Anlagepolitik – Mai 2013 Leg dich nicht mit der Bank of ... - Raiffeisen

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Anlagepolitik – Mai 2013 Leg dich nicht mit der Bank of ... - Raiffeisen

Anlagepolitik Mai 2013

Leg dich nicht mit

der Bank of Japan an

Japan: Notenbank

rührt mit der

gros sen Kelle an

Finanzarchitektur

in der Eurozone ist

vielversprechend

Wachstumsschwäche

in Mexiko nur

temporär

Investieren

in intelligente

Ressourcen


Inhalt

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Marktkommentar

Leg dich nicht mit

der Bank of Japan an

Anlageideen

Investieren in

intelligente Ressourcen

Wirtschaft Industrieländer

Finanzarchitektur in der Eurozone

ist vielversprechend

Wirtschaft Schwellenländer

Wachstumsschwäche in Mexiko

nur temporär

Währungen & Anleihen

Aktien & Rohstoffe

Spezialthema

Japan: Notenbank rührt

mit der grossen Kelle an

Prognosen

Portfoliostrukturen

Marktdaten

Impressum

Herausgeber: Raiffeisen Schweiz Genossenschaft, Raiffeisenplatz, CH-9001 St. Gallen

Redaktion: Bank Vontobel, Investment Services Raiffeisen Schweiz

Coverbild: Getty Images

Erscheinungsweise: monatlich (Doppelnummer im Juli/August)

Bestellungen: direkt bei Ihrem Kundenberater

Redaktionsschluss: Dienstag, 23. April 2013

2 Anlagepolitik Mai- 2013


Makrosicht

Zinssenkung in Europa ist denkbar

Wirtschaftswachstum 2013

Obwohl die im April veröffentlichten Wirtschaftszahlen für die

USA mehrheitlich enttäuschten, belassen wir die Prognose für

das Wirtschaftswachstum unverändert.

Wir gehen davon aus, dass die März-Zahlen durch die aussergewöhnlich

tiefen Temperaturen verzerrt worden waren. In

der Eurozone dagegen rechnen wir neu mit einer leichten

Schrumpfung der Wirtschaftsleistung.

unter


Konsens

über

+ ++

EWU*

USA

Japan

EM**

CH

Konsens = Consensus Inc., London

Inflation 2013

Aufgrund des schwachen Yen rechnen wir damit, dass die Deflation

in Japan 2013 zu einem Ende kommt. Dieser Effekt ist

schon deutlich bei den Importpreisen zu sehen.

Unsere Inflationsprognose für die anderen Industrieländer liegt

nahe bei 2 Prozent.

EWU*

USA

Japan

EM**

unter


Konsens

über

+ ++

CH

Konsens = Consensus Inc., London

Notenbankzinsen (in drei Monaten)

Wir erwarten, dass die Notenbanken die Leitzinsen unverändert

lassen. In Europa ist sogar eine Zinssenkung durch die Europäische

Zentralbank denkbar. Sowohl die Teuerung als auch

das Wachstum der Geldmenge M3 haben nämlich abgenommen.

EWU*

USA

Japan

CH

unter


Konsens

über

+ ++

Konsens = Bloomberg

Renditen zehnjähriger Staatsanleihen (in drei Monaten)

Wir rechnen damit, dass die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen

in den kommenden drei Monaten nur geringfügig ansteigen.

Über die nächsten zwölf Monate rechnen wir mit dem

grössten Renditeanstieg in Deutschland und der Schweiz einerseits

sowie dem geringsten Anstieg in Japan andererseits.

D

USA

Japan

unter


Konsens

über

+ ++

CH

Konsens = Consensus Inc., London

«Der Goldpreis dürfte sich

bei 1100 bis 1200 Dollar

einpendeln.»

* Europäische Währungsunion

** Emerging Markets

Unsere Einschätzung liegt . . . dem Konsens.

Abweichung - : leicht unter

Abweichung - - : deutlich unter

Abweichung + : leicht über

Abweichung ++ : deutlich über

Christophe Bernard

Chefstratege der Vontobel-Gruppe

Anlagepolitik Mai 2013 3


Anlagestrategie

Erhöhte Verletzlichkeit

bei risikosensitiven

Anlageklassen bleibt

Cash

Untergewichtet

stark

leicht

Neutral

übergewichtet

leicht

stark

Die Ausgangslage

Risikoreiche Anlageklassen bleiben aufgrund der expansiven

Geldpolitik der Notenbanken attraktiv. Für das zweite Quartal

erwarten wir allerdings eine erhöhte Verletzlichkeit bei risikosensitiven

Anlageklassen. Dies ergibt sich aufgrund der jüngsten

Negativüberraschungen verschiedener ökonomischer

Vorlaufindikatoren und einer weiterhin sehr optimistischen

Investorenstimmung an den weltweiten Finanzmärkten. Für

positive Kursüberraschungen könnte eine mögliche Lockerung

der europäischen Austeritätspolitik und/oder eine potenzielle,

expansivere Geldpolitik der europäischen Zentralbank sorgen.

Diesen politischen Unsicherheiten begegnen wir mit einem hohen

Cash-Bestand, um Opportunitäten rasch und gezielt umsetzen

zu können.

Anleihen

Aktien

1

Unsere Cash-Position belassen wir weiterhin auf

«übergewichtet», um Gelegenheiten

zeitnah nutzen zu können.

2

3

4

5

6

Bei den Anleihen halten wir an unserer Untergewichtung

fest. In Hochzinsanleihen und Schwellenländeranleihen

bleiben wir nach wie vor «übergewichtet».

Aktien gewichten wir weiterhin «neutral».

Im Fokus stehen japanische Titel, US-Bankenaktien

sowie Investments in «intelligenten»

Ressourcen.

Bei der Anlageklasse Gold nehmen wir neu eine

Untergewichtung ein.

Bei der Anlageklasse Rohstoffe bleiben wir bei

unserer Einstufung «untergewichtet».

Hedge Funds gewichten wir gegenüber der

Benchmark nach wie vor «neutral».

Gold

Rohstoffe

Hedge

Funds

Veränderungen zum Vormonat: gleich, erhöht, verringert.

4 Anlagepolitik Mai- 2013


Anlagestrategie

Währungen

Den US-Dollar erachten wir nicht nur aus Portfoliokonstruktionsgründen

als attraktiv, sondern auch langfristig aufgrund der stärkeren

Wirtschaftsaussichten der USA im Vergleich zu Europa. Der

absehbare Abbau des Leistungsbilanzdefizits aufgrund des Erdölproduktionsbooms

sollte die Dollar-Stärke zusätzlich erhöhen.

Gegenüber dem Franken sehen wir bis Ende Jahr weiteres Aufwertungspotenzial

für den Euro.

CHF per EUR

USD per EUR

CHF per USD

Negativ Neutral Positiv

Anleihen

In Erwartung leicht steigender Zinsen erscheinen uns Staatsanleihen

aus Industrieländern immer unattraktiver. Unserer Ansicht

nach ist es weiterhin ratsam, Staatsanleihen von Schwellenländern

überzugewichten (sowohl «extern» als auch

«lokal»). Zusätzlich engagieren wir uns mit einer Position in

mexikanischen Anleihen (in lokaler Währung). Bei hochverzinslichen

Unternehmensanleihen halten wir eine Übergewichtung

ebenfalls für angebracht.

Staatsanleihen

Industrieländer

Schwellenländer (extern)

Schwellenländer (lokal)

Unternehmensanleihen

Investment Grade ≥ AA

Investment Grade < AA

High Yield

Neutral

Untergewichtet

Übergewichtet

Aktien

Hinsichtlich des japanischen Aktienmarktes bleiben wir nach

wie vor optimistisch. Die pointierten Aussagen des Vorstehers

der japanischen Notenbank, Haruhiko Kuroda, die angekündigte

expansive Geldpolitik rasch umzusetzen, bestätigten uns in

unserer Positionierung. Unsere starken Überzeugungen betreffend

US-Bankaktien und Aktien in «intelligenten» Ressourcen

verfolgen wir ebenfalls weiter.

Industrieländer

Schwellenländer

Neutral

Untergewichtet

Übergewichtet

Gold

Der jüngste Preiszerfall beim Edelmetall zeugt für uns vom verstärkten

Vertrauen in die globalen Notenbanken und das geringere

Risiko eines Zerfalls der Eurozone. Wir reduzierten unsere

Goldposition um die Hälfte und beziehen eine

«untergewichtete» Positionierung.

Gold

Neutral

Untergewichtet

Übergewichtet

Rohstoffe

Die hohen Lagerbestände bei Erdöl und Industriemetallen (insbesondere

Kupfer) und die enttäuschenden globalen Konjunkturindikatoren

bestätigen unsere Skepsis gegenüber Rohstoffinvestments.

Industriemetalle

Energie

Agrarrohstoffe

Neutral

Untergewichtet

Übergewichtet

Hedge Funds

Trotz schwacher letztjähriger Performance bleiben wir bei

Hedge Funds aufgrund ihrer guten Diversifikationseigenschaften

weiter «neutral» gewichtet.

CTA

Macro

Neutral

Untergewichtet

Übergewichtet

Anlagepolitik Mai 2013 5


Marktkommentar

Leg dich nicht mit der

Bank of Japan an

Die Erfahrung hat Finanzmanager gelehrt, keine

Wetten gegen die US-amerikanische Notenbank Federal

Reserve einzugehen was an der Wall Street die

Redewendung «don’t fight the Fed» geprägt hat. Mit

anderen Worten: Schwimme mit dem Strom, wenn die

mächtigste Zentralbank der Welt die Zinsen erhöht

oder senkt. In diesem Sinne sollten sich auch die Anleger

an der jüngsten fundamentalen Kehrtwende der

japanischen Geldpolitik orientieren.

Am 4. April 2013 schrieb die Bank of Japan (BoJ) mit der Ankündigung

einer spektakulären Lockerung der Geldpolitik zur

Bekämpfung der Deflation Wirtschaftsgeschichte. Die Eckpfeiler

dieser Politik lauten (siehe Grafik 1):

Erreichen einer Inflationsrate von 2 Prozent innerhalb

der nächsten zwei Jahre;

Verdoppelung der Notenbankgeldmenge durch massive

Ankäufe japanischer Staatsanleihen (JGBs);

Erhöhung der durchschnittlichen Laufzeit der JGBs im

Portfolio von drei auf sieben Jahre.

Der Liquiditäts-Tsunami der BoJ wirkt Wunder

Ob die konzertierte Aktion der Regierung von Premierminister

Shinzo Abe und der BoJ unter der neuen Führung von Haruhiko

Kuroda erfolgreich sein wird, ist noch ungewiss. Die Problematik

ist vielschichtig: Japan kämpft seit über einem Jahrzehnt

gegen die Deflation, ungünstige demografische Trends und

ein träges Wirtschaftswachstum. Hier sind strukturelle Reformen

des Arbeitsmarktes gefordert. All diese Probleme sind

langfristiger Natur, doch können die Behörden bereits erste Erfolge

verzeichnen: Das Geschäftsklima und die Konsumentenstimmung

haben sich verbessert, der Yen notiert tiefer und die

lokalen Aktien höher. Diese Trends dürften sich fortsetzen, solange

die Entscheidungsträger konsequent an den vereinbarten

Zielen festhalten, ungeachtet des Endresultates. An den

Finanzmärkten zählt die Reise eben mehr als die Heimkehr.

Foto: Gettyimages

Wirtschaftlicher Frühling in Japan? Die Bank of Japan setzt alles daran, der einheimischen Ökonomie auf die Beine zu helfen.

6 Anlagepolitik Mai- 2013


Kurodas «Ratschlag»: Aktien und Immobilien kaufen

Die Botschaft der BoJ an die japanischen Anleger könnte deutlicher

nicht sein: jetzt aus Cash und Staatsanleihen aussteigen

und in risikoreichere Anlagen wie Aktien und Immobilien investieren.

Diese Trendwende dürfte unseres Erachtens neben

den japanischen auch den ausländischen Anleihemärkten zugute

kommen. Bei unveränderten Rahmenbedingungen dürfte

sie auch die weltweiten Aktienmärkte stützen und das kurzfristige

Abwärtsrisiko angesichts der stagnierenden Weltwirtschaft

begrenzen.

Ungeachtet der Marktreaktion birgt die neu eingeschlagene

Richtung der BoJ ein gewisses Risiko. Eine niedrigere Nachfrage

nach JGBs könnte zu höheren Zinsen in der drittgrössten

Volkswirtschaft der Welt führen, was angesichts der massiven

Verschuldung Japans (240 Prozent des Bruttoinlandprodukts)

eine bedrohliche Haushaltslage heraufbeschwören könnte.

Die BoJ-Ankäufe decken die Finanzierungsanforderungen der

Regierung jedoch umfassend ab die sogenannte «Monetarisierung»

des Defizits , was dem harten Kern der konservativen

Zentralbanker ein Dorn im Auge ist, weil diese die primäre

Aufgabe der Zentralbank in traditionellen Aufgaben wie der

Wahrung der Preisstabilität sehen.

Weshalb ist nun aber der Goldpreis infolge dieser aggressiven

Lockerungspolitik nicht etwa angestiegen, sondern kurz nach

der Ankündigung abrupt gefallen? Diese erneute «Apathie»

des Goldes angesichts von Nachrichten, die den Preis eigentlich

unterstützen müssten, ist unseres Erachtens genau der

Grund, weshalb es zu einer plötzlichen Korrektur gekommen

ist. Eine ganz einfache Erklärungsmöglichkeit wäre, dass nach

der zehnjährigen Hausse und markanten Zuflüssen der «Grenzkäufer»

fehlt. Bedeutet dies das Ende der langjährigen Hausse

für Gold (siehe Grafik 2)? Dies könnte durchaus der Fall sein,

wenn die Notenbanken von der expansiven Geldpolitik wieder

abkommen, bevor die Inflation ansteigt. Oder das Gegenteil

könnte eintreten, wenn die Inflation zu einem Vertrauensverlust

in Papiergeld führt. Das Angebots-Nachfrage-Gleichgewicht

bedarf auf jeden Fall einer beträchtlichen Anlegernachfrage

nach Gold, die in absehbarer Zukunft jedoch zurückgehen

dürfte. Das Edelmetall notiert zurzeit bei 1425 US-Dollar

je Feinunze und dürfte sich bei 1100 bis 1200 Dollar einpendeln

einem Preis, bei dem die am wenigsten effizienten

Goldminen die Produktion langsam einstellen werden.

Rohstoffe: Kommen bald Kaufgelegenheiten?

Die jüngsten Konjunkturdaten blieben generell hinter den Erwartungen

zurück, besonders in den USA (zugegebenermassen

nach einem starken ersten Quartal) und in China. Europa

hat nach wie vor mit beträchtlichem Gegenwind zu kämpfen.

Angesichts der starken mittelfristigen Fundamentaldaten der

USA gehen wir davon aus, dass die dortige Wirtschaft trotz

der Problematik der höheren Lohnsteuern und automatischer

Ausgabenkürzungen in der zweiten Jahreshälfte wieder

Fahrt aufnehmen wird. Eine Korrektur des breiten Aktienmarkts

ist überfällig, die Verkaufswelle dürfte jedoch von der

lockeren Geldpolitik der Notenbanken abgefedert werden.

Von der BoJ angekündigte, massive

quantitative Lockerung

in 1000 Yen

300

250

200

150

100

50

0

2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014

BoJ total balance sheet

JGBs in BoJ balance sheet

Quelle: Bank of Japan, Datastream, Vontobel

Endet der zehnjährige Haussemarkt für

Gold in Kürze?

USD je Feinunze

2000

1500

1000

500

0

Quelle: Datastream, Vontobel

Monetary base

Loan support for econ. growth

02 04 06 08 10 12

Gold Bullion LBM U$/Troy Ounce

Daher sind wir gegenüber riskanteren Anlageklassen neutral

eingestellt und behalten uns eine opportunistische Verwendung

unseres Cash-Bestandes vor. Der Rückgang der Rohstoffpreise

und verwandter Märkte erscheint zunehmend

übertrieben und könnte schon bald rentable Anlagechancen

bieten, vorausgesetzt das globale Wirtschaftswachstum gewinnt

in der zweiten Jahreshälfte an Fahrt.

«Die eingeschlagene

Richtung der Bank

of Japan birgt

ein gewisses Risiko.»

Anlagepolitik Mai 2013 7


Anlageideen

Quelle: Fotolia

Das Wachstum des Ölangebots aus traditionellen Quellen gerät langsam ins Stocken.

Der Fokus der Energiegewinnung liegt in Zukunft vermehrt auf unkonventionellen Energiequellen wie Schiefergesteinen.

Investieren in intelligente Ressourcen

Langfristige strukturelle Veränderungen wie Bevölkerungswachstum,

fortschreitende Urbanisierung und

sich wandelnde Konsumpräferenzen insbesondere in

den Schwellenländern üben einen erheblichen Druck

auf die vorhandenen natürlichen Ressourcen unserer

Erde aus. Diese Entwicklung ergibt Chancen für Unternehmen,

die Lösungen für ein effektives Ressourcenmanagement

und eine effizienten Ressourcenförderung

bieten. Wie Anleger an dieser Entwicklung

profitieren können.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in Städten.

Dieser Anteil wird laut einer Prognose der UNO bis ins

Jahr 2050 auf 70 Prozent zunehmen. Gleichzeitig wird die

Weltbevölkerung die 9 Milliardengrenze überschreiten. Dieses

rasante Wachstum der Bevölkerung, die rasche Industrialisierung

und Urbanisierung werden die Umwelt, Infrastruktur

sowie generell unsere Ressourcen vermehrt stärker belasten.

Innovativen Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind,

bieten diese Entwicklungen Chancen. Im Zentrum stehen der

Energie- sowie der Landwirtschaftsektor.

Fokus auf unkonventionellen Energiequellen

Gemäss ExxonMobile, dem weltweit grössten börsennotier-

ten Energiekonzern, ist das Wachstum des Ölangebots aus

traditionellen (oder konventionellen) Quellen ins Stocken geraten

und wird sich auch beim Erdgas deutlich verlangsamen.

Obwohl erneuerbare Energiequellen wie Wind, Wasser und

Sonne privat sowie staatlich gefördert werden, reichen diese

Bemühungen noch nicht aus, um die Nachfrage mittel- bis

langfristig zu decken. Der Fokus liegt deshalb zurzeit auch in

der Energiegewinnung aus unkonventionellen Quellen. Dabei

handelt es sich um Öl und Gas aus der Tiefsee, Erdgaskondensate

(ölige Flüssigkeiten, die im Zusammenhang mit der

Erdgasproduktion entstehen), Flüssigerdgas, fortgeschrittene

Biokraftstoffe sowie Öl und Gas aus Schiefergesteinformationen.

Bei Schiefergas wie auch bei Schieferöl handelt es sich um

Vorkommen, die in tiefen Gesteinsschichten gebunden sind.

Sie unterscheiden sich von herkömmlichem Öl und Gas vor allem

dadurch, dass sie wesentlich schwerer abzubauen sind.

Im Gegensatz zu konventionellem Erdgas strömt Schiefergas

nicht von alleine aus einem Bohrloch, da das Gestein nicht

durchlässig genug ist. Daher muss dieses zunächst aufgebrochen

werden (Fracking-Verfahren). Dies geschieht, indem ein

Gemisch aus Wasser, Quarzsand und Chemikalien in das

Gestein gepresst wird, wodurch Risse erzeugt werden. Ähn-

8 Anlagepolitik Mai- 2013


lich funktioniert dies auch bei der Förderung von Schieferöl.

Nachdem das Gestein durch die Hilfsstoffe aufgebrochen

wurde, wird das Gemisch wieder zurückgepumpt. Da dies jedoch

nicht komplett gelingt, ergeben sich gemäss Umweltverbänden

Risiken, insbesondere für Grund- und Trinkwasser.

Noch vor weniger als zehn Jahren bestand in Fachkreisen

Konsens, dass die Erdgasreserven in den USA bald erschöpft

sein werden. Durch den Anstieg der Energiepreise und die

Entwicklung neuer Techniken in den vergangenen Jahren

lohnt sich der Abbau von Schiefergas und -öl heute. Inzwischen

macht Schiefergas schon etwa ein Viertel der heimischen

Gasförderung aus. Schätzungen von US-Behörden zufolge

dürfte der Anteil bis 2035 sogar auf die Hälfte steigen.

Parallel dazu steigt auch die Produktion von Schieferöl rasant.

In der Schieferformation Bakken in den US-Bundesstaaten

Nord Dakota und Montana ist die Produktion in den letzten

Jahren markant gestiegen und entspricht heute schon ca. einem

Drittel der Förderquote Libyens. Schätzungen der Internationalen

Energieagentur (IEA) zufolge werden die USA bis

ungefähr im Jahr 2020 zum grössten Ölerzeuger der Welt

aufsteigen und damit ihre Abhängigkeit von Ölimporten markant

senken, was sich positiv auf die US-Wirtschaft auswirkt.

Da unkonventionelle Energiequellen einen höheren Einsatz

von Technologie, Dienstleistungen und Ausrüstungen erfordern,

um entsprechende Fördermengen zu erzielen, werden

auch zukünftig weitere Investitionen notwendig sein. Dies eröffnet

Chancen für Investitionen in Unternehmen, die im Sektor

der unkonventionellen Energien tätig sind.

Innovationen auch in der Landwirtschaft

Auch in der Landwirtschaft bieten sich Chancen. Der aktuelle

Trend hin zur Verstädterung, eng verbunden mit dem weiterhin

steigenden Wachstum der Weltbevölkerung, verlangt

nach einer steten Zunahme an landwirtschaftlichen Produktionsflächen

und/oder nach einer höheren Produktivität auf bestehenden

Flächen. Denn die Nahrungsproduktion muss bis

2050 um 50 Prozent steigen, um mit dem prognostizierten

Wachstum der Weltbevölkerung Schritt zu halten. Unternehmen,

die Lösungen zur Steigerung der Erträge aus dem

Ackerbau bieten, stehen daher vor einer guten Ausgangslage.

Dies können zum Beispiel Unternehmen sein, die Möglichkeiten

zur Fruchtbarkeitssteigerung der Böden, effektivere Bewässerungssysteme

oder trockenheitsresistente Kulturpflanzen

entwickeln.

Anlage für risikofreudige Investoren

Um von diesen Entwicklungen im Bereich der intelligenten

Ressourcen zu profitieren, eignet sich eine Investition in den

Raiffeisen Fonds Future Resources (siehe Box). Dieser Fonds

investiert in innovative Unternehmen, die sich dem effektiven

Ressourcenmanagement und der effizienten Ressourcenförderung

widmen.

Obwohl die langfristigen Trends für eine Investition in Aktien

von Unternehmen aus diesem Sektor sprechen, muss beachtet

werden, dass diese Anlagen hohen Kursschwankungen

unterliegen können. Eine Investition im Rahmen einer Satelli-

Anlagemöglichkeiten:

Raiffeisen Fonds Future Resources B,

LU0401026710

Der Raiffeisen Fonds Future Resources investiert in

innovative Unternehmen, die sich mit einem effektiven

Ressourcenmanagement und einer effizienten Ressourcenförderung

befassen. Der Themenschwerpunkt liegt

auf Unternehmen, die von der Ressourcenknappheit,

dem steigenden Bedarf an Energie und landwirtschaftlichen

Erzeugnissen sowie verwandten Themen profitieren.

Zurzeit wird der Sektor «Energie aus nichtkonventionellen

Quellen» am stärksten gewichtet, gefolgt vom

Landwirtschafts-Sektor. Gut die Hälfte der Investitionen

erfolgen aktuell in den USA. Der Fonds eignet sich für Anleger,

welche diversifiziert als Beimischung in der Aktienquote

in das Thema Future Resources investieren wollen.

VONCERT auf «Schieferöl- und Gas Basket»,

CH0141506318

Das VONCERT auf einen «Schieferöl- und Gas» Basket investiert

in einen Korb von dreizehn Unternehmen, die

von einer steigenden Schieferöl- und Gas Fördermenge

profitieren. Bei elf der dreizehn Unternehmen im Aktienkorb

handelt es sich um amerikanische Unternehmen.

Das VONCERT auf einen «Schieferöl- und Gas» Basket hat

eine beschränkte Laufzeit und wird mit Valuta 3. November

2014 zurückbezahlt. Der Basket ist statisch. Das Produkt

eignet sich für Anleger welche sehr fokussiert in das

Thema «Schieferöl- und Gas» investieren möchten. Zu beachten

ist das Gegenparteirisiko.

Raiffeisen Fonds Global Invest Balanced,

LU0076549103

Der Strategiefonds investiert weltweit, breit diversifiziert

in sämtliche Anlageklassen. Diese umfassen neben Aktien

und Obligationen auch indirekte Anlagen in alternative

Anlagen wie Immobilien, Rohstoffe sowie Investitionen in

Funds of Hedge Funds. Der Fonds bietet alle Vorteile einer

professionellen Vermögensverwaltung. Der Portfoliomanager

hat jederzeit die Möglichkeit, im Rahmen der

vordefinierten Vorgaben den Fonds an die neuesten Finanzmarktgegebenheiten

anzupassen. Der Fonds verfolgt

eine ausgewogene Anlagestrategie, hat jedoch zurzeit

ein Übergewicht im Thema «Future Resources». Damit

haben Sie die Möglichkeit, über ausgewogen über verschiedene

Anlageklassen von der Entwicklung im Bereich

«Future Resources» zu profitieren.

tenanlage in Bereich der Aktien Ausland ist daher nur für Anleger

mit einer entsprechend hohen Risikobereitschaft geeignet.

Aktuell ist der Sektor intelligente Ressourcen in unserer

Anlagepolitik übergewichtet.

Anlagepolitik Mai 2013 9


Wirtschaft Industrieländer

Finanzarchitektur in der Eurozone

ist vielversprechend

Drei Jahre nach Ausbruch der europäischen Schuldenkrise

und angesichts zahlreicher Notmassnahmen bietet

es sich an, eine Zwischenbilanz der Krisenbewältigung

in der Eurozone zu ziehen. Dabei zeigt es sich,

dass die neue institutionelle Struktur der Europäischen

Währungsunion (EWU) eine nachhaltige fiskalische

Stabilität erwarten lässt.

Die neuen europäischen Institutionen

Die wichtigsten Eckpfeiler der neuen Finanzarchitektur in

der Eurozone bilden

der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM),

der Europäische Fiskalpakt und

die Garantie der Europäischen Zentralbank (EZB), exzessive

Verzerrungen bei den Zinssätzen für Staatsanleihen zu

verhindern gemeinhin mit der Abkürzung OMT (Outright

Monetary Transactions) bezeichnet. OMT bedeutet die

Schaffung von Liquidität ohne Sterilisierung, das heisst die

definitive Erhöhung der Geldmenge. So will die EZB

ungerechtfertigte Verzerrungen bei den Zinsen bekämpfen.

Der ESM vergibt den Euroländern mit Finanzierungsproblemen

Überbrückungskredite, die an fiskalische und wirtschaftspolitische

Bedingungen geknüpft sind. Das jüngste Beispiel dafür

liefert das Programm für Zypern. Allerdings wäre der ESM, angesichts

seiner beschränkten Grösse von rund 500 Milliarden

Euro, nicht in der Lage, ernsthafte Probleme seiner grossen

Mitgliedsländer zu bewältigen.

Der Europäische Fiskalpakt ist seit Anfang 2013 in Kraft. Er

verpflichtet die Euro-Mitgliedsländer, bis Ende 2013 auf nationaler

Ebene eine Schuldenbremse zu verankern, und zwar

möglichst auf Verfassungsebene. Konkret bedeutet dies, dass

das konjunkturbereinigte Budgetdefizit den Wert von 0.5 Prozent

des Bruttoinlandprodukts (BIP) nicht überschreiten darf.

Die Bereinigung der Staatsrechnung um Konjunktureinflüsse

wird künftig verhindern, dass Sparprogramme bei einer Verschlechterung

der Konjunktur verschärft werden müssen, was

die Rezession zusätzlich vertieft. Als zweite wesentliche Verpflichtung

schreibt der Fiskalpakt vor, dass die Verschuldung

innert 20 Jahren auf 60 Prozent des BIP zurückzuführen ist.

Eine derartige, langfristige Konsolidierungspflicht fehlt in den

USA oder in Japan vollständig.

Als Vorbedingung für ein OMT-Programm hat die EZB klar

festgelegt, dass ein Unterstützung beantragendes Land sich

durch den ESM überwachen lässt. Da sich die Bedingungen

des ESM am Fiskalpakt orientieren, kommt dem Europäischen

Fiskalpakt klar die Schlüsselstelle in der neuen europäischen institutionellen

Architektur zu. Im Dienste der Ziele des Fiskalpaktes

steht auch die europäische Bankenunion, die eine Aufblähung

der Staatsschulden durch die Rettung zu vieler, nur

national bedeutsamer Banken verhindern soll.

Schuldenabbau als hoher Anspruch

Der Abbau der Staatsschulden auf 60 Prozent des BIP innert

20 Jahren stellt für die meisten EWU-Länder eine ambitiöse

Zielsetzung dar. Insbesondere in den sogenannten Peripherie-

Staaten liegt der Verschuldungsgrad weit über der Marke von

60 Prozent. Aber auch Frankreich und Belgien weisen eine

Verschuldung von mehr als 100 Prozent des BIP auf (siehe

Grafik 2).

Je höher das Wachstum des nominellen BIP und je besser die

laufende Staatsrechnung, desto rascher sinkt die Schuldenquote.

So braucht Italien bei ausgeglichenem Budget ein Nominalwachstum

von 4 Prozent, um seine Schulden innert

20 Jahren auf 60 Prozent zu drücken. Wenn das Wachstum

nur 3 Prozent beträgt, muss das Budget im Schnitt einen Überschuss

von knapp 1 Prozent des BIP aufweisen. Konjunkturbereinigt

erzielt Italien derzeit bereits einen Budgetüberschuss

von knapp 1 Prozent. Für Italien besteht die grösste Herausforderung

darin, ein höheres Trendwachstum zu erreichen, betrug

das nominelle Wachstum in den vergangenen zehn Jahren

doch nur gut 1.5 Prozent. Portugal und Spanien leiden

derzeit ebenfalls unter einer hartnäckigen Wachstumsschwäche.

Darüber hinaus liegen die konjunkturbereinigten Defizite

aber noch unter dem Ziel des Fiskalpakts von maximal 0.5 Prozent.

Dies gilt auch für Frankreich, das aber bessere Wachstumszahlen

aufweist. Ohne grössere Korrekturen kann einzig

Deutschland den Schuldenabbau bewältigen.

Niedrige Inflation als zweischneidiges Schwert

Da die Schuldenquote auf dem nominellen Sozialprodukt beruht,

kommt auch der Preisentwicklung eine hohe Bedeutung

zu. Die restriktive Fiskalpolitik und die Reformpolitik haben zu

niedrigen Inflationsraten geführt, was die Zielerreichung erschwert.

Die EZB sollte deshalb eine länger anhaltende Unterschreitung

ihres Inflationsziels von knapp 2 Prozent verhindern.

Mit derzeit 1.7 Prozent liegt die Teuerung damit am unteren

Rand des Toleranzbereichs.

Insgesamt erweist sich die institutionelle Struktur der EWU als

nachhaltig. Im Vergleich zu Alternativen wie der Einführung

von Eurobonds, deren Realisierung zeitweise sehr nahe schien,

verdient die EWU das Etikett der Stabilitätsunion. Die Länder

der «Peripherie» müssen ihre Budgets jedoch weiter verbessern

und die Reformpolitik fortsetzen, um ihr Wachstum anzuhe-

Foto: Enrique Marcarian/Reuters

10 Anlagepolitik Mai- 2013


Wesentliche neue Institutionen in der EWU

ESM

Fiskalpakt

OMT

Bankenunion

Quelle: Vontobel

Verschuldungsgrad noch zu hoch

Griechenland

193.2

Portugal

Italien

Irland

133.1

129.6

127.7

Frankreich

Belgien

Spanien

108.2

102.9

100.2

Deutschland

86.2

Finnland

65.5

0 50 100 150 200

in %

60%

Quelle: OECD

ben. Zwar hat sich die Wettbewerbsfähigkeit bereits verbessert,

der politische Widerstand gegen die Spar- und Reformpolitik

nimmt aber klar zu.

Europa baut an seiner Zukunft (im Bild: EZB-Neubau in Frankfurt).

«Verschuldung: Kein

EU-Land liegt unter der

60-Prozent-Marke.»

USA mit vorübergehender Schwäche

In den Vereinigten Staaten weisen einige Indikatoren darauf

hin, dass die seit Anfang Jahr restriktivere Fiskalpolitik ihren

Tribut fordert. So hat der Arbeitsmarkt an Schwung verloren

und die Konsumenten sowie die Unternehmen zeigen sich zurückhaltender.

Dem stehen jedoch die ungebrochene Dynamik

im Wohnungsbau sowie bei der Produktion von Schiefergas

und -öl gegenüber. Zudem haben sich die Aufträge aus dem

Ausland jüngst kräftig erholt. Wir rechnen deshalb damit, dass

sich die wirtschaftliche Aktivität in den USA ab Mitte Jahr wieder

beschleunigt. Überdies dürfte das seit einigen Monaten

stärkere Lohnwachstum zu mehr Zuversicht bei den Konsumenten

beitragen und die bremsende Wirkung der höheren

Lohnsteuern zumindest teilweise kompensieren.

Anlagepolitik Mai 2013 11


Wirtschaft Schwellenländer

Foto: Jean Béart, Gallerystock

Optimistischer Ausblick: Mexikos wirtschaftliche Aussichten sind weiterhin intakt.

Wachstumsschwäche in Mexiko

nur temporär

Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus Schwellenländern

haben nicht nur enttäuscht, sondern auch für eine moderate

Korrektur bei Aktien und Währungen aus diesen

Staaten gesorgt. Der Preisabschwung bei Rohstoffen

wie Öl spricht kurzfristig für ein schwächeres

Wachstum in Märkten wie Russland. Der Inflationsdruck

dürfte weiterhin moderat bleiben und mit Ausnahme

von Brasilien keine Zinserhöhungen in Schwellenländern

nach sich ziehen.

Polen, Ungarn, Russland: Chance auf Zinssenkungen

Weder die Industrieproduktionsdaten noch die etwas weiter

vorausschauenden Momentum-Indikatoren der Wirtschaft signalisieren

eine unmittelbar bevorstehende Wirtschaftserholung.

Lediglich in Südafrika und der Türkei, zwei Länder, die

nicht so stark mit den Volkswirtschaften der Eurozone verbunden

sind, deutet sich eine Bodenbildung an. Insbesondere in

der Türkei sind wir hinsichtlich einer Wirtschaftserholung im

zweiten Halbjahr optimistisch und erwarten immerhin 3.3 Prozent

Wachstum im Jahr 2013. In dieser Region sehen wir insbesondere

in Russland kurzfristig weiteres Potential für negative

Überraschungen. Sowohl die vorlaufenden Wirtschaftsindikatoren

als auch der rückläufige Ölpreis sprechen für ein

schwächeres erstes Halbjahr in diesem Land. Wir prognostizieren

ein Wachstum von lediglich 2.5 Prozent im Jahr 2013. Insgesamt

spricht der Wirtschaftsausblick in der Region für einen

verhaltenen Inflationsdruck (siehe Grafik 2). Zinssenkungen

könnten daher insbesondere in Polen und Ungarn fortgesetzt

werden. Auch in Russland sehen wir noch grössere Chancen

für Zinssenkungen, insbesondere seitdem Elvira Nabiullina,

eine ehemalige Putin-Vertraute, bei der russischen Zentralbank

das Zepter übernommen hat. Ein Umfeld, das kurzfristig für

weitere Rubel-Risiken spricht.

Wächst China weniger, leiden Asien und Lateinamerika

Auch in Asien haben die Wirtschaftsindikatoren in den vergangenen

Wochen tendenziell enttäuscht. Das chinesische Wachstum

im ersten Quartal enttäuschte mit lediglich 7.7 Prozent,

dem schwächsten Quartal in den letzten zehn Jahren, rechnet

man die Finanzmarktkrise heraus. Wachstumsraten um 8 Prozent

sollten jedoch in den kommenden zwei Jahren weiterhin

möglich bleiben. Eine aggressive Geldpolitik bleibt jedoch in

Anbetracht des bestehenden Inflationsdrucks unwahrscheinlich

und somit auch Wachstumsraten deutlich über 8 Prozent.

Während ein niedrigeres Trendwachstum das Wachstumspotential

vieler China-lastigen Volkswirtschaften beschränken

sollte, sehen wir auch eine Veränderung in der Zusammensetzung

des chinesischen Wachstums. So versucht die Regierung

den Konsum zu Lasten der Investitionen zu stärken. Weniger

dynamische Infrastrukturinvestitionen in China sind gleichbedeutend

mit einer geringeren Nachfrage nach Rohstoffen. In

Australien, Malaysia sowie einigen lateinamerikanischen Ländern

dürfte deshalb die Nachfrage nach heimischen Rohstoffen

abschwächen.

12 Anlagepolitik Mai- 2013


Lateinamerika durch robuste US-Konjunktur unterstützt

Während wir für 2013 weiterhin vom robusten Wachstum in

Lateinamerika überzeugt sind, sehen wir kurzfristig eine Abschwächung

in Mexiko. Sowohl der private Konsum als auch

die Investitionen signalisieren zumindest ein schwächeres erstes

Quartal (siehe Grafik 3). In Anbetracht unseres robusten

US-Ausblicks gehen wir jedoch von einer Erholung auf über

3 Prozent im zweiten Halbjahr aus. Eine Wirtschaftserholung

zeichnet sich auch in Brasilien ab. Diese hat die brasilianische

Zentralbank im April dazu bewogen, einen neuen Zyklus mit

Leitzinserhöhungen zu starten. Für das laufende Jahr sehen wir

weitere Erhöhungen um bis zu 125 Basispunkte. In Anbetracht

stabiler bis fallender Leitzinsen im Rest der Welt stimmt uns

diese Entwicklung kurzfristig positiv bezüglich des brasilianischen

Reals. Länder wie Chile und Kolumbien zeigen sich bei

Wachstumsraten von über 3 Prozent schon seit Längerem vom

Wirtschaftsabschwung in den Schwellenländern unbeeindruckt.

Allerdings dürfte ein weiterer Verfall des Kupferpreises

nicht ganz spurlos an Chile vorübergehen, da 60 Prozent der

Exporte des Landes von Kupfer abhängen.

Mexikanischer Peso mit positiven Vorzeichen

Der mexikanische Peso war Anfang 2013 eines unserer bevorzugten

Investitionsthemen im Schwellenländerbereich. Wir

hatten Anfang Jahr mexikanische Anleihen in lokaler Währung

empfohlen. Seit Jahresanfang verzeichnet der Peso mit einem

Plus von 5 Prozent gegenüber dem US-Dollar und einem Plus

von 8 Prozent gegenüber dem Schweizer Franken eine beeindruckende

Performance.

Hinzu kommt ein weiterhin attraktiver Renditevorteil von

2.8 Prozent gegenüber US-amerikanischen und 4 Prozent

gegenüber zweijährigen Schweizer Staatsanleihen.

Der Ausblick für mexikanische Anleihen in lokaler Währung

bleibt weiterhin günstig. Die Bewertung ist fair und Zinssenkungen

sollten abgeschlossen sein. Die USA, die 70 Prozent

der mexikanischen Ausfuhren aufnehmen, bleiben ein zentraler

Faktor für die Wirtschaft des südlichen Nachbarn. Mit prognostizierten

1.8 Prozent für 2013 respektive 2.1 Prozent für

2014 dürfte das Wachstum in den USA verhältnismässig robust

bleiben. Auch spricht die Immobilienmarkterholung in

den USA für Mexiko. Viele Mexikaner arbeiten in der Baubranche

in den USA und überweisen regelmässig Geld an ihre Familien

in der Heimat. Mit einem Anteil von 1 bis 2 Prozent am

mexikanischen Bruttoinlandprodukt leisten sie einen nicht zu

vernachlässigenden Beitrag zur Zahlungsbilanz.

Den stärksten Auftrieb würde der mexikanische Peso wohl aber

erhalten, sollten die geplanten politischen Reformen durchgesetzt

werden. Geplant ist ein Zugang für private Investoren

zum Energiesektor. Ein solcher Schritt würde unserer Auffassung

nach nicht nur das notwendige Know-how für Tiefseebohrungen

sowie Schiefergasprojekte zugänglich machen,

sondern auch Direktinvestitionszuflüsse auslösen und somit

zusätzlichen Aufwertungsdruck generieren. Auch hat die starke

Korrektur des japanischen Yen für ein Umdenken japanischer

Investoren gesorgt, die nun verstärkt in Fremdwährungen

investieren. Davon konnte innerhalb der Schwellenländer

Wirtschaftswachstum in Schwellenländern

in % gegenüber Vorjahr

12

10

8

6

4

2

0

Quelle: Datastream, Vontobel

Inflation nach Ländergruppen

in % gegenüber Vorjahr, 3-Monatsdurchschnitt

14

12

10

8

6

4

2

0

2

2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

Quelle: Datastream, Vontobel

Mexikanisches Wirtschaftswachstum

in % gegenüber Vorjahr

10

8

6

4

2

0

2

4

6

8

10

8.7% 9.3% 6.4%

2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

Mexican real GDP Vontobel Forecast Vontobel Leading Indicator

Quelle: Datastream, Vontobel

2.8%

8.1%

Emerging Market real GDP growth

6.4%

5.0%

5.3%

5.7%

2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013f 2014f

Vontobel Forecasts

aufgrund der Liquidität und des Renditevorteils insbesondere

der Peso profitieren.

Allerdings sehen wir kurzfristig Anzeichen einer Verschnaufpause

der mexikanischen Währung. Insbesondere vorlaufende

Wirtschaftsindikatoren signalisieren negatives Überraschungspotential

in der ersten Jahreshälfte. Eine Korrektur des Pesos

auf Niveaus um 12.40 bis 12.60 per US-Dollar sollte jedoch

von langfristig orientierten Investoren als Gelegenheit genutzt

werden, ihr Engagement in der Devise aufzubauen.

Anlagepolitik Mai 2013 13


Währungen

2013: Zeit, ein

strategisches Dollar-

Exposure aufzubauen

Anleihen

Renditen sind

noch immer

(übertrieben) tief

Wir empfehlen im laufenden Jahr die Dollar-Position

aufzubauen. Bei Schwellenländerwährungen sehen wir

im zweiten Quartal attraktive Einstiegsniveaus.

Enttäuschende Konjunkturdaten in Kombination mit einer sehr

optimistischen Investorenstimmung stellen ein kurzfristiges Risiko

für zyklische Währungen wie den Euro und Schwellenländerwährungen

dar. Auch wenn wir längerfristig gute Chancen

für eine nachhaltige Erholung des US-Dollars gegenüber dem

Euro sehen, erscheinen uns die Treiber für eine starke Dollar-

Erholung noch nicht in Reichweite. So sollten 2013 weder die

kritischen Niveaus der Arbeitslosenquote noch der Inflation,

die ein Ende der quantitativen Lockerungsmassnahmen (QE)

des Fed bedeuten würden, erreicht werden. Daher sehen wir

den EUR/USD in den kommenden Monaten weiterhin in einer

Spanne von 1.35 bis 1.25. Niveaus deutlich über 1.30 sollten

jedoch genutzt werden, um ein strategisches Dollar-Exposure

aufzubauen. Ein Ende des QE-Programms in den USA im Jahr

2014 sowie eine stark expansive Geld- und Fiskalpolitik in Japan

sprechen auch in den kommenden Quartalen für eine

weitere Yen-Schwäche.

In Grossbritannien verspricht der Amtsantritt des neuen Zentralbankchefs

Carney im Juli Spannung, da unter ihm eine expansivere

Geldpolitik der BoE zu erwarten ist. Daher gehen

wir im 2013 von einer weiteren Pfund-Schwäche aus. Einige

Schwellenländerwährungen (wie der russische Rubel, die türkische

Lira oder der mexikanische Peso) dürften in den kommenden

Monaten attraktive Einstiegs niveaus bieten.

Nachdem die Renditen «solider» Staatsanleihen (wie

Deutschlands oder der USA) zunächst anstiegen, haben

sie bis Ende April ihren Jahresanfangswert sogar

unterschritten. Deuten die niedrigen Renditen auf eine

Flucht der Anleger in die Qualität, auf eine erneute Deflation

und/oder auf eine Rezession hin? Wir meinen

dreimal nein.

Gegen die These einer Flucht der Anleger in sichere Werte

spricht eine Reihe von Indizien: Erstens sind die Risikoaufschläge

spanischer und italienischer gegenüber deutschen Staatsanleihen

tiefer als zu Jahresbeginn. Zweitens sind auch die

Kreditrisikoaufschläge für spekulative Anleihen seit Jahresbeginn

per Saldo gesunken. Drittens ist der Goldpreis massiv eingebrochen.

Und viertens haben einige Aktienmärkte (USA, Japan,

Schweiz) eine Performance zwischen 10 und 30 Prozent

hinter sich. Vielmehr sehen wir den Grund für die niedrigen

Renditen in der Intervention der Zentralbanken. Neben der USund

der britischen hat nun auch Japans Notenbank beträchtliche

Käufe von Staatspapieren angekündigt. Allerdings scheinen

selbst unter Einbezug dieser Interventionen die Renditen

nach unten übertrieben zu haben. Dies suggeriert unser Modell:

Es erklärt die Renditen mit dem Leitzins, der Konsumentenstimmung,

dem Einkaufsmanagerindex und dem Wertpapierbestand

der Fed. Wir rechnen deshalb damit, dass die

Staatsanleihenrenditen in den nächsten 12 Monaten wieder

steigen. Am geringsten in Japan (starkes QE-Programm) und

am stärksten in Deutschland und der Schweiz (kein QE-Programm).

Wir sind daher bei Staatsobligationen «solider» Länder

stark untergewichtet.

Yen-Abwertung setzt sich fort

US-Rendite unterschiesst Fundamentalmodell

in % seit Ende 2012

10.5

Japanischer Yen

in %

7

3.3

2.9

0.1

Britisches Pfund

Norwegische Krone

Kanadischer Dollar

6

5

1.6

1.7

1.1

2.9

Australischer Dollar

Euro

Schwedische Krone

US-Dollar

4.8 Neuseeländ. Dollar

4

3

2

1

00 02 04 06 08 10 12

10 year US government bond yield Regression model

Quelle: Datastream, Vontobel

Quelle: Datastream, Vontobel

14 Anlagepolitik Mai- 2013


Aktien

Zentralbanken

bleiben weiter

expansiv

Rohstoffe

Gold: Reduzieren

von «neutral» auf

«untergewichtet»

Die schwächeren Wirtschaftsindikatoren haben sich

auf unser Aktienmodell negativ ausgewirkt. Demgegenüber

bleiben die Zentralbanken, angeführt von den

USA und Japan, weiterhin sehr expansiv.

Die schwächeren Wirtschaftsindikatoren, welche unter anderem

im «Citigroup Economic Surprise Index Major Economies»

ersichtlich sind (siehe Grafik), haben sich auch in diesem

Jahr im Frühling verschlechtert. In der Vergangenheit hat dies

an den Aktienmärkten jeweils zu einem Rückschlag geführt.

Allerdings ist das Vertrauen der Anleger gleichzeitig weiter gewachsen,

dass die Zentralbanken alles unternehmen werden,

um das systemische Risiko einzudämmen.

Aktien: Rückschläge dürften sich in Grenzen halten

In der Tat werden die Investoren von den Zentralbanken nach

wie vor aufgefordert, Risiken einzugehen. Dies reflektiert sich

in der Volatilität an den Aktienmärkten, die in diesem Jahr unserer

Ansicht nach trotz diverser negativer Meldungen weiterhin

tief bleibt. Da wir nicht mit einer Rezession rechnen, dürften

sich deshalb die Rückschläge an den Aktienmärkten im

Vergleich zu den beiden Vorjahren in Grenzen halten. Was für

den Gesamtmarkt gilt, muss allerdings nicht für alle Sektoren

gelten. Die wirtschaftssensitiven Sektoren wie Rohstoffe leiden

sehr wohl unter der Wirtschaftsabschwächung. Diese und andere

Bereiche dürften wohl erst dann wieder auf breiteres Interesse

stossen, wenn die momentan fallenden Gewinnrevisionen

wieder ansteigen.

Angesichts der bedeutenden kumulativen Zuflüsse in

physisch unterlegte Exchange-Traded-Funds (ETFs) seit

2005 werden viele Anleger ihre Haltung überdenken;

tatsächlich wurden seit Februar 2013 Nettoabflüsse

verzeichnet (siehe Grafik).

Gegenwärtig stellen sich viele Anleger die Frage, ob die zehnjährige

Hausse beim Gold vorbei ist (Preisentwicklung von 250

US-Dollar im Jahr 2002 auf 1950 US-Dollar im September

2011). Diese Frage ist unseres Erachtens zu bejahen, falls man

davon ausgeht, dass die Zentralbanken die übermässige Liquidität

an den Finanzmärkten nach und nach abschöpfen und so

die Inflation unter Kontrolle halten können. Der Effekt der weiteren

quantitativen Lockerungsmassnahmen seitens der USA

und Japan war für Gold (wider Erwarten) negativ, denn die

ausserordentlichen geldpolitischen Massnahmen unterstreichen,

wie entschieden die Währungshüter die Wirtschaft unterstützen.

Damit sinkt der Bedarf an Schutz vor Systemrisiken

in Form von Anlagen in «sicheren Häfen». Allerdings könnte

die Hausse auch weitergehen, falls das exzessive Angebot an

Papiergeld die Inflation anheizt und das Misstrauen gegenüber

Papierwährungen schürt.

Da wir die Antwort zur Inflation erst in einigen Jahren kennen,

dürften kurzfristig weitere Verkäufe bei den ETFs belastend

wirken. Bei tieferen Goldpreisen erwarten wir allerdings eine

stärkere Nachfrage nach Goldschmuck und die Bereitschaft

der Notenbanken der Schwellenländer, weitere Käufe zu tätigen.

Beides dürfte das Abwärtspotenzial des Goldpreises begrenzen.

Schwächere Wirtschaftsindikatoren

Anleger veräussern Gold-ETFs

Index

60

40

20

0

20

40

60

80

MSCI Welt

3800

3600

3400

3200

3000

2800

2600

2400

2010 2011 2012 2013

Citigroup Economic-Surprise Index G10 MSCI World (TR in LOC) (RHS)

in Millionen Feinunzen

90

85

80

75

70

65

60

55

50

45

40

2009 2010 2011 2012 2013

Total of known ETF-holdings of gold

Quelle: Citigroup, Datastream

Quelle: Bloomberg

Anlagepolitik Mai 2013 15


Spezialthema

Japan: Notenbank rührt mit

der grossen Kelle an

Anfang April 2013 kündigte die Bank of Japan (BoJ)

aussergewöhnliche Schritte im Kampf gegen die seit

langem anhaltende Deflation und für die Ankurbelung

der Wirtschaft an. Wir rechnen damit, dass es der japanischen

Notenbank mit diesen drastischen Massnahmen

tatsächlich gelingt, die Deflation zu überwinden

und der Wirtschaft wieder Leben einzuhauchen. Diese

Ziele dürften vor allem durch die Abschwächung des

Yen erreicht werden. Gemäss unserer Einschätzung

wird auch der japanische Aktienmarkt profitieren.

Das jüngste quantitative Lockerungsprogramm Japans ist darauf

ausgerichtet bis Ende 2014 die folgenden Ziele zu erreichen:

1. Die Inflation steigt auf 2 Prozent.

2. Die Notenbankgeldmenge verdoppelt sich.

3. Erhöhung der durchschnittlichen Laufzeit der von der

Notenbank gehaltenen japanischen Staatsanleihen

von drei auf sieben Jahre.

Die BoJ will diese Ziele vor allem mit dem Kauf von japanischen

Staatsanleihen (JGBs) im Umfang von 50 Billionen Yen

pro Jahr erreichen. Daneben erhöht die BoJ ihr Kreditstützungsprogramm

um 10 Billionen Yen im Jahr 2013 respektive

5 Billionen Yen (JPY) im Jahr 2014 (siehe Grafik in der Rubrik

«Marktkommentar», Seite 7). Bemerkenswerterweise ist die

Ankündigung der BoJ klar und transparent verfasst und zeigt

auf, dass sich das Programm deutlich und positiv von früheren

Kaufprogrammen unterscheidet. Das Programm umfasst Ziele

für die Bilanzsumme der BoJ, die Notenbankgeldmenge (das

heisst sich im Umlauf befindliche Banknoten und Münzen zuzüglich

Bankeinlagen bei der BoJ) sowie die Positionen in japanischen

Staatsanleihen (JGBs) per Ende 2013 und 2014. Das

frühere Programm zum Erwerb von Vermögenswerten wird

beendet und durch die angekündigten JGB-Käufe ersetzt.

Inflationsziel möglicherweise zu ambitiös

Trotz der guten Absichten der BoJ könnte sich die Erreichung

ihres Inflationsziels von 2 Prozent innerhalb der nächsten zwei

Jahre als schwierig erweisen. Die Jahresinflation der Konsumentenpreise

lag im März immer noch bei 1 Prozent, obschon

die Importpreise gegenüber dem Vorjahr einen Aufwärtstrend

zeigen (+8.2 Prozent im März, gegenüber 4.2

Prozent im August 2012). Die Importpreisinflation dürfte hoch

bleiben, zumal wir mit einer weiteren Abwertung des JPY

rechnen. Diese Importpreisinflation wird unserer Ansicht nach

in den kommenden Monaten auf die Konsumentenpreise

durchschlagen, sie wird aber nicht ausreichen, um Letztere

deutlich nach oben zu drücken. Japans Verhältnis der Importe

zum Bruttoinlandprodukt (BIP) ist mit 18 Prozent relativ niedrig.

Unter dem Strich prognostizieren wir eine Inflation der japanischen

Konsumentenpreise von 0.4 Prozent im Jahr 2013

und von 1.7 Prozent im Jahr 2014.

BoJ mit beispiellosem JGB-Kaufprogramm

Central bank holdings in % of total outstanding government bonds

25

20

15

10

5

0

2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014

BOJ JGB holdings in % of total outstanding JGBs

Fed treasury holdings in % of federal debt secuitities

Relative QE und JPY-per-USD-Wechselkurs

JPY per USD

Ratio, relative Central Bank assets

110

80

Forecast

105

75

Spread means that USD/JPY is already

100 pricing in parts of future QE measures

70

95

90

85

55

80

Fed QE comes

to an end

50

75

10/08 07/09 04/10 01/11 10/11 07/12 04/13 01/14 10/14

45

JPY per USD

BoJ/Fed ratio

JPY per USD forecast

BoJ/Fed Scenario

65

60

Quelle: Datastream, Vontobel

Quelle: Datastream, Vontobel

16 Anlagepolitik Mai- 2013


Staatsanleihenrenditen dürften niedrig bleiben

Japans massives Programm zum Kauf von Anleihen hat uns zu

einer Reduktion unserer Renditeprognosen veranlasst. Wir

rechnen für die zehnjährige Benchmark neu mit einer Rendite

von 0.9 Prozent im März 2014 (zuvor 1.1 Prozent). Infolge des

angekündigten Programms wird ein wachsender Teil der

Schulden des Landes auf die Bilanz der BoJ übertragen werden

(siehe Grafik 1). Unsere Prognose basiert auf den OECD-Schätzungen

des japanischen Haushaltsdefizits in den Jahren 2013

und 2014 sowie der Annahme, dass dieses Defizit vollumfänglich

mit Anleihen finanziert wird. Zum Vergleich illustriert die

Grafik auch die Treasury-Positionen der US-Notenbank (Fed),

wobei wir davon ausgehen, dass die Fed ihr eigenes quantitatives

Programm Ende 2013 einstellen wird.

Prognose von über 100 JPY per USD

Mit Blick auf die Währung stellen wir fest, dass die jüngste

JPY-Schwäche mit den aktuellen Fundamentaldaten nicht erklärt

werden kann. Weder die bereits niedrige Bewertung des

JPY, noch die Zinsunterschiede rechtfertigen einen USD-Kurs

im Bereich von 98 JPY. Der Dollarkurs berücksichtigt bereits

eine weitere quantitative Lockerung (QE) durch die BoJ, die

jene der Fed übersteigt. Aufgrund einer eingehenderen Analyse

der quantitativen Lockerungsmassnahmen der beiden Zentralbanken

(siehe Grafik 2) beurteilen wir den JPY seit Ende des

vergangenen Jahres negativ. Unter Berücksichtigung der vorstehend

erläuterten Ankündigungen der BoJ, die eine frontlastigere

und stärkere Lockerung auf breiter Front implizieren,

gelangen wir zum Schluss, dass unsere bisherige USD-Prognosen

von 95 JPY in drei Monaten und 98 JPY in zwölf Monaten

zu konservativ sind. Wir gehen davon aus, dass die USA ihre

quantitativen Lockerungsmassnahmen Ende 2013 einstellen

werden und die BoJ ihre geplanten Massnahmen zumindest

bis Ende 2014 weiterführen wird. Ausschliesslich basierend

auf diesem QE-Umfeld wäre per Ende 2014 ein USD-Wechselkurs

von 110 JPY gerechtfertigt. Wir erhöhen deshalb unsere

USD-Prognosen mit einem Horizont von drei und zwölf Monaten

auf 100 JPY beziehungsweise 105 JPY.

Japanischer Aktienmarkt hat weiteres Potenzial

Das höhere Inflationsziel der BoJ und der schwächere JPY implizieren

eine Verbesserung der Eigenkapitalrendite (ROE) am

japanischen Aktienmarkt (siehe Grafik 3). Dieser Zusammenhang

ist gut dokumentiert und ergibt sich aus dem Umstand,

dass die Fixkosten der japanischen Unternehmen als Ganzes

vergleichsweise hoch sind. Je schwächer der JPY und je robuster

die Umsätze, desto höher ist daher die Rentabilität des

durchschnittlichen japanischen Unternehmens. Toyota Motors,

ein grosser Exporteur, der sensibel auf die JPY-Wechselkurse

reagiert, würde beispielsweise seine ROE dank der erwarteten

JPY-Abwertung (USD auf 105 JPY, EUR auf 135 in

den nächsten zwölf Monaten) substanziell verbessern: Allein

aufgrund der Währungseffekte würde die Eigenkapitalrendite

von zurzeit unter 10 auf rund 15 Prozent steigen. Mit Blick

auf den Gesamtmarkt ist somit über die nächsten zwölf bis

18 Monate möglicherweise fast eine Verdoppelung der ROEs

auf 8 bis 10 Prozent zu erwarten. Dies wird mit deutlichen

Aufwärtsrevisionen der Gewinnprognosen einhergehen.

Ausserdem verharren die Aktienbewertungen selbst nach der

starken Aktienrally seit November 2012 weiterhin um mehr als

eine Standardabweichung unter ihrem 25-Jahres-Durchschnitt

(siehe Grafik 4). Unter Berücksichtigung steigender Gewinne,

höherer ROEs und attraktiver Bewertungen rechnen wir damit,

dass der Nikkei-Index in den kommenden zwölf Monaten um

deutlich über 20 Prozent zulegen könnte. Auf längere Sicht

könnte der Nikkei im Bereich von 18’000 bis 20’000 Punkten

notieren, eine nachhaltige Eigenkapitalrendite von 10 Prozent

und ein künftiges Kurs-Buchwert-Verhältnis von 2 (zurzeit 1.3)

vorausgesetzt.

Höhere ROEs dank Yen und Inflation

Japans Aktien immer noch günstig bewertet

ROE in %

12

10

8

6

4

2

0

2

96 98 00 02 04 06 08 10 12 14

ROE Japanese equities

Vontobel ROE forecast

Japanese inflation (%yoy, r.h.scale)

Vontobel inflation forecast

Inflation in %

3

2

1

0

1

2

3

4.0

3.5

3.0

2.5

2.0

1.5

1.0

0.5

90 92 94 96 98 00 02 04 06 08 10 12

Price-to-book Japanese equities

Long term average

+/ 1 standard deviation

Quelle: Datastream, Vontobel

Quelle: Datastream, Vontobel

Anlagepolitik Mai 2013 17


Prognosen

Konjunktur und Finanzmärkte

20112014

Die nachfolgende Liste zeigt hinsichtlich der Themen Bruttoinlandprodukt (BIP), Inflation/Inflationserwartung, Notenbankzinsen,

10-jährige Staatsanleihen, Wechselkurse und Rohstoffe die effektiven Werte, Wechselkurse und Preise für die Jahre

2011 und 2012 respektive die Prognosen für die Jahre 2013 und 2014.

2011 2012 Aktuell

Prognose

2013 Vormonat

Prognose

2014 Vormonat

BIP

Durchschnittliches jährliches Wachstum (in %)

Euroland 1.5 0.5 0.9 0.3 0.0 1.2 1.4

USA 1.8 2.2 1.7 1.8 1.8 2.3 2.3

Japan 0.5 2.0 0.4 1.1 0.9 1.7 1.4

Grossbritannien 1.0 0.3 0.2 1.0 1.0 1.6 1.6

Schweiz 1.9 0.9 1.2 1.3 1.3 1.8 1.8

Inflation

Jahresdurchschnitt (in %)

Euroland 2.7 2.5 1.7 1.7 1.9 1.7 1.7

USA 3.1 2.1 1.5 1.9 2.0 2.1 2.1

Japan 0.5 0.5 1.0 0.4 0.1 1.7 1.2

Grossbritannien 4.5 2.8 2.8 2.7 2.3 2.0 2.0

Schweiz 0.2 0.7 0.6 0.2 0.2 0.9 0.9

2011 2012 Aktuell

Prognose

3 Monate Vormonat

Prognose

12 Monate Vormonat

Notenbankzinsen

Jahresende (in %)

EUR 1.00 0.75 0.75 0.75 0.75 0.75 0.75

USD 0.25 0.25 0.25 0.25 0.25 0.25 0.25

JPY 0.10 0.10 0.10 0.10 0.10 0.10 0.10

GBP 0.50 0.50 0.50 0.50 0.50 0.50 0.50

CHF 0.05 0.01 0.02 0.13 0.13 0.13 0.13

AUD 4.25 3.00 3.00 2.88 2.88 3.00 2.88

Kapitalmarktzinsen

Renditen 10-jährige Staatsanleihen (Jahresende) (Rendite in %)

EUR (Deutschland) 1.8 1.3 1.3 1.5 1.7 2.0 2.2

EUR (GIPSI) 8.8 5.3 5.0 5.0 5.2 5.0 5.0

USD 1.9 1.8 1.7 1.9 2.0 2.2 2.2

JPY 1.0 0.8 0.6 0.7 0.9 0.9 1.1

GBP 2.0 1.8 1.7 1.9 2.2 2.3 2.4

CHF 0.7 0.5 0.6 0.8 0.9 1.2 1.2

AUD 3.8 3.3 3.3 3.4 3.3 3.6 3.5

Wechselkurse Jahresende

CHF per EUR 1.21 1.21 1.22 1.26 1.26 1.26 1.29

CHF per USD 0.94 0.92 0.93 0.94 0.93 0.98 0.95

CHF per 100 JPY 1.22 1.06 0.95 0.94 0.98 0.93 0.97

CHF per GBP 1.45 1.49 1.42 1.43 1.43 1.40 1.43

CHF per AUD 0.96 0.95 0.96 0.95 0.94 1.04 1.01

USD per EUR 1.30 1.32 1.31 1.34 1.35 1.29 1.36

JPY per USD 77 86 98 100 95 105 98

USD per AUD 1.03 1.04 1.04 1.01 1.01 1.06 1.06

Rohstoffe Jahresende

Rohöl (WTI, USD/Barrel) 108 110 99 100 110 105 110

Gold (USD/Unze) 1575 1662 1390 1350 1630 1400 1680

Kupfer (USD/metrische Tonne) 7590 7907 7267 7250 7800 7500 7900

18 Anlagepolitik Mai- 2013


Portfoliostrukturen CHF

Portfoliostrukturen CHF

Die nachfolgende Liste zeigt die taktische Allokation der Portfoliostruktur in CHF aufgeteilt nach Anlageziel.

Sicherheit

Schweiz Europa ex CH Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 6.5 1 (a) 2 - - - - 9.5 5 - 25

Obligationen 70.5 1 4.5 - 9.5 (b) 5 - 90.5 95 80 100

Aktien - - - - - - - - - - -

Alternative Anlagen - - - - - - - - - - 15

Währungsabsicherung 8.5 - -3.5 - - -5 - - - - -

Total 85.5 2 3 - 9.5 - - 100 100 - -

a) Liquidität in EUR 2%

b) davon EMBI 2% & Mexiko 2.5%

Ertrag

Schweiz Europa ex CH Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 7.9 3.5 (a) 5.1 - - - - 16.5 5 - 40

Obligationen 39.3 - 1.7 - 7.5 (b) 5 - 53.5 60 45 75

Aktien 8 - 3.5 (c) 0.5 6 1 (d) 19 20 5 35

Alternative Anlagen 11 (e) - - - - - - 11 15 - 30

Währungsabsicherung 7.2 - -1.7 -0.5 - -5 - - - - -

Total 73.4 3.5 8.6 - 13.5 - 1 100 100 - -

Benchmark: Alternative Anlagen:

Hedge Fund-of-Funds in CHF abgesichert 3%, Immobilien 4%, Gold in CHF abgesichert 4% & Rohstoffe in CHF abgesichert 4%

a) Liquidität in EUR 3.5% | b) davon Mexiko 2.5% | c) davon US-Banks 1% & US-Housing 1% | d) Future Resources 1%

e) Hedge Fund-of-Funds in CHF abgesichert 3%, Immobilien 4%, Gold in CHF abgesichert 2% & Rohstoffe in CHF abgesichert 2%

Ausgewogen

Schweiz Europa ex CH Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 7.5 4 (a) 5 - - - - 16.5 5 - 40

Obligationen 21.0 - - - 7.5 (b) 5 - 33.5 40 25 55

Aktien 18 1.8 8.9 (c) 1.3 7 - 2 (d) 39 40 25 55

Alternative Anlagen 11 (e) - - - - - - 11 15 - 30

Währungsabsicherung 6.3 - - -1.3 - -5 - - - - -

Total 63.8 5.8 13.9 - 14.5 - 2 100 100 - -

Benchmark: Alternative Anlagen:

Hedge Fund-of-Funds in CHF abgesichert 3%, Immobilien 4%, Gold in CHF abgesichert 3% & Rohstoffe in CHF abgesichert 5%

a) Liquidität in EUR 4% | b) davon Mexiko 2.5% | c) davon US-Banks 2% & US-Housing 2% | d) Future Resources 2%

e) Hedge Fund-of-Funds in CHF abgesichert 3%, Immobilien 4%, Gold in CHF abgesichert 1% & Rohstoffe in CHF abgesichert 3%

Wachstum

Schweiz Europa ex CH Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 7.1 4 (a) 5.4 - - - - 16.5 5 - 40

Obligationen 1.0 - - - 7.5 (b) 5 - 13.5 20 5 35

Aktien 28 4 13.9 (c) 2.1 8 - 3 (d) 59 60 45 75

Alternative Anlagen 11 (e) - - - - - - 11 15 - 30

Währungsabsicherung 7.1 - - -2.1 - -5 - - - - -

Total 54.2 8 19.3 - 15.5 - 3 100 100 - -

Benchmark: Alternative Anlagen:

Hedge Fund-of-Funds in CHF abgesichert 3%, Immobilien 3%, Gold in CHF abgesichert 3% & Rohstoffe in CHF abgesichert 6%

a) Liquidität in EUR 4% | b) davon Mexiko 2.5% | c) davon US-Banks 3% & US-Housing 3% | d) Future Resources 3%

e) Hedge Fund-of-Funds in CHF abgesichert 3%, Immobilien 3%, Gold in CHF abgesichert 1% & Rohstoffe in CHF abgesichert 4%

Aktien

Schweiz Europa ex CH Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 1.1 4 (a) 2.9 - - - - 8 5 - 35

Obligationen - - - - - - - - - - 15

Aktien 38 6.3 18.8 (b) 2.9 9 - 4 (c) 79 80 65 95

Alternative Anlagen 6 (d) - - - - - 7 (d) 13 15 - 30

Währungsabsicherung - - 2.9 -2.9 - - - - - - -

Total 45.1 10.3 24.6 - 9 - 11 100 100 - -

Benchmark: Alternative Anlagen: Immobilien global 7% & Rohstoffe in CHF abgesichert 8%

a) Liquidität in EUR 4% | b) davon US-Banks 4% & US-Housing 4% | c) Future Resources 4%

d) Immobilien global 7% & Rohstoffe in CHF abgesichert 6%

Anlagepolitik Mai 2013 19


Portfoliostrukturen EUR

Portfoliostrukturen EUR

Die nachfolgende Liste zeigt die taktische Allokation der Portfoliostruktur in EUR aufgeteilt nach Anlageziel.

Sicherheit

Euroraum (EMU) Euroraum ex EMU Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 7.5 - 2 - - - - 9.5 5 - 25

Obligationen 70.5 - 5.5 - 9.5 (a) 5 - 90.5 95 80 100

Aktien - - - - - - - - - - -

Alternative Anlagen - - - - - - - - - - 15

Währungsabsicherung 10.4 - -5.4 - - -5 - - - - -

Total 88.4 - 2.1 - 9.5 - - 100 100 - -

a) davon EMBI 2% & Mexiko 2.5%

Ertrag

Euroraum (EMU) Euroraum ex EMU Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 12.5 - 4 - - - - 16.5 5 - 40

Obligationen 38 - 3 - 7.5 (a) 5 - 53.5 60 45 75

Aktien 7.5 - 3.9 (b) 0.6 6 - 1 (c) 19 20 5 35

Alternative Anlagen 7 (d) - - - - - 4 (e) 11 15 - 30

Währungsabsicherung 8.6 - -3 -0.6 - -5 - - - - -

Total 73.6 - 7.9 - 13.5 - 5 100 100 - -

Benchmark: Alternative Anlagen:

Hedge Fund-of-Funds in EUR abgesichert 3%, Immobilien global 4%, Gold in EUR abgesichert 4% & Rohstoffe in EUR abgesichert 4%

a) davon Mexiko 2.5% | b) davon US-Banks 1% & US-Housing 1% | c) Future Resources 1%

d) Hedge Fund-of-Funds in EUR abgesichert 3%, Gold in EUR abgesichert 2% & Rohstoffe in EUR abgesichert 2% | e) Immobilien global 4%

Ausgewogen

Euroraum (EMU) Euroraum ex EMU Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 12.5 - 4 - - - - 16.5 5 - 40

Obligationen 20.5 - 0.5 - 7.5 (a) 5 - 33.5 40 25 55

Aktien 17 1.7 9.8 (b) 1.5 7 - 2 (c) 39 40 25 55

Alternative Anlagen 7 (d) - - - - - 4 (e) 11 15 - 30

Währungsabsicherung 7.0 - -0.5 -1.5 - -5 - - - - -

Total 64 1.7 13.8 - 14.5 - 6 100 100 - -

Benchmark: Alternative Anlagen:

Hedge Fund-of-Funds in EUR abgesichert 3%, Immobilien global 4%, Gold in EUR abgesichert 3% & Rohstoffe in EUR abgesichert 5%

a) davon Mexiko 2.5% | b) davon US-Banks 2% & US-Housing 2% | c) Future Resources 2%

d) Hedge Fund-of-Funds in EUR abgesichert 3%, Gold in EUR abgesichert 1% & Rohstoffe in EUR abgesichert 3% | e) Immobilien global 4%

Wachstum

Euroraum (EMU) Euroraum ex EMU Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 12.5 - 4 - - - - 12.5 5 - 40

Obligationen 0.5 - 0.5 - 7.5 (a) 5 - 13.5 20 5 35

Aktien 27 3 15.7 (b) 2.3 8 - 3 (c) 59 60 45 75

Alternative Anlagen 8 (d) - - - - - 3 (e) 11 15 - 30

Währungsabsicherung 7.8 - -0.5 -2.3 - -5 - - - - -

Total 55.8 3 19.7 - 15.5 - 6 100 100 - -

Benchmark: Alternative Anlagen:

Hedge Fund-of-Funds in EUR abgesichert 3%, Immobilien global 3%, Gold in EUR abgesichert 3% & Rohstoffe in EUR abgesichert 6%

a) davon Mexiko 2.5% | b) davon US-Banks 3% & US-Housing 3% | c) Future Resources 3%

d) Hedge Fund-of-Funds in EUR abgesichert 3%, Gold in EUR abgesichert 1% & Rohstoffe in EUR abgesichert 4% | e) Immobilien global 3%

Aktien

Euroraum (EMU) Euroraum ex EMU Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 3.4 - 4.6 - - - - 8 5 - 35

Obligationen - - - - - - - - - - 15

Aktien 37 4.9 20.9 (a) 3.2 9 - 4 (b) 79 80 65 95

Alternative Anlagen 6 (c) - - - - - 7 (d) 13 15 - 30

Währungsabsicherung 3.2 - - -3.2 - - - - - - -

Total 49.6 4.9 25.5 - 9 - 11 100 100 - -

Benchmark: Alternative Anlagen:

Immobilien global 7% & Rohstoffe in EUR abgesichert 8%

a) davon US-Banks 4% & US-Housing 4% | b) Future Resources 4% | c) Rohstoffe in EUR abgesichert 6% | d) Immobilien global 7%

20 Anlagepolitik Mai- 2013


Marktdaten

Marktdaten

Die nachfolgenden Listen zeigen die Preis- und Kursentwicklung (sowohl in lokaler Währung, als auch in Schweizer Franken)

einer Auswahl an Obligationenmärkten, Aktienindizes, gemischten Indizes, Zinssätzen und Wechselkursen für die Zeiträume der

vergangenen drei, respektive zwölf Monate.

Obligationenmärkte (Total return)

Seit

31.01.13

lokal

Seit

31.01.13

Seit

31.12.12

lokal

Seit

31.12.12

CHF

CHF

JPM Global Bond Index (USD) 2.0% 1.0% 1.5% 0.3%

JPM EMU Agg. Bond Index (EUR) 2.7% 1.8% 2.5% 4.6%

JPM US Gov. Bond Index 1.5% 4.2% 0.6% 4.2%

JPM Japan Gov. Bond Index 1.7% 4.6% 2.0% 8.2%

JPM GBI-EM Global Diversified Index 2.6% 4.7% 3.0% 6.2%

Swiss Bond Index AAA-BBB 1.1% 1.1% 0.3% 0.3%

Swiss Bond Index Domestic AAA-BBB 1.1% 1.1% 0.0% 0.0%

Swiss Bond Index Foreign AAA-BBB 1.1% 1.1% 0.7% 0.7%

Aktienindizes MSCI (Total return)

Seit

31.01.13

lokal

Seit

31.01.13

Seit

31.12.12

lokal

Seit

31.12.12

CHF

CHF

MSCI World Index (USD) 6.4% 7.4% 12.4% 13.8%

MSCI USA Index 6.0% 8.8% 11.9% 15.8%

MSCI USA Value Index 7.5% 10.3% 14.3% 18.3%

MSCI USA Growth Index 4.5% 7.3% 9.6% 13.4%

MSCI Europe Index 2.9% 2.5% 9.1% 9.5%

MSCI Europe Value Index 1.0% 0.6% 7.2% 7.8%

MSCI Europe Growth Index 4.7% 4.4% 10.9% 11.3%

MSCI Europe Small Cap Index 4.1% 3.6% 11.1% 11.5%

MSCI Switzerland Index 8.3% 8.3% 18.2% 18.2%

MSCI Japan Index 29.1% 21.2% 37.7% 23.9%

MSCI Pacific Index (USD) 18.9% 15.3% 25.6% 19.4%

Gemischte Indizes (total return)

Seit

31.01.13

lokal

Seit

31.01.13

CHF

Seit

31.12.12

Seit

31.12.12

CHF

lokal

Pictet BVG 25 2.5% 2.5% 4.0% 4.0%

Pictet BVG 40 3.2% 3.2% 6.0% 6.0%

Pictet BVG 60 4.3% 4.3% 8.5% 8.5%

Zinssätze

31.12.12 28.04.13

Veränderung

(Prozentpunkte)

USD 3 month Libor 0.31 0.28 0.03

USD 10 year 1.75 1.71 0.04

Euro 3 month Libor 0.13 0.12 0.01

Germany 10 year 1.30 1.24 0.06

CHF 3 month Libor 0.01 0.02 0.01

CHF 10 year 0.46 0.53 0.07

JPY 3 mouth Libor 0.18 0.16 0.02

JPY 10 year 0.79 0.58 0.20

Wechselkurse

31.12.12 28.04.13

Veränderung

(Prozent)

CHF per EUR 1.21 1.23 2.1%

CHF per USD 0.92 0.95 3.5%

CHF per 100 JPY 1.06 0.95 10.0%

USD per EUR 1.32 1.30 1.4%

JPY per USD 86.47 99.49 15.1%

Andere Aktienindizes (Total return)

Seit

31.01.13

lokal

Seit

31.01.13

CHF

Seit

31.12.12

Seit

31.12.12

CHF

lokal

S&P100 (large caps) 5.6% 8.3% 10.7% 14.6%

S&P400 (mid caps) 5.0% 7.8% 13.0% 17.0%

S&P500 6.0% 8.8% 11.9% 15.8%

S&P600 (small caps) 3.9% 6.6% 10.9% 14.8%

0.0% 0.0% 0.0% 0.0%

Dow Jones Industrial

Nasdaq (Price Index) 4.5% 7.2% 9.0% 12.8%

Dow Jones Stoxx 3.5% 2.5% 7.3% 9.6%

Dow Jones Euro Stoxx 50 1.0% 2.0% 3.3% 5.5%

Dax 30 1) 0.3% 1.3% 2.9% 5.1%

FTSE-100 3.8% 4.0% 10.7% 8.8%

CAC 40 2.1% 1.1% 6.0% 8.2%

MIB 30 6.1% 7.0% 2.3% 4.5%

IBEX 35 4.1% 5.0% 2.4% 4.6%

ATX 0.8% 1.8% 1.8% 3.9%

Nikkei 225 (Price Index) 27.5% 19.6% 34.0% 20.5%

SMI (Price Index) 5.9% 5.9% 15.8% 15.8%

SPI 1) 8.0% 8.0% 17.7% 17.7%

SLI 1) 6.2% 6.2% 16.4% 16.4%

SMIC (dividend adjusted,

reinvested) 1) 5.9% 5.9% 15.8% 15.8%

Vontobel Swiss Small Cap Index 2) 1.5% 1.5% 8.1% 8.1%

1)

Dividend adjusted, reinvested

2)

Vontobel Swiss Small Cap Index

Anlagepolitik Mai 2013 21


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oder Verkauf von Finanzprodukten und entbindet den Empfänger nicht von seiner eigenen Beurteilung. Die Broschüre stellt kein Kotierungsinserat und keinen

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Anlagepolitik Mai 2013 22

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