Dokumentation des Themenmonats zur Suchtprävention

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Dokumentation des Themenmonats zur Suchtprävention

GUDD DRUFF?!

THEMENMONAT SUCHTPRÄVENTION

DER JUGENDZENTREN DES

STADTVERBANDES

DOKUMENTATION


Themenmonat Suchtprävention / Stadtverband Saarbrücken, Jugendamt, Kinder- und Jugendarbeit 2004 Seite 2

Vorwort

Die außerschulische Jugendbildung ist

eine der originären Aufgaben der

Jugendarbeit. Hierzu gehören auch die

gesundheitliche und die soziale Bildung

und somit auch suchtpräventive Angebote.

Die Jugendphase ist geprägt durch die

Pubertät, die Ablösung vom Elternhaus

und den Übergang hin zur

Erwachsenengesellschaft und geht oft mit

Verunsicherungen und Belastungen

einher. Gleichzeitig ist der Zugang zu

Drogen niederschwellig und alltäglich. Frei

zugängliche Zigarettenautomaten und die

aktuelle Diskussion um die „Alcopops“

genannten Modegetränke mögen dies

verdeutlichen. Drogen spielen als

vermeintliche Bewältigungshilfe aber auch

als Experimentierfeld im Jugendalter eine

nicht zu unterschätzende Rolle. Um so

wichtiger sind an den Lebenswelten von

Jugendlichen orientierte Präventionsangebote.

Die Jugendzentren des Stadtverbandes

nehmen diesen Auftrag ernst und tragen

mit der Förderung sozialer Kompetenzen,

der Förderung von Selbstwertgefühl und

der Förderung von sinnerfüllten und

erlebnisintensiven Aktivitäten im Rahmen

vielfältiger Gruppen- und Projektangebote

in derzeit 16 Jugendzentren im

Stadtverbandsgebiet zu einer

jugendgerechten Suchtprävention bei.

Ziel all dieser Angebote ist neben der

Vermeidung oder dem Hinauszögern des

Einstiegs in den Konsum legaler und

illegaler Drogen auch die Früherkennung

und Frühintervention bei riskantem

Konsumverhalten und die Verringerung

von Missbrauch und Sucht.

Die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes

insbesondere zur Abgabe

alkoholischer Getränke und Rauchen in

der Öffentlichkeit werden in den

Jugendzentren angewandt und deren Sinn

den Jugendlichen transparent gemacht.

Die Jugendarbeit der Jugendzentren

beschränkt sich jedoch nicht auf die

jeweiligen Häuser. Gemäß des „Get out“ -

Konzeptes bestücken die Jugendzentren

auch das Einzugsgebiet der Einrichtungen

mit jugendgerechten Events und Aktionen

im öffentlichen Raum, an Schulen, in

Sporthallen und Schwimmbädern.

Der hier dokumentierte Themenmonat

Suchtprävention, der im November 2003

durchgeführt wurde zeigt, wie die Themen

Sucht und Drogen auf vielfältige Weise

und mit viel Kreativität gemeinsam mit

Jugendlichen bearbeitet werden können.

In Zusammenarbeit mit Schulen und

Fachleuten aus den unterschiedlichsten

Bereichen der Drogenprävention und

Gesundheitsförderung

konnten

Jugendliche in Jugendzentren und

Schulen, im Kino und im Internet, bei

einem Event am Saarbrücker Schloss,

über ein Wissensquiz und über Plakate,

Flyer und Broschüren erreicht werden.

Unser Dank gilt den Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern des Organisationsteams, den

Kooperationspartnern und Sponsoren und

ganz besonders den Jugendlichen der

verschiedenen Jugendzentren, die sich mit

großem Engagement an der Planung und

Durchführung des Themenmonats beteiligt

haben.

Michael Burkert Dr. Kurt Wahrheit

Stadtverbandspräsident

Erster Stadtverbandsbeigeordneter


Themenmonat Suchtprävention / Stadtverband Saarbrücken, Jugendamt, Kinder- und Jugendarbeit 2004 Seite 3

Im Jahr 2003 führten die Jugendzentren

des Stadtverbandes unter der

Schirmherrschaft

des

Stadtverbandspräsidenten Michael Burkert

vier Themenmonate durch, mit denen sie

in Kooperation mit anderen Institutionen

Akzente in der inhaltlichen Arbeit – hier im

Bereich Jugendgesundheit und

Suchtprävention - setzen wollten. Das

Thema Suchtprävention sollte in

verschiedener Art und Weise mit

Jugendlichen aufgegriffen und bearbeitet

werden. Sucht und Drogen sind Themen,

die gerade in der Lebensphase der

Adoleszenz und Pubertät eine große Rolle

spielen.

Pädagogische Ziele

Das Bierchen auf der Feier des

Fußballvereins, die Zigarette in der

Schulpause, der Joint beim Cliquentreff –

Drogengebrauch in der einen oder

anderen Weise gehört zum Alltag der

meisten Jugendlichen. Nach einer

Repräsentativerhebung

der

Bundeszentrale für gesundheitliche

Aufklärung aus dem Jahr 2001 rauchen

bereits 10% der 12- bis 13-Jährigen

ständig oder gelegentlich. Mit

zunehmendem Alter steigt diese Quote auf

48% bei den 20- bis 21-Jährigen. Die

Erhebung ergab auch, dass immerhin 30%

der 12-25-Jährigen regelmäßige

Alkoholtrinker sind und 26% der 12-25-

Jährigen Erfahrungen mit Cannabis

gemacht haben. Der Konsum der legalen

Drogen Nikotin und Alkohol gehört zu

vielen Veranstaltungen und Festlichkeiten

in Familie und Verein dazu und

Jugendliche haben hier oftmals den ersten

Kontakt zu diesen Alltagsdrogen. Die

Lerneinheit an der ERS Gersweiler

Akzeptanz der illegalren Droge Cannabis

hat unter Jugendlichen in den letzten

Jahren zugenommen. Diese drei

Suchtstoffe Nikotin, Alkohol und Cannabis

spielen die wesentliche Rolle beim

Drogengebrauch im Jugendalter.

Bei den weitaus meisten Jugendlichen

pendelt sich der Drogenkonsum nach

einer Probierphase auf ein

sozialverträgliches Maß ein – einige

jedoch missbrauchen Drogen derart, dass

Brainstorming an der ERS Großrosseln

sich schon in jungen Jahren

gesundheitliche Folgen einstellen.

Ziel des Themenmonats war,

Jugendlichen die Problematik des

Drogengebrauchs bewusst zu machen

und Wege aufzuzeigen, auch ohne

Drogen Spaß und Abenteuer erleben zu

können. Dazu gehört neben

grundlegender Information vor allem die

Konfrontation mit dem eigenen

Suchtverhalten. Den thematischen

Schwerpunkt legten die Jugendzentren auf

die stofflichen Drogen Alkohol, Nikotin und

Cannabis, also die typischen

Jugenddrogen.

Zielgruppe

Hauptzielgruppe des Themenmonats

Suchtprävention waren Mädchen und

Jungen im Alter von 12 bis 20 Jahren.

Über die BesucherInnen der

Jugendzentren hinaus sollten Jungen und

Mädchen über Schule, Kino und Internet

angesprochen werden.

Module

Zur Umsetzung der Idee wurden

verschiedene Module mit

unterschiedlichen Kooperationspartnern

und unterschiedlichen Zielgruppen

geplant.


Themenmonat Suchtprävention / Stadtverband Saarbrücken, Jugendamt, Kinder- und Jugendarbeit 2004 Seite 4

Modul 1: Vorerhebung in den

Jugendzentren des Stadtverbandes:

Anhand eines Fragebogens wurden im

Oktober 2003 in den Jugendzentren des

Stadtverbandes verschiedene Daten zum

Konsum von Zigaretten, Alkohol und

Cannabis erhoben.

Im Alter von 10 Jahren hatte jeder fünfte

Befragte schon Zigaretten geraucht und

jeder achte Alkohol getrunken.

25%

20%

15%

Erstkontakt mit Zigaretten im Alter von...

Der Erstkontakt mit allen drei Drogen

ergibt sich vor allem im Freundeskreis.

72% der befragten Jugendlichen kamen

erstmals im Freundeskreis in Kontakt mit

Zigaretten, 77% mit Alkohol und 92% mit

Cannabis. Der Erstkontakt über die Eltern

geklaut

gekauft

Erstkontakt zu Drogen

Cannabis

Zigaretten

Alkohol

10%

5%

0%

unter 8 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 über 18

© Stadtverband Saarbrücken 2004

Der Einstieg in die Cannabis-Erfahrung

liegt deutlich später und spielt bei den

Befragten erst ab einem Alter von 13

Jahren eine nennenswerte Rolle.

Erstkontakt mit Cannabis im Alter von...

Geschwister

30%

25%

Eltern

20%

Freunde

15%

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

© Stadtverband Saarbrücken 2004

spielt bei Cannabis keine Rolle (2%),

jedoch sind immerhin 10% der Befragten

über die Eltern erstmals mit Zigaretten und

9% über die Eltern mit Alkohol in

Berührung gekommen. 14% haben sich

ihre ersten Zigaretten gekauft. Hier mag

eine Rolle spielen, dass Zigaretten an

Automaten relativ unkontrolliert von unter

16-jährigen gekauft werden können.

Gefragt wurde auch, in welchem Alter der

Erstkontakt zu den drei Drogenarten

stattfand. Die ersten Drogenerfahrungen

machten die Jugendlichen zumeist mit

Zigaretten, gefolgt von den ersten

Alkoholerfahrungen.

10%

5%

0%

unter 8 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 über 18

© Stadtverband Saarbrücken 2004

Finanziert werden Zigaretten, Alkohol und

Cannabis durch selbstverdientes Geld und

Taschengeld. „Schnorren“ spielt eine,

wenn auch weniger wichtige Rolle.

Arbeiten

Klauen

Schnorren

Finanzierung des Drogenkonsums

Mehrfachnennungen

Cannabis

Zigaretten

Alkohol

Taschengeld

25%

Erstkontakt mit Alkohol im Alter von...

0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 50%

© Stadtverband Saarbrücken 2004

20%

15%

10%

5%

0%

unter 8 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 über 18

© Stadtverband Saarbrücken 2004

Ein rauch- und/oder alkoholfreies

Jugendzentrum hält die Mehrheit der

Befragten (56%) für keine gute Idee. Ein

gutes Viertel ist in dieser Frage

unentschlossen, nur 18% finden diese

Idee gut. Im Jugendzentrum Püttlingen

wird die Variante eines rauch- und


Themenmonat Suchtprävention / Stadtverband Saarbrücken, Jugendamt, Kinder- und Jugendarbeit 2004 Seite 5

alkoholfreien Jugendzentrums zur Zeit in

der Praxis ausprobiert.

Was hältst du von einem rauch- und/oder

alkoholfreien Jugendzentrum?

Als weitere Motivation, sich mit dem

Thema Sucht zu beschäftigen, wurde ein

Wissensquiz angeboten, das sich zum Teil

auf die Ausstellungsplakate bezog, aber

auch durch Internetrecherche gelöst

werden konnte.

© Stadtverband Saarbrücken 2004

weiß nicht

26%

gut

18%

schlecht

56%

Die Wanderausstellung war zu sehen im:

• Juz Püttlingen

• Juz Burbach

• Juz Försterstraße

• Juz Folsterhöhe

• Juz Völklingen

• Juz Quierschied.

Modul 2: Wanderausstellung in

Jugendzentren und Schulen

Im Monat November 2003 wanderte die

Ausstellung „Sucht geht jeden an“ der

Neunkircher Jugendberatungsstelle „Die

Brigg“ durch die Jugendzentren des

Stadtverbandes. Darüber hinaus wurde

die Ausstellung auch in ausgewählten

Schulen und bei dem Monatshighlight

„Gudd druff am Schloss“ eingesetzt. Mit

Hilfe des „Action-Mobils“ des

Jugendamtes wurden die Materialien zum

Auf- und Abbau an die jeweiligen

Ausstellungsorte transportiert.

Die Ausstellung bestand aus 36 Bild- und

Textplakaten. Fünf Themenbereiche

wurden durch jeweils ein Textplakat und

durch mehrere Plakate aus vorhandenen

Werbekampagnen

zur Suchtprävention

abgedeckt. Die

Ausstellung sollte

Jugendliche für das

Thema Sucht

sensibilisieren und

Anstöße geben,

sich mit den

vielfältigen

Möglichkeiten der

Suchtprävention zu

beschäftigen.

In den Jugendzentren sollte die

Ausstellung das Thema Sucht zum

Gesprächsthema zwischen den

Jugendlichen und den pädagogischen

MitarbeiterInnen machen. So sorgte die

Ausstellung für dauernden Gesprächsstoff

unter den jugendlichen BesucherInnen.

Ausstellung im Jugendzentrum Püttlingen

An den Schulen begleiteten

MitarbeiterInnen der Jugendzentren des

Stadtverbandes die Ausstellung und

standen SchülerInnen und Lehrpersonal

als AnsprechpartnerInnen zur Verfügung.

An den jeweiligen Einsatzorten wurden

zusätzlich jugendgerechte Aktionen

angeboten, die sich um das Thema Sucht

drehten. So wurden zum Beispiel kleine

Fotoaktionen oder Brainstormings

angeboten. Auch hier wurde die

Ausstellung von einem Wissensquiz und

einer reichhaltigen Auswahl an

Informationsmaterial (vor allem von der

Bundeszentrale für gesundheitlichen

Aufklärung) begleitet. Ziel war es, das

Thema Sucht an der Schule anzustoßen

und den LehrerInnen einen

Anknüpfungspunkt

für eine weitere

Vertiefung des

Themas im

Unterricht zu

geben.

Die Schulaktionen

waren ein großer


Themenmonat Suchtprävention / Stadtverband Saarbrücken, Jugendamt, Kinder- und Jugendarbeit 2004 Seite 6

Schüler der Gesamtschule Bellevue machen mit beim Wissensquiz

Erfolg. Insgesamt nahmen über 50

Schulklassen an sieben verschiedenen

weiterführenden Schulen im

Stadtverbandsgebiet das Angebot wahr.

Das bedeutet, dass die Ausstellung und

die begleitenden Angebote von etwa 1.500

Schülerinnen und Schülern besucht

wurde. Auch von Lehrerinnen und Lehrern

wurden die Schulaktionen durchweg

positiv aufgenommen. Vielfach wurde der

Wunsch geäußert, Angebote dieser Art

erneut durchzuführen.

An folgenden Schulen machte die

Wanderausstellung Station:

• GeS Bellevue

• ERS Gersweiler

• ERS Klarenthal

• ERS Großrosseln

• ERS Heusweiler

• ERS Sulzbach

• ERS Bruchwiese

Modul 3: Information über Broschüren

und Faltblätter

• Flyer zum Themenmonat:

Ein von den MitarbeiterInnen der

Jugendzentren konzipiertes Faltblatt gab

zusätzlich zu dem Programm des

Themenmonats Kurzinfos zu den Themen

Alkohol, Nikotin und Cannabis und

Hinweise auf einschlägige

Beratungsstellen.

• Infobroschüren der BzgA

Zum Verteilen und Auslegen in

Jugendzentren und Schulen standen

jeweils 500 Exemplare der Broschüren der

Bundeszentrale für gesundheitliche

Aufklärung zu den Themen Alkohol,

Nikotin und Cannabis zur Verfügung.

SchülerInnen der ERS Bruchwiese

An der ERS Klarenthal und der ERS

Gersweiler fanden die

ausstellungsbegleitenden Angebote in

Kooperation mit der Aktionsgemeinschaft

Drogenberatung e.V. statt.


Themenmonat Suchtprävention / Stadtverband Saarbrücken, Jugendamt, Kinder- und Jugendarbeit 2004 Seite 7

Modul 4: Expertenchat

Flirten im Internet in sogenannten Chat-

Rooms ist unter Jugendliche eine weit

verbreitete Freizeitbeschäftigung. Dass

man Chat-Räume auch für andere

Themen nutzen kann, das wollten der

Jugendserver-Saar und die Jugendzentren

des Stadtverbandes im Rahmen dreier

Expertenchats zu Thema Sucht aufzeigen.

An den drei Expertenchats beteiligten sich

insgesamt 39 Personen.

Ergänzend dazu schaltet der

jugendserver-saar Anfang November ein

Internetforum zum Thema Sucht und

Drogen frei.

Unter der Adresse www.jugendserversaar.de

war im Bereich „Laberkasten“ am

11., 12. und 13. November jeweils von 17

bis 19 Uhr ein Chatroom zum Thema

Sucht frei geschaltet. Hier konnten

Jugendliche Fragen stellen oder sich

anonym von Experten aus der

Suchtprävention beraten lassen.

Wissensquiz an der ERS Klarenthal

Modul 5: Wissensquiz

„Gudd Druff am Schloss“

Zum ersten Termin am Dienstag, dem

11.November, war Reinhold Henß,

Oberarzt der Kinder- und

Jugendpsychiatrie Kleinblittersdorf (SHG)

online und beantwortete Fragen zu den

Wirkungen und Auswirkungen von legalen

und illegalen Drogen und Süchten wie

Magersucht oder Spielsucht.

Am Mittwoch, dem 12. November

beantwortete Dr. Karin Berty von der

Drogenberatungsstelle der AGD

(Aktionsgemeinschaft Drogenberatung

e.V.) Fragen von Jugendlichen und bot

Beratung zu den Themen Sucht und

Drogen an.

Zum Abschluss der Chat-Reihe war am

13. November Hermann Simmer, Leiter

des Therapiezentrums Schaumberger Hof

in Tholey online.

In Form eines Quiz sollten Jugendliche

ihren Wissensstand über die Drogen

Nikotin, Alkohol und Cannabis überprüfen

können. Hauptpreis war die kostenlose

Teilnahme an der Osterfreizeit „Schnee-

Mädchen-Spass“ (nur für Mädchen) oder

an der Osterfreizeit „Action Camp“ (Für

Jungs und Mädchen), welche die

Jugendzentren des Stadtverbandes in

2004 durchführen. Insgesamt wurden 45

Preise vergeben, darunter 30 „rauch-frei“-

T-Shirts der BzgA. Die entsprechenden

Fragebögen wurden in den Jugendzentren

und im Zuge der Wanderausstellung in

den Schulen verteilt.

Die Resonanz war mit ca. 500

abgegebenen Quiz-Unterlagen sehr

zufriedenstellend. Die Gewinnerinnen und

Gewinner wurden bei der Veranstaltung

„Gudd druff am Schloss“ bekannt

gegeben. Gleichzeitig wurden zusätzliche

Trostpreise

verlost. Die

Preise wurden

im Laufe des

Dezember an

die Gewinnerinnen

und

Gewinner

übergeben.


Themenmonat Suchtprävention / Stadtverband Saarbrücken, Jugendamt, Kinder- und Jugendarbeit 2004 Seite 8

Station „Riechtest“ beim Sinnesparcours

Modul 6: „Gudd druff am Schloss“

Spaß und Abenteuer ohne Drogen war

das Motto der Veranstaltung am 22.

November 2003 am Saarbrücker Schloss.

Von 13 bis18 Uhr war auf der

Aktionsfläche im Innenhof des Schlosses

eine Kletterwand aufgebaut, an der Kinder

und Jugendliche austesten können, was

sie sich zutrauen. Erfahrenen Sportler

gaben Hilfestellung und sicherten die

Kletterer ab.

Die Kletterwand am Schloss

Gleich daneben stand das Aktionsgerät

„Acro Bungy“. Diese Kombination von

Trampolin und Bungyseil ermöglichte

Kindern und Jugendlichen spektakuläre

Sprünge bis 7,50 m Höhe und sogar

Saltos - auch ohne Training. Das

professionelle

Haltegeschirr

gewährleistete ein sicheres Springen mit

garantiert hohem Fun-Faktor.

Drinnen, in der ersten Etage des

Mittelbaus des Schlosses forderte der

Sinnesparcours zum Fühlen und Riechen

heraus. Ein gutes Training für die Sinne,

die bei manchem und mancher durch

Zigarretten-Rauchen, Alkohol und Kiffen

vielleicht schon etwas abgestumpft sind.

Pausenlos besetzt war das Eye-Toy-Spiel.

Dieses neuartige Videospiel ermöglicht

den Spielern, direkt durch

Körperbewegungen in das

Spielgeschehen auf der Leinwand

einzugreifen – eine ganz neue Erfahrung

Acro-Bungy - Fliegen am Gummiseil


Themenmonat Suchtprävention / Stadtverband Saarbrücken, Jugendamt, Kinder- und Jugendarbeit 2004 Seite 9

und dabei auch noch deutlich gesünder,

als das „Herumhängen vor der Glotze“.

Zwischendurch

und zum

Verschnaufen

bei all den

anstrengenden

Aktionsmöglichkeiten

konnten

sich die

Besucherinnen

und Besucher

an den

Ständen der

Aktionsgemeinschaft

Drogenberatung

(AGD)

Spannung am Eye Toy

und des

Gesundheitsamtes des Stadtverbandes

über Hilfestellungen bei Sucht- und

Gesundheitsproblemen informieren oder

auch einfach nur mal ein paar Fragen zu

Drogen und Sucht loswerden. Anregung

dazu gab auch die Ausstellung „Sucht

geht jeden an“ der Beratungsstelle „Die

Brigg“ aus Neunkirchen, die an diesem

Tag im Schloss Station machte. Für den

Durst zwischendurch war ein Saftstand vor

Ort, an dem es auch Infos zu alkoholfreien

Cocktails gab.

Tochter und Vater beim Riechtest

Die Angebote und Aktionen waren

sämtlich kostenlos, aber nicht unbedingt

umsonst, denn die „Eintrittskarte“ für das

Acro-Bungy war die vorherige Teilnahme

an zwei der anderen Angebote: dort gab

es Gutscheine für die erfolgreiche

Teilnahme, die man dann am Acro Bungy

einlösen konnte.

in der 1. Etage des Mittelbaus statt. Hier

waren attraktive Preise, unter anderem die

Teilnahme an einer Actionfreizeit in den

kommenden Osterferien zu gewinnen.

Grüner Senf? Der Geschmackstest

Eye-Toy-Spiel, Sinnesparcours und

Saftbar wurden von Jugendlichen aus dem

Jugendzentrum Eschberg betreut, die

auch bei Auf- und Abbau der

Veranstaltung kräftig mit anpackten.

Die Besucherresonanz war mit etwa 150

Personen über den Tag verteilt angesichts

des reichhaltigen Angebotes

enttäuschend. Die Veranstaltung war für

Kinder und Jugendliche zwischen 12 und

20 Jahren konzipiert. Die Hälfte der

BesucherInnen waren Jugendliche,

darunter eine Jugendgruppe aus Ungarn.

Die andere Hälfte waren Familien mit

Kindern.

Videospielen durch Bewegung - Eye Toy

Um 17 Uhr fand die Auslosung der

Gewinner des Wissensquiz zum

Themenmonat Sucht im sog. Kleinen Saal


Themenmonat Suchtprävention / Stadtverband Saarbrücken, Jugendamt, Kinder- und Jugendarbeit 2004 Seite 10

Modul 7: Kinotag mit Talkrunde im

Scala-Kino in Saarbrücken

In Kooperation mit den City Kinos zeigten

die Jugendzentren des Stadtverbandes

am Freitag, dem 28. November im Scala

Kino in Saarbrücken zwei Filme zum

Thema Sucht. Zwischen den beiden

Filmen diskutierten Suchtexperten und

Suchtklienten im Kinosaal mit den

ZuschauerInnen.

Der erste Film „28

Tage“, ist ein

Portrait der 27-

jährigen Trinkerin

und

Pillenschluckerin

Gwen Cummings

(gespielt von

Sandra Bullock).

Das Partygirl

Gwen führt an der

Seite ihres Lovers

Jasper (Domonic West) ein Leben im

Dauerrausch von Drogen und Alkohol. Ein

Autounfall unter Alkoholeinfluss ruiniert

nicht nur die Hochzeit ihrer Schwester,

sondern bringt Gwen ein 28-Tage-

Rehabilitationsprogramm in einer

Suchtklinik ein. Dort beginnt sie sich

langsam zu verändern. Der Film ist für

Jugendliche ab 12 Jahren geeignet.

Die Vorführung fand in einem Kinosaal mit

70 Plätzen statt, der nahezu ausverkauft

war. Neben Jugendgruppen aus mehreren

Jugendzentren und Schulen des

Stadtverbandes fanden auch etliche

Jugendliche, die über Plakate und

Tagespresse von der Veranstaltung gehört

hatten, den Weg ins Scala-Kino.

Sinnesparcours am Schloss

Nach dem ersten Film talkten ExpertInnen

aus Suchthilfe und Suchtprävention unter

der Moderation von Bianca Schwarz vom

SR-Jugendradio „Unser Ding“ miteinander

und mit den anwesenden Jugendlichen.

Zum Abschluss des Themenmonats sollte

hier noch einmal das Thema Sucht und

Drogen angesprochen und Denkanstöße

für das Alltagsleben von Jugendlichen

gegeben werden. Auf dem Podium war Dr.

Hermann Simmer vom Therapiezentrum

Schaumberger Hof, der zwei jugendliche

Klienten mitgebracht hatte, Dr. Fernando

Espinoza von der Aktionsgemeinschaft

Drogenberatung und Jörn Scheuermann

von der Suchtambulanz des

Gesundheitsamtes des Stadtverbandes.

ERS Gersweiler - Veranstaltung zum Thema Sucht

Der anschließende zweite Film des Tages

„Requiem for a Dream“ bearbeitete

mehrere Süchte. Sarah Goldfarb, gespielt

von Ellen Burstyn, will sich mit Diätpillen

schlank hungern und gerät in eine

Suchtspirale. Ihr Sohn Harry (Jared Leto)

ist heroinabhängig und gerät mit seiner

Clique immer tiefer in den Junkie-Sumpf.

Dieser Film geht tief unter die Haut. Was

„Leaving Las Vegas“ für Alkoholiker, ist

dieser Film für Junkies. Mit


Themenmonat Suchtprävention / Stadtverband Saarbrücken, Jugendamt, Kinder- und Jugendarbeit 2004 Seite 11

schmerzendem Realismus bekommt man

vier verlorene Seelen präsentiert, für die

es kein Happy-End geben kann. Wegen

des hohen Realismusgrades der

Darstellung ist dieser Film erst für

Jugendliche ab 16 Jahren geeignet.

Auf Grund der Altersbegrenzung des Films

waren im Publikum deutlich weniger

Jugendliche aus den Jugendzentren

vertreten. Dennoch war auch hier der Saal

fast ausverkauft, jedoch mit einem sehr

hohen Anteil erwachsener Zuschauer, die

speziell zu diesem Film gekommen waren

und an der vorangehenden Talkshow nicht

teilgenommen hatten.

Öffentlichkeitsarbeit

Zur Bewerbung des Themenmonats

wurden eingesetzt:

• 500 sponsorenfinanzierte Vierfarbplakate

in DIN A 2

• 5000 sponsorenfinanzierte Vierfarb-

Flyer in DIN A6

• 5000 Faltblätter zum Themenmonat

• Zahlreiche Artikel an Regionalpresse,

Funk und Fernsehen

• Veröffentlichungen auf der

Internetplattform www.jugendserversaar.de

Die Plakate, Flyer und Faltblätter wurden

flächendeckend an Jugendzentren,

weiterführende Schulen und die vom

Stadtverband

geförderten

Jugendeinrichtungen verschickt.

Zusätzlich wurden Plakate an den

Kultursäulen in der Landeshauptstadt und

in den vier Saarbrücker City-Kinos

angeschlagen.

Den auf Plakat und Flyer verwendeten

Comic entwarf Dennis Pfeifer vom

Jugendzentrum Eschberg

Kosten, Kooperationspartner und

Sponsoren

An Kosten entstanden für den

Stadtverband 2.200 €.

Die Druckkosten für Plakate und Flyer

wurden über die drei Sponsoren

Stadtsparkasse Saarbrücken, Bauhaus

und Energis abgedeckt.

Als Kooperationspartner waren dabei:

• AG Kommunale Gesundheitsförderung

Neunkirchen

• Aktionsgemeinschaft Drogenberatung

e.V. (AGD)

• Gesundheitsamt des Stadtverbandes

• Jugendserver-saar

• Landeskriminalamt, Bereich Kriminalprävention

• Saarfilm GmbH mit ihren City-Kinos

• SHG-Klinik für Jugendpsychiatrie und

–therapie

• SR-Jugendradio „Unser Ding“ und

• Therapiezentrum Schaumberger Hof

Den Sponsoren und Kooperationspartnern

sei an dieser Stelle noch einmal herzlich

gedankt.


Themenmonat Suchtprävention / Stadtverband Saarbrücken, Jugendamt, Kinder- und Jugendarbeit 2004 Seite 12

Das Team des Themenmonats

Suchtprävention:

• Myriam Becker

• Nathalie Fuchs

• Christoph Jakobs

• Michael Kammer

• Thomas Kruse

• Martina Lessel

• Boris Maric

• Pia Meiers-Heisel

• Tanja Moses

• Marie Christine Tinnes

• Zivildienstleistende des Jugendamtes

• Jugendliche des Juz Eschberg

Herausgeber:

Stadtverband Saarbrücken

Jugendamt

Abt. Kinder- und Jugendarbeit

Postfach 10 30 55

66030 Saarbrücken

Texte, Grafiken und Layout:

Thomas Kruse

Fotos:

Christoph Jakobs

Thomas Kruse

Tanja Moses

Comics:

Dennis Pfeifer

Auflage:

250 Stück

März 2004

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