Ausgabe 1/09 Download - RegJo

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Ausgabe 1/09 Download - RegJo

Das Regional-Journal für Niedersachsen

Hannover Oldenburg Osnabrück Wolfsburg Braunschweig Salzgitter Hildesheim Göttingen

I/2009

Schutzgebühr 5€

Space Time


egjo niedersachsen inhalt 3

Automotive, Aerospace Energy Food Healthcare, Life Sciences Mechanical Engineering Mobility, Logistics Trade Fairs, Tourism

Niedersachsen – the state of things to come

Abgehoben

Kaum bekannt: Niedersachsen ist einer der großen Luftund

Raumfahrtstandorte. Und noch mehr als das.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Abb.: BARD Engineering GmbH

NGlobal ist die zentrale Gesellschaft des Landes Niedersachsen zur koordinierten Vermarktung des Wirtschaftsstandorts

im In- und Ausland.

Kernaufgabengebiet von NGlobal sind das Außenwirtschafts- und Investitionsgeschäft, Standortmarketing sowie

nationale und internationale Messeaktivitäten. Als direkter Ansprechpartner bildet NGlobal in Niedersachsen die

Schnittstelle zu in- und ausländischen Unternehmen oder Investoren und bietet durch Beratung und begleitende

Maßnahmen Unterstützung bei dem Eintritt in den internationalen Markt, bei der Entwicklung bereits vorhandener

Auslandsaktivitäten sowie bei Projekten und Ansiedlungsvorhaben.

Ansiedlung

Außenwirtschaft

Standortmarketing

Ihre erste Adresse in Niedersachsen!

400 Jahre ist es her, dass der Italienier Galileo Galilei ein Teleskop

baute und damit in den Himmel schaute. Im gleichen Jahr, 1609,

veröffentlichte ein gewisser Johannes Kepler sein Buch „Astronomia

Nova“, in welchem er Gesetzmäßigkeiten der Planetenbewegung

formulierte. Diese wissenschaftlichen Weltraumpioniere haben damit

das Rennen zur Weltbildreformation eröffnet. In Anerkennung dieser

Leistungen haben die Vereinten Nationen das Jahr 2009 zum Internationalen

Jahr der Astronomie erklärt, weltweit gibt diese faszinierende

Wissenschaft Einblick in ihr Tun und Ausblick in kosmische

Weiten – ferne, Milliarden alte Galaxien, unsere Sonne und die Planeten

„gleich um die Ecke“. Der Wettlauf zur Entdeckung von Leben

jenseits der Erde sowie einer zweiten Erde in einem anderen Sternensystem

ist in vollem Gange. Aus Niedersachsen und Bremen mit

dabei: Astrophysiker, die in Teleskopen an den trockensten Gegenden

der Erde den Himmel beobachten und Kameras für Raumissionen

bauen, Ingenieure, die an der Raumfahrttechnik von übermorgen

arbeiten sowie Unternehmen, die Satelliten und Raumtransporter

entwickeln und integrieren. Still und leise hat sich der Norden so

zu einem europäischen Zentrum der bemannten Raumfahrt und

spektakulären Beobachtungen entwickelt.

Deutlich bodenständiger geht es im Tourismus zu. Pünktlich zur

bald beginnenden Ferienzeit rüsten sich auch die niedersächsischen

Tourismusregionen – für die Gäste, gegen die Krise und mit neuen

Konzepten, um mit den sich ändernden Ansprüchen der Kunden

Schritt zu halten. Hatten auch Sie schon einmal schöne Ferien in

den Regionen gleich vor der Haustür, die zwischen Wattenmeer und

Blocksberg eine Vielfalt sondergleichen bieten? Schwer ist es nicht.

Ferien und Vielfalt sind Dinge, die man in den sozialen Brennpunkten

Niedersachsens eher weniger vermutet. Und doch, zwei

Hannoveraner Beispiele zeigen, dass das Klischee vom Ghetto eines

ist, das sich überlebt hat. Zumindest dort, wo Bewohner und Bürgerinitiativen

neben ihrem Engagement zumindest ein paar bescheidene

Mittel zur Verfügung haben, die Lebensumwelt zu verbessern.

Begeben Sie sich also auf einen neuen Streifzug durch das Land

zwischen Ems und Elbe und treffen Sie Clown Fidolo, Erfindungsreichtum

und die Vision eines Raumfahrthafens Niedersachsen.

Ihr RegJo-Team

Niedersachsen Global GmbH · Osterstraße 60 · D-30159 Hannover - Germany

T ++49 511 89 70 39 -0 · F ++49 511 89 70 39 -69 · info@nglobal.de · www.nglobal.de


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20 Space

54 Kleine Wunder

64 Bildungsland

38 Ferienziele

Klein aber fein, so lässt sich die Raumfahrtforschung

in Niedersachsen beschreiben; weltweit

beobachten Göttinger Astrophysiker den Himmel.

Abseits vom Ghetto-Klischee zeigen Initiativen

Erfolge darin, das Miteinander in sozialen

Brennpunkten zu fördern.

Vernetzung. Unter diesem Stichwort kooperieren

regionale Bildungseinrichtungen. Neun

entsprechende Regionen gibt es bereits.

Niedersachsen ist ein Reiseland, das der

Krise trotzt. Neue Konzepte sprechen individuelle

Kundenwünsche an.

Bildnachweis: Ulf Seemann, Roberto Hegeler,

Landkreis Osterholz, TourismusMarketing Niedersachsen

Wirtschaft

Politik & Soziales

Technik & Wissenschaft

Land & Umwelt

Kultur

Freizeit & Sport

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Eines für alle: Die m3team AG bietet individuell

zugeschnittene Personalgutachten.

Netzwerken! Ein KMU-Netzwerk der Universität

Göttingen bringt Wissenschaftler und Wirtschaft

zusammen.

Kaiserlich: Das Photonik-Innovationsforum

verlieh in Goslar den Kaiser-Friedrich-Preis.

Das Pferd um den Globus reiten: Interview

mit dem Geschäftsführer von NGlobal, Gerhard

Gizler.

Weiterbildung – und mehr: Die Deutsche

Management Akademie Niedersachsen hilft bei

der Erschließung von Auslandsmärkten.

Auf einen Blick: Die Industrie- und Gewerbegebiete

in ganz Niedersachsen.

Stars zu Gast bei Freunden: Ein Gespräch mit

Lars-Wilhelm Baumgarten über das Beratungsgeschäft

im Fußball.

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Merkels Lob: Die Kanzlerin adelte das Lüneburger

Bachelor-Modell durch ihren Besuch.

Im Vergleich robust: Ein Landkreis-Ranking

zeigt die wirtschaftlichen Stärken und Schwächen

sowie das aktuelle Krisenrisiko.

Fast ein Kunststück: In Hannover machen

zwei Stadtteile vor, wie sich soziale Brennpunkte

wieder lebensfreundlich gestalten

lassen.

Das Bildungsnetz: Niedersachsenweit gibt es

inzwischen neun Bildungsregionen, welche

regional die Bildungsqualität an sich steigern

wollen.

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Weltliteratur: Das Standardwerk Kindlers

Literatur Lexikon ist nach fünf Jahren in einer

komplett überarbeiteten Fassung erschienen.

Kundenfang: Die TU Braunschweig hat ihr

Studierenden-Service-Center in ein architektonisches

Highlight verwandelt.

Her(t)zlichst! Eine neue Fraunhofer-Abteilung

zu faseroptischen Sensorsystemen wird in Goslar

eröffnet.

Energiezentrum: In Lüchow-Dannenberg gibt

es einen neuen Master-Studiengang Erneuerbare

Energietechnik.

Windkräftig: Bremerhaven bekommt ein neues

Fraunhofer-Institut zur Windenergieforschung.

Spaceport Northern Germany: Niedersachsen

ist kein großer Raumfahrtstandort, aber ein

sehr feiner.

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4 Köpfe – 4 Meinungen: 20 Jahre Mauerfall.

Wir fragen: Was hat sich dadurch für Niedersachsen

verändert?

Ein Platz an der Sonne: Osnabrück glänzt als

Zentrum flächendeckender Solarenergieerzeugung.

Lernen wie Harry Potter: Das Landschulheim

Solling zählt zu den 20 besten deutschen Internaten

und bildet Kopf, Hand und Herz.

Wussten Sie, dass ...: Skurrile, anekdotische

und interessante Fakten aus und über Niedersachsen.

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Industrie-Kultur: Delmenhorst gelingt die

Nutzbarmachung alter Industriedenkmäler für

ein neues Tourismuskonzept.

Klostererinnerung: Ein Zisterzienser-Kloster

in Ostfriesland erlebt seine Wiederauferstehung

– als Imagination.

Buchvorstellung: Bis 400.000 Jahre weit reichen

archäologische Funde in Niedersachsen

zurück. Ein Sammelsurium faszinierender

Funde.

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Quasselstrippe: Hit Radio Antenne Niedersachsen

hat einen Eintrag ins Guinessbuch der

Rekorde geschafft.

„Kuh“le Sache: In Rotenburg/Wümme stehen

Fahrradraststätten der besonderen Art.

Ausgepiept? Der einzigartige Vogelpark Walsrode

kämpft mit starkem Besucherrückgang..

Sturmfest und erdverwachsen: Niedersachsens

Tourismus im Aufwind. Regionales Marketing

ist der Schlüssel zum Erfolg.

Rockt, lockt und hallt: Die Göttinger Lokhalle

ist mit einem Doppelerfolg für ihr Eventkonzept

belohnt worden.

Veranstaltungskalender: Die kulturellen,

musikalischen und sportlichen Highlights in

Niedersachsen. Vom Burgturnier Hardenberg

bis zu Volker Pispers Kabarett gibt es Unterhaltung

pur.

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Räume gestalten: Bürokonzepte beinhalten

mehr als nur ein paar Tische und Stühle. Individuelle

Lösungen sind das A und O.

Cover: Ulf Seemann; mit Göttinger Technik: Teleskopturm und Hilfsteleskop auf dem Paranal, Chile


6 rubrik regjo niedersachseng regjo niedersachsen meinung 7

ENTSCHEIDUNGSSICHERHEIT DURCH

KOMPETENTE PARTNER

4 Köpfe – 4 Meinungen

Niedersachsen vor 20 Jahren – Randlage am Eisernen Vorhang, Militärstandort. Und heute? Wie hat sich

der Mauerfall mit seiner Veränderung der geostrategischen Lage auf Niedersachsen ausgewirkt?

„Ihr Erfolg beruht auf Ihren Entscheidungen.

Wir bieten Ihnen den Rahmen dafür!“

Heinrich Kottik (Dipl.-Finanzwirt -FH- und Steuerberater)

Die Komplexität von Wirtschaft und Recht verlangt fundierte

Beratung.

Wirtschaftsprüfung, Steuer-, Rechts- und Vermögensberatung

durch einen kompetenten Berater schaffen die persönliche

Basis für die richtigen Entscheidungen. Das ist das Angebot

von RENNEBERG + PARTNER. Vierzehn Berater in einem

knapp 60-köpfigen Team sorgen für die optimale Lösung in der

jeweiligen Situation.

Von Fachmann zu Fachmann – von Mensch zu Mensch.

Christian Wulff, Ministerpräsident

Niedersachsens:

„Vor dem Mauerfall war der

östliche Teil Niedersachsens

Zonenrandgebiet – mit allen

Vor- und Nachteilen. Durch

die einschneidenden weltpolitischen

Änderungen,

die vor 20 Jahren mit dem

Mauerfall ihren Lauf nahmen,

rückte Niedersachsen

in eine zentrale Lage innerhalb Deutschlands und des nach

Osten erweiterten Europas. Unsere Landeshauptstadt Hannover

liegt genau im Kreuz zwischen den wichtigen Verkehrsachsen

Rotterdam/Rhein/Ruhr – Berlin und Hamburg

– München. Indirekt lässt sich auch der erfreuliche Aufschwung

unserer Häfen und unserer Hafenwirtschaft auf

diese Änderungen mit zurückführen. Auch wurde es möglich,

gemeinsam mit unserem östlichen Nachbarn Sachsen-

Anhalt den Harz zu einer touristisch attraktiven Natur- und

Kulturlandschaft weiter zu entwickeln.“

Generalmajor Markus Kneip,

Kommandeur der 1. Panzerdivision

Hannover: „Die 1. Panzerdivision

ist über 50 Jahre

alt und hat sich seitdem von

einem Großverband als Teil

der Landesverteidigung zur

Division der Eingreifkräfte

mit einem weltweiten Aufgabenspektrum

entwickelt.

Die Division „zwischen Harz

und Heide“ verteilt sich heute auf fünf Bundesländer. Ihre Leistungsstärke

beruht vor allem auf der guten regionalen Integration

und dem Leistungswillen unserer Soldaten und zivilen

Mitarbeiter. Wir sind ein verlässlicher Arbeitgeber. Dem Bundesland

Niedersachsen traditionell eng verbunden, leistet die 1.

Panzerdivision ihren Beitrag zur deutschen Sicherheitspolitik.

Im Jahr 2011 wird die 1. Panzerdivision erneut den Großteil

der deutschen Einsatzkontingente, besonders in Afghanistan

und auf dem Balkan, stellen, ergänzt durch schnelle Eingreifkräfte

für NATO und EU.“

Prof. Carl-Hans Hauptmeyer,

Historiker an der Leibniz Universität

Hannover: „Geteilte

Kirchspiele wurden zusammengeführt.

Das obere und

das untere Eichsfeld verstanden

sich wieder als Einheit.

Das historisch mit dem Gebiet

links der Elbe verbundene

Amt Neuhaus kam zu Niedersachsen.

Städte wie Salzwedel

oder Magdeburg konnten wieder ihre Sogwirkung auf das

westlich anschließende Niedersachsen einrichten. Doch entfiel

die Zonenrandförderung, und die Tourismusgebiete der

Ostsee oder des Ostharzes boten nun moderne Konkurrenz

zu Nordsee oder Westharz. Mehr denn je ist Niedersachsen

seit dem Mauerfall Verkehrsdurchgangsland zwischen West

und Ost. Die seit dem Mittelalter belegbaren Prinzipien bleiben:

nachholende Modernisierung, Konkurrenzfähigkeit

durch Imitation oder einfacher – immer etwas zurück, aber

zukunftsfähig.“

Dr. Volker Müller, Hauptgeschäftsführer

Unternehmerverbände

Niedersachsen: „Die

deutsche Einheit hat unserem

Land neue Perspektiven eröffnet.

Durch die Gunst der neuen

Lage konnte Niedersachsen

seinen Wirtschaftsraum und

damit seine wirtschaftlichen

Aktivitäten ausdehnen. Mit

550 Kilometern hatte unser

Bundesland den größten Anteil an der damaligen deutschdeutschen

Grenze. Viele niedersächsische Regionen haben

vom Wegfall profitiert. Dabei hat sich natürlich auch positiv

ausgewirkt, dass wichtige transeuropäische Verkehrsachsen

Niedersachsen durchkreuzen. Insbesondere hat sich der Großraum

Hannover mit seinem modernen Flughafen als Verkehrsknotenpunkt

etabliert. Man darf hier allerdings keine isolierte

Betrachtung vornehmen, da sich natürlich in diesem Zeitraum

auch andere einflussreiche Ereignisse wie zum Beispiel die EU-

Osterweiterung zugetragen haben.“

RENNEBERG + PARTNER · Kleines Feld 7 · 37130 Gleichen – Klein Lengden

Fon: 05508 / 97 66-0 · Fax: 05508 / 97 66 60 · E-Mail: info@rup.de · www.rup.de


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Literatur

FREIZEIT

Wirtschaft

Kultur

Dr. Philipp Rösler,

1973 geboren, bekleidet

neuerdings das Amt des

Wirtschaftsministers des

Landes Niedersachsen.

Er ist damit der jüngste

Wirtschaftsminister und gleichzeitig

jüngster stellvertretender Ministerpräsident

in der bundesdeutschen Geschichte.

Rösler ist Nachfolger von Walter Hirche,

der sein Amt aus Altersgründen abgab.

Hartwin Kramer, der

schon seit Jugendtagen

ehrenamtlich aktiv ist,

erhielt aus den Händen

des niedersächsischen

Ministerpräsidenten

Christian Wulff das Verdienstkreuz erster

Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens.

Kramer wurde insbesondere für

seinen Einsatz als Ombudsmann nach

dem Transrapidunglück von 2006 geehrt.

Dr. Gerhard Greif, der

Präsident der Tierärztlichen

Hochschule Hannover,

wurde zum neuen

Vorsitzenden der Landeshochschulkonferenz

Niedersachsen gewählt. Der promovierte

Agrarwissenschaftler und Veterinär folgt

Prof. Kurt von Figura, Universität Göttingen,

nach und vertritt fortan die Interessen

der niedersächsischen Hochschulen.

Prof. Dr. Katja Windt

lehrt Produktionslogistik

an der Jacobs University

Bremen und ist die

erste Frau, die den Titel

„Hochschullehrer des

Jahres“ verliehen bekam. Ausgezeichnet

wurde sie unter anderem für ihre Bemühungen

zur Verbesserung der Lehre.

Ingo Metzmacher,

der Chefdirigent und

künstlerische Leiter des

Deutschen Symphonie-

Orchesters Berlin wurde

mit dem mit 10.000 Euro

dotierten Praetorius Musikpreis Niedersachsen

ausgezeichnet. Prämiert wurde

damit das künstlerische Schaffen Metzmachers,

welches sich durch das Überschreiten

künstlerischer Grenzen und eine

neue Art Musikvermittlung auszeichnet.

Weltliteratur

Der neue Kindler ist da. In 18 Bänden geht es

wieder um die ganze Welt der Literatur.

Auf der Frankfurter Buchmesse erscheint

dieses Jahr die Neuauflage einer Legende:

Das neue Kindler Literatur Lexikon wurde

in den letzten fünf Jahren vollständig überarbeitet

und ergänzt. In 18 Bänden werden

rund 13.000 Werke, die die Kulturgeschichte

nachhaltig geprägt haben, besprochen:

von den ersten schriftlichen Zeugnissen der

Menschheit bis zur Gegenwart, von der Belletristik

bis zur Sachliteratur. Dabei erfolgt

eine Neuausrichtung auf mehr Internationalität

und Komplexität: Süd- und südostasiatische,

indische, afrikanische und

osteuropäische Literatur wird verstärkt

betrachtet und mehr als 400 anonyme Werke

– von der Edda über Runeninschriften

bis zu den Comics der Gegenwart – wurden

aufgenommen. Rund 1.500 Autoren und

75 Fachberater um Herausgeber Professor

Heinz Ludwig Arnold von der Universität

Göttingen haben damit eine Ikone der Literaturwissenschaft,

die 1965 zum ersten Mal

erschien, mit neuem Leben versehen und

internationaler gestaltet. Eine Neufassung

des Werkes erschien aufgrund der großen

politischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte,

wie beispielweise die europäische

Einigung und der Fall des Eisernen Vorhangs,

notwendig.

BL

Quasselstrippe

Der Hit Radio Antenne Niedersachsen-Moderator

Dominik Schollmayer stellt Rekord auf.

169 Stunden ununterbrochen auf Sendung.

Das ist ein neuer Rekord aus Niedersachsen.

Am Montag, 6. April 2009 um 7.01 Uhr hatte

es der Hit Radio Antenne Niedersachsen-

Moderator Dominik Schollmayer geschafft.

Der bisherige Guinness-Weltrekord in der

Kategorie „Longest Radio-DJ Marathon“

war um eine Stunde geschlagen. Bisher hatte

der indische Moderator Dheenadayalan

Natarajan von BIG 92,7 FM aus Chennai/

Indien sein Publikum 168 Stunden lang bei

Laune halten können. Begleitet wurde der

deutsche Rekord von einer Vielzahl von

multimedialen Events. Im Internet konnten

aktuelle Videos vom Studio-Geschehen

angesehen und die regelmäßig in der

Redaktion abgefassten Blogs kommentiert

werden. Unzählige E-Mails und Telefonanrufe

im Sender bestätigten den Erfolg

des Rekordversuchs als werbewirksame

Maßnahme. „Die Profilierung von Radio-

Personalities ist ein zunehmender Trend

im Hörfunk, den wir mit dem Weltrekord

aufmerksamkeitsstark forcieren“, umreißt

Programmdirektor Stephan Offierowski

die Ziele des Senders. Höhepunkt der Fan-

Unterstützung war die Durchhalteparty am

Sonntag – kurz vor dem Rekord am Montagmorgen.

BL

Eines für alle

Die Auswahl und Bewertung von Mitarbeitern ist entscheidend, das Testangebot unüberschaubar.

Die m3team AG profiliert sich durch ihre Personalgutachten.

Die Trias jeder Unternehmensführung lautet:

Ziele zu erreichen, Mitarbeiter für die

Ziele zu begeistern und schließlich Mitarbeiter

zu entwickeln. Dies besonders in der

Krise, denn die Menschen im Unternehmen

stellen die substanzielle Kraft zur Überwindung

schwieriger Zeiten dar. Darum muss

ihnen die vordringliche Aufmerksamkeit

gelten. Gebraucht werden die richtigen

Mitarbeiter am richtigen Platz.

Zur Potenzialanalyse der eigenen und

neuer Mitarbeiter gibt es am Markt eine

schier unüberschaubare Anzahl an entsprechenden

Tests. Die m3team AG aus Bovenden

bei Göttingen hat sich seit einigen Jahren

darauf spezialisiert, eine Schneise in

diesen Analysedschungel zu schlagen. Dabei

wurden verschiedene Lizenzen erworben

und aus den besten Methoden eigene strukturierte,

systematische Personalgutachten

entwickelt. So können die Diagnostik-

Experten der m3team AG flexibel auf die

Anforderungen ihrer Kunden reagieren,

sind nicht starr nur an ein Instrument

gebunden, sondern passen es den jeweiligen

Erfordernissen an.

Damit ist die m3team AG inzwischen

zum Marktführer für Personalgutachten aufgestiegen.

Per Internet ist für die Kandidaten

ein Fragenkatalog online zu bearbeiten.

Die Auswertung fließt in das Personalgutachten

ein, welches ein Berater vorbereitet

und mit dem jeweiligen Kandidaten im

Vier-Augen-Gespräch bespricht. Wie und

welche Ergebnisse beim Auftraggeber landen,

wird im Vorfeld mit der Geschäftsführung,

den Betroffenen und gegebenenfalls

dem Betriebsrat geklärt.

Die Personalgutachten der m3team AG

decken die gesamte Palette des Personalmanagements

ab: von der Vorauswahl der

Bewerber zur Statusanalyse des Managements,

Karriereplanung, Integration des

Managements bei Merger & Acquisition bis

hin zu Outsourcing und Outplacement.

Die Herangehensweise setzt eine intensive

und saubere Auftragsklärung voraus,

damit die Personalgutachten so gestaltet

werden können, dass für den Kunden ein

optimaler Nutzen entsteht. Personalgutachten

müssen daher auch auf die tatsächliche

oder zukünftige Unternehmenskultur

ausgelegt sein. Darum sollten diese Daten

ebenso mit einer Analyse erhoben werden

wie das Potenzial der Mitarbeiter. Erst eine

wahrhaftige Analyse kann zu klaren Entscheidungen

führen, die dann konsequent

nachverfolgt werden können.

SG

Industrie-Kultur

Delmenhorst gelingt die Integrierung eines

Industriedenkmals in die Innenstadt.

Innovative Wege in den Tourismus hat die

Stadt Delmenhorst beschritten. Das europaweit

einmalige Industriedenkmal „Nordwolle“,

ein Spinnereikomplex aus der

Gründerzeit, das sich bis zu Beginn des 20.

Jahrhunderts zu einer „Stadt in der Stadt“

entwickelt hatte, ist nach der Stilllegung in

den 1980er Jahren und dem beginnenden

Verfall wie ein Phoenix auferstanden. Das

Gelände ist nach zahlreichen Erneuerungen

und Renovierungen zu einem Kulturzentrum

zusammengewachsen, das Industrie

und Kultur kombiniert. In die historischen

Gebäuden aus den Zeiten der Industrialisierung

ist unter anderem das Museum für

Industrie-Kultur, das auf etwa 3.000 Quadratmetern

Ausstellungsfläche interessante

Einblicke in die Industriegeschichte bietet,

eingezogen. Aus der Ruine vergangener

Tage ist ein überregional bedeutsames Kulturgelände

geworden, auf dem schon im

Kontext der EXPO2000 zahlreiche Projekte

realisiert wurden und das verstärkt im Zentrum

der kulturellen Planungen der Stadt

steht. Industrie und Kultur – in Delmenhorst

gehen sie Hand in Hand.

BL

Weitere Informationen finden sich unter

www.delmenhorst.de

Bildnachweis: Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Tierärztliche Hochschule

Hannover, Jacobs University Bremen, Mathias Bothor, J.B. Metzler‘sche Verlagsbuchhandlung, Hit Radio Antenne Niedersachsen

Bildnachweis: m3team AG, Stadtmarketing Delmenhorst GmbH


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Kultur

FREIZEIT

FREIZEIT

Bildung

Klostererinnerung

In Ostfriesland geht man auf Spurensuche: Mit der Rekonstruktion eines mittelalterlichen Klosters

in Ihlow. Doch der Bau dieser ganz besonderen Gedenkstätte lebt von der Symbolik.

In dem Wäldchen beim ostfriesischen Ihlow

steht eine Kirche ohne Dach und Wände.

Das ist kein Ostfriesenwitz, sondern die

geniale Idee eines Ostfriesen, der das ehemalige

Zisterzienserkloster Ihlow wiederentstehen

lassen wollte. Den pensionierten

Historiker Bernhard Buttjer ärgerte, dass die

Kirchengeschichte seiner Heimat vor der

Reformation völlig in Vergessenheit geraten

war. Er entwickelte den Plan, das Kloster

wieder aufzubauen – nicht Stein für Stein,

sondern als „Imagination“. Heute erinnern

an das Kloster 25 Meter hohe Gewölbebögen

aus Stahl, über denen der Dachreiter

mit einer Aussichtsplattform thront. Zwei

Meter hohe Rankgitter deuten die Größe

des Kirchenschiffs an: 68 Meter lang und

35 breit. Eine Wendeltreppe führt auf die

Plattform unter dem Dachreiter hinauf, der

Blick geht von hier in die Weite der ostfriesischen

Landschaft, welche vor mehr als

einem halben Jahrtausend die Zisterzienser

mitgestaltet haben.

Seit den siebziger Jahren haben

Archäologen im Ihlower Wald gegraben.

Sie entdeckten nicht nur den Klosterfriedhof

der Kirche, sondern stießen auch

im Innenraum auf etliche Gräber, etwa

ein Frauengrab, das eine winzige silberne

Christophorusfigur enthielt. Im „Raum der

Spurensuche“, den der Klosterverein unter

dem Chor der Kirche bauen ließ, sind die

Gräber zu besichtigen, ebenso die Christophorusfigur

und viele andere Fundstücke

aus der Geschichte des Klosters. Entworfen

hat den eindrucksvollen Ausstellungsraum

der Regisseur und Ausstellungsmacher Holger

Freiherr von Neuhoff, der zuletzt für

die Einrichtung des Hamburger Maritimen

Museums verantwortlich zeichnete. Rekonstruiert

sind auch die Stümpfe der Säulen,

die einst das Kirchenschiff trugen und die

heute mit einzelnen alten Backsteinen

versehen sind. Sie stammen aus den Überresten

anderer Klöster. 28 Abteien gab es

im Mittelalter im dünn besiedelten Ostfriesland.

Keine einzige dieser Klosterkirchen

ist bis heute erhalten geblieben, alle fielen

der Reformation zum Opfer. Bis heute sei

die Klosterlandschaft Ostfrieslands ein „Bermudadreieck

im Bewusstsein der Bevölkerung“,

meint Buttjer. Im Mai 2009 wurde

die Klosterstätte Ihlow offiziell eingeweiht

– von Niedersachsens Ministerpräsident

Christian Wulff und den Oberhirten der

beiden Kirchen, Hannovers Landesbischöfin

Margot Käßmann und dem Osnabrücker

Bischof Franz-Josef-Bode.

BL

„Kuh“le Sache

In Rotenburg (Wümme) liegen Fahrradrastplätze

der ganz besonderen Art.

Milch macht bekanntlich nicht nur müde

Männer munter – sie verhilft im Landkreis

Rotenburg (Wümme) auch Radlern

und Wanderern zu einer Stärkung. Mit der

Eröffnung des mittlerweile elften „Melkhus“

verdichtet sich das Netz dieser Raststätten

der ganz besonderen Art in der Region. In

den Häuschen mit den grünen Wänden

und dem roten Dach servieren Landfrauen

frische Milch und regionale Milchspezialitäten.

Zu finden sind die Melkhüs in unmittelbarer

Nähe der zahlreichen Bauernhöfe

entlang der norddeutschen Radwanderrouten.

Der Landkreis Rotenburg hat einige

besonders schön gelegene Rastpunkte

entlang des Wümme-Radweges oder des

Radwanderweges „Vom Teufelsmoor zum

Wattenmeer“ ausgesucht und in das Projekt

eingebunden. Ziel des Projekts ist nicht nur

ein kleiner Nebenverdienst für die Landfrauen,

vielmehr soll vor allem Familien mit

Kindern ein Einblick in den Alltag der Landwirtschaft

gegeben werden. Daneben bieten

viele der Melkhus-Betreiber noch weitere

touristische Angebote: vom Ausflugstipp bis

zu Ferien auf dem Bauernhof.

BL

Eine Übersicht der Standorte der Melkhüs finden

Sie unter: www.melkhus-row.de

Ausgepiept?

Der größte Vogelpark der Welt in Walsrode

lässt die Flügel hängen. Hilfe tut Not.

Das sollte keine Frage sein: Als einer der

zehn artenreichsten Zoos und nicht zuletzt

auch als größter Vogelpark der Welt ist

der Vogelpark Walsrode bis weit über die

Grenzen der Region bekannt. Doch haben

Ereignisse wie die Vogelgrippe des Jahres

2006 dazu geführt, dass die Existenz dieses

Traditionsparks ernsthaft bedroht ist.

Die Besucherzahlen sanken drastisch. Verbrachten

im Jahr 1991 noch rund 860.000

Besucher einen Tag in einem der schönsten

Parks Niedersachsens, so fanden im Jahre

2007 nur noch 270.000 Interessierte den

Weg nach Walsrode.

Politik und Umweltschutz sind alarmiert,

sind doch zahlreiche Artenschutzprogramme

und eine erhebliche Anzahl an

Arbeitsplätzen in ihrer Existenz bedroht.

Die Suche nach Sanierungsmodellen, um

den Vogelpark auch in Zukunft tragen zu

können, ist in vollem Gange. Die Kommunen

Bomlitz, Walsrode und Bad Fallingbostel

haben sich im letzten Jahr dazu bereit

erklärt, mehr Verantwortung für die überregional

bedeutende Einrichtung zu übernehmen.

BL

Weitere Infos zum größten Vogelpark der Welt

unter: www.vogelpark-walsrode.de

Kundenfang

Die TU Braunschweig geht mit moderner Architektur

auf ihre studierende Kundschaft zu.

Jede Universität muss sich heute bewusst

machen, dass sie zu einem Dienstleister

avanciert. Der Druck, studierende „Kunden“

auf einem immer größer werdenden

Bildungsmarkt zu erreichen, wird größer.

Wo sonst könnte man sich besser und

moderner präsentieren als an dem Ort,

an dem die meisten Studieninteressierten

einen Erstkontakt zur Uni aufnehmen: der

Studienberatung. Die TU Braunschweig hat

diese Möglichkeit bestens genutzt. Das alte

Gebäude aus den 30er Jahren, geprägt von

einer erdrückenden NS-Staatsarchitektur,

wurde in ein modernes, ansprechendes Service-Center

verwandelt. Denise Dih und Ole

Klingemann haben Architektur und Design

verbunden und ein neues, imagewirksames

Beratungszentrum entwickelt, dass gerade

für junge und junggebliebene Augen für

Zukunft und Modernität stehen wird. Helle

Räume und große Warteflächen wirken

dem gedrungenen, einengenden Bild von

Verwaltung entgegen. Moderne Materialien

und funktionales Design lassen nicht

mehr an die verbauten, verbastelten und

abweisend nüchternen Bürokomplexe der

Vergangenheit erinnern. Statt „verwaltetem

Leben“ wird hier neues Leben in die Verwaltung

gebracht.

BL

400.000 Jahre

Mit der Archäologie wird – nicht zuletzt aufgrund

einschlägiger Hollywoodfilme – eine

ordentliche Portion Mystik und Romantik

verbunden: In unerforschten Regionen der

Welt graben sich Abenteurer durch die Weltgeschichte.

Aber wie „funktioniert“ Archäologie in der

Realität? Was sind ihre Aufgaben und ihre

Methoden? Und nicht zuletzt: Was wird

gefunden? Dieses 686 Seiten umfassende

Buch gibt darüber umfassend Auskunft. In

mehr als 140 wissenschaftlichen Einzelartikeln

wird der Leser auf den aktuellen Stand

der Forschung in Niedersachsen gebracht.

Von der Methodik der Dendrochronologie

(der Altersdatierung unter Zuhilfenahme von

Baumringen) über die neuesten Computersysteme

zur Erstellung von archäologischen

3D-Modellen bis hin zu einzelnen Grabungsergebnissen

aus ganz Niedersachsen findet

sich in diesem Band alles Wissenswerte zur

Forschung der letzten Jahre. Faszinierend:

das breite Spektrum an interdisziplinärem

Arbeiten, das in den vergangenen Jahren in

der Archäologie Fuß fassen konnte und zu

spektakulären Entdeckungen führte. Dabei

ist das Buch sowohl für den interessierten

Laien geeignet als auch für den Leser mit

hohem wissenschaftlichen Anspruch, denn

die Artikel vermitteln neben komplexer

Methodik und fachlichen Fragestellungen

auch einen spannenden Einblick in die

Lebenswelten der letzten 400.000 Jahre in

Niedersachsen.

Fansa, Mamoun u. a. (Hg.): „Archäologie/

Land/Niedersachsen – 400.000 Jahre

Geschichte“. Stuttgart 2004, Theiss-Verlag.

Bildnachweis: Thomas Bastar, Touristikverband Landkreis Rotenburg zwischen Heide und Nordsee e.V.

Bildnachweis: Lüneburger Heide GmbH, Technische Universität Braunschweig, Theiss-Verlag


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forschung

Bildung

forschung

Bildung

Wirtschaft

Wirtschaft

Her(t)zlichst!

Energiezentrum

Windkräftig

Merkels Lob

Netzwerken!

Kaiserlich

Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut eröffnet

Abteilung auf dem Energie-Campus Goslar.

Mit dem „Master of Renewable Energy Engineering“

wird Zukunftsarbeit geleistet.

Startschuss für Fraunhofer-Institut zur Windenergieforschung

in Bremerhaven.

Das Lüneburger Bachelor-Modell: neuer Wein

in alten Schläuchen?

Die Universität Göttingen bringt Nachwuchswissenschaftler

und Wirtschaft zusammen.

Der Kaiser-Friedrich-Preis 2009 zum Thema

„Optische Sensorik“ geht nach München.

Im April 2009 eröffnete das Fraunhofer

Heinrich-Hertz-Institut Berlin in Kooperation

mit der TU Clausthal auf dem Energie-

Campus in Goslar die Abteilung für „Faseroptische

Sensorsysteme“. Diese Abteilung

entwickelt neuartige Sensoren und Sensorsysteme,

die auf der Basis von durch Licht

erzeugten Resonanzen und des Einsatzes

von Mikro-Stimmgabeln Gaskonzentrationen

unter Echtzeitbedingungen messen.

Nahezu jede gasförmige Substanz lässt sich

durch Zufuhr von Lichtwellen in Schwingung

versetzen, die durch die entwickelten

Stimmgabeln genau bestimmt werden kann.

Diese Verfahren werden bei einer Vielzahl

von Überwachungsprozessen eingesetzt. In

der Medizin können mit diesen Systemen

Krankheiten wie Tuberkulose oder Krebs

erkannt werden. In der Energietechnik

dient das Verfahren unter anderem zur

punktgenauen Auffindung von schadhaften

Stellen an Energiekabeln. Die Kooperation

wird für fünf Jahre vom Niedersächsischen

Ministerium für Wissenschaft und Kultur

durch eine Anschubfinanzierung unterstützt.

Grundlage dieser Finanzierung ist

unter anderem die Stärkung der industriellen

Nutzung dieser neuartigen Sensorsysteme.

BL

Die Akademie für Erneuerbare Energien

Lüchow-Dannenberg bietet zum Wintersemester

2009 den neuen internationalen

Studiengang „Master of Renewable Energy

Engineering“ an. Dieser Studiengang richtet

sich an Studenten mit abgeschlossenem

Studium sowie an Fach- und Führungskräfte

in Unternehmen der Agrarwirtschaft, der

regenerativen Energiebranche sowie auch

in kommunalen Institutionen, Versicherungen

und Banken. Ziel des Studiengangs, der

in dieser Form einmalig in Deutschland ist

und durch die Hochschule für Angewandte

Wissenschaften Hamburg in Lüchow-Dannenberg

durchgeführt wird, ist die Vermittlung

eines breiten Themenspektrums rund

um die Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz.

Ergänzt wird das Programm um

die punktuelle Vertiefung von technischen

und betriebswirtschaftlichen Inhalten, die

den Absolventen befähigen, Erneuerbare-Energien-Anlagen

zu projektieren, zu

planen, zu betreiben sowie deren Betrieb

erfolgreich zu managen und zu bewerten.

Ein zukunftsorientierter Studiengang mit

sichtbarem Nutzen.

BL

Weitere Infos zum Studium an der Akademie finden

Sie unter: www.akademie-ee.de

Im Januar 2009 hat das neue Fraunhofer-

Institut für Windenergieforschung und

Energiesystemtechnik IWES seine Forschungsarbeit

in Bremerhaven aufgenommen.

Im Laufe des Jahres ist eine enge

Zusammenarbeit mit dem Kasseler Institut

für Solare Energieversorgungstechnik ISET

geplant. Durch diesen Zusammenschluss

und die Kooperation mit den Universitäten

Hannover, Oldenburg, Bremen und Kassel

wird ein Spitzencluster von internationaler

Bedeutung geschaffen. Ziel dieses Projektes,

das durch das Bundesumweltministerium

in den nächsten Jahren mit 25 Millionen

Euro unterstützt wird, ist die Sicherung der

deutschen Spitzenposition auf dem Sektor

Windenergie und speziell die Entwicklung

von Hochleistungs-Offshore-Anlagen über

fünf Megawatt. Mit der Einrichtung wird

der Bildungsstandort Bremen/Bremerhaven

erneut gestärkt. Durch die Schaffung von

neuen Masterstudiengängen für Windenergietechnik

an der Hochschule Bremerhaven

wird ferner für die entsprechende personelle

Struktur in der Region gesorgt. Deutschland

ist bislang führend auf dem Sektor der

Windkraft. Alle vier am Weltmarkt verfügbaren

Anlagen der fünf Megawatt-Klasse

sind deutsche Produkte.

BL

Mit dem Besuch der Leuphana Universität

Lüneburg – dem einzigen einer deutschen

Universität im übrigen – adelte Bundeskanzlerin

Merkel auf ihrer „Bildungsreise“

durch Deutschland das neue Lüneburger

Modell. Dieses soll dem Bologna-Prozess,

der Internationalisierung und Vergleichbarkeit

von Studienabschlüssen, in besonders

pragmatischer Form Rechnung tragen.

Das wesentlichste Merkmal der neuen

Studienausrichtung in den Bachelorstudiengängen

ist das gemeinsame erste Semester

aller Studierenden, welches einen Überblick

über verschiedene Fachrichtungen

verschaffen soll. Erst nach dieser Orientierungsphase

soll eine Spezialisierung mit

Wahl von Haupt- und Nebenfach erfolgen.

Gewählt werden kann anschließend aus

den interdisziplinär ausgerichteten Gebieten:

Bildungsforschung/Lehrerbildung,

Management, Kulturforschung und Nachhaltigkeitsforschung.

Diese grundsätzliche

Ausrichtung bedeutet, dass Kombinationen

sehr vielfältiger Art entstehen, die den differenzierten

Anforderungen im Berufsleben

besser gerecht werden sollen.

Damit ähnelt diese Praxis jedoch auch

den mittlerweile ausrangierten Magisterstudiengängen.

BL

Mit der Schaffung des Netzwerks kleiner

und mittlerer Unternehmen (KMU-Netzwerk)

der Göttinger Graduiertenschule

Gesellschaftswissenschaften (GGG) hat

die Universität Göttingen einen weiteren

Schritt in Richtung Zukunftsorientierung

getan. Ziel des Netzwerkes, das aus Mitteln

der Europäischen Union gefördert wird,

ist die intensive Verknüpfung von Wissenschaft

und Wirtschaft. Doktoranden der fünf

gesellschaftswissenschaftlichen Fakultäten

(Agrar-, Forst-, Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften)

werden in Kontakt

mit kleinen und mittleren Unternehmen der

Region gebracht. Diese Kontakte bestehen

aus mehrmonatigen Forschungspraktika in

den Unternehmen oder der Möglichkeit von

Unternehmensexkursionen und Fachgesprächen.

Den Unternehmen wird dadurch

der Zugang zu neuesten Erkenntnissen der

Forschung vermittelt und eine Versorgung

mit Fachpersonal sichergestellt. Die Doktoranden

der Graduiertenschule erhalten im

Gegenzug einen verstärkten Praxisbezug,

der bestenfalls in einem Beschäftigungsverhältnis

münden kann.

BL

Weitere Informationen zum Netzwerk unter:

www.kmu-netzwerk.uni-goettingen.de

Der Kaiser-Friedrich-Forschungspreis wird

alle zwei Jahre für herausragende und

anwendungsnahe Forschung in den optischen

Technologien ausgelobt und seit

2002 im Rahmen des Innovationsforums

Photonik in der Kaiserpfalz Goslar verliehen.

Mit der Auszeichnung verbunden

ist ein Scheck über 15.000 Euro, der den

prämierten Forschern einen leichteren Einstieg

in die weitere Entwicklung ihrer Ideen

ermöglichen soll. Stifter des Preises ist der

Goslarer Unternehmer Dr. Jochen Stöbich,

für den die Förderung exzellenter Wissenschaft

das Fundament unternehmerischer

Entwicklung und erfolgreicher Positionierung

am Weltmarkt darstellt. Der diesjährige

Preis geht an eine Forschergemeinschaft

aus München. Die zwei Forschungsgruppen

der Halbleitertechnologiegruppe des Walter

Schottky Instituts der TU München, bestehend

aus Alexander Bachmann und Kaveh

Kashani-Shirazi in Zusammenarbeit mit

ihren Kollegen Frau Chen, Herrn Hangauer

und Herrn Strozda von der der Siemens

AG, Corporate Technology, Power & Sensor

Systems wurden für die Entwicklung einer

neuartigen Laserdiode prämiert, die die

Grundlage für neue kompakte laserbasierte

Gassensoren darstellt.

BL

Bildnachweis: Fraunhofer Institut für Nachrichtentechnik, Akademie für Erneuerbare Energien Lüchow-Dannenberg GmbH, Fotolia

Bildnachweis: Leuphana Universität Lüneburg, Fotolia, Martin Schenk


WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG

LÜNEBURG

WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG

LÜNEBURG

Tel. 040/227019-0, Fax 040/227019-29

info@hwf-hamburg.de, www.hwf-hamburg.de

Investitionsbeschleuniger & Wirtschafts

Lise-Meitner-Allee 18, 25436 Tornesch

Tel. 04120/70 77-0, Fax 04120/7077-70

info@wep.de, www.wep.de

förderer in Niedersachsen

Kontorhaus Rathausallee 64 - 66

22846 Norderstedt

Te. 040/535406-0, Fax 040/535406-40

info@egno.de, www.egno.de, www.nordport.d

www.norderstedt.de, www.frederikspark.de

www.nordgate.de

Stadt Emden

Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Wirtschaftsförderung Wesermarsch GmbH

Bernd van im Ellen Landkreis Harburg mbH

Fachdienst Hamburger Wirtschaftsförderung Straße 8, 21244 und Buchholz

Geschäftsführer: Jörg Wilke

Liegenschaften

Tel. 04181/92360, Fax 04181/923610

Poggenburger Straße 7, 26919 Brake

Ringstraße 38 b, 26721 Emden

info@wlh.eu, www.wlh.eu

Tel. 04401/996909, Fax 04401/996920

Tel. 04921/871378, Fax 04921/87101378

wilke@wesermarsch.de, www.wesermarsch.de

vanellen@emden.de, www.emden.de

WFG Wirtschaftsförderung in

Wilhelmshaven GmbH

Mit uns gehen Sie nicht baden!

Jürgen Janßen

Virchowstraße 21, 26382 Wilhelmshaven

Tel. 04421/9106-25, Fax 04421/ 9106-27

Stadt Delmenhorst

juergen.janssen@wfg-wilhelmshaven.de, www.wilhelmshaven.de

Fachdienst Wirtschaftsförderung

Axel Langnau Lübeck Wirtschaftsförderung

Lange Straße 128, 27749

Falkenstraße

Delmenhorst

11, 23564 Lübeck

Tel. 0451/706 55-0, Fax 0451/706 55 20

Tel. 04221/991181- Fax 04221/991283

info@luebeck.org, www.luebeck.org

wirtschaftsfoerderung@delmenhorst.de, www.delmenhorst.de

Jade Wirtschaftsförderung GmbH

Frank Schnieder

Kutterstraße 3, 26386 Wilhelmshaven

Tel. 04421/77 89 072, Fax: 04421/77 89 073

F.Schnieder@jadebayregion.de www.jadeweserpark.de

WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG

LÜNEBURG

WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG

LÜNEBURG

Landkreis Osterholz

Wirtschaftsförderung

Landkreis Soltau-Fallingbostel

Osterholzer Straße 23, 27711 Osterholz-Scharmbeck

Wirtschaftsförderung

Tel. 04791/930-597, Fax 04791/930-269 Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Hans-Jürgen Stegen

wirtschaft@landkreis-osterholz.de

Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Stormarn mbH

Winsener Straße im 17, Kreis 29614 Herzogtum Soltau Lauenburg mbH

www.landkreis-osterholz.de Mommsenstraße 14, 23843 Bad Oldesloe

Tel. 05191/970 Junkernstraße - 673, Fax 05191/970 7 - D-23909 - 900673 Ratzeburg

Tel. 04531/1272-0, Fax 04531/1272-20

F00200@heidekreis.de, Tel. 04541/8604-0, www.soltau-fallingbostel.de

Fax 04541/8604-44

was@was-stormarn.de, www.was-stormarn.de

kontakt@wfl.de, www.wfl.de

Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH

Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH

für Stadt und Landkreis Lüneburg

für Stadt und Landkreis Lüneburg

Marie-Curie-Straße Marie-Curie-Straße 2, 2, 21337 Lüneburg Lüneburg

Tel. 04131/20 82-0, Fax Fax 04131/20 82-10 82-10

info@wirtschaft.lueneburg.de, www.lueneburg.de

Wirtschaftsförderungsgesellschaft

hannoverimpuls GmbH

Landkreis Ludwigslust mbH

Wirtschaft fördern-Potenziale Geschäftsführer nutzen-Zukunft Wolf-Helmut sichern Sieg

Vahrenwalder Straße

Lindenstraße

7, 30165

30,

Hannover

19288 Ludwigslust

Tel. 03874.62044-11, Fax 03874.62044-10

Tel. 0511/300333-0, Fax 0511/300333-99

sieg@wflg.de, www.wflg.de

info@hannoverimpuls.de, www.hannoverimpuls.de

Region Hannover

Unternehmerbüro

in der Region Hannover

Haus egeb der Wirtschaftsförderung

Entwicklungsgesellschaft

Prinzenstraße Brunsbüttel 12, 30159 mbH Hannover

kostenfreie Dr. Hans-Jürgen Hotline 0800/616 Hett 0 616

Fax: Elbehafen, 0511/616 25541 23 453Brunsbüttel

Tel. 04852/8384-0, Fax 04852/8384-30

unternehmerbuero@region-hannover.de

info@egeb.de, www.egeb.de

www.unternehmerbuero-hannover.de

Landkreis Soltau-Fallingbostel

c-Port Zweckverband Wirtschaftsförderung IIK

Hans-Jürgen Stegen

Martin KroppWinsener Straße 17

Eschstraße 29, 29614 49661 Soltau Cloppenburg

Tel. 04471/ 704800, Tel. 05191/970-673, Fax 04471/ Fax 704809 05191/970-900673

info@c-port-kuestenkanal.de

F00200@heidekreis.de

www.c-port-kuestenkanal.de

www.soltau-fallingbostel.de

Zweckverband ecopark

Der Gewerbepark im Oldenburger Münsterland

Ein Ein Projekt der der GLC Glücksburg

Martina Martina Grud Grud

Burgstraße Burgstraße 1, 29439 1, 29439 Lüchow Lüchow

Tel. 05841/97867-13, Fax 05841/97867-20

Tel. 05841/97867-13, Fax 05841/97867-20

mgrud@wf-dan.de, www.wf-dan.de

mgrud@wf-dan.de, www.wf-dan.de

Wirtschaftsförderung Landkreis Parchim

Klaus-Jürgen Iredi

Landkreis Gifhorn

Putlitzer Straße 25, 19370 Parchim

Tel.

Wirtschaftsförderung

03871/722-218, Fax 03871/722-392

iredi@lkparchim.de, Manfred Krömerwww.lk-parchim.de

Schlossplatz 1, 38518 Gifhorn

Tel. 05371/82488,

Fax 05371/82478

manfred.kroemer@gifhorn.de

www.gifhorn.de

im Kreishaus Cloppenburg

Petra Lampe, Eschstraße 29, 49661 Cloppenburg

Tel. 04471 / 709812, Fax 04471/ 709822

p.lampe@ecopark.de, www.ecopark.de

Landkreis Emsland

Fachbereich Wirtschaft

Ordeniederung 1, 49716 Meppen

Tel. 05931 /441332, Fax 05931/443645

wirtschaft@emsland.de, www.emsland.de

Landkreis Grafschaft Bentheim

Wirtschaftsförderung

van-Delden-Straße 1 - 7, 48529 Nordhorn

Tel. 05921/96 -1312, Fax 05921/96 -1319

wifoe@einfach-naeher.de, www.einfach-naeher.de

Stadt Melle

Wirtschaftsförderung

Marco Schiller

Schürenkamp 16, 49324 Melle

Tel. 05422 /965-268, Fax 05422 /965-419

m.schiller@stadt-melle.de, www.stadt-melle.de

Gemeinde Ganderkesee

Wirtschaftsförderung

Christa Linnemann

Mühlenstraße 2-4, 27777 Ganderkesee

Tel. 04222/44201, Fax 04222/44120

c.linnemann@ganderkesee.de

www.ganderkesee.de

Aktiengesellschaft für Wirtschaft und Arbeit

Weserbergland Aktiengesellschaft

HefeHof 8, 31785 Hameln

Tel. 05151/5851001

Fax 05151/5851099

info@weserberglandag.de

www.weserberglandag.de

Berliner Straße 3-5, 30900 Wedemark

Tel. 05130/581-361

Fax 05130/581-161

carsten.niemann@wedemark.de

www.wedemark.de

Wirtschafts- und Innovationsförderung

Salzgitter GmbH

Windmühlenbergstraße 20, 38259 Salzgitter

Tel. 05341/900990, Fax 05341/9009911

info@wis-salzgitter, www.wis-salzgitter.de

Stadt Einbeck

Wirtschaftsförderung

Frank Seeger

Teichenweg 1, 37574 Einbeck

Tel. 05561/916-418, Fax 05561/916-502

fseeger@einbeck.de, www.einbeck-online.de

Stadt Goslar

Wirtschaftsförderung

Wolfsburg Marketing GmbH

Porschestraße 2, 38440 Wolfsburg

Tel. 05361/89994 - 0, Fax 05361/ 89994- 39

wirtschaftsfoerderung@wolfsburg-marketing.de

www.wolfsburg-marketing.de

Stadt Wolfenbüttel

Amt für Wirtschaftsförderung

Dietrich Behrens

Stadtmarkt 3 - 6, 38300 Wolfenbüttel

Tel. 05331/86-360, Fax 05331/86-7794

dietrich.behrens@wolfenbuettel.de

www.wolfenbuettel.de

WiN Wirtschaftsförderung

im Landkreis Nienburg/Weser GmbH

Rühmkorffstraße 12, 31582 Nienburg

Tel. 05021/88 77 72 - 0, Fax 05021/88 77 72-1

info@win-nienburg.de, www.win-nienburg.de

Landkreis Northeim

Wirtschaftsförderung

Stefan Wolfgang

Medenheimer Straße 6/8, 37154 Northeim

Tel. 05551/708-383, Fax 05551/708-9506

swolfgang@landkreis-northeim.de

www.landkreis-northeim.de

WRG Wirtschaftsförderung

Region Göttingen GmbH

Bahnhofsallee 1b, 37081 Göttingen

Tel. 0551/ 9995498-0, Fax 0551/9995498-9

info@wrg-goettingen.de, www.wrg-goettingen.de

Reinhard Schwarzer

Charley-Jacob-Straße 3,

38640 Goslar

Tel.: 05321/704-309

Fax: 05321/704-310

wirtschaft@goslar.de

www.goslar.de

GWG Gesellschaft für

Wirtschaftsförderung und

Stadtentwicklung Göttingen mbH

Klaus Hoffmann

Bahnhofsallee 1 B, 37081 Göttingen

Tel. 0551/ 54743-0, Fax 0551/ 54743 -20

info@gwg-online.de, www.gwg-online.de


16 interview regjo niedersachsen RegJo niedersachsen Interview 17

Gerhard Gizler, Jahrgang 1950, studierte

Geschichte in Braunschweig und Bielefeld, baute

die Pressestelle der TU Clausthal auf, war Sprecher

der FDP Niedersachsen, leitete von 1982

bis 1990 die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit/

Technologietransfer an der Universität Göttingen,

war danach in der Landesverwaltung für die Pflege

der internationalen Partnerschaften zuständig,

beriet von 1995 bis 2000 in Südafrika die Politik,

war von 2000 bis 2003 stellvertretender Leiter der

Niedersächsischen Landesvertretung in Brüssel

und ab 2003 Leiter des Referats für Außenwirtschaft

im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium,

bevor er am 1. Januar 2009 alleiniger

Geschäftsführer der NGlobal GmbH wurde.

Das Pferd um den Globus reiten

Ein Interview mit Gerhard Gizler, Geschäftsführer von NGlobal. Seit dem 1. Januar 2009 bündelt die GmbH niedersachsenweit

Exportförderung, Ansiedlungsgeschäft und Standortmarketing national wie international. Erstes Ziel: bekannter werden.

Aus der Investment Promotion Agency (IPA)

wurde jetzt NGlobal. Wie kam es dazu?

Die IPA war allein für das Ansiedlungsgeschäft

zuständig, wir im Wirtschaftsministerium

hingegen für die Außenwirtschaft. Beide

haben wir unabhängig voneinander gearbeitet

und zu wenig von einander gewusst.

Bei NGlobal arbeiten nun beide Bereiche

auf einem Flur, was deutlich mehr als nur

die Summe der Personen ist. Synergieeffekte

merken wir zum Beispiel im Messewesen.

Manche Unternehmen, die mit unserer

Unterstützung ihre ersten Schritte auf

Messen in Hannover machen, können wir

nur wenig später auch auf Auslandsmessen

bringen. Ständig gibt es interne Gespräche

darüber, wie wir die Bereiche Außenwirtschaft

und Ansiedlung besser miteinander

verzahnen können.

Wie sieht das Aufgabenspektrum von NGlobal

konkret aus?

Wir haben laut Beschluss des Kabinetts

folgende drei Aufgaben: Gewinnung von

Investoren, Förderung der niedersächsischen

Exportwirtschaft (Außenwirtschaft)

und Standortmarketing. Damit sollen wir

zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Niedersachsen

im In- und Ausland beitragen.

Das geschieht durch eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen.

Da wären zum einen Delegationsreisen

zur Etablierung von Kontakten

zu nennen. Im April war Wirtschaftsminister

Dr. Rösler in Indien, im Mai Staatssekretär

Kapferer im Nahen Osten, im September

fliegt er in die Ukraine und nach Russland.

Für Rösler stehen noch Angola und Südafrika

sowie die Türkei auf dem Plan.

Dann bereiten wir niedersächsische Gemeinschaftsstände

auf der CeBIT und der Hannover

Messe und weiteren Leitmessen im

Inland vor. Auf der Hannover Messe veranstalten

wir alljährlich den Niedersächsischen

Außenwirtschaftstag, auf dem für die niedersächsische

Wirtschaft interessante neue

Märkte vorgestellt werden. Dieses Jahr war

es der Mercosur, weil die gegenwärtige Krise

an Brasilien fast vorbeizugehen scheint und

die gesamte Region auch für die nächsten

Jahre als Hoffnungsträger gilt.

Als NGlobal sind wir auf Messen in Deutschland

vertreten, wie der Transport Logistic

und der Expo Real in München oder der

Expansion in Hamburg. Aber auch auf Auslandsmessen

wie der Arab Health in Dubai

oder der CityScape in Abu Dhabi werben

wir für Niedersachsen. Zudem organisieren

wir niedersächsische Gemeinschaftsstände

auf internationalen Messen, dieses Jahr in

Bulgarien und Frankreich. Dahin nehmen

wir immer acht bis zwölf kleine und mittlere

Unternehmen mit, die sich dann unter

einem Niedersachsen-Dach präsentieren. Oft

bekomme ich zu hören, das sei ein „closed

shop“, da komme man nicht mit. Das Gegenteil

ist der Fall, jeder ist eingeladen und auf

jeder Delegationsreise haben wir zum Glück

„Newcomer“ dabei.

NGlobal ist aber auch zuständig für die

Repräsentanzen im Ausland, die zumeist in

Bürogemeinschaft mit der Deutschen Messe

AG oder der Nord/LB organisiert werden. Die

Repräsentanten in Bombay, Dubai, Moskau,

Shanghai, Washington und Yokohama sind

die ersten Ansprechpartner für Unternehmer

aus diesen Ländern, die Kontakte nach

Niedersachsen suchen sowie Anlaufstelle für

Unternehmen aus Niedersachsen, die in diesen

Markt hinein wollen.

An wen richten sich die Aktivitäten?

Innerhalb Niedersachsens sind das die kleinen

und mittleren Unternehmen aus allen

Branchen. Es gibt zwar durchaus Schwerpunktbranchen,

beispielsweise die Ernährungswirtschaft,

aber die wechseln natürlich

auch. International gehlren zu unseren Zielgruppen

Unternehmer und Investoren. Hier

natürlich ebenfalls branchenübergreifend,

aber auch immer mit der Betonung auf die

niedersächsischen Schwerpunkte. Zur Zeit

ist insbesondere der Bereich Windenergie

attraktiv.

Wie sieht die Finanzierung von NGlobal

aus?

Unser Budget beträgt in diesem Jahr vier

Millionen Euro, im kommenden Jahr 4,5

Millionen Euro. Darin sind die Bereiche


18 interview regjo niedersachsen RegJo niedersachsen Interview 19

Außenwirtschaft und Ansiedlung etwa gleich stark vertreten,

etwas weniger entfällt auf das Standortmarketing. Gegenwärtig

haben wir 17 Mitarbeiter, zu Beginn des kommenden

Jahres werden wir die Sollstärke von 19 erreichen.

Wer trägt NGlobal?

Mehrheitsgesellschafter ist das Land mit 51 Prozent. Zudem

gibt es als Gesellschafter noch die Industrie- und Handelskammern

in Niedersachsen, die Deutsche Messe AG und

die Nord/LB. Das sind in meinen Augen auch genau die

Partner, die wir im Ausland brauchen. Und über die Kammern

haben wir beste Möglichkeiten, die niedersächsischen

Unternehmen über unsere Tätigkeit und unser Angebot zu

informieren.

Wie sind andere Bundesländer im Vergleich zu Niedersachsen

aufgestellt?

Wenn man die reinen Haushaltszahlen vergleicht, dann

hilft das kaum weiter, weil die einzelnen organisatorischen

Lösungen der Länder nicht miteinander vergleichbar sind.

Manchmal sind die Fördereinrichtungen mit der Förderbank

zusammengeschlossen, manchmal sind Tourismus- oder

Technologieförderung mit dabei. Was man jedoch schon

sagen kann, ist, dass Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen

Einrichtungen haben, die zumindest von

den reinen Kennziffern her deutlich größer sind als wir. Aber

wir haben verglichen mit früher einen ganz großen Schritt

nach vorne getan.

in Wilhelmshaven entsteht bekanntlich der erste Tiefwasserhafen

Deutschlands. Das sind doch beste Aussichten für die

Zukunft! Dann haben wir natürlich den Kfz-Bau samt der

gesamten Zuliefererindustrie sowie die Luft- und Raumfahrt.

Etwas, was oft vergessen wird, ist die Ernährungswirtschaft,

besonders im Westen des Landes. Nicht umsonst blüht die

Wirtschaft dort. Platt gesagt: Gegessen und getrunken wird

auch – oder gerade – in der Krise.

Was sind die zukünftigen Herausforderungen für NGlobal?

Unser Ziel ist es natürlich, mehr Schwung in Export und

Ansiedlung zu bringen. Momentan ist das zwar schwierig,

aber die Krise dauert ja nicht ewig. Wir wollen uns als NGlobal

bekannter in Niedersachsen und Niedersachsen bekannter

in der Welt machen.

Zuletzt: Was reizt Sie persönlich an Ihrer gegenwärtigen

Tätigkeit?

Eindeutig die internationale Ausrichtung unserer täglichen

Arbeit und dass hier ganz viele Fäden mit so vielen Partnern

im Lande zusammenlaufen. Als besonders spannend

empfinde ich die Zusammenführung von Exportförderung,

Ansiedlungsgeschäft, Standortmarketing und Messegeschäft,

das hat es in Niedersachsen so noch nie gegeben. Und dass

ich dabei auf ein hoch motiviertes Team zurückgreifen kann,

ist ein ganz besonderer Vorzug meiner neuen Aufgabe.

Wie wird Niedersachsen im Ausland wahrgenommen?

Ich glaube, dass im Ausland bislang fast nur Bayern wahrgenommen

wird. Bayern, Hofbräuhaus, Oktoberfest, das kennt

man. Wir brauchen uns aber wahrlich nicht zu verstecken.

Ein Vorteil ist doch, wie wir aufgestellt sind. Niedersachsen

ist der Messestandort und das Mobilitätsland schlechthin.

Damit kann man im Ausland sehr gut werben. Aber da kann

noch mehr kommen. Deswegen möchten wir die Innovationskampagne

des Landes gern auch im Ausland nutzen.

Wer mit den Niedersachsen schon einmal zusammengearbeitet

hat, der weiß um unsere Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit.

Man traut und glaubt uns und das ist ein großer

Vorteil. Eine Ansiedlung dauert ja mitunter Monate, oft

Jahre. Da wissen alle: Was wir versprechen, das halten wir

auch. Was man auch immer wieder sagen muss: Unglaublich

wichtig für Niedersachsen ist Volkswagen. Zu erklären, wo

wir in Deutschland liegen und welche Stärken wir haben,

das geht nicht, ohne VW zu nennen.

Wo sehen Sie die niedersächsischen Standort-Stärken?

Wir sind ein Premium-Logistikstandort. Das merkt man an

den vielen Anfragen, die einen Standort entlang der A2

suchen. Diese Karte müssen wir offensiv spielen. Hannover

liegt im Schnittpunkt der europäischen Hauptverkehrsachsen,

unsere Häfen bieten Hilfen für alle Arten von Fracht und


20 space regjo niedersachsen RegJo niedersachsen space 21

Spaceport Northern Germany

Der Weltraum –– unendliche Weiten, Herausforderungen, noch noch zahllose zahllose Fragen Fragen und weiße und weiße Flecken Flecken auf der Land-

auf der

Wissenschaftskarte. der Wissenschaft. Know-how Und Niedersachsen aus Norddeutschland ist beim Pionierwettrennen versucht, Antworten vorne mit zu dabei. finden.


22 space regjo niedersachsen RegJo niedersachsen space 23

Der stille Beobachter

Der 2.600 Meter Gipfel Cerro Paranal in Nordchile. Das hiesige

Observatorium der ESO besteht aus den vier Unit Telescopes,

jedes 20 Meter hoch, 430 Tonnen schwer und hochpräzise

beweglich, sowie den vier kugelförmigen und auf Schienen

beweglichen Hilfsteleskopen. Hinzu kommen, etwas abseits,

das VLT Survey Telescope, dessen Instrument die Göttinger

Astrophysik mitentwickelt, sowie das VISTA-Teleskop. Ein

einzigartiger Komplex. Um atmosphärische Störungen aus

den Messergebnissen herauszurechnen, wird mittels Laser ein

künstlicher Leitstern in die Atmosphäre projiziert, dessen Verzerrungen

kontinuierlich überwacht werden (Adaptive Optik).


Countdown

13. Mai 2009. Die Ariane 5 steht im „final assembly building“

der ESA in Französisch-Guyana. In der Oberstufe sind das

Infrarot-Teleskop Herschel sowie der Beobachtungssatellit

Planck verstaut. Am 14. Mai wurden beide ins All befördert.


26 space regjo niedersachsen RegJo niedersachsen space 27

Präzision

Ein Spiegel des VLT (rechte Seite) misst 8,20

Meter, ist dabei aber nur 20 Zentimeter dick.

Die Herstellung und der Transport gelten als

technologische Meilensteine. Installiert in einem

der Unit Telescopes wird der Spiegel von Kolben

und Aktoren kontinuierlich in Form gehalten,

um unter seinem Eigengewicht nicht sofort zu

zerbrechen und um minimale Verformungen

durch Wind oder Temperatur auszugleichen.

Ganz unten am Spiegelgestell ist das Instrument

FORS1 montiert (rechts oben und unten,

in gelb), das vom Institut für Astrophysik der

Universität Göttingen mit gebaut wurde. Die

Steuerung der Teleskope und Instrumente erfolgt

in einem separaten Kontrollraum.


28 space regjo niedersachsen RegJo niedersachsen space 29

Bo. Itaepta qui audigendae. Nequam, omnihit peri reped eosa corpores nossequam faccus, nonsed

exceaque endis vellorerspe nulpa quo magnim fuga. Itaquatque laceperiam fugitat

Sonnenschein

Die Sonne, aufgenommen vom Weltraumobservatorium SOHO (rechts). Das atmosphärische Sunrise Teleskop wurde unter Federführung des Max-Planck-

Instituts für Sonnensystemforschung in Schweden am Ballon gestartet und trieb mehrere Tage in den Zirkumpolarwinden um den Nordpol, um die Sonne

zu beobachten.

Text: Sven Grünewald Fotografie: Ulf Seemann, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung,

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, European Space

Agency, European Southern Observatory, EADS Astrium GmbH, OHB-System AG

Es ist Nacht, das Dunkel massiv wie eine

Wand. Auf der Plattform in 2.600 Metern

Höhe wirft allein der Sternenozean Schatten.

Das einzige Geräusch ist das Sirren von

Antu und Kueyen. Künstliches Licht gibt

es hier draußen nicht, es würde die Messergebnisse

verfälschen. El Paranal in der

nordchilenischen Atacama-Wüste. Hier gibt

es keine Vegetation, kaum Erosion und keinen

Staub mehr. Hier, in einem, wenn nicht

Pferdestärken

Der Pferdekopf-Nebel, aufgenommen mit dem Focal Reducer and low dispersion Spectrograph

Instrument (FORS2) am Unit Telescope Kueyen. Dank adaptiver Optik steht die Bildqualität

der VLT-Aufnahmen denen des Hubble-Weltraumteleskops in nichts nach.

dem trockensten Gebiet der Erde, steht eines

der Weltwunder der Gegenwart. Der riesige

Observatoriums-Komplex der Europäischen

Südsternwarte (ESO) besteht im Kern aus

vier Teleskoptürmen, die im Dialekt der einheimischen

indianischen Mapuche nach Sonne

(Antu), Mond (Kueyen), Venus (Yepun)

und dem Kreuz des Südens (Melipal) benannt

sind. In dieser mit Very Large Telescope (VLT)

so schlicht bezeichneten Gesamtanlage misst

jeder Spiegel 8,20 Meter – nicht die größten

ihrer Art, aber alle vier lassen sich zusammenschalten

und so ihr Blick bündeln. Eine

einzigartige Beobachtungsleistung. 1998

wurde das „First Light“ empfangen, seitdem

hat das VLT unser Bild vom Universum mit

verändert und erweitert. „Im Vergleich zu

meiner Studienzeit vor 25 Jahren können wir

heute bis zu 13 Milliarden Jahre alte Objekte

beobachten und das Alter des Universums

auf etwa 13,7 Milliarden Jahre datieren“,

illustriert Wolfram Kollatschny, Professor

für Astrophysik an der Universität Göttingen,

den Erkenntnissprung.

Die Göttinger Astrophysiker sind ein

fester Bestandteil des VLT: Neue Instrumenten-Generationen

werden in internationalen

Kooperationen mitentwickelt und verbessern

fortwährend die Qualität des Observatoriums;

Wissenschaftler arbeiten vor Ort – im Mittel

stehen ihnen hier pro Jahr zehn bis 20 Nächte

für die Observation zur Verfügung, die hart

umkämpfte Währung, auf der die eigene Forschung

basiert. Allerdings ist man nicht nur

in Chile präsent, auch in Texas, Südafrika und

auf Teneriffa gibt es entsprechende Teleskop-

Beteiligungen, zu Studienzwecken steht auch

eines auf dem Dach der Göttinger Physik.

Angesichts der überschaubaren Institutsgröße

eine überproportionale Beteiligung, wenngleich

die großen deutschen Astro-Standorte

sich in Heidelberg und München befinden.

Dr. Ansgar Reiners, Leiter der Emmy Noether

Forschungsgruppe „Magnetic Activity from

Stars to Planets“, hat den Standort Göttingen

für seine Gruppe jedoch bewusst gewählt. „Es

gibt hier die Anbindung an eine sehr gute,

sehr flexible Universität, aber auch die große

Nähe zum Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.

Das ist schon recht einmalig

in dieser Kombination.“

Die MPIler aus Katlenburg-Lindau sind

mit insgesamt 300 Mitarbeitern vom Physiker

bis zum Feinmechaniker ebenfalls nicht

die zahlenstärksten. „Wir konkurrieren aber

mit den größten Instituten weltweit: ESTEC

im Niederländischen Noordwijk mit 3.000

Mitarbeitern, wo die meisten europäischen

Raumsonden zusammengebaut werden, oder

dem Jet Propulsion Laboratory in Kalifornien,

auch etwa 3.000 Leute. Und ganz oft gewinnen

wir Beteiligungen an Missionen“, drückt

Dr. Norbert Krupp vom MPI seinen Stolz aus.

Berechtigterweise: In den letzten 50 Jahren

kamen vom MPI für mehr als 50 Missionen

über 100 wissenschaftliche Instrumente. Die

Spezialität des Hauses sind Kameras: 1986

schoss eine solche auf der Giotto-Mission

die ersten Bilder eines Kometenkerns, 2004

machte der Cassini-Lander erste Aufnahmen

auf dem Saturnmond Titan und 2008 wies

die Phoenix-Sonde mit Hilfe der MPI-Technik

Wasser auf dem Mars nach. Was am Ende

spektakuläre Bilder liefert, braucht aber vor

allem eines: einen langen Atem.

Bis zu 20 Jahre dauern Raummissionen

– von der ersten Idee über den Projektvorschlag

an die Weltraumagenturen hin zur

konkreten Projektausschreibung und Bewerbung,

der darauf folgenden Entwicklung, das

teils langjährige Warten bis zum Eintreffen

am Zielort und schließlich die eigentliche

Gewinnung wissenschaftlicher Daten sowie

deren Auswertung nach Ende der Mission.

An so einem Projekt teilzuhaben, den Start

und die Auswertung mitzuerleben, ist eine

Gelegenheit „once in a lifetime“, wie es Prof.

Jürgen Stutzki nennt. Der Physiker an der

Universität Köln ist einer von vier Principal


30 space regjo niedersachsen RegJo niedersachsen space 31

Einzigartig

Beim DLR in Göttingen stehen verschiedene, teils weltweit einzigartige Testanlagen. Zuvorderst sind dies Windkanäle (siehe oben links), die Gas mit vielfacher

Schallgeschwindkeit auf Modelle pressen. So lässt sich auch ein Wiedereintritt in die Atmosphäre und damit die extreme Hitzeentwicklung simulieren

– wie am SHEFEX-Körper zu sehen (links unten). Die kupferfarbene Röhre (rechts) gehört zu einer Simulationsanlage für Satellitentriebwerke unter Vakuumbedingungen.

Dem Wasser auf der Spur

Die Phoenix-Sonde landete 2008 auf dem

Mars, Ziel war die Suche nach Wasser. Eine

Kamera des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung

schoss nicht nur Bilder der

Mars-Wüste, sondern entdeckte bei einem

Kontrollschwenk unter die Sonde eine weißliche

Substanz, die Tags darauf verschwunden war:

Wassereis.

Investigators (PI) des HIFI-Spektrometers

des im Mai 2009 gestarteten Herschel Space

Observatory der ESA. Die PIs sind der organisatorische

Dreh- und Angelpunkt eines jeden

Projekts, denn die Komplexität einer solchen

Mission wie Herschel ist gewaltig. Das größte

je gebaute Weltraumteleskop besitzt drei

wissenschaftliche Instrumente, eines davon

HIFI. Ein internationales Konsortium mit

25 Instituten aus zwölf Ländern ist an dessen

Entwicklung beteiligt gewesen, darunter

das MPI für Sonnensystemforschung mit

mehreren Einzelkomponenten eines HIFI-

Spektrometers. Diese Konsortiumspartner

wollen koordiniert werden, später geht es

um die Verteilung von Nutzungszeit. „200

Wissenschaftler aus zwölf Ländern haben

ihre Projekte, da muss man Kompromisse

suchen. Aber es ist eine einmalige wissenschaftliche

Gelegenheit, Sachen möglich zu

machen, die es vorher nicht gab“, so Stutzki.

Denn genau darum geht es bei jeder Mission

aufs Neue: mit Technologien zu arbeiten, die

zum Zeitpunkt der Projektidee noch gar nicht

existieren.

In den Werkshallen des Deutschen Zentrums

für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird

ebenfalls fleißig an dieser technologischen

Zukunft gewerkelt. An vier Standorten im

Norden, in Hamburg, Bremen, Trauen und

Braunschweig/Göttingen, sind insgesamt

neun Institute beheimatet – etwa ein Drittel

des DLR. Allerdings verfolgt von diesen nur

der kleinere Teil raumfahrtrelevante Projekte.

Während Universität und MPI in Niedersachsen

Grundlagenforschung am solaren oder

planetaren Objekt betreiben, arbeitet das DLR

an der Entwicklung neuer Raumtransporttechnologien.

Dr. Klaus Hannemann, Leiter

der Gesamtabteilung Raumfahrzeuge am

DLR in Göttingen und Braunschweig, hat

auf seinem Schreibtisch ein solches Stück

Zukunft stehen. SHEFEX heißt das Modell,

was für Sharp Edge Flight Experiment steht

und genau so aussieht: ein fensterloser Körper,

der vorne spitz zuläuft und keinerlei

Rundungen aufweist, dafür aber viele gerade

Flächen und scharfe Kanten hat. Die Technik

eines möglichen Space Shuttle-Nachfolgers

mit deutlichen Vorteilen. „Das Space Shuttle

ist auf einen engen Flugkorridor angewiesen,

sonst wäre die Belastung für die Struktur

oder die Menschen zu hoch. SHEFEX

hingegen ermöglicht eine flexiblere Wahl

der Flugbahn“, erläutert Klaus Hannemann.

„Ferner hat das Space Shuttle etwa 25.000

verschiedenförmige Hitzekacheln, was die

Wartung extrem schwierig und aufwendig

macht. SHEFEX hat stattdessen einheitliche

Platten, die günstiger und einfacher auszutauschen

sind.“ 2001 begann das Projekt als

DLR-Eigenentwicklung, 2005 ist die erste

Projektstufe mit Erfolg einem suborbitalen

Wiedereintrittstest unterzogen worden. Bis

zur Einsatzreife des Systems – den politischen

Willen vorausgesetzt – wird es aber noch ein

wenig dauern. „Wenn Ihre Frau mit einem

rohen Ei in der Hand bei 250 km/h aus einem

Porsche aussteigen soll, braucht sie sehr kräf-


32 space regjo niedersachsen RegJo niedersachsen space 33

Dimensionen

Bei OHB-System (links) werden kommerzielle Satelliten zusammengebaut,

hier einer der Radar-Überwachungssatelliten „SAR-Lupe“ für die Bundeswehr.

EADS Astrium baut die Oberstufen der Ariane 5 zusammen, in denen

auch Herschel und Planck transportiert wurden.

Raumwunder

Das Solar Sail besteht aus einer tragenden Röhrenstruktur – ultraleichte und platzsparende Schläuche (links oben) entfalten sich in der Schwerelosigkeit

(Test unter Schwerelosigkeit auf einem Parabelflug, rechts oben) zu 30 Meter langen Masten, die zwischen sich hauchdünne Solarsegel aufspannen.

tige Beine, superschnelle Reflexe und entsprechende Bewegungskoordination

sowie extrem robuste Materialien unter den Schuhen“,

verdeutlicht Andreas Koch die technischen Herausforderungen. Der

Ingenieur ist in Braunschweig ebenfalls am SHEFEX-Projekt beteiligt.

„Wenn Sie mit sechs Kilometern pro Sekunde bei Temperaturen

um 1.800 Grad in die Atmosphäre eintreten und dann sicher

landen wollen, brauchen Sie neuartige Wiedereintrittstechnologien

wie beispielsweise Thermalschutztechniken, Navigationstechnologien

und Flugregelungssysteme.“ Und an denen wird gearbeitet: Seit 2006

läuft SHEFEX 2, welches 2010 fliegen soll; mit SHEFEX 3 soll dann

ein richtiger Wiedereintrittstest in die Erdatmosphäre unternommen

werden. Im Gegensatz zu den sehr teuren und langfristig angelegten

Raumfahrtprojekten, die mit einem Schlag ein komplett neues System

entwickeln, macht das DLR mit SHEFEX lieber kleine Schritte, um

sich technisch kontinuierlich voranzutasten. So entstehen Daten, die

bisherige Messungen aus den teils weltweit einzigartigen Windkanälen

bestätigten und in numerische Modelle einfließen, die zum

Beispiel aerothermodynamische Belastungen berechnen können. Ein

weiterer Projektentwurf des DLR Braunschweig soll 2012 einem Praxistest

im All unterzogen werden: das Solar Sail, ein vom Lichtdruck

der Sonne angetriebenes, ultraleichtes Segel mit bis zu 60 Metern

Durchmesser, das von röhrenförmigen, selbstentfaltenden Strukturen

im All aufgespannt wird. Den potenziellen Nutzen daraus bringt Tom

Spröwitz, einer der Segel-Ingenieure, auf den Punkt: „Bis zu 30 Meter

lange Masten können so auf ein Stauvolumen von 40 mal 40 Zentimeter

komprimiert werden und sie wiegen extrem wenig, nur um

100 Gramm pro Meter.“ Interessant ist das für Missionen ins äußere

Sonnensystem oder auch, um Satelliten in erdnaher Restatmosphäre

abzubremsen und sie so gezielt verglühen zu lassen. Stichwort: Vermeidung

von Weltraumschrott.

Die Expertise des DLR, speziell auch der Berechnungsverfahren

und der Göttinger Windkanäle, ist weltweit gefragt. „Wir sind an allen

maßgeblichen Raumfahrtmissionen und Projekten der ESA beteiligt,

haben in Europa einzigartige Testanlagen, unsere numerischen Verfahren

werden von der ESA und der Raumfahrtindustrie eingesetzt.

International stehen wir beispielsweise mit NASA und der US Air

Force in Kontakt – auf Augenhöhe; bei manchen Dingen sind wir

sogar schon einen Schritt weiter“, resümiert Klaus Hannemann, auch

wenn er das Urteil lieber externen Betrachtern überlassen würde. Für

den Raumfahrtstandort Norddeutschland spricht auch die Geburt des

jüngsten Kindes der DLR-Familie: Das Institut für Raumfahrtsysteme

in Bremen ist in gewisser Weise der raumfahrtstrategische Schlussstein

in der DLR-Landschaft. Dort werden seit 2007 Konzepte für zukünftige

Raumtransport- und orbitale Systeme sowie andere Raumfahrzeuge

entworfen. Daneben befasst man sich mit der Entwicklung neuer

Schlüsseltechnologien sowie kompletten Systemtests – fast alles, was


34 space regjo niedersachsen RegJo niedersachsen space 35

Schlittenfahrt

Eine „Raumkanone“ beschleunigt elektromagnetisch

ein Projektil auf einem Schlitten

und schießt es in die Atmosphäre. Ein

Triebwerk bugsiert die Nutzlast dann in den

Orbit. Ausgelegt ist das System für kleine

Nutzlasten.

Gigant

heute an der Internationalen Raumstation (ISS) bewundert werden

kann, hat vorher Bremer Tests durchlaufen. Die gewachsene, bedeutende

Rolle der Hansestadt betont Professor Hansjörg Dittus, Direktor

des dortigen DLR-Instituts. „Wir haben einen starken Standort Bremen,

weil hier die gesamte Führung der deutschen Raumfahrtindustrie

versammelt ist – vergleichbar nur noch mit Toulouse.“ Zwei

dieser ganz Großen sind EADS Astrium sowie OHB-System. Bei OHB

werden komplette Satelliten integriert – das Spektrum reicht von der

Wissenschaftsmission über zivile Nutzsatelliten zur Navigation oder

Kommunikation bis hin zu militärischen Spähern. Der Schwerpunkt

von Astrium liegt auf dem Zusammenbau der Ariane 5 Oberstufe

sowie des ATV, des europäischen Raumtransporters. Ein Highlight, das

fertigzustellen zehn Jahre gedauert hat, war das Columbus-Modul für

die ISS. Es besteht aus etwa einer Million Einzelteilen, 40 Unternehmen

aus zehn Ländern waren unter Federführung von Astrium am

Bau beteiligt. Eine Oberstufe besteht hingegen „nur“ aus etwa 25.000

Einzelteilen. Die Zahlen stehen exemplarisch für die Komplexität der

Raumfahrt.

Trotz aller wirtschaftlichen Konkurrenz und klassischer

Auftraggeber/-nehmer-Verhältnisse ist die Branche jedoch auch von

einem sehr starken Miteinander geprägt. Seien es Forschungskooperationen,

gemeinsame Projektentwicklungen oder auch gegenseitige

Abhängigkeiten durch das extrem hohe Maß an Spezialisierung –

Raumfahrt ist eine Netzwerk-Industrie. Und eine der Schlüsselbranchen

der Zukunft.

Das hat nun auch Niedersachsen erkannt. Legt man in Bremen

Wert darauf, dass eben Bremen das Zentrum der bemannten Raumfahrt

in Europa ist, ist sich Hansjörg Dittus gleichzeitig der Insellage

beziehungsweise der Vernetzung bewusst: „Wir leiden auch etwas

darunter, dass im Bereich Raumfahrt in Niederachsen wenig existiert“,

denn der Schwerpunkt in der niedersächsischen Luft- und Raumfahrtindustrie

sowie an den DLR-Standorten liegt eindeutig auf der

Luftfahrt. Allerdings verschwimmen die Grenzen, auch die Unternehmen

sind häufig breit aufgestellt. Das gesamte Leistungsvermögen

der Branche ist enorm – in der Größenordnung 260 Unternehmen

mit 30.000 Beschäftigten kann Niedersachsen mit Bayern mithalten.

Stade und Buxtehude sind eng in den Airbus-Konzern integriert, in

Nordenham und Varel sitzt mit Premium Aerotec der international

zweitgrößte Luftfahrtzulieferer und mit dem Kompetenznetzwerk

CFK-Valley Stade existiert ein einzigartiger wissenschaftlich-industrieller

Komplex im Kohlefaserverbundbau. Allein: Niemand nimmt das

in dieser Gesamtheit wahr. Um dieses strategische Defizit auszugleichen,

wurde Ende 2008 die Landesinitiative Niedersachsen Aviation

gegründet. Vorrangiges Ziel: die Branche vernetzen, ihre Entwicklung

befördern, sich als Luft- und Raumfahrtstandort zu profilieren

und international zu positionieren. Dabei will man aber nicht nur

in die Branche hineinwirken, sondern auch Impulse für den ganzen

Mobilitätsbereich liefern. Ein hohes Ziel und noch ein weiter Weg.

Bisher wurden Gespräche mit Unternehmen geführt und „das Ohr

an den Markt gelegt“ um Strategien zu entwickeln, wie es Norbert

Steinkemper, Projektmanager bei Niedersachsen Aviation, ausdrückt.

Anfang Juni geht es dann richtig los, operative Arbeitsgruppen, unter

anderem auch für die Raumfahrt, werden Einzelthemen erörtern.

Die Landesinitiative sieht sich dabei eher als Impulsgeber. „Anders

als viele andere Initiativen verstehen wir uns nicht als Dach über der

Branche, sondern verfolgen eine Fundamentstrategie, indem wir die

Unternehmen und Prozesse begleiten und diese unterstützen“, so

Norbert Steinkemper. Das hört nicht an der Landesgrenze auf. „Wir

sollen und wollen natürlich den Standort Niedersachsen stärken und

sichern. Gleichwohl ist man speziell in der Vermarktung schnell auf

internationaler Ebene präsent und da ist Norddeutschland allein aufgrund

der wirtschaftlichen Verflechtung wichtig.“

Der nächste Schritt in die Teleskop-Zukunft: Das European Extremely Large Telescope der ESO wird mit einem Spiegeldurchmesser von 42

Metern eine um den Faktor 27 höhere Leistung als das VLT haben und damit das weltweit größte jemals gebaute Teleskop sein. Die Fertigstellung

ist für 2018 geplant, für den endgültigen Standort muss man sich nur noch entscheiden.

Das Augenmerk, das dem industriellen Luftfahrtbereich geschenkt

wird, wünscht sich auch manch Wissenschaftler für die Raumfahrt.

Denn ist dieses Forschungsfeld in Niedersachsen auch eher unterrepräsentiert,

gibt es aufgrund des hiesigen Renommees ebenfalls eine

Menge Potenzial, mit dem der ganze Norden punkten kann – wie die

kleinen Einblicke in die vielfältigen Aktivitäten der Forschungseinrichtungen

zeigen. Es wird viel von einer Zukunftsbranche geredet, aber

was uns diese Zukunft an Erkenntnissen und Entwicklungen bringen

wird, sieht man am besten in der Forschung. Da dort bereits am

Übermorgen gearbeitet wird, lassen sich einige Trends identifizieren.

Zum Beispiel die Suche nach der zweiten Erde – für Ansgar Reiners

nur eine Frage der Zeit, bis man sie findet. Die Kepler-Sonde, genau

für diesen Zweck konstruiert, hat bereits ihre Tätigkeit aufgenommen.

Wolfram Kollatschny sieht ab 2015, wenn eine entsprechende Satellitengruppe

startet, in der Gravitationswellenanalyse eine komplett

neue Erkenntnisquelle, deren Potenzial noch gar nicht abschätzbar

ist. Hansjörg Dittus erwartet eine stark wachsende Nachfrage nach

verkleinerten Überwachungssatelliten, insbesondere für Flug- und

Schiffsverkehr, aber auch im Bereich Sicherheit. Was bedeutet, dass

gleichzeitig der Bedarf an günstigen und flexiblen Trägersystemen

deren Entwicklung verstärken wird. Klaus Hannemann sieht ebenfalls

diesen Trend zur Miniaturisierung von Satelliten auf die Größenordnungen

ein bis fünf sowie bis 50 Kilogramm. An entsprechenden

Mini-Triebwerken, die auf einem Silikonchip Platz finden, wird bereits

gearbeitet. Als Teil eines neuen Trägersystems für kleine Nutzlasten ist

beim DLR eine elektromagnetische „Kanone“ in Planung, die auf dem

DLR Standort in Trauen in der Lüneburger Heide getestet werden soll.

Zusammen mit den starken Entwicklungsbemühungen im Bereich

Weltraumtourismus, der für die Raumfahrtindustrie den Zugang zu

einem neuen Markt bedeuten würde, ergibt das für Klaus Hannemann

das durchaus realisierbare Bild eines Spaceport Norddeutschland. Die

Visionen, Zukunftsprojekte und den erklärten Willen, mehr draus zu

machen, gibt es jedenfalls schon.

Buchtipps zum Thema Astronomie

Lars Lindberg Christensen, Govert Schilling: „Unser Fenster zum

Weltraum. 400 Jahre Entdeckungen mit Teleskopen“. Wiley-VCH

Verlag, Weinheim 2009.

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Universum“. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2009.


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RegJo niedersachsen land & umwelt 37

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Text: Sven Grünewald Fotografie: Stadt Osnabrück

Osnabrück gilt nicht gerade als Mekka für Sonnenanbeter.

Dennoch haben die Stadtväter Metropolen wie Stuttgart

oder München deutlich übertroffen – in der Gewinnung von

Solarenergie und -wärme pro Einwohner auf den Dächern

des Stadtgebiets. Und das trotz ungünstigerer Ausgangsbedingungen,

da es im Süden Deutschlands rund 30 Prozent

mehr Sonne gibt als im Norden, wie die Rangliste der

Solarbundesliga widerspiegelt. Diese wurde 2001 von der

Deutschen Umwelthilfe ins Leben gerufen, um den sportlichen

Anreiz eines Wettbewerbs zwischen Kommunen zur

nachhaltigen Energieförderung zu setzen. In verschiedenen

Kategorien werden die Kennziffern „Solarthermie in Quadratmetern“

und „Photovoltaische Energiegewinnung in

Watt jeweils pro Einwohner“ verglichen. Sowohl die Spitzenplatzierten

als auch das Gros der Teilnehmer kommen

dabei aus Bayern und Baden-Württemberg. Die Nordlichter

haben es naturgegeben schwerer, umso beachtlicher der

Erfolg der Osnabrücker.

In der Kategorie der insgesamt 81 deutschen Großstädte,

von denen sich aber nur 46 dem Solarvergleich stellen,

landet die Friedensstadt auf Rang elf – nördlich von

Mainz ist lediglich noch Münster besser. Erst mit weitem

Abstand folgen im Norden Hamburg (Rang 25), Bremen

(Rang 27), Rostock (Rang 43) und Hildesheim (Rang 45)

nach. Das Geheimnis des kleinen Osnabrücker Solarwunders

heißt SunArea. Seit Anfang 2008 kann jeder Bürger

über ein Online-Portal (www.osnabrueck.de/sun-area) die

Eignung seines Hausdaches zur Installation von Solaranlagen

überprüfen. Jede Dachfläche wurde einer bestimmten

Effizienzkategorie zugeordnet, zudem finden sich viele Informationen

rund um das Thema Solaranlagen, um potenzielle

Interessenten zu informieren. Seitdem sind nicht nur die

Nutzerzahlen des Portals in die Höhe geschnellt, auch die

installierte Solarenergieleistung ist förmlich explodiert. „In

den letzten zwei Jahren haben wir eine solche Steigerung an

installierten Solaranlagen, sowohl bei Strom als auch Wärme,

wie in den 17 Jahren vorher zusammen“, fasst Detlef

Gerdts, Leiter des Fachbereichs Umwelt der Stadt Osnabrück,

die Bilanz zusammen.

In diesem Sommer will man stadtweit die drei Megawatt

knacken. Das sind zwar noch unter ein Prozent des Osnabrücker

Energieverbrauchs, aber bedeutende Schritte, denn

das Potenzial ist enorm. Würden alle wirtschaftlich rentablen

Dächer mit Solaranlagen belegt, könnten damit 20 Prozent

des städtischen Gesamtstromverbrauchs beziehungsweise

der gesamte private Stromverbrauch abgedeckt werden. Das

Gute daran: Das Osnabrücker Beispiel kann unproblematisch

überall Schule machen. Die benötigten Dächerdaten – vier

Messpunkte pro Quadratmeter mit einer Höhengenauigkeit

von drei bis fünf Zentimetern – liegen bei vielen Kommunen

ohnehin schon vor oder lassen sich bei den routinemäßig

stattfindenden Luftaufnahmemissionen durch zugeschaltete

Laserscanner ganz einfach gewinnen.

Das hat dazu geführt, dass es inzwischen Anfragen

aus aller Welt gibt. Nicht nur stehen die Osnabrücker mit

der EU-Kommission in Kontakt, um SunArea europaweit

zu implementieren, auch in Chile oder Japan ist man aufmerksam

geworden und große Solarfirmen haben Interesse

an einer Zusammenarbeit geäußert. Insgesamt weit über

100 Städte haben sich bisher über SunArea informiert. In

Braunschweig, Gelsenkirchen und bald auch in Wiesbaden

wird das Projekt ebenfalls umgesetzt. Und Ende April, auf

einer internationalen Tagung in Freiburg, berichtete Detlef

Gerdts über SunArea – unmittelbar nachdem London seine

Aktivitäten zur Olympiade referierte. „Damit ist es wirklich

gelungen, ein Produkt zu konzipieren, das funktioniert,

überall anwendbar ist und mit dem man mit seinen Bürgern

sehr gut in Kontakt treten kann“, freut sich Gerdts.


52 wirtschaft regjo niedersachsen RegJo niedersachsen wirtschaft 53

Im Vergleich robust

Ein Bundesranking vergleicht Landkreise und bewertet ihre aktuelle Krisenanfälligkeit. Fazit: Die wirtschaftlichen Top-Landkreise

liegen im Süden Deutschlands, das erhöhte Krisenrisiko jedoch auch. Niedersachsen weist solides Mittelmaß auf.

Rang Land Rang Bund Kreis

1. 58. Landkreis Harburg

2. 101. Kreisfreie Stadt Wolfsburg

3. 107. Landkreis Vechta

4. 150. Landkreis Verden

5. 159. Landkreis Osnabrück

6. 160. Landkreis Diepholz

7. 181. Landkreis Stade

43

44

14

41

42

45

34

32

12

23

10

21

40

33

9

hB

4

7

13

25

hh

1

20

39

46

8. 184. Landkreis Gifhorn

9. 186. Landkreis Osterholz

10. 200. Landkreis Oldenburg

11. 215. Kreisfreie Stadt Braunschweig

12. 216. Landkreis Ammerland

13. 218. Landkreis Rotenburg (Wümme)

14. 222. Landkreis Emsland

15. 225. Landkreis Wolfenbüttel

16. 238. Landkreis Grafschaft Bentheim

17. 240. Region Hannover

18. 244. Kreisfreie Stadt Osnabrück

16

sehr stark betroffen

eher stark betroffen

durchschnittlich betroffen

eher schwach betroffen

sehr schwach betroffen

5

18

Metropolregion Hamburg

Metropolregion Bremen-Oldenburg

Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg

Text: Sven Grünewald Grafik: Ben Falk

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft,

die Lobby-Organisation der Arbeitgeber

und finanziert unter anderem vom Arbeitgeberverband

der Metallindustrie, erstellte

für 2009 ein Regionalranking, in dem nach

ausgewählten Kriterien 409 Landkreise und

kreisfreie Städte verglichen werden – ausgenommen

sind die Stadtstaaten Bremen,

Hamburg und Berlin (www.insm-regionalranking.de).

Im Vergleich zum letzten

Ranking von 2006 sind sowohl die Zahl der

untersuchten Kreise als auch die Zahl der

3

6

28

27

36

17

29 22

Bewertungskriterien gesunken, an letzteren

wurden insgesamt 39 ökonomisch-strukturelle

Indikatoren in die Bewertung mit einbezogen.

Diese reichen von den klassischen

Daten zur Arbeitslosenquote, Kaufkraft oder

Schulden bis hin zu demographischen Faktoren

und der Ausbildungssituation.

Niedersachsen schneidet im Bundesdurchschnitt

nicht gerade herausragend ab.

Das Gros der Landkreise ist im Mittelfeld

beziehungsweise der Schlussgruppe wiederzufinden.

Lediglich der Kreis Harburg schafft

30

31

24

19

8

11 26

38 15

15

35

37

es als bester „Niedersachse“ unter die Top

100 – Platz 58. Als Vorteil erweist sich dort

die große Nähe zu Hamburg, durch viele gutverdienende

Pendler ist die Kaufkraft hoch,

die wirtschaftliche Eigenleistung jedoch relativ

gering. Dann geht es für die Niedersachsen

erst ab Platz 101 weiter, Wolfsburg und

Vechta liegen dicht beieinander. In unmittelbarer

geographischer Nähe zum niedersächsischen

Spitzenreiter findet sich eines

der Schlusslichter des Gesamtrankings (Platz

366), der Landkreis Lüchow-Dannenberg.

2

Dort ist die Verschuldung der öffentlichen Kassen

zwar unterdurchschnittlich, die Beschäftigungsquote

allerdings auch.

Einen zusätzlichen Aussagegehalt gewinnt

das Regionalranking dadurch, dass es Bewertungen

des Krisenrisikos der einzelnen Kreise in der

aktuellen Wirtschaftskrise vornimmt. Grundlage

für die Einordnung in eine der fünf Kategorien

(von sehr stark betroffen bis sehr schwach

betroffen) sind die Daten aus dem jeweiligen

Arbeitsmarkt (Anträge auf Kurzarbeit, Veränderung

der Arbeitslosenquote), der Branchenstatistik

(Umsatzrückgänge) sowie dem Exportanteil

unter der Prämisse, dass besonders exportorientierte

Branchen stärker unter der Krise

leiden.

Hier sieht es für Niedersachsen im Bundestrend

genau umgekehrt aus – die Kreise

befinden sich weitgehend im grünen Bereich.

Ausnahmen sind insbesondere Wolfsburg und

Salzgitter. Für die beiden Industriestandorte

sieht das Regionalranking ein sehr hohes Krisenrisiko.

Ebenso wie für das regionale Umfeld,

das durch seine Zuliefererstruktur für die Industrie,

speziell die Autobranche, entsprechend

stark betroffen ist.

19. 247. Landkreis Peine

20. 249. Landkreis Lüneburg

21. 253. Landkreis Cloppenburg

22. 257. Landkreis Hildesheim

23. 262. Kreisfreie Stadt Oldenburg

24. 263. Landkreis Celle

25. 266. Landkreis Soltau-Fallingbostel

26. 271. Landkreis Helmstedt

27. 273. Landkreis Schaumburg

28. 279. Landkreis Nienburg (Weser)

29. 282. Landkreis Hameln-Pyrmont

30. 283. Landkreis Northeim

31. 287. Landkreis Göttingen

32. 288. Landkreis Wesermarsch

33. 290. Landkreis Cuxhaven

34. 292. Landkreis Friesland

35. 299. Landkreis Osterode am Harz

36. 301. Landkreis Holzminden

37. 302. Landkreis Goslar

38. 306. Kreisfreie Stadt Salzgitter

39. 307. Landkreis Uelzen

40. 311. Kreisfreie Stadt Delmenhorst

41. 315. Landkreis Leer

42. 319. Landkreis Wittmund

43. 324. Kreisfreie Stadt Emden

44. 330. Landkreis Aurich

45. 348. Kreisfreie Stadt Wilhelmshaven

46. 366. Landkreis Lüchow-Dannenberg


38 Tourismusland regjo niedersachsen RegJo niedersachsen Tourismusland 39

Sturmfest und erdverwachsen

Was das Niedersachsenlied besingt, gilt auch für Niedersachsens Tourismus, denn der steht auf festen Füßen.

Regionale Identitäten und individualisierte Kundenansprache sind die Fundamente dieser Standfestigkeit.


40 Tourismusland regjo niedersachsen RegJo niedersachsen Tourismusland 41

Geschichte lockt!

Das Weserbergland hat Kultur. Das Renaissance-Schloss Hämelschenburg zwischen

Hameln und Bad Pyrmont bietet einen unvergesslichen Aufenthalt.

Strand pur!

Fast ein touristischer Selbstläufer. Inselbäder wie hier auf der Insel Borkum bieten

viel, haben jedoch mit der zunehmenden Konkurrenz zu kämpfen.

Romantik zieht!

Deutschlands Kulturlandschaft im Hohen Norden. Legendäre Eindrücke in einer

romantischen Heide mit Heidschnucken und endlosen Radwanderwegen.

Neue Wege!

Individualurlaub ist der neue Trend jenseits des Massentourismus. Ein persönliches

Naturerlebnis im Harz finden Mountainbiker auf den zahlreichen Strecken.


42 Tourismusland regjo niedersachsen RegJo niedersachsen Tourismusland 43

Leinen los!

Radwanderer setzen am Steinhuder Meer mit dem Boot über. Besondere Angebote

steigern das Ferienerlebnis und binden Kundschaft an einzelne Regionen.


44 Tourismusland regjo niedersachsen RegJo niedersachsen Tourismusland 45

Ihr Auftritt – Ihr Erfolg

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Alte Werte!

Osnabrück, die Stadt des westfälischen Friedens, setzt im Stadttourismus auf

Kunst und Kultur. Festivals und Ausstellungen locken Tagestouristen.

Sommer in Hannover

Musical „Der geheime Garten“ im Gartentheater

Ihr Erlebnispaket

„Der geheime Garten“

Das Musical-Ereignis in den Herrenhäuser Gärten

Familienangebot:

· 1 Übernachtung im DZ inkl. Frühstück im 3*** Hotel

· 1 Eintrittskarte pro Person für das Familienmusical in der 3. PK

Preis pro Familie: 2 Erwachsene, 1 Kind bis

199,- *

16 Jahre mit Zustellbett im Zimmer der Eltern

Termine: (jeweils um 20.00 h)

Fr 26.06.09 | Sa 27.06.09 | Mi 29.07.09 | Do 30.07.09 | Sa 01.08.09

Mi 05.08.09 | Fr 07.08.09 | Sa 08.08.09 | Di 11.08.09 | Do 13.08.09

Fr 14.08.09 | So 16.08.09 | Mi 19.08.09 | Do 20.08.09 | So 23.08.09

Die Buchungshotline für Ihr Erlebnispaket

0511 / 12345 - 333

Weitere spannende Erlebnispakete finden Sie unter www.hannover.de/erlebnispakete.

* Nach Verfügbarkeit. Es gelten die AGB der

Hannover Marketing und Tourismus GmbH.

Raus aus dem Alltag ...

Nur wenige Stationen entfernt ...

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»Romantischer Winkel«

Bad Sachsa (Nds.)

Tel.: 0 55 23 / 304 - 0

info@romatischer-winkel.de

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Text: Bernd Lüdke Fotografie: TourismusMarketing Niedersachsen GmbH, Verbund

Oldenburger Münsterland e.V., Südheide Gifhorn GmbH, Wirtschafts- und

Innovationsförderung Salzgitter GmbH, Landkreis Osterholz, Stadt Osterode am Harz,

Tourismusverband Osnabrücker Land, Autostadt GmbH

Als Heinrich Heine 1824 seine berühmte Harzreise unternahm,

war an einen Tourismus, wie wir ihn heute kennen,

noch lange nicht zu denken. Das organisierte, planvolle Reisen

ist ein Phänomen des 20. Jahrhunderts, das erst Reiseveranstalter,

Hotels, Restaurants und nicht zuletzt auch

den modernen Freizeitmenschen benötigte. Das Reisen, die

Luft- und Umgebungsveränderung, hat dabei zunehmend an

Wichtigkeit bei der persönlichen Lebensgestaltung gewonnen

und ist zu einem harten Wirtschaftsfaktor geworden.

Deutschlandweit wurden noch im vergangenen Jahr Umsätze

von 55,6 Milliarden Euro erzielt. Geboten wird etwas

für jeden Geldbeutel: vom Grandhotel bis zum Budgethotel,

vom Sternerestaurant bis zum Take-Away-Imbiss. Dabei ist

gerade im Reiseland Niedersachsen mit seinen vier großen

Hauptreiseregionen Nordsee, Harz, Weserbergland und Lüneburger

Heide seit jeher gut Geldverdienen mit den Touristen.

Eine attraktive, vielseitige Landschaft lässt viele Regionen zu

Publikumsmagneten des Nordens werden, die mit einer guten

touristischen Infrastruktur auch der momentanen Krise die

Stirn bieten können. Die Schaffung regionaler Identitäten

und eine individualisierte Kundenansprache sind dabei die

großen Stärken des niedersächsischen Tourismus und der

sichere Grund in Zeiten unsicherer wirtschaftlicher Entwicklungen.

Die Tourismusbranche Niedersachsens blickt weitaus

optimistischer in die Zukunft als andere Wirtschaftsbereiche.

Kernelemente dieses Vertrauens sind die Besinnung auf eigene

Stärken und eine zunehmende regionale Kooperation.

Regionale Identitäten zu schaffen ist die Hauptaufgabe

des touristischen Marketings. „Jede der vier Hauptreiseregionen

hat sich mit den Jahren zu einer Dachmarke entwickelt.

Der Tourist erzählt von seinem Urlaub im Harz oder von den

letzten Ferien an der Nordsee – aber nicht unbedingt, dass

er seinen Urlaub in Niedersachsen verbracht hat“, erläutert

Nadine Bungenstock von der TourismusMarketing Niedersachsen

(TMN) GmbH in Hannover. Eine der Hauptaufgaben

der TMN ist unter anderem die Steigerung der Bekanntheit

Niedersachsens und seiner Hauptreiseregionen bei ausländischen

Touristen. „Dabei gehen unsere Projektmanager schon

auf die individuellen Vorstellungen ein, die mit Niedersachsen

und seinen Regionen im europäischen Ausland verbunden

werden. Die Niederländer wollen von uns Informationen

über Familienurlaube, Campingmöglichkeiten und Radwanderungen

– die Werbekampagnen für Dänemark spielen aber

eher mit der wilden Romantik von Burgen und Schlössern

und erinnern dann schon einmal an Harry Potter und Herr

der Ringe.“ Zwar sind immer noch rund 90 Prozent der Touristen

in Niedersachsens Regionen Inlandsreisende, kommen

also aus Deutschland, jedoch steigt die Quote der ausländischen

Besucher stetig. „Die Nachwirkungen der Fußballweltmeisterschaft

und des positiven Bildes von Deutschland sind

immer noch deutlich spürbar. Das ist etwas, mit dem die Tourismusbranche

arbeiten kann.“ Und diese Branche arbeitet

fleißig an Image und Service. Nadine Bungenstock resümiert:

„Unsere Initiative „ServiceQualität Deutschland in Niedersachsen“

zeichnet regelmäßig besonders qualitätsorientierte

touristische Einrichtungen aus. Die Branche hat erkannt,

dass die Mundpropaganda immer noch die effektivste Marketingstrategie

ist. Ein guter Name mit einem individuellen


46 Tourismusland regjo niedersachsen RegJo niedersachsen Tourismusland 47

Auf Kurs!

Traditionelle Moorkähne im

Landkreis Osterholz-Scharmbeck.

Vom Arbeitsgerät zum

Highlight der Tagestour in die

einzigartige Moorlandschaft

der Region.

Frischer Wind!

Sommer in Hannover

Touristische Leuchttürme wie

das internationale Mühlenmuseum

in Gifhorn sorgen

für Argumente im Regionalmarketing.

Stärken erkennen

und nutzen.

Schützenfestplatz

Ihr Erlebnispaket

„Das größte Schützenfest der Welt“

· 1 Übernachtung im DZ inkl. Frühstück im 3*** Hotel

in der Innenstadt

· 1 HannoverCard für einen Tag

· 1 Gutscheinbogen für Fahrgeschäfte auf dem Schützenfest

59,- *

* Nach Verfügbarkeit. Es gelten die AGB der

Hannover Marketing und Tourismus GmbH.

Preis pro Person

im Doppelzimmer

Buchungszeitraum: 03.07. – 12.07.09

Tipp: Schützenausmarsch am 05.07.09

Die Buchungshotline für Ihr Erlebnispaket

0511 / 12345 - 333

Weitere spannende Erlebnispakete finden Sie unter www.hannover.de/erlebnispakete.

Konzept ist der beste Weg, eine wirtschaftliche Durststrecke

überstehen zu können.“

Innerhalb der Hauptreiseregionen ist die Frage nach

dem individuellen Konzept jedoch oftmals den Städten und

Gemeinden überlassen. Diese wuchern aber überwiegend mit

den gleichen Pfunden, werben mit Natur und Ambiente. Es

mangelt an Profilschärfung. Die Stadt Gifhorn am Südrand

der Lüneburger Heide stellt sich seit geraumer Zeit den neuen

touristischen Herausforderungen, die mit der wirtschaftlichen

Entwicklung einhergehen. „Sicherlich sind es touristische

Leuchttürme wie unser internationales Mühlenmuseum, die

unser Freizeit- und Tourismuskonzept von dem der umliegenden

Städte unterscheiden und absetzen“, beschreibt Marlis

Duda von der Südheide Gifhorn GmbH die Situation vor Ort.

Doch ist es nicht die Konkurrenz, die Frau Duda in erster Linie

sieht, denn Gifhorn steht im Zentrum der Region Südheide,

in der sich mehrere Städte und Gemeinden koordinieren.

„Gerade die regionale Zusammenarbeit im Bereich Südheide

bietet uns Chancen, die man als Einzelkämpfer nicht hat. Die

Kooperation auf regionaler Ebene bündelt Ressourcen und

macht uns effektiver. Es verleiht einem schon mehr Gewicht,

wenn man für eine ganze Region spricht, statt nur für eine

einzelne Stadt.“ Dabei ist Gifhorn mit einer Kapazität von 800

der 2.000 Betten der Region touristisch recht gut aufgestellt.

„Die Tourismusbranche in unserer Region kann sich in der

gegenwärtig wirtschaftlich angespannten Situation in weiten

Teilen behaupten“, versichert Frau Duda. „Ich denke, dass wir

in den nächsten Jahren noch weitaus interessanter werden.

Wir liegen vor der Haustür, wir sind mit dem Auto zu erreichen

und bieten einen enormen Erholungswert.“

Nahbereichserholung ist auch ein großes Segment in

der touristischen Marketingstrategie des Landkreises Osterholz.

„Direkt vor den Toren Bremens gelegen wollen wir vor

allem Rad- und Wasserwanderer ansprechen“, fasst es der

Pressesprecher des Landkreises Osterholz, Thorsten Klabunde,

zusammen. Entsprechend wurde in den letzten Jahren

verstärkt in den Ausbau von Radwanderstrecken investiert.

Projekte wie „Radweg weites Land“ oder die Planung der

Strecke „Vom Teufelsmoor zum Wattenmeer“ sind bereits

umgesetzt. Doch kann die Region nördlich von Bremen noch

weitaus mehr. War die Moorlandschaft in den vergangenen

Jahrhunderten kein wirklicher Grund, sich dorthin zu verirren,

so sind die Schönheit der Landschaft und die besonderen

Lichtverhältnisse in heutiger Zeit legendär. „Das Gebiet der

Hammeniederung mit dem Teufelsmoor ist als Naturschutzgroßprojekt

ein Naturerbe Deutschlands, wird besonders

geschützt und unterstützt“, umreißt Thorsten Klabunde die

Besonderheiten. „Das gesamte Gebiet des Landkreises ist Heimat

einer einmaligen Kombination aus Natur und Kunst.

Beides ist bei uns untrennbar miteinander verbunden.“ Das

einzigartige Licht des Nordens hat die Künstlerkolonie Worpswede

zu einem künstlerischen Muss in Deutschland und zu


Radfahren in der Tourismusregion Hannover

48 Tourismusland regjo niedersachsen RegJo niedersachsen Tourismusland 49

Gefangen vom Fahrradnetz

Mitten in Hannover am beliebten Maschsee beginnt

das Radwegenetz der Fahrradregion Hannover.

Von hier aus verbinden spinnennetzartig 15 Regionsrouten

und drei Fahrradringe die 21 Städte und

Gemeinden der Region Hannover, so dass Touren zu

unterschiedlichen Zielen und in ganz verschiedenen

Längen möglich sind. Die gute Anbindung an den öffentlichen

Personennahverkehr lässt noch viele weitere

individuelle Kombinationen zu.

Die mittlere Fahrradringroute, der Grüne Ring, verläuft

auf 80 km an der Stadtgrenze Hannovers rund

um die niedersächsische Landeshauptstadt. Seit über

10 Jahren kennzeichnet hier die Farbe Blau den Wegverlauf.

Wenn Sie auf blau gestrichene Zäune, Bänke,

Straßenlaternen, Holzpfosten, Bordsteinkanten oder

Gullydeckel und andere Objekte in der Landschaft

stoßen, sind Sie auf dem richtigen Weg.

An Hannovers Maschsee führt auch der Leine-Heide-

Radweg vorbei, der mit Beginn der diesjährigen

Fahrradsaison unter neuem Namen einen erweiterten

Routenverlauf bekommen hat. Der 410 km lange

Radfernweg führt von den Quellen der Leine bei

Leinefelde (Thüringen) über die abwechslungsreiche

Mittelgebirgslandschaft des Leineberglandes durch

die Region Hannover und die Lüneburger Heide bis

nach Hamburg.

Südwestlich von Hannover liegt mit dem 405 m hohen

Deister der nördlichste Ausläufer der Mittelgebirge.

Rund um den Höhenzug verläuft auf rund 80 km

der Fahrradrundweg Deisterkreisel und verknüpft

Orte und Landschaft miteinander. Auch hier können

durch die ausgezeichneten S-Bahn-Verbindungen je

nach Lust und „Puste“ verschiedene Teilstrecken gefahren

werden.

Radkarten ohne Versandkosten erhältlich:

Leine-Heide-Radweg, der Grüne Ring, Deisterkreisel,

FAHR RAD!

Beratung und Verkauf: Tel. 05 11 / 36 61 - 9 81

© Foto: Wandermagazin-Archiv

© Fotos: www.bilderfilm.de

Tourismus Region Hannover e.V.

Prinzenstraße 12 | 30159 Hannover

Tel. 05 11 / 36 61 - 9 81

info@tourismusregion-hannover.de

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Moderne Zeiten!

Auch die Industriegebiete Niedersachsens wie die Autostadt Wolfsburg erkennen ihr touristisches Potenzial. Eventtourismus und

Erlebniswelten für Tagesreisende bieten Spaß für alle.

Sommer in Hannover

Maschseefest Nordufer

* Nach Verfügbarkeit. Es gelten die AGB der

Hannover Marketing und Tourismus GmbH.

Crazy Crossing

Ihr Erlebnispaket

„Eintauchen ins Maschseefest“

· 1 Übernachtung im DZ inkl. Frühstück im 4**** Hotel

· 1 einstündige Rikschafahrt ab Hotel um den Maschsee

· 1 Verzehrgutschein im Wert von 10,- p. P. für ausgewählte

Gastronomie

89,- *

Preis pro Person

im Doppelzimmer

Buchungszeitraum: 29.07. – 16.08.2009

Die Buchungshotline für Ihr Erlebnispaket

0511 / 12345 - 333

Weitere spannende Erlebnispakete finden Sie unter www.hannover.de/erlebnispakete.

Aufbau internationaler Geschäftsbeziehungen

in Osteuropa und Asien

Wir schlagen Brücken für Ihr Auslandsengagement

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Telefax 05141.973-200

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einem touristischen Leuchtturm gemacht. Eine solche Künstlerdichte

sucht man bundesweit vergebens. „Kunst, Moorkultur

und Natur – das sind die Punkte, die wir in Osterholz verbinden.“

Eine derartige Besetzung von touristischen Nischen

ist überall dort erforderlich, wo der gängige Standardtourismus

nicht Fuß fassen konnte. Mit der Spezialisierung des

Angebots für bestimmte regionale oder interessenorientierte

Kundenschichten kann der Weg für einen krisenfesten und

zukunftsorientierten Regionaltourismus geebnet werden.

„Krise hin oder her, mit unseren Strategien und der Orientierung

auf Kunst und Natur verzeichnen wir einen moderaten,

aber stetigen Zuwachs an Besucherzahlen“, so Thorsten

Klabunde. Das spricht für die gelingende Besetzung einer

touristischen Nische.

Ein Augenmerk auf die zukünftigen Entwicklungen des

Tourismusmarktes hat auch Nicole Lüdicke, Referentin für

Innenstadtmarketing und Tourismus bei der Wirtschafts- und

Innovationsförderung Salzgitter GmbH. „Als großes Industriegebiet

haben wir bislang keine hohen Erwartungen an

das Tourismusgeschäft gehabt. Der Großteil der Übernachtungen

wurde durch Geschäftsreisende und viel mehr noch

durch Montagearbeiter bestritten.“ Doch die wirtschaftlichen

Veränderungen der letzten Zeit zeigen rückläufige Übernachtungszahlen.

„Es stellt sich uns schon die Frage, was nach den

Geschäftsreisenden kommt.“ Dann gilt es, regionale Stärken

zu erkennen und die sich daraus ergebenden Chancen zu

nutzen. „Wir sitzen hier zwischen den Stühlen. Nicht ganz

Harz, nicht ganz Lüneburger Heide. Doch als Flächenstadt

können wir ein idealer Standort für den Radwandertourismus

werden – daran arbeiten wir seit einiger Zeit“, umreißt

Frau Lüdicke die aktuellen Planungen auf dem Gebiet der

Reisewirtschaft. „Die städtischen Erholungsgebiete, die in

den letzten Jahren verstärkt ausgebaut wurden, werden in

dieses Konzept eingebunden.“ In besonderer Weise tritt dabei

der Salzgittersee in den Vordergrund. „Vom neuen Piratenspielplatz

bis zur Wasserskianlage wird dort einiges geboten.

Regelmäßige Seefeste und Events wie unser spektakulärer

Drachenboot-Cup zeigen ganz deutlich, dass wir auch als

Industriestandort in der Lage sind, uns der Konkurrenz zu

stellen.“ Das Segment des Eventtourismus hat bereits einen

festen Platz in der städtischen Marketingstrategie gefunden.

Doch auch an den klassischen Tourismuszentren geht die

veränderte wirtschaftliche Situation nicht spurlos vorüber.

Das kann auch Frank Hartmann von der Tourismusinformationszentrale

in Bad Lauterberg, einem der zahlreichen

idyllisch gelegenen Harzer Kurorte, berichten. „Durch die

Gesundheitsreform und den damit verbundenen Einbruch bei

der Verschreibung von Kuranwendungen sind Kurbäder wie

Bad Lauterberg stellenweise hart getroffen worden. Einige

Häuser vor Ort mussten schließen, andere haben ihr Angebot

angepasst und bieten nunmehr verstärkt Erholungsurlaube

und Wellnessferien an.“ Diese individualisierte Kundenansprache

ist Kern der Neuausrichtung des Ortes. „Sicherlich

haben wir einige Pluspunkte gegenüber anderen Kurbädern

im Harz. Wir sind schließlich das einzige staatlich anerkannte

Kneipp-Heilbad im Harz. Darauf sind weite Teile unserer touristischen

Infrastruktur ausgelegt.“ Neben den Bereichen Kur

und Wellness haben sich auch die Bereiche Familienurlaub


50 Tourismusland regjo niedersachsen RegJo niedersachsen Tourismusland 51

EXPANSION 2009

8. Fachmesse für

Gewerbeimmobilien

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Schöne Aussichten!

Vor Ort!

Sommer in Hannover

Gewerbeflächen im Landkreis

Soltau-Fallingbostel

Salzgittersee. Den Wandel forcieren. Touristisch wenig erschlossene

Regionen schärfen ihre Profile für den reisenden Kunden. Nischen besetzen

heißt es da, beispielsweise mit Wassersportaktivitäten.

Segeltörn auf dem Dümmer. Naherholung ist ein touristisches

Segment mit Zukunft. Viele der niedersächsischen

Regionen setzen auf den Kurz- oder Tagestourismus.

GOP Varieté-Theater

* Nach Verfügbarkeit. Es gelten die AGB der

Hannover Marketing und Tourismus GmbH.

Int. Feuerwerkswettbewerb

Ihr Erlebnispaket für Club und Clique

„Feuerwerk der Sinne“

· 2 Übernachtungen im DZ inkl. Frühstück im 3*** Hotel

in der Innenstadt

· 1 GOP Genießerarrangement am Freitagabend bestehend aus:

Zutatenbuffet im Restaurant Gondel ab 19:30 Uhr,

Varietéshow um 22:00 Uhr

· 1 individuelle Stadtführung am Samstag, Uhrzeit nach Wunsch

· 1 Eintrittskarte für den 19. Internationalen Feuerwerkswettbewerb

für Samstagabend

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Gruppenpreis ab

10 Personen p. P.

Termine und Gastländer:

21.08. – 23.08.09 China

04.09. – 06.09.09 Malta

18.09. – 20.09.09 Türkei

Die Buchungshotline für Ihr Erlebnispaket

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Weitere spannende Erlebnispakete finden Sie unter www.hannover.de/erlebnispakete.

• Lage im Zentrum der Metropolen

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… und was können wir für Sie tun?

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Tel. 05191 - 970 - 673, wirtschaftsfoerderung@heidekreis.de, www.heidekreis.de

und Wanderurlaub verstärkt etablieren konnten. Doch gerade

der Wellnessbereich boomt in den letzten Jahren. Nora Oelkers,

Wellness-Expertin und Inhaberin des Spa & Wellness

Resorts Romantischer Winkel in Bad Sachsa betont, dass der

Trend für den Wellness-Urlaub weit über bisherige „Streichelmassagen“

hinausgeht. „Alleinreisende, Familien und Paare

fragen verstärkt individuelle Angebote nach. Diese sollen

neben Erholung auch Aktivität und intellektuelle Anregung

sowie persönliche Hilfen für nachhaltige Gesundheitswirkung

bieten“, so Nora Oelkers. Solche Konzepte werden jedoch

nicht allein, sondern mit anderen Gemeinden in der Kooperationsgemeinschaft

„Harzer Sonnenseite“, einem Zusammenschluss

diverser Kur- und Erholungsorte des südlichen

Harzes, beworben und umgesetzt. Regionale Kooperation ist

ein starker Trend der letzten Jahre.

Doch auch die großen Dachmarken Harz, Nordsee,

Lüneburger Heide und Weserbergland sind sich der sich

ändernden Rahmenbedingungen bewusst und denken um.

Der wohl älteste, dauerhaft betriebene Zusammenschluss von

Gemeinden zum gemeinsamen Werben für eine Dachmarke

findet sich im Harz. „Der Harzer Verkehrsverbund existiert

bereits seit 1904“, erläutert Miriam Fuchs, Pressesprecherin

des Verbundes. „Schon damals haben die Kurbäder und Erholungsorte

des Harzes erkannt, dass man besser dasteht, wenn

man gemeinsam für die Bekanntheit einer Marke wirbt. Heute

sind es rund 250 Städte, Gemeinden und Mitglieder aus

der Wirtschaft, die zusammen für ein positives Image des

Harzes arbeiten und werben.“ Diese Zusammenarbeit und

die Initiativen, die von diesem Verbund ausgehen, haben die

Mitglieder für mögliche Krisen stark gemacht. „Schon lange

vor den eigentlichen Krisenerscheinungen der letzten Monate

haben wir unsere Tourismusoffensive Harz21 ins Leben gerufen.

Wir helfen den Gemeinden, ihre touristischen Stärken zu

erkennen und diese möglichst gewinnbringend auszubauen.“

Denn schon vor Jahren war abzusehen, dass ein Allroundtourismus

ausgedient hat. „Die Städte und Gemeinden wollten

und konnten ein unübersichtliches Spektrum an touristischen

Angeboten nicht mehr tragen.“ So wurden individuelle

Bereiche gestärkt. Unter werbewirksamen Bannern wie KulturHarz,

AktivHarz oder GesundHarz können Städte, die von

Expertenkommissionen besonders positiv beurteilt wurden,

ihre ganz besonderen Stärken dem Touristen vermitteln.

Die Vorteile regionaler Identitäten, der Kooperation von

Städten und Gemeinden und der individualisierten Kundenansprache

liegen auf der Hand. Kostenersparnis und zielsicherer

Zugang zu einem hart umkämpften Markt. Doch gibt

es noch einen weiteren Profiteur: Den Touristen selbst. Denn

all die kleinen Sonderwünsche, die man mit in den Urlaub

nimmt, werden immer konkreter erfüllt. Zahlreiche Plattformen

der Regionen im Internet bieten ein breitgefächertes

Angebot an Informationen über mögliche Reiseziele und lassen

dabei keine Nische unbesetzt.

Niedersachsen bietet viel – und eines ganz besonders:

Schöne Ferien!


54 soziales regjo niedersachsen RegJo niedersachsen soziales 55

Fast ein Kunststück

Die Realität in sozialen Brennpunkten ist perspektivenarm. Umso überraschender die

positiven Ansätze hinter dem Klischee. Zwei Hannoveraner Beispiele.


56 soziales regjo niedersachsen RegJo niedersachsen soziales 57

Auf dem Dach einer ehemaligen Tiefgarage ist im Sahlkamp ein Gemeinschaftsgarten entstanden. Zwölf Familien

verschiedener Nationalitäten bauen hier Gemüse und Blumen an und kommen so miteinander ins Gespräch.


58 soziales regjo niedersachsen RegJo niedersachsen soziales 59

Grün in grau

Der Hannoversche Sahlkamp ist ein Stadtteil mit sozialem Entwicklungsbedarf. Doch nicht nur graue Hochhäuser kennzeichnen das Viertel, sondern auch

ein aktives Netzwerk aus Sozial- und Kulturarbeit sowie die kommunikative Grünfläche des Stadtteilgartens.

Text: Karolin Krause Fotografie: Roberto Hegeler

Graue Hochhäuser mit je zwölf Klingelschildern, von denen die

wenigsten deutsche Nachnamen führen. „Miete mich“-Poster in

verstaubten Fenstern, ein umgestürzter Einkaufswagen im Gras.

Sahlkamp-Mitte heißt dieser Ort, an dem der Alptraum eines jeden

Städteplaners Wirklichkeit zu werden scheint: In dem Stadtteil am

Rande Hannovers schwelen gesellschaftliche Probleme – zumindest

auf den ersten Blick. In schlecht isolierten Hochhäusern stapeln sich

etwa 840 Sozialwohnungen. Viele ihrer Bewohner sind als Flüchtlinge

nach Deutschland gekommen, können sich kaum verständigen

und finden keinen Einstieg in die deutsche Arbeitswelt. Für einige

Familien stellt schon der Antrag auf Kindergeld oder der Schulwechsel

eines Kindes eine Herausforderung dar, die sie nicht ohne die Hilfe

des kommunalen Sozialdienstes bestreiten können. Nur wenige Straßenzüge

entfernt stehen gepflegte Ein- und Zwei-Familien-Häuser,

deren Bewohner nicht einmal mehr zum Einkaufen in ihr Stadtteilzentrum

kommen. „Viel Spaß im Ghetto“, bekommt man zu hören,

wenn man sich in den Sahlkamp aufmacht.

Auf den zweiten Blick fällt jedoch auf, dass in den Straßen

weder Mülltonnen noch Autos brennen. Auch von marodierenden

Jugendbanden ist weit und breit nichts zu sehen. Stattdessen schieben

verschleierte Mütter Kinderwagen über die gepflegten Grünflächen,

die sich zwischen den Hochhäusern erstrecken. Auf einem Hügel

Ein Bauernhof mitten in der Stadt

Eine besondere Oase für die Kinder des Sahlkamps ist seit 1999 der Stadtteilbauernhof. Sie können hier Schafe, Ponys,

Schweine und andere Tiere versorgen, im Garten arbeiten, Basteln oder sich handwerklich betätigen.

thront ein Häuschen in strahlendem gelb und blau, als wäre es aus

einem Märchen entliehen. Das NaDu-Kinderhaus gehört seit seiner

Gründung vor sieben Jahren zu jenen Oasen im Sahlkamp, die so gar

nicht in das Bild vom sozialen Brennpunkt passen wollen. Sie sind

vielmehr ein Beweis dafür, dass sich in Hannovers Problemvierteln

in den letzten 20 Jahren eine Menge getan hat: Bürgerinitiativen

und Selbsthilfeprojekte sind entstanden, die sich um Integration und

Bildung bemühen. Nachbarschaftsläden und Kulturtreffs versuchen,

die Bewohner der Viertel einander näherzubringen und die Stadtteile

mit ihnen gemeinsam zu verschönern. So sieht die Realität in diesen

Stadtteilen nicht mehr ganz so düster aus, wie sie gern gemalt wird.

Im Sahlkamp wurde seit den 1980er Jahren ein enges Netz aus Sozialund

Kulturarbeit aufgespannt, das NaDu-Kinderhaus ist eines der tragenden

Elemente. Als Familienzentrum vereint es unter seinem Dach

einen Hort, einen Mittagstisch sowie Bildungsangebote für Eltern und

versucht, die Familien aus den angrenzenden Hochhäusern miteinander

in Kontakt zu bringen. „Hier leben mehr als 60 Nationalitäten,

da ist es ganz wichtig, zusammenzuarbeiten, statt sich einzureden,

die eigene Kultur sei besser als alle anderen“, erklärt Avan Azad, der

im NaDu-Kinderhaus als Pädagoge tätig ist. Vor elf Jahren kam der

ehemalige Mathematik-Lehrer aus dem Irak nach Deutschland und

landete über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme im Sahlkamp. Heute

ist er hier fast unentbehrlich, denn er spricht Kurdisch, Englisch,

ein bisschen Persisch und Arabisch. Manchmal begleitet er Kinder aus

den Hochhäusern zur Schule, fragt dort nach, ob alles in Ordnung ist

und vermittelt bei Bedarf zwischen Lehrern und Eltern. Das Kinderhaus

bietet in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Hannover

auch Alphabetisierungskurse für Erwachsene an, die besonders die

Frauen gern in Anspruch nehmen. Bis zu 20 sitzen regelmäßig im

Unterricht zusammen und haben laut Avan „richtig Lust, etwas zu

lernen“.Die Männer lassen sich dagegen eher begeistern, wenn es

um’s Anpacken geht: Eine Sitzgruppe aus Holztischen- und Bänken,

die vor dem Kinderhaus im Gras steht, hat Avan mit einer Gruppe

tatkräftiger Hochhäusler selbst gezimmert.

Direkt neben dem NaDu-Kinderhaus liegt eng von den Hochhäusern

umschlossen eine weitere sprichwörtliche Oase, die man

in einem Problemviertel wohl eher nicht erwarten würde: Auf dem

Dach einer ehemaligen Tiefgarage erstreckt sich ein Gemeinschaftsgarten

von der Größe eines Fußballfeldes. Vor zwei Jahren wurden

hier rund 60 Kubikmeter Mutterboden aufgeschüttet und in zwölf

Gartenparzellen unterteilt. „Anfangs konnten die Familien gar nicht

glauben, dass sie die Muttererde ganz ohne Gegenleistung geschenkt


60 soziales regjo niedersachsen RegJo niedersachsen soziales 61

Bei Fidolo ist immer was los

Wenn Clown Fidolo die Türen zu seiner Spielwohnung in Hannovers Problemviertel Roderbruch öffnet, ist die Bude oft schon innerhalb

kürzester Zeit rappelvoll. Dann werden ethnische Differenzen beigelegt – die Autorität des Clowns steht außer Frage.

„Musik ist ein Zauberwort“

Kinder aus sozial schwachen Familien erhalten im Projekt „Musikpatenschaft“ der Bürgerstiftung Hannover Einzelunterricht an einem

Instrument ihrer Wahl. Durch kleine Erfolgserlebnisse gewinnen sie an Selbstbewusstsein.

bekommen würden“, erinnert sich Avan Azad. Nun bauen hier Türken,

Afghanen, Deutsche, Tunesier, Weißrussen und Iraker Kräuter,

Gemüse und Blumen, aber auch Kulturpflanzen aus der Heimat an.

Viele Nachbarn, die jahrelang Tür an Tür lebten, ohne je miteinander

ins Gespräch gekommen zu sein, trinken nun Tee miteinander, planen

die Bepflanzung gemeinsam und wollen das geerntete Gemüse

später auch einmal auf dem Wochenmarkt verkaufen. Genau diesen

interkulturellen Austausch zu fördern und die Menschen aus

ihren Wohnungen zu locken, hatte sich der Verein Internationale

Stadtteilgärten e.V. bei seiner Gründung zum Ziel gesetzt. Und weil

der erste Garten buchstäblich Früchte trug, sind im Sahlkamp noch

zwei weitere hinzugekommen. Bei der Finanzierung helfen die Bosch

Stiftung und die Sparkasse. Auch das NaDu-Kinderhaus könnte ohne

die Hilfe engagierter Unternehmen nicht überleben: Das Immobilienunternehmen

Pirelli RE, dem die umliegenden Hochhäuser gehören,

stellt das Grundstück kostenlos zur Verfügung. Darüber hinaus hat

die Firma mit einer großzügigen Spende im vergangenen Jahr eine

Sozialarbeiterstelle gesichert.

Doch nicht in allen Problemvierteln können Bürgervereine auf

die kontinuierliche Unterstützung engagierter Unternehmen bauen.

Im Quartier Roderbruch, im Hannoveraner Volksmund auch

„Roderbronx“ genannt, wurde in den 1970er Jahren ähnlich wie

in Sahlkamp-Mitte eine Hochhaussiedlung aufgezogen, in der überdurchschnittlich

viele Ausländerfamilien wohnen. Etwa ein Fünftel

der Menschen im Stadtteil lebt in Armut und lässt sich durch kulturelle

Angebote nur schwer erreichen. Petra Volk versucht es dennoch.

Sie ist Geschäftsführerin der Bürgergemeinschaft Roderbruch und

Leiterin des Kulturtreffs, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen

feiert. Die Herausforderung, „Kultur in den Stadtteil zu bringen“,

bestreitet sie mit einem Jahresbudget von nur 8.500 Euro – zur Verfügung

gestellt von der Stadt. „Das ist fast schon ein Kunststück“, sagt

ihre Mitarbeiterin Regina Cravillon stolz, denn das Angebot umfasst

mehr als 60 verschiedene Kurse und Workshops, die von Aquarellmalerei

bis zu Stressbewältigungsübungen reichen. Die Nachfrage

im Stadtteil ist groß genug, damit sich der Kursbetrieb selbst tragen

kann. Bei einmaligen Aktionen und kostenlosen Angeboten sieht es

mit der Finanzierung jedoch sehr viel schwieriger aus. „Das ist jedes

Mal wieder ein Kampf“, gesteht Petra Volk, die eben noch begeistert

von dem Mittelalter-Markt des vergangenen Sommers geschwärmt

hat. Damit auch in diesem Jahr wieder Dinkelbrei gekocht und Kerzen

gezogen werden können, musste sie monatelang Spenden und

Sponsorengelder eintreiben.

Ein weiteres Projekt im Roderbruch, dessen Überleben von Jahr

zu Jahr erneut auf der Kippe steht, ist die „Clownswohnung“ im

Osterfelddamm, dem eigentlichen sozialen Krisenherd im Stadtteil.

Hier verteilen sich 600 Sozialwohnungen auf eine triste Hochhauskette.

An zwei Tagen in der Woche flattert ein buntes Banner an der

grauen Fassade und lädt die Kinder des Viertels zum Spielen in eine

fantasievoll eingerichtete Wohnung mit bemalten Fensterscheiben

und weichen Teppichen ein. Seit drei Jahren wohnt hier offiziell

der Clown Fidolo, der eigentlich Horst Schneider heißt und gelernter

Sozialpädagoge ist. Mit der Clownswohnung versucht der Kulturtreff,

den Kindern in der kalten Jahreszeit eine Spielmöglichkeit

direkt vor der Haustür zu bieten. Die Firma Krüger Immobilien stellt

dazu die Drei-Zimmer-Wohnung mietfrei zur Verfügung, mithilfe

der „Aktion Mensch“ konnte sie eingerichtet werden. Ein Raum ist

ganz der Clownerie gewidmet und deshalb mit schiefen Tischen und

Stühlen, einem gelben Wippsofa und allerlei Clownsutensilien ausgestattet.

Nebenan gibt es einen Kostümfundus, eine Karaokebühne

und einen Schwarzlichtraum zu entdecken. Wer hier mal für kleine

Clowns muss, der besteigt einen Toiletten-Thron und nimmt unter

einem königsblauen Baldachin Platz. „So eine Clownswohnung gibt

es in ganz Deutschland nicht noch einmal“, sagt Horst Schneider und

lächelt dabei stolz über das bunt bemalte Gesicht.

Vormittags besuchen Kindergartengruppen die Wohnung,

durchstöbern die einzelnen Räume und backen Waffeln mit dem

Clown Fidolo. Zur Mittagszeit widmet er sich dem Artistennachwuchs

und weiht zwischen vier und fünf Kinder in die Kunst der Clownerie

ein. Im Anschluss steht dann die Tür zur Clownswohnung offen.

Fünfzehn bis dreißig Kinder zwischen fünf und elf Jahren kommen

regelmäßig, organisieren ihr Spiel selbst und lernen so, Rücksicht

aufeinander zu nehmen. Fast nie geht etwas zu Bruch, auch wenn

die Bude oft rappelvoll ist. Die meisten der Kinder kommen aus der

unmittelbaren Nachbarschaft. Für sie ist der Clown einerseits Spielpartner,

andererseits Autoritätsperson. „Sie wissen, dass ich für sie da

bin, wenn es Probleme gibt“, erklärt Horst Schneider. So treten in der

Wohnung manchmal ethnische Feindschaften offen zu Tage, wenn

sich zum Beispiel ein kleiner Albaner standhaft weigert, mit dem

Sinti von nebenan zu spielen. In solchen Fällen greift Schneider ein:

„Wir versuchen dann hier gemeinsam den Knoten zu lösen. Manchmal

vergehen Wochen, bis sich die Kinder die Hand geben können,

aber so lernen sie, Aushandlungsprozesse einzugehen.“ Meist geht es

in der Wohnung aber friedlich und respektvoll zu, denn die Kinder

akzeptieren, dass hier bestimmte Regeln gelten. Für das Jahr 2009 ist

das Bestehen der Clownswohnung noch gesichert, doch ob das bunte

Banner dann weiterhin an der Fassade flattert, hängt davon ab, ob

sich neben der Stadt noch zusätzliche Geldgeber finden lassen.

Petra Volk überlegt deshalb, unter anderem die Bürgerstiftung

Hannover um Förderung zu bitten. Die 1997 gegründete Stiftung hat

es sich zur Aufgabe gemacht, soziale Selbsthilfe-Projekte in der Region

zu unterstützen, um jüngeren Hannoveranern Zukunftsperspektiven

und älteren mehr Lebensqualität zu schenken. Im Roderbruch


62 soziales regjo niedersachsen RegJo niedersachsen soziales 63

„Respekt ist unsere Aufgabe“

Das Jahresmotto des NaDu-Kinderhauses ist im Sahlkamp Programm. Als einer der kinderreichsten Stadtteile Hannovers muss er sich

besonders bemühen, schon den Kleinsten die Bedeutung von Toleranz zu vermitteln.

engagiert sich die Bürgerstiftung schon mit dem Projekt „Musik-Patenschaft“.

Seit Dezember vergangenen Jahres ermöglicht sie damit

zwei sozial benachteiligten Kindern, im Kulturtreff Einzelunterricht

an ihrem Lieblingsinstrument zu nehmen. Dabei trägt die Stiftung

einen Großteil der Kursgebühren. Regina Cravillon, die im Kulturtreff

für Organisation und Verwaltung zuständig ist, sieht in diesem

Projekt eine echte Chance für die Kinder: „Sie kommen aus großen

Familien, in denen sie sich die Aufmerksamkeit ihrer Eltern mit den

Geschwistern teilen müssen. Im Unterricht geht es vielleicht zum

ersten Mal nur um sie. Das stärkt das Selbstbewusstsein enorm.“

„Musik ist ein Zauberwort“, glaubt auch Sabine Hartmann, die das

Projekt bei der Bürgerstiftung initiiert hat. Das Musizieren fördert

ihr zufolge die Disziplin und das Durchhaltevermögen, beruhigt und

tröstet. Nach nur wenigen Monaten Laufzeit gibt ihr der Erfolg Recht,

denn sowohl auf Seiten der Eltern, als auch bei potenziellen Partnern

wie dem Staatsorchester oder der Streicherakademie ist das Interesse

an dem Projekt groß. Die Bürgerstiftung nimmt deshalb nach den

Osterferien 30 neue Musikschüler in das Programm auf, die ihren

Lehrern als musikbegeistert aufgefallen sind. Das Ziel wäre es, so

Sabine Hartmann, irgendwann allen begabten Kindern diese Chance

zu bieten. Doch ob das gelingt, hängt einmal mehr von der Höhe der

eingehenden Spenden ab.

Während sich Petra Volk und Sabine Hartmann um die Finanzierung

ihrer Projekte sorgen, wird auf ihrem Rücken Politik betrieben. Niedersachsens

Innenminister Uwe Schünemann verkündete zu Beginn

des Jahres, die Bemühungen um Integration in Niedersachsen und

insbesondere in Hannover hätten zu einem deutlichen Rückgang

der durch Ausländer verübten Straftaten geführt. Dabei stützte er

sich auf die Kriminalstatistik für das Jahr 2008, die tatsächlich einen

sinkenden Anteil der Ausländer an allen mutmaßlichen Straftätern

verzeichnete. Dass Sozialarbeiterinnen wie Petra Volk bei potenziellen

Sponsoren Klinke putzen gehen mussten, um ihren Beitrag zu diesem

Erfolg überhaupt leisten zu können, hat er nicht erwähnt. Aber

auch in Zukunft werden Bürgerinitiativen und Selbsthilfeprojekte

in ihrer nachhaltigen und ursachenorientierten Arbeit auf finanzielle

Förderung und ein klares soziales Bekenntnis angewiesen sein.

Einen Ansatz dazu stellt die Initiative „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf

– die Soziale Stadt“ dar. Gemeinsam mit dem Bund

unterstützt das Land dabei Sanierungsarbeiten in mehr als dreißig

Problemvierteln in ganz Niedersachsen. Diesen März wurde auch der

Sahlkamp in das Programm aufgenommen.

Trotz Erfolgsmeldungen aus der Politik bleibt die soziale Lage

in einigen Stadtteilen brisant. Hannovers Sozialdezernent Thomas

Walter schätzt, dass 80.000 Menschen im Stadtraum Hannover in

Einkommensarmut leben. Doch weil es gegen Armut und

ihre Folgeprobleme keinen Königsweg gibt, den die Stadt

allein gehen könnte, setzt auch Walter auf das Potenzial zur

Selbsthilfe, das sich in den Vierteln regt. Wie ideenreich das

genutzt werden kann, demonstrieren Errungenschaften wie

die Stadtteilgärten und das NaDu-Kinderhaus im Sahlkamp,

die Clownswohnung und der Kulturtreff im Roderbruch eindrucksvoll.

Überall sind es Menschen wie Avan Azad, Petra

Volk und der Clown Horst Schneider, die sich unermüdlich

dafür einsetzen, dass Autos und Mülltonnen auch in Zukunft

nicht in Flammen aufgehen. Die Realität in Niedersachsens

Problemvierteln sieht anders aus als etwa in den Pariser Vorstädten.

Die weitere Entwicklung wird jedoch auch davon

abhängen, wie sensibel die öffentliche Diskussion um diese

Viertel in der Zukunft geführt wird. Denn es sind Begriffe

wie „sozialer Brennpunkt“, die einerseits Probleme benennen,

andererseits aber auch eine Stigmatisierung darstellen,

gegen die sich die betroffenen Stadtteile wehren. Sicher ist

jedoch, dass Berührungsängste und Vorurteile hier niemandem

weiterhelfen.

Spendenkonten

Die hier vorgestellten Projekte leben von Spenden und Zuwendungen, selbst

kleine Beiträge sind willkommen. Wer etwas zum Erhalt der engagierten

Arbeit beitragen will, findet hier einige Spendenkonten der vorgestellten

Einrichtungen:

Für den Kulturtreff und die Clownswohnung am Roderbruch:

Bürgergemeinschaft Roderbruch e.V.

Sparkasse Hannover

BLZ: 250 501 80, Konto: 78 53 69

Für das NaDu-Kinderhaus und den Stadtteilbauernhof im Sahlkamp:

SPATS e.V. – NaDu Kinderhaus

Sparkasse Hannover

BLZ: 250 501 80, Konto: 900 180 676

Für die Musikpatenschaft der Bürgerstiftung

Bürgerstiftung Hannover

Sparkasse Hannover

BLZ: 250 501 80, Konto: 844 004, Verwendungszweck: Projekt MUPA


64 bildungsregionen regjo niedersachsen regjo Niedersachsen bildungsregionen 65

Das Bildungsnetz

Bildung ist nicht mehr nur Angelegenheit der klassischen Bildungseinrichtungen – in Niedersachsen etablieren sich

regionale Netzwerke, die Defizite des Bildungssystems auffangen und die Bildungsqualität steigern wollen.

Bildungsregion Heidekreis

Bildungsregion Braunschweig

Text: Sven Grünewald Fotografie: Niedersächsisches Kultusministerium, Regionalverband Südniedersachsen

e.V., Bildungs- und Kultur gemeinnützige GmbH, Bildungsregion Emsland, Projekt

Region Braunschweig GmbH, Landkreis Osterholz

Im Kultusministerium hat man gut zu tun. Dort werden die neun

Bildungsregionen Niedersachsens betreut – Netzwerke regionaler

Bildungseinrichtungen, deren Ziel die Förderung der Bildungsqualität

vor Ort ist. Die Defizite sind bekannt: Mangel an vorschulischer

Betreuung, Schulabbrecher, der mitunter schwierige Übergang von

der Schule in den Beruf beziehungsweise in die Ausbildung. Daneben

gilt es aber auch, den Trend zum lebenslangen Lernen zu Menschen

zu tragen, die das Bildungssystem teils schon lange verlassen haben,

kurz: eine Renaissance des Bildungswesens durch ein engmaschigeres

Bildungsnetz zu bewerkstelligen.

Seit Anfang des Jahrtausends gibt es gegen diese Problemkonstellation,

maßgeblich mit angestoßen von der Bertelsmann Stiftung,

entsprechende Ansätze zu regionalen Bildungsverbünden. Der Erfolg

ist sichtbar, eine Vielzahl von Initiativen hat sich herausgebildet, mit

teils großen Unterschieden in Organisation und Umsetzung, dafür

aber teilen sie alle das gleiche Ziel. Hier stellen sich acht von ihnen

vor bis auf die Bildungslandschaft Oldenburg. Dort hat die Leitstelle

der Region des Lernens erst Anfang 2009 ihre Vernetzungsarbeit

zwischen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen aufgenommen.

Kontakt: www.bildungsbuero-heidekreis.de

Gründungsjahr/Laufzeit: 2008 bis 2012

Träger: Landkreis Soltau-Fallingbostel

Aktivitäten/Ziele: Nach der ersten Bildungskonferenz im Landkreis

Soltau-Fallingbostel gründete sich 2007 der Verein zur Verbesserung

der Bildungschancen im Landkreis Soltau-Fallingbostel e.V. Der Landkreis

bewarb sich in Kooperation mit dem Verein erfolgreich um die

Förderinitiative „Regionales Übergangsmanagement“. Zur Umsetzung

wurde im August 2008 das Bildungsbüro Heidekreis mit der Koordinierungsstelle

Übergang Schule–Beruf eingerichtet. Dafür stehen

eine Projektleitung und eine Projektassistenz zur Verfügung, weitere

Projekte sind beantragt, um die Bildungsbeteiligung im Landkreis zu

erhöhen.

Ziel ist, den Anteil von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne

beruflichen Abschluss nachhaltig zu senken. Ferner regionale Akteure

und Projekte im Übergangsmanagement zu vernetzen sowie transparente

Strukturen zu schaffen.

Bisherige Erfolge: Angesichts der erst kurzen Tätigkeit noch work

in progress. Gewonnene Kooperationspartner sind Bildungsträger,

Unternehmen, Wirtschaftsverbände, soziale Einrichtungen, Verwaltungen,

Schulen, Eltern und die Agentur für Arbeit. Es gibt verschiedene

Angebote: Beratung, Workshops, Arbeitsgruppen sowie Paten-/

Mentoringprogramme. Zudem wird zurzeit ein Bildungsportal erstellt,

um Informationen abzurufen und in einem „Werkzeugkoffer“ Arbeitsmaterialien

und Konzepte auszutauschen.

Kontakt: www.bildungsregionbraunschweig.de

Gründungsjahr/Laufzeit: Das Projekt begann 2005 und läuft im Sommer

2009 aus; die Bertelsmann Stiftung ist im Dezember 2008 wie

vereinbart ausgestiegen.

Träger: Das Projekt „Erweiterte Eigenverantwortung in Schulen und

Qualitätsvergleiche in Bildungsregionen und Netzwerken“ ist ein

Gemeinschaftsprojekt des Niedersächsischen Kultusministeriums, der

Bertelsmann Stiftung und 27 Kommunen der Region Südost-Niedersachsen.

Das Projektbüro bei der Projekt Region Braunschweig GmbH

setzt das Projekt um.

Aktivitäten/Ziele: Das Projekt hat im Kern die Qualitätsverbesserung

von Schulen aller Schulformen und die Vernetzung der Stationen entlang

der Bildungsbiographie von Kindern und Jugendlichen zum Ziel.

Das aus zwei Personen bestehende Projektbüro koordiniert die Qualifizierungsmaßnahmen

für Schulleitungen und schulische Steuergruppen,

organisiert die verpflichtenden schulischen Selbstevaluationen

mit SEIS für Lehrkräfte, Schüler und Eltern und richtet regelmäßig

gemeinsame Fachtagungen aller 88 Projektschulen aus. Das Projektbüro

gestaltet die Sitzungen der Gremien im Projekt, so der Regionalen

Steuergruppe, des Arbeitskreises der Schulleitungen und des Arbeitskreises

der Schulträger. Ferner ist das Projektbüro Ansprechpartner für

die Projektbeteiligten in allen Fragen rund um das Projekt.

Bisherige Erfolge: Das Projekt hat die genannten Themen im Wesentlichen

erfolgreich bearbeitet, wie die Rückmeldungen aus den Schulen

und externen Evaluationen bestätigen.


66 bildungsregionen regjo niedersachsen regjo Niedersachsen bildungsregionen 67

Lernwelt Landkreis Verden

Kontakt: Landkreis Verden, schwetje-arndt@landkreis-verden.de

Gründungsjahr/Laufzeit: seit 2006 kontinuierlicher Aufbau

Träger: Landkreis Verden

Aktivitäten/Ziele: 2006 wurde unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit

ein Regionales Entwicklungskonzept für den Landkreis erarbeitet

und dabei das Thema Wissensregion als profilbildendes Handlungsfeld

identifiziert. Es wurden Leitziele erarbeitet und im Dezember 2008

präsentiert. Zur Umsetzung dieser Ziele wurde im nächsten Schritt, in

Kooperation von Berufsbildenden Schulen, Kreisvolkshochschule und

der Wirtschaftsförderung des Landkreises, ein öffentliches Bildungsnetzwerk

gegründet, dem derzeit 30 Akteure aus Schule, Politik, Wirtschaft,

Vereinen und Verbänden angehören. Aktuell wurde im April

2009 auf Beschluss des Kreistages eine Arbeitsgruppe zur Schaffung

einer wohnortnahen und vielseitigen Schulstruktur eingerichtet.

Ziel des Bildungsnetzwerkes ist es, die bildungsrelevanten Akteure

miteinander zu vernetzen, um gemeinsam Angebote für lebenslanges

Lernen zu entwickeln und anzubieten. Die bislang vielfältigen Einzelprojekte

sollen strategisch gebündelt, verstetigt und zu einer regionalen

Bildungslandschaft im Sinne eines vernetztes Gesamtsystems weiterentwickelt

werden, das die Menschen in jeder Phase ihres Lebens als

potenziell Lernende anspricht und alle Lebensbereiche (Arbeit, Freizeit,

Familie, Kultur, Politik) als Lernfelder einbezieht. Um dieses Ziel

(schneller) zu erreichen, hat der Landkreis Verden einen Antrag auf

Förderung beim ESF-Bundesprogramm Lernen Vor Ort eingereicht.

Bisherige Erfolge: Die Berufsbildenden Schulen Verden sind seit 2007

Leitstelle einer „Region des Lernens“ und haben ein Selbstlernzentrum

eingerichtet. Aktuell hat der Landkreis Verden den Zuschlag für die

ESF-geförderte Koordinierungsstelle „Schulverweigerung“ erhalten.

Bildungsverbund Nordost-Niedersachsen

Kontakt: www.bildungsverbund-non.de

Gründungsjahr/Laufzeit: April 2007 bis 31. Dezember 2009

Träger: Bildungs- und Kultur gemeinnützige GmbH. Förderung zu 83,9

Prozent aus dem Regionalisierungsfonds des Landwirtschaftsministeriums.

Die Landkreise Lüchow-Dannenberg, Uelzen und Lüneburg

sowie die Stadt Lüneburg beteiligen sich an der Kofinanzierung zu

gleichen Teilen.

Aktivitäten/Ziele: Ziel ist es, durch verschiedene Projekte und Initiativen

mehr Transparenz in die vielfältige Bildungslandschaft zu bringen,

um einen adressatenorientierten und umfassenden Überblick über

die Bildungsangebote der Region Nordost-Niedersachsen zu bieten,

Foren zum Informations- und Meinungsaustausch zu initiieren und

umzusetzen. Daneben sollen Kooperationsprojekte in verbindlicher

Organisationsform geplant und durchgeführt werden, Schulen und

Schulträger, Betriebe, Unternehmen, Ämter und Institutionen thematisch

oder projektbezogen vernetzt und ein Service rund um das

Thema Bildung angeboten werden.

Bisherige Erfolge: Ebenfalls noch work in progress. Aktuell: Entwicklung

und Erstellung einer Datenbank, Übernahme der regionalen

Koordination „Haus der kleinen Forscher“, Kooperation mit dem Institut

für frühkindliche Bildung und Entwicklung. Kooperation mit dem

Qualifizierungsnetzwerk „Region des Lernens“ und Vernetzung der

Leitstellen. Schwerpunktthema Übergang Schule–Beruf: Kooperationen

mit HWK, IHK, Agentur für Arbeit, ARGE, Universität, Bildungsträgern,

Unternehmen in der Region. Kooperationsveranstaltung mit

der Metropolregion Hamburg/Bildungsmarketing, daneben weitere

Veranstaltungen und Fachkonferenzen.

Bildungsregion Emsland

Kontakt: www.bildungsregion-emsland.de

Gründungsjahr/Laufzeit: 1. August 2005 bis 31. Juli 2009, Fortsetzung

geplant

Träger: Der Landkreis Emsland ist eine Modellregion aus dem Kooperationsprojekt

zwischen der Bertelsmann Stiftung und dem Niedersächsischen

Kultusministerium „Erweiterte Eigenverantwortung in Schulen

und Qualitätsvergleiche in Bildungsregionen und Netzwerken“.

Aktivitäten/Ziele: Das Ziel der Bildungsregion Emsland ist es, die vielfältigen

und erfolgreichen Aktivitäten im Bildungssektor im Emsland

noch effektiver auf die Belange der Kinder und Jugendlichen auszurichten.

Dabei steht die gemeinsame Verantwortung für eine gelingende

Bildungsbiographie von Kindern und Jugendlichen an erster

Stelle. Die Bildungsbiographie von Kindern und Jugendlichen soll

ohne Brüche verlaufen. Jedes Kind soll eine Chance haben.

Es gibt ein Bildungsbüro im Kreishaus mit einer Projektleitungsstelle

und einer Assistenzkraft sowie eine regionale Steuerungsgruppe, in der

Vertreter des Niedersächsischen Kultusministeriums, des Landkreises

Emsland und anderer Schulträger, der Landesschulbehörde und verschiedener

Schulformen miteinander arbeiten.

Bisherige Erfolge: 107 der insgesamt 189 Schulen haben gemeinsam

und systematisch an der Weiterentwicklung ihrer schulischen Qualität

gearbeitet. Damit ist das Emsland die Bildungsregion in Niedersachsen

mit dem höchsten Durchdringungsgrad von rund 56 Prozent. Schulen

und andere Bildungsinstitutionen haben diverse Projekte zur vertikalen

und horizontalen Vernetzung initiiert. Insbesondere sind freiwillig

etliche Schulverbünde gegründet worden.

Die Erfolge sind durch eine Projektevaluation, den Regionalen Bildungsbericht

2008, der als zukünftige Grundlage für bildungspolitische

Entscheidungen dienen soll und der der erste Bildungsbericht für

einen Landkreis in dieser Darstellungstiefe ist, sowie Ergebnisse der

Schulinspektion belegbar.

Bildungsregion Göttingen

Kontakt: www.bildungsregion-goettingen.de

Gründungsjahr/Laufzeit: Initiativenbeginn 2006; Projektlaufzeit vom

1. August 2008 bis 31. Juli 2011

Träger: Regionalverband Südniedersachsen e.V. Finanzierung durch

das Landwirtschaftsministerium sowie die Landkreise Osterode am

Harz, Northeim, Göttingen und Stadt Göttingen.

Aktivitäten/Ziele: Eine Mitarbeiterin im Bildungsmanagement sowie

eine Teilzeitkraft engagieren sich für eine Verbesserung der Übergänge

im Bildungssystem. Mit der frühkindlichen Bildung und dem Übergang

von der Schule in den Beruf konzentriert sich die Bildungsregion

auf zwei besonders sensible Wechselsituationen. Verbessert und

ausgebaut werden die Kooperationen von Bildungsinstitutionen und

-bereichen. Das einzelne Kind und der einzelne Jugendliche stehen

dabei im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Zu den Kerngedanken

der Bildungsregion zählt zudem der Anspruch, soziale Unterschiede

durch die Förderung von Bildung zu reduzieren. Abgestimmt wurde

das Vorgehen eng mit der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen,

der Bürgerstiftung Göttingen und dem Verein Impuls – Schule und

Wirtschaft.

Bisherige Erfolge: Zu den derzeit wichtigsten Aufgaben zählt die

Initiative SchulBetrieb im Arbeitsfeld Übergang Schule–Beruf: In der

Anbahnung von Lernpartnerschaften zwischen Betrieben und Schulen

geht es um eine praxisnahe Berufsorientierung und die passgenaue

Vermittlung von Auszubildenden. Die Koordination des Bundesprogramms

„Haus der kleinen Forscher“ für Kindergärten in Südniedersachsen

bildet den Schwerpunkt der Arbeit im frühkindlichen Bereich.

Ziel ist es, Kindern im Kindergartenalter für Naturwissenschaft und

Technik zu begeistern. Drei Coaches, die im Phaeno in Wolfsburg qualifiziert

wurden, haben in den vergangenen Monaten sechzig Erzieherinnen

und Erzieher geschult, die nun ihrerseits in ihren Kindertagesstätten

mit den Kindern einfache Experimente machen.


68 bildungsregionen regjo niedersachsen regjo Niedersachsen bildungsregionen 69

Region des Lernens Osnabrücker Nordkreis

Touristikverband Landkreis Rotenburg

zwischen Heide und Nordsee e.V.

Am Pferdemarkt 1, 27356 Rotenburg

Tel. 04261/8196-0, Fax 04261/8196-20

info@TouROW.de, www.TouROW.de

www.radfernweg-hamburg-bremen.de

www.wuemme-radweg.de

Südheide gifhorn gmbh

Marktplatz 1, 38518 Gifhorn

Tel. 05371 / 88175 - Fax 05371 / 88311

info@suedheide-gifhorn.de

www.suedheide-gifhorn.de

tourist-information, göttingen Shop

Altes Rathaus, Markt 9

37073 Göttingen

Tel. 05 51 / 4 99 80-0

Fax 05 51 / 4 99 80-10

tourismus@goettingen.de

www.goettingen-tourismus.de

kur- und touristinformation

Ritscherstraße 4, 37431 Bad Lauterberg im Harz

Tel. 05524/92040 - Fax: 05524/5506

info@badlauterberg-harz.de

www.badlauterberg-harz.de

braunschweig Stadtmarketing gmbh

Touristinfo

Vor der Burg 1

38100 Braunschweig

Tel. 0531-470-2040

Fax 0531-470-2044

touristinfo@braunschweig.de

www.braunschweig.de/touristinfo

Kontakt: Berufsbildende Schulen des Landkreises Osnabrück in Bersenbrück,

region-des-lernens@bbs-bersenbueck.de

Gründungsjahr/Laufzeit: Seit 1. November 2001 kontinuierliche Tätigkeit

Träger: Berufsbildende Schulen

Aktivitäten/Ziele: Die Übergänge von allgemeinbildenden Schulen

in die berufsbildenden Schulen sollen vor allem für lernschwache

Jugendliche verbessert werden. Eine Bildungsstiftung fördert Projekte,

die ohne finanzielle Unterstützung nicht durchführbar wären.

Die Zusammenarbeit mit den Hauptschulen und Schulen für Lernhilfe

gestaltet sich durch die vereinbarten Aktivitäten sehr positiv. Durch

die Zusammenlegung einiger Haupt- und Realschulen zu Zentren sind

auch Realschulen verstärkt in den Fokus der Kooperation genommen

worden. In Zusammenarbeit mit Betrieben wird Schülern die berufliche

Praxis nähergebracht.

Die Vernetzung von Schülerfirmen der Region bei Wahrung der

bestehenden Infrastruktur ist ein weiterer Schwerpunkt, umgesetzt

in gemeinsamen Workshops.

Bisherige Erfolge: Bisherige Erfolge liegen in der Planung und Vorbereitung

des Übergangs in die Berufsausbildung, der Unterrichtskooperation

zwischen Berufsbildenden und Allgemeinbildenden Schulen

kommt dabei ein hoher Nutzen zu. Lehrkräfte der Berufsbildenden

Schulen bieten durch berufspraktische Lehre insgesamt eine Unterrichtsversorgung

im Umfang von etwa 3.000 Stunden an – sowohl in

den Werkstätten der BBS als auch in den allgemeinbildenden Schulen.

Zudem gibt es Schnuppertage zur Orientierung und Vorstellung

der Berufsfelder ebenso wie Infoveranstaltungen zu Beruf und Ausbildung.

Der Praktikumsatlas BINKOS wird dezentral gepflegt. Die

Schüler erfassen zur Berufsorientierung und -information bestimmte

Daten, die sie in den Betrieben während der Praktika abfragen.

Bildungslandschaft Landkreis Osterholz

Kontakt: Bildungskontor, bildung@landkreis-osterholz.de

Gründungsjahr/Laufzeit: Einrichtung des Bildungskontors 2005, fortlaufend

Träger: Landkreis Osterholz

Aktivitäten/Ziele: Ziel des Landkreises Osterholz ist es, die Bildungsqualität

im Landkreis messbar zu steigern, eine höchstmögliche Qualifikation

für alle zu erreichen und die Fähigkeit und Bereitschaft für

lebenslanges Lernen der Bürger zu fördern.

Das Bildungskontor bietet ein dauerhaftes Unterstützungsangebot

und dient als koordinierende Plattform für die Bildungsakteure im

Landkreis. Das Bildungskontor beschäftigt derzeit 1,4 Mitarbeiter und

übernimmt vor allem Dienstleistungs- und Managementaufgaben, insbesondere

im Rahmen der Vernetzung. Kooperationspartner sind alle

Bildungsakteure in der Region – Schulen, Bildungsträger, Wirtschaft,

Wissenschaft etc.

Bisherige Erfolge: Das Bildungskontor bündelt seine Aktivitäten in den

drei Arbeitsbereichen Frühkindliche Bildung, Übergang Grundschule–

weiterführende Schule sowie Übergang Schule–Beruf und hat inzwischen

durch die Begleitung von Arbeitskreisen und die Organisation

von (Fortbildungs-)Veranstaltungen erfolgreich zur Weiterentwicklung

der Bildungslandschaft Osterholz beigetragen.

Zuletzt diskutierten auf der bereits 3. Regionalen Bildungskonferenz

des Landkreises Bildungsexperten aus Schulen, Wissenschaft, Wirtschaft

und Politik unter dem Motto „Mehr Bildungschancen für Kinder

und Jugendliche im Landkreis Osterholz“ die Möglichkeiten von

Schulen, ihre Bildungsqualität weiter zu verbessern. Die identifizierten

Maßnahmen, etwa die Förderung des selbstgesteuerten Lernens, sollen

im nächsten Schritt gemeinsam mit den Schulen umgesetzt werden.


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2003 als einmalige Veranstaltung geplant wurde Pop Meets Classic ein solcher

Erfolg, dass die Pop-Classic-Symbiose seit 2005 jährlich stattfindet. Nun überzeugt

das Konzept auch europaweit.

Rockt, lockt und hallt

„Und der EVVC Award 2009 geht an – die Lokhalle Göttingen!“

Gleich zweimal räumte das Veranstaltungsmanagement

der Göttinger Lokhalle bei der Vergabe der diesjährigen

europaweiten EVVC Awards ab. Die Preise wurden in der

gegenwärtigen Form zum dritten Mal vom Europäischen Verband

der Veranstaltungs-Centren e.V., kurz EVVC, vergeben

– einem Verbund von über 560 Veranstaltungszentren, Kongresshäusern,

Arenen und Special Event Locations in Europa.

Zum Vergleich: Deutschlandweit gibt es etwa 1.400 entsprechende

Einrichtungen. Während Sonder-Awards Einfallsreichtum

und unternehmerisches Engagement honorieren,

dient der Best Center Award direkt dem Qualitätsmanagement

der teilnehmenden Einrichtungen: Anhand standardisierter

Kriterien geben sowohl eine unabhängige Jury als

auch die Kunden der jeweiligen Einrichtung eine Bewertung

ab, die jedem Wettbewerbsteilnehmer ein relativ objektives

und schonungsloses Feedback geben.

Schließlich hatte sich auch die Göttinger Lokhalle in

den Wettbewerb gestürzt, der Respekt vor den Bewerbungen

anderer war groß. „Es ist enorm, was andere auf die Beine

stellen. Man nimmt immer eine Menge Impulse aus dem

gegenseitigen Austausch mit“, so Nicole Klammer, Leiterin

des Veranstaltungsmanagements der Lokhalle. Umso größer

die Freude angesichts des unerwarteten aber gleichwohl

erhofften Doppelerfolgs gleich im ersten Anlauf: Die Lokhalle

wurde sowohl zum Best Center gekürt als auch – mit dem

regjo niedersachsen portrait 71

Vom Knotenpunkt einer Schlüsselindustrie über eine Industriebrache hin zur doppelt prämierten Event-

Location ist die Göttinger Lokhalle ein Musterbeispiel für die Umwidmung historischer Baudenkmäler.

Text: Sven Grünewald Fotografie: Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen mbH

Highlight Pop Meets Classic – für die Beste Eigenveranstaltung

ausgezeichnet. Ein Erfolg, den Nicole Klammer eindeutig

dem Teamgeist geschuldet sieht. „Ich sehe das Spitzenteam

im Hintergrund mit seinem super Zusammenhalt und

enormen Potenzial, da ist der Erfolg ganz klar ein Teampreis.

Das endlich schriftlich zu sehen, ist ein schöner Motivationsschub.“

Und ein Erfolg, der pünktlich zum zehnjährigen

Jubiläum kommt.

Dabei stellt die Nutzung als Veranstaltungszentrum nur

die historische Sahnehaube auf der Lokhallengeschichte

dar. 1855 bis 1976 diente sie ihrer ursprünglichen Bestimmung

als Wartungshalle für Lokomotiven, dann stand sie

gute zwei Jahrzehnte leer. Die Diskussion um den Umgang

mit der Industrieruine wogte währenddessen hin und her,

die Abrissgenehmigung lag zwischenzeitlich auch schon vor.

Glücklicherweise teilte die Lokhalle dann doch nicht das

Schicksal des Reitstalls und anderer historischer Teile der

Innenstadt, die der gelegentlichen Göttinger Abrisswut zum

Opfer fielen. Stattdessen setzte sich das heutige Veranstaltungskonzept

durch, damals von großer Skepsis begleitet.

Inzwischen decken die Veranstaltungen die laufenden Kosten

– und der Platz ist eigentlich auch nicht mehr ausreichend.

Neue Erweiterungspläne liegen vor, um die wachsende,

überregionale Nachfrage im Bereich Messen, Tagungen und

Firmenveranstaltungen zu bedienen. Den großen Wurf von

vor zehn Jahren gilt es heute weiterzuwerfen.

www.fh-hannover.de/f1


72 wirtschaft regjo niedersachsen RegJo niedersachsen portrait 73

Internationale Atmosphäre und Ausrichtung sowie langjährige praktische Erfahrung sind Kennzeichen der

Deutschen Management Akademie Niedersachsen in Celle. Dort ist man international gut vernetzt.

Weiterbildung – und mehr

Die Deutsche Management Akademie Niedersachsen in Celle unterstützt Unternehmen bei der Erschließung

neuer Auslandsmärkte – Osteuropa und Asien bilden den Schwerpunkt.

Text: Bernd Lüdke Fotografie: DMAN

Wirtschaftsentwicklung durch Weiterbildung – das ist das Motto der

Deutschen Management Akademie Niedersachsen (DMAN) in Celle.

Sie wurde 1989 vom Land Niedersachsen und Unternehmen aus

der Region gegründet mit dem Auftrag, die Wirtschaftsbeziehungen

zwischen Deutschland, Osteuropa und Asien durch gezielte Qualifizierungsangebote

zu fördern. Mehr als 24.000 Fach- und Führungskräfte

aus Osteuropa, Zentralasien und China haben bereits an den

Seminaren der DMAN teilgenommen, die in den repräsentativen

Räumen der Akademie im Schloss Celle durchgeführt werden.

Deutsche Unternehmen begleitet die DMAN bei der Erschließung

internationaler Märkte. In Seminaren und Workshops können

sie sich umfassend über ihr Zielland informieren, ihre interkulturelle

Kompetenz ausbauen und die Voraussetzungen für einen

erfolgreichen Markteintritt im Ausland schaffen. Einen besonderen

Schwerpunkt des DMAN-Angebots bildet dabei Russland. Hier werden

gute Chancen für den Absatz qualitativ hochwertiger Waren

gesehen, so dass deutsche Unternehmen verstärkt an einem Markteinstieg

in Russland interessiert sind. Neben umfassendem Wissen

über den neuen Markt ist die ständige Präsenz vor Ort eine wichtige

Voraussetzung für die erfolgreiche Markterschließung. Und auch

hierbei kann die DMAN wirksam unterstützen, denn sie unterhält

seit 1998 eine eigene Repräsentanz in Moskau, deren Infrastruktur

deutsche Unternehmen für ihren Eintritt in den russischen Markt

nutzen können. Deutsche Firmen, die sich für eine Ausweitung ihrer

Geschäftsaktivitäten nach Russland interessieren, eine Vertretung vor

Ort zur aktiven Marktbeobachtung und zur Marktbearbeitung brauchen,

aber (noch) keine eigene Niederlassung in Moskau eröffnen

wollen, können Mitglied im DMAN Business Pool Moskau werden.

Für ein Jahr oder länger nutzen die Mitglieder dieses Firmenpools

die Büros und die Infrastruktur der DMAN-Repräsentanz als kosteneffiziente

Ausgangsbasis für ihre Aktivitäten auf dem russischen

Markt. Der Pool bietet ihnen eine professionelle Präsenz vor Ort

und stellt ihnen einen erfahrenen russischen Projektmanager zur

Seite, der bei der Abwicklung von Formalitäten und beim Aufbau

von Geschäftskontakten hilft. Zu den umfassenden Dienstleistungen

für die Pool-Mitglieder gehört auch ein Sekretariatsservice.

Neben Russland baut die DMAN beständig ihre Kontakte und

Aktivitäten in anderen Regionen aus. So kommen heute beispielsweise

auch Führungskräfte aus Vietnam, China und arabischen

Ländern nach Celle, um sich praxisorientiert weiterzubilden und

Geschäftskontakte in Deutschland zu knüpfen. Für deutsche Unternehmen

stellt dies eine gute Möglichkeit dar, ohne großen Aufwand

mit Entscheidungsträgern aus unterschiedlichen Ländern in Kontakt

zu treten, ihr Unternehmen zu präsentieren oder Praktikanten aufzunehmen.

Weitere Informationen über die Deutsche Management Akademie Niedersachsen

sind unter www.dman.de zu finden.

Lernen wie Harry Potter

Das Internat Stiftung Landschulheim am Solling (LSH) zählt zu den zehn besten deutschen Internaten und

feiert im Mai 100-jähriges Jubiläum. Das Motto des LSH: „Bildung für Kopf, Hand und Herz.“

Text: Katrin Langemann Fotografie: Landschulheim am Solling

Nicht nur in der heutigen Zeit ist das Thema Bildung immer wieder

Anlass für hitzige Debatten und Auseinandersetzungen – schon vor

100 Jahren sah das nicht anders aus. Nach einem Streit über pädagogische

Grundsätze hatten sich 1908 vier Lehrer von ihrem Schulleiter

getrennt und beschlossen, eine eigene Schule zu gründen: das

Internat Stiftung Landschulheim am Solling, kurz LSH. 1909 wurde

mit dem Unterhaus das erste Gebäude errichtet. Heute ist das LSH

ein staatlich anerkanntes Gymnasium in freier Trägerschaft und zählt

zu den zehn besten deutschen Internaten. Zum 50 Hektar großen

parkähnlichen Gelände gehören neben dem Unterhaus das Mittel-,

das Ober- und das Tannenhaus, ein Lernzentrum sowie Fußballplatz,

Tennisplatz, Kraftraum, Pferdestall, Reitplatz, Tischlerei, Töpferei,

Schmiede und eine Sternwarte.

Das LSH hat sich das pädagogische Motto „Bildung für Kopf,

Hand und Herz“ auf seine Fahnen geschrieben. Neben traditionellen

Unterrichtsfächern stehen so genannte Kompetenzfächer auf dem

Stundenplan, die fächerübergreifend Grundlagenwissen und Fähigkeiten

vermitteln, beispielsweise „Selbstmanagement“, „Literaturzeitung“

und „Rhetorik“. Zusätzlich gibt es in der Mittelstufe noch

Neigungsfächer, unter anderem Jagdkunde, Segeln, Schmuckdesign,

Am 26. April 2009 ist Tag der offenen Tür. Schüler und Mitarbeiter

gewähren dann einen Blick hinter die Kulissen.

Menschenrechte oder Unesco-Weltkulturerbe. Typisch für das Leben

in der Gemeinschaft im Internat sind die vielen Rituale, die den Alltag

rhythmisieren. Dazu zählen im LSH vor allem die Morgen- und

Abendsprachen – kulturelle Veranstaltungen mit Musik, Theater und

Vorträgen, die aus eigenen Reihen, aber auch mit Gästen von außen

gestaltet werden. Die Teilnahme daran ist verpflichtend und führt alle

Schüler dreimal in der Woche in die „Hohe Halle“, so der Name der

Aula. Derzeit besuchen rund 270 Schüler das Internat, von denen 60

aus Holzminden und Umgebung das LSH als reguläres Gymnasium

besuchen. Im Gegensatz zu anderen Schulen sind die Klassen vergleichsweise

klein, im Schnitt lernen zwölf bis 20 Schüler zusammen.

Im Lernzentrum erarbeiten sich die Jungen und Mädchen individuelle

Aufgaben, die ihrem persönlichen Leistungsstand in den einzelnen

Fächern entsprechen. So werden Defizite aufgearbeitet und begabte

Jugendliche können gefordert und gefördert werden. Ein persönliches

Lerntagebuch hilft zusätzlich, sich besser zu organisieren und

den eigenen Lernfortschritt zu dokumentieren.

Internat Stiftung Landschulheim am Solling, Einbecker Str.1

37603 Holzminden, Tel. 05531-1287-0, www.lsh-holzminden.de


74 Gewerbe regjo niedersachsen

Landkreis/ kreisfreie

Stadt

Fläche

in ha

Nutzung Kontakt Telefon

Industrie- und Gewerbegebiete in Niedersachsen

01 Cuxhaven 59 GE/GI Marianne Melzer 04721/599713

02 Aurich 95 GE/GI Otto Kenke 04941/168001

03 Wittmund 10 GE Uwe Ahrends 04462/983254

04 Friesland 15 GE Gerhard Böhling 04461/ 982201

05 Wilhelmshaven, Stadt 376 GI Jürgen Janßen 04421/910625

06 Stade 153 GE/GI Thomas Friedrichs 04141/401140

07 Emden, Stadt 225 GI Günter Freundorfer 0491/871558

08 Wesermarsch 50 GE Jörg Wilke 04401/996909

09 Harburg 10 GE Wilfried Seyer 04181/92360

10 Lüneburg 50 GE Gerhard Voigts 04131/20820

11 Leer 120 GE Dieter Schröer 0491/9261266

12 Ammerland 33 GE/GI Hans-Otto Ulken 04489/7320

13 Osterholz 32 GE/GI Siegfried Ziegert 04791/930 597

14 Lüchow-Dannenberg 35 GE/GI Wera Gries 05841/978670

15 Oldenburg, Stadt 22 GE Klaus Wegling 0441/ 2352350

16 Rotenburg (Wümme) 19 GI Christoph Reuther 04281/716251

17 Oldenburg 70 GE/GI Hans Werner Aschoff 04431/85438

18 Uelzen 16 GI Uwe Stege 0581/82233

19 Emsland 350 GI Hans Hansen 04203/402205

49

20 Diepholz 21 GE Dieter Helms 04203/71218

21 Verden 25 GE/GI Dieter Sander 04231/15428

22 Soltau-Fallingbostel 28 GI Georg Allermann 05162/4010

23 Osnabrück 300 GE/GI Tobias Schmidt 0541/5013090

24 Cloppenburg 144 GE/GI Jürgen Felbinger 04471/708911

25 Vechta 300 GE/GI Georg Harcke 05493/549210

26 Nienburg/Weser 130 GI Dieter Korte 05023/290

27 Celle 37 GE Wolfgang Röhl 05146/5070

28 Wolfsburg, Stadt 64 GE/GI Ulrich Jonas 05361/282857

29 Grafschaft Bentheim 275 GI Johann Beerlink 05947/990190

30 Osnabrück, Stadt 11 GE Ute Lewandowski 0541/260943

31 Melle 104 GE/GI Marco Schiller 05422/965268

32 Schaumburg 36 GE Andreas Wendt 05751/403412

33 Hannover 88 GE/GI Heike Reupke 0511/61623289

34 Hannover, Stadt 27 GE Christian Gnädig 0511/16845025

35 Peine 60 GI Christian Axmann 05171/49297

36 Gifhorn 64 GE/GI Manfred Krömer 05371/82488

37 Braunschweig, Stadt 64 GE/GI Ingo Loof 0531/38043820

38 Helmstedt 18 GE Rainer Metschke 05351/171100

39 Hameln-Pyrmont 14 GE Ulrich Waltemathe 05151/206229

40 Hildesheim 28 GE/GI Wolfram Fischer 05121/301241

41 Salzgitter, Stadt 11 GE Richard Schudrowitz 05341/9009930

42 Wolfenbüttel 18 GE Dietrich Behrens 05331/86360

43 Holzminden 45 GE Wolfgang Anders 05532/900530

44 Goslar 22 GI Thomas Beckröge 05322/74605

45 Northeim 16 GE/GI Wolfgang Steinhoff 05382/73432

46 Osterode am Harz, Stadt 34 GI Karl-Heinz Löwe 05522/318270

47 Göttingen, Stadt 20 GE Hans Hahn 0551/547430

48 Göttingen 27 GE Harald Grahovac 0551/789010

49 Delmenhorst, Stadt 13 GE Axel Langnau 04221/991181

Das kommunale Standort-Informationssystem Niedersachsen KomSIS bietet mehr als

1.000 Gewerbeflächen im Internet: www.komsis.de.

Stand: Juni 2009

Wir bitten freundlichst um das Anzeigen von Änderungen

42

GV Z

Gewerbegebiet

Flughafen

Seehafen

Güterverkehrszentrum

Wasserstraße

Autobahn

ICE- / IC-Strecke


76 interview regjo niedersachsen RegJo niedersachsen portrait 77

Knapp 260 Spielervermittler sind aktuell und offiziell beim Deutschen

Fußball-Bund lizenziert. Der Transfermarkt in Deutschlands

beliebtestem Sport ist ein weites Feld mit zahlreichen Akteuren –

vom Ein-Mann-Berater bis zur internationalen Vermittlungsagentur

ist alles dabei. Einer der großen Player nicht nur in Deutschland,

sondern auch international kommt dabei aus Bad Harzburg: die

Stars & Friends Deutschland GmbH, Teil der Stars & Friends International

Holding GmbH. 2001 als Strunz & Friends gegründet,

erfolgte 2005 der Zusammenschluss mit der Starfactory zu Stars

& Friends. Seitdem zeigt die Erfolgskurve steil nach oben. Gegenwärtig

ist man in Deutschland, Österreich, der Slowakei, Norwegen,

Ungarn und Liechtenstein mit insgesamt 33 Mitarbeitern vertreten;

mit etwa 400 betreuten Spielern sind Stars & Friends deutschlandweit

unter den Top 3, europaweit in den Top 5.

Stars zu Gast bei Freunden

Ein Gespräch mit Lars-Wilhelm Baumgarten, Geschäftsführer der Stars & Friends Deutschland GmbH, über das

Beratergeschäft im Fußball. Das Unternehmen mit Sitz in Bad Harzburg gehört zu den großen Playern in der Branche.

Interview: Sven Grünewald Fotografie: Stars & Friends

Herr Baumgarten, wie ist Ihre Beziehung zum Fußball?

Fußball ist für mich Emotion, ein faszinierendes Spiel, ein weltumspannendes

Spiel, eines zwischen unterschiedlichen Kulturen, eines,

das jedes Kind kennt. Und ich habe früher natürlich auch selbst gespielt.

Was macht den Reiz am Vermittlungsgeschäft aus?

Dass man es mit sehr unterschiedlichen Menschen und Herausforderungen

zu tun hat. Bei insgesamt sieben Millionen Fußballern weltweit

bin ich mit ausgeschlafenen Managern konfrontiert, mit Verträgen,

den Medien – es ist ein sehr multidimensionales Geschäft. Man

kennt die Herausforderungen des morgigen Tages nicht und erlebt

immer wieder Überraschungen.

Wie haben Sie es geschafft, innerhalb so kurzer Zeit einen Fuß in die

schwer umkämpfte Tür zu bekommen?

Es war schon ein schwieriger Einstieg, aber letztlich haben es uns drei

Alleinstellungsmerkmale ermöglicht, in die Phalanx etablierter Beraterstrukturen

einzubrechen. Zum einen unsere Symbiose aus sportlicher

Kompetenz in der Person von Thomas Strunz und juristischwirtschaftlicher

Kompetenz auf meiner Seite. Zum anderen, dass wir

den Spielern die Möglichkeit gegeben haben, ohne Vertragsbindung

auf einer reinen Vertrauensbasis mit uns zusammenzuarbeiten – sie

können jeden Tag gehen. Und drittens haben wir uns intensiv um

ihre Rolle gekümmert und sie sehr eng begleitet. Der Firmenname

sagt einiges über das Verhältnis zu den Spielern aus. Friends, das

heißt Freund, Partner, kritischer Kopf, Familie und das ist auch das

Feedback der Spieler.

Jeder Spieler hat einen persönlichen Berater, der insgesamt nicht

mehr als 15 Profis betreut. Daraus ergibt sich ein sehr enges Verhältnis.

Der Gegenstand der Partnerschaft ist jeweils individuell unterschiedlich.

Karriereanalyse und -beratung, Vertragsvermittlung, Vereinssuche,

Medienberatung, Finanzcontrolling, sportliches Coaching,

Eheverträge, Persönlichkeitsentwicklung, die Karriere nach der Karriere

– je nachdem, was der Spieler will.

In welchem Alter werden junge Spieler heutzutage mit Beraternotwendigkeiten

konfrontiert?

Das geht heute schon mit 15, 16 los. Einen 17-Jährigen, der sportlich

gut ist, aber keinen Berater hat, gibt es eigentlich nicht mehr. Ohne

Beratung geht es nicht mehr, die Zeiten sind vorbei.

Wie kann man sich den Ablauf einer Spielerakquise vorstellen?

Es läuft in beide Richtungen. Spieler fragen bei uns an oder das Scouting

hat Ideen, welche Spieler wir beraten wollen. Das Schwierigste

ist: Zehn Berater buhlen um einen Nachwuchsspieler. Für den ist die

Situation natürlich ausgesprochen schwierig – alle erzählen ihm, wie

gut sie sind. Am Ende des Tages kommt es aber nicht so sehr darauf

an, zu dokumentieren, dass man besser ist, sondern darauf, dass ich

das Herz des Spielers und der Eltern oder seiner Freundin gewinne.

Für den ersten Moment gibt es keine zweite Chance, es muss menschlich

passen. Dann erst kommen die Dienstleistungen.

Wie hat sich die Branche entwickelt?

Mit den ersten Fernsehverträgen hat der Fußball angefangen, sich

zu professionalisieren. Das geht heute bis hin zu Stadienbauten und

Merchandising. Beim Sportler an sich wird jeder Zentimeter vermarktet,

es gibt zahlreiche Medientermine etc. Eigentlich fing das

1984 mit RTL an. Ab den 90ern verstärkte sich dann diese Professionalisierungstendenz.

2006 verzeichneten die Umsätze noch einmal

ein enormes Wachstum. Und trotz Finanzkrise wird Fußball immer

das Spiel auf dem Planeten sein.

Räume gestalten

Arbeitsräume auf Benutzer und Funktion abgestimmt einzurichten, ist eine Kunst, auf die sich die Tilman Shastri

Raumvision GmbH spezialisiert hat. Mit bundesweitem Erfolg, wie die Referenzliste auf www.raumvision.eu belegt.

Text: Anders Seefeldt Fotografie: Kienzle Uhren GmbH, Anders Seefeldt

Büros in Unternehmen sind mehr als bloße Zwischenstops für die

Mitarbeiter – diese verbringen dort einen großen Teil ihrer Tageszeit,

müssen sich konzentrieren. Auf die Produktivität und physische Belastung

durch lange Schreibtischaufenthalte haben der Wohlfühlfaktor

und die Ergonomie des Arbeitsplatzes entscheidenden Einfluss.

Umso wichtiger ist es, dass die Arbeitsplätze entsprechend eingerichtet

sind. Und nicht zuletzt ist die Einrichtung im Umgang mit Kunden

und Geschäftspartnern auch eine Frage der eigenen Präsentation.

Für die Firma Kienzle war dies ein gewichtiges Argument. Der

traditionsreiche Uhrenhersteller betrachtet seine als Bürogebäude genutzte

Hamburger Jugendstilvilla als Aushängeschild ersten Ranges,

entsprechend sollte auch das Innere ausgestaltet sein. Die Planung,

die von der Tilman Shastri Raumvision aus Göttingen übernommen

wurde, erstreckte sich auf das komplette Objekt – vom Aufenthaltsraum

bis zum Chef- und Konferenzzimmer. Zwei Vorgaben gab es:

Die Einrichtung sollte zum Corporate Design der Firma Kienzle passen

und sie sollte der Architektur des Gebäudes gerecht werden.

Nach einer Begehung mit dem Geschäftsführer von Kienzle wurde

der grundsätzliche Bedarf ermittelt. Wie viele Leute würden dort arbeiten,

in was für Funktionen, in welchen Raum kommen wie viele

Mitarbeiter etc. Dabei war zu berücksichtigen, dass die Villa in ihren

ursprünglichen Bauzustand versetzt wurde – Parkettböden, Stuckdecken,

Deckenmalereien. Es gab zwei Möglichkeiten: Mobiliar, das

zum Stil passt, oder ein stilistischer Kontrast. „Ich habe mich für den

Kontrast entschieden, etwas Gradliniges, Puristisches“, sagt Tilman

Shastri, dessen Vorschlag auf große Resonanz stieß. Dann galt es über

die Farbe der Möbel und über Farbe und Materialien der Sitzgelegenheiten

zu entscheiden. Die Wahl fiel für letztere auf die Farbe

Rot – analog zum Logo von Kienzle. Hinzu kam ein Lichtkonzept,

da durch die Stuckdecken die Wahl der Deckenbeleuchtung deutlich

eingeschränkt war. „Also haben wir viel mit Stehleuchten gearbeitet“,

meint Shastri. Die Firma Kienzle jedenfalls war vom Ergebnis

begeistert, fand man in der Einrichtung doch nordisches Understatement

und die eigene Noblesse wieder.

Bei Shastri blickt man auf einige Erfahrung zurück. Tilman Shastri

selbst begann 1990 mit einer Tischlerei, aus der sich die heutige

Shastri Raumvision entwickelte, ein Berater für die Komplettplanung

von Einrichtungslösungen. Dabei gibt es nicht die Musterlösung im

Programm. Zusammen mit dem Kunden wird überlegt, wie die Vorstellungen

aussehen und wie sie umgesetzt werden können. Einen

besonderen Stellenwert hat dabei das Thema Budgetplanung. Im

Vorfeld wird überlegt, was damit realistisch umzusetzen ist. Und dann

erst werden die entsprechenden Partner mit dazugeholt, sei es in der

Planung, Produktion oder Montage.

Die Raumvision konzentriert sich auf die Bereiche Büroeinrichtung

und Arbeitsplatzgestaltung. Neben den kreativen Teilen der

Komposition und Arbeitsökonomie hat das Thema Ergonomieberatung

und Gesundheit am Arbeitsplatz einen hohen Stellenwert. Darin

ganz wichtig: das Thema Licht. Ebenso wie die Akustik, sprich

das ganze Umfeld im Büro – ein recht komplexer Ansatz. Zumal die

Einbeziehung des Kunden und nach Möglichkeit der Mitarbeiter immer

wieder neue Herausforderungen mit sich bringt. Aber genau diese

Herausforderung zu kreativen Lösungen macht für Tilman Shastri

den Reiz aus.


78 kalender regjo niedersachsen regjo niedersachsen kalender 79

Staatstheater Braunschweig

Volker Pispers

Nordgem 2009

Chris de Burgh

Das Braunschweiger Ensemble präsentiert

am 16. August den Elias von Mendelsohn

Bartholdy, das wohl schönste seiner Werke.

„Bis neulich!“, am 30. September, ist Kabarett

in progress. Dank ständiger Aktualisierungen

wird kein Abend langweilig.

Auf den Hannoverschen Edelsteintagen am

12. und 13. September zeigen mehr als 100

Aussteller ihre schönsten Steine.

Mit der Footsteps Tour 2009 kehrt der Altmeister

der Popmusik am 24. September

auf die deutschen Bühnen zurück.

Fotos: Staatstheater Braunschweig, GWG Gesellschaft für

Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen mbH,

Ausstellungsgesellschaft mbH, Carlo´s Konzerte

Klassik, Ballett

Theater, Kabarett, Musical

Ausstellungen

Jazz, Rock, Pop, Schlager

03. Juni 2009

Tannhäuser – Oper von Richard Wagner

19.00 Uhr, Staatstheater, Oldenburg

19. Juni 2009

Konzert des Sinfonieorchesters der TU

Clausthal in der St. Stephanikirche

20.00 Uhr, St. Stephani, Goslar

20. Juni 2009

Konzert des Filmorchesters Babelsberg –

das bekannteste deutsche Filmorchester spielt

die Klassiker der Filmgeschichte vor der malerischen

Kulisse des Gandersheimer Doms

20.00 Uhr, Festspielbühne, Bad Gandersheim

28. Juni 2009

Operngala im Theater am Domhof

19.30 Uhr, Theater am Domhof, Osnabrück

03. Juli 2009

Nabucco, Oper von Giuseppe Verdi – Klassik-

Open Air vom Feinsten mit einer der schönsten

Opern Verdis und dem unvergesslichen Gefangenenchor

20.00 Uhr, Golfclub Habichtswald, Westerkappeln

03. Juli bis 12. Juli 2009

Morgenland Festival – Musik aus dem Orient,

von klassischen Melodien bis zu modernen

Interpretationen

diverse Standorte, Osnabrück

25. Juli 2009

Die Zauberflöte, Oper von W. A. Mozart –

Premiere der Oper vor der malerischen Kulisse

des Celler Schlosses

20.00 Uhr, Schloss Celle, Celler

14. August bis 30. August 2009

7. Internationales Musikfest Goslar – hochkarätiges

Festival im Musikleben Niedersachsens

diverse Standorte, Goslar

16. August 2009

Elias, Oratorium von Felix Mendelsohn

Bartholdy – Premiere des schönsten Oratoriums

Mendelsohns

20.00 Uhr, Burgplatz, Braunschweig

30. August und 31. August 2009

Großes Sinfoniekonzert des Niedersächsischen

Staatsorchesters Hannover – Werke

von Tschaikowsky, Solistin: Olga Kern (Klavier)

So 17.00 Uhr, Mo 19.30 Uhr, Staatsoper Hannover

10. September 2009

Die Hochzeit des Figaro, Oper von W. A.

Mozart – Premiere

19.00 Uhr, Staatsoper, Hannover

14. September 2009

Paul Potts – Der neue Liebling der Klassikwelt

kehrt 2009 zurück auf die deutschen Bühnen

20.00 Uhr, EWE Arena, Oldenburg

08. Juni bis 09. August 2009

51. Bad Gandersheimer Domfestspiele – Von

Romeo und Julia bis Jim Knopf und Lukas der

Lokomotivführer

diverse Standorte, Bad Gandersheim

10. Juni 2009

Afrika! Afrika! – Prunkvolle Artistik und spektakuläre

Konzepte von Andre Heller

20.00 Uhr, OsnabrückHalle, Osnabrück

12. Juni 2009

Die Ratten – Theaterstück von Gerhard Hauptmann

19.30 Uhr, Staatstheater Braunschweig,

Braunschweig

13. Juni 2009

Freilufttheaterstück „Törf un Strom“ – Die

Geschichte Wiesmoors als Open Air Veranstaltung

Freilichtbühne Wiesmoor, Wiesmoor

23. Juni 2009

Der Kirschgarten – Theaterstück von Anton

Tschechow

19.30 Uhr, Theater am Domhof, Osnabrück

02. Juli 2009

Mutter Courage und ihre Kinder – Theaterstück

von Berthold Brecht

20.00 Uhr, Oldenburgisches Staatstheater,

Oldenburg

05. Juli 2009

Georg Schramm: Thomas Bernhard hätte

geschossen – Das Soloprogramm des scharfzüngigen

Kabarettisten. Als preußischer Rentner

Dombrowski schießt er scharf und trifft den

Nerv der Zeit

20.00 Uhr, Deutsches Theater, Göttingen

23. August 2009

Helge Schneider: Wullewupp Kartoffelsupp?

– Der Großmeister des Klamauks ist wieder

unterwegs und zeigt sein musikalisches Können,

falls ihm nicht etwas anderes einfällt

20.00 Uhr, Gilde Parkbühne, Hannover

02. September 2009

Hamlet, Theaterstück von William Shakespeare

– Premiere eines der meistgespielten

Stücke der Welt

20.00 Uhr, Theater Hof/19, Oldenburg

30. September 2009

Volker Pispers: „Bis Neulich!“ – Kabarett der

direkten Art mit einem der Besten

19.00 Uhr, Stadthalle, Göttingen

02. und 03. Oktober 2009

Ben Hur, mit Wagenrennen – Der Klassiker der

Hollywood-Filmschinken als imposantes Bühnenwerk,

bei dem sogar das legendäre Wagenrennen

nicht fehlt

15.00 und 20.00 Uhr, Volkswagenhalle,

Braunschweig

05. Mai bis 05. August 2009

Ausstellung zur Sonnenenergie – im Rahmen

der Solarwochen wird über spannende Themen

informiert

Di bis Fr 9 bis 16 Uhr, Museum für

Energiegeschichte(n), Hannover

16. Mai bis 02. August 2009

Zwischen den Dingen – Ausstellung der Werke

von Eberhard Schlotter

Di bis So 10 bis 17 Uhr Bomann-Museum, Celle

16. Mai bis 25. Oktober 2009

„Mythos“ – 2.000 Jahre Varusschlacht –

pünktlich zum Jubiläum

Di bis Fr 9 bis 18 Uhr und Sa, So 10 bis 18 Uhr,

Lippisches Landesmuseum, Detmold

12. Juni bis 06. September 2009

Venedig in den Malerbüchern der Herzog

August Bibliothek

täglich 10 bis 17 Uhr, Bibliotheca Augusta, Wolfenbüttel

23. August bis 15. September 2009

Hermann Hirsch – ein Göttinger jüdischer

Maler wird ausgestellt

Di bis So 11 - 17 Uhr, Städtisches Museum,

Göttingen

12. und 13. September 2009

Nordgem 2009 – Hannoversche Edelsteintage

täglich ab 11 Uhr, HCC Glashalle, Hannover

06. Juni 2009

N-Joy Starshow – Mit Peter Fox, Farin Urlaub

und anderen Größen der aktuellen Musikszene

17.00 Uhr, EXPO Plaza, Hannover

26. Juni 2009

Jethro Tull – die Größe des Classic-Rock ist

wieder unterwegs und präsentiert Altes und

Neues

20.00 Uhr, Rattenfänger-Halle, Hameln

25. August 2009

Coldplay – The Viva La Vida Tour

19.00 Uhr, AWD-Arena, Hannover

29. August 2009

From Earth To Universe Open Air 2009 – Zeitreise

von den Anfängen des Rocks bis heute

15.00 Uhr, Waldbühne Northeim

08./09. August 2009

M´era Luna Festival – Mit The Prodigy, Subway

to Sally, Apocalyptica und anderen

Flugplatz Hildesheim, Hildesheim

24. September 2009

Chris de Burgh – Footsteps Tour 2009

20.00 Uhr, OsnabrückHalle, Osnabrück

07. Oktober 2009

Laith Al Deen, Session 2009 – die markante

Soulstimme ist wieder auf Tour

20.00 Uhr, Stadthalle, Göttingen


80 kalender regjo niedersachsen regjo niedersachsen kalender 81

Für Feinschmecker:

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Burgturnier Hardenberg

Und erneut läuft die Weltelite des

Springreitens vom 18. bis 21. Juni unter

der Burg Hardenberg zu Höchstform auf.

29. Tag der Niedersachsen

Vom 19. bis 21. Juni lädt Hameln zum Tag

der Niedersachsen ein und feiert gleichzeitig

725 Jahre „Rattenfänger“.

Fotos: Gräflicher Landsitz Hardenberg, Stadt Hameln, Hameln

Marketing und Tourismus GmbH









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Sport

18. bis 21. Juni 2009

Drachenboot-Rennen auf dem Salzgittersee

– auch in diesem Jahr werden zahlreiche Starter

erwartet

Start 12.00 Uhr, Salzgittersee, Salzgitter

18. bis 21. Juni 2009

Hardenberg Burgturnier – Springreiten, Show

und Feuerwerk der besonderen Art am Fuße

der Burgruine Hardenberg

Burg Hardenberg, Nörten-Hardenberg

27. Juni 2009

Volkswagen Senior Classics – Turnier der

gestandenen Größen des Tennissports. Mit

unter anderem Carl-Uwe Steeb und Mats

Wilander

14.30 Uhr, BTHC-Gelände, Braunschweig

16. bis 19. Juli 2009

Hannoversches Landesturnier – Dressur- und

Springreiten der Elite

Reiterstadion Vahrenheide, Hannover

15. August 2009

Basketball – Länderspiel Deutschland–Serbien

19.00 Uhr, Volkswagenhalle, Braunschweig

29. und 30. August 2009

Verdiana 2009 – das Freizeit- und Breitensportfestival

in Verden mit einer Vielzahl von

Attraktionen

Gelände der Rennbahn Verden, Verden

Sonstiges

30. Mai bis 01. Juni 2009

Deutsche Meisterschaft der Ritterschaften

– Der Ritterbund Hartmann von Aue zeigt sein

Können. Der gesamte Park wird zu einem Ritterlager.

10.00 Uhr, Örtzepark Hermannsburg

30. Mai 2009

Historisches Pfingstfest – anlässlich des Kaiserjahres

2009 feiert Braunschweig die Krönung

des einzigen Welfenkaisers Ottos IV. mit zahlreichen

Veranstaltungen

11.00 Uhr, Domplatz, Braunschweig

06. Juni 2009

Tarzan! – ein Live-Hörspiel von Elke Hannemann

19.30 Uhr, Kleines Haus des Staatstheaters

Braunschweig

12. Juni 2009

Sinfonie der Pferde – im Galopp durch Shakespeares

Welt. Grandiose Show mit Feuerwerk,

Musik und prächtigen Kostümen. Die Moderation

übernimmt der Großmeister des englischen

Theaters persönlich

19.30 Uhr, Kurpark, Bad Nenndorf

19. bis 21. Juni 2009

Tag der Niedersachsen in Hameln – Ausrichter

des 29. Niedersachsentages ist erneut die

„sagenhafte“ Stadt Hameln

diverse Standorte, ganztägig

27. Juni 2009

Martin Rütter: Hund-Deutsch/Deutsch-Hund

– der bekannte Hundetrainer erklärt die Beziehung

zwischen Mensch und Hund

20.00 Uhr, Theater am Aegi, Hannover

15. und 16. August 2009

29. Burgfest in Brome – die Burg steht ganz

im Zeichen des Mittelalters; mit Ritterturnier

ganztägig, Burg Brome

30. August 2009

Nachtradeln – eine Radtour der anderen Art in

den Sonnenaufgang hinein. Voranmeldung

3.00 Uhr, Kurhaus, Bad Oeynhausen

05. bis 13. September 2009

IdeenExpo 2009 – Begeisterung für Technik.

Unter dem Motto: „Deine Ideen verändern“

Messegelände Hannover

27. September 2009

Traditionelle Autoschau – In der gesamten

Innenstadt von Stadthagen werden nicht nur

Oldtimer sondern auch die neuesten Modelle

präsentiert

11 bis 18 Uhr, Stadthagen, Innenstadt

16. bis 25. Oktober 2009

Göttinger Literaturherbst 2009 – Zahlreiche

Lesungen bieten erneut eine anspruchsvolle

Momentaufnahme der Gegenwartsliteratur

diverse Veranstaltungsorte


4 land & umwelt regjo niedersachsen

Impressum

11. Jahrgang, 18. Ausgabe

Wussten Sie, dass ...

Sonderbares und Wissenswertes aus der Region – vom Empfänger des ersten

VW-Käfers bis zur Internierung Carl von Ossietzkys im Emsland.

... der erste VW-Käfer an die britische Besatzungsmacht

geliefert wurde?

Am 27. Dezember 1945 begannen die 6.033

Beschäftigten des zerbombten Volkswagen-

Werks mit der Serienfertigung der Limousine

Typ 1, im Volksmund später Käfer genannt. Bis

Silvester wurden insgesamt 54 Stück montiert.

Die britische Militärregierung hatte in einem

ersten Produktionsauftrag mehr als 20.000

Volkswagen geordert. So landeten die ersten

Käfer im 151 Vehicle Park der Briten.

... Salzgitter ein globales Zentrum des

Wandermusikantentums war?

In Salzgitter-Bad formierten sich Ende des

18. Jahrhunderts Musikantenkapellen, die

zunächst in der näheren Umgebung und in

Nordwestdeutschland, später auch im Rest

der Welt „on tour“ gingen – die sogenannten

Klesmer. In Übersee spielten sie 1812

in Mexiko, später auch in Australien, Japan

und Alaska. Industrialisierung und Entwicklungen

wie das Grammophon ließen die

Klesmer jedoch wieder verschwinden.

... der Friedensnobelpreisträger Carl von

Ossietzky im Emsland interniert war?

Nach der Machtergreifung 1933 wurde der

als Redakteur für das Berliner Magazin „Die

Weltbühne“ schreibende Carl von Ossietzky

aufgrund seiner überzeugten pazifistischen

und demokratischen Haltung im KZ interniert.

1934 ins KZ Esterwege (Emsland)

verlegt, erkrankte er dort schwer an Tuberkulose,

weshalb er aus der Haft entlassen

wurde. Für seine Überzeugungen erhielt er

den Friedensnobelpreis.

... die ersten deutschen Cranberries nahe

der Lüneburger Heide angebaut wurden?

In Gilten-Nienhagen nördlich von Hannover

werden seit 1999 in der Baumschule

der Familie Dierking Cranberries angebaut.

Der amerikanische Exportschlager wuchs

nach einigen Züchtungsversuchen gut auf

dem sandigen Boden und ist praktischerweise

früher reif als die Übersee-Konkurrenz.

Die Nachfrage ist groß, die Cranberry

ein Modeobst: vitaminreich, antibakteriell,

nahrhaft – ein kleines Lifestyle-Wunder.

Herausgeber

Polygo Verlag GmbH

& Regionalverband Südniedersachsen e.V.

Verlag

Polygo Verlag GmbH

Medienhaus/Lokhalle

Bahnhofsallee 1b

37081 Göttingen

Telefon 0551-50 75 10, Telefax 0551-50 75 150

ISSN 1615-5696

Internet und E-Mail

www.regjo.de; hallo@regjo.de

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Thomas Wirth (wirth@regjo.de)

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Redaktion

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Bothor, Martin Schenk, Anders Seefeldt, Niedersächsisches

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr,

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Tierärztliche

Hochschule Hannover, Jacobs University Bremen,

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Antenne Niedersachsen, m3team AG, Stadtmarketing

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Technische Universität Braunschweig, Theiss-Verlag,

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Erneuerbare Energien Lüchow-Dannenberg GmbH, Leuphana

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Medienzentrum Stadt Salzgitter, Bundesarchiv, Ocean

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Kultusministerium, GWG Gesellschaft für

Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen

mbH, DMAN gGmbH, Landschulheim am Solling, Kienzle

Uhren GmbH, Stars & Friends Deutschland GmbH,

Staatstheater Braunschweig, Ausstellungsgesellschaft

mbH, Carlo´s Konzerte, Gräflicher Landsitz Hardenberg,

Stadt Hameln, Hameln Marketing und Tourismus GmbH,

Niedersächsisches Kultusministerium, Regionalverband

Südniedersachsen e.V., Bildungs- und Kultur gemeinnützige

GmbH, Bildungsregion Emsland, Projekt Region

Braunschweig GmbH, Landkreis Osterholz, Max-

Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Deutsches

Zentrum für Luft- und Raumfahrt, European Space

Agency, European Southern Observatory, EADS Astrium

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Industrie- und Gewerbeflächen

in der Nähe des Jade-Weser-Ports

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NORDWEST

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Ideales Umfeld für Logistiker

auf Fläche, Straße und Schiene.

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Mail: F.Schnieder@jadebayregion.de

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www.jadeweserpark.de

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