Folge 2 zum Downloaden - Raiffeisen

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Folge 2 zum Downloaden - Raiffeisen

KRIMI

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Idee und Texte Ueli Bichsel

Das Raiffeisen Krimispiel «Die Kassette»

Denken Sie mit, beim Raiffeisen Krimispiel. Sie schlagen

vor, wie der Krimi weitergehen soll. Ueli Bichsel schreibt

auf den nächsten Erscheinungstermin hin die neue Folge

der Kriminalgeschichte «Die Kassette», nach Ihrer Vorgabe.

Die Geschichte hat 10 Folgen, diese erscheinen vom

7. 11. 2013 bis zum 13. 3. 2014 regelmässig alle zwei

Wochen im Thuner Amtsanzeiger, als Newsletter der

Raiffeisenbank Thun und unter www.raiffeisen.ch/thun.

Folge 3 erscheint am 5. Dezember 2013. In Papierform ist

die Kriminalgeschichte an den Schaltern der Raiffeisenbank

Thun aufgelegt. Sämtliche bereits publizierten Folgen

können Sie unter der Internet-Adresse auch

nachlesen. Machen Sie mit, schöne Preise locken!

Die Gewinnerin und Ideenlieferantin für die Folge 2 ist

Frau Monika Berger aus Wattenwil. Sie gewinnt den

ersten IGT-Gutschein.

Spielregeln und Gewinn-Preise

Wie geht der Raiffeisen Krimi «Die Kassette» weiter?

• Kreieren Sie die Idee zur Fortsetzung des Krimis

• Schreiben Sie uns bis zum darauf folgenden Montag

16.00 Uhr ein Mail mit maximal 4 Zeilen (400 Zeichen

inkl. Leerschläge)

• Senden Sie uns das Mail an die folgende Adresse:

monika.kitsao@raiffeisen.ch oder geben Sie Ihren Vorschlag

an einem der Schalter der Raiffeisenbank Thun

termingerecht schriftlich ab

• Versehen Sie Ihre Idee mit Name, Vorname, Adresse,

Mailadresse und Telefonnummer

• Jede Einsendung wird Ueli Bichsel anonym vorgelegt

• Wenn Ihre Idee vom Krimiautor zur nächsten Folge

weiter verarbeitet wird, gewinnen Sie den Wochenpreis,

einen IGT-Gutschein im Wert von CHF 100.00

• Sämtliche Einsendungen mit einer Idee kommen in die

Schlussverlosung

• Zu gewinnen sind: 1. Preis im Wert von CHF 1000.00,

4 weitere Preise im Wert von CHF 200.00

• Jede Person darf pro Folge nur einen Vorschlag zur Fortsetzung

der Geschichte machen

• Über das Raiffeisen Krimispiel wird keine Korrespondenz

geführt

Fragen? Monika Kitsao, 033 227 83 64, gibt gerne

Auskunft

Spielen Sie mit, mitdenken lohnt sich!

Raiffeisenbank Thun, Burgstrasse 20, Postfach 2452,

3601 Thun, Geschäftsstellen in Thun, Uetendorf,

Heimberg.


«Ausgerechnet Cornelia Zwahlen muss mir wieder in die

Quere kommen!» dachte ich mir, als ich den erfrischenden

Auftritt der Kommissärin bemerkte. Sie war so bissig wie

eh und je und man spürte förmlich, wie es in ihr brodelte,

weil wir wieder vor ihr am Tatort gewesen waren. Wir, das

heisst Wädi Friedli, der Fotograf, und ich, Kurt Moser,

Reporter beim Tägu. Es ärgerte die ehrgeizige Dame sichtlich,

dass sie wegen Ramadan, meinem Hund, vom Tatort

ausgeschlossen war und bellte schon nach einem anderen

Eingang zur Raiffeisenbank. «Nur Geduld» meinte ich

freundlich hinter meinem Zähnefletscher hervor, «ich löse

ihn gleich vom Tisch, da kann er dich sofort anfallen und

als Znüni runterwürgen.» Wahrscheinlich würde diese

saure Gurke sogar Ramadan im Hals stecken bleiben. Aber

das dachte ich nur.

Ramadan rannte nach

seiner Befreiung schnurstracks

die Treppe hinunter

zum Tresorraum

dann wieder in die

Schalterhalle hoch und an

mir und Zwahlen vorbei. Die in diesem

Moment emotional etwas labile Fachkraft

der Kantonspolizei entpuppte sich als relativ

schreckhaft: Ihr entglitt ein markerschütternder Schrei,

während sie gefühlte einen Meter hoch und zwei Meter

seitwärts sprang. Der Hund interessierte sich nicht im Geringsten

für Kommissärin Zwahlen. Die Nase knapp über

dem Boden durchquerte er strammen Schrittes das Burgzentrum.

Ich hinter ihm her. Wädi konnte ich gerade noch

im Vorbeirennen zurufen: «Tue du die Gschicht wägem

Tisch mit em Wirt regle!» Den Zuruf von Frau Zwahlen:

«He, du blybsch da!» überhörte ich ebenso, wie Wädis

Gemotze: «Geng preichts mi, für di unagnähme Sache

z’regle.»

An der Bushaltestelle «Spital» machte Ramadan eine

scharfe Linkskurve, stand bockstill, bellte zweimal laut

und schnappte sich unter der Sitzbank einen beigen

Lederhandschuh. «Aus, Ramadan!», «Wuff». Ramadan

tropfte vor Eifer, aber ausspucken mochte er nicht. Was

war daran so besonderes an diesem Handschuh, fragte

ich mich und untersuchte ihn so gut es ging. Er hatte tatsächlich

blutrote Flecken an der Innenseite. Und roch fein

nach Speck. War das ein Mörderhandschuh? Hallo, das

war etwas für unsere Reportage! Mein Telefon hatte ich

schon in der Hand, als es bereits läutete. Ich drückte auf

den Button «annehmen» und bereute das im gleichen

Augenblick: «Moser!!!» tönte es messerscharf aus meinem

Handy, «Sofort zrügg i d Bank! We de nid i drei

Minute da bisch, lani di polizeilich la sueche!» – «U we

du nid i drei Minute mit der ganze Spuresicherig a der

Bushaltstell «Spital» bisch, gheien i das Bewysstück, wo

der Ramadan gfunde het, uf dä Ghüderwage, wo grad

dürefahrt.» Zwahlen schnaufte und schluckte hörbar, das

war ein Tiefschlag für sie. Sie hatte nämlich noch nicht die

kleinste Spur. «Wart, i schicke sofort der Nils Bunt mit

Aahang.» Ich redete Ramadan ins Gewissen, dass er

Fahnder Bunt ja den Handschuh geben solle, sonst würden

wir uns blamieren. Ramadan wedelte erfreut und

ich nahm das als gutes Zeichen.

Die Polizei-Crew rauschte an und begann nach dem

Absperren des Wartehäuschens sofort mit der kriminaltechnischen

Untersuchung der näheren Umgebung.

Ramadan blieb stur, auch nachdem ich ihm einen grossen

Kalbsfussknochen in Aussicht gestellt hatte. Bunt ging

breitbeinig in die Knie, schaute Ramadan ernst in die

Augen und erklärte, er sei selber Hundehalter und wisse,

wie man mit Hunden umgehen müsse. Aber alles «Aus!»,

«Gib Laut!», «Sofort Schnauze auf!» nützte nichts und

auch Bunts Reissen am Handschuh nicht. Im Gegenteil,

Ramadan hatte einen Spielkameraden gefunden und zog

umso mehr ruckweise an seiner Trophäe. Die Spurensicherer

hielten sich jedenfalls die Bäuche vor Lachen, aber

wurden auch bald fündig: Im Abfallkorb neben der Haltestelle

fanden sie den zweiten Handschuh, auch blutverschmiert,

und auch nach Speck und Knoblauch riechend.

Auf Bunts Telefonanruf erschien Cornelia Zwahlen, Wädi

erzwungenermassen in ihrem Schlepptau. «Nils, mach da

fertig, u dir zwe chömet mit uf ds Präsidium, zur Befragig!»,

Ich entgegnete, wir müssten unsere Zeitungsreportage

für morgen schreiben gehen und hätten keine Zeit.

Diese Idee kam bei Frau Zwahlen gar nicht gut an. Hei,

mussten wir noch eine Brause über uns ergehen lassen:

Dass wir uns hüten sollten, auch nur einen Buchstaben in

die Zeitung zu setzen, bevor der Staatsanwalt oder sie

dazu grünes Licht gegeben hätten. Wädi und ich zogen

die Köpfe ein, stiegen ins Auto und setzen Ramadan zwischen

uns auf die Rückbank des schicken Wagens. Es war

mir ein besonderes Vergnügen zu sehen, wie Ramadan

an seinem Beweisstück festhielt und der ganze Handschuh

vor sich hin tropfte. Ab jetzt lag der Ball bei

Zwahlen. Wädi und ich, wir lehnten uns zurück.

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