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2 JUNI 2006 DAS KUNDENMAGAZIN DER RAIFFEISEN-LEASING

Menschen

Flughafen-Wien-Vorstand Christian Domany

Reportage

Raiffeisen-Leasing International top

Immobilien

Logieren in nobler Umgebung

Postgebühr bar bezahlt, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf


INHALT Leas•mich NUMMER 2|JUNI 2006

Durchstarter & Überflieger:

Ein Jahr nach der Ankündigung,

Skandinavien als Markt für Leasingfinanzierungen

zu sondieren,

gründete Raiffeisen-Leasing in

Stockholm die erste nordische

Tochtergesellschaft RL-NORDIC.

Nächste Destination: Helsinki.

MENSCHEN Flughafen-Wien-

Vorstand Mag. Christian Domany

ist ein Manager mit großem

humanitären Engagement. SEITE 4

RECHT Das Bundesvergabegesetz

wurde der EuGH-Judikatur

angepasst. Die prägnantesten

Änderungen ab SEITE 6

LIFESTYLE Die Nord- und Ostseeregion

lockt immer mehr erholungs-

und rückzugsbedürftige

Zeitgenossen an. SEITE 32

IMPRESSUM Medieninhaber: Raiffeisen-Leasing GmbH., Hollandstraße 11–13, 1020 Wien, Tel.: O1/716 01 DW 8440, Fax: DW 8448, Internet-Adresse: http://www.raiffeisen-leasing.at, E-Mail-Adresse: leasing@rl.co.at Herausgeber: Prok. Andrea Weber

Produzent: Verlagsgruppe NEWS Gesellschaft m.b.H., FN 183971 HG, Taborstr. 1–3, 1020 Wien Geschäftsführung: Dkfm. Helmut Hanusch Objektleitung: Klaus Edelhofer Redaktionsbüro: Vojtisek KEG, E-Mail-Adresse: act.vojtisek@aon.at

Grafische Gestaltung: Greiner & Greiner, 1050 Wien Fotos: Buenos Dias, Alexander Wulz, Michael Appelt, Bernhard Michal Herstellung: Sibylle Bauer Druck: Druckerei Berger, 2580 Horn Vertrieb: Mediaprint-Zeitschriftenvertriebsgesellschaft, 1235 Wien

Die Raiffeisen-Leasing GmbH übernimmt keine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.

2 Leas•mich


EDITORIAL Andrea Weber 3

Ô MENSCHEN

Christian Domany im Leas•mich-Interview. 4

Ô RECHT

Ein Überblick über Neuerungen des

Bundesvergabegesetzes 2006. 6

Ô STEUER

Das Abgabenänderungsgesetz birgt

zahlreiche Verschärfungen. 9

Ô KOMMENTAR

GF Mag. Michael Ohner zur Entwicklung

des österreichischen Leasingmarktes. 11

Ô COVERSTORY

Raiffeisen-Leasing gründete die erste

Niederlassung in Nordeuropa. 12

Ô MEINUNG

GF Mag. Peter Engert:

Dienstwagen statt Gehaltserhöhung. 19

Ô REPORTAGE

Österreichs größtes Bedarfsflugunternehmen

vertraut auf Raiffeisen-Leasing. 20

Back to the future:

Die Antriebstechnologien von morgen. 22

Raiffeisen-Leasing International

ist international top. 24

Energieeffizientes Bauen und Sanieren:

Ein Modell macht Schule. 25

Die HAK Gänserndorf hat die erste Universalleasing-Übungsfirma

gegründet. 26

Neuer Lehrgang für „Erneuerbare

Energien“ an der TU Wien. 27

Ô IMMOBILIEN

PPP-Projekt in Laxenburg. 28

Kommunalleasing in Breitenau. 29

Immobilienleasing international. 30

Ô KUNDENPORTRÄT

Falkensteiner Michaeler Tourism Group 31

EDITORIAL

nordic

working

2005

ANDREA WEBER

Leiterin Marketing und PR

in der Raiffeisen-Leasing

war ein Raiffeisen-Leasing-Team auf fact finding mission in

Nordeuropa. Der Auftrag lautete: Ausloten des Marktpotenzials

für innovative Leasinglösungen. Schließlich sind einige namhafte

schwedische und finnische Unternehmen schon seit Jahren Raiffeisen-Leasing-Kunden,

ein genauerer Blick auf den Heimmarkt von Ikea, Volvo und

Co. könnte sich also lohnen. Und dem war auch so, wie die im Zuge der

Recherchen erstellte Marktstudie ergab.

Nicht nur das freundliche Umfeld, auch die äußerst positiven makroökonomischen

Bedingungen sowie die rege Investitionstätigkeit gaben den

Ausschlag, sich in Nordeuropa ein weiteres Standbein zu schaffen. Leasingfinanzierungen

haben insbesondere in Schweden und Finnland noch

viel Potenzial, da es nur wenige Anbieter gibt. Speziell der Bereich Immobilienleasing

ist noch ausbaufähig, und auch die Kommunen sind für die

Raiffeisen-Leasing eine interessante Zielgruppe.

Dazu kommt die spezielle geografische Position. Stockholm und Helsinki

erhalten immer mehr Bedeutung als logistisches Zentrum für Nordeuropa,

da viele Unternehmen diese beiden Länder als Ausgangspunkt für ihre Lieferungen

in die neuen Märkte des Baltikums sowie nach Polen ansehen.

Umgekehrt sollen und werden skandinavische Unternehmen das starke

Netzwerk der Raiffeisen-Leasing in den CEE-Ländern nützen. In unserer

Coverstory lesen Sie mehr über die lokalen Besonderheiten der nordischen

Länder, die unser Autor Ronald Lausch, seines Zeichens Geschäftsführer

der RL-Nordic, für Sie zusammengetragen hat. Sollten Sie nun mit dem Gedanken

spielen, Skandinavien erst einmal aus der Urlauberperspektive zu

prüfen, dann sei Ihnen auch die Lifestylegeschichte ab Seite 32 ans Herz

gelegt.

Mit dem neuen Bundesvergabegesetz 2006 wurde das so genannte „Legislativpaket“

der EU in nationales Recht umgesetzt. Zudem mussten die

jüngere Rechtsprechung des EuGH, der österreichischen Höchstgerichte

sowie nationaler Vergaberechtsschutzbehörden berücksichtigt werden. Die

einzelnen Bestimmungen sind nun verständlicher formuliert, aber dafür

doppelt so umfangreich, berichtet unser Rechtsexperte Stefan Piechl (ab

Seite 6). Zusätzliche Hürden für Unternehmer erkennt unsere Steuerfachfrau

Sandra Sedlaczek-Riederer auch im Abgabenänderungsgesetz 2005,

dass im Dezember 2005 beschlossen wurde (ab Seite 9).

Dass Ihnen dabei die Urlaubslaune trotzdem erhalten bleibt, hofft

Ô LIFESTYLE

Entspannung! Ja, natürlich. 32

FACTS & FIGURES 34

Ihre Andrea Weber

NUMMER 2|JUNI 2006 3


MENSCHEN

Karriere mit vielen

Wendungen

MAG. CHRISTIAN DOMANY, Vorstandsdirektor Flughafen Wien AG: Ein Manager mit humanitärem Engagement

Christian Domany, 54, wusste

sich bereits in früher Jugend

durchzusetzen. Weil

seine beiden Geschwister

deutlich älter waren als er und es

kaum gleichaltrige Kinder in der Gegend

gab, bekniete er seine Eltern

so lange, bis sie ihm erlaubten, in ein

Internat zu übersiedeln. „Ich wollte

einfach in einer gleichaltrigen Gemeinschaft

leben, ich habe mich im

Internat in Kirchberg am Wechsel

sehr wohl gefühlt.“ Ein Jugendlicher,

der freiwillig von Wien in die Provinz

zieht. Sehr ungewöhnlich. Das Leben

in der Gemeinschaft hat ihn früh

geprägt und genau hier wurde ihm

klar, dass er einen Beruf ergreifen

will, wo er viel mit Menschen zu tun

hat, vielleicht als Personalchef eines

Unternehmens. Nach der Matura begann

er das Studium der Betriebswirtschaft.

Durch den frühen Tod des

Vaters ergab sich die Notwendigkeit,

einen Nebenjob anzunehmen. Um

Studium und Unterhalt finanzieren zu

können, betätigte er sich unter anderem

als Ausfahrer für eine Brauerei.

Weitere Stationen in seinem Studentenleben

waren die Caritas socialis,

was seinen schon damals stark ausgeprägten

humanitären Ambitionen

sehr entgegenkam, und das Orthopädische

Spital, wo er sehen

konnte, wie gerade „kleine Patienten“

unter der Angst vor Operationen

leiden. „Heute will ich mithelfen,

diese psychische Belastung vor einem

Eingriff zu minimieren.“ Domany

ist Ehrenpräsident eines Vereines

(„Operation EDDY“), der sich der

Vorbereitung von Kindern und Angehörigen

auf operative Eingriffe

widmet. Daneben engagiert sich der

„Netzwerker“ unter anderem noch im

Präsidium des Behindertensportverbandes

und im Vorstand des Hilfswerks

Austria. Soziales Engagement

ist für ihn der Ausgleich zum täglichen

Business.

Nach dem Studium wurde er Mitarbeiter

der damals größten österreichischen

Bank. Nach eineinhalb

Jahren am Schalter einer Filiale

wurde er in die Zentrale berufen, um

eine von dieser Bank bis dato vernachlässigte

Zielgruppe zu betreuen:

Jugend und Studenten. Sein damaliger

Bereichsleiter glaubte nicht ganz

an dieses neue Segment und stellte

fest: „Wir sind doch Bankiers, warum

sollen wir um Kinder werben?“ Sieben

Jahre blieb Domany im Bankgeschäft.

„Der Job hat Spaß gemacht,

aber ich wollte als junger Mensch

eine neue Herausforderung.“ Diese

kam in Gestalt des legendären Generalsekretärs

der Industriellenvereinigung

(IV), Herbert Krejci, der die

Weichen für die nächste berufliche

Station Domanys stellte. Er wurde

dessen persönlicher Assistent, später

Leiter der Bereiche Personal,

Finanzen und Organisation, zum

Schluss auch stellvertretender Generalsekretär

der IV. An seinem 45. Geburtstag

nahm seine Karriere eine

neue Wendung: Auf Anregung von

Andreas Treichl und Gerhard Randa,

den beiden Generaldirektoren der

größten österreichischen Sparkassen,

wurde er zum Generalsekretär des

Sparkassenverbandes vorgeschlagen.

Diese Entscheidung musste innerhalb

eines Wochenendes fallen, so

die Bedingung. Der Sonntagabend

brachte ein klares „Ja“ von Domany

und vier Jahre im Sparkassenverband.

Im Jahr 2000 folgte die nächste

Veränderung. Der neu gewählte Prä-

FACT SHEET: FLUGHAFEN WIEN GRUPPE

MITARBEITER 3581

PASSAGIERZAHLEN

16 Mio.

CARGO

235.000 Tonnen

START/LANDUNGEN 231.000

Zahlen: Geschäftsbericht 2005

4 Leas•mich


sident der Wirtschaftskammer Österreich,

Christoph Leitl, der Domany

aus der Zeit in der Industriellenvereinigung

gut kannte, suchte einen

„Umsetzer“ seines ambitionierten

Programms: 30 Prozent mehr Service,

30 Prozent niedrigere Mitgliedsbeiträge.

Christian Domany erschien

ihm als richtige Besetzung für den

Posten des Generalsekretärs der

Wirtschaftskammer Österreich. „Für

mich war immer klar, eine Interessenvertretung

der Wirtschaft muss ein

Abbild der jeweiligen Wirtschaftssituation

sein. Der Markt verlangt

schließlich auch Flexibilität von den

Unternehmern. Wenn es nicht gelingt,

die Strukturen den heutigen Erfordernissen

anzupassen, haben

diese Institutionen keine Zukunft.“

Das Beharren von Leitl und Domany

auf eine Reform hat schließlich dazu

geführt, dass die Wirtschaftskammer

heute von den Unternehmern mehrheitlich

wieder als wichtige Interessenvertretung

wahrgenommen wird.

Vom Generalsekretär zum Vorstand:

Nach Abschluss der Reform

in der Wirtschaftskammer Österreich

ist Domany seit Oktober 2004 Vorstand

der Flughafen Wien AG und

zuständig für die Geschäftsbereiche

Immobilien und Center Management,

Planung und Bau, Finanz- und

Rechnungswesen sowie Personal.

In seinen Aufgabenbereich fallen

auch Betriebsansiedelungsprojekte.

„Der Flughafen ist nicht nur für Spediteure,

sondern auch für Unternehmen

mit einer hohen Anzahl an Geschäftsreisen

die ideale Location.“ Beispielsweise

wird die AUA Mitte 2007 in ihr

neues Headquarter am Flughafenareal

einziehen. In weiterer Folge

könnten Kunden wie beispielsweise

der Flugzeugausstatter FACC die Bildung

eines Clusters vorbereiten. Im

Zuge der Betriebsansiedelungen kam

man auch mit der Raiffeisen-Leasing

ins Gespräch und ins Geschäft. Im

Dezember des vorigen Jahres erfolgte

der Abschluss eines Sale-andlease-back-Vertrages

mit einem Investitionsvolumen

von über 100 Millionen

Euro. „Die Anforderungen waren

relativ schwierig. In punkto Flexibilität,

»In punkto Flexibilität, Kreativität und

Qualität der Betreuung hat letztlich alles

für die Raiffeisen-Leasing gesprochen.«

VORSTANDSDIREKTOR MAG. CHRISTIAN DOMANY

Kreativität und Qualität der Betreuung

hat letztlich alles für die Raiffeisen-

Leasing gesprochen.“

Wenn Zeit bleibt, widmet sich Domany

seiner Lieblingspassion, und

zwar „dem Versuch, Golf zu spielen”,

wie er es in sympathischer Offenheit

formuliert. Zum morgendlichen Ritual

gehört für den Frühaufsteher Joggen

rund um's Belvedere. Der Familienmensch

ist zum zweiten Mal verheiratet

und hat einen 24-jährigen Sohn

aus erster Ehe. „Er studiert medizinische

Informatik, hat aber das soziale

Engagement von mir geerbt.“ Der

Junior ist Gruppenleiter der Jungschar

der Dompfarre St. Stefan und

dokumentiert bereits jetzt, dass er in

dieser Hinsicht seinem Vater um

nichts nachsteht.

NUMMER 2|JUNI 2006 5


RECHT&STEUER

Neues Bundesvergabegesetz

2006

Zahlreiche Bestimmungen wurden verändert und u. a. an die EuGH-JUDIKATUR

angepasst. Das Ergebnis: verständlicher, aber doppelt so umfangreich wie zuvor.

MAG. STEFAN PIECHL, RECHTSABTEILUNG RAIFFEISEN-LEASING

Am 1. 2. 2006 ist das Bundesvergabegesetz

(BVergG) 2006 in Kraft getreten.

Der Gesetzgeber

hat es damit geschafft, innerhalb von

12 Jahren bereits das vierte (!) Bundesvergabegesetz

vorzulegen, was

die Dynamik dieses Rechtsgebiets

mehr als verdeutlicht.

Mit dem BVergG 2006 wurde in erster

Linie das so genannte „Legislativpaket“

der EU (die Reform der EG-

Vergaberichtlinien) in nationales Recht

umgesetzt. Darüber hinaus war es

aber auch notwendig, in der Neukodifikation

die jüngere Rechtsprechung

des EuGH, der österreichischen

Höchstgerichte sowie nationaler Vergaberechtsschutzbehörden

zu berücksichtigen.

Zudem hat man versucht,

das BVergG 2006 verständlicher

und leichter lesbar zu fassen, indem

weitgehend auf Verweisungen

verzichtet wurde, was jedoch durch

die damit verbundenen Doppelregelungen

eine erhebliche Vergrößerung

des Umfangs zur Folge hatte. Das

BVergG 2006 enthält mit 351 Paragrafen

fast doppelt so viele Regelungen

wie das – abgelöste – BVergG 2002

(192 Paragrafen). Das liegt vor allem

an der geänderten Gesetzessystematik,

da nunmehr die Regelungen des

so genannten „klassischen“ Bereichs

und des Sektorenbereichs völlig voneinander

getrennt wurden und im Vergleich

zum BVergG 2002 wesentlich

weniger Verweise erfolgen.

Im Folgenden soll kurz und prägnant

ein Überblick über wichtige

Neuerungen im BVergG 2006 gegeben

werden:

1. SCHWELLENWERTE

Die Schwellenwerte wurden im Vergleich

zu den Regelungen des

BVergG 2002 leicht angehoben. Eine

Festsetzung der Schwellenwerte in

Sonderziehungsrechte (SZR) erfolgt

nicht mehr, sie sind ausschließlich in

Euro angegeben.

2. NEUE AUSNAHMEN VOM

VERGABEREGIME

a) Inhouse-Vergaben

(§ 10 Z. 7 BVergG 2006)

Die Regelung über die Inhouse-Vergabe

wurde sprachlich leicht verändert

und an die EuGH-Judikatur zu

diesem Thema angepasst. Faktisch

wurde der entsprechende Wortlaut

des „Teckal“-Urteils (Rs. C-107/98)

nahezu gleichlautend übernommen.

Im Gegensatz zur Vorgängerbestimmung

im BVergG 2002 wird allerdings

nun nicht mehr geregelt, was

gemeinschaftsrechtlich zulässig sein

könnte, sondern das, was gemeinschaftsrechtlich

gesichert zulässig

ist. Problematisch in diesem Zusammenhang

ist allerdings, dass sich

ohne genaue Kenntnis der neueren

EuGH-Judikatur zur Inhouse-Ver-

6 Leas•mich


gabe, insbesondere zur Entscheidung

in der Rechtssache „Stadt

Halle“ (Rs. C-26/03), auf die jedoch

immerhin in den Erläuternden Bemerkungen

ausdrücklich verwiesen

wird, aus dem Gesetzestext alleine

die Reichweite dieser Ausnahmebestimmung

kaum ergründen lässt.

b) Zentrale Beschaffungsstellen

(§ 10 Z. 14 BVergG 2006)

Neu ist die Privilegierung für die Beauftragung

von zentralen Beschaffungsstellen

mit der Beschaffung von

Bau-, Liefer- oder Dienstleistungsaufträgen,

wenn die zentrale Beschaffungsstelle

ihrerseits die Leistungen

ordnungsgemäß ausschreibt. Mit

dieser Ausnahme wird es der zentralen

Beschaffungsstelle (z. B. der BundesbeschaffungsgmbH)

ermöglicht,

Leistungen im eigenen Namen unter

Einhaltung der Bestimmungen des

2. Teils des BVergG 2006 auszuschreiben

und dann an andere (klassische)

öffentliche Auftraggeber – vergaberechtsfrei

– weiterzuverkaufen.

3. ARBEITS- UND BIETERGEMEIN-

SCHAFTEN (§ 20 ABS. 2 BVERGG 2006)

Die Bildung von Arbeits- und Bietergemeinschaften

in der Ausschreibung

kann „aus sachlichen Gründen“

für unzulässig erklärt oder deren

Mitgliederzahl beschränkt werden.

Sachliche Gründe liegen beispielsweise

vor, wenn in einem

Marktsegment nur eine begrenzte

Anzahl von Bietern existiert und dadurch

der Wettbewerb gesichert werden

soll. Neu ist auch, dass nunmehr

ausdrücklich Arbeits- und Bietergemeinschaften

als solche parteifähig

zur Geltendmachung ihrer Rechte

nach dem BVergG sind, womit den

Anforderungen des EuGH und des

VwGH Rechnung getragen wird.

4. NEUE VERGABEVERFAHRENSARTEN

BZW. ÄNDERUNGEN

(§§ 25 ff. BVERGG 2006)

a) Rahmenvereinbarung

Die bisherige Beschränkung auf den

Unterschwellenbereich besteht nicht

mehr. Rahmenvereinbarungen können

somit erstmals auch im Oberschwellenbereich

abgeschlossen

werden. Aufträge können aufgrund

einer Rahmenvereinbarung vergeben

werden, wenn diese Rahmenvereinbarung

nach Durchführung eines

offenen Verfahrens, eines nicht

offenen Verfahrens nach vorheriger

Bekanntmachung oder eines Verhandlungsverfahrens

abgeschlossen

worden ist. Die Laufzeit einer Rahmenvereinbarung

darf drei Jahre

nicht überschreiten, ausnahmsweise

– bei Vorliegen sachlich gerechtfertigter

Gründe – darf eine Maximaldauer

von fünf Jahren vorgesehen

werden. Die Bestimmungen über die

Rahmenvereinbarung treten jedoch

erst mit 1. 1. 2007 in Kraft.

b) Dynamisches Beschaffungssystem

Dabei handelt es sich um ein vollelektronisches

Verfahren für die Beschaffung

von „marktüblichen“ Leistungen.

Voraussetzung dafür ist die

vorherige Durchführung eines offe-

IST EIN ÖFFENTLICHER AUFTRAG

„besonders komplex“ – als möglicher

Anwendungsfall gelten insbesondere

PPP-Projekte wie beispielsweise die Abfallentsorgung

–, erlaubt der wettbewerbliche

Dialog ab 2007, dass der Auftraggeber

auch mit ausschließlich „handsortierten“

Bewerbern verhandeln darf.

NUMMER 2|JUNI 2006 7


RECHT&STEUER

nen Verfahrens. Dabei wird eine unbeschränkte

Anzahl von Unternehmern

öffentlich zur Abgabe von unverbindlichen

Erklärungen zur Leistungserbringung

aufgefordert. Alle

geeigneten Unternehmer, die solche

zulässigen Erklärungen abgegeben

haben, müssen zum System zugelassen

werden. Eine Bindung für die

Unternehmer tritt erst nach einer

konkreten Aufforderung zur Angebotsabgabe

ein. Die Laufzeit eines

dynamischen Beschaffungssystems

darf vier Jahre nicht überschreiten,

außer eine längere Laufzeit wäre

sachlich gerechtfertigt. Die Bestimmungen

über das dynamische Beschaffungssystem

treten ebenfalls

erst 2007 in Kraft.

c) Wettbewerblicher Dialog

Beim wettbewerblichen Dialog führt

der öffentliche Auftraggeber, nachdem

eine unbeschränkte Anzahl von

Unternehmern öffentlich zur Abgabe

von Teilnahmeanträgen aufgefordert

wurde, mit ausgewählten Bewerbern

einen Dialog über alle Aspekte des

Auftrags. Ziel des Dialogs ist es, eine

oder mehrere den Bedürfnissen und

Anforderungen des Auftraggebers

entsprechende Lösung(en) zu ermitteln,

auf deren Grundlagen die jeweiligen

Bewerber zur Angebotsabgabe

aufgefordert werden. Der wettbewerbliche

Dialog ist nur bei besonderer

Komplexität des zu vergebenden

Auftrags anwendbar. Ein öffentlicher

Auftrag gilt dann als „besonders

komplex“, wenn der Auftraggeber

objektiv nicht in der Lage ist, technische

Spezifikationen zur Erfüllung

seiner Bedürfnisse und Anforderungen

oder die rechtlichen oder finanziellen

Konditionen des Vorhabens

anzugeben. In den Erläuternden Bemerkungen

hierzu werden als möglicher

Anwendungsfall ausdrücklich

PPP-Projekte genannt. Auch die Bestimmungen

über den wettbewerblichen

Dialog treten erst im Jänner

2007 in Kraft.

d) Elektronische Auktion

Die elektronische Auktion stellt im

Gegensatz zum BVergG 2002 keinen

eigenen Vertragstyp mehr dar, sondern

wird nur noch als Teilabschnitt

bestimmter Vergabeverfahren normiert.

Wie die Rahmenvereinbarung

wird auch die elektronische Auktion

nunmehr im Oberschwellenbereich

zugelassen.

e) Verhandlungsverfahren

Der Ablauf eines Verhandlungsverfahrens

ist zwar etwas konkreter als

bisher geregelt, dafür wurde dem

Auftraggeber aber auch ein größerer

Spielraum eingeräumt. So darf er

das Verhandlungsverfahren in mehrere

Phasen gliedern und während

dieser Phasen die Anzahl der Bieter

anhand der bekannt gegebenen Zuschlagskriterien

verringern. Es ist daher

möglich und zulässig, dass am

Ende nur noch das Angebot eines

verbliebenen Bieters verhandelt wird.

5. VERGABEVERFAHREN IM

UNTERSCHWELLENBEREICH

Die Auftragsvergabe unterhalb der

Schwellenwerte wurde erleichtert.

Als Beispiel sei hier genannt, dass

Bauaufträge mit einem Auftragswert

von weniger als EUR 120.000,– und

Liefer- bzw. Dienstleistungsaufträge

mit einem Auftragswert von weniger

als EUR 80.000,– im nicht offenen

Verfahren ohne vorherige Bekanntmachung

vergeben werden dürfen.

Neu ist auch, dass der Auftraggeber

im Unterschwellenbereich völlig frei

zwischen Bestbieter- und Billigstbieterprinzip

wählen kann.

6. ALTERNATIVANGEBOTE/

ABÄNDERUNGSANGEBOTE

Das bisher sehr „alternativangebotsfreundliche“

österreichische Vergaberecht

wurde bedeutend eingeschränkt.

Nach dem BVergG 2006

sind Alternativangebote grundsätzlich

unzulässig. Nur bei Ausschreibungen,

die nach dem Bestbieterverfahren

geführt werden und in denen

Alternativangebote ausdrücklich zugelassen

wurden, kann der Bieter

noch Alternativen anbieten.

Neu hinzugekommen ist allerdings

die Möglichkeit, so genannte

Abänderungsangebote abzugeben

(und zwar auch beim Billigstbieterprinzip).

Unter einem Abänderungsangebot

ist ein Angebot zu verstehen,

das in Hinblick auf die ausgeschriebene

Leistung eine lediglich

geringfügige technische, jedoch

gleichwertige Änderung, etwa bei

der Materialwahl, in der Regel auf

Positionsebene, beinhaltet, das von

der ausgeschriebenen Leistung aber

nicht in einem so weitgehenden Ausmaß

wie ein Alternativangebot abweicht.

7. RECHTSSCHUTZ

Die Bundes-Vergabekontrollkommission

wurde abgeschafft. Der Widerruf

wurde – wie seinerzeit der Zuschlag

– in eine Widerrufsentscheidung getrennt,

welche nunmehr gesondert

anfechtbar ist. Ein großes Rechtsschutzdefizit

im bisherigen Vergaberecht

wurde geschlossen, indem

nunmehr eine Direktvergabe, an welcher

nur ein Unternehmer beteiligt

war, zwingend zur zivilrechtlichen

Nichtigkeit des abgeschlossenen

Leistungsvertrages führt. Damit sind

sämtliche Verträge, die unter Umgehung

des Vergaberechts, obwohl

dieses anzuwenden gewesen wäre,

abgeschlossen wurden, mit Nichtigkeit

bedroht.

FAZIT

Das BVergG 2006 stellt insgesamt

trotz des doch immensen Gesetzesumfanges

einen Fortschritt zu den

bisherigen Kodifikationen dar. Vor allem

durch die weitgehende Vermeidung

von Verweisen wurde die Lesbarkeit

deutlich erhöht. Auf der anderen

Seite wurde den öffentlichen Auftraggebern

ein größerer Freiraum bei

der Beschaffung eingeräumt, ohne

allerdings den Rechtsschutz für die

Bieter wesentlich zu verbessern. Im

Endeffekt wird aber entscheidend

sein, wie das neue Gesetz von den

handelnden Personen – Auftraggeber

wie Auftragnehmer – „gelebt“

wird.

8 Leas•mich


Zusätzliche Hürden

Das ABGABENÄNDERUNGSGESETZ 2005 (AbgÄG 2005), das im Dezember 2005

beschlossen wurde, bringt so manche Verschärfung.

MAG. SANDRA SEDLACZEK-RIEDERER, STEUERABTEILUNG RAIFFEISEN-LEASING

NEUE AUFLAGEN bei der Mindestkörperschaftsteuer,

der Umsatzsteuer

und dem Gebührengesetz erhöhen den

bürokratischen und finanziellen Aufwand

für Unternehmer.

So sind unter anderem im

Umgründungssteuergesetz

mit 1. 2. 2006 einige Änderungen

in Kraft getreten.

Das AbgÄG 2005 sieht weitere Verschärfungen

und dadurch Verschlechterungen

im Bereich der Einbringungen

vor. Bereits bei vorherigen

Steuerreformen war vor allem

der Bereich der baren und unbaren

Entnahmen unter Beschuss geraten.

Nun werden bare und unbare Entnahmen

der Kapitalertragsteuer unterworfen,

wenn und soweit durch

diese ein negativer Buchwert des

Einbringungsvermögens entsteht

oder sich ein negativer Buchwert des

Einbringungsvermögens (Einbringungskapital)

erhöht. Die Neuregelung

sieht daher nur für den Fall eines

negativen Buchwertes des Einbringungsvermögens

vor, dass der

Betrag barer und unbarer Entnahmen

im Höchstausmaß des negativen

Einbringungskapitals als Ausschüttung

gilt (Ausschüttungsfiktion).

Die Ausschüttung gilt mit dem Tag

der Anmeldung beim Firmenbuch

bzw. mit dem Tage der Meldung

beim zuständigen Finanzamt als erfolgt.

Die Kapitalertragsteuer ist im

Falle von baren Entnahmen binnen

einer Woche nach der Firmenbuchanmeldung

bzw. Finanzamtsmeldung

abzuführen, im Falle von unbaren

Entnahmen eine Woche nach Tilgung

der unbaren Entnahme, dem

Beschluss auf Auflösung oder dem

Beschluss auf Verschmelzung, Umwandlung

oder Aufspaltung. Die der

Ausschüttungsfiktion und damit der

Kapitalertragsteuer unterliegenden

Beträge erhöhen die Anschaffungskosten

der einbringungsgeborenen

Anteile.

Weiters wurde der maximal zulässige

Betrag der unbaren Entnahmen

weiter eingeschränkt. Künftig können

NUMMER 2|JUNI 2006 9


RECHT&STEUER

maximal 50 % des positiven Verkehrswertes

am Einbringungsstichtag abzüglich

aller anderen Veränderungen

des Einbringungsvermögens als unbare

Entnahme angesetzt werden.

Eine weitere nicht unwesentliche

Änderung ist, dass ab dem 1. 2.

2006 eine Zurückbehaltung von Wirtschaftsgütern

ohne gleichzeitige

Zurückbehaltung von damit zusammenhängendem

Fremdkapital nicht

mehr möglich ist. Eine kleine Erleichterung

wird dadurch ermöglicht,

dass bei Wirtschaftsgütern, die länger

als sieben Jahre durchgehend

dem Anlagevermögen zugeordnet

waren, von einem unmittelbaren Zusammenhang

zwischen Fremdkapital

und Wirtschaftsgut nicht mehr

auszugehen ist.

ERWEITERUNG DER BESCHRÄNKTEN

STEUERPFLICHT

Bisher war es möglich, inländisches

Immobilienvermögen, welches einem

ausländischen Betrieb zuzurechnen

war, nach Ablauf der Spekulationsfrist

steuerfrei zu verkaufen.

Durch die Neuregelung werden Erträge

aus solche inländischen Immobilien,

unabhängig davon, ob es sich

um eine natürliche Person oder um

eine Körperschaft handelt, den Einkünften

aus Gewerbebetrieb zugerechnet.

Dadurch sind auch Veräußerungsgewinne,

und zwar unabhängig

von der Behaltedauer, steuerpflichtig.

Um die Neuregelung nicht

auch auf solche stille Reserven, welche

bis zur Inkrafttretung dieser angefallen

sind, anzuwenden, wurde

eine Übergangsregelung eingeführt.

Diese sieht vor, dass alle stillen Reserven,

welche bis zum 1. 1. 2006

entstanden sind, dann nicht einer

Besteuerung unterliegen, sofern die

Veräußerung der Immobilie erst nach

Ablauf der Spekulationsfrist erfolgt.

ERWEITERUNG DER MINDEST-

KÖRPERSCHAFTSTEUER

Aufgrund zunehmender Maßnahmen

zur Vermeidung der Mindestkörperschaftsteuer

durch Gründung einer

z. B. englischen privat company limited

by shares mit Ort der Geschäftsleitung

im Inland wurde die bisherige

Regelung der Mindestkörperschaftsteuer

von unbeschränkt steuerpflichtigen

inländischen Kapitalgesellschaften

auch auf vergleichbare

steuerpflichtige ausländische Kapitalgesellschaften

ausgedehnt. Soweit

daher bei einer ausländischen

Rechtsform kein Mindestkapital vorgesehen

ist bzw. die Mindestkapitalausstattung

niedriger ist als die einer

GmbH in Österreich, ist jedenfalls

der für die österreichische GmbH

geltende Steuerbetrag (EUR 1.750

p. a.) zu entrichten. Die Regelung ist

auf Zeiträume nach dem 31. 1. 2006

anzuwenden.

ÄNDERUNG IN DER UMSATZSTEUER

Zur Erinnerung soll hier noch einmal

darauf hingewiesen werden, dass ab

dem 1. 6. 2006 auf der Rechnung

auch die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

des Leistungsempfängers

angeführt wird, wenn der leistende

(liefernde) Unternehmer im Inland

einen Wohnsitz (Sitz), seinen

gewöhnlichen Aufenthalt oder eine

Betriebstätte hat und der Umsatz an

einen Unternehmer für dessen Unternehmen

ausgeführt wird. Die neue

Regelung gilt jedoch nur dann, wenn

der Rechnungsbetrag auf der Rechnung

EUR 10.000,– übersteigt.

Da diese Regelung einen zusätzlichen

administrativen und finanziellen

Aufwand durch Abfrage der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

aller

Abnehmer und Einbindung in die

EDV verursacht, sollte dieses Thema

bereits angegangen worden sein.

Weiters sollte berücksichtigt werden,

dass per Telefax (oder per E-

Mail ohne fortgeschrittene Signatur)

übermittelte Rechnungen nicht zum

Vorsteuerabzug berechtigen. Infolge

der bestehenden Umstellungsschwierigkeiten

bei zahlreichen Unternehmen

wurde durch eine Information

vom 29. November 2005 des BMF

die in Rz 1564 Umsatzsteuerrichtlinien

2000 eingeräumte Möglichkeit,

Rechnungen noch bis zum Ende des

Jahres 2005 mittels Telefax übermitteln

zu können, bis zum Ende des

Jahres 2006 verlängert.

KEINE ERBSCHAFTSTEUER

AUF EU-SPARBÜCHER

Gegenstand der Berufung war ein

ausländisches Sparguthaben (Sparbuch),

welches gemäß den gesetzlichen

Bestimmungen der vollen

Erbschaftsteuerpflicht unterworfen

wurde. Ein entsprechendes inländisches

Sparguthaben (z. B. Sparbuch

bei einer inländischen Bank)

bleibt dagegen weiterhin erbschaftsteuerfrei.

Die Differenzierung

zwischen inländischen und ausländischen

Sparguthaben wurde seitens

des Erbschaftsteuerpflichtigen

nicht so einfach hingenommen und

Berufung mit dem Verweis, dass die

österreichische Regelung dem europäischen

Gemeinschaftsrecht widerspricht,

erhoben. Das Finanzamt

für Gebühren und Verkehrsteuern

hat vor kurzem der Berufung ohne

Vorlage an den Unabhängigen Finanzsenat

antragsgemäß und vollinhaltlich

mit Berufungsvorentscheidung

unter Berufung auf die unmittelbare

Anwendung der europarechtlichen

Bestimmungen stattgegeben.

VERSCHÄRFUNG DER

GEBÜHRENPFLICHT

Unter bestimmten Voraussetzungen

unterliegen Schriftstücke, die im Gebührengesetz

genannte Rechtsgeschäfte

beurkunden (z. B. Bestandvertrag,

Kreditvertrag, Darlehensvertrag,

Zessionen, Bürgschaftserklärungen

usw.), einer Gebühr.

Bislang war es Praxis der österreichischen

Finanzverwaltung, dass

Dokumente, die elektronisch signiert

wurden und nicht in Papierform vorlagen,

solange keine Gebührenpflicht

auslösten, als diese Dokumente

nicht ausgedruckt wurden.

Dies scheint sich jetzt zu ändern,

da das BMF in dem kürzlich veröffentlichten

Protokoll betreffend Gebühren

und Verkehrsteuern die Gebührenpflicht

unabhängig von einem

Ausdruck und unabhängig von der

Art der Signatur (daher nicht nur sichere

Signatur!), bei Vorliegen aller

sonstigen Voraussetzungen, von einer

Gebührenpflicht ausgeht.

10 Leas•mich


KOMMENTAR

Neues All-time-high

Der österreichische Leasingmarkt entwickelte sich auch im Vorjahr

überproportional gut. Das Rekordjahr 2004 konnte nochmals getoppt werden.

MAG. MICHAEL OHNER

Geschäftsführer der

Raiffeisen-Leasing

Die Erwartungen für die Entwicklung des Leasingmarktes

in Österreich waren für das Jahr 2005 nicht allzu

hoch gesteckt. Der Grund hierfür lag im Wegfall der Investitionszuwachsprämie,

die in den Jahren davor, insbesondere

im Jahr 2004, den Leasinggesellschaften

eine außerordentliche Belebung des Geschäftes im Bereich

der Finanzierung von Lkw und Mobilien gebracht

hatte. So zeigte das Jahr 2004 einen Zuwachs des Neugeschäftsvolumens

um 21 % auf 6,2 Mrd. EUR und eine

Erhöhung des Vertragsbestandes um 17 % auf 19,3

Mrd. EUR. Im Jahr 2004 konnte die österreichische Leasingwirtschaft

durch die direkte oder indirekte Weitergabe

der staatlichen Investitionszuwachsprämie viele

neue Kunden gewinnen bzw. die geschäftlichen Beziehungen

bei bestehenden Kunden intensivieren.

Umso erfreulicher stellt sich die Branchenentwicklung

im Jahr 2005 dar, wo entgegen den Prognosen und Erwartungen

abermals deutliche Zuwächse beim Finanzierungsvolumen

erreicht wurden. So konnte das Neugeschäft

um 8,7 % auf 6,7 Mrd. EUR, der Vertragsbestand

um 10,9 % auf 21,4 Mrd. EUR und die insgesamt in Verwaltung

stehende Vertragsanzahl um 8,9 % auf rund

490.000 gesteigert werden.

Betrachtet man die einzelnen Geschäftssparten, zeigt

sich eine sehr differenzierte Entwicklung. Während das

Neugeschäftsvolumen im Gesamtmarkt um 3 % zulegen

konnte, erreichten die Kfz- und Immobiliensparte Zuwächse

von 6 % bzw. 21 %. Dagegen musste der Mobilienbereich

einen Rückgang um 15 % hinnehmen, was

sicherlich auf den Wegfall der Investitionszuwachsprämie

zurückgeführt werden kann. Das gesamte Leasinggeschäft

in Österreich, bezogen auf die Bruttoanlageinvestitionen,

erhöhte sich von 17,8 % auf 19 %.

auf zwei knapp vor Jahresende erfolgreich abgeschlossene

Großprojekte zurückgeführt werden. Es handelt

sich hierbei um die Errichtung des Kaufhauses Tyrol in

Innsbruck sowie um eine Finanzierung diverser Vorfeldeinrichtungen

am Flughafen Wien-Schwechat für die

Flughafen Wien AG.

Dieses erfolgreiche Agieren am österreichischen Markt

hat der Raiffeisen-Leasing im Jahr 2005 in allen Kategorien,

mit Ausnahme des Kfz-Geschäftes, die Position des

Marktführers eingebracht. Bezogen auf das gesamte

Neugeschäft liegt Raiffeisen-Leasing mit einem Marktanteil

von 16,2 % vor der Bank Austria/Creditanstalt Leasing

mit 13,5 % und der Porsche Bank mit 8,2 %. In den

Sparten Mobilien und Immobilien weist Raiffeisen-Leasing

als Marktführer Marktanteile von 23,2 % bzw. 26 %

auf.

Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2005 verlief aber

nicht nur in Österreich, sondern auch in sämtlichen Auslandsleasingtöchtern

sehr erfolgreich. So konnte auch

die Spitzenposition aller österreichischen Leasinggesellschaften,

bezogen auf das gesamte Inlands- und Auslandsvolumen,

mit einem Marktanteil von knapp 20 %

erreicht werden.

Für das laufende Jahr hat sich die Raiffeisen-Leasing

vorgenommen, die führende Position im Inland weiter

abzusichern und im Ausland auf den bestehenden wie

auf den neuen Märkten – wie der Nordic Region – weiterzuwachsen.

LEASINGMARKT IN ÖSTERREICH UND RAIFFEISEN-

LEASING IM VERGLEICH ZU 2004

80%

70%

ó Österreich

ó Raiffeisen-Leasing

71%

ENTWICKLUNG DER RAIFFEISEN-LEASING 2005

Aus Sicht der Raiffeisen-Leasing stellt sich das abgelaufene

Jahr äußerst erfolgreich dar. So konnte das Inlands-Neugeschäft

um 20 % auf 990 Mio. EUR gesteigert

werden. Während das Mobilienvolumen aus bereits

erwähnten Gründen stagnierte, wurden im Kfz-Bereich

mit einem 5%igen Zuwachs und im Immobilienbereich

mit einer Steigerung um 71 % ein absolut außergewöhnliches

Ergebnis erzielt. Dies kann zu einem guten Teil

60%

50%

40%

30%

20%

10%

0

–10%

-20%

21%

20%

6% 5%

3%

–15% 0%

KFZ MOB IMMO GESAMT

NUMMER 2|JUNI 2006 11


COVERSTORY

RL-NORDIC

VON SCHWEDEN B

Durchstarter & Überflieger:

Ein Jahr nach der Ankündigung,

Skandinavien als Markt für Leasingfinanzierungen

zu sondieren, gründete

Raiffeisen-Leasing in Stockholm die

erste nordische Tochtergesellschaft.

Nächste Destination: Helsinki.

12 Leas•mich


IS INS BALTIKUM

NUMMER 2|JUNI 2006 13


COVERSTORY RL-Nordic

Warum es die Raiffeisen-

Leasing in den Norden

zieht, wo doch in den

CEE-Ländern nach wie

vor Goldgräberstimmung herrscht,

ist leicht erklärt. „Think global, act local“

– die Tochtergesellschaften in

Italien, der Schweiz und in Deutschland

entwickeln sich so prächtig,

dass man diesen Weg auch in Nordeuropa

einschlagen musste.

Bereits seit Jahren werden die

Wirtschaftbedingungen in den einzelnen

Ländern beobachtet, auch einige

Akquisitionen wurden bereits

von Wien aus getätigt. Einige namhafte

schwedische und finnische Unternehmen

sind seit Jahren Raiffeisen-Leasing-Kunden

(Ikea, Volvo,

Stora Enso, etc.). Schließlich machte

sich im Vorjahr ein Team auf den

Weg, um die genauen lokalen Gegebenheiten

auszuloten und eine

Marktstudie zu erstellen. Wichtige

Informationslieferanten waren die

österreichischen Handelsdelegierten

in Stockholm und Helsinki sowie die

Invest in Sweden Agency (ISA).

Auch wenn man die nordeuropäischen

Länder nicht in einen Topf werfen

kann, so hat sich bei den Erhebungen

gezeigt, dass die Marktteilnehmer

sehr offen und auskunftsfreudig

waren. „Mitbewerber sind immer

willkommen“ war die Aussage so

mancher lokaler Branchenexperten.

Nicht nur das freundliche Umfeld,

auch die äußerst positiven makroökonomischen

Bedingungen sowie

die rege Investitionstätigkeit waren

wesentliche Kriterien für den Weg

nach Norden. Leasingfinanzierungen

sind insbesondere in Schweden und

Finnland noch ausbaufähig. Die geringe

Nachfrage liegt daran, dass es

nur wenige Anbieter in diesem Geschäftsfeld

gibt. Das Marktpotenzial

liegt aber wesentlich höher.

WIRTSCHAFTLICHE

RAHMENBEDINGUNGEN

Schweden bietet ausländischen Fir-

IDEALER STÜTZPUNKT FÜR DEN OSTSEERAUM

Was sind die Aufgaben der ISA?

Die ISA (Invest in Sweden Agency) ist die zentrale schwedische Investitionsförderungsorganisation.

Sie untersteht unmittelbar dem schwedischen

Außenministerium. Ihre Aufgabe ist es, ausländische Direktinvestitionen in

Schweden zu initiieren, zu fördern und professionell und pragmatisch mit

Rat und Tat kostenlos zu unterstützen. ISA hat ihren Hauptsitz in Stockholm

sowie eigene Büros in London, New York, Shanghai und Tokio und

Repräsentanzen in Dänemark, Deutschland, Finnland, Island, Italien, Niederlande,

Südkorea und Taiwan.

Wie viele Kunden werden von ISA betreut, wie viele österreichische

Firmen?

ISA betreut jährlich hunderte von potentiellen ausländischen Investoren.

2003 bearbeitete ISA über 600 neue qualifizierte Anfragen, 2004 waren

es rund 880. Für 2005 liegen noch keine Angaben vor. Die Zahl der durch

aktive Unterstützung von ISA getätigten ausländischen Investitionen stieg

von 132 im Jahre 2003 auf 165 (2004) und belief sich im Jahr 2005 auf

140. Unter den ausländischen Investitionen findet sich auch die österreichische

Superfund Asset Management GmbH, die im vergangenen

Jahr in Stockholm eine Niederlassung gründete. Derzeit befinden sich

10 österreichische Firmen in der „Aktiv-Pipline“ von ISA. Neben der Expansion

der Raiffeisen-Leasing GmbH hat sich auch die KLH Massivholz

GmbH für Schweden als Standort für eine verstärkte Positionierung in

Nordeuropa entschieden.

Welche Anreize bietet Schweden ausländischen Firmen?

Schweden gilt als idealer Standort zur Errichtung von Kompetenzzentren,

Hauptverwaltungen und Logistikzentralen, nicht nur für Skandinavien und

Finnland, sondern den gesamten Ostseeraum. Eine aktuelle Studie über

102 internationale Unternehmen kam zu dem Ergebnis, dass 65 dieser „Multis“

eine nordeuropäische Organisation errichtet hatten. 63 % von diesen Firmen

hatten Schweden als Standort für ihre Hauptverwaltung gewählt.

Wie entwickelt sich der Immobilienmarkt in Schweden?

Innerhalb der gewerblichen Immobilien sind neben Büroflächen vor allem

Logistik- und Einzelhandelsimmobilien gefragt. Auch die schwedische

Baubranche befindet sich weiterhin in einer hervorragenden Verfassung.

Besonders starke Zuwächse verzeichnet der Wohnungsbau dank der

äußerst niedrigen Zinsen als Voraussetzung für günstige Bankkredite. Bei

Neu- und Umbau, wie auch bei den Modernisierungen von Wohnungen

und Einfamilienhäusern, ist kein Ende des Aufschwungs in Sicht.

Was sagen Sie zur Expansion der Raiffeisen-Leasing nach Nordeuropa?

Die Deutsch-Schwedische Handelskammer als offizielle Deutschlandvertretung

von ISA wurde frühzeitig in die Investitionspläne der Raiffeisen-

Leasing eingebunden und hat deren Expansion nach Nordeuropa sehr begrüßt.

Insbesondere, dass die Raiffeisen-Leasing ein breites Spektrum

von finanziellen Dienstleistungen anbieten kann, ist für die internationale

Expansion schwedischer Unternehmen nach Ost- und Südosteuropa von

großer Bedeutung.

DR. JÖRN GALLWITZ

Deutschland-Beauftragter der Invest in Sweden Agency (ISA)

c/o Deutsch-Schwedische Handelskammer

Narvavägen 12, 11522 Stockholm

www.isa.se, www.handelskammer.se

14 Leas•mich


STARK UMWORBENER MARKT

Wie ist die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung in Schweden?

Schweden ist aufgrund seiner positiven Wirtschaftsentwicklung weiterhin ein attraktives Land.

Neben staatlichen Investitionen im Infrastrukturbereich sind es vor allem die steigenden Investitionen

privater Firmen in verschiedenen Branchen, die für die gute Wirtschaftsentwicklung mitverantwortlich

sind. Die EU-Erweiterung brachte den Schweden vor allem mit den baltischen Ländern,

aber auch mit Polen Vorteile. Diese Staaten zählten schon historisch zu den „home markets“

Schwedens und bildeten nach der Ostöffnung wichtige Plattformen für schwedische Produktionsniederlassungen

und darüber hinaus Sprungbretter für die Ausweitung schwedischer Aktivitäten in

mittel- und osteuropäische Länder.

Wie ist die Situation im Energiebereich?

Schweden hat mittlerweile das zweite Atomkraftwerk abgeschaltet und forciert den Ausbau von

Windkraftanlagen. Innerhalb der nächsten 10 Jahre will Schweden eine Produktionskapazität von

10.000 MW mit Windkraftwerken erzielen. Außerdem hat sich Schweden zum Ziel gesetzt, innerhalb

von 15 Jahren ohne Rohölimporte auszukommen und auf erneuerbare Energien und Bio-

Brennstoffe umzusteigen.

Wie sind die aktuellen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Schweden und Österreich?

Die wichtigsten österreichischen Exporte nach Schweden liegen im Sektor Maschinen, Eisen und

Stahl sowie Zulieferungen für den schwedischen Automobilsektor. Auch bei den schwedischen Exporten

Richtung Österreich stellt der Maschinensektor den wichtigsten Bereich dar, weitere wichtige

schwedische Exportpositionen sind traditionell Papier und Zellstoff, Karton und Papierwaren.

INNOVATIV UND MODERN: Die Schweden

geben neuen Konzepten und Lösungen

immer eine Chance, auch bei der Stadtplanung

(im Bild der Stockholmer Stadtteil

Globe City).

Worauf müssen österreichische Firmen, die nach Schweden expandieren wollen, achten?

Der schwedische Markt ist wegen seiner Kaufkraft und Homogenität international stark umworben.

Daher stellen die Schweden auch sehr hohe Anforderungen an den ausländischen Geschäftspartner

– auf fachlicher, aber auch auf persönlicher Ebene.

Für die Geschäftsanbahnung und in weiterer Folge Aufrechterhaltung einer funktionierenden Geschäftsbeziehung

ist die „Chemie“ zwischen beiden Geschäftspartnern fast noch wichtiger – und

anfangs viel schwieriger herzustellen – als auf anderen Märkten: schwedische Geschäftsleute

sind anfangs meist kühl, reserviert, nüchtern, sachlich – gleichzeitig aber auch äußerst fortschrittsbewusst,

demokratisch und aufgeschlossen für neue Entwicklungen und Lösungen.

Wie sehen Sie die Schritte der Raiffeisen-Leasing nach Schweden?

Die Gründung einer Tochtergesellschaft in Schweden ist ein richtiger Schritt. Aufgrund der hohen

Nachfrage nach Immobilien- und Infrastrukturfinanzierungen und alternativen Energieprojekten kann

die Raiffeisen-Leasing mit ihrer Erfahrung und Kompetenz punkten. Zudem kann sie schwedischen

Firmen bei deren Expansion nach Zentral- und Osteuropa ein umfassendes Netzwerk anbieten.

MAG. PETER SEDLMAYER

Österreichischer Handelsdelegierter für Schweden

Aussenwirtschaft Österreich/WKÖ

E-Mail: Stockholm@wko.at

men zahlreiche Anreize. Die rund

neun Millionen Einwohner zählende

Nation zeichnet eine ungewöhnlich

starke internationale Wettbewerbsfähigkeit

aus. Der Unternehmenssektor

ist einzigartig hinsichtlich der Vielzahl

multinationaler Unternehmen im

Verhältnis zum relativen Umfang der

Volkswirtschaft. Das World Economic

Forum (WEF) stufte 2004 in seiner

Untersuchung über 104 Volkswirtschaften

und deren Wachstumskapazität

auf mittelfristige Sicht Schweden

auf dem dritten Rang ein. Das Land

ist bekannt für seine Bereitschaft,

neue Technologien zu erproben und

mit neuen Konzepten und Lösungen

zu arbeiten. Daher wird Schweden

von zahlreichen international operierenden

Unternehmen als besonders

geeigneter Testmarkt genutzt. Schweden

investiert auch wesentlich mehr

in Relation zum BIP in Forschung und

Entwicklung als andere OECD-Länder.

Die Arbeitsproduktivität in Schweden

gehört weltweit zu den besten.

Die jährliche durchschnittliche Steigerung

betrug zwischen 1994 und 2003

5,5 % (Deutschland 2,1 %).

Im Laufe der letzten Jahre ist die

Kostenlage zunehmend wettbewerbsfähiger

geworden. Die schwedischen

Gesamtlohnkosten für einen

Korb von 15 verschiedenen Firmenpositionen

wie Geschäftsführer, Projektmanager,

Controller, Einkäufer

und Fertigungswerkleiter liegen beträchtlich

unter jenen, die in Japan,

Deutschland und Frankreich anfallen.

Weitere Anreize sind die niedrige

Körperschaftsteuer (28 %), Freistellung

von Kapitalerträgen aus den

Verkäufen von Tochtergesellschaften,

steuerfreie konzerninterne Dividenden,

volle Steuererleichterung für

Zinsen, Steuererleichterung für ausländische

Experten sowie wettbewerbsfähige

Steuerabkommen zur

NUMMER 2|JUNI 2006 15


COVERSTORY RL-Nordic

STORA ENSO VERTRAUT

AUF RAIFFEISEN

Stora Enso zählt zu den weltweit führenden Forstindustriekonzernen mit

finnisch-schwedischen Wurzeln. Das Produktionsprogramm des Unternehmens

umfasst Presse- und Katalogpapiere, Feinpapiere, Verpackungskartons

und Holzprodukte. Im Zuge der Fusion von Stora Enso

und der österreichischen Firma Schweighofer im Jahre 1998 kam Mag.

PETER KICKINGER in den Konzern. Er war einige Jahre in Finnland tätig

und ist als Executive Vice President für die Holzproduktionssparte (Stora

Enso Timber) verantwortlich. Kickinger ist das erste Mitglied im Top-Management,

das nicht aus Nordeuropa kommt. Die Produktionsstätten von Stora Enso Timber

sind in Finnland, Schweden, Baltikum, Russland, Deutschland, Tschechien und Österreich zu

finden, die Zentrale von Stora Enso Timber ist seit dem Jahr 2005 in Wien.

Wie waren Ihre Erfahrungen in Finnland?

Meine Erfahrungen waren ausschließlich positiv. Finnland ist, was die Natur betrifft, ein wunderschönes

Land und auch die Rahmenbedingungen machen das Land sehr lebenswert. Ich war mit

meiner Familie mehr als zwei Jahre in Helsinki und wir haben uns sehr wohl gefühlt und die Freizeit

und Urlaube genutzt, das Land kennen zu lernen. Die Finnen sind ein sehr offenes, hilfsbereites

und neugieriges Volk, auch wenn sie auf den ersten Blick etwas zurückhaltend und introvertiert

wirken. Spätestens nach dem ersten Saunabesuch ändert sich das. Lediglich die Sprache ist

sehr gewöhnungsbedürftig. Aber dank der Sprachbegabung der Finnen kann man sich sehr gut in

Englisch unterhalten. Auch Schwedisch wird in Finnland als zweite Sprache in der Schule unterrichtet.

Wie sehen Sie die Entwicklung des Landes?

Finnland ist ja ein relativ junges Land (Unabhängigkeit seit 1917) und hatte es durch schwedische

und später russische Herrschaften in den letzten Jahrhunderten nicht einfach. Daher sind die Finnen

auf ihre Nation auch sehr stolz, was insbesondere an den „Fahnentagen“ zelebriert wird. Bis

zur EU-Mitgliedschaft war Finnland ein sehr isoliertes Land, mit einer langen Grenze zu Russland.

Seit dem EU-Beitritt hat sich Finnland jedoch geöffnet und hat sich in sehr kurzer Zeit zu einem

Musterschüler innerhalb der EU entwickelt. Holz gehört nach wie vor zur Schlüsselindustrie in

Finnland, jedoch haben Konzerne wie Nokia Finnland zu einem wichtigen Player in der Telekommunikationsbranche

gemacht.

Wie sehen Sie die Expansion der Raiffeisen-Leasing nach Nordeuropa?

Es freut mich sehr, dass ein österreichisches Unternehmen den Schritt nach Nordeuropa macht

und bewusst auch einen Kontrapunkt zu den CEE-Ländern setzt. Die Österreich-Community in

Finnland ist relativ klein, aber Österreich hat in Finnland einen sehr guten Ruf, und das sicher nicht

nur aufgrund der guten Weine, die in Finnland sehr geschätzt werden.

Sind Sie mit der Raiffeisen-Leasing als Finanzierungspartner zufrieden?

Ja sehr, bereits mit der Firma Schweighofer standen wir in Geschäftsverbindung und das hat sich

nach der Fusion fortgesetzt, mit dem Schwerpunkt Österreich und Tschechien. Weiters zählt die

Raiffeisen Zentralbank zu unseren Hausbanken in Österreich. Raiffeisen ist ein Unternehmen mit

Handschlagqualität und passt daher sehr gut zu unseren Werten.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

haben in den nordischen Ländern einen

hohen Stellenwert. Schweden und Finnland

investieren auch wesentlich mehr in

Forschung und Entwicklung als andere

OECD-Länder.

Vermeidung einer Doppelbesteuerung

mit den meisten Ländern.

Finnland ist für viele ausländische

Unternehmen in den letzten Jahren

ebenfalls ein attraktiver Wirtschaftsund

Investitionsstandort geworden.

Bereits zum vierten Mal in Folge reiht

der „Global Competitiveness Report“

Finnland trotz hoher Steuern und

Löhne an die Weltspitze bei der

Wettbewerbsfähigkeit. Erstklassige

Ausbildungsstätten, hohe Investitionen

in Forschung und Entwicklung

sowie eine „nordische Pragmatik“ im

Umgang zwischen Politik und Wirtschaft

zählen zu den weiteren Vorzügen.

Die erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung

sowie die Nähe zu den dynamisch

wachsenden Märkten in

Russland und im Baltikum sind Vorteile

im Rahmen der Standortfrage.

Wachstumsmotor wird auch 2006 die

hohe Exportquote (8 %) bleiben, die

Importe werden um gut 6 % ansteigen.

Überdurchschnittlich stark wird

dabei die Einfuhr von Investitionsgütern

anziehen, wovon nicht zuletzt

Österreich als wichtiger Lieferant

profitieren sollte.

Der private Konsum, der seit mehreren

Jahren die finnische Konjunktur

stützt, wird auch in diesem Jahr

weiter – um voraussichtlich 2,8 % –

zunehmen. Der Optimismus der finnischen

Verbraucher ist ungebrochen

und hat sich bislang auch nicht

durch Meldungen über den Personalabbau

in der Papier- oder auch

Zulieferindustrie beeinträchtigen lassen.

In der Tat hat sich die Zahl der

Beschäftigten in den letzten Jahren

in Finnland auch nicht vermindert,

sondern insgesamt sogar erhöht. Für

das laufende Jahr rechnet man sogar

mit insgesamt 30.000 neuen Arbeitsplätzen,

die vor allem im Dienstleistungssektor

entstehen sollen.

16 Leas•mich


Auch Dänemark und Norwegen

sind aufgrund der guten makroökonomischen

Bedingungen interessante

Märkte. Doch Norwegen ist

nicht EU-Mitglied und aufgrund der

Erdölvorkommen sehr autark, was es

für ausländische Investoren schwer

macht, in diesem Land Fuß zu fassen.

Außerdem sind norwegische Immobilien

extrem hochpreisig. Nicht

umsonst ist Oslo eine der teuersten

Städte der Welt. Dänemark wiederum

ist ein sehr kompetitiver Markt, insbesondere

im Bereich Immobilienfinanzierungen.

Es gibt auch einige steuerliche

Nachteile, die einen Eintritt in

den Markt erschweren.

IMMOBILIENLEASING IN SCHWEDEN

Der schwedische Immobilienmarkt

verfügt über eine hohe Liquidität, die

in Europa nur durch die Länder Spanien

und Großbritannien übertroffen

wird. Schweden gilt neben Großbritannien,

Frankreich, Niederlande und

Deutschland als attraktiver Immobilienmarkt

und als einer der transparentesten

und effizientesten in Europa.

Die Ballungsräume der schwedischen

Wirtschaft werden von den

drei Großstädten Stockholm, Göteborg

und Malmö/Lund gebildet, welche

jede für sich ein ökonomisches

Zentrum für die betreffende Region

darstellen. Wirtschaftliches Wachstum

außerhalb dieser Regionen ist

überschaubar und beschränkt sich

im Wesentlichen auf die zehn Universitätsstädte

Luleå, Umeå, Uppsala,

Karlstad, Västerås, Örebro, Norrköping,

Linköping, Växjö, Karlskrona,

Kristianstad und Helsingborg.

Unabhängig von einer speziellen

geografischen Position sind zwei

weitere Schwerpunktaktivitäten am

Immobilienmarkt erkennbar. Einerseits

erhält Schweden immer mehr

Bedeutung als logistisches Zentrum

für Nordeuropa, da viele Unternehmen

das Land auch als Ausgangspunkt

für ihre Lieferungen in die

neuen Märkte des Baltikums sowie

KLEINER MARKT MIT STARKEN „PLAYERS“

Wie ist die wirtschaftliche Entwicklung in Finnland?

Die aktuellen Wirtschaftsprognosen versprechen für das Jahr 2006 eine

ausgesprochen positive Entwicklung. Für das laufende Jahr wird mit einem

realen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 3,7 % gerechnet. Diese

stattliche Wachstumsprognose erklärt sich allerdings zum Teil durch das

niedrigere Ausgangsniveau des Vorjahres, in dem das ursprüngliche

Wachstumsziel aufgrund des Arbeitskampfes in der Papierindustrie verfehlt

wurde. Nach wie vor gehört Finnland zu den wenigen Ländern der

Eurozone, die die Maastricht-Kriterien problemlos erfüllen. In diesem Jahr

dürfte die öffentliche Verschuldungsquote (gemessen am Bruttoinlandsprodukt)

sogar unter die 40-Prozent-Grenze sinken, d. h. um mehr als

zwanzig Prozentpunkte unter dem entsprechenden Maastricht-Kriterium

liegen. Zurückzuführen ist der weitere Rückgang der Verschuldungsquote

auf den Finanzierungsüberschuss (!) der öffentlichen Haushalte, der wie

schon im Vorjahr bei gut 2,5 % des Bruttoinlandsproduktes liegt.

Worauf müssen österreichische Firmen, die nach Finnland

expandieren wollen, achten?

Finnland ist mit rund 5,3 Mio. Einwohnern kein sehr großer Markt. Einzelne

Sektoren werden hier sehr bald durch einige wenige „Players“ beherrscht.

Gleichzeitig ist die Markttransparenz dadurch sehr hoch. Ein bekannter

finnischer Geschäftsmann bezeichnete sein Land einmal als

„Klub“. Jeder kennt jeden in seiner Branche, einfach weil man entweder

gemeinsam die Hochschule besucht oder früher bei derselben Firma gearbeitet

hat. Daher kommt der Auswahl des richtigen Vertriebspartners

oder Repräsentanten ganz besonders große Bedeutung zu.

Wie sehen Sie die Schritte von Raiffeisen-Leasing nach Finnland?

Das Engagement von Raiffeisen-Leasing in Finnland kommt zur richtigen

Zeit. Gerade am Markt für Immobilienleasing dürfte sich in Finnland in den

kommenden Jahren einiges in Bewegung setzen. Einerseits profitiert der

Sektor von der allgemein positiven Wirtschaftsentwicklung, andererseits

locken etwas höhere Ertragserwartungen immer mehr ausländische Immobilieninvestoren

nach Finnland. Für 2006 rechnet man mit Immobilieninvestitionen

im Ausmaß von 3 Mrd. Euro. Auch im öffentlichen Bereich,

z. B. bei gemeindeeigenen Schulen, lässt sich Marktpotential für Immobilienleasing-Transaktionen

erkennen.

Welche Ratschläge geben Sie Raiffeisen-Leasing mit auf den Weg?

Manchmal bedarf die Marktbearbeitung in Finnland typisch „finnischer Eigenschaften“.

Mut, Nerven und Herz – diese drei Eigenschaften machen das finnische

Wort „sisu“ aus. Das Lexikon übersetzt „sisu“ mit Beharrlichkeit, Härte,

Ausdauer. „sisu“ ist aber mehr: es ist eine typisch finnische Grundüberzeugung,

eine Lebenshaltung, die man nur anhand von Beispielen erläutern kann:

ein Beispiel ist der Sieg des viermaligen Olympiasiegers Lasse Virén über

10.000 Meter bei den Olympischen Spielen 1972 in München, als er trotz

eines Sturzes mit Weltrekordzeit die Goldmedaille gewann. Wenn Raiffeisen-

Leasing mit der erforderlichen Portion „sisu“ an die Herausforderungen des

finnischen Marktes herangeht, dann wird sich auch der gewünschte Erfolg

einstellen. Dazu wünsche ich Raiffeisen-Leasing schon heute alles Gute.

MAG. JOHANNES BRUNNER, M.B.L.

Österreichischer Handelsdelegierter für Finnland

und das Baltikum

Außenwirtschaft Österreich/WKÖ

E-Mail: helsinki@wko.at

NUMMER 2|JUNI 2006 17


COVERSTORY

nach Polen ansehen. Zweitens ist ein

verstärkter Trend nach großflächigen

Einkaufszentren und Superstores zu

erkennen, was in hohem Maße auf

den florierenden Privatkonsum zurückzuführen

ist. So stiegen die Einzelhandelsumsätze

in den letzten

acht Jahren kräftig an, etwa die

Hälfte aller in Stockholm getätigten

Umsätze resultieren aus Einkäufen in

Superstores und Einkaufszentren.

Leasing gilt in Schweden als unproblematische,

steuerlich anerkannte

Finanzierungsform. Die schwedischen

Vertragsmodelle für Immobilienleasing

sind den österreichischen

ähnlich.

DER IMMOBILIENMARKT IN FINNLAND

Der finnische Immobilienmarkt hat

sich in den letzten Jahren rasant entwickelt.

Seit dem Jahr 2003 kam es

zu massiven Investitionen in- und

ausländischer Unternehmen, insbesondere

Fonds, Banken und Versicherungen,

wobei der Anteil der ausländischen

Investitionen bereits bei

50 % liegt. Im Jahr 2005 betrug das

Gesamtvolumen der Immobilientransaktionen

EUR 2,7 Mrd. Die Investoren

kaufen primär Handels- und

Büroimmobilien, die sich in den fünf

rasch wachsenden Regionen Finnlands

befinden: Helsinki, Tampere,

Turku, Oulu und Jyväskylä. Auch

Leasinggesellschaften aus Schweden

und Deutschland sind am finnischen

Immobilienmarkt aktiv.

Aufgrund der Lage bietet Finnland

einen idealen Zugang zu Russland,

vor allem um die Region St. Petersburg,

und das Baltikum. In diesen

Ländern entwickelt sich der Immobilienmarkt

übrigens ähnlich dynamisch

und bietet attraktive Renditen.

DAS MANAGEMENTTEAM DER RL-NORDIC besteht aus dem Schweden Stefan Silfver

(links), der jahrzehntelange Erfahrung im Bereich Immobilienfinanzierungen besitzt,

und dem erfahrenen Raiffeisen-Leasing-Mitarbeiter Ronald Lausch, der sich als Expatriat

um den Aufbau der notwendigen Strukturen und um die Koordination mit der Zentrale

in Wien kümmern wird.

MÄRKTE UND ZIELGRUPPEN

Von Stockholm aus wird die Raiffeisen-Leasing-Niederlassung

sämtliche

nordische Länder sowie das Baltikum

bearbeiten. Zielgruppen sind

lokale Firmen sowie österreichische

und deutsche Unternehmen in diesen

Ländern. Der Fokus bei der Finanzierung

liegt bei Immobilien, jedoch

auch Großmobilienfinanzierungen

werden angeboten. Ein weiteres

Standbein wird im Bereich Vendor-

Leasing liegen, mit dem Ziel, Lieferanten

und Hersteller aus den nordischen

Ländern für das Raiffeisen-

Netzwerk in Zentral- und Osteuropa

zu gewinnen.

Die Raiffeisen-Leasing wird sich

ähnlich wie in anderen Ländern nicht

nur bei Firmenkunden, sondern sehr

stark auch im öffentlichen Bereich

engagieren. Dort herrscht im Vergleich

zu Österreich noch immenser

Nachholbedarf. Erst vereinzelt greifen

Kommunen auf Leasingfinanzierungen

zurück, obwohl diese steuerliche

und budgetäre Vorteile bringen.

Insbesondere bei Infrastrukturfinanzierungen

müssen Kommunen daher

nach Alternativen suchen, eine Möglichkeit

wären Sale-and-lease-back-

Transaktionen.

Auch im Infrastruktur- und Energiebereich

wird Raiffeisen-Leasing

die Erfahrungen aus anderen Märkten

einbringen. Schweden will sich ja

in den nächsten Jahren kontinuierlich

aus der Atomenergie zurückziehen

und die Abhängigkeit von Erdöl

und Erdgas stark reduzieren. Bioenergieprojekte

sollen forciert werden,

Raiffeisen-Leasing wird hier ihre

Kompetenz und Erfahrung ebenso

einbringen wie im Bereich Public-Private-Partnership

(PPP-Modelle).

STANDBEIN IN NORDEUROPA

Die RL-Nordic AB (AB steht für „aktiebolag“

und ist vergleichbar mit einer

GmbH) wurde im April 2006 als

100%-Tochter der Raiffeisen-Leasing

GmbH gegründet. Die Etablierung einer

Außenstelle in Helsinki, Finnland,

ist noch für diesen Herbst geplant.

18 Leas•mich


MEINUNG

Obwohl erst seit kurzem am Markt

tätig, konnten die ersten Geschäfte

bereits angebahnt werden. Der erste

Vertragsabschluss war die Finanzierung

eines Logistikcenters (Immobilie

und Mobilien) südlich von Stockholm

mit einem der weltgrößten Autohersteller.

Weitere Immobilientransaktionen,

auch im öffentlichen Bereich,

sind in der Pipeline.

Die RL-Nordic und die Raiffeisen Zentralbank

(RZB), die seit dem Frühjahr

2005 mit einer Repräsentanz in

Stockholm vertreten ist, werden eng

bei der Marktbearbeitung zusammenarbeiten

und die gemeinsamen Synergien

nutzen. Denn in den letzten

Jahren hat sich die skandinavische

Wirtschaft vermehrt in Richtung der

stark expandierenden Volkswirtschaften

in Zentral- und Osteuropa orientiert.

Mit seinen insgesamt 350 Mio.

Einwohnern ist der osteuropäische

Markt immerhin größer als jener der

USA, und es herrscht ein hoher Bedarf

an Investitions- und Konsumgütern

sowie an Dienstleistungen. Die

nordischen Länder sind ein bedeutender

Investor in Zentral- und Osteuropa

und spielen sowohl bei den Direktinvestitionen

als auch bei den Exporten

eine bedeutende Rolle. Umso

wichtiger ist es, dass skandinavische

Unternehmen bei ihren Bemühungen

in den osteuropäischen Märkten von

einer Bank und einer Leasinggesellschaft

betreut werden, die über langjährige

Erfahrungen in diesem Raum

verfügen und zugleich auf ein großes

Netzwerk in CEE zurückgreifen können.

Derzeit werden rund 200 skandinavische

Großkunden von der RZB

betreut.

MAG. RONALD LAUSCH, MBA (39) ist seit 1. April

2006 als "Head of Nordic Region" für die Expansion

der Raiffeisen-Leasing nach Nordeuropa zuständig.

Er wird gemeinsam mit lokalen Experten von Stockholm

aus die Strukturen aufbauen und die nordischen

Länder betreuen, wobei die Zielmärkte

Schweden und Finnland sind. Ronald Lausch ist

seit mehr als 10 Jahren in der Raiffeisen-Leasing

tätig, zuletzt als Chief Information Officer (CIO).

DIENSTWAGEN STATT

GEHALTSERHÖHUNG

MAG. PETER ENGERT

Sprecher der

Geschäftsführung der

Raiffeisen-Leasing

Raiffeisen-Leasing bietet seit kurzem das neue Produkt „Dienstwagen statt

Gehaltserhöhung“ österreichweit an. Firmenautos auf Leasingbasis sind

eine attraktive Alternative zur Barauszahlung und geleaste Fahrzeuge bringen

sowohl für die Unternehmen als auch für die Arbeitnehmer steuerliche

Vorteile.

Daher hat Raiffeisen-Leasing das Produkt in der Testphase in allen Varianten

durchgerechnet. Das Ergebnis war immer das gleiche. Unter dem

Strich läuft es für die Unternehmen und die Dienstnehmer immer auf eine

deutliche Kostenersparnis hinaus.

Die Höhe der Einsparung orientiert sich im Einzelfall an den Anschaffungs-

und Betriebskosten des Fahrzeugs und der steuerlichen Progressionsstufe.

Ein geleaster VW Golf TDI als Dienstauto führt bei einem Arbeitnehmer

mit einem Bruttobezug von 2.500 Euro gegenüber der Privatwagenvariante

zu einem Kostenvorteil von 315 Euro pro Monat. Bei einem Gehalt

von 4.500 Euro beträgt die monatliche Einsparung etwa 320 Euro. Ein

BMW 525d als geleastes Firmenauto bringt bei einem Einkommen von

5.000 Euro knapp 400 Euro pro Monat. Die Kostenvorteile für die Unternehmen

bewegen sich gleichfalls im Bereich von mehreren hundert Euro pro

Monat und Fahrzeug.

Aus diesem Grund erwarten wir mittelfristig schon der offensichtlichen

finanziellen Vorzüge wegen einen Run auf das Produkt. Die Leasingvariante

besitzt aber noch eine Reihe weiterer Pluspunkte, die den Markt überzeugen

werden. So können bei Leasing immer die neuesten Modelle gefahren

werden, wodurch die technische Sicherheit gehoben wird. Ein weiterer

Aspekt ist die bessere Umweltverträglichkeit neuer Autos. Schließlich

führen Firmenautos dank ihres Prestigecharakters zu einer erhöhten Mitarbeiterbindung

und -motivation.

Geleaste Firmenfahrzeuge sind in den hoch entwickelten westeuropäischen

Märkten sehr beliebt. In Großbritannien beträgt der Anteil von Company

Cars an den Neuzulassungen rund 60 Prozent. In Deutschland bieten

54 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern einen Firmenwagen im

Tausch gegen einen Gehaltsanteil an. Laut einer gleichfalls in Deutschland

durchgeführten Meinungsumfrage wünscht sich mehr als die Hälfte der

Arbeitnehmer einen Dienstwagen; bei den unter 30-Jährigen sind es sogar

mehr als 70 Prozent.

„Dienstwagen statt Gehaltserhöhung“ wird von Raiffeisen-Leasing inklusive

Fuhrparkmanagement und Finanzierung angeboten. Alle Kosten –

auch der laufende Aufwand wie Treibstoff, Reifen, Versicherung – werden

direkt dem Unternehmen verrechnet, wodurch der administrative Aufwand

beim Arbeitgeber gering gehalten wird. Der Dienstnehmer zahlt an das Unternehmen

einen fixen monatlichen Kostenbeitrag sowie einen Aufschlag

zur Lohnsteuer, der sich aus dem gesetzlich vorgegebenen Sachbezugszuschlag

errechnet. Im Gegenzug kann der Wagen auch privat voll genutzt

werden.

NUMMER 2|JUNI 2006 19


REPORTAGE

Erfolg beflügelt

Für JETALLIANCE, europaweit führendes Bedarfsflugunternehmen mit Sitz in

Oberwaltersdorf bei Wien, stellt Raiffeisen-Leasing die Finanzierung von 11 der 20 bestellten

Businessjets sicher. Das gesamte Finanzierungsvolumen beträgt 235 Millionen US-Dollar.

Raiffeisen-Leasing verstärkt

das Engagement im stark

wachsenden Bereich der

Businessjets. Mit der Entwicklung

eines Leasingmodells, das

die Finanzierung der Flugzeuge bereits

ab Bestellung sicherstellt, hat

Raiffeisen-Leasing einmal mehr neue

JETALLIANCE FLUGBETRIEBS AG

Maßstäbe für die Branche gesetzt.

Das Bedarfsfluggeschäft floriert und

es wird durch die Internationalisierung

der Wirtschaft weiter wachsen.

Die Jetalliance Flugbetriebs AG mit Sitz in Oberwaltersdorf bei Wien, betreibt Europas

jüngste Flotte an gewerblichen Businessjets. Sie ist mit über 35 Fliegern Österreichs

größtes und eines der weltweit führenden Bedarfsflugunternehmen. Von der umfassenden

Luftfahrt-Beratung über den Verkauf von Flugzeugen als offizieller Cessna-

Vertreter in Österreich über Flugzeug-Management, Luftfahrzeug-Finanzierung, Asset

Management bis zum Charterverkauf auf höchstem Niveau bietet die Firmengruppe

das gesamte Programm inklusive einer Flugschule, die vom Ab-Initio-Training bis zum

Jetrating ein komplettes Schulungs-Produkt bietet.

PRÄSENTIERTEN DIE PARTNERSCHAFT ZWISCHEN JETALLIANCE UND RAIFFEISEN-

LEASING (v.r.n.l.): Mag. Peter Engert (Raiffeisen-Leasing), Lukas Lichtner-Hoyer,

Christian Lang, Alexander Vagacs (alle Jetalliance).

Manager multinational operierender

Unternehmen gestalten ihre Reisetätigkeit

aus Gründen der Effizienz

flexibel. Diesen Anspruch kann Jetalliance

erfüllen, so CEO Lukas Lichtner-Hoyer.

„Die starke Nachfrage

nach Businessjets hat zu einer Verlängerung

der Lieferzeiten geführt.

Daher sind wir gezwungen, Flugzeuge

frühzeitig zu bestellen. Die

Leasing-Finanzierung der Flugzeuge

vom Typ Citation, die vom Weltmarktführer

Cessna bis 2009 ausgeliefert

werden, trägt wesentlich dazu

bei, die Expansion von Jetalliance zu

fördern. Mit dem Partner Raiffeisen-

Leasing ist es gelungen, eine lang-

20 Leas•mich


Jetalliance-CEO Lukas Lichtner-Hoyer

und Raiffeisen-Leasing-GF Mag. Peter

Engert auf der Gangway einer Cessna

Citation

fristig durchgängige Finanzierung sicherzustellen.“

Jetalliance operiert auf Basis eines

einzigartigen Geschäftsmodells.

Das Unternehmen bietet seinen Kunden

jede erdenkliche Dienstleistung

rund um das Flugzeug. Das umfassende

Betreibermodell inkludiert alle

Serviceleistungen von der Kaufberatung

bis zum Betrieb. Lichtner-

Hoyer: „Unsere Kunden müssen nur

noch ins Flugzeug einsteigen und

sich fliegen lassen.“ Die jetzt bestellten

20 Cessna Citation besitzen eine

mittlere bis große Reichweite und

sind in der Ausstattung auf die Bedürfnisse

von Geschäftsreisenden

zugeschnitten. Die Leasing-Finanzierung

erstreckt sich auf einen Zeitraum

von zehn Jahren ab Auslieferung.

Die branchenüblichen Anzahlungen,

die zwischen Bestellung und

Lieferung fällig werden, wurden ebenfalls

gleich in die Leasing-Finanzierung

aufgenommen.

Der Bedarf an Businessjets nimmt

jedenfalls rasant zu – wie die steil ansteigenden

internationalen Verkaufszahlen

zeigen. Während 2004 weltweit

591 Stück ausgeliefert wurden,

waren es 2005 mit 750 Stück um

26,9 % mehr. Raiffeisen-Leasing ist

auch im Segment des Flugzeugleasings

österreichischer Marktführer

und finanziert vorwiegend Businessjets

gängiger Marken wie Cessna,

Bombardier/Learjet, Gulfstream, Dassault

und Raytheon sowie Helikopter

und Turboprob-Maschinen. 2005

wurde in dieser Sparte ein Geschäftsvolumen

von rund 50 Millionen

Euro bewegt, Raiffeisen-Leasing

ist damit in diesem Bereich doppelt

so stark wie der nachgereihte Marktbegleiter.

DIE JOURNALISTEN konnten sich vom Komfort einer Cessna

Citation X selbst ein Bild machen.

BEI DER PRESSEKONFERENZ in der VIP-Lounge der General

Aviation in Schwechat.

NUMMER 2|JUNI 2006 21


REPORTAGE

Antriebs-

Back to the future

Manchmal erinnert die Reise fatal an den Zug der Lemminge. Mit einem

Unterschied: wir sehen bereits jetzt die Auswirkungen des Individualverkehrs

und wissen um die weitere Entwicklung, wenn wir nichts tun.

Viel wurde in der Vergangenheit

bereits in die Optimierung

von Motoren und in

die Vermeidung von Emissionen

investiert. Bemühungen der

vergangenen Jahre, alternative Antriebstechniken

oder Treibstoffe zu

entwickeln, waren bisher aufgrund

teurerer Technologien nicht besonders

erfolgreich oder wurden eher

der Bastlerszene zugeordnet. Unerschrockene

Umweltfreaks haben das

Thema aber am Leben gehalten.

Jetzt aber tut sich einiges! Die

Herstellung von umweltgerechten

Treibstoffen ist professionell geworden

und die Autoindustrie hat

brauchbare Lösungskonzepte auf

den Markt gebracht. Schön langsam

entwickeln sich auch Initiativen für

eine vernünftige, flächendeckende

Treibstoffversorgung.

Status quo ist: Umwelttechnologie

im Auto köchelt

dahin, der Siedepunkt

ist

noch nicht erreicht. Alle wollen zwar

etwas machen, aber es herrscht Unsicherheit

bei allen Beteiligten, ob

neue Technologien überhaupt angenommen

werden.

Raiffeisen-Leasing setzt seit Jahren

konsequent auf die Weiterentwicklung

und Finanzierung von Umwelttechnologie.

So wird auch die Verwendung

von Umwelttechnologie im Auto unterstützt

und gefördert. Daher wird Ihnen

Leas•mich in den nächsten Ausgaben

jeweils eine Technologie und ein Auto

vorstellen. Der Fokus liegt dabei auf

Alltagstauglichkeit, sinnvollen Einsatzgebieten

und Versorgungssicherheit.

Zu Beginn steht ein Überblick über die

derzeit am Markt befindlichen Autotechnologien,

zusammengestellt von

Gastautor DI Dr. Max Lang, Cheftechniker

des ÖAMTC.

ANDERES DESIGN,

GLEICHES LASTER:

sie tanken gerne.

PFLANZENÖL

Pflanzenöl wird in Österreich überwiegend

aus Raps hergestellt und eignet

sich ohne Umbauten am Einspritzsystem

bzw. Motor nicht als Kraftstoff für

Dieselmotoren. Die Umbauten kosten

zwischen 1000 und 3000 Euro.

X Vorteile: CO 2-Neutralität, da nachwachsender

Rohstoff, CO 2 -Emissionen

werden durch CO 2 -Verbrauch beim

Wachstum kompensiert, biologisch

besser abbaubar.

ZNachteile: Fahrzeuge sind für diesen

Kraftstoff von keinem Hersteller

freigegeben.

BIODIESEL

Biodiesel wird überwiegend aus Raps

(RME = Rapsölfettsäure-Methyl-Ester)

hergestellt, eignet sich grundsätzlich

als Kraftstoff für Dieselmotoren, darf

aber nur getankt werden, wenn es eine

Freigabe vom Fahrzeughersteller gibt.

X Vorteile: CO 2-Neutralität, da nachwachsender

Rohstoff, CO 2 -Emissionen

werden durch CO 2 -Verbrauch beim

Wachstum kompensiert, biologisch

besser abbaubar.

ZNachteile: Nur wenige Fahrzeuge

sind für diesen Kraftstoff vom Hersteller

freigegeben (Materialschäden z. B. an

Einspritzpumpen).

ERDGAS/BIOGAS

Erdgas gehört wie Erdöl zu den natürlich

brennbaren organischen Rohstoffen. Es

wird in komprimierter Form (CNG=Compressed

Natural Gas) als Kraftstoff angeboten.

Biogas (Biomethan) ist ein erneuerbarer

Rohstoff, der z. B. aus Pflanzen

(Mais) hergestellt wird und in entsprechender

Qualität wie Erdgas im Fahrzeug

verwendet werden kann. Die Motortechnik

für Erdgas gleicht einem Benzinmotor.

Dabei unterscheidet man folgende

Fahrzeug-Konzepte:

22 Leas•mich


Technologien von morgen

Wie schaut der Antrieb der Zukunft aus? Wohin geht die Reise? Im Sinne der Ressourcenschonung,

der Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und der Reduktion der CO 2 -Emissionen ist es eine

der wichtigsten Aufgaben für die zukünftige Fahrzeugentwicklung, diese Fragen zu beantworten.

DI DR. MAX LANG, CHEFTECHNIKER DES ÖAMTC

Bivalenter Antrieb (Fahrzeug kann

wahlweise mit Erdgas oder Benzin betrieben

werden)

Monovalenter Antrieb (Motor auf Erdgas

optimiert; deshalb Betrieb nur mit

Erdgas möglich)

Monovalenter Antrieb mit Benzin-

Notbetrieb (optimierter Motor; jedoch

kleiner Benzinreservetank)

Fahrzeuge für komprimiertes Gas,

die zur Sicherheit auch einen kleinen

Benzintank an Bord haben, gibt es bereits:

Opel Zafira, Fiat Multipla.

XVorteile: Weniger Schadstoffe und

CO 2 -Emissionen, gleiche (Benzin-)Motorentechnik.

ZNachteile: Wenige CNG-Tankstellen

in Österreich, großer schwerer Gastank.

HYBRIDANTRIEB

Bei den derzeitigen Hybridantrieben

(z. B. Toyota Prius) wird ein benzinbetriebener

Verbrennungsmotor mit einem

Elektromotor kombiniert. Dabei werden

die Vorteile der jeweiligen Antriebe optimal

ausgenützt und die Nachteile

kompensiert. Während der Fahrt wird

permanent der optimale Betriebsmodus

automatisch ausgewählt.

Der Elektromotor nutzt beim Anfahren

Energie aus der Batterie, um das

Fahrzeug anzutreiben. Ist der Batteriestand

niedrig, setzt der Benzinmotor

ein, um die Batterie zu laden. Während

des normalen Fahrbetriebs liefert der

Benzinmotor Kraft für den Generator.

Wenn Höchstleistung gefragt ist, speist

die Batterie zusätzliche Energie in das

System ein, um Benzin- und Elektromotor

wirkungsvoll zu unterstützen.

Beim Bremsen oder während des Verzögerns

fungiert der Elektromotor als

Generator und lädt die Batterie auf.

X Vorteile. Vorhandene Infrastruktur

für den Benzin-Betrieb. Geringerer

Kraftstoff-Verbrauch und damit weniger

Schadstoff-Emissionen. Wo der Benzinmotor

ineffizient ist (Stadt, Stopand-Go),

bringt der Elektro-Motor Vorteile.

ZNachteile: Relativ aufwändige und

damit teure Technik.

ELEKTROANTRIEB

Die Energie wird in Batterien im Fahrzeug

zwischengespeichert und dem

Elektromotor zur Verfügung gestellt.

Die Batterien bzw. Fahrzeuge müssen

zur Aufladung an ein Stromnetz angeschlossen

werden. Ladezeiten 8 bis 10

Stunden. Reichweite und Geschwindigkeit

begrenzt.

XVorteile: Im Fahrbetrieb keine Schadstoffe.

ZNachteile: Schwere Akkus mit langen

Ladezeiten.

WASSERSTOFF

Verbrennungsmotor ist für den Betrieb

mit Wasserstoff abgestimmt. Um ihn

mit Energie (flüssiger oder gasförmiger

Wasserstoff) zu versorgen, sind aufwändige

Tanks und komplett neue

Tankstellen notwendig.

XVorteile: Aus Auspuff kommt Wasserdampf,

keine Kohlenwasserstoffe,

kein Kohlenmonoxid, kein Kohlendioxid.

ZNachteile: Fehlende Tankstellen und

die großindustrielle Herstellung von

Wasserstoff benötigt sehr viel Strom.

BRENNSTOFFZELLE

Bei der Brennstoffzelle handelt es sich

um ein galvanisches Element. In den

Zellen wird meist Wasserstoff mit Luftsauerstoff,

die von einer Membran getrennt

sind, zusammengeführt. Damit

wird bei einer so genannten kalten Verbrennung

Strom erzeugt, der den Elektromotor

speist. Der damit gespeiste

Elektromotor übernimmt den Antrieb

des Fahrzeugs. Die Brennstoffzelle besteht

aus mehreren in Reihe geschalteten

einzelnen Zellen.

XVorteile: Keine Schadstoffe im Abgas,

als Emission nur reines Wasser.

ZNachteile: Hohes Gewicht der

Brennstoffzellen und des Wasserstoff-

Tanks, hohe Kosten für Wasserstofferzeugung,

fehlende und komplizierte

Tankstellen-Infrastruktur.

RESÜMEE

Konventionelle Antriebssysteme (Ottound

Dieselmotoren) haben auf keinen

Fall ausgedient. Als interessante weiterführende

Alternative zeichnet sich der

Hybridantrieb ab. Die Brennstoffzelle

und der Elektroantrieb sind erst dann

eine zielführende Alternative, wenn sich

für die Energieerzeugung regenerative

Energien wirtschaftlich einsetzen lassen.

Außerdem gibt es zurzeit gerade

bei Elektroantrieben zu große Einschränkungen

was Reichweite, Ladezeit

und Höchstgeschwindigkeit betrifft.

Konventionelle Kraftstoffe (fossile

Kraftstoffe) sind derzeit im Verbrauch

und in den CO 2 -Emissionen nach wie

vor eine gute Lösung. Biokraftstoffe

oder Beimengungen mit Biokraftstoffen

haben den Vorteil, von den fossilen

Kraftstoffen unabhängiger zu werden

und gleichzeitig den CO 2 -Ausstoß zu

reduzieren, aber auch hier darf man

andere Aspekte wie Abgasverhalten

usw. nicht außer Acht lassen. Elektrizität

und Wasserstoff werden, wie bereits

erwähnt, erst interessant, wenn man

sie über regenerative Energien wirtschaftlich

herstellen kann.

Für die Zukunft ist, zumindest als

Übergangslösung, mit einer größeren

Vielfalt an konkurrierenden Antriebssystemen

zu rechnen. Dabei sind auch

Kombinationen einzelner Technologien

denkbar, wie z. B. Hybridtechnologien

und Biokraftstoff.

NUMMER 2|JUNI 2006 23


REPORTAGE

Raiffeisen-Leasing International top

Mit insgesamt 1.104 Mitarbeitern generierten die RLI-TOCHTERGESELLSCHAFTEN 2005 ein

Leasingvolumen von EUR 1.352,8 Mio. bei 46.679 Neuverträgen. Sie legten damit um 21 % zu.

NEUGESCHÄFT DER RAIFFEISEN-LEASING INTERNATIONAL

per 31. 12. 2005 (Volumen in Mio. EUR)

Tschechien 83,4

Slowakei 125,1

Ungarn 241,3

Polen 334,5

Kroatien 123,0

Slowenien 57,6

Russland 91,2

Rumänien 123,2

Bulgarien 35,0

Serbien und Montenegro 85,2

Bosnien und Herzegowina 50,4

Kasachstan 2,3

Weißrussland 0,5

LEASING NEUGESCHÄFT

NACH SPARTEN

MOBILIEN

235,4

17 %

Immobilien

101,9

8%

KFZ

1.012,5

75 %

in Mio. EUR

Bisher wurden gemeinsam

mit den lokalen Raiffeisen-

Tochterbanken Leasinggesellschaften

in folgenden

Ländern gegründet: Bosnien & Herzegowina,

Bulgarien, Kasachstan,

Kroatien, Polen, Rumänien, Russland,

Serbien & Montenegro, Slowakei,

Slowenien, Tschechien, Ungarn

und Weißrussland. Die Beschlüsse

zur Gründung weiterer Leasinggesellschaften

in Albanien und der Ukraine

werden im ersten Halbjahr 2006 gefasst.

Die größten Zuwächse wurden

im Kfz-Leasing verzeichnet. Ein erklärtes

Ziel für 2006 ist die Stärkung

und der Ausbau der Marktstellung in

den einzelnen Ländern. Angestrebt

wird eine Marktposition in den jeweiligen

Ländern unter den Top 5. Um

diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen

bzw. auch nachhaltig zu sichern, wird

verstärkt auf Mobilien- und Immobilienleasing

gesetzt – also auf Segmente,

die noch sehr viel Potenzial

für die Zukunft aufweisen.

DIE CEE-LÄNDER IM DETAIL

Die Raiffeisen Leasing Polska S.A.

hat dank der flächendeckenden Geschäftsaktivität

erneut ein Rekordergebnis

erzielt und rangiert weiterhin

als größte und ertragreichste Gesellschaft

der Gruppe. In der Slowakei

wurde im Berichtsjahr trotz starker

Konkurrenz die Marktposition verteidigt.

Die Tatra Leasing spol.sr.o. ist

unter den fünf größten Leasinggesellschaften

des Landes. Die tschechische

Immobiliengesellschaft konnte

wie schon im Vorjahr profitable Immobilienprojekte

im Gewerbe- und

Industriebereich realisieren. Die Mobilien-Leasinggesellschaft

in Tschechien

hat im Berichtsjahr eine auf Kfz-

Leasing spezialisierte Gesellschaft

akquiriert und dadurch die bestehende

Produktpalette abgerundet.

Um das weitere Wachstum im Neugeschäft

zu verstärken, hat die Raiff-

SECURITY-CHECK, DIE ZWEITE:

Anfang Mai fand das zweite von Siemens

Business Services, Fujitsu Siemens und Raiffeisen-Leasing

initiierte Fahrsicherheitstraining

für Mitarbeiter von Swarovski Wattens statt.

Die ÖAMTC-Fahrsicherheitstrainer motivierten

die Teilnehmer mit viel Lob und konstruktiver

Kritik, und so taten auch die zwischendurch

einsetzenden heftigen Regenschauer dem Trainingseifer

keinen Abbruch. Am Ende des Tages

war jedem Teilnehmer klar: Das persönliche

Fahrverhalten lässt sich immer noch verbessern. Noch sicherer unterwegs sind nun

(stehend, v.l.n.r.): Robert Solka/Swarovski, Frank Oberhauser/Raiffeisen-Leasing LGS Innsbruck,

Wolfgang Rothbacher/Swarovski, Rupert Buchegger/Raiffeisen-Leasing-Absatzkooperationen,

Jürgen Guschelbauer/Fujitsu Siemens, Günther Eller/Raiffeisen-Leasing LGS Innsbruck, Ferdinand

Pircher/Raiffeisen-Leasing Topkunden; knieend/liegend: die Top-Trainer des ÖAMTC Innsbruck

24 Leas•mich


eisen Lizing Rt. in Ungarn neben strategischen

Händlerpartnerschaften im

Kfz-Bereich auch den landwirtschaftlichen

Sektor und die Transportindustrie

im Visier. Die Tochter in Kroatien

konnte einige große Mobiliengeschäfte

im industriellen Leasingbereich

erfolgreich abschließen und

gehört nach wie vor zu den drei

führenden Leasinggesellschaften des

Landes. In Slowenien hat die Leasingtochter,

die sich vorwiegend auf

Immobilien-Leasing konzentriert, mit

Gewinn abgeschlossen. Die OOO

Raiffeisen Leasing, Moskau, hat durch

eine dynamische Geschäftstätigkeit

vor allem im großvolumigen Projektfinanzierungsgeschäft

ihre Marktposition

gestärkt. In Anlehnung an

die Konzernstrategie wurden die ersten

Schritte für den Aufbau des Retailgeschäftes

gesetzt.

Die Raiffeisen Leasing d.o.o., Serbien,

hat sich durch starkes Engagement

im Kfz- und Mobilienleasing

den zweiten Platz am lokalen Markt

gesichert. Die Raiffeisen-Leasing-

Tochter in Bulgarien hat im ersten

vollen Wirtschaftsjahr die Erwartungen

im Neugeschäft übertroffen und

konnte sich erfolgreich am lokalen

Markt positionieren.

Die Raiffeisen Leasing srl in

Rumänien konnte das positive Wirtschaftsklima

nutzen und gehört

durch den Ausbau im Kfz-Leasing,

gemessen am Umsatz, zu den fünf

größten Leasinggesellschaften des

Landes. Auch die Raiffeisen Leasing

d.o.o. Bosnien-Herzegowina hat sich

im zweiten Jahr der Geschäftstätigkeit

sehr erfolgreich entwickelt und

konnte ein positives Ergebnis vorweisen.

Mit Februar 2005 hat auch die kasachische

Leasingtochter ihre Geschäftstätigkeit

aufgenommen. Mittels

strategischer Partnerschaften mit

internationalen Lieferanten verbuchte

sie bereits erste Erfolge. Die jüngste

Tochter des RLI-Konzerns, Raiffeisen

Leasing Weißrussland, nahm Mitte

des letzten Jahres ihre Geschäftstätigkeit

auf und konzentriert sich

vorerst auf Mobilien-Leasing im Corporate

Segment.

Innovatives Bauen

Mit einem Festakt wurde die Sanierung des Schulgebäudes der

„EUROPÄISCHEN MITTELSCHULE UND SONDERPÄDAGOGISCHES

ZENTRUM“ in Oberwart gefeiert.

Die Bezirksstadt Oberwart

hat sich als erste burgenländische

Gemeinde für

das innovative Produkt

„Energieeffizientes Bauen und Sanieren“

entschieden. Nach Abhaltung

eines öffentlichen Wettbewerbs für

die Sanierung der Hauptschule

Oberwart sowie des Sonderpädagogischen

Zentrums ging die Raiffeisen-Leasing

in Kooperation mit der

WRS Energie- & Unternehmenslösungen

GmbH als Bestbieter für die

Finanzierung und Umsetzung aller

geplanten Maßnahmen hervor.

Im Leistungsumfang beinhaltet

war eine Garantie der Investitionskosten

mit Fixkostengarantie sowie

eine Energieeinsparungsgarantie von

EUR 17.520,– pro Jahr, was bei einer

angenommenen Lebensdauer von

30 Jahren einer Einsparung von EUR

525.600,– und einer Reduktion von

3.210 Tonnen CO 2-Ausstoß entspricht.

Die Vorbildwirkung dieses

Projektes ist nicht zu unterschätzen.

„Auch unseren Schülern wurde damit

gezeigt, wie Energieeffizienz und

HANS NIESSL, Landeshauptmann Burgenland,

hielt die Festansprache.

NACH DER BEGRÜSSUNG DER EHREN-

GÄSTE versuchten Schülerinnen der Mittelschule,

ihr Idealbild von Europa künstlerisch

darzustellen.

ES FREUTE SICH ÜBER DIE GELUNGENE

VERANSTALTUNG: Mag. Gottfried Heneis

(Raiffeisen-Leasing, 2.v.r.) im Kreis der

illustren Gäste.

Naturschutz unter einen Hut zu bringen

sind“, zeigt sich Schuldirektor

Mag. Nikolaus Schermann zufrieden.

Doch nicht nur die Umwelt, sondern

auch die Wirtschaft profitierte von

dem kommunalen Vorzeigeprojekt,

weil mehr als 80 % der Unternehmen,

die an dem Bauvorhaben beteiligt

waren, aus der Region kamen.

Die Verkürzung der Bauzeit auf nur

zehn Monate ermöglichte wiederum

eine wesentliche Reduktion der Bauund

Zwischenfinanzierungskosten.

Mittels energieeffizienten Bauens

und Sanierens wurden daher die Gesamtkosten

für die Investition und

den laufenden Betrieb optimiert, und

das noch bei einer verbesserten Umweltschutzbilanz.

NUMMER 2|JUNI 2006 25


REPORTAGE

Leasing

lernen

Die HANDELSAKADEMIE GÄNSERNDORF hatte sich das ambitionierte

Ziel gesetzt, die erste Universalleasing-Übungsfirma

zu gründen. Ein zukunftsweisendes Schulprojekt, das von

Raiffeisen-Leasing tatkräftig unterstützt wird.

DIE KÜNFTIGEN FACHFRAUEN

der Leasingbranche drücken noch die Schulbank.

Idee des österreichischen Leasingverbandes

war es, an einer

berufsbildenden Schule eine

Übungsfirma, wie es sie in Österreich

für andere Bereiche längst gibt,

endlich auch für die etablierte Finanzdienstleistung

Leasing zu installieren.

In dieser Übungsfirma sollen alle der

Praxis entsprechenden branchenspezifischen

Geschäftsfälle anfallen. Die

damit verbundenen Arbeiten sind dabei

unter Berücksichtigung der kaufmännischen

Usancen und der rechtlichen

Voraussetzungen durchzuführen.

Waren und Dienstleistungen

sowie das für die Zahlung erforderliche

Geld sind natürlich nicht real vorhanden.

Ziel des Unterrichts ist eine

fächerübergreifende, handlungs- und

problemorientierte Vermittlung des

Wissens über innerbetriebliche Abläufe

und der Zusammenhänge zwischen

den Betrieben.

Die Raiffeisen-Leasing-Geschäftsführung

war von der Idee, bei den

jungen Menschen die Aufgeschlossenheit

für das Thema Leasing und in

weiterer Folge deren Fachkenntnisse

zu fördern, sofort angetan. Ein Projektteam

unter der Leitung der Abteilung

Produktmanagement Mobilien

und Kfz wurde ins Leben gerufen, um

so die Lehrinhalte der verschiedenen

Aufgaben eines Universalleasinginstituts

zu vermitteln. Und diese sind

durchaus mannigfaltig: von der Akquisition

von Kunden, dem Verständnis

rund um Vertriebsprozesse, über

die Abwicklung von Geschäftsfällen

bis zur laufenden Verwaltung der bestehenden

Leasingverträge gibt es

vieles zu beachten. Auch so genannte

sekundäre Geschäftsprozesse

wie das Rechnungswesen und

das Controlling sollten die Schüler in

ihren Grundzügen und Kernaufgaben

verstehen. Nicht zuletzt sind auch

rechtliche und steuerliche Komponenten

die Basis jedes Leasinggeschäfts.

So gibt es auch Vorträge der

Rechtsabteilung mit dem Fokus auf

Konsumentenschutzbestimmungen,

damit die Schüler das erworbene

Wissen später einmal auch „privat“

anwenden können.

Umgekehrt geben die Schüler

wichtige Impulse bei der Entwicklung

eines modernen Bürokonzepts; die

Raiffeisen-Leasing beschäftigt sich

im Rahmen eines Projektes der Qualitätsmanagementabteilung

mit den

Anforderungen an den „Schreibtisch

der Zukunft.“ Die Ergebnisse werden

maßgeblich in das laufende Projekt

einfließen.

Gespannt blickt das gesamte

Team nun der offiziellen Eröffnung

der ersten österreichischen Universalleasing-Übungsfirma

entgegen,

die im festlichen Rahmen am 9. Oktober

2006 um 10:00 Uhr in der

Handelsakademie Gänserndorf stattfinden

wird.

IMMOBILIA 2006: Zur gleichen Zeit wie die

Interieur fand am Wiener Messegelände die

„Immobilia“ – Messe für Wohnungen, Häuser,

Grundstücke – statt. Raiffeisen-Leasing war

gemeinsam mit Sektorgesellschaften wie

RBM, RLB NÖ-Wien und Raiffeisen evolution

in diesen drei Tagen mit einem Team vertreten

und präsentierte ihre aktuellen Wohnbauprojekte,

wie die bis Anfang 2008 fertig gestellten

exklusiven Eigentumswohnungen in der Hietzinger

Hauptstraße und Gersthofer Straße oder

die Vorsorgewohnungen in der Buchfeldgasse

(Josefstadt), die bereits im Sommer 2007 zu

beziehen sein werden. Der Andrang am Raiffeisen-Gemeinschaftsstand,

vor allem während

26 Leas•mich


Mit neuer Energie

Für Raiffeisen-Leasing birgt der Themenbereich „Erneuerbare Energien“ noch großes Zukunftspotenzial.

Und so ist es nur logisch, dass die Raiffeisen-Leasing in Gestalt von Geschäftsführer Peter Engert förderndes

Mitglied im Executive Board des neuen Lehrgangs „RENEWABLE ENERGY“ AN DER TU WIEN ist.

Erneuerbare Energien sind

der Markt der Zukunft und

nicht nur für Österreich,

sondern für die gesamte

EU von herausragender Bedeutung“,

begründet Engert das Engagement

der Raiffeisen-Leasing bei der Präsentation

des Ausbildungslehrganges

in der Technischen Universität

Wien Mitte Februar. „Damit bietet

sich die historische Chance, im Bereich

der Energieversorgung autark

zu werden. Daher ist es für uns naheliegend,

dass wir uns für die Ausbildung

der künftigen Experten einsetzen.“

Finanziert wird der Lehrgang

teils durch die Industrie, teils

durch Eigenbeiträge der Studenten.

Raiffeisen-Leasing wird einige Stipendien

vergeben.

Erneuerbare Energien sind eine

noch recht junge Industrie. Ein weiterer

Aspekt ist daher erst einmal die

Erarbeitung von Standards. Doch die

Praktiker brauchen auch wissenschaftliche

Unterstützung. Dieser

des Gewinnspiels, war enorm. Die Veranstalter

wiederum freuten sich über das

hohe Interesse und viele konkrete Anfragen

der Messebesucher zu den einzelnen Objekten.

Lehrgang bildet Experten aus und

schafft damit die Voraussetzungen

für Weiterentwicklungen auf dem

Energiesektor. „Renewable Energy in

Central and Eastern Europe“ (wie

das Studium mit vollem Namen

heißt) wird in deutscher und englischer

Unterrichtssprache

abgehalten. Vom Typ her ist

es ein interdisziplinärer und

berufsbegleitender Universitätslehrgang.

Unterrichtet

wird an der TU Wien, in

Bruck/Leitha, Bratislava

(Slowakei) und an der Universität

von Mosonmagyaróvár

in Ungarn.

Studierende erwerben

nach vier Semestern den Titel

eines Master of Science.

Voraussetzung für die Teilnahme

ist ein abgeschlossenes

Studium oder eine

als gleichwertig eingestufte

Berufspraxis. Gelehrt wird

Grundsätzliches über erneuerbare

Energien, die

rechtlichen und wirtschaftlichen

Rahmenbedingungen,

Managementwissen und

„Soft skills“ sowie die Perspektiven

zur Nutzung alter-

PROMINENTESTER GAST bei der Vorstellung

des Lehrgangs „Renewable

Energy“ war der frühere EU-Kommissär

Dr. Franz Fischler.

nativer Energiequellen von der Planung,

Errichtung und Finanzierung

von Anlagen bis hin zu den Aspekten

der wirtschaftlichen Führung der

Kraftwerke.

Der Schwerpunkt wird anfangs daher

bei der Errichtung und dem Betrieb

lokaler Biomasse-Anlagen liegen,

weil hier der größte Bedarf besteht.

Es sollen aber auch Kenntnisse

im Umgang mit der recht komplexen

Materie von so genannten „Joint Inplementation

Projects“ und „Clean

Development Mechanisms“ im Rahmen

der flexiblen Instrumente des

Kyoto-Protokolls vermittelt werden.

NUMMER 2|JUNI 2006 27


IMMOBILIEN

Logieren in nobler Umgebung

Großes PPP-Projekt zwischen LAXENBURG und Raiffeisen-Leasing: 2007 wird nahe dem

prächtigen Schlosspark das erste Hotel der ehemaligen Habsburg-Residenz eröffnet.

DIE EHEMALIGE FRÜHJAHRSRESIDENZ

DER HABSBURGER vor den Toren Wiens

erhält bald das erstes Business- und

Tourismushotel.

DIE GEISTIGEN „VÄTER & MÜTTER“

(unten) des 4-Sterne-Hotels in Laxenburg

(v.r.n.l.): Architekt DI Benedict Marginter

(apm), Mag. Karlheinz Sandler (GF Raiffeisen-Leasing),

Bürgermeister Ing.

Robert Dienst, Architektin DI Martina

Podivin (apm), Vizebürgermeisterin

Elisabeth Maxim,

Laxenburg ist nicht nur ein romantisches

Ausflugsziel –

den Schlosspark besuchen

rund 1 Mio. Menschen pro

Jahr –, sondern auch eine moderne

Gemeinde im Nahbereich von Wien.

Darüber hinaus betreuen zahlreiche

große Unternehmen ebenso wie Forschungsinstitute

(z. B. das Internationale

Institut für Angewandte Systemanalyse

– IIASA) von Laxenburg aus

ihre Kunden im In- und Ausland. Auch

im kulturellen Bereich gibt es laufend

Aktivitäten – so finden Kongresse und

Veranstaltungen das ganze Jahr über

in Laxenburg statt. Derzeit gibt es jedoch

keine einzige Unterkunftsmöglichkeit

in Laxenburg.

Um diese Situation endlich zu ändern,

wurde zwischen der Marktgemeinde

Laxenburg

und der Raiffeisen-Leasing

ein

so genanntes „Pri-

vate-Public-

Partnership“-Projekt

abgeschlossen.

In enger Abstimmung

mit der

Gemeinde wurden

der Bau eines

Vier-Sterne-

Hotels mit 200

Betten und daran

anschließend ein

Wohnbau mit einem

großen Anteil an Reihen- und

Doppelhäusern geplant. Die Gesamtinvestitionskosten

für das Hotel belaufen

sich auf rund 12

Millionen Euro. Es

soll sowohl als Business-

sowie auch

als Tourismus-Hotel

fungieren.

Eine positive

Feasibility-Studie

für das Hotelprojekt

liegt mittlerweile

vor und das

Grundstück wurde

bereits von Raiffeisen

erworben.

Nach der eigens

dafür ins Leben gerufenen

Ideenfindung wählte die Jury

(bestehend aus Bgm. Robert Dienst,

Vizebgm. Elisabeth Maxim, zwei Architekten,

zwei Vertretern von Raiffeisen-Leasing)

aus sechs eingereichten

Projekten das Siegerprojekt vom Architekturbüro

„apm Podivin & Marginter“

aus Mödling aus. Darüber hinaus

ist ein weiteres Ziel die Schaffung einer

„grünen“ Verbindung zwischen

dem Hotel und dem Seminar- und

Veranstaltungszentrum „Kaiserbahnhof“,

um hier Synergien zu nutzen.

Das Hotel sollte 2008, pünktlich

zum 150. Geburtstag von Kronzprinz

Rudolf, in Betrieb gehen. Gespräche

mit potenziellen Hotelbetreibern wurden

bereits aufgenommen.

WEITERBILDUNG AUF HOHEM NIVEAU Im Herbst 2007 wird

eine besondere Bildungseinrichtung in Österreich ihre Pforten öffnen:

die Fachhochschule St. Pölten, die sich unter dem Schlüsselbegriff „Lebenslanges

Lernen“ als eine berufsbegleitende Institution etablieren

will. Sie wird damit nicht nur eine praxisorientierte akademische Ausbildung

in den Bereichen Mensch, Wirtschaft und Technologie bieten, sondern

sich auch breiteren Zielgruppen öffnen. So wird es unter anderem

Hochschullehrgänge für Suchtberatung und Prävention für Personen im

Sozial- und Gesundheitswesen oder Masterprogramme für Medienprofis

geben. Bei der Grundsteinlegung im März war daher alles, was im Lande

Rang und Namen hat, anwesend, um dieses Ereignis zu würdigen

(v.l.n.r.:) Dr. Klaus Lehner, Immorent AG, GD Mag. Wolfgang Just, Sparkasse

NÖ Mitte West AG, Dir. Mag. Josef Kolarz-Lakenbacher, Siemens

Gebäudemanagement & Service GmbH, Landeshauptmann-Stellvertreter

Ernest Gabman, Prok. Mag. Alfred Greimel, NÖ Raiffeisen Kommunalprojekte

Service GmbH & Raiffeisen-Leasing GmbH, Dir. Bmst. Ing. Johann

Aigner, Porr Projekt und Hochbau AG, Bürgermeister Mag. Matthias Stadler,

MMag. Rudolf Lichtmannegger, Wirtschaftskammer, DI Gernot Kohl,

GF FH St. Pölten, Prof. Dr. Johann Günther, FH St. Pölten.

28 Leas•mich


Ein bewährtes Team

Gleich drei kommunale Projekte in BREITENAU wurden in den vergangenen Jahren mit Hilfe

der Raiffeisen-Leasing realisiert bzw. finanziert: die Errichtung eines modernen Feuerwehrhauses

und eines Veranstaltungszentrums sowie der Um- und Zubau der Volksschule.

„STEINFELDZENTRUM“:

3300 Veranstaltungen

in den 11 Jahren des

Bestehens (l.).

DER UMBAU DER

VOLKSSCHULE

erfolgte bereits

im Jahr 2000 (r.).

Den Anfang machte damals

das „Steinfeldzentrum“.

1990–91 befasste

sich der Gemeinderat mit

den Vorerhebungen zur Planung eines

Veranstaltungszentrums. Schon

kurz nach der Bauzeit, die 1994 abgeschlossen

war, war das Steinfeldzentrum

weit über die Gemeindegrenzen

als passender Rahmen für

viele Veranstaltungen und Festivitäten

hinaus bekannt. Schon damals

erfolgte die Finanzierung der Gesamtinvestition

in Höhe von etwas

mehr als zwei Millionen Euro über einen

Mix aus Leasing, Landesförderung

und Eigenmittel der Gemeinde.

Ein paar Jahre später musste die

seit dem Jahr 1875 bestehende

Volksschule den neuen Erfordernissen

angepasst werden. Ein Zubau

und die Sanierung der Dachflächen

waren dringend notwendig geworden,

auch die technischen und gesetzlichen

Auflagen wie Blitzschutz

und eine moderne Heizanlage waren

zu berücksichtigen. Auch hier erfolgte

die Finanzierung der Investition

von etwas über

450.000 Euro über

Raiffeisen-Leasing,

einem Schulfonds

des Landes

Niederösterreich

und Eigenmittel

der Breitenauer.

Das jüngste

Gemeindeprojekt

wurde im Dezember

2005 fertig gestellt

und seiner

Bestimmung übergeben.

Das Feuerwehrhaus

Breitenau

wurde in einer

Bauzeit von

nur zehn Monaten errrichtet und umfasst

eine Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen,

eine Waschhalle und einen

Mannschafts- und Kommandobau.

Konzipiert als „Jahrhundertbau“,

der auch für weit in der Zukunft liegende

Aufgaben und Eventualitäten

gerüstet sein sollte, wurde diese

890.000-Euro-Investition ebenfalls

von der Raiffeisen-Leasing finanziert.

Die feierliche Eröffnung des neuen

Feuerwehrhauses erfolgte in Anwesenheit

vieler Vertreter des Landes

Ende April 2006, die Bevölkerung

und viele Schaulustige nutzten die

Gelegenheit, das Gebäude ausgiebig

zu inspizieren.

DAS NEUE FEUERWEHRHAUS ist für

zukünftige Aufgaben bestens gerüstet.

NUMMER 2|JUNI 2006 29


IMMOBILIEN INTERNATIONAL

(K)ein Pflegefall

Das GESUNDHEITSWESEN ist der Wachstumsmarkt der Zukunft, und zwar in ganz Europa.

Raiffeisen-Leasing hat sich in diesem umkämpften Segment bereits jetzt hervorragend positioniert.

LEIPZIG

ÿ Finanzierung von zwei Pflegeheimen in

Leipzig (Bild Sebastian-Bach-Straße)

ÿ Volumen: zusammen EUR 13,1 Mio.

ÿ Laufzeit: 204 Monate

HANNOVER

ÿ Sale-and-lease-back-Finanzierung eines

Hotels (ibis-ACCOR) und eines Pflegeheims

ÿ Volumen: EUR 12 Mio.

ÿ Laufzeit: 240 Monate

Im Juni 2005 wurde der Vertrag

für das erste von Raiffeisen-Leasing

finanzierte Pflegeheim in

Deutschland, genau genommen

in Klötze (Sachsen-Anhalt), unterzeichnet.

Im November 2005 wurden

die Verträge für zwei weitere Pflegeheime

in Leipzig unterschrieben, die

ebenfalls von Marseilles-Kliniken betrieben

werden.

Einmal mehr stellte die Raiffeisen-

Leasing ihr Know-how im Pflegeheimbereich

unter Beweis, als im

Jänner 2006 die Finanzierung eines

Pflegeheimes in Hannover, nämlich

der Seniorenresidenz Vahrenwald, fixiert

wurde. Neben der Seniorenresidenz

befindet sich das „ibis Hotel

Hannover City“, dessen Eigentümer

sich ebenfalls für die österreichischen

Leasingprofis entschieden haben.

Damit sind es insgesamt bereits

sieben Pflegheime, die von Raiffeisen-

Leasing finanziert werden, die meisten

davon in Österrreich, unter anderem

in Purkersdorf (Senecura), in

Tulln (Rosenheim) oder in der Steiermark

(Graz-Eggenberg und Gralla).

Generell strebt Raiffeisen-Leasing

enge Geschäftsbeziehungen mit den

Top-Playern in diesem Segment an –

sowohl im In- als auch im Ausland.

Aufgrund stetig steigender Lebenserwartung

entwickelt sich das Thema

Altersvorsorge nicht nur hierzulande

zum Dauerbrenner. Verschiedene sozialen

Leistungen, die vor Ort erbracht

werden, ermöglichen es auch

betagten Menschen, lange in ihrer

vertrauten Umgebung zu leben. Ein

Pflegeplatz wird vielfach erst dann in

Anspruch genommen, wenn es gar

nicht mehr ohne permanente Unterstützung

geht. Seniorenresidenzen

ohne Pflege-Infrastruktur werden daher

in Zukunft kaum noch nachgefragt

werden, Pflegeheime mit hohem

Wohnstandard hingegen sehr wohl.

Der Wohlfühlfaktor für die Bewohner

wird in hohem Maße von der Größe

der Pflegeeinrichtung bestimmt. Überschaubare

Strukturen und dezentraler

Aufbau fördern den Aufbau zwischenmenschlicher

Beziehungen zwischen

Bewohnern und Pflegepersonal.

Bei Befragungen von Betroffenen

kristallisierte sich als Idealgröße einer

modernen Seniorenresidenz eine Anzahl

von etwa 100 Betten pro Einheit

heraus. In dieser Dimension liegen

auch die von Raiffeisen-Leasing finanzierten

Einrichtungen sowohl in Österreich

als auch in Deutschland. Dies

sind Erfahrungswerte, die man auf die

östlichen und westlichen Nachbarstaaten

umlegen kann, wo die Raiffeisen-Leasing

ihr in diesem Bereich erworbenes

Know-how ebenfalls verstärkt

einsetzen wird.

INVESTOR UND PROJEKTENTWICKLER:

Die Raiffeisen-Leasing errichtet gemeinsam

mit der Raiffeisen Leasing Real Estate/Prag

in der „Skoda-Stadt“ Mlada Boleslav (Jungbunzlau)

ein multifunktionales Zentrum.

Das Areal des früheren Busbahnhofes der

Stadt direkt vor den Skoda-Werken verfügt

über ein zweigeschossiges Shopping Center

mit ca. 14.000 m 2 Verkaufsfläche, ein

Multiplex-Kino, ein Fitnesszentrum, vielen

Gastronomiebetrieben und einem Office-Center. In der zweigeschoßigen Tiefgarage

und einem Parkdeck werden an die 600 Autostellplätze errichtet. Baubeginn

ist Sommer 2006, die Eröffnung ist per November 2007 geplant.

30 Leas•mich


KUNDENPORTRÄT

»Grenzen gibt es nur im Kopf«

Vom kleinen Familienbetrieb zum multinationalen Anbieter touristischer Leistungen: Die FALKENSTEINER

MICHAELER TOURISM GROUP erweitert ihre Zielregionen ebenso wie die Geschäftsfelder.

Für uns ist es ein besonderer

Meilenstein in unserer Geschichte“,

sind sich Erich

Falkensteiner und Dr. Otmar

Michaeler einig. Eine bereits zehn

Jahre währende berufliche Partnerschaft

wurde auf eine neue Ebene

gestellt. Mit einem festlichen Event

auf der Wiener Gloriette wurde Firmenpartnern,

Freunden und Medien

die gemeinsame Dachmarke „Falkensteiner

Michaeler Tourism Group“

präsentiert. Damit werden die insgesamt

sechs Geschäftsfelder – Hotel

& Tourismus Management, Travel,

Consulting einerseits, Real Estate

Sales & Developement und Capital &

Properties andererseits – neu ausgerichtet

und erweitert, gemäß dem Firmencredo:

Wer etwas bewegen will,

darf sich keine Grenzen setzen.

Herzstück der Gruppe ist der Bereich

Falkensteiner Hotels & Ressorts

mit zurzeit rund 8.500 Betten in Südtirol,

Österreich, Kroatien und Tschechien.

Von den insgesamt 25 Häusern

werden 21 – zumeist im 4-Sterne-

Bereich – unter der Marke Falkensteiner

Hotels & Ressorts betrieben.

Vom Projektmanagement über den

Einkauf bis zur Verwaltung der Häuser

wird dabei die gesamte Wertschöpfungskette

abgedeckt. Die

Gruppe beschäftigt mehr als 1.000

MitarbeiterInnen aus 13 Ländern

(Jahresschnitt in Hochsaisonzeiten

bis zu 1.500), davon 70 MitarbeiterInnen

in der Unternehmensberatung.

Die „Falkensteiner Michaeler Tourism

Group“ plant die bereits laufende Expansion

in den kommenden Jahren

beizubehalten. Mehrere Projekte im

zentral- und südosteuropäischen

Raum sind in Planung und Vorbereitung.

Unter anderem das Großprojekt

„Punta Scala“, wo bis 2008 in

Zadar an der dalmatinischen Küste

BEIM GALA-

EMPFANG im festlichen

Rahmen der

Gloriette (v.l.n.r.):

Dr. Otmar Michaeler,

Mag. Michael

Buchmeier und

Mag. Stefan

Ehweiner (beide

Raiffeisen-Leasing),

Erich Falkensteiner,

Testimonial Armin

Assinger.

ein außergewöhnliches 2500-Betten-

Ressort realisiert wird.

Der kometenhafte Aufstieg zu einer

international agierenden Unternehmensgruppe

war der Eigentümerfamilie

nicht in die Wiege gelegt worden.

Dass aus der 7-Betten-Pension im

Südtiroler Pustertal, die von Maria und

Josef Falkensteiner gegründet wurde,

einmal ein Touristikkonzern entstehen

würde, hätte 1957 wohl niemand prophezeit.

Durch den frühen Tod des

Vaters mussten die beiden damals

erst 18 bzw. 19 Jahre alten Söhne

Erich und Andreas den Betrieb übernehmen.

Die machten aus der Pension

ein Hotel und eröffneten in weiterer

Folge schon bald ein zweites. Um

eine gute Auslastung der beiden Häuser

zu gewährleisten, „erfanden“ sie

1982 das erste Incoming-Büro, ein damals

noch weitgehend unbekanntes

Geschäftsfeld nicht nur in Südtirol.

GEMEINSAME PROJEKTE

Hotel am Schottenfeld, Wien, Laufzeit 20 Jahre:

Hotel Palace, Wien, Laufzeit 20 Jahre, und

Hotel Maria Prag, Prag, Laufzeit 20 Jahre:

Flugzeug (Beech King C90A):

1997 erfolgte der erste Schritt über

die Landesgrenzen nach Österreich.

Die Eigentümer erkannten rasch das

Potenzial der City-Hotellerie, das neben

Family und Wellness/Gesundheit

ein wichtiger Teil des Touristikportfolios

„Hotels & Ressorts“ wurde. Neben

den beiden Wiener 4-Stern-Betrieben

wurde kürzlich auch ein Cityhotel

im Herzen von Prag errichtet.

Finanziert wurden die drei Hotels von

der Raiffeisen-Leasing, die zum Teil

auch das Baumanagement übernahm.

„Wir haben uns erstmals 2002

beim Hotel am Schottenfeld für die

Raiffeisen-Leasing entschieden“, begründet

Michaeler die Wahl. „Schon

damals hat uns die Kompetenz des

Managements überzeugt. Und da

auch noch die Chemie stimmt und wir

gerne mit den Besten zusammenarbeiten,

werden wir auch künftige Projekte

gemeinsam realisieren.“

Finanzierungsvolumen EUR 8 Mio.

Finanzierungsvolumen beider Projekte

EUR 26 Mio.

Finanzierungsvolumen EUR 1,2 Mio.

Fuhrpark: Finanzierungsvolumen EUR 600.000,–

NUMMER 2|JUNI 2006 31


LIFESTYLE

Entspannung! Ja, natürlich

Wer „braten am Sonnengrill“ als Leitmotiv für einen gelungenen Urlaub angibt, wird sich für

SKANDINAVIEN nie erwärmen. Allen erholungs- und rückzugsbedürftigen Zeitgenossen kann

Nordeuropa dagegen uneingeschränkt empfohlen werden.

Ein eigenes Haus am Meer,

an einem See oder inmitten

unberührter Natur – wer

träumt nicht davon? Wenn

es die Umstände schon nicht zulassen,

sein ständiges Domizil ins Grüne

zu verlegen, dann kann man sich diesen

kleinen Luxus wenigstens im Urlaub

gönnen. Und das tun immer

mehr Österreicher, denn Ausspannen

im „eigenen“ Haus wird immer populärer

und das Angebot – vom

Schloss über die Luxusvilla mit dazugehörigem

Pool und Tennisplatz bis

zum abgeschiedenen kleinen Häuschen

– immer umfangreicher. Nach

dem Run auf toskanische Herrenhäuser

und spanische Fincas entdecken

heimische Erholung Suchende zunehmend

das vermeintlich raue Nordeuropa.

Doch wer glaubt, dass Skandinavien

neben schroffen Klippen

und tiefen Fjorden nur mit erfrischenden

Sommertemperaturen aufwarten

kann, irrt gewaltig. Die Temperaturen

entsprechen, abgesehen von

der äußersten Nordkapregion, den

hiesigen Durchschnittswerten. Der

Sommer ist intensiver und aufgrund

der Mitternachtssonne eigentlich länger

als in unseren Breiten. Obwohl die

Landschaft in weiten Teilen Skandinaviens

topografisch unserer ähnelt,

fühlt man sich durch das mystische

Sommerlicht, das den Norden Europas

von früh bis spät ausleuchtet, in

eine andere Welt versetzt. Die Nordund

Ostseeregion mit ihren unzähligen

Inseln, umrahmt von endlosen

Sandstränden, verzaubert ebenso wie

tausende malerische Seen inmitten

ausgedehnter Wälder.

So wie hier die Natur eine angenehme

Stille verströmt, geht auch der

Nordländer alles etwas ruhiger an,

erst recht im Urlaub. Mit Kind und Kegel

und Hund und Katz fährt man

sommers für zwei Wochen in die

Wildnis. Ob ans Meer oder in die Einschicht

– Hauptsache Wasser ist in

der Nähe. Ein Boot gehört gewissermaßen

zur Standardausrüstung, viele

Skandinavier sind zudem begeisterte

Angler. Eine Leidenschaft, die auch

viele Österreicher teilen, die sich für

einen Skandinavienurlaub erwärmen.

Irgendein lauschiges Plätzchen zum

Fischen findet sich in dieser wasserreichen

Ecke Europas immer in der

Nähe, idealerweise liegt es gleich unmittelbar

vor dem Ferienhaus.

In Finnland fällt das Angeln mit

Schwimmer unter das „Jedermannsrecht“

und darf somit ohne Einschränkungen

praktiziert werden. In

einigen skandinavischen Ländern gilt

es zu beachten, dass für das Mitnehmen

der eigenen Angelausrüstung

strenge Bedingungen gelten, teilweise

gibt es auch längere Angelverbotszeiten.

32 Leas•mich


VERBAND ÖSTERREICH – NORDISCHE LÄNDER

Der Verein wurde 1999 auf Initiative von Walter Schmidt gegründet,

um die kulturellen Kontakte zwischen Österreich und den nordischen

Ländern zu verstärken und ein Kulturinstitut zu gründen.

Doch auch die Natur, die Städte und das Leben in einem Land ziehen

Interessierte an, daher versteht der Verband neben dem kulturellen

Austausch auch den Tourismus als Schwerpunkt seiner Arbeit. Für viele Unternehmen

und Mitarbeiter sowie Diplomaten aus den nordischen Ländern, die in Österreich tätig sind,

bildet der Verband und seine Homepage eine Plattform für diverse Veranstaltungen und die

Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Der Verband will der Draht nach Norden sein und für den

Norden der Draht nach Österreich und versteht sich als unpolitisch und unabhängig.

www.nordische-laender.at

Eine Bootsfahrt durch die

Schärengebiete der Ostsee und des

Bottischen Meerbusens, vorbei an

Inseln und Stränden sonder Zahl, ist

nicht nur für Petri-Jünger ein aufregendes

Naturerlebnis. Und man stellt

dabei fest, dass auch das kleinste Eiland

Platz für ein Ferienhaus bieten

kann. Der Komfort ist teils bescheiden,

da selbst das Trinkwasser mitgenommen

werden muss, aber für

diesen Panoramablick über alle Ausläufer

seiner eigenen Insel wird das

ein paar Urlaubstage lang gerne in

Kauf genommen. An lauen Abenden

sitzt man dann auf der Terrasse vor

dem Grillplatz, wenn’s kühler wird,

wärmt ein offener Kamin oder eine

Sauna, die traditionellerweise noch

ganz urtümlich mit Holzscheiten befeuert

wird. Leider sind diese Häuser

meist in Privatbesitz und nicht zu haben,

und wenn doch, dann sind zumindest

die Mietpreise luxuriös. Generell

ist Skandinavien ein hochpreisiges

Urlaubsziel, ein Umstand,

der vielleicht mehr Österreicher abschreckt

als die mangelnde Sonnenscheingarantie,

wie sie der Süden

bieten kann.

Doch seit 2004 lässt sich das

große Nordlicht auch mit kleinem

Budget verbinden. Mit dem Beitritt

der Baltischen Staaten in die Europäische

Union rückte diese Region

erstmals ins Rampenlicht. Der „wilde

Osten Skandinaviens“ lockt mit reizvollen

Landschaften und wunderschönen

historischen Städten. So

lässt sich’s in der „Jugendstil-Hauptstadt

Europas“ Riga, in der mittelalterlichen

Altstadt Tallinns und im liebevoll

restaurierten Zentrum von Vilnius

deutlich günstiger logieren als

in den Metropolen der anderen Länder.

Anfangs gingen vornehmlich die

unmittelbaren Nachbarn auf kulturelle

Spurensuche, doch die Zahl der

Touristen auch aus Österreich, die

diesen noch etwas exotischen Landstrich,

der vom Landesinneren Litauens

bis zur Küste Estlands und Lettlands

und weiter zur Kurischen Nehrung

führt, steigt stetig. In Estland,

genau genommen auf der wildromantischen

Ostsee-Insel Hiiumaa,

gibt es sogar schon einige großzügig

ausgestattete Ferienhäuser zu buchen

(infos: www.lomarengas.fi).

Schon seit der Unabhängigkeit

der Baltischen Staaten im Jahr 1991

hat sich in den drei Ländern viel verändert.

Einige Regionen sind noch

wenig erschlossen, keines der Länder

ist touristisch überlaufen, und sie

werden mit jedem Jahr sicherer und

moderner. Die Mitteleuropäer bezeichnen

das Baltikum als einen Teil

Osteuropas. Tatsächlich liegt allerdings

der geografische Mittelpunkt

Europas nahe der litauischen Hauptstadt

Vilnius. Landschaftlich sind die

drei Länder ähnlich: große Ebenen,

flache Hügelländer, zahlreiche Flüsse,

Seen und Sumpfgebiete. Die höchste

Erhebung ist mit 318 Metern über

dem Meer der Suur Munamägi

(großer Eierberg) in Estland. Die Balten

sind sich auch in ihren Kulturen

sehr ähnlich, dennoch werden sie

nicht gerne über einen Kamm geschoren,

da jedes Land seine eigenständige

Identität mit speziellen kulturellen

und traditionellen Besonderheiten

wahrt. In allen drei Staaten

spielt die Musik eine sehr große

Rolle. Die Befreiung von der Sowjetunion

wird auch als so genannte

„singende Revolution“ bezeichnet. In

Lettland und Litauen ist Folklore die

traditionelle Musik, in Estland finden

sich die musikalischen Wurzeln in

zahlreichen Chören. In den Ländern

finden jährlich zahlreiche Sing- und

Liederfestivals statt.

NUMMER 2|JUNI 2006 33


FACTS&FIGURES

INSOLVENZSTATISTIK

5000

4000

3000

2000

1000

0

Ó Insolvenzen Ó Privatkonkurse Ó Neuprotokollierungen

1. Quartal 2004 1. Quartal 2005 1. Quartal 2006

MIT INSGESAMT RUND 1.700 UNTER-

NEHMEN sind im 1. Quartal 2006 etwas

weniger Unternehmen insolvent geworden

als im Vergleichszeitraum 2005. An der

Spitze die üblichen Verdächtigen: Bauwirtschaft

und Gastgewerbe, wobei Letzteres an

der statistischen Tatsache leidet, dass es

sehr viele Betriebe gibt, sodass ein in Wahrheit

unterdurchschnittliches Insolvenzaufkommen

regelmäßig für einen 2. Platz in der

Statistik sorgt. Problematisch dagegen die

Bauwirtschaft, der die Konjunkturwellen der

letzten Jahre und auch die gegenwärtig freigegebene

Serie von Großprojekten wenig

helfen wird. Der Grund ist, dass nach wie

vor die Ausschreibungsmethoden und ein

unveränderter Todestrieb zum Billigstbieter

an die tausend Bauunternehmen pro Jahr

in einen Abwärtssog ziehen.

AUSRÜSTUNGSINVESTITIONEN ZIEHEN AN

Österreichs Wirtschaft dürfte heuer real um 2,4 % wachsen, etwas rascher als im Durchschnitt

des Euro-Raums. Weiterhin tragen Export und Sachgütererzeugung die Konjunktur.

Quelle: KSV

Im exportorientierten Sektor der heimischen Wirtschaft

ist die Konjunktur anhaltend günstig. Laut aktueller

Prognose des WIFO wird die Warenausfuhr heuer

real um 6,5 % zunehmen. Vor allem die heimische Kfz-

Zulieferindustrie sollte von den Vorziehkäufen profitieren,

die in Deutschland vor der Anhebung des Mehrwertsteuersatzes

am 1. Jänner 2007 zu erwarten sind.

Die Nachfrage aus den erdölexportierenden Ländern

sowie den EU-Beitrittskandidatenländern Bulgarien und

Rumänien expandiert kräftig. Dank der Impulse vom Export

steigt die Wertschöpfung der heimischen Sachgütererzeugung

heuer real um 5 %; damit befindet sich die

Industrie im dritten Jahr einer sehr guten Konjunktur.

Trotz günstiger Rahmenbedingungen seitens der

Nachfrage und der Finanzierungsbedingungen stagnierten

die Investitionen der heimischen Unternehmen

bis Ende 2005. Die Meldungen im Investitionstest und

im Konjunkturtest des WIFO lassen nun in der Kfz- und

Stahlindustrie ebenso wie im Maschinen- und Anlagenbau

eine Umsetzung der immer wieder verschobenen

Investitionsprojekte erwarten. Die Ausrüstungsinvestitionen

könnten heuer real um 4 % steigen. Die Bauwirtschaft

beurteilt ihre Auftragslage ebenfalls optimistisch,

Produktion und Investitionen dürften 2006 um 2,5 % zunehmen.

Dazu trägt die Ausweitung der Investitionen

ins Straßennetz ebenso bei wie eine Belebung des Industriebaus.

Zuletzt haben sich auch die Rahmenbedingungen für

eine vorsichtige Erholung der Konsumnachfrage der privaten

Haushalte verbessert: Die Lohn- und Gehaltsabschlüsse

fielen höher aus als in den vergangenen Jahren.

Trotz hoher Energiepreise schwächte sich der

Preisauftrieb auf der Verbraucherebene zu Jahresbeginn

2006 merklich ab. Die Inflationsrate könnte im Jahresdurchschnitt

1,7 % betragen, das würde einen Anstieg

der Nettorealeinkommen pro Kopf um _% ermöglichen.

Unter der Annahme, dass sich die Sparquote nicht weiter

erhöht, erlaubt die Entwicklung der verfügbaren Einkommen

eine Ausweitung der Konsumausgaben um real 1,9 %.

Dies hätte positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

und die öffentlichen Haushalte. Nach fünf Jahren teils

kräftigen Rückgangs sollte bei der Zahl der Vollzeitarbeitsplätze

eine leichte Erholung einsetzen. In der Sachgütererzeugung

wächst die Produktion so rasch, dass

trotz der beträchtlichen Produktivitätssteigerung die Zahl

der Arbeitsplätze kaum mehr zurückgeht.

in Prozent

6

5

4

3

2

1

0

LANGFRISTIGE ZINSSÄTZE

USA

Österreich

Japan

2003 2004 2005 2006e 2007e

in Prozent

5

4

3

2

1

0

-1

KURZFRISTIGE ZINSSÄTZE

USA

Euro-Raum

Japan

2003 2004 2005 2006e 2007e

Veränderungen ggü Vorjahr in %

4

3

2

1

0

-1

2003

VERBRAUCHERPREISE

EU 15

USA

Japan

2004 2005 2006e 2007e

Quelle: WIFO

34 Leas•mich


IMMOBILIENMARKT

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Wiens Luxusmeile

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Fertigstellung Ende 2007

Mag. Michaela Orisich

» (01) 716 01-8244

michaela.orisich@rl.co.at

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