfahrten von Bratislava

an. Wegen der großen Nachfrage

wurde die Linie an Wochenenden bis

Weihnachten verlängert.

Central Danube Region Marketing & Development GmbH

DDSG Blue Danube Schiffahrt GmbH

ERBAUER Båtservice Mandal, Norwegen, Gründungsjahr: 1948

PASSAGIERE

102 Personen

TWIN CITY LINER

TECHNISCHE DATEN Baujahr: 2006, Schiffsrumpf: Aluminium, Länge 33 m, Breite 8,5 m, Tiefgang max. 0,85 m, Höhe 6 m,

Gewicht leer 40,5 t, Maximalgewicht 54 t, Mannschaft: Kapitän, 2 Matrosen, 1 Stewardess,

Geschwindigkeit: 30 Knoten (55,56 km/h)

Antrieb: 2 MTU Diesel-Motoren + 2 Hamilton Waterjets, Leistung: 1440 kW (1960 PS)

NUMMER 3|OKTOBER 2006 23


REPORTAGE

Förderungen und Leasing

Analyse und kritische Bewertung bestehender Investitionsförderinstrumente:

die Diplomarbeit der Raiffeisen-Leasing-Mitarbeiterin BETTINA SCHMIDL befasst

sich mit dem Kapitel „Leasing“, im Speziellen dem Thema Mobilien-Leasing.

Investitionen sind der Motor der

Entwicklung, der Ausgangspunkt

verbesserter Produktions- und

Dienstleistungsprozesse. Der

Multiplikatoreffekt von Investitionen

macht Unternehmen aus der Sicht

der für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

eines Standortes Verantwortlichen

förderwürdig. Weil

diese Realisierungen meist kapitalintensiv

sind, ist die Form der Finanzierung

dabei entscheidend. Das Finanzierungsumfeld

mittelständischer

Unternehmen ist im Wandel begriffen:

immer häufiger stehen Unternehmen

vor Aufgaben, die nicht mehr über

klassische Finanzierungsinstrumente

realisiert werden können. Wegen der

geringen Eigenkapitalausstattung der

Unternehmen sowie der stringenteren

Kreditpolitik von Banken und deren risikoadäquaten

Pricings entsteht eine

Lücke zwischen Kreditfinanzierung,

verfügbaren Eigenmitteln und dem Investitionsbedarf.

Die Nutzung des alternativen

Finanzierungsinstrumentes

Leasing nimmt deshalb stark zu.

Unternehmen investieren aus dem

Antrieb, mit einer Investition besser,

schneller, leichter, etc. wirtschaften zu

können. Dies wird von Bund, Land

und EU in Form von Förderungen

unterstützt. Das Förderwesen nimmt

als politisches und wirtschaftliches

Steuerungsinstrumentarium einen

zentralen Stellenwert in der europäischen

und nationalen Wettbewerbspolitik

ein. Für Investoren und Unternehmen

ist es angesichts der Entwicklung

der Förderlandschaft schwer

geworden, sich in den Spielregeln

der Fördersysteme zurechtzufinden.

Unzählige Förderstellen und hunderte

von Förderprogrammen erschweren

es, den Durchblick zu finden.

Noch undurchsichtiger wird das

Fördersystem bei der Entscheidung

für eine Leasing-Finanzierung. Der

Zeitaufwand für eine mögliche Kombination

Leasing und Förderung ist

enorm und dabei stellt sich die

Frage, ob die Relation noch gegeben

ist. Im Zuge der Recherchen und vor

allem durch die Interviews mit Leasing-Instituten

wurde die Antwort

relativ offen dargelegt: Ein Förderansuchen

rentiert sich für den Leasinggeber

lediglich bei sehr großen

Investitionen – erst in Millionenhöhe.

Für den Leasingnehmer ist hingegen

jeder „Förder-Euro“ bedeutsam zur

Finanzierung seines Vorhabens.

Doch auch beim Leasingnehmer –

vorwiegend für kleinere Unternehmen

– ist die Relation Aufwand zu Ertrag

zu prüfen. Neben dem administrativen

Aufwand bei der Einreichung

sind auch Formalkriterien des Förderansuchens

– Einreichfristen und Formulierungen

– und der Zeitaufwand

zu berücksichtigen.

Als Ergebnis der durchgeführten

Gespräche mit Förderexperten in

Leasing-Instituten bleibt festzuhalten,

dass alle Befragten das Einreichen

von Förderanträgen als Serviceleistung

für ihre Kunden sehen und sogar

als wesentlichen Wettbewerbsvorteil

gegenüber anderen Leasing-

Instituten. Allerdings: Der Wunsch

nach Änderung und Anpassung der

„ATELIER AN DER DONAU“

Am 30. August 2006 fand die von der Raiffeisen-Leasing

gesponserte Eröffnung der Wanderausstellung „Atelier an

der Donau 2006" in den Räumlichkeiten des Pflegeheimes

Schloss Pöchlarn statt. Die geladenen Gäste lauschten den

Reden von Bgm. Bergner zum Thema „Neuigkeiten aus der

Nibelungenstadt“ und einer kurzen Vorstellung des Pflegezentrums

und der Raiffeisen-Leasing durch dessen Geschäftsführer

Michael Ohner. Herta Mikesch eröffnete die

Ausstellung und Gerhard Maller präsentierte den Bericht der

Organisation. Danach lud man zum Buffet (v.l.n.r.): Atanas

Kolev, Bgm. Ing. Alfred Bergner, NRAbg. Herta Mikesch,

Mag. Michael Ohner, Gerhard Maller.

24 Leas•mich


UNZÄHLIGE FÖRDERSTELLEN und

hunderte von Förderprogrammen erschweren

es, den Durchblick zu finden.

Förderrichtlinien – vor allem die Finanzierungsneutralität

Kredit und

Leasing – sowie die Senkung des

administrativen Aufwandes (One-

Stop-Shopping, einheitliche Förderrichtlinien,

etc.) sind zentrale Punkte

der derzeitigen Problematik.

Derzeit ist die rechtliche Lage für

Leasing-Finanzierungen in Kombination

mit der Nutzung von Förderungen

durch die nationale österreichische

Gesetzgebung (Bundes-Erlass) sehr

eingeschränkt, obwohl seitens der EU

(EU-Erlass) die volle Nutzung möglich

ist. Investierende Unternehmen müssen

daher auf andere Finanzierungsformen

ausweichen oder finanzieren

aufgrund der Schlechterstellung von

Leasing gegenüber Kredit im Ausland.

Schätzungen zufolge entgehen österreichischen

Unternehmen dadurch

Fördermittel in Höhe von mehr als 200

Mio. Euro pro Jahr. Zusätzlich ist diese

Einschränkung in den neuen EU-Mitgliedstaaten

nicht gegeben und

könnte daher zur Standortwahl eines

Unternehmens beitragen.

ÄNDERUNG DER FÖRDERRICHTLINIEN

Die gegenwärtig angestrebte Änderung

der Förderrichtlinien soll es heimischen

Unternehmen ermöglichen,

mittels Leasing zu finanzieren (vorteilhaft

angesichts Basel II und IFRS/US-

Gaap-Bilanzierung) und mögliche Förderungen

in vollem Ausmaß in Anspruch

nehmen zu können. Diese Anpassung

muss bis zum Ende des Jahres

2006 erfolgen, da am 1. 1. 2007

die neue siebenjährige Haushaltsperiode

der EU beginnt.

Im Zuge dieser Arbeit wurden

Handlungsempfehlungen erarbeitet,

die zu einer künftigen Vereinfachung

der Förderlandschaft führen können.

Dabei ist eine Kombination der Maßnahmen

seitens aller Beteiligten an

einer Förderung zielführend. Sowohl

Förderstellen, Leasing-Institute, Gesetzgeber

als auch investierende

Unternehmen können so zu einer erfolgreichen

Zusammenarbeit beitragen.

Vom Gesichtspunkt der Gefahr

der Verlagerung von Investitionen ins

Ausland aus betrachtet, sollten in Zukunft

zumindest einige Anpassungen

erfolgen.

Die betriebswirtschaftliche Konklusion

dieser Arbeit beruht auf der –

wahrscheinlich – bevorstehenden Änderung

der nationalen Rahmenbedingungen

bis zum Ende des Jahres

2006. Sollte es ab 2007 möglich

sein, alle EU-Fördermittel auch in

Österreich uneingeschränkt für Leasing-Finanzierungen

in Anspruch zu

nehmen, stellt sich die Frage, ob

sich die Leasing-Institute bereits jetzt

überlegen, inwieweit diese Öffnung

Einfluss auf die internen Ressourcen

der Förderbeauftragten durch den

erhöhten administrativen Aufwand

hat und sie darauf personell reagieren.

Schließlich stellt das Einreichen

von Förderanträgen für Leasing-Institute

bereits heute – als Ergebnis der

vorliegenden Studie – eine Serviceleistung

für Kunden dar und wird

als wesentlicher Wettbewerbsvorteil

gegenüber anderen Leasing-Instituten

gesehen. Denn auf Konkurrenzmärkten

sind Wettbewerbsvorteile

der eigentliche Kern der Unternehmensleistung.

Der Wettbewerb stellt

die Weichen zwischen Erfolg und

Misserfolg eines Unternehmens.

Die Auswirkungen der Änderung

werden vor allem darin liegen, dass

international tätige und börsenotierte

Unternehmen, die nach IFRS/US-

Gaap-Richtlinien nur über Kredit oder

im Ausland finanziert haben, dadurch

wesentlich mehr Projekte in Kombination

mit Leasing verwirklichen. Hilfestellung

für den Leasingnehmer als

Serviceleistung und Wettbewerbsvorteil

können beim Kunden zu einer erfolgreichen

Entscheidung für Leasing-

Finanzierung durch die Kombination

mit Fördermitteln beitragen.

Denn: Leasing ist ein wichtiges Finanzierungsinstrument,

das in Zukunft

noch mehr an Bedeutung für

investierende Unternehmen gewinnen

wird. Und: Förderungen sollen

zur Erhöhung der Produktivität, zur

Wertschöpfung, zur Schaffung von

Arbeitsplätzen und zur Erhöhung der

Kaufkraft beitragen.

Diese Diplomarbeit wurde an der

FHWien, Studiengang Unternehmensführung

der WKW, geschrieben und

durch den Studiengangsleiter

Mag. Stefan Rankl betreut.

NUMMER 3|OKTOBER 2006 25


MENSCHEN

Luxus für jedermann!

Nach dem großen Erfolg des Raiffeisen-Kfz-Leasing-Gewinnspiels in den beiden vergangenen Jahren

gab es heuer EIN GEWINNSPIEL DER BESONDEREN ART: eine Limousine samt Chauffeur.

Nur durch das Ausfüllen einer

einfachen Teilnahmekarte

– und mit etwas Glück

– durfte man sich für kurze

Zeit wie ein VIP fühlen. Diesmal ging

es nicht um irgendeinen Preis, sondern

um einen außergewöhnlichen

Gewinn: eine Nobellimousine samt

Chauffeur für eine Woche!

Unterstützt durch Hörfunkspots

sowie einem Promotorinnen-Team,

das in ganz Österreich unterwegs

war, wurden über 10.000 Gewinnkarten

in den Raiffeisenbanken abgegeben

bzw. direkt an die Raiffeisen-

Leasing geschickt. Unter all den Teilnehmern

gab es drei glückliche Gewinner

aus den Bundesländern

Wien, Kärnten und Niederösterreich,

denen wir nochmals recht herzlich

gratulieren:

Frau Eveline Berthold

Herr Josef Groihs

Herr Reinhard Besser.

In den letzten Wochen wurden den

strahlenden Siegern die Gutscheine

übergeben, teilweise wurden die

Preise auch schon eingelöst.

Die Freude war sichtlich groß.

Denn wann hat man auch schon einmal

die Möglichkeit, sich von einem

Die Übergabe des Gutscheines an Herrn

Besser durch den Landesgeschäftsstellen-

Leiter für Kärnten, Herrn Tschematschar.

DIE GEWINNERIN Frau Berthold (Mitte)

mit Familie und Chauffeur (links) sowie

dem Kundenbetreuer der Raiffeisen-

Leasing (2.v.l.) und der Kundenbetreuerin

von der Raiffeisenbank in der Brünner

Straße in Wien (rechts).

Chauffeur in Livree zum Einkaufen,

ins Kino oder zu einer Fahrt ins

Grüne chauffieren zu lassen? Alle

waren sich einig: es war ein toller

Preis!

Doch auch jene, die diesmal nicht

gewonnen haben, können sich

freuen. Da Leasing seit Jahren die

beliebteste Auto-Finanzierungsform

in Österreich ist – jedes dritte neu zugelassene

Auto wird mittels Leasing

finanziert – bietet Raiffeisen-Leasing

auch Privatkunden ein Produkt der

Extraklasse: „Kfz-Leasing all inclusive“.

Dabei offeriert Raiffeisen-Leasing

in Kombination mit einem Kfz-Leasingvertrag

die lange Zeit ausschließlich

Flottenkunden vorbehaltenen Vorteile

wie Treibstoff- und Reifenrabatte.

Das Produkt beinhaltet neben der

Finanzierung auch die laufende Wartungs-,

Reifen- und Treibstoffabwicklung.

Die Leasingkunden werden zu

diesem Zweck mit Service- bzw.

Tankkarten ausgestattet und können

damit komfortabel sämtliche Leistungen

rund um das Fahrzeug bargeldlos

konsumieren.

Die Raiffeisen-Leasing ermöglicht

so schon bei der Fahrzeuganschaffung

eine umfassende Kostenplanung,

stellt eine gleichmäßige Belastung

über die gesamte Laufzeit zur

Verfügung und berät völlig unabhängig

von der gewünschten Automarke.

Weiters kann der Kunde ein periodisches

Reporting anfordern, das vom

Gesamtüberblick bis hin zum Lebenslauf

des Autos reicht und so absolute

Kostentransparenz über die

angefallenen Fahrzeugkosten gibt.

So kann man in aller Bescheidenheit

sagen: Raiffeisen-Leasing ist immer

ein Gewinn!

Der Gewinner Herr Groihs (rechts neben

der Limousine) bei der Preisübergabe

vor der Raiffeisenbank Wiener Neustadt.

26 Leas•mich


KOMMENTAR

Raiffeisen-Leasing,

die Nr. 1 in Europa

Raiffeisen-Leasing ist es im 1. Halbjahr 2006 erneut gelungen,

die Marktführerschaft in Europa zu behaupten.

MAG. KARLHEINZ SANDLER

Geschäftsführer der

Raiffeisen-Leasing

Mit einem Marktanteil von 19,9 % – bei einem Neugeschäftsvolumen

von 1,5 Mrd. Euro – ist die Raiffeisen-

Leasing (inklusive ihrer Tochtergesellschaften) die führende

österreichische Leasinggesellschaft am europäischen

Leasingmarkt. Gegenüber dem ersten Halbjahr

2005 entspricht dies einer Steigerung von 17,9 %. Die Entwicklung

des österreichischen Leasingmarktes ist ebenfalls

erfreulich. Das Neugeschäft im Inland legte entsprechend

der Daten des Verbandes Österreichischer

Leasing-Gesellschaften (VÖL) um 5 % auf 3,15 Mrd. Euro,

im Cross-Border-Leasing um 33 % auf 440 Mio. Euro zu.

Umsatzstärkste Sparte war erneut das Kfz-Leasing mit

1,7 Mrd. Euro (+ 8 %). Das Inlands-Bestandsvolumen stieg

um 8 % auf 20,9 Mrd. Euro bei 484.914 Leasingverträgen.

Die Raiffeisen-Leasing ist auch im Inland mit 15,1 % bei

einem Neugeschäftsvolumen von 476 Mio. Euro wieder

Marktführer. Ausschlaggebend für dieses positive Ergebnis

war eine Steigerung im Immobilien-Leasing gegenüber

dem Vorjahresvergleichswert von 91 % auf 226 Mio. Euro.

Auf die Sparten Kfz-Leasing entfallen 145 Mio. Euro und

auf das Mobilien-Leasing 105 Mio. Euro. Inklusive der

Cross-Border-Finanzierungen belegt die Raiffeisen-Leasing

bei einem Neugeschäftsvolumen von 479 Mio. Euro und

einem Marktanteil von 13,3 % den sehr guten 2. Platz.

ENTWICKLUNG DES HALBJAHRES-NEUGESCHÄFTS

DER RAIFFEISEN-LEASING 2003–2006

Im Kfz-Bereich sind die Neuzulassungen in Österreich

im ersten Halbjahr mit 187.817 gegenüber dem Vergleichswert

des Vorjahres nahezu unverändert geblieben

(– 0,4 %). Im Gegensatz dazu konnte erfreulicherweise

die Leasingquote um 2,9 %-Punkte auf 41,8 % gesteigert

werden. Die Raiffeisen-Leasing konnte das sehr

gute Vorjahresergebnis (152 Mio. Euro) mit 145 Mio. Euro

knapp wieder erreichen.

Der Mobilien-Bereich hat sich gegenüber 2005 konstant

entwickelt. Ein Inlands-Neugeschäftsvolumen von

776 Mio. Euro entspricht einer Steigerung von 0,4 %.

Der Mobilien-Bestand wuchs erneut um 4 % auf 3,5 Mrd.

Euro. Trotz verstärkten Wettbewerbes konnte die Raiffeisen-Leasing

mit 105 Mio. Euro und einem Marktanteil

von 13,5 % den zweiten Platz einnehmen.

Außerordentlich erfreulich verlief auch die Entwicklung

des Bereichs Immobilien-Leasing. Steigerte sich das

Leasingneugeschäft in Österreich um 2 % auf 637 Mio.,

so konnte die Raiffeisen-Leasing Neuverträge mit einem

Neugeschäftsvolumen von 226 Mio. Euro abschließen.

Das bedeutet eine Steigerung gegenüber dem Vorjahresvergleichswert

von 91 %. Mit einem Marktanteil von

35,5 % ist die Raiffeisen-Leasing in dieser Sparte weiterhin

die unangefochtene Nummer eins.

AUFTEILUNG DES NEUGESCHÄFTS

DER RAIFFEISEN-LEASING PER 30. 6. 2006

600

500

400

300

479 Mio. Euro inkl. Cross-Border,

Anschaffungswerte in € Mio.

Anteil Immobilien

€ 226 Mio.

47,5%

22%

Anteil Mobilien

€ 105 Mio.

200

100

0

1. Halbj. 2003 1. Halbj. 2004 1. Halbj. 2005 1. Halbj. 2006

30,5%

Anteil Kfz

€ 145 Mio.

NUMMER 3|OKTOBER 2006 27


IMMOBILIEN

City-Appartements der Luxusklasse

Unter der Marke „THE MAX“ wurden im Auftrag von Raiffeisen-Leasing an der noblen Adresse Kohlmarkt 7 in Wien-

Innere Stadt Eigentumswohnungen der besonderen Art errichtet. Vor kurzem wurden die Bauarbeiten abgeschlossen.

Der klassische vierstöckige

Stilaltbau wurde um drei

Geschoße aufgestockt.

Bei einem der drei Stiegenhäuser

wurde ein Glaspanoramalift

angebaut, die beiden bestehenden

Aufzüge verlängert. Der Eingangs-

und Hofbereich des Hauses

sowie die Innenhoffassade wurden

renoviert und geben dem ehrwürdigen

Altbau ein neues ansprechendes

Gesicht. Insgesamt 14 Appartements

in der Größe von 90 bis 240 m 2 ,

davon fünf Maisonettes, über zwei

Ebenen, bereichern nun die Dachlandschaft

zwischen Hofburg und

Graben. Die gesamte Wohnnutzfläche

beträgt ca. 2.500 m 2 . Teilweise

üppig dimensionierte Terrassenflächen

geben dem obersten Dachgeschoß

eine Großzügigkeit, wie sie

in innerstädtischen Lagen nur sehr

selten zu finden ist.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind bereits

drei Viertel der Wohnungen verkauft.

Gespräche und Kaufverhandlungen

für die weiteren Tops finden

laufend statt. Der Durchschnittspreis

pro Quadratmeter liegt bei ca.

8.500,– Euro.

Sowohl die Lage inmitten einer

der sichersten und saubersten Metropolen

der Welt als auch die maximale

Ausstattung zeichnen die

Luxuswohnungen aus. Großzügige

Glas- und Terrassenflächen geben

vor allem im Galeriegeschoß den

Blick über die Wiener Innenstadt bis

hin zum Cobenzl und Kahlenberg

frei. Exquisite Böden, Armaturen,

Badezimmerausstattungen, Haustechnik

etc. verstehen sich von

selbst. Die Projektplanung wurde

vom Architekturbüro „w.quadrat“ von

DI Wolfgang Ullrich, die Bauführung

von der Strabag als Generalunternehmer

durchgeführt.

Maximalen Ansprüchen wird auch

das Flair der Top-Lage gerecht: Elegante

Repräsentanzen internationaler

Mode- und Schmuckmarken prägen

das einmalige Bild der traditionsreichen

Fußgängerzone zwischen

Graben und Hofburg. Auffällig

dabei ist die geschmackvolle Kombination

aus Alt und Neu. Kaiserlichkönigliches

Kunsthandwerk findet

sich hier ebenso wie hippe Haute

Couture aus der internationalen Designer-Szene.

Architektonisch verleihen

herausragende Persönlichkeiten

wie Adolf Loos oder Hans Hollein der

Straße ein charakteristisches Bild.

Tradition zieht sich durch die gesamte

Nobelmeile. Beginnend mit

den Ausgrabungen des Castrum Vindobona

am Michaeler Platz manifestiert

sich der historische Luxus in den

Fassaden aus Marmor und den einladenden

Portalen ebenso wie in der

hohen Qualität der angebotenen Waren.

Als Wohngegend war die elegante

Adresse schon bei Gelehrten

und Künstlern wie Wolfgang Amadeus

Mozart, Joseph Haydn oder

Frédéric Chopin beliebt.

Weitere Details finden Sie auf unserer

Projekt-Homepage: www.the-max.at

BEI DER PRESSEKONFERENZ anlässlich

der Fertigstellung des Raiffeisen-Leasing

Immobilienprojekts „The Max“ (v.l.n.r.):

DI Wolfgang Ullrich (Architekturbüro

„w.quadrat“), Mag. Karlheinz Sandler

(Geschäftsführer Raiffeisen-Leasing),

Bezirksvorsteherin Ursula Schweiger-

Stenzel, Mag. Michael Ohner (Geschäftsführer

Raiffeisen-Leasing).

Ausblick „THE MAX“

28 Leas•mich


Die „Neue Welt Hietzing“, das von Raiffeisen-Leasing entwickelte Büround

Geschäftshaus in der Hietzinger Hauptstraße/Ecke Lainzer Straße

steht kurz vor der Fertigstellung. Mit seinen modernen verspiegelten

Glasfronten stellt das Haus eine gelungene architektonische Herausforderung

in einem Spannungsfeld zwischen moderner Architektur und stilvollen

Altbauten in der Umgebung dar. In Hietzing wird damit ein neues

Landmark gesetzt. In den oberen Bürogeschoßen stehen auf insgesamt

1.600 Quadratmetern moderne Arbeitsräume zur Verfügung. Die Raiffeisenlandesbank

NÖ-Wien wird demnächst im 1. Stock eine Beraterbank

für vermögende Privatkunden eröffnen. Darüber hinaus bereichert Mario

Plachutta die Gastronomieszene mit seinem neuen Restaurant „mario“

(Pasta, Grill und Bar) im Erdgeschoß. Das Büro- und Geschäftshaus verfügt

über eine zweigeschoßige Tiefgarage.

Architektonisches Glanzstück: das neue Büround

Geschäftshaus „Neue Welt Hietzing“.

„terminal tower“: Die Raiffeisen-Leasing, die Real-Treuhand und die

Porr Solutions haben gemeinsam in der oberösterreichischen Landeshauptstadt

Linz das Büroprojekt „terminal tower“ entwickelt. Als Ergebnis

eines Architekturwettbewerbes wurde das Büro Prof. Holzbauer und

Partner mit der Planung beauftragt. Die Bauarbeiten wurden im März

2006 begonnen. Die Fertigstellung ist aufgrund einer Bauzeit von 24 Monaten

für April 2008 vorgesehen. Für die Errichtung des Büroturmes

wurde die Bietergemeinschaft PORR/Alpine als Generalunternehmer beauftragt.

Der Büroturm ist inzwischen komplett vermietet. In den neuen

attraktiven Büroturm werden die Mitarbeiter der Linzer Finanz- und Zolldienststellen

und der Pensionsversicherungsanstalt Landesstelle OÖ einziehen.

Raiffeisen-Leasing, Porr Solutions und die Raiffeisen Real-Treuhand

errichten beim neugestalteten Bahnhof Linz bis April 2008

ein modernes 24-stöckiges Bürogebäude.

(Im Bild v.l.n.r.): Johann Hofbauer (Bürgermeister

Groß Göttfritz), Architekt DI Gerhard Kratochwil,

Herbert Prinz (Bürgermeister Zwettl), Franz Häusler

(Bürgermeister Waldhausen).

Generalsanierung der Hauptschule Stift Zwettl: Bereits 2002 finanzierte

die Raiffeisen-Leasing die Generalsanierung der Polytechnischen

Schule Zwettl. 2004 folgte die Hauptschule Stadt Zwettl, wo die Raiffeisen-Leasing

auch das Baumanagement übernahm. Nun wurde die Generalsanierung

einer weiteren Hauptschule, jener des Stifts Zwettl, fällig.

Auch hier ging der Zuschlag an die Raiffeisen-Leasing, der auch wieder

das Baumanagement obliegt. Der Grund, warum sich die Hauptschulgemeinde

Zwettl, vertreten durch Obmann Franz Pfeffer, wieder für die

Raiffeisen-Leasing entschied, lag in dem unfallfreien Bauablauf und einer

Kostenrahmenunterschreitung beim vorangegangenen Projekt. Mitte Juni

erfolgte nun der Spatenstich für die Sanierung des gesamten Gebäudes

samt Zubau, die Bauzeit wird etwa 24 Monate betragen.

NUMMER 3|OKTOBER 2006 29


KUNDENPORTRÄT

Eine Erleuchtung

Die Vorarlberger ZUMTOBEL GRUPPE zählt mit Produktionsstätten

in Europa, Asien, Nordamerika und Australien sowie

Vertriebsgesellschaften und -partnern in über 70 Ländern zu

den wenigen Global Playern der Lichtbranche.

Das Geschäftsjahr 2006 des

Dornbirner Konzerns war

geprägt von zwei Ereignissen.

Dem erfolgreichen

Börsegang und dem seit dem Jahr

2000 deutlichsten Umsatzwachstum.

„Das resultiert vorrangig aus der Erschließung

neuer Wachstumsmärkte

in Osteuropa sowie Asien und

Wachstum vor allem in unseren

deutschsprachigen Kernmärkten“, erläutert

Dr. Andreas J. Ludwig, Vorstandsvorsitzender

der Zumtobel

Gruppe. Neben der sich erholenden

Baukonjunktur in Zentraleuropa unterstützen

auch einige weitere Trends

den Wachstumskurs. So gibt es immer

mehr Studien, die die positive

Wirkung von gutem Licht auf die Gesundheit

des Menschen bestätigen.

Andere Untersuchungen fordern den

Einsatz von mehr Licht für mehr Verkehrssicherheit

oder den Einsatz

farbverändernder, tageszeitabhängiger

Lichtsteuerung zur Unterstützung

der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz.

Gleichzeitig gibt es angesichts

steigender Energiepreise vermehrte

Forderungen nach Energieeinsparung

und Schonung nicht-regenerativer

Ressourcen. „Was auf den ersten

Blick nach einem Widerspruch

klingt, ist für uns eine Chance zur

Weiterentwicklung intelligenter, energieeffizienter

Produkte und Beleuchtungskonzepte“,

so Ludwig. „In vielen

Lebensbereichen werden wir in

Zukunft mehr Licht brauchen, zum

Wohlbefinden und zur Sicherheit des

Menschen; an anderen Stellen werden

wir den Einsatz von Licht optimieren,

um Blendung zu vermeiden

oder die unnötige Lichtverschmutzung

der Atmosphäre zu reduzieren.“

Intelligente Steuersysteme und

Sensorik, innovative Optiken und Reflektoren

werden zum effizienten

Energieeinsatz ebenso einen Beitrag

leisten wie langlebige LED-Lichtquellen.

Angenehmer Nebeneffekt: Zumtobel

baut damit seine Design- und

Technologieführerschaft immer weiter

aus.

Von diesem kometenhaften Aufstieg

in die Oberliga wird man in der

Geburtsstunde des Lichtkonzerns im

Jahr 1950 noch nicht einmal

geträumt haben. Da

gründete Dr. Walter Zumtobel

in Dornbirn das

Elektrogeräte- und Kunstharzpresswerk

W. Zumtobel.

Produziert wurden Vorschaltgeräte

für die damals neue

Leuchtstoffröhren-Technologie. 1976

wurde das Unternehmen eine Aktiengesellschaft.

Die 80er- und 90er-

Jahre waren geprägt von weiterem

Wachstum, getragen von mehreren

Akquisitionen. Der wichtigste Schritt

war hier die Übernahme der englischen

Thorn Lighting Group im Jahr

2000, wodurch der Konzern seinen

Umsatz im Leuchtenbereich mehr als

verdoppeln konnte. Im September

2003 übernahm Dr. Andreas J. Ludwig

von Jürg Zumtobel den Vorstandsvorsitz

der Zumtobel Gruppe.

Damit trat erstmals ein externer Manager

an die Spitze des Zumtobel-

Konzerns und leitete den Generationenwechsel

von der Familie Zumtobel

zu einem jungen, internationalen

Management-Team ein.

Der Konzern besteht heute im Wesentlichen

aus zwei Teilkonzernen:

der Zumtobel Lighting Division (ZLD)

für das Leuchtengeschäft mit den

beiden Marken Zumtobel und Thorn

und der Tridonic Atco Division (TAD)

ZUMTOBEL GRUPPE

SPATENSTICH des Werks in Rumänien vor

einem halben Jahr, vor kurzem wurde das

Werk in Betrieb genommen.

Marktposition: Europ. Marktführer bei Beleuchtung,

Nr. 2 in Europa und Nr. 4 weltweit im

Bereich Lichtkomponenten

Produktionsstätten: 24 Werke auf vier Kontinenten

Mitarbeiter: 7.212

30 Leas•mich


GARDEN OF LIGHT

Hampton Court Flower Show/UK.

für das Komponentengeschäft. Anfang

2004 wurde im Leuchtenbereich

mit der International Lighting Technologies

(ILT) eine gemeinsame Operationsplattform

geschaffen, die Produktion,

Beschaffung und Entwicklung

der beiden Leuchtenmarken zusammenführt.

Vor dem Hintergrund der wachsenden

Bedeutung des osteuropäischen

Marktes baut die Zumtobel Gruppe

eine erste eigene Produktionsstätte in

Osteuropa auf. Der „Spatenstich“ für

das neue Leuchtenwerk in Curtici, Rumänien,

erfolgte am 31. März 2006,

bereits Anfang Oktober wurde das

Werk in Betrieb genommen. Bisher ist

die Zumtobel Gruppe nur vertrieblich

in zahlreichen osteuropäischen Ländern

tätig, die Eröffnung eines eigenen

Produktionsstandortes ist ein klares

Signal für die verstärkte Erschließung

des Wachstumsmarktes Osteuropa.

Finanziert wurde das 6-Mio.-

Euro-Projekt mittels Leasing. Ludwig:

„Innovative Lösungsansätze und hohe

Flexibilität in der Planung eines relativ

komplexen Projektes waren der

Grund, warum wir uns dabei für Raiffeisen-Leasing

entschieden haben.“

Der Semmelkaiser

Die GROSSBÄCKEREI HAUBENBERGER in Petzenkirchen verarbeitet täglich

50 Tonnen Mehl und beliefert mit ihren Brotspezialitäten und Teiglingen Tag für Tag Kunden

in ganz Europa. Seit 1996 besitzt sie zudem das Patent für die legendäre Kaisersemmel.

IM WANDEL DER ZEIT

LOGISTIK

zu Beginn: mit Fahrrädern

2005: 75 Fahrzeuge

TEIGLINGSENTWICKLUNG

zu Beginn: 500 Stk. (Mo–Sa)

2005: 600.000 Stk. (täglich)

BROT-TAGESPRODUKTION

1972: 2000 Stk. 2005: 30.000 Stk.

Die Firma Haubenberger

wurde zu Beginn der 30er-

Jahre gegründet. Damals

lag das Hauptaugenmerk

noch am Gasthausbetrieb und in der

Landwirtschaft. Doch sukzessive wurden

immer mehr Teile des Vierkanthofes

zu einer Bäckerei umgebaut. 1965

wurde das Petzenkirchner Bauernbrot

entwickelt, ein bis heute sehr beliebtes

Produkt. Der Durchbruch erfolgte

dann 1984: mit der Entwicklung des

vorgegarten Teiglings und in weiterer

Folge dem Umbau der Produktionshalle

war der Siegeszug der niederösterreichischen

Großbäckerei nicht

mehr aufzuhalten. Die Teiglingsproduktion

wurde ständig ausgeweitet,

die Rezepte weiterentwickelt, bis 1990

mit der Vermarktung der ersten Tief-

HAUBI’S GEBÄCK gibt’s schon in vielen Ländern Europas.

kühlprodukte die Grenzen der Region

gesprengt wurden. Schnell wurde

„Haubi’s“ zum Markennamen, es

folgte eine rasche Expansion und jährliche

Umsatzzuwächse von 25 % und

mehr. 1997 wurde erstmals mit den

Lieferungen nach Italien begonnen,

wo mittlerweile 140 gewerbliche Kunden

versorgt werden. Im selben Jahr

fiel der Startschuss für den Bau einer

neuen Teiglingsproduktionstätte, die

im Oktober 1997 fertig gestellt wurde.

Damit liefen stündlich 24.000 Stk.

Teiglinge vom Band. 1998 wurde mit

den ersten Lieferungen nach Deutschland

begonnen, die Zahl der Kunden

liegt mittlerweile bei 800. Im Oktober

1999 erfolgte der Neubau einer zweiten

Halle mit einem Auftragsvolumen

von 50 Mio. Schilling (3,6 Mio. Euro),

da weitere Lagerräume für Teiglinge

und Rohstoffe benötigt wurden. Im

Jahr 2000 wurden erstmals Kunden in

Kroatien, Bosnien und Finnland beliefert,

ein Jahr später folgte Großbritannien.

Raiffeisen-Leasing begleitet die

Firma Haubenberger bereits seit deren

ersten Expansionsschritten, speziell

im Mobilien-Bereich, sie finanzierte

auch mehrere Bäckereimaschinen.

2004 wurde eine weitere Halle errichtet,

deren Finanzierung ebenfalls

von Raiffeisen-Leasing übernommen

wurde. Anton Haubenberger kommentiert

die langjährige gute Beziehung

so: „Wir schätzen bei all unseren

Geschäftspartnern insbesondere Zuverlässigkeit

und Unkompliziertheit.

Daher arbeiten wir so gerne mit Raiffeisen-Leasing

zusammen.“

NUMMER 3|OKTOBER 2006 31


LIFESTYLE

Mit Gefühl für den

richtigen Abstand

Auf den Spuren der Berggorillas in Uganda mit

DR. RAINER REVERS, Crane Experience Wildlife & Travel.

Die Schönheit Ugandas eröffnet

sich dem Auge des

Betrachters vor allem dann,

wenn man sich behutsam

nähert. Reich an Naturschönheiten

und fruchtbarem Boden beginnen

Uganda und Ruanda nun, die

(Kriegs-)Schäden an Land und Leuten

langsam aufzuarbeiten. Sanfter

und geplanter Tourismus, welcher

keine weiteren Umweltschäden setzt,

lässt wieder aufatmen und Hoffnung

schöpfen.

Gemeinsam mit dem Parc National

des Volcans in Ruanda und dem

Parc National des Virungas im

Kongo bildet der Mgahinga Gorilla

Nationalpark in Uganda einen der

letzten beiden Lebensräume der

Berggorillas. Die derzeitige Population

von ca. 650 Tieren lebt hier und

im Bwindi Impenetrable Forest im

Herzen Ugandas.

Gorillas legen im Laufe eines Tages

große Strecken zurück, da sie

sehr unterschiedliche Pflanzen fressen

und wahre Feinspitze sind, die

sich die Leckerbissen heraussuchen.

Manche der Gebiete sind für den

Menschen nur schwer oder gar nicht

zugänglich. Umsichtiges Wildlife-Management,

strenge Bewachung und

ständiges Monitoring der Tiere sichert

deren Überleben. Finanziert

wird dies unter anderem mit den Einnahmen

des Gorillatrekkings. In Ruanda

z. B. wurden fünf Gorillagruppen

ständig von Rangern begleitet

und so an den Menschen gewöhnt.

Eine dieser Gruppen, die „Amohoro-

Gruppe“ (amohoro = sanft) durfte ich

mit meiner „Menschengruppe“ besuchen.

Täglich dürfen nur zwei Besuchergruppen

(jeweils max. acht Personen)

zu einer Gorillagruppe, um

die Tiere in ihrem natürlichen Lebensrhythmus

so wenig wie möglich

zu stören.

Bevor es tatsächlich losgeht, wird

sichergestellt, dass niemand verkühlt

ist, da wir die Gorillas anstecken

könnten. Schon der Hinweg durch

unterschiedliche Vegetationszonen –

welche von begleitenden Rangern

gut erklärt werden – ist ein Erlebnis.

Plötzlich heißt es ganz ruhig zu sein,

alles Ess- und Trinkbare und die

Wanderstöcke zurückzulassen. Ein

DR. RAINER REVERS, geb. in Würzburg, ist im Alter

von 16 Jahren nach Salzburg übersiedelt. Bereits von früher

Jugend an naturbegeistert, folgte konsequenterweise das

Studium der Zoologie (u.a. bei Konrad Lorenz), Psychologie

und Philosophie. 1972 erste Ostafrikareise, welche ihn bis

heute prägte. Während des Studiums Einstieg in die Berufsfotografie

(Schwerpunkt: Tier- und Naturfotografie). Seit

1978 zunächst zoologischer Assistent, später Direktor im

Zoo Salzburg. In dieser Zeit Aufbau des Betriebes als Natur- und Artenschutzzentrum. Wobei der Artenschutz

und die damit verbundene Hilfe für bedrohte Lebensräume im Vordergrund stand. Entscheidende

Mitinitiative für das internationale Auswilderungsprojekt des Przewalskipferdes (Takhi) in der Mongolei.

Darüber hinaus mehrere Wiederansiedlungsprojekte u. a. des Alpensteinbocks und des Gänsegeiers.

vorausgeeilter Ranger hat die Gorillas

genau lokalisiert. Wir finden die

Gruppe in einem steilen Berghang

inmitten dichter Vegetation. Für manchen

ist es schwer, einen sicheren

Standplatz zu finden. Unser Abstand

zu den Tieren wird genau kontrolliert,

da direkter Hautkontakt unerwünscht

ist. Plötzlich jedoch verliere ich den

Halt: ein Gorillababy, das oben im

Hang spielte, schlug Purzelbäume

und konnte nicht mehr rechtzeitig

bremsen. Es kullerte direkt in meinen

Rücken … Der Silberrücken der

Gruppe liegt gemächlich im Gras

und beobachtet das ganze Treiben

ruhig, aber sehr aufmerksam. Nach

einer Weile entschließt er sich, seine

Gruppe weiterzuführen. Er stand auf,

setzte sich in Bewegung und da ihm

ein „Menschlein“ im Weg stand,

schob er es einfach sanft, aber bestimmt

mit seiner Hand zur Seite.

Eine Stunde mit diesen sanften

Riesen verbringen zu dürfen, ist ein

einmaliges, unbeschreiblich schönes

und emotional sehr beeindruckendes

Erlebnis. Manchmal habe ich

das Gefühl, diese Tiere schauen uns

Menschen auf den Grund unserer

Seele.

32 Leas•mich


Mogelpackung

Beim Ökotourismus handelt es sich meist um Reisen in die Natur, bei denen der

Schutz der Umwelt und das Wohlergehen der lokalen Bevölkerung im Vordergrund

stehen. Doch nicht überall, wo Öko draufsteht, ist auch Öko drin.

Die vorher so aufgeregte Menschengruppe

verließ dann ruhig,

langsam und vorsichtig den Lebensraum

der Berggorillas. Jede Reise zu

den Berggorillas unterstützt den

Schutz dieser Tiere und ihrer Lebensräume

und zugleich den achtsamen

Umgang aller Menschen mit ihrer

jeweiligen Umwelt.

Nähere Informationen über diese und andere

Öko-Reisedestinationen, zum Beispiel Mali,

Tansania, Bhutan: www.raiffeisen-reisen.at

Die UNO erkor 2002 zum internationalen Jahr des Ökotourismus. Meist handelt

es sich beim Ökotourismus um Reisen in die Natur. Dabei wird sie oft durch

übermäßigen Gebrauch geschädigt. Zum Beispiel wurden in Nepal ganze Wälder

abgeholzt, um Trekker (Wanderer) mit Holz zu versorgen. Auch reisen so

genannte Öko-Touristen in Gebiete, die viele seltene Pflanzen und Tiere beheimaten.

Diese sind dadurch ernsthaft gefährdet und einige Arten wurden bereits

ausgerottet.

Kritiker des Ökotourismus weisen darauf hin, dass Gebiete, die für den

Ökotourismus geöffnet werden, bald ausgedehnte Erschließungen samt Infrastrukturausbau

und schließlich gar Massentourismus mit all seinen umweltschädigenden

Auswirkungen nach sich ziehen. Im Übrigen bringt auch

der Ökotourismus selbst Belastungen für das Zielgebiet mit sich. Die Idee,

der Tourismus solle den Schutz der Natur mitfinanzieren, erscheint sinnvoll,

doch geht die Rechnung nicht immer auf: So bringen etwa Reisen in die

Laichgebiete von Meeresschildkröten, mit denen angeblich deren Schutz finanziert

wird, unabsehbare und vielleicht nicht offensichtliche Beeinträchtigungen

des betreffenden Ökosystems mit sich. Hier wäre z. B. die Verschmutzung

des Lebensraumes der Schildkröte durch die Hotelabwässer zu nennen,

die in Entwicklungsländern oftmals ungeklärt in das Meer eingeleitet werden.

Auch halten die Einnahmen aus dem Tauchtourismus in Kenia keineswegs

das Riffesterben auf; die ökologischen Belastungen durch den Tourismus jenseits

der Parkzäune und auf dem Weg bis an die Tore der Parks (Speedboote,

Hotelabwässer) müssen vollumfänglich mitberechnet werden. Eine naturverträgliche

Lenkung der steigenden Besucherzahlen kostet zusätzlich Geld, das

die Kassen vieler Parkverwaltungen gar nicht hergeben.

Probleme ergeben sich auch im Kulturbereich. Besonders betroffen sind

die rund 300 Millionen Menschen der indigenen Völker, die schätzungsweise

90 Prozent der Gebiete bewohnen, welche die

höchste Artenvielfalt und die seltensten Arten der

Welt beherbergen. Sie wurden einige im Zuge

ökologisch motivierter Tourismusprojekte aus ihrem

angestammten Lebensraum vertrieben, indem

ihnen das Betreten der Schutzgebiete durch

Zäune verwehrt wurde. In Bangladesch bangen

1000 Familien um den Zugang zu ihren Wäldern,

seit der Plan für einen „Eco-Park“ bekannt wurde

und die Forst- und Umweltbehörde die Siedlungen

der Bewohner für illegal erklärte. Die Anwohner

der historischen Stätte Kuelap in Peru sollen

von ihren Anbaugebieten und ihrem kulturellen

Erbe vertrieben werden, um einem touristischen

Projekt Platz zu machen.

Es ist also nicht überall Öko drin, wo Öko

draufsteht. Wer jedoch aufmerksam ist, kann die

Spreu vom Weizen trennen – wie unser nebenstehender

Reisebericht beweist.

NUMMER 3|OKTOBER 2006 33


FACTS&FIGURES

INSOLVENZSTATISTIK

8000

6000

4000

2000

0

Ó Insolvenzen Ó Privatkonkurse Ó Neuprotokollierungen

1. Halbjahr 2004 1. Halbjahr 2005 1. Halbjahr 2006

DIE POSITIVTENDENZ BEI DEN GRÜNDUN-

GEN HÄLT AN. Die Anzahl der neu protokollierten

Unternehmen in Österreich verzeichnet,

unabhängig von der Entwicklung der

Gesamtwirtschaft, in den letzten Jahren einen

konstanten, leichten Anstieg. Diese Gründungen

teilen sich in die beim Firmenbuch

eingetragenen neu protokollierten Unternehmen

(Bsp. GesmbH, KEG, OEG, etc.) und

in die Einzelunternehmen. Die Neuprotokollierungen

sind demnach seit 1993 um 21 %

gestiegen, die Anzahl der Einzelunternehmen

hat sich seither um 157 % erhöht. Im

Durchschnitt ergibt das eine Gesamtsteigerung

von etwas über 100 %. Die Neuprotokollierungen

sind in den letzten Jahren mit

rund 5.800 annähernd gleich geblieben, die

Einzelunternehmensgründungen steigen im

gleichen Zeitraum um ca. 1.500 jährlich.

KONJUNKTUR ZIEHT KRÄFTIG AN

Österreichs Wirtschaft erzielt 2006 mit +2,6 % das höchste Wachstum seit dem Jahr 2000.

Dagegen bleibt die Aufwärtstendenz des privaten Konsums verhalten.

Quelle: KSV

Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) erwartet

für 2006 eine reale BIP-Steigerung um 2,6 %.

Gegenüber der Prognose vom März dieses Jahres

wird das Wachstum um 0,2 Prozentpunkte nach

oben revidiert. Die günstigere Einschätzung stützt sich

auf die Entwicklung von Export und Investitionen, die

heuer an Schwung gewonnen hat.

Die Warenexporte nehmen 2006 dank der florierenden

Weltkonjunktur und der relativ guten preislichen

Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen real

um 8 % zu. In Ost-Mitteleuropa und in Asien wächst die

Wirtschaft noch etwas rascher als erwartet, und das

Recycling der Rohölgelder lässt die Importe Russlands

und der OPEC-Staaten stark steigen.

Die positive Stimmung der Unternehmen schlägt sich

nun auch deutlich in den Investitionsplänen nieder. Laut

WIFO-Investitionstest wollen die Sachgütererzeuger

heuer um 15 % mehr investieren als im letzten Jahr – im

Herbst planten sie eine nur halb so starke Ausweitung.

Die Sachgüterindustrie ist freilich dank hoher Exportund

Gewinnsteigerungen in einer besonders günstigen

Situation, in der Gesamtwirtschaft wird die Investitionsbeschleunigung

wesentlich geringer ausfallen. Darauf

deutet auch die eher vorsichtige Investitionseinschätzung

laut Erhebung der Wirtschaftskammer hin.

Bisher hat sich die Entwicklung des privaten Konsums

nicht signifikant belebt. Das Wachstum der Beschäftigung

erhöht zwar die verfügbaren Einkommen,

doch bleibt die Realeinkommensentwicklung pro Kopf

der Beschäftigten verhalten. Bei wenig veränderter

Sparquote wird der private Konsum heuer real um

knapp 2 % steigen.

Im Jahr 2006 wird die heimische Wirtschaft von Vorziehkäufen

vor der Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland

begünstigt. Das Wirtschaftswachstum wird sich in

Österreich damit 2007 auf 2,1 % verlangsamen. Die Zahl

der Arbeitslosen sinkt heuer vor allem infolge der Ausweitung

der Schulungen um 11.000. 2007 wird sie wieder

steigen, weil weniger Mittel für arbeitsmarktpolitische

Maßnahmen vorgesehen sind.

Die Zahl der Arbeitsuchenden (einschließlich Personen

in Schulungen) ist heuer und im nächsten Jahr

annähernd konstant. Die Konjunkturbelebung reicht

also aus, um das stark wachsende Arbeitskräfteangebot

zu absorbieren – aber nicht um einen signifikanten

Rückgang der Arbeitslosigkeit herbeizuführen.

in Prozent

6

5

4

3

2

1

0

LANGFRISTIGE ZINSSÄTZE

USA

Österreich

Japan

2003 2004 2005 2006e 2007e

in Prozent

5

4

3

2

1

0

-1

KURZFRISTIGE ZINSSÄTZE

USA

Euro-Raum

Japan

2003 2004 2005 2006e 2007e

Veränderungen ggü Vorjahr in %

4

3

2

1

0

-1

2003

VERBRAUCHERPREISE

EU 15

USA

Japan

2004 2005 2006e 2007e

Quelle: WIFO

34 Leas•mich


IMMOBILIENMARKT

Wohnen an

Wiens Luxusmeile

1010 Wien, Kohlmarkt 7

Bezugsfertige City-Appartements

ab ca. 100 m 2

Terrassen, Kühlung, Topausstattung

www.the-max.at

Mag. Michaela Orisich

» (01) 716 01-8244

michaela.orisich@rl.co.at

Vorsorgewohnungen

in der Josefstadt

1180 Wien, Gersthofer Straße 100

29 Eigentumswohnungen in Südhanglage

in Nähe zum Rathaus

gute Verkehrsanbindung und Nahversorgung

Wohnungsgrößen von 43 bis 79 m 2 mit

funktionalen Grundrissen und

guter Ausstattung

Mag. (FH) Christa Böhm

» (01) 716 01-8243

christa.boehm@rl.co.at

43 bis 147 m 2 Wohnfläche

Terrassen, Eigengärten

Dachterrassen mit Fernblick

Top-Infrastruktur

Fertigstellung Anfang 2008

Mag. Michaela Orisich

» (01) 716 01-8244

michaela.orisich@rl.co.at

www.raiffeisen-leasing.at


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