berg bau Zeitschrift für Rohstoffgewinnung, Energie, Umwelt - RDB eV

rdb.ev.de

berg bau Zeitschrift für Rohstoffgewinnung, Energie, Umwelt - RDB eV

Offizielles Organ

des RDB e.V.

Ring Deutscher

Bergingenieure

5

Mai

2013

64. Jahrgang

berg

bau

bau

Zeitschrift für

Rohstoffgewinnung,

Energie, Umwelt

K 10978


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Offizielles Organ

des RDB e.V.

Ring Deutscher

Bergingenieure

5

Mai

berg

Zeitschrift für

Energie, Umweltbau

K 10978

berg

bau

5

2013

Rohstoffgewinnung,

64. Jahrgang

Zeitschrift für

Rohstoffgewinnung,

Energie, Umwelt



Titelbild: Cat ® Detect Personnel - Personenerkennung im Streb

Um die Sicherheit untertage weiter zu verbessern, bietet Caterpillar ein System zur Personenerkennung

(PPD Personal Proximity Detection) im Streb an. Die Cat Minestar Technologie

„Cat ® Detect Personnel“ ermöglicht die Lokalisierung von Bergleuten im Streb und leitet diese

Informationen direkt an die Schildausbausteuerung weiter. Hierdurch kann zum Beispiel das

automatische Vorrücken eines Schildes verzögert bzw. verhindert werden, wenn eine Person

in dem betreffenden Bereich des Strebes geortet wird. Als Assistenzfunktion neben dem Ausbaugesperrtschalter

leistet Cat ® Detect Personnel einen erheblichen Schritt zu Steigerung der

Sicherheit untertage.

Weitere Informationen: www.mining.cat.com

Inhaltsübersicht

194 bergbau aktuell

Tagebau

196 Bau des neuen

Bandsammelpunktes im

Tagebau Inden aus

geotechnischer Sicht

Dipl.-Ing. Michael Weuffel,

Bergheim,

Dr.-Ing. Matthias Nendza,

Aachen,

Dipl.-Ing. Ulrich Wilden,

Bergheim

Tagebausanierung

202 Auswertung und Erkenntnisse

aus den bisherigen

Schadensfällen auf Grund von

Verflüssigung bei Innenkippen

in der Lausitz

Dipl.-Ing. Jörg Weißbach,

Prof. Dr.-Ing. Wolfram Kudla,

Freiberg

Uranerzbergbau

208 „Uran für Moskau“ –

Streiflichter zur Geschichte

der Wismut AG

Dr. oec. Rainer Karlsch, Berlin

Entsorgungsbergbau

212 Hochverfügbare

Still-Elektrostapler für die

Sicherung der aktuellen

Aufgaben der Schachtanlage

Asse II über- und untertage

Dipl.-Ing. Peter Springfeld, Berlin

Rohstoffkooperation

214 Russisch-Deutsche

Ressourcenuniversität soll

Rohstoffkooperation stärken

Historischer Bergbau

215 Reviertypische

Grubenlampen, Teil 1

Dipl.-Ing. Werner Horning,

Frankfurt am Main

Fachverbände und Unternehmen

218 Mitgliederversammlung der

Fachgruppe Gesteinsbaustoffe

des UVMB und

12. Baustoffkolloquium

Aus- und Fortbildung

219 RAG-Stiftungsvorstand

Bergerhoff-Wodopia

besuchte Nachbergbau-

Nachwuchskräfte

219 TFH Georg Agricola begrüßt

neue Studierende

Forschung und Prüfung

220 Klassiker mit klarer

Kompetenz –

DMT-BergbauForum

macht das Dutzend voll

221 Industrie

223 Journal

224 Veranstaltungen

RDB-Betriebserfahrungsaustausch

226 Exkursion zum

Versuchsendlagerbergwerk

Asse

229 Exkursion zum Bergwerk

Prosper-Haniel – Standort

Schacht Franz Haniel

RDB e.V.

231 RDB-Mitteilungen

232 RDB-Veranstaltungen

233 RDB-Ehrung

Dr.-Ing. Bruno Heide

234 RDB-Mitteilungen

240 RDB-Info/Impressum

195 Stellenanzeige

Buchbesprechungen

211 Nach Untertage – Wie ein

schlesischer Flüchtlingsjunge

aus Niederbayern in den

Ruhrbergbau kam

228 Bauphysik-Kalender 2013

Vorschau 6/2013












bergbau 5/2013 193


erg

aktuell

bau

Peter Schrimpf zum stellvertretenden Vorsitzenden

des Vorstandes bestellt

Der Aufsichtsrat des Unternehmens hat Peter Schrimpf, Mitglied

des Vorstandes der RAG und als Arbeitsdirektor zuständig

für das Ressort Belegschaft, zum stellvertretenden Vorsitzenden

des Vorstandes bestellt. „Die Berufung zeigt, welche Bedeutung

der Personalarbeit gerade im Auslauf des deutschen Steinkohlenbergbaus

zukommt“, meinten übereinstimmend der RAG-Aufsichtsratsvorsitzende

Dr. Werner Müller, Vorsitzender des Vorstandes

der RAG-Stiftung, sowie der stellvertretende RAG-Aufsichtsratsvorsitzende

und ehemalige Vorsitzende der IG Bergbau,

Chemie und Energie, Hubertus Schmoldt. Ende 2018 schließt

das letzte deutsche Steinkohlenbergwerk.

Der damit verbundene Belegschaftsabbau wird sozialverträglich

gestaltet. Gleichzeitig aber müssen die Arbeitsprozesse produktiv

und sicher bleiben. Dies erfordert eine nach wie vor hoch motivierte

und leistungsfähige Mannschaft. Wie erfolgreich die Bewältigung

dieser Prozesse bisher verläuft, zeigen unter anderem auch die aktuellen

Unfallzahlen, die sich auf einem historischen Tief befinden.

Peter Schrimpf wurde am 20.12.1956 geboren. Der heute 56-jährige

diplomierte 1984 an der RWTH Aachen zum Bergbau-Ingenieur.

Nach unterschiedlichen Positionen auf Bergwerken des RAG-

Konzerns wurde er Anfang 2004 Leiter der Hauptabteilung Personal

der Deutschen Steinkohle AG (DSK) und kurze Zeit später Mitglied

des Vorstandes der Deutschen Steinkohle AG (DSK). Seit Januar

2008 ist Peter Schrimpf Mitglied des Vorstandes der RAG.“

Internet: www.rag.de

Energieverbrauch wächst stärker als Wirtschaft

Entwicklung und Struktur des Energieverbrauchs wurden 2012

in Deutschland vor allem durch die energiepolitischen Beschlüsse

sowie niedrige Temperaturen geprägt. Insgesamt stieg der

Verbrauch an Primärenergien auf 13 645 PJ oder rund 466 Mio. t

SKE. „Das entspricht einer Zunahme von knapp 1 % gegenüber

dem Vorjahr und einem Niveau, das nur wenig über dem Krisenjahr

2009 liegt“, erläuterte das geschäftsführende Vorstandsmitglied

der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Hans-Joachim

Ziesing, anlässlich der Vorlage der vorläufigen Jahresdaten zum

Energieverbrauch in Deutschland.

Den größten Einfluss auf den Energieverbrauch hatte 2012 die

vergleichsweise kühle Witterung. Die gemessene Durchschnittstemperatur

von 9,2 °C lag unter dem Mittel der vergangenen

10 Jahre und deutlich tiefer als im Vorjahr (9,7 °C). Von der verbrauchssteigernden

Wirkung der niedrigen Temperaturen profitierten

vor allem die Wärmeenergien Mineralöl (Heizöl) und Erdgas.

Von der Konjunktur gingen dagegen verbrauchsdämpfende Effekte

aus. Zwar stieg die gesamte wirtschaftliche Leistung um

Energieträger

PRIMÄRENERGIEVERBRAUCH IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND

2011/2012(*)

Jahreswerte

2011 2012 2011 2012 2012/2011

Petajoule (PJ)

Mio. t SKE

Petajoule

Veränderungen Anteile in %

Mio. t

SKE

% 2011 2012

Mineralöl 4537 4513 154,8 154,0 -23 -0,8 -0,5 33,6 33,1

Erdgas 2911 2953 99,3 100,8 +42 +1,5 +1,4 21,5 21,6

Steinkohle 1621 1671 55,3 57,0 +50 +1,7 +3,1 12,0 12,2

Braunkohle 1562 1645 53,3 56,1 +83 +2,8 +5,3 11,6 12,1

Kernenergie 1178 1085 40,2 37,0 -93 -3,2 -7,9 8,7 8,0

Erneuerbare Energien 1465 1583 50,0 54,0 +118 +4,0 +8,1 10,8 11,6

Stromaustauschsaldo -23 -83 -0,8 -2,8 -61 -2,1 … -0,2 -0,6

Sonstige 267 278 9,1 9,5 +11 +0,4 +4,1 2,0 2,0

Insgesamt 13518 13645 461,2 465,6 +127 +4,4 +0,9 100,0 100,0

1 PJ (Petajoule) = 10 15 Joule

1 Mio. t SKE entsprechen 29,308 PJ

03/2013 (*) vorläufig

0,7 %. Allerdings verringerte sich im produzierenden Gewerbe -

insbesondere in den energieintensiven Industrien - die Produktion

um insgesamt 1,2 %.

Ohne den verbrauchssteigernden Effekt der kühlen Witterung

wäre der Energieverbrauch in Deutschland nach den Berechnungen

der AG Energiebilanzen um fast 1 % gesunken.

Bei den einzelnen Energieträgern verlief die Entwicklung unterschiedlich.

Die stärkste prozentuale Zunahme gab es bei den

erneuerbaren Energien. Sie legten insgesamt um etwas über 8 %

zu. Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch

stieg von 10,8 auf 11,6 %. Zuwächse verbuchten auch die

Steinkohle (+ 3,1 %) und die Braunkohle (+ 5,3 %). Beide Energien

leisteten einen Betrag zum Gesamtverbrauch in Höhe von jeweils

rund 12 %. Das Erdgas legte um 1,4 % zu und trug mit gut einem

Fünftel zum Gesamtverbrauch bei. Das Mineralöl blieb mit einem

Anteil von gut einem Drittel wichtigster Energieträger. Während

der Verbrauch an Heizöl, Diesel- und Flugkraftstoff zunahm, gab

es beim Absatz an Ottokraftstoff erneut einen Rückgang. Die Bedeutung

der Kernenergie nahm infolge des Ausstiegsprogramms

weiter ab. 2012 hatte dieser Energieträger nur noch einen Anteil

von 8 % am Gesamtverbrauch. 2012 konnte Deutschland 32 %

des gesamten Energieverbrauchs aus heimischen Energieressourcen

decken. Die größten Beiträge lieferten die Braunkohle

sowie die erneuerbaren Energien.

Anders als beim gesamten Energieverbrauch kam es beim

Stromverbrauch zu einem Rückgang. Der Bruttostromverbrauch

sank um etwas mehr als 1 % auf 595 Mrd. kWh. Die Bruttostromerzeugung

lag dagegen um gut 1 % über dem Vorjahreswert. Eine

höhere Nachfrage aus dem Ausland führte zu einem positiven

Stromaustauschsaldo.

Wie die AG Energiebilanzen berechnete, hat sich die gesamtwirtschaftliche

Energieproduktivität im vergangenen Jahr geringfügig

verschlechtert. Ohne den Witterungseinfluss wäre die gesamtwirtschaftliche

Energieeffizienz zwar um 1,5 % gestiegen,

hätte damit aber den langjährigen Mittelwert von 1,9 % nicht

erreicht. Die gesamtwirtschaftliche Stromproduktivität hat sich

dagegen positiv entwickelt und verzeichnete eine kräftige Steigerung

um über 2 %. Hier lag die Zunahme in den vergangenen 20

Jahren nur bei jahresdurchschnittlich rd. 1 %.

Der Jahresbericht der AG Energiebilanzen bietet zusätzlich zu

den präzisen Daten der Verbrauchsentwicklungen ausführliche Detailinformationen

zur Energieeffizienz, zur Preisentwicklung sowie

eine erste Abschätzung der energiebedingten CO 2 -Emissionen.

Der Jahresbericht ist damit eine wichtige Daten- und Arbeitsgrundlage

für das von der Bundesregierung beschlossene Monitoring

zur Energiewende.“

Internet: www.ag-energiebilanzen.de

„Mining Solutions mit neuem Geschäftsfeld“

„Die RAG Mining Solutions GmbH mit Sitz in Herne erweitert

ihr Geschäftsfeld: So bietet der Bereich Umweltschutz seinen

Kunden aus Industrie und öffentlicher Hand seit geraumer Zeit

Lösungen zum Korrosionsschutz an.

Hintergrund: Die jährlichen Kosten durch Korrosionsschäden

und deren Folgen summieren sich für die deutsche Industrie

nach Experten-Schätzungen auf mehrere Mrd. €. RAG Mining

Solutions will sich auf diesem attraktiven Markt etablieren. In der

Vergangenheit hat das Unternehmen bereits einige Projekte realisiert,

unter anderem ein neuer Schutzanstrich für eine Schleuse

in Saarbrücken. Neben Aufträgen aus der Wasserschifffahrt sind

laut Ludwig Simon, Leiter der Sparte Industriesanierung, die Bereiche

Industrieanlagen, Verkehrstechnik, Anlagen- und Maschinenbau

sowie die Ver- und Entsorgung verstärkt das Ziel.“

Internet: www.derwesten.de

194 bergbau 5/2013


erg

aktuell

bau

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Ring Deutscher Bergingenieure

Der RDB e.V. ist der Ring von Ingenieuren, Technikern und Führungskräften

in der Rohstoffindustrie, in Behörden und Instituten

sowie in Fachschulen, Hochschulen und Universitäten.

44 Bezirksvereine in ganz Deutschland betreuen die rund 8 000 Mitglieder

des RDB e.V..

Der RDB e.V. steht für

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Förderung der bergmännischen Kameradschaft.

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Informationen

RDB e.V.

Juliusstraße 9

45728 Essen

Tel.: 0201/232238

Fax: 0201/234578

E-Mail: rdb@rdb-ev.de

Internet: www.rdb-ev.de

20. und 21. Juni 2013

in Leipzig

Programm und Anmeldung

unter www.bergbauforum.de

bergbau 5/2013 195


Tagebau

Bau des neuen Bandsammelpunktes im Tagebau

Inden aus geotechnischer Sicht

Dipl.-Ing. Michael Weuffel, Bergheim, Dr.-Ing. Matthias Nendza, Aachen,

Dipl.-Ing. Ulrich Wilden, Bergheim*

Im Städtedreieck zwischen Köln,

Aachen und Mönchengladbach

liegt das rheinische Braunkohlenrevier.

In den dortigen 3, von

der RWE Power AG betriebenen

Tagebauen Hambach, Garzweiler

und Inden werden jährlich bis zu

100 Mio. t Braunkohle gefördert.

Rund 90 % dieser Fördermenge

werden in den RWE Power eigenen

Braunkohlenkraftwerken zur

Stromerzeugung, die übrigen 10 %

in den Fabriken zur Herstellung

von Veredlungsprodukten eingesetzt.

Die in den o.g. 3 Tagebauen

genehmigungsrechtlich abgesicherten

Kohlenvorräte betragen

knapp 3,24 Mrd. t und können die

Versorgung der Kraftwerke und

Fabriken im rheinischen Revier

somit bis zur Mitte des Jahrhunderts

sicherstellen. Von der

jährlichen Braunkohlenfördermenge

entfallen etwa 20 bis 25 Mio. t

auf den Tagebau Inden, die dieser

ausschließlich in das benachbarte

Kraftwerk Weisweiler liefert. Beide

Betriebe bilden zusammen einen

Inselbetrieb, da eine Versorgung

des Kraftwerks aus anderen Tagebauen

nicht möglich ist.

Um das weitere Vorfeld des

Tagebaues Inden mit dem Abbau

erschließen zu können, musste

der Bandsammelpunkt, der seit

Mitte der 1980er Jahre in Betrieb

war, an einen neuen Standort,

nördlich der Ortschaft Lamersdorf,

verlegt werden (Bild 1). Die Inbetriebnahme

des neuen Bandsammelpunktes

erfolgte im Juni 2008

[1], [2], [3].

*Dipl.-Ing. Michael Weuffel

RWE Power AG

Abteilung PCS-GE

Zum Gut Bohlendorf

50126 Bergheim

Tel.: 02271 / 751 22785

E-Mail: michael.weuffel@rwe.com

Internet: www.rwe.com

Dr.-Ing. Matthias Nendza

Geotechnisches Büro

Prof. Dr.-Ing. H. Düllmann

Neuenhofstraße 112

52078 Aachen

Tel.: 0241 / 928390

E-Mail: nendza@gbduellmann.de

Internet: www.rwe.com

Dipl.-Ing. Ulrich Wilden

RWE Power AG

Abteilung PCS-GE

Zum Gut Bohlendorf

50126 Bergheim

Tel.: 02271 / 751 22789

E-Mail: ulrich.wilden@rwe.com

Internet: www.rwe.com

Geotechnische Situation

Der Standort des neuen Bandsammelpunktes

liegt in einem zuvor ausgekohlten

und wiederverfüllten Tagebaubereich. Der

Aufbau des neuen Bandsammelpunktes

musste entsprechend der Tagebauentwicklung

des Tagebaus Inden erfolgen.

Dies bedeutete, dass zu Beginn der Baumaßnahme

nur ein Teil des Unterplanums

für den Bandsammelpunkt verkippt war.

Die restliche Fläche konnte erst nach

der Auskohlung baubegleitend mittels

Bandabsetzer hergestellt werden.

Das Kippenmaterial besteht überwiegend

aus eng gestuften Mittelsanden (SE

nach DIN 18196). Der Schluffanteil liegt

bei rd. 8,5 Massen-%, der Sandanteil dominiert

mit 91,3 Massen-%, die Kippenmächtigkeit

beträgt i.M. 29 m.

Bedingt durch die überwiegend sehr

lockere Lagerungsdichte und der unterschiedlichen,

zum Teil kurzen Liegezeit

des Kippenmaterials waren ungleichmäßige

Setzungen infolge der Kippeneigensetzung

nicht ganz auszuschließen, wobei die

Höhe der Kippeneigensetzung abhängig

vom Kippenmaterial, der Kippenmächtigkeit

und der Liegezeit der Kippenschichten

ist. Zusätzlich wird durch die Kippenauflast

das Liegende wiederbelastet. Des

Weiteren wurden Setzungen als Folge der

Belastungen durch die Aufbauten, wie z.B.

die Stahlkonstruktionen der Bandstraßen,

erwartet. Daher erforderte die Gründung

auf dem frisch verkippten, wenig tragfähigen

Kippenboden besondere Maßnahmen,

um verträgliche Verformungen bzw.

1 Gesamtübersicht Neubau Bandsammelpunkt Inden II

196 bergbau 5/2013


Tagebau

Setzungen zu gewährleisten. Der Aufwand

der Verbesserungsmaßnahmen richtete

sich nach der Anforderung möglichst kleiner

bauwerksverträglicher Verformungen

im Gebrauchszustand einerseits und der

Wirtschaftlichkeit andererseits.

Da die Verkippung ausschließlich mit

dem Großabsetzer erfolgten sollte, wurden

im Vorfeld Bauverfahren untersucht,

die zum Einen eine optimale Flächenbefestigung

zuließen und zum Anderen

die Leistung des Großabsetzers nicht zu

sehr beeinflussten. Zu diesen Bauverfahren

zählen u.a. Bergbauverbesserungen

durch Verdichten, durch Stabilisierung und

durch Bodenaustausch.

Baugrundverbesserung durch

Verdichten

Die einfachste Art, einen verformungsarmen

Baugrund zu erzeugen, ist die

Vorbelastung durch einen Damm. Demgegenüber

steht die lange Liegezeit des

Dammes (mindestens 6 Monate), die dieses

Bauverfahren nur bei Baumaßnahmen

mit großem zeitlichen Vorlauf attraktiv und

wirtschaftlich werden lässt.

Die Verfahren, die auf der Stoßverdichtung

beruhen, setzen schlagartig große

Energien frei, die auf den Baugrund einwirken.

Die bekannteste Form ist die dynamische

Intensivverdichtung nach

Menard. Hierbei wird ein Gewicht mit einem

Kran angehoben und im freien Fall

auf den Boden fallen gelassen. Die Reichweite

der verbesserten Bereiche ist von

der Bodenzusammensetzung, der Fallhöhe,

dem Fallgewicht, dem Rastermaß und

der Schlagzahl abhängig.

Das Verfahren der Rütteldruckverdichtung

ist eine Methode der Tiefenverdichtung,

die mit Hilfe eines Tiefenrüttlers ausgeführt

wird. Bei dem Tiefenrüttler handelt

es sich um einen zylindrischen Körper mit

einem Durchmesser von 30 bis 40 cm und

einer Länge von 3 bis 5 m. Bedingt durch

sein Eigengewicht von 15 bis 25 kN dringt

der Tiefenrüttler, unterstützt durch die Spülkraft

von Wasser und mit Hilfe der von ihm

erzeugten Schwingungen, bis zu einer geplanten

Tiefe in den Boden ein. Der an einem

Kran oder Bagger hängende Rüttler

wird nun in vorher festgelegten Hebungsstufen

und Zeitintervallen aus dem Boden

gezogen. Durch die horizontalen Schwingungen

werden die Bodenkörner im Einflussbereich

(bis zu 5 m Durchmesser) des

Rüttlers dazu angeregt, sich umzulagern

und in eine dichtere Lagerung überzugehen.

Je nach Bodenbeschaffenheit kann eine Volumenverminderung

von bis zu 15% eintreten.

Dieses Verfahren findet besonders in

Böden Anwendung, die keine Kohäsion aufweisen

und sich durch Schwingungen verdichten

lassen. Also in grobkörnigen Böden

wie Sanden und Kiesen.

Diese Variante wurde nicht umgesetzt,

da ein konzentrierter Wassereintrag in den

Kippenkörper vermieden werden sollte.

Als weiteres Verfahren der Bodenverbesserung

bietet sich die Verdichtung mittels

Walzenzügen oder Anhängerwalzen

an. Besonders gute Erfahrungen konnten

durch den Einsatz eines von der Fa. BO-

MAG entwickelten Walzenzuges mit Polygonbandage

(z.B. Typ: BW 225D-3 BVC-

Variocontrol mit Polygonbandage, Gewicht

25 t) gemacht werden. Anders als bei einer

Rundbandage, deren Kraftwirkungsrichtung

sich während des Abrollvorgangs nicht

ändert, beruht die besondere Verdichtungswirkung

der Polygonbandage auf einem

stetigen Kraftrichtungswechsel von Platten-

und Keilsegmenten. Die Plattensegmente

verdichten dabei durch Einleitung

konzentrierter vertikaler Druckkräfte. Die

Keilsegmente bewirken eine Verformung

des Bodens, indem durch die hohe Linienbelastung

und die Drehbewegung der Bandage

Schubkräfte eingeleitet werden, die

den Boden örtlich verschieben. Die Kombination

von Spitzendruck und Schubkräften

ergibt ein verdichtungsförderndes Kneten

und Entspannen des Bodens. Hierdurch ist

es möglich, relativ hohe Verdichtungs- und

Tiefwirkungen zu erzielen.

Probefeld

Tagebau

Garzweiler

05/2006

Tagebau

Inden

05/2011

Baugrundverbesserung durch

Stabilisierung

Zu diesem Verfahren zählt u.a. die Rüttelstopfverdichtung.

Dieses Verfahren

ist eine Weiterentwicklung der o.g. Rütteldruckverdichtung.

Die Baugrundverbesserung

der verdichtungsunwilligen Böden erfolgt

durch die Herstellung lastabtragender

Stopfsäulen aus verdichtetem grobkörnigem

Zugabematerial. Das Zugabematerial

wird jeweils bei dem schrittweisen Anziehen

(Pilgerschritt) des Schleusenrüttlers

eingebracht. Dann wird der Schleusenrüttler

wieder abgelassen, so dass er das

eingebrachte Material ebenfalls verdichtet

und verdrängt. Dadurch verspannt sich

der umliegende Boden und erhöht seine

Stützwirkung für die Stopfsäulen. Die Säulendurchmesser

liegen zwischen 60 cm

und 1,0 m, die Rasterabstände zwischen

1,0 und 2,5 m.

Baugrundverbesserung durch

Bodenaustausch

Diese Variante stellt für den Einsatz

des Großabsetzers eine wirtschaftliche

Lösung dar. Die Verkippung erfolgt ohne

Zusatzmaßnahmen bis zum Gründungsniveau

der Bodenplatte des Bandsammelpunktes.

Nur im Bereich der Fundamente

für die Stahlkonstruktion der Bandstraßen

wird der unterhalb der Gründungssohle der

Fundamente anstehende gering tragfähige

Boden durch verdichtungsfähigen Kiesboden

ersetzt. Die Mächtigkeit der Polsterschicht

ist abhängig von den Lasten, die in

den Baugrund abgeleitet werden müssen

und den Fundamentbreiten. Bevor die Bodenplatte

dann hergestellt wird, erfolgt die

Verdichtung des fertiggestellten Planums.

Nach der Prüfung aller möglichen Baugrundverbesserungsmaßnahmen

stellte

sich als wirtschaftlichste Lösung eine weitere

Variante heraus, bei welcher der Absetzer

die obersten 3,50 m in 2 Scheiben

(2,0 m und 1,50 m) verkippte. Nach Abschluss

der Verkippung jeder Scheibe fanden

die Verdichtungsarbeiten statt, wobei

eine mindestens mitteldichte Lagerung erreicht

werden sollte. Die Erreichung dieser

Lagerungsdichte ist abhängig von der Anzahl

der Überfahrten. Bei zurückliegenden

Verdichtungsversuchen mit der Polygonwalze

wurde festgestellt, dass ein locker

gelagerter Sand mit 9 Verdichtungsüberfahrten

im erforderlichen Maß verdichtet

werden kann.

Bei einigen außerhalb der Stahlbetonplatte

des Bandsammelpunktes liegenden

Fundamenten der Stahlkonstruktion für

die Bandtrasse erfolgte die Erhöhung der

Tragfähigkeit des Kippenbodens mittels

Rüttelstopfverdichtung.

Probeverdichtungen

Zwischen 2006 und 2011 wurden Probeverdichtungen

an frischen Kippen in den

Eingesetzte Verdichtungsgeräte

Typ Gewicht Frequenz Amplitude Überfahrten

DYNAPAC CA 302

Walzenzug,

Glattmantelbandage

BOMAG TD-3

Walzenzug,

Polygonbandage

LANDPAC

Hochenergieverdichter

(HEIC)

BOMAG BW 226

Walzenzug,

Polygonbandage

14,9 t 33 Hz 1,7 mm 9

28,0 t 26 Hz 2,5 mm 9

12,0 t - 150 bis 230 mm 20 / 30 / 40

32,0 t 25 Hz 2,5 mm 6 / 10 / 16

Tabelle 1: Zusammenfassung der Auswertung berücksichtigter Probefelder und

eingesetzter Verdichtungsgeräte

bergbau 5/2013 197


Tagebau

Tagebauen Garzweiler und Inden mit unterschiedlichen

Verdichtungsgeräten durchgeführt

und ausgewertet. Verdichtet wurden

jeweils Kippenböden, die mit einer sehr lockeren

bzw. lockeren Ausgangslagerungsdichte

gute Ausgangsbedingungen für die

Durchführung von Probeverdichtungen

boten. Für den Vergleich wurden die Ergebnisse

der eingesetzten Walzenzüge mit

Glattmantelbandage und Polygonbandage

sowie einer Anhängewalze Typ LANDPAC

herangezogen (Tabelle 1).

Eigenschaften der Kippenböden

Das Kippenmaterial im Bereich der

durchgeführten Probeverdichtungen besteht

überwiegend aus den Abraummassen

des Tagebaus. Es setzt sich aus quartären

und tertiären Sanden, Kiesen und

Schluffen zusammen, die durch die Gewinnung

und den Absetzvorgang durchmischt

wurden. Es entstand dadurch ein

neues „technogenes“ Lockergestein, ursprüngliche

Bodenschichtungen sind nicht

mehr vorhanden.

In der Regel dominiert die Sandkornfraktion.

Dabei handelt es sich mehrheitlich

um enggestufte Sande und um weitgestufte

Sand-Kies-Gemische mit schluffigen

Beimengungen. Im Mittel lässt sich das

Kippenmaterial als schluffiger, schwach

kiesiger Sand ansprechen und nach DIN

18 196 der Gruppe der gemischtkörnigen

Böden „SU“ zuordnen. Das Kornverteilungsband

der Kippenböden ist graphisch

in Bild 2 zusammengefasst.

Eingesetzte Verdichtungsgeräte

Walzenzug mit Glattmantelbandage

Eingesetzt wurde ein im Tagebau Garzweiler

vorhandenes, relativ leichtes Gerät

vom Typ CA 302 (Bild 3) mit einem Gesamtgewicht

von 14,9 t. Die mittlere Fahrgeschwindigkeit

des Gerätes lag zwischen

1,0 bis 1,5 km/h. Die Zahl der Übergänge

wurde mit max. Ü = 9 gewählt.

Walzenzug mit Polygonbandage

Bei den Probefeldern in den Tagebauen

Garzweiler 2006 und Inden 2011 wurde

jeweils ein Walzenzug mit Polygonbandage

eingesetzt (Bild 4). Der Walzenzug

2 Kornverteilungsband der Kippenböden

3 Dynapac-Glattmantelwalze, Typ: CA 302

des Typs BW 226 kam 2006 in Garzweiler

zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um

ein inzwischen bewährtes Standardgerät

der Firma BOMAG. Das Gesamtgewicht

beträgt 28,0 t.

Der Walzenzug Typ BW 332 gehört

mit einem Gesamtgewicht von insgesamt

32,0 t zu den schwersten bisher in Serie

gebauten Vibrationswalzen. Dieses neu

von der Firma BOMAG entwickelte Gerät

wurde im Probefeld im Tagebau Inden

2011 eingesetzt.

4 Walzenzug mit Polygonbandage, BOMAG

BW 226 bzw. BW 332

Anhängewalze Typ LANDPAC

Das Arbeitsprinzip der Anhängewalze

des Typs LANDPAC besteht darin, durch

wiederholte Walzenübergänge mit einer nockenförmigen

Stahlbandage bei einem Gewicht

von 10 t eine hohe Schlagenergie aus

einer Fallhöhe von 150 bis 230 mm auf die

Bodenoberfläche aufzubringen. Die Fahrgeschwindigkeit

ist im Vergleich zu den Walzenzügen

mit ca. 10 km/h verhältnismäßig

hoch. Die Gesamtmasse der Anhängewalze

beträgt 12 t. Bei den Verdichtungsversuchen

wurde die Zahl der Verdichtungsübergänge

(Ü) seitens des Geräteherstellers

mit

20, 30 und 40 vorgegeben

(Bild 5).

Konzept der

Probeverdichtungen

Die angelegten

Probefelder in den

Tagebauen Garzweiler

und Inden bestanden

aus Fahrstreifen

mit einer an

5 Anhängewalze Typ LANDPAC mit

Zuggerät

die Bandagengröße des jeweiligen Verdichtungsgerätes

angepassten Spurbreite.

Die Fahrstreifen bzw. Verdichtungsspuren

hatten eine Länge von 50 m. Die

Beschaffenheit der Kippenböden wurde

vorlaufend mittels Rammkernsondierungen

erkundet und mit leichten Rammsondierungen

wurde die Ausgangslagerungsdichte

der Kippe vor der Verdichtung

ermittelt. Es folgte die Verdichtung der

Probefelder mit den unterschiedlichen

Verdichtungsgeräten und den jeweils gewählten

Überfahrten. Nach einer Ruhezeit

des Bodens von mindestens 2 Tagen wurde

die Veränderung der Lagerungsdichte

mittels leichten Rammsondierungen detektiert.

Ergebnisse der

Probeverdichtungen

Die Ergebnisse der Probeverdichtungen

lassen sich anschaulich an Hand eines

Verbesserungsfaktors darstellen. Der

Verbesserungsfaktor ergibt sich aus dem

Quotienten der Mittelwerte der Schlagzahlen

der leichten Rammsondierungen

N10 vor und nach der Verdichtung. In der

Auswertung bedeutet somit ein Verbesserungsfaktor

von 1,0 keine Steigerung der

Schlagzahlen nach der Verdichtung. Ein

Verbesserungsfaktor von 2,0 dokumentiert

eine Verdoppelung des Schlagzahlniveaus.

Ergebnisse der Probeverdichtungen im

Tagebau Garzweiler 2006

Eine teufendifferenzierte Auswertung

der Verbesserungsfaktoren des Probefeldes

im Tagebau Garzweiler 2006 ist in

Bild 6 dargestellt. In dem Probefeld wurden

die Walzenzüge mit Glattmantelbandage

(DYNAPAC) und Polygonbandage

(BOMAG) sowie die Anhängewalze des

Typs LANDPAC eingesetzt.

Der ermittelte Verbesserungsfaktor für

den Walzenzug mit Glattmantelbandage

steigt auf dem oberen halben Meter bis auf

einen Wert von ca. 2 an. Darunter nimmt

der Verbesserungsfaktor kontinuierlich ab.

Die Einwirktiefe des Walzenzuges mit Glattmantelbandage

kann bei 9 Überfahrten mit

ca. 0,5 m bewertet werden. Mittels Walzenzug

mit Polygonbandage (BW 226; 28,0 t)

werden deutlich höhere Verbesserungsfak-

198 bergbau 5/2013


Tagebau

6 Probeverdichtungen im Tagebau Garzweiler 2006,

Verbesserungsfaktoren

(Mittelwert N 10 nach der Verdichtung / Mittelwert N 10 vor der

Verdichtung)

8 Zusammenfassung Probeverdichtungen, Verbesserungsfaktoren

(Mittelwert N 10 nach der Verdichtung / Mittelwert N 10 vor der

Verdichtung)

7 Probeverdichtungen im Tagebau Inden 2011,

Verbesserungsfaktoren (Mittelwert N 10 nach der Verdichtung/

Mittelwert N 10 vor der Verdichtung)

toren erzielt. Der Höchstwert beträgt 3,1

in einer Tiefe von 1,4 m. Die Einwirktiefe

beträgt bei 9 Überfahrten ca. 3,0 m. Die

Ergebnisse der Verdichtung mit der LAND-

PAC-Anhängewalze zeigen ebenfalls eine

deutliche Tiefenwirkung. Eine Anzahl von

20 bzw. 30 Überfahrten reicht jedoch nicht

aus, um mit dem Polygonbandagen-Walzenzug

vergleichbare Verbesserungsfaktoren

zu erreichen. Hierfür sind ca. 40 Überfahren

erforderlich (Verbesserungsfaktor

3,0 in einer Tiefe von ca. 1,5 m).

Ergebnisse der Probeverdichtungen im

Tagebau Inden 2011

Im Rahmen der Probeverdichtungen im

Tagebau Inden 2011 wurde der von der Fa.

BOMAG neu entwickelte Walzenzug mit

Polygonbandage und einem Gesamtgewicht

von 32 t eingesetzt. Es wurden Verdichtungen

mit 6, 10

und 16 Überfahrten

durchgeführt. Bild 7

zeigt eine teufendifferenzierte

Auswertung

der ermittelten

Verbesserungsfaktoren.

Die Auswertung

der Probeverdichtungen

zeigt, dass bei

10 Überfahrten ein

günstiges Verhältnis

zwischen Verdichtungsergebnis

und

Anzahl der durchgeführten

Überfahrten

erzielt wird und

weitere Überfahrten

keinen deutlichen

Mehrnutzen bringen.

Die Darstellung

zeigt auch, dass die

Erhöhung der Überfahrten

von 6 auf 10

zu einer deutlichen

Verbesserung der

Verdichtung führt.

Zudem dokumentieren

die Ergebnisse

eine ausgeprägte

Tiefenverdichtung durch den schweren

Walzenzug mit Polygonbandage. Es werden

maximale Verbesserungsfaktoren über

6 in einer Tiefe von ca. 1,30 m erreicht. Bis

in eine Tiefe von ca. 4,50 m wird ein Wert

des Verbesserungsfaktors von 2 nicht unterschritten.

Zusammenfassende Bewertung der

Probeverdichtungen

In Bild 8 ist die teufendifferenzierte

Auswertung der ermittelten Verbesserungsfaktoren

der Probefelder Tagebau

Garzweiler 2006 und Tagebau Inden 2011

dargestellt. Für die vergleichende Bewertung

wurden jeweils die Verdichtungen mit

9 bzw. 10 Überfahrten der Walzenzüge

und 40 Überfahrten der LANDPAC-Anhängewalze

gewählt.

Die Walzenzüge mit Polygonbandage

erzielten das beste Verdichtungsergebnis,

wobei mit dem neu entwickelten schweren

Walzenzug der Fa. BOMAG (32 t) nochmals

eine deutliche Steigerung der Verdichtungsleistung

erreicht werden konnte.

Die LANDPAC-Anhängewalze fällt bei der

Bewertung der Verdichtung mit 40 Übergängen

hinter die Ergebnisse der Walzenzüge

mit Polygonbandage zurück. Der

Standardwalzenzug mit Glattmantelbandage

erzielte im Vergleich den geringsten

Dichtezuwachs. Dies ist mit der Form der

Bandage und dem im Vergleich deutlich

geringeren Betriebsgewicht des eingesetzten

Gerätes zu begründen.

Im praktischen Einsatz hat die LAND-

PAC-Anhängewalze den Vorteil einer

vergleichsweise hohen Fahrgeschwindigkeit.

Zur Erzielung von Verdichtungsleistungen,

die denen der Walzenzüge

mit Polygonbandage entsprechen, sind

bergbau 5/2013 199


Tagebau

9 Lage der Untersuchungsansatzstellen

jedoch deutlich mehr Überfahrten erforderlich.

Mit einer mittleren Fahrgeschwindigkeit

der LANDPAC-Anhängewalze von

ca. 10 km/h werden mit 40 Überfahrten

ca. 430 m²/h verdichtet. Die Walzenzüge

mit Polygonbandage erreichen mit einer

mittleren Fahrgeschwindigkeit von 1,3

km/h und 10 erforderlichen Überfahrten

eine spezifische Flächenleistung von ca.

310 m²/h. Aufgrund der konzentrisch gelagerten

Achskonstruktion der LANDPAC-

Anhängewalze stellte sich das Anfahren

im Rahmen der ausgeführten Probeverdichtungen

des Kippenbodens als teilweise

schwierig dar. Für den Einsatz der

LANDPAC-Anhängewalze ist ein Zuggerät

mit einer sehr guten Traktion erforderlich.

Es empfiehlt sich der Einsatz dieses Walzentyps

bei sehr großflächigen Einsatzgebieten,

bei denen möglichst ohne Anhalteoder

Wendevorgänge gearbeitet werden

kann. Die Walzenzüge mit Polygonbandage

bieten den Vorteil, dass sie eine hohe

Verdichtungsleistung mit einer einfachen

Handhabung des Gerätes verbinden und

auch für kleine Flächen geeignet sind. Die

Walzenzüge können wie ein konventioneller

Walzenzug ohne gerätespezifische

Ausbildung bedient werden.

Oberflächennah, d.h. bis ca. 0,4 m u.

GOK, ist bei Einsatz der Walzenzüge mit

Polygonbandage zunächst eine Auflockerung

festzustellen. Ab 0,5 m ergibt sich

eine erhebliche Verbesserung gegenüber

dem Ausgangszustand. In einer Tiefe von

0,6 m bis 1,8 m u. GOK wird im Mittel eine

dichte Lagerung detektiert. Bis zu der betrachteten

Teufe von 5 m wird eine mitteldichte

Lagerung nicht mehr unterschritten.

Nach Abschluss der Verdichtungsarbeiten

ist der aufgelockerte oberflächennahe Bereich

mittels einer Glattmantelwalze nachzuverdichten.

Nachweis der Verdichtung

Auf der Grundlage der unter dem Hauptkapitel

Probeverdichtungen beschriebenen

Ergebnisse der Verdichtungsversuche

in Garzweiler wurde festgelegt, für

die Verdichtung des eingebrachten Kippenmaterials

für den Bandsammelpunkt

Inden den 28 t Walzenzug mit Polygonbandage

der Firma BOMAG einzusetzen,

da das zu verdichtende Material ähnliche

Eigenschaften besitzt wie das beim Verdichtungsversuch

in Garzweiler. Auf jeder

Verkippungsscheibe erfolgten mindestens

9 Überfahrten.

Nach Abschluss der Verdichtungsarbeiten

auf jeder Verkippungsscheibe wurden

zum Nachweis der Verdichtung Sondierungen

mit der leichten Rammsonde (DPL) bis

in eine Tiefe von mindestens 5,0 m durchgeführt.

Mit dieser indirekten Erkundungsmethode

lässt sich der Eindringwiderstand

durch das Einrammen eines Stahlstabes

in den anstehenden Boden ermitteln. Das

Einrammen erfolgt durch einen Rammbären

bei gleich bleibender Fallhöhe, wobei die

Schlagzahlen, die benötigt werden, um einen

Stab 10 cm in den Boden einzubringen,

indirekte Aussagen über die Lagerungsdichte

geben. Die Auswertung erfolgt mittels der

Auftragung der ermittelten Schlagzahlen

über die Tiefe in einem Stufendiagramm.

Der Nachweis der Verdichtungsarbeit erfolgte

an insgesamt 47 Ansatzstellen (Bild 9,

rote Punkte bzw. Kreise).

Ergebnisse der Sondierungen

Repräsentativ für alle Sondierergebnisse

sind im Bild 10 die Ergebnisse bei den

Ansatzstellen 5, 8 und 10 dargestellt. In den

Rammdiagrammen ist die Verdichtung des

Kippenbodens über die Tiefe abgebildet.

Die blaue Linie zeigt die Verdichtung,

die auf der 1. Verdichtungsebene und die

rote Linie die Verdichtung, die auf der 2.

Verdichtungsebene erreicht wurde.

Bei der Betrachtung der Sondierergebnisse

ist zu erkennen, dass nach Abschluss

der Verdichtungsarbeiten auf der

1. Verdichtungsebene eine überwiegend

mitteldichte Lagerung erzielt wurde. Nach

Abschluss der Verdichtung der 2. Verdichtungsebene

weisen die Sondierungen bis

2,0 m Tiefe eine vorwiegend mitteldichte

Lagerung auf. Zwischen 2,0 m und 4,0 m

Tiefe zeigen die Sondierungen eine deutliche

Steigerung der Lagerungsdichte von

mitteldicht auf dicht bis bereichsweise

sehr dicht. Diese Ursache liegt vermutlich

darin begründet, dass der verdichtete Kippenboden

aus der 1. Verdichtungsphase

wie eine Platte wirkt und bei Auflast und

200 bergbau 5/2013


Tagebau

10 Ergebnisse der Rammsondierungen

weiterer Verdichtung somit eine deutliche

Zunahme der Lagerungsdichte bewirkt.

Wie den Diagrammen zu entnehmen ist,

steigt die Anzahl der Schläge pro 10 cm

Sondeneindringung von i.M. 20 Schläge

auf bis 87 Schläge an. Auffallend ist

zudem, dass eine geringe Zunahme der

Lagerungsdichte auch noch in über 4,0 m

Tiefe feststellbar ist.

Zusammenfassung

Bedingt durch das weitere Aufschwenken

des Tagebaues Inden musste der bisherige

Bandsammelpunkt verlegt werden.

Der neue Standort liegt in einem nach der

Auskohlung wiederverfüllten Tagebaubereich.

Aufgrund der lockeren Lagerung

des frisch verkippten Bodenmaterials waren

Verdichtungsverfahren zu vergleichen,

die es ermöglichten, den Baugrund unter

wirtschaftlichen Aspekten so zu verdichten,

dass Bauwerkslasten setzungsarm in

den Untergrund abgeleitet werden können.

Grundlage hierfür waren die Ergebnisse

der in den Tagebauen Garzweiler und Inden

in den Jahren 2006 und 2011 durchgeführten

Verdichtungsversuche.

Mit Hilfe eines 28,0 t Walzenzuges mit

Polygonbandage der Fa. BOMAG wurde

das locker gelagerte Kippenmaterial soweit

verdichtet, dass Ingenieurbauwerke

(wie z.B. die Fundamente der Stahlkonstruktion

der Bandanlage, die eine Bodenpressung

von rd. 200 kN/m² aufweisen)

setzungsarm gegründet werden konnten.

berg

bau

Zeitschrift für

Rohstoffgewinnung,

Energie, Umwelt


E-Mail „Redaktionsteam“:

bergbau@makossa.de

Internet: www.rdb-ev.de

Anhand der Ergebnisse der umfangreich

durchgeführten Sondierungen mit der

leichten Rammsonde konnten die erzielten

Verdichtungen nachgewiesen werden.

Gesonderte Bodenverbesserungsmaßnahmen

waren nur dort erforderlich, wo die

Fundamente eine deutlich höhere Bodenpressung

bzw. große Fundamentflächen

aufweisen bzw. wenn die statisch erforderliche

Gründungssohle in größerer Tiefe

erfolgen muss. Hier wurde eine Baugrundverbesserung

mittels Rüttelstopfverdichtung

durchgeführt.

Als Fazit ist festzuhalten, dass verschiedenste

Verfahren die Möglichkeit bieten,

einen geringtragfähigen Boden unter Berücksichtigung

der geotechnischen Erfordernisse

für ein Bauwerk so zu verdichten,

dass Ingenieurbauwerke setzungsarm gegründet

werden können.

Alle Bilder/Grafiken: RWE Power AG

Literaturverzeichnis

[1] Arthur Oster, Oliver Röggener: 100 Jahre

Zukunft – Tagebau Inden –Braunkohlengewinnung

westlich der Inde zwischen Eschweiler

und Jülich – World of Mining 6/2010, S. 320 bis

337.

[2] RWE Power AG

Pressemitteilung v. 19.05.2009. Neuer Bandsammelpunkt

im Tagebau Inden fertiggestellt.

[3] RWE Power AG: Neuer Bandsammelpunkt

im Tagebau Inden fertiggestellt. Reportage in

Advanced Mining Solutions, 02/2009, S. 62

Tatsächlich verbreitete

Auflage im

Jahresdurchschnitt

8.000 Exemplare

monatlich

Makossa Druck und Medien GmbH

Pommernstraße 17

45889 Gelsenkirchen

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bergbau 5/2013 201


Tagebausanierung

Auswertung und Erkenntnisse aus den bisherigen

Schadensfällen auf Grund von Verflüssigung bei

Innenkippen in der Lausitz

Dipl.-Ing. Jörg Weißbach, Prof. Dr.-Ing. Wolfram Kudla, Freiberg*

Der Braunkohlebergbau in der

Lausitz hat mehrere 100 km²

Kippenflächen hinterlassen. Nach

der Einstellung einer Vielzahl

noch aktiver Tagebaue nach 1990

sind die Kippenflächen saniert

und rekultiviert worden. Die Sanierung

sah vor allem die Erstellung

„versteckter Dämme“ längs

der verbliebenen Restlöcher vor,

um ein Setzungsfließen in das

Restloch zu verhindern und die

notwendige Böschungssicherheit

zu gewährleisten [LMBV 1998].

Gleichzeitig mit der Sanierung

ist das Grundwasser in einem

Großteil der Kippen planmäßig

wieder auf den ursprünglichen

Stand nahe der Geländeoberfläche

angestiegen. Einhergehend

mit dem ansteigenden Grundwasser

kam es seit etwa 2007

zu einer Häufung von Bodenverflüssigungsereignissen.

Diese

erfassten abweichend von bisherigen

Erfahrungen auch nahezu

ebene Innenkippenflächen hinter

den versteckten Dämmen und/

oder nahmen ein Ausmaß an, mit

dem nicht gerechnet worden war.

Die Lausitzer und Mitteldeutsche

Bergbau-Verwaltungsgesellschaft

*Dipl.-Ing. Jörg Weißbach

Institut für Bergbau und Spezialtiefbau

Technische Universität Bergakademie Freiberg

Gustav-Zeuner Str. 1A

09596 Freiberg

Tel.: 03731 / 39 23 57

Fax: 03731 / 39 35 81

E-Mail:

Joerg.Weissbach@mabb.tu-freiberg.de

Internet: www.tu-freiberg.de

Prof. Dr.-Ing. Wolfram Kudla

Institut für Bergbau und Spezialtiefbau

Technische Universität Bergakademie Freiberg

Gustav-Zeuner Str. 1A

09596 Freiberg

Tel.: 03731 / 39 28 93

Fax: 03731 / 39 35 81

E-Mail: Wolfram.Kudla@mabb.tu-freiberg.de

Internet: www.tu-freiberg.de

(LMBV) als Sanierer ehemaliger

Braunkohletagebaue und die

Vattenfall Europe Mining AG als

Betreiber der aktiven und zukünftigen

Tagebaue in der Lausitz haben

Forschungsvorhaben in Auftrag

gegeben, um die Ursachen

für die Bodenverflüssigungen bei

Innenkippen wissenschaftlich zu

untersuchen.

Unter Bodenverflüssigung versteht

man den plötzlichen Verlust

der Scherfestigkeit des Bodens.

Eine Ursache für eine Bodenverflüssigung

kann beispielsweise

ein Kollaps des Korngerüstes unter

Schubverformung bei gleichzeitig

kontraktantem Verhalten

des Bodens sein, bei dem sich

der Porenwasserdruck auf einen

Wert erhöht, der nahezu den totalen

Spannungen entspricht. Die

effektiven Spannungen gehen auf

nahezu Null zurück. Der Boden

geht in eine Suspension über und

ist unbeschränkt deformationsfähig.

Auslöser ist eine Anregung,

ein Initial. Bei einer spontanen

Verflüssigung reicht oft eine kleine

Störung, um eine weiterlaufende

Kettenreaktion auszulösen [LMBV

1998].

Viele Kippenböden in der Lausitz

sind auf Grund ihres Kornaufbaus

besonders verflüssigungsgefährdet.

Meist handelt sich um

Fein- bis Mittelsande mit einem

Feinkornanteil zwischen 3 % und

20 % (vorwiegend 5 % bis 12 %).

Die Körner sind gut abgerundet.

Die Böden sind enggestuft (Ungleichförmigkeitsgrad

C U =1,5 – 3)

und wurden beim Abwurf auf der

Kippe locker abgelagert. Typische

Porenanteile liegen bei 40 bis

45%. Durch den Grundwasserwiederanstieg

verliert der Boden

seine Kapillarkohäsion und liegt

in einem metastabilen Zustand

vor. Schon geringe äußere oder

innere Anregungen können unter

Umständen genügen, um ein

Zusammenbrechen des Korngerüstes

zu verursachen.

Beschreibung der

Schadensfälle

Die Auswirkungen der Bodenverflüssigungen

an der Geländeoberfläche gestalten

sich sehr unterschiedlich (Bilder 1

und 2). Meist werden Flächen von einigen

Hektar erfasst. Auf diesen Flächen kommt

es immer zu Einsenkungen. Darüber hinaus

sind noch folgende Merkmale zu

finden, die je nach Verhältnissen unterschiedlich

ausgeprägt sind und teilweise

auch ganz fehlen:

● Hebungen in ursprünglich tiefer gelegenen

Bereichen

● Abbruchkanten, teils staffelförmig an

den Rändern des betroffenen Gebietes

● Austrittsstellen von Suspension

(„Sandvulkane“)

● Bildung und teilweise sehr große horizontale

Bewegung von Schollen aus

dem erdfeuchten Boden oberhalb des

Grundwasserspiegels

● Nachbrüche (erdfallartige Einbrüche nach

einem Ereignis ohne Suspensionsaustritt).

In die Auswertung von Schadensfällen

im Rahmen der an der TU Bergakademie

Freiberg durchgeführten Foschungsar-

ereignisse

aus den Jahren 2006 bis 2011

nisse

sind in den ehemaligen Tagebauen

1 Zerstörte Kippenstraße nach einer

Bodenverflüssigung im Tagebau

Schlabendorf Süd, Verflüssigungsereignis

vom Typ 2

202 bergbau 5/2013


Tagebausanierung

Schlabendorf Süd, Schlabendorf Nord,

Seese West, Spreetal und Lohsa aufgetreten

(Bild 3). In diesen Tagebauen kamen

Abraumförderbrücken (AFB) vom

Typ F34 zum Einsatz, die im Zweibrückenbetrieb

gefahren wurden. Mit Hilfe dieser

Abraumförderbrücken wurde der Hauptteil

der Kippen aufgebaut. Teilweise wurden

die AFB-Kippen noch durch Absetzerkip-


2 Suspensionsaustrittsstellen und

sedimentierte Suspension im Tagebau

Schlabendorf Süd

Auswertung raumbezogener

Daten und Klassifikation

Durch die Analyse der bei der Markscheiderei

der LMBV vorhandenen Daten

wurden die Bereiche eingegrenzt, die

von Bodenverflüssigung betroffen waren.

Dabei waren vor allem die Daten aus Laserscanbefliegungen

von Bedeutung, die

in unregelmäßigen zeitlichen Abständen

vorgenommen werden. Bei Laserscanbefliegungen

wird aus einem Flugzeug die

Geländeoberfläche mittels Laser abgetastet.

Die Ergebnisse liegen nach einer

3 Lage der Verflüssigungsereignisse

Datenaufbereitung als Geländehöhen in

einem Raster von 1 m vor.

Mit Hilfe der flächendeckend vorliegenden

Geländehöhen lassen sich folgende

Auswertungen und Darstellungen vornehmen:

● Darstellung der Morphologie

● Veränderungen der Geländeoberfläche

durch Absenkung oder Hebung als

Differenz der Geländehöhen zwischen

zwei Befliegungszeitpunkten

● Darstellung der Neigung als Ableitung

der Geländehöhen.

Weiterhin können unter Einbeziehung der

zeitlichen Entwicklung der Grundwasser-


Raten des Grundwasserwiederanstieges

berechnet werden.

Durch georeferenzierte Orthofotos können

Horizontalbewegungen erkannt werden. Dies

gelingt nur dort, wo entsprechende Landmarken

im Vorher- und Nachher-Zustand vorhanden

sind. In die Auswertung wurden nur

Horizontalbewegungen ab 1 m einbezogen,

da erst ab diesem Wert eine Veränderung sicher

erkennbar ist.

In Bild 4 sind die genannten Auswertungen

beispielhaft für ein Ereignis auf

der Innenkippe des Tagebaus Schlabendorf

Nord dargestellt. Bei diesem Ereignis

kam es zu einer flächenhaften Einsenkung

hinter dem versteckten Damm zum Tagebaurestsee.

Über die gesamte Fläche verteilt

trat Suspension aus, die an 2 Stellen

den versteckten Damm überspülte und in

den Restsee abfloss. Diese 2 Stellen sind

in Bild 4 markiert. Im südlichen Bereich

wurden Schollen der erdfeuchten Überdeckung

bis ca. 300 m in den Tagebaurestsee

verdriftet.

Durch das Verflüssigungsereignis am

24.02.2011 wurde eine Fläche von 28,8 ha

erfasst, mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von

1000 m und einer Ost-West-Ausdehnung

von 550 m. Die maximalen Einsenkungen

betrugen 7,48 m und die maximalen Hebungen

2,60 m. Die mittlere Einsenkung lag bei

1,39 m, allerdings blieben hier die Massen,

die unter der Wasseroberfläche des Restsees

abgelagert wurden, unberücksichtigt.

Dadurch ist die mittlere Einsenkung tendenziell

überschätzt. Die maximale Geländehöhendifferenz

vor dem Verflüssigungsereignis

lag bei 13,16 m und die steilste Neigung bei

1: 2,5 (22°), wobei jedoch 98,1 % der Fläche

Neigungen kleiner 1:10 aufwiesen.

Auffällig ist die langgestreckte und zackenartige

Form der von der Verflüssigung

betroffenen Fläche. Die Längsseiten

der verflüssigten Fläche orientieren sich

an der ehemaligen Tagebauachse, der

Strosse. Diese Besonderheit tritt in der

Mehrzahl der untersuchten Flächen auf

und deutet auf eine bevorzugte Ausbreitungsrichtung

der Kettenreaktion längs

der Strosse während des Verflüssigungsvorganges

hin.

Unterscheidung der

Verflüssigungsereignisse

Die meisten der untersuchten Verflüssigungsereignisse

sind ohne erkennbare

Anregung durch menschliche Tätigkeiten

abgelaufen. Lediglich bei 3 von 42 untersuchten

Ereignissen sind Tätigkeiten auf

der Kippe bekannt, die Schwingungen und

Belastungen in den Boden eingetragen

und damit Porenwasserüberdrücke verursacht

haben. Daher sind die Randbedingungen,

die zu einer Bodenverflüssigung

auf der Innenkippe führen, vor allem in

den örtlichen Gegebenheiten zu suchen.

Der Vergleich der Morphologie und der

Grundwasserverhältnisse in den Ereignisflächen

zeigt, dass 2 verschiedene Typen

von Verflüssigungsereignissen zu finden

sind (Bild 5).

Typ 1 ist charakterisiert durch eine weitgehend

ebene Geländeoberfläche vor

dem Verflüssigungsereignis. Der Grundwasserflurabstand

ist zum Ereigniszeitpunkt

noch groß (rund 8 m), jedoch ist die

Rate des Grundwasserwiederanstieges

beträchtlich (bis zu 3 m pro Jahr).

Flächen des Typs 2 weisen vor dem

Verflüssigungsereignis eine bewegte Geländeoberfläche

auf. In Muldenlagen ist

nur ein geringer Grundwasserflurabstand

vorhanden. Teilweise gibt es auch freie

Wasserflächen, die mit dem Grundwasser

korrespondieren. Die Rate des Grundwasserwiederanstieges

ist meist kleiner als in

Flächen des Typs 1.

bergbau 5/2013 203


Tagebausanierung

4 Verflüssigungsereignis vom 24.02.2011 im Tagebau Schlabendorf-Nord

a - Orthofoto vorher; b - Orthofoto nachher; c - Vertikalbewegung; d - Grundwasserflurabstand vorher; e - Morphologie vorher;

f - Morphologie nachher; g - Neigungen vorher; h - Neigungen nachher

Abgegrenzt wird Typ 1 von Typ 2 durch

die Auswertung der Horizontalverschiebung.

Bei Typ 1 sind keine Horizontalverschiebungen

der Geländeoberfläche nach einem

Verflüssigungsereignis feststellbar (< 1 m).

Bei Typ 2 sind in der Mehrzahl der Fälle Horizontalbewegungen

von wenigen Metern zu

sehen, es können aber auch Bewegungen

von mehr als 100 m auftreten.

In Bild 5 sind schematisch die Ausgangssituationen,

der Ablauf und die Geländeoberfläche

nach dem Ereignis für Typ 1 und Typ

2 dargestellt. Typ 1 ist durch Einsenkungen

gekennzeichnet (Bild 6). Die Geländeoberfläche

ist nur punktuell durch Suspensionsaustritte

und Abrisskanten geschädigt.

Bei Flächen des Typs 2 kommt es dagegen

zu einer großflächigen Zerstörung des Geländes

(Bild 1). Die Oberfläche wird in Schollen

zerrissen, die sich schiefstellen. Es bleiben

große Areale zurück, in denen sich Suspension

abgesetzt hat. Steile Randböschungen

stellen zudem einen Ausgangspunkt für weitere

Verflüssigungsereignisse dar.

Meteorologische und

hydrologische

Besonderheiten

Bei der Auswertung der Verflüssigungsereignisse

interessieren im Wesentlichen

die Fragen nach den besonderen Umständen,

wann und wo Ereignisse auftreten.

Die Frage nach dem Wann lässt sich

dabei mit meteorologischen und hydrologischen

Besonderheiten zum jeweiligen

Zeitpunkt verbinden.

Da die meisten Ereignisse in abgelegenen

oder gesperrten Gebieten aufgetreten

sind, ist eine zeitliche Eingrenzung in vielen

Fällen nicht genau möglich. Bekannt

ist lediglich das Datum der Erstentdeckung.

Aus diesem Grund wurden seismische

Aufzeichnungen herangezogen,

die im Wesentlichen im seismologischen

Observatorium Berggießhübel im Osterzgebirge

aufgezeichnet wurden. In vielen

Fällen konnten den Aufzeichnungen reale

204 bergbau 5/2013


Tagebausanierung

5 Bodenverflüssigung Typ 1 (links) und Typ 2 (rechts)

bergbau 5/2013 205


Tagebausanierung

Ereignisse zugeordnet werden, so dass

für die Auswertung von zeitabhängigen

Daten die Zeitpunkte verwendet wurden,

die aus den seismischen Aufzeichnungen

ermittelt wurden. Die Verflüssigungszeitpunkte

sind in Bild 7 auf der Zeitachse

markiert.

6 Ereignis des Typs 1, überwiegend

nur Einsenkungen und geringe

Oberflächenschäden

Danach wurden die meteorologischen

Daten vor dem jeweiligen Verflüssigungszeitpunkten

erhoben (Bild 7). Es handelt

sich dabei um Tageswerte der mittleren

Temperatur und um Niederschlagssummen

der DWD-Station Cottbus. Dabei

zeigte sich, dass fast alle Ereignisse an

hohen Niederschlag und/oder Frost gebunden

sind. Beim Niederschlag ist dabei

ein längerer Zeitraum vor dem Ereignis

maßgeblich. Dazu wurde die Summe der

Niederschläge für 7, 30 und 90 Tage vor

dem Ereignis berechnet. In Bild 7 ist die

90-Tage-Ganglinie dargestellt. Des Weiteren

wurde der Mittelwert der Temperatur

aus den 10 Tagen vor einem Verflüssigungsereignis

berechnet und in Bild 7

dargestellt.

Frostperioden sind daran erkennbar,

dass der Mittelwert der Lufttemperatur

der 10 Vortage unter 0 °C liegt. Aus Bild 7

ist ersichtlich, dass die meisten Ereignisse

bei Frost und damit im Winterhalbjahr

aufgetreten sind. Sowohl Frost als auch

langanhaltende Niederschläge führen zu

einer Reduzierung der Gasdurchlässigkeit

der oberen Bodenzone an der Geländeoberkante.

Bei Niederschlägen sättigen

die oberen Dezimeter auf, wodurch sich

zwangsläufig die Gasdurchlässigkeit reduziert.

Frost und langanhaltende Nieder-

schläge fördern damit das Auftreten von

Bodenverflüssigungen, wobei die eigentliche

Ursache in der Unterbindung des

Gaspfades liegt. Bei dem ab ca. 1 bis 2 m

Tiefe anstehenden Kippengas in der ungesättigten

Zone ist der Sauerstoffanteil der

Luft nahezu vollständig durch CO 2 ersetzt.

Die genaue Wirkungsweise des CO 2 bei

der Verflüssigung wird derzeit untersucht.

Bei der Untersuchung wurden auch

die Parameter Luftdruckveränderung und

Wind untersucht. Diese sind nur in wenigen

Fällen auffällig, z.B. im Zusammenhang

mit dem Orkan Kyrill im Jahr 2007. Bei den

meisten Ereignissen spielen Luftdruckveränderungen

und Wind jedoch keine Rolle.

7 Vergleich der Ereigniszeitpunkte mit der Temperaturentwicklung

und der Summe der Niederschläge

Morphologie der

Geländeoberfläche

Durch den Vergleich der Geländeoberflächen

(vor der Verflüssigung) der von

Verflüssigung betroffenen Flächen lässt

sich der Einfluss von Böschungen feststellen.

Zu diesem Zweck wurde innerhalb

jeder verflüssigten Fläche eine „kritische“

Böschung bestimmt. Es handelt sich dabei

um eine subjektive Auswahl anhand

der Parameter



● niedriger Grundwasserflurabstand am

Böschungsfuß.

Bei dieser „kritischen“ Böschung könnte


genannten Parameter sind in Bild 8 dargestellt.

Auf der Abszisse ist ein Produkt



„kritischen“ Böschung angegeben, da

beide Faktoren die Standsicherheit einer


-

schungsfuß der kritischen Böschung dargestellt.

Die Verflüssigungsereignisse des

Typs 1 sind durch Böschungen gekennzeichnet,

die geringe Höhenunterschie-


stand

zum Ereigniszeitpunkt zwischen

4 m und 11 m und damit meist groß. Bei

Verflüssigungsereignissen des Typs 2

ist die kritische Böschung deutlich ausge-

liegt immer

über 0,2 (zum Vergleich, eine Böschung

mit 2 m Höhenunterschied und einer

Neigung von 1:10 ergibt einen Wert von


großen Horizontalverschiebungen

weisen einen Wert

von >0,7

auf (Bild 8). Bei

0,2< 0,7 können

Horizontalverschiebungen

von

mehreren Hundert

Metern auftreten.

Durch die in Bild 8

vorgenommene

Auswertung wird

deutlich, dass die Ereignisse

des Typs 2,

die große Schäden

an der Geländeoberfläche

hinterlassen,

an „ausgeprägte“

Böschungen mit einem geringen Grundwasserflurabstand

am Böschungsfuß gebunden

sind. Ein negativer Grundwasserflurabstand

bedeutet, dass am Böschungsfuß Wasser

über der Geländeoberfläche angestaut ist.

Die Verflüssigungen des Typs 1 und

des Typs 2 haben die selbe(n) Ursache(n),

auch wenn diese letztlich noch unbekannt

ist/sind. Die Verflüssigungen des Typs 2

verursachen nur deshalb erheblich größere

Oberflächenschäden, da dort Horizontalbewegungen

auftreten. Diese sind

an „bewegtes“ Gelände (Hügel) gebunden,

durch die wesentlich mehr potentielle

Energie im System gespeichert ist, die

sich in kinetische Energie bei der Verflüssigung

umwandelt.

Die natürlichen Initiale, die insbesondere

zu den Verflüssigungsereignissen des

Typs 1 führen, sind Gegenstand weiterer

Forschungsvorhaben.

Sanierungsvarianten

Die Innenkippen im Zuständigkeitsbereich

der LMBV werden derzeit einer

Bewertung hinsichtlich der Gefahr der

206 bergbau 5/2013


Tagebausanierung

Bodenverflüssigung unterzogen. Darauf

aufbauend sollen Teile der Flächen saniert

werden. Es sind verschiedene Sanierungsmöglichkeiten

in der Diskussion,

die noch auf Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit

untersucht werden müssen. Dazu

gehört eine flächendeckende Verdichtung

der Kippe durch schonendes Sprengen

und eine Sicherung von einzelnen Objekten

durch Dräns, die bei einer beginnenden

Verflüssigung die Porenwasserüberdrücke

abbauen.

Bei den Innenkippen der aktiven Tagebaue

von Vattenfall Europe Mining besteht

noch die Möglichkeit, die Geländemodellierung

so zu steuern, dass „steile“ Böschungen

mit „größerer“ Höhe vermieden

werden.

8 Daten von ausgewählten kritischen Böschungen innerhalb der Flächen der

Verflüssigungsereignisse

Fazit

Die Bodenverflüssigungen auf Innenkippen

in der Lausitz lassen sich in 2 Typen

unterscheiden. Bei Typ 1 treten lediglich

Vertikalverformungen auf, es kommt zu

Einsenkungen an der Geländeoberfläche.

Bei Typ 2 kommt es teils zu großen Horizontalverschiebungen,

die Geländeoberfläche

wird stark zerstört. Bodenverflüssigungen

des Typs 2 sind an ausgeprägte

Böschungen und geringe Grundwasserflurabstände

gebunden.

Der Zeitpunkt der Bodenverflüssigung

ist überwiegend an einen hohen Niederschlag

in einem längeren Zeitraum und/

oder Frost gebunden. Beide Vorgänge

verändern den Sättigungsgrad in Kippen

und verringern die Gasdurchlässigkeit der

ungesättigten Bodenzone und können so

eine Verflüssigung begünstigen (natürliche

Initiale). Davon abzugrenzen sind anthropogene

Intiale, wie Verdichtungsmaßnahmen

und Massenauftrag.

Die Vorgänge in der Kippe, die eine

Verflüssigung auslösen können, sind Gegenstand

weiterer Forschungen. Ein besonderer

Fokus wird dabei auf Sackungen

auf den Innenkippen gelegt.

Alle Bilder und Grafiken: Verfasser

Literaturverzeichnis

LMBV (Hrsg.): Beurteilung der Setzungsfließgefahr

und Schutz von Kippen gegen Setzungsfließen.

(„Grünes Heft“). Senftenberg,

Dezember 1998

TU Bergakademie Freiberg: Untersuchungen

zur Bodenverflüssigung und zu Sackungen in

flachwelligen Kippenbereichen - Zwischenbericht

zu Recherche, Analyse und Ursachenfindung

zu bekannten Schadensereignissen.

Unveröffentlicht, Freiberg, Juli 2012

Diener, U.: Sackungen von Kippen - Modellversuche

und statistisch gestützte Betrachtungen.

Dissertation. TU Bergakademie Freiberg,

Freiberg, 1999

Kudla, W.; Weißbach, J.; Szczyrba, S. (2012):

Bodenverflüssigungsprobleme bei Bergbaukippen

in der Lausitz. In: Vogt, N. (Hrsg.): Beiträge

zum Geotechnik-Tag in München. Geotechnik

und Energie. München, 09.03.2012.

Förster, W. ; Gockel, G. (2008): Sanierung

in den Bergbaugebieten Ostdeutschlands :

dargestellt am Beispiel der Niederlausitz. In:

Zeitschrift für Freunde und Förderer der Technischen

Universität Bergakademie Freiberg

15, (2008), S. 14 bis 22

Gehrisch, M. u.a. (2005): Bodenmechanik

und Tagebausicherheit im Braunkohlenbergbau

der Lausitz, 2. Auflage, Cottbus : Förderverein

Kulturlandschaft Niederlausitz e.V.,

2005 (Beiträge zur Geschichte des Bergbaus

in der Niederlausitz), ISBN 3-9808035-3-8

Raju, V. R. (1994): Spontane Verflüssigung

lockerer granularer Körper - Phänomene, Ursachen,

Vermeidung. Universität Fridericiana

in Karlsruhe. Dissertation. 1994.

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bergbau 5/2013 207


Uranerzbergbau

„Uran für Moskau“ –

Streiflichter zur Geschichte der Wismut AG

Dr. oec. Rainer Karlsch, Berlin*

Wismut – hinter diesem

harmlos klingenden

Namen verbarg sich der

weltweit größte Bergbaubetrieb

zur Förderung

von Uranerzen und zur

Produktion von chemischem

Urankonzentrat.

Auch wenn die USA,

Kanada und die Sowjetunion

zwischen 1945 und

1990 jeweils noch etwas

mehr Uran förderten als

die DDR, gab es doch

selbst in diesen großen

Ländern keinen einzelnen

Bergbaubetrieb, der die Dimensionen

der „Wismut“ hinsichtlich der

Menge des geförderten Urans und

der Mitarbeiterzahl erreichte.

Gegründet wurde die „Zweigstelle

der Staatlichen sowjetischen Aktiengesellschaft

der Buntmetallindustrie

„Wismut“ im Mai 1947 auf

Grundlage eines Beschlusses des

Ministerrates der UdSSR. Ihren

Hauptsitz hatte die Gesellschaft

in Moskau. Die „Zweigstelle“, das

heißt die Generaldirektion, residierte

anfangs in Aue und ab 1949

in Chemnitz. Um den wirklichen

Geschäftszweck nicht offenzulegen

und unter Verweis auf den

Abbau von Wismut-Erzen in den

Minen des Altbergbaus kam es zu

der ungewöhnlichen Namensgebung.

Freilich ließ sich nicht geheim

halten, was der eigentliche

Bestimmungszweck des Unternehmens

war. Die Abschottung

funktionierte dennoch so gut, dass

nur spärliche Informationen über

das Innenleben des Betriebes

nach außen drangen. Erst nach

dem Ende des Kalten Krieges

konnten Historiker beginnen, sich

mit der Geschichte der Wismut AG

auseinanderzusetzen

(Bilder 1 und 2).

1 Wichtige Wismut-Standorte in Sachsen und Thüringen

Die Anfänge des nuklearen

Wettrüstens und die

sowjetische „Uranlücke“

Die amerikanischen Atombombenabwürfe

über Hiroshima und Nagasaki am

6. und 9.August 1945 führen nicht nur zu

einer raschen Beendigung des 2. Weltkrieges

im Pazifik, sondern veränderten auch

die geostrategische Lage grundlegend.

Die Sowjetunion sah ihre neu gewonnene

2 Gemälde von Werner Petzold „In der

Teufe“ (1975)

*Dr. oec. Rainer Karlsch

Wirtschaftshistoriker

c/o Bürogemeinschaft KCG

Palais am Festungsgraben

Am Festungsgraben 1

10117 Berlin

Tel.: 030/9290787

Fax: 030/47002228

E-Mail: rkuek@t-online.de

Position als Weltmacht bedroht.

Stalin erklärte seinen Physikern

und Militärs: „Hiroshima hat die

Welt verändert. Das Gleichgewicht

ist gestört. Baut die

Bombe – dies wird eine große

Gefahr von uns abwenden.“

Am 20. August 1945 wurde

daraufhin das „Spezialkomitee

Nr. 1“ (Atomfragen) gegründet

und mit außerordentlichen Vollmachten

ausgestattet. Fortan

lag die Steuerung dieses wichtigsten

Rüstungsvorhabens in

den Händen des Innenministeriums

(NKWD).

Weder die USA noch die

Sowjetunion verfügten zu dieser

Zeit über einen leistungsfähigen

Uranerzbergbau. Zwar gab es in

beiden Ländern erkundete Vorkommen,

doch waren diese von minderer Qualität

und hätten allein nicht ausgereicht, um

die im Aufbau befindlichen Atomkomplexe

zu versorgen. Beide Supermächte waren

also zwingend auf Uranimporte angewiesen.

Die Amerikaner hatten sich zwischen

1943 und 1945 gemeinsam mit den Briten

den Zugriff auf den allergrößten Teil der

damals weltweit bekannten Uranreserven

gesichert und deckten mehr als 85 % ihres

Bedarfs durch Importe aus Belgisch-

Kongo, Südafrika und Kanada. Die Sowjetunion

reagierte mit einer Uransuche

auf „breiter Front“ nicht nur im riesigen

eigenen Land, sondern in ihrem gesamten

Einflussbereich.

Hartnäckig hält sich bis heute das Gerücht,

die Einteilung der Besatzungszonen

in Deutschland sei mit Blick auf die Uranvorkommen

erfolgt. Doch das ist eine Legende.

Tatsächlich spielte die Uranfrage

bei den alliierten Verhandlungen im Herbst

1944 über die Zoneneinteilung und dem

Treffen der Regierungschefs in Jalta im

Februar 1945 keine Rolle. Vor Kriegsende

besaßen sowjetische Geologen keine

gesicherten Kenntnisse über die Uranvorkommen

in Westsachsen.

Die einzige bedeutende Uranlagerstätte

in Mitteleuropa war die von Joachimsthal

(Jáchymov) in Böhmen. Erst im Herbst

1946 waren die geologischen Erkundungen

dann auch in Sachsen so weit vorangekommen,

dass der Geheimdienstchef

und Leiter des Komitees Nr. 1, Lawrenti

Berija, in einem Schreiben an Stalin die

208 bergbau 5/2013


Uranerzbergbau

Aufnahme eines Uranbergbaus in Sachsen

vorschlug: „Aufgrund der überschläglichen

Einschätzung der Uranvorräte vermuten

unsere sowjetischen Geologen, die

in Sachsen arbeiten, nach dem Befund

der geologischen Daten, dass es in den

gefundenen Gängen bis zu 700 t Uran

gibt.“ Später wurden dann noch weitaus

größere Vorkommen, vornehmlich in

Thüringen entdeckt (Bilder 3 und 4).

3 Szene aus dem Film „Sonnensucher“

von Konrad Wolf (1958). Der Film wurde

unmittelbar nach der Fertigstellung

verboten

4 Der sowjetische Außenminister Molotow

(in der Mitte mit Hut), Ministerpräsident

Grotewohl (2.v.l.) bei Wismut-Bergleuten in

Johanngeorgenstadt (1954)

Auf dem Weg zum Gulag

oder zum Musterbetrieb?

Das Betriebsregime im sowjetisch geführten

Uranbergbau hatte wenig mit den

postulierten sozialistischen Idealen gemein.

Das einzige woran der Generaldirektor

und NKWD-General Michail Malzew

in Moskau gemessen wurde, war die Erfüllung

des Förderplans. „Erz Genossen, wir

brauchen Erz und keine Moral“, so spornte

er seine Offiziere an. Doch bereits nach

kurzer Zeit sah sich die sowjetische Direktion

gezwungen, von ihrer harten Haltung

gegenüber der zum größten Teil zwangsverpflichteten

Belegschaft abzurücken.

Im Ergebnis heftiger interner Auseinandersetzungen

über die Zustände in

den Bergbaukreisen erließ der Oberste

Chef der Sowjetischen Militäradministration

in Deutschland (SMAD), Marschall

Sokolowski, am 26. Mai 1947 den Geheimbefehl

Nr.0024 „über die materielle

Versorgung der Arbeiter der Objekte des

Generalmajors Malzew“. Am gleichen Tag

wurde die Wismut AG gegründet. Sie trat

an die Stelle der sächsischen Bergbauverwaltung

des NKWD. In keinem anderen

sowjetischen Auslandsbetrieb wurde in

der Folgezeit ein ähnlich ausgeklügeltes

System an Leistungsanreizen geschaffen

wie bei der Wismut AG. Dieses Unternehmen

entwickelte sich zu einem Sonderfall

unter den Uranbergbaubetrieben des

Ostblocks. Die Wismut AG basierte nicht

wie vergleichbare Uranbergbaubetriebe in


Nordkorea auf dem massenhaften Einsatz

von Häftlingen. Ein Gulag entstand in

Sachsen und Thüringen nicht. Seit Anfang

der 1950er Jahre arbeiteten ausschließlich

Freiwillige bei der Wismut AG zu vergleichsweise

sehr guten Konditionen. Es

bildete sich eine gut qualifizierte und hoch

motivierte Stammbelegschaft. Die Wismut

AG, ab 1954 in eine sowjetisch-deutsche

Aktiengesellschaft (SDAG) umgewandelt,

brachte Geld unter die Bergleute und ihre

Familien, und es begann sich ein bescheidener

Wohlstand zu entwickeln (Bilder 5

und 6).

Der Umgang mit

den Strahlenrisiken

Eine Besonderheit des Uranbergbaus

im Erzgebirge bestand darin, dass dort

bereits vor dem 2. Weltkrieg medizinische

Erkenntnisse über die „Schneeberger

Krankheit“, das heißt den Lungenkrebs

von Bergleuten, bekannt waren. Versuche

zur Wiedereinführung der Karlsbader

Bergpolizeiverordnung von 1940, mit der

weltweit erstmals ein Grenzwert für die

Arbeit in „Radiumbergwerken“ gesetzt

worden war, scheiterten 1947 am Unwillen

der Besatzungsmacht. Dabei gab es

eindringliche Warnungen von Medizinern.

Ein Bericht von Georg Wildführ, Direktor

der Hygienischen Untersuchungsanstalten

Dresden, wurde im Mai 1947 dem Parteivorstand

der SED vorgelegt. Der Professor

warnte: „Die Berufsschädigungen,

die im Uranerzbergbau auftreten können,

werden durch folgende 3 Faktoren bestimmt:

Staub, radioaktive Strahlen und

Blei. Die längere Einwirkung radioaktiver

Strahlen wird zu schweren irreparablen

Allgemeinschädigungen führen, wie sie

uns bei den Erkrankungen durch radioaktive

Stoffe bei Menschen, die mit diesen

Stoffen arbeiten, bekannt sind.“ Auf den

Bericht angesprochen, spielte ein Beauftragter

der sächsischen Landesregierung

die Gefahren herunter: „Bei den 21 000

Arbeitskräften, von denen etwa 12 000 nur

beim Uran beschäftigt sind, ist noch nicht

ein einziger solcher Krankheitsfall (Lungenkrebs)

festgestellt worden.“ An dieser

Stelle verzeichnete das Protokoll ein „Hört,

hört!“ Die SED-Führung war beruhigt und

blieb passiv. Allerdings hätte sich die Besatzungsmacht

wohl kaum dazu bewegen

lassen, zugunsten des Gesundheitsschutzes

das Tempo des Ausbaus der Schächte

zu reduzieren.

5 Zufahrt zum Wismut-Schacht 132 mit

den typischen Losungen jener Jahre

(um 1949)

Auch die Besatzungsmacht wusste von

den Gesundheitsgefahren. Bereits 1946

zeichnete sich das grundsätzliche Herangehen

der sowjetischen Verantwortlichen

ab: gesundheitliche Risiken sollten durch

erhöhte materielle Zuwendungen abgegolten

werden. Es ging weniger um die

Gefahrenabwehr als um die rasche Ausdehnung

der Produktion. Dem diente die

Gewährung von Zuschlägen für die Arbeit

in „besonders gesundheitsschädlichen

Produktionsstätten“. Außerdem sollten die

sowjetischen Mitarbeiter 48 Tage Urlaub

im Jahr erhalten, „weil die Abteilung der

Aktiengesellschaft „Wismut“ in einem für

Kehlkopferkrankungen ungünstigen Gebiet

liegt.“

6 Wismut – Betrieb in Schlema (1975)

Wer in den Anfangsjahren zum Uranerzbergbau

kam, der wusste kaum etwas

von den unsichtbaren Gefahren der radioaktiven

Strahlung und wurde darüber

auch nicht informiert. Der Zeitdruck, ein

oft unsachgemäßer Ausbau der Schächte

und ihre ungenügende Bewetterung

wirkten sich verhängnisvoll für die Bergleute

aus, die in den Jahren vor 1955

eingestellt wurden. Bis 1990 wurden bei

rund 15 000 Bergleuten Silikose und bei

5 300 Lungenkrebs als Berufskrankheiten

anerkannt. Die Dunkelziffer dürfte noch

weit höher liegen, zumal die Statistik nur

bergbau 5/2013 209


Uranerzbergbau

7 Ein sowjetischer Soldat untersucht eine

Abraumhalde auf Gammastrahlen von Uran

(um 1948)

diejenigen erfasste, die bei der Wismut

blieben (Bild 7).

Erschreckende Zahlen, doch wie sind

diese im internationalen Vergleich zu

bewerten? Die amerikanischen Uranfirmen

sahen sich als „Soldaten des kalten

Krieges“. Kritik an den Zuständen in den

Uranminen von Colorado, Utah und New

Mexiko wurden als kommunistische Propaganda

abgetan. Noch höhere Strahlenbelastungen

als im Erzgebirge maßen

amerikanische Mediziner in den Uranminen

von Colorado. Infolgedessen kam es

unter den dort überwiegend in kleineren

Bergbaubetrieben Beschäftigten, darunter

viele Navajo-Indianer, zu einer Krebsepidemie

mit hunderten von Toten. Erst

in den 1960er Jahren setzte unter dem

Druck engagierter amerikanischer Mediziner

allmählich ein Umdenken bei Gesundheitsbehörden

und Minenbetreibern ein.

„Erz für den Frieden“?

Anfang der 1950er Jahre wurden pro

Halbjahr rund 1 000 Bergleute wegen Verstößen

gegen die Wachvorschriften verhaftet.

Zumeist handelte es sich um Bagatellen

und die Betreffenden kamen rasch

wieder frei, aber es gab auch zahlreiche

Fälle, die tragisch endeten. Mindestens

70 Wismut-Mitarbeiter wurden in den Jahren

1951 bis 1953 als vermeintliche Spione

oder „Erzdiebe“ verurteilt, in die Sowjetunion

verschleppt und dort hingerichtet.

Zu ihnen gehörten auch die Bergarbeiter

Gerhard König und Hans-Jürgen Erdmann.

Sie waren im August 1951 verhaftet

worden, weil sie, so die Anschuldigung,

das Hauptstromkabel zum Schacht I in

Johanngeorgenstadt gesprengt hätten.

Beide wurden am 26. Juni 1952 im Keller

des Butyrka-Gefängnisses in Moskau

erschossen. Die Angehörigen wurden in

solchen Fällen in der Regel über Jahre

hinweg im Unklaren gelassen. Der Bruder

von Hans-Jürgen Erdmann, Dietrich

Erdmann, wandte sich am 26. Juni 1952

mit einem Auskunftsersuchen an das Ministerium

für Justiz. Die Antwort bestand

aus einem einzigen Satz: „Ihr oben angeführtes

Gesuch wurde von uns dem Ministerium

für Staatssicherheit der Deutschen

Demokratischen Republik zur Überprüfung

zugeleitet.“ Ein Aktenvermerk vom

29. Mai 1957 enthält einen handschriftlichen

Zusatz, demzufolge die „Personen“

am 30.08.1951 „an den Freund abgegeben“

wurden.

Aus der zentralen Bedeutung der ostdeutschen

Uranlieferungen für die sowjetische

Atomindustrie leitete die SED-Führung

die These vom „Erz für den Frieden“

ab. Von vornherein, so argumentierten sie,

verbiete sich aus diesem Grund jede Kritik

an der Tätigkeit der Wismut AG. Belastungen

von Menschen, Regionen und Umwelt

müssten im Interesse der Friedenssicherung

in Kauf genommen werden. Es sei

dahingestellt, wie weit diese Propaganda

von den Bergleuten angenommen wurde.

Ohne Wirkung blieb sie jedenfalls

nicht. Wohl die meisten Beschäftigten in

der Industrie sind von der Sinnhaftigkeit

ihres Tuns überzeugt. Dies ist zentraler

Bestandteil von Firmenkulturen. Auch die

Uranbergleute, deren Zusammenhalt besonders

ausgeprägt war, entwickelten mit

der Zeit einen Produzentenstolz, hinter

dem die Schattenseiten und Risiken ihrer

Tätigkeit zurücktraten (Bild 8).

Von 1946 bis 1990 wurden von der

SDAG Wismut rund 231 000 t Uran produziert

und in die Sowjetunion geliefert.

Damit nahm die DDR, hinter Kanada, den

USA und der UdSSR den vierten Platz in

der Welturanproduktion ein. Rund 25 Mrd.

8 Aufbereitungsfabrik (1975)

DDR-Mark flossen an direkten Subventionen

in den Uranbergbau. Angesichts solcher

Zahlen konnte es nicht verwundern,

dass die SED-Führung die Uranproduktion

als einen „zusätzlichen Verteidigungsbeitrag“

ansah. Als gewisse Kompensation

hoffte man auf die Nutzung eines Teils der

einheimischen Uranvorräte für den Aufbau

einer eigenen Atomwirtschaft. Vereinfacht

gesagt, ein Teil des Uranerzes sollte künftig

zur Bezahlung der aus der Sowjetunion

zu beziehenden Brennstoffkassetten für

die DDR-Atomkraftwerke dienen.

9 Eine Frauenbrigade an einem Hunt

(um 1949)

Diese Pläne konnten jedoch nur ansatzweise

und mit Verzögerung umgesetzt

werden. Erst Anfang der 1980er

Jahre überschritt der Anteil des in den

Atomkraftwerken Rheinsberg und Greifswald

erzeugten Stroms die 10 %-Marke an

der Gesamterzeugung von Elektroenergie

und stagnierte danach.

Sanierung der Altlasten

Nach der Reaktorkatastrophe von

Tschernobyl im Jahr 1986 überdachte die

Sowjetunion ihre Energiepolitik und wollte

ihre Uranerzbezüge reduzieren. An einem

abrupten Ende des Uranerzbergbaus hatte

nun aber die Uranlobby in der DDR kein

Interesse. Sie fürchtete eine Entwertung

des investierten Kapitals, sah Probleme

bei der Umsetzung von Zehntausenden

Beschäftigten kommen und war denkbar

schlecht auf die Sanierung von Altlasten

vorbereitet (Bild 9). Im Sommer 1990 beschloss

die erste und letzte frei gewählte

Volkskammer der DDR die Aufkündigung

des Wismut-Abkommens mit der Sowjetunion.

Der in zunehmenden Turbulenzen

befindlichen sowjetischen Regierung war

dies recht, da das deutsch-sowjetische

Gemeinschaftsunternehmen seinen strategischen

Wert inzwischen verloren hatte.

210 bergbau 5/2013


Uranerzbergbau

10 Ehemaliger Urantagebau Lichtenberg

bei Ronneburg Foto: Wismut GmbH

Am 16. Mai 1991 unterzeichneten die Bundesrepublik

Deutschland, da es die DDR

schon nicht mehr gab, und die Sowjetunion

ein Abkommen über die Beendigung

der Tätigkeit der SDAG Wismut. In den

Uran- Bergbaukreisen gab es gewaltige

Hinterlassenschaften: Fast 3 700 ha Flächen

waren zu sanieren, über 300 Mio. m 3

Haldenmaterial mussten abgetragen und

Schlammteiche mit einem Volumen von

mehr als 160 Mio. m 3 Inhalt versiegelt werden.

Unter Tage galt es, Grubenbaue in

einer Länge von fast 1 400 km zu sichern

(Bild 10).

Die meisten Wismut-Kumpel wussten

oder ahnten, dass die Tage des einstigen

Giganten gezählt waren. Doch wer sollte

an die Stelle des größten Arbeitgebers der

Region treten? Zu den wirtschaftlichen

Problemen kamen noch die psychologischen.

Kaum ein Tag verging ohne neue

Hiobsbotschaften. Zu lesen war u. a. vom

„Hiroshima im Erzgebirge“. Der Region

bescherten solche auf Unkenntnis beruhenden

Berichte ein Imageproblem. Es

sollte Jahre dauern, bis eine realistische

Bestandsaufnahme der tatsächlichen Gesundheits-

und Umweltschäden vorlag.

Diese Bilanzen sind schlimm genug, haben

aber wenig gemein mit Pressemeldungen,

nach denen ganze Landstriche hätten

geräumt werden müssen. Die Gefährdungen

konzentrierten sich vor allem auf die

Schlammteiche, Schachtanlagen, Halden

und ehemalige Produktionsanlagen. Ein

erhöhtes Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung

in der Bergbauregion besteht gemäß

den Untersuchungen des Bundesamtes

für Strahlenschutz heute nicht mehr.

Der Auf- und Ausbau des Uranerzbergbaus

hatte eine Generation gedauert und

immense Ressourcen erfordert. Für die

Sanierung der Altlasten wurde 1990 ein

Finanzbedarf von rund 6,2 Mrd. € veranschlagt.

Solch einen Kraftakt, darin sind sich

11 Gelände der neuen Landschaft bei

Ronneburg

Foto: Wismut GmbH

nahezu alle Kommentatoren einig, hätte die

DDR nicht bewältigen können. Die 1991

aus der SDAG Wismut hervorgegangene

Wismut GmbH hat inzwischen den größten

Teil der Altlasten saniert. Vollständig wiederherstellen

ließ sich der ursprüngliche

Zustand nicht. Die wesentlichsten Sanierungsarbeiten

wurden an den Standorten

Ronneburg, Aue und Crossen im Jahr 2010

abgeschlossen (Bild 11). In Königstein und

Seelingstädt dauert die Sanierung noch an.

Die materiellen Hinterlassenschaften der

Wismut sind inzwischen weitgehend verschwunden,

doch ihre 45jährige Tätigkeit

wirkt noch immer nach und bietet weiterhin

Stoff für unterschiedliche Sichtweisen und

Kontroversen.

Fotos 1 bis 9: Dr. Rainer Karlsch

Buchbesprechung

Nach Untertage –

Wie ein schlesischer Flüchtlingsjunge aus Niederbayern in den Ruhrbergbau kam

Die Lebenserinnerungen von HansVölkel

kreisen um 3 große Themen:

● die Geschichte des Ruhrbergbaus in

der Nachkriegszeit

● die Entwicklung des Ruhrgebiets zwischen

Wiederaufbau und Strukturwandel

● die Erfahrungen der Flüchtlinge und

Vertriebenen in der Bundesrepublik.

Es ist eine eher kritische als verschönernde

Bilanz – dargestellt aus der Sicht von

innen und mit dem Abstand von heute.

Hans Völkel kam 1951 in das Ruhrgebiet,

um auf der Zeche Friedrich Heinrich in

Kamp-Lintfort eine Berglehre zu beginnen.

Damals war der Steinkohlenbergbau

die entscheidende Schlüsselindustrie für

den Wiederaufbau: Werber der Zechengesellschaften

und Arbeitsämter lockten

im ganzen Bundesgebiet mit dem Versprechen

auf eine gute Ausbildung und

einen sicheren Arbeitsplatz Tausende von

jungen Männern in das Revier. Einer von

ihnen war der aus einer Flüchtlingsfamilie

stammende Hans Völkel, er zog von Niederbayern

in das Ruhrgebiet. In seinen

Lebenserinnerungen lässt er die bergmännische

Ausbildung dieser Zeit, die

Freizeitgestaltung der Berglehrlinge und

das Leben im Berglehrlingsheim wieder

lebendig werden. Dauerhaft im Bergbau

geblieben ist Hans Völkel nicht, wie viele

seiner Altersgenossen. Sein Berufsleben

beendete er als Gründer und Leiter der

Zentralstelle für Präparationstechnik an

der 1961 gegründeten Ruhr-Universität

Bochum und Lehrer an der 1976 ebenfalls

von ihm initiierten Höheren Berufsfachschule

für präparationstechnische

Assistenten. Damit spiegeln seine Lebenserinnerungen

auch die Geschichte

des Strukturwandels in der Region.

Mit „Nach Untertage“ setzt die Fritz Hüser-Gesellschaft

die Reihe ihrer autobiographischen

Schriften aus der Arbeitswelt

fort. Die Reihe vermittelt Einblicke in die

Geschichte und Gegenwart der Welt der

Arbeit und zwar aus der Sicht derjenigen,

die diese Welt als Arbeitnehmer aus eigenem

Erleben schildern können und vielfach

auch mitgestaltet haben.

Hans Völkel

Nach Untertage

Wie ein schlesischer Flüchtlingsjunge

aus Niederbayern in den Ruhrbergbau

kam

erschienen am 21.01.2013

172 Seiten, zahlreiche Abb., 14,95 €

ISBN 978-3-8375-0768-3

Klartext Verlagsgesellschaft mbH

Heßlerstraße 37

45329 Essen

Tel.: 0201/86206-0

Fax: 0201/86206-22

E-Mail:info@klartext-verlag.de

Internet: www.klartext-verlag.de

bergbau 5/2013 211


Entsorgungsbergbau

Hochverfügbare Still-Elektrostapler für die

Sicherung der aktuellen Aufgaben der

Schachtanlage Asse II über- und untertage

Dipl.-Ing. Peter Springfeld, Berlin*

Bis Mitte der 60er Jahre wurde

aus der Schachtanlage Asse II bei

Remlingen Salz gefördert. Dann

kaufte das Bundesforschungsministerium

die Anlage, um dort die

Machbarkeit einer Endlagerung

von schwach- und mittelradioaktivem

Abfall in Salzbergwerken

zu erproben. Tatsächlich wurden

bis 1978 rund 126000 Fässer mit

schwach- und mittelradioaktiven

Abfällen eingelagert. Mitte der

60er Jahre wurde in der Asse der

erste Gabelstapler der Hamburger

Firma Still in Betrieb genommen.

Still hat sich damals im Wettbewerb

mit anderen Herstellern

durchgesetzt und erfüllt seitdem

die hohen Anforderungen an einen

sicheren Betrieb und an eine

hohe Verfügbarkeit der Flurförderzeuge.

Zur Gewährleistung der Langzeitsicherheit

gilt heute die Rückholung

als beste Option für die

sichere Stilllegung der Asse. Das

neue Asse-Gesetz bekräftigt die

Rückholung der radioaktiven

Abfälle aus der Schachtanlage

Asse II als Vorzugsoption. Es

bedarf einer akribisch geplanten

Vorbereitung, einem realisierbaren

Sicherheitskonzept sowie

einem akzeptierten, sicheren

Standort für die Zwischenlagerung.

Das Bundesamt für Strahlenschutz,

das 2009 die Schachtanlage

als Betreiber übernommen

hat, muss den gesetzlichen

Auftrag umsetzen, das Endlager

sicher stillzulegen. Die derzeitige

Interimslagerung ist bis dahin so

*Dipl.-Ing. Peter Springfeld

Freier Fachjournalist

Friedlander Strasse 5

12489 Berlin

Tel.: 030 / 67 70 372

Fax: 030 / 67 70 372

E-Mail: pspringfeld.red@t-online.de

zu überwachen, dass von der

Schachtanlage keinerlei Gefahren

ausgehen. Das erfordert

unter anderem ein stetiges Stabilisieren

der unterschiedlichen

Sohlebereiche im Schacht sowie

die regelmäßige Wartung und im

Bedarfsfall eine schnelle, professionelle

Reparatur der im Schacht

arbeitenden Technik. Dazu sind

auf den verschiedenen Sohlebereichen

Werkstätten eingerichtet.

Insgesamt sind in der Schachtanlage

etwa 60 Großfahrzeuge,

wie Kranarmlader oder Teilschnittmaschinen,

sowie etwa 40 PKWs

und Stapler eingesetzt.

Umschlags- und

Transportarbeit untertage

Die Hauptwerkstatt für Fahrzeuge befindet

sich in einer Teufe von 490 m. Die

Tiefste der 13 Sohlen befindet sich in einer

Teufe von 750 m. Die Werkstätten

sind teils fest und teils mobil eingerichtet.

Stets geht es darum, dass die Werkstätten

ganz in der Nähe der schweren Technik

platziert sind. Insgesamt arbeiten in

diesen Untertage-Werkstätten 4 Elektro-

Frontstapler der Firma Still. Sie transportieren

dort Ersatzteile, Baumaterialien,

aber auch Kraftstoffcontainer, die dort als

„Untertage-Tankstellen“ dienen, sowie

Baumaterial aus den Untertage-Arbeiten

zur Stabilisierung der Schachtanlage. Seit

5 Jahren arbeiten im Schacht die Elektrostapler

RX 60-35 und RX 20-18 der Firma

Still (Bild 1). Ein RX 60-35 trägt eine Drehvorrichtung

mit einer Fassklammer zum

1 Still-Stapler im Untertageeinsatz

Foto: Asse GmbH

schonenden Drehen von schweren Ersatzteilen.

Da im Schacht rund um die Uhr

gearbeitet wird, müssen auch die Stapler

stets einsatzbereit sein. Wartung und

Kleinreparaturen erledigen die gut ausgebildeten

Kfz-Fachleute der Schachtanlage

selbst. Die jährlichen Überprüfungen führt

der Still-Service aus. „Und der klappt gut“,

bekundet Frank Cronjäger, Leiter Maschinenbetrieb

der Asse GmbH. „Im Fall von

größeren Reparaturen an einem Stapler

stellt uns die Still-Niederlassung in Hannover

ein Ersatzgerät zur Verfügung.“

„Still-Fahrzeuge“, fügt Heinz Brockmann,

Still-Regionalverkaufsleiter, hinzu,

„sind schier unverwüstlich. Selbst 15 Jahre

alte Dieselstapler R 70-70 und R 70-80

Stapler sind noch im Einsatz“ (Bild 2).

2 Frank Cronjäger, Leiter Maschinenbetrieb

der Asse GmbH; Heinz Brockmann, Still-

Regionalverkaufsleiter; Eberhard Voges,

Reviersteiger im technischen Bereich,

Jürgen Österheld, Staplerfahrer (v.l.n.r.)

Umschlags- und

Transportarbeit übertage

Übertage weist vor allem die Förderturmanlage

aus dem Jahre 1908 auf die

Schachtanlage hin. Die Schachthalle, von

außen betrachtet, sowie die Lager und andere

Funktionsgebäude entsprechen dem

Charakter von Industriebauten.

„Still-Stapler“, erläutert Eberhard Voges,

Reviersteiger im technischen Bereich,

„übernehmen das Be- und Entladen

von LKWs. Sie bedienen das Lager und

transportieren sämtliche Güter, die in den

Schacht einzubringen beziehungsweise

herauszuholen sind. Dabei stellt der Förderkorb

in der Schachthalle die einzige

materialflusstechnische Verbindung zwischen

über- und untertage her.“

212 bergbau 5/2013


Entsorgungsbergbau

Umschlagsarbeit in der

Schachthalle

Mit dem Förderkorb gelangen aber nicht

nur die Bergleute sowie sämtliches Material

und Ausrüstungen in den Schacht, der

Schacht führt auch die Luft oder die Wetter,

wie die Bergleute die Luft in der Grube

nennen, mit nach unten. Deshalb soll die

Luft in der Schachthalle möglichst sauber

sein. Batteriebetriebene Elektrostapler erfüllen

genau diese Vorgabe.

Übertage sind derzeit 2 Still-Elektro-

Stapler im Einsatz. Es handelt sich dabei

um einen RX 60-40 (Bild 3) und

um einen RX 20-18 Still-Elektrostapler

(Bild 4). Entsprechend der Bedeutung

des Förderkorbs zur Versorgung der unterschiedlichen

Sohlenbereichen gilt die

Schachthalle gewissermaßen als Heimathafen

für die beiden Stapler. Dort befinden

sich auch die Ladestationen.

3 Blick auf den RX 60-40

Je nach Treibstoffverbrauch der Maschinen

untertage muss immer eine ausreichende

Menge Treibstoff in den entsprechenden

Sohlebereichen vorhanden

sein. Doch der Vorrat ist aus Sicherheitsgründen

begrenzt. Das ist nur einer der

Gründe, warum auch die übertage eingesetzten

Stapler jederzeit einsatzbereit sein

müssen, um den jeweils angeforderten

Treibstoff oder anderes Fördergut termingerecht

zum Förderkorb bringen zu können

(Bild 5). Der Treibstofftransportbehälter

(Bild 6) ist so ausgelegt, dass er sicher

in den Förderkorb passt und die zur Verfü-

5 Treibstofftransportbehälter für den

Untertageeinsatz

6 präzises Einführen des

Treibstofftransportbehälters in den

Förderkorb

7 sichtoptimiertes Hubgerüst

Der abgebildete Still-Elektrofrontstapler

mit einer Tragfähigkeit von 4,0 t gehört zur

Baureihe RX 60. Bei den RX 60-Modellen

handelt es sich um Vierradstapler, die mit

einem Drehstromantrieb ausgestattet sind

und Tragkräfte im Bereich von 1,60 t bis

4,99 t bieten. Das sichtoptimierte Hubgerüst

bietet beste Unterstützung beim präzisen

Manövrieren (Bild 7). Die Außenmaste

bestehen aus schmalen, biegesteifen

C-Profilen, hinter denen die Hubzylinder

montiert sind. Der bislang übliche breite

Mittelzylinder wurde durch 2 seitlich angebrachte

schmale Freihubzylinder ersetzt.

Transport- und

Umschlagsarbeit im

Außenbereich

Beide Stapler, sowohl der RX 60-40 als

auch der Dreirad-RX 20-18 Still-Elektrostapler

arbeiten in der Schachthalle und

im Außenbereich. Im Außenbereich übernehmen

sie sämtliche Be- und Entladearbeiten

von den Lastkraftwagen. Bau- und

andere Materialien sind ins Lager zu bringen

(Bild 8) oder gleich in die Schachthalle

zu transportieren. Des Weiteren transportieren

sie Paletten, um die Güter, die in die

Grube zu bringen sind, so zu palettieren,

dass der Förderkorb optimal genutzt wird.

Mitunter ist auch Altholz aus der Grube

zwischenzulagern (Bild 9).

Die RX 20-Staplerbaureihe bietet in

5 Stufen Tragfähigkeiten von 1,4 t bis

2,0 t. Die technische Ausstattung beider

Baureihen befähigt die Stapler für den

anspruchsvollen Einsatz, der wie in Remlingen

eine hohe Zuverlässigkeit erfordert.

Das beginnt in der Ausstattung mit sparsamen

und leisen Drehstromantrieben.

Durch die komplette Kapselung ist der

gesamte Antrieb geschützt gegen das

Eindringen von schädlichem Staub und

Spritzwasser, also bestens für den rauen

Betrieb geeignet.

8 Umschlag und Transport von Baumaterial

4 RX 20-18 Still-Elektrostapler vor der

Antriebshalle des Förderturms

gung stehende Grundfläche optimal nutzt.

Der Förderkorb hat zwar ein Tragkraft von

10 t und eine maximale Höhe von 6 m, um

auch längeres Transportgut aufnehmen zu

können, jedoch nur ein Grundfläche von

1,15 x 2,00 m. Die Still-Elektrofrontstapler

sind genau für die dazu notwendige präzise

Einführung der Last in den Förderkorb

geschaffen.

9 Benjamin Albrecht bei der

Zwischenlagerung von Altholz

Die Stapler beider Baureihen sind mit

2 CAN-Bus-Systemen ausgestattet. So

sorgt die robuste Steuerung durch 2 Prozessoren,

die sich gegenseitig überwa-

bergbau 5/2013 213


Entsorgungsbergbau

10 bequemer und schonender seitlicher

Batteriewechsel

chen, für größtmögliche Zuverlässigkeit,

aber auch für eine sensibel, ansteuerbare

Fahrdynamik. Bei einer intensiven Nutzung

über mehrere Schichten kann man

mit einer Wechselbatterie arbeiten. Mit

der Möglichkeit, den Batteriewechsel von

der Seite zu erledigen, wird der Wechsel

nicht nur einfacher, er wird auch sicherer

(Bild 10). Der Wechsel mit Hilfe eines Gabelhubwagens

ist darüber hinaus auch für

die Batterie schonender.

Auch die anwenderfreundliche Gestaltung

der Fahrerplätze ist in beiden Stapler-Baureihen

gleich. Steigt ein Fahrer von

einem zu einem anderen Gerät um, kann

er den Stapler mit gleichen Handgriffen

entsprechend sicher fahren. Zum sicheren

Fahren trägt weiterhin der ermüdungsfrei

gestaltete Fahrersitz bei. Darüber hinaus

unterstützen die feinfühlig bedienbaren

Joysticks das präzise Manövrieren

(Bild 11).

Nicht zuletzt dient auch die einstellbare

Lenksäule sowie die Servounterstützung

ein präzises Positionieren bei geringen

Lenkkräften. „Die Zufriedenheit der Fahrer

und die seit Jahren bewiesene Zuverlässigkeit

der Geräte sowie der perfekte Service“,

betont Frank Cronjäger, „wird dazu

beitragen, dass bei der in Aussicht stehenden

Erweiterung der Staplerflotte Still uns

bei der Ausschreibung ein willkommener

Anbieter sein wird.“

11 ergonomisch platzierte Bedienelemente

Fotos 2 bis 11: Still GmbH

Weitere Informationen

STILL GmbH

Jürgen Wrusch

International Corporate Communications

Berzeliusstraße 10

22113 Hamburg

Tel.: 040 / 73 39 15 08

Fax: 040 / 73 39 12 49

Rohstoffkooperation

Russisch-Deutsche Ressourcenuniversität soll

Rohstoffkooperation stärken

Eine länderübergreifende Hochschulkooperation

in Lehre und Forschung soll

die deutsch-russische Zusammenarbeit in

der Rohstoffwirtschaft stärken. Prof. Bernd

Meyer, Rektor der TU Bergakademie Freiberg,

stellte auf der 6. Deutsch-Russischen

Rohstoff-Konferenz vor Vertretern

aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft

beider Länder das Projekt der Russisch-

Deutschen Ressourcenuniversität (RU-

DERU) vor. Auf der Konferenz, die vom

16. bis 17.04. im westsibirischen Chanty

Mansysk stattfand, standen unternehmerische

wie wissenschaftliche Kooperationen

im Rohstoffbereich im Mittelpunkt. In einer

Abschlusserklärung verständigten sich die

Teilnehmer darauf, die Technologiepartnerschaft

von Wissenschaftlern beider Länder

auszubauen und vor diesem Hintergrund

die Gründung der Russisch-Deutschen

Ressourcenuniversität zu unterstützen.

Der Rektor der TU Bergakademie Freiberg,

Prof. Bernd Meyer, betonte in seinem

Beitrag die Bedeutung der deutsch-russischen

Rohstoffkooperation für beide Länder

und stellte das Projekt einer länderübergreifenden

Hochschulkooperation in Lehre

und Forschung der Rohstoffwirtschaft vor.

„Mit dem Projekt der gemeinsamen Rohstoff-Universität

verfolgen wir das Ziel der

Vereinigung des intellektuellen Potenzials

unserer beiden Länder in der Technologieund

Rohstoffkompetenz auf internationalem

Spitzenniveau“, so der Freiberger Rektor.

Der Bayerische Ministerpräsident a. D.,

Dr. Edmund Stoiber, Mitglied des Präsidiums

des Rohstoff-Forums, sieht im Ausbau

der Technologiepartnerschaft von Wissenschaftlern

beider Länder – wie ihn die Abschlusserklärung

der Konferenz fordert –

den zentralen Ansatzpunkt für eine engere

wirtschaftliche Kooperation in beiderseitigem

Interesse. „Das Vorhaben der beiden

ältesten Montanhochschulen der Welt in

St. Petersburg und Freiberg zur Gründung

einer Russisch-Deutschen Ressourcenuniversität

ist eine ausgezeichnete Steilvorlage

für den Ausbau der bilateralen Modernisierungspartnerschaft“,

teilte er mit.

In der autonomen Region Jugra, in der

Chanty Mansysk liegt, wird mit ca. 200 Mio. t

Erdöl im Jahr knapp doppelt so viel gefördert,

wie in Deutschland verbraucht wird.

Im Fokus der Konferenz standen daher

Themen wie die Aktivierung von Erdöllagerstätten

und die Kooperation in der Erdölverarbeitung.

Zudem wurden bilaterale

Projekte zur Energieeinsparung und Energieeffizienz

sowie die Zusammenarbeit bei

der Nutzung von Erdölbegleitgas, Wasserstoff

und Helium diskutiert. Ein weiteres

wichtiges Thema für die deutsche Industrie:

Seltene Erden. Die Zusammenarbeit

mit russischen Unternehmen, nicht zuletzt

bei der Wiederaufbereitung von wertigen

Industrieabfällen, stand daher ebenso im

Zentrum der Diskussionen.

Veranstalter dieser für die deutsch-russischen

Beziehungen wichtigen Konferenz

ist das Deutsch-Russische Rohstoff-Forum

– eine Dialogplattform zur Entwicklung von

Strategien für die effektive Nutzung fossiler,

mineralogischer und alternativer Rohstoff-

Ressourcen. Es wurde am 10.10.2006

im Beisein von Bundeskanzlerin Angela

Merkel und dem russischen Präsidenten

Wladimir Putin von der TU Bergakademie

Freiberg und dem St. Petersburger Staatlichen

Bergbauinstitut (seit 2012: Nationale

Universität für mineralische Ressourcen

„Gorny“) – den ältesten Montanhochschulen

der Welt – gegründet. Das Unternehmen

Verbundnetz Gas AG (VNG) unterstützt

die Konferenz maßgeblich.

Weitere Informationen

TU Bergakademie Freiberg

Bastian Fermer

Pressesprecher

Pressestelle

Akademiestraße 6

09599 Freiberg

Tel.: 03731/392355

Mobil: 0152/09214388

Fax: 03731/392418

E-Mail:

bastian.fermer@zuv.tu-freiberg.de

Internet: tu-freiberg.de

und zum Programm und den Referenten

der 6. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz:

www.rohstoff-forum.org

214 bergbau 5/2013


Historischer Bergbau

Reviertypische Grubenlampen, Teil 1

Dipl.-Ing. Werner Horning, Frankfurt am Main*

Es ist sicher nicht allgemein

bekannt, dass es fast in jedem

Land, in dem Bergbau umgeht

oder umging und Untertagebergbau

betrieben wurde, reviertypische

Grubenlampen gab,

wobei ich nicht die von Firmen in

Massen produzierten Grubenlampen

meine, sondern die Lampen,

die von den Bergschmieden

oder den örtlichen Schmieden

und Blechschmieden hergestellt

wurden. Manche Lampen wurden

auch von den Bergleuten selbst

gefertigt, denn stellte doch eine

gekaufte Grubenlampe immerhin

einen Kostenfaktor von einem halben

bis einem Wochenlohn dar.

Im Folgenden sollen einige

markante Beispiele dafür, sowohl

aus Europa, Nordafrika oder

aus Übersee stammend, vorgestellt

werden. Alle hier gezeigten

Grubenlampen befinden sich in

meiner Sammlung. Ich sammele

seit ca. 40 Jahren Grubenlampen

und beschaftige mich auch wis-

5 und 6 Einfache Blende, Midge, Material:

Eisenblech, Messing, Kupferdraht,

Breite: 93 mm

senschaftlich mit dem Thema 1 .

Seit 13 Jahren bin ich der Herausgeber

der „Grubenlampen-

Info“, einem Journal, das einmal

jährlich erscheint, dreisprachig ist

(deutsch, englisch, französisch),

immer ca. 250 Seiten umfasst

und ein Organ für die weltweite

Sammlergemeinde von Grubenlampen

darstellt. Wir schätzen,

3 und 4 Einfache Blende für Kerzenbrand

Material: Holz, Eisenblech (ehemalige

Keksbüchse), Eisendraht, Tiefe: 96 mm

1 und 2 Einfache Kerzenlampe, Material:

Eisenblech und Draht, Durchmesser: 50 mm

*Dipl.-Ing. Werner Horning

Mitglied im RDB e.V.

Georg-Speyer-Straße 77

60487 Frankfurt am Main

Tel.: 069/708223

1 Der Autor arbeitete fast 35 Jahre als

Wissenschaftler in der Forschung am

Battelle Institut in Frankfurt am Main,

einem Tochterunternehmen des

amerikanischen Forschungsinstituts

gleichen Namens, mit Sitz in

Columbus/Ohio mit ca. 8 500 Mitarbeitern

7 und 8 Wie oben, aber Breite (vorn): 75mm

bergbau 5/2013 215


Historischer Bergbau

dass es in Europa, Amerika, Australien

eingeschlossen ca. 2 000

Sammler von Grubengeleucht

gibt.

Begeben wir uns zunächst nach Großbritannien,

genauer gesagt nach Wales. In

den oberflächennahen Flözen, in denen

noch nicht mit Schlagwettern zu rechnen

war, bediente man sich der Kerzen, die

entweder am Schachthut mit einem Klumpen

Lehm oder vor Ort in gleicher Weise

befestigt wurden. Aber es gab dann auch

schon ganz einfache Kerzenhalter, die

immerhin einen Dorn hatten, so dass man

sie in Spalten oder in den Holzausbau einschlagen

konnte (Bilder 1 und 2). Diese

„Lampen“ wurden noch bis in das frühe

20. Jahrhundert gefahren.

Während bei der Kerzenlampe in Bild 1

der Blechschmied noch mitgewirkt hat, ist

die folgende Lampe eindeutig Marke Eigenbau.

Es handelt sich um eine Blende

für Kerzenbrand und um den Vorläufer

der Midge (Bilder 3 und 4).

Die „Midge“ (Bilder 5 bis 8) stellt schon

eine Verbesserung gegenüber der vorhergehenden

Lampe dar und wurde wohl

auch halbindustriell gefertigt. Da sie beim

Fahren sehr heiß wurde, wurde der Tragegriff

noch extra mit dickem Kupferdraht

umwickelt.

Die sogenannte „Peg & Ball Lamp“

(Bilder 9 bis 13) ist eine ganz besondere

Grubenlampe, wurde sie doch hauptsächlich

in Südwales gefahren. Der Dochthalter

konnte mit dem leeren Griffstück, das

bei der Grubenfahrt einfach hinter ein

Band an der Mütze gesteckt werden konnte,

abgedeckt werden (Bild 13).

Auch diese Lampe wurde noch bis zum

Beginn des 20. Jahrhunderts gefahren.

Der Vorteil für die Kumpel war, dass sie

nach der Schicht mit dieser Lampe direkt

ins „Pub“ gehen konnten, denn die Lampe

steckten sie in die Hosentasche und keiner

wusste, dass sie gerade vom „Pütt“

kamen.

Die französischen Bergleute benutzten

hauptsächlich in Nordfrankreich um

Pas-de-Calais die „Astiquette“ (Bilder

14 bis 17) oder auch „lampe a clou“ (Nagellampe),

die als typische Grubenlampe

des Germinals bezeichnet wurde. Später

verbreitete sie sich bis Belgien und selbst

so ein namhafter deutscher Hersteller von

Grubengeleucht, wie Friemann & Wolf in

Zwickau, stellte diesen Lampentyp unter

der Bezeichnung „Kreisellampe“ her, wohl

um im französischen Markt mitzuspielen.

Erst mit dem Grubenunglück von Courrieres

im März 1906 wurde die Astiquette,

wie alles andere offene Grubengeleucht,

aus den Kohlegruben verbannt. Die ersten

Astiquettes sind schon für die Zeit nach

1850 nachgewiesen. Zu Anfang wurden

sie nur von Blechschmieden aus der Region

gefertigt, bis sie dann gegen Ende des

19. Jahrhunderts eine weitere Verbreitung

fanden. Die Vorteile der Lampe lagen auf

der Hand. Man hatte die Hände frei beim

Fahren und bei der Arbeit und der Lichtschein

folgte der Kopfbewegung.

Die „Rave“ oder Tunnellampe, auch

Linsenlampe genannt, die zunächst nur

um St. Etienne gefahren wurde, hat dann

eine so große Verbreitung in ganz Europa

gefunden, wohl auch wegen der Tatsache,

dass sie als Tunnellampe genutzt wurde,

9 bis13 Peg & Ball-Lamp, Material: Eisenblech, Messing, Durchmesser: 70 mm

216 bergbau 5/2013


Historischer Bergbau

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14 bis 17 Astiquette oder Kreisellampe, Material: Eisenblech, Eisendraht, Messing

Durchmesser: 80 mm. Beispiel einer „Rave“ auch Tunnel- oder Linsenlampe

so dass ich sie hier nicht mehr als reviertypisch

vorstellen werde, denn italienische,

schweizer, spanische, belgische und deutsche

Firmen stellten sie dann in großer

Stückzahl her.

Die Serie zu reviertypischen Grubenlampen

wird fortgesetzt.

Alle Fotos: Verfasser

Literatur

● Broschüre, Big Pit Blaenafon, 1981

● Broschüre, Grufvan, schwedisch, 1986

● Diverse Firmenkataloge

● Des Bergmann offenes Geleucht, Porezag,

Verlag Glückauf, 1982

● Des Bergmanns Geleucht, Porezag, Verlag

Glückauf, 1982, 1988

● Des Bergmanns Geleucht, Börkel/Woeckner,

Verlag Glückauf, 1983

● The Miner‘s Flame Light Book, HA Pohs,

1995

● The last Gold Rush, B. Grimstad und R.L.

Drake, 1983

● La Lampe des Mineurs de „Germinal“:

L‘astiquette, M. Bonnot, 2008

● Grubenlampen aus Schweden, K. Heupel, D.

Stoffels, 2010

● Diverse Grubenlampen-Infos, von 1994 bis

2012

● Mining Artifact Collector, W.E. Wilson und

Mark Bohannan, - 1994

● Diverse Patentschriften um 1900

bergbau 5/2013 217


Fachverbände und Unternehmen

Mitgliederversammlung der

Fachgruppe Gesteinsbaustoffe des UVMB und

12. Baustoffkolloquium

Deutliche Mengenrückgänge im

Jahr 2012 im Vergleich zum „sehr

gut gelaufenen Jahr 2011“ in der

Produktion von -13 % bei Sand

und Kies und -8 % bei Naturstein

würden die gegenwärtige Lage im

Verbandsgebiet kennzeichnen.

Dies berichtete der Fachgruppenvorsitzende

Thorsten Tonndorf

den Teilnehmern der gemeinsamen

Mitgliederversammlung der

Fachgruppe Gesteinsbaustoffe

des Unternehmerverbandes Mineralische

Baustoffe (UVMB) e.V.

und der Abteilung Gesteinsbaustoffe

des BAU-ZERT Ost e.V. am

12.03., das an der Technischen

Universität Berlin/Institut für Bauingenieurwesen

stattfand. Lediglich

der Bereich der Recyclingbaustoffe

sei mit einem leichten

Zuwachs von + 1 % nahezu konstant

geblieben. Erfreulich sei dabei

die nahezu konstant gebliebene

Erlössituation in den Betrieben,

die bei Recyclingbaustoffen sogar

mit + 15 % deutlich gestiegen sei,

so Tonndorf. Deutliche Rückgänge

sind hingegen bei der Verwertung

von mineralischen Abfällen durch

die Verfüllung zu verzeichnen.

Diese liegen bei ca. - 26 % und

seien das Resultat der Verschärfungen

der Anforderungen an das

Verfüllregime, insbesondere in

Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Die Genehmigungspraxis bei der Verfüllung

mineralischer Abfälle, das Wasserentnahmeentgeld,

die neuen Entwürfe der

Bundeskompensationsverordnung und die

Mantelverordnung würden deshalb bei der

zukünftigen Verbandsarbeit im Mittelpunkt

stehen.

Erfolge habe es in der Rohstoffsicherung

gegeben, berichtete Bert Vulpius, Assistent

der Geschäftsleitung. „Die neuen Entwürfe

der Landesentwicklungspläne Thüringen

und Sachsen gehören mit ihren programmatischen

Aussagen zur Rohstoffsicherung

zu den modernsten in Deutschland.“

Viele Vorschläge seitens des UVMB sei-

Im Vergleich zum guten Jahr 2011 habe es

2012 im Verbandsgebiet Rückgänge in der

Produktion gegeben, sagte Thorsten Tonndorf

In der Rohstoffsicherung habe der UVMB

Erfolge erreicht, berichtete Bert Vulpius

In nährstoffarmen Gewässern in stillgelegten

Kiesgruben fühlen sich viele Amphibien

sehr wohl, erklärte Dr. Norbert Schneeweiß

en in die Landesentwicklungspläne (LEP)

eingeflossen. In die Pläne seien für die

Sicherung der Rohstoffgewinnung auch

Sicherungszeiträume von 25 bis 30 Jahren

eingegangen. Damit wurde einer Forderung

erfüllt, um welche die Industrie in

den letzten Jahren sehr gekämpft habe.

Darüber hinaus gibt es die Sicherungskategorie

„langfristige Rohstoffsicherung für zukünftige

Generationen“, mit der potentielle

Lagerstätten bedarfsunabhängig gesichert

werden sollen, sagte Vulpius.

Deutlicher Nachholbedarf bestehe in

Mecklenburg/Vorpommern, wo die völlig

unakzeptablen Passagen aus dem LEP

von 2005 nahezu wörtlich übernommen

worden sind. Die Rohstoffindustrie wird

hier nach wie vor als „Zustandsstörer“

behandelt und ihre wirtschaftliche Bedeutung

bleibt dagegen völlig unerwähnt.

Die Verfüllungspraxis mineralischer Abfälle

und deren rechtliche Aspekte standen

auch während des anschließenden 12. Baustoffkolloquium

zur Diskussion, welches die

TU Berlin gemeinsam mit dem UVMB, dem

BAU-ZERT Ost sowie der TU Bergakademie

Freiberg, der BTU Cottbus und der Bauhaus

Universität Weimar organisiert hatten.

Neben Vorträgen zu Fachthemen aus verschiedenen

Bereichen der Gesteinsindustrie

wurden auch die immer mehr an Bedeutung

gewinnenden Themen „Artenschutz“

und „Ressourceneffizient“ breit diskutiert.

So berichtete Dr. Norbert Schneeweiß vom

Landesamt für Umwelt, Gesundheit und

Verbraucherschutz Brandenburg über das

Artenschutzpotential von Tagebauen der

Steine- und Erdenindustrie. In einer Projektarbeit

habe man 76 Sand- und Kiestagebaue

untersucht, von denen 71 prinzipiell

für Naturschutzprojekte geeignet seien. Besonders

die nährstoffarmen und meist fischlosen

Gewässer böten hier hervorragende

Bedingungen für seltene Amphibien- und

Insektenarten. Zu den wertvollen Biotopen

zählen auch Trockenrasenstandorte,

welche sich auf stillgelegten Abbauflächen

entwickeln und deren Bestände in unserer

intensiv genutzten Kulturlandschaft als stark

gefährdet eingestuft werden müssen.

Informationen

Michael Schlutter

Presseagentur Fakt

Sperlingsweg 16

99089 Erfurt

Tel.: 0361/7467313

E-Mail: info@presseagentur-fakt.de

Internet: www.presseagentur-fakt.de

218 bergbau 5/2013


Aus- und Fortbildung

RAG-Stiftungsvorstand Bergerhoff-Wodopia

besuchte Nachbergbau-Nachwuchskräfte

Im Jahr 2018 endet die subventionierte

Förderung der Steinkohle in

Deutschland. Um die sogenannten

Ewigkeitsaufgaben nach dem

Ende des aktiven Bergbaus wird

sich die RAG-Stiftung kümmern.

Die dafür nötigen Fachkräfte werden

seit diesem Sommersemester

auch an der Technischen Fachhochschule

(TFH) Georg Agricola

ausgebildet.

Bärbel Bergerhoff-Wodopia, im Vorstand

der RAG-Stiftung für den Bereich

Personal zuständig, traf sich am 25.03.

mit den ersten 31 Studierenden des neuen,

deutschlandweit einzigartigen Master-

Studiengangs Geoingenieurwesen und

Nachbergbau an der TFH.

Frau Bergerhoff-Wodopia informierte

die angehenden Ingenieurinnen und Ingenieure

über Aufgaben und Bedeutung

der RAG-Stiftung. Der neue Studiengang

und das ebenfalls an der TFH geplante,

forschungsorientierte Kompetenzzentrum

Nachbergbau entsprächen thematisch den

Intentionen der RAG-Stiftungssatzung, die

die Bewältigung der Ewigkeitsaufgaben

und die bergbaunahe Förderung von Bildung,

Wissenschaft und Kultur umfassen.

Bärbel Bergerhoff-Wodopia (li.) im

Gespräch mit den Studierenden

„Aufgrund der Beendigung des subventionierten

Steinkohlenbergbaus ab 2019 muss

das Wissen über die geotechnische Nachsorge

in den nächsten Jahren dringend

weiterentwickelt werden. Der geplante Studiengang

verfolgt das Ziel, das Know-how

des Bergbaus zu erhalten und auszubauen,

und Ingenieurinnen und Ingenieure auf

hohem Niveau zu qualifizieren.“, beschrieb

Frau Bergerhoff-Wodopia die Bedeutung

des Studiengangs aus Sicht der RAG-

Stiftung. Ebenso notwendig wie die Ausbildung

von Fachkräften sei die Forschung

im Bereich Nachbergbau, beispielsweise in

den Bereichen Schachtsicherung, Grubenwasserhaltung

und Poldermaßnahmen sowie

bei rechtlichen und betriebswirtschaftlichen

Aspekten. „Wir hoffen und erwarten,

dass von dem neuen Kompetenzzentrum

Impulse für die Bewältigung von Aufgaben

des Nachbergbaus ausgehen.“

Die meisten der Studierenden, mit denen

sich Frau Bergerhoff-Wodopia im

Anschluss austauschte, kennen das Aufgabengebiet

aus 1. Hand, mit dem sie

sich in den kommenden 6 Semestern wissenschaftlich

auseinandersetzen werden.

Als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der

RAG, der Bergbehörden oder von Ingenieurdienstleistern

wollen sie sich neben

ihrem Beruf durch das Studium an der

TFH zu Experten für Nachbergbau weiterqualifizieren.

„Wie Produktion im Bergbau

läuft, weiß ich schon. Jetzt ist der Rückbau

dran.“, brachte einer der Studierenden seine

persönlichen Lernziele auf den Punkt.

Der berufsbegleitende Master-Studiengang

Geoingenieurwesen und Nachbergbau

kombiniert naturwissenschaftliche

und technische Qualifikationen an der

Schnittstelle Bergbau-Markscheidewesen/

Vermessung-Geotechnik. Schwerpunkte

des Studienprogramms sind unter anderem

Wasserhaltung, Schachtsicherung,

die Sanierung belasteter Flächen sowie

die Entwicklung von Folgenutzungen. Die

RAG-Stiftung unterstützt die TFH durch die

Förderung einer Stiftungsprofessur. Auch

beim Aufbau des forschungsorientierten

Kompetenzzentrums Nachbergbau wollen

TFH und RAG-Stiftung kooperieren.

Internet: www.tfh-bochum.de

TFH Georg Agricola begrüßt neue Studierende

238 Studierende starteten am

18.03. an der Technischen Fachhochschule

(TFH) Georg Agricola

ihr ingenieurwissenschaftliches

oder betriebswirtschaftliches Studium,

das sind ca. 30 % mehr als im

Sommersemester des vergangenen

Jahres. Trotz dieses Rekords

bei den Studierendenzahlen bleibt

die TFH mit insgesamt rund 2 100

Studierenden eine kleine, familiäre

Hochschule – für TFH-Präsident

Professor Dr. Jürgen Kretschmann

einer der entscheidenden Vorteile

gegenüber vielen anderen Hochschulen,

wie er bei der Erstsemesterbegrüßung

im Studierendenzentrum

der TFH betonte.

Besonders ist die TFH auch aufgrund

ihrer fast 200-jährigen Geschichte, die

Kretschmann – wie immer bei solchen Anlässen

in den traditionellen Bergkittel gekleidet

– den neuesten und jüngsten Hochschulmitgliedern

schilderte. Dabei ging er

auch auf den Namenspatron der TFH ein,

der im 16. Jahrhundert die Montanwissenschaften

begründet hatte: „Georg Agricola

fühlen wir uns verpflichtet, weil er als Universalgelehrter

Wert auf eine umfassende Allgemeinbildung

gelegt hat. Auch wir wollen

hier Ingenieurinnen und Ingenieure ausbilden,

die nach links und rechts schauen und

sich für Politik und gesellschaftliche Zusammenhänge

interessieren.“ Das Ausbildungskonzept

der TFH schaffe den Studierenden

nicht zuletzt auch ausgezeichnete Zukunftsperspektiven:

„Wir haben einen hohen Qualitätsanspruch.

Fast alle, die hier studieren,

haben am Tag der Zeugnisübergabe einen

Job sicher.“

Wie man möglichst effektiv lernt und das

anspruchsvolle ingenieurwissenschaftliche

oder betriebswirtschaftliche Studium

meistert, vermittelte Dirk Reichstädter,

Absolvent und wissenschaftlicher Mitarbeiter

der TFH den neuen Studierenden.

Die Studienberater Stefanie Aust und Dirk

Hansel stellten die Einrichtungen und Beratungsangebote

an der TFH vor. Im Namen

der Studierendenvertretung begrüßte der

AStA-Vorsitzende Efe Volkan Avci die neuen

Kommilitoninnen und Kommilitonen und

präsentierte ihnen die vielfältigen studentischen

Aktivitäten an der TFH – von der

Semesterstartparty über den internationalen

Austausch bis zur hochschulpolitischen

Gremienarbeit. Nach einem vom AStA organisierten

Rundgang über den TFH Campus

starteten die Erstsemester dann in ihren

Wissenschaftsbereichen ins Studium.

Informationen

Stephan Düppe

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Technische Fachhochschule

Georg Agricola zu Bochum

Tel.: 0234/968-3334

Fax: 0234/968-3417

E-Mail: presse@tfh-bochum.de

Internet:

www.tfh-bochum.de/pressestelle.html

bergbau 5/2013 219


Forschung und Prüfung

Klassiker mit klarer Kompetenz –

DMT-BergbauForum macht das Dutzend voll

Seit mehr als 20 Jahren ist das

BergbauForum eine feste Größe

für den konstruktiven Informationsaustausch

im Bergbau- und

Rohstoffsektor. Ins Leben gerufen

wurde die Veranstaltung 1991

durch die Essener DMT GmbH

und Co. KG, einem Unternehmen

mit über 100-jähriger Erfahrung

und Expertise in diesen Arbeitsfeldern.

Über fachspezifische

Themen, namhafte Referenten

und den persönlichen Dialog von

und mit Experten aus Theorie und

Praxis hat sich das BergbauForum

nationale Anerkennung erworben

und kann sich steigender

Akzeptanz erfreuen.

Wissens-Basis und

Ideen-Pool

Alle 2 Jahre bietet sich den Teilnehmern

an wechselnden Veranstaltungsorten, in

Regionen mit Bergbautradition, die Gelegenheit,

mit anerkannten Fachleuten aus

Wissenschaft und Forschung wie auch

den Entscheidungsträgern der Branche

in Kontakt zu treten. Vor dem Hintergrund

zukünftiger Anpassungsprozesse im deutschen

Steinkohlenbergbau widmet sich

das aktuelle Programm – im sogenannten

B-Block – verstärkt neuen Fragen und

Perspektiven. Bei der diesjährigen Veranstaltung

vom 20. und 21.06. in Leipzig sind

das beispielsweise Vorträge zur Exploration

und Lagerstättenentwicklung oder

Bergbaufolge und Nachnutzung. „Klassische“,

wiederkehrende Themen, wie

z.B. Förderung, Transport, Seile oder

Modernisierung und Automatisierung

werden im A-Block präsentiert.

Exkursionen in die vom Bergbau geprägte

Umgebung sowie ein unterhaltsames

Rahmenprogramm für Begleitpersonen

erweitern die Tagungsinhalte. Parallel

bietet die Fachausstellung Unternehmen

der Branche eine Plattform zur Vorstellung

ihrer Produkte und Dienstleistungen.

Verbindung von Tradition und

Moderne

Der Grundstein für das BergbauForum

wurde kurz nach der deutschen Einheit

gelegt. Am 01.01.1991 fand die Abteilung

Seilfahrtwesen des ehemaligen Instituts

für Bergbausicherheit Leipzig den An-

schluss an das Institut für Förderung und

Transport, das heute zum Geschäftsfeld

Bergbau Service der DMT gehört. Initiator

des Projekts war Dr. Manfred Wohlrab,

Sachverständiger des damaligen Instituts

und späterer Leiter der Leipziger Zweigniederlassung.

Um Kunden des ostdeutschen

Kali- und Braunkohletagebergbaus

die Leistungen der nun unter DMT firmierenden

Fachabteilung vorzustellen, realisierte

er bereits im März des Jahres eine

gesamtdeutsche Bergbau-Fachtagung.

Die mit 72 Teilnehmern besetzte Veranstaltung

sollte vorrangig bestehende Sicherheitsvorschriften

der alten und neuen

Bundesländer miteinander vergleichen.

Schnell stellte sich heraus, dass im

Osten Deutschlands insgesamt ein hoher

Bedarf an Wissens- und Erfahrungsaustausch

mit „dem Westen“ herrschte.

Die Idee zum DMT-BergbauForum war

geboren und fand im 2-jährigen Turnus in

wechselnden Bergbaurevieren ihre Fortsetzung.

In den Folgejahren begannen in Ostdeutschland

vorbereitende Aktivitäten

zur Schließung und Verwahrung vieler

Schächte des Kali- und Uranbergbaus.

Das im April 1995 im erzgebirgischen

Schlema ausgerichtete 3. BergbauForum

fand folgerichtig unter dem Motto

„Erfahrungen beim Errichten, Betreiben,

Umrüsten, Sanieren und Verwahren von

Bergwerken“ statt. 111 Teilnehmer dokumentierten

die wachsende Akzeptanz des

Forums in Fachkreisen. Erstmals wurden

Exkursionen in das Programm aufgenommen,

im speziellen Fall die Befahrung von

Bergwerken in der Region. Die nachfolgenden

Foren mit kontinuierlich steigender

Teilnehmerzahl belegen die große

Nachfrage auf Betreiber-, Hersteller- und

Behördenseite. Jedes für sich trug wesentlich

zur positiven Entwicklung des

„guten Rufs“ der Veranstaltung bei.

Im April 2005 lag das BergbauForum in

seiner 8. Auflage erstmals in den Händen

von Prof. Dr. Apel, dem Leiter des Geschäftsfelds

Bergbau Service der DMT.

Der Veranstaltungsort Hohenroda/Hessen,

im Kalirevier an der Werra und am

Rande eines Zentrums der Erdgasspeicherung

gelegen, nahm wie immer Einfluss

auf die Themenkombination – und

begeisterte 253 Teilnehmer.

2007 war mit Geldern in Nordrhein-

Westfalen das Ruhrgebiet Gastgeber des

9. BergbauForums. Um auf die zunehmende

Anzahl von Beiträgen zu reagieren,

teilte man das Programm erstmalig in

2 fachlich getrennte, parallel verlaufende

Vortragsblöcke. Mit mehr als 50 verschiedenen

Referaten und annähernd 300

externen Teilnehmern setzte Radebeul

bei Dresden im Jahre 2009 die Messlatte

erneut höher. Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung

verabschiedete sich Dr.

Wohlrab, der langjährige Vordenker und

Organisator, nach 10 Veranstaltungen in

den Ruhestand.

Mit Bezug zum Rheinischen Braunkohlerevier

konnte sich das 11. BergbauForum

2011 in Köln in einer aktiven Bergbauregion

präsentieren. Aktuell durch die

politische Diskussion befördert und um

den unterschiedlichen Aktivitäten in diesem

komplexen Umfeld Rechnung zu tragen,

war der Themenblock Endlagerbergbau

hinzugekommen.

Theorie und Praxis bleiben

im Dialog

Mit dem 12. BergbauForum 2013 in

Leipzig möchten die Verantwortlichen bei

DMT den Anspruch festigen, eine der zukunftsweisenden

Referenzfachtagungen

für die Bereiche Bergbau und Rohstoffe

auszurichten. Die zunehmend internationale

Fokussierung bezüglich der Themen

soll mittelfristig das hohe Niveau und die

Exklusivität der Veranstaltung ausbauen.

„Wir arbeiten daran, für 2015 sowohl die

internationalen Themen zu erweitern als

auch weiter verstärkt die Herausforderungen

des rückläufigen und des verbleibenden

nationalen Bergbaus sowie die

unterschiedlichsten Aufgaben der Bergbausanierung

und der Bergbaufolge zu

berücksichtigen.“, erläutert Jens-Peter

Lux, stellvertretender Leiter des DMT Geschäftsfeldes

Bergbau Service. Als Projektionsfläche

für Hersteller und Betreiber

wird die Fachausstellung parallel den

„Mehrwert“ für mitwirkende Unternehmen

wie teilnehmende Personen gleichermaßen

steigern.

Das aktuelle Programm zum

12. BergbauForum in Leipzig, finden Sie

unter www.bergbauforum.de

Weitere Informationen

DMT GmbH & Co. KG

Carola Kassner

Tel.: 0201/172-1398

E-Mail: Carola.Kassner@dmt.de

oder

Jörn Phillip Jordan

Tel.: 0201/172-1284

E-Mail: Joernphilipp.Jordan@dmt.de

220 bergbau 5/2013


Industrie

Industriekonzern Atlas Copco

weltweit auf Rekordkurs

Der schwedische Industriekonzern Atlas Copco hat 2012 weltweit

einen Rekordumsatz von 90,5 Mrd. SEK (10,5 Mrd. €) erwirtschaftet.

Damit stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um gut

11 %. Der Betriebsgewinn legte um 9 % zu, und zwar ebenfalls auf

einen Rekordwert von 19,2 Mrd. SEK (2,2 Mrd. €). Der Gewinn

vor Steuern wuchs um 7 % auf 18,5 Mrd. SEK (2,1 Mrd. €). Zum

Jahresende waren 39 800 Menschen bei Atlas Copco beschäftigt,

gut 2 200 mehr als Ende 2011 (37 579). Der Konzern fertigt und

vertreibt Kompressoren und Drucklufttechnik, Bau- und Bergbauausrüstungen

sowie Industriewerkzeuge und Montagesysteme.

„In Deutschland war das vergangene Jahr allerdings eher von

Unsicherheit gekennzeichnet“, erklärte Piet Leys, Geschäftsführer

der deutschen Atlas Copco Holding GmbH in Essen. „Das

spiegelte sich unter anderem im Ifo-Index wider, der sich über

viele Monate verschlechterte.“ Trotzdem sei es Atlas Copco auch

hierzulande gelungen, seine Auftragseingänge zu verbessern,

und zwar um 3 % gegenüber 2011.

Der deutsche Markt, in dem die Gesellschaften der Holding den

größten Teil ihrer Geschäfte machen, zeigte sich stabil. Vor allem

die Automobilindustrie, der Maschinenbau und die Allgemeine

Industrie unterstützten die Nachfrage. Schlecht verlief dagegen

das Geschäft mit der Bau- und Bergbaubranche, die sich mit Investitionen

zurückhielt.

„Unsere Position in Deutschland wurde speziell von SCA Schucker

gestärkt, die nach der Akquisition im Sommer 2011 im letzten

Jahr nun vollständig zum Umsatz der Holding beitrugen“, sagte

Leys. SCA stellt im badischen Bretten Klebe- und Dichtsysteme

für die Industrie her und hat insbesondere in der Automobilindustrie

eine starke Position. Mitte 2012 hatte Atlas Copco außerdem

Ekomak übernommen, einen türkischen Kompressorenhersteller,

der hierzulande mit der Ekomak Kompressoren GmbH in Moers

vertreten ist.

Stark abgeschnitten hat auch Atlas Copco Energas in Köln. Das

Unternehmen entwickelt und fertigt Turbokompressoren und Turbinen.

Die Kölner profitierten von einem hohen Auftragsbestand

aus dem Vorjahr und steigerten den Umsatz in der Domstadt. Unter

anderem erhielt Energas wichtige Aufträge aus Saudi-Arabien

für ein Elektrizitätswerk sowie aus Australien für ein Flüssiggas-

Projekt.

„Aus der Branche der Energierückgewinnungsanlagen kommen

positive Zeichen für die Zukunft“, ergänzt Leys. Auch die Service-

Aktivitäten der verschiedenen Gesellschaften nahmen im Laufe

des Jahres wieder zu. Bei den deutschen Unternehmen unter dem

Dach der Atlas Copco Holding waren 2012 durchschnittlich 2 360

Mitarbeiter beschäftigt, darunter etwa 90 Auszubildende.

„Der Ifo-Index weist seit Monaten nach oben, die Stimmung bei

unseren Kunden wird zuversichtlicher“, hat Piet Leys festgestellt.

„Daher rechnen wir für dieses Jahr auch wieder mit höheren Investitionen

aus der Industrie.“

Atlas Copco wurde übrigens im Januar vom Weltwirtschaftsforum

(WEF) in Davos als eines der am nachhaltigsten wirtschaftenden

Unternehmen der Welt ausgezeichnet. Das WEF notiert

den Konzern auf Platz 18 seiner „Global 100“-Liste.

Am 21.02. feierte Atlas Copco weltweit seinen 140. Geburtstag.

Der Konzern ist seit über 60 Jahren in Deutschland vertreten.

Internet: www.atlascopco.de

Terex ® CC 9800 verlädt Stützpfeiler für Offshore-

Windkraftpark auf Transportschiff

Zum Verladen von Stützpfeilern für die Fundamente von Offshore-Windkraftanlagen

in der Ostsee setzte der belgische Krandienstleister

Sarens im Rostocker Seehafen einen Terex CC 9800

ein.

Windkraftanlagen auf hoher See haben einen entscheidenden

Vorteil gegenüber Onshore-Anlagen: Sie sind wegen der besseren

Windverhältnisse deutlich ertragreicher. Diesem Vorteil steht

jedoch ein erheblich höherer baulicher Aufwand gegenüber. Das

betrifft unter anderem das Fundament, mit dem das Windrad sicher

und dauerhaft auf dem Meeresboden „verankert“ werden

muss. Eine verbreitete Technik ist das so genannte „Tripod-Fundament“.

Dabei handelt es sich um eine Dreibeinkonstruktion aus

Stahlrohren, die unter Wasser einen Hauptpfahl stützen, auf den

der Turm des Windrades aufgesetzt wird. Die Verankerung des

Dreibeins erfolgt mit kleinen Pfählen, die in den Meeresboden

gerammt werden. „Unsere Aufgabe war es, eine Vielzahl der für

diese Konstruktion benötigten stählernen Stützpfeiler von Tiefladern

auf ein Transportschiff zu verladen, das die Bauteile zum

Standort des Windparks bringt“, bringt Sarens-Projektmanager

Hendrik Sanders die Aufgabe seines Teams auf den Punkt. Doch

ganz so einfach, wie es sich anhört, war der Job nicht. „Als größtes

Problem erwies sich der Untergrund, der dem Gewicht des

Terex-Krans ohne Vorbereitung nicht gewachsen war – zumal wir

den CC 9800 für diesen Einsatz mit einem selbstangetriebenen

Gegengewichtswagen ausrüsten mussten“, berichtet Kranfahrer

Peter Derniest.

Der Terex CC 9800 verlädt Stützpfeiler

für Offshore-Windkradftpark auf ein

Transportschiff

Foto: Terex

Aufwändige Vorbereitungsarbeiten

Um den Arbeitsplatz für den Kran ausreichend zu stabilisieren,

baute das Sarens-Team auf dem Kai eine Plattform aus Betonund

Stahlplatten sowie Holzplanken. Im Halbkreis um die Plattform

wurde zudem eine Fahrstrecke für den Gegengewichtswagen

errichtet, der mit 640 t beladen war. Der Kran selbst wurde in

SSL-Konfiguration mit einem 66 m langen Hauptausleger gerüstet.

Das Gegengewicht auf dem Oberwagen betrug 235 t.

Damit war der CC 9800 für die bevorstehenden Hübe der Stützpfeiler

bestens vorbereitet. „Wir mussten 2 verschiedene Typen

von Pfeilern auf das Transportschiff verladen: Pfeiler 1 hatte eine

Länge von 40 m, einen Durchmesser von 3,5 m und brachte 400 t

auf die Waage; Pfeiler 2 war mit einer Länge von 70 m, einem

Durchmesser von 3,9 m und einem Gewicht von 750 t deutlich

schwerer und größer“, beschreibt Hendrik Sanders die Lasten.

Dank der optimalen Vorbereitung des Arbeitsgeländes konnten

die beiden Kranfahrer Peter Derniest und Joaquim „Chuckie“ Tegeleiro

die Hübe jedoch routiniert und zügig durchführen: Um die

bergbau 5/2013 221


Industrie

Pfeiler perfekt ausbalancieren zu können, war an der Unterflasche

des CC 9800 eine Traverse montiert, an deren Enden Schlaufen

zur Aufnahme der Last angeschlagen waren. So konnte der Kran

die Pfeiler in stabiler waagerechter Position aufnehmen, sie in

einem Radius von 90° schwenken und sicher auf dem Transportschiff

ablegen. „Der CC 9800 erwies sich dabei als hervorragendes

Arbeitsgerät: Er ist äußerst einfach zu bedienen und

bietet gleichzeitig die hohe Präzision, die beim Verladen dieser

Art von Last erforderlich ist“, erklärt Chuckie Tegeleiro. Und Peter

Derniest ergänzt: „Bereits beim Rüsten überzeugte der Kran mit

seiner montagefreundlichen Konstruktion – trotz der ungünstigen

Platzverhältnisse vor Ort, verlief der Aufbau völlig problemlos.“

In den folgenden Wochen kann der CC 9800 dann einen weiteren

seiner Vorteile ausspielen: seine hohe Zuverlässigkeit – denn

bis die Installation des kompletten Windparks, voraussichtlich

2013, abgeschlossen ist, wird er noch einen Vielzahl dieser Hübe

ausführen.

Terex ® CC 9800

Der Terex ® CC 9800 basiert auf dem bestehenden Modell Terex

CC 8800-1 und verwendet die gleichen Maschinenkomponenten

wie der größere Terex CC 8800-1 TWIN Gittermast-Raupenkran,

der mit einer Tragkraft von 3 200 t zu den größten Mobilkranen

der Welt gehört. Das maximale Lastmoment – 1122 t bei 24 m

Radius und 800 t Superlift-Gegengewicht – beträgt 26 930 Metertonnen

(mt). Die maximale Hauptauslegerlänge in SSL/LSL

Konfiguration ist 156 m. In der typischen Konfiguration zum Heben

von Windkraftanlagen hat der Kran bis zu 144 m Hauptausleger

und einen 18 m Hilfsausleger, der 20° vorgeneigt ist (SSL/LSL +

LF). Mit 132 m-Hauptausleger und 18 m-Verlängerung erreicht

die Maschine eine Tragfähigkeit von 375 t und eine Hakenhöhe

von 147 m. Die maximal mögliche SWSL-Kombination (wippbarer

Hilfsausleger mit Superlift) beträgt 108 m + 120 m, daraus ergibt

sich eine maximale Hakenhöhe von 223 m.

Internet: www.terex.com

Vortrieb der südlichen Röhre wieder auf. Während des fünfmonatigen

Vortriebs übertrafen die Baustellenteams ihre Bestleistungen

der 1. Röhre nochmals: sie erreichten während eines Monats

eine Rekordleistung von 1 014 m in 30 Tagen.

Tunneldurchschlag

Foto: Herrenknecht

Die Tunnelbohrmaschine von Herrenknecht (umbaubarer EPB-

Schild S-670, Ø 10 010 mm) bewältigte 2 unterschiedliche Bodenarten.

Sie fuhr in Lockergestein (Mischung aus Sandstein und Muschelkalk)

im geschlossenen EPB (Erddruckschild)-Modus und in

Hartgestein (Buntsandstein) im offenen Modus.

Der französische TGV benötigt von Paris nach Straßburg zurzeit

2 h und 20 min.. Der weitere Ausbau in Richtung Osten auf

106 km durch das Elsass bis Straßburg läuft auf Hochtouren, um

die Fahrtzeit für die Passagiere ab 2016 um 30 min. zu verkürzen.

Internet: www.herrenknecht.de

Vortrieb im TGV-Tempo

Einige Monate früher als geplant, schloss Tunnelbohrmaschine

Charlotte am 25.02.2013 den Vortrieb für die beiden Röhren

des „Tunnel de Saverne“ ab. Während des Vortriebs der 2. Röhre

erreichten die Baustellenteams eine Rekordleistung von 1 014 m

in 30 Tagen. Insgesamt absolvierte die Herrenknecht TBM eine

Strecke von knapp 8 km im Hart- und Lockergestein. Der Eisenbahntunnel

ist ein Teil des Abschnitts auf der TGV-Strecke Paris-

Straßburg, der derzeit ausgebaut wird.

Für die Unterquerung der Vogesen setzte das französische

Baukonsortium Spie Batignolles TPCI – Dodin Campenon

Bernard eine Tunnelbohrmaschine (TBM) von Herrenknecht ein.

Die TBM hatte im November 2011 auf der Ostseite der Vogesen

am Startportal bei Ernolsheim lès Saverne den Vortrieb der knapp

4 km langen nördlichen Röhre aufgenommen. Mit einem zweimonatigen

Vorsprung auf den Bauzeitplan konnte sie den Vortrieb

der 1. Röhre Ende Juni 2012 auf der Westseite der Vogesen abschließen.

Während des Vortriebs erreichten die Baustellenteams

Tagesbestleistungen von bis zu 46 m.

Nach dem Durchstich des 1. Tunnels wurde die Maschine demontiert

und beim Startportal bei Ernolsheim lès Saverne wieder

startklar gemacht. Ende September 2012 nahm „Charlotte“ den

Sohleninstandhaltung mit der Wirtgen SF 2600i –

effektiver und zuverlässiger Abbau unter Tage

Die Dimensionen im Steinsalzbergwerk der Südwestdeutsche

Salzwerke AG in Heilbronn sind beachtlich. Dazu zählt auch das

über 700 km lange Streckennetz unter Tage, das fortwährend

instand gehalten werden muss. Eine herausfordernde Aufgabe,

welche die Wirtgen Sohlenfräse SF 2600i erfolgreich umsetzt.

Beim Vortrieb durch Sprengen und Schneiden sowie durch,

für die Salzgewinnung benötigte, Schwerfahrzeuge bildet sich

in der Sohle eine gefährliche Kombination aus Schlaglöchern,

Bodenwellen, Absätzen und Spurrillen. „Die Auswirkungen sind

gravierend“, erklärt Obersteiger Herbert Hesser. „Achsen, Räder,

Chassis sowie Getriebe unserer 150 im Bergwerk betriebenen

mobilen Maschinen werden durch die Sohlenunebenheiten stark

in Mitleidenschaft gezogen.“

Die SF 2600i egalisiert mit ihrer Schneidwalze unebene Flächen

und erzeugt absolut plane, gut befahrbare Sohlen mit geringem

Rollwiderstand. Im Bergwerk Heilbronn beträgt die Druckfestigkeit

des Salzes zwischen 20 und 25 MPa. Die SF 2600i erzielt hier

bei 2,5 m Arbeitsbreite und 0,1 m Schneidtiefe Vorschubleistungen

von bis zu 800 m/8-Stunden-Schicht. „So können wir unser

Streckennetz stets in gutem Zustand halten“, lobt der Obersteiger.

Nach dem Schneiden wird das hinter der Maschine abgelegte

Material von Gradern profiliert, bewässert und abschließend verdichtet.

Das Ergebnis überzeugt. Die Fahrzeiten zu den bis zu 10 km

weit entfernten Arbeitsplätzen der Mitarbeiter sind deutlich kürzer,

der Kraftstoffverbrauch wird um ganze 35 % reduziert. Das spart

dem Unternehmen Tag für Tag bares Geld.

Internet: www.wirtgen.de

222 bergbau 5/2013


Journal

Radioaktive Abfälle sicher

endlagern

Fachgespräch zur Endlagerung

radioaktiver Abfälle

Mehr als 120 Teilnehmer konnten die

Veranstalter, die DMT GmbH & Co. KG, die

GNS Gesellschaft für Nuklear-Service mbH

und die DBE TECHNOLOGY GmbH beim

diesjährigen „2. Essener Fachgespräch

Endlagerbergbau“ am 28.02. begrüßen. Die

Vortragsveranstaltung war auch in diesem

Jahr als Plattform für Fachinformationen

aus 1. Hand, für den Erfahrungsaustausch

und zur Kontaktpflege mit Fachkollegen sowie

Vertretern der zuständigen Behörden

auf reges Interesse gestoßen.

Die politisch kontroversen Diskussionen

um das neue Endlagersuchgesetz und die

Dauer dieses Prozesses zeigen, wie anspruchsvoll

es ist, politische, gesellschaftliche

und verfahrenstechnische Aspekte

im Umfeld der Endlagerung adäquat und

möglichst im Konsens mit allen Stakeholdern

zu berücksichtigen. Gleichwohl gibt

es auch technische Entwicklungen an den

deutschen Endlagerstandorten, über die es

lohnt zu berichten. Der Blick über die Grenzen

Deutschlands hinaus zeigt, welche Herausforderungen

diese komplexe Aufgabe

an alle beteiligten Fachdisziplinen stellt.

Dr. Jürgen Krone (DBE TECHNOLOGY

GmbH) berichtete daher zu Anfang über

den „Internationalen Stand der Endlagerung

radioaktiver Abfälle aus deutscher

Sicht“. Michael Tichauer vom Institut de

Radioprotection et de Sûreté Nucléaire

(IRSN) erläuterte in seinem Vortrag den

aktuellen Stand der Endlagerung in Frankreich

und stellte die Ergebnisse des „Dossier

2009“ dar. Dieser vom französischen

Unternehmen Andra (L‘Agence nationale

pour la gestion des déchets radioactifs) erstellte

Bericht, der den aktuellen Planungsstand

eines Endlagers für hochradioaktive

Abfälle in Tonformationen zusammenfasst,

wurde durch das IRSN einem kritischen

Review unterzogen und durch konkrete

Handlungsempfehlungen ergänzt.

Heinrich Pettenpohl (DMT GmbH & Co.

KG) stellte den aktuellen Stand zur „Lieferung

von 2 Spritzmanipulatorfahrzeugen

für das Endlager Konrad“ vor. Dieses laufende

Projekt wird in einer Arbeitsgemeinschaft

mit der Firma Herbst SMAG Mining

Technologies GmbH im Auftrag der Deutschen

Gesellschaft zum Bau und Betrieb

von Endlagern für Abfallstoffe mbH ausgeführt.

Es wurden technische Lösungen

aufgezeigt, die deutlich machten, wie die

Anforderungen des Planfeststellungsbeschlusses

aus dem Jahr 2002 unter Beachtung

des Standes von Wissenschaft

und Technik erfüllt werden.

Abschließend trug der technische Geschäftsführer

der Asse GmbH Jens Köhler

zur „Faktenerhebung in der Asse: Eine

besondere Herausforderung“ vor. Anhand

eines konkreten Beispiels – dem Durchbohren

einer Barriere aus Bitumen in einem

Abdichtbauwerk und der erforderlichen

Entwicklung eines Verfahrens unter den

gegebenen technischen aber auch genehmigungsrechtlichen

Rahmenbedingungen

– wurde deutlich, welche Herausforderung

das vermeintlich „einfache“ Anbohren einer

Einlagerungskammer an alle Beteiligten

stellt. Ein Vortrag, der die Teilnehmer am

„Tagesgeschäft“ der Asse teilhaben ließ.

Für Teilnehmer und Veranstalter war das

Essener Fachgespräch Endlagerbergbau

auch 2013 eine wertvolle und rundum gelungene

Veranstaltung. Daher luden die

Gastgeber bereits vor Ort zum „3. Essener

Fachgespräch Endlagerbergbau“ im kommenden

Jahr 2014 ein.

Internet: www.dmt.de

HAVER & BOECKER investiert in

Brasilien

Freitag, der 01.03., war für HAVER &

BOECKER Latinoamericana (HBL), die

brasilianische Tochtergesellschaft von

HAVER & BOECKER in Monte Mor/Campinas,

in der Nähe von Sao Paulo, ein

großer Tag. In Anwesenheit von mehr als

200 Gästen aus Nord- und Südamerika,

Europa und Asien wurde eine Erweiterung

des Firmengebäudes feierlich eingeweiht.

Für HBL war dies ein bedeutender Moment.

Das Unternehmen war seit seiner

Gründung vor knapp 40 Jahren stetig und

solide gewachsen. Die Gebäudeerweiterung

war Teil eines Investitionsprogramms

der letzten Jahre, das darauf abzielt, den

gestiegenen Anforderungen des brasilianischen

und lateinamerikanischen Marktes

gerecht zu werden. So konnte der Umsatz

in Brasilien in den letzten 5 Jahren mehr als

verdoppelt werden. Der steigende Anteil von

Engineeringleistungen erforderte die Erweiterung

der Bürofläche auf mehr als 1 500 m 2 .

Gleichzeitig nutzte HAVER & BOECKER

die Gelegenheit, wichtige Entscheidungen

für die Zukunft der Firma zu verkünden. Die

HAVER-Gruppe schuf die HAVER & BOE-

CKER Holding Americas, um alle Tochtergesellschaften

in Nord- und Lateinamerika

technisch, finanziell und kommunikativ zu

unterstützen. Die Holding wird von Adrián

Gamburgo geführt, der seit vielen Jahren

Geschäftsführer von HAVER & BOECKER

Latinoamericana war. Diese Aufgabe

nimmt nun Rodrigo Campos wahr.

Die guten Geschäfte in Brasilien machten

eine Erweiterung und Modernisierung der

brasilianischen Tochtergesellschaft von

HAVER & BOECKER erforderlich.

HAVER & BOECKER Latinoamericana ist

damit bestens für die Zukunft gerüstet,

symbolisiert auch durch ein neues Gebäude

Foto: HAVER & BOECKER

Diese Maßnahmen gestatten es der

HAVER-Gruppe, ihre Präsenz in Brasilien

und Lateinamerica zu stärken sowie den

lokalen Markt und die eigenen Mitarbeiter

mit der Kultur und den Werten eines Familienunternehmens

mit 125-jähriger erfolgreicher

Geschichte zu führen.

Die neuen Räumlichkeiten schaffen die

Voraussetzungen für eine kontinuierliche

Weiterentwicklung als Lösungsanbieter

für die Kunden.

Internet: www.haverboecker.com

Prof. Dr.-Ing. Holger Lieberwirth

übernimmt Professur für

Aufbereitungsmaschinen

Zum 01.03.2013 wurde Prof. Dr.-Ing. Lieberwirth

auf den Lehrstuhl für Aufbereitungsmaschinen

am gleichnamigen Institut der TU

Bergakademie Freiberg berufen. Prof. Lieberwirth

bekleidete zuvor Führungspositionen

in der Industrie, u.a. bei ThyssenKrupp

Fördertechnik, Beumer und Takraf.

Prof. Dr.-Ing. Holger Lieberwirth

Foto: TU BA Freiberg

Das Institut bildet u.a. zum „Ingenieur

für Aufbereitungsmaschinen“ aus und

forscht auf den Gebieten Zerkleinerung,

Mischung, KLassierung, Sortierung und

Agglomeration von Rohstoffen im Rahmen

des Ressourcebprofiles der TU Bergakademie

Freiberg.

Internet: www.tu-freiberg.de

bergbau 5/2013 223


Veranstaltungen

AIMS 2013

4. Internationales Kolloquium

„Mineral Resources and Mine

Development 22. bis 23.05.2013

in Aachen

Das vorläufige Programm des diesjährigen

Kolloquiums steht online unter www.

aims.rwth-aachen.de/en/presentations

zur Verfügung.

Im Programm finden Sie Informationen

zu:

● Symposium Details

● Allgemeinen Informationen

● Zeitablauf der Präsentationen

● Ausstellung & Anzeigenschaltung

● Unterkunft und Hotelreservierung

● Anreise

● Anmeldung

Eine Broschüre können Sie unter aism@

bbk1.rwth-aachen.de anfordern.

Das 1. Themengebiet des Kolloquiums

– Mine Development – fokussiert sich auf

Bergbauprojekte:

● Projektplanung, Organisation und Logistik

● Schneidverfahren für Hartgestein

● Maschinentechnik und Ausrüstung

● Betriebliche Erfahrungen

● Zukünftige Technologien

● Bergbauprozesse und Ressourceneffizienz

Das 2. Themengebiet von AIMS 2013 –

Mineral Resources – behandelt die nachhaltige

Entwicklung und Versorgung mit

Rohstoffen sowie zugehörige Themen:

● Politik, Strategien und Konzepte

● Rohstoff Management und Versorgung

(inkl. kritischer Rohstoffe)

● Rechtliche Aspekte, Genehmigungsverfahren

und Finanzierung

Umweltbedingte Herausforderungen und

Vorgehensweisen

● Ansichten, Positionen und Forderungen

von Regierungen, Wirtschaftszweigen

und Unternehmen

AIMS hat sich innerhalb des Bergbaus

zu einer weltweit anerkannten Veranstaltungsserie

entwickelt und zählt zu den

führenden Plattformen des internationalen

Know-How-Transfers. Das Symposium

bietet mit rund 350 Teilnehmern eine

ausgezeichnete Plattform für den Erfahrungsaustausch

zwischen internationalen

Vertretern des Bergbaus, des Tunnelbaus,

der Zulieferindustrie, sowie Behörden und

Forschung.

Eine begleitende Ausstellung sowie die

traditionelle Abendveranstaltung in der

„Aula Carolina“ am 22.05.2013 eröffnet die

Gelegenheit zum „Networken“ mit Fachleuten,

Kunden und Kollegen.

Das Kolloquium AIMS 2013 wird von

Caterpillar Global Mining Europe GmbH,

Minova CarboTech GmbH, Hilti Aktiengesellschaft,

Sandvik Mining and Construction

Europe GmbH und Maney Publishing

gesponsert.

Viele weitere Informationen können

Sie ebenfalls unserer Internetseite www.

aims.rwth-aachen.de entnehmen.

Gerne steht Ihnen das Tagungssekretariat

für Fragen unter der E-Mail aims@

bbk1.rwth-aachen.de oder bei Miriam

Wolfsteiner, Tel.: 0241/80-95673, zur Verfügung.

ISM 2013 und Energie und

Rohstoffe 2013

Der Deutsche Markscheider-Verein e.V.

lädt zum XV. internationalen ISM-Kongress

(International Society for Mine Surveying)

vom 16. bis 20.09.2013 nach Aachen ein.

Der Kongress findet in Verbindung mit

der nationalen Konferenz Energie und

Rohstoffe (EuR 2013) des DMV e.V. statt.

Auf dem weltweit größten Markscheider-

Kongress treffen sich internationale Experten

aus dem Markscheidewesen, Entscheidungsträger

aus der Bergbau- und

Rohstoffindustrie und Experten aus angrenzenden

Geofachwissenschaften.

Es werden 500 Teilnehmer erwartet.

Schwerpunktthemen des Kongresses sind:

● Innovative Messverfahren und Instrumente

(z.B. GNSS, InSAR)

● GIS und Risswerkführung

● Lagerstättenmanagement und Abbauplanung

● Messung und Vorausberechnung von

Gebirgs- und Bodenbewegungen

● Genehmigungsverfahren, Umweltschutz

und Nachhaltigkeit im Bergbau

● Bergbaustilllegung, Altbergbau und wirtschaftlicher

Wandel von Bergbauregionen

● Grubenwassermanagement in allen

Bergbauphasen

● Erneuerbare und innovative Energiequellen

(z.B. Unkonventionelles Gas,

Geothermie, CCS)

● Ausbildung und Rechtsfragen im Markscheidewesen.

Der ISM-Kongress dient dem internationalen

Wissensaustausch über Neuheiten auf

dem breiten Fachgebiet des Markscheidewesens

und der angrenzenden Geowissenschaften.

Keynotes, Fachvorträge,

Arbeitsgruppen, Exkursionen und eine begleitende

Fachausstellung vermitteln den

Stand der Wissenschaft und Technik. Ein

touristisches Begleitprogramm und stimmungsvolle

Abendveranstaltungen runden

die Tagung ab.

Veranstaltungsort ist das Eurogress

Convention Center in Aachen. Eine Fachausstellung

in nächster Nähe zu den Vortrags-

und Tagungsräumen bietet Anbietern

von Vermessung sinstrumenten, CADund

GIS-Software und Ingenieurleistungen

die Möglichkeit, sich einem internationalen

Fachpublikum zu präsentieren.

Ausführliche Informationen zum Tagungsprogramm,

zu Sponsoring und Ausstellung

finden Sie auf der Homepage

www.ism-germany-2013.de.

ISM 2013 Kongress-Sekretariat

RWTH Aachen

Institut für Markscheidewesen, Bergschadenkunde

und Geophysik im Bergbau

Wüllnerstraße 2

52062 Aachen

Tel.: 0241/80-95687

Fax: 0241/80-92150

E-Mail: info@ism-germany-2013.de

Mining Equipment

Investitionsgütermesse

„Future Mongolia“ im Juni 2013

wieder in Ulan Bator

Nach dem beachtlichen Erfolg im vergangenen

Jahr wird die Investitionsgütermesse

„Future Mongolia“ vom 19. bis

22.06. wieder in der mongolischen Landeshauptstadt

Ulan Bator durchgeführt.

Der Veranstalter erwartet etwa 120 Aussteller

aus verschiedenen Nationen. Auch

Branchengrößen wie Caterpillar, Takraf,

Thyssen-Krupp und Siemens waren beim

letzen Mal dabei.

Mit jährlich 2-stelligen Wachstumsraten

des Bruttoinlandsproduktes zählt die

Mongolei zu den sich am schnellsten entwickelnden

Volkswirtschaften der Welt.

Allein für 2013 prognostizieren führende

Wirtschaftsforschungsinstitute einen

weiteren Anstieg zwischen 15 und 18 %.

Finanzexperten sprechen vom zukünftigen

„Dubai des Ostens“. Gemeint ist die

etwa 1,2 Mio. Bewohner zählende Landeshauptstadt

Ulan Bator, wo sich das

224 bergbau 5/2013


Veranstaltungen

Die Investitionsgütermesse „Future

Mongolia“ findet vom 19. bis 22.06. wieder

in der mongolischen Landeshauptstadt

Ulan Bator statt. Das Foto zeigt eine Szene

während der Eröffnungsfeier der 1. „Future

Mongolia“ im vergangenen Jahr.

Foto: VF Messen GmbH

wirtschaftliche und kulturelle Leben des

insgesamt 2,8 Mio. Einwohner zählenden

Landes konzentriert.

Der Grund für das immense Wachstum

ist der in seinen Dimensionen bisher kaum

abschätzbare Reichtum an Bodenschätzen,

vor allem Kohle, Kupfer, Gold und

seltenen Erden. Die Mongolei zählt zu den

rohstoffreichsten Ländern der Erde. Im Süden

der Wüste Gobi sind erst vor einiger

Zeit Kohle- und Kupferlagerstätten nachgewiesen

worden, die zu den größten der

Welt gehören. Schon heute ist der Bergbau

die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle

des Landes. Viele, vor allem große

und international tätige Bergbaubetreiber

haben sich mittlerweile im Land engagiert.

Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach

Bergbaumaschinen, vor allem für den Tagebau,

in dem derzeit noch die meisten Bodenschätze

gewonnen werden. Doch auch

der untertätige Bergbau ist im Vormarsch.

Breites Fachpublikum

Mit der „Future Mongolia“, sagt Stephan

A. Fischer, habe man eine Messe kreiert,

die es Investitionsgüterherstellern aller

Branchen erstmals ermögliche, ihre Produkte

und Dienstleistungen einem breiten

Fachpublikum aus der Mongolei und umliegenden

Ländern vorzustellen. Fischer

ist Geschäftsführer des Veranstalters der

„Future Mongolia“, der VF Messen GmbH,

einem Unternehmen aus München. Unterstützt

werden er und sein Team vom Verband

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau

(VDMA), der die ideelle Trägerschaft

für die „Future Mongolia“ übernommen

hat. Mit mehr als 3 000 Mitgliedsunternehmen,

die insgesamt mehr als 900 000 Mitarbeiter

beschäftigen, zählt der VDMA zu

den größten und einflussreichsten Industrieverbänden

Europas.

An der 1. „Future Mongolia“, im Mai

vergangenen Jahres, nahmen rund 100

Aussteller aus 14 Nationen teil. Fischer

rechnet damit, diese Zahl bei der kommenden

Veranstaltung übertreffen zu können.

Die Aussteller seien, wie eine Befragung

ergeben habe, fast durchweg zufrieden

gewesen. Neue Kundenkontakte konnten

geknüpft und teilweise auch Geschäfte

vor Ort abgeschlossen werden. Begleitet

wird die Messe von einem umfangreichen

Tagungsprogramm, in das Vertreter staatlicher

und privater Organisationen, Institutionen

und Firmen aus der Mongolei eingebunden

werden sollen.

3000 m 2 Hallenflächen

Veranstaltet wird die „Future Mongolia“

wieder im und um den, direkt neben dem

internationalen Flughafen von Ulan Bator

liegenden, Sportkomplex „Buyant Ukhaar“.

Alles in allem stehen 3 000 m 2 Hallen- und

4 500 m 2 Freiflächen zur Verfügung. Gefördert

wird die Messe von der mongolischen

Landesregierung, der Stadt Ulan Bator

und der Bundesrepublik Deutschland. Nähere

Informationen sowie Anmeldeformulare

für Aussteller sind im Internet oder per

Telefon unter 089/244419370 erhältlich.

Internet: www.future-mongolia.com

„Kohle.Global“

Eine Sonderausstellung des Ruhr

Museums im Wechselausstellungsraum

auf der 12-Meter-Ebene der

Kohlenwäsche

15.04. bis 24.11.2013

Auf Zeche Zollverein wird wieder Kohle

gebunkert. Das Ruhr Museum zeigt

„Kohle.Global“, die große Ausstellung zu

einem Thema von weltweiter Bedeutung.

Nie zuvor wurde so viel Kohle abgebaut

und verbraucht wie heute. Nahezu jedes

3. Land der Erde ist Kohleproduzent, fast

alle Staaten sind Kohleverbraucher. Kohle

ist Teil der Weltwirtschaft: Kohle wird global

finanziert, gehandelt und transportiert.

„Kohle.Global“ zeigt die Gegenwart der

Kohle und ihre Entstehung im Zuge der

Erdgeschichte. Die Ausstellung stellt die

pflanzlichen Produzenten der fossilen

Energiequelle und die Produzenten auf

dem Kohle-Weltmarkt, die Wanderung der

Kontinente mit ihren Kohlelagerstätten und

die Transportwege der Kohle aus den globalen

Kohlerevieren zum Verbraucher vor.

Sie zeigt die Speicherung von CO 2 in der

Kohle über Millionen von Jahren und dessen

kurzfristige Freisetzung durch Verbrennung.

Sie visualisiert die Wälder mit ihren

urtümlichen Pflanzen, aus denen die Kohle

entstand, und die Kohlelandschaften der

Gegenwart mit riesigen Tagebauen, Megastädten

und rauchenden Schornsteinen.

„Kohle.Global“ ist eine Weltreise zu den

Kohlerevieren der anderen, von Spitzbergen

bis Feuerland, von Indonesien bis

Südafrika, von Wyoming bis Sibirien. Es

kommt zu faszinierenden Begegnungen

mit verschiedenen „Kohlemenschen“, die

das schwarze Gold fördern, mit ihren unterschiedlichen

Kulturen und mit der Vielfalt

und Ungleichzeitigkeit ihrer Arbeitswelten.

Die Ausstellung beschreibt den Energiehunger

der alten und neuen Industriegesellschaften

und schärft das Bewusstsein

für die Folgen und Chancen der Globalisierung,

die Grenzen des Wachstums, den

Umgang mit Rohstoffen und für Fragen der

Verteilungsgerechtigkeit. Im Kohlekosmos

geht es um die großen Zukunftsfragen unserer

Zeit.

Öffnungszeiten

täglich 10.00 bis 18.00 Uhr

24., 25. und 31.12. geschlossen

Eintritt

6,- € , ermäßigt 4,- € , Kinder und

Jugend-liche bis 14 Jahre sowie Schülerund

Studierendengruppen

im Rahmen einer

gebuchten Führung frei, Gruppenermäßigungen

und Kombitickets erhältlich

Gruppenführungen

90 min., 70,- € plus 5,- € Eintritt/Person,

Schüler- und Studierendengruppen 50,- €,

max. 20 Teilnehmer, Fremdsprachen auf

Anfrage

Öffentliche Führungen

90 min., 3,- €/Person plus Eintritt, max.

20 Teilnehmer, Donnerstag und Samstag

14.00 Uhr, Sonntag 11.00 Uhr

Kombiführung mit dem Denkmalpfad

ZOLLVEREIN®

120 min.: 110,- € (dt.)/120,- € (engl.);

180 min.: 135,- € (dt.)/150,- € (engl.), plus

5,- € Eintritt/Person, max. 20 Teilnehmer

Anmeldung und Buchung

Ruhr Museum

UNESCO-Welterbe Zollverein

Areal A [Schacht XII], Kohlenwäsche [A 14]

Gelsenkirchener Str. 181

45309 Essen

Besucherdienst Ruhr Museum

Montag bis Freitag von 9.00 bis 16.00 Uhr

Tel.: 0201/24681444

Fax: 0201/24681445

E-Mail: besucherdienst@ruhrmuseum.de

Internet: www.ruhrmuseum.de

bergbau 5/2013 225


RDB-Betriebserfahrungsaustausch

Am 18.02 und 04.03.2013 hatte

jeweils 1 Gruppe des BV TFH

zu Bochum die Möglichkeit, das

Versuchsendlagerbergwerk Asse

II in Remlingen im Landkreis

Wolfenbüttel in der Nähe von

Braunschweig zu besichtigen.

Jeweils um 06.30 Uhr morgens

ging es vom Parkplatz der TFH

Georg Agricola zu Bochum mit

einem Kleinbus ins 320 km entfernte

Remlingen zur Schachtanlage

Asse II. Dort angekommen

wurden wir herzlich im dortigen

Besucherzentrum begrüßt und wir

bekamen, bei Kaffee und belegten

Brötchen als Stärkung für

die anstehende Grubenfahrt, eine

Einführung zur Geschichte und

Problematik der Schachtanlage

Asse.

Die Schachtanlage Asse bestand ehemals

aus 3 aktiven Schachtanlagen, die

Anfang 1900 zur Gewinnung von Steinund

Kalisalz erschlossen wurden.

In den Jahren 1909 bis

1964 wurde in diesen Schachtanlagen

gefördert. Von den

ehemaligen Anlagen ist heute

nur noch die Schachtanlage

Asse II befahrbar.

Die Schachtanlage Asse II

hatte einmal eine Endteufe von

957 m. Dort befand sich bis in

die 90er Jahre der Forschungsbereich

der Schachtanlage.

Dieser Bereich wurde aber vor

einigen Jahren verfüllt und ist

heute nicht mehr zugänglich.

Die heutige Endteufe liegt bei

ca. 800 m.

Nach dem Ende der Steinund

Kalisalzgewinnung im Jahre

1964 ging die Anlage 1965 in

die Hand des Bundes über und

wurde in ein Versuchslager für

schwach- und mittelradioaktive

Stoffe umgewandelt. Von

1967 bis 1978 wurden in 13

ehemaligen Abbaukammern in

725 m bis 750 m Teufe und von

Exkursion zum

Versuchsendlagerbergwerk Asse

1 Grubenhohlräume in der Schachtanlage Asse mit den rot

gekennzeichneten Einlagerungskammern

Grafik: Helmholtz Zentrum München

Deutsches Forschungszentrum für

Umwelt und Gesundheit (HMGU)

1972 bis 1977 in 511 m Tiefe

ca. 126 000 Fässer radioaktiver

Müll mit verschiedenen Techniken,

stehend oder liegend gestapelt,

lose verkippt oder per Abseiltechnik

eingelagert.

Diese Kammern befinden sich alle

entlang der Südflanke des Steinsalzvorkommens.

Und genau hier beginnen die

Probleme: Das Salzvorkommen dort ist in

den Abbaubereichen durch den Kammer-

Pfeiler Abbau stark ausgehöhlt worden

und hat dadurch seine Stabilität verloren,

denn die Kammern wurden nach Abbauende

nicht wieder verfüllt. Der Gebirgsdruck

sorgte und sorgt auch heute, genauso

wie im Ruhrgebiet, dafür, dass sich die

Strecken und Abbaubereiche verformen

und einbrechen. Auch entstehen durch die

Verformung des Salzgesteins starke Klüftungen,

die dem Grundwasser den Weg

zum Eindringen ins Bergwerk ermöglichen.

An der Südflanke ist dies besonders

gefährlich, da die Steinsalzschicht dort

sehr dünn ist und dahinter der sogenannte

„Rotanhydrid“ liegt, der sehr einfach auch

durch bereits salzgesättigtes Wasser gelöst

werden kann.

Nach dieser interessanten und überraschend

offenen Einführung ging es dann

zum Hauptteil der Befahrung, der Grubenfahrt.

Wer schon einmal eine Grubenfahrt

gemacht hat, ist einen Zaun um das

Bergwerk und ein Pförtnerhäuschen am

Bergwerkseingang gewöhnt. Eine vorherige

strafrechtliche Überprüfung und Sicherheitsuntersuchung

wie am Flughafen

hatte jedoch wohl keiner der BV-Mitglieder

erwartet. Da die Schachtanlage Asse II

unter Atomrecht steht, wird hier sehr genau

darauf geachtet, wer herein möchte

und noch genauer wird darauf geachtet,

wer wieder herauskommt und am Ende

womöglich noch etwas mitnimmt!

Nach dieser Untersuchung empfing uns

unsere Begleitung vom Besucherservice

der Asse GmbH, Annette Palitz, die sich

während der Befahrung für uns als wohl

bergbaulich am besten informierte Germanistin

der Welt herausstellen sollte. Unterstützt

wurde sie vom BV-Mitglied Bernd

Frommenkord, der ebenfalls bei der Asse

GmbH angestellt ist.

Bergmännisch eingekleidet, mit Sauerstoffselbstretter

und Dosimeter, einer Art

Geigerzähler zur Strahlungsmessung

ausgestattet, ging es

dann mit dem Förderkorb auf

die 490 m Sohle, wo uns angenehme

25° Grad empfingen.

Dort angekommen erklärte

uns Frau Palitz anhand eines

Grubenplanes den genauen

Aufbau des ehemaligen Salzbergwerkes

und die Einlagerungsbereiche

der schwach

bis mittelradioaktiven Stoffe

(Bild 1).

Danach ging es zu einem

der wichtigsten Bereiche, der

zentralen Grubenwassersammelstelle.

Zwischen 500 und

600 m Teufe dringt Grundwasser

durch Klüfte, die durch den

Gebirgsdruck entstanden sind,

ins Grubengebäude ein. Da

die Abbaukammern, wie oben

erwähnt, in der Vergangenheit

nicht verfüllt wurden, brachen

diese mit der Zeit unter

dem Gebirgsdruck ein und so

verbanden sich die Kammern

untereinander. Durch diese

Verbindungen fließt das Grubenwasser

nun von oben nach

unten durch das Grubenge-

226 bergbau 5/2013


RDB-Betriebserfahrungsaustausch

bäude bis zur 658 m Sohle. Ab dort ist die

Salzbarriere in Takt, da man dort u.a. ab

den 1990er Jahren die Kammern per Einblasverfahren

zumindest größtenteils stabilisiert

hat. Jedoch verformen sich auch

diese Kammern noch etwas, da sie nicht

komplett verfüllt wurden und erst durch

eine Kompaktierung einen Kraftschluss

erreichen.

2 Sammelbecken auf der 490 m Sohle

Foto: Benedikt Strobel

Um das salzhaltige Wasser daran zu

hindern, das Grubengebäude weiter aufzuweichen

und den noch leichter löslichen

Rotanhydrid anzugreifen, wird das Wasser

auf der 658 und 750 m Sohle und noch an

einigen anderen Stellen in Sümpfen aufgefangen

und in 3 speziell mit Folie und

Kies abgedichtete Becken auf die 490 m

Sohle hochgepumpt. Um Verdunstung

vorzubeugen, sind diese Becken zusätzlich

abgedeckt (Bild 2). Das dort aufgefangene

Wasser ist nicht radioaktiv belastet

und wird, nachdem es „freigemessen“,

also für unbedenklich erklärt wurde, nach

Über Tage abgepumpt und zur Verfüllung

des ehemaligen Salzbergwerks „Maria

Glück“ der Kali und Salz AG bei Hofer genutzt.

Das Wasser ist aber nicht nur für die

Stabilität des Bergwerks gefährlich, sondern

auch für die Kammern mit den radioaktiv

belasteten Stoffen.

So dringt das Wasser vereinzelt in die

Kammern und wäscht dort radioaktive

Stoffe und Toxine aus beschädigten und

verrosteten Fässern aus. Dies ist in einem

Pumpensumpf vor der Lagerkammer 12

nachweisbar. Das dort aufgefangene

Wasser ist mit Cäsium 137 belastet und

muss daher in speziellen Behältern gesammelt

werden. Jahrelang wurde dieses

kontaminierte Wasser in die Forschungsbereiche

in 975 m Teufe verkippt, dies

wurde jedoch nach Übernahme durch das

Bundesamt für Strahlenschutz, das das

Bergwerk mit ca. 1 500 direkt und indirekt

dort beschäftigten Mitarbeitern betreibt,

untersagt. Heute wird das kontaminierte

Wasser gesammelt und speziell nach geltendem

Atomrecht entsorgt.

Insgesamt aber muss an dieser Stelle

festgehalten werden, dass im Gegensatz

zur kursierenden Meinung in Bezug auf die

Asse, unter Tage die Strahlung geringer

ist als über Tage! Nur an einigen wenigen

Stellen sehr nah an den Lagerkammern

ist eine geringe und nicht direkt schädliche

Strahlung im Alpha- und Beta-Bereich

überhaupt messbar. Das Atomrecht wird

hier wirklich rigoros durchgesetzt, was

sich leider in bestimmten Verfahren als

sehr erschwerend und zeitraubend auswirkt.

Aber dazu im späteren Verlauf mehr.

Nachdem wir neben der zentralen Wasserhaltung,

wie es im Steinkohlenbergbau

heißen würde, noch die Werkstätten auf

dieser Ebene besichtigt hatten, ging es zu

einem technisch interessanten Bereich,

der Abseilanlage. Zwischen 1972 und

1977 wurden 1 301 Fässer mit 90 % mittelradioaktiven

Abfällen mit einer speziellen

Magnetabseilanlage in die Kammer 8a in

511 m Teufe abgelassen (Bild 3).

Wer sich vielleicht daran erinnert: Diese

Anlage wurde in den 1980er Jahren einmal

in einer Folge zum Thema Atomkraft

in der „Sendung mit der Maus“ gezeigt.

Die Anlage könnte im Falle einer Rückholung

wieder in Betrieb genommen werden.

Nachdem wir diesen Teil der Besichtigung

abgeschlossen hatten, ging es mit

dem Korb nun auf die 725 m Sohle, in

die Nähe der 12 Einlagerungskammern.

Dort nahmen wir zuerst den 2. Schacht

in Augenschein. Dieser ist, wie die meisten

wohl annehmen, kein normal ausgebauter

Schacht mit großer Förderanlage

und Bewetterungsaufgabe. Er ist eher ein

kleiner Hilfsschacht mit Notförderanlage.

Sämtliche Material-, Personal- und Wetterbewegungen

gehen durch den einzigen

Hauptschacht. Während des aktiven

Gewinnungsbetriebes gab es eine große

Anzahl an Blindschächten und Rolllöchern,

die heute verfüllt sind bzw. verfüllt

werden. Im Füllort des Hilfsschachtes

konnten wir dann die Kraft des Gebirges

betrachten (Bild 4). Nun kann man auch

verstehen, warum es so viele Probleme

mit der Standsicherheit gibt. Wenn schon

Stahlträger einknicken wie Streichhölzer,

wird Salz nicht mehr Widerstand leisten.

4 Verformte T-Stahlträger

Foto: Benedikt Strobel

3 Magnetabseilanlage

Foto: Benedikt Strobel

Um jedoch weitere Verformungen zu

verhindern, verwendet man spezielle

bergmännische Verfahren wie Ankertechnik,

TH-Stahlbogenausbau und einen

speziellen Salzbeton aus salzhaltigem

Anmachwasser und Magnesiumoxidpulver,

um Strecken und Pfeiler abzustützen.

Die spezielle Baustoffmischanlage konnten

wir in einer Nebenstrecke in Schachtnähe

besichtigen und Frau Palitz erklärte uns

die Problematik dieses Salzbetons: Dieser

muss vor Ort angemischt werden, da er

recht schnell und unter starker Abbindungswärme

erhärtet und daher nur über kurze

Strecken gepumpt werden kann. Daher ist

die Anlage komplett auf Rädern verfahrbar.

Zum Schluss ging es noch, leider nur in

die Nähe und per Video zugeschaltet, zur

Kammer Nr. 7. Kammer Nr. 7 ist eine von 2

Lagerkammern, die für eine Untersuchung

des Zustandes des eingelagerten Mülls,

angebohrt werden soll (Bild 5). Hierfür war

ein über Monate hingezogenes Planungsund

Genehmigungsverfahren notwendig,

um diese Untersuchung überhaupt beginnen

zu lassen. Da die Sicherheit der Arbeiter

und der Umweltschutz an erster Stelle

steht, musste das Bundesamt für Strahlenschutz

einen großen technischen Aufwand

mit speziellen Maschinen und Abdichtungstechniken

betreiben, um einen Austritt radioaktiver

Stoffe zu verhindern. Hier spielt

auch das oben erwähnte Atomrecht wieder

eine große und verkomplizierende Rolle.

Spätestens hier konnte man nun verstehen,

warum das Thema Asse so langwierig

und kompliziert ist: Eine Menge

Auflagen und viele, in der Vergangenheit

vermeidbare, Fehler verkomplizieren die

Arbeit vor Ort und werden noch für Jahre

für Beschäftigung sorgen. Denn letztendlich

muss etwas mit dem Müll in der Asse

bergbau 5/2013 227


RDB-Betriebserfahrungsaustausch

passieren. Hierfür und für die Schließung

der Asse gibt es 3 Lösungen:

1. Die Rückholung des radioaktiven Mülls

und Lagerung über Tage.

2. Die Abfälle in tiefere, in 1200 m Teufe

liegende und neu aufzufahrende Bergwerksbereiche

bringen und dort einzulagern.

3. Die Abfälle dort zu lassen wo sie sind

und sie mit Salzbeton eingießen.

Alle 3 Lösungen haben Vor- und Nachteile.

Favorisiert wird aktuell die 1. Lösung,

da sie weitgehend maschinell und ohne

Gefährdung der Arbeiter vollzogen werden

kann. Problematisch ist es aber, was

man mit den rückgeholten, teilweise oder

größtenteils beschädigten Fässern tut und

wo man sie lagert. Ein Endlager an der

mus

nicht gerade ein kleines Ziel.

Bevor man sich aber mit diesem Thema

5 Bohrbereich vor Kammer 7

Grafik: Asse GmbH

praktisch befasst, muss erst einmal dafür

gesorgt werden, dass eine Rückholung

überhaupt realisiert werden kann und das

Bergwerk Asse nicht von alleine kollabiert.

Diese Arbeiten werden noch einige Jahre

in Anspruch nehmen.

Mit all diesen Eindrücken einer mal

ganz anderen Bergbauwelt ging es nach

knapp 3 Stunden Befahrung wieder nach

über Tage. Bevor man jedoch in den Förderkorb

durfte, musste sich noch jeder

an einer Messstation am Schacht an den

Händen und den Fußsohlen freimessen.

Auch durfte das Dosimeter Über Tage keine

Strahlung anzeigen, was es auch bei

keinem der Mitfahrer tat.

Nachdem wir dann geduscht hatten

und uns noch einmal durchsuchen lassen

mussten, ging es wieder Richtung Bochum.

Aber natürlich nicht, ohne sich bei

unseren beiden hervorragend informierten

Begleit- und Führungspersonen Annette

Palitz und BV-Kamerad Bernd Frommenkurd

mit dem bergmännischen Fahrstock

als Geschenk zu bedanken!

Benedikt Strobel

BV TFH zu Bochum

Buchbesprechung

Aspekte der Nachhaltigkeit bestimmen

die Richtung zukunftweisender Gebäudekonzepte.

Dabei werden die Zukunftsfähigkeit

und Ressourcenschonung insbesondere

an der Energieeffizienz gemessen.

Die Mitgliedsländer der Europäischen

Union müssen ihre Regeln an die EU-

Richtlinie für energieeffiziente Gebäude

2010 anpassen. Diese erlaubt ab 2020 nur

noch Passiv- und Nullenergie-Neubauten

und fordert energieeffiziente Sanierungen

im Bestand. Deutschland wird die Energieeinsparverordnung

EnEV 2009 zur

EnEV 2014 novellieren. Der Referentenentwurf

liegt vor und wird nach Anhörung,

Kabinettsbeschluss, Annahme in Bundesrat

und Bundestag schließlich in Brüssel

bestätigt und voraussichtlich Mitte 2013

verkündet werden, um zum 01.01.2014

inkraftzutreten.

Seit April 2012 gibt es das Bewertungssystem

Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude

(BNB) für den Neubau von Büround

Verwaltungsgebäuden. Hierfür hatte

das Bundesministerium für Verkehr, Bau

und Stadtentwicklung (BMVBS) in Zusammenarbeit

mit der Deutschen Gesellschaft

für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) und

wissenschaftlich begleitet durch das Bundesinstitut

für Bau-, Stadt- und Raumforschung

(BBSR) einen Kriterienkatalog

zur ganzheitlichen Betrachtung und Bewertung

von Nachhaltigkeitsaspekten für

Gebäude entwickelt.

Für die Gesamtbewertung werden außerdem

verschiedene energetische Gebäudestandards

herangezogen, die im

Bauphysik-Kalender 2013

Bauphysik-Kalender 2013 erläutert und

verglichen werden. Die wichtigsten in

Deutschland jetzt schon verwendeten

Zertifizierungssysteme zur Nachhaltigkeitsbeurteilung

sind DGNB (Deutsche

Gesellschaft für nachhaltiges Bauen),

LEED (Leadership in Energy and Environmental

Design/U.S. Green Building

Council) und BREEAM (Building Research

Establishment's Environmental

Assessment Method/UK).

Das Instrumentarium für Entwurf und

Bemessung energetischer Konzepte unter

Einbeziehung der licht- und wärmedurchlässigen

Gebäudehülle sowie der

Heizungs- und Klimatechnik, Beleuchtung

und stromerzeugenden Anlagen liefert

DIN V 18599 „Energetische Bewertung

von Gebäuden – Berechnung des Nutz-,

End- und Primärenergiebedarfs für Heizung,

Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser

und Beleuchtung“ Teile 1 bis 10 in der

aktuellen Fassung von Dezember 2011.

Alle 10 Normteile werden aus 1. Hand für

die Praxis kommentiert.

An die Planungspraxis werden also hohe

Anforderungen gestellt, daher zeigen

Ausführungsbeispiele z.B. nachhaltige

Energiekonzepte für Nichtwohngebäude,

energetische Sanierung mit vorgefertigten

Bauteilen und energetische Stadtsanierung.

Das Kompendium der Wärmedämmstoffe

sowie ein aktueller Beitrag über lastabtragende

Wärmedämmungen sind Planungsgrundlagen

für die tägliche Praxis.

Auf aktuellem Stand sind außerdem die

Materialtechnischen Tabellen.

Hrsg.: Nabil A. Fouad

Bauphysik-Kalender 2013

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

ISBN: 978-3-433-03019-6, 139,- €,

Preis im Fortsetzungsbezug 119,- €

Wilhelm Ernst & Sohn

Verlag für Architektur und technische

Wissenschaften GmbH & Co. KG

Rotherstraße 21

10245 Berlin

Tel.: 030/47031-292

Fax: 030/47031-230

Internet: www.ernst-und-sohn.de

228 bergbau 5/2013


RDB-Betriebserfahrungsaustausch

Exkursion zum Bergwerk Prosper-Haniel –

Standort Schacht Franz Haniel

Zum Besuch des Leitstandes

Franz-Haniel und des Servicebereichs

Technik & Logistik fanden

sich am 15.05.2012 19 Teilnehmer

des BV Oberhausen auf dem

dortigen Parkplatz ein.

Im Besprechungsraum des Kellerbereichs

begrüßten uns Herr

Müller, Bereichsleiter Elektro- und

Steuerungstechnik vom Servicebereich

Technik & Logistik, sowie

Herr Eisermann von der Abteilung

Öffentlichkeitsarbeit des Bergwerks

Prosper-Haniel. Zunächst

stellte Herr Eisermann das Bergwerk

Prosper-Haniel (Bild 1) vor.

1 Vortrag von Herrn Eisermann

Foto: H.-J. Vennemann

Am Standort Franz Haniel betreibt das

Bergwerk 2 Schächte und hat einen Teil

des Platzbetriebes zur Verfügung.

Der Schacht 1 hat eine Teufe von 557 m

und ist ein reiner Wetterschacht. Über ihm

steht ein kleines Gerüst, das eine Seilscheibe

für eine Befahrungsbühne trägt.

Die Grubenlüfter stehen in der ehemaligen

Elektrowerkstatt auf der 3. (557 m) Sohle.

Schacht 2 ist ein einziehender Schacht,

er hat eine Teufe von 1 077 m (Bild 2).

Über ihm erhebt sich seit mehr als 60 Jahren

ein Doppelbockgerüst. Die südliche

Förderung (Seilscheiben links) ist als

Gestellförderung ausgeführt. Die nördliche

Förderung wird als Skip-Förderung

mit 2 Gefäßen (Nutzlast 22 t/Gefäß) für

Waschberge betrieben. Dabei werden die

Waschberge von der 5. Sohle zu Tage gebracht

und über einen Bunker auf Schwer-

LKWs bzw. Muldenkipper verladen.

Diese Fahrzeuge bringen die Waschberge

über Werksstraßen zur Schöttelhalde.

Die Skipgefäße werden von einem

Messband auf der 5. (786 m) Sohle befüllt.

Das Band erhält die Waschberge über einen

Bunker. Dieser wird von der ca. 3 km

langen Bandstraße auf der 5. Sohle und

einen weiteren Bunker beschickt. Letzter

Bunker erhält die Waschberge über das

Förderbergband im Untergurt. Der Untergurt

wird in der Förderberghalle von Bandstraße

Aufbereitung Prosper II im Bottroper

Süden beladen. Im Obergurt des

Förderbergbandes wird die Kohle aus dem

Niveau der 5. Sohle zu Tage gebracht. Zubringer

ist das Beschleunigungsband und

ein daran anschließender 2,2 km langer

Gurtförderer, der die Kohle von der Bandstraße

1 000 m Sohle aus dem Norden des

Bergwerkes auf das Niveau von 783 m zur

Kehre Beschleunigungsband transportiert.

2 Doppelbockgerüst Schacht 2

Foto: H.-J. Vennemann

Am Standort Franz-Haniel arbeitet auch

die Hauptwasserhaltung auf der 1 000 m

Sohle in Schachtnähe. Zum Bergwerk

zählen neben den Standorten Franz-Haniel

und Prosper II mit Aufbereitung, Ausbildung

und Förderberg noch 3 weitere

Schachtanlagen.

Prosper IV Schacht 9 (1 000 m Teufe)

dient der Seilfahrt, dem Materialtransport

und ist Haupt-Abwetterschacht. Prosper V

Schacht 10 (Teufe 1 316 m) ist einziehender

Haupt-Material- und Seilfahrtsschacht. An

seinem Standort ist auch die Werksdirektion

angesiedelt. Außerdem werden über den

Schacht Hünxe die Abwetter aus dem Baufeld

Haniel-West abgesaugt.

Im Mai 2012 arbeiteten 4 211 Mitarbeiter

auf diesem Bergwerk. Die Kohlegewinnung

erfolgte zu diesem Zeitpunkt in

4 Bauketten mit Hobelbetrieben. 9 Teilschnittmaschinen

waren im Einsatz. Im

konventionellen Streckenvortrieb wurden

9 Strecken aufgefahren.

3 Leitwarte Franz-Haniel

Foto: H.-J. Vennemann

Beim Vortrag von Herrn Müller wurde

die Leitwarte und Leitwartentechnik zur

Automatisierung von Bergwerksprozessen

vorgestellt. Untergebracht im Gebäude

der ehemaligen Bergberufsschule sind

die Grubenwarte, die Abbauwarten und

die zentrale Softwareabteilung. Es umfasst

478 m 2 Grundfläche und 3 Geschosse.

Die Raum- und Arbeitsplatzgestaltung

erfolgte nach ergonomischen Erkenntnissen.

Technische Voraussetzung für den

Betrieb sind 180 km Datenübertragung

über Lichtwellenleiternetze. Im Gebäude

wurden 12 000 m Energieleitungen

und 32 000 m IT-Verkabelung verbaut.

Weiter sind installiert: 3 Großbildwände

(1 x 10 x 50“ Cubes und 2 x 8 x 50“ Cubes),

224 Monitore (14 x 65“ und 210 x bis 22“),

und 49 Telefone bzw. 20 Wechselsprechstellen.

Auch sind 260 leistungsfähige

Steuerungen Voraussetzung für, leistungsstarke

Sensorik und Aktorik der automatisierten

und autonomen Maschinen in

Vorleistung, Infrastruktur und Gewinnung

(Bilder 3 und 4).

Im Kellergeschoss befinden sich die

redundante Energieeinspeisung inklusive

Notstromversorgung (USV). Redundant

aufgebaut sind hier auch die Rechnerräume.

Brandschutztechnisch getrennt ist die

autarke Notstromversorgung. Hier befinden

sich Module für die Überwachung des

gesamten Betriebsablaufes (Abbau, Vorleistung,

Logistik, Infrastruktur, Produktenförderung).

Außerdem erfolgt hier die

Übernahme sämtlicher Bergwerksdaten

über Lichtwellenleiter, Kupfer und Richtfunkstrecken.

Im Erdgeschoss ist das „Online Support

Center“ tätig. Hier werden die Aufgaben

der zentralen Softwareabteilung für die Betriebe

wahrgenommen. Der „Walzenlader

bergbau 5/2013 229


RDB-Betriebserfahrungsaustausch

4 Vortrag von Herrn Müller

Foto: E. Grürmann

6 Arbeitsplatz in der Abbauleitwarte

Foto: WAZ, Essen

Online Service“ für die Schrämwalzenlader

SL 300/420 IPC/MU/SL 750 ist für Service

und Support rund um die Uhr an allen Tagen

im Jahr belegt. Außerdem wird hier die

Programmierung für SPS-IPC, S5, S7, Betacontrol

und Promos vorgenommen. Der

Aufbau der Netzwerkstruktur, die Prozessleittechnik,

die Prozessvisualisierung werden

hier weiterentwickelt und ausgebaut.

Weiter wird von hier die Überwachung des

gesamten Betriebsablaufes (Vorleistung,

motore und andere hochwertige Betriebsmittel

auf Abruf befinden.

Danach befuhren wir den Platzbetrieb

des Standortes Franz-Haniel. Hier lagern

große Maschinenteile, wie Kreuzrahmen,

verschiedene Arten von Antrieben, Antriebsrollen

usw.. Außerdem sind dort verschiedene

Arten von Rohrleitungen gelagert. Ein

großes Areal im Norden des Platzes nutzt

das Bergwerk zur speziellen Lagerung.

Zum Abschluss brachte uns Herr Grünheid

Logistik, Infrastruktur, Produktenförderung)

mittels eines Vortrages die Aufgaben

und die Informationsweitergabe an

Direktion und Fachstellen durchgeführt.

und die Geschäftsfelder vom Servicebereich

näher.

Dafür sind 26 Arbeitsplätze für Programmierung,

Visualisierung und Betrieb eingerichtet.

Von hier erfolgt die Grundvisualisierung

des Betriebsablaufs einschließlich

Eingriffsmöglichkeiten mit den Modulen

Abbau, Logistik, Produktenförderung (Infrastruktur),

Wettertechnik, Vorleistung,

Markscheidedaten und Instandhaltung.

Im Obergeschoss befindet sich der Leitstand.

Sie ist unterteilt in Grubenwarte und

in die Abbauwarte. Aufgaben der Grubenwarte

sind Überwachung und Auswertung

aller sicherheitsrelevanten Einrichtungen

7 In der Schützwerkstatt vor dem Prüffeld

Foto: E. Grürmann

(wettertechnische Messgeräte, Gasabsaugung,

Hauptlüfter) und die Alarmauslösung

im Ereignisfall mit 7 Arbeitsplätzen

(Bilder 5 und 6).

Die Abbauwarte leistet mit 5 Arbeitsplätzen

das Steuern und Überwachen

eines komplexen Betriebsablaufs in Gewinnungsbetrieben

mit Walzen- oder Hobelantrieb.

Weiter ist im Obergeschoss das

Call-Center OSC mit 6 Arbeitsplätzen tätig.

Nach Besuch des Leitstandes führte

uns Herr Grünheid zuerst durch die

Schützwerkstatt, dann in die Garage der

Friktionswinden (Bilder 7 und 8). Wir besichtigten

Der Servicebereich Technik- und

Logistikdienste BT umfasste 2012 20

Bereiche. Der Bereich Analytik ist nach

DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert. Es

werden Probenahmen und Analytik von

Feststoffen, Flüssigkeiten und Gasen

durchgeführt. Ihm obliegt die fachliche

Zuständigkeit für die Bergwerks-Labore.

Weitere Aufgaben sind Erstellung von

Gutachten und Beratungen.

Das Facility Management FM erbringt

Dienstleistungen für alle Bergwerke, Betriebe

und Verwaltungen an Ruhr und

Lagerhallen, in denen sich

Schaltfelder für Hochspannung, Elektro-

5 In der Leitwarte Foto: E. Grürmann

8 Eine Friktionswinde in der Garage

Foto: E. Grürmann

Saar. 145 Liegenschaften mit ca. 1 500

Gebäuden, ca. 1 200 000 m 2 Gebäudefläche

und ca. 3 800 000 m 2 bewirtschaftete

Außenfläche werden von ihm betreut. Es

erarbeitet Standortkonzepte und deren

Umsetzung. Weiter ist es für das Vertragsmanagement

dieser Liegenschaften zuständig.

FM erarbeitet Standortkonzepte

und ist für deren Umsetzung verantwortlich.

Ferner betreut und überwacht es das

Zugangskontrollsystem.

Aufgaben der Lagerwirtschaft sind

Lagerung und Bestandsführung auf Freiflächen

und in den Hallen. Dazu gehören

das Sortieren und Sichten von gebrauchten

Betriebsmitteln und Materialien. Sie

umfasst die Kommissionierung und Verladung

auf jedem Bergwerks-Standort, in

einem Zentrallager und in den Werkstätten.

Hier ist auch der Zentrale Rücklauf

(Bild 9) aus allen Betrieben im südlichen

Platzbereich angesiedelt.

9 Südlicher Rücklaufbereich (Elektro) auf

dem Platz

Foto: H.-J. Vennemann

Der Fuhrpark umfasst den gesamten

Fahrbetrieb, die Kfz-Werkstatt und die Regiewerkstatt

für diverse Fabrikate (wie eine

Vertragswerkstatt). Die Mobilgerätewerkstatt

für den Einsatz von Schacht- und Rettungswinden

befindet sich außerdem hier.

Die Zentralwerkstatt Prosper betreibt

auf Franz-Haniel in der Schützwerkstatt

(frühere Maschinenwerkstatt) den Bau, die

Wartung und Reparatur von Energieversorgungszügen

und Elektrogeräten. Weitere

Bereiche des Servicebereiches T & L sind:

Ausbautechnik, Elektrotechnik, Logistik,

Maschinentechnik, Montage über und unter

Tage, das Prüfwesen, und die Schachtfördertechnik.

Ferner sind Technische Planung

und Betreuung, sowie Vermarktung

und Wettertechnik wichtige Elemente. Die

Polderanlagen im gesamten Ruhrgebiet,

die Wasserhaltung an verschiedenen stillgelegten

Standorten und die Hauptstelle

für das Grubenrettungswesen sind wichtige

Tätigkeitsfelder von T & L. Viele Bereiche

sind in Herne ansässig. Im STEAG-

Gebäude Franz-Haniel (ehem. Kraftwerk)

sind Büros und Werkstätten untergebracht.

Nach der Diskussion und einem Imbiss

endete eine interessante Veranstaltung.

Hans-Jürgen Vennemann

BV Oberhausen

230 bergbau 5/2013


RDB-Mitteilungen

Nachruf

Helmut Kalweit, BV Buer, 55 Jahre

Fritz Kleineberg, BV Buer, 80 Jahre

Uwe Kleinert, BV Clausthal, Bez.-Gr. Harz, 74 Jahre

Ottfried Schwarz, BV Dillenburg, 78 Jahre

Peter Apmann, BV Erdöl und Erdgas Celle, 77 Jahre

Werner Pätsch, BV Langendreer, 86 Jahre

Edmund Czapczyk, BV Niederrhein, 91 Jahre

Johann Trombik, BV Peißenberg, 78 Jahre

Kurt Altmann, BV Rheinische Braunkohle, Bez.Gr. Tgb. Garzweiler, 82 Jahre

Gisbert Schlutt, BV TFH zu Bochum, 44 Jahre

Otto Niemann, BV Unna, 82 Jahre

Heinz-Peter Zeisberg, BV Wattenscheid, 78 Jahre

Der RDB e.V., Ring Deutscher Bergingenieure, trauert um seine verstorbenen Mitglieder. Unseren toten Kameraden werden

wir stets ein ehrendes Andenken bewahren

Der Hauptvorstand

Bergmannsjubiläen

Juni 2013

35 Jahre

Ahlen-Heessen

Wilfried Sudhoff

Clausthal-Asse

Harald Hegemann

Clausthal-Oker

Dr. Piet Scheeren

Lausitzer Braunkohle

Jürgen Lehmann

Peter Hobracht

Oberhausen

Theodor Schopmann

Rheinische Braunkohle-

Tgb. Garzweiler

Claus Kuhnke

Werra

Gerd Neumann

Mitgliedsjubiläen

RDB e.V. 01.06.2013

25 Jahre

Ibbenbüren

Andreas Dierkes

Meinhard Audick

Saar

Jakob Herrmann

40 Jahre

Neuhof

Walter Boehme

Saar

Raimund Schmidt

50 Jahre

Buer

Heinz Brachfeld

Clausthal-Hannover Land

Heinz Maiwald

Saar

Bernhard Spies

Geburtstage

Juni 2013

Einzelmitglieder

Eugen Panthel, 75 Jahre, 27.06.

Aachen-Mayrisch

Adalbert Ernst, 80 Jahre, 30.06.

Ahlen-Heessen

Michael Kreidler, 50 Jahre, 28.06.

Karl-Heinz Kreher, 60 Jahre,

25.06.

Rolf Freist, 85 Jahre, 30.06.

Baden-Württemberg

Friedhard Korf, 75 Jahre, 01.06.

Johannes Gulich, 85 Jahre, 10.06.

Bergakademie Freiberg

Dr. Karl-Heinz Eulenberger,

75 Jahre, 29.06.

Prof. Dr. Norbert Piatkowiak,

80 Jahre, 17.06.

Bergkamen

Klaus-Peter Wiemann, 60 Jahre,

28.06.

Georg Habenicht, 80 Jahre, 23.06.

Brambauer

Peter Hoffmann, 70 Jahre, 06.06.

Heinz Corbach, 85 Jahre, 15.06.

Buer

Gerd Kapluck, 70 Jahre, 10.06.

Herbert Lueneberg, 70 Jahre,

27.06.

Clausthal-Einzelmitglied

Olaf Peuster, 50 Jahre, 17.06.

Clausthal-Harz

Uwe Kleinert, 75 Jahre, 27.06.

Karl Harre, 85 Jahre, 30.06.

Walter Bischoff, 85 Jahre, 30.06.

Clausthal-Hildesheim

Horst Siebeneichler, 75 Jahre,

26.06.

Clausthal-Lehrte

Benno Brönnecke, 80 Jahre,

30.06.

Clausthal-Oker

Bernd Bock, 70 Jahre, 23.06.

Clausthal-Peine-Salzgitter

Jürgen Oppitz, 60 Jahre, 05.06.

Dortmund-Mengede

Wolfgang Ruehl, 70 Jahre,

25.06.

Ibbenbüren

Manfred Sieler, 75 Jahre, 17.06.

Lausitzer Braunkohle

Thomas Penk, 50 Jahre, 18.06.

Lünen

Franz Welzel, 70 Jahre, 03.06.

Lothar Leuthold, 75 Jahre, 13.06.

Manfred Schleiffer, 75 Jahre,

07.06.

Mitteldeutsche Braunkohle

Maren Holtz, 50 Jahre, 16.06.

Regina Bauer, 60 Jahre, 14.06.

Horst Herold, 75 Jahre, 08.06.

Niederrhein

Helmut Dietz, 75 Jahre, 11.06.

Niederrhein-Moers

Heinz-Juergen Rademacher,

60 Jahre, 28.06.

Werner Dammertz, 70 Jahre,

24.06.

Peißenberg

Ulrich Bock, 75 Jahre, 14.06.

Recklinghausen

Olaf Koch, 50 Jahre, 20.06.

Sven Gerusel, 50 Jahre, 12.06.

Klaus Wickenhoefer, 70 Jahre,

30.06.

Joachim Steiner, 80 Jahre, 05.06.

Rheinische Braunkohle-

Hambach / Mitte

Barthel Krosch, 60 Jahre, 03.06.

Norbert Martin, 60 Jahre, 08.06.

Rudolf Henseler, 60 Jahre, 11.06.

Reinhard Schmidt, 70 Jahre, 07.06.

Rheinische Braunkohle-

Tgb. Inden

Olaf Jäger, 50 Jahre, 04.06.

Wilhelm Reuter, 75 Jahre, 02.06.

Saar

Hans Cordier, 50 Jahre, 12.06.

Hans-Willi Lisch, 60 Jahre, 02.06.

Norbert Neis, 60 Jahre, 18.06.

Rudolf Schwed, 75 Jahre, 30.06.

Karl Trautmann, 80 Jahre, 07.06.

Paul Maximini, 80 Jahre, 26.06.

Herbert Hector, 85 Jahre, 09.06.

Winfried Powollik, 85 Jahre, 03.06.

Siegerland

Horst Stark, 85 Jahre, 27.06.

Unna

Horst-Guenter Mahlke, 90 Jahre,

14.06.

Wanne-Eickel

Bernd Weiss, 75 Jahre, 14.06.

Werra

Edwin Meiss, 50 Jahre, 18.06.

Westerzgebirge

Adolf Vater, 75 Jahre, 27.06.

Zielitz

Dieter Wetzig, 60 Jahre, 10.06.

Der Hauptvorstand des RDB e.V. gratuliert seinen Mitgliedern zu den Jubiläen und Geburtstagen mit einem herzlichen „Glückauf“

bergbau 5/2013 231


RDB-Veranstaltungen

BV Aachen

Jahreshauptversammlung 2013

Die diesjährige Jahreshauptversammlung des BV findet am

Montag, dem 03.06.2013, um 18.00 Uhr im „Aldenhovener Bergbaumuseum“,

Dietrich-Mühlfahrt-Str. 8a, 52457 Aldenhoven

statt. Zu dieser wichtigen Versammlung sind alle Mitglieder sehr

herzlich eingeladen. Die folgende Tagesordnung wird im Saal für

alle Teilnehmer ausgelegt und daher nicht zusätzlich verschickt.

Tagesordnung

1. Eröffnung und Begrüßung

1.1 Knappenchor St. Barbara Alsdorf

2. Ehrung unserer Jubilare

2.1 Knappenchor St. Barbara Alsdorf

3. Grußworte

4. Geschäftsbericht

5. Kassenbericht

6. Bericht der Kassenprüfer

7. Entlastung des Vorstandes

8. Neuwahlen

8.1 Wahl des Geschäftsführers

8.2 Wahl des Kassierers

8.3 Wahl des Schriftführers

8.4 Wahl des Medienbeauftragten

9. Verschiedenes

10. Knappenchor St. Barbara Alsdorf

11. Schlusswort

Bitte bildet Fahrgemeinschaften und kommt zu unserer wichtigen

Jahreshauptversammlung. Anmeldeschluss ist Montag, der

03.06..

Fahrt nach Tongeren

Der Erweiterte Vorstand des BV hat für Samstag, den 08.06.2013

eine Fahrt mit Partnern geplant. Wir werden nach Tongeren in

Belgien fahren und wollen dort schon gegen 9.45 Uhr ankommen.

Um 10.00 Uhr werden wir mit Kaffee und kleinen Spezialitäten

begrüßt. Eine halbe Stunde später ist der Besuch des Gallo-Römischen

Museums geplant, wofür wir uns Zeit bis mittags

nehmen können. Um 12.00 Uhr erwartet man uns gemeinsam in

einem Lokal zu einem schmackhaften Mittagessen. Ab 14.00 Uhr

machen wir dann eine Stadtführung und besuchen den großen

Marktplatz, die Liebfrauenkirche, das Ambiorix-Denkmal und

den Beginenhof.

Wenn wir dann die Altstadt von Tongeren erkundet haben, stärken

wir uns gegen 16.00 Uhr in einem Café. Danach ist dann die

Rückfahrt nach Siersdorf und Hückelhoven geplant. Für dieses

umfangreiche Programm sind pro Teilnehmer 15,- € Eigenanteil

zu zahlen.

Bus-Treffpunkte:

7.45 Uhr in Hückelhoven am Schwimmbad-Parkplatz

8.15 Uhr in Siersdorf am Kreisverkehr der Schule

Um 16.30 bis 17.00 Uhr ist die Rückfahrt geplant

Anmeldungen bitte an folgende Kameraden :

Emil Mayrisch & Anna, Peter Büttgen, Tel.: 02401/4403

Sophia-Jacoba, Peter Spiertz, Tel.: 02453/3839555

Einzelmitglieder, Karlheinz Witt, Tel.: 02432/80811

Weil die Plätze in unserem Bus begrenzt sind, solltet ihr so

schnell wie möglich anrufen und bitte in Fahrgemeinschaften zu

unseren Treffpunkten kommen. Es gibt max. 49 Sitzplätze.

BV Ahlen-Heessen

Termine und Aktivitäten 2013

Am 07.06. findet eine Tagesexkursion zur Firma Caterpillar, ehemals

DBT-Lünen, statt.

An dieser Exkursion nehmen 20 Kameraden teil. Die Teilnehmer

haben sich während der Versammlung bereits angemeldet.

Am 07.09. findet eine Tagesexkursion/Sommerfest zum Bergwerk

Prosper Haniel in Bottrop statt. Zur Anmeldung für diese

Exkursion werden alle Mitglieder rechtzeitig informiert.

Vom 30.09. bis 09.10. findet die Jahresexkursion in die baltischen

Länder statt. An dieser Exkursion nehmen 49 Personen teil. Der

Vorsitzende Friedrich Haumann hat bereits alle Vorbereitungen

für dieser Exkursion getroffen.

Am 12.10. findet in Essen die Erweiterte Vorstandssitzung des

RDB e.V. statt.

Am 07.12.findet in der Stadthalle in Ahlen die Barbarafeier statt.

Die Einladungen der Mitglieder zu den einzelnen Aktivitäten werden

per Brief, im Schaukasten und über die Zeitschriftbergbau

mitgeteilt.

BV Dillenburg

Termine 2013

August: Familientag auf der Grube Malapertus am 19.08.

November: Barbarafeier im Gasthaus „Grüner Baum“ in Pohlheim

am 24.11.

Nähere Informationen und Bekanntgabe weiterer Termine erfolgen

rechtzeitig

BV Langendreer

Stammtisch mit Damen

Der Vorstand lädt herzlich zum Stammtisch mit Damen am Freitag,

den 14.06.2013, um 15.30 Uhr, ein. Beginn mit Kaffeetrinken.

Veranstaltungsort:

Ruderclub Witten, Wetterstraße 30A, 58453 Witten, Tel.: 02302/12990.

Die Kostenbeteiligung für die Veranstaltung beträgt 10,- €/Person.

Die Getränke hat jeder selbst zu zahlen.

Anmeldungen bis zum 01.06.2013 telefonisch bei: Hans-Jürgen

Lewer, Tel.: 02302/64697 oder Mobil: 0171/7657 587, Marie-Luise

Grigo, Tel.: 0234/353188 und Jürgen Korten, Mobil: 0176/99607837

BV Saar

www.vsb-saar.de

55. VSB-Treff

Am Sonntag, dem 26.05.2013 veranstaltet die Vereinigung Saarländischer

Bergingenieure im „Naturfreundehaus“ in Friedrichsthal

ihren nächsten VSB-Treff. An diesem Tage wird uns

unser Mitglied Karl-Heinz Grabsch mit seinem Reisebericht in

den Westen von Kanada einladen. Von Calgary geht es durch

die einzigartige Landschaften der Rocky Mountains, hin zu den

Gletschern des Columbia Icefields bis in die kleine Stadt Smithers,

fast an der Grenze zu Alaska.

Lassen Sie sich überraschen, eine Teilnahme an diesem Sonntagmorgen

lohnt sich.

Beginn ist wie immer um 10.00 Uhr, der Eintritt natürlich frei.

Gäste sind uns jederzeit herzlich willkommen.

BV Siegerland

Termine 2013/2014

Betriebserfahrungsaustausch

In der Zeit vom 06. bis 09.06. findet ein Betriebserfahrungsaustausch

mit dem BV Nordbayern statt. Ein Gemeinschaftstreffen

ist am 07.06. vorgesehen.

Der Herbstausflug führt am 30.08.2013 nach Ramsbeck. Ab

Meggen soll ein Bus eingesetzt werden. Die Kameraden aus

dem Siegerland und von der Schachtgruppe Lüderich treffen

sich um 14.00 Uhr am Bergbaumuseum Siciliaschacht in Meggen.

Hier gibt es die besten Parkmöglichkeiten.

Die Fahrt geht zunächst nach Ramsbeck. Wir werden dort einen

Vortrag über die Geschichte der Grube Ramsbeck hören.

Anschließend fahren wir nach Andreasberg zum Schlammteich.

Weiter geht die Fahrt zur Autobahnbrücke in Bestwig,

es ist die höchste Autobahnbrücke im Sauerland. Von dort

fahren wir über Siedlinghausen und durch das Sorpetal nach

Winkhausen, wo wir in der Deimann-Hütte den Tag ausklingen

lassen.

Eine 3-tägige Exkursion soll 2014 nach Idar-Oberstein führen,

mit Besichtigung der Edelsteinschleifereien, dem Schaubergwerk

Fischbach und der Felsenkirche. Wir werden voraussichtlich

in Bad Kreuznach Quartier beziehen. Hier besteht die

Möglichkeit eine kulturelle Veranstaltung zu besuchen.

232 bergbau 5/2013


RDB-Ehrung

BV Siegerland

Dr.-Ing. Bruno Heide erhält Verdienstmedaille des Verdienstordens der

Bundesrepublik Deutschland als Ehrung für großes Engagement

Kürzlich händigte Landrat Beckehoff in einer

Feierstunde im Kreishaus in Olpe Dr. Ing. Bruno

Heide aus Meggen die Verdienstmedaille

des Verdienstordens der Bundesrepublik

Deutschland aus, die ihm von Bundespräsident

Joachim Gauck verliehen worden war.

Dr. Bruno Heide, der verheiratet und Vater von

3 Kindern ist, arbeitete von 1964 bis zu seinem

durch die Stilllegung des Betriebs bedingten

vorzeitigen Renteneintritt 1997 bei der Firma

Sachtleben Bergbau AG Lennestadt, zuletzt

als Direktor der Aufbereitung des Metallerzbergwerks

Meggen.

1998 war Bruno Heide Gründungsmitglied des

„Fördervereins Bergbaudenkmäler in Lennestadt“.

Das Bergwerk seines früheren Arbeitgebers

gehörte lange zu den bedeutendsten

Schwefelkies-, Zinkerz- und Schwerspatgruben

der Welt. Darüberhinaus war er am Bau

und der Inbetriebnahme neuer Erzbergwerke

weltweit beteiligt, so 1964 in Tunesien, 1965 in

der Türkei und 1978 in Thailand.

1992 endete der Bergbau. Bei den Überlegungen,

die Anlage als Zeugnis der regionalen

Wirtschafts- und Sozialgeschichte zu erhalten,

war zunächst der örtliche Heimatverein federführend.

Dem Einsatz und der Überzeugungskraft

von Dr. Heide ist es zu verdanken, dass

der Förderturm mit den beiden Maschinenhallen

und Fördermaschinen 1997 in die Denkmalliste

eingetragen wurde. 1999 initiierte er

den Eintrag von weiteren noch vorhandenen

Gebäuden der Schachtanlage. Wesentlicher

Schwerpunkt seiner Tätigkeit war zunächst die

Erstellung eines Nutzungskonzepts sowie die

Sicherstellung der Finanzierung für die notwendige

Sanierung. Hierzu fanden von 1995

bis 2002 unter maßgeblicher Beteiligung von

Bruno Heide zahlreiche Gespräche mit Behörden

und Stiftungen statt.

Schon zu Beginn dieser Gespräche wurde

deutlich, dass eine Umsetzung nur in Trägerschaft

eines Vereins erfolgen konnte, dessen

Gründung er engagiert forcierte. Besondere

Überzeugungsarbeit leistete er bei der Stadt,

damit sie nach Beendigung der Abschlussarbeiten

das Eigentum an den Objekten übernahm.

Nach Abschluss des Nutzungsvertrags zwischen

Kommune und Förderverein, der die

eigenverantwortliche Betreuung der Objekte

durch den Verein sicherstellte, übernahm

Dr.-Ing. Bruno Heide mit der

Verdienstmedaille des

Verdienstordens der

Bundesrepublik Deutschland

Foto: Privat

Bruno Heide von 1998 bis 2003 das Amt des

Stellvertreters und seit 2003 den Vorsitz.

Dabei war er während der sich über 4 Jahre

hinausziehenden Sanierung der Schachtanlage

gleichzeitig auch Bauleiter vor Ort und Koordinator

für Ablauf und Finanzierung.

Er wandte seine ganze Kraft auf, um die überörtliche

regionalgeschichtliche Bedeutung des

Bergbaus einer breiten Bevölkerungsschicht

zu vermitteln, das Bergbaumuseum konzeptionell

in die Museumslandschaft des Kreises

Olpe einzubinden und die Dauerhaftigkeit der

Einrichtung – unter Reduzierung öffentlicher

Mittel und Akquirierung zusätzlicher Spenden

– sicherzustellen.

Das Bergbaudenkmal „Siciliaschacht“ wurde

zu einem Anziehungspunkt in der Region.

Unter fachlicher Leitung von Bruno Heide

entstand eine umfassende Sammlung mit

Themenschwerpunkten. Damit übernahm das

Museum eine wichtige Bildungs- und Vermittlungsfunktion

für Schulen der Region und alle

Interessierten als außerschulischer Lernort.

Er dokumentierte durch Videoaufnahmen Gespräche

mit früheren Bergleuten und anderen

Zeitzeugen.

Neben dem Ausbau und

der Erweiterung des

Museums setzte sich

Bruno Heide erfolgreich

für die Anlage von „bergbaugeschichtlichen

Wanderwegen“

ein. An den Wegen

aufgestellte Schautafeln

dokumentieren durch

Fotos, Zeichnungen und

Texte den Bergbau, die

Arbeit der Menschen in

der Region und zeigen

zudem auf, welche Spuren

der Bergbau in der Landschaft hinterlassen

hat. Nahezu ständig steht Bruno Heide – ohne

jegliche Entschädigung – als äußerst fachkundiger

Führer durch das Museum Schüler- und

Studentengruppen sowie Vereinen zur Verfügung.

Er ist Mitglied der 2008 gegründeten „AG

Museumslandschaft Kreis Olpe“ und arbeitet

aktiv an der Weiterentwicklung der Museumslandschaft

im Kreisgebiet mit.

Seit 1994 gehört Dr. Bruno Heide dem Vorstand

des RDB e.V. Ring Deutscher Bergingenieure,

Bezirksverein Siegerland, in der Funktion des

1. Vorsitzenden an. Zudem war er von 1999

bis 2011 im Redaktionsbeirat der Fachzeitschrift

bergbau“, dem Organ des RDB e.V.,

gleichberechtigtes Mitglied und trägt auch

heute noch mit seinem exzellenten Fundus an

Wissen, Ideen und Kreativität wesentlich zum

Erfolg der Zeitschrift bei. Nicht unerwähnt soll

bleiben, dass Bruno Heide auch seit 1975 für

20 Jahre in seiner evangelischen Kirchengemeinde

Presbyter war und dort auch seit 2003

Aushilfsorganist ist.

Den Erhalt der Verdienstmedaille beschrieb

Bruno Heide als „große Ehre.“ Er sei „überrascht“

und habe sich darüber „sehr gefreut“,

als er davon erfuhr. Er bedanke sich mehrfach

für die Ehrung und auch bei seinen Weggefährten.

Einen besonderen Dank richtete er aber

an seine Frau: „All die ehrenamtlichen Tätigkeiten

wären nicht möglich gewesen, wenn

meine liebe Frau Inge sie nicht wohlwollend

unterstützt hätte“.

Text mit freundlicher Genehmigung der Zeitung

SauerlandKurier vom 17.04.2013

berg

bau

Zeitschrift für

Rohstoffgewinnung,

Energie, Umwelt


RDB e.V.,

Ring Deutscher Bergingenieure

E-Mail „Redaktionsteam“:

bergbau@rdb-ev.de

Tatsächlich verbreitete

Auflage im

Jahresdurchschnitt

8000 Exemplare

monatlich

Makossa Druck und Medien GmbH

Pommernstraße 17

45889 Gelsenkirchen

Tel.: 02 09/9 80 85-0

Fax: 02 09/9 80 80-85

E-Mail: druck.medien@makossa.de

Internet: makossa.de

bergbau 5/2013 233


RDB-Mitteilungen

BV Ahlen-Heessen

Jahreshauptversammlung 2013

Am 03.03. hatte der BV zur Jahreshauptversammlung

in das Restaurant

der Stadthalle in Ahlen eingeladen.

Der 1. Vorsitzende Friedrich

Haumann begrüßte die Anwesenden

und nahm anschließend die

Totenehrung vor. Im Geschäftsjahr

2012 sind die Kameraden Gerfred

Grootens und Werner Pabst verstorben.

Am 29.01. ist der Kamerad

Franz Gerdes verstorben.

Das Protokoll der Mitgliederversammlung

vom 11.03.2012 und

der Jahresbericht 2012 wurden

vom Schriftführer Josef Kleinepähler

vorgelesen. Bedenken oder Anregungen

wurden seitens der Mitglieder

nicht vorgetragen. Das Protokoll

und der Jahresbericht 2012

wurden zur Kenntnis genommen.

Der Schatzmeister Ralf Sollmann

konnte den Versammlungsteilnehmern

einen ausgeglichenen Haushalt

präsentieren. Die Kameraden

hatten die Möglichkeit, Einsicht in

die Unterlagen des Kassenberichtes

zu nehmen. Der Kassenbericht

wurde ohne Diskussion angenommen.

Die Prüfung der Kasse wurden

von den Kameraden Wilfried

Niederschirp, Hermann Marx und

Eugen Reif durchgeführt. Der Sprecher

der Kassenprüfung Wilfried

Niederschirp bestätigte dem

Schatzmeister eine korrekte und

übersichtliche Kassenführung. Auf

Antrag des Kassenprüfers Wilfried

Niederschirp wurden dem Schatzmeister

und dem Vorstand einstimmig

Entlastung erteilt.

Zur Neuwahl des Vorstandes wurde

der Kamerad Dieter Schleifenbaum

zum Wahlleiter vorgeschlagen und

von der Versammlung gewählt.

Der Schriftführer Josef Kleinepähler

legte nach 25 Jahren seine

Funktion als Schriftführer nieder.

Es wurden gewählt:

Vorsitzender: Friedrich Haumann

Geschäftsführer/stellvertretender

Vorsitzender: Michael Hüppe

Schatzmeister: Ralf Sollmann

Schriftführer: Karl-Heinz Weigel

Beisitzer: Markus Borgolte, Willi

Eikenbusch, Thomas Gurtler, Josef

Kleinepähler, Hubert Kroner und

Ernst Woitschig.

Der Vorstand des BV wurde einstimmig,

bei Enthaltung der Betroffenen,

von der Versammlung

gewählt.

Für den ausscheidenden Kassenprüfer

Wilfried Niederschirp wurde

der Kamerad Jürgen Wolff vorgeschlagen

und von den Versammlungsteilnehmern

gewählt.

Der Schatzmeister Ralf Sollmann

gab den Mitgliedern die Termine

für die Aktivitäten im Jahr 2013

bekannt.

Am 07.06. findet eine Tagesexkursion

zur Firma Caterpillar, ehemals

DBT-Lünen, statt. An dieser

Exkursion nehmen 20 Kameraden

teil. Die Teilnehmer haben sich

während der Versammlung bereits

angemeldet.

Am 07.09. findet eine Tagesexkursion/Sommerfest

zum Bergwerk

Prosper Haniel in Bottrop statt. Zur

Anmeldung für diese Exkursion

werden alle Mitglieder rechtzeitig

informiert.

Vom 30.09. bis zum 09.10. findet

die Jahresexkursion in die baltischen

Länder statt. An dieser Exkursion

nehmen 49 Personen teil.

Der Vorsitzende Friedrich Haumann

hat bereits alle Vorbereitungen

für dieser Exkursion getroffen.

Am 12.10. findet in Essen die Erweiterte

Vorstandssitzung des

RDB e.V. statt.

Am 07.12. findet in der Stadthalle in

Ahlen die Barbarafeier statt.

Die Einladungen der Mitglieder zu

den einzelnen Aktivitäten werden

per Brief, im Schaukasten und über

die bergbau-Zeitschrift mitgeteilt.

Anschließend hat Edgar Hoppius

von der Schachtanlage „RAG Anthrazit

Ibbenbüren“ an Hand von

Diagrammen über die Gas/Kohlen-

Ausbrüche von 1972 bis 2012 und

über die Verhütung von Gasausbruch

in den Flözen referiert.

Zum Abschluss der Versammlung

dankte der Vorsitzende Friedrich

Haumann dem nach 25jähriger

Tätigkeit als Schriftführer des BV

ausscheidenden Josef Kleinepähler

für seine Tätigkeit im Vorstand.

Jedoch wird Josef Kleinepähler

den Vorstand weiterhin als Beisitzer

unterstützen. Zum Dank überreichte

ihm der Vorsitzende Friedrich

Haumann einen Präsentkorb.

Mit dem Empfang des Bergmannstrunkes

beendete der Vorsitzende

mit dem Bergmannsgruß „Glück

Auf“ die Versammlung.

Kleinepähler

BV Hamm

Im Zuge seines Programms

„Nachnutzung von ehemaligen

Zechenstandorten“ befuhr der

BV am 12.04.2013 den inhabergeführten

Stahlhandel „Scheibe

Stahl“ in Herne-Börnig.

Auf dem Gelände des Bergwerks

Friedrich der Große 3/4/6 entstand

direkt am Rhein-Herne-Kanal ein

Gewerbegebiet, das die gesamte

Fläche des ehemaligen Bergwerks

einnimmt. Schacht 1 wurde ab

1870 in Herne-Horsthausen abgeteuft,

Schacht 2 ab 1890. Diese

Schachtanlage war bis 1978 in Betrieb

und konnte die aufbereiteten

Kohlen über einen Stichkanal zum

Rhein-Herne-Kanal transportieren.

Heute steht auf diesem Gelände

ein Gewerbebetrieb und ein Tennisclub.

Die Schächte Friedrich der

Mitglieder des BV Hamm bei Scheibe Stahl

Große (Piepenfritz) 3 und 4 wurden

Anfang des 20. Jahrhunderts

abgeteuft und gingen 1907 in Betrieb.

1913 bis 1915 wurde nördlich

der Schächte 1 und 2 der ausziehende

Wetterschacht 5 abgeteuft

(grenzläufige Bewetterung). In

den 1960er Jahren wurde dann

noch Schacht 6 auf dem Gelände

der Schächte 3 und 4 in Betrieb

genommen – ein Stahlbetonturm

mit Turmfördermaschine. Über

einen ca. 2 km langen Gesteinsberg

wurde 1973 das Grubenfeld

Mont-Cenis in Herne-Sodingen mit

Friedrich der Große verbunden.

1978 kam dann das Ende: Auslaufen

des Verbundbergwerks mit

nachfolgendem Abriss der Übertageanlagen.

Die Firma Scheibe Stahl liegt direkt

am Rhein-Herne-Kanal mit

Ent- und Belademöglichkeit für

Kanalschiffe. Per Schiff werden

Brammen und Bleche von 25 bis

550 mm Stärke von der Dillinger

Hütte im Saarland angeliefert. Die

Lager- und Bearbeitungshallen

werden mit 50 t Elektromagnet-

Kranbahnen überfahren; damit

werden auch die Schiffe beladen.

In der Bearbeitungshalle werden

die Rohbleche erst gerichtet, dann

mit speziellen, computergesteuerten

Schneidemaschinen bearbeitet.

Es entstehen Stahlbauteile u.a. für

Windkraftwerke Onshore und Offshore,

sowie für andere Großanlagen

und den Maschinenbau. Auf

dem ca. 16 000 m 2 großen Gelände

arbeiten seit 2005 31 Mitarbeiter. Es

werden ca. 30 000 t Stahl/a bearbeitet.

Die jetzigen Besitzer haben

den Stahlhandel 1994 in Köln übernommen.

Die Firma ist Anfang der

1960er Jahre in Köln entstanden.

Die Kameraden vom BV wurden

umfassend informiert. Bei einem

Rundgang durch den Betrieb konnten

alle Arbeitsgänge besichtigt

werden. Unser Dank geht an Vater

und Sohn Scheibe, sowie an Ringkamerad

Hans Rochol, der diese

Befahrung organisiert hat.

Foto: Fricke

In eigener Sache: Der BV Hamm

schenkt seinen besonderen Jubilaren

das Hörbuch „Zeitreise in

die Tiefe“. Der Schauspieler Josef

Tratnik liest Geschichten und Anekdoten

von Lothar Köhling aus dem

Bergbau der 1960er und 1970er

Jahre. Informationen dazu von den

beiden Kameraden Rost oder Frikke,

oder unter www.ohrland.de.

Nachrichtlich Infos über den Kegelfrühschoppen

am 23.02.2013:

Sieger Bahn 1:

Klaus Bilges mit 31 Holz

Sieger Bahn 2:

Oswald Scharein mit 30 Holz

Sieger Bahn 3:

Rudi Brösel mit 28 Holz

Sieger Bahn 4:

Günther Kostistanski mit 27 Holz

Gesamtsieger:

Günther Kostistanski mit 47 Holz

Im Juni geht es weiter!

Rost

BV Niederrhein

Jahreshauptversammlung 2013

Knapp 80 Bergleute versammelten

sich am Sonntag, dem 17.03.2013

im „Festsaal des Ledigenheims“ in

Dinslaken-Lohberg zu Ihrer jährlichen

Hauptversammlung.

Der 1. Vorsitzende des BV Silvo

Magerl begrüßte die Anwesenden,

besonders die Ehrenvorsitzenden

Theo Schlösser und Manfred Stratenhoff

sowie die Ehrenmitglieder

Karl Klumpers, Dietrich Balduhn,

Alwin Erdmann und Kamerad

Hans-Werner Nowak vom befreundeten

BV Oberhausen.

Ebenso begrüßte er die Kameraden

des Männergesangverein

Concordia Lohberg unter Leitung

von Norbert Grundhöfer, die den

feierlichen Teil der Versammlung

musikalisch untermalten.

In der Begrüßungsrede des Festaktes

betonte er die Kameradschaftspflege

in der Tradition des

Bergbaus. Die Totenehrung galt

besonders den verstorbenen Kameraden

Herbert Lucht, Josef Mi-

234 bergbau 5/2013


RDB-Mitteilungen

Der Männergesangverein Concordia Lohberg

halj, Walter Weber, Dieter Rischka,

Walter Fritz, Horst Kiefer, Hans

Michaux, Harry Spiering, Karl-

Heinz Dammers, Heinz Marbach,

Dieter Schulze-Elvert, Hans-Peter

Van Ingen, Wolfgang Schmitz und

Hans-Jürgen Sielaff.

Im kohlepolitischen Jahresrückblick

verwies Silvo Magerl auf einen

Leistungsanstieg von 11,2 %

bei der Förderung in kg/MS und

das bei der abnehmenden Zahl an

fördernden Bergwerken bei gleichzeitigem

Personalabbau.

Der Ehrenvorsitzende des RDB e.V.

Theo Schlösser begrüßte in seinem

Grußwort die RDB-Kameraden unseres

BV auf das herzlichste und

überbrachte die Grüße des gesamten

Hauptvorstandes.

Als Erstes ging er auf den deutschen

Steinkohlenbergbau ein.

Der deutsche Steinkohlenbergbau

gehe nun leider 2018 zu Ende. Die

Kohle sei aber kein Auslaufmodell,

denn sie werde in der Welt auch zukünftig

mehr denn je benötigt. Dies

sagen alle verlässlichen Prognosen

der Energieinstitute voraus,

insbesondere vor dem Hintergrund

des zunehmenden Einsatzes von

Kohle in den Schwellenländern.

Leider hätte sich aber die Politik in

Deutschland anders entschieden.

Danach führte er einige Gedanken

zur Energiewende aus. Langsam

komme die Politik mit den negativen

Themen – wie die hohen

Strompreise auf Grund der getroffenen

energiepolitischen Beschlüsse

– an die Öffentlichkeit.

Die Energiewende sei aber bei

weitem kein Selbstläufer, sondern

werde noch Vieles abfordern, was

den Menschen bisher noch nicht

vermittelt worden sei, so Theo

Schlösser.

Darüber hinaus erläuterte er die

beschlossenen Kooperationen des

RDB e.V. mit anderen Verbänden

in der Bundesrepublik. Erfahrungsaustausch

im Bergbau und der

Rohstoffindustrie mit allen Führungskräften

sowie die Möglichkeit

Foto: Privat

der politischen Einflussnahme seien

wesentlich für eine erfolgreiche

Arbeit unseres Verbandes. Dabei

würdigte er auch das wesentliche

Engagement unseres BV bei der

Durchsetzung der Kooperationen

auf dem Delegiertentag im letzten

Jahr.

Zusätzlich stellte er nochmals das

besondere Ziel des RDB e.V. heraus,

die Pflege bergmännischer

Traditionen und Kameradschaft,

die besonders auch in unserem BV

gelebt werden. Genauso wesentlich

sei aber auch die Förderung

des lebenslangen Lernens und die

Vertretung unserer Interessen in

der Öffentlichkeit.

Mit einem herzlichen Dank an den

Vorstand des BV für die erfolgreiche

Arbeit sowie an alle Mitglieder

des BV für ihre aktive Unterstützung

der Ziele des RDB e.V.

schloss Theo Schlösser seine Ausführungen

und wünschte unserem

BV viel Erfolg für die zukünftigen

Aufgaben, wobei er uns die Unterstützung

des Hauptvorstandes

zusicherte.

Bei der Ehrung der 47 Jubilare

des Jahres 2013 betonte Theo

Schlösser als Laudator, dass die

heutige Feierstunde für ihn nochmals

Anlass zur Beschäftigung

mit den Wurzeln des RDB e.V.

gewesen sei – aber auch mit der

Zukunft, so Theo Schlösser.

Hauptthemen zur Zeit der Gründung

unseres Verbandes seien

die Flüchtlingsströme und die

Versorgung der Bevölkerung mit

Lebensmitteln und Kohle gewesen.

Leider hätten das viele Menschen

verdrängt oder vergessen.

Ein markanter Tag dieser Zeit

sei der 13.05.1949, der Tag der

Gründung des RDB e.V., wobei

er auch auf die erste 50-Pfennig-

Münze aus dem Jahr 1949 einging.

Das Bild zeige eine junge Frau, die

vorsichtig einen Eichenbaumsetzling

pflanzt, ein Bild, welches die

Theo Schlösser und der amtierende Vorstand des BV Niederrhein

Foto: Privat

Die geehrten Jubilare

Foto: Privat

damalige Aufbruchstimmung in

Deutschland wiedergebe und auch

als ein Symbol für den RDB e.V.

gilt, der heute eine beachtliche

Größe erreicht habe.

Die inhaltliche Ausrichtung des

RDB e.V. sei klug und weitsichtig

gewählt gewesen. So wichtig die

Pflege und der Erhalt bergmännischen

Brauchtums aber auch

seien, darauf allein sei aber keine

vitale bisher 64jährige Geschichte

begründbar.

Die sich ständig wandelnden Rahmenbedingungen

und Herausforderungen

der Zeit erforderten einerseits

Anpassung und fachliche

Entwicklung, andererseits aber

auch eine aktive Einflussnahme

auf Politik und Wirtschaft.

Die Herausforderungen der Zeit

dabei jeweils anzunehmen, sei

für Generationen von Bergleuten

selbstverständlich. Die größte

umweltpolitische Herausforderung

der Menschheit sei heute der Klimawandel.

Mit der stetig wachsenden Nutzung

fossiler Rohstoffe steigen

die CO 2 -Emissionen, die für die

globale Erwärmung verantwortlich

zeichneten. Gleichzeitig wachse

der Energie- und Rohstoffhunger

rasant wachsender Volkswirtschaften

wie China und Indien. Globale

Lösungen für eine zukunftsfähige

Energieversorgung unter der Reduzierung

der CO 2 -Emmissionen

müssten entwickelt werden.

Die Aktivitäten dürften aber nicht

nur auf einzelne Länder oder Regionen

in der Welt beschränkt sein,

und neben der Nachhaltigkeit müssten

sie auch die Aspekte der Wirtschaftlichkeit

und Versorgungssicherheit

beinhalten.

Ein breiter Energiemix unter vorrangiger

Nutzung erneuerbarer

Energiequellen sei unbestritten

notwendig. Genauso klar sei aber,

dass die Bedeutung fossiler Brennstoffe,

allen voran die der Kohle,

wachse.

An 1. Stelle der Handlungsskala

stehe heute die Einsparung von

Energieverbrauch und damit die

Vermeidung von CO 2 -Emissionen

bei gleichzeitiger Ressourcenschonung.

Die Verwirklichung der

2-Grad-Zieles, also die Erwärmung

der Erde bis 2050 um max. 2º C

zu beschränken, würde zu einer

drastischen Verringerung des statistischen

Pro-Kopf-Ausstoßes auf

nur noch 2 t CO 2 pro Jahr führen.

Wie knapp dieses Budget bemessen

ist, zeigte er an einigen Beispielen

auf und auch, wie eine solche

Energiepolitik in den nächsten

Jahrzehnten in das Leben von uns

Kohle-Bergleuten eingreifen wird.

Die Welt verändere sich, der

RDB e.V. habe es bisher verstanden,

diese Veränderungen positiv

bergbau 5/2013 235


RDB-Mitteilungen

zu nutzen, so Theo Schlösser.

Die Zukunft werde weiterhin viele

Herausforderungen mit sich bringen

und der RDB e.V. müsse auch

weiterhin für die notwendigen Veränderungen

offen sein. Gerüstet

dafür seien wir. Erhalten bleiben

müssten dabei die Vereinswerte

der Gründer, die sich in unserer

Satzung fänden. Das sei und bleibe

die Priorität, ja das sind wir den

Gründern und uns selbst schuldig.

Abschließend sprach er den Jubilaren

die herzlichsten Glückwünsche

im Namen des RDB e.V. aus und

dankte ihnen für Ihre Arbeit sowie

die immer faire Zusammenarbeit

mit ihren Kameraden im BV.

Sie könnten aufrecht und mit Stolz

sagen, sie hätten mitgeholfen, den

Bergbau in Deutschland zu dem zu

machen, was er heute ist, und den

Grundstein gelegt zu haben, dass

Bergbau und bergmännische Tradition

weiterhin bestehen kann. In

diesem Sinn wünschte er allen ein

herzliches Glückauf.

Folgende Kameraden hatten ein

Jubiläum zu feiern:

Arbeitsjubiläum mit der

1. Schicht vor 35 Jahren:

Jochen Frowein, Bernd Gunkel,

Reiner Hecht, Paul Herzinger,

Torsten Krieber, Heinz-Werner Lapehn,

Gerd-Werner Linke, Ulrich

Mertens, Peter Mikki, Michel Neuhaus,

Andreas Nowoczin, Reinert

Oehmichen, Christopher Palmowski,

Dietmar Quetting, Dieter Reddig,

Berthold Rietz, Andreas Schützelhofer,

Jürgen Stubbe, Wolfgang

Traud, Michael Uhde und Ralf Wylezol

25jährige Mitgliedschaft im RDB

e.V.: Uwe Bergmann, Eltayib Eltom,

Andreas Götze, Dieter Grell, Franz

Hebinck, Gerhard Seidel, Michael

Weber und Ralf Wylezol

40jährige Mitgliedschaft im RDB

e.V.: Manfred Birrenkoven, Helmut

Bogaczyk, Dietmar Brandt, Werner

Breiing, Siegfried Grawert, Horst

Kauffeld, Bernd Kayser, Werner

Raschke, Kurt Reiske, Walter

Der neue Vorstand des BV Niederrhein

Foto: Privat

Aufmerksame Teilnehmer an der Jahreshauptversammlung

Schweitzer und Werner Wondrak

55jährige Mitgliedschaft im RDB

e.V.: Dietrich Balduhn, Friedhelm

Isselhorst, Berthold Kulik und Helmut

Quicker

60jährige Mitgliedschaft im RDB

e.V.: Rolf Axning, Heribert Vennemann,

Siegfrid Vöpel und Gerhard

Wittig

Den offiziellen Teil der Jahreshauptversammlung

begann Silvo

Magerl mit einem kurzen Rückblick

auf das vergangene Jahr 2012 mit

seinem erfolgreichen Winterfest,

der Jahreshauptversammlung, des

Grillabends, unserer Weihnachtsmarkttour

nach Münster, Werksbesichtigungen,

dem regelmäßig

durchgeführten Stammtisch und

der geführten Motorradtour.

Nach dem Verlesen des Protokolls

der JHV 2012 durch den Schriftführer

gab Kamerad Klare den Geschäftsbericht

bekannt.

Danach hatte der BV zum

31.12.2012 noch 616 Mitglieder,

von denen noch 20 % im aktiven

Berufsleben stehen. Die Vorstandsarbeit

wurde vorgestellt, der

Internetauftritt des www.rdb-bvniederrhein.de

aufgezeigt und dort

proklamierte Veranstaltungshinweise

den anwesenden Kameraden

empfohlen.

Es ist dem Vorstand ein Anliegen,

den Kameraden auch nach dem

Ausscheiden aus dem aktiven

Dienst durch den BV eine bergmännische

Heimat zu geben und

die Kameradschaft zu pflegen.

Der detaillierte Kassenbericht

wurde durch den Schatzmeister

Uwe Grah verlesen: Bei langsam

sinkenden Einnahmen und

steigenden Ausgaben steht eine

Beitragserhöhung lange nicht zur

Diskussion. Die Kasse ist weiterhin

in Ordnung. Dieses wurde

durch den Kassenprüfbericht der

Kameraden Anton Vukas und Peter

Schulte-Mattler bestätigt. Sie

bescheinigten dem Schatzmeister

eine einwandfreie und vorbildliche

Kassenführung, so dass der Jahreshauptversammlung

die Entlastung

des Vorstandes empfohlen

werden konnte. Kamerad Anton

Vukas wurde anschließend zum

Wahlleiter gewählt.

Nach der Wiederwahl unseres

1. Vorsitzenden Silvo Magerl wurde

der erweiterte Vorstand einstimmig

per Blockwahl gewählt.

Der neue Vorstand des BV besteht

aus den Kameraden Brandt, Klare,

Bobsien, Auberg, Magerl, Grah,

Otte, Saborowski, Balduhn, Erdmann,

Nowoczin und Müller.

Die Kassenprüfer Anton Vukas,

Christopher Palmowski, Heiko

Bohmann und Sigurd Lettau wurden

auch alle einstimmig gewählt.

Ein festliches Hauermahl, an dem

noch viele interessante Gespräche

geführt wurden, beendete die Jahreshauptversammlung

2013.

Jochen Auberg

BV Saar

www.vsb-saar.de

Die diesjährige Jahreshauptversammlung

fand am 14.04.2013 in

der „Stadthalle in Püttlingen“ statt.

Es waren 72 Mitglieder und 4 Gäste

(Begleitung) in die Stadthalle

gekommen.

Tagesordnung der JHV

1. Eröffnung und Begrüßung

2. Genehmigung der Tagesordnung

3. Genehmigung der Niederschrift

der JHV vom 25.03.2012

4. Nachehrung der Jubilare 2012

5. Jahresbericht des 1. Vorsitzenden

6. Kassenbericht des Schatzmeisters

7. Kassenprüfungsbericht

8. Aussprache zu den Berichten

9. Wahl eines Versammlungsleiters

10. Entlastung des Vorstandes

11. Neuwahlen zum Geschäftsführenden

Vorstand

1. Vorsitzender: bisher Reinhard

Marian

Schatzmeister: bisher Fritz Koall

Schrifführer: bisher Michael Schröder

1. Beigeordneter: bisher Helmut

Kreis

4. Beigeordneter: bisher Rüdiger

Krieger

Geschäftsführer: bisher Jürgen

Podevin

12. Nennungen zum Erweiterten

Vorstand

13. Verschiedenes

Mit einem herzlichen Glückauf

eröffnete der 1. Vorsitzende Reinhard

Marian und begrüßte alle Anwesenden,

sowie den Ehrenvorsitzenden

Hermann Leidner.

Als Referenten zum Thema „Die

Regionalwirtschaftliche Bedeutung

der Stahlindustrie für das

Saarland“ begrüßte der 1. Vorsitzende

den Generalbevollmächtigten

der Stahl Holding Saar (SHS)

Albert Hettrich. Mit ein paar Worten

über die Gemeinsamkeiten von

Kohle und Stahl im Saarland leitete

Reinhard Marian zu dem Vortrag

von Albert Hettrich über und erteilte

ihm damit das Wort.

Reinhard Marian bedankt sich

bei dem Generalbevollmächtigten

der Stahl Holding Saar Albert

Hettrich für seinen Vortrag

Albert Hettrich referierte in einem

sehr interessanten Vortrag über die

Tätigkeiten und Produkte der SHS.

Weiterhin zeigte er anhand von Belegschafts-

und Umsatzzahlen der

SHS die beeindrucken Entwicklung

der letzten Jahrzehnte auf. Im

Anschluss seines Vortrages haben

noch einige unserer Mitglieder Fragen

an Albert Hettrich gestellt, die

alle von ihm zur vollen Zufriedenheit

beantwortet wurden. Danach

bedankte sich der 1.Vorsitzende

bei Albert Hettrich mit einem kleinen

Präsent und verabschiedete

ihn mit unserem Bergmannsgruß.

1. Nach einer kurzen Pause eröffnete

Reinhard Marian die Jahreshauptversammlung

und bat die

Anwesenden zur Totenehrung für

236 bergbau 5/2013


RDB-Mitteilungen

Der Vorstand bedankt sich bei unseren Jubilaren für ihre Treue zur

VSB

die Verstorbenen des vergangenen

Jahres sich von ihren Plätzen

zu erheben.

2. Zur vorliegenden Tagesordnung

gab es von den Anwesenden keine

Einwände und wurde somit angenommen.

3. Die Niederschrift der JHV vom

25.03.2012 wurde ebenfalls einstimmig

angenommen.

4. Die Nachehrung der Jubilare

2012 wurde von dem Ehrenvorsitzenden

Hermann Leidner, dem

1. Vorsitzenden Reinhard Marian

und dem 2. Vorsitzenden Gerhard

Meiser durchgeführt.

Geehrt wurden die Kameraden:

Für 25-jährige Mitgliedschaft im

RDB e.V.: Norbert Giese, Eckehardt

Keller und Konrad Thull,

für 35-jährige Mitgliedschaft im

RDB e.V.: Arnold Hand, Karl-Heinz

Hugo, Harald Kien und Günter Wycislo,

für 40-jährige Mitgliedschaft im

RDB e.V.: Oswald Kühn, Alois Peter

und Jakob Schons,

für 50-jährige Mitgliedschaft im

RDB e.V.: Karl-Josef Geier und

Walter Langenbahn

5. Bericht des Vorsitzenden

Reinhard Marian bedankte sich bei

allen, die sich eingebracht haben

in die Arbeiten zum Gelingen der

Veranstaltungen des vergangenen

Jahres. Ganz besonders nannte er

die Mitglieder des geschäftsführenden

Vorstandes, die Organisatoren

der VSB-Treffs, die Kameraden des

AK Betreuung, sowie die Kollegen,

die bei Kranzniederlegungen zur

Verfügung standen. Es gab 4 VSB-

Treffs, ein Betriebserfahrungsaustausch

(BEA) der VSB in Baden

Württemberg, ein BEA mit dem

BV Clausthal an der Saar. Nicht zu

vergessen die Sommerfahrt nach

Freudenstadt im Schwarzwald und

natürlich unsere Barbarafeier, die

wieder mal sehr gut besucht war.

Veranstaltungen 2013

Am 28.07. wird unsere diesjährige

Sommerfahrt nach Mannheim

stattfinden. Auf der Hinfahrt wird

auf der Raststätte Pfalz unser

gewohntes Bergmannsfrühstück

stattfinden. In Mannheim werden

4 Stadtführer auf uns treffen und eine

ca. 1,5 stündige Stadtrundfahrt

begleiten. Danach ist Zeit für jeden

Teilnehmer zur weiteren freien Erkundung

der Stadt.

4 VSB-Treffs 2013:

24.02. Olaf Guillaume; Aktueller

Stand beim BW Saar

26.05. K.H. Grabsch; Reisebericht

Kanada (näheres im RDB-Veranstaltungskasten)

25.08. Führung durch die Ausstellung

„Das Erbe“, ehemaliges BW

Reden

03.11. Adrian Wolf; Von der Kohle

zum Holz, Festbrennstoffe in der

zukünftigen Stromerzeugung der

BRD

Betriebserfahrungsaustausch

22. bis 24.08. zu Gast beim BV

Hamm

Barbarafeier am 30.11. in der

„Stadthalle in Püttlingen“. Als

Schirmherr hat bereits der Bezirksleiter

der IGBCE Saar Dietmar

Geuskens zugesagt.

Der 1.Vorsitzende Reinhard

Marian verabschiedet den

scheidenden Geschäftsführer

Jürgen Podevin aus dem

Vorstand

Der Arbeitskreis Betreuung benötigt

dringend etwa 7 neue Mitglieder

um seine Aufgaben vernünftig

zu erfüllen. Der AK Betreuung hat

seit seiner Gründung in den letzten

12 Jahren insgesamt 1 168

Hausbesuche durchgeführt. Er hat

insgesamt 1 700 Glückwunschkarten

an die Mitglieder versandt.

Reinhard bittet darum, dass Interessierte

sich bei Rüdiger Krieger

melden sollen.

Für die Berichte in unserem Organ

bergbau“ bedankt sich Reinhard

bei dem Redaktionsteam und besonders

bei Gerhard Meiser für die

geleistete Arbeit.

Für den 17.10. ist von Reinhard für

die Mitglieder des AK Betreuung

ein Besichtigungstermin beim Instandsetzungswerk

der Saarbahn

für insgesamt 15 Teilnehmer vereinbart

worden.

Zum Schluss bedankt sich Reinhard

bei allen, die unsere Webseite

so fleißig besucht haben.

Besonders bedankt er sich für die

geleistete Arbeit unseres Webmaster

Helmut Kreis.

6. Der Schatzmeister Fritz Koall

erläutert den Anwesenden anhand

seiner Folien die finanzielle Situation.

Nach der Gegenüberstellung

von Ausgaben und Einnahmen

konnte der Schatzmeister eine positive

Bilanz vermelden.

7. Michael Wolf berichtet über

die Prüfung der Kasse am 03.04.

durch die Kassenprüfer Heinz Buck

und Michael Wolf. Die Prüfung der

Kasse ergab keine Unstimmigkeiten.

Aus der Sicht der Kassenprüfer

gibt es keinen Grund gegen die

Entlastung des Vorstandes.

8. Zu dem Punkt Aussprache zu

den Berichten gab es keine Wortmeldung

aus dem Plenum.

9. Willi Schmitz wird als Versammlungsleiter

vorgeschlagen. Er

nimmt die Wahl an und führt die

Versammlung fort.

10. Willi Schmitz fragt die Anwesenden

Mitglieder, ob es Gründe

gibt den Vorstand nicht zu entlasten.

Dies war nicht der Fall. Somit

wurde der Vorstand einstimmig

entlastet.

11. Es folgte nun die Wahl zum

GV nach vorliegendem Plan. Willi

Schmitz fragt das Plenum, ob es

weitere Vorschläge für das Amt des

1. Vorsitzenden gibt. Dies war nicht

der Fall. Reinhard Marian wurde

einstimmig als 1. Vorsitzender wiedergewählt.

Danach übergab der

Versammlungsleiter den weiteren

Verlauf wieder an den 1. Vorsitzenden.

Reinhard bedankte sich

für die Wiederwahl und lenkte nun

seine Worte auf Jürgen Podevin,

der sein Amt als Geschäftsführer

aus persönlichen zur Verfügung

stellte. Reinhard beschreibt in einer

kurzen Zusammenfassung die

langjährige Tätigkeit von Jürgen

in und für unsere Vereinigung. Er

würdigte seine Arbeit und dankte

ihm dafür, dass er schon seit nunmehr

30 Jahren im Vorstand der

VSB tätig war. Außerdem teilte er

den Anwesenden mit, dass Jürgen

Podevin an unserer diesjährigen

Barbarafeier am 30.11. die Ehrenmitgliedschaft

in unserer Vereinigung

verliehen wird. Langanhaltender

Applaus und Geschenke

des Vorstandes für unseren Kameraden

Jürgen Podevin begleiteten

ihn bei seiner Verabschiedung.

Jürgen Podevin bedankte sich bei

allen Anwesenden für die jahrzehntelange

gute Zusammenarbeit. „Im

erweiterten Vorstand und im Arbeitskreis

Betreuung werde ich natürlich

weiter mitarbeiten“, so seine

abschließenden Worte.

Nun stellte der 1. Vorsitzende das

Blatt mit den Wahlvorschlägen

vor. Er gab Erläuterungen zu den

Neubesetzungen des Geschäftsführers

und des 4. Beigeordneten

durch Stephan Schley.

Nach diesen Erläuterungen schlägt

Reinhard vor, alle zur Wahl anstehenden

en Block per Handzeichen

zu wählen. Der Vorschlag wurde

angenommen und alle Vorgeschlagenen

wurden einstimmig gewählt.

Die Gewählten nahmen auf Nachfrage

durch den 1. Vorsitzenden

alle die Wahl an.

12. Nennungen zum erweiterten

Vorstand: Markus Hewer, Christoph

Engel und Jürgen Conrad.

Der 2. Vorsitzende Gerhard

Meiser gratuliert Reinhard

Marian für seine 25 Jahre

Vorstandstätigkeit in der VSB

Nach den Wahlen trat der 2. Vorsitzende

Gerhard Meiser an das

Rednerpult und bedankte sich mit

einer kleinen Laudatio bei unserem

1. Vorsitzenden Reinhard Marian

für seine vielfältige Arbeit und seine

sehr gute Leistung zum Wohle

der VSB. Gerhard Meiser gratulierte

Reinhard Marian für 25 Jahre

Vorstandsarbeit in der Vereinigung

Saarländischer Bergingenieure

und überreichte ihm im Namen des

gesamten Vorstandes und der Mitglieder

eine kleines Präsent.

Unter dem Punkt Verschiedenes

erinnerte Reinhard Marian mit einem

Hinweis auf die Zahlungsmodalitäten

unserer Mitglieder und

bat diese ihre Zahlungen nochmals

zu überprüfen. Weiter informierte

er die Anwesenden über

die bevorstehende Umstellung im

europäischen Zahlungsverkehr

zum 01.02.2014 auf SEPA und die

damit verbundenen notwendigen

Änderungen.

Am Ende der Veranstaltung bedankte

sich der 1. Vorsitzende bei

allen Anwesenden für die produktive

Mitarbeit an der JHV sowie die

bergbau 5/2013 237


RDB-Mitteilungen

Arbeit des Vorstandes und schloss

die Veranstaltung mit unserem

Bergmannsgruß Glück Auf!

Michael Schröder

BV Siegerland

Mitgliederversammlung 2013

Am 01.03.2013 hatte der BV zu

einer ordentlichen Mitgliederversammlung

eingeladen.

Zur Eröffnung der ordentlichen

Mitgliederversammlung konnte der

1. Vorsitzende Dr. Bruno Heide 17

Kameraden mit einem herzlichen

Glückauf begrüßen. Schade, daß

es nicht mehr waren.

Laurent Schmitt verlas den Geschäftsbericht

für den Berichtszeitraum

2011/2012. In Kurzform

wurde über Exkursionen, Wanderungen

und Vereinsfeste informiert

und die Höhepunkte der Veranstaltungen

noch einmal in Erinnerung

gerufen.

Durch die rege Beteiligung unserer

Mitglieder an den Vereinsaktivitäten

wurde der Vorstand in der Programmgestaltung

bestätigt. Weiter

wurde die Versammlung über die

Vereinsarbeit des Vorstandes informiert,

wie die Durchführung von

Vorstandssitzungen, die Organisation

der einzelnen Exkursionen

bzw. Festveranstaltungen und

die Teilnahme an Sitzungen des

Hauptvorstandes in Essen.

Die Mitgliederentwicklung war im

Berichtszeitraum leider wieder

rückläufig. Am 31.12.2010 hatte

der BV noch 56 Mitglieder. In

der Zeit vom 01.01.2011 bis zum

31.12.2012 sind 3 Vereinskameraden

gestorben, so daß wir zum

31.12.2012 noch 53 Mitglieder

hatten. Weitere Fragen zum Geschäftsbericht

gab es nicht.

Der Kassenbericht wurde vom

Kassierer Bertold Plaßmann vorgetragen.

Detailliert wurde über Einnahmen

und Ausgaben berichtet.

Die Exkursionen wurden wieder

fast ausschließlich aus der Teilnehmerumlage

finanziert.

Wortmeldungen gab es nicht.

Den Kassenprüfbericht erläuterte

H.J. Kramer. Er erklärte, daß die

Eintragungen im Kassenbuch mit

den vorhandenen Belegen übereinstimmten.

Dem Kassenführer

wurde eine ordentliche und sorgfältige

Kassenführung bestätigt.

Anschließend zum Kassenprüfbericht

wurde der Antrag auf Entlastung

des Kassenführers und des

gesamten Vorstandes einstimmig

angenommen.

Der 2. Vorsitzende Ewald Nölke

übernahm zunächst die Aufgaben

des Wahlleiters. Es mußten der

1. Vorsitzende, der Geschäftsführer,

der Kassierer und der Leiter

für Fortbildung und Öffentlichkeitsarbeit

gewählt werden.

Für das Amt des 1. Vorsitzenden

hat sich der amtierende Vorsitzende

Dr. Heide für weitere 4 Jahre bereit

erklärt. Weitere Vorschläge für

dieses Amt gab es nicht. Dr. Bruno

Heide wurde einstimmig wiedergewählt.

Er übernahm die Wahlleitung

für den weiteren Verlauf der

Ergänzungswahlen.

Für das Amt des Geschäftsführers

hat sich Laurent Schmitt für eine

erneute Kandidatur bereit erklärt.

Auch für dieses Amt gab es keine

weiteren Vorschläge. Die Wiederwahl

war einstimmig.

Der amtierende Kassierer ist Bertold

Plaßmann. Er war ebenfalls

bereit für das Amt erneut zu kandidieren.

Weitere Vorschläge gab es

nicht und so wurde Bertold Plaßmann

einstimmig wiedergewählt.

Leiter für Fortbildung und Öffentlichkeitsarbeit

war Heinz Glasmeyer.

Er war für eine Wiederwahl bereit.

Weitere Vorschläge für dieses

Amt gab es nicht. Heinz Glasmeyer

wurde einstimmig wiedergewählt.

Horst Engel wird das Amt als Kassenprüfer

für 2 weitere Jahre behalten.

Als neuer 2. Kassenprüfer

wurde Paul Walkenbach einstimmig

gewählt.

Dr. Heide berichtete von einem

Brief unseres ältesten BV-Mitgliedes

Egon Wölfer, der sich für die

Glückwünsche und ein Blumengeschenk

des BV anläßlich seines

90. Geburtstages bedankte. Es

geht ihm gesundheitlich, dem Alter

entsprechend, gut. Er wird in diesem

Jahr für 40-jährige Mitgliedschaft

im RDB e.V. geehrt.

Unser BV-Mitglied Joachim Petri

erhielt anläßlich seines 85. Geburtstages

ein Buchgeschenk.

Für den BV Nordbayern wird in der

Zeit vom 06. bis 09.06.2013 beim

BV Siegerland ein Betriebserfahrungsaustausch

stattfinden. Am

07.06. ist mit den Kameraden des

BV Siegerland ein Gemeinschaftstreffen

vorgesehen.

Der Herbstausflug am 30.08.2013

nach Ramsbeck wurde besprochen

und erläutert. Ab Meggen soll

ein Bus eingesetzt werden. Die

Kameraden aus dem Siegerland

und von der Schachtgruppe Lüderich

treffen sich um 14.00 Uhr am

Bergbaumuseum Siciliaschacht in

Meggen. Hier gibt es die besten

Parkmöglichkeiten.

Die Fahrt geht zunächst nach

Ramsbeck. Wir werden dort einen

Vortrag über die Geschichte der

Grube Ramsbeck hören. Anschließend

fahren wir nach Andreasberg

zum Schlammteich.

Weiter geht die Fahrt zur Autobahnbrücke

in Bestwig, es ist die

höchste Autobahnbrücke im Sauerland.

Von dort fahren wir über

Siedlinghausen und durch das

Sorpetal nach Winkhausen, wo wir

in der Deimann-Hütte den Tag ausklingen

lassen.

Eine 3-tägige Exkursion für 2014

wurde besprochen. Der Vorschlag

fiel auf Idar-Oberstein, mit Besichtigung

der Edelsteinschleifereien,

dem Schaubergwerk Fischbach

und der Felsenkirche. Wir würden

voraussichtlich in Bad Kreuznach

Quartier beziehen. Hier besteht

die Möglichkeit eine kulturelle Veranstaltung

zu besuchen.

Dr. Heide berichtete noch über

den Stand der Widersprüche zur

Mehrleistungsversicherung der

Knappschaft und über seine Arbeit

im Rechtsausschuß, wo z.Z. ein

Antrag eines Kameraden vom BV

Nordbayern auf Rechtsbeistand

durch den RDB e.V. diskutiert wurde.

Im Anschluß an die ordentliche

Mitgliederversammlung des BV

berichtete Dipl.-Ing. Ulrich Henke

von der Fa. Feldhaus Bergbau in

Schmallenberg in einem hochinteressanten

Vortrag über die bergmännische

Herstellung eines Zugangstollens

sowie Aufzugschachtes

zur Burg Altena.

Der Vortrag wird als Kurzbericht in

einer der nächsten Ausgaben der

bergbau“ wiedergegeben.

L.Schmitt/M. Geuer

BV TFH zu Bochum

Fahrt zum Oberschlesischen

Landesmuseum in

Ratingen-Hösel

11 Mitglieder der BV TFH zu Bochum,

Recklinghausen, Herne,

Moers und Essen besuchten mit

ihren Frauen das Oberschlesische

Landesmuseum in Hösel.

Die RDB-Mitglieder gehören dem

Lehrerstammtisch Bochum an und

treffen sich 14-tägig in der Gastronomie

Rietkötter in Bochum. Der

„Ortsälteste“ des Lehrerstammtisches,

Prof. Dr.-Ing. Gerd Falkenhain,

ist Sprecher und organisierte

den Besuch und die Führung im

Höseler Museum. Lehrer des ehemaligen

WBK-Schulsystems, der 5

Bergschulen und der Nachfolgerinstitution

der Fachhochschulen, der

Bergberufsschulen und der Fachschulen

für Technik und weiter die

Institutsmitglieder der Prüf- und

Oberschlesisches

Landesmuseum in

Ratingen-Hösel

Foto:

Dr. Anne Meyer zu Düttingdorf

Forschungsstellen der WBK treffen

sich zum Gedankenaustausch und

halten somit Verbindung zur Technischen

Fachhochschule Georg

Agricola zu Bochum.

Das Höseler Museum wurde 1983

von dem damaligen nordrheinwestfälischen

Ministerpräsidenten

Johannes Rau eröffnet mit dem

Ziel, ein umfassendes Bild von der

Geschichte und der Kultur Oberschlesiens

zu vermitteln. Neben

einer Dauerausstellung mit dem

Gesamtüberblick Oberschlesiens

werden größere Wechselausstellungen

präsentiert.

Seilscheibe vor dem

Museumsgebäude Foto:

Dr. Anne Meyer zu Düttingdorf

Wie im Ruhrgebiet ist der Kernbereich

der Berg- und Hüttenindustrie

längs der Städte Duisburg, Essen,

Bochum und Dortmund angesiedelt,

so zeigt sich auch das Oberschlesische

Industriegebiet mit den

Städten Bytom, Kattowitz, Gliwice,

Jaworzno und Siemianowice Slaskie

als Perlenschnur aufgereiht.

Der Besucher wird überrascht sein,

dass nicht nur die Kohle als das

schwarze Gold eine wichtige Rolle

spielt, sondern das Land auch

reich an anderen Bodenschätzen,

wie Basalt, Granit, Sandsteine,

Marmor, Eisen- und Kupfererze

ist. Auch das „weiße Gold“ – Tone

und Kaoline – sind wichtige Bodenschätze

für feines Porzellan.

Die ersten schlesischen Porzellanfabriken

wurden 1820 gegründet

und produzierten preisgünstig und

mit hohen Stückzahlen. Daneben

entstanden aber auch Luxusartikel

mit aufwendigen Formen und

prachtvollen Dekors.

Im Oberschlesischen Kohlenbecken

entwickelte sich das Karbon

auf einer Fläche von über

6 500 km 2 und ist im Westen in

einer Mächtigkeit von fast 7 000 m

und im Osten nur mit 2 500 m ausgebildet.

Ihre Sedimente schließen

im Westen insgesamt 95 Flöze mit

135 m Kohle, im Osten dagegen

50 Flöze mit etwa 90 m Kohle ein.

Die wichtigste Flözgruppe ist die

Sattelflözgruppe mit Flözen von

6 bis 10 m, ja 16 m Mächtigkeit.

Die Lagerung in diesem Sattel ist

6º bis 10º, in den Flügeln im Norden

und Süden wird es stärker mit

30º bis 35º und mehr. Die Teufe in

diesem Zentralrevier liegt bei 300

bis 400 m.

238 bergbau 5/2013


RDB-Mitteilungen

BV Saar

Verabschiedung von Jürgen Podevin aus dem Geschäftsführenden Vorstand

der VSB durch den 1.Vorsitzenden Reinhard Marian

Sehr geehrte VSB-Kameradinnen und Kameraden,

aus dem Team des Geschäftsführenden Vorstandes

der Vereinigung Saarländischer Bergingenieure

e.V. verabschieden wir heute einen

Kameraden, der sich immer zu unserer Vereinigung

bekannte und in seinen Jahrzehnten

ehrenamtlicher Arbeit diese Vereinigung durch

seine außerordentliche Leistung, seine Ideen

und Spontanität entscheidend prägte.

Ich erinnere nur an den Arbeitskreis „Betreuung“,

die Sommerfahrten, die attraktiven

St. Barbarafeiern mit ihren tollen Programmen

und natürlich an die Barbarafestschriften mit

dem Impressum. Herausgeber: Jürgen Podevin

Wer Jürgen Podevin mit seiner Art, seiner Arbeit

und seiner Mentalität näher kennen lernen

durfte, ist um ein Stück Lebenserfahrung reicher

geworden und das alles zum sogenannten

Nulltarif.

Jürgen Podevin hat uns alle und somit die VSB

im wahrsten Sinne jahrelang reich beschenkt.

Und vielleicht war es ein Wink des Schicksals,

dass ich als 1. Vorsitzender bei der

letzten Sitzung des Erweiterten Vorstandes

am 26.03.2013 im Naturfreundehaus in Friedrichsthal,

Jürgen Podevin auf den Tag genau

für 30 Jahre Vorstandsarbeit zum Wohle der

VSB gratulieren konnte.

Jürgen Podevin wurde am 26.03.1983 als

4. Beigeordneter in den Geschäftsführenden

Vorstand unserer Vereinigung Saarländischer

Bergingenieure gewählt.

Es zeichnete sich in den nächsten Jahren deutlich

ab, dass auf Jürgen Podevin in diesem

Vorstand stets Verlass war und seine vielfältige

Arbeit und seine Ideen dem Vorstand sehr zu

Nutze waren.

1992 wurde Jürgen Podevin offiziell zum Geschäftsführer

unserer Vereinigung gewählt,

stellte sich 10 Mal zur Wiederwahl in diesem

Amt und gewann 10 Mal euer Vertrauen und

dies immer einstimmig.

Für seine stets tollen Sprüche war Jürgen

Geschäftsführer Jürgen Podevin

scheidet nach 30 Jahren aus dem

Vorstand der VSB aus

Foto: Helmut Kreis

Podevin bekannt wie zum Beispiel: „30 Jahre

Vorstandstätigkeit – vom 4. Beigeordneten

zum Geschäftsführer – also quasi vom Tellerwäscher

zum Millionär ehrenamtlicher Arbeit!“

Neben dieser ehrenamtlichen Haupttätigkeit in

der VSB war er ebenso aktiv beim Deutschen

Roten Kreuz in mehreren Funktionen, in 2 Fußballvereinen,

ebenfalls in Vorstandsfunktionen,

in 2 Theatergruppen, auch dort in mehreren

Funktionsbereichen.

Bei der Industrie und Handelskammer ist er

heute noch in 2 Prüfungsausschüssen und

beim Deutschen Verband für Schweißtechnik

noch heute einer von 4 Prüfern und gleichzeitig

Vorsitzender des Prüfungsausschusses an der

Saar. Und da der Gesang eine große Leidenschaft

von Jürgen Podevin ist, ist er natürlich

auch Mitglied in mehreren Chören.

Lieber Jürgen,

25 Jahre haben wir beide nun zusammen in

diesem Vorstand zum Wohle der Vereinigung

Saarländischer Bergingenieure gearbeitet und

fast die Hälfte dieser Jahre als gemeinsam

Verantwortliche für die VSB nach dem Bürgerlichen

Gesetzbuch, du als Geschäftsführer und

ich als 1. Vorsitzender

Ich für meine Person kann dir ehrlich sagen,

dass ich keinen einzigen Tag unserer gemeinsamen

Zeit bereue.

Heute heißt es für dich Abschied nehmen vom

Amt des Geschäftsführers. Es war deine persönliche

Entscheidung und deine Vorstandskameraden

waren nach deiner Ankündigung im

vergangenen Jahr wie paralysiert, keiner wollte

es wahrhaben, aber deine Entscheidung stand

fest. 30 Jahre höchst anzuerkennende Vorstandsarbeit

in der VSB gehen heute zu Ende.

Du hast uns allen sehr gut getan.

Erfreulich ist eben bei diesem Abschied aber

auch, dass du uns, wie schon erwähnt, in anderen

Funktionen innerhalb der VSB erhalten

bleibst.

Der Geschäftsführende Vorstand, der Erweiterte

Vorstand sowie die Mitglieder der Jahrershauptversammlung

haben sich einstimmig

dafür ausgesprochen, Jürgen Podevin bei der

St. Barbarafeier am Samstag, dem 30.11.2013

die Ehrenmitgliedschaft unserer Vereinigung

anzutragen.

Jürgen Podevin hat sich um diese VSB verdient

gemacht, und das ist zu ehren.

Lieber Jürgen,

aus dem Geschäftsführenden Vorstand wirst

du heute auf eigenen Wunsch nach 30 Jahren

ausscheiden, aber auf die weitere Zusammenarbeit

freuen wir uns.

Wir alle wünschen dir weiterhin alles Gute und

viel Schaffenskraft außerhalb der geschäftsführenden

Vorstandsarbeit und freuen uns auf

die nächsten gemeinsamen Jahre mit dir in

der VSB, verbunden mit einem großen Dankeschön

und einem herzlichen Glückauf.

Reinhard Marian

1. Vorsitzender

Wir haben es im Ruhrrevier nur mit

dem über 6 500 km 2 nachgewiesenen

Südflügel einer ausgedehnten

Steinkohlenablagerung zu tun.

In dem etwa 3000 m Mächtigkeit

flözführenden Karbon sind etwa 65

bauwürdige Flöze von 0,60 m bis

3,0 m Mächtigkeit.

Mit dem Erlass der „Revidierten

Bergverordnung für das souveräne

Schlesien und die Grafschaft

Glatz“ vom 05.06.1769 war die

Grundlage für die Entwicklung der

schlesischen Bergwerksindustrie

gelegt.

Ein besonderes Verdienst an der

Aufwärtsentwicklung Schlesiens

gebührt dem Berghauptmann

Friedrich Wilhelm Graf von Reden.

Nicht nur durch die Gewinnung,

sondern besonders durch die Ver-

arbeitung der Bodenschätze Steinkohle,

Eisen-, Zink- und Bleierze

war die wirtschaftliche Entwicklung

Oberschlesiens im 18. Jahrhundert

gekennzeichnet. Im Jahre 1786

setzte Reden die Bestellung und

den Kauf einer Dampfmaschine

aus England durch, um im Erzbergbau

Tarnowitz die mächtigen

Wasserzuflüsse zu heben. Es war

die erste Dampfmaschine im oberschlesischen

Bergbau. Staatliche

Steinkohlenbergwerke bei Zabrze

und Ghorzow (später Hindenburg

und Königshütte) lieferten die Kohle

für 2 benachbarte staatliche Hütten,

die Gleiwitzer Hütte mit dem

1. deutschen Koksofen im Jahre

1796 und die Königshütte im Jahre

1802.

Im 18. Jahrhundert fehlte qualifiziertes

Führungspersonal, wie

Gruben- und Revierbeamte. Zur

Ausbildung der Führungskräfte

errichtete Reden die Bergschule

in Tarnowitz. Am 06.01.1803 wurde

dann über die Einrichtung der

Fortbildungsstätten in Tarnowitz

und Königshütte beschlossen. Ein

Unterricht in Lesen, Schreiben

und Rechnen sollten junge Bergarbeiter

außerhalb der Schichtzeit

erteilt bekommen. Vorbild für diese

Bergschulen war die 1. deutsche

Bergschule, die im Jahre 1777 in

Freiberg entstand. Die 1. Bergschule

im Ruhrgebiet war die Essener

Bergschule, die im Jahre

1814 entstand und in Bochum im

Jahre 1816.

Im Ruhrbergbau entstanden Großzechen

mit einem extrem hohen

Arbeitskräftebedarf. Die Zahl der

Beschäftigten nahm im Zeitraum

von 1870 bis 1913 von 52 160 auf

444 000 Kumpel zu. Der regionale

Arbeitsmarkt war erschöpft, so

dass Anfang der 1890er Jahre mit

der Anwerbung ausländischer, vorwiegend

aus den preußischen Ostprovinzen,

darunter viele polnischsprachige

Arbeitskräfte begonnen

wurde. In den Bergwerken der

preußischen Provinzen Rheinland

und Westfalen arbeiteten 1890

30 000 Polen; bis zum Beginn des

1. Weltkrieges 1914 verzehnfachte

sich ihre Zahl.

Die Ausstellung in Hösel zeigte

eindrucksvoll die Bedeutung des

oberschlesischen Bergbaus.

Gerd Falkenhain

Manfred Scherschel

bergbau 5/2013 239


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