Anlagepolitik – Oktober 2013 Fed: Den Geldhahn zu ... - Raiffeisen

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Anlagepolitik – Oktober 2013 Fed: Den Geldhahn zu ... - Raiffeisen

Anlagepolitik Oktober 2013

Fed: Den Geldhahn zu schliessen,

ist schwieriger als erwartet

Industrieländer:

Der Konjunkturmotor

läuft deutlich

synchroner

Osteuropa am

Rockzipfel der

Industrieländer aus

dem Tief

Aktien: Attraktiv

dank Unterstützung

durch Ben Bernanke


Inhalt

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Marktkommentar

Fed: Den Geldhahn zu schliessen

ist schwieriger als erwartet

Wirtschaft Industrieländer

Industrieländer: Der Konkunkturmotor

läuft deutlich synchroner

Wirtschaft Schwellenländer

Osteuropa am Rockzipfel der Industrieländer

aus dem Tief

Währungen & Anleihen

Zinsen Schweiz

Auswirkungen der Politik der

amerikanischen Notenbank auf die Schweiz

Aktien & Rohstoffe

Prognosen

Spezialthema

US-Notenbank reduziert

Anleihenkäufe (noch) nicht

Portfoliostrukturen

Marktdaten

Impressum

Herausgeber:

Raiffeisen Schweiz Genossenschaft, Raiffeisenplatz, CH-9001 St. Gallen

Redaktion:

Investment Services Raiffeisen Schweiz, Bank Vontobel

Coverbild:

Getty Images

Erscheinungsweise:

monatlich (Doppelnummer im Juli/August)

Bestellungen:

direkt bei Ihrem Kundenberater

Redaktionsschluss: Dienstag, 24. September 2013

2 Anlagepolitik Oktober 2013


Makrosicht

Reduktion der Anleihekäufe

durch das Fed nur aufgeschoben

Wirtschaftswachstum 2013

Nachdem das Bureau of Labor Statistics Ende August das US-

Wirtschaftswachstum für das zweite Quartal nach oben revidiert

hatte, haben wir die Wachstumsprognose für 2013 von

1.6 Prozent auf 1.7 Prozent erhöht. Den Ausblick für 2014

beliessen wir hingegen unverändert. Aufgrund der guten

Wirtschaftszahlen haben wir die Wachstumsprognosen für

die Jahre 2013 und 2014 für Japan leicht erhöht.

unter


Konsens

über

+ ++

EWU*

USA

Japan

EM**

CH

Konsens = Consensus Inc., London

Inflation 2013

Wir änderten unsere Inflationsprognosen für 2013 nur minimal.

Für Japan liegen unsere Prognosen leicht über, für Grossbritannien

und die Schwellenländer leicht unter dem Konsens.

Für 2014 sehen wir in Grossbritannien 2.1 Prozent Inflation,

während der Konsens mit einer Teuerungsrate von 2.5 Prozent

rechnet.

EWU*

USA

Japan

EM**

CH

unter


Konsens

über

+ ++

Konsens = Consensus Inc., London

Notenbankzinsen (in drei Monaten)

Bis mindestens Herbst 2014 rechnen wir mit unveränderten

Leitzinsen in den Industrieländern. Das Fed hat angekündigt,

erst an der Zinsschraube zu drehen, wenn ent weder die Arbeitslosenrate

unter 6.5 Prozent fällt oder die Inflation über

2.5 Prozent ansteigt. Selbst bei optimistischen Wachstumsprognosen

ist nicht vor Herbst 2014 mit einem solchen Szenario

zu rechnen.

EWU*

USA

Japan

CH

unter


Konsens = Bloomberg

Konsens

über

+ ++

Renditen zehnjähriger Staatsanleihen

(in drei Monaten)

Wir rechnen spätestens Anfang nächsten Jahres mit einer Reduzierung

der Anleihekäufe («Tapering») durch das Fed. Wir

sind jedoch der Meinung, dass dies nicht zu einem abrupten

Renditeanstieg führen wird. Denn in den jetzigen Obligationenkursen

ist die Aussicht auf verminderte Wertpapierkäufe

durch das Fed bereits eingepreist.

«Die Notenbanken

der USA, Europas und

Japans sind Opfer

ihres eigenen Erfolgs.»

D

USA

Japan

CH

unter


Konsens

über

+ ++

Konsens = Consensus Inc., London

* Europäische Währungsunion

** Emerging Markets

Unsere Einschätzung liegt . . . dem Konsens.

Abweichung - : leicht unter

Abweichung - - : deutlich unter

Abweichung + : leicht über

Abweichung ++ : deutlich über

Anlagepolitik Oktober 2013 3


Anlagestrategie

Optimismus könnte

bereits wieder für

Marktkorrekturen sorgen

Cash

Untergewichtet

stark

leicht

Neutral

übergewichtet

leicht

stark

Die Ausgangslage

Im Zuge des Entscheids der US-Zentralbank, die Drosselung

der Anleihenkäufe zu verschieben, entspannte sich die Risikolage

an den Finanzmärkten spürbar. Die aktuelle Marktsituation,

eine Kombination aus expansiver Geldpolitik und erwarteter

globaler Konjunkturerholung, spricht mittelfristig für

risikoreichere Anlageklassen. Dennoch nähern wir uns bereits

wieder einer optimistischeren Investorenstimmung, die bei

allfälligen Unsicherheiten für kurzfristige Marktkorrekturen sorgen

könnte. Insbesondere die anstehende Debatte im US-Kongress

über die Schuldenobergrenze dürfte von den Finanz -

märkten aufmerksam verfolgt werden und für erhöhte

Volatilität sorgen. Anderseits sollte sich das Ergebnis der deutschen

Wahlen positiv auf die Risikoprämie in der Eurozone

auswirken.

Anleihen

1

2

3

4

5

6

Unsere Cash-Position reduzierte sich in Folge des

Risikoaufbaus in den Portfolios erneut.

Bei den Anleihen behalten wir unsere Untergewichtung

bei. Wir erhöhten die Gewichtung der

Schwellenländeranleihen in lokaler Währung leicht,

bevorzugen jedoch weiterhin Schwellenländeranleihen

in externer Währung gegenüber Anleihen in

lokaler Währung.

Bei den Aktien empfehlen wir neu eine leichte

Übergewichtung. Insbesondere haben wir unsere

Allokation in europäischen Aktien erhöht.

Im Allgemeinen ziehen wir Aktien aus Industrieländern

denjenigen aus Schwellenländern vor.

Bei Gold nehmen wir neu wieder eine untergewichtete

Positionierung ein.

Bei der Anlageklasse Rohstoffe halten wir an

unserer Untergewichtung fest.

Bei Alternativen Strategien nehmen wir neu

eine untergewichtete Positionierung ein.

Aktien

Gold

Rohstoffe

Alternative

Strategien

Veränderungen zum Vormonat: gleich, erhöht, verringert.

4 Anlagepolitik Oktober 2013


Anlagestrategie

Währungen

Der US-Dollar bleibt nach unserer Einschätzung weiterhin die

attraktivste Währung. Wir sehen die starken US-Wachstumsaussichten

als Treiber des «Greenbacks». Die jüngste Schwäche des

US-Dollars aufgrund der Verschiebung des «Tapering» der US-

Zentralbank erachten wir nicht als nachhaltigen Trend. Bis zum

Ende des Jahres sehen wir dazu Auf wertungspotenzial für den

Euro gegenüber dem Schweizer Franken.

CHF per EUR

USD per EUR

CHF per USD

Negativ Neutral Positiv

Anleihen

Staatsanleihen aus Industrieländern halten wir für unattraktiv,

da die Zinsen nach wie vor leicht steigen könnten. Aufgrund

der positiven US-Konjunkturaussichten erscheint es uns im mer

noch ratsam, hochverzinsliche Unternehmensanleihen

«überzugewichten». In Schwellenländeranleihen in lokaler

Währung haben wir nach der starken Korrektur wieder eine

grössere Gewichtung vorgenommen. Allerdings bevorzugen

wir aufgrund der hohen Volatilität in den Schwellenländerwährungen

weiterhin Anleihen in externer Währung gegenüber

jenen in lokaler Währung. An der Empfehlung für mexikanische

Anleihen in lokaler Währung halten wir ebenfalls

weiter fest.

Staatsanleihen

Industrieländer

Schwellenländer (extern)

Schwellenländer (lokal)

Unternehmensanleihen

Investment Grade ≥ AA

Investment Grade < AA

High Yield

Neutral

Untergewichtet

Übergewichtet

Aktien

Im vergangenen Monat erhöhten wir unsere Aktienallokation

auf eine leicht übergewichtete Positionierung. Insbesondere

erhöhten wir unser Engagement in Aktien der Eurozone. Wir

bleiben in USBanken und Aktien des Bereichs «intelligente»

Ressourcen übergewichtet. Innerhalb Schwellenländeraktien

empfehlen wir russische Titel.

Industrieländer

Schwellenländer

Neutral

Untergewichtet

Übergewichtet

Gold

Der jüngste Preiszerfall wiederspiegelt für uns die erwartete globale

Konjunkturerholung. Die technische Korrektur gegen oben

nutzten wir, um wieder eine Untergewichtung einzunehmen.

Gold

Neutral

Untergewichtet

Übergewichtet

Rohstoffe

Aufgrund sinkender Kupfer-Lagerbestände sowie des

Erdöl-Produktionskapazitätsaufbaus und der politischen Entspannung

in Nahost belassen wir Kupfer und Erdöl auf

«untergewichtet».

Industriemetalle

Energie

Agrarrohstoffe

Neutral

Untergewichtet

Übergewichtet

Alternative Strategien

In einem Umfeld, das von Zentralbankinterventionen gezeichnet

ist, scheinen einige unserer Alternativen Strategien schlecht

zu funktionieren. Wir nehmen die Weiterführung der Fed-Politik

zum Anlass, unser Engagement graduell zu reduzieren.

CTA

Macro

Neutral

Untergewichtet

Übergewichtet

Anlagepolitik Oktober 2013 5


Marktkommentar

Fed: Den Geldhahn zu schliessen,

ist schwieriger als erwartet

Massive Verluste im Immobiliengeschäft liessen die

US-Investmentbank Lehman Brothers im September

2008 mit lautem Getöse zusammenbrechen. Seither

hing die Weltwirtschaft am Liquiditätstropf der

Notenbanken, bis vor kurzem eine Erholung einsetzte.

Für die Währungs hüter wäre nun eigentlich der

Moment gekommen, ihr Krisen management zu

beschränken wenn die Märkte mitspielen würden.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) und ihre

Pendants in Europa und Japan sind ge wissermassen

Opfer ihres eigenen Erfolgs.

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 haben sich

die Notenbanken ausserordentlicher geldpolitischer Massnahmen

bedient, um zunächst die drohende Depression abzuwenden

und anschliessend die zaghafte Konjunkturerholung

zu fördern. Die Nullzinspolitik des Fed sowie seine massive

Bilanzausweitung infolge mehrerer Anleihenkaufprogramme

(«Quantitative Easing» bzw. «quantitative Lockerung», QE)

stellten Eingriffe von zuvor ungekannter Dauer und ungekanntem

Ausmass dar. Zweifelsohne haben die Zentralbanken

entscheidend dazu beigetragen, den Finanzmärkten wieder

auf die Beine zu helfen. Zudem haben sie für anhaltend

Foto: Shutterstock

US-Notenbank: Im September sprachen sich die Währungshüter für eine Weiterführung ihrer Anleihenkäufe aus.

6 Anlagepolitik Oktober 2013


niedrige Realzinsen gesorgt. Bis der Einfluss dieser Massnahmen

in der Realwirtschaft spürbar wurde, ist aber viel Zeit verstrichen.

Ermutigende An zeichen für eine gleichzeitig einsetzende

Konjunkturerholung liessen in den Industrieländern bis

zum Sommer 2013 auf sich warten. Insbesondere die Wirtschaft

der Vereinigten Staaten hat sich trotz höheren Sozialversicherungssteuern

und automatischen Ausgabenkürzungen

sehr widerstandsfähig gezeigt: Die Arbeits losen quote ist

bis zum August stetig auf 7.3 Prozent zurückgegangen, und

die jüngsten Daten des Institute of Supply Management zur

industriellen Produktion sagen eine breit abgestützte Erholung

voraus.

Liebgewonnene Zückerchen der US-Notenbank

Weshalb tut sich das Fed nun also schwer, die Liquiditätsflut

wieder einzudämmen? Im September sprachen sich die Währungshüter

für eine Weiterführung ihrer Anleihenkäufe in

Höhe von 85 Milliarden US-Dollar pro Monat aus, obwohl die

Kommunikation der Notenbank zuvor auf ein Zurückfahren

dieses Programms schliessen liess.

«USA: Chancen auf

positive Wirtschaftsentwicklung

sind in

der Tat gestiegen.»

Die anstehenden Verhandlungen über den Staatshaushalt

und die Schuldenobergrenze in den USA sowie die unter den

Erwartungen liegenden Daten für den Arbeitsmarkt im August

dürften hier eine wesentliche Rolle gespielt haben. Mit

Blick auf die Fundamentaldaten zeigt sich, dass der Anstieg

der Marktzinsen ab Mai 2013 ein weniger lockeres Marktumfeld

zur Folge hatte. Zudem hat in diesem Zusammenhang die

Unsicherheit hinsichtlich der kurzfristigen Wirtschaftsaussichten

zugenommen.

Daher will das Fed eine abwartende Haltung einnehmen, bis

eindeutigere Anzeichen für eine nachhaltige Konjunkturerholung

vorliegen. Einmal mehr stellt sich hier aber die klassische

Frage, ob das Huhn oder das Ei zuerst kam: Hatte nicht

die Ankündigung des Fed, seine unorthodoxen Massnahmen

allmählich auslaufen zu lassen («Tapering»), die Treasury-Ren-

diten erst in die Höhe getrieben? Die Normalisierung der

Geldpolitik stellt das Fed und mit ihm die meisten Notenbanken

in den Industrieländern vor das Problem, dass die Börsen

hierdurch einbrechen könnten. Ein blosser Hinweis auf

«Tapering»-Pläne löste im Mai bereits eine Verkaufswelle in

den Zins- und Schwellenlandmärkten aus und zeigte, in welchem

Ausmass die Finanzmärkte von der Liquiditätszufuhr

abhängen der Begriff «schwere Liquiditätssucht» drängt

sich auf.

Gefahr von Anlageblasen?

Dennoch gehen wir davon aus, dass die US-Wirtschaft an

Fahrt gewinnen wird. Die (über-)vorsichtige Haltung des Fed,

die sich durch die Fortsetzung des Kaufprogramms äussert,

erhöht in der Tat die Chancen auf eine positive Entwicklung

der Wirtschaft. Ganz allgemein erholt sich die Konjunktur

weltweit, der Inflationsdruck ist gering und die Zentralbanken

betreiben nach wie vor eine lockere Geld politik. Dies ist ein

guter Nährboden für die Aktienmärkte und die risikobehafteten

Anlagen. Allerdings kön nte eine solche Situation auch die

Entstehung von Anlageblasen begünstigen. Vernünftige Bewertungen

und an haltend bessere Einkaufsmanager-Indexdaten

haben uns veranlasst, im Verlauf des letzten Monats unsere

Engagements in Aktien aus der Eurozone weiter auszubauen.

Im Zuge der massiven Verkaufswelle von Zinspapieren

aus Schwellenländern in Lokalwährung haben wir bestehende

Positionen vorsichtig aufgestockt diese Märkte dürften in

Bälde von der Erholung der Industrieländer profitieren. Zudem

sorgen stabilere Renditen bei US-Treasuries bei den

schwächsten Ländern für eine Atempause, in der sie ihre Leistungsbilanzdefizite

angehen können. Gold bewegt sich inzwischen

in einer breiten Preisspanne zwischen 1200 und 1450

US-Dollar. Geschickte Anleger dürften hier Chancen realisieren

können. Die kurzfristige Kursschwäche des US-Dollar ist

eine logische Folge der Haltung des Fed. Mittel- bis langfristig

halten wir an unserer positiven Einschätzung des «Greenback»

fest. Daher verzeichnen unsere Portfolios eine Übergewichtung

in Aktien und Kreditmärkten insbesondere von

hochverzinslichen Unternehmensanleihen und Schwellenländerobligationen

sowie eine Untergewichtung in Staatsanleihen

und Rohstoffen.

Anlagepolitik Oktober 2013 7


Wirtschaft Industrieländer

Industrieländer: Der Konjunkturmotor

läuft deutlich synchroner

Foto: Shutterstock

In den USA nimmt die heimische Autoindustrie wieder Fahrt auf.

Noch im vergangenen Jahr befanden sich die Volkswirtschaften

Japans und der Eurozone in der

Rezession. Heute läuft die Weltwirtschaft immer synchroner.

Während die japanische Wirtschaft bereits im

Schlussquar tal 2012 die Rezession überwunden hat,

konnte die Wirtschaft der Eurozone erst im zweiten

Quartal 2013 mit einer positiven Wachstumsrate aufwarten.

Die Wirtschaft der USA erlebte um die Jahreswende

eine Schwächephase aufgrund von Budgeteinsparungen.

In den USA und der Eurozone dürfte sich

die Wirtschaft im kommenden Jahr beschleunigen,

weil die Budgeteinsparungen das Wirtschaftswachstum

weniger stark abbremsen als 2013.

Hingegen schwebt über der japanischen Wirtschaft

das Damoklesschwert einer Konsumsteuererhöhung.

In den USA stellten sich nach dem Motto «Totgeglaubte leben

länger» gerade jene Sektoren als Wachstumstreiber heraus,

die während der Finanzkrise zu den Sorgenkindern gehörten:

So nehmen die Autoverkäufe in den USA der zeit mit einer

Jahreswachstumsrate von fast elf Prozent zu. Auf das gesamte

Jahr hochgerechnet wurden per August 16.1 Millionen Autos

und Lieferwagen verkauft.

Damit haben die Autoabsatzzahlen den Durchschnitt der Jahre

1993 bis 2007 erreicht. Dennoch sollten sich die Autoabsätze

weiterhin dynamisch entwickeln, denn das Durchschnittsalter

der US-Autoflotte war Ende 2012 so hoch wie nie zuvor seit

1995. Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch daran, dass

2009 die Autoabsatzzahlen bis auf neun Millionen Einheiten

drastisch eingebrochen waren. In der Folge mussten die beiden

US-Autohersteller Chrysler und General Motors mit milliardenschweren

Krediten und Subventionen gerettet werden. Beide

mussten Insolvenz anmelden und waren zeitweise sogar

verstaatlicht. Auch der Wohnungsbau, einer der Auslöser der

weltweiten Finanzkrise, feuerte den Konjunkturaufschwung

an. In den abgelaufenen vier Quartalen legten die Wohnbauinvestitionen

um knapp 15 Prozent zu. Die Wohnbaugenehmigungen

stiegen mit einer Jahresrate von elf Prozent zwar etwas

weniger stark als noch im Frühjahr, aber immer noch

kräftig. Die Wohnbaugenehmigungen sind mit einer Jahresrate

von 918 Tausend Einheiten immer noch weit von ihrem

langfristigen Schnitt von 1.4 Millionen Einheiten entfernt. Damit

könnte die Erholung noch relativ lange anhalten. Die steigenden

Hypothekarzinsen sie sind von 3.4 Prozent im Mai

auf 4.5 angestiegen führten dazu, dass es für potenzielle

Hauskäufer schwieriger ist, sich ein Haus zu leisten. Damit ist

zwar der Immobilienerschwinglichkeitsindex (er berücksichtigt

die Hauspreise, die Hypothekarsätze und die verfügbaren Einkommen)

deutlich gesunken. Allerdings ist die Immobilienerschwinglichkeit

immer noch deutlich höher als im 40-jährigen

Durchschnitt. Das verarbeitende Gewerbe, das sich zwischen

Sommer 2012 und Sommer 2013 markant abschwächte, erholte

sich im August wieder. Der Anstieg des Teilindexes der

Auftragseingänge im Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden

Gewerbes macht uns zu versichtlich, dass die Erholung

weiter geht. Alle zinssensitiven Nachfragekomponenten

8 Anlagepolitik Oktober 2013


(Autos, Wohnungsbau und Kapital güternachfrage) müssen

nun genau beobachtet werden. Obwohl der Zinsanstieg bereits

im Mai begonnen hat, ist bisher keine Abschwächung der

Nachfrage festzustellen. Bei der Beurteilung der Konjunkturperspektiven

für 2014 muss zusätzlich unbedingt berücksichtigt

werden, dass die markanten Budgeteinsparungen im Jahr 2013

das Wirtschaftswachstum stark abge bremst haben. 2014 werden

die Budgeteinsparungen deutlich moderater sein, so dass

wir mit einer deutlichen Konjunkturbeschleunigung rechnen.

Weitere Stärkezeichen in der Eurozone

Die jüngsten Stimmungsindikatoren deuten auf eine weitere

Stärkung der Konjunktur in der Eurozone. Bei den Unternehmen

bildete sich der Stimmungsindex in der Industrie im September

zwar leicht zurück, blieb aber nach wie vor klar im Bereich,

der eine Expansion anzeigt. Hingegen verbesserte sich

die Stimmung im Dienstleistungssektor markant und erreichte

dasselbe Niveau wie in der Industrie. In Deutschland als der

grössten Euro-Wirtschaft zeigte sich der Unternehmenssektor

ebenfalls optimistischer. Damit verbessern sich auch die Aussichten

für steigende Unternehmensinvestitionen. Diese entwickelten

sich lange Zeit rückläufig. Dies vor allem auch deshalb,

weil die Kapazitätsauslastung etwas gestiegen ist und

die Erneuerung der Produktionsanlagen vernachlässigt wurde.

Auch bei den Konsumenten setzte sich die Stimmungsaufhellung

fort. Dies widerspiegelt die Stabilisierung am Arbeitsmarkt,

wo sich die Beschäftigung nicht weiter verschlechterte.

Für das dritte Quartal dürfte damit erneut ein positives

Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) resultieren. Dabei

dürfte sich nach unserer Einschätzung, wie bereits im zweiten

Quartal, das Bild einer breit abgestützten Expansion zeigen.

Ähnlich wie in den USA rechnen wir auch in der Eurozone mit

einer deutlich abgeschwächten konjunkturellen Bremswirkung

seitens der Budgetpolitik, so dass unseres Erachtens

2014 wieder ein Wirtschaftswachstum von 1.2 Prozent erreicht

werden kann.

Japan: Expansive Geldpolitik sorgt für gute Stimmung

Der neue japanische Ministerpräsident Shinzo Abe und die expansive

Geldpolitik der japanischen Notenbank sorgten für

gute Stimmung bei Konsumenten und Unternehmen. Das Geschäftsklima

für kleine und mittlere Unternehmen normalerweise

ein sehr guter Vorlaufindikator für das reale Wirtschaftswachstum

erreichte den höchsten Stand seit 2006. Die

Konsumentenstimmung ist zwar seit Mai etwas zurückgegangen,

aber immer noch auf hohem Niveau. Für eine gute Konsumentenstimmung

sprechen die rückläufige Arbeitslosenrate

und das steigende Verhältnis von Stellenangeboten zu Stellengesuchen.

Allerdings wird die Euphorie dadurch abgedämpft,

dass die Regierung die Konsumsteuer erhöhen will. Diese soll

im April nächsten Jahres von gegenwärtig fünf Prozent auf

acht Prozent und im Oktober 2015 auf zehn Prozent erhöht

werden. Dies ist ein erster Vorbote für das Dilemma von Japan.

Während das Tandem aus expansiver Geld- und Fiskalpolitik

seine Wirkung in Bezug auf eine konjunkturelle Belebung nicht

verfehlt, sind das Budgetdefizit mit über zehn Prozent des BIP

und die Staatsverschuldung mit fast 230 Prozent des BIP viel zu

Aufholpotenzial bei Wohnbaugenehmigungen

in Millionen Einheiten (auf das Gesamtjahr hochgerechnet)

2.5

2.0

1.5

1.0

0.5

60 65 70 75 80 85 90 95 00 05 10

Wohnbaugenehmigungen (in Millionen, auf das Gesamtjahr)

Langjähriger Durchschnitt

Quelle: Datastream, Vontobel Asset Management

Europäische Konsumenten werden

zuversichtlicher

Index

10

0

10

20

30

40

00 02 04 06 08 10 12

Quelle: Datastream, Vontobel Asset Management

Japans Unternehmen optimistischer

Index

55

50

45

40

35

30

25

Quelle: Datastream, Vontobel Asset Management

Veränderung in Prozent gegenüber Vorjahr

Konsumentenvertrauen

Realer Privatkonsum in Prozent im Jahresvergleich (rechte Skala)

20

05 06 07 08 09 10 11 12 13

KMU-Geschäftsklima

Reales Bruttoinlandsprodukt (rechte Skala)

4

3

2

1

0

1

2

Veränderung in Prozent gegenüber Vorjahr

6

hoch. Irgendwann muss Japan mit Budgeteinsparungen anfangen.

Dies ist auch der Grund dafür, dass wir für 2014 in Japan

keine Konjunkturbeschleunigung im Vergleich zu 2013 sehen,

ganz im Gegensatz zu den USA und der Eurozone.

4

2

0

2

4

6

8

10

Anlagepolitik Oktober 2013 9


Wirtschaft Schwellenländer

Osteuropa am Rockzipfel der

Industrieländer aus dem Tief

Der Ausverkauf an wichtigen Märkten wie Indien, bis

vor kurzem ein grosses Thema in Anlegerkreisen,

dürfte zumindest vorläufig etwas abgeklungen sein.

Doch die Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren

Entwicklung der Wirtschaft und der Währungen

bleiben bestehen. Wir haben unsere BIP-Schätzungen

für Schwellenländer jüngst etwas zurückgenommen.

Dennoch sehen wir im Zuge der Konjunkturaufhellung

in den Industriestaaten zunehmend Silberstreifen am

Horizont, namentlich in Osteuropa.

Generell ist es seit einigen Monaten so, dass erhöhte Leistungsbilanzdefizite

in Ländern wie der Türkei, Indien, Indonesien

oder Brasilien stärker wahrgenommen werden. Die derzeit

weiterhin expansive Geldpolitik des Fed lässt diese Risiken

in der kurzen Frist erneut in den Hintergrund treten und gibt

den Schwellenländern Zeit, ihre Verwundbarkeit zu reduzieren.

Ein wichtiger Faktor, der das Kaufinteresse für Schwellenländer

nachhaltig wecken könnte, ist das Wirtschaftswachstum.

Dieses ist in den Schwellenländern in der ersten Jahreshälfte

deutlich unter den Erwartungen der meisten Marktbeobachter

geblieben. Ähnlich wie im zweiten Halbjahr 2012

deuten die Wirtschaftsindikatoren aktuell eine Bodenbildung

in Schwellenländern an. Die Chancen hierfür stehen jedoch

dieses Mal besser als 2012. Wir erwarten für 2013 eine Zu-

nahme des Bruttoinlandprodukts (BIP) in den Schwellenländern

von 4.8 Prozent (zuvor: 4.9 Prozent) und für das Jahr

2014 von 5.2 Prozent (zuvor: 5.3 Prozent). Die starke Währungskorrektur

sowie die gestiegenen Lebensmittelpreise

signalisieren einen kurzfristigen Inflationsanstieg.

Nach Enttäuschung ist Besserung in Sicht

Im dritten Quartal verzeichneten die Schwellenländer insgesamt

ein verbessertes Konjunkturbild, auch wenn die Entwicklung

zwischen den Regionen sehr unterschiedlich war. Der

von uns berechnete Momentum-Indikator ein Mass für Verhältnis

von positiven und negativen Wirtschaftsdaten deutet

auf eine langsame aber stetige Verbesserung (siehe Gra fik

1) hin. Wirtschaftsindikatoren, die eine Verbesserung zeigen,

und diejenigen, die auf Verschlechterungen hinweisen, halten

sich mittlerweile fast die Waage. Pessimisten können sicherlich

anführen, dass dies schon einmal in der zweiten Jahreshälfte

2012 der Fall gewesen war, ehe die enttäuschenden

Wirtschaftsmeldungen im ersten Halbjahr 2013 erneut die

Oberhand gewannen. Wir denken jedoch, dass sich die Chancen

einer Bodenbildung gegenüber 2012 deutlich erhöht haben.

Insbesondere die nun breiter abgestützte Erholung der

Industrienationen stimmt uns zuversichtlich. Während 2012

einzig die USA und die Schweiz ein solides Konjunkturbild abgaben,

verzeichneten in den letzten Monaten auch die Euro-

Schwellenländer mit Aufholpotenzial

Destination von Schwellenländerexporten

Anteil der Wirtschaftsindikatoren mit Verbesserung in Prozent

in Prozent der gesamten Exporte

100

100

80

90

80

70

60

50

40

30

20

10

90

80

70

60

50

40

30

20

10

Verlangsamung Beschleunigung

70

60

50

40

30

20

10

0

07 08 09 10 11 12 13

G10 Global Schwellenländer

0

0

China

Südkorea

Malaysia

Philippinen

Thailand

Indonesien

Indien

Mexiko

Kolumbien

Venezuela

Peru

Chile

Brasilien

Tschechien

Polen

Ungarn

Rumänien

Russland

Türkei

Israel

Südafrika

Exporte in die USA

Exporte nach China

Exporte in die Länder der Eurozone

Quelle:Datastream, Vontobel Asset Management

Quelle: Datastream, Vontobel Asset Management

10 Anlagepolitik Oktober 2013


zone, Grossbritannien und Japan eine deutliche Erholung,

wobei die Eurozone am stärksten positiv überraschte. Das

Wirtschaftsmomentum befindet sich für die Industrieländer

derzeit mit circa 70 Prozent auf dem höchsten Stand seit Ende

2010. Insbesondere Osteuropa dürfte aufgrund der engen

Verzahnung der Volkswirtschaften mit der Eurozone profitieren.

Auch befinden sich die Währungen vieler Schwellenländer

auf deutlich niedrigeren Niveaus als noch im zweiten

Quartal. Generell dürfte dies einen positiven Effekt für den

Exportsektor darstellen. Neben dem günstigen Währungseffekt

die Ausfuhren werden billiger sehen wir auch Anzeichen

für eine leichte Erholung der Nachfrage nach Gütern

aus Schwellenländern.

Osteuropa: Hohe Exporte in den Westen

An dieser Stelle ein kurzer Exkurs zu Osteuropa, einer Region,

deren Konjunktur eine weitere Belebung erfahren dürfte. Die

hohe Handelsverflechtung Ost- und Westeuropas man denke

beispielsweise an die in den neuen EU-Staaten beheimateten

Zulieferer für die Automobilindustrie (siehe Grafik 2)

sorgt dafür, dass Osteuropa stärker von der Wirtschaftserholung

im «Westen» profitiert als andere Regionen. Mehr als 50

Prozent der Exporte Rumäniens, Ungarns, Polens und Tschechiens

gehen in die Eurozone. Prozentual zum BIP fällt die Abhängigkeit

zwar geringer aus. Sie bleibt jedoch äusserst signifikant,

wobei die Abhängigkeit Tschechiens (50 Prozent des

BIP) und Ungarns (45 Prozent) grösser ist als jene Polens (19

Prozent) und Rumäniens (18 Prozent). Während für Lateinamerika

tendenziell die USA den wichtigsten Exportmarkt

darstellen, ist diesbezüglich Asien etwas breiter aufgestellt.

Allerdings absorbieren die USA, die Eurozone und China auch

hier mit circa 30 Prozent der Exporte einen signifikanten Anteil.

Daher denken wir, dass mit einer gewissen Verzögerung

die Wirtschaftserholung in den USA und der Eurozone

Schwellenländer tendenziell unterstützen wird, insbesondere

Länder in Osteuropa. Unser Momentum-Indikator signalisiert

dies bereits jetzt (siehe Grafik 3).

China mit Bremsspuren

Hinsichtlich der chinesischen Konjunkturerholung bleiben wir

skeptisch. Zwar verzeichneten vorlaufende Wirtschaftsindikatoren

kürzlich eine deutliche Erholung, allen voran die Industrieproduktion

mit über zehn Prozent. Das Vorhaben der Regierung,

das derzeit stark von Investitionen abhängige

Wachstum verstärkt auf den Konsum auszurichten, wird das

Trendwachstum jedoch allmählich deutlich reduzieren. Auch

zeigt sich die Regierung besorgt über die erneut auftretenden

Überhitzungserscheinungen des chinesischen Häusermarktes.

Die Trendwachstumsrate von 9 Prozent, die China in den vergangen

Jahrzehnten erzielt hatte, wird nicht mehr zu erreichen

sein. Mit 7.5 Prozent für dieses Jahr und 7.3 Prozent im

Jahr 2014 dürfte die Verlangsamung jedoch äusserst moderat

ausfallen.

Inflation dürfte unter Kontrolle bleiben

Auch wenn wir von einem sich leicht aufhellenden Konjunkturbild

ausgehen, dürfte der nachfrageseitig getriebene Inflationsdruck

moderat bleiben (siehe Grafik 4). Zu weit scheint

die Lücke noch zwischen aktuellem und potenziellem Wachstum

zu klaffen, und die Kapazitätsauslastung in den Schwellenländern

erscheint uns noch zu gering. Allerdings dürfte der

Effekt schwächerer Wechselkurse und steigender Lebensmittelpreise

nicht ganz spurlos an den Schwellenländern vorbeiziehen.

Sollten sich die Wechselkurse jedoch langsam stabilisieren,

dürfte der Inflationsanstieg moderat ausfallen. Für

2013 erwarten wir eine durchschnittliche Inflation von 4.1

Prozent und für 2014 von 4.4 Prozent.

Momentum in Osteuropa verbessert

Anteil der Indikatoren mit Verbesserung (Drei-Monatsdurchschnitt) in Prozent

100

90

80

70

60

50

40

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20

10

0

100

90

80

70

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0

07 08 09 10 11 12 13

Polen Türkei Ungarn Südafrika

Verlangsamung Beschleunigung

Inflationsdruck bleibt moderat

In Prozent

14

12

10

8

6

4

2

0

2

05 06 07 08 09 10 11 12 13

Inflationsrate in Asien

Inflation in Lateinamerika

Inflationsrate in den EMEA-Staaten

Inflationsrate in den G10-Staaten

Quelle: Datastream, Vontobel Asset Management

Quelle: Datastream, Vontobel Asset Management

Anlagepolitik Oktober 2013 11


Währungen

Kurzfristige Erholung

der Schwellenländerwährungen

Anleihen

Anzeichen einer

Erholung bei Anleihen

von Schwellenländern

Wir bleiben mittelfristig zuversichtlich für den US-Dollar,

obwohl die US-Zentralbank an ihrem Anleihenkaufprogramm

festhält. Profitieren von der weiterhin

grosszügigen US-Geldpolitik dürften kurzfristig insbesondere

die Schwellenländerwährungen.

Die überraschende Entscheidung der US-Zentralbank Fed, ihr

Liquiditätsprogramm im September noch nicht zurückzufahren,

hat den US-Dollar erneut unter Druck gebracht. Die baldige

Drosselung der Anleihenkäufe, wovon wir weiterhin

ausgehen, bleibt eine zentrale Annahme für unseren optimistischen

USD-Ausblick. Denn eine zu späte Abkehr von einer

expansiven Geldpolitik, die dem Fed in denvergangenen Jahrzehnten

schon des Öfteren unterlaufen ist, hat in der Vergangenheit

für eine Schwäche des «Greenback» gesorgt (siehe

Investors’ Outlook September 2013) Eine anhaltend expansive

Geldpolitik durch das Fed dürfte jedoch Schwellenländerwährungen

kurzfristig unterstützen, insbesondere wenn sich

die Wirtschaftsindikatoren in diesen Ländern weiter erholen.

Längerfristig haben wir jedoch Zweifel, dass die Schwellenländerwährungen

gegenüber dem US-Dollar an Wert gewinnen

werden. Aus diesem Grund ist unsere Übergewichtung

der Schwellen länder anleihen in lokaler Währung als taktische,

also kurzfristige, Entscheidung zu sehen. Eine Aufgabe der

Euro-Untergrenze von 1.20 Franken durch die Schweizer Nationalbank

(SNB) erwarten wir nicht vor Ende 2014.

Im laufenden Jahr haben Befürchtungen, wonach das

Fed seine Liquiditätsversorgung einstellen könnte, die

Schwellenländer-Anleihen hart getroffen. Mit der Verschiebung

der «Tapering-Massnahmen» eröffnen sich

Chancen für neue Engagements in dieser Anlageklasse.

Die vom Fed verschobene Reduktion seines Anleihekaufprogramms

löste eine weltweite Kettenreaktion aus und liess die

Zinsen sinken. Die Aussagen des Fed wirkten sich vor allem in

den Schwellenländern positiv aus: Zumeist sanken die Zinsen,

während sich die Währungen gegenüber dem US-Dollar aufwerteten.

Dies führte dazu, dass Schwellenländer-Anleihen in

Lokalwährungen im September zu den erfolgreichsten Zinsprodukten

zählten. Auch auf US-Dollar lautende Anleihen aus

den Schwellenländern entwickelten sich ausgezeichnet, da

sich die Zinsdifferenzengegenüber US-Treasuries verengten.

Die fundamentalenProbleme dieser Länder dürften noch einige

Zeit anhalten.

Das anziehende Wirtschaftswachstum in den USA sowie in

Europa und die insgesamt stabileren Zinsen dürften sich allerdings

auch auf das Wachstum der Schwellenländer positiv

auswirken. Wir glauben, dass ihre Anleihen sowohl in US-Dollar

als auch in Lokalwährungen in den nächsten Monaten

weiterhin gut abschneiden, selbst wenn ihre Zinsdifferenzen

gegenüber US-Treasuries nur die Hälfte des Ende April verzeichneten

Tiefpunktes wieder abgeben sollten.

Entwicklung gegenüber dem Schweizer Franken

Schwellenländeranleihen werden attraktiver

in Prozent seit Jahresanfang

12.8

Japanischer Yen

Australischer Dollar

Norwegische Krone

Kanadischer Dollar

Britisches Pfund

Zinsdifferenzen in den Schwellenländern

6.0

9.9

5.5

7.3

3.8

5.0

2.1

4.5

0.5

0.1

US-Dollar

Neuseeländ. Dollar

Schwedische Krone

4.0

1.1

3.5

1.9 Euro

3.0

Jan13 Feb13 Mär13 Apr13 Mai13 Jun13 Jul13 Aug13 Sep13

Schwellenländer (Lokalwährung) (Gov. Bond Index global)

minus US Treasury

Schwellenländer (harte Währungen) (Gov. Bond Index global)

minus US Treasury

Quelle: Datastream, Vontobel Asset Management

Quelle: Datastream, Vontobel Asset Management

12 Anlagepolitik Oktober 2013


Zinsen Schweiz

Auswirkungen der

Politik der amerikanischen

Notenbank

auf die Schweiz

Renditeanstieg seit Anfang Mai

Seitdem die amerikanische Notenbank (das Fed) im

Mai angedeutet hatte, die Obligationenkäufe zu reduzieren,

tendierten die Renditen für amerikanische

Staatsanleihen nach oben. Schweizer Eidgenossen

machten diesen Zinsanstieg nur abgedämpft mit.

Nachdem das Fed Mitte September die Märkte damit

überraschte, seine Obligationenkäufe noch nicht zu

reduzieren, entspannte sich die amerikanischen Renditen.

Auch diese Zinsbewegung machten die Eidgenossen

nur abgedämpft mit.

Quelle: Datastream

Vergleichsweise hohe reale Renditen in der

Schweiz

Amerika hat nur begrenzten Einfluss auf die Schweiz

Die Ankündigung der amerikanischen Notenbank im Juni, die

Obligationenkäufe voraussichtlich noch im Laufe von 2013 zu

reduzieren und bis zur ersten Jahreshälfte 2014 ganz einzustellen,

liess auch in der Schweiz die Staatsanleihenrendite

ansteigen. Allerdings fiel der Zinsanstieg zwischen Anfang

Mai und dem Höchst Anfang September in der Schweiz mit

rund 0.7 Prozentpunkten geringer aus als in Deutschland (0.8

Prozentpunkte) und deutlich geringer als in den USA (1.3 Prozentpunkte).

Es ist logisch, dass diese abgedämpfte Bewegung

in beiden Richtungen gilt. Auch die Zinsentspannung,

nachdem bekannt wurde, dass die amerikanische Notenbank

nach ihrer Sitzung am 18. September ihre Obligationenkäufe

noch nicht reduziert, war in den USA mit 25 Basispunkten

deutlicher als in Deutschland (15 Basispunkte) und der

Schweiz (7 Basispunkte).

Zinsdifferenz durch Inflationsdifferenz gerechtfertigt

Nicht wenige Anleger haben die extrem tiefen Renditen in der

Schweiz beklagt. Allerdings waren die Obligationäre in der

Schweiz trotz dieses tiefen Zinsniveaus vergleichsweise gut

gestellt, denn auch die Inflation war in der Schweiz sehr tief.

In der Tat ist die Inflationsrate in der Schweiz seit Oktober

2011 negativ, die Schweiz befindet sich also in der Deflation.

Die um die Inflation korrigierten Renditen für 10-jährige

Staatsobligationen (die realen Renditen) waren in der Schweiz

seit 2010 immer positiv, während sie in den USA und Deutschland

2011 und 2012 über lange Zeit negativ waren. Investoren

von US-Staatsobligationen bekommen erst seit Januar

eine positive reale Rendite, Investoren deutschen Staatsobligationen

erst seit Mai. Erst mit dem markanten Zinsanstieg in

den USA zwischen Mai und September haben die realen Renditen

der USA jene der Schweiz überholt (siehe Grafik 2).

Quelle: Datastream

Gleichzeitig befinden sich die Staatsfinanzen der Schweiz verglichen

mit jenen anderer Industrieländer geradezu in paradiesischer

Verfassung. Das Budget wird 2013 einen (bescheidenen)

Überschuss und eine Staatsverschuldung von nur 45%

des Bruttoinlandsprodukts ausweisen. Damit sollte die

Schweiz weiterhin deutlich tiefere Zinsen als Deutschland

(Staatsverschuldung bei 80%) oder die USA (Staatsverschuldung

bei 109%).

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird zudem weiterhin

die Leitzinsen bei praktisch Null belassen, denn sie will sicher

gehen, dass sich die Inflation weiter von der Deflationsgrenze

distanzieren kann. In ihrer Inflationsprognose geht die SNB

sogar davon aus, dass die Inflation 2014 nur 0.3% und 2015

nur 0.7% beträgt. Da die SNB ausserdem weiterhin an der Euro-Untergrenze

von 1.20 Schweizer Franken festhält, wird sie

alles unterlassen, was eine Frankenstärke provozieren würde.

Damit besteht für die SNB noch lange kein Anlass, die Leitzinsen

zu erhöhen.

Während man mit Schweizer Staatsanleihen seit Jahresanfang

einen Verlust von 3.8% erlitten hat, konnten in Unternehmensanleihen

eine bescheidenen Gesamtertrag von 0.6%

einstreichen. Allerdings sind nun die Kreditaufschläge zwischen

Unternehmensanleihen und Staatsanleihen auf dem

tiefsten Stand seit 2008 gefallen. Somit sind Unternehmensanleihen

in Schweizer Franken nicht mehr attraktiv.

Anlagepolitik Oktober 2013 13


Aktien

Attraktiv dank

Unterstützung durch

Ben Bernanke

Rohstoffe

Goldschmuck:

Die Nachfrage

bleibt preissensitiv

Trotz sinkender Arbeitslosigkeit in den Vereinigten

Staaten behält die US-Notenbank Fed ihr Liquiditätsprogramm

vorderhand bei. Damit bekräftigt das Fed

seinen Willen, die wirtschaftliche Erholung in den USA

voranzutreiben. Dies dürfte vor allem die zyklischen

Aktien unterstützen.

Das Fed pumpt weiterhin Liquidität in die Wirtschaft und die

Finanzmärkte. Nicht zum ersten Mal seit der Krise 2008 werden

Investoren gewissermassen aufgefordert, Risiken einzugehen.

Wie die jüngste Entscheidung der US-Notenbank

zeigt, sind die Zentralbanken weiterhin bereit, der Wirtschaft

nach Kräften unter die Arme zu greifen. Dies ist der Hauptgrund

dafür, dass wir für Aktien eine leichte Über gewichtung

empfehlen. Die Bewertungen an den Aktienmärkten sind

zwar nicht mehr günstig, aber auch nicht hoch.

Innerhalb der Aktienmärkte sind gemäss unserer Analyse die

zyklischen Bereiche relativ günstig bewertet. Defensive Sektoren

Titel von Unternehmen, deren Geschäftslauf kaum vom

Konjunkturverlauf abhängt sind hingegen eher teuer bewertet.

Aus diesem Grund empfehlen wir eine deutliche

Übergewichtung der Aktien in der Eurozone, wo die zyklische

Komponente im Vergleich zu anderen Märkten grösser ist.

Europäische Bergbauaktien stufen wir im Zuge der anziehenden

globalen Wirtschaft und günstiger Bewertungen

(siehe Grafik) ebenfalls als attraktiv ein. In diesem Sektor empfehlen

wir eine taktische, das heisst eher kurzfristige Positionierung.

Nach der heftigen Korrektur im zweiten Quartal dieses

Jahres scheint sich der Goldpreis in einer Spanne

zwischen 1200 und 1400 US-Dollar einzupendeln. Wir

haben unsere taktische Empfehlung für Gold im September

wieder auf «untergewichten» angepasst,

nachdem sich der Goldpreis ans obere Ende dieser

Bandbreite näherte.

Die physische Nachfrage nach Gold scheint den Preis pro

Feinunze nach unten zu stützen. So hat die Nachfrage nach

physischem Gold (Goldschmuck, -münzen und -barren) in

China und Indien laut dem World Gold Council während der

vorher erwähnten Preiskorrektur deutlich zugelegt.

ETFs weiterhin auf hohem Niveau

Allerdings gibt es auch Faktoren, die in unseren Augen gegen

einen zu starken Anstieg sprechen. Investoren halten nach

wie vor beachtliche Goldbestände in Finanz instrumenten wie

ETFs. Das Volumen dieser Bestände ist gemäss Bloomberg

noch immer mehr als doppelt so hoch wie vor fünf Jahren.

Auch die steigenden Zinssätze bilden für den Goldpreis keine

Stütze, da sie die Opportunitätskosten für das Halten von

Goldanlagen verteuern. Für den Goldpreis optimal wäre ein

Umfeld mit negativen realen Zinsen. Zuletzt haben sich die

Realzinsen, basierend auf den zehnjährigen US-Staatsanleihen,

von 2 Prozent auf knapp +1 Prozent erhöht (siehe

Grafik).

Bergbauaktien in Europa: günstige Bewertung

Preis-Buchwert-Verhältnis

3.0

2.5

2.0

1.5

1.0

Realzinsen ziehen wieder an

Realzinsen in Prozent

6

5

4

3

2

1

0

1

0.5

88 90 92 94 96 98 00 02 04 06 08 10 12

Preis-Buchwert-Verhältnis von europäischen Rohstoffaktien

Langjähriger Durchschnitt

2

00 02 04 06 08 10 12

Reale Renditen von zehnjährigen US-Staatsanleihen

Quelle: Datastream, Vontobel Asset Management

Quelle: Datastream, Vontobel Asset Management

14 Anlagepolitik Oktober 2013


Prognosen

Konjunktur und Finanzmärkte

20112014

Die nachfolgende Liste zeigt hinsichtlich der Themen Bruttoinlandprodukt (BIP), Inflation/Inflationserwartung, Notenbankzinsen,

10-jährige Staatsanleihen, Wechselkurse und Rohstoffe die effektiven Werte, Wechselkurse und Preise für die Jahre

2011 und 2012 respektive die Prognosen für die Jahre 2013 und 2014.

2011 2012 Aktuell

Prognose

2013 Vormonat

Prognose

2014 Vormonat

BIP

Durchschnittliches jährliches Wachstum (in %)

Euroland 1.6 -0.6 -0.5 -0.3 -0.3 1.2 1.2

USA 1.9 2.8 1.6 1.7 1.6 2.6 2.6

Japan -0.6 2.0 1.3 1.9 1.6 1.9 1.7

Grossbritannien 1.1 0.2 1.5 1.2 1.0 2.0 1.6

Schweiz 1.8 1.1 2.1 1.9 1.6 2.1 1.8

Inflation

Jahresdurchschnitt (in %)

Euroland 2.7 2.5 1.3 1.5 1.6 1.6 1.7

USA 3.1 2.1 1.5 1.6 1.6 2.1 2.1

Japan -0.5 -0.5 0.6 0.3 0.3 1.9 1.7

Grossbritannien 4.5 2.8 2.7 2.5 2.5 2.1 2.0

Schweiz 0.2 -0.7 0.0 -0.1 0.0 0.9 0.9

2011 2012 Aktuell

Prognose

3 Monate Vormonat

Prognose

12 Monate Vormonat

Notenbankzinsen

Jahresende (in %)

EUR 1.00 0.75 0.50 0.50 0.50 0.50 0.50

USD 0.25 0.25 0.25 0.25 0.25 0.25 0.25

JPY 0.10 0.10 0.10 0.10 0.10 0.10 0.10

GBP 0.50 0.50 0.50 0.50 0.50 0.50 0.50

CHF 0.05 0.01 0.02 0.13 0.13 0.13 0.13

AUD 4.25 3.00 2.50 2.38 2.38 2.38 2.38

Kapitalmarktzinsen

Renditen 10-jährige Staatsanleihen (Jahresende) (Rendite in %)

EUR (Deutschland) 1.8 1.3 1.9 1.8 1.7 1.8 1.8

EUR (GIPSI) 8.8 5.3 4.8 4.6 4.6 4.3 4.3

USD 1.9 1.8 2.7 2.7 2.6 2.9 2.7

JPY 1.0 0.8 0.7 0.7 0.7 0.9 0.9

GBP 2.0 1.8 2.9 2.7 2.5 2.7 2.5

CHF 0.7 0.5 1.1 1.0 1.0 1.2 1.0

AUD 3.8 3.3 3.9 3.8 3.6 4.0 3.9

Wechselkurse Jahresende

CHF per EUR 1.21 1.21 1.23 1.28 1.28 1.28 1.28

CHF per USD 0.94 0.92 0.91 0.98 0.98 1.03 1.03

CHF per 100 JPY 1.22 1.06 0.92 0.98 0.98 0.98 0.98

CHF per GBP 1.45 1.49 1.46 1.45 1.45 1.51 1.51

CHF per AUD 0.96 0.95 0.86 0.88 0.88 0.90 0.90

USD per EUR 1.30 1.32 1.35 1.30 1.30 1.24 1.24

JPY per USD 76.94 86.47 98.70 100.00 100.00 105.00 105.00

USD per AUD 1.03 1.04 0.94 0.89 0.89 0.87 0.87

Rohstoffe Jahresende

Rohöl (WTI, USD/Barrel) 108 110 109 108 107 105 105

Gold (USD/Unze) 1575 1662 1328 1320 1370 1320 1400

Kupfer (USD/metrische Tonne) 7590 7907 7214 7300 7300 7400 7400

Anlagepolitik Oktober 2013 15


Spezialthema

US-Notenbank reduziert

Anleihenkäufe (noch) nicht

Die US-Währungshüter haben zur allgemeinen Überraschung

an ihrer Septembersitzung beschlossen, ihre

monatlichen Anleihenkäufe vorerst beizubehalten. Dies

hat an den Obligationen- und Aktienmärkten zu Kursgewinnen

geführt. Wie viele Marktteilnehmer hatten

auch wir erwartet, dass die US-Notenbank Fed den

Ausstieg aus der unkonventionellen Geldpolitik ankündigen

sprich: die Anleihenkäufe reduzieren würde.

Wir gehen nun davon aus, dass die Käufe spätestens

Anfang nächsten Jahres zurückgefahren werden. Da

die Konjunktur und damit das Gewinnwachstum an

Fahrt gewinnen sollten, haben unserer Meinung nach

Aktien trotz dieser drohenden geldpolitischen Straffung

mittelfristig Potenzial nach oben.

Gemäss der Lesart der meisten Beobachter hat die US-Notenbank

die Märkte seit Mai Schritt für Schritt darauf vorbereitet,

dass sie ihre Obligationenkäufe von derzeit 85 Milliarden

US-Dollar pro Monat reduzieren wird.

Das Fed wartet auf

weitere Anzeichen

dafür, dass die Erholung

nachhaltig ist.

Ursprünglich hiess es nach der Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses

(FOMC) im Mai, die Anleihenkäufe würden in Abhängigkeit

vom Ausblick für den Arbeitsmarkt und die Inflation

reduziert respektive ausgedehnt. An der Pressekonferenz nach

der FOMC-Sitzung von Juni wurde Fed-Präsident Ben Bernanke

klarer. Er sagte, dass gemäss den Prognosen des Fed bezüglich

Arbeitsmarkt und In flation eine Reduktion der monatlichen

Anleihenkäufe noch in diesem Jahr angebracht sei. Noch

präzisere Aussagen von Bernanke wurden in Zusammenhang

mit seinem halbjährlichen Bericht vor dem Kongress Mitte Juli

publik: Wenn die veröffentlichten Wirtschaftszahlen die Fed-

Prognosen bestätigen, würden die Käufe noch in diesem Jahr

reduziert, erklärte der Fed-Vorsitzende. Gegen Mitte 2014,

wenn die Arbeitslosenrate auf rund sieben Prozent gesunken

sei, würden die Käufe ganz eingestellt. Seit Juli ist die Arbeitslosenrate

trotz der Anhebung der Sozialversicherungssteuer

Foto: Corbis

US-Arbeitslosenrate dürfte 2014 zumindest ähnlich schnell zurückgehen wie 2013.

16 Anlagepolitik Oktober 2013


im Januar und der Budgetkürzungen «mit dem Rasenmäher»

(«Sequester») im März 2013 schneller zurückgegangen als

vom Fed und den meisten Prognostikern erwartet. Aus diesem

Grund, rechneten viele Marktbeobachter damit, dass das Fed

bereits an seiner Sitzung vom 18. September ankündigen

würde, künftig weniger Anleihen zu kaufen. Auf Basis des

rück läufigen Trends der Arbeitslosenrate seit 2010 liess sich

nämlich darauf schliessen, dass die Arbeitslosenrate die Sieben-Prozent-Marke

bereits im Februar 2014 erreichen könnte

und nicht erst Mitte 2014, wie das Fed prognostiziert (siehe

Seite 18, Grafik 1).

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Viele Beobachter dachten deshalb auch, dass das Fed im September

seine Arbeitslosenprognose im Vergleich zu jener von

Juni reduzieren würde. Allerdings blieben diese Schätzungen

praktisch unverändert. Die Zentralbank kündigte gleichzeitig

an, die Anleihenkäufe im bisherigen Tempo (40 Milliarden

US-Dollar für hypothekengesicherte Obligationen, 45 Milliarden

US-Dollar für Staatsanleihen) weiterzuführen.

US-Arbeitslosenrate:

schneller zurückgegangen

als vom Fed

und Gros der Marktbeobachter

erwartet.

Dieser für viele überraschende Entscheid des Fed löste an den

Anleihen- und Aktienmärkten eine kleine Hausse aus. Die

Rendite zehnjähriger Staatsanleihen ging am 18. September

2013 von 2.85 Prozent auf 2.70 Prozent zurück, der US-Aktienmarkt

legte um über ein Prozent zu. In seinem September-

Communiqué drückte der Offenmarktausschuss die Besorgnis

aus, dass die höheren Zinsen (insbesondere für Hypotheken)

die Erholung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt abbremsen

könnten. Die Zentralbanker anerkennen zwar, dass der zugrundeliegende

US-Konjunkturaufschwung breit abgestützt

ist. Allerdings wartet das Fed auf weitere Anzeichen dafür,

dass die Erholung nachhaltig ist, bevor es seine monatlichen

Käufe reduziert.

Anlagepolitik Oktober 2013 17


Spezialthema

Wirtschaftsaussichten für 2014 besser als für 2013

Wir sind davon überzeugt, dass die konjunkturelle Erholung in

den USA weitergeht und sich im nächsten Jahr sogar beschleunigt.

USA: alle über

Sechzehnjährigen

werden als arbeitsfähig

angesehen.

In diesem Jahr lasteten sowohl die Erhöhung der Sozialversicherungssteuer

im Januar als auch die Staatsausgabenkürzungen

(«Sequester») im März auf der Konjunktur. Beide Massnahmen

liessen das Budgetdefizit (gemessen in Prozent des

Bruttoinlandprodukts) von 6.1 Prozent im vierten Quartal 2012

auf 2.8 Prozent im dritten Quartal 2013 markant zurückgehen

(siehe Grafik 2). Diese markante Budgetkonsolidierung ging

natürlich nicht spurlos an der Konjunktur vorüber. Die beiden

Quartale um die Jahreswende 2012/2013 waren deshalb von

einem äussert schwachen Wirtschaftswachstum geprägt. Das

politische Geplänkel um den neuen Staatshaushalt das Fiskaljahr

beginnt eigentlich am 1. Oktober, aber das Budget ist

wegen des Tauziehens um die Anhebung der Schuldenobergrenze

von 16.7 Billionen US-Dollar noch nicht verabschiedet

ist zwar noch im Gang. Dennoch dürfte beim US-Haushalt

im nächsten Jahr nicht mehr die gleiche Rosskur anstehen wie

in diesem Jahr. Mit anderen Worten: Budgetkürzungen werden

im Jahr 2014 aller Voraussicht nach die Konjunktur viel

weniger bremsen als im laufenden Jahr. Wir rechnen deshalb

für 2014 mit einem kräftigeren realen Wirtschaftswachstum

von 2.6 Prozent im Vergleich zu 1.7 Prozent in diesem Jahr.

Damit dürfte auch die Arbeitslosenrate zumindest mit der

gleichen Geschwindigkeit wie 2013 zurückgehen.

Leitzinsen werden steigen aber wann?

Die zweite grosse Frage im Zusammenhang mit der US-Geldpolitik

neben dem Ende des Liquiditätsprogramms ist der

Zeitpunkt einer Erhöhung der Leitzinsen. Ursprünglich hatte

das Fed den Termin der voraussichtlich ersten Zinserhöhung

im Rahmen des Leitzinsausblicks sukzessive nach hinten verschoben,

zuletzt auf Mitte 2015.

Im Dezember 2012 machte die Notenbank jedoch die erste

Leitzinserhöhung von der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt

und an der Inflationsfront abhängig. Demnach sollten die

Arbeitslosenrate geht schneller zurück

Arbeitslosenrate in Prozent

10

Budgetsaldo verbessert sich 2013 deutlich

Budgetsaldo in Prozent des BIP

5

9

0

8

7

6

7 Prozent: Ende der Bondkäufe Mai 14

Feb. 14

6.5 Prozent: Zwischenhoch der Zinsen

Okt. 14

März 15

5

10

5

10 11 12 13 14 15

15

90 92 94 96 98 00 02 04 06 08 10 12

Offizielle Zahlen

Extrapoliert

Fed-Ausblick

US-Bundeshaushalt

US-Gesamthaushalt (Bund, Bundesstaaten, Gemeinden)

Quelle: Datastream, Federal Reserve, Vontobel Asset Management

Quelle: Datastream, Vontobel Asset Management

18 Anlagepolitik Oktober 2013


Leitzinsen erst dann erhöht werden, wenn entweder die

Arbeitslosigkeit unter 6.5 Prozent fällt, oder die Inflation bei

über 2.5 Prozent gesehen wird. Gemäss den Prognosen des

Fed erreicht die Arbeitslosenrate ungefähr im März 2015 diesen

Schwellenwert. Geht der Rückgang der Arbeitslosigkeit

jedoch im gegenwärtigen Tempo weiter, wird dieser Wert

bereits im Oktober 2014 erreicht (siehe Grafik 1).

Kehren Arbeitslose an den Arbeitsmarkt zurück?

Sind die US-Währungshüter nun zu pessimistisch? Ein Grund

dafür, dass das Fed davon ausgeht, dass die Arbeitslosigkeit in

Zukunft langsamer zurückgeht, liegt in der Partizipationsrate.

Sie ist definiert als das Verhältnis der Erwerbspersonen («labour

force» = Erwerbstätige plus Arbeitslose) zu der Bevölkerung im

arbeitsfähigen Alter. In den USA werden alle über Sechzehnjährigen

als arbeitsfähig angesehen, es gibt also bei dieser Definition

kein Pensionsalter. In der Tat ist die Partizipationsrate von

66 Prozent 2008 auf 63 Prozent im Jahr 2013 zurückgegangen.

Ist damit zu rechnen, dass die Partizipationsrate wieder ansteigt,

und somit der Rückgang der Arbeitslosenrate entsprechend

niedriger ausfällt? Die Rate hat sicherlich eine zyklische

Komponente: Viele Personen haben sich aufgrund der

zwischen zeitlich schlechten Arbeitsmarktlage vom Arbeitsmarkt

verabschiedet («discouraged workers»).

Wenn sich die Wirtschaftslage wieder ve rbessert, kommen

diese wieder auf den Arbeitsmarkt zurück. Allerdings ist mehr

als ein Prozentpunkt des Rückgangs der Partizipationsrate zwischen

2008 und 2013 auf die Alterung der Gesellschaft zurückzuführen,

denn die Partizipationsrate der über 65-Jährigen,

deren Anteil an der Gesamtbevölkerung steigt, ist mit

rund 40 Prozent deutlich niedriger als jener der anderen Altersklassen.

Dieser Effekt wird auch in Zukunft anhalten, denn

der Anteil der über 65-Jährigen wird von 33 Prozent in diesem

Jahr auf 35 Prozent im Jahr 2017 wachsen. Eine stark steigende

Partizipationsrate sehen wir daher nicht, der rück läufige

Trend bei der Arbeitslosenrate wird sich entsprechend fortsetzen.

Unklarheiten bei Fed-Prognosen für 2016

Die FOMC-Mitglieder haben neben ihrer Einschätzung zur

Wirtschaftsentwicklung auch ihre Prognosen bezüglich des

angemessenen Leitzins abgegeben. Von den 17 FOMC-Mitgliedern

rechnen zwölf Mitglieder mit einer ersten Leitzinserhöhung

im Jahr 2015. Nur drei rechnen schon im kommenden

Jahr mit einer Zinserhöhung. Erstaunlich ist jedoch, dass

die meisten Gremiumsmitglieder selbst für 2016 noch mit

einem Leitzins in der Gegend von zwei Prozent rechnen. In

einer Wirtschaft im Gleichgewicht hingegen halten die

FOMC-Mitglieder ein Niveau in der Gegend von vier Prozent

für angemessen. Daraus müsste man eigentlich schliessen,

dass die Währungshüter die US-Wirtschaft 2016 als noch

weit von ihrem Gleichgewicht entfernt betrachten.

Fed-Prognose für

2016: Entweder zu

optimistisch für

die US-Wirtschaft

oder der Leitzins ist zu

niedrig.

Vertieft man sich hingegen in die Wirtschaftsprognosen des

Fed, dann sehen die FOMC-Mitglieder das Wirtschaftswachstum

2016 sehr nahe am Potenzialwachstum, und auch die

Arbeitslosenrate ist nahe am langfristigen Gleichgewicht. Entweder

sind also die Wirtschaftsprognosen des Fed für 2016

zu optimistisch, oder der Leitzins ist zu niedrig veranschlagt

(siehe Tabelle). Wir rechnen deshalb damit, dass bei diesen

Prognosen in den nächsten Quartalen noch Anpassungs -

bedarf besteht.

Fed-Prognose für Arbeitslosenrate und

Leitzins 2016

2016

Quelle: Datastream, Federal Reserve, Vontobel Asset Management

Im langfristigen

Gleichgewicht

Arbeitslosenrate 5.4% 5.9% 5.2% 5.8%

Leitzins 1.75% 2.75% 3.75% 4.0%

Anlagepolitik Oktober 2013 19


Portfoliostrukturen CHF

Portfoliostrukturen CHF

Die nachfolgende Liste zeigt die taktische Allokation der Portfoliostruktur in CHF aufgeteilt nach Anlageziel.

Sicherheit

Schweiz Europa ex CH Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 5.5 1 (a) 5 - - - - 11.5 5 - 25

Obligationen 70.5 1 4.5 - 6.5 (b) 6 - 88.5 95 80 100

Aktien - - - - - - - - - - -

Alternative Anlagen - - - - - - - - - - 15

Währungsabsicherung 9.5 - -3.5 - - -6 - - - - -

Total 85.5 2 6 - 6.5 - - 100 100 - -

a) Liquidität in EUR 2%

b) davon EMBI 2% & Mexiko 1.5%

Ertrag

Schweiz Europa ex CH Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 7.4 - 7.1 - - - - 14.5 5 - 40

Obligationen 39.3 - 1.7 - 6.5 (a) 6 - 53.5 60 45 75

Aktien 8 4 (b) 3.5 (c) 2.5 3 1 (d) 22 20 5 35

Alternative Anlagen 10 (e) - - - - - - 10 15 - 30

Währungsabsicherung 10.2 - -1.7 -2.5 - -6 - - - - -

Total 74.9 4 10.6 - 9.5 - 1 100 100 - -

Benchmark: Alternative Anlagen:

Hedge Fund-of-Funds in CHF abgesichert 3%, Immobilien 4%, Gold in CHF abgesichert 4% & Rohstoffe in CHF abgesichert 4%

a) davon Mexiko 1.5% & 2% EMBI | b) davon 3% Euro Stoxx 50 | c) davon US-Banks 1% & US-Housing 1% | d) Future Resources 1%

e) Hedge Fund-of-Funds in CHF abgesichert 3%, Immobilien 4%, Gold in CHF abgesichert 1% & Rohstoffe in CHF abgesichert 2%

Ausgewogen

Schweiz Europa ex CH Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 7.5 - 7 - - - - 14.5 5 - 40

Obligationen 21.0 - - - 6.5 (a) 6 - 33.5 40 25 55

Aktien 18 5.8 (b) 8.9 (c) 3.3 4 - 2 (d) 42 40 25 55

Alternative Anlagen 10 (e) - - - - - - 10 15 - 30

Währungsabsicherung 9.3 - - -3.3 - -6 - - - - -

Total 65.8 5.8 15.9 - 10.5 - 2 100 100 - -

Benchmark: Alternative Anlagen:

Hedge Fund-of-Funds in CHF abgesichert 3%, Immobilien 4%, Gold in CHF abgesichert 3% & Rohstoffe in CHF abgesichert 5%

a) davon Mexiko 1.5% & 2% EMBI | b) davon 4% Euro Stoxx 50 | c) davon US-Banks 2% & US-Housing 2% | d) Future Resources 2%

e) Hedge Fund-of-Funds in CHF abgesichert 3%, Immobilien 4%, Gold in CHF abgesichert 0% & Rohstoffe in CHF abgesichert 3%

Wachstum

Schweiz Europa ex CH Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 7.1 - 7.4 - - - - 14.5 5 - 40

Obligationen 1.0 - - - 6.5 (a) 6 - 13.5 20 5 35

Aktien 28 8 (b) 13.9 (c) 4.1 5 - 3 (d) 62 60 45 75

Alternative Anlagen 10 (e) - - - - - - 10 15 - 30

Währungsabsicherung 10.1 - - -4.1 - -6 - - - - -

Total 56.2 8 21.3 - 11.5 - 3 100 100 - -

Benchmark: Alternative Anlagen:

Hedge Fund-of-Funds in CHF abgesichert 3%, Immobilien 3%, Gold in CHF abgesichert 3% & Rohstoffe in CHF abgesichert 6%

a) davon Mexiko 1.5% & 2% EMBI | b) davon 4% Euro Stoxx 50 | c) davon US-Banks 3% & US-Housing 3% | d) Future Resources 3%

e) Hedge Fund-of-Funds in CHF abgesichert 3%, Immobilien 3%, Gold in CHF abgesichert 0% & Rohstoffe in CHF abgesichert 4%

Aktien

Schweiz Europa ex CH Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 1.1 - 3.9 - - - - 5 5 - 35

Obligationen - - - - - - - - - - 15

Aktien 38 10.3 (a) 18.8 (b) 4.9 6 - 4 (c) 82 80 65 95

Alternative Anlagen 6 (d) - - - - - 7 (d) 13 15 - 30

Währungsabsicherung 2 - 2.9 -4.9 - - - - - - -

Total 47.1 10.3 25.6 - 6 - 11 100 100 - -

Benchmark: Alternative Anlagen: Immobilien global 7% & Rohstoffe in CHF abgesichert 8%

a) davon 4% Euro Stoxx 50 | b) davon US-Banks 4% & US-Housing 4% | c) Future Resources 4%

d) Immobilien global 7% & Rohstoffe in CHF abgesichert 6%

20 Anlagepolitik Oktober 2013


Portfoliostrukturen EUR

Portfoliostrukturen EUR

Die nachfolgende Liste zeigt die taktische Allokation der Portfoliostruktur in EUR aufgeteilt nach Anlageziel.

Sicherheit

Euroraum (EMU) Euroraum ex EMU Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 6.5 - 5 - - - - 11.5 5 - 25

Obligationen 70.5 - 5.5 - 6.5 (a) 6 - 88.5 95 80 100

Aktien - - - - - - - - - - -

Alternative Anlagen - - - - - - - - - - 15

Währungsabsicherung 11.4 - -5.4 - - -6 - - - - -

Total 88.4 - 5.1 - 6.5 - - 100 100 - -

a) davon EMBI 2% & Mexiko 1.5%

Ertrag

Euroraum (EMU) Euroraum ex EMU Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 8.5 - 6 - - - - 14.5 5 - 40

Obligationen 38 - 3 - 6.5 (a) 6 - 53.5 60 45 75

Aktien 11.5 - 3.9 (b) 2.6 3 - 1 (c) 22 20 5 35

Alternative Anlagen 6 (d) - - - - - 4 (e) 10 15 - 30

Währungsabsicherung 11.6 - -3 -2.6 - -6 - - - - -

Total 75.6 - 9.9 - 9.5 - 5 100 100 - -

Benchmark: Alternative Anlagen:

Hedge Fund-of-Funds in EUR abgesichert 3%, Immobilien global 4%, Gold in EUR abgesichert 4% & Rohstoffe in EUR abgesichert 4%

a) davon Mexiko 1.5% & 2% EMBI | b) davon US-Banks 1% & US-Housing 1% | c) Future Resources 1%

d) Hedge Fund-of-Funds in EUR abgesichert 3%, Gold in EUR abgesichert 1% & Rohstoffe in EUR abgesichert 2% | e) Immobilien global 4%

Ausgewogen

Euroraum (EMU) Euroraum ex EMU Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 8.5 - 6 - - - - 14.5 5 - 40

Obligationen 20.5 - 0.5 - 6.5 (a) 6 - 33.5 40 25 55

Aktien 21 1.7 9.8 (b) 3.5 4 - 2 (c) 42 40 25 55

Alternative Anlagen 6 (d) - - - - - 4 (e) 10 15 - 30

Währungsabsicherung 10 - -0.5 -3.5 - -6 - - - - -

Total 66 1.7 15.8 - 10.5 - 6 100 100 - -

Benchmark: Alternative Anlagen:

Hedge Fund-of-Funds in EUR abgesichert 3%, Immobilien global 4%, Gold in EUR abgesichert 3% & Rohstoffe in EUR abgesichert 5%

a) davon Mexiko 1.5% & 2% EMBI | b) davon US-Banks 2% & US-Housing 2% | c) Future Resources 2%

d) Hedge Fund-of-Funds in EUR abgesichert 3%, Gold in EUR abgesichert 0% & Rohstoffe in EUR abgesichert 3% | e) Immobilien global 4%

Wachstum

Euroraum (EMU) Euroraum ex EMU Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 8.5 - 6 - - - - 14.5 5 - 40

Obligationen 0.5 - 0.5 - 6.5 (a) 6 - 13.5 20 5 35

Aktien 31 3 15.7 (b) 4.3 5 - 3 (c) 62 60 45 75

Alternative Anlagen 7 (d) - - - - - 3 (e) 10 15 - 30

Währungsabsicherung 10.8 - -0.5 -4.3 - -6 - - - - -

Total 57.8 3 21.7 - 11.5 - 6 100 100 - -

Benchmark: Alternative Anlagen:

Hedge Fund-of-Funds in EUR abgesichert 3%, Immobilien global 3%, Gold in EUR abgesichert 3% & Rohstoffe in EUR abgesichert 6%

a) davon Mexiko 1.5% & 2% EMBI | b) davon US-Banks 3% & US-Housing 3% | c) Future Resources 3%

d) Hedge Fund-of-Funds in EUR abgesichert 3%, Gold in EUR abgesichert 0% & Rohstoffe in EUR abgesichert 4% | e) Immobilien global 3%

Aktien

Euroraum (EMU) Euroraum ex EMU Nordamerika Japan

Schwellenländer

High Yield Übrige Total BM Min. Max.

Geldmarkt 0.4 - 4.6 - - - - 5 5 - 35

Obligationen - - - - - - - - - - 15

Aktien 41 4.9 20.9 (a) 5.2 6 - 4 (b) 82 80 65 95

Alternative Anlagen 6 (c) - - - - - 7 (d) 13 15 - 30

Währungsabsicherung 5.2 - - -5.2 - - - - - - -

Total 52.6 4.9 25.5 - 6 - 11 100 100 - -

Benchmark: Alternative Anlagen:

Immobilien global 7% & Rohstoffe in EUR abgesichert 8%

a) davon US-Banks 4% & US-Housing 4% | b) Future Resources 4% | c) Rohstoffe in EUR abgesichert 6% | d) Immobilien global 7%

Anlagepolitik Oktober 2013 21


Marktdaten

Marktdaten

Die nachfolgenden Listen zeigen die Preis- und Kursentwicklung (sowohl in lokaler Währung als auch in Schweizer Franken)

einer Auswahl an Obligationenmärkten, Aktienindizes, gemischten Indizes, Zinssätzen und Wechselkursen für die Zeiträume der

vergangenen drei respektive zwölf Monate.

Obligationenmärkte (Total return)

Seit

31.08.13

lokal

Seit

31.08.13

Seit

31.12.12

lokal

Seit

31.12.12

CHF

CHF

JPM Global Bond Index (USD) 0.3% -1.2% -0.8% -4.4%

JPM EMU Agg. Bond Index (EUR) 0.4% 0.4% 0.7% 2.6%

JPM US Gov. Bond Index 0.3% -2.0% -2.9% -3.4%

JPM Japan Gov. Bond Index 0.4% -2.5% 1.8% -11.2%

JPM GBI-EM Global Diversified Index 2.6% 3.9% -0.3% -6.3%

Swiss Bond Index AAA-BBB 0.0% 0.0% -1.5% -1.5%

Swiss Bond Index Domestic AAA-BBB -0.1% -0.1% -2.7% -2.7%

Swiss Bond Index Foreign AAA-BBB 0.2% 0.2% 0.1% 0.1%

Aktienindizes MSCI (Total return)

Seit

31.08.13

lokal

Seit

31.08.13

Seit

31.12.12

lokal

Seit

31.12.12

CHF

CHF

MSCI World Index (USD) 4.8% 3.5% 20.6% 18.2%

MSCI USA Index 4.4% 2.0% 21.5% 20.9%

MSCI USA Value Index 3.6% 1.2% 21.8% 21.3%

MSCI USA Growth Index 5.2% 2.8% 21.1% 20.5%

MSCI Europe Index 4.6% 5.1% 16.4% 16.6%

MSCI Europe Value Index 5.2% 5.7% 16.1% 16.3%

MSCI Europe Growth Index 4.0% 4.5% 16.6% 16.8%

MSCI Europe Small Cap Index 4.5% 5.2% 25.1% 25.0%

MSCI Switzerland Index 4.1% 4.1% 21.4% 21.4%

MSCI Japan Index 10.0% 6.9% 43.4% 25.0%

MSCI Pacific Index (USD) 7.9% 6.6% 30.5% 17.4%

Gemischte Indizes (total return)

Seit

31.08.13

lokal

Seit

31.08.13

CHF

Seit

31.12.12

Seit

31.12.12

CHF

lokal

Pictet BVG 25 1.0% 1.0% 3.5% 3.5%

Pictet BVG 40 1.6% 1.6% 6.3% 6.3%

Pictet BVG 60 2.3% 2.3% 10.0% 10.0%

Zinssätze

31.12.12 23.09.13

Veränderung

(Prozentpunkte)

USD 3 month Libor 0.31 0.25 -0.06

USD 10 year 1.75 2.71 0.96

Euro 3 month Libor 0.13 0.16 0.03

Germany 10 year 1.30 1.94 0.64

CHF 3 month Libor 0.01 0.02 0.01

CHF 10 year 0.46 1.11 0.65

JPY 3 mouth Libor 0.18 0.15 -0.02

JPY 10 year 0.79 0.69 -0.09

Wechselkurse

31.12.12 23.09.13

Veränderung

(Prozent)

CHF per EUR 1.21 1.23 1.9%

CHF per USD 0.92 0.91 -0.5%

CHF per 100 JPY 1.06 0.92 -12.8%

USD per EUR 1.32 1.35 2.3%

JPY per USD 86.47 98.70 14.1%

Andere Aktienindizes (Total return)

Seit

31.08.13

lokal

Seit

31.08.13

CHF

Seit

31.12.12

Seit

31.12.12

CHF

lokal

S&P100 (large caps) 4.2% 1.8% 19.5% 18.9%

S&P400 (mid caps) 4.9% 2.5% 22.8% 22.2%

S&P500 4.3% 2.0% 21.2% 20.6%

S&P600 (small caps) 5.7% 3.3% 28.2% 27.6%

Dow Jones Industrial 4.1% 1.7% 19.8% 19.2%

Nasdaq (Price Index) 4.9% 2.5% 24.7% 24.1%

Dow Jones Stoxx 5.2% 5.2% 14.6% 16.7%

Dow Jones Euro Stoxx 50 6.9% 6.8% 13.1% 15.2%

Dax 30 1) 6.6% 6.6% 13.4% 15.5%

FTSE-100 2.3% 3.7% 14.5% 12.5%

CAC 40 6.1% 6.1% 17.9% 20.1%

MIB 30 7.4% 7.4% 10.1% 12.1%

IBEX 35 9.9% 9.9% 11.5% 13.6%

ATX 2.5% 2.5% 4.0% 5.9%

Nikkei 225 (Price Index) 10.1% 7.0% 41.8% 23.7%

SMI (Price Index) 4.0% 4.0% 18.1% 18.1%

SPI 1) 3.9% 3.9% 21.5% 21.5%

SLI 1) 4.6% 4.6% 22.1% 22.1%

SMIC 1) 4.0% 4.0% 18.1% 18.1%

VSCI 2) 2.8% 2.8% 19.6% 19.6%

1)

Dividend adjusted, reinvested

2)

Vontobel Swiss Small Cap Index

22 Anlagepolitik Oktober 2013


Die vorliegende Broschüre dient lediglich zu Informationszwecken und ist weder eine Offerte oder Einladung zur Offertstellung noch eine Empfehlung zum Erwerb

oder Verkauf von Finanzprodukten und entbindet den Empfänger nicht von seiner eigenen Beurteilung. Die Broschüre stellt kein Kotierungsinserat und keinen

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Käufe und Verkäufe sind nur auf der Grundlage der aktuellen Verkaufsprospekte resp. Reglemente und eines allfälligen Jahresberichtes (bzw. Halbjahresberichtes, falls

dieser aktueller ist) zu tätigen. Ferner sollte einen Kauf nur tätigen, wer sich über die Risiken des jeweiligen Produktes zweifelsfrei im Klaren ist und wirtschaftlich in der

Lage ist, die damit gegebenenfalls eintretenden Verluste zu tragen. Aufschluss über die Risiken von Finanzprodukten gibt in standardisierter Form die Broschüre

«Besondere Risiken im Effektenhandel». Sämtliche der erwähnten Unterlagen können kostenlos bei Raiffeisen Schweiz, Raiffeisenplatz, 9001 St. Gallen, bezogen

werden. Die Kurse der in dieser Broschüre beschriebenen Produkte können sowohl steigen als auch fallen. Eine in der Vergangenheit erzielte positive Performance bei

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