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1 FEBRUAR 2006 DAS KUNDENMAGAZIN DER RAIFFEISEN-LEASING

Postgebühr bar bezahlt, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf


INHALT Leas•mich NUMMER 1|FEBRUAR 2006

Kaum Mehr Unterstützung?

Wirtschaftsmedien widmeten sich in

letzter Zeit dem geringen Interesse

manch heimischer Bank an den

österreichischen KMU. Raiffeisen

steht dafür, dass der „Motor der

heimischen Wirtschaft“ auch in

Zukunft rund läuft.

MENSCHEN Siemens-Österreich-

Chefin Mag. Brigitte Ederer über

Europa-, Energie- und Verteilungspolitik.

SEITE 4

STEUER Großer Markt mit kleinen

Besonderheiten: die künftigen EU-

Mitgliedsstaaten Rumänien und

Bulgarien im Vergleich. SEITE 9

LIFESTYLE Elegant und elitär:

Warum immer mehr berufliche

High-Performer der Sportart

Fechten erliegen. SEITE 32

OFFENLEGUNG GEMÄSS §25 MEDIENGESETZ Eigentümer: Raiffeisen-Leasing GesmbH., Hollandstraße 11–13, 1020 Wien Gesellschafter: Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (51%), sämtliche Raiffeisen Landeszentralen (49%)

Geschäftsführer: Mag. Peter Engert, Mag. Karlheinz Sandler, Mag. Michael Ohner Geschäftstätigkeit: Sämtliche Formen des Maschinen- und Geräteleasings, Kfz- und Immobilien-Leasing sowie umfassende Dienstleistungen

IMPRESSUM Medieninhaber: Raiffeisen-Leasing GmbH., Hollandstraße 11–13, 1020 Wien, Tel.: O1/716 01 DW 8440, Fax: DW 8448, Internet-Adresse: http://www.raiffeisen-leasing.at, E-Mail-Adresse: leasing@rl.co.at Herausgeber: Prok. Andrea Weber

Produzent: Verlagsgruppe NEWS Gesellschaft m.b.H., FN 183971 HG, Taborstr. 1–3, 1020 Wien Geschäftsführung: Dkfm. Helmut Hanusch Objektleitung: Klaus Edelhofer Redaktionsbüro: Vojtisek KEG, E-Mail-Adresse: act.vojtisek@aon.at

Grafische Gestaltung: Greiner & Greiner, 1050 Wien Fotos: Buenos Dias, Alexander Wulz, Michael Appelt, Bernhard Michal Herstellung: Sibylle Bauer Druck: Druckerei Berger, 2580 Horn Vertrieb: Mediaprint-Zeitschriftenvertriebsgesellschaft, 1235 Wien

Die Raiffeisen-Leasing GmbH übernimmt keine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.

2 Leas•mich


EDITORIAL Andrea Weber 3

Ô MENSCHEN

Miss EU: Brigitte Ederer im Interview. 4

Ô RECHT

Die wichtigsten Änderungen im Handelsbzw.

Unternehmensgesetzbuch. 6

Ô STEUER

Rumänien und Bulgarien: großer Markt

mit kleinen Besonderheiten. 9

Ô COVERSTORY

KMU sind der wichtigste Job-Motor. Doch

finden sie auch genug Unterstützung? 12

Ô MEINUNG

GF Mag. Peter Engert erläutert die

geplante Expansion nach Nordeuropa. 19

Ô SERIE ABSATZPARTNER

COMPECO und Raiffeisen-Leasing:

Top-Finanzierung für TOP-IT. 20

Ô REPORTAGE

Security Check im ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrum

Innsbruck: ein Kundenevent. 22

Die Hollabrunner feiern mit den

Betreibern „fünf Jahre eurocenter”. 23

Maximaler Wohnkomfort am Kohlmarkt:

Gleichenfeier für „the MAX“. 24

Eröffnung der RZB-Niederlassung Frankfurt:

Expansion von Ost nach West. 25

Ô IMMOBILIEN

Das legendäre Innsbrucker

„Kaufhaus Tyrol“ wird reanimiert. 26

kika/Leiner eröffnet ein

Einrichtungshaus in Bratislava. 28

Spatenstich des Business- und Dienstleistungszentrums

Wacker in Volketswil. 29

Ô KUNDENPORTRÄT

Bio-Pionier Fischer Ski. 30

Ô KOMMENTAR

GF Mag. Karlheinz Sandler berichtet von

einem all-time-high für Raiffeisen-Leasing. 31

EDITORIAL

Partner der

Wirtschaft

ANDREA WEBER

Leiterin Marketing und PR

in der Raiffeisen-Leasing

Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bilden das Rückgrat der

österreichischen Wirtschaft. Mehr als 250.000 Unternehmen beschäftigen

knapp 1,6 Millionen Menschen. 99,6 % aller Unternehmen Österreichs

zählen zu dieser Gruppe, die wiederum mit Österreichs Banken wirtschaftlich

eng verflochten ist; einerseits finanziert sich das typische österreichische

KMU in einem hohen Ausmaß über Fremdkapital, andererseits sind die

KMU mit ihren vielfältigen Bedürfnissen auch aus Sicht der österreichischen

Banken eine Zielgruppe und ein Markt von ganz wesentlicher Bedeutung.

Doch offensichtlich nicht für alle Geldinstitute. Schließlich widmeten sich

auch einige Wirtschaftsmedien, darunter das „Industriemagazin“, dem geringen

Interesse manch heimischer Bank an den österreichischen KMU.

Dieser Rückzug, den verschiedene Banken gar nicht leugnen, basiert auf

reinen Profitabilitätsüberlegungen, denn in den neuen Märkten lässt sich

bei kaum mehr Risiko viel mehr Geld verdienen.

Das „Industriemagazin“ kommt in diesem Artikel (Ausgabe Nr. 6/2005)

jedenfalls zu dem Schluss, dass die Raiffeisen-Bankengruppe „jener Sektor

ist, der derzeit gegenüber dem Mittelstand die offensivste Strategie fährt“.

Tatsächlich ist Raiffeisen der mit Abstand wichtigste Finanzierungspartner

für die österreichischen KMU. 55 % haben eine Geschäftsbeziehung zu einer

Raiffeisenbank und für 36 % der befragten Unternehmen ist die Raiffeisenbank

zugleich die Hausbank (Umfrage Fessel-GfK 2004). Unsere Coverstory

widmet sich ebenfalls diesem Thema und stellt vier dieser KMU, stellvertretend

für viele andere unserer Kunden, vor. Was die Raiffeisen-Bankengruppe

dafür tut, damit der „Motor der heimischen Wirtschaft“ auch in Zukunft

rund läuft, lesen Sie ab Seite 12.

In Österreich wurde eine tief greifende Reform des Handelsrechtes

durchgeführt. Unser Rechtsexperte Andreas Gugl weist auf die wichtigsten

Änderungen im alten Handels- bzw. nunmehr neuen Unternehmensgesetzbuch

hin, das 2007 in Kraft treten wird.

Rumänien und Bulgarien stehen bei vielen Wirtschaftstreibenden mittlerer

Größe weit oben im Fokus ihrer Expansionsüberlegungen. Michael Bartsch

vermittelt allen Interessierten einen Überblick über die wichtigsten Steuersätze

der zukünftigen EU-Mitgliedsländer.

Viel Freude mit unserer neuesten Ausgabe, die hoffentlich wieder viel

Wissenswertes für Sie enthält.

Ô LIFESTYLE

Fechten: Kopf und Hand im Einklang. 32

FACTS & FIGURES 34

Ihre Andrea Weber

NUMMER 1|FEBRUAR 2006 3


MENSCHEN

Miss EU

Die neue Vorstandsvorsitzende der Siemens Österreich AG,

MAG. BRIGITTE EDERER, über Europa-, Energie- und Verteilungspolitik.

Den Namen Brigitte Ederer

verbinden viele Österreicher

auch über 10 Jahre

nach dem EU-Beitritt unseres

Landes automatisch damit. Legendär

die Szene nach dem erfolgreichen

Abschluss der Verhandlungen,

wo Außenminister Alois Mock

„seine“ – sichtlich überrumpelte –

EU-Staatssekretärin Ederer vor laufender

Kamera auf die Wange küsst.

Damals war die Freude nicht nur bei

den Beteiligten groß. Schmerzt es die

ehemalige „Miss EU“, dass die Vorteile

des EU-Beitritts von großen Teilen

der Bevölkerung in Frage gestellt

werden? „Ich kann die Skepsis teilweise

nachvollziehen,“ so Ederer.

„Trotzdem war und ist die Entscheidung

richtig und alternativlos.“ Leidenschaftlich

wird sie bei EU-Themen

immer noch. „Die EU-Mitgliedschaft

brachte Österreich so viele

Vorteile! Andererseits ist die Kritik

zum Teil schon gerechtfertigt, beispielsweise,

dass die EU zu wenig

Aktivitäten setzt bei der Bekämpfung

der Arbeitslosigkeit. Gemeinsame

Strategien für eine aktive Wirtschaftspolitik

erkenne ich bei den 25 EU-

Staaten auch nicht.“ Ratschläge will

sie den zuständigen Politikern nicht

geben. „Aber der Befund ist ja unbestritten:

Europas Konjunktur leidet an

der Nachfrageschwäche. Also muss

man die Nachfrage ankurbeln, zum

Beispiel mit öffentlichen Investitionen

in die Infrastruktur. Und das meinen

auch viele Experten.“ Apropos Infrastruktur:

als größter Industriekonzern

Österreichs ist Siemens bei derartigen

Ausgaben der öffentlichen Hand

fast zwangsläufig mit an Bord.

Spricht da nun die Vorstandsvorsitzende

oder die vormalige AK-Expertin

und engagierte Ex-Politikerin?

„Natürlich profitieren wir auch von Infrastrukturmaßnahmen

des Bundes

und der Länder“, meint die Siemens-

Chefin freimütig. „Aber seit 2000 Jahren

prosperiert die Wirtschaft immer

dort am stärksten, wo es funktionierende

Verkehrswege gibt. Infrastruktur

ist also nun mal notwendig für

jede wirtschaftliche Entwicklung, und

das ist wieder positiv für Siemens.“

VON DER POLITIKERIN

ZUR VORSTANDSVORSITZENDEN

Geboren ist Brigitte Ederer 1956 im

Frauenhospiz in Wien-Döbling. „Kurz

danach wurde es gesperrt“, lacht

sie. Aufgewachsen ist sie auf der anderen

Seite der Donau, in Floridsdorf,

wo sie ihre gesamte Schulzeit

absolvierte. Sie studierte Volkswirtschaft

an der Uni Wien und arbeitete

noch vor Ende des Studiums bereits

als Volontärin in der Arbeiterkammer

(AK) Wien, Abteilung Industriepolitik.

„Mein damaliger Chef war Ex-Finanzminister

Ferdinand Lacina“, vermerkt

sie stolz. Daneben blieb sogar noch

Zeit für die hohe Kunst. So lernte sie

auch Emmy Werner, spätere Direktorin

des Wiener Volkstheaters, kennen,

mit der sie gemeinsam Straßentheater

spielte. Doch Ederer drängte

es nicht zum Bühnenstar, sondern

sie blieb in der Welt der Wirtschaft

und Finanzen. Sie war 15 Jahre lang

industriepolitische Referentin der AK

Wien, bis sie dem Ruf der Politik

folgte und auch dort Karriere machte;

1992 wurde sie Staatssekretärin für

EU- und Entwicklungszusammenarbeit,

1995 Bundesgeschäftsführerin

der SPÖ, 1997 Stadträtin für Finanzen

und Wirtschaftspolitik der Stadt

Wien, 2001 verließ sie die Politik und

wandte sich wieder der Wirtschaft

zu: als Mitglied des Vorstands der

Siemens Österreich AG, zuständig –

wie sollte es anders sein – für Industrie

und Beteiligungen. „Ich habe die

Industrie eigentlich nie wirklich verlassen.“

Seit Dezember 2005 ist Ederer

Vorstandsvorsitzende.

EU-Parlamentarier Hannes Swoboda

ist seit vielen Jahren der Mann

an ihrer Seite. Das Paar hat keine

Kinder, dennoch ist eine Ehe, wo er

in Brüssel und sie in Wien arbeitet,

doch eher unkonventionell. Ederer

sieht darin nichts Außergewöhnliches.

„Wir führen eine ganz normale

Pendlerbeziehung, wie tausende burgenländische

Bauarbeiter seit vielen

Jahren auch“, lautet ihr lakonischer

Kommentar. Die räumliche Distanz

sei zwar ein bisschen größer als zwischen

Wien und Eisenstadt, aber die

Kommunikationsmöglichkeiten durch

Handy und E-Mail haben sich doch

sehr verbessert. „Mein Mann ist ja

auch fast jedes Wochenende in

Wien.“ Dass Ederer fast nie nach

Brüssel fliegt, hat auch mit Betreuungsverpflichtungen

zu tun. „In Wien

liegt unser Lebensmittelpunkt. An einem

Tag des Wochenendes kümmere

ich mich zudem um meine betagte

Mutter.“ Man müsse sich halt

organisieren und geschäftliche Verpflichtungen

in der Arbeitswoche unterbringen,

um die gemeinsame Zeit

auch wirklich nutzen zu können. Bestimmt

das Spannungsfeld zwischen

Wirtschaft und Politik auch das Gesprächsthema

am Wochenende?

„Natürlich sprechen wir oft über

grundsätzliche Dinge der Europäischen

Union. Für mich ist das spannend,

weil mein Mann ein enormes

Wissen darüber hat und ich mir auf

4 Leas•mich


»Wenn der Ölpreis weiter steigt, werden

sich alternative Energieformen wie Biomasse

und Geothermie sicher rechnen.«

VORSTANDSVORSITZENDE MAG. BRIGITTE EDERER

diese Weise viele Stunden an einschlägiger

Lektüre ersparen kann“,

meint sie verschmitzt. Bescheidenheit

ist eine Zier, aber da stellt die

ehemalige EU-Staatssekretärin ihr

Licht doch allzu sehr unter den

Scheffel. Was sie noch bewundert an

ihrem Mann ist dessen Gelassenheit.

„Ich bin eher ungeduldig.“ Eine Eigenschaft,

die Ederer im Big Business

nicht geschadet hat. Unter den

fünf Vorstandsmitgliedern (inklusive

Albert Hochleitner) fiel die Wahl des

neuen Vorsitzenden auf die einzige

Frau im Team. Warum? „Das müssen

Sie die Muttergesellschaft Siemens in

München fragen“, so Ederer, um

dann doch eine Begründung zu finden.

„Mein Geschäftsbereich hatte

sich in den vergangenen Jahren gut

entwickelt, aber das war sicher nicht

allein ausschlaggebend. Letztendlich

hatte auch Albert Hochleitner ein

maßgebliches Wort mitzureden, der

eindeutig deponierte, dass ich seine

Nachfolgerin werden sollte.“ Die

Frage der Führung des größten und

erfolgreichsten österreichischen Industriekonzerns

hat schließlich viele

Facetten, wirtschaftliche ebenso wie

politische.

GUT AUFGESTELLT IM BEREICH

ENERGIEERZEUGUNG UND -VERTEILUNG

Neben den Bereichen Telekommunikation,

Industrie und Infrastruktur ist

Siemens auch im Bereich Energieerzeugung

und -verteilung – sowohl

konventionell als auch ökologisch –

aktiv. Siemens betreibt Erdöl-, Gasund

Wasserkraftwerke, ist aber genauso

involviert im Öko-Energiebereich.

In Erlangen läuft ein Geothermie-Projekt

(Strom aus Erdwärme).

Siemens Österreich wiederum betreibt

zusammen mit der Raiffeisen-

Leasing inzwischen ein Speiseölkraftwerk

in Vorarlberg, zwei weitere

sind bis Sommer geplant. Gibt es

eine Forcierung von Öko-Energieprojekten

oder setzt Siemens weiterhin

eher auf Erdöl und Gas? „Sowohl

als auch“, so Ederer. „Wir werden

die traditionelle Energieerzeugung

nicht verlassen. Durch den Einzug

der Biomasse wird sich das Portfolio

aber verbreitern. Wenn der Ölpreis

weiter steigt, werden sich alternative

Energieformen wie Biomasse und

Geothermie sicher rechnen.“ Letztlich

sei alles eine Sache der Nachfrage

von Seiten der Energieerzeuger,

die bislang noch eher Wasserund

Gaskraftwerke forcieren. Sieht

sie in der Novellierung des Öko-

Stromgesetzes (Kürzung der Förderbudgets)

das richtige Signal für die

Energiepolitik unseres Landes? „Klar

ist, dass die Förderung jemand zahlen

muss, und das ist in der Regel

der Stromkonsument. Das hat verteilungspolitisch

negative Auswirkungen“,

blitzt die Politikerin bei Ederer

durch. Positiv beurteilt sie, dass die

Förderungen dazu beitrugen, den

Weg für andere Energieformen zu

ebnen.

Neben der hiesigen Marktführerschaft

ist Siemens Österreich Top-

Player in Zentral- und Osteuropa

(Slowakei, Kroatien, Slowenien, Serbien-Montenegro,

Bosnien-Herzegowina,

Rumänien und Bulgarien),

auch hier besonders stark im Bereich

Telekommunikation. Und welches

dieser Länder ist die Cash-

Cow? „Ich möchte da niemand hervorheben.

20 Prozent des Gesamtumsatzes

von Siemens Österreich

kommen aus dem Wirtschaftsraum

CEE, das zeigt dessen wachsende

Bedeutung für den Konzern. Wir sehen

hier einen gemeinsamen Wirtschaftsraum

Österreich – CEE mit 75

Millionen Einwohnern, das ist eine

klare Zukunftsperspektive.“

NUMMER 1|FEBRUAR 2006 5


RECHT&STEUER

Vom Kaufmann zum Unternehmer

Mag. Andreas Gugl weist auf die wichtigsten Änderungen im Handels- bzw.

nunmehr UNTERNEHMENSGESETZBUCH hin, das 2007 in Kraft treten wird.

Angeregt durch die tief greifende

Handelsgesetzbuch-

Reform in Deutschland im

Jahre 1998 sowie europarechtliche

Rechtsvereinfachungsbestrebungen

wurde nunmehr auch in

Österreich eine umfassende Reform

des Handelsrechtes durchgeführt.

Am 27. 10. 2005 wurde das Handelsrechtsänderungsgesetz

(HaRÄG),

mit welchem das Handelsgesetzbuch

(HGB) in Unternehmensgesetzbuch

(UGB) umbenannt wurde, mit

Bundesgesetzblatt Nr. 120/2005

kundgemacht. Das HaRÄG und somit

das UGB werden mit Jahresbeginn

2007 in Kraft treten.

Nach dem Vorbild des Konsumentenschutzgesetzes

wurden die längst

überholten Kaufmannstatbestände

des HGB durch einen einheitlichen

und umfassenden Unternehmerbegriff

abgelöst. Auch der längst verfehlte

Leitbegriff des Handels wurde

eliminiert. Das UGB kennt nunmehr

zwei Grundtypen von Unternehmern:

Einzelunternehmer und Unternehmer

kraft Rechtsform.

EINZELUNTERNEHMER

Einzelunternehmer sind natürliche

oder juristische Personen oder Mitunternehmer

in einer Gesellschaft

bürgerlichen Rechts, die ein Unternehmen

betreiben, sofern sie nicht

Unternehmer kraft Rechtsform sind.

Ein Unternehmen ist jede auf Dauer

angelegte Organisation selbständiger

wirtschaftlicher Tätigkeit, mag sie

auch nicht auf Gewinn gerichtet sein.

Die Anlehnung dieser Definition an

§ 1 Abs 2 Satz 1 KSchG dient dem

Ziel, den subjektiven Anknüpfungspunkt

im Unternehmensrecht und im

Verbraucherschutz möglichst einheitlich

auszugestalten und auf professionell

agierende Marktteilnehmer zu

beziehen. Vereinfacht formuliert,

lässt sich der Einzelunternehmer –

zur Abgrenzung gegenüber dem Unternehmer

kraft Rechtsform – auch

als „Unternehmer kraft unternehmerischer

Tätigkeit“ bezeichnen.

Dieses auf den ersten Blick sehr

einfach erscheinende Konzept

zwingt jedoch bei näherem Hinsehen

zu manchen Unterscheidungen. Dies

hängt zum einen mit der Eintragung

im Firmenbuch zusammen. Größenabhängige

Differenzierungen, wie sie

nach dem derzeit noch geltenden

Recht der Unterscheidung von Vollkaufleuten

und Minderkaufleuten zugrunde

liegen, kennt das UGB im Allgemeinen

nicht mehr. Vielmehr soll

künftig allen Einzelunternehmern

ohne Rücksicht auf ihre Größe die

Eintragung im Firmenbuch freigestellt

sein. Wird eine Eintragung vorgenommen,

stehen Vergünstigungen

wie rechtlicher Firmenschutz und die

Möglichkeit, Prokura zu erteilen, offen.

Die Eintragung in das Firmenbuch

ist für unternehmenstragende

juristische Personen und rechtsfähige

Gesellschaften konstitutiv.

Auch wer nicht unternehmerisch

tätig, aber eingetragen ist und unter

einer Firma handelt, ist Unternehmer.

Hinsichtlich der Anwendbarkeit

des UGB in Bezug auf Freiberufler

sowie Land- und Forstwirte bestehen

Besonderheiten. Die generelle Anwendbarkeit

ist am politischen Widerstand

dieser Berufsgruppen ge-

6 Leas•mich


DIE OFFENE HANDELSGESELLSCHAFT

und die Kommanditgesellschaft kann für

gewerbliche Tätigkeiten, aber auch zur

bloßen Vermögensverwaltung oder zu

ideellen Zwecken gewählt werden. Auch

reine Phantasiefirmen sind zulässig,

beispielsweise Nordic-Walking KG.

scheitert. Gemäß § 4 UGB unterliegen

die Angehörigen der freien Berufe

sowie der Land- und Forstwirtschaft

grundsätzlich nicht dem UGB,

diese Regel wird jedoch durch weit

reichende Ausnahmen eingeschränkt.

Freiberufler sowie Land- und Forstwirte

gelten nämlich für die Anwendung

des 4. Buchs des UGB („unternehmensbezogene

Geschäfte“) stets

als Unternehmer; dies korrespondiert

mit ihrer Rechtsstellung im Verbraucherschutzrecht.

Ferner wird ihnen

die Möglichkeit einer freiwilligen

Eintragung im Firmenbuch eröffnet

(„Opting-In“), wodurch sie sich dem

Gesetzbuch „unterstellen“ (§ 4 Abs 3

UGB). Im Ergebnis nähern sie sich

damit in der Rechtsstellung weitgehend

jener der übrigen Einzelunternehmer

an.

UNTERNEHMER KRAFT RECHTSFORM

Der Unternehmer kraft Rechtsform ist

ohne Rücksicht auf seine Tätigkeit

Unternehmer. Der § 2 UGB enthält

eine Aufzählung der erfassten

Rechtsformen, die weit über den gegenwärtigen

Katalog hinausgeht. Unternehmer

kraft ihrer Rechtsform sind

die Aktiengesellschaft, die Gesellschaft

mit beschränkter Haftung, Erwerbs-

und Wirtschaftsgenossenschaften,

europäische wirtschaftliche Interessenvereinigungen

(EWIV), Versicherungsvereine

auf Gegenseitigkeit,

Sparkassen, europäische Gesellschaften

(SE) und europäische Genossenschaften

(SCE).

ZWECKÖFFNUNG DER

PERSONENGESELLSCHAFT

Die Offene Handelsgesellschaft und

die Kommanditgesellschaft sind

nach dem Recht des HGB auf den

Betrieb eines vollkaufmännischen

Handelsgewerbes beschränkt. Mit

Inkrafttreten des UGB ist diese Gesellschaftsform

für jeden unternehmerischen

Zweck erlaubt. Die Offene

Handelsgesellschaft und die Kommanditgesellschaft

stehen daher zu

gewerblichen, beruflichen oder sonstigen

wirtschaftlichen Tätigkeiten,

aber auch zur bloßen Vermögensverwaltung

oder auch zu ideellen

Zwecken zur Verfügung. Das UGB

hält darüber hinaus fest, dass diese

Gesellschaftsform auch für freiberufliche

wie für land- und forstwirtschaftliche

Tätigkeiten herangezogen werden

kann. Dies erübrigt künftig die

(in ihrer Organisationsstruktur ohnehin

völlig parallele) Rechtsform

der OEG und KEG. Der Wegfall der

Beschränkung auf das Handelsgewerbe

hat zur Folge, dass die Offene

Handelsgesellschaft künftig „offene

Gesellschaft“ (OG) heißen wird. Die

Kommanditgesellschaft behält ihren

Namen. Dieser weit reichenden

Zwecköffnung entspricht es aber

auch, dass OG und KG künftig Unternehmer

kraft Rechtsform sein sollen.

Da eine nicht eingetragene OG

oder KG nicht mehr bestehen kann,

gewinnt die GesBR an Bedeutung.

Damit diese nicht überhand nimmt,

hat der Gesetzgeber vorgesehen,

dass Personen, die ein Unternehmen

in der Rechtsform der GesBR betreiben,

verpflichtet sind, die Gesellschaft

als OG oder KG eintragen zu

lassen, sofern das Unternehmen

einen jährlichen Umsatzerlös von

EUR 400.000,– erzielt. Die Übersichtlichkeit

der Gesellschaftsformen wird

dadurch wesentlich erhöht; die Entscheidung

für eine Rechtsform hängt

künftig nicht mehr vom Gegenstand

der Gesellschaft ab. Die Abgrenzung

zu den Kapitalgesellschaften erfolgt

vielmehr nach der gewünschten Haftung;

die Abgrenzung zur Gesellschaft

bürgerlichen Rechts danach,

ob ein gesellschaftsrechtlicher Zusammenschluss

mit persönlicher

Haftung der Gesellschafter Rechtspersönlichkeit

haben soll oder nicht.

RECHNUNGSLEGUNG

Die Anwendung der Rechnungslegungsvorschriften

ist bei Einzelunternehmern

und Personengesellschaften

nicht zwingend, sondern gilt nur

für Unternehmer mit einem Jahresumsatzerlös

von EUR 400.000,–. Für

unternehmerisch tätige natürliche

Personen, die der Rechnungslegungspflicht

unterliegen, besteht –

während es sonstigen Einzelunternehmen

grundsätzlich freisteht –

eine Pflicht, sich in das Firmenbuch

einzutragen. Zwingend sind die

Rechnungslegungsvorschriften anzuwenden

bei Kapitalgesellschaften

und Personengesellschaften, bei denen

kein unbeschränkt haftender

Gesellschafter eine natürliche Person

ist (praktisch vor allem also die

GmbH & Co KG mit persönlich unbeschränkter

Haftung nur der GmbH);

in diesen Fällen ist die Rechnungslegungspflicht

nicht von Größenkriterien

abhängig. Dezidiert ausgenommen

von der Rechnungslegungspflicht

sind im Übrigen Angehörige

der freien Berufe und der Land- und

Forstwirtschaft, die ihren Beruf als

Einzelunternehmer oder im Rahmen

einer offenen Gesellschaft oder einer

Kommanditgesellschaft ausüben, sowie

körperschaftsteuerbefreite Genossenschaften

(iSd § 5 Z 9 KStG).

FIRMENRECHT

Im Firmenrecht wurden die Firmenbildungsvorschriften

grundlegend liberalisiert.

Es beruht auf den

Grundsätzen der freien Firmenbildung

und des Zwanges zum Rechtsformzusatz.

Künftig darf jeder Unternehmer

seine Firma frei wählen; der

Zwang der Personen- oder Sachfirma

entfällt. Auch reine Phantasiefirmen

sind zulässig. Als materielle Beschränkung

ist nur vorgesehen, dass

die Firma Kennzeichnungs- und Unterscheidungskraft

besitzen muss

und nicht zur Irreführung geeignet

sein darf. Als besondere Ausprägung

des Irreführungsverbots erscheint

die Bestimmung, wonach die Namen

anderer Personen als des Einzelunternehmers

oder eines persönlich

unbeschränkt haftenden Gesellschafters

nicht in die Firma aufgenommen

werden dürfen, wenn nicht

die Gefahr einer Irreführung über deren

Rechtsstellung offenkundig ausgeschlossen

ist. Diese weit rei-

NUMMER 1|FEBRUAR 2006 7


RECHT&STEUER

chende Freiheit der Firmenbildung

korreliert mit dem Gebot, stets einen

der Rechtsform des Unternehmensträgers

entsprechenden Rechtsformzusatz

zu führen. Dies gilt in

Hinkunft auch für Einzelunternehmer,

für die offene Gesellschaft und die

Kommanditgesellschaft.

UNTERNEHMENSÜBERGANG

Künftig soll der Kontinuität eines Unternehmens

als Sondervermögen

dadurch stärker Rechnung getragen

werden, dass ein Unternehmenserwerber

in alle unternehmensbezogenen

Rechtsverhältnisse des Unternehmensveräußerers

eintritt. Der Veräußerer

haftet aber für die Dauer von

fünf Jahren nach. Voraussetzung für

den Eintritt des Erwerbers in alle unternehmensbezogenen

Rechte und

Pflichten ist die Fortführung der

Firma. Der Eintritt in die unternehmensbezogenen

Rechte und Pflichten

ist dispositiv und kann durch Eintragung

im Firmenbuch vom Unternehmenserwerber

drittwirksam abgelehnt

werden. Gegenstand der

ipso iure übergehenden Rechtsverhältnisse

sind insbesondere Verträge,

sodass § 38 Abs 1 UGB eine

gesetzliche Vertragsübernahme anordnet,

bei der es auf die Zustimmung

des Dritten nicht ankommt.

Hierdurch kommt es zu einer Annäherung

an die Fälle der umgründungsrechtlichen

Gesamtrechtsnachfolge,

sodass künftig die Unternehmensübertragung

auch für den Einzelunternehmer

einfacher wird. In

zwei Fällen sieht § 38 UGB Ausnahmen

vom uneingeschränkten Übergang

der Rechtsverhältnisse vor: Der

Übergang entfällt bei „höchstpersönlichen“

Rechtsverhältnissen (§ 38

Abs 1 UGB). Ist das Rechtsverhältnis

zwar nicht höchstpersönlich, werden

durch seinen Übergang aber wesentliche

Interessen des Dritten verletzt,

so kann dieser dem Übergang

innerhalb von drei Monaten widersprechen.

Sollte der Übergang des

Rechtsverhältnisses unterbleiben, so

kann es wegen § 1409 ABGB gleichwohl

zu einer Haftung des Erwerbers

kommen. §§ 38 f UGB gilt nur subsidiär

gegenüber anderen Rechtsnormen,

die für speziellere Fälle einen

Übergang von Rechtsverhältnissen

vorsehen.

UNTERNEHMENSBEZOGENE

GESCHÄFTE

Auch das Recht der Handelsgeschäfte,

die künftig „unternehmensbezogene

Geschäfte“ heißen, ist

durch zahlreiche Änderungen geprägt.

Die wichtigsten Neuerungen:

Die Verkürzung über die Hälfte

soll nunmehr auch dem Unternehmer

beim unternehmensbezogenen

Geschäft zugute kommen. Sie wird

für den eingetragenen Unternehmer

nur als dispositives Recht gelten.

Die Bestimmungen über das Kontokorrent

wurden geändert; der anerkannte

Saldo hat künftig die Qualität

eines „abgeschwächt abstrakten

Schuldverhältnisses“.

Die Bestimmungen über den gutgläubigen

Eigentums- und Pfandrechtserwerb

in § 366 HGB wurden

mit §§ 367, 456 ABGB verschmolzen

und finden somit ihren Standort im

ABGB.

Die außergerichtliche Pfandverwertung,

wie sie bisher nur im Handelsrecht

bekannt war, wird künftig

für bewegliche Sachen ganz allgemein

zulässig sein.

Im Recht des Handelskaufs, der

künftig nur noch „Kaufvertrag“ heißt,

wurde vor allem die Mängelrüge

überarbeitet. So ermöglichte eine

Anpassung an das UN-Kaufrecht,

dass dem Käufer bei der Reklamation

eines Mangels eine angemessene

Frist offen steht (in Anlehnung

an die österreichische Rechtsprechung

zum UN-Kaufrecht 14 Tage).

Ferner wurden die Rechtsfolgen des

Rügeversäumnisses klargestellt; Demgemäß

bleibt ein Anspruch auf den

Mangelfolgeschaden sowie ein Anspruch

auf deliktischen Schadenersatz

auch bei Unterbleiben der rechtzeitigen

Rüge unberührt.

Weiters wurde das Recht des

Werkbestellers, das Entgelt wegen

eines Verbesserungsanspruchs zurückzubehalten,

künftig auf das Dreifache

der Verbesserungskosten,

mindestens aber ein Fünftel des Entgelts

beschränkt und festgelegt,

dass bei Bauverträgen sowohl der

Unternehmer gegen den Besteller

(„Bauhandwerkersicherung“) als

auch der Besteller gegen den Unternehmer

einen Anspruch auf Sicherheit

hat.

SOMMERS BAUER, WINTERS SKILEHRER:

Andere Regelungen bei der Anwendbarkeit

des UGB in Bezug auf Freiberufler

sowie Land- und Forstwirte bestehen.

8 Leas•mich


Auch der Werklohnanspruch des

Unternehmers eines Bauwerks, einer

Außenanlage zu einem Bauwerk oder

eines Teils davon wird künftig abgesichert:

Der Unternehmer kann vom

Besteller für das noch ausstehende

Entgelt eine Sicherstellung bis zur

Höhe eines Fünftels des vereinbarten

Entgelts verlangen; bei kurzfristig,

das heißt binnen drei Monaten zu erfüllenden

Verträgen bis zur Höhe von

zwei Fünfteln. Im Gegenzug soll der

Besteller vom Unternehmer für die

vertragsgemäße Leistung Zug um

Zug eine gleichwertige Sicherstellung

fordern können. Geeignet sind dafür

Bargeld, Bareinlagen, Sparbücher,

Bankgarantien oder Versicherungen.

Wird dem Sicherstellungsbegehren

nicht entsprochen, kann der andere

Teil vom Vertrag zurücktreten. Die

Verwertung der Sicherstellung ist nur

im Rahmen eines Insolvenzverfahrens

über das Vermögen des Sicherungsgebers

oder nach einem Gerichtsurteil

erster Instanz zur Leistung

der gesicherten Forderung möglich.

FAZIT

Zusammenfassend lässt sich sagen,

dass mit dem neuen Unternehmertatbestand

die durch den Kaufmannsbegriff

entstandenen Spannungsfelder

sowohl innerhalb des

HGB als auch zwischen kaufmannsbezogenem

Handels- und unternehmensbezogenem

Konsumentenschutzrecht

überwunden wurden.

Der dadurch entstehende einheitliche

Anknüpfungspunkt für unternehmerisches

Wirken im Wirtschaftsleben

dient ganz wesentlich der

Rechtsklarheit und der Rechtsvereinfachung.

Diese beiden Aspekte sowie

die weit greifende Rechtsbereinigung

des Handelsrechts und die

Einräumung von Wahlmöglichkeiten

und Gestaltungsoptionen des Unternehmers,

die sein wirtschaftliches

Agieren flexibler machen, ohne dass

dadurch der Informationsbedarf des

Geschäftsverkehrs Schaden nimmt,

machen die Reform zu einem Meilenstein

des Wirtschaftsrechts auf

dem Weg zu einem modernen Unternehmensrecht.

Großer Markt

mit kleinen

Besonderheiten

Der EU-BEITRITT RUMÄNIENS UND BULGARIENS rückt

näher. Mag. Michael Bartsch gibt einen Überblick über die

wichtigsten Steuersätze der zukünftigen Mitgliedsländer.

Nachdem in allerjüngster Vergangenheit

große österreichische

Unternehmen

massiv in der Wirtschaftsregion

Rumänien und Bulgarien investiert

haben, stehen diese Staaten jetzt

auch bei vielen Wirtschaftstreibenden

mittlerer Größe weit oben im Fokus

ihrer Expansionsüberlegungen.

Rumänien und Bulgarien werden,

sollte es nicht zu einem Beitritt im

Jahr 2007 kommen, der Europäischen

Union spätestens im Jahr

2008 beitreten. Beide Staaten bieten

den Vorteil eines großen Marktes –

Rumänien alleine hat etwa 22 Mio.

Einwohner – und gewährleisten zudem,

neben niedrigen Arbeitskosten,

ein stabiles Rechts- und Steuersystem,

das den Erfordernissen der

EU zunehmend entspricht.

Dieser Artikel soll einen kurzen

Überblick über die wichtigsten Steuern

und die Steuersätze in Rumänien

und Bulgarien geben, möchte dem

Leser aber auch – freilich ohne den

Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben

– steuerliche Tipps aus der Praxis

zum Umsatzsteuerrecht in diesen

beiden Staaten vermitteln, da die Erfahrung

zeigt, dass gerade die Umsatzsteuer

die Steuer ist, mit der man

sich bei Eintritt in einen neuen Markt

zuallererst beschäftigen muss.

DIE CRUX MIT DER UMSATZSTEUER

Um Unterschiede im Umsatzsteuerrecht

zwischen diesen beiden Staaten

herauszuarbeiten, lassen Sie uns

eine Gesellschaft mit beschränkter

Haftung sowohl in Rumänien als

auch in Bulgarien gründen.

Grundsätzlich folgt schon sowohl

das rumänische als auch das bulgarische

Umsatzsteuergesetz der 6. EU-

MwSt-Richtlinie. Trotz aller sich dadurch

ergebender Ähnlichkeiten, gibt

es jedoch teils signifikante Abweichungen:

In Rumänien existiert die gesetzliche

Pflicht zur umsatzsteuerlichen

Registrierung für Unternehmer ab

einer Umsatzmindestgrenze von

ROL 2.000.000.000,– (das sind ca.

EUR 55.000,–). Achtung! Nach der

Währungsumstellung im Frühling

2005 – dabei wurden einfach vier

Nullen gestrichen – liegt die Umsatzmindestgrenze

bei RON 200.000,–.

Die freiwillige Registrierung zur

Umsatzsteuer ist für Unternehmer in

Rumänien, die umsatzsteuerpflichtige

Lieferungen und Leistungen unter

dieser genannten Grenze ausführen,

allerdings möglich. Damit

verbunden ist natürlich die Vorsteuerrückerstattung,

die allerdings erst

ab einem Vorsteuerüberhang von ca.

EUR 1.380 vorgenommen werden

kann.

Die Rückerstattung erfolgt immer

erst nach einer Umsatzsteuerprüfung.

Dabei wird ein grundsätzlicher

Betrag errechnet, den der Unternehmer

ohne weitere Steuerprüfung

zurückfordern kann. Wird dieser Betrag

überschritten, muss erst eine

neuerliche Risikoprüfung erfolgen.

Die gesetzliche Frist für die

Rückerstattung beträgt 45 Tage. Die

NUMMER 1|FEBRUAR 2006 9


RECHT&STEUER

Erfahrung zeigt allerdings, dass sich

die Rückzahlung verzögern kann.

Verspätungen von ein bis zwei Monaten

sind wahrscheinlich. Bei Überschreiten

der Frist müssen aus der

Finanzkasse Verzugszinsen bezahlt

werden. Ob sich dieser Anspruch

durchsetzen lässt, wird sich in der

Zukunft noch zeigen.

In Bulgarien dagegen kann die umsatzsteuerliche

Registrierung bei den

Steuerbehörden erst bei Erreichen

eines Mindestumsatzes von BGN

50.000,– (das sind. ca. EUR 25.700,–)

in den letzten 12 Monaten vorgenommen

werden. Unter diesem Mindestumsatz

ist keine freiwillige Registrierung

erlaubt. Damit ist aber auch

kein Vorsteuerabzug möglich. In der

Praxis ist die gesetzlich vorgesehene

– relativ tief angesetzte – Umsatzmindestgrenze

aber durch Erbringung

RUMÄNIEN

Einkommensteuer: 16% (flat rate)

Veräußerungsgewinne: 16%

Körperschaftsteuer: 16%

Verlustvortrag: 5 Jahre (kein Verlustrücktrag)

Unterkapitalisierungsregeln: 3 : 1 (nicht bei

Darlehen von Banken)

Quellensteuer: 16 % (Dividenden an Nichtresidente,

Zinsen, Lizenzen, Managementleistungen)

Reduziert durch das DBA Österreich – Rumänien:

Dividenden: 15 %

Zinsen: 10 %

Lizenzen: 10 %

Gem. Art. 11(3) DBA Rumänien – Österreich

reduziert sich die Quellensteuer für Zinszahlungen

an österreichische Banken auf 0%

Das neue DBA Österreich – Rumänien (veröffentlicht

Nov. 2005; Inkrafttretungstermin wahrscheinlich

1. 1. 2007) bringt eine Reduktion:

Dividenden: 0 %–5 %

Zinsen: 0 %–3 %

Lizenzen: 3 %

Umsatzsteuer: 19 % Normalsteuersatz

9 % Reduzierter Steuersatz

Grunderwerbsteuer: 0,5 %–2 %; gestaffelt

nach Höhe des Kaufpreises

Gebäudesteuer: 0,5 %–1 %

von Lieferungen und Leistungen an

eine bulgarische (Tochter-)Gesellschaft

durchaus erreichbar. Ab dem

1. 1. 2006 vermindert sich diese Umsatzmindestgrenze

überdies auf

BGN 25.000,– (das sind ca. EUR

12.850,–).

Eine zweite Möglichkeit, die Bestimmungen

zur Umsatzmindestgrenze

in Bulgarien zu umgehen, ist

die Gründung einer Gesellschaft mit

einem Stammkapital von zumindest

BGN 500.000,–. Hier kann dann sofort

ein Antrag auf die Registrierung

zur Umsatzsteuer gestellt werden.

Innerhalb einer Frist von drei Tagen

nach der Umsatzsteuerregistrierung,

kann die gesamte Vorsteuer,

die auf Lieferungen vor Erreichen der

Umsatzmindestgrenze entfallen ist,

geltend gemacht werden. Vorsteuer,

die auf „sonstige Leistungen“ entfällt,

VERGLEICH: DIE ZWEI LÄNDER IM STEUERCHECK

BULGARIEN

Einkommensteuer: progressiv von 10 % bis 24 %

steigend

Veräußerungsgewinne: 10 %

Körperschaftsteuer: 15 auf den handelsrechtlichen

Gewinn, adaptiert für steuerliche Zwecke

Verlustvortrag: 5 Jahre (kein Verlustrücktrag)

Unterkapitalisierungsregeln: 2 : 1 (kompliziert

geregelt)

Quellensteuer: 15 % (Dividenden, Zinsen, Lizenzen)

Reduziert durch das DBA Österreich – Bulgarien:

Dividenden: 0 %

Zinsen: 0 %

Lizenzen: 0 %

Umsatzsteuer: 20% Normalsteuersatz, 7% für

gewisse Dienstleistungen im Tourismusbereich

Grunderwerbsteuer: 2% des Kaufpreises

oder Schätzwertes

Grundsteuer: 0,15% (jährlich vom Steuermessbetrag)

die an den Unternehmer erbracht

wurde und mangels Erreichen der

Umsatzgrenze noch nicht zurückgefordert

werden konnte, geht allerdings

verloren. Die Rückerstattungsfrist

beträgt 135 Tage (!). Das sind

3 Monate (= drei Umsatzsteuervoranmeldungszeiträume)

+ 45 Tage für

eine Steuerprüfung. Es werden die in

Frage kommenden Vorsteuern auch

erst einmal mit der Umsatzsteuer aus

diesen drei Voranmeldungszeiträumen,

dann mit anderen Steuerschulden

verrechnet, bevor ein eventueller

Vorsteuerrest erstattet wird.

Nach neuestem Informationsstand

müssen nach Erreichen der Umsatzmindestgrenze

vorher an andere Unternehmer

erbrachte Lieferungen und

Leistungen nicht nachträglich der

Umsatzsteuer unterzogen werden (!).

Ob die bulgarische Steuerbehörde

bei der obligaten Steuerprüfung in

einem solchen Fall da nicht anders

darüber denkt, bleibt (noch) unbeantwortet.

Eine weitere Besonderheit in Bulgarien

ist die verpflichtende Einrichtung

eines Umsatzsteuerkontos bei einer

bulgarischen Bank binnen 14 Tagen

nach der erfolgten Registrierung, das

den Steuerbehörden bekannt gegeben

werden muss und auf das alle

Zahlungen zu erfolgen haben.

Sowohl in Rumänien als auch in

Bulgarien sind formale Rechnungsmerkmale

zu erfüllen, soll die Vorsteuer

zurückgefordert werden können.

Für die Konzernverrechnungen

über die Grenze ist aus umsatzsteuerlicher

Sicht zu beachten:

Für bestimmte Leistungen – hier

handelt es sich um sogenannte Katalogleistungen,

wie z. B. Vermietung,

Verpachtung oder Leasing –, die an

einen rumänischen, zur Umsatzsteuer

registrierten Unternehmer von

einem ausländischen Unternehmer

ohne umsatzsteuerliche Registrierung

in Rumänien erbracht werden,

gilt das Reverse Charge System. Das

heißt insbesondere

ÿ kein Ausweis der Umsatzsteuer

auf der Rechnung;

ÿ keine Zahlung der Umsatzsteuer.

10 Leas•mich


Seit 1. 1. 2005 kommt zudem in

Rumänien bei Veräußerung von Immobilien

eine Umsatzsteuerverrechnung

ähnlich dem Reverse Charge

zur Anwendung. Die Umsatzsteuer

aus Immobilientransaktionen braucht

nicht mehr an die Finanzbehörde abgeführt

zu werden bzw. hat der Erwerber

keinen Vorsteuererstattungsanspruch.

Verkäufer und Erwerber müssen

vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmer

in Rumänien sein. Anders

als im Reverse-Charge-Fall hat allerdings

der Verkäufer eine ganz normale

Umsatzsteuerrechnung, auf der

sich ein Hinweis auf die Umsatzsteuerverrechnung

befinden muss, auszustellen

bzw. müssen Verkäufer und Erwerber

Vorsteuer und korrespondierende

Umsatzsteuer aus dem Grundstückskauf

in ihre Bücher aufnehmen.

Anders als in Rumänien gelten in

Bulgarien dagegen sehr restriktive

Voraussetzungen für die Anwendung

der Reverse-Charge-Regelungen.

Vor allem muss die Leistung in Zusammenhang

mit einer steuerfreien

Leistung des Empfängers erbracht

werden – das wird eher selten der

GRUNDSÄTZLICH folgt sowohl das

rumänische als auch das bulgarische

Umsatzsteuergesetz der 6. EU-MwSt-

Richtlinie. Doch es gibt auch signifikante

Abweichungen. So muss man sich die

Steuergesetze dieser Länder gut ansehen,

will man gute Geschäfte machen –

und das nicht nur im UNESCO-Weltkulturerbe-Städtchen

Schässburg in Siebenbürgen.

Fall sein. In der Praxis wird daher der

ausländische Unternehmer um die

Registrierung zur Umsatzsteuer nicht

herumkommen.

Gehört zum Geschäftsfeld der neu

gegründeten Gesellschaft der Export

von Waren, so ist das in Rumänien

und in Bulgarien echt steuerbefreit.

Ansonsten gibt es in den beiden Umsatzsteuergesetzen

stark voneinander

abweichende Regelungen zum

Thema unechte und echte Befreiungen.

So ist etwa in Rumänien die

Vermietung und Verpachtung von

unbeweglichem Vermögen unecht

befreit. Wiederum steuerpflichtig ist

die Vermietung und Verpachtung von

gewerblichen Immobilien in Bulgarien.

Hier ist also nicht darauf zu vertrauen,

dass die lokalen Regelungen

dem gewohnten Muster folgen.

Zu klären ist auch, ob die Gründung

einer Gesellschaft vor Ort im

Zusammenhang mit der Expansion

nach Rumänien oder Bulgarien überhaupt

notwendig ist.

Für beide Staaten gilt jedenfalls,

dass ausländische Unternehmer

ohne Betriebsstätte, aber mit steuerpflichtigen

Leistungen, in Rumänien

jedenfalls einen Fiskalvertreter vor

Ort zu bestimmen haben. Zudem ist

die Vorsteuerrückerstattung an ausländische

Unternehmer ein eher

schwer durchzusetzender Anspruch.

Abschließend bemerkt, sprechen

aber wohl auch außerhalb des Steuerrechtes

viele andere Gründe für die

Gründung einer Gesellschaft vor Ort.

So ist zum Beispiel in beiden Staaten

der Erwerb von Grundstücken durch

Ausländer – nicht aber durch inländische

Gesellschaften mit Ausländerbeteiligung

– erschwert bzw. verboten.

Die Gründung einer Gesellschaft

wird aber möglicherweise auch aus

geschäftspolitischen Überlegungen –

hier vor allem die Marktpräsenz – geboten

erscheinen.

NUMMER 1|FEBRUAR 2006 11


COVERSTORY

12 Leas•mich


NUMMER 1|FEBRUAR 2006 13


COVERSTORY KMU

Welches „kleine und mittlere

Unternehmen“ unter

den Sammelbegriff

KMU fällt, war in der

Vergangenheit durchaus auch eine

Frage der individuellen Interpretation.

Die unterschiedlichen europaweiten

Auslegungen machten es notwendig,

eine eindeutige Definition zu finden,

um Transparenz und Rechtssicherheit

bei der Vergabe von KMU-Fördergeldern

zu erreichen. Diese Typisierung

(siehe Kasten KMU-Definition)

ist mit dem 1. Jänner 2005 in

Kraft getreten.

Basierend auf dieser Definition

kann man Österreich zweifelsohne

als „Land der KMU“ bezeichnen. Laut

KMU Forschung Austria fallen ganze

99,6 % der heimischen Wirtschaft in

diese Klasse. Hält man sich weiters

vor Augen, dass 65 % der Beschäftigten

in kleinen und mittelständischen

Unternehmen tätig sind, wird der immense

Stellenwert, den die KMU als

Arbeitgeber haben, deutlich. Die

„kleinvolumige“ Struktur ist aber kein

rein österreichisches Phänomen, die

Verhältnisse sind in vielen Ländern

Europas ähnlich.

Zwischen den KMU und den

österreichischen Banken bestehen

sehr enge wirtschaftliche Verflechtungen.

Einerseits finanziert sich das

typische österreichische KMU in einem

hohen Ausmaß über Fremdkapital,

das von den einheimischen

Banken zur Verfügung gestellt wird,

andererseits sind die KMU mit ihren

vielfältigen Bedürfnissen auch aus

Sicht der österreichischen Banken

eine Zielgruppe und ein Markt von

ganz wesentlicher Bedeutung.

Nicht zuletzt im Zuge der Diskussion

um Basel II scheint in letzter Zeit

allerdings eine gewisse Unsicherheit

darüber aufzukommen, welchen Stellenwert

und auch welche Wertschätzung

die führenden österreichischen

Banken den KMU in der Zukunft beimessen

werden.

In der Monatszeitschrift „Industriemagazin“

(Ausgabe 6/2005) ist etwa

die Rede davon, „dass sich Österreichs

Banken schleichend aus der

Finanzierung von Klein- und Mittelbetrieben

zurückziehen“. Dieser Rückzug,

der von einzelnen Bankengruppen

(explizit erwähnt werden Erste

Bank und Bank Austria Creditanstalt)

14 Leas•mich


DIENSTLEISTUNGSORIENTIERUNG,

SERVICE, KONTAKTPFLEGE: es gibt viele

Gemeinsamkeiten. So ist es nicht verwunderlich,

dass KMU fast die Hälfte aller

Kunden der Raiffeisen-Leasing stellen.

auf Anfrage teilweise auch offen

nach außen kommuniziert wird, hat

seine Gründe im Wesentlichen in

Profitabilitätsüberlegungen der Banken.

Auf den Punkt gebracht: Nach

Ansicht mancher Entscheidungsträger

stehen Risiko und Ertrag im Geschäft

mit inländischen KMU in keinem

ausgewogenen Verhältnis mehr.

Dazu kommt, dass in neuen Märkten

– wie in den Ländern Osteuropas –

bei gleichem oder vielleicht moderat

erhöhtem Risiko wesentlich profitablere

Geschäfte zu tätigen sind. Aus

einer rein gewinnorientierten Betrachtung

mag es daher sinnvoll

sein, das Kapital in die „neuen

Märkte“ zu lenken, wo es effektiver

arbeitet als in Österreich.

Dem oben zitierten Artikel ist weiters

zu entnehmen, dass von den Mitarbeitern

der Banken „Basel II“ häufig

als Argument für das geringe Interesse

an KMU-Kunden bemüht wird.

Dazu sei angemerkt, dass Basel II Finanzinstituten

(dazu gehören übrigens

auch Leasinggesellschaften) diverse

Regeln und Verpflichtungen für

ihre Geschäftstätigkeit auferlegt. So

ist der Kunde einem systematischen

Beurteilungsprozess zu unterziehen,

um daraus in Notenform eine Aussage

über seine Wirtschaftskraft abzuleiten.

Als Konsequenz dieses „Ratingprozesses“

wird die Bank darüber

entscheiden, ob sie – auch unter

Berücksichtigung der Sicherheiten –

den Kreditwunsch ihres Kunden erfüllen

kann und, sofern die Grundsatzentscheidung

positiv ausfällt, zu

welchem Preis. Derlei Entscheidungsprozesse

sind zwar nun bei

Basel II zwingend erforderlich, werden

aber seit langem auch bei einer

Vielzahl von Kredit- und Finanzinstituten

praktiziert. Wenn Letztere den

Rückzug aus dem Kundensegment

der Klein- und Mittelbetriebe primär

oder ausschließlich mit Basel II begründen,

dann handelt es sich dabei

wohl um eine grobe „Vereinfachung“.

Das „Industriemagazin” kommt in

diesem Artikel jedenfalls zu dem

Schluss, dass die Raiffeisen-Bankengruppe

„jener Sektor ist, der derzeit

gegenüber dem Mittelstand die offensivste

Strategie fährt“. Tatsächlich

ist Raiffeisen der mit Abstand wichtigste

Finanzierungspartner für die

österreichischen KMU, wie auch die

Grafik „Hausbanken der Unternehmen“

(s. S. 17) deutlich macht. Die

Daten entstammen einer vom Meinungsforschungsinstitut

Fessel-GfK

im ersten Halbjahr 2004 durchgeführten

Umfrage, bei der insgesamt

2.850 Interviews mit KMU geführt

wurden. Demnach haben 55 % der

befragten KMU eine Geschäftsbeziehung

zu einer Raiffeisenbank, für 36

% der befragten Unternehmen ist die

Raiffeisenbank zugleich die Hausbank.

Dass die Kunden mit den Leistungen

der Raiffeisen-Bankengruppe

zufrieden sind, zeigt wiederum eine

Studie des Marktforschungsinstitutes

euroSEARCH dialog, die im Juli

2005 im Wirtschaftsblatt veröffentlicht

wurde. Diese Studie – befragt

wurden 837 KMU – sieht Raiffeisen in

7 von 8 Bereichen an der Spitze.

Auch für Raiffeisen-Leasing spielen

die inländischen KMU als Geschäftspartner

eine herausragende

Rolle. Sie stellen mehr als die Hälfte

aller Kunden der Raiffeisen-Leasing.

Unternehmenskategorie Zahl der Mitarbeiter Umsatz oder Bilanzsumme

Mittelgroß < 250 ≤ € 50 Mio. ≤ € 43 Mio.

Klein < 50 ≤ € 10 Mio. ≤ € 10 Mio.

Mikro < 10 ≤ € 2 Mio. ≤ € 2 Mio.

KMU-Definition gemäß EU-Empfehlung 2003/361/EG. Die Kriterien dürfen vorübergehend

(in der Praxis etwa 2 Jahre) überschritten werden.

UNTERNEHMEN NACH BESCHÄFTIGUNGSGRÖSSENKLASSEN

Österreich (2004)

Europa-19/2003

GKL absolut % absolut %

1–9 218.042 86,1 17.820.000 93,1

10–49 29.719 11,7 1.260.000 5,9

50–249 4.638 1,8 180.000 0,8

KMU 252.399 99,6 19.270.000 99,8

mehr als 250 976 0,4 40.000 0,2

insgesamt 253.375 100,0 19.310.000 100,0

BESCHÄFTIGTE NACH BESCHÄFTIGUNGSGRÖSSENKLASSEN

Österreich (2004)

Europa-19/2003

GKL absolut % absolut %

1–9 567.109 23,2 55.040.000 39,4

10–49 564.100 23,0 24.280.000 17,4

50–249 467.289 19,1 18.100.000 13,0

KMU 1.598.498 65,3 97.420.000 69,7

mehr als 250 849.352 34,7 42.300.000 30,3

insgesamt 2.447.850 100,0 139.710.000 100,0

99,6 % der heimischen Wirtschaft sind KMU, 65 % der Beschäftigten sind in kleinen und

mittelständischen Unternehmen tätig.

Quelle: KMU Forschung Austria

NUMMER 1|FEBRUAR 2006 15


COVERSTORY KMU

VIER KMU STELLEN SICH VOR

WEINGUT FLORIANIKELLER

Das Weingut Florianikeller ist ein Familienunternehmen mit

Sitz im burgenländischen Horitschon. Eine automatisierte

Traubenernte- bzw. Weingartenbearbeitungsmaschine sollte

den Weingütern der Region helfen, kostengünstig zu produzieren

und einen Weg zu beschreiten, der in anderen Weinbauregionen

(z. B. Frankreich und Deutschland) bereits Standard ist.

Durch kurze Rüstzeiten ist die Maschine für verschiedene Aufgaben (Spritzarbeiten, Laubschnitt, Entblätterung,

Kompoststreuung …) einsetzbar. Winzerfamilie Bader (Bild) ist seit vielen Jahren zufriedener

Raiffeisen-Kunde, daher war die Filiale in Horitschon erster Ansprechpartner für die Finanzierung,

die gemeinsam mit Raiffeisen-Leasing eine maßgeschneiderte und flexible Lösung für die Finanzierung

der 253.000 Euro-Investition fand.

MHM SIEBDRUCKMASCHINEN

Das Unternehmen in Erl/Tirol hat sich auf die Produktion von

Siebdruckmaschinen inklusive Zubehör und umfassende

Dienstleistungen spezialisiert und vertreibt diese Produkte

weltweit. MHM findet sich in erster Linie in der Textilindustrie

und zeichnet sich neben Qualität und Zuverlässigkeit insbesondere

durch innovative Technologien aus. Derzeit beschäftigt

das Unternehmen 94 Mitarbeiter und ist daher ein wichtiger „Wirtschafts- und Wohlstandsfaktor“

für die Region. Sämtliche Wirtschaftsgüter und Investitionsanforderungen werden über Raiffeisen-

Leasing finanziert, deren Kunde MHM seit 2001 ist. Das aktuellste Finanzierungsprojekt ist das neue

Betriebsgebäude (Gesamtinvestitionskosten: rund 1,9 Mio. Euro) in Erl.

FRANZ STÖCKL GMBH

Franz Stöckl (Bild) hat den Betrieb 1988 von seinem Vater

übernommen und laufend erweitert. Zu den wichtigsten Teilbereichen

des Unternehmens zählen die Gewinnung von Kies

und Sand sowie Abbruch-, Spreng- und Erdbewegungsarbeiten.

Im Jahr 2001 schloss die Firma Stöckl über Vermittlung

durch die Raiffeisenbank Bramberg ihren ersten Leasingvertrag

(Kfz) mit Raiffeisen-Leasing ab. In den vergangenen Jahren wurde die Geschäftsbeziehung intensiviert.

Mittlerweile verfügt das Unternehmen über eine große Anzahl an Leasingverträgen. Bei jeder

Finanzierung von Investitionen achtet Stöckl auf einen gesunden Mix, bestehend aus je einem Drittel

Bar-, Kredit- und Leasingfinanzierung. Der Erfolg gibt ihm Recht, Stöckl wird daher auch bei künftigen

Expansionen seiner Finanzierungsphilosophie treu bleiben.

BETONWERKE WALZER

Friedrich Walzer jun. übernahm 1970 die Geschäftsführung

der Betonwerke Walzer GmbH, die sich auf Fertighäuser und

Wohnbauten aus massiven Liaporfertigteilen spezialisierte.

Liapor ist ein Baustoff, der sich durch besondere Wärme-,

Schalldämmung und Feuerbeständigkeit auszeichnet. In Zusammenarbeit

mit dem Ziegelwerk Pichler in Wels und dem

Weltmarktführer in der Herstellung von Klebemitteln, HP Fuller, entwickelte Walzer 2002 „RedBloc“, ein

weltweit einzigartiges Trockenklebeverfahren, das es ermöglicht, einen individuellen Ziegelrohbau innerhalb

weniger Stunden vollautomatisiert komplett vorzufertigen. Der Kontakt zur Raiffeisen-Leasing

besteht schon viele Jahre länger. Für die Finanzierung einer Produktionshalle wählte Walzer eine Leasingvariante

der Raiffeisen-Leasing.

Auch gemessen an der Anzahl

haben die inländischen Klein- und

Mittelbetriebe ein Übergewicht.

Ganze 53 % aller aktiven Leasingverträge

der Raiffeisen-Leasing wurden

mit österreichischen KMU abgeschlossen.

Für diese starke Präsenz gibt es

mehrere Gründe. Durch die örtlichen

Raiffeisenbanken als Vertriebspartner

verfügt die Raiffeisen-Leasing über

ein hocheffizientes, flächendeckendes

Netzwerk mit einer Vielzahl von

bestehenden Kundenbeziehungen.

Auf diesen Beziehungen aufbauend

die Kunden der Banken mit Leasinglösungen

zu versorgen, ist seit

vielen Jahren ein ganz wesentlicher

Aspekt der Inlandsstrategie der Raiffeisen-Leasing.

An diesem strategischen

Ansatz wird sich auch in der

Zukunft nichts ändern und die KMU

werden weiterhin im Zentrum dieser

Bemühungen stehen.

Die Bedürfnisse der KMU bei ihren

Investitionen, Finanzierungs- und

Nutzungsmodellen wurden im Lauf

der Jahre immer komplexer und damit

einhergehend auch das an diese

Bedürfnisse angepasste Leistungsangebot

der Finanzdienstleister. Ein

KMU sieht sich heute einer Vielzahl

möglicher Handlungsalternativen gegenüber,

deren Einschätzung gerade

kleinere Unternehmen mit begrenzten

Managementkapazitäten häufig

überfordert. Umso entscheidender

ist die Qualität der persönlichen Begegnung

und das Vertrauensverhältnis

zwischen der Bank oder der Leasinggesellschaft

und dem Kunden.

Raiffeisen-Leasing hat sich schon

sehr früh, nämlich Mitte der 90er

Jahre, entschlossen, seine Vertriebsmitarbeiter

in allen Sparten des Leasinggeschäftes

auszubilden, um

dem Kundenwunsch nach einem Ansprechpartner

in allen Leasingfragen

zu entsprechen. In diesem Punkt unterscheidet

sich Raiffeisen-Leasing

auch heute noch von allen Mitbewerbern,

die ihren Vertrieb nach wie vor

spartenorientiert strukturiert haben.

Der Kunde muss akzeptieren, dass

er verschiedene Betreuer in der Leasinggesellschaft

hat, abhängig da-

16 Leas•mich


Mit welchen Banken steht Ihr Unternehmen in Verbindung?

Welche Bank ist Ihre Hausbank?

RAIFFEISEN-LEASING

Kunden- und Vertragsbestand

per 31. 12. 2005

55

36

Raiffeisenbank

ó Kunden ó Hauptkunden 40.000

35.000

30.000

25.000

34

30

20.000

20.726

23

15.000

16 16

10.000 11.548

10

12

10

5.000

9

6

8

4 3 1

0

KMU

Sparkasse BA-CA Volksbank Erste BAWAG Hypobank PSK

ó Kunden ó Verträge

22.008

Gesamt

39.413

von, ob er etwa einen Pkw oder eine

Maschine anschaffen will.

Klar ist weiters, dass ein „ganzheitlich

zugeordneter“ Kundenbetreuer,

der idealerweise nicht jedes zweite

Jahr wechselt, sich im Laufe der Zeit

ein sehr profundes Bild vom Unternehmen

seines Kunden machen

wird. Gerade diese Kenntnis des Unternehmens

„über die nackten Zahlen

hinaus“ ist aber eine wesentliche

Voraussetzung, um in die Einschätzung

der Kreditfähigkeit eines Unternehmens

auch die viel zitierten „Soft-

Facts“ einfließen zu lassen. Dabei

geht es um Fragen wie Managementoder

Unternehmerqualität, Qualität

und Aktualität des Rechnungswesens,

Informationspolitik und Informationsbereitschaft

des Unternehmens,

Nachfolgeregelungen, branchenspezifische

Aspekte, etc. So gesehen

lässt sich ein gewisser Zusammenhang

auch zwischen der Qualität

und Kontinuität in der Kundenbetreuung

und der Umsetzbarkeit von Finanzierungswünschen

herstellen.

DAS LEISTUNGSANGEBOT

Das Leistungsangebot der Raiffeisen-Leasing

für Klein- und Mittelbetriebe

umfasst vorerst alle gängigen

Finanzierungs- und Nutzungsmodelle

rund ums Kfz. Als markenunabhängiger

Anbieter bietet Raiffeisen-

Leasing Lösungen, die die betrieblichen

Anforderungen (bei einem Kfz

etwa Nutzungsintensität, ausgewiesen

in gefahrenen Jahreskilometern

und darauf abgestimmte Festlegung

des Restwertes) ebenso berücksichtigen

wie etwa steuerliche Aspekte.

Dies sei vor allem deswegen erwähnt,

weil die Praxis zeigt, dass

sehr viele KMU im Bereich der Fuhrparkfinanzierung

keine schlüssige

Strategie verfolgen. Zum einen

scheint die Art der Finanzierung

(Leasing, Betriebsmittelkredit, Abstattungskredit)

eher zufällig gewählt,

zum anderen arbeiten nicht

wenige KMU mit einer Vielzahl von

Partnern (etwa in Abhängigkeit von

der Herstellermarke des anzuschaffenden

Kfz) zusammen. Die Zusammenarbeit

mit Raiffeisen-Leasing

bringt dem Kunden aber Vorteile wie

attraktive und transparente Preisgestaltung,

einheitliche Vertragsbedingungen

und eine rasche, weil bekannte

Durchführung der einzelnen

Anschaffungen. In der Praxis hat es

sich bewährt, auf die Erfordernisse

des Unternehmens abgestimmte Finanzierungslinien

zu vereinbaren.

Damit ist die Finanzierung der Anschaffungen

vorweg sichergestellt

und die Finanzierungsfrage stellt

sich nicht mehr in jedem Einzelfall.

Neben der reinen Bereitstellung der

Kfz werden in letzter Zeit zunehmend

Fuhrparkmanagementdienstleistungen

(FPM) in verschiedenen Ausprägungen

nachgefragt. Raiffeisen-

Leasing ist auch in diesem Geschäftsfeld

seit mehr als zehn Jahren

tätig und verfügt über hohes Knowhow.

Ging man in den Anfangsjahren

der FPM-Dienstleistung noch davon

aus, dass diese nur für sehr große

Unternehmen mit Fuhrparks jenseits

von 100 Einheiten interessant sei,

zeigt sich mittlerweile, dass gerade

KMU, für die es sich in der Regel

nicht rechnet, eigene Mitarbeiterkapazitäten

im Unternehmen für das

Thema Kfz zu binden, Fuhrparkmanagement

zunehmend nutzen.

Ein weiteres Feld der Zusammenarbeit

mit KMU ist das Mobilien-Leasing.

Dabei werden Maschinen und

Geräte aller Art (von Baumaschinen

über medizinisch-technische Anlagen

bis zu EDV-Hardware) angeschafft

und den KMU zur Nutzung

überlassen. Interessant ist, dass bei

immer mehr „Leasingobjekten“ auch

sogenannte „Operating-Leasing“-Varianten

angeboten werden. Dabei

handelt es sich um Geschäfte, bei

denen Raiffeisen-Leasing die Anschlussverwertung

nach Ablauf des

Leasingvertrages auf eigenes Risiko

übernimmt. Für den KMU-Kunden ergibt

sich dabei häufig ein Kostenvorteil,

weil Raiffeisen-Leasing einen Teil

der investierten Kosten nicht vom

Kunden, sondern nach Ablauf des

Leasingvertrages von einem Dritten,

nämlich dem Abnehmer der Anlage,

lukrieren kann. Aufbauend auf Kooperationen

mit teilweise global

agierenden, professionellen „Verwertern“

lassen sich solche Modelle

NUMMER 1|FEBRUAR 2006 17


COVERSTORY KMU

BASEL II – die Schweizer Stadt stand Pate

für die neuen Eigenmittelvorschriften der

Banken, die demnächst in Kraft treten –

wird von manchen Finanzinstituten gerne

als Argument für den Rückzug aus dem

KMU-Segment genannt.

neuerdings auch bei Objekten darstellen,

bei denen sie bis dato völlig

unüblich waren, etwa für EDV-Hardware.

Immer stärker steigt die Nachfrage

nach Leasingprodukten im Rahmen

von sogenannten „Absatzkooperationen“.

Dabei geht es darum, dass

Raiffeisen-Leasing den Herstellern

oder Händlern langlebiger und werthaltiger

Wirtschaftsgüter Leasingkonzepte

als Absatzförderungsinstrument

anbietet. Der Hersteller oder

Händler kann in diesem Fall seine

potentiellen Kunden in der Lösung

der Finanzierungsfrage entsprechend

unterstützen und damit die eigenen

Marktchancen steigern.

Den letzten „klassischen“ Leasingbereich

bildet das Immobilien-

Leasing. Raiffeisen-Leasing bietet

neben den bewährten, langfristigen

Nutzungsmodellen auch unterstützende

Dienstleistungen für die Baudurchführung.

Diese „Baumanagementdienstleistungen“

reichen von

der einfachen Bauprojektsteuerung

bis hin zur Übernahme aller typischen,

mit einem Bauvorhaben verbundenen

Risken hinsichtlich Kosten,

Termin und Qualität („Generalunternehmerfunktion“).

Auch eine Reihe von innovativen

Projekten im Bereich der Alternativenergiegewinnung

(Windkraftanlagen,

Biomasseanlagen) wurden sehr

erfolgreich umgesetzt.

LEASING ODER KREDIT?

Grundsätzlich trägt Leasing zwar

durchaus Elemente des Finanzierungsgeschäfts

in sich, dem Grunde

nach ist es aber ein Vermietungsgeschäft.

Insofern ist klar, dass es eine

Reihe von Unterschieden etwa in der

rechtlichen Beurteilung zwischen einem

Kredit- und einem Leasinggeschäft

gibt.

Unzählige Versuche in der Vergangenheit

haben sich aber damit

befasst, unter Berücksichtigung ins-

18 Leas•mich


MEINUNG

besondere von steuerlichen Rahmenbedingungen

vergleichend darzustellen,

welche der beiden Finanzierungsformen

die für den Unternehmer

bessere ist. Dabei ist die

Fragestellung allein schon irreführend

und geht an der täglichen

Praxis vorbei.

Dem KMU wäre nämlich grundsätzlich

anzuraten, seinen Finanzierungsbedarf

hinsichtlich unterschiedlicher

Kriterien auf Basis der aktuellen

Unternehmenssituation und in die Zukunft

vorausschauend zu strukturieren.

Das „Gesamtfinanzierungserfordernis“

sollte dann dahingehend geprüft

werden, was wie zu finanzieren

ist. Zwei wesentliche, begleitende Kriterien

bei dieser Überlegung bilden

die Schonung der vorhandenen Besicherungsmöglichkeiten

und die

Sicherstellung der Liquidität des Unternehmens.

Weniger theoretisch formuliert

eine langjährige, auch heute

noch aktuelle Beobachtung aus der

Praxis: Manche Unternehmen finanzieren

Pkw-Anschaffungen durch

Ausnutzung von Betriebsmittellinien.

Nachdem dem typischen KMU Kreditlinien

(konkret: der Betriebsmittelkredit)

nicht unbegrenzt zur Verfügung

stehen und diese Kreditlinien in der

Regel Sicherheiten erfordern, verbrauchen

diese Unternehmen unnötig

Besicherungspotential und Liquiditätsreserven.

Außer Zweifel steht, dass die klassische

„Kreditfinanzierung“ durch die

Banken keineswegs ausgedient hat

und auch in der Zukunft eine ganz

wesentliche Finanzierungsquelle für

die KMU sein wird. Die Fragestellung

lautet daher nicht „Leasing oder Kredit?“

sondern „Leasing und Kredit –

aber wie?“. Die Raiffeisenbankengruppe

wird ihren KMU-Kunden mit

beiden Produkten auch in der Zukunft

ein verlässlicher und professioneller

Partner sein.

MAG. WERNER FLEISCHANDERL, 41,

seit vielen Jahren für Raiffeisen-

Leasing in unterschiedlichen,

vertriebsnahen Funktionen tätig.

Seit ca. 2 Jahren Leiter des Bereiches

Kommerz- und Privatkunden und damit

hauptverantwortlich für das Inlandsgeschäft

der Raiffeisen-Leasing.

EXPANSION NACH

NORDEUROPA

MAG. PETER ENGERT

Sprecher der

Geschäftsführung der

Raiffeisen-Leasing

Nach dem erfolgreichen Start der Raiffeisen-Leasing in Deutschland, Italien

und in der Schweiz in den letzten Jahren ist die Strategie der Raiffeisen-

Leasing für 2006, auch den nordeuropäischen Markt ins Visier zu nehmen.

Dabei soll überprüft werden, welche Chancen ein international agierendes

österreichisches Leasing-Unternehmen in Finnland, in den Ländern Skandinaviens

und des Baltikums hat. Mit diesem Markt soll aber nicht nur lokales

Geschäft aufgebracht werden, sondern wir erwarten auch Impulse für das

mittlerweile einzigartige Raiffeisen-Osteuropa-Netzwerk. Was sind nun die

Gründe für diese geplante Expansion:

Der österreichische Markt wird von der Raiffeisen-Leasing bereits seit vielen

Jahren erfolgreich bearbeitet und die Märkte in Mittel- und Osteuropa

werden durch die Raiffeisen-Leasing International mittel- bis langfristig abgedeckt.

Daher war und ist es die Strategie der Raiffeisen-Leasing, weitere

attraktive Märkte in Europa zu suchen, dabei bestehende Ressourcen und

Kompetenzen zu nutzen, um damit einerseits das Wachstum weiter voranzutreiben

und andererseits einen nachhaltigen Erfolg für das Unternehmen

sicherzustellen.

Aus nachfolgenden Überlegungen fiel die Wahl im ersten Schritt auf die

Kernländer Schweden und Finnland: Diese beiden Länder zeigen eine sehr

gute makroökonomische Entwicklung innerhalb der EU, und der Immobilienmarkt

ist sehr attraktiv und transparent. Der nordische Immobilien-Leasingmarkt

stellt sich als Nischenmarkt dar und die durchschnittlich erzielbaren

Renditen liegen über dem österreichischen Niveau, wobei die marktüblichen

Restwerte sich jedoch relativ hoch darstellen. Auch sind die schwedischen

Vertragsmodelle unseren ähnlich und Leasing gilt als unproblematische,

steuerlich anerkannte Finanzierung. Weiters erhoffen wir uns über

Finnland einen guten Zugang zum Baltikum und Russland.

Schwerpunktmäßig sollen in Schweden und Finnland Immobilien finanziert

werden. Der Fokus wird dabei auf Firmenkunden und Kommunen liegen,

wobei einerseits lokale Kunden und andererseits auch österreichische

und deutsche Kunden betreut werden sollen. Zu den strategischen Kernaufgaben

zählt ebenso die Vermittlung lokaler Kunden in die Länder Mittelund

Osteuropas sowie die Akquisition von Absatzpartnern für das Raiffeisen-Osteuropa-Netzwerk.

In den nächsten Monaten plant die Raiffeisen-Leasing daher eine Gesellschaft

– ähnlich einer GmbH – mit Sitz in Stockholm zu gründen, um den

Aufbau lokaler Vertriebsmitarbeiter voranzutreiben. Für Finnland ist eine

Außenstelle in Helsinki vorgesehen.

NUMMER 1|FEBRUAR 2006 19


Serie ABSATZPARTNER

TOP-Finanzierung

für TOP-IT

Mit namhaften Partnern wie Microsoft oder Hewlett Packard hat sich COMPECO zu einer

Leading Company in der heimischen IT-Branche entwickelt. Seit dem Sommer 2005 bietet

Compeco seinen Kunden auch Finanzierungsmodelle der Raiffeisen-Leasing an.

Compeco wurde 1986 als

Tochtergesellschaft des

französisch-holländischen

Konzerns econocom gegründet,

der im Bereich IT-Finanzierung

und in der Folge mit dem Vertrieb

von IT-Produkten tätig war. „Mit

dem Management-Buy-out 1991 begann

die Erfolgsgeschichte der

COMPECO Handels GmbH in Österreich“

berichtet Geschäftsführer

Mag. Alfred Zeugswetter. Mit dieser

Änderung trat das reine Finanzierungsgeschäft

etwas in den Hintergrund,

„es ist aber bis heute ein

wichtiges zusätzliches Service zu unseren

hardwarebezogenen Dienstleistungen.“

Den Kernbereich des Unternehmens

bilden ganzheitliche IT-Lösungen,

Compeco arbeitet mit Partnern

zusammen, die „Rang und Namen

haben“, so Zeugswetter. Mit

Netzwerk-, Hard- und Softwareproduzenten

wie Lenovo, Hewlett Packard,

Microsoft, OKI Printing Solutions

u. v. a. verfügt das niederösterreichische

Unternehmen mit Sitz in

Brunn/Gebirge über 30 Top-Partner

aus dem IT-Bereich. Dementsprechend

vielfältig und innovativ gestaltet

sich das Portfolio des Unternehmens,

das seine Leistungen an fünf

Standorten – Wien, Klagenfurt, Graz,

Linz und Salzburg – vornehmlich

Kunden aus dem KMU-Bereich anbietet.

Diesen bietet Compeco Lösungen

aus einer Hand, die von der

Planung über die Beschaffung und

Umsetzung bis hin zu Support, Wartung

und Outsourcing der IT-Infrastruktur

reichen. Server, Security

Systeme, Drucker, Netzwerk-Produkte

sowie branchenneutrale Softwarelösungen

vervollständigen das

Leistungsangebot. Zeugswetter ergänzt:

„KMU sind zwar unser Kernbereich,

aber natürlich betreuen wir

auch Großkunden und Selbständige.“

Die Bilanzzahlen spiegeln die erfolgreiche

Unternehmensgeschichte

von Compeco wider, das bis heute

als Familienunternehmen geführt

wird. 2004 lag der Umsatz bei EUR

23 Millionen. „In den letzten Jahren

ist unsere Umsatzentwicklung stabil

verlaufen. Und das obwohl der Hardwarebereich

seit Jahren von einem

massiven Preisverfall gekennzeichnet

ist. Will man den Personalstand

halten, müssen innovative Wege beschritten

werden.“ Was Compeco

auch gelungen ist. Der Krise am IT-

Markt begegnet das Unternehmen

mit Outsourcing-Lösungen. Dabei

übernimmt Compeco Betrieb und

Management aller IT-Funktionen und

-Anwendungen. Geräte und Zubehör

müssen vom Kunden nicht mehr

selbst erworben werden, sondern

dieser bezahlt nur die fertigen Leistungen.

„Unser Wartungs- und Supportmodell

ist modular aufgebaut,

dadurch können wir Lösungen anbieten,

die auf unsere Kunden zugeschnitten

sind. Dies kann von Unterstützungsarbeiten

bis hin zu einem

Full Outsourcing reichen.“ Zuletzt

wurde im Outsourcing-Sektor eine

Kooperation mit Enalog Business

Solutions geschlossen. Bereits ein

Fünftel der 60 Compeco-Mitarbeiter

ist heute mit dem Outsourcing-Bereich

beschäftigt. „Unter dem Mar-

UNTERNEHMENSDATEN COMPECO

GRÜNDUNG 1986

UMSATZ 2004

EIGENKAPITALQUOTE 23,4 %

PERSONALSTAND 2004

STANDORTE

EUR 23 Millionen

60 Mitarbeiter

Wien, Klagenfurt, Linz, Graz

AIS (Klagenfurt), Amcobex (Brünn, Tschechien)

20 Leas•mich


kennamen ,it-manager‘ können wir

Firmen erfolgreich bei ihrem IT-Management

unterstützen, indem wir

zur richtigen Zeit die richtigen IT-Ressourcen

bereitstellen.“

Die österreichweit flächendeckende

Präsenz von Compeco gewährleistet

eine rasche und persönliche

Betreuung der Kunden. In den letzten

Jahren wurde daher kräftig expandiert.

Neben den Verkaufsniederlassungen

in Klagenfurt, Graz, Linz

und Salzburg hat Compeco 2003

auch im Ausland Fuß gefasst; mit einer

Mehrheitsbeteiligung an Amcobex

in Brünn, einem tschechischen

IT-Lösungsanbieter. „Mit Amcobex

verbindet uns viel – wir haben dieselben

Tätigkeitsfelder. Auch Amcobex

wendet sich mit seinen Produkten

und seinem Service an die dortigen

Klein- und Mittelunternehmen. Der

Markt in Tschechien entwickelt sich

gut, aber nicht mit der Rasanz, die in

Osteuropa vermutet wird“, schränkt

Zeugswetter ein. Neben den ansässigen

Marktteilnehmern in Tschechien

werden auch die Ostniederlassungen

österreichischer Kunden beliefert

und betreut. „Mit Hilfe der Amcobex

können wir unseren Service für

diese Klientel nun stetig ausbauen.“

Seit 2004 gehört auch die AIS zum

Unternehmensverband. Die AIS ist

spezialisiert auf den Vertrieb und die

Implementierung von CAD-Software.

Wie in Österreich offeriert Compeco

auch in Osteuropa Finanzierungsmodelle

für seine IT-Lösungen.

Leasing befindet sich in Osteuropa

aber erst im Anfangsstadium. Derzeit

werden die meisten Geschäfte über

Direktverkauf abgewickelt. Mit ein

Grund ist vielleicht, dass die größten

Kunden von Amcobex dem Bankenbereich

angehören“, berichtet der IT-

Insider. „Wenn es der Markt verlangt,

werden wir Leasing natürlich auch in

Tschechien anbieten, das ist eine

vielversprechende Option für die Zukunft“,

zeigt er sich optimistisch.

Am österreichischen Markt ist die

Zusammenarbeit von Compeco mit

der Raiffeisen-Leasing aus dem Bedürfnis

nach einem unabhängigen

Finanzierungspartner entstanden.

»IT-Leasing befindet sich in Osteuropa

erst im Anfangsstadium.«

GESCHÄFTSFÜHRER MAG. ALFRED ZEUGSWETTER

„Bis 1986 hatten wir unser eigenes

Finanzierungsmodell; Leasinggeber

waren wir, finanziert wurde über Banken.“

Dem folgten Kooperationsmodelle

mit den jeweiligen Produktherstellern.

Da aber jeder Produzent

seine eigenen Finanzierungslösungen

forcierte und bei einem Projekt

mehrere Partner involviert sind,

wurde rasch der Wunsch nach herstellerneutralen

Finanzierungslösungen

laut. „Mit Raiffeisen-Leasing als

dem TopPlayer am Markt haben wir

den richtigen Partner gefunden“, ist

der Compeco-Chef überzeugt. „Unsere

Kundenstruktur ist ähnlich,

Schwerpunkt KMU. Die Betreuung

durch die Raiffeisen-Leasing vor Ort

ist gesichert – es besteht beste

flächendeckende Zusammenarbeit.“

Neben den traditionellen Leasingausprägungen

wie Full-pay out Leasing

und Mietkauf wird Equipment-

Leasing und das Operating-Leasing

angeboten. Leasinggeschäfte über

die Raiffeisen-Leasing werden immer

alternativ zum Herstellerleasing angeboten.

„Es hängt von den Bedürfnissen

des Kunden ab, welche Variante

angewandt wird“, erklärt Zeugswetter.

„Meist werden in einem Projekt

Produkte von mehreren Herstellern

eingesetzt, und da ist ein herstellerneutrales

Finanzierungsangebot,

wie es die Raiffeisen-Leasing erstellen

kann, idealer.“ Ein eigenes

Marketingkonzept für Leasingfinanzierungen

gibt es bei Compeco bislang

nicht. „Leasing wird oft vom

Kunden selbst nachgefragt, wird

aber auch aktiv von unseren Verkäufern

und Beratern im Kundengespräch

angeboten.“ Das erste Leasinggeschäft

via Raiffeisen-Leasing

wurde mit einem namhaften Kärntner

Baustoffproduzenten getätigt, in seinem

Betrieb wird nun teilweise auch

Operating-Leasing eingesetzt. Mit

weiteren Firmen ist man im Gespräch.

„Wir sind überzeugt, dass

die begonnene Partnerschaft sehr

bald sehr intensiv wird“, ist Zeugswetter

optimistisch und stellt der

Raiffeisen-Leasing ein Vorzugszeugnis

aus. „Wir haben uns immer darauf

konzentriert, Top-Qualität und

Top-Produkte anzubieten und da

wollen wir auch im Finanzierungsbereich

mit einem Top-Partner zusammenarbeiten.“

NUMMER 1|FEBRUAR 2006 21


REPORTAGE

Security Check

Im ÖAMTC-FAHRSICHERHEITSZENTRUM INNSBRUCK wurde ein Kundenevent der besonderen Art veranstaltet.

Die Kooperationspartner Siemens

Business Services,

Fujitsu Siemens und Raiffeisen-Leasing

luden Ende

Oktober 2005 ihren gemeinsamen

Kunden, Daniel Swarovski & Co, zu

einem Fahrsicherheitstraining ein.

Das Echo war riesengroß, bis auf

den letzten Platz war die Veranstaltung

ausgebucht. Nach einhelliger

Auffassung der Teilnehmer wurde der

Erhöhung des Fahrsicherheitsaspektes

auf heimischen Straßen große Bedeutung

beigemessen. So gesehen

war der Erfolg der Veranstaltung

schon (beinahe) vorprogrammiert.

Nach siebenstündigem, zum Teil sehr

anspruchsvollen und anstrengenden

Training in den unterschiedlichsten

Sektionen hatte jeder Teilnehmer sein

„Trainingsziel“ erreicht. Interessante

theoretische Ausführungen rundeten

das Programm ab.

Aufgrund des großen Erfolges ist

eine Wiederholung der Veranstaltung

im Jahr 2006 geplant, um möglichst

vielen Mitarbeitern von Swarovski

Wattens die Gelegenheit zu geben,

die persönliche Sicherheit beim Autofahren

zu erhöhen.

NACH DER URKUNDENVERLEIHUNG (v.l.n.r.): Josef Riedmann, Leiter Siemens

Business Services Niederlassung Tirol, Helmut Krimbacher, Chief Information Officer,

Swarovski, Ferdinand Pircher, Corporate Finance, Raiffeisen-Leasing, Günter Eller,

Raiffeisen-Leasing LGS-Leiter Tirol, Frank Oberhauser, Raiffeisen-Leasing LGS Tirol,

Christian Budin, Raiffeisen-Leasing LGS Tirol.

DAS FAHRSICHERHEITSTRAININGSGELÄNDE aus der Vogelperspektive (rechts).

NÖ HOLZBAUPREIS FÜR VS MICH

Beim Umbau der Volksschule und dem Zubau der Sporthalle Michelhausen wurde

viel Holz verwendet. Das würdigte die Jury des NÖ Holzbaupreises mit dem 1. Platz.

In der Kategorie „öffentlicher Bau“ wurde

die Volksschule Michelhausen Ende September

für den Umbau der Schule aus

den 70er Jahren und den Zubau einer

Sporthalle sowie die Erhaltung des

30-jährigen Eichentreppengeländers in

der Eingangshalle mit dem NÖ Holzbaupreis

2005 ausgezeichnet.

Insgesamt wurden heuer knapp 60 Projekte

eingereicht. Die Sieger erhielten im

Rahmen eines Festaktes im Kulturpavillon

Sieghartskirchen (dieser war für den

ersten Holzbaupreis im Jahr 2000 nominiert)

die Trophäe „Oikos“ und ein Preisgeld

in Höhe von € 3.000,–. Der Baustoff

Holz erhält durch die neue Wohnbauförderung

in NÖ einen weiteren Impuls

als Werk- und Wertstoff. Der Holzbaupreis

wurde heuer bereits zum sechsten

Mal verliehen. Juryvorsitzender war

Univ. Prof. Martin Treberspurg.

„Niederösterreichs Wald nimmt von Jahr

zu Jahr um 1,5 Mio. Festmeter zu“, erinnert

Festredner Landesrat Wolfgang

22 Leas•mich


Fünf Jahre „eurocenter“

Die Hollabrunner feierten gemeinsam mit den Betreibern das große Jubiläumsfest „ihres“ Einkaufszentrums.

ImJänner 2000 erfolgte der Baubeginn

für das „eurocenter“ im

niederösterreichischen Hollabrunn,

am 31. August 2000

wurde die planmäßige Fertigstellung

gefeiert. Künstlerisch gestaltet von

Prof. Karl Korab, bereichert das „eurocenter“

seither die Einkaufsstadt

Hollabrunn mit elf attraktiven Geschäften,

einer großen Angebotsvielfalt,

einem ausgezeichneten Preis-

Leistungs-Verhältnis und einer kundenfreundlichen

Infrastruktur mit ansprechenden

Öffnungszeiten. Die

hohe Beratungsqualität in allen

Shops sowie die gute Lage und

leichte Erreichbarkeit sprechen

ebenfalls für dieses Einkaufszentrum.

Den Besuchern steht ein in seiner

Dimension maßgeschneidertes

Center mit 300 Gratis-Parkplätzen

zur Verfügung. Zu den beiden zugkräftigen

Shoppartnern – dem Eurospar

und dem Raiffeisen-Lagerhaus

ELHAUSEN

Sobotka bei der Preisverleihung.

„Zu natürlichen

Vorteilen kommt eine faszinierende

Entwicklung

der Holzbautechnologie,

die es erlaubt, architektonisch

wertvolle Wohnträume

umzusetzen.“

Auch die Raiffeisen-Leasing

– sie hat den Umund

Zubau finanziert –

gratuliert herzlich.

(VON LINKS NACH RECHTS): Franz Schrimpl (Vizebürgermeister und Bezirksstellenobmann

der WK NÖ), Karlheinz Sandler (GF Raiffeisen-Leasing), Helmut Wunderl

(Bürgermeister der Stadtgemeinde Hollabrunn), Josef Kronister (Bezirkshauptmann

der Stadtgemeinde Hollabrunn), Johannes Hubmaier (Raiffeisen-Leasing), Karl Weingrill

(Centermanager Raiffeisen-Leasing), Christoph Holzer (GF Spar Österr. Warenhandels

AG – Zweigniederlassung St. Pölten).

– ergänzen weitere neun attraktive

Geschäfte das Angebot und sorgen

so für einen ausgewogenen Branchenmix.

Doch schon wird an eine

Erweiterung auch in Form eines Ausbaus

gedacht. Schließlich sollen den

„eurocenter“-Kunden

auch in den

nächsten Jahren

Top-Angebote in

einem Top-Ambiente

zur Verfügung

stehen.

Durch die konstruktive

Zusammenarbeit

mit allen

Shoppartnern,

den Medienvertretern,

dem Verein

„Wir in Hollabrunn“

sowie den Vertretern

der Stadtgemeinde

ist eine gedeihliche

Entwicklung

des „eurocenters“

jedenfalls

auch in Zukunft

garantiert.

NUMMER 1|FEBRUAR 2006 23


REPORTAGE

MAXimaler Wohnkomfort

Raiffeisen-Leasing bietet in Wiens Luxus-Meile Am Kohlmarkt EXKLUSIVE APPARTEMENTS an,

die noch in diesem Frühjahr fertig gestellt werden.

GLEICHENFEIER NACH NUR ACHT

MONATEN BAUZEIT am Wiener Kohlmarkt

(v.l.n.r.): Werner Winterstein

(Bezirksvertreter, Mitglied des Bauausschusses),

Karlheinz Sandler

(GF Raiffeisen-Leasing), Ursula Stenzel

City-Bezirksvorsteherin, Baumeister

Herbert Vanzo (Strabag), Harald

Pallausch (Raiffeisen-Leasing), Wolfgang

Ullrich (Architekturbüro w-quadrat).

Wir glauben, dass wir Top-

Qualität bieten und eine

ansprechende Architektur

kreieren“, zeigte sich

Raiffeisen-Leasing-Geschäftsführer

Karlheinz Sandler jüngst bei der Gleichenfeier

zum Prestige-Projekt „The

MAX“ in Wiens City hoch zufrieden.

Seit Februar 2005 entstehen an der

vornehmen Adresse Wien 1., Kohlmarkt

7, Wohneinheiten der Superlativ-Klasse,

wie schon die Marke MAX

verkündet.

Der von der Palmers-Gruppe erworbene

Altbau mit auf die Barockzeit

zurückgehenden Grundfesten

wird schon bald 14 Luxus-Appartements

mit Flächen von 90 bis 140

Quadratmetern beherbergen. Möglich

wird das durch die mit Rücksicht

auf die sensible Umgebung höchst

dezente Aufstockung des ehrwürdigen

Gebäudes um drei Geschoße.

Insgesamt werden damit 2.550 Quadratmeter

Wohnnutzfläche geschaffen,

fünf der 14 Appartements sind

als Maisonetten über zwei Ebenen

konzipiert. Dem obersten Dachgeschoß

geben „üppig dimensionierte

Terrassenflächen mit insgesamt 400

Quadratmetern Fläche eine Großzügigkeit,

wie sie in innerstädtischen

Lagen nur sehr selten ist“, hebt

Sandler die Besonderheiten des Projektes

hervor, der das Projekt als

eine Art Immobilien-Flaggschiff bezeichnet.

Sowohl die Lage als auch die maximale

Ausstattung zeichnen die Luxuswohnungen

aus. Einige der Appartements

geben dank großzügiger

Glas- und Terrassenflächen den Blick

frei auf das Weltkulturerbe Wiener Innenstadt

bis hin zum Wienerwald mit

Cobenzl und Kahlenberg. Exquisite

Böden, Armaturen, Badezimmerausstattungen,

ausgefeilte Haustechnik

und viele andere Merkmale ermöglichen

komfortables Wohnen in der

Luxusklasse, und in weit größerem

Ausmaß als bei anderen Projekten

werden individuelle Wünsche der

Käufer berücksichtigt. Einfluss nehmen

können die künftigen Bewohner

nicht nur auf die Ausstattung, sondern

auch auf die Gestaltung der

Grundrisse. Die Planung hat das renommierte

Büro „w.quadrat“ mit den

Architekten Ullrich & Markowitsch

übernommen.

Der Durchschnittspreis pro Quadratmeter

beträgt 8.400 Euro. Knapp

die Hälfte der Wohnungen sei bereits

vergeben. „Eine so wunderschöne

Altstadt, wie sie Wien hat, ist selten.

Umso einzigartiger sind die Wohnungen,

die wir hier im Herzen der Metropole

bauen“, ist Sandler überzeugt.

Großes Lob zollte er bei der Gleichenfeier

der Generalunternehmerin Strabag,

die den Umbau des Hauses

Kohlmarkt 7 in nur acht Monaten bis

zur Dachgleiche vorangetrieben hat

und bis April 2006 abschließen will.

Raiffeisen-Leasing hat bisher als Financier

und Wohnbauträger mehr als

600 Wohnungen in Top-Lagen Wiens

und in begehrten Wohnorten wie

Perchtoldsdorf oder Klosterneuburg

errichtet.

24 Leas•mich


Expansion von

Ost nach West

Ende Oktober 2005 eröffnete die Raiffeisen Zentralbank (RZB) eine

REPRÄSENTANZ IN FRANKFURT. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz

von RZB und Raiffeisen-Leasing fragten deutsche Medien

einmal mehr: Wie machen das die Österreicher?

ZAHLREICHE FESTGÄSTE fanden sich

bei der Abendveranstaltung im Frankfurter

Zoo anlässlich der Eröffnung der

RZB-Repräsentanz ein.

STANDEN DEN DEUTSCHEN MEDIEN REDE UND ANTWORT: Dorothea Renninger

(Leiterin der RZB-Repräsentanz Frankfurt), Karl Sevelda, RZB-Vorstand, verantwortlich

u. a. für das Firmenkundengeschäft, Walter Rothensteiner, Vorstandsvorsitzender der

RZB, Herbert Stepic, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen International, Peter Engert,

Geschäftsführer der Raiffeisen-Leasing.

Die RZB ist Spezialistin in der

Betreuung von Firmenkunden

und bestens im Segment

der sogenannten Top-

1000-Unternehmen Österreichs positioniert.

„In Deutschland betreut die

RZB 23 der DAX-30-Unternehmen“,

verweist Rothensteiner auf bereits bestehende

Verbindungen. Das Kundenprofil

in Österreich – in punkto Betriebsgröße,

Eigentümerstruktur und

Finanzierungsbedürfnissen – entspreche

dem deutschen Mittelstand, ergänzt

Karl Sevelda. Die RZB sei perfekt

auf diese Kundengruppe eingestellt.

Aufgrund des exzellenten Netzwerks

in Zentral- und Osteuropa erwartet

Herbert Stepic, dass die RZB

schon bald der bevorzugte Bankpartner

der deutschen mittelständischen

Unternehmen werden wird.

Die Raiffeisen-Leasing ist bereits

seit 2004 in Deutschland tätig. Peter

Engert kann daher von konkreten Erfahrungen

am deutschen Markt berichten.

Und von konkreten Zahlen.

„Unsere Tochtergesellschaft „Austria

Leasing“ hat derzeit elf Mitarbeiter

und betreut vor allem mittelständische

Kunden im Bereich Immobilien

bzw. Großmobilien,“ erläutert Engert.

Im Gegensatz zu den deutschen

Leasingfirmen bieten wir sowohl die

Strukturierung der Leasinggeschäfte

als auch die Finanzierung im Doppelpack

an.“ Der Vorteil für den Kunden:

Nur ein Ansprechpartner sowie

Zeitersparnis aufgrund geringerer

Genehmigungsdurchläufe. Darüber

hinaus werden österreichische Kunden

in Deutschland optimal serviciert,

deutschen Kunden wird zusätzlich

das attraktive Raiffeisen-Netzwerk

in CEE offeriert. „Wir planen

außerdem, deutschen Kommunen

PPP-Modelle für Infrastrukturprojekte

anzubieten und uns verstärkt dem

Thema ,erneuerbare Energien‘ zuzuwenden“,

verweist Engert auf eine

der Nischen, die von keinem der anderen

Anbieter besetzt wird.

2006 soll die Anzahl der Mitarbeiter

in Deutschland auf 20 erhöht werden,

weiters ist die Gründung von

Geschäftsstellen in Hamburg, Düsseldorf,

Stuttgart und München geplant.

„Diese Tochtergesellschaften

werden so ausgestattet, dass sie

sämtliche Dienstleistungsaspekte abdecken

können, die Leasingfinanzierungen

bereits in der Vergangenheit

so attraktiv gemacht haben“, so Engert.

So werden etwa deutsche

Steuerexperten steuerliche Optimierungen

und deutsche Bautechniker

Baumanagement-Dienstleistungen

anbieten.

NUMMER 1|FEBRUAR 2006 25


IMMOBILIEN

Bel(i)ebtes City-Center

Das Innsbrucker Kaufhaus „TYROL“ wird reanimiert. Gemeinsam mit der Immofina investiert die Raiffeisen-

Leasing 120 Millionen Euro in einen modernen Neubau des traditionsreichen Innenstadt-Kaufhauses.

Stolz präsentierte Raiffeisen-

Leasing-Geschäftsführer Peter

Engert Mitte Dezember

2005 eines der wichtigsten

und zugleich das größte Projekt, das

von der Raiffeisen-Leasing im letzten

Jahr abgeschlossen werden konnte.

„Mit der Finanzierung vom Kaufhaus

Tyrol können wir auch ein Zeichen für

die Innenstadtbelebung setzen, damit

dieser Bereich wieder an Bedeutung

gewinnt und so zu einem wichtigen

Impuls für die Wirtschaft werden

kann“, erläuterte Engert vor zahlreichen

Journalisten im Rathaus von Innsbruck.

„Wir freuen uns über die Zusammenarbeit

mit René Benko, in

dem wir einen erfahrenen und verlässlichen

Partner gefunden haben und

mit dem wir gemeinsam erfolgreich

agieren können. Großen Wert legen

wir bei derartigen Projekten auch auf

die Kooperation mit der Stadt, und in

Innsbruck läuft dies vorbildlich.“

Innsbrucks Bürgermeisterin Hilde

Zach will die Position der Stadt als

geistiges, kulturelles und wirtschaftliches

Zentrum Tirols im überregionalen

Wettbewerb sichern. Dass dazu

die Innenstadt mit Leben erfüllt werden

muss, steht für sie außer Zweifel:

„In unserer Stadt herrscht in dieser

Frage erfreulicherweise breiter

Konsens. Wir brauchen Impulse für

die Innenstadt, und das Kaufhaus Tyrol

wird dafür einen ganz wesentlichen

Beitrag leisten.“ Nach dem

Neubau des Rathauses und der Rathausgalerien,

dem neuen Sparkassenplatz

und der neu gestalteten

Gilmstraße soll nun im Zentrum Innsbrucks

ein echter Glanzpunkt gesetzt

werden. „Ich bin froh, dass

René Benko die unternehmerische

Initiative ergriffen und in enger Abstimmung

mit der Stadt dieses Projekt

entwickelt hat, von dem viele

profitieren werden.“

Der angesprochene Tiroler Immobilieninvestor

legt anschließend

seine Linie dar: „Die Innsbrucker sollen

wieder stolz auf das Kaufhaus Tyrol

sein, mit dem wir die gesamte Innenstadt

neu beleben möchten“, so

Benko. Daher sehe er die im Zentrum

angesiedelten Kaufleute als

wichtige Partner. Alle vorliegenden

Studien zeigen, dass auch sie davon

profitieren werden, wenn wieder

mehr Leben in die Innenstadt

kommt. „Bei meinen Projekten sind

mir Transparenz und Verlässlichkeit

wichtig“, meint Benko bezüglich der

KAUFHAUS TYROL

FINANZIERUNGSVOLUMEN

120 Millionen Euro

KUNDENFLÄCHE rd. 24.500 m 2

BAUBEGINN Sommer 2006

FERTIGSTELLUNG Ende 2008

26 Leas•mich


ERWARTEN DURCH DAS KAUFHAUS

TYROL eine deutliche Belebung der

Innsbrucker Innenstadt (v.l.n.r.):

Peter Engert (GF Raiffeisen-Leasing),

Hilde Zach (Bürgermeisterin von Innsbruck),

René Benko (Immofina).

Finanzierung des Riesenprojekts.

„Deshalb habe ich mich für die Raiffeisen-Leasing,

einen der renommiertesten

Finanzierungspartner Österreichs,

entschieden.“

Bürgermeisterin Zach freut sich

über den großen politischen Konsens

zugunsten des wiedererstandenen

Kaufhauses: „Wo sonst kann man

schon auf einen einstimmigen Beschluss

der Flächenwidmungs- und

Bebauungspläne im Gemeinderat

verweisen, wenn ein derart großes

Projekt umgesetzt werden soll – immerhin

das derzeit größte in ganz

Tirol.“ Zach will daher weiter auf Konsens

setzen: „Der Stadtsenat hat einen

Gestaltungsbeirat eingesetzt.

Das Kaufhaus Tyrol und die Neugestaltung

der Maria-Theresien-Straße

werden aufeinander abgestimmt.“

In Benko findet Zach dabei einen

Partner: „Die Stadt Innsbruck und wir

haben ein gemeinsames Interesse:

Wir wollen das Kaufhaus Tyrol zu einem

echten Anziehungspunkt in der

Innenstadt machen. Deshalb funktioniert

die Zusammenarbeit so gut. Und

wir werden auch gerne mit dem Gestaltungsbeirat

zusammenarbeiten.“

Benko sieht das Kaufhaus als Leitbetrieb

für die gesamte Innenstadt: „Wir

werden gemeinsam mit den Innenstadtkaufleuten

und dem Stadtmarketing

unsere Verantwortung – etwa in

Fragen der Bewerbung der gesamten

Innenstadt oder dem Gratisparken –

wahrnehmen“, so der Unternehmer.

Wichtige Anreize erwartet sich

auch die Bürgermeisterin: „Die Innenstadt

erhält die Chance, sich an moderne

Einkaufs- und Konsumgewohnheiten

anzupassen. Der Branchen-Mix

wird größer und durch neue

Magnetunternehmen attraktiver. Bestehende

Schwächen im Betriebstypen-Mix

werden abgemildert.“

Außerdem könne damit eine städtebaulich

schmerzliche Lücke geschlossen

werden, denn das Projekt

fügt sich trotz großer Baumasse in

die bestehende Struktur ein.

Benko legt großen Wert darauf,

dass die Innsbrucker regelmäßig

über den Baufortgang informiert werden:

„Wir haben bisher sehr offen

und seriös kommuniziert und werden

es auch weiterhin tun. Und durch unser

bisheriges Vorgehen haben wir

gezeigt, dass wir ein verlässlicher

Partner sind. Diesen Ruf wollen wir

durch unser Verhalten weiter festigen.“

Engert meint abschließend: „Wir

sehen den Neubau des Kaufhauses

Tyrol als äußerst positiv, da es sich

dabei um ein wirklich spannendes

Projekt handelt und für die Stadt Innsbruck

– auch aus Tourismusüberlegungen

heraus bzw. als Frequenzbringer

– enorm wichtig ist.

Raiffeisenbank Korneuburg baut Haus nach Maß

Das großzügig geplante neue Bankgebäude wird allen Wünschen der

Kunden und Mitarbeiter gerecht. Firmenkunden werden nicht nur einen

großen Veranstaltungsraum mieten können, sondern werden auch Gelegenheit

erhalten, ihre Produkte – von EDV-Geräten bis zum neuen Pkw-

Modell – im Kommunikationsbereich auszustellen. In den Festreden würdigten

RLB-General Peter Püspök, Bgm. Wolfgang Peterl und Landesrätin

Johanna Mikl-Leitner das neue Projekt. Als Spatenstecher schritten danach

auch Bezirkshauptmann Haselsteiner, LAbg. Schittenhelm, Vzbgm.

Gepp, UNIQA-Direktor Hasenöhrl, Raiffeisen-Leasing-Geschäftsführer Sandler, der Vorsitzende des Aufsichtsrates der RB

Korneuburg Weber, sowie die Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Korneuburg Dir. Stöckl und Dir. Korda zur Tat.

NUMMER 1|FEBRUAR 2006 27


IMMOBILIEN

INTERNATIONAL

Marilyn auf dem

roten Sofa

DIE KIKA/LEINER-GRUPPE eröffnete das nach eigenen Angaben modernste Einrichtungshaus

der Slowakei – mit 200 Mitarbeitern, 21.000 m 2 Betriebsfläche auf drei Ebenen,

vollklimatisierter Verkaufsfläche und mehr als 330 Gratisparkplätzen.

Großer Auftritt bei der Eröffnung des kika-Hauses in Bratislava: Ein Marilyn-Monroe-

Double räkelte sich nicht nur gekonnt auf dem aus der Werbung bekannten roten kika-

Sofa, sondern zierte auch eine höchst animierte Manager-Runde (v. l.): Robert Wurth

(Raiffeisen-Leasing), Herbert Koch (Geschäftsführer Kika Möbelhandelsges.m.b.H. und

Leiner), Karlheinz Sandler (Geschäftsführer Raiffeisen-Leasing).

Das aus TV- und Print-Werbung

bekannte „rote Sofa“

lädt nun auch in der

slowakischen Hauptstadt

Bratislava zum Platznehmen ein. „Mit

dieser Filiale werden neue Maßstäbe

im slowakischen Einrichtungshandel

gesetzt, denn nicht nur die Betriebsfläche

ist mit über 21.000 Quadratmetern

gigantisch, auch die Auswahl

ist enorm und die Preise sind sensationell

günstig“, jubelt das kika-Management.

Mit der Eröffnung des von

Raiffeisen-Leasing finanzierten neuen

Hauses in Bratislava zähle die

kika/Leiner-Gruppe – Österreichs

Marktführer im Möbelhandel – mit

mehr als 50 Standorten in Österreich,

drei Filialen in Ungarn und einem

Standort in Tschechien zu den

führenden Möbelhändlern Europas.

„Die Entscheidung nach Bratislava

zu gehen, ist vor allem geprägt

von der Nähe zu Österreich und dem

großen Potenzial auf dem Einrichtungsmarkt,

das durch die zunehmende

Wohnbautätigkeit noch weiter

unterstützt wird“, betonte Herbert

Koch, Vorstandsvorsitzender der

kika/Leiner-Gruppe. „Wir sind überzeugt,

dass kika bei der Bevölkerung

gut ankommt – unser Konzept ist für

den slowakischen Markt wie maßgeschneidert.“

Für die nächsten

Jahre beabsichtige kika, vor allem in

den osteuropäischen Ländern zu expandieren.

In Tschechien, Ungarn

und Kroatien seien zahlreiche Einrichtungshäuser

geplant oder bereits

in Bau.

Die Gesamtinvestitionen für das

in nur sieben Monaten fertig gestellte

kika-Haus in Bratislava belaufen

sich auf mehr als 23 Millionen

Euro. In diesem Zusammenhang

hob Herbert Koch das Engagement

der Raiffeisen-Leasing-Vertreter, die

bei der Eröffnungsfeier anwesend

waren, hervor und bedankte sich für

die ausgezeichnete Zusammenarbeit.

28 Leas•mich


Think global, act local

Spatenstich des Business- und Dienstleistungszentrums der WACKER BAUMASCHINEN AG in der Schweiz.

ANSICHT AUF DAS GRUNDSTÜCK des zukünftigen Neubaus in Volketswil.

AmMontag, den 28. November

2005 um 11.00 Uhr war

es soweit: Hugo Reichle,

Verwaltungsratspräsident

der WACKER Baumaschinen AG,

eröffnete den Festakt „Spatenstich“

mit einem Gruß an die Anwesenden,

vor allem aber mit einem speziellen

Dank an die Baubehörde in Volketswil,

an die Blättler Architekten, den

Generalunternehmer Medacon AG,

an die vormalige Landeigentümerin

und an die Austria Immobilien LEA-

SING (Schweiz) AG als Bauherr.

Ebenso begrüßt wurden die anwesenden

Parlamentarier der Gemeinde

Volketswil, die Mitarbeiter

der WACKER Baumaschinen AG als

auch die Vertreter der lokalen

Presse.

Voller Stolz präsentierte der Verwaltungsratspräsident

die Erfolgsgeschichte

der WACKER und im Besonderen

die der WACKER Baumaschinen

AG, eine 100%-ige Tochtergesellschaft

der WACKER Construction

Equipment AG, München. Seit

der Gründung der Schmiedewerkstatt

WACKER in Dresden im Jahre

1848 durch Johann Christian Wacker

zeichnet sich das Unternehmen

durch eine hohe Wertentwicklung

und Innovationskraft aus. Die Baumaschinen

aus den Entwicklungsund

Fertigungszentren in Deutschland,

USA und den Philippinen werden

inzwischen an 163 eigenen

Standorten in 40 Ländern erfolgreich

vertrieben. Die WACKER beschäftigt

derzeit weltweit ca. 2.500 Mitarbeiter.

Nach nunmehr etwas über sechs

Jahren, seit dem Aufbau des

Schweizer Vertriebsnetzes im Jahre

1998, gilt die WACKER Baumaschinen

AG bereits heute als der Anbieter

in der Schweiz von Baumaschinen

aller Art, wie z. B. Vibrations-

Stampfer, Walzen, Aufbruchhämmer,

Fugenschneider, Tauchpumpen oder

tragbaren Generatoren. Sie ist derzeit,

ganz dem Unternehmens-Motto

gehorchend „global denken und lokal

handeln“, mit Verkaufs-, Vertriebs-

und Servicestellen an zehn

Standorten flächendeckend in der

gesamten Schweiz vertreten.

Das neue Business- und Dienstleistungszentrum

liegt in der Industriezone

der Gemeinde Volketswil an

einer verkehrstechnisch günstigen

Lage, mit guten Anbindungen an die

Autobahnen Richtung Zürich und

Flughafen (rund 15 km). Volketswil

gilt als attraktiver und aufstrebender

Wirtschaftsstandort in der Region

Zürich. Der Neubau wird als neuer

MITTE (v.l.n.r): Benjamin N. Wasinger,

Geschäftsleiter WACKER Schweiz,

Steven Bruinsma, Austria Immobilien

LEASING (Schweiz) AG, Hugo Reichle,

VR-Präsident WACKER Schweiz nach

dem Spatenstich.

RECHTS: Florian Venosta, Geschäftsführer

der Austria Immobilien LEASING

(Schweiz) AG, überreicht Hugo Reichle

einen edlen Tropfen aus dem Piemont.

Hauptsitz der WACKER Baumaschinen

AG genutzt. Es handelt sich dabei

um einen sehr repräsentativen

Bürobau mit Werkhalle (Nutzfläche:

1.790 m 2 ), 16 Parkplätzen auf einem

Gesamtareal von nahezu 4.900 m 2 .

Dank klarer zeitgemäßer architektonischer

Gestaltung und modernen,

zweckmäßigen Installationen gilt der

Neubau auch als ideales wirtschaftliches

und funktionales Mehrzweckgebäude

mit diversen Ausbaumöglichkeiten.

Die ersten Erdbauarbeiten

wurden noch vor Weihnachten ausgeführt.

Nach kurzer Bauzeit von

rund neun Monaten ist die Eröffnung

(Bezug) im Herbst 2006 geplant.

Beschäftigte die WACKER Baumaschinen

AG in der Schweiz anfänglich

28 Personen, sind es heute bereits

82 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Davon werden rund 40 ihren

Arbeitsort von Dietlikon nach

Volketswil wechseln dürfen.

NUMMER 1|FEBRUAR 2006 29


KUNDENPORTRÄT

Bio-Pionier

Raiffeisen-Leasing finanziert und betreibt das Biomasse-Blockheizkraftwerk

des Ski-Produzenten und Flugzeugausstatters FISCHER in Ried im Innkreis.

Bis zum Jahr 2000 wurde

die Wärme- und Energieerzeugung

von einem Dampfkessel

mit 8,3 MW Leistung

und der wiederum mit Heizöl schwer

betrieben. Der jährliche Durchschnittsverbrauch

von 3.000 Tonnen

Heizöl tat weder den Bilanzen noch

der Umwelt gut, und spätestens mit

dem Kyoto-Abkommen und der darin

enthalten Verpflichtung zur Senkung

des CO 2-Ausstoßes begann der Innviertler

Industriebetrieb Fischer, Alternativen

zu prüfen. Die Energie Contractingfirma

Scharoplan kreierte die

technische Voraussetzung, erneuerbare

Energieträger anstelle fossiler

Brennstoffe zur Wärmegewinnung

heranzuziehen. „Das Planungsbüro

regte an, eine eigene Energieversorgungsgesellschaft

zu gründen, die

ausschließlich Biomasse in Form von

Rinden, Holzabfällen und Hackgut

aus regionaler Holz- und Forstwirtschaft

verwendet“, erläutert Geschäftsführer

Gregor Dietachmayr. Zu

diesem Zweck wurde eine Projektgesellschaft,

die Raiffeisen-Leasing

Wärmeversorgungsanlagenbetriebs

GmbH (RLW) gegründet, die als Eigentümerin

der Anlage in den Energieliefervertrag

eintritt. Die Betriebsführung

des Kraftwerks und die Verwaltung

übernahm Siemens.

Das Biomassekraftwerk des oberösterreichischen

Leitbetriebes wurde

sogar mit dem Energy Globe ausgezeichnet:

auf Landes- und auf Bundesebene

erzielte das Projekt jeweils den

1. Preis, in der Kategorie „Unternehmen

weltweit“ landete es auf Platz 2.

Auch die Fischer-Produkte selbst

stehen oft auf dem Siegespodest, wie

unter anderem die Bretteln der Skilegenden

Hansi Knauss und Kristian

Ghedina.

WÄRME UND STROM AUS HOLZ:

das Biomasse-Blockheizkraftwerk

auf dem Fischer-Firmenareal.

1924 gegründet, produzierte Josef

Fischer sen. anfangs Holzski, Rodeln

und Leiterwagen. Heute präsentiert

sich das Familienunternehmen als

eine der bedeutenden Sportmarken

der internationalen Ski- und Tenniswelt

und erfolgreicher High-Tech-

Konzern. Das Produktportfolio der

Fischer GmbH reicht von Alpin-,

Langlauf- und Sprungski, Langlaufschuhe,

Skischuhe, Bindungen,

Tennisschläger und Accessoires,

Squash-, Badminton- und Hockeyschläger.

Insgesamt wurden 2004 ca.

1,5 Mio. Paar Alpin- und Langlaufskier

und 1 Mio. Hockeyschläger sowie

135.000 Tennisschläger erzeugt.

DAS FISCHER-IMPERIUM

Das 1989 gegründete Unternehmen

Fischer Advanced Composite

Components (FACC) wurde innerhalb

weniger Jahre zu einer der ersten

Adressen für die globale Luftfahrtindustrie.

Hauptgeschäftsfelder

sind Strukturbauteile, Triebwerksverkleidungen

sowie Innenausstattungen

von Verkehrsflugzeugen. Die

Bauteile und Systeme werden nach

modernsten Technologien und höchsten

Qualitätsansprüchen größtenteils

aus Verbundwerkstoffen hergestellt

und einbaufertig an den weltweiten

Kundenkreis, zu dem Boeing, Airbus

und Bombardier gehören, ausgeliefert.

Die Bekleidungsmarke Löffler

etablierte sich als Spezialist für

Sportbekleidung und Sportwäsche.

Verwendung finden ausschließlich

hochwertige Materialien, wie das von

Löffler entwickelte Transtex.

Im noch jungen Bereich „Fischer

Composite Technology“ erarbeitet

man zur Zeit Lösungen für alternative

Anwendungen im Bereich Faserverbundstoffe,

um die eigene Position

im internationalen Wettbewerb zu

stärken und weiter auszubauen.

Weitere Infos zu den Raiffeisen-Leasing-

Energieprojekten unter

Tel. Nr. 01/716 01-8068 DW (DI Mark Suer)

Fischer + Löffler Deutschland GmbH, Fischer Moskau,

Fischer Mukachevo (UKR), Schi Kraft Corp. (Tokyo), Fischer Skis US, LLC,

Fischer Advanced Composite Components AG (FACC), Löffler GmbH

30 Leas•mich


KOMMENTAR

2005 – Erfolgreichstes Jahr seit

Bestehen für die Raiffeisen-Leasing

Mit einem Inlands-Neugeschäftsvolumen von rund EUR 1,2 Mrd. wurde ein absoluter

Höchstwert erzielt. Das europaweite Neugeschäftsvolumen stieg um 22 % auf EUR 2,9 Mrd.

MAG. KARLHEINZ SANDLER

Geschäftsführer der

Raiffeisen-Leasing

NEUGESCHÄFT 2005 DER

RAIFFEISEN-LEASING IN ÖSTERREICH

13.499 Verträge mit Anschaffungswerten in Höhe von EUR 1.155,3 Mio.

Kfz-Leasing € 285,6 Mio. (+5%)

Mobilien-Leasing € 390,8 Mio. (+14%)

Immobilien-Leasing € 478,9 Mio. (+40%)

Mit dem Neugeschäftsvolumen von EUR 1.155,3 Mio.

inkl. Cross-border-Finanzierungen bei 13.499 Verträgen

konnte das Ergebnis des Jahres 2004 um 21 % gesteigert

und damit die führende Marktposition in Österreich

errungen werden. Sämtliche – im Ausland tätigen –

Tochtergesellschaften der Raiffeisen-Leasing haben ein

Neugeschäftsvolumen in Höhe von EUR 1.706,2 Mio. erwirtschaftet,

womit das europaweite Neugeschäftsvolumen

des letzten Jahres bei EUR 2.867,7 Mio. liegt. Vom

Inlands-Neugeschäftsvolumen 2005 entfallen auf die

Sparten Kfz-Leasing EUR 285,6 Mio. (+ 5 %), auf Mobilien-Leasing

EUR 390,8 Mio. (+ 14 %) und auf Immobilien-Leasing

inkl. Eigenprojekte EUR 478,9 Mio. (+ 40 %).

Besonders erfreulich ist der Abschluss der Leasingfinanzierung

für das neue „Kaufhaus Tyrol“ in Innsbruck mit

einem Investitionsvolumen von EUR 120 Mio. – zugleich

das größte Raiffeisen-Leasing-Projekt im vergangenen

Geschäftsjahr (siehe Bericht auf Seite 26).

Zusätzlich zu den klassischen Leasingfinanzierungen

bietet Raiffeisen-Leasing den Kunden aber auch umfassende

Dienstleistungen an, wie etwa Fuhrparkmanagement,

Absatzleasing oder Baumanagement.

Raiffeisen-Leasing nutzt das im Immobilien-Leasing

gewonnene Know-how aber auch für die eigene Projektentwicklung.

So werden neben gewerblichen Objekten

wie Bürohäusern, Einkaufs- oder Fachmarktzentren

auch Wohnbauprojekte umgesetzt. Als aktuelles Projekt

ist in diesem Zusammenhang die „Neue Welt Hietzing“

erwähnenswert, ein Büro- und Geschäftshaus mit dazugehöriger

Tiefgarage, wo vor kurzem die Gleichenfeier

stattfand.

Auch das Ziel der letzten Jahre, zusätzlich zum bereits

vorhandenen starken Netzwerk in Zentral- und Osteuropa

auch in Westeuropa neue Zielgebiete mit intelligenten

Finanzierungsprodukten zu erschließen, konnte

erfolgreich umgesetzt werden. So hat die Tochtergesellschaft

„A-Leasing SpA“ in Treviso, Norditalien, in ihrem

zweiten operativen Geschäftsjahr ein erfreuliches Neugeschäftsvolumen

in der Höhe von EUR 314,1 Mio. abgeschlossen.

Von der italienischen Niederlassung wird

die gesamte Produktpalette – Kfz, Mobilien, Boote, Immobilien

– offeriert, wobei der Schwerpunkt in der KMU-

Betreuung liegt.

Die Schweizer Tochtergesellschaft „Austria Immobilien

Leasing (Schweiz) AG“ mit Sitz in St. Gallen wurde

2003 gegründet und betreut hauptsächlich in der

deutschsprachigen Ostschweiz Kunden, denen vorrangig

Immobilien-, aber auch Mobilien-Leasing angeboten

wird. In der Marktnische „Immobilien-Leasing“ konnte

sich die Tochtergesellschaft bereits gut positionieren

und interessante Kunden gewinnen, wobei im Vorjahr

ein Neugeschäftsvolumen in Höhe von EUR 39,3 Mio.

erwirtschaftet wurde.

Weiters hat die Raiffeisen-Leasing Ende 2004 eine

Repräsentanz – die Austria Leasing – in Frankfurt gegründet.

Die Mitarbeiter der deutschen Niederlassung betreuen

schwerpunktmäßig KMU und internationale Konzerne

im Bereich Immobilien- und Mobilien-Leasing.

Volumen in Mio. €

1200

1000

INLANDSGESCHÄFT NACH SPARTEN

2001–2005

800

600

400

Weiterer Anstieg des Leasingneugeschäfts

um 21% gegenüber 2004

ó KFZ

24,7%

33,8%

41,5%

ó Mobilien

ó Immobilien

200

0

2001 2002 2003 2004 2005

ó Immobilien 162 425 408 342 479

ó Mobilien 142 161 190 343 391

ó KFZ 126 132 183 272 286

NUMMER 1|FEBRUAR 2006 31


LIFESTYLE

Kopf und Hand im Einklang

Elitär und elegant: Warum immer mehr berufliche High-Performer der Faszination

der höchste Konzentration erfordernden Sportart FECHTEN erliegen.

Fechten hat in Österreich

eine große Tradition. Das

„Turnier mit Schwerd“, wie

es in einem 1516 verfassten

Fechtbuch heißt, war damals so beliebt,

dass es sogar ins Französische

übersetzt wurde. Es ist leicht zu ergründen,

warum das Fechten damals

eine so überragende Bedeutung

hatte. War es doch das

Schwert, mit dem die Völker der Welt

jahrhundertelang versuchten, sich

gegenseitig den Schädel einzuschlagen.

Kraft und Brutalität waren die

Triebfedern des Kämpfens mit der

Waffe. Als im 14. Jahrhundert das

Schießpulver erfunden wurde, entwickelte

sich notgedrungen die „feinere

Klinge“. Langsam begann sich

eine Fechttechnik durchzusetzen,

bestimmte Regeln wurden festgelegt.

So wurde im Laufe der Zeit aus

dem blutigen Kriegshandwerk ein

eleganter Sport, der neben dem Adel

auch vom Militär zelebriert wurde;

bis vor 40 Jahren war das Erlernen

der Fechtkunst noch Pflichtgegenstand

auf Österreichs Militärakademien.

Die gängigsten Waffen waren

der Säbel, eine Hieb- und Stichwaffe,

und der Degen, eine ausgesprochene

Stoßwaffe. Das „zarte“ Florett

diente lange Zeit nur als reine

Übungswaffe, um die strengen Regeln

des Fechtens zu erlernen.

Auch heute noch erarbeitet man

sich die hohe Kunst des Fechtens

idealerweise mit dem Florett, weil es

die präziseste Waffe ist. Treffer sind

nur mit der Klingenspitze erzielbar,

Trefferfläche ist ausschließlich der

Rumpf. So wird gelernt, die Spitze zu

kontrollieren und es schult das genaue

Auge sowie das analytische

Denken. Genauigkeit, Spitze, Hand:

drei Schlüsselworte, die den Fechtsport

perfekt beschreiben. „Dazu

kommen Spaß, Intuition, Reflex, Geduld,

List, Körperbeherrschung, Koordination“,

listet Brigitte Schmeissl,

36-jährige Diplomandin für Wirtschaftspsychologie

auf. Sie ficht

schon seit ihrer Kindheit – mit

Stecken und Stöcken auf der Wiese

– als Mitt-Zwanzigerin fasste sie dann

endgültig den Entschluss, sich diesen

Jugendtraum zu verwirklichen.

Faszination Fechten: So wie

Schmeissl schrieb sich Alexander

Resch vor geraumer Zeit in den Union

32 Leas•mich


Fecht-Club (UFC), einen von zehn

Vereinen in Wien, ein: „Am Fechten

interessiert mich einfach der Umgang

mit Waffen, die etwas Stilvolles an

sich haben, sowie die Körperbeherrschung

und Bewegungsabläufe, das

Ganze noch gepaart mit gewissen Ritualen

– bei der Begrüßung beispielsweise.“

Gefochten wird mit Säbel, Degen

oder Florett, je nachdem, welchen

Trainer der Verband verpflichten

konnte. Nur wenige Profis sind mit

allen Spielarten so vertraut, so dass

sie alle Waffengattungen gleich gut

unterrichten können. „Im Union

Fecht-Club trainiert die Mehrheit der

Fechter und Fechterinnen mit dem

Säbel“, erläutert Rainer Mauritz, Erwachsenen-Anfängertrainer

und im

Zivilberuf Rechtsanwalt. „Grundsätzlich

kann aber in jeder Variante gefochten

werden.“ Österreichweit – es

gibt insgesamt 30 Vereine – ist der

Degen die beliebtere Waffe, sowohl

bei Herren als auch Damen.

Der elitäre Touch und die Eleganz

des Fechtens spricht auffällig viele

Menschen im gehobenen Bildungsund

Einkommensniveau – insbesondere

Manager und Ärzte – an. Deren

beruflicher Alltag erfordert an sich

bereits hohes Konzentrationsvermögen.

Für diese High-Performer ist der

Fechtsport eine gute Übung, um

auch mental in Top-Form zu bleiben.

„Sportliche Betätigung, die sich zur

Selbstverteidigung eignet und einen

interessanten historischen Hintergrund

hat, hat mich schon immer

fasziniert“, nennt dagegen der 34-

jährige Fachhochschullehrer Bernhard

Walter Panek sein Motiv, sich in

den Fecht-Club einzuschreiben. Die

Tatsache, dass der UFC das gesamte

nötige Material stellt – Masken,

Fechtjacken, Schutzmatten,

Waffen –, machte den Einstieg auch

finanziell attraktiv. In eine eigene

Ausrüstung muss immerhin an die

900 Euro investiert werden. Zudem

kann man beim UFC gleich alle drei

Waffengattungen Säbel, Degen, Florett

kennen lernen. „Wer Fechten

trainiert, ist sportlich aktiv und körperlich

und geistig ausgeglichen“, ist

Panek überzeugt. „Im Club herrscht

ein spannender Wettbewerb zwischen

den Fechterinnen und Fechtern,

der aber nicht zu ernst genommen

wird – und Spaß ist ja beim

Sport ein wesentlicher Faktor.“

Man muss daher nicht vor Fitness

strotzen, um das Fechten zu lieben.

Nachteil ist es aber natürlich auch

keiner. „Im letzten James-Bond-Film

faszinierte mich besonders die Szene

im Fechtclub mit Madonna“, erzählt

Alexander Herrmann, kaufm. Angestellter

in der Mineralölbranche. sein

Schlüsselerlebnis. „Das wollte ich

auch können. Da hab ich gleich den

nächsten Kurs gebucht und seitdem

lässt mich das Fechten nicht mehr

los. Das ist genau meine Sportart:

konditionell fordernd, schnell und mit

viel Taktik.“ Trotz Schutzkleidung gibt

es manchmal blaue Flecken, wenn

der Gegner mit einem kraftvollen

Stoß einen Treffer landet. Besonders

eitel oder wehleidig darf man bei dieser

Sportart also nicht sein. Aber wie

im restlichen Leben gilt auch hier das

Motto: „No risk, no fun!“

DIE WAHL DER WAFFEN

FLORETT

Der Name stammt aus dem Italienischen

und bedeutet Blütenkopf.

So wurde nämlich das Lederläppchen

genannt, mit dem die

Spitze gesichert

wurde. Das

Florett ist eine

Stoßwaffe und hat eine Gesamtlänge

von 110 cm, mit einer Klingenlänge

von 90 cm und einem

Gewicht von maximal bis zu einem

halben Kilo. Treffer können nur am

Rumpf, also zwischen dem oberen

Kragenrand und der Leiste

angebracht werden.

SÄBEL

Die Länge dieser Hieb- und Stichwaffe beträgt 105 cm, die Klingenlänge max.

88 cm. Er ist in derselben Gewichtsklasse wie das Florett. Treffer werden mit der

ganzen Länge der Schneide, mit dem vorderen Drittel der Rückenschneide als

Hieb und mit der Spitze als Stoß erzielt. Als Trefferfläche gilt der Rumpf mit Kopf

und Armen.

DEGEN

Diese Stoßwaffe löste 1600 n. Chr. das Schwert ab. Der Degen verlangt mehr

Reaktionsvermögen, Kondition und Siegeswillen als Florett oder Säbel. Die dreikantige

Waffe ist 110 cm lang, die Klingenlänge beträgt 90 cm und das Gewicht bis zu

770 g. Treffer können nur mit der Klingenspitze erzielt werden, gelten aber am

ganzen Körper.

http.//www.sportfechten.at

NUMMER 1|FEBRUAR 2006 33


FACTS&FIGURES

INSOLVENZSTATISTIK

16000

12000

8000

4000

0

Ó Insolvenzen Ó Privatkonkurse Ó Neuprotokollierungen

2003 2004 2005

MIT EINEM WEITEREN PLUS von 11 % bei

den Unternehmenspleiten schreibt das Jahr

2005 einen neuerlichen Insolvenzrekord für

Österreich. Die eröffneten Verfahren stiegen

um 7 % – die mangels Masse abgewiesenen

dagegen um 15 %. Mit ca. 22.000 Personen

waren etwa 3 % mehr Dienstnehmer betroffen

als im Vorjahr. Das Gros dieser Arbeitsplätze

blieb allerdings erhalten, da die betroffenen

Unternehmen großteils über Zwangsausgleich

saniert und fortgeführt wurden. Die

hauptsächlich betroffenen Branchen waren

„unternehmensbezogene Dienstleistungen“,

also die typische Branche für moderne

Unternehmensgründer, sowie einmal mehr

Gastronomie und Baugewerbe. Die größte

Insolvenz des Jahres 2005 – nämlich ROCO

Spielwaren – hat sich allerdings in der

Modellbaubranche ereignet.

ERHOLUNG DER INVESTITIONSKULTUR

Die Wirtschaft wird heuer um 2,4 % wachsen. Export und Investitionen tragen die Konjunkturerholung.

Hingegen kann sich die Konsumnachfrage der privaten Haushalte kaum aus ihrer Schwäche lösen.

Quelle: KSV

Die heimische Exportwirtschaft belebt sich seit dem

Sommer 2005 merklich. Österreich ist vor allem

als Zulieferer zur Industrie in Deutschland und den

anderen europäischen Ländern begünstigt, die bei anhaltend

starker Weltkonjunktur von steigenden Auftragseingängen

aus den erdölproduzierenden Ländern und

der Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar profitiert.

Das Wachstum des Warenexports sollte sich im

Jahr 2006 aufgrund zusätzlicher Impulse aus Deutschland

weiter beschleunigen. Die Anhebung des allgemeinen

Satzes der Mehrwertsteuer von 16 % auf 19 % mit

1. Jänner 2007 wird umfangreiche Vorziehkäufe an

dauerhaften Konsumgütern, vor allem an Pkw, auslösen.

Wegen des Booms der deutschen Autohersteller wird

Österreichs erfolgreiche Zulieferindustrie wesentlich

höhere Auftragseingänge verzeichnen. Somit könnte

die Wertschöpfung der heimischen Sachgütererzeugung

im Jahr 2006 um real 4,3 % steigen.

Für den weiteren Konjunkturverlauf ist entscheidend,

ob sich die Gewinne der Exportunternehmen in einer

Ausweitung der Investitionstätigkeit niederschlagen. Für

diese Entwicklung sind erste Anzeichen zu beobachten:

Gemäß dem WIFO-Investitionstest vom Herbst 2005 hat

sich in der Kfz- und Stahlindustrie ebenso wie im Maschinen-

und Anlagenbau die Stimmung gedreht, die

Unternehmen schieben Investitionsprojekte nicht weiter

auf, sondern planen deren Umsetzung. Die Ausrüstungsinvestitionen

könnten im Jahr 2006 um 3 % höher sein

als im Vorjahr. Auch die Bauwirtschaft beurteilt ihre Auftragslage

optimistisch, die Bauinvestitionen dürften im

Jahr 2006 um 2,5 % zunehmen.

Die gegenwärtige Konjunkturerholung kann in einen

Konjunkturaufschwung übergehen, wenn auch Einkommen

und Konsumnachfrage der privaten Haushalte von

der Aufwärtstendenz erfasst werden. Dafür gibt es aber

bislang noch keine Anzeichen. Der reale Konsum der

privaten Haushalte wuchs seit dem Jahr 2000 um nur 1 %

pro Jahr, halb so rasch wie im langfristigen Durchschnitt.

Das war vor allem auf schwache Reallohnsteigerungen

und den Anstieg der Sparquote zurückzuführen – sie erreichte

im Jahr 2005 9,4 % der verfügbaren Einkommen.

In den Jahren 2006 und 2007 dürfte die Konsumnachfrage

um knapp 2 % über dem Vorjahreswert liegen.

Begünstigt wird die leichte Verbesserung von etwas

höheren Lohnabschlüssen und einer Verlangsamung

des Preisauftriebs.

in Prozent

6

5

4

3

2

1

0

LANGFRISTIGE ZINSSÄTZE

USA

Österreich

Japan

2003 2004 2005 2006e 2007e

in Prozent

5

4

3

2

1

0

-1

KURZFRISTIGE ZINSSÄTZE

USA

Euro-Raum

Japan

2003 2004 2005 2006e 2007e

Veränderungen ggü Vorjahr in %

4

3

2

1

0

-1

2003

VERBRAUCHERPREISE

USA

EU 15

Japan

2004 2005 2006e 2007e

Quelle: WIFO

34 Leas•mich


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