Konzeption 2013-14 - Marktgemeinde Rankweil

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Konzeption 2013-14 - Marktgemeinde Rankweil

Marktgemeinde Rankweil

Konzeption

des

Bewegungskindergarten Brederis

BEWEGUNGSKINDERGARTEN


Bewegungskindergarten Brederis

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort .............................................................................. 3

1.1 Bürgermeister ............................................................... 3

1.2 Eltern ........................................................................... 4

1.3 Team ............................................................................ 6

2 Allgemeine Infos ................................................................ 8

2.1 Anschrift des Kindergartens ............................................ 8

2.2 Öffnungszeiten .............................................................. 8

3 Leitbild ............................................................................... 9

4 Unser Bild vom Kind......................................................... 10

4.1 Kinderrechte ............................................................... 10

5 Das Berufsbild des/der Kindergartenpädagogen/in ........ 12

6 Teamarbeit....................................................................... 14

6.1 Allgemeines ................................................................ 14

6.2 Unser Team ................................................................ 16

6.3 Miriam Buhri (Leitung) ................................................. 17

6.4 Melanie Schwarz .......................................................... 18

6.5 Sabine Burtscher ......................................................... 19

6.6 Fabienne Lunardi ......................................................... 20

6.7 Raquel Del Rosario ...................................................... 21

7 Situationsanalyse ............................................................ 22

7.1 Gruppe I ..................................................................... 22

7.2 Gruppe II .................................................................... 23

7.3 Gruppe III .................................................................. 23

7.4 Allgemein .................................................................... 23

8 Bildungs- und Erziehungsplan ......................................... 26

8.1 Bildung und Erziehung im Kindergarten ......................... 26

8.2 Die Bedeutung des Spiels ............................................. 30

I


Bewegungskindergarten Brederis

9 Besondere Schwerpunkte ................................................ 33

9.1 Jahresthema, Ziele und Schwerpunkte ........................... 33

9.2 Jahresplanung ............................................................. 35

9.3 Feste im Jahreskreis .................................................... 36

9.4 Projekte ...................................................................... 41

9.5 Bewegungskindergarten ............................................... 45

9.6 Integration .................................................................. 48

9.7 Sprachförderung ............................................................ 4

9.8 Schulvorbereitung .......................................................... 5

10 Elternarbeit ........................................................................ 8

11 Zusammenarbeit mit Institutionen .................................. 10

12 Öffentlichkeitsarbeit ........................................................ 13

13 Schlussworte ................................................................... 14

14 Danksagung ..................................................................... 15

15 Literaturverzeichnis ......................................................... 16

16 Anlagen ............................................................................ 17

II


Bewegungskindergarten Brederis

1 Vorwort

1.1 Bürgermeister

„Jedes Kind braucht Zeit, um auf seine eigene Art die Welt zu

entdecken, in der es lebt.“

Der Besuch eines Kindergartens bedeutet im Leben eines Kindes einen

großen Schritt. Neben dem Zuhause, ist der Kindergarten ein Platz, an dem

sich Kinder über viele Stunden aufhalten und viel Zeit verbringen. Daher ist

der Kindergarten ein Ort, an dem die Kinder prägende Erfahrungen machen.

In unserer Gemeinde tragen wir seit vielen Jahren dazu bei, unseren Kindern

die bestmöglichsten Startbedingungen zu bieten. Dazu trägt vor allem unser

Team von bestens ausgebildeten und motivierten Kindergartenpädagoginnen

bei. Mit der vorliegenden Konzeption dokumentieren sie

die pädagogische und soziale Arbeit an unseren Kindern im Kindergarten

Brederis. Es gibt den hohen Stand des modernen pädagogischen Wissens

über die Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern wieder.

Das Wichtigste aber bleibt immer der hohe persönliche Einsatz und die Liebe

für das Kind. Im Namen der Marktgemeinde Rankweil bedanke ich mich recht

herzlich beim Team des Kindergarten Brederis für den mustergültigen Einsatz

für unsere Kinder.

Ing. Martin Summer

Bürgermeister

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Bewegungskindergarten Brederis

1.2 Eltern

Vorwort von Ottmar Bauer :

Möglicherweise

Möglicherweise geht es allen Eltern gleich, dass es Situationen mit ihren

Kindern gibt, die sie zutiefst berühren. In meinem Fall gab immer wieder der

Kindergarten Anlass dafür, denn unser Kind ist anders. Das würden viele

Eltern von ihren Kindern auch behaupten, aber unser Sohn ist wirklich anders.

Er hat eine Behinderung und ist Träger einer Trisomie 21. Besser bekannt als

das Down Syndrom. Dies heißt, dass er in seinen körperlichen und geistigen

Möglichkeiten eingeschränkt ist.

Umso größer ist die Freude, miterleben zu dürfen, dass er trotz seiner

Behinderung seinen Platz im Kindergarten gefunden hat und er sich wohl

fühlen kann und von allen akzeptiert wird.

Behinderung kann man aus verschiedenen Standpunkten betrachten, jedoch

hat es immer mit Barrieren zu tun.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass im Kindergarten versucht wird,

Barrieren abzubauen, welche behindern könnten.

Es gelingt.

Unser Sohn bekommt die Möglichkeit am natürlichen gesellschaftlichen

Geschehen teilzuhaben. Er erlebt sich als normales Mitglied unserer

Gesellschaft und ist in das „gemeinsame Ganze“ eingebunden.

In vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen unseres Lebens sind

Menschen mit Behinderung mit der Tatsache konfrontiert, dass sie

ausgeschlossen werden und sind. Aus diesem Grund ist der Kindergarten so

ein besonders wertvoller Ort und es berührt mich wiederum, wenn ich mit

Erleichterung feststellen kann, dass sich unser Sohn gegenüber den

Meinungen, dass es sich bei ihm um „unwertes Leben“ handelt, in Sicherheit

befindet und 100% geschützt ist. An diesem Ort ist er gleichgestellt und er

wird sogar als Bereicherung wahrgenommen.

Unser Kindergarten ist für viele Bereiche in unserer Gesellschaft Vorbild und

es stellt jedes Kind, ob mit oder ohne Behinderung in den Mittelpunkt.

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Bewegungskindergarten Brederis

Unsere engagierten Kindergartenpädagoginnen können und leisten sehr viel.

Sie besitzen die Fähigkeiten und die Kraft, zu verbinden. Dies ist möglich,

obwohl oder gerade weil Kinder mit Behinderung dabei sind.

Für mich persönlich stellt diese menschliche Haltung der Kindergärten ein

Gegenpol zu der alltäglichen Wirklichkeit dar. Es erinnert an die Sehnsucht,

dass diese scheinbar verloren geglaubten Werte doch noch existieren und

lebendig sind.

Ich bin sehr dankbar dafür.

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Bewegungskindergarten Brederis

1.3 Team

Liebe Eltern, liebe Kinder, liebe Leser unserer Konzeption!

Haben Sie sich schon einmal überlegt wie Sie „Kindergarten“ definieren?

Ist der Kindergarten nur ein Ort für Geborgenheit, Vertrauen, Liebe,

Betreuung und Spiel? Oder denken sie, wenn sie das Wort

„Kindergarten“ hören, auch an Förderung, Angebot, Herausforderung und

Aktivität?

Hinter der täglichen Arbeit im Kindergarten steckt jede Menge Vorbereitung

und Überlegung.

Jeder Kindergarten ist neben der eigentlichen Betreuung auch eine

Bildungsstätte mit vielerlei Projekten, Ideen und Schwerpunkten.

Wir laden hiermit alle Leser herzlich ein, einmal hinter die Materie zu blicken

und den Kindergarten einmal von einer anderen Perspektive zu erleben.

Diese Konzeption soll dazu dienen das Grundgerüst sowie die jährlichen und

aktuellen Schwerpunkte und Planungen unseres Kindergartens kennen zu

lernen. Wir freuen uns durch diese Konzeption unserem Kindergarten mehr

Profil, Professionalität, Struktur und Öffnung nach Außen bieten zu können.

Ein Kindergarten steht im ständigen Wandel der Zeit. Für uns als

Kindergartenpädagoginnen stellt das eine große Herausforderung da. Wir

verstehen unsere Aufgabe zu einem Teil darin, aus dem IST Stand unserer

Gesellschaft und den vielen Veränderungen die die Zeit mit sich bringt - und

das leider nicht immer zum Wohle des Kindes – ein SOLL Stand herzustellen

und so den negativen Auswirkungen stand zu halten. So steht für uns zum

Beispiel die BEWEGUNG ganz im Vordergrund! Immer mehr Kinder leiden

unter Übergewicht, ungesunder Ernährung, zu viel Fernsehkonsum und viel

zu wenig Bewegung! Aus diesem Grund sind wir ein Bewegungskindergarten

geworden!

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Bewegungskindergarten Brederis

Ein weiterer Schwerpunkt ist bei uns die INTEGRATION! Menschlichkeit,

Respekt, Hilfsbereitschaft und Geduld sind wesentliche Charakterzüge, die

für ein gutes Miteinander von Nutzen sind. In unserer Integrationsgruppe

wird das tagtäglich verstärkt gelebt!

Neben allen Schwerpunkten und Planungen, die übrigens alle ausführlicher in

dieser Konzeption beschrieben sind, steht jedoch eines ganz alleine im

Vordergrund: DAS KIND SELBST, das Kind IN SEINEM SEIN. Kinder sind

unsere Zukunft, sie sind unsere Hoffnung, sie sind unser größtes Gut! Für sie

lohnt es sich zu leben und ihnen Zeit zu schenken!

Wir wünschen Ihnen, liebe Leser ebenfalls eine gute Zeit und viel Spass beim

Eintauchen in die Welt eurer Kinder und unserer Welt als

Bildungseinrichtung!

Mit dieser Konzeption sind wir in einen Entwicklungsprozess eingetreten, der

nie beendet sein kann. Immer wieder werden uns neue Ideen, Visionen,

Anforderungen und Menschen begegnen, die uns dazu anregen werden,

diese Konzeption ständig zu erweitern.

Alles Liebe wünscht der Bewegungskindergarten Brederis unter der Leitung

von Miriam Buhri.

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Bewegungskindergarten Brederis

2 Allgemeine Infos

2.1 Anschrift des Kindergartens

Träger

Marktgemeinde Rankweil 05522 / 405-0

Bgm. Ing. Martin Summer

www.rankweil.at

Leitung

Miriam Buhri 05522 / 71544

Hauptgebäude

Kindergarten Brederis 05522 / 71544

Madlenerweg 36

kgbrederis@rw.snv.at

6830 Rankweil-Brederis www.rankweil.at

Nebengebäude (Volksschule)

Kindergarten Brederis 05522 / 73754-5

Kirchstraße 14

kgbrederis2@rw.snv.at

6830 Rankweil-Brederis www.rankweil.at

Wir bitten euch wenn möglich, Telefonanrufe während der Freispielzeit zu

tätigen, d.h. 7.00 bis ca. 9.30 Uhr und 11.30 bis 12.30 Uhr.

2.2 Öffnungszeiten

Vormittag (von Montag bis Freitag) 07.00 – 12.30 Uhr

Nachmittag (Dienstag und Donnerstag) 13.30 – 16.00 Uhr

Das pünktliche Bringen und Abholen gibt eurem Kind Sicherheit und

Vertrauen. Die Haustüre des Kindergartens ist während den Kernzeiten

(9.00 – 11.30 Uhr) geschlossen. Euer Kind sollte am Vormittag bis spätestens

9.00 Uhr und am Nachmittag bis spätestens 14.00 Uhr im Kindergarten

eintreffen.

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Bewegungskindergarten Brederis

3 Leitbild

„Nimm ein Kind an die Hand und lass dich führen, betrachte die Steine, die

es aufhebt und lausche und hör aufmerksam zu, was es dir erzählt und es

wird dich in eine Welt entführen, die du schon längst vergessen hast.“

Kinder sollten mehr spielen,

als viele Kinder es heutzutage tun.

Denn wenn man genügend spielt,

solange man klein ist –

dann trägt man Schätze mit sich herum,

aus denen man später

sein ganzes Leben lang schöpfen kann.

Dann weiß man, was es heißt,

in sich eine warme, geheime Welt zu haben,

die einem Kraft gibt,

wenn das Leben schwer wird.

Was auch geschieht,

was man auch erlebt,

man hat diese Welt in seinem Inneren,

an die man sich halten kann.

Astrid Lindgren

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Bewegungskindergarten Brederis

4 Unser Bild vom Kind

Kinder sind für uns das kostbarste und wertvollste Gut der Menschheit, die

Zukunft unserer Gesellschaft. Jedes Kind ist ein Geschenk, ein Wunder, das

wir schätzen und auf das wir aufpassen müssen. Kinder sind auf dem Weg in

ein Leben, von dem sie sich mit Recht vieles erwarten. Ein jedes Kind ist in

seinem Tempo und auf seine Art auf der Reise, das Leben zu erforschen und

sich alles anzueignen, um ein glückliches und erfüllendes Leben in einer

gesunden Umwelt führen zu können. Kinder brauchen in ihren so prägenden

Kindheitsjahren Erwachsene, die sie als eigenständige Persönlichkeiten ernst

nehmen und respektieren, die die Stärken und Schwächen kennen und die

die indi-viduellen Bedürfnisse erkennen und danach handeln. Kinder müssen

mit viel Geborgen-heit, Liebe, Vertrauen und Einfühlungsvermögen von

ihrem jeweiligen Entwicklungsstand aus begleitet, gefördert und unterstützt

werden. Bei uns stehen die Kinder im Mittelpunkt. Wir geben ihnen Raum

und Zeit, um ihrem inneren Lernantrieb nachzugehen und so Fähigkeiten und

Fertigkeiten zu entwickeln.

Kinder werden viel zu häufig als kleine Erwachsene betrachtet und ihren

Rechten wird viel zu oft zu wenig Beachtung geschenkt, sodass sie in ihrer

Entwicklung gehemmt werden und sich nicht entfalten können. Gerade

deshalb sind für uns folgende Kinderrechte von großer Bedeutung.

4.1 Kinderrechte

Jedes Kind hat das Recht, …

seine Grundbedürfnisse gestillt zu bekommen (Nahrung, Schlaf,

Körperkontakt, Liebe, Zeit, Zuwendung, Spiel- und Bewegungsdrang)

ein Urvertrauen entwickeln zu können

auf Beachtung, Wertschätzung, Akzeptanz, Bestätigung, Lob und

Anerkennung

dass seine Eigenheiten, Fähigkeiten, Gefühle, Gedanken und

Empfindungen ernst genommen, geachtet und respektiert werden

eine eigene Meinung zu haben

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Bewegungskindergarten Brederis









auf Gleichberechtigung. Kein Kind darf aufgrund seines Geschlechts,

seines Aussehens, seiner Hautfarbe, seiner Herkunft, seiner Sprache,

seiner Religion oder seiner Meinung benachteiligt werden.

sich gut entwickeln zu können und auf einen angemessenen

Lebensstandard (medizinische Versorgung, ein Zuhause)

in einem geschützten Rahmen aufwachsen zu können (Gewaltfreiheit,

Fernhalten von nicht „Kindgerechtem“)

mit Mutter und Vater zusammen zu sein, unabhängig davon ob die

Eltern zusammen wohnen oder nicht

auf Mitsprache (nicht immer über den Köpfen der Kinder handeln,

sondern die Kinder bei Möglichkeiten mitbestimmen lassen und sie

einbeziehen)

eine Beziehung zur Natur und zu den Tieren herstellen zu können

sich wichtige Werte verinnerlichen zu können (Bsp.: Ehrlichkeit,

Wahrheit, Ruhe, Frieden)

auf vorschulische Vorbereitung und individuelle Förderung

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Bewegungskindergarten Brederis

5 Das Berufsbild des/der Kindergartenpädagogen/in

Werdegang zur Kindergartenpädagogin:

4 Jahre Volksschule

4 Jahre Hauptschule bzw. Gymnasium

5 Jahre BAKIP (Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik mit Matura)

Die Pflichten und Rechte einer Kindergartenpädagogin

Kindergartenpädagoginnen unterliegen dem Kindergartengesetz, welches im

Internet unter folgendem Link abrufbar ist:

www.vorarlberg.at

unter: Bildung und Schule -> Kindergärten -> Kindergartengesetz

Unsere Arbeitszeiten

Unsere Arbeitszeiten betragen wöchentlich 40 Stunden, von denen 32

Stunden der pädagogischen Arbeit mit den Kindern dienen. Die restlichen

Stunden sind für die Vor- und Nachbereitung vorgesehen.

Kindergartenpädagogen/innen, die nach dem Gemeindeangestelltengesetz

2005 angestellt sind, haben 25 Tage im Jahr Urlaub, alle zusätzlichen freien

Tage sind unbezahlt. Alle Kindergartenpädagogen/innen in Rankweil arbeiten

im Sommer eine Woche in der Ferienbetreuung.

Um für den Kindergartenbeginn gerüstet zu sein, beginnen wir eine Woche

vor dem offiziellen Kindergartenstart mit unseren Vorbereitungen.

Unsere Vorbereitungszeit

Pro Woche sind acht Vorbereitungsstunden geplant. Neben der Teamarbeit

steht auch die tägliche Planung im Vordergrund. Unsere Arbeit umfasst

sowohl eine Jahres- als auch eine Langzeit- und Wochenplanung. In dieser

schriftlichen Vorbereitung wird die gesamte Kindergartenarbeit dokumentiert.

Ebenso werden Förderkonzepte ausgearbeitet, Kinderbeobachtungen

geschrieben, sowie Elterngespräche und Elternbriefe vorbereitet. Auch das

Planen von Festen, Ausflügen und Elternabenden ist Teil unserer Arbeit.

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Bewegungskindergarten Brederis

Zudem werden Bildungsangebote für die Kinder ausgearbeitet. Die

Individualität und die Einzigartigkeit aller Kinder sind dabei jederzeit zu

berücksichtigen.

Bildungs- und Erziehungsziele werden dokumentiert und alle Aktivitäten

schriftlich reflektiert, um eine pädagogische Qualität zu sichern und zu

garantieren.

Fortbildung

Gerade im pädagogischen Bereich ist eine ständige Fortbildung sehr wichtig.

Vier Tage Fortbildung im Jahr sind verpflichtend. Unser Ziel ist es, den

Kindern eine zeitgemäße und fassettenreiche Bildung und Erziehung

zukommen zu lassen, daher sind wir auch sehr bemüht, uns stetig

weiterzubilden.

Die Bedeutung der Kindergartenarbeit in der Gesellschaft

Zu Beginn der Kindergartengeschichte waren alle Kindergärten reine

Betreuungs-einrichtungen, die darauf abzielten, Kinder der arbeitenden

Bevölkerung „aufzu-bewahren“, ohne einen bildenden und erzieherischen

Aspekt. Im Laufe der Zeit wandelte sich die Bedeutung der

„Kinderaufbewahrungsstätten“ in „Bildungs- und Erziehungsstätten“, in

denen gezielt Schulvorbereitung angeboten wurde. Neueste

wissenschaftliche Erkenntnisse sprechen immer wieder davon, wie wichtig

und wertvoll die Bildung im Vorschulbereich ist.

Der Wandel der Gesellschaft und der Familienstruktur fordert die Pädagogen

heraus. So versuchen die Kindergärten von heute nicht nur eine Bildungsund

Erziehungseinrichtung, sondern auch eine familienergänzende

Einrichtung zu sein. Kindergartenpäda-gogen/innen betreuen, erziehen und

bilden das wertvollste Gut unserer Gesellschaft – unsere Kinder!

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Bewegungskindergarten Brederis

6 Teamarbeit

6.1 Allgemeines

„Jedes Team braucht seine Einzelgänger – doch nur als Team sind wir

erfolgreich!”

Ein Team ist…

eine aktive Gruppe von Menschen, die sich auf ein gemeinsames Ziel

hin verpflichtet haben und zur Erreichung dieses Zieles geplant

zusammenarbeiten.

Teamarbeit ist…

mehr als Gruppenarbeit und Koordination

emotionale Verbundenheit und Solidarität mit einem gewissen Hang zur

Gemeinschaft, zu einem „Wir-Gefühl“, zu einer Identifikation mit dem

gesamten Team und dem gemeinsamen Ziel.

Ein Team soll…

Konflikte erkennen, behandeln und diskutieren!

trotz einer gewissen Grundharmonie Platz für Gespräche, Konflikte

und konstruktive Kritik schaffen

Keineswegs konfliktlos miteinander umgehen, denn wo Menschen so

eng miteinander arbeiten, entstehen Meinungsverschiedenheiten, die

angesprochen gehören, ohne dabei das gemeinsame Ziel aus den

Augen zu verlieren.

Verschiedene Charaktere und diverse Temperamente, aber auch

verschiedene Qualifikationen und Rollen gehören in gleichwertiger

Anerkennung zum Team und sollten darin integriert und optimal

ausgeschöpft werden.

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Bewegungskindergarten Brederis

Keineswegs sind alle Teammitglieder gleich, erst wenn es ausreichend

Unterschiede gibt und wenn die Einzelnen in ihren Stärken und Schwächen

ernst genommen werden, kann man von einem guten Team sprechen! Doch

ohne Teamgeist geht es nicht. Es braucht eine gewisse Überzeugung –

gemeinsam geht es besser als alleine. Es bedarf einer Bereitschaft zur

Zusammenarbeit und einer Bereitschaft zum gemeinsamen Tun.

Wieso Teamarbeit?

durch eine gute Teamarbeit kommen Stärken und Schwächen besser

zum Tragen

sie fördert Kreativität und Innovation

sie ermöglicht eine objektivere Sichtweise

sie dient einer besseren Abstimmung und Koordination

sie fördert die Solidarität und das Verständnis füreinander

sie verbessert die Atmosphäre

sie bietet optimale Lernmöglichkeiten (Austausch von Wissen)

sie beflügelt die Motivation

sie ist Stütze und Halt

Inhalte unserer Teamarbeit:

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Bewegungskindergarten Brederis

6.2 Unser Team

Wir sind ein Team von fünf ausgebildeten Kindergartenpädagoginnen und

zwei gruppenunterstützende Kräfte, die vermehrt die Sprachförderung im

Kindergarten im Freispiel durchführen. Fast täglich findet ein gemeinsamer

Austausch unter uns statt. Jede Woche stehen uns

Kindergartenpdaägoginnen, jeweils montags im Rahmen unserer

allwöchentlichen Teamsitzung, drei Stunden zur gemeinsamen Teamarbeit

zur Verfügung. Darin werden viele organisatorische Dinge durch die Leitung

an die anderen weitergegeben, aber auch vieles diskutiert und allfällige

Sachen der jeweiligen Kindergartenpädagogin eingebracht. Die Teamsitzung

dient uns zur gemeinsamen Planung von Projekten, aber auch zur Reflexion

des Gruppengeschehens. Ein Protokoll hält fest, was besprochen wurde,

sodass etwaige Dinge nachgelesen werden können. Durch diese enge

Zusammenarbeit ist es uns möglich, die Fähigkeiten aller Mitarbeiterinnen

optimal auszuschöpfen und neue Ideen in der alltäglichen Arbeit umzusetzen.

Unser Anliegen ist es, einen partnerschaftlichen Umgang miteinander zu

haben, der von Unterstützung, aber auch von Konfliktbereitschaft geprägt

sein soll.

Wir Pädagoginnen haben einen Bildungsauftrag, dem wir durch unsere

gemeinsamen Ziele, durch gemeinsames Vorgehen und die Übernahme

gemeinsamer Verantwortung gerecht werden wollen.

Unser Ziel ist es, den Kindern eine schöne und abwechslungsreiche Zeit im

Kindergarten zu gestalten, sie in ihrer Entwicklung zu begleiten und ihre

Interessen und Bedürfnisse zu vertreten!

Die Zusammenarbeit im Team wird ergänzt durch die ständigen

Fortbildungen, die wir über das Jahr hinweg besuchen, um neue Ideen und

Impulse für das Arbeiten miteinander, aber auch mit den Kinder und den

Eltern zu erlangen! Fixer Bestandteil dabei ist der alljährliche Fortbildungstag,

mit allen Rankweiler Kindergartenpädagoginnen, zu Beginn des Jahres!

Dieser Tag wird von der Sprecherin aller Kindergartenpädagoginnen

organisiert und dient als gemeinsamer Start in das neue Kindergartenjahr!

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Bewegungskindergarten Brederis

6.3 Miriam Buhri (Leitung)

An diesem Tag erblickte ich das Licht der Welt:

05.09.1986

So bin ich:

lebensfroh, unternehmungslustig, zielstrebig, optimistisch

Kindergartenpädagogin in Brederis bin ich seit:

2006

Darum bin ich Kindergartenpädagogin geworden:

Zeit, die ich mit Kindern verbringen darf, ist eine unheimlich wertvolle und

kostbare Zeit. Es ist für mich ein Geschenk, Kinder auf ihrem Lebensweg ein

Stück weit begleiten zu dürfen. Durch die Arbeit mit Kindern werde ich immer

wieder aufs Neue motiviert, mich an kleinen Dingen zu erfreuen, das Leben

zu spüren und mich selber immer weiter zu entwickeln.

Das ist mir das Wichtigste in meiner Arbeit:

Ich möchte jedes Kind als eigene Persönlichkeit sehen und individuell auf

dessen Bedürfnisse eingehen. Ich möchte für die Kinder eine

Vertrauensperson sein, bei der sie sich verstanden und geborgen fühlen.

Kinder sind für mich:

ehrliche, verletzliche, aufmerksame, sensible und neugierige junge Menschen,

die sich nach Liebe und Geborgenheit sehnen. Kinder sind für mich eine

große Bereicherung in meinem Leben! Alles, was man ihnen gibt bekommt

man 1000 - fach zurück!

So definiere ich Kindergarten:

Der Kindergarten ist ein Ort, an dem Kinder willkommen sind, wo ein Kind

noch Kind sein darf und wo andere Werte zählen als in der oft

oberflächlichen und kalten Welt.

Mein Lebensmotto/meine Lebensphilosophie:

Ein Mensch ohne Träume, ist wie ein Boot ohne Segel.

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Bewegungskindergarten Brederis

6.4 Melanie Schwarz

An diesem Tag erblickte ich das Licht der Welt:

25.05.1986

So bin ich:

ehrlich, abenteuerlustig, verständnisvoll,

unterhaltsam

Kindergartenpädagogin bin ich seit:

5 Jahre im Kindergarten Brederis

zuvor: 2 Jahre Praktikantin bzw. Aushilfslehrerin im HPZ in Schaan

Darum bin ich Kindergartenpädagogin geworden:

In meiner Arbeit faszinieren mich die leuchtenden Kinderaugen, die die Welt

von einer anderen Perspektive sehen. Mir macht es Spaß, gemeinsam mit

den Kindern in diese Welt einzutauchen.

Das ist mir das Wichtigste in meiner Arbeit:

Ich möchte einen Raum bieten, um den momentanen Bedürfnissen der

Kinder gerecht zu werden. Sie sollen sich ohne Leistungsdruck entfalten, und

so all ihre Fähigkeiten weiterentwickeln. Ich als Pädagogin möchte den

Kindern stets zur Seite stehen und sie unterstützen wo ich kann.

Kinder sind für mich:

Spontane und ehrliche Persönlichkeiten, Menschen mit Wünschen, Gefühlen

und Bedürfnissen, Menschen die uns brauchen. Kinder sind unsere Zukunft!

So definiere ich Kindergarten:

Die Zeit des Kindergartens ist ein wichtiger Lebensabschnitt eines jeden

Kindes. Kinder lernen unter anderem Freundschaften zu pflegen und

Konflikte zu lösen. Wir bieten den Kindern einen Ort, indem sie sich

geborgen fühlen. Wir geben ihnen Zeit, um wichtige Lernschritte zu meistern.

So sind sie gut auf die Schule vorbereitet.

Mein Lebensmotto/meine Lebensphilosophie:

„Glücklich sind die Menschen, die sich bei der untergehenden Sonne auf die

aufgehenden Sterne freuen.

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Bewegungskindergarten Brederis

6.5 Sabine Burtscher

An diesem Tag erblickte ich das Licht der Welt:

17. Juni 1986

So bin ich:

offen, kreativ, natürlich, kontaktfreudig

Kindergartenpädagogin in Brederis bin ich seit:

dem Jahr 2005

Darum bin ich Kindergartenpädagogin geworden:

weil Kindererziehung ein Beruf ist, wo man Zeit zu verlieren verstehen

muss, um Zeit zu gewinnen

Das ist mir das Wichtigste in meiner Arbeit:

den Kindern eine partnerschaftliche Bezugsperson in ihrer Entwicklung

zu sein!

Jedes Kind soll anfassen können, um zu verstehen.

Jedes Kind soll fühlen können, um zu spüren.

Jedes Kind soll hören können, um zu begreifen.

Jedes Kind soll sehen können, um zu erkennen.

Alles zusammen macht eine Persönlichkeit aus,

die ganzheitlich gelernt hat!

Kinder sind für mich:

Zwei strahlende Augen, ein lachender Mund, viel Freude, Liebe und

Augenblicke voller Überraschungen.

So definiere ich Kindergarten:

Der Kindergarten soll ein Ort sein, an dem sich die Kinder wohl fühlen, an

dem sie in ihrer Ganzheit und Einzigartigkeit angenommen werden und ein

Stück ihres Lebensweges durch Liebe und Unterstützung begleitet werden.

Mein Lebensmotto/meine Lebensphilosophie:

„Das Leben besteht nicht aus den Momenten in denen du atmest, es sind die

Momente, die dir den Atem rauben!“

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Bewegungskindergarten Brederis

6.6 Fabienne Lunardi

An diesem Tag erblickte ich das Licht der Welt:

20.Oktober 1986

So bin ich:

offen, flexibel, neugierig, abenteuerlustig, humorvoll, gerecht

Kindergartenpädagogin bin ich seit:

2006

Darum bin ich Kindergartenpädagogin geworden:

...weil ich somit meinen Kindheitstraum verwirklichen konnte

Das ist mir das Wichtigste in meiner Arbeit:

„Gib dem Kind einen dürren Zweig und es wird mit seiner Fantasie Rosen

daraus sprießen lassen. (JeanPaul)

Ich möchte Kinder dahingehend begleiten, fördern und unterstützen damit

sie größtmögliche Autonomie erlangen und sich als Persönlichkeit entfalten

können. Jedes Kind hat Stärken und Potentiale und diese sollen entdeckt und

gefördert werden.

Kinder sind für mich:

...wie dieses Zitat: „Ein Kind ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer,

das entzündet werden will.“ (Francois Rabelais)

So definiere ich Kindergarten:

Ein Ort der Offenheit und Geborgenheit, wo das Kind so angenommen wird

wie es ist.

Ein Raum für Kinder zum Experimentieren und Ausprobieren, um Stärken zu

entdecken und sich entfalten können. Eine Zeit die unvergesslich schön und

wegweisend für die Zukunft ist. Ein Rahmen der Abenteuer und

Entspannung zugleich bietet und lernen im „eigenen“ Tempo ermöglicht.

Eine Gemeinschaft die sich charakterisiert durch Ehrlichkeit, Toleranz,

Humor, Achtsamkeit und Wertschätzung.

Mein Lebensmotto/meine Lebensphilosophie:

„Wesentliche Dinge im Leben sind nicht zuletzt der Humor und die Fähigkeit,

über sich selbst zu lachen.“ (Yehudi Menuhin)

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Bewegungskindergarten Brederis

6.7 Raquel Del Rosario

An diesem Tag erblickte ich das Licht der Welt:

02. November 1987

So bin ich:

offen, kontaktfreudig, experimentierfreudig und neugierig

Kindergartenpädagogin bin ich seit:

dem Jahr 2007

Darum bin ich Kindergartenpädagogin geworden:

...weil ich täglich Freude an meiner Kindergartenarbeit habe

...weil ich in meiner Tätigkeit sehr vielfältig arbeiten kann

...weil ich die Kinder ein kleines Stückchen auf ihrem Lebensweg begleiten

darf

...weil ich vielen Menschen begegne, von denen ich immer wieder etwas

mitnehmen kann

Das ist mir das Wichtigste in meiner Arbeit:

...gegenseitiges Wertschätzen, Akzeptanz und Achtsamkeit

...Zeit nehmen für Menschen, die mir begegnen

...Offen sein für Neues

...und glücklich sein in meinem Beruf

Kinder sind für mich:

...wie jedes andere Lebewesen auf dieser Welt - eigenständige

Persönlichkeiten mit individuellen Wünschen und Träumen

So definiere ich Kindergarten:

...ein Ort der Begegnung für Klein und Groß

...ein Ort, an dem Erinnerungen entstehen und Spuren hinterlassen werden

...ein Ort, an dem man sich kennen lernt und Freundschaften schließen kann

Mein Lebensmotto/meine Lebensphilosophie:

"Öffnet man die Augen, wird jeder Tag zum Erlebnis"

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Bewegungskindergarten Brederis

7 Situationsanalyse

Die Kinder verbringen einen großen Teil des Tages im Kindergarten. Deshalb

ist es wichtig, ihnen durch klare Strukturen und wiederkehrende Abläufe

Sicherheit zu geben, damit sie sich schnell im Kindergarten heimisch und

wohl fühlen können.

GRUPPE 1

„Schildkrötengruppe“

Miriam Buhri

Melanie Schwarz

Kindergartenleiterin

Kindergartenpädagogin

Kindergartenpädagogin

GRUPPE 2

„Raupengruppe”

Sabine Burtscher

Gruppenleitende

Kindergartenpädagogin

GRUPPE 3

„Schneckengruppe“

Fabienne Lunardi

Racquel Del Rosario

Gruppenleitende

Sonderkindergartenpädagogin

Sonderkindergartenpädagogin

7.1 Gruppe I

Ein Tag bei den Schildkröten:

07.00 – 09.00 Uhr offene Freispielzeit mit offenen Angeboten

ab 08.00 Uhr freie Jause

09.00 – 09.15 Uhr Morgenkreis mit situativen, geleiteten

Bewegungsangeboten

09.15 – 10.30 Uhr offenes Freispiel mit offenen Angeboten, freie

Jause, individuelle Förderung

10.30 – 10.45 Uhr gemeinsames Aufräumen

10.45 – 11.30 Uhr pädagogisches Angebot für alle Kinder

11.30 – 12.30 Uhr Abholzeit und offene Freispielzeit

Einmal wöchtenlich findet zudem ein Turntag und ein Bewegungstag im

Freien statt. An diesen beiden Tagen variieren die Zeiten.

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Bewegungskindergarten Brederis

7.2 Gruppe II

Ein Tag bei den Räuple:

07.00 – 09.30 Uhr offene Freispielzeit

(offene Angebote wie Turnsaal,…)

09.30 – 10.00 Uhr Aufräumzeit und Morgenkreis mit angeleitetem

Bewegungsangebot

(„Bewegungspausen“ von Irene Moser)

10.00 – 10.30 Uhr gemeinsame Jause

10.30 – 11.30 Uhr pädagogisches Angebot für alle Kinder

11.30 – 12.30 Uhr Abholzeit und Freispielzeit mit offenen Angeboten

Einmal wöchtenlich findet zudem ein Turntag und ein Bewegungstag im

Freien statt. An diesen beiden Tagen variieren die Zeiten.

7.3 Gruppe III

Ein Tag bei den Schnäggle:

07.00 – 09.00 Uhr Zeit zum Ankommen

07.00 – 10.15 Uhr Zeit zum Spielen & Zeit zum Essen

10.15 – 10.30 Uhr Zeit zum Aufräumen, Trinken und sich erholen

ab 10.30 Uhr

Zeit für unser Ritual & Zeit um Neues zu lernen

11.30 – 12.30 Uhr Zeit zum Spielen & Zeit nach Hause zu gehen

Einmal wöchtenlich findet zudem ein Turntag und ein Bewegungstag im

Freien statt. An diesen beiden Tagen variieren die Zeiten.

Bei uns wechseln sich die offene Jause und die gemeinsame Jause je nach

Aktivität ab.

Jede zweite Woche findet bei den Schnäggle ein Kochtag statt.

7.4 Allgemein

Ankunftszeit und Freispielzeit:

Eintreffen der Kinder, Begrüßung per Handschlag, freies Spiel in den

verschiedenen Bereichen, sowie individuelle Förderung und themenbezogene

Bastelarbeiten.

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Bewegungskindergarten Brederis

Offene Angebote:

Die Kinder haben während der Freispielzeit die Möglichkeit den Gruppenraum

zu verlassen und ein anderes offenes Angebot zu nutzen. Der Turnsaal ist

während der Freispielzeit geöffnet, in dem die Kinder mit ausgewähltem und

hergerichtetem Material spielen und sich austoben können.

Neben dem Turnsaal finden in der Garderobe und auch in unserem

Ausweichraum verschiedene Angebote statt, die wir regelmäßig ändern und

themenorientiert gestalten. Um Abwechslung und ein gutes Miteinander in

den Kindergartenalltag zu bringen stellen wir es den Kindern während des

Jahres des öfteren auch frei den Gruppenraum zu wechseln und neue

Freunschaften mit den Kindern der anderen Gruppe zu schließen.

Morgenkreis/ Überleitung:

Der Hausmeister zählt, wie viele Kinder heute da sind und schaut welches

Kind fehlt. Wir singen gemeinsam ein Morgenlied und wiederholen die

themenaktuellen Lieder und Gedichte. Im Anschluss daran findet ein kleines

Bewegungsangebot statt.

Gemeinsame Jause:

Vor der Jause waschen wir unsere Hände. Der Hausmeister holt den

Taschenwagen und teilt den Kindern die Taschen aus. Wir zünden unsere

Gebetskerze an und beten gemeinsam ein Gebet. „Wir reichen uns die Hände

und wünschen uns zur Jause einen guten Appetit“. Nach der Jause hat der

Hausmeister die Aufgabe, alle Tische zu putzen und den Taschenwagen

wieder zu verräumen. Für seine Arbeit bekommt er eine Belohnung (Bonbon).

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Bewegungskindergarten Brederis

Gleitende Jause:

Die Kinder haben von ca. 08.00 – 10.30 Uhr die Möglichkeit, ihre Jause im

„Kinderrestaurant“ zu essen. Die Pinnwand zeigt an, ob Jausenzeit ist (grüner

Apfel), ob die Jausenzeit bald zu Ende geht (gelber Apfel), oder ob die

Jausenzeit bereits vorbei ist (roter Apfel). Wer die Jause gegessen hat, wirft

seine Abfälle in den richtigen Kübel, verlässt seinen Platz sauber und trägt

sich auf einer Liste mit einem Stempel ein. Der Hausmeister darf dann, wenn

alle ferig sind, die Kerze ausblasen, den Tisch abräumen und darüber

wischen. Zur Belohnung gibt es ein Fruchtgummi.

Aufräumzeit:

Der Hausmeister klingelt mit dem Triangel und es wird gemeinsam das

Aufräumlied gesungen. Alle Kinder hören auf zu spielen, singen mit und

räumen danach gemeinsam auf. Wer fertig ist, setzt sich an den Tisch.

Pädagogisches Angebot:

Es findet jeden Tag ein pädagogisches Angebot (meist in der Gesamtgruppe,

an Turntagen in Kleingruppen) statt. Solche Bildungsarbeiten werden von

uns sorgfältig vorbereitet und überlegt. Wir lehnen sie an unseren

Langzeitthemen und an den Bedürfnissen der Kinder an, und achten auf ein

abwechslungsreiches Programm. Wir setzen uns vor dem Angebot Ziele und

reflektieren unsere Arbeit im Anschluss.

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Bewegungskindergarten Brederis

8 Bildungs- und Erziehungsplan

8.1 Bildung und Erziehung im Kindergarten

Emotionale Erziehung im Kindergarten

Den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Kinder mit Verständnis und

Einfühlungsvermögen zu begegnen gehört ebenso dazu, wie die Sorge um

eine harmonische Stimmung im Kindergarten. Das Kind soll in seiner

Gefühlsansprechbarkeit gefördert werden, d.h. Gefühle äußern können, sich

für etwas begeistern können und Gefühlsreaktionen anderer erfassen lernen.

Das Kind soll Sinneseindrücke bewusster wahrnehmen und Erlebnisse

verarbeiten. Unser Ziel ist es, jedes Kind in seinem Wesen anzunehmen und

zu akzeptieren wie es ist!

Religiös-christliche Erziehung – Interkulturelle Arbeit

So unterschiedlich die Vorstellungen von Religion in unserer Gesellschaft

auch sein mögen, die Empfänglichkeit für Religion gehört zum Menschen

dazu und damit auch zu seiner Erziehung und Bildung. Religion ist das sich

Hinausbewegen über das Alltägliche, das Grenzüberschreitende. In jedem

Menschen steckt die Fähigkeit, über das, was er vorfindet hinaus zu denken

und sich Fragen zu stellen, die man nicht mit ja oder nein beantworten kann.

Schon kleine Kinder fragen, woher die Menschen oder die Tiere kommen,

wohin sie gehen und wann oder wieso sie sterben. Das Staunen über den

Sternenhimmel als auch das Nachdenken warum es die Welt gibt und wozu

die Menschen auf der Welt sind, ist etwas Religiöses. Doch wenn Glaube und

Religion mit unserem Leben unzertrennbar geworden ist, soll sie auch in

unserem Kindergarten als Bildung- und Erziehungseinrichtung einen Platz

finden. Unser Ziel ist es, die verschiedenen Glaubensrichtungen in den Alltag

zu integrieren und sie in ihren Ansichten und Werten wertzuschätzen und zu

akzeptieren. Obwohl wir ganz klar die Feste des christlich religiösen

Jahreskreis feiern und ausleben, so informieren wir uns über die Feste der

anderen Kulturen und lassen sie gerne auch in unseren Alltag einfließen.

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Bewegungskindergarten Brederis

Auf die, der jeweiligen Religion zugehörigen, Gebetshaltung als auch das

Vermeiden von Schweinefleisch wird geachtet. Somit entsteht ein gutes

Miteinander der verschiedenen Kulturen!

Soziale Erziehung – Sozialkompetenz:

Ein Schwerpunkt in diesem Bereich ist die Entfaltung der Kontaktfähigkeit der

Kinder und das in Kontakt treten mit anderen. Sie sollen lernen, mit Anderen

Gespräche zu führen aber auch anderen zuzuhören. Sie sollen ihre eigene

Stellung und Rolle in der Gruppe finden, aber gleichzeitig auch lernen, auf

andere Rücksicht zu nehmen und neue Kinder in der Gemeinschaft

aufzunehmen. Die Kinder sollen die Fähigkeit zur Zusammenarbeit in der

Gruppe erlangen, sie sollen aber auch Raum und Zeit erhalten, Konflikte

selber zu lösen, sie zu hinterfragen und eigene Lösungen zu finden. Unsere

Kinder sollen STARKE und SELBSTSICHERE KINDER werden!

Werterziehung – Wertverhalten:

Kinderrechte – Menschenrechte – Grundrechte! Schlagworte, die Achtung

und Aufmerksamkeit verdienen. Wir wollen den Kindern helfen, in ihrem

jungen Leben das notwendige Verständnis für ihre Grundrechte zu erlangen,

u. a. Recht auf Freiheit, Eigentum und Schutz... Kinder sollen lernen, Gut und

Böse zu differenzieren und sich in sittlichen Grundhaltungen einzuüben. Sie

sollen anderen gegenüber mit Respekt entgegentreten, anderen Menschen

und der Umwelt in der sie leben Achtung geben und für andere helfend da

sein.

Sexualerziehung:

Die Kinder sollen in erster Linie einmal sich und ihren eigenen Körper kennen

lernen. Sie sollen eine natürliche Einstellung zur Geschlechtlichkeit aufbauen

und den Unterschied zwischen Mädchen und Jungen kennen lernen. Sie

sollen gegenüber ihrem eigenen Körper eine Eigenverantwortung

übernehmen und Verständnis für die Andersartigkeit gegenüber anderen

Menschen aufbringen. Sie sollen aber auch lernen, den eigenen Intimbereich

zu schützen und „NEIN“ zu sagen, wenn dieser Bereich überschritten wird!

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Kreativität:

Die Kinder werden durch die Förderung kreativer Fähigkeiten den Reichtum

ihrer eigenen Phantasie erleben und angeregt, spontane Ideen aufzugreifen

und zu verwirklichen. In diesen Bereich fallen verschiedene Aktivitäten wie

bildnerisches Gestalten und Werken, Legen, Bauen und Konstruieren, Singen,

Musizieren, Tanzen und das Rollenspiel. Im Rollenspiel erhält das Kind die

Möglichkeit, Erlebnisse aus dem familiären Bereich zu verarbeiten, reale

Erfahrungen zu verinnerlichen und Distanz zu Problemen und

Vorkommnissen zu gewinnen.

Denkförderung:

Das gesamte Leben ist ein Lern- und Denkprozess, der schon im frühen

Kindesalter von großer Bedeutung ist. Alles was Kinder in dieser Zeit lernen,

aufnehmen und verinnerlichen ist ein großer Schatz, den ihnen niemand

mehr nehmen kann. So werden die Kinder in der Kindergartenzeit sehr viel

an Denkprozessen durchlaufen. Jeden Tag werden die Kinder durch die

Kindergartenpädagogin zu direkten bzw. indirekten Denkprozessen angeleitet.

Unser Ziel ist es, durch die verschiedenen Bildungsangebote die

Intensivierung der Beobachtungsfähigkeit, über die fünf Sinne, zu fördern.

Gedächtnisinhalte werden gefestigt und das Erinnerungsvermögen wird

aktiviert. Das Kind wird lernen zu sortieren, zu ordnen, Strukturen zu

erkennen und somit im Auf- und Ausbau seiner Denkfähigkeit gefördert.

Sprachbildung und Spracherwerb:

Sprache ist das zentrale Mittel der Kommunikation! Doch um den Sachverhalt

zu verinnerlichen, muss man die Wörter und Sätze, mit denen er beschrieben

wird, verstehen. Gerade im Kindesalter lernen die Kinder sehr schnell, die

eigene aber auch eine Zweitsprache. Je früher damit begonnen wird, umso

besser. Die Sprachförderung, die im Kindergarten geleistet wird hilft mit, das

Selbstbewusstsein und die Sozial- und Sachkompetenz des Kindes zu stärken

und seine Startchancen in der Schule zu verbessern.

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Bewegungserziehung:

Das Kind soll lernen, sich und seinen Körper in Bewegung zu setzen, sich und

seine eigenen Grenzen einzuschätzen und eine positive Beziehung zum

eigenen Körper entwickeln. Es soll Freude an der Bewegung erleben und

gewinnen und die damit verbundenen Bewegungsformen festigen. Neben der

Schulung des Gleichgewichtsinnes wird auch die Motorik im Hinblick auf das

Schreiben trainiert! Die Kinder sollen einzelne Bewegungsabläufe steuern

können, sowie Bewegung, Richtung und Musik koordinieren lernen.

Rhythmische – musikalische Erziehung:

Musik kennen lernen, ihr zuhören können, sie verstehen lernen, sie spüren

dürfen, sie in Bewegung umsetzen – all diese Erfahrungen und noch viele

mehr verstecken sich hinter der rhythmischen Erziehung im Kindergarten. Mit

Klängen, Tönen, Instrumenten experimentieren dürfen und dies

wahrnehmen können – ein Genuss für alle Kinder und eine wichtige

Erfahrung für die Entwicklung im Umgang mit musikalischen Fähig- und

Fertigkeiten. Die Freude daran zu wecken und sie zur Ausübung eines

Instrumentes ermutigen – darin steckt unser Ziel in der rhythmischen –

musikalischen Erziehung!

Lern- und Leistungsfähigkeit:

Im Kindergarten wird versucht, die Lern- und Leistungsbereitschaft im Kind

zu wecken und gezielt zu fördern – dem Entwicklungsstand des Kindes

angemessen. Die Kinder werden sich selber Leistungsziele setzen,

verschiedene Arbeitsmethoden kennen lernen und individuelle Begabungen

entdecken. Dadurch lernen sie, ihr eigenes Leistungsniveau richtig

einzuschätzen und mit Leistungsversagen umzugehen. Ein wichtiges Ziel

dabei ist eine positive Arbeitshaltung zu entwickeln und zu fördern und eine

angenehme und lernfreudige Atmosphäre zu schaffen.

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Umweltbewusstsein:

Schon im Kindergarten ist es wichtig, den Kindern Impulse zu geben, die sie

zur Erforschung und Entdeckung ihrer Umwelt herausfordern. Die Erziehung

zur Umweltbewältigung beinhaltet unter anderem den Erwerb praktischer

Tüchtigkeiten, die von der täglichen Körperpflege, über eine Wertschätzung

der unmittelbaren Umwelt bis zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr

reichen!

Weitere Ziele sind: die Kinder zu schulen ihre Umwelt sauber zu halten und

den Lebensraum zu achten und pflegen und das Konsumverhalten der Kinder

zu durchleuchten. In diesem Bereich soll dem Kind auch ein sachgerechter

Umgang mit Materialien und Arbeitsgeräten beigebracht werden.

8.2 Die Bedeutung des Spiels

„Das Spiel ist die erste Poesie des Menschen.“

Jean Paul

Im Kindergartenalltag kommen viele Lernformen zusammen. Für viele

Menschen stellt besonders die angeleitete Form von Beschäftigung die

Aufgabe von Erziehung und Bildung dar, in der das Kind wirklich lernt und

auf die Schule und das Leben vorbereitet wird. Alles andere ist eben „nur

spielen“. Doch gerade hier verbirgt sich für ein Kind die wichtigste Form des

Lernens. Das Kind erhält die Möglichkeit, selbsttätig und kreativ zu lernen.

Hingegen dessen wird im Zwang und in der Vorgabe die Lernmotivation und

das selbstständige Lernen häufig erstickt.

Ein großer Teil der kognitiven, motorischen und sozialen Entwicklung des

Menschen wird durch das Spiel gefördert und vorangetrieben. Sei es nun ein

Rollen-, Konstruktions-, Bewegungs-, Gesellschaftsspiel oder das Freispiel im

Kindergarten.

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Bewegungskindergarten Brederis

Kaum eine Form von Lernen beinhaltet so viele Möglichkeiten, den sozialen

Umgang weiter zu entwickeln. Die verschiedenen sozialen Formen, sowie

individuelle Konflikte und Probleme, fordern vom Kind ebenso individuelle als

auch kreative Lösungen.

Im Freispiel kann das Kind seine Tätigkeit und das Material frei wählen. Es

kann selbst entscheiden, ob es alleine, in einer Gruppe oder mit einem frei

gewählten Partner spielt. Ebenfalls die Entscheidung über den Ort und die

Dauer liegt beim Kind. Daneben bietet das Freispiel die Gelegenheit, das Kind

„freizulassen“, d.h. es ist ihm auch die Freiheit zum „Nichtstun“ zu gewähren,

was für sehr viele Kinder essenziell ist.

„Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm

zu erlauben, sich zu offenbaren.“

Maria Montessori (1870-1952), ital. Ärztin u. Pädagogin

Unser Ziel ist ein harmonisches Miteinander von freiem Lernen und

angeleiteten Aktivitäten. Wir wollen den Kindern sowohl ausgesuchte

Bildungsinhalte gezielt näher bringen, als auch die Freiheit anbieten, sich

über das freie Spiel selbst zu lehren. Deshalb räumt die Freispielzeit in

unserer Kindergartenarbeit sehr viel Platz ein. Wir geben den Kindern viel

Zeit für diese und versuchen bestmöglich den Raum, die Bedingungen und

die Angebote so vorzubereiten, dass es dem Kind möglich ist, aus der

vorbereiteten Umgebung inspiriert und motiviert hervorzugehen. Ein großes

Anliegen ist für uns, dass das Kind selbstständig agieren kann.

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Wir sehen unsere Aufgabe nicht nur darin Kindern Inhalte zu vermitteln,

sondern ihre eigenen Ideen und Fragen aufzugreifen. Denn später wird das

Kind in der Schule sowie im Arbeitsleben immer wieder damit konfrontiert

sein selbstständig zu arbeiten, Ideen zu entwickeln und

verantwortungsbewusst mit sich, seinen Vorhaben, Materialien und

Mitmenschen umzugehen. Kreative Kinder können mit dem Lebensalltag

weitaus besser umgehen, als Kinder, denen man stets vorgeschrieben hat,

wie sie sich beschäftigen sollen und Lösungen auf Probleme, seien sie mit

anderen sozialen Partnern oder in der Tätigkeit selbst, vorgegeben

bekommen haben.

„Das Spiel ist der Weg der Kinder zur Erkenntnis der Welt,

in der sie leben!“

Maxim Gorki

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9 Besondere Schwerpunkte

9.1 Jahresthema, Ziele und Schwerpunkte

Unser Schwerpunkt für das Jahr 2013/14 ist das Thema „ALLES MIT DER

ZEIT “.

„Die Zeit verwandelt uns nicht, sie entfaltet uns nur“, sagte der Schweizer

Schriftsteller Max Frisch. Die Entfaltung der Kinder, die mit der Zeit geschieht,

können wir als Pädagoginnen und ihr als Eltern tagtäglich und hautnah

miterleben.

Mit „Haben wir noch Zeit zum Spielen?“, „Wann wird endlich Frühling?“ oder

„Wie lange dauert es noch, bis meine Mama kommt?“ erfragen die Kinder die

Zeit. Und genau diese Fragen haben uns die Idee gegeben, dieses besondere

Thema – die ZEIT – mit den Kindern als Jahresthema wertvoll zu erforschen

und bewusst zu erleben.

Für die Kinder ist Zeit ein abstrakter Begriff - ein Konstrukt der Erwachsenen.

Allerdings gehören Wörter wie gestern, heute, morgen oder jetzt und

nachher zum kindlichen Alltag. Zusammen wollen wir die Phänomene wie

Zeitgefühl, Zeiteinheiten, das Verhältnis der Zeit zu Mensch und Natur und

die Veränderung unseres Lebens im Lauf der Zeit gemeinsam in diesem Jahr

entdecken.

Zeitverknappung - ein Phänomen unseres Alltags

Zeit wird von Kindern und Erwachsenen unterschiedlich erfahren. Heutzutage

erleben wir häufig eine Verknappung der Zeit in unserem Alltag. Dies drückt

sich vielfältig aus – die Lebensbedingungen, unter denen Kinder in der

heutigen Zeit groß werden, sind sehr unterschiedlich. Manche Jungen und

Mädchen lernen schon frühzeitig die Verplanung ihres Lebens als Realität

kennen. Oftmals zücken Eltern für Verabredungen der Kinder den

Terminkalender und können nach langem Suchen und einen Termin

zwischen Kindergarten, Musikschule und Ballett zusagen. Auch im

Kindergarten werden Kinder oft unbewusst dirigiert oder verplant, es werden

Abläufe und Ziele ohne die Kinder festgelegt.

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Dies verhindert, dass Kinder lernen mit ihrer Zeit umzugehen, ein Gefühl

hierfür zu entwickeln und ihr Leben (mit)zu planen. Dadurch werden sie

daran gehindert, ihren eigenen Lebens- und Arbeitsrhythmus zu finden.

Unsere Ziele

Die Wahrnehmung der ZEIT und das Vergehen der ZEIT bewusst

erleben: Was sind Jahreszeiten? Wie verändern sich Pflanzen/Blumen

mit der Zeit? Wie verändern sich Menschen mit der Zeit?

Das Messen der ZEIT und die ZEIT für die Kinder sichtbar machen:

Experimentieren, verschiedene Zeitobjekte kennenlernen (Uhren,

Stoppuhren, Sanduhren, Sonnenuhr, ...)

Ein ZEITGEFÜHL bekommen – was schafft man alles in einer Minute?

Eine Zeitlinie erstellen: Wann war gestern, vorgestern? Wann ist

morgen? ...

In die Zukunft denken: Was mache ich später, nächstes Jahre, wenn

ich groß bin?

Sich selber ausreichend ZEIT schenken – das eigene Tempo finden ,

den eigenen Lebensrhythmus finden

Anderen Menschen bewusst ZEIT schenken – gemeinsame ZEIT

verbringen

Besondere ZEITEN kennen lernen: Jahreszeiten, Monate, Wochen,

Tage,

ZEITBEGRIFFE verstehen: schnell – langsam, früh – spät, kurz – lang,

jetzt

Besondere Schwerpunkte

Besondere Zeiten im Jahreskreis feiern: Herbstzeit, Erntedankzeit, St.

Martinszeit, Advent- und Weihnachtszeit, Winterzeit, Osterzeit,

Sommerzeit)

bewusst Zeit für sich selbst nehmen und anderen Menschen bewusst

Zeit schenken

Bewegungswochen über das ganze Jahr (Waldwoche, Schneewoche,

Sportwoche, Wasserwoche)

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9.2 Jahresplanung

“ Alles mit der Zeit ”

DATUM

THEMEN

09.09. – 13.09.13 ZEIT zum Ankommen

16.09. – 20.09.13 ZEIT zum Ankommen

23.09. – 27.09.13 ZEIT zum Ankommen

30.09. – 04.10.13 ZEIT zum Danken - Erntedank

07.10. – 11.10.13 ZEIT zum Danken - Erntedank

14.10. – 18.10.13 ZEIT in der Natur - WALDWOCHE

21.10 – 25.10.13 ZEIT des Teilens und der Lichter – St.

Martin

28.10. – 01.11.13 (Herbstferien)

04.11. – 08.11.13 ZEIT des Teilens und der Lichter –

St. Martin

11.11. – 15.11.13 ZEIT des Teilens und der Lichter –

St. Martin

18.11. – 22.11.13 ZEIT um anderen Gutes zu tun- Nikolaus

25.11. – 29.11.13 ZEIT um anderen Gutes zu tun- Nikolaus

02.12. – 06.12.13 ZEIT des Wartens und der Vorfreude

09.12. – 13.12.13 ZEIT des Wartens und der Vorfreude

16.12. – 20.12.13 ZEIT des Wartens und der Vorfreude

Weihnachtsferien

07.01. – 10.01.14 ZEIT das neue Jahr zu begrüßen

13.01. – 17.01.14 ZEIT das neue Jahr zu begrüßen

20.01. – 24.01.14 ZEIT das neue Jahr zu begrüßen

27.01. – 31.01.14 ZEIT den Schnee zu erleben

03.02. – 07.02.14 ZEIT in der Natur - SCHNEEWOCHE

Semesterferien

17.02. – 21.02.14 ZEIT für Fasching, Spaß und Brauchtum

24.02. – 28.02.14 ZEIT für Fasching, Spaß und Brauchtum

03.03. – 07.03.14 ZEIT für Fasching, Spaß und Brauchtum

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10.03. – 14.03.14 ZEIT für Gefühle

17.03. – 21.03.14 ZEIT für Gefühle

24.03. – 28.03.14 ZEIT für Gefühle

31.03. – 04.04.14 ZEIT um Ostern zu erleben

07.04. – 11.04.14 ZEIT um Ostern zu erleben

Osterferien

22.04. – 25.04.14 ZEIT um Mama Danke zu sagen

28.04. – 02.05.14 ZEIT um Mama Danke zu sagen

05.05. – 09.05. 14 ZEIT um Mama Danke zu sagen

12.05. – 16.05.14 ZEIT in der Natur - SPORTWOCHE

19.05. – 23.05.14 ZEIT um Papa Danke zu sagen

26.05. – 30.05.14 ZEIT um Papa Danke zu sagen

02.06. – 06.06.14 ZEIT um Papa Danke zu sagen

10.06. – 13.06.14 ZEIT in der Natur - WASSERWOCHE

16.06. – 20.06.14 ZEIT des Abschiednehmens

23.06. – 27.06.14 ZEIT des Abschiednehmens

30.06. – 04.07.14 ZEIT des Abschiednehmens

9.3 Feste im Jahreskreis

Feste, aus Tradition und Brauchtum gefeiert, gehören zu unserem Leben. Sie

vermitteln Lebensgefühl und halten die Gemeinschaft aufrecht. Mit Kindern

Feste feiern sind besondere Freuden und Höhepunkte in unserem

Kindergartenjahr. Unsere Feste ergeben sich aus dem Jahreskreislauf. Es

können aber nicht alle Feste jedes Jahr immer im gleichen Ablauf gefeiert

werden.

Das Erntedankfest ist das erste religiöse Fest im neuen Kindergartenjahr.

Wir wollen gemeinsam Gott dafür danken, dass er uns das ganze Jahr über

seine Gaben schenkt.

Das Laternenfest findet jedes Jahr am Namenstag des Heiligen St. Martin

statt. Mit bunten, selbstgebastelten Laternen machen wir uns auf den Weg in

Brederis und feiern anschließend das Fest gemeinsam in der Kirche.

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Bewegungskindergarten Brederis

Der Nikolaus besucht uns jedes Jahr im Kindergarten. Die Kinder singen

Lieder, tragen Gedichte vor und der Nikolaus hält für jedes Kind ein

Geschenk bereit.

Am Ende des Jahres feiern wir das große Weihnachtsfest. Dabei bereiten

wir uns im Advent schon lange für dieses besinnliche Fest vor.

Ein Ereignis besonderer Art ist in jedem Jahr unser Faschingsfest am

Rosenmontag und Faschingsdienstag. Auch beim Faschingsumzug in Brederis

nehmen wir alle zwei Jahre mit dem Kindergarten teil.

Im Frühling feiern wir das größte religiöse Fest im Jahreskreis – Ostern.

Auch der Osterhase findet jedes Jahr den Weg in den Kindergarten und

versteckt seine Osternester für die Kinder.

Muttertag und Vatertag werden alle zwei Jahre im Kindergarten gefeiert.

Dabei bedanken sich die Kinder mit selbstgemachten Geschenken, Liedern

und Gedichten bei ihren Eltern.

Auch das Familienfest wird abwechslungsweise alle zwei Jahre mit der

gesamten Familie gefeiert.

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Bewegungskindergarten Brederis

Gegen Ende des Kindergartenjahres werden die Kinder, die im September in

die Schule gehen, von uns besonders verabschiedet. Wir übernachten im

Turnsaal und am nächsten Tag werden die Eltern zu einem

selbstzubereiteten Frühstück der Kinder eingeladen und verabschiedet.

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Bewegungskindergarten Brederis

Unsere Feste im Jahreskreis 2013/14:

ERSTER ELTERNABEND

Dienstag, 24.09.2013

19.30 Uhr im Bewegungskindergarten Brederis

WALDWOCHE FAMILIEN ABSCHLUSSTAG

Freitag, 18. 10. 2103

ST. MARTINSFEST

Dienstag, 12. 11. 2013

17.00 Uhr im Bewegungskindergarten Brederis

NIKOLAUSFEIER (nur für die Kinder)

Freitag, 06. Dezember 2012

09.00 Uhr im Bewegungskindergarten Brederis

ADVENTFEIER

Donnerstag, 19. Dezember 2013, 17:00 Uhr

SCHNEEWOCHE ABSCHLUSSTAG

Donnerstag,06. Februar 2014

FASCHINGSDIENSTAG – FASCHINGSFEST (nur für die Kinder)

Dienstag, 04. März 2014

9.00 Uhr im Bewegungskindergarten Brederis

OSTERFEST (nur für die Kinder)

Freitag, 11. April 2014

09:00 Uhr im Bewegungskindergarten Brederis

FAMILIENTAG

Freitag, 13. Juni 2014

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Bewegungskindergarten Brederis

ABSCHLUSSFEST DER „KLEINEN“

Donnerstag,03. Juli 2014

09:00 Uhr im Bewegungskindergarten Brederis

ÜBERNACHTEN für die „GROßEN KINDER“

Donnerstag, 03. Juli 2014 ab ca. 18:00 Uhr

Freitag, 04. Juli 2013 – gemeinsames Abschlussfrühstück mit den Eltern

Genauere Infos erhält ihr durch eine Einladung eurer Kinder über das Jahr

hinweg. Terminänderungen,…werden euch früh genug bekannt gegeben.

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Bewegungskindergarten Brederis

9.4 Projekte

Bewegungswochen

Uns Pädagoginnen ist es sehr wichtig, das Thema „Bewegung“ oft in den Tag

einzubinden. Deshalb werden wir neben den alltäglichen Bewegungen,

zusätzlich Bewegungsangebote und Bewegungswochen mit den Kindern

machen. Am Anfang des Kindergartenjahres starten wir passend zum Herbst,

mit einer Waldwoche. In dieser Zeit werden wir jeden Tag in den Wald

gehen und uns dort mit dem Wald und all seinen Abenteuern vertraut

machen. Natürlich wird der Winter nicht vergessen. Dort werden wir eine

Winter- und Schiwoche gestalten. Mit rodeln, Schneemann bauen, Schifahren,

usw., werden wir viel Spaß im Skigebiet haben. Eine Sportwoche, mit dem

Schwerpunkt „Bewegung“ darf natürlich auch nicht fehlen. Um das Jahr gut

abzurunden, werden wir die vorletzte Kindergartenwoche am Wasser

gestalten. Dabei werden wir ans Baggerloch, ins Schwimmbad und an die

Frutz gehen und dabei noch vieles mehr entdecken.

Fröschlemarathon

Ganz nach dem Motto des Bewegungskindergartens, steht im Frühling ein

großes Sportprogramm in Bludenz auf unserem Plan – der Fröschlemarathon.

Im Mittelpunkt stehen natürlich alle Bewegungskindergartenkinder. Sie

laufen eine kurze Strecke von 200m ins Ziel und erhalten dort eine Medaille

und eine persönliche Urkunde. Es heißt dann: „Auf die Plätze, fertig, loooos“.

Spielolympiade

Am Ende des Kindergartenjahres findet im Sportservice Dornbirn ein

Bewegungsparcour statt, bei dem die Kinder des Bewegungskindergartens

mit uns und ihren Eltern teilnehmen können. Bewegung und Spaß stehen

natürlich wieder völlig im Vordergrund!!

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Bewegungskindergarten Brederis

Verkehrserziehung:

Kinder erleben die Umwelt aus einer anderen Perspektive als Erwachsene.

Das gilt auch für den Straßenverkehr. Darum ist es zur Sicherheit der Kinder

wichtig, dass sie früh die Risiken des Straßenverkehrs und das richtige

Verhalten auf der Straße bzw. auf dem Gehsteig kennen lernen.

Bei uns im Kindergarten soll Polizist Roland Martin die Verkehrserziehung

vertiefen und die Kinder mit Spaß und Spannung auf das richtige Verhalten

im Straßenverkehr vorbereiten. Er zeigt den Kindern, wie man richtig und

selbstständig über die Straße geht. Anhand von Bildern erklärt er ihnen, wie

man sich in schwierigen Verkehrssituationen verhält und worauf sie als

Fußgänger auf dem Gehweg achten sollen. Dieser Tag ist für die Kinder

immer sehr spannend.

Zahnprophylaxe

Seit vielen Jahren bekommen wir jährlich Besuch von unserer

Zahngesundheitserzieherin Elisabeth Berenyi. Die Kinder lernen bei ihr auf

spielerische Art und Weise wie unsere Zähne heißen und welche

Nahrungsmittel für sie gut bzw. schlecht sind. Anschließend werden die

Kinder eingeladen, mit Elisabeth in Kleingruppen zusammen in den

Waschraum zu gehen. Dort zeigt sie den Kindern zusammen mit Jacky Beißer

das richtige Zähne putzen anhand eines lustigen Spruches. So macht das

Zähne putzen Spaß.

Dentomobil:

Auch das Dentomobil, welches eine fahrbare Zahnarztpraxis darstellt,

besucht uns einmal im Jahr und soll die Wichtigkeit des Zahnarztbesuches

vertiefen.

In Kleingruppen dürfen die Kinder in das große Auto einsteigen, wo sie von

der netten Handpuppe „Lucy“ begrüßt werden.

Damit den Kindern die Angst genommen wird, schaut die Zahnärztin zuerst

in „Lucy's“ Mund. Dann dürfen die Kinder beweisen, dass auch sie schöne

Zähne haben. Nach der Reihe klettern sie auf den großen Zahnarztstuhl und

öffnen den Mund.

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Bewegungskindergarten Brederis

Das Ziel des Dentomobil ist es, den Kindern bzw. Eltern eine kostenlose

Vorsorgeuntersuchung anzubieten, damit Karies oder

Zahnfleischerkrankungen frühzeitig entdeckt werden.

Dabei geht es keineswegs um eine Behandlung. Außerdem soll den Kindern

die Angst vor dem Zahnarzt genommen werden.

Maxima:

Gesunde Ernährung ist bereits im Kindergarten schon ein wichtiges Thema.

Kinder, die sich gesund ernähren sind aktiver und haben die nötige Energie

für einen aben-teuerreichen und bewegten Alltag. Maxima ist eine schlaue

Maus, die den Kindern zeigt, wie lecker gesundes Essen sein kann. Mit

diesem Projekt wollen wir den Kindern auf eine schmackhafte Weise gesunde

Ernährung näher bringen. Essstörungen und/ oder Gewichtsproblemen soll

vorgebeugt werden, ganz nach dem Motto „Wertvolles auswählen, selbst

zubereiten und lustvoll genießen“.

AKS- Vorsorge/neu:

Diese Untersuchung ermöglicht eine frühe Erkennung von

Teilleistungsschwächen, sowohl in der Sprache als auch in der sozialen

Kompetenz und in vielen anderen Bereichen. Dadurch sind frühzeitige

Förder- bzw. Therapiemaßnahmen möglich und es können Probleme beim

Schuleintritt vermindert werden.

Die AKS-Untersuchung läuft so ab, dass eine Erzieherin mit dem jeweiligen

Kind in einen gemütlichen Raum sitzt und dort auf spielerische Art das Kind

motiviert, vorgezeigte Übungen nachzuahmen. Durch ein Punktesystem wird

bei jedem Bereich ausgerechnet, ob das Kind altersgemäß, leicht verzögert

oder verzögert ist und ob ein AKS-Besuch empfohlen wird. Leichte

Verzögerungen können im Normalfall im Kindergarten bzw. Zuhause

gefördert werden.

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Bewegungskindergarten Brederis

Grüne Meile:

Bei diesem Projekt ermutigen wir die Kinder über längere Zeit hinweg,

umweltbewusst in den Kindergarten zu kommen. Das heißt, alle Kinder die zu

Fuss, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus in den Kindergarten kommen bzw.

heim gehen, werden mit einer grünen Meile belohnt. Für jede zurückgelegte

Meile darf das Kind einen Strich auf unserem „Grüne Meile Plakat“ machen.

Am Schluss werden alle Meilen gemeinsam zusammen-gezählt und

eingesendet. Zur Belohnung gibt es dann von der Marktgemeinde Rankweil

einen kleinen Preis für jedes Kind und eine Urkunde für jede Gruppe!

Geburtstagsfeier:

Der Geburtstag soll für jedes Kind ein ganz besonderer Tag im Kindergarten

werden. Deshalb darf das Geburtstagskind am Vortag seine eigene Krone

basteln. Am Geburtstag wird das Kind dann geschminkt. Im Kindergarten

angekommen warten in der Garderobe schon die Geburtstagskette und die

Geburtstagskrone, die die Kinder anziehen dürfen. Anschließend wird das

Geburtstagskind geschminkt. Am Vortag darf es sich seinen Lieblingsberuf im

Berufekoffer aussuchen. Nach der Freispielzeit helfen alle Kinder den

Geburtstagstisch herzurichten.

Wenn alles dekoriert ist, wird das Geburtstagskind von den anderen Kindern

in den Raum gerufen und darf in die Mitte des Kreises sitzen. Im Kreis wird

dann gefeiert und je nach Wahl des Berufes, passende Inhalte wie zum

Beispiel Kreisspiele,Kasperltheater, Bilderbücher, Bewegungsgeschichten etc.

dazu gemacht. Dann dürfen alle Kinder dem Geburtstagskind gratulieren und

die Geburtstagsjause genießen. Das Geburtstagskind sucht sich drei

Geburtstagsfreunde aus, die gemeinsam mit dem Geburtstagskind am

dekorierten Tisch sitzen dürfen.

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9.5 Bewegungskindergarten

Allgemeines zum Bewegungskindergarten:

Verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen haben in den letzten Jahren

dazu geführt, dass wir und auch die Kinder sich immer weniger bewegen.

Denken wir nur einmal an den Weg zum Kindergarten und wieder nach

Hause? Wie viele Kinder haben wirklich noch die Möglichkeit zu Fuß in den

Kindergarten zu kommen? Unsere Gesellschaft wird immer bewegungsärmer

bzw. ernährt sich ungesund!

Mit dem Sportkonzept des Landes Vorarlberg reagiert das Land auf die

zunehmende Bewegungsarmut und hat sich das Ziel gesetzt, eine

Bewegungskultur zu schaffen UM möglichst viele Vorarlberger und

Vorarlbergerinnen zur regelmäßigen Bewegung zu motivieren! Die Förderung

von Sport und Bewegung bereits von klein auf, ist in den Kindergärten ist

ganz wesentlich! Somit wurde die Idee „Bewegungskindergarten“ geboren!

Ziel soll es sein, den Kindern im Alter von 3 – 6 Jahren durch entsprechende,

vielseitige Bewegungsangebote und Rahmenbedingungen in den

Kindergärten die Möglichkeit zu bieten, sich selbst, ihren Körper und ihre

Umwelt über Bewegung kennen zu lernen, sowie vielfältige Körper,-

Bewegungs- und Sinneserfahrungen zu sammeln!

Das Kind soll die Möglichkeit haben, Grundfertigkeiten zu erlernen und sich

und seinen Körper besser und bewusster kennen zu lernen!

Sozialerfahrungen wie Rücksichtsnahme, Kooperation und

Gleichberechtigung sollen durch das gemeinsame Tun gestärkt werden!

Die individuelle Entwicklung eines Kindes soll gefördert und dadurch seine

Gesundheit nachhaltig positiv beeinflusst werden!

Was ist ein BEWEGUNGSKINDERGARTEN?

„Bewegung zur Förderung der kindlichen Entwicklung“ – dies stellt das

übergeordnete Prinzip eines Bewegungskindergartens dar!

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Bewegungskindergarten Brederis

Uns als Kindergarten kommt als erste Erziehungssituation außerhalb des

Elternhauses eine große Bedeutung im Bezug auf die Lernbereitschaft und

das Bewegungsbedürfnis der Kinder zu! Bewegungskindergärten sind daher

der erste Schritt in Richtung Gesundheitsförderung im Kindesalter!

Ein Bewegungskindergarten unterscheidet sich daher in seiner Akzentuierung

der pädagogischen Inhalte von einem „normalen“ Kindergarten!

Um das Zertifikat „Bewegungskindergarten“ als Qualitätssiegel tragen zu

dürfen, muss die Institution wichtige Kriterien erfüllen.

Dazu gehören:

bestimmte Qualifikationen der Kindergartenpädagoginnen und die

Bereitschaft zur Weiterbildung

räumliche und materielle Ausstattung, die zur Bewegung anregt, aber

auch Freiraum lässt für freies experimentieren

eine bewegungsbezogene Gestaltung des Alltaglebens (situative und

geleitete Bewegungsangebote)

Mitarbeit der Eltern

Konzeption und Dokumentation der Abläufe

Zusammenarbeit mit Sportvereinen, um den Kindern Sportaktivitäten in

ihrer Umgebung näher und schmackhaft zu machen und eventuell

junge „Talente“ zu entdecken und zu fördern

Durchführung von Projekten (Bewegungstagen, Kinderolympiaden,

Spielefeste,…)

Die Mitarbeit der Eltern ist bei der Bewusstseinsbildung der Kinder im Bezug

auf Bewegung und gesunde Ernährung von größter Bedeutung, denn diese

sollte nicht an der Kindergartentüre enden! Wir als Pädagogen und ihr als

Eltern müssen uns unserer Vorbildfunktion sehr wohl bewusst sein!

Das Qualitätssiegel „Bewegungskindergarten“ steht somit für eine zeit- und

kindgerechte Betreuung, für Erziehung und vorschulische Bildung der Kinder

in der körperliche Bewegung als elementare Voraussetzung der kindlichen

Entwicklung verstanden und tagtäglich im Kindergarten gelebt wird!

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Bewegungskindergarten Brederis

Wir Pädagoginnen haben die Weiterbildung des Sportservice Vorarlberg

absolviert und dürfen uns nun stolz „

Bewegungskindergartenpädagoginnen“ nennen!

Im Oktober werden wir das Zertifikat „Bewegungskindergarten“ erhalten und

tragen ab diesem Tag den Namen „Bewegungskindergarten Brederis“!

Wir werden uns bemühen, euren Kindern und auch euch eine

bewegungsanregende und bewegungsfreundliche Atmosphäre zu schaffen, in

der ihr euch wohlfühlen könnt!

„Gutes Tun und darüber reden“, so lautet unser Motto – nur gemeinsam

können wir unseren Kindern zu einem positiven Körperbewusstsein und einer

positiven Einstellung zur Bewegung verhelfen, wenn wir darüber reden und

mittun!

Auf bewegte Zeiten mit euch freuen sich eure Bresner

Bewegungspädagoginnen!

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Bewegungskindergarten Brederis

9.6 Integration

„Alle Kinder haben das Recht, in ihrem natürlichen sozialen Umfeld,

inmitten unserer Gesellschaft in Achtung und Würde zu leben. Dies zu

erreichen ist unsere Aufgabe. Dafür arbeiten wir. Dafür kämpfen wir.“

(Arbeitsgemeinschaft für Integration behinderter Kinder Vorarlberg)

Was ist Integration?

Bei Integration handelt es sich um den Versuch jemanden in ein größeres

Ganzes einzugliedern. Es geht auch um das Zusammenfügen von Menschen,

welche zuvor als Gruppe getrennt waren, um das Vervollständigen,

Verbinden oder die Wiederherstellung von Ganzheit. Ein wesentlicher

Bestandteil ist die Akzeptanz der Vielfalt.

Integration strebt das Ziel an, dass alle Menschen der Gesellschaft denselben

Stellenwert und dieselben Rechte haben.

Im Bereich der integrativen Kindergartenarbeit zielen wir das gemeinsame

Leben, Spielen und Lernen in heterogenen Gruppen an und möchten somit

Normalisierung anbahnen.

Das Berufsbild der Sonderkindergartenpädagogin und Frühförderin

Die Ausbildung findet an der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik in

Feldkirch statt, ist berufsbegleitend und dauert 5 Semester. Vorausgesetzt

wird eine zweijährige Berufserfahrung als diplomierte Kindergartenpädagogin

Die Inhalte der Ausbildung bauen auf der Ausbildung zur

Kindergartenpädagogin auf. Es wird ein umfassendes Wissen über die

speziellen Bedürfnisse der betroffenen Kinder und die Anforderungen des

Berufes gelehrt. Weiters erwerben die Teilnehmerinnen die Fähigkeit zur

gezielten Förderung von Kindern mit Entwicklungs- und

Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsstörungen und Behinderungen.

Verschiedene Modelle und Arbeitsweisen, welche die Integration der

betroffenen Kinder in Spielgruppen, Kindergärten etc. unterstützen, werden

vermittelt. Die Inhalte umfassen:

spezielles Fachwissen der Heil-, Sonder- und Integrationspädagogik

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Bewegungskindergarten Brederis

Methoden und didaktische Umsetzungen im kognitiv – perzeptiven, im

sozial – emotionalen, im kommunikativ – sprachlichen, im motorischpflegerisch

– basalen, im auditiven und im visuellen Bereich

Kenntnisse von heil- und sonderpädagogischen Arbeitsweisen und

wissenschaftlichen Methoden

Medizinische Grundkenntnisse

Bildung in psychologischen, soziologischen, biologischen und ethischen

Grundhaltungen der Heil- und Sonderpädagogik

Im Rahmen der Diplomprüfung kann sich die Absolventin auf ein spezifisches

Fachgebiet der Sonder- und Heilpädagogik spezialisieren

Die Aufgaben einer Sonderkindergartenpädagogin und Frühförderin sind:

Soziale und personale Integration

Individuelle Förderung

Unterstützung und Förderung aller Kindergartenkinder

Schriftliche Planung und Reflexion

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Folgende Fähigkeiten und Fertigkeiten werden erwartet:












Offenheit, Kommunikationsbereitschaft, Konfliktmanagement

Achtsamkeit und Toleranz im Umgang mit Menschen

Reflexion des eigenen Denkens und Handelns

erkennen von persönlichen Kompetenzen und Grenzen

Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit unter anderem mit

Eltern, Erziehungsberechtigten, Kindergartenteam, Fachdiensten

Vertrautheit mit heil- und sonderpädagogischen Arbeitsweisen und

Fördermöglichkeiten

Grundlegende Kenntnisse der wissenschaftlichen Methoden zur

Erkennung von Entwicklungsauffälligkeiten oder

Entwicklungsstörungen

kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Methoden der Heilund

Sonderpädagogik im Sinne eines sich stetig wandelnden

Menschbildes

Entwicklung adäquater pädagogischer Handlungsmethoden im

integrativen Prozess

Entfaltung von Eigeninitiative und kreativem innovativem Handeln

Interesse zur Weiterbildung

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Bewegungskindergarten Brederis

Die Rahmenbedingungen für Integration im Kindergarten sollte wie

folgt sein:

kleine Gruppengröße

Fachpersonal mit heilpädagogischer Ausbildung

räumliche Bedingungen („barrierefrei“)

zusätzliches Material (Bohnenwanne, Hängeschaukel, Führungsbank,

TimeTimer, Boardmaker,….)

intensive Zusammenarbeit und regelmäßiger Austausch von Pädagogen

– Eltern – Therapeuten – anderen Fachpersonen

Fortbildung und Intervision bzw. Supervision

Unsere Grundsätze der integrativen Arbeit im Kindergarten

1. Grundsatz der Einzigartigkeit eines jeden Kindes

Bei jedem Kind stehen die Stärken, Fähig- und Fertigkeiten sowie die

Interessen im Vordergrund und nicht die Defizite. Außerdem arbeiten wir

nicht gegen das Fehlende sondern FÜR das Fehlende. Durch intensive und

differenzierte Beobachtungen verschaffen wir uns von jedem Kind individuell

einen Überblick über den Entwicklungsstand und setzen gezielte Förderung

dort an, wo das Kind in seiner Entwicklung gerade steht.

2. Grundsatz der Wohnortnähe

Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, in seinem Wohngebiet den

Kindergarten zu besuchen. Somit besteht von Anfang an die Möglichkeit,

dass das Kind erstens wahrgenommen und zweitens Schritt für Schritt in die

Gesellschaft eingebunden wird.

3. Grundsatz einer pädagogischen Integration

Es sollen Fähigkeiten, besonders soziale Kompetenzen, in einer Gemeinschaft

entwickelt werden können. Die Pädagogin hat den Auftrag, den Kindern das

Prinzip der Toleranz näher zu bringen um Vielfalt als Normalität annehmen zu

können. Somit kann das Miteinander auch außerhalb des Kindergartens

unterstützt werden. Außerdem muss die Gesamtpersönlichkeit des Kindes das

Hauptinteresse der Pädagogin sein. Bevor sie ein Kind erziehen und begleiten

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Bewegungskindergarten Brederis

kann, muss sie das Kind verstehen. Das geschieht durch eine intensive

Auseinandersetzung mit der individuellen Lebensgeschichte des Kindes und

dem Feststellen des genauen Entwicklungsstandes durch Beobachtung.

4. Grundsatz einer integrierten pädagogischen und heilpädagogischen

Betreuung

Im Kindergarten wird das soziale Miteinander angestrebt. Die

Diagnosestellung sowie die Therapien finden außerhalb des Kindergartens

statt und nur durch Fachpersonal wie. z.B. Therapeuten, Ärzte, Psychologen.

Oberste Priorität sollte der regelmäßige, fachliche Austausch haben.

Gemeinsam müssen Fachpersonal, Eltern und Pädagogen für das Kind

arbeiten – alle ziehen am gleichen Strang.

5. Grundsatz der Freiwilligkeit

Integration kann nur dann gelingen, wenn alle Beteiligten dazu bereit sind.

Sind die Eltern oder aber der Kindergarten nicht bereit für Integration im

Kindergarten, wird der Versuch der Integration erfolglos sein. Die

Integrationsarbeit muss für alle Beteiligten zumutbar sein und darf nicht

belasten. Denn nur durch die Freiwilligkeit können sich Prozesse entwickeln,

von denen alle Beteiligten profitieren können, vor allem aber das betroffene

Kind

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Bewegungskindergarten Brederis

Unsere 3 Hauptziele von Integration

1. Personale Integration

das Kind soll akzeptiert werden, das führt zu innerer Sicherheit und

unterstützt ein stabiles Selbstkonzept

eine relative körperliche Gesundheit ist die wesentliche Voraussetzung dafür

das Kind soll Sicherheit im Alltag erlangen und muss Einsicht und Bezug zu

seiner Umwelt haben

2. Soziale Integration

das Kind wird in ein größeres Ganzes eingebunden inklusive der Familie

das Kind soll in seine Umgebung eingebunden sein und in ihr tätig werden

können

das Kind soll in verschiedenen Gruppen aktiv sein: Spiel-, Lern-,

Freizeitgruppen und später auch in der Arbeitswelt

3. Integration im Alltag

das Kind soll ein Miteinander in Institutionen und der Gesellschaft erleben

soziale Integration begünstigt Normalisierung

das Kind soll nicht nur räumlich, psychisch und physisch integriert sein

SONDERN es soll auch alle Kompetenzen, Einstellungen, Lebensvollzugs- und

Umgangsformen erlernen, die im Kindergartenn gelebt werden

das Kind soll ein Optimum an Unabhängigkeit erlangen

Elternarbeit in der Integrationsgruppe

Das Um und Auf der Integrationsarbeit ist eine erfolgreiche Elternarbeit. Die Eltern

des betroffenen Kindes sehen wir als Spezialisten an, die das Kind von allen

Beteiligten am besten kennen. Ihre Erfahrungswerte können wesentlich zum

Erfolg der Integrationsarbeit im Kindergarten beitragen. Für einen guten

Austausch braucht es eine gute Basis die durch Offenheit und Ehrlichkeit

charakterisiert ist. Elternarbeit kann in verschiedensten Formen stattfinden:

tägliche Tür- und Angelspräche für den Austausch von kurzen, wichtigen

Informationen

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Bewegungskindergarten Brederis

bei Bedarf das Einsetzen eines Kommunikationsmittels (Mitteilungsheft,

BigMac,Tablet,…) damit die wichtigsten Informationen an alle Beteiligten

weiter gegeben werden können

Gesprächstermine um Entwicklungsfortschritte, aktuelle Themen und

Anliegen zu besprechen. Gespräche sollten in regelmäßigen Abständen von 2

– 3 Monaten erfolgen oder aber nach Bedarf

Wie findet im Kindergarten Förderung statt?

Nach einer intensiven Beobachtungsphase wird für das Kind ein individueller

Entwicklungsplan erstellt. Aufgrund der Beobachtungen werden Förderziele

formuliert und Förderimpulse geplant. Diese Förderimpulse finden während der

Freispielzeit statt. Die gesetzten Impulse stehen auch den anderen Kindern zu

Verfügung. Dadurch kann Normalisierung begünstigt werden und ein

„Sonderstatus“ wird vermieden. Außerdem wird das soziale Miteinander begünstigt.

Beobachten, Reflektieren, Evaluieren, Erstellen von neuen Zielen und das Planen

sind ein fortwährender dynamischer Prozess. Wir als Pädagoginnen müssen

flexibel auf die Veränderungen und Entwicklungsschritte der Kinder reagieren und

gegebenenfalls Ziele sowie geplante Förderimpulse abändern. Anregungen z.B.

aus der Ergotherapie können in Absprache mit der Therapeutin ebenfalls im

Kindergartenalltag umgesetzt werden. Wir als Pädagoginnen informieren die Eltern

über die Förderimpulse im Kindergarten und regen an, bei Bedarf die Impulse zu

Hause fortzuführen.

Die Vorteile von Integration können sein

„altersgemäß entwickelte“ Kinder gewinnen Erfahrungen im Umgang mit

Kindern mit Behinderung/Beeinträchtigung

Kinder lernen Ängste ab zu bauen und Fragen zu stellen, sowie diese zu

bewältigen

es besteht die Chance, dass diese Kinder einen liberalen Umgang zu

Menschen mit Behinderung und dem Thema Vielfalt entwickeln

schwächere Kinder können an Selbstvertrauen gewinnen und haben so die

Chance einen positiven Selbstwert zu erlangen

Rücksichtnahme, Toleranz, aktives Helfen wird begünstigt

Kinder mit Beeinträchtigung(en) können sich in ihrer gewohnter Umgebung

entwickeln

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Bewegungskindergarten Brederis

sie können Freundschaften zu anderen, gleichaltrigen Kindern aufbauen

der natürliche Umgang aller Beteiligten wird von Anfang an begünstigt

der Kindergartenbesuch kann ein erstes in die Öffentlichkeit Treten des

Kindes sein

Eltern können neue Kontakte knüpfen und sich austauschen

positive Grundhaltungen werden geübt

die Mutter-Kind-Symbiose kann positiv aufgelöst werden

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Bewegungskindergarten Brederis

9.7 Sprachförderung

Überall ist Sprache zu finden, sei das beim Basteln, Spielen, Bilderbucherzählen,

Reimen, beim Erlernen eines Gedichtes, Experimentieren oder bei allen anderen

Tätigkeiten im täglichen Leben. Sprache ist für den Menschen eines der

wichtigsten Kommunikationsmittel. Wir können uns durch sie ausdrücken, mit

anderen in Kontakt treten und zu Informationen und Wissen gelangen. Gerade für

Kinder mit Migrationshintergrund sind Sprachkenntnisse eine Grundvoraussetzung

für die Schule. Im Kindergarten werden wir Kindergartenpädagoginnen durch

zusätzliche Sprachförderinnen stark unterstützt. Jeder Gruppe steht für 8 Stunden

(1,5 Stunden davon Vorbereitung) eine Sprachförderin zur Verfügung. Diese

arbeitet zum Teil in Kleingruppen außerhalb des Gruppengeschehens, aber auch in

der ganzen Gruppe mit und gibt zusätzliche Sprachförderung an alle Kinder. Über

das ganze Jahr hinweg findet ein reger Austausch und eine gute Zusammenarbeit

und Ergänzung zwischen den Kindergartenpädagoginnen und den

Sprachförderinnen statt.

Die Ziele der Sprachförderung, die bei uns im Kindergarten stattfindet, sind

vielfältig. An erster Stelle steht es, den Kindern Freude an der Sprache und am

Erzählen zu vermitteln. Den Kindern soll eine Wortschatzerweiterung ermöglicht

werden, indem verschiedene Themen besprochen werden.

Die Worte sollen durch genaues Hören und Betonung der Silben immer klarer

ausgesprochen werden können. Eine besonders große Herausforderung, die

jedoch auch hier angegangen wird, ist es, eine korrekte Grammatik zu erlernen.

Als Voraussetzung für die Grammatik werden Satzstrukturen gebildet, Fragen

gestellt und die Kinder sind aufgefordert, in ganzen Sätzen zu sprechen.

Die vielen Spiele, Reime, Lieder und Bücher vereinfachen es den Kindern, die

Sprachmelodie zu erkennen und sie ihnen vertraut zu machen. Eine der

Grundvoraussetzungen der Sprachförderung ist es, ein gutes Sprachvorbild zu sein.

Um die Motivation der Kinder zu steigern eignen sich Themen, die sie direkt

betreffen. So wird zum einen das Kind selbst beim Sprechen in den Mittelpunkt

gerückt. Zum anderen geht es um Themen, die das Kind betreffen, z.B. der eigene

Körper, das Umfeld (Familie, Kindergarten, Freundeskreis), die Farben und Formen

die Tierwelt und vieles mehr.

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Bewegungskindergarten Brederis

Durch verschiedene einfache Spiele kann der Wortschatz erweitert oder Satzbau

geübt werden. Die Verbildlichung ist dabei besonders wichtig. All diese Spiele

können ohne großen Aufwand auch zu Hause gespielt werden, was sie für die

Kinder besonders reizvoll machen.

Die Sprachförderung holt das Kind ab, wo es gerade steht und gibt ihm Impulse,

seinen größten Kommunikationsschatz – die Sprache – weiter zu entwickeln.

9.8 Schulvorbereitung

Der Übergang vom Kindergarten in die Schule ist für jedes Kind ein besonderer

Lebensabschnitt. Viele neue Anforderungen und Lernprozesse erwarten das Kind

in der Schule.

Im Kindergarten wird dem Kind eine gute Grundlage für die Anforderungen der

Schule erschaffen. Schulvorbereitung beginnt nicht erst im letzten

Kindergartenjahr. Alle Erfahrungen, die das Kind von Geburt an macht, bereiten es

auf den Schuleintritt vor. Wir betrachten deshalb unsere gesamte Arbeit als

„vorschulische“ Erziehung. Werte wie Empathie, Hilfsbereitschaft, Konfliktlösung

etc. werden schon vom ersten Kindergartentag eingeübt.

„Die Form des kindlichen Lernens ist das Spiel!“

Im Kindergarten haben die Kinder die Möglichkeit, durch ein vielfältiges Angebot

Erfahrungen zu machen. Vorschulblätter, die von den meisten Eltern als wichtig

angesehen werden, dienen lediglich der Überprüfung gewisser Fähigkeiten und

Fertigkeiten und werden freiwillig den Kindern zur Verfügung gestellt. Nicht zu

vergessen ist, dass sie ein hohes Maß an Durchhaltevermögen und Konzentration

fordern. Deshalb sollte man die Kinder nicht dazu zwingen. Allen Kindern stehen

Malblätter, Mandalas und Arbeitsblätter zur Verfügung.

Durch spielerische Art und Weise wird dem Kind das Zahlen-, Formen-, Mengen-,

Raum-, und Lageverständnis sowie das Rollenverhalten z.B. sich einbringen,

abwarten können, Wünsche und Bedürfnisse äußern und vertreten, Regeln

erkennen,... immer wieder beigebracht und gefördert.

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Bewegungskindergarten Brederis

Durch Lieder, Gedichte, Bilderbücher, Reime, Dialoge, Silben klatschen, und

Gespräche wird die Sprache des Kindes stark gefördert. Dies ist ein wichtiger

Lernprozess und Vorläufer des Schrift - Spracherwerbs.

Feinmotorik, Kreativität, Ausdauer und Konzentration werden durch Bastel- Malund

Schneidearbeiten, Weben, Perlenketten auffädeln, Bügelbilder legen etc.

erhöht.

Bewegung und Lernen sind eng miteinander verknüpft. Wir bewegen uns fast

täglich im Außengelände, wo gerannt, balanciert und gehüpft werden kann,

ebenso an unseren Ausgangstagen, im Gruppenraum (z.B. mit

Bewegungsgeschichten) und im Turnsaal. Dabei werden Bewegungsabläufe,

Grobmotorik, Selbsteinschätzung und Gleichgewicht gezielt gefördert.

Schulspiele:

Am Ende des zweiten Kindergartenjahres betreiben wir mit den großen Kindern

vermehrt spielerische Schulvorbereitung. Die Schulvorbereitungswochen sind in

folgende Schwerpunkte eingeteilt: Farben und Formen, Körperwahrnehmung,

Buchstaben und Zahlen. Jeweils zwei Wochen lang beschäftigen wir uns mit einem

Thema, wo verschiedene Schulspiele zur Verfügung stehen, die die Kinder im

Freispiel selbstständig oder mit Hilfe ausprobieren können. Sind alle Spiele gespielt

worden, wartet auf das Kind eine kleine Belohnung. Es finden auch zwei

vorbereitete und aufbauende Bewegungseinheiten zum jeweiligen Thema in

diesen zwei Wochen statt.

All diese Angebote und Förderungen machen unsere Kinder zu starken,

selbständigen Persönlichkeiten mit einem hohen Maß an Sozialverhalten. Somit

haben sie einen guten Anhaltspunkt, sodass sie in die Schule gut einsteigen

werden und die Freude am Lernen nicht verlieren.

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Bewegungskindergarten Brederis

„Was man einem Kind beibringt, kann es nicht selber entdecken!

Aber nur das, was es selber entdeckt

verbessert seine Fähigkeit Probleme zu verstehen und zu lösen.“

Jean Piaget

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Bewegungskindergarten Brederis

10 Elternarbeit

Der Kindergarten – ein Ort für die Familie

Ein wesentlicher Bestandteil der pädagogischen Arbeit im Hinblick auf das Wohl

des einzelnen Kindes, ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern.

Denn mit dem Beginn des Kindergartenbesuches starten sowohl Eltern als auch

Kinder in einen neuen Lebensabschnitt. Dabei brauchen

Kindergartenpädagoginnen und Eltern sich gegenseitig, um Betreuung, Bildung

und Erziehung der Kinder bestmöglichst zu gewährleisten.

Formen der Zusammenarbeit:

Tür- und Angelgespräche

Diese finden täglich bei den Bring- und Abholzeiten statt. Dieser

Erfahrungsaustausch über das Erleben des Kindes im Kindergartenalltag ist ein

fester Bestandteil unserer Elternarbeit.

Vereinbarte Elterngespräche

Die Eltern werden gezielt über die Entwicklung ihres Kindes informiert und

gemeinsam werden dann Schritte zur weiteren und individuellen Förderung

beschlossen. Vertraulichkeit wird gewährleistet!

Schulgespräche

Diese finden einmal jährlich für die Kinder im letzten Kindergartenjahr statt. Dabei

bekommen die Eltern Einblick in die Entwicklung und Schulreife ihres Kindes.

Elternabende

Zu Beginn des Kindergartenjahres findet ein Informationselternabend statt, im

laufenden Kindergartenjahr wechseln sich themenbezogene Elternabende ab.

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Bewegungskindergarten Brederis

Elternbriefe / Elterninfo

Im Elternbrief erhalten Eltern Informationen über Geschehnisse im Kindergarten.

Weiters werden Termine, geplante Ausflüge, Aktivitäten und Feste bekannt

gegeben. Das Elterninfo dient zur genauen Übersicht unserer Langzeitplanung.

Hier werden aktuelle Themen und Projekte genauer beschrieben und wichtige

Termine für die nächste Zeit aufgelistet.

Feste feiern im Jahreskreis

In jedem Kindergartenjahr gibt es mehrere Feste – es sind Höhepunkte, auf die

sich alle freuen. Sie helfen Kontakte zwischen Eltern, Kindergartenpädagoginnen

und Kindern zu vertiefen, fördern Brauchtum und Tradition.

Homepage

www.rankweil.at

-> Bürgerservice -> Kindergärten -> Kindergarten Brederis

Hier findet man immer wieder aktuelle Berichte über unseren Kindergartenalltag,

ein Besuch auf unsere Homepage lohnt sich!

Kindergarten ABC

Das Kindergarten ABC ist unser Leitfaden durch das gesamte Kindergartenjahr,

das bei uns im Kindergarten erhältlich ist.

„Der Kindergarten kann ergänzen und unterstützen,

aber die Familie nicht ersetzen!“

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Bewegungskindergarten Brederis

11 Zusammenarbeit mit Institutionen

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen:

Um unsere pädagogische Arbeit zu erweitern und den Eltern eine kompetente

Beratung und Unterstützung bei der Erziehung ihrer Kinder zu ermöglichen,

arbeiten wir sehr eng mit verschiedenen Institutionen und Fachdiensten

zusammen.

Unsere Zusammenarbeit erstreckt sich über verschiedene Bereiche und

Institutionen, die uns in unserer Arbeit mit den Kindern von großer Bedeutung

sind. Damit gemeint sind sowohl pädagogische Einrichtungen in der Umgebung,

als auch Einrichtungen des Landes Vorarlberg bzw. unseres Trägers.

Formen der Zusammenarbeit:

Volksschule Brederis:

Austausch diverser organisatorischer Dinge, Elternabende, Schulbesuche der

zukünftigen Schulkinder, Besuch des Direktors bzw. der zukünftigen

Erstklasslehrer im Kindergarten um erste Kontakte zu knüpfen und ein Vertrauen

aufzubauen; Schulgespräche der Pädagoginnen mit den Lehrpersonen;

gemeinsame Aktivitäten der Pädagoginnen;

Kindergärten Rankweil:

Leiterinnensitzungen, Austausch von Informationen, Austausch von Medien;

gemeinsame Aktivitäten; gemeinsame Gestaltung der Homepage; gelegentliche

Treffen bei Vertreterbesuchen;

AKS Feldkirch (Arbeitskreis für Sozialmedizin):

Therapeutische Begleitung von Kindern mit erhöhten Förderbedürfnissen; reger

Austausch bzw. Zusammenarbeit zwischen Kindergarten – Therapeuten – Eltern –

Kind!

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Bewegungskindergarten Brederis

Mobile Sonderkindergartenpädagogin:

Das AKS beschäftigt eine mobile Sonderkindergartenpädagogin, die von uns

jederzeit zu Hilfe gerufen werden kann und die die Brücke zwischen uns als

Pädagogen, Eltern, Kind, AKS bilden soll!

IFS Feldkirch (Institut für Sozialdienste):

Beratung und Betreuung für Kinder und Eltern in schwierigen Lebensumständen –

Austausch und Zusammenarbeit mit Kindergarten, Eltern, Therapeuten und

Kindern!

Private Therapeuten (Logopäden, Kinesiologen,…):

Oft vermitteln wir den Eltern Adressen und Kontakte zu Logopäden bzw. diversen

anderen privaten Betreuungseinrichtungen in der Umgebung.

Jugendwohlfahrt:

In einzelnen Fällen dient uns die Jugendwohlfahrt als Ansprechpartner bei Kindern

mit auffälligem Verhalten. In diesen Fällen sind wir dazu verpflichtet, Meldung zu

machen.

Träger (Marktgemeinde Rankweil):

Einerseits sind wir verpflichtet, unseren Träger über unsere Arbeit zu informieren

bzw. ihm bestimmte Vorkommnisse zu melden. Andererseits sind wir auch

verpflichtet, seinen Vorgaben nachkommen zu können.

Kindergarteninspektorat:

Unsere Inspektorin Margot Thoma ist unsere Ansprechpartnerin am Land. Sie

steht uns mit Rat und Tat zur Seite und versorgt uns mit wichtigen Informationen!

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Bewegungskindergarten Brederis

Diverse andere kleinere Institutionen unterstützen uns durch ihre Arbeit

bzw. ihr Angebot:

Polizei der Marktgemeinde Rankweil – Verkehrserziehung

Sichere Gemeinde mit diversen Angeboten in Form von

Veranstaltungsangeboten

Dentomobil und der Besuch der Zahngesundheitserzieher in Form der

Zahngesundheitserziehung;

All diese Institutionen stehen uns in unserer pädagogischen Arbeit unterstützend

zur Seite und ergänzen unseren Bildungsauftrag am Kind. Die Kontaktaufnahme

mit bestimmten Institutionen darf aber nur in Absprache mit den Eltern stattfinden

und unterliegt unserer Schweigepflicht zum Schutz des Kindes und der Eltern.

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Bewegungskindergarten Brederis

12 Öffentlichkeitsarbeit

Der Kindergarten ist eine öffentliche Institution, die mit vielen außenstehenden

Personen zusammenarbeitet. Unser Ziel ist es, Eltern, Familienmitglieder, die

Gemeinde, andere Institutionen und Einrichtungen und alle Interessierten an

unserem Kindergartengeschehen teilhaben zu lassen und miteinzubeziehen. Es ist

uns ein Anliegen, diese Kontakte zu pflegen, Neue zu knüpfen und voneinander zu

profitieren. So unternehmen wir unter dem Jahr passend zu unseren Themen viele

Exkursionen und Ausflügen, wie zum Beispiel zur Feuerwehr oder ins Altersheim,

laden Außenstehende zu uns ein und gestalten Familienfeste. Wir sind auch sehr

bemüht, alle Interessierten stets auf dem Laufenden zu halten und so sind wir wir

auch im Internet mit diversen aktuellen Berichten und Bildern aus dem

Kindergartenalltag vertreten. Zu finden ist unsere Internetseite unter folgendem

Link:

www.rankweil.at -> Bürgerservice -> Kindergärten -> Kindergarten Brederis

Unsere Berichte werden auch im Gemeindeblatt veröffentlicht.

Der Kindergarten ist eine wichtige vorschulische Einrichtung, die durch eine gute

Öffent-lichkeitsarbeit an Beachtung und Wertschätzung gewinnt. Durch die

Öffnung des Kinder-gartens nach außen und durch eine gegenseitige

Zusammenarbeit, können wir zu einer großen Gemeinschaft zusammenwachsen.

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Bewegungskindergarten Brederis

13 Schlussworte

Um eine qualitativ hochwertige Betreuungs- und Bildungseinrichtung zu sein,

gehören verschiedene Faktoren zusammen. Wir sind stets bemüht, alle Bereiche

nach bestem Wissen zum Wohle der Kinder und deren Eltern zu erfüllen. Nur

wenn wir alle an einem Strang ziehen, kann unsere Arbeit Früchte tragen. Durch

die Erarbeitung unserer Konzep-tion haben wir uns alle selber und unsere

Arbeitsweise neu reflektiert. Wir haben uns zum Teil von alten Denkmustern gelöst,

viel Neues kennen gelernt, haben zusammen über verschiedene Themen diskutiert

und wurden in unserer Arbeit neu gestärkt. Genau so wie wir uns stetig

weiterentwickeln und unsere Arbeit hinterfragen, so ist auch diese Konzeption im

stetigen Wandel der Zeit. Sie trägt nur so lange ihre Gültigkeit, wie sie auch für

alle Beteiligten vertretbar ist. Daher liegt es in unserem Sinne, diese Konzeption

auch fortlaufend zu aktualisieren, sodass Leser und Leserinnen sich gewiss sein

können, dass wir Kindergartenpädagoginnen alle hinter unserer Konzeption stehen.

Wir sind sehr stolz darauf, sie jetzt als fertiges Produkt in unseren Händen halten

zu können. Oft ist es schwer einen genauen Einblick in all unserer Tätigkeiten zu

bekommen. Anhand dieser Konzeption kann man sich ein genaues Bild dieses

Kindergartens, unserer Arbeitsweise und allen sich darin befindlichen Aspekten

machen.

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Bewegungskindergarten Brederis

14 Danksagung

Eine Konzeption zu schreiben bedeutet, sich sehr intensiv und kritisch mit der

eigenen Arbeit auseinander zu setzen. Am Ende entstand, so dank aller Beteiligten,

die vor-liegende Konzeption, die als künftiger Leitfaden dient und die

Kindergartenarbeit somit transparenter gestaltet. In unserer täglichen Arbeit

begegnen wir vielen Menschen, die uns unterstützen und durch die wir effizient

arbeiten können.

Unser Dank gilt daher besonders:

unserem Träger, der Marktgemeinde Rankweil

unserem Bürgermeister Ing. Martin Summer

unserem Ansprechpartner auf der Gemeinde Norbert Preg

allen Eltern für das große Vertrauen in unsere Arbeit und für das rege Interesse

am Kindergartengeschehen

all denjenigen, die diese Konzeption mitgestaltet haben

DANKE!

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Bewegungskindergarten Brederis

15 Literaturverzeichnis

Konzeptionsentwicklung in Kindertagesstätten, Armin Krenz, Bildungsverlag

EINS

Erfolgreiche Konzeptionsentwicklungen in Kindertagesstätten, Bärbel und

Werner Schlummer, Reinhardt Verlag

Bildung und Erziehung im Kindergarten, Charlotte Niederle, Elisabeth

Michelic, Friederike Lenzeder

Methoden des Kindergartens 1, Charlotte Niederle, Landesverlag Linz

Methoden des Kindergartens 3, Charlotte Niederle, Landesverlag Linz

Alles über den Bewegungskindergarten, Renate Zimmer

Unterlagen vom Sportservice Dornbirn

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Bewegungskindergarten Brederis

16 Anlagen

Folder: “Nimm dir Zeit”

Kindergarten ABC

Folder: Kindergärten der Marktgemeinde Rankweil

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