RegJo Niedersachsen Ausgabe 2/13

regjo.de

RegJo Niedersachsen Ausgabe 2/13

Das Regional-Journal für Niedersachsen

Hannover Oldenburg Osnabrück Wolfsburg Braunschweig Salzgitter Hildesheim Göttingen

II/2013

Schutzgebühr 5,00 €

Hot Spots


egjo niedersachsen editorial 3

IHRE ZUKUNFT IM

Gewerbeflächen im Dreieck Hamburg, Hannover, Bremen

Leise Revolutionen

Forschung und Entwicklung vollziehen sich normalerweise

sehr lautlos. Wie man am Verkehr gut sehen kann.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Zentral im dynamischen Wirtschaftsraum Norddeutschlands

10 BAB Anschlussstellen und gute Schienenverbindungen

Große Flächen zu besten Konditionen

Gesunder Branchenmix und gutes Wirtschaftsklima

Attraktives Lebensumfeld, Freizeit und Tourismus

WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG@HEIDEKREIS.DE ∙ WWW.HEIDEKREIS.DE

IMMER FÜR SIE DA - INDIVIDUELL, UNBÜROKRATISCH, ZUKUNFTSORIENTIERT

Landkreis Heidekreis, Harburger Straße 2, 29614 Soltau, Tel. 05191/970 - 673

unsere Ausgabe steht diesmal im Zeichen der Straße. Als Heimatland

von Volkswagen liegt es in der Natur der Sache, dass es in

Niedersachsen – nicht nur beim Autobauer – auch eine rege Forschungslandschaft

rund um das motorisierte Vehikel gibt. Vor

allem im Städtedreieck Hannover, Braunschweig und Wolfsburg

wird kräftig in das Forschungs-Know-how investiert. Verbünde aus

Hochschulen und Großforschungszentren arbeiten kontinuierlich

an der Mobilität von morgen – sei es im Bereich des Verkehrsmanagements,

des autonomen Fahrens oder an spezifischen Technologien.

Eines der großen Themen ist dabei die Elektromobilität. Denn

die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg

ist eines von vier bundesgeförderten Schaufenstern Elektromobilität

geworden. Um Hürden und Hemmungen abzubauen, engagieren

sich zahlreiche Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und

Kommunen in zahlreichen Einzelprojekten. Ziel ist, die Praxistauglichkeit

von Emobilität zu demonstrieren und damit die nötigen

Anreize, Vorbilder und Infrastrukturen zu schaffen, um den

Bürger zum Umstieg zu animieren. In zwei großen Artikeln widmen

wir uns der Forschung und Entwicklung rund um die Mobilität

– mit einem kleinen Abstecher in die große Forschungslandschaft

Niedersachsens. Die ist alles andere als überschaubar

und umfasst neben den Platzhirschen zahlreiche kleine Perlen.

Regional widmen wir uns dieses Mal in einem Sonderheft

dem Kulturraum Eichsfeld, der sich immerhin über drei Bundesländer

erstreckt – Niedersachsen, Thüringen und Hessen. Über die

Jahrhunderte und historische Trennungen hinweg hat sich die

Region eine eigene Identität bewahrt – mit ihren Würsten und als

katholische Enklave.

Sven Grünewald

Chefredaktion

RegJo Niedersachsen: Der Wettbewerb zwischen den Standorten

in Europa wird härter. Die klare Positionierung und Profilierung

einer Region sichert das Bestehen in diesem Wettbewerb. RegJo

berichtet über Wirtschaft und Leben in Niedersachsen. Mit aktuellen

und kompetenten Beiträgen erhöht RegJo die Identifikation

der Menschen mit dem Bundesland. So gewinnt der Standort Niedersachsen

weiter an Attraktivität, bei Bewohnern und Investoren.


4 Inhalt regjo Niedersachsen regjo Niedersachsen Inhalt 5

18 Mobilitätsforschung: Auto

32 Elektromobilität

73 Eichsfeld Spezial

96 Landesausstellung

Das Auto der Zukunft soll ressourcenschonender,

sicherer und komfortabler sein. Daran forschen in

der Region Braunschweig tätige Einrichtungen.

Die Metropolregion Hannover Braunschweig

Göttingen Wolfsburg entwirft

Konzepte für die Elektromobilität.

Mehr als Mettwurst: Das Eichsfeld

besticht durch seine Landschaft und

seinen besonderen Menschenschlag.

Im Braunschweigischen Landesmuseum sind

noch bis Ende Februar die Relikte der Schlacht am

Harzhorn zu sehen, die 2008 entdeckt wurden.

Wirtschaft

Politik & Soziales

Technik & Wissenschaft

Land & Kultur

Eichsfeld Spezial

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Nächste Generation: KomSIS.de, das Standortportal

für Gewerbeflächen, mit neue

Features.

Eine Dekade Weltkonzern: Vor zehn Jahren

entstand die Holzmindener Symrise AG.

WolfsburgKiosk: Das Stadtmarketing Wolfsburg

geht mit einer App neue Wege.

50plus online: Neues Personalportal des

Beschäftigungspakts „50plus“ ist online.

Beratung für Produktion und Logistik:

Passgenaue Lösungen der Schmidt & Kohl Consulting

GmbH auf der Basis von SAP.

Profil zeigen: Der Wirtschaftsraum Mittelweser

hat eine Strategie zur Fachkräftesicherung.

Schnell machen: Die BFTW Holzminden GmbH

ist Experte für Betonfertigteile.

Mit General Motors: Die Piller Industrieventilatoren

GmbH beliefert General Motors.

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Platz für Gewerbe: Westlich von Cloppenburg

prosperiert die Gemeinde Lastrup.

Neue Wege mit Windgas: Patrik Eismann, Leiter

Produktmanagement bei E.ON, über Lösungen,

Energie künftig effizienter und nachhaltiger

zu nutzen.

Die große Gelegenheit: Osnabrücks Stadtplaner

bekamen durch den Abzug der Britischen

Streitkräfte sechs Kasernenareale – eine große

Chance für die Stadtentwicklung.

Auf einen Blick: Die größten Industrie- und

Gewerbegebiete in Niedersachsen.

Immer weiter aufwärts: Der Landkreis Emsland

weist eine glanzvolle wirtschaftliche

Dynamik auf. Die besondere Herausforderung

ist jedoch, Fachkräfte zu binden und zu halten.

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10

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4 Köpfe – 4 Meinungen: Nach Bespitzelungen

von Journalisten und eines Anwalts in Göttingen

– ist der Verfassungsschutz noch zeitgemäß

und seine Arbeit kontrollierbar?

Verlässlich: Das Pädagogium Bad Sachsa legt

großen Wert auf eine gute Lernatmosphäre.

Neue Spielplätze: Seit sechs Jahren rufen

die Sparda-Bank Hannover-Stiftung und der

Radiosender Antenne Niedersachsen zur Aktion

„Spielplatz SOS“ auf.

Niedersachsen abroad: Niedersächsische

Politik spielt sich nicht nur in Hannover ab.

Auch in Berlin, Brüssel und Südafrika hat das

Land Vertretungen und Repräsentanzen.

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45

45

Das mobile Miteinander: In der Region

Braunschweig arbeiten Unternehmen und

öffentliche Forschungseinrichtungen

gemeinsam am Auto der Zukunft.

Elektrisierte Pferdestärken: Elektromobilität

soll bundesweit sichtbar werden. In vier

„Schaufenstern“ werden regional Demonstrationsvorhaben

erarbeitet.

Forschung voraus: Niedersachsen hat eine

bunte Forschungslandschaft. Neben den Hochschulen

und großen Forschungsgesellschaften

gibt es auch zahlreiche kleinere Institute.

Die Leitmesse: Die MobiliTec schafft ein

Forum für Innovationen.

Anwendungsreife Batterietechnik: Die Firma

Eisenhuth entwickelt Redox-Flow-Batterie.

Rollende Energiesparer: Die Roller der emco

Elektroroller GmbH fahren rein elektrisch.

Präsenz zeigen: Der Braunschweiger Forschungsflughafen

war auf der Expo Real.

10

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106

Infos jederzeit: LandZukunft bringt elf Infoterminals

in die Solling-Vogler-Region.

„Ich habe mich totgelacht“: Interview mit

der Schauspielerin Jessica Stockmann über die

Bedeutung des Theaters und ihre neue Rolle.

Schlachtenlärm in Museumshallen: Im

Braunschweigischen Landesmuseum lässt

sich derzeit die große Landesausstellung zur

Römerschlacht am Harzhorn besichtigen.

Veranstaltungskalender: Die kulturellen,

musikalischen, Ausstellungs- und sonstigen

Highlights in Niedersachsen.

Wussten Sie, dass…: Anekdoten und Kurioses

aus ganz Niedersachsen.

78

80

90

90

90

Löwenantlitz im neuen Design: Das Hotel

zum Löwen in Duderstadt blickt auf eine

300-jährige Geschichte zurück. Letztes Jahr

wurde es grundsaniert.

Der Mittelpunkt Deutschlands: Während

der deutschen Teilung verlief die

Grenze durch das Eichsfeld. Die Bewohner

trotzten der Teilung mit einem starken

Zusammengehörigkeitsgefühl.

Über 160 Jahre: So lange ist die Sparkasse

Duderstadt schon im Untereichsfeld zuhause.

Die beste Stracke: Der Wehn‘sche Hof stellt

Mettwurst nach alter Tradition her.

Überzeugend: Egbert Hundeshagen ist Fachanwalt

für Familienrecht und dem Eichsfeld

eng verbunden.

Cover: Laser Zentrum Hannover (zu sehen ist ein CO 2

-Laser, der verschiedene Formen und fast alle Materialien schneiden kann)

Bilder: NFF-Pressestelle/Christian Bierwagen, Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH, HVE Eichsfeld Touristik e.V., Anders Seefeldt


egjo niedersachsen Meinung 7

BFTW-Holzminden GmbH

Telefon (05531/1280-0)

Telefax (05531/1200-32)

E-mail werk@BFTW.de

Internet www.BFTW.de

4 Köpfe – 4 Meinungen

Nach Bekanntwerden der Bespitzelungen von Journalisten und eines Anwalts in Göttingen – ist der

(niedersächsische) Verfassungsschutz überhaupt noch zeitgemäß und seine Arbeit kontrollierbar?

Neubau einer Produktionshalle

und eines Hochregallagers

Baujahr: 2009

Bauort: Dassel

Umbauter Raum: 49.000,00 cbm

Stahlbetonfertigteile: ca. 850,00 cbm

Grundfläche Gesamt: 6.000,00 qm

Neubau eines Verwaltungsgebäudes

Baujahr: 2011

Bauort: Dassel

Umbauter Raum: 6.500,00 cbm

Bauzeit: ca. 10 Monate

Anzahl Geschosse: 2

Grundfläche Gesamt: 723,00 qm

Roloff - Bau GmbH

Telefon (05531/1280-0)

Telefax (05531/1200-50)

E-mail info@roloff-bau.de

Internet www.roloff-bau.de

Christiane Eickmann, stv.

Vorsitzende DJV Niedersachsen:

„Der Verfassungsschutz

hat Daten von Journalisten

gespeichert – das ist ein eindeutiger

Rechtsbruch, der die

Pressefreiheit verletzt. Ja es

kann sein, dass im rechtsextremen

Milieu recherchierende

Kollegen in ihrer

Jugend linken Gruppierungen

nah standen. Aber wo kommen wir denn hin, wenn das

ein Grund sein sollte, sie zu observieren?! Wenn eine Rechtsextremismus-Expertin

und hervorragende Journalistin sechs

Jahre lang observiert wird, ist das auch ein Angriff auf den

investigativen Journalismus. Noch immer ist der Skandal

nicht ganz aufgeklärt. Und es steht zu befürchten, dass noch

gar nicht alle betroffenen Journalisten wissen, ob über sie

eine Akte geführt worden ist. Es müssen dringend alle Pannen

offengelegt und das Vorgehen kritisch hinterfragt werden.

Der angestoßene Denkprozess muss weitergehen.“

Brigitte Kreuder-Sonnen,

Bundessprecherin der Neuen

Richtervereinigung: „Wozu

überhaupt ein Inlandsnachrichtendienst?

Unsere Demokratie

bedarf des Schutzes.

Aber so, wie der Verfassungsschutz

arbeitet, müssen

sich engagierte Demokraten

vor ihm schützen, um ihre

Grundrechte zu wahren. Das

BVerfG hat daher am 17.9.2013 einer Verfassungsbeschwerde

eines Abgeordneten der Partei Die Linke stattgegeben: Die

„streitbare Demokratie“ dürfe sich nicht „gegen sich selbst“

wenden. Ist es nicht angesichts dieser Fälle zum Schutze

unserer Demokratie sinnvoller, einen nicht selten gegen

kritische Bürger tätigen Innennachrichtendienst aufzugeben?

Die notwendigen Aufgaben können Polizei und Staatsanwaltschaft

überlassen werden, die auf klarer gesetzlicher

Grundlage und unter parlamentarischer Aufsicht gegebenenfalls

auch „heimlich“ ermitteln können.“

Ralf Meister, Landesbischof

der evangelisch-lutherischen

Landeskirche Hannover:

„Die evangelischen Kirchen

bekennen sich klar zur

freiheitlich-demokratischen

Grundordnung. Diese markiert

Überzeugungen und

Werthaltungen, die wesensmäßig

auch zum christlichen

Glauben gehören. Der

Verfassungsschutz hat die Aufgabe, Informationen auszuwerten,

die sich gegen unsere Grundordnung richten. Diese

Aufgabe unterstützt die Kirche! Das entscheidende grenzziehende

Kriterium dafür bleibt aber der Artikel 1 GG: „Die

Würde des Menschen ist unantastbar.“ Ich halte eine die

Arbeit des Verfassungsschutzes begleitende Debatte mit

Beteiligung aller gesellschaftlichen Kräfte für notwendig.

So wird die Bindung an Grund- und Menschenrechte der

Aufgabe des Verfassungsschutzes Grenzen setzen. Diese sind

unbedingt zu achten!“

Maren Brandenburger, Präsidentin

des Landesamtes für

Verfassungsschutz: „Der Verfassungsschutz

hat als Frühwarnsystem

in der Demokratie

eine wichtige Aufgabe.

Er ist Beratungsinstanz für

Politik und Gesellschaft und

wichtiger Baustein einer

gesamtgesellschaftlichen Präventionsstrategie.

Er muss

die schnelllebigen Entwicklungen des Extremismus darstellen,

dafür aber auch die Veränderungen in der Gesellschaft

wahrnehmen. Der Verfassungsschutz hat mit einer hohen

Analysekompetenz die Gefahren für den demokratischen

Rechtsstaat aufzuzeigen. Eine unabhängige Task Force überprüft

derzeit alle Speicherungen und hilft so, Fehlentwicklungen

aufzuzeigen und Konsequenzen für die Zukunft zu

ziehen. Die Reform des Niedersächsischen Verfassungsschutzes

soll künftig eine parlamentarische und innerbehördliche

Kontrolle sowie größtmögliche Transparenz sicherstellen.“

Bilder: privat (2), LVH/Jens Schulze, Niedersächsischer Verfassungsschutz


8 Magazin regjo niedersachsen regjo niedersachsen Magazin 9

Prof. Christiane Dienel,

Präsidentin der HAWK

Hochschule für angewandte

Wissenschaft

und Kunst Hildesheim/

Holzminden/Göttingen, ist neues Mitglied

im Vorstand der LandesHochschul-

Konferenz Niedersachsen (LHK). Zuvor

wurde Sie berits zur neuen Sprecherin

der Niedersächsischen Fachhochschulen

gewählt.

s ta n d o r t m a r k e t i n g

G l o b a l P l ay e r

s ta d t m a r k e t i n g

Reinhold Friedrich

erhält für die mit dem

Göttinger Symphonie

Orchester unter Leitung

von Christoph-Mathias

Mueller eingespielte CD „Russian Trumpet

Concertos“ den Echo Klassik 2013

als Instrumentalist des Jahres. „Das ist

tatsächlich eine großartige Auszeichnung,

zu der wir dem Solisten unserer

Einspielung von ganzem Herzen.

Prof. Hans Georg Näder,

geschäftsführender

Gesellschafter von Ottobock

aus Duderstadt,

hat von der American

Orthotic & Prosthetic Association

(AOPA) den Ehrenpreis für sein Lebenswerk

erhalten. Tom Kirk, Präsident der

AOPA, würdigte Näders herausragendes

Engagement für den medizintechnischen

Fortschritt.

Joachim Kreuzburg,

Vorstandsvorsitzender

der Göttinger Sartorius

AG, wurde mit dem

Award „Unternehmer des

Jahres“ der Sauren Fondsgesellschaft

ausgezeichnet. Eine Jury von führenden

Fondsmanagern ehrte Kreuzburg für

sein „langfristig geprägtes unternehmerisches

Handeln“ und die „erfolgreiche

Führung der Sartorius AG“.

Axel Bosse hat den

Bundesvision Song

Contest 2013 gewonnen.

Im von Stefan Raab

veranstalteten Wettbewerb

konnte sich der Musiker aus

Braunschweig in einem sehr spannenden

Finale gegen die Kandidaten aus

den anderen 15 Bundesländern durchsetzen

und damit nach 2007 den Titel

wieder nach Niedersachsen holen.

Nächste Generation

Das Standortportal für Gewerbeflächen und -immobilien, KomSIS.de, ist jetzt mit

einer neuen Version online, welche die Bedürfnisse der Kommunen besser bedient.

Fast 200 Vertreter der Kommunen haben

sich im September zum Austausch über die

Vermarktung ihrer Standorte und freien

Gewerbeobjekte im Internet getroffen. Das

Interesse an dem Thema ist also groß in

Niedersachen, was die vier Regionalveranstaltungen

in Oldenburg, Lüneburg, Hannover

und Göttingen gezeigt haben. Anlass

für die Treffen war der Start der neuen

Version des gemeinsamen Standortportals

„KomSIS.de“. Mit rund 10.000 Besuchern

im Monat ist KomSIS.de schon seit Jahren

etabliert als erste Adresse im Internet für

Investoren und standortsuchende Unternehmen

in Niedersachsen. Mit der neuen

Version ist nun eine nächste Stufe erreicht

worden: Die Standortsuche ist komfortabler

dank modernster interaktiver Kartensuchen,

die Angebotsprofile sind attraktiver

und die Eingabe von Gewerbeflächen und

-immobilien ist erneuert worden.

Als besonders attraktiv haben die Teilnehmer

der Treffen die Möglichkeit bewertet,

die neuen Such- und Kartendienste

auch in die Homepage der Gemeinde beziehungsweise

Stadt einzubinden. Darüber

hinaus können die Dienste für die zahlreichen

Partner-Webseiten von KomSIS.de

genutzt werden. Das spart doppelte Aufwände

bei der Präsentation und erhöht die

Auffindbarkeit der Gewerbeobjekte deutlich.

KomSIS.de ist somit kein isoliertes

Angebot. Vielmehr steht es für ein landesweites

Netzwerk, an dem sich neben den

Kommunen auch Landeseinrichtungen,

regionale Verbünde und die Wirtschaftskammern

beteiligen.

Viele Kommunen wollen künftig verstärkt

weitere Anbieter freier Gewerbeimmobilien

über die Vorteile der Mehrfachvermarktung

informieren. Zwar inserieren

bereits 180 Banken, Makler oder Einzelpersonen

kostenlos Anzeigen, doch die

Teilnehmer sehen hier noch Potenzial,

zumal die Vermarktung von Gewerbeimmobilien

in den Kommunen ein wichtigeres

Thema wird. Der Austausch der Teilnehmer

hat verdeutlicht, wie wichtig für

die Standortvermarktung im Internet ein

effizientes und kontinuierlich optimiertes

Instrument ist. Die Kommunen in Niedersachsen

wollen dabei auch in Zukunft

weiter mit Erfolg auf Kooperation setzen.

Aktuell ist KomSIS.de im Ländervergleich

sicherlich das modernste landesweite

Standortportal in Deutschland. VS

www.komsis.de

Eine Dekade Weltkonzern

Vor zehn Jahren entstand die Holzmindener Symrise AG, heute einer der großen

Anbieter von Duftstoffen, Geschmackstoffen und Wirkstoffen für Kosmetika.

„Zehn, neun, acht, sieben, sechs, fünf,

vier, drei, zwei, eins, null: Wir schreiben

wieder das Jahr 2003. Gerhard Schröder

ist Bundeskanzler, Arnold Schwarzenegger

wird Gouverneur von Kalifornien,

in Mexiko rollt der letzte VW-Käfer vom

Band, Adrien Brody erhält für „Der Pianist“

den Oscar als bester Hauptdarsteller

und „Beagle 2“ setzt zum Landeanflug

auf den Mars an. Und ein neues Unternehmen

entsteht: Symrise“ – so leitet der Holzmindener

Weltkonzern sein Jubiläum ein;

2003 fusionierten die beiden ebenfalls in

Holzminden ansässigen Unternehmen Dragoco

und Haarmann & Reimer zu Symrise

zusammen. Diese Unternehmenswurzeln

spiegelt das heutige Logo wider – Drache

(Dragoco) und Kolibri (H & R), die wie Ying

und Yang zusammengehören.

In den bisherigen zehn Jahren des

Bestehens ist für das Unternehmen viel

passiert: 2006 ging Symrise an die Börse,

es war der größte deutsche Börsengang des

Jahres an die Frankfurter Wertpapierbörse,

2007 erfolgte die Aufnahme in den MDAX.

2009 übernahm Dr. Heinz-Jürgen Bertram

den Vorstandsvorsitz und legte den neuen

strategischen Fokus auf „Flavor and Nutrition“

sowie „Scent and Care“. Die Zeit seit

der Fusion war begleitet von einem stetigen

Wachstum: Zahlreiche Firmen wurden

akquiriert, die Mitarbeiterzahlen stiegen

auf heute knapp 6.000 weltweit, der

Umsatz kletterte krisenresistent auf aktuell

über 1,4 Mrd. Euro. Die Zeit war aber auch

charakterisiert durch Megatrends, wie der

Wunsch nach gesunder Ernährung, Wellness

oder Natürlichkeit, welche die gesamte

Industrie verändert haben und auch bei

Symrise für neue Schwerpunkte sorgten.

So wurden etwa Geschmackslösungen

geschaffen, die ein Weniger an Salz, Zucker,

Fett möglich machen und so zu einer ausgewogenen

Ernährung beitragen. Ebenso

wurden hochwirksame Anti-Aging-Wirkstoffe

entwickelt sowie aktive Inhaltstoffe,

die dem Bedürfnis nach Natürlichkeit und

sanfter Pflege Rechnung tragen, aber auch

einzigartige Düfte wie „Kenzo Air“ (2003)

oder „Givenchy Play for Her“ (2010) wurden

kreiert, mit denen der jeweilige Zeitgeist

getroffen wurde.

Auch neben dem Kerngeschäft kann

Symrise Erfolge verbuchen: 2012 erhielt das

Unternehmen den Deutschen Nachhaltigkeitspreis

und dieses Jahr wurde Symrise

als „Grünes Unternehmen“ zertifiziert. Das

Jubiläum hat man sich wohl verdient. VS

WolfsburgKiosk

In Wolfsburg geht das Stadtmarketing mit

einer App neue Wege.

Vom digitalen Zeitschriftenregal spricht

man bei der Wolfsburg Wirtschaft und

Marketing GmbH (WMG). Dort wird zu

Ende 2013 eine App vorgestellt, die zur

neuen zentralen Anlaufstelle für Informationen

über Wolfsburg werden soll. WolfsburgKiosk

heißt die App, die voll auf Multimedialität

setzt: Hier sollen Videos und

Bilder einen Mehrwert erzeugen, der über

die Möglichkeiten reiner Printprodukte

hinausgeht. Ziel ist letztlich, Einblick in

die Vielfalt der Stadt Wolfsburg geben.

Ergänzt wird die App natürlich auch um

eine Webpräsenz.

Die App bietet als digitale Plattform

einen breiten Raum für Informationsbroschüren,

Magazine und Flyer aus Wolfsburg.

Neben den Publikationen der WMG

und der Stadtverwaltung Wolfsburg wird

aber auch Verlagen und Unternehmen die

Möglichkeit geboten, standortrelevante

Erzeugnisse im digitalen Kiosk bereitzustellen.

Auch das RegJo Niedersachsen wird

zum Beispiel über die App zur Verfügung

stehen. Zielgruppe sind primär die Wolfsburger,

aber auch Geschäftsreisende oder

Tagestouristen.

VT

www.wolfsburgkiosk.de

Bilder: HAWK, Friedrich R. Weilburg, Ottobock, Sartorius, Nina Stiller, Polygo

Bilder: Symrise, WMG Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH


10 Magazin regjo niedersachsen regjo niedersachsen Magazin 11

I n t e r n at s g y m n a s i u m

A r b e i t s m a r k t

T o u r i s m u s

B e r at u n g

Fa c h k r ä f t e s i c h e r u n g

Verlässlich

„50plus“ online

Infos jederzeit

Beratung für Produktion und Logistik

Profil zeigen

Das Pädagogium Bad Sachsa legt großen

Wert auf eine gute Lernatmosphäre.

Neues Personalportal des regionalen

Beschäftigungspakts „50plus“ ist online.

Die Agentur LandZukunft bringt elf Infoterminals

in die Solling-Vogler-Region.

Die Schmidt & Kohl Consulting GmbH & Co. KG schafft passgenaue Prozesse und

Lösungen für mittelständische Unternehmen auf der Basis von SAP.

Der Wirtschaftsraum Mittelweser hat eine

neue Strategie zur Fachkräftesicherung.

Bereits 1890 wurde das Internatsgymnasium

Pädagogium Bad Sachsa gegründet,

seit 1968 wird es von einer Stiftung getragen.

Heute lernen am Harzrand etwa 390

Kinder und Jugendliche. Sowohl die internen

als auch die externen Schüler schätzen

die familiäre Atmosphäre, die durch den

engen Kontakt von Schülern, Lehrern und

Eltern entsteht und durch das ausgewogene

Ganztagsschulkonzept gefördert wird.

Schulisch findet in Klasse 5 bis 10 keine

Schwerpunktbildung statt. Dafür werden in

der Oberstufe – unabhängig von der Schülerzahl

– drei Profile angeboten: sprachlich,

mathematisch-naturwissenschaftlich und

gesellschaftswissenschaftlich.

Um möglichst vielen Jugendlichen den

Weg zum Abitur zu ermöglichen, stehen

Lehrer und Schüler in einem engen Dialog

und können so Verständnislücken oder

Lerndefizite schnell ausgleichen. Genauso

werden leistungsstarke Schüler stärker

gefordert und damit in ihrer Entwicklung

unterstützt. Viel Wert wird auch auf kreativen

und sportlichen Ausgleich gelegt. Dabei

können die Schüler zwischen zahlreichen

Arbeitsgemeinschaften wählen. VS

www.internats-gymnasium.de

Mit dem „Personalportal 50plus“ bietet der

Beschäftigungspakt „50plus – Erfahrung

zählt!“ Arbeitgebern die Möglichkeit, sich

schnell, übersichtlich, unverbindlich und

kostenfrei über geeignete Arbeitskräfte in

der Region zu informieren.

Initiiert wurde das Portal im Rahmen des

Bundesprogramms „Perspektive 50plus

– Beschäftigungspakte in den Regionen“

vom regionalen Beschäftigungspakt

„50plus – Erfahrung zählt!“. Der Beschäftigungspakt

ist für die Aktivierung, Qualifizierung

und Arbeitsvermittlung von

älteren Arbeitssuchenden im ALG II-

Bezug zuständig. Zum Pakt zählen neben

dem Jobcenter Landkreis Göttingen auch

die Jobcenter der Landkreise Hildesheim,

Holzminden, Northeim, Osterode am Harz

und Peine. Mit dem Personalportal will der

Beschäftigungspakt die Arbeitgeber in der

Region ansprechen und aufzeigen, dass es

sich lohnt, auch die Überfünfzigjährigen

in die Personalentscheidungen mit einzubeziehen.

In dem Portal sind Bewerberinnen

und Bewerber aus allen Branchen

vertreten. Besondere Schwerpunkte gibt es

in den Bereichen Dienstleistung, Handel,

Handwerk und Lager/Logistik. Aufrufbar

unter www.personalportal50plus.de VT

Informationen über touristische Angebote

in der Solling-Vogler-Region sind für die

Gäste vor Ort dank der Entwicklungsagentur

LandZukunft nun 24 Stunden am Tag

abrufbar. Über elektronische Infoterminals

besteht an elf Standorten die Möglichkeit,

rund um die Uhr umfassende Informationen

über Freizeitangebote, Unterkünfte

und Co. einzuholen. Über einen Touchscreen-Bildschirm

können die Gäste alle

Informationen für einen Aufenthalt in der

Solling-Vogler-Region abrufen.

So erfahren die Gäste unter anderem,

welche Sehenswürdigkeiten die einzelnen

Mitgliedsgemeinden zu bieten haben und

wo Übernachtungsmöglichkeiten bestehen.

Diashows und Videos vermitteln den Besuchern

spannende Einblicke in die Naturlandschaft

und die Ferienorte.

Mit elf teilnehmenden Orten ist die

Solling-Vogler-Region in Bezug auf die

Dichte der angebotenen Infoterminals

deutschlandweit führend. In Zusammenarbeit

mit der Auftragsfirma feratel media

technologies AG wurden die Terminals

Anfang August aufgebaut und in Betrieb

genommen.

VT

www.solling-vogler-region.de

In jedem Unternehmen laufen täglich Produktions-

und Logistikprozesse ab. „Diese

erzeugen die Wertschöpfung des Unternehmens,

kosten aber auch jeden Tag

Geld. In Produktions- und Logistikprozessen

liegen die entscheidenden Schlüssel

für Effizienz und Erfolg oder Ineffizienz

und Misserfolg von Unternehmen“,

erklärt Silke Kohl. Sie ist geschäftsführende

Gesellschafterin der Schmidt &

Kohl Consulting GmbH & Co. KG aus

Steinfeld-Mühlen im Oldenburger Münsterland.

Das 2010 gegründete Beratungsunternehmen

unterstützt seine Kunden

von der Einführung über die Implementierung

bis hin zur Nachbetreuung großer

ERP-Projekte in der Produktion, Warenwirtschaft

und Logistik. Dabei bietet das

Unternehmen Know-how und industrieübergreifendes

Prozesswissen für sämtliche

Fragestellungen bis hin zum Projektmanagement

selbst sowie breit aufgestellte

und tiefgehende SAP-Expertise. Zu den

Kunden zählen unter anderem die BMW

AG, Rolls-Royce Motor-Cars, die Schaeffler

KG, die Müller-Technik GmbH und

die Bezema AG. Nun soll verstärkt auch

der Mittelstand in Niedersachsen in den

Fokus genommen werden.

„Knappe personelle Ressourcen im Mittelstand

sowie mit Projekten konkurrierendes

Tagesgeschäft erschweren den Aufbau

einer Projektorganisation und eine zügige

Projektabwicklung“, beschreibt Kohl die

Ausgangslage. „Gleichzeitig erfordern

knappe Projektressourcen und -budgets

sowie ein hoher Handlungsdruck bei auftretenden

Fragestellungen eine zügige Projektabwicklung.

Darunter leiden in erster

Linie erforderliche Tests und notwendige

Schulungen und damit der Gesamterfolg

des Projektes.“ Silke Kohl spricht aus

Erfahrung. Die Wirtschaftsinformatikerin

arbeitete selbst in der Industrie, bevor sie

über mehrere Stationen in der Unternehmensberatung

ihre eigene Firma eröffnete.

Bestätigt wird die Expertise auch

von ihren Kunden: „Wir haben wichtige

Impulse erhalten, um die Einführung

unseres Hochregallagers erfolgreich

abzuschließen und konnten von der langjährigen

Projekterfahrung der Schmidt &

Kohl Consulting profitieren und so echten

Mehrwert in unserer Logistik generieren“,

so Ulrich Ehrenborg, Geschäftsführer der

Müller-Technik GmbH aus Steinfeld. VS

www.schmidt-kohl.com

Fachkräftegwinnung und -sicherung sind

auch im Wirtschaftsraum Mittelweser die

aktuell großen Themen. Auf Initiative

heimischer Untenehmen brachte die WIN

Wirtschaftsförderung im Landkreis Nienburg/Weser

GmbH Vertreter aus Politik,

Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft

zu einem regionalen Profilbildungsprozess

zusammen. Die Absicht: die gezielte

Ansprache und Gewinnung von Fachkräften

innerhalb und außerhalb der Region.

Dabei sollten verstärkt die weichen Standortfaktoren

in den Fokus gerückt werden.

Mitte 2013 präsentierte man die

identifizierten Profile der Region: „Leben

und Wohnen im Grünen und Großen“,

„In Balance aktiv natürlich leben“

und „Näher dran wohnen“ lauten die

Schlagworte, hinter denen sich günstige

Immobilienpreise, Wohnen in der

Natur, enorme Sport- und Freizeitpotenziale

und soziale Nähe, sprich Nachbarschaft,

verbergen. Diese sollen zukünftig

als überzeugende Aspekte des Lebens in

der Region herausgestellt werden.Mit der

Planung durch geht es nun ambitioniert

an die Umsetzung.

VS

www.win-nienburg.de

Bilder: Pädagogium Bad Sachsa, R. Hormes, Solling-Vogler-Region im Weserbergland e.V.

Bilder: Schmidt & Kohl Consulting GmbH & Co. KG, WIN Nienburg


egjo niedersachsen Magazin 13

26. - 28. November 2014

11. Kautschuk-Herbst-Kolloquium

h a l l e n b a u

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Deutsches Institut für Kautschuktechnologie e. V.

www.DIKautschuk.de/khk

Schnell machen

Mit General Motors

Platz für Gewerbe

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Die BFTW Holzminden GmbH ist bundesweit

ein Experte für Betonfertigteile.

Die Piller Idustrieventilatoren GmbH aus

Osterode beliefert General Motors.

Westlich von Cloppenburg prosperiert

die Gemeinde Lastrup.

Geben Sie Ihrem

Job mehr Gehalt!

Willkommen an der

Offenen Hochschule Niedersachsen.

Wir bringen Berufstätige weiter.

Welches Fach zu Ihrem Job passt und

wie Sie auch ohne Abitur studieren

können, erfahren Sie bei uns. Wir liefern

alle Infos für Ihre Weiterbildung.

www.offene-hochschule-niedersachsen.de

Das Betonfertigteilwerk Holzminden, kurz

BFTW, gibt es erst seit 2001, dennoch hat

sich die Firma bundesweit bereits einen

Namen gemacht und ist stark am Expandieren.

Bei BFTW werden Stahlbetonteile

auf hohem Niveau gefertigt. Die Fertigteile

werden dabei vielseitig eingesetzt, zum

Beispiel für den Industriebau, den Hallenbau

oder den Wohnungsbau, als moderne

Schallschutzwände oder Brückenelemente

(wie etwa eine Schwerlastbrücke

bei Hameln).Große Objekte wie Produktions-

und Lagerhallen, aber auch Supermärkte

müssen manchmal von kurzfristig

realisiert werden. Die Bauweise mit Stahlbetonfertigteilen

ist dafür ideal, da durch

den schnellen Einsatz von Fertigteilen Bauprojekte

innerhalb weniger Tage umgesetzt

werden können. Konkret umfasst die Produktpalette

von BFTW Stützen, Binder,

Treppen, Pfetten, Unterzüge, Wandplatten

und Sockelplatten.

Die Betonfertigteile werden wetterunabhängig

im Werk Holzminden gefertigt,

angeliefert und anschließend von betriebseigenen

Montagekolonnen fachgerecht und

wasserdicht vor Ort installiert.

VS

www.bftw.de

Mit Gesamtinvestitionen von ca. 550 Mio.

USD will General Motors, einer der weltweit

größten Automobilhersteller, seine weltweiten

IT-Prozesse in zwei neuen Großrechenzentren

bündeln. Für die jetzt in Betrieb

gegangenen Anlagen wurde von den US-

Behörden die entsprechend höchste Zertifizierung

vergeben, welche weltweit nur

5% aller Rechenzentren erreichen. Für das

Herzstück, die sichere und umweltschonende

Stromversorgung, werden hierzu im

Endausbau 16 der größten Piller-USV-Anlagen

mit einer Modulleistung von je 2,7 MW

eingesetzt. In jedem Modul wurden zwei

weltweit einmalige Schwungmassenspeicher

von Piller installiert. Hierdurch wird

der Einsatz von Batterieanlagen der Größe

eines Fußballfeldes überflüssig. Die Anlagen

wurden im Werk Osterode gefertigt,

im Werk Bilshausen geprüft, vom Kunden

abgenommen und dann vom Tochterunternehmen

Piller USA in Containeranlagen

integriert (siehe Foto). Mit diesen und

ähnlichen Anlagen sowie einem weltweiten

Service-Netz erwirtschaftet Piller inzwischen

mit über 850 Mitarbeitern mehr als

200 Mio. Euro Umsatz im Jahr und ist für

Anlagen dieser Größenordnung weltweit

absolut führend.

VS

Die Gemeinde Lastrup hat sich in den vergangenen

Jahren zu einem attraktiven

Standort entwickelt. Ihren Bürgern bietet

die Gemeinde ideale Voraussetzungen,

um sich in Lastrup rundum wohl zu fühlen.

Das reicht von vielfältigen Angeboten

im vorschulischen Bereich über ein bemerkenswert

aktives Vereinsleben und zahlreichen

Sportmöglichkeiten bis hin zur Vorhaltung

von preiswertem Bauland.

Im Lastruper Rathaus engagiert man

sich aber insbesondere dafür, Betriebe

oder Gründer für den Standort zu interessieren,

denn man kann mit hervorragenden

Standortbedingungen punkten: Es

gibt ausreichend Gewerbegrundstücke zu

attraktiven Konditionen und in verkehrsgünstiger

Lage. „Wir legen aber auch ein

Augenmerk darauf, Gewerbegebiete „im

Grünen“ zu schaffen, die sich in die Landschaft

einfügen und mit ihrem Umfeld

ein einheitliches Gesamtbild darstellen“,

betont Bürgermeister Michael Kramer.

Im Lastruper Gewerbegebiet entlang

der zukünftig vierspurigen Bundesstraße

B213/E233 haben sich in den letzten Jahren

bereits mehrere namhafte Firmen

mit teils internationalen Absatzmärkten

angesiedelt.

VS

Bilder: BFTW Hallen, Piller Idustrieventilatoren, Gemeinde Lastrup


14 interview regjo NIEDERSACHSEN regjo NIEDERSACHSEN interview 15

„Ich habe mich totgelacht“

Jessica Stockmann spielt an der Braunschweiger Komödie am Altstadtmarkt im Stück „Ein Mann mehr ist noch zu

wenig“. Ein Gespräch über die Bedeutung des Theaters und die Umkehr der Geschlechterklischees.

Jessica Stockmann hat als Sängerin, Moderatorin und Schauspielerin von sich Reden gemacht. Aktuell steht sie in Braunschweig auf der Bühne.

Bild: Ute Ville

Interview: Halina Schmidt

Die „Komödie am Altstadtmarkt“ wurde vor zehn Jahren von Florian

Battermann gekauft, der in den ehemaligen Räumen eines

Kinos ein unsubventioniertes Privattheater eröffnete. Ist dieses

Konzept erfolgreich?

An allererster Stelle steht zunächst der Mut, so etwas zu tun. Da

kann ich vor Florian Battermann nur den Hut ziehen. Aber der

Erfolg seines Hauses zeigt ihm ja auch, dass er alles richtig gemacht

hat. Erfolg und Mut gehören eben immer zusammen. Wie sagen die

Amerikaner so schön: No risk, no fun!

Worum geht es in dem Theaterstück „Ein Mann mehr ist noch

zu wenig“?

Es geht um eine Frau, die nichts von der Ehe und von der Monogamie

hält. Carmen hat Affären mit drei Männern zugleich, von

denen jeder eine bestimmte Rolle erfüllt. Und an einem Tag stehen

die drei dann plötzlich alle vor ihrer Tür. Im Laufe des Stückes

merkt man aber, dass sie eigentlich lieber einen Mann will, der

alles erfüllt. Es ist kein Männerhasserstück, bei dem über Männer

hergezogen wird! Das Theaterstück ist die moderne Fassung

der Filmkomödie „Boeing-Boeing“ von 1965. In dem Film ist der

Protagonist mit drei Stewardessen zugleich verlobt. Das Stück ist

daran angelehnt.

Was hat Sie dazu bewogen, bei diesem Theaterstück mitzuwirken?

Ich habe das Stück gelesen und mich totgelacht. Florian Battermann,

der gleichzeitig auch der Autor der Komödie ist, und ich

wollten schon länger zusammenarbeiten. Er hatte mich vor einigen

Jahren in München auf der Bühne gesehen. Er sprach mich

wegen eines anderen Stückes an, aber damals hatte ich noch Kinderpause.

Jetzt sind meine Kinder neun und 14 Jahre alt, da ist es

viel einfacher, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen.

Ich wohne in Hamburg und fahre für das Stück nach Braunschweig.

Der Beruf der Schauspielerei ist mit dem Muttersein perfekt vereinbar.

Außerdem spielt auch Tanja Schumann, die ich sehr mag,

in dem Stück mit.

Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen und der Protagonistin

Carmen?

Carmen tut das, was sie denkt und für richtig hält, ohne sich

daran zu stören, was die Gesellschaft davon denkt. Mir war es

auch immer das Wichtigste, dass ich morgens in den Spiegel

schauen kann.

Warum wurde in der Neufassung des Stücks die Rollenverteilung

der Geschlechter umgekehrt?

Eine Frau, die drei Lover hat, ist einfach moderner als ein Mann,

der drei Geliebte hat. Das wäre ja dann ein alter Schuh. Bei der

Unterhaltung, das heißt im Theater oder Film, geht es ja immer

darum, den Zuschauer zu unterhalten und ihn nicht mit „alten

Kamellen“ und abgedroschenen Klischees zu langweilen. Daher ist

die Frau mit den drei Lovern so wunderbar zeitgemäß.

Inwiefern spiegelt dies den Wandel der männlichen und weiblichen

Rollenverteilung in der Gesellschaft wieder?

Früher „gönnte“ sich nur der Mann eine Geliebte. Inzwischen sind

die Frauen aber finanziell unabhängig und somit können sie sich

auch ihren Geliebten gönnen. Und manchmal eben sogar drei davon.


Bild: Axel Emmert

regjo NIEDERSACHSEN interview 17

Szene aus dem Stück „Ein Mann mehr ist noch zu wenig“ in der Braunschweiger „Komödie am Altstadtmarkt“. Das vollkommen

unsubventionierte Theater von Florian Battermann gibt es seit 2003, seine Eigenproduktionen sind auch bundesweit unterwegs.

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Sehen Sie selbst noch Defizite auf dem Weg zur Gleichstellung

von Mann und Frau?

Meiner Meinung nach ist gesellschaftlich das Limit

erreicht. Mehr Emanzipation der Frau möchte ich gar

nicht. Denn ich möchte ja noch immer, dass der Mann mir

in den Mantel hilft, mir die Tür aufhält und mir Blumen

schenkt. Wenn er das nicht mehr tut, sondern wir Frauen

anfangen, den Männern die Tür aufzuhalten, würde ich

das ganz schrecklich finden.

Was fasziniert Sie am meisten an der Schauspielerei?

Man kann Rollen spielen, die man im Alltag nicht spielen

kann, ohne dass jemand irritiert ist und etwas sagt.

Und man beschäftigt sich immer wieder mit neuen Rollen

und neuen Personen.

Wo sehen Sie die Unterschiede zwischen der Schauspielerei

im Fernsehen und auf der Bühne?

Ich komme ursprünglich vom Theater. Von 1987 bis

1990 habe ich eine Musical- und Schauspielausbildung

am Bühnenstudio der Darstellenden Künste in Hamburg

absolviert und wurde nach meinem Abschluss vom Fleck

weg vom Ernst-Deutsch-Theater engagiert. Mir gefällt

beides, Fernsehen und Theater, aber die größere Herausforderung

ist das Theater. Jede Vorstellung ist anders.

Beim Drehen dreht man so lange, bis es im Kasten und

richtig, richtig gut ist. Das gibt es beim Theater nicht,

aber gerade das ist der Kitzel. Theater ist meine Passion,

meine Leidenschaft.

Halten Sie eine TV-Adaption des Stückes für möglich?

Absolut! Ich finde, das Theaterstück ist wie gemacht fürs

Fernsehen. Da wäre ich sofort dabei!

Glauben Sie, dass die Schauspielerei am Theater in Zeiten

der digitalen Medien noch eine Zukunft hat?

Oh ja! In diesem neuen Zeitalter ist zwar alles schneller und

anonymer geworden, aber umso mehr sehnt man sich dann

zwischendurch nach dem Ursprünglichen zurück. Es gibt

Lampen in allen Variationen, aber eine Kerze gibt immer

noch das schönste Licht und eine ganz spezielle Atmosphäre.

Genauso ist es mit dem Theater. Reality Show hin, Reality

Show her – das Theater hat seine ganz eigene Atmosphäre.

Wie mutig ist Theater heute, wie mutig muss es sein?

Theater war schon immer mutig. Früher gab es Gerüchte

auf dem Jahrmarkt oder bei Hofe und die Schauspieler

haben dann ein Stück daraus gemacht. Da sie in Rollen

geschlüpft sind, konnte man sie, auch wenn sie die Aristokraten

angriffen, dennoch nicht köpfen lassen. Heute ist

es nicht anders. Theater muss modern sein, unterhalten,

zum Nachdenken anregen. Und das Theater hat die Kraft,

die Stimme des Volkes zu sein.

Das Stück startet am 1. Dezember 2014 und ist bis zum 11. Januar

2014 in der „Komödie am Altstadtmarkt“ in Braunschweig zu sehen.

Infos und Karten gibt es unter: www.komoedie-am-altstadtmarkt.de


18 autoforschung regjo niedersachsen regjo niedersachsen autoforschung 19

Bild: NFF-Pressestelle/Christian Bierwagen

Das mobile Miteinander

In der Region Braunschweig arbeiten Unternehmen und öffentliche Forschungseinrichtungen gemeinsam

am Auto der Zukunft: Das soll sicherer, ressourcenschonender und komfortabler sein als heute.


20 autoforschung regjo niedersachsen regjo niedersachsen autoforschung 21

Die „Forschungskreuzung“ des DLR in Braunschweig. Im Rahmen

des Projektes AIM (Anwendungsplattform Intelligente Mobilität)

werden hier Fahrzeugbewegungen zur Erforschung des Mobilitätsverhaltens

erfasst. Vorhergehende Seite: Forschungsfahrzeug Leonie.

Bild: DLR


22 autoforschung regjo niedersachsen regjo niedersachsen autoforschung 23

Bild: NFF-Pressestelle/Christian Bierwagen

Text: Holger Isermann

Wenn es so etwas wie eine Geburtsstunde

der Automobilregion Braunschweig gibt,

dann könnte man sie ins Jahr 1903 datieren.

Der Konstrukteur Heinrich Büssing ist

damals 60 Jahre alt und hat eine unternehmerische

Erfolgsgeschichte mit mehr als 90

angemeldeten Patenten hinter sich. Obwohl

sich auf seinem Konto ein kleines Vermögen

befindet, denkt Büssing nicht an Ruhestand,

sondern gründet zusammen mit seinen

beiden Söhnen die „Heinrich Büssing,

Specialfabrik für Motorlastwagen, Motoromnibusse

und Motoren, Braunschweig,

Elmstraße“. Von einer stillgelegten Wäscherei

aus eroberten seine Busse und LKWs

weite Teile Mitteleuropas und wurden in

die ganze Welt exportiert. Als Büssing im

Sommer 1843 in Nordsteimke beim damals

noch nicht existierenden Wolfsburg zur

Welt kam, ließ sich diese Aufstiegsbiographie

nicht voraussagen. Sein Vater war

Schmied und der junge Heinrich besuchte

die Dorfschule. 1859 legte er als Gesellenstück

ein Hufeisen vor und sollte eigentlich

in die Fußstapfen des Vaters treten. Stattdessen

zog es ihn fort. Auf seiner Wanderung,

die ihn über Brandenburg und Bayern

bis in die Schweiz führte, sah Büssing

fasziniert die Anfänge der Industriealisierung

und muss schnell begriffen haben,

dass in ihr die Zukunft lag. Seine Notizbücher

waren gespickt mit Berechnungen und

Konstruktionszeichnungen, als er wieder in

Nordsteimke ankam und gegen den Willen

seines Vaters Gasthörer am Braunschweiger

Collegium Carolinum, dem Vorgänger

der TU Braunschweig, wurde. Dort studierte

der ehemalige Dorfschüler drei Jahre

lang Maschinenbau und Bautechnik. In der

Folge gründete er mehrere Unternehmen,

die Fahrräder, Maschinen oder Stellwerke

für die Eisenbahn herstellten und wurde

schließlich im hohen Alter zum Autopionier.

Doch Büssing war nicht nur Techniker.

Er gründete auch eine Buslinie von

Wendeburg nach Braunschweig und mit der „Transportgesellschaft

zur Beförderung von Waren und Güter“ die

wahrscheinlich erste Spedition der Welt. Er wurde Ehrendoktor

und Ehrensenator der TU Braunschweig.

Autoentwicklung in der Region Braunschweig hat über

100 Jahre Tradition.

Heute verleiht der Braunschweigische Hochschulbund

jährlich den Heinrich-Büssing-Preis für herausragende

Leistungen von Nachwuchswissenschaftler und

zeichnet damit die Idee eines Miteinanders aus Wissenschaft

und Industrie aus. Denn positiv Verrückte, wie der

Braunschweiger Konstrukteur, stecken an, erzeugen Faszination

und begeistern. Damit geben sie einer Region ein

120 Mio. Euro Gesamtvolumen, teilweise gefördert

durch den Bund und das Land: die Open

Hybrid LabFactory, die nahe des Volkswagen-

Werks in Wolfsburg entstehen soll. 200 Mitarbeiter

sollen hier an Leichtbau-Komponenten

für die Autoindustrie forschen. Beteiligt an dem

NFF-geführten Projekt sind 31 Partner aus

Wissenschaft und Wirtschaft.


24 autoforschung regjo niedersachsen regjo niedersachsen autoforschung 25

Bild: NFF-Pressestelle/Christian Bierwagen

Bild: Volkswagen AG

Begrüßung der ersten Stipendiaten des kooperativen Promotionsprogramms Elektromobilität 2013 des Niedersächsischen Forschungszentrums

Fahrzeugtechnik (NFF) in Braunschweig.

Ministerpräsident Stephan Weil mit dem neuen (Klein-)Serienmodell XL1 von Volkswagen: Der Plug-in-Hybride soll mit 0,9 Litern Kraftstoff pro

100 Kilometer auskommen; der vollgeladene Akku soll es auf eine Reichweite von etwa 50 Kilometer bringen (Herstellerangaben).

Gesicht, das Gleichgesinnte anzieht und werden zum Initial für

das, was man heute Schwerpunkt- oder Kompetenzregion nennt.

Eines der bekanntesten Beispiele dafür ist wohl das Silicon Valley

in Kalifornien für die Elektronik- und Computerindustrie.

Das neue Mobile Valley? In Braunschweig und Umgebung

wächst der Bereich Mobilitätsforschung stetig.

In Braunschweig und Umgebung haben sich mittlerweile eine

Vielzahl an Forschungseinrichtungen und Unternehmen angesiedelt,

bei denen sich alles ums Vorwärtskommen dreht. Neben

der Volkswagen AG und dem vielfältigen Netz an Zulieferern gehören

dazu auch der Zughersteller Alstom, die Siemens AG und zahlreiche

mittelständische Unternehmen. Zieht man den Kreis etwas

weiter, kommen die Continental AG in Hannover und die Ingenieurgesellschaft

Auto und Verkehr (IAV) mit ihrem Entwicklungszentrum

in Gifhorn dazu. Auf der Hochschulseite gibt es die TU

Braunschweig, die Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaften

und die Hochschule für Bildende Künste (HBK), die mit

ihrem Institut für Transportation Design explizit am Auto der

Zukunft forscht. Dazu kommen in der Region mehrere außeruniversitäre

Forschungseinrichtungen, wie das Bundesforschungsinstitut

für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, das unter

anderem im Bereich Landmaschinen forscht und natürlich das

Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Die Summe

der Akteure erzeugt einen besonderen Schmelztiegel“, erklärt

Professor Karsten Lemmer. Der Leiter des Instituts für Verkehrssystemtechnik

beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt

(DLR) erforscht mit einem Team aus Ingenieuren, Psychologen,

Informatikern und Mathematikern das Zusammenspiel aus

Mensch und Technik auf der Straße.

Der Fahrer ist darin zugleich Schwachpunkt und Stärke im

Auto. Sensoren reagieren sofort, ohne Schrecksekunde. Sie können

aber die intuitiven Fähigkeiten des Menschen kaum ersetzen.

Lemmer: „Unser Ziel ist es, die kreative Problemlösungskompetenz

des Menschen mit der Geschwindigkeit der Elektronik zu

verknüpfen. Das treibt uns an.“ Dazu errichten die Braunschweiger

Verkehrsforscher gerade die Anwendungsplattform Intelligente

Mobilität (AIM) im Stadtgebiet und bauen auf Nachhaltigkeit.

Typische Forschungsprojekte dauern laut Lemmer rund drei Jahre.

Das meiste davon ist Vorbereitung: Die Infrastruktur muss stehen,

Genehmigungen müssen eingeholt werden. „Im schlimmsten Fall

braucht es also zwei Jahre, bis die Messungen beginnen können.

Danach müssen die Messanlagen zurückgebaut werden oder stehen

in der Landschaft rum und verrotten.“ Der Ansatz von AIM

ist deshalb der Aufbau generischer Bausteine für ein Verkehrsforschungs-Labor.

Es soll eine universale

Infrastruktur entstehen, auf der verschiedene

Forschungsprojekte relativ leicht aufbauen

können. Das spart Investitionen und

Zeit. Aufmerksame Beobachter dürften die

Aktivitäten der Braunschweiger Verkehrsforscher

bemerkt haben. Wo Hagenring und

Rebenring sich treffen, entsteht die AIM-

Forschungskreuzung: Hier sind beispielsweise

acht Kameras und vier Radare auf

die Fahrbahn gerichtet und zeichnen alle

motorisierten Verkehrsbewegungen auf.

Für Untersuchungen zur Interaktion von

motorisiertem und nicht-motorisiertem

Verkehr erkennen zusätzlich Stereokamerasysteme

Fußgänger und Radfahrer an

zwei der vier Überwege. Im Fokus stehen

so genannte Beinaheunfälle, also brenzlige

Situationen, die sich gerade so noch ohne

Kollision auflösen lassen. Denn während

Blech- und Personenschäden durch die

Polizei registriert werden, gibt es zu Beinnaheunfällen

keine Statistiken. „Wenn wir

beides zusammennehmen, erhöhen wir die

Fallzahlen und können zielsicherer an Assistenzsystemen

arbeiten, die kritische Situationen

vermeiden“, betont Lemmer. Aus

dem riesigen Datenvolumen der Kameras

wählen Hochleistungsrechner genau die

Situationen aus, die einen Beinaheunfall

zeigen und speichern sie in Form von so

genannten Trajektorien ab.

Auf dem Bildschirm werden diese

Bewegungsinformationen schließlich in

Form einer Shapebox dargestellt, die die

Größe, Geschwindigkeit, Bewegungsrichtung

und Beschleunigung eines Objektes

widerspiegelt. Die anderen Bildinformationen

landen im digitalen Papierkorb – aus

Datenschutzgründen und weil die Grenzen

der Speicherkapazität sonst schnell erreicht

wären. Mit den gesammelten Beinaheunfällen

von der realen Kreuzung füttern die

Wissenschaftler schließlich verschiedene

Simulatoren. Hinter dem täuschend echten

Steuer können Probanden neu entwickelte

Assistenzsysteme erproben, bevor diese

anschließend wieder in der realen Umgebung

getestet werden. „Das ist der Forschungskreislauf

aus der Wirklichkeit in die

Simulation und zurück auf die Straße, den

wir anstreben“, betont Forschungskreuzungs-Projektleiter

Sascha Knake-Langhorst.

Zwei solcher Simulatoren stehen

in einem Nachbargebäude des Institutes.

Ein neuer wird gerade gebaut. Der wissenschaftliche

Mitarbeiter ist von der Universität

Hannover ans DLR gekommen, um

hier zu promovieren. „Weil die Mischung

aus Industrie und Wissenschaft einzigartig

ist. Das Forschungsumfeld bietet das Beste

aus zwei Welten.“ Die guten Bedingungen

machen in der Region Spitzenforschung mit

Bodenhaftung möglich. Das sieht auch die

Helmholtz-Gemeinschaft so und hat einen

Etatzuwachs für die Verkehrsforschung

in Aussicht gestellt. Einen neuen Namen

braucht das DLR deshalb nach Lemmers

Meinung aber nicht. „Wir haben einen Slo-


26 autoforschung regjo niedersachsen regjo niedersachsen autoforschung 27

Bild: TU Braunschweig

Die Region Braunschweig zeichnet eine hohe Forschungsdichte aus.

Wie wichtig ist dabei das Thema Mobilität auf vier Rädern?

Das Auto spielt in unserer Forschungslandschaft sicher eine herausragende

Rolle. Dazu kommt aber die Mobilität in der Luft und auf der

Schiene. 50 Prozent der Luftfahrtforschungsaktivitäten des Deutschen

Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) finden hier in Braunschweig

statt. Im Bereich der Schienenfahrzeuge haben wir Unternehmen wie

Siemens oder Alstom.

Das heißt, die Automobilregion ist eigentlich eine Mobilitätsregion?

Ja! Die Frage ist doch, wie Mobilitätskonzepte der Zukunft aussehen

und ich denke nicht, dass hier das Auto die einzige Antwort sein wird.

Wir müssen uns zum Beispiel Gedanken machen, wie wir Verkehrsträger

sinnvoll verknüpfen. Bei solchen Fragen hilft uns die Vielschichtigkeit

in der Mobilitätsforschung und erzeugt Synergieeffekte. Fragen aus

der Flugzeugforschung sind beispielsweise hochgradig relevant für die

Automobilforschung.

zentren aus. Nehmen Sie den Campus Forschungsflughafen, das Niedersächsische

Forschungszentrum Fahrzeugtechnik und die

Open Hybrid LabFactory in Wolfsburg.

War das Wissenschaftsjahr 2007 rückblickend eine Art Initialzündung

für das neue Miteinander?

Ja klar! Der Titel „Stadt der Wissenschaft“ hat erst das Bewusstsein

für unseren Standort geschaffen und vielen Bürgern klar gemacht,

welche Möglichkeiten wir hier haben.

Welcher Regionsbegriff macht für Sie am meisten Sinn?

Wissenschaftspolitisch würde ich die Metropolregion Hannover

Braunschweig Göttingen Wolfsburg als Einheit sehen. Mir ist es

wichtig, dass wir hier die Fähigkeiten vor allem im technisch-naturwissenschaftlichen

Bereich bündeln und nicht als Konkurrenten

auftreten.

Wie würden Sie das Verhältnis von Forschung zu Industrie beschreiben?

Sind Sie eine Art Wissenszulieferer?

Sie können logischerweise keine fahrzeugtechnische Forschung hier in

der Region betreiben ohne Volkswagen im Blick zu haben. Aber ich kann

von keinem Kollegen verlangen, dass er Projekte mit VW macht und sehe

uns da auf Augenhöhe.

Das heißt die Unabhängigkeit der Forschung ist nicht gefährdet?

Nein, überhaupt nicht. Wir sind nicht die verlängerte Werkbank von VW.

Es gibt auch kein wirkliches Druckmittel.

Drittmittel könnten ein gutes Argument sein…

Keine Hochschule ist gezwungen, Drittmittel aus der Wirtschaft einzuwerben.

Natürlich wünschen wir uns Kooperationsprojekte, aber die Gelder

sind da nur ein Argument. Das andere ist der Zugang zu gesellschaftlich

und technisch relevanten Themen.

Jürgen Hesselbach,

Präsident der TU Braunschweig, über die

„Mobilitätsregion“ Braunschweig und die

Forschung rund um das Automobil.

Wie gut funktioniert die Kommunikation zwischen den verschiedenen

Akteuren?

Neben den Hochschulen haben wir in der Region eine Vielzahl von

außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen,

die miteinander kooperieren. Die Kommunikation hat sich in den

letzten Jahren auf allen Ebenen deutlich verbessert. Das war früher

eines unserer großen Defizite. Mittlerweile reden wir permanent miteinander.

Das drückt sich beispielsweise in verschiedenen Forschungs-

Wenn man Wissenschaftler aus der Luftfahrtforschung fragt,

schwärmen fast alle von den einmaligen Möglichkeiten hier in

Braunschweig. Sind die bei der Automobilforschung ähnlich gut?

Nicht ganz, die sind dreimalig: Man muss auch die Regionen München

und Stuttgart nennen. Aber hier in Braunschweig entsteht etwas, wo

sich unsere Konkurrenten im Süden langsam Gedanken machen werden.

Wir beanspruchen eine Führungsrolle in der deutschen Mobilitätsforschung

und wollen die klare Nummer eins in Norddeutschland sein.

Daran kann uns eigentlich niemand mehr hindern, nur wir selbst.

Was fehlt dem Auto von heute, damit es auch in 20 oder 30 Jahren

noch fahren kann? Wo liegen die größten Herausforderungen für

die Forschung?

Ganz wichtig ist die Verbesserung der Sicherheit durch neue Assistenzsysteme.

Weiter geht es um die Organisation des Verkehrs in den Städten und

über lange Distanzen. Und natürlich müssen wir runter von den Emissionen.

Da schwimmen wir gerade auf der Welle der Emobilität, aber das ist nicht

alleine die Lösung. Auch Themen wie zum Beispiel der massentaugliche

Leichtbau spielen hier eine Rolle, um den Kraftstoffverbrauch zu senken.

gan, der heißt: Technologien aus Luft- und

Raumfahrt für Straße und Schiene. Neben

den drei reinen Verkehrsinstituten bringen

22 weitere DLR-Institute ihre Kompetenzen

ein. Das ist unsere große Stärke.“

Aktuell werden am Braunschweiger

Ring in regelmäßigen Abständen Wireless-

LAN-Antennen für die „Car-to-Car“ und

„Car-to-X“-Kommunikation angebracht.

Damit wäre es beispielsweise möglich,

einem Autofahrer zu signalisieren, welche

Geschwindigkeit nötig ist, um die nächste

Ampel bei „Grün“ zu erreichen. Das optimale

Geschwindigkeitsband wird dann im

Tacho eingeblendet. Auch Informationen

zum Bahn- und öffentlichen Nahverkehr

sollen integriert werden, um die Übergänge

zwischen den einzelnen Verkehrsträgern

zu optimieren. So könnte das Auto

in naher Zukunft den Fahrer über Zugverspätungen

und freie Parkplätze informieren.

Insgesamt bietet AIM mehr als 20 solcher

Forschungsbausteine und damit jede

Menge Kooperationspotenzial mit anderen

Forschungseinrichtungen. Zum Beispiel

mit den Kollegen der TU, die bereits

im Oktober 2010 ihr Versuchsauto Leonie

medienwirksam fast autonom auf dem

Braunschweiger Ring fahren ließen. Mittlerweile

ist mit „MOBILE“ ein weiteres

Forschungsfahrzeug dazugekommen, das

ein wenig aussieht wie ein überdimensionales

Spielzeugauto. „Leonie war damals

aufsehenerregend, aber im Grunde die

Weiterentwicklung konventioneller Fahrzeugtechnik

– eine Evolution“, erklärt

Professor Markus Maurer vom Institut für

Regelungstechnik. „MOBILE ist dagegen

eine echte Revolution. Sie werden davon

weltweit kein Zweites finden.“

Ein erstes Alleinstellungsmerkmal

ist der Antrieb. MOBILE wird von vier

Elektromotoren mit fast 600 PS in weniger

als vier Sekunden von null auf hundert

beschleunigt, so schnell wie kaum

ein anderes Elektroauto. Auch bei Wendeund

Parkmanövern hat MOBILE gegenüber

herkömmlichen Autos die Nase vorn. Denn

jedes Rad hat seinen eigenen Antrieb und

eine separate Lenkeinheit. Damit kann das

Forschungsfahrzeug praktisch auf der Stelle

drehen. Dazu ist die mechanische oder

hydraulische Kopplung von Lenkrad und

Bremse mit den Rädern aufgehoben. Das

Lenkrad von MOBILE ist praktisch eine Art

Joystick. Seine Bewegung wird von Sensoren

aufgenommen und elektronisch an die

relevanten Komponenten übertragen. „Wir

haben alles verworfen, was wir bisher über

Autos wussten und einfach von Anfang an

ein ganz neues gebaut“, erklärt Projektleiter

Peter Bergmiller. Hinter dem „Wir“ verstecken

sich vor allem zahlreiche Studierende.

Nahezu jede Komponente ist das Ergebnis

einer Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit.

MOBILE ist damit die Summe von rund

40 Arbeiten aus der Elektrotechnik, der

Informations-Systemtechnik, der Informatik,

dem Wirtschaftsingenieurwesen und

dem Maschinenbau. „Über unsere Absolventen

funktioniert bei uns der größte Teil

des Wissenstransfers“, erläutert Maurer

nicht ohne Stolz. Ihre Erfahrungen können

die angehenden Ingenieure schließlich

in Forschungseinrichtungen oder in

der Industrie einbringen. So etwa im Niedersächsischen

Forschungszentrum für

Fahrzeugtechnik (NFF). 2007 von der TU

Parkplatzsuche à la DLR: Das Parksymbol im Display

des Fahrzeugs signalisiert einen freien Parkplatz.

Bild: DLR

Braunschweig mit Unterstützung des Landes Niedersachsens

und der Volkswagen AG gegründet, soll am NFF internationale

Spitzenforschung rund um das Thema Mobilität

gebündelt und etabliert werden. Schwerpunkte sind

die Bereiche Assistenzsysteme, Emissionsreduktion, flexible

Fahrzeugkonzepte und Mobilitätsmanagement. Der

60 Millionen Euro teure Neubau am Forschungsflughafen

ist so etwas wie der steingewordene Ausdruck eines regionalen

Kooperationsgedankens.

Das Niedersächsische Forschungszentrum für Fahrzeugtechnik

wird zum Herz der Mobilitätsforschung.

Noch wird am Forschungsflughafen gebaut, aber schon

im Januar 2014 soll das neue NFF-Gebäude sieben Institute

der TU Braunschweig sowie mehrere Prüfstände und

Hörsäle, eine Bibliothek und Cafeteria beheimaten. Auch

Maurer und Lemmer sind NFF-Mitglieder und können

bald gemeinsam unter einem Dach mit Kollegen aus Hannover

und Clausthal forschen. „Das NFF wird die geographische

Nähe erhöhen. Ein kleiner Spaziergang, dann

steht man beim Kollegen im Büro“, sagt Lemmer. Das

Forschungszentrum biete auch einen Mehrwert für die

Studierenden, weil es die Durchlässigkeit zwischen Studium

und Forschungstätigkeit erhöht. „Da haben wir in

der Region eine sensationelle Situation. Von hier ist selbst


egjo niedersachsen autoforschung 29

Oben: Das FASCar II ist ein

Versuchsfahrzeug des DLR

zur Erprobung neuartiger,

aktiver Assistenzfunktionen.

Mitte: Velotaxi des NFF.

Unten: Versuchsfahrzeug

MOBILE auf dem Doktorandentag

der TU Braunschweig 2012.

2.300

Bild: DLR

KomSIS.de

Standortsuche leicht gemacht

in Niedersachsen.

der Campus der Wolfsburger Autouni nur 15 Minuten

entfernt.“ Dort haben im Sommer Bundesforschungsministerin

Johanna Wanka, VW-Vorstand Werner Neubauer

und TU-Präsident Jürgen Hesselbach den nächsten großen

Kooperationswurf enthüllt, wenn auch bisher nur

als Legomodell. Die Idee der Open Hybrid LabFactory

hatte sich im letzten Herbst beim „ForschungsCampus“-

Wettbewerb der Bundesregierung durchgesetzt. Ab 2014

wollen in Wolfsburg die TU Braunschweig, die Volkswagen

AG und 29 weitere Partner den Leichtbau für die

Massenproduktion im Auto bezahlbar machen. Insgesamt

sind Investitionen in der Höhe von rund 120 Millionen

Euro geplant.

Zukunft: die Open Hybrid LabFactory. Wirtschaft und

Wissenschaft arbeiten hier auf Augenhöhe zusammen.

Bild: NFF-Pressestelle/Christian Bierwagen

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Die Open Hybrid LabFactory ist nicht nur deutlich teurer

als das NFF, sondern hat auch für die Integration von

Wissenschaft und Wirtschaft eine ganz neue Qualität.

Schließlich handelt es sich dabei nicht um eine öffentliche

Forschungsanstalt, die durch private Geldgeber gefördert

wird, sondern um eine Public Private Partnership, in der

sich die Akteure aus beiden Welten auf Augenhöhe begegnen.

Das ist bisher selten in Deutschland. Die Open Hybrid

LabFactory wird damit auch über die Forschungsinhalte

hinaus zu einem vielbeachteten Experiment. Befürworter

sehen ein Leuchtturmprojekt für die Stärkung der

regionalen Wirtschaft und Wissenschaft bei gleichzeitiger

Schonung der öffentlichen Haushalte. Kritische Töne

sind kaum zu vernehmen. Obwohl sich umgekehrt argumentieren

ließe, dass mit Steuergeldern die Zukunftsfähigkeit

von ökonomisch überaus erfolgreichen Unternehmen

gefördert wird. Zumindest einer der wichtigsten

Entscheider der hiesigen Forschungslandschaft sieht durch

das regionale Tête-à-tête die Unabhängigkeit der Wissenschaft

nicht gefährdet. TU-Präsident Professor Jürgen Hesselbach

macht im RegJo-Interview (S.26/27) klar: „Wir

sind nicht die verlängerte Werkbank von VW.“

Bild: NFF-Pressestelle/Christian Bierwagen


30 XXXXX regjo niedersachsen regjo niedersachsen PORTRAIT 31

Die Wagner Group GmbH ist einer der weltweiten Technologieführer im

Bereich Brandschutz. Mit zahlreichen Niederlassungen in Deutschland und

im Ausland ist das Unternehmen gut aufgestellt – geleitet werden die Geschicke

der Firmengruppe aus dem Hauptquartier in Hannover Langenhagen.

Spiel mit dem Feuer

Die Wagner Group GmbH aus Langenhagen ist einer der führenden Anbieter für ganzheitlichen Brandschutz.

In über 35 Jahren hat sich das Unternehmen mit seinen innovativen Systemen eine Spitzenstellung erarbeitet.

Text: Volker Schönfeldt Fotografie: Wagner Group GmbH

Am besten ist eine Brandbekämpfung immer noch dann, wenn

ein Feuer gar nicht erst entsteht. Das spiegelt sich im Motto

der Wagner Group wider: „Der Mensch beherrscht das Feuer.

Seit 1976 noch professioneller“. 1976 gründete Geschäftsführer

Werner Wagner das Unternehmen in Winsen (Aller), der Umzug

an den jetzigen Standort in Hannover Langenhagen geschah

1980. Seitdem befindet sich dort der Hauptsitz der internationalen

Firmengruppe, die neben mehreren Standorten in Deutschland

auch mit zahlreichen Auslandsniederlassungen und Tochtergesellschaften

Flagge zeigt – zuletzt kam im August 2013 der

Standort in Moskau hinzu. Mehr als 400 Mitarbeiter sind mittlerweile

bei der Wagner Group GmbH beschäftigt und tragen

zu einem Unternehmenserfolg bei, der neben einem beachtlichen

Wachstum auch viel Anerkennung bei Spezialisten genießt:

2013 wurde das Unternehmen beispielsweise zum zweiten Mal

in Folge mit dem Deutschen Rechenzentrumspreis in der Kategorie

Rechenzentrums-Sicherheit ausgezeichnet. „Wir wissen,

dass der Erfolg eines Unternehmens maßgeblich auch immer von

den Mitarbeitern abhängt. Wir investieren daher nicht nur in die

Zufriedenheit unserer bestehenden Mitarbeiter, sondern auch

in die Ausbildung und die Gewinnung von neuen Fachkräften.

Bereits seit einiger Zeit engagieren wir uns daher in der Initiative

Zukunft Inc., einem Zusammenschluss verschiedener Marktführer

aus der Region Hannover mit dem Zweck, ein gemeinsames

Personalmarketing zu betreiben“, erläutert Werner Wagner

den Standpunkt seines Unternehmens.

Heute deckt Wagner den gesamten Bereich von Brandvermeidung

und Branderkennung bis zur Brandbekämpfung und Gefahrenmanagementsystemen

ab – und entwickelt daraus individuelle

und auf Kundenbedürfnisse abgestimmte Gesamt- oder Einzellösungen,

die von der Beratung über die Konzeptentwicklung bis

hin zur Anlagenerrichtung und -betreuung reichen. Dabei ist die

Zahl der möglichen Einsatzgebiete für Brandschutz nahezu grenzenlos:

Rechenzentren, Lager und Logistik, Archive, Museen und

Bibliotheken, Züge, Produktion und Lagerung von Lithium-Batterien.

„Jeder Anwendungsbereich hat seine speziellen Anforderungen

und Besonderheiten“, betont Werner Wagner. „Nur dann,

wenn alle Risiken abgedeckt sind, lässt sich auch wirklich von

der perfekten Brandschutzlösung sprechen. Die Brandlasten in

den verschiedenen Bereichen sind entsprechend unterschiedlich

und erfordern eine umfangreiche Risikoanalyse, Schutzzieldefinition

und Lösung.“

Beispiele für die Anwendung der Wagner-Systeme gibt es

reichlich: Die Firma KLM Kühl- und Lagerhaus Münsterland GmbH

zum Beispiel baute 2013 mit über 300.000 m³ das größte vollautomatische

Tiefkühlhochregallager Deutschlands und ließ das Brand-

vermeidungssystem OxyReduct einbauen. Der Sauerstoffgehalt der

Luft im Lagerbereich wird dabei dauerhaft von 20,9 auf 16,2 Vol.-%

abgesenkt, indem eingeleiteter Stickstoff den Sauerstoff in der Luft

verdrängt. „Der Wert wurde anhand der bei KLM eingelagerten

Waren und verwendeten Verpackungsmaterialien durch Brandversuche

individuell ermittelt“, so Wagner. Der nötige Stickstoff

wird direkt aus der Umgebungsluft gewonnen. Die relativ geringe

Absenkung des Sauerstoffgehalts schließt bereits die Entstehung

eines offenen Brandes aus, da in dieser Atmosphäre ein Feuer weder

entstehen noch aufrechterhalten werden kann. Ein Umstand, der

insbesondere im Bereich wertvoller Kulturgüter wichtig ist. „Wir

haben das Brandvermeidungssystem OxyReduct für unsere Bibliothek

ausgewählt, weil es einen umfassenden Brandschutz für die

einzigartige Sammlung von Archiven, Fotografien und seltenen

Büchern bietet“, erklärt David Bishop, Development Manager for

Archives & Heritage an der neu erbauten Bibliothek in Birmingham.

„Außerdem ermöglicht das System den Mitarbeitern weiterhin den

Zugang zu den geschützten Lagerbereichen, welches eine Grundvoraussetzung

für den Betrieb der belebtesten öffentlichen Bibliothek

Europas darstellt.“ Und auch eines der bedeutendsten Kulturgüter

in Deutschland wird von Wagner beschützt: die Büste der Nofretete.

Das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel wurde bei

seiner Sanierung und Wiederherrichtung mit dem Titanus-Ansaug-

rauchmeldesystem ausgestattet. Das System nimmt aktiv Luftproben,

filtert Störgrößen wie etwa Staub oder Zigarettenrauch heraus

und reagiert dadurch mit höchster Täuschungsalarmsicherheit

bereits auf kleinste Rauchpartikel.

Die Brandschutzlösungen von Wagner, die das Unternehmen in

die technische Weltspitze gebracht haben, sind das Ergebnis konsequenter

eigener Forschungsaktivitäten und einer intensiven Kooperation

mit Fachinstitutionen, Verbänden und Kunden. „Fast 700 nationale

und internationale Patente belegen unsere Innovationskraft und

den technologischen Vorsprung“, sagt Werner Wagner. So führte

das Unternehmen zum Beispiel 1994 als erster deutscher Anbieter

mit VdS-System- und Errichterzulassung Stickstoff als natürliches,

nicht reagierendes Löschmittel in den Markt ein, nachdem Halon als

Löschmittel verboten wurde und chemische Löschmittel die Gefahr

des Aufspaltens in korrosive Spaltprodukte mit sich bringen. Kontinuierlich

werden die eigenen Systeme verbessert – und sie lassen

sich auch vor Ort in Lagenhagen begutachten. In der „Wagner World“

können realitätsnahe Brandversuche und technische Lösungen für

anspruchsvolle Brandschutzaufgaben live erlebt werden; für Fachplaner

und Risikomanager von Versicherungen führt das Unternehmen

zudem Workshops sowie Brandversuche durch und informiert unter

anderem über die Grundlagen des Brandschutzes, über den Umgang

mit Projektierungsrichtlinien und Risikoanalysen.


32 ELEKTROMOBILITÄT regjo niedersachsen regjo niedersachsen ELEKTROMOBILITÄT 33

Elektrisierte Pferdestärken

Elektromobilität soll bundesweit sichtbar werden. In vier „Schaufenstern“ werden regional Demonstrationsvorhaben

erarbeitet. Mit dabei: die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg.

Bild: Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH


34 ELEKTROMOBILITÄT regjo niedersachsen regjo niedersachsen ELEKTROMOBILITÄT 35

Das Niedersächsische Innenministerium hat fünf Elektro-Räder,

sogenannte Pedelecs, an die Polizeidirektion Hannover überreicht,

welche auf die innerstädtischen Polizeiinspektionen verteilt wurden.

Polizeipräsident Volker Kluwe verspricht sich davon einen größeren

Aktionsradius und eine höhere Schnelligkeit und Beweglichkeit.

Bild: Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH


36 ELEKTROMOBILITÄT regjo niedersachsen regjo niedersachsen ELEKTROMOBILITÄT 37

Bilder: Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH (2)

IdeenExpo 2013.

Links: Renault Twizy, das vollelektrische

Serienmodell (seit 2011) mit

einer Reichweite bis 100 Kilometer.

Unten (vrnl): Dr. Volker Schmidt,

Hauptgeschäftsführer Niedersachen

Metall; Dr. Gabriele Heinen-Kljajic,

Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft

und Kultur; Jan Schulz,

Geschäftsführer IdeenExpo; Raimund

Nowak, Geschäftsführer Metropolregion

Hannover Braunschweig Göttingen

Wolfsburg GmbH im Gespräch.

Text: Angela Andresen-Schneehage

Noch zählen die „Stromer“ zu den absoluten

Ausnahmeerscheinungen im deutschen Straßenverkehr.

Nur etwa 10.000 Elektrofahrzeuge

und Plug-in-Hybride sind derzeit beim Kraftfahrt-Bundesamt

gemeldet. Das soll sich ändern.

Ziel des nationalen Entwicklungsplanes soll

sein, Deutschland als einen Leitmarkt für Elektromobilität

zu etablieren. Deshalb hat die Bundesregierung

im April 2012 vier Regionen als

„Schaufenster Elektromobilität“ ausgewählt. In

Baden-Württemberg, Bayern/Sachsen, Berlin/

Brandenburg und auch in Niedersachsen will sie

unter Beteiligung der vier Ministerien für Verkehr,

Forschung, Umwelt und Wirtschaft die

Weiterentwicklung von alternativen Antrieben

fördern und die Rahmenbedingungen für eine

nachhaltige Verkehrsentwicklung schaffen. Insgesamt

stellt der Bund für das Schaufensterprogramm

Fördermittel in Höhe von 180 Millionen

Euro bereit, um in den groß angelegten regionalen

Vorhaben die Elektromobilität auf allen Ebenen

zukunftsfähig zu gestalten.

Vier Schaufenster: In den Modellregionen

werden emobile Konzepte entworfen.

Jedes Schaufenster ist ein in sich geschlossenes

System mit klaren räumlichen Grenzen. Unter

dem Motto „Unsere Pferdestärken werden elektrisch“

tritt das niedersächsische Schaufenster der

Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen

Wolfsburg an. In rund 30 Projekten engagieren

sich über 200 Partner aus Wirtschaft,

Wissenschaft, Land und Kommunen in unterschiedlichen

Kooperationen für neue Lösungen

auf dem Gebiet der umweltfreundlichen motorisierten

Fortbewegung. Die Region mit führenden

Wirtschaftsunternehmen und renommierten

Wissenschaftseinrichtungen setzt dabei auf

Projekte, die die gesamte Wertschöpfungskette

umfassen. Von einzelnen Fahrzeugkomponenten

bis zum kompletten Elektroauto, von der regenerativen

Energieerzeugung über die Versorgung

mit Ladestationen bis hin zu Servicedienstleistungen

werden alle Bereiche des vielschichtigen

Themas Elektromobilität untersucht, entwickelt

und erprobt. Denn allein mit einem Austausch

der Verbrennungsmotoren durch Elektroantriebe

ist es im Sinne eines zeitgemäßen Umbaus vorhandener

Strukturen nicht getan.

„Ein wichtiges Ziel des ‚Schaufensters’ ist es,

in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die vielfältigen

Möglichkeiten der Elektromobilität zu

schaffen“, sagt Raimund Nowak, Geschäftsführer

der Metropolregion Hannover Braunschweig

Göttingen Wolfsburg GmbH. Der Raum zwischen

Heide und Harz mit insgesamt 431 Gemeinden

und rund vier Millionen Einwohnern zählt weltweit

zu den wichtigsten Regionen der Mobilitätswirtschaft.

„Zehntausende von Arbeitsplätzen

hängen bei uns direkt von der Entwicklung und

Produktion ab“, so Nowak. „Erfolg bei der Gestaltung

zukunftsfähiger Mobilität ist für uns daher

in mehrfacher Hinsicht eine Herausforderung von

existenzieller Bedeutung. Die innovativsten Elemente

wollen wir in den Projekten hier in der

Metropolregion bündeln.“ Das niedersächsische

Schaufenster wird geprägt durch drei verschiedene

Schwerpunkte. Nowak: „Zum einen wollen

wir die berufliche und akademische Qualifi-


38 ELEKTROMOBILITÄT regjo niedersachsen regjo niedersachsen ELEKTROMOBILITÄT 39

Bild: Blackbit

Soll einer breiten Nutzerschicht die Elektromobilität schmackhaft

gemacht werden, dann muss eine ausreichende Zahl von

kundenfreundlichen Serviceangeboten vorgehalten werden. Das

betrifft ein Netz geeigneter Reparaturwerkstätten für E-Fahrzeuge

ebenso wie umfassende Sachkenntnisse bei Beratung

und Verkauf. An diesem Bedarf setzt das Schaufenster-Projekt

„ZieLe“ an, der zielgruppenorientierte Lehr- und Lernträger für

die Elektromobilität. Unter der Leitung des Heinz-Piest-Instituts

für Handwerkstechnik (HPI) sollen die Kompetenzen von Mitarbeitern

in Industrie, Handel und Handwerk ausgebaut werden.

Im Rahmen des dreijährigen Modellprojektes konzentriert sich

das HPI auf die Entwicklung eines Qualifizierungskonzeptes für

allgemein- und berufsbildende Schulen.

Der Aufbau einer Ladeinfrastruktur und Kommunen, die mit

gutem Beispiel voranfahren, sensibilisieren für E-Fahrzeuge.

Mit gutem Beispiel voranfahren – das werden künftig die Kommunalverwaltungen

der Metropolregion im Rahmen des Projektes

„Flotte electric“. Insgesamt rund 160 vollelektrisch betriebene

weiße Kleinstwagen mit einheitlichem Schaufenster-Logo sollen

auf den niedersächsischen Straßen bald für Aufmerksamkeit sorgen.

Dann werden die Städte und Landkreise vermutlich über die

größte E-Flotte der Metropolregion verfügen und so einen deutlich

sichtbaren Teil zum Gelingen des Modellvorhabens beitragen.

Ergänzend werden die Gemeinden durch das Schaufenster-Projekt

„Amt electric“ bei der Entwicklung und Umsetzung lokaler

Maßnahmen beraten. Das Engagement der Kommunen wird auch

wissenschaftlich begleitet: Mitarbeiter des Instituts für Demokratieforschung

an der Georg-August-Universität Göttingen werden

die Einstellung von Entscheidungsträgern in Kommunalverwaltung

und -politik zur Elektromobilität untersuchen und in einer

Studie auch den möglichen Haltungswandel im Verlauf des Schaufensters

dokumentieren.

Wesentlich erschwert wird der Durchbruch der Elektromobilität

heute noch durch die Reichweitenangst bei Autofahrern. Die

Wolfsburg AG – ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadt Wolfsburg

und der Volkswagen AG – will mit dem Projekt „Ausbau der Ladeinfrastruktur“

dazu beitragen, diese Hemmschwellen abzubauen.

Bis zu 40 neue Ladepunkte sollen in der Metropolregion eingerichtet

werden. Dabei wird sich der Fokus gezielt auf die Aufstellung

von Schnellladesäulen richten, bei denen ein Ladevorgang zeitlich

wesentlich kürzer als bisher ausfällt. „Wichtig ist für uns, dass parallel

zur Markteinführung von Elektrofahrzeugen deutscher Hersteller

Der erste E-Radschnellweg Deutschlands (Fotomontage): In Göttingen entsteht derzeit eine rund vier Kilometer lange Strecke zwischen Bahnhof

und Nordcampus der Universität, die durch gezielte Verkehrsmaßnahmen den Umstieg vom Kfz auf das Rad schmackhaft machen soll.

zierung im Umfeld der neuen technischen Möglichkeiten deutlich

ausbauen; dazu gibt es enge Kooperationen zwischen Betrieben,

Kammern und Hochschulen. Des Weiteren gilt es, die Kommunen

beim Ausbau der Elektromobilität zu unterstützen und mit ihnen

lokale Fördermaßnahmen wie beispielsweise das kostenlose Parken

für Elektroautos zu entwickeln. Dritter Pfeiler unseres Schaufensters

ist die Intermodalität, die Vernetzung unterschiedlicher

Verkehrssysteme.“

In rund 30 Projekten engagieren sich in Niedersachsen über

200 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft, Land, Kommunen.

Um eine solche Zusammenführung verschiedener Verkehre kümmert

sich das Schaufenster-Projekt „Vernetzte Mobilität – Mobilitätskarte

Metropolregion“, an dem sich unter Konsortialführung

der üstra Hannoverschen Verkehrsbetriebe AG die Volkswagen AG,

das Carsharing-Unternehmen „stadtmobil“ sowie der Anbieter von

Carsharing-Software „Cantamen“ beteiligen. Die Bewohner der

Landeshauptstadt kennen das Konzept schon als „HANNOVERmobil“:

Gegen einen Aufpreis können Inhaber einer Monatskarte

sowohl Carsharing nutzen als auch verbilligt Taxi fahren. Dieses

Angebot soll nun, insbesondere dank der technischen Möglichkeiten

von Smartphones, für Nutzer noch einfacher zu handhaben

sein und in seinem Geltungsbereich auf die Städte Braunschweig,

Göttingen und Wolfsburg ausgeweitet werden. „Im Rahmen unseres

Projektes wird VW im Herbst damit beginnen, seine Carsharing-Flotte

„Quicar“ auf Elektroautos umzustellen und im Stadtgebiet

Ladestationen zu installieren“, erklärt Projektleiter Martin

Röhrleef von der üstra. „Zusätzlich planen wir für Hannover ein

Netz von Verleihstationen für Elektrofahrräder. Unsere Kunden

können sich dann die verschiedenen Verkehrsmittel nach Belieben

im Internet oder auch per App zusammenstellen.“

Elektromobilität erfordert neues Know-how. Universitäten

und Fachhochschulen des Schaufensters – Leibniz Universität

Hannover, Technische Universität Braunschweig, Ostfalia Hochschule

für angewandte Wissenschaften, TU Clausthal, Niedersächsisches

Forschungszentrum für Fahrzeugtechnik – starten deshalb

eine Offensive mit hochschulübergreifenden Aus- und Weiterbildungsangeboten

zu den so vielfältigen Themenfeldern. Titel

des Projekt: „MOBIL4e – Mobilität elektrisch erleben, erfahren,

erlernen!“ Zielgruppen in diesem akademischen Verbundprojekt

sind die Felder der Ingenieur-, Technik- und Managementberufe.

In dem abgestimmten Angebot von Lernmodulen und Weiterbildungswerkstätten

erwerben und vertiefen die Teilnehmer jeweils

ihre Kenntnisse über Elektrofahrzeuge, Ladeinfrastruktur oder

Geschäftsmodelle.

Elektro-Linienbus auf der Ladestation. In Braunschweig

kommt das weltweit erste induktive Ladesystem im

regulären Busverkehr zum Einsatz.

Bild: Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH


Von: Magdalena Neuner

An: E.ON

Betreff: Grüner Strom

Wenn Strom immer grüner wird,

kann sich das dann noch jeder leisten?

Hallo Frau Neuner, wir arbeiten

daran, dass Erneuerbare Energie

bezahlbar bleibt.

Bild: Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH

regjo niedersachsen ELEKTROMOBILITÄT 41

Unsere Energie soll sauberer und immer besser werden. Ein Beispiel:

Bereits seit 2001 bauen wir Hochsee-Windparks. Durch unsere Erfahrung

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Einweihung der bundesweit ersten 50 KW Gleichstrom-Schnellladesäule mit CCS-Ladetechnik in Wolfsburg. Innerhalb von wenigen

Minuten kann etwa die Batterie des e-up! bis auf 80% aufgeladen werden. Bis 2017 soll das CCS-System europaweit in Elektrofahrzeugen

eingesetzt werden, um einen einheitlichen Standard zu erreichen.

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auch die entsprechende Ladeinfrastruktur nach den neuesten

technischen Standards zur Verfügung gestellt werden

kann“, betont Thomas Krause, Vorstand der Wolfsburg AG.

„Das Schaufenster Elektromobilität bietet die außergewöhnliche

Chance, eine einheitliche öffentliche und schnelle Ladeinfrastruktur

zu definieren und aufzubauen.“

Enormes Verbesserungspotenzial besteht auch bei den

Akkus für Elektroautos. Bislang sind sie durch einen großen

Anteil von Handarbeit aufwändig in der Herstellung,

außerdem sehr groß in ihren Abmessungen. Das macht

die E-Fahrzeuge vergleichsweise teuer und schränkt ihr

Platzangebot ein. Hier setzt das Projekt „Serienproduktion

Batterie – Markteintrittsbarrieren beseitigen“ unter

Leitung der Johnson Controls in Hannover an. Als Marktführer

bei der Herstellung von Starterbatterien will das

Unternehmen neue kostengünstigere Verfahren und Fertigungstechniken

entwickeln.

Von High-Tech-Forschung bis zur Verkehrsorganisation

bündelt das Schaufenster sehr verschiedene Ideen.

Dass beim Thema Elektromobilität nicht ausschließlich

Autos im Mittelpunkt stehen, beweist ein Projekt in Göttingen:

Hier entsteht bis 2014 der erste E-Radschnellweg

Deutschlands. Die rund vier Kilometer lange und mindestens

vier Meter breite Strecke verbindet künftig den Bahnhof

mit dem Nordcampus der Universität. Durch gezielte

Verkehrsmaßnahmen wie eine Vorrangschaltung für Radler

und E-Bikefahrer soll der Umstieg vom Kfz auf das Rad

schmackhaft gemacht werden. Eine Gruppe von Testfahrern

wird für den Versuchszeitraum mit Pedelecs ausgestattet,

um auf dem täglichen Arbeitsweg Erfahrungen mit einem

neuen, umweltschonenden Verkehrsmittel zu sammeln.

Nach langem Vorlauf ging es 2013 mit den ersten Projekten

dann auch ganz praktisch los.

Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen

Wolfsburg wird von dem „Schaufenster“ nachhaltig profitieren.

„Dieses großräumige Kooperationsvorhaben wird

eine erkennbare Ausstrahlung auf die wirtschaftliche Entwicklung

unserer Region haben. Hinter einem Fördervolumen

von insgesamt 120 Millionen Euro stehen schließlich

eine Menge Arbeitsplätze, von denen viele auch über die

Förderungsdauer hinaus Bestand haben werden“, prognostiziert

Raimund Nowak. „Und wir werden uns im europäischen

Kontext künftig noch stärker als Mobilitätsregion

profilieren können.“

Die meisten Einzel-Projekte des „Schaufensters“

beginnen erst jetzt in der zweiten Jahreshälfte 2013 anzulaufen.

Ein Schaufenster-Bummel machte bisher noch keine

rechte Freude – in den Auslagen lassen erste Ergebnisse

und Anfangserfolge auf sich warten. Das mag sich bis zum

Ende des Demonstrationsvorhabens im Jahr 2016 hoffentlich

ändern. Nur dann wird Elektromobilität er-fahrbar.

Und irgendwann vielleicht tatsächlich massentauglich.


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Dr. Patrik Eismann ist Leiter des Produktmanagements bei E.ON Energie Deutschland.

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Neue Wege mit Windgas

Dr. Patrik Eismann, Leiter Produktmanagement bei E.ON Energie Deutschland, im Gespräch über Lösungen,

Energie künftig effizienter und nachhaltiger zu nutzen und die Rolle, die Windgas dabei spielen kann.

Interview: Volker Schönfeldt Fotografie: E.ON

In Deutschland wird immer mehr Strom aus Sonnen- und

Windenergie gewonnen. Zu Spitzenzeiten wird teilweise

sogar schon mehr Energie erzeugt als gleichzeitig verbraucht

werden kann. Wie lässt sich dieses Problem lösen?

In der Tat ist es so, dass mittags an sonnigen und windreichen

Tagen mehr Öko-Strom erzeugt als zeitgleich benötigt

wird. Morgens und abends, wenn der Strombedarf

in die Höhe schnellt, wird hingegen weniger Energie aus

Erneuerbaren eingespeist. Der Verbrauch ist zu diesen Zeiten

höher als die Erzeugung. Als Energieversorger versuchen

wir hier eine Balance zu finden. Ein Beispiel aus

der Praxis ist unser Stromspeicher. Mit diesem „grünen

Akku“ lässt sich Strom aus Solar-Anlagen zwischenspeichern

und dann nutzen, wenn er benötigt wird. Darüber

hinaus arbeiten wir mit Hochdruck daran, Energie verstärkt

in Form von Gas zu speichern. Hier kommt unser

„E.ON WindGas“ ins Spiel.

Was kann man sich konkret darunter vorstellen?

„E.ON WindGas“ ist ein ökologisches Erdgas-Produkt,

mit dem wir als erstes Energieunternehmen in Deutschland

neue Wege beschreiten. Es enthält einen zehnprozentigen

Anteil an regenerativem Windgas aus unserer

Anlage im brandenburgischen Falkenhagen. Energie aus

Windkraftanlagen wird dort mittels Elektrolyse in Wasserstoff

umgewandelt, der dann in das regionale Ferngasnetz

eingespeist wird. So steht er anschließend als Gas

zur Verfügung und kann über das Produkt „E.ON Wind-

Gas“ genutzt werden.

Welchen Vorteil hat der Kunde davon?

Wer sich für „E.ON WindGas“ entscheidet, schafft einen

ökologischen Mehrwert, indem er bei seinem Gasbezug

erneuerbare Energie anstelle von konventionellem Erdgas

integriert. Er entscheidet sich für ein zukunftsweisendes

Produkt, das eine Vorreiterrolle im deutschen Energiemarkt

einnimmt. Insofern unterstützt er damit eine

innovative Technik und trägt dazu bei, dass möglichst

viel regenerativ erzeugter Strom auch genutzt wird und

in alle Bereiche der Versorgung integriert werden kann.

Denn nicht kontinuierlich verfügbare und somit schwankende

erneuerbare Energie, die zum Beispiel aus Windparks

stammt, geht dank des fortschrittlichen Ansatzes

und der Nutzung von Gas als Energieträger und Speicher

nicht mehr verloren.

Im brandenburgischen Falkenhagen hat E.ON im

August 2013 eine Power to Gas-Pilotanlage in Betrieb

genommen. Durch regenerativ erzeugte Energie wird

Wasser (H 2

O) in Wasserstoff (H 2

) und Sauerstoff (O 2

)

aufgespalten. Das Verfahren nennt man Elektrolyse.

Sie wandelt elektrische in chemische Energie um. Diese

Umwandlung ermöglicht es, Energie ins Erdgasnetz

einzuspeisen und auf diese Weise zu speichern. Durch

die eingesetzte Technik wird der von Windkraftanlagen

produzierte Strom auch dann genutzt, wenn das Netz

ihn nicht mehr aufnehmen kann.


44 MAGAZIN regjo niedersachsen regjo niedersachsen MAGAZIN 45

m e s s e

B at t e r i e t e c h n i k

E l e k t r o r o l l e r

f o r s c h u n g s f l u g h a f e n

Die Leitmesse

Anwendungsreife Batterietechnik

Rollende Energiesparer

Präsenz zeigen

Die MobiliTec auf der Hannover Messe

schafft ein Forum für Innovationen.

Das Osteroder Unternehmen Eisenhuth hat das Prinzip der Redox-Flow-Batterie bis zur

Marktreife weiterentwickelt. Das System ist gleichzeitig ein Forschungsleuchtturmprojekt.

Die emco electroroller GmbH aus dem emsländischen Lingen hat sich exklusiv auf

elektrische Mobilität konzentriert: Ihre Roller fahren rein elektrisch.

Der Braunschweiger Forschungsflughafen

präsentierte sich auf der Expo Real.

Bereits zum vierten Mal fand im Rahmen

der Hannover Messe 2013 die Leitmesse

MobiliTec statt – mit dem Fokus auf Elektromobilität.

Rund 150 Aussteller zeigten

ein breites Spektrum von einzelnen Komponenten

bis hin zum Endprodukt, von

elektrischen und hybriden Antrieben bis

zu emissionsreduzierten Mobilitätstechnologien

und mobile Energiespeicher. Was

deutlich wurde: Die Industrie arbeitet mit

Hochdruck an besseren Batterielösungen,

sparsameren Antrieben und einfacheren

Lademöglichkeiten.

Mit dabei waren unter anderem die

vier vom Bund geförderten „Schaufenster

Elektromobilität“. Gemeinsam mit den

sich jeweils anschließenden Ländergemeinschaftsständen

sowie der zentralen Präsentation

der Bundesregierung wurden die

bisherigen Erkenntnisse rund um die Elektromobilität

präsentiert. Das Anwenderforum

MobiliTec diskutierten Experten aus

Industrie, Politik und Wissenschaft über

Mobilitätskonzepte der Zukunft, neue Produktionstechnologien

in der Elektromobilität,

Batterie- und Ladetechnik sowie neue

Erkenntnisse und Entwicklungen bei den

Speichertechnologien oder der Elektrifizierung

des Antriebsstrangs.

VS

In Redox-Flow-Batterien besteht das aktive

Material aus in einem flüssigen Elektrolyten

gelösten Salzen. Der Elektrolyt wird in

Tanks gelagert und bei Bedarf einer zentralen

Reaktionseinheit für den Lade- oder

Entladeprozess mittels Pumpen zugeführt.

Die Osteroder Ideenschmiede Eisenhuth

GmbH & Co. KG hat dieses Thema aufgegriffen

und fertigt seit 2007 erfolgreich

Komponenten, insbesondere Elektroden

für die Redox Flow Batterien, aber auch

für die Brennstoffzelle.

Wie funktionniert nun eine Redox-

Flow-Batterie? Ähnlich wie bei herkömmlichen

Batterien hat auch diese Type einen

Plus- und Minuspol und entsprechend

einen Vorratsbehälter für Flüssigkeiten,

welche die positiv und negativ aufgeladenen

Flüssigkeiten speichert. Die zentrale

Ladeeinheit ist typischerweise eine

mit Katalysatoren besetzte Membran und

arbeitet ganz ähnlich wie eine Wasserstoffbrennstoffzelle

beziehungsweise ein Elektrolyseur.

Die Tank-Optionen zur Speicherung

elektrischer Energiegröße bestimmt

den Energieinhalt der Batterie, die Lade-/

Entladeeinheit die Leistung der Batterie.

Redox-Flow-Batterien wurden bereits

in den 1970er und 1980er Jahren intensiv

für stationäre Anwendungen erforscht.

Durch diverse Materialprobleme wurden

die Aktivitäten aber wieder reduziert. Erst

in den letzten Jahren nehmen die Forschungsaktivitäten

wieder deutlich zu.

Grundsätzlich eignet sich diese Batterietechnologie

sehr gut für einen großtechnischen

Einsatz, da der Bau großer Tanks sehr

einfach und effektiv gemacht werden kann.

Aber auch eine Anwendung im Automobil

ist möglich. Die Anlieferung des Elektrolyten

mit dem gelösten Salz kann einfach und

effizient über Tanklastwagen geschehen.

Vor diesem Hintergrund ist Eisenhuth

im Rahmen der Initiative Energiespeicher

als „Leuchtturmprojekt“ ausgewählt worden.

Unter anderem werden in Zusammenarbeit

mit der Technischen Universität

Clausthal und dem Energieforschungszentrum

Niedersachsen (EFZN) Redox-Flow-

Systeme erforscht.

Eisenhuth fertigt bereits seit einigen

Jahren Elektroden und Dichtungen und

hat dabei das Know-how gewonnen, derartige

Komponenten im Spritzguss und damit

sehr kostengünstig herzustellen. Neben der

Brennstoffzelle ist die Redox-Flow-Batterie

Energie in reinster Form – und tut so auch

der Umwelt gut.

VS

Dass Elektromobilität im Alltag gut funktioniert,

lernte Harald Müller in China.

Der Geschäftsführende Gesellschafter der

Erwin Müller Gruppe Lingen im Emsland

gründete daraufhin 2010 das Tochterunternehmen

emco electroroller – welches sich,

wie der Name schon verrät, ausschließlich

auf elektrisch angetriebene Roller konzentriert.

Das Wachstum verlief rasant.

Zunächst lag der regionale Fokus des Start-

Ups mit seinem ersten Rollermodell

auf dem Absatzmarkt vor der Haustür –

rund um das Emsland. Schnell konnte

das Unternehmen jedoch bis heute bundesweit

etwa 350 Händler für seine Roller

gewinnen und erweiterte den Vertrieb

damit deutlich. Inzwischen ist das immer

noch junge Unternehmen zum größten

Anbieter von Elektrorollern in Deutschland

avanciert.

„Mit unseren Modellen treten wir

bereits heute den Beweis an, dass elektrische

Antriebe alltagstauglich und nicht

nur umweltschonender und wartungsärmer

sind, sondern auf Dauer auch günstiger

als herkömmliche Fahrzeuge“, sagt

Emco-Marketingleiter Kay-Uwe von Hebel.

„Gerade in urbanen Zonen sind Elektroroller

das ideale Fortbewegungsmittel.“ Das

zeigt auch der Blick in die Statistik: 80%

der Strecken, die pro Tag auf deutschen

Straßen zurückgelegt werden, sind kürzer

als 50 Kilometer. Die Reichweite der Elektroroller

liegt bei maximal 100 Kilometer.

Zwei bis drei Stunden und etwa einen Euro

kostet dabei eine „Tankfüllung“.

Rein äußerlich ist den Rollern ihr

Innenleben nicht anzumerken, im Gegenteil,

die ästhetische Vielfalt ist groß. Sechs

verschiedene Modelle werden inzwischen

unter den Labeln Classic, Retro und Sport

angeboten. „Mit unserer Produktpalette

stellen wir uns bewusst breit auf, so wie

kein anderer Anbieter übrigens, weil die

Bedürfnisse der Verbraucher unterschiedlich

sind“, erklärt Kay-Uwe von Hebel.

„So haben wir allein bei den Maximal-

Geschwindigkeiten von der 20 km/h-Variante

bis zum Speedroller mit Tempo 82 eine

enorme Auswahl.“ Und auch um das Drumherum

hat man sich Gedanken gemacht:

Ein Wechselakku sorgt für größere Unabhängigkeit

vom lückenhaften Ladesäulennetz

und auch Zubehör für die Verwandlung

des Rollers in kleine Liefer- und Transportfahrzeuge

gibt es bereits.

VS

www.emco-elektroroller.de

Unter dem Motto „Braunschweig – Wo Forschung

viel bewegt“ präsentierte sich die

Stadt Braunschweig vom 7. bis 9. Oktober

mit 19 Partnern auf der Expo Real

2013 in München. Im Blickpunkt stand

der Braunschweiger Forschungsflughafen

als europäisches Kompetenzzentrum für

Mobilität in der Luft, auf der Schiene und

auf der Straße. „Diese Immoblilienmesse ist

das ideale Forum für ein offensives Standortmarketing“,

sagte Wirtschaftsdezernent

Joachim Roth. „Hier treffen sich Investoren

und Projektentwickler aus ganz Europa.“

Das Thema Elektromobilität wurde

auf dem über 500m 2 großen Gemeinschaftsstand

der Metropolregion Hannover

Braunschweig Göttingen Wolfsburg

besonders herausgestellt. Die Allianz für die

Region ermöglichte Besuchern des Messestandes,

auf E-Bikes vor Bildschirmen nachzuempfinden,

wie die Region Braunschweig

elektrisch bereist werden kann und welche

Sehenswürdigkeiten und landschaftlichen

Reize sie zu bieten hat. Außerdem stellten

sich Braunschweiger Investoren dem Fachpublikum

der europäischen Leitmesse für

Gewerbeimmobilien mit ihren Projekten

vor. Die Stadt Braunschweig ist seit 2008

auf der Expo Real vertreten.

VS

Bilder: Deutsche Messe, Eisenhuth GmbH & Co. KG

Bilder: emco electroroller GmbH, BSZ/C.Meyer


Technologie- und Gründerzentren in Niedersachsen

regjo niedersachsen wirtschaft 47

Steckbrief

Anzahl der Unternehmen: 25

Anzahl der Beschäftigten: 800

Angaben der Branchen: Automotiv,

IT- und Telekommunikation,

Logistik,

Dienstleistung

Größe der Gesamtfläche: 50.000 qm Geschossfläche

1.250 Parkplätze

freie Flächen:

5.000 qm

1

TecCenter Grundstücksentwicklungsgesellschaft

mbH & Co. KG

Christian A. Grell - Geschäftsführer

Teccenter 1, 31162 Bad Salzdetfurth

Tel. 05121/ 580 - 2900

info@teccenter.eu

www.teccenter.eu

Steckbrief

Angebot:

Angaben der Branchen:

Größe der Gesamtfläche:

Lage:

80 Büros,

11 Werkstätten, 5

10 Labore,

Technologie Mall für

Veranstaltungen

Produktionstechnik,

optische Technologien

3.800 qm

Nähe zur Leibniz Universität

und renommierten Forschungseinrichtungen

sowie

innovativen Unternehmen.

Technologie Zentrum

im Wissenschaftspark

Susanne Blittersdorf - Zentrumsleiterin

Hollerithallee 17, 30419 Hannover

Tel. 0511/ 9357 - 841

susanne.blittersdorf@hannoverimpuls.de

www.hannoverimpuls.de

Steckbrief

Anzahl der Unternehmen: 9

Anzahl der Beschäftigten: 26

Angaben der Branchen: Ingenieurbüro,

Büroservice,

Arbeitsvermittlung,

Finanzdienstleistungen,

Forderungsmanagement,

Ausbildungshilfe,

Inneneinrichtung

Größe der Gesamtfläche: 2.000 qm

freie Flächen:

570 qm

9

Technologie - und Gründerzentrum

Salzgitter

Windmühlenbergstraße 20, 38259 Salzgitter

Tel. 05341 / 900 99 45, Fax 05341 / 900 99 11

www.tgz-salzgitter.de

Steckbrief

Anzahl der Unternehmen: 28

Anzahl der Beschäftigten: 114

Angaben der Branchen: IT,

Umwelt,

Automotive,

regenerative Energien,

eHealth

Größe der Gesamtfläche: 2.300 qm

freie Flächen:

Warteliste

BioTec-Gründerzentrum:

1.800 qm

Rolleizentrum für

Existenzgründer: 2.300 qm

2

Technologiepark Braunschweig

Rebenring 33, 38106 Braunschweig

Tel. 0531 / 3804 - 3841, Fax 0531 / 3804 - 3941

f.hahn@braunschweig-zukunft.de

www.braunschweig-zukunft.de

www.technopark-bs.de

Steckbrief

Anzahl der Unternehmen: 23

Anzahl der Beschäftigten: k.A.

Angaben der Branchen: IT,

Kommunikation,

Medien

Größe der Gesamtfläche: 2200 qm

freie Flächen:

vorhanden

6

IT-Dienstleistungsgesellschaft mbH Emsland

Michael Schnaider

Kaiserstraße 10b, 49809 Lingen (Ems)

Tel. 0591 / 8076980, Fax 0591 / 8076989

info@it-emsland.de, www.it-emsland.de

Steckbrief

Anzahl der Unternehmen: 65

Anzahl der Beschäftigten: k. A.

Angaben der Branchen: IT, Consulting,

Automotive,

Service,

Kultur- und Kreativwirtschaft,

Forschung

Größe der Gesamtfläche: über 5.000 qm

freie Flächen:

Warteliste für feste

Büroflächen; flexible Büroraumlösungen

verfügbar

10

Wolfsburg AG

InnovationsCampus

Major-Hirst-Straße 11, 38442 Wolfsburg

Telefon 05361/897-1226, Fax 05361/897-1060

innovationscampus@wolfsburg-ag.com

www.innovationscampus.com

www.wolfsburg-ag.com

Steckbrief

Anzahl der Unternehmen: 19

Anzahl der Beschäftigten: ca. 80

Angaben der Branchen: Ingenieurdienstleistungen;

Medientechnik,

IT-Dienstleistungen,

Maschinenbau, Analytik,

Dienstleistungen im Onund

offshore-Bereich

Größe der Gesamtfläche: ca. 2500 qm

freie Flächen:

für Gründer stehen noch

Büro- und spezielle

Hallenflächen zur Verfügung

3

Emder GründerInnenZentrum GmbH

Stefan Neeland

Zum Nordkai 16, 26725 Emden

Tel. 04921/8737202, Fax 04921/8737249

neeland@egz-emden.de

www.egz-emden.de

Steckbrief

Anzahl der Unternehmen: 4

Anzahl der Beschäftigten: ca. 210

Angaben der Branchen: Ingenieurbüros,

IT,

Versorgung

Größe der Gesamtfläche: ca. 6.100 qm

freie Flächen:

keine vorhanden

7

Technologiepark Meppen GmbH

Markt 43, 49716 Meppen

Telefon 05931 / 153 - 226, Fax 05931 / 153 - 5 - 226

info@technologieparkmeppen.de

www.technologieparkmeppen.de

M e p p e n

7

B r e m e n

H a m b u r g

6 L i n g e n

Steckbrief

Anzahl der Unternehmen: ca. 20

Anzahl der Beschäftigten: ca. 100

Angaben der Branchen: Dienstleistungen,

Umwelt,

Weiterbildung

Größe der Gesamtfläche: k.A.

freie Flächen:

wenig

4

Technologie - und Gründerzentrum Hameln

c/o NWDH Holding AG

Dr. Jobst - Walter Dietz

HefeHof 2, 31785 Hameln

Tel. 05151 / 57850, Fax 05151 / 5785 - 85

Info@hefehof.de, www.hefehof.de

Steckbrief

Das neue Technologie- und

GründerCentrum in der

Region Osnabrück.

Start 2014!

8

ICO InnovationsCentrum Osnabrück

Westerbreite 7, 49084 Osnabrück

Tel. 0541 / 9778 100, Fax 0541 / 9778 106

info@innovationscentrum - osnabrueck.de

o s n a b r ü c k

8

3 e m d e n 1

5

H a n n o v e r

4

H a m e l n

B a d

S a l z d e t f u rt h

W o l f s b u r g

10

b r a u n s c h w e i g

2

S a l z g i t t e r

9


48 OSNABRÜCK regjo niedersachsen regjo niedersachsen OSNABRÜCK 49

Die große Gelegenheit

Der Abzug der Britischen Streitkräfte aus Osnabrück 2008 und 2009 hinterließ insgesamt sechs leere

Kasernenareale. Für die Stadtplaner eine große Chance, die städtische Innenentwicklung voranzutreiben.

Text: Sven Grünewald

Der Abzug von Streitkräften und die Aufgabe kompletter Kasernenstandorte

stellt für Städte und Gemeinden gemeinhin eine große,

manchmal auch unlösbare Aufgabe dar. Die Stadt Osnabrück musste

2008/2009 den Abzug der gesamten britischen Garnison verkraften

– sechs Kasernenstandorte wurden aufgegeben und damit

fielen insgesamt 160 Hektar Fläche brach und wurden über 1.300

Wohnungen frei. Heute, fünf Jahre nach Beginn des Abzugs, bewertet

man diese Entwicklung jedoch als absolut positiv. „Auf den Flächen

ergaben sich neue Entwicklungspotenziale, die bisher nicht

im Stadtgebiet realisiert werden konnten“, sagt Wolfgang Griesert,

Oberbürgermeister von Osnabrück und ehemaliger Stadtbaurat.

„Aber es gab auch einen eindeutigen Bedarf, zum Beispiel in der

Hochschulentwicklung, für den Wissenschaftspark oder die Bereitstellung

von Gewerbe- und Wohnbauflächen. Hierdurch entstanden

positive Entwicklungsimpulse und neuen Perspektiven für die

gesamte Stadt und auch die Region Osnabrück.“ Nur ein Wermutstropfen

blieb: das Ende der über 50-jährigen Freundschaft zwischen

Osnabrück und den Briten. Doch auch hier fand sich im Rahmen

des Konversionsprozesses eine kleine Lösung. „Jeder zehnte Osnabrücker

war ein Engländer“ heißt das Buch, geschrieben von Frank

Henrichvark und einem breiten Redaktions- und Unterstützerteam,

welches die lange Zeit wieder lebendig werden lässt, in der etwa

jeder zehnte Osnabrücker ein Engländer war. Bis zu ihrem Abzug

haben die Briten das Osnabrücker Alltagsleben deutlich mitgeprägt.

Von Anfang an hat man in der Stadt den Konversionsprozess

in enger Abstimmung mit allen Beteiligten und sehr zielgerichtet

gestaltet. In ganztägigen Workshops mit Bürgern und Fachleuten

wurden „Perspektivpläne“ für die einzelnen Standorte erarbeitet,

die städtebauliche und freiraumplanerische Leitlinien für den weiteren

Planungs- und Entwicklungsprozess definierten. Dass das Großvorhaben

Konversion darüber hinaus so schnell zu einem Erfolg

wurde, führt Wolfgang Griesert auf verschiedene Faktoren zurück:

1. Der Abzug wurde als Chance für neue Perspektiven in

der Stadtentwicklung verstanden.

2. Die Projektorganisation wurde frühzeitig und umfassend

festgelegt – in enger Abstimmung aller Beteiligten

vom Bürger bis zur Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

(BImA).

3. Die Kommunikation und Kooperation war lösungsorientiert

angelegt – Stadt und BImA haben sich auf eine

gemeinsame Interessenlage verständigt.

4. Die städtische Öffentlichkeit wurde umfassend informiert

und beteiligt.

5. Die städtebauliche Qualität wurde durch Wettbewerbe

und Bebauungspläne gesichert.

6. Es konnten Mittel aus dem Bundesförderprogramm

Stadtumbau West genutzt werden (inzwischen etwa

14 Mio. Euro).

„Auf den Flächen

ergaben sich

neue Entwicklungspotenziale,

die bisher nicht

im Stadtgebiet

realisiert werden

konnten.“

Wolfgang Griesert, Oberbürgermeister

von Osnabrück

Bild: Stadt Osnabrück

Bild: Stadt Osnabrück

Die ehemalige Winkelhausenkaserne: Hier entstand der futuristische Neubau von Kaffee Partner.

Übersicht über die ehemaligen Kasernengelände.


egjo niedersachsen osnabrück 51

und deshalb für die Früherkennung von Brustkrebs

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Auf den innerstädtischen Standorten hat mittlerweile die

Erschließung und Bebauung begonnen, für eine Kaserne

wurde sie sogar bereits abgeschlossen. Heute präsentiert

sich der Konversionsprozess zwar als weit fortgeschritten,

aber noch lange nicht als abgeschlossen: „Unser Fokus

für die nächsten Jahre liegt darauf, die Planung und Entwicklung

der Flächen der Kaserne an der Landwehrstraße

und der Kaserne Am Limberg weiter voran zu bringen“,

so Wolfgang Griesert.

• Digitale Mammografie

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• Magnetresonanztomografie (MRT)

• Ambulante Gewebeprobenentnahme

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Kaserne an der Landwehrstraße (Bild 1)

(ehemals Quebec Barracks) im Stadtteil Atter.

Auf dem Gelände der Kaserne an der Landwehrstraße

soll eine Wohngebietsentwicklung für unterschiedliche

Bedarfe angestoßen werden. Die noch ausstehenden

Ergebnisse des Wettbewerbes müssen danach konkretisiert

werden und in einen Bebauungsplan münden. Zudem sind

hier die Fragen der Erschließung auszuarbeiten.

1

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(Gegenüber Bahnhof Westausgang)

Scharnhorst Kaserne (Bild 2)

(ehemals Belfast Barracks) im Stadtteil Westerberg.

Auf dem Gelände der früheren Scharnhorstkaserne entsteht

ein Wissenschafts- und Wohnpark. Erste Bauvorhaben,

darunter ein InnovationsCentrum, sowie die Erschließung

werden zurzeit durchgeführt.

Metzer Kaserne

(ehemals Prestatyn Barracks) im Stadtteil Westerberg.

Ein regionaler Investor realisiert hier momentan das Projekt

„Wohnpark Westerberg“ mit Eigentumsgrundstücken

und Mietwohnungen.

2

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Von-Stein Kaserne

(ehemals Woolwich Barracks ) im Stadtteil Westerberg.

Hier wird der Hochschulcampus durch den Bau von Hörsaalgebäude

und Bibliothek zurzeit erweitert. Insgesamt

werden in den nächsten Jahren dort 70 Millionen Euro

investiert.

Winkelhausenkaserne (Bild 3)

(ehemals Roberts Barracks) im Stadtteil Hafen.

Auf dem Gelände der früheren Winkelhausenkaserne

wurde 2012 unter anderem der architektonisch herausragende

Neubau der Firma Kaffee Partner fertiggestellt.

Dort werden zurzeit auch weitere Gebäude für die Polizei

und das Finanzamt umgebaut. Das dort geplante Kreativquartier

Hafen ist ein Teilbereich der Kaserne, er besteht

aus sechs Gebäuden des ehemaligen Heeresverpflegungslagers,

darunter vier prägnante Speichergebäude. Die überwiegend

denkmalgeschützten Gebäude sollen möglichst

von kreativwirtschaftlich orientierten Nutzungen belegt

werden. Geplant sind unter anderem Räume für Theaterund

Musikgruppen.

Kaserne am Limberg (Bild 4)

(ehemals Mercer und Imphal Barracks)

im Stadtteil Dodesheide.

Bei der Kaserne Am Limberg geht es darum, mit der BImA

die weiteren Entwicklungsschwerpunkte zu vereinbaren.

Mit Hilfe der Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau

West können dann erste Maßnahmen umgesetzt werden,

um das Gelände mittelfristig baureif zu machen. Ziel

ist, Gewerbe- und Dienstleistungen mit Sport und Freizeitnutzungen

zu vereinbaren.

3

4

Alle Bilder: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben


52 gewerbegebiete regjo niedersachsen

Industrie- und Gewerbegebiete in Niedersachsen

Landkreis / kreisfreie

Stadt

Fläche

in ha

Nutzung Kontakt Telefon

1 Ammerland 18 GI Günther Henkel 04402 / 920110

2 Aurich 45 GE / GI Otto Kenke 04941 / 168001

3 Braunschweig, Stadt 36 GE / GI Simone Schumacher 0531 / 38043822

4 Celle 27 GE / GI Stephan Zywietz 05141 / 12737

5 Cloppenburg 237 GI Martin Kropp 04491 / 786000

6 Cuxhaven 122 GE Thomas Lötsch 04721 / 599620

7 Delmenhorst, Stadt 9 GE Axel Langnau 04221 / 991181

BORKUM

JUIST

MEMMERT

NORDERNEY

LANGEOOG SPIEKEROOG

BALTRUM

2

Aurich

Wittmund

Ems-Jade-Kanal

WANGEROOGE

WILHELMS-

HAVEN

Jever

44

11

45

Friedeburg

MELLUM

Nordenham

Cuxhaven

6

Nordholz

A27

BREMERHAVEN

(zu Bremen)

Oste

Stade

39

Elbe

20

GVZ

8 Diepholz 13 GE Gerd-Dieter Bühning 05443/20920

9 Emden, Stadt 135 GI Johann Kruse 04921 / 871588

Emden

9

A31

43

Brake

Hamme-Oste-Kanal

Winsen

10 Emsland 350 GI Martina Kruse 05931 / 444014

11 Friesland 40 GE / GI Frank Schnieder 04421/7789072

12 Gifhorn 64 GE / GI Manfred Krömer 05371 / 82488

13 Goslar 15 GE Dr. Jörg Aßmann 05321 / 76700

14 Göttingen 27 GE Harald Grahovac 0551 / 7890136

15 Göttingen, Stadt 21 GE / GI Hans Hahn 0551 / 547430

16 Grafschaft Bentheim 56 GE / GI Helmut Treiber 05921 / 878169

17 Hameln-Pyrmont 14 GE Anika John 05042 / 943123

18 Hannover, Region 30 GI Heike Reupke 0511 / 61623289

19 Hannover, Stadt 21 GE Christian Peters 0511 /, 16845025

20 Harburg 61 GE Wilfried Seyer 04181 / 92360

21 Heidekreis 130 GI Gerrit Lieske 05161 / 442157

GVZ

A31

Dortmund-Ems-Kanal

10

Dörpen GVZ

Ems

24

Meppen

Leer

A28

Papenburg

Küstenkanal

Westerstede

5

Artland, Samtgemeinde

OLDENBURG

Cloppenburg

31

A1

41

1

30

A29

Vechta

Weser

Lemwerder

29

Wildeshausen

Diepholz

Delmenhorst

33

Osterholz-Scharmbeck

Worpswede

GVZ

Weyhe

42

Weser

36

Verden (Aller)

27

Nienburg

A1

Rotenburg

A27

Hemslingen

21

Soltau

A7

4

Celle

Lüneburg

26

40

Uelzen

Elbe-Seiten-Kanal

E l b e

25 Lüchow

Kommen Sie

ins Emsland ...

22 Hildesheim 46 GI Guido Sievers 05181 / 703121

23 Holzminden 13 GE / GI Harald Jacob 05532 /5988

24 Leer 19 GE / GI Bernhard Bramlage 0491 / 9261265

25 Lüchow-Dannenberg 18 GE Martina Grud 05841 / 9786713

26 Lüneburg 11 GE Gerhard Voigts 04131 / 208224

27 Nienburg/Weser 33 GE / GI Walter Meinders 05021 / 87320

28 Northeim 13 GE / GI Stefan Wolfgang 05551 / 9149912

29 Oldenburg 120 GE/GI/SO Hans-Werner Aschoff 04431 / 85438

30 Oldenburg, Stadt 9 GE Jörg Triebe 0441 / 2352259

31 Osnabrück 297 GE / GI Uwe Schumacher 05493/549210

32 Osnabrück, Stadt 45 GE Sonja Ende 0541/3314016

33 Osterholz 8 GE / GI /MI Siegfried Ziegert 04791/930597

34 Osterode am Harz 24 GI Karl-Heinz Löwe 05522/318270

35 Peine 53 GI Ulrike Laudien 05171/49286

36 Rotenburg (Wümme) 18 GI Markus Luckhaus 04264/832011

37 Salzgitter, Stadt 48 GE / GI Richard Schudrowitz 05341/9009930

38 Schaumburg 15 GI Andreas Wendt 05751/403142

39 Stade 153 GE / GI Thomas Friedrichs 04141/401140

40 Uelzen 14 SO Frank Peters 0581/82250

41 Vechta 297 GE / GI Uwe Schumacher 05493/54920

16

Nordhorn

A30

Mittellandkanal

GVZ 32

OSNABRÜCK

A33

A30

8

Melle

38

Stadthagen

Weser

19

HANNOVER

18

17

Hameln

23

Holzminden

A2

Lehrte

GVZ

Mittellandkanal

Gifhorn

GVZ

12

WOLFSBURG

35

3

A39

Peine

BRAUNSCHWEIG

Helmstedt

Hildesheim A39 37

Wolfenbüttel

22

SALZGITTER

GVZ

46

13

A7

Goslar

28

34

Northeim

Osterode

15

GÖTTINGEN

14 GVZ

A38

... wo die Wirtschaft

Oberwasser hat

... wo der Mittelstand

spitze ist

... wo Urlaub zum

Erlebnis wird

... wo der Landkreis

eine Familie ist

... wo die Natur zu

Hause ist

... wo eine Region

Mobilität gewinnt

... wo die Menschen

Zukunft haben

42 Verden 38 GE / GI Axel Junge 04207/914040

43 Wesermarsch 75 GE/GI/SO Sabine Nitschke 04401/925100

44 Wilhelmshaven, Stadt 376 GI Jürgen Janßen 04421/910625

45 Wittmund 3 GE Karin Emmelmann 04465/8067101

46 Wolfenbüttel 18 GE Dietrich Behrens 05331/86360

47 Wolfsburg, Stadt 73 GE Kerstin Schöbel 05361 / 8999425

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29

GVZ

Gewerbegebiet

Flughafen

Seehafen

Güterverkehrszentrum

Wasserstraße

Autobahn

ICE- / IC-Strecke

Landkreis Emsland

Wirtschaftsförderung

Ordeniederung 1

49716 Meppen

Tel. 0 59 31 44 - 40 14

Fax 0 59 31 44 - 36 45

wirtschaft@emsland.de

www.emsland.info


Landkreis Leer

Wirtschaftsförderung

Harald Krebs

Friesenstraße 26, 26789 Leer

Tel. 0491/926-1262, Fax 0491/926-1888

wirtschaftsfoerderung@lkleer.de

www.landkreis-leer.de

c-Port Zweckverband IIK

Martin Kropp

Am Küstenkanal 2, 26683 Saterland/Sedelsberg

Tel. 04491/786000, Fax 04491/786009

info@c-port-kuestenkanal.de

www.c-port-kuestenkanal.de

Stadt Emden

Bernd van Ellen

Fachdienst Wirtschaftsförderung und Liegenschaften

Ringstraße 38 b, 26721 Emden

Tel. 04921/ 871378, Fax 04921/ 87101378

vanellen@emden.de

www.emden.de

Landkreis Emsland

Fachbereich Wirtschaft

Ordeniederung 1, 49716 Meppen

Tel. 05931 / 44-4014, Fax 05931 / 44-3645

wirtschaft@emsland.de

www.emsland.de

WFG Wirtschaftsförderung in Wilhelmshaven GmbH

Jürgen Janßen

Luisenstraße 8, 26382 Wilhelmshaven

Tel. 04421/ 9106-25, Fax 04421/ 9106-27

juergen.janssen@wfg-whv.de

www.wfg-whv.de

Zweckverband ecopark

Der Gewerbepark an der Hansalinie A1

Uwe Haring

ecopark-Allee 5, 49685 Emstek

Tel. 04473/92666-33, Fax 04473/92666-92

u.haring@ecopark.de

www.ecopark.de

WIN Wirtschaftsförderung im

Landkreis Nienburg/Weser GmbH

Uta Kupsch

Rühmkorffstraße 12, 31582 Nienburg/Weser

Tel. 05021/ 887772 - 0, Fax 05021/ 887772-1

info@win-nienburg.de

www.win-nienburg.de

Gemeinde Wedemark

Fritz-Sennheiser-Platz 1, 30900 Wedemark

Tel. 05130/581-361, Fax 05130/581-11361

carsten.niemann@wedemark.de

www.wedemark.de

Landkreis Grafschaft Bentheim

Wirtschaftsförderung

NINO-Allee 11, 48529 Nordhorn

Tel. 05921/ 9 6 - 2 3 0 0 , Fax 05921/ 9 6 - 2 3 9 9

wifoe@grafschaft.de

www.einfach-naeher.de

Investitionsbeschleuniger und Wirtschaftsförderer in Niedersachsen

Region Hannover

Wirtschaftsförderung

Alexander Skubowius

Haus der Wirtschaftsförderung

Vahrenwalder Straße 7, 30165 Hannover

Tel. 0511/616-23354, Fax 0511/616-23452

alexander.skubowius@region-hannover.de

www.unternehmerbuero-hannover.de

Kreativ...

WIGOS Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Osnabrücker Land mbH

Siegfried Averhage

Am Schölerberg 1, 49082 Osnabrück

Tel. 0541 / 501- 4399, Fax 0541 / 501- 6 - 4399

info@wigos.de

www.wigos.de

Konstruktiv...

Klasse...

Wirtschafts- und Innovationsförderung

Salzgitter GmbH

Windmühlenbergstraße 20, 38259 Salzgitter

Tel. 05341/ 900990, Fax 05341/ 9009911

info@wis-salzgitter

www.wis-salzgitter.de

Stadt Melle

Wirtschaftsförderung

Hartwig Grobe

Markt 22, 49324 Melle

Tel. 05422/965-454, Fax 05422/965-320

h.grobe@stadt-melle.de

www.stadt-melle.de

Gemeinde Lastrup

Bürgermeister Michael Kramer

Am Marktplatz 1, 49688 Lastrup

Tel. 04472 / 8900 - 23, Fax 04472 / 8900 -10

Kramer@Lastrup.de

www.Lastrup.de

Landeshauptstadt Hannover

Wirtschaftsförderung

Stadt Burgdorf

Wirtschaftsförderung und Liegenschaften

André Scholz

Vor dem Hannoverschen Tor 1, 31303 Burgdorf

Tel. 05136/ 898-138, Fax 05136/ 898-4080

wirtschaft@burgdorf.de

www.burgdorf.de

Gabriele Zingsheim

Haus der Wirtschaftsförderung

Vahrenwalder Straße 7, 30165 Hannover

Tel. 0511/168-42658, Fax 0511/168-41245

gabriele.zingsheim@hannover-stadt.de

www.wirtschaftsfoerderung-hannover.de

Stadt Delmenhorst

Fachdienst Wirtschaftsförderung

Axel Langnau

Lange Straße 128, 27749 Delmenhorst

Tel. 04221/991181, Fax 04221/991280

wirtschaftsfoerderung@delmenhorst.de

www.delmenhorst.de

Stadt Lingen (Ems)

Wirtschaftsförderung

Elisabethstraße 14-16, 49808 Lingen (Ems)

Tel. 0591/9144-801, Fax 0591/9144-805

wirtschaftsfoerderung@lingen.de

www.lingen.de

Entwicklungsagentur LandZukunft

c/o Solling-Vogler-Region im

Weserbergland e.V.

Lindenstraße 8, 37603 Holzminden-Neuhaus

Tel. 05536 / 960970, Fax 05536 / 9609720

info@solling-vogler-region.de

www.solling-vogler-region.de

Niedersachsen Global GmbH

Ralf Othmer

Osterstraße 60, 30159 Hannover

Tel. 0511/89 70 39-0

Fax 0511/897039-69

info@nglobal.de

www.nglobal.de

Nordhorn

Emden

Meppen

Leer

Aurich

Papenburg

Lingen

Wittmund

Saterland

Lastrup

Landkreis Holzminden

Wirtschaftsförderung

Dr. Jutta Klüber-Süßle

Tel. 05531/ 707-110, Fax 05531/ 707-6110

wirtschaftsfoerderung@landkreis-holzminden.de

www.landkreis-holzminden.de

WILHELMS-

HAVEN

Jever

Westerstede

Cloppenburg

Varel

OLDENBURG

Emstek

Vechta

Brake

OSNABRÜCK

Melle

Osterholz-Scharmbeck

Delmenhorst

Ganderkesee

Wildeshausen

Diepholz

Cuxhaven

BREMERHAVEN

BREMEN

Achim

Verden

Stadthagen

Stade

Nienburg

Landkreis Osterode am Harz

Stabsstelle Bildung, Wirtschaft und

Regionalplanung

- Wirtschaftsförderung -

Gudrun Feuerstein

Herzberger Straße 5, 37520 Osterode am Harz

Tel. 05522 / 960 -222, Fax 05522 /960- 220

gudrun.feuerstein@landkreis-osterode.de

www.landkreis-osterode.de

Wolfsburg Wirtschaft und

Marketing GmbH

Porschestraße 2, 38440 Wolfsburg

Tel. 05361/89994-0, Fax 05361/ 89994-39

wirtschaftsfoerderung@wmg-wolfsburg.de

www.wmg-wolfsburg.de

Rotenburg

Garbsen

Hameln

HAMBURG

Soltau

Wedemark

HANNOVER

Einbeck

Holzminden

Holzminden-

Neuhaus

Celle

Burgdorf

Winsen

Lüneburg

Ilsede

Peine

Goslar

Bad Gandersheim

Uelzen

Gifhorn

WOLFSBURG

Hildesheim

Wolfenbüttel

SALZGITTER

Northeim

GÖTTINGEN

Osterode am Harz

Stadt Wolfenbüttel

Amt für Wirtschaftsförderung

Dietrich Behrens

Stadtmarkt 3 - 6, 38300 Wolfenbüttel

Tel. 05331/ 86 - 360, Fax 05331/86-7794

dietrich.behrens@wolfenbuettel.de

www.wolfenbuettel.de

BRAUNSCHWEIG

Helmstedt

Lüchow

Braunschweig Zukunft GmbH

Wirtschaftsförderung

GründerVilla, Rebenring 33, 38106 Braunschweig

Tel. 0531/38043804, Fax 0531/38043911

info@braunschweig-zukunft.de

www.braunschweig-zukunft.de

Aktiengesellschaft für Wirtschaft und Arbeit

Weserbergland Aktiengesellschaft

HefeHof 8, 31785 Hameln

Tel. 05151 / 5851001, Fax 0551 / 5851099

info@weserberglandag.de

www.weserberglandag.de

WRG Wirtschaftsförderung

Region Göttingen GmbH

Bahnhofsallee 1b, 37081 Göttingen

Tel. 0551/ 9995498-0, Fax 0551/ 9995498-9

info@wrg-goettingen.de

www.wrg-goettingen.de

GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung

und Stadtentwicklung Göttingen mbH

Bahnhofsallee 1b, 37081 Göttingen

Tel. 0551/547430, Fax 0551/5474320

info@gwg-online.de

www.gwg-online.de

Landkreis Heidekreis

Wirtschaftsförderung

Hans-Jürgen Stegen

Harburger Straße 2, 29614 Soltau

Tel. 05191/ 970-673, Fax 05191/ 970-900673

h.stegen@heidekreis.de

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Landkreis Gifhorn

Wirtschaftsförderung

Manfred Krömer

Schlossplatz 1, 38518 Gifhorn

Tel. 05371/82488, Fax 05371/82478

manfred.kroemer@gifhorn.de

www.gifhorn.de

Landkreis Northeim

Wirtschaftsförderung/Tourismus

Stefan Wolfgang

Scharnhorstplatz 6, 37154 Northeim

Tel. 05551/91499-12, Fax 05551/91499-77

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Neue Spielplätze

Seit inzwischen sechs Jahren rufen die Sparda-Bank Hannover-Stiftung und der Radiosender Antenne

Niedersachsen zu einer ganz besonderen Aktion auf: „Spielplatz SOS “.

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Text: Volker Schönfeldt Fotografie: Sparda-Bank Hannover

Moderne, pädagogisch sinnvolle Spielgeräte auf Kinderspielplätzen

schaffen – das ist das Anliegen der Aktion

„Spielplatz SOS“. Sie wird bereits seit sechs Jahren von der

Sparda-Bank Hannover-Stiftung und Antenne Niedersachsen

durchgeführt. Jedes Jahr treffen hunderte Bewerbungen

von Stadtverwaltungen, Kindergärten, Elternverbänden,

Fördervereinen oder anderen Organisationen ein.

Die überwältigende Resonanz macht den großen Bedarf

deutlich. Gerade in Zeiten knapper Kassen mangelt es den

Kommunen oft an finanziellen Mitteln für den Bau und

die Instandhaltung von Spielplätzen. Gleichzeitig fehlt den

Kindern die Gelegenheit, sich im Alltag sicher und aktiv

zu bewegen. Eine Stichprobe des TÜV Rheinland aus dem

Jahr 2009 hat gezeigt, wie wichtig Spielplatzaktionen sind.

Von 75 getesteten Spielplätzen in Deutschland wurden nur

sechs für sicher befunden. Der Bedarf an Instandsetzung

oder Neubau ist entsprechend groß.

Dem großen Instandhaltungsbedarf kann natürlich

auch der „Spielplatz SOS“ nicht begegnen, aber die

Aktion setzt ein Zeichen. Seit 2008 wurden über 70

Spielplätze in Niedersachsen, Ostwestfalen-Lippe und

Bremen gebaut. Besonderer Wert wird auf die pädagogische

Qualität der Spielplätze gelegt: „Es wurden nur

Spielgeräte verbaut, die neben Spiel und Spaß auch die

Beweglichkeit, Ausdauer und das Miteinander der Kinder

fördern“, sagt Tania Rubenis von der Sparda-Bank

Hannover-Stiftung. Die diesjährigen Gewinner waren:

Geschäftsstelle Hameln/AWO Kindertagesstätte Sonnenschein,

Geschäftsstelle Hannover/Badenstedter-Sport-

Club e.V., Geschäftsstelle Wolfsburg/ Förderverein der

Grundschule Osloß e.V., Geschäftsstelle Braunschweig/

Naturfreibad Vechelde-Bettmar e.V., Geschäftsstelle Northeim/Stadt

Northeim, Ortsteil Stöckheim, Geschäftsstelle

Wolfenbüttel/Stadt Hornburg.

Gesellschaftliches Engagement ist nicht nur ein Teil

der Unternehmenskultur der Sparda-Bank Hannover – sie

bildet vielmehr das Fundament, auf dem die Aktivitäten der

Bank seit ihrer Gründung 1903 stehen. Um ihr gesellschaftliches

Engagement zu verstärken, wurde 2004 die Sparda-

Bank Hannover-Stiftung ins Leben gerufen. Mit ihren

finanziellen Förderungen leistet die Stiftung als Grundlage

„Hilfe zur Selbsthilfe“, die in der genossenschaftlichen

Grundidee der Sparda-Bank ihren Ursprung hat. Die von

der Stiftung geförderten Projekte sind wie die Menschen,

ihre Bedürfnisse und ihre Interessen: vielfältig, zukunftsfähig

und bunt. Die Stiftung schüttet seit ihrer Gründung

Fördermittel aus, die über das Gewinnsparen der Sparda-

Bank erzielt werden. Allein im letzten Jahr wurden 198

Projekte mit rund 1,2 Millionen Euro in Niedersachsen,

Bremen und Ostwestfalen-Lippe gefördert.


60 Forschung regjo niedersachsen regjo niedersachsen Forschung 61

Forschung voraus

Niedersachsen hat eine bunte Forschungslandschaft. Neben den Hochschulen und großen Forschungsgesellschaften

gibt es auch viele kleinere Institute, die in ungewöhnlicheren Bereichen forschen.

Bild: DSMZ/M.Kruszewski


62 Forschung regjo niedersachsen regjo niedersachsen Forschung 63

Energieforschung, insbesondere im Bereich der Windenergie, ist ein zukunftsträchtiger Forschungsbereich und zählt zu den wichtigsten Handlungsfeldern

der niedersächsischen Forschungspolitik. Geforscht wird unter anderem an Erneuerbaren Energien, der Netzintegration und Netzstruktur.

Bild: ECOLOG-Institut


64 Forschung regjo niedersachsen regjo niedersachsen Forschung 65

Außeruniversitäre

Forschungseinrichtungen:

Aurich

Wilhelmshaven

3

Bremerhaven

1

Stade

HAMBURG

Der Schwerpunkt der außeruniversitären Forschung

liegt im Bereich Natur- und Ingenieurswissenschaften.

Geografisch konzentriert sich der Großteil der

Forschungseinrichtungen überwiegend auf die Städte

Hannover, Göttingen und Braunschweig.

Emden

Leer

Saterland

3

Oldenburg

1

1

Delmenhorst

BREMEN

Soltau

Trauen

Lüneburg

1

Uelzen

Energie und Umwelt

Lastrup

Technik und IT

Sozial-/Kultur-/Wirtschaftswissenschaften

Naturwissenschaften

Landwirtschaft,

Lebensmitteltechnologie

Nordhorn

Text: Laura Vele

Meppen

Lingen

Quakenbrück

Vechta

OSNABRÜCK

Von der Grundlagen- bis zur Auftragsforschung decken

die rund 70 niedersächsischen außeruniversitären Forschungseinrichtungen

ein breites Spektrum ab. Zu ihnen

zählen Einrichtungen von Bund, Ländern und Gemeinden

sowie öffentlich geförderte private Einrichtungen ohne

Erwerbszweck. Der Schwerpunkt der außeruniversitären

Forschung in Niedersachsen liegt in den Bereichen Naturund

Ingenieurswissenschaften. Oft fungieren die Forschungseinrichtungen

als Schnittstelle zwischen Wissenschaft

und Praxis, so können neue Erkenntnisse schnell

in die Praxis umgesetzt werden. Auch die internationale

Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen gewinnt an

Bedeutung und wird stetig ausgebaut.

Betrachtet man die Landkarte, fällt auf, dass sich der

Großteil der Forschungseinrichtungen in den Städten Hannover,

Göttingen und Braunschweig konzentriert. Dort

befinden sich auch Institute der vier großen Forschungsgesellschaften:

die Helmholtz- und die Leibnizgemeinschaft

sowie die Fraunhofer- und die Max-Planck-Gesellschaft.

1

HANNOVER

1

Hameln

3

1

2

4

7

1

1

5

Celle

Katlenburg-

Lindau

5

4

1

1

GÖTTINGEN

1

4

4

2

Clausthal-

Zellerfeld

Braunschweig

1

Wolfenbüttel

In Braunschweig ist insbesondere der Forschungsbereich

Technik und IT vertreten. Neben zwei Fraunhofer-Instituten

– für Holzforschung sowie für

Schicht- und Oberflächentechnik – ist gibt es dort eine

Einrichtung des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums

und die Physikalisch-technische Bundesanstalt.

Zu den herausragenden Schwerpunkten

Göttingens gehören die Naturwissenschaften,

allein vier Max-Planck-Institute befinden sich in

der Universitätsstadt. In Hannover gibt es vorrangig

Einrichtungen im Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften,

darunter das Kriminologische

Forschungsinstitut, das interdisziplinär in den Bereichen

Soziologie, Rechtwissenschaften, Psychologie

und Medienwissenschaften forscht.

Einer der herausragenden Forschungsbereiche in

Niedersachsen ist die Luft- und Raumfahrttechnik, die als

Hoch- und Spitzentechnologiebranche des 21. Jahrhunderts

gilt. An den Standorten des Deutschen Zentrums für

Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen, Braunschweig,

Trauen und Stade forschen international renommierte

Wissenschaftler. Doch Niedersachsen punktet nicht nur

im technischen Bereich, sondern auch in den Geistesund

Sozialwissenschaften. In Braunschweig gibt es mit

dem Georg-Eckert-Institut (GEI) zum Beispiel eine Forschungseinrichtung

für die internationale Schulbuchforschung.

Ein aktuelles Forschungsprojekt des GEI geht

etwa der Frage nach, welche Deutungsmuster zum Kalten

Krieg sich Schüler aus Schulbüchern und den Erzählungen

von Lehrern aneignen.

Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen in Kurzportraits

einige besondere Forschungseinrichtungen aus

den Bereichen Energie und Umwelt, Technik und IT,

Naturwissenschaften, Sozial-/Kultur- und Wirtschaftswissenschaften

sowie Landwirtschaft und Lebensmitteltechnologie

vor.


66 Forschung regjo niedersachsen regjo niedersachsen Forschung 67

Clausthaler Umwelttechnik-

Institut CUTEC GmbH

Fraunhofer Anwendungszentrum

für Plasma und Photonik (APP)

Clausthal-Zellerfeld

Göttingen

Das CUTEC Institut wurde im Jahr 1990 aus

der Universität Clausthal-Zellerfeld ausgegründet

und betreibt praxisnahe Forschung in den

drei Bereichen Informationen (mit den Abteilungen

Modellbasierte Systemanalyse und Energiesystemanalyse),

Ressourcen (Abwasserverfahrenstechnik

und Metallrecycling) sowie Energie

(Chemische Energiesysteme und Thermische

Prozesstechnik). Eines der zahlreichen Projekte

des CUTEC Instituts ist derzeit die Mitarbeit an

der Detektierung und Klassifizierung von Altmunition

aus dem Zweiten Weltkrieg auf und

im Meeresboden, die den Aufbau von Offshore-

Windparks in Nord- und Ostsee bedroht. Das

CUTEC entwickelt dabei eine Strategie zur Verbesserung

der Detektionssicherheit.

Derzeit im Bau befindet sich das neue Gebäude

des Fraunhofer-Anwendungszentrums für

Plasma und Photonik APP auf den Göttinger

Zietenterrassen. Im Moment noch in der HAWK

Hochschule für angewandte Wissenschaft und

Kunst ansässig, steht dem APP nach dem Umzug

im Frühjahr 2014 deutlich mehr Platz auf 1.500

Quadratmetern zur Verfügung. Auch die HAWK

baut ihre Forschungsschwerpunkte, insbesondere

Medizintechnik, im Gebäude aus. Das APP

ist aus einer Kooperation des Fraunhofer-Institutes

für Schicht- und Oberflächentechnik und

der HAWK hervorgegangen. Es betreibt unter der

Leitung von Prof. Viöl Auftrags- und Entwicklungsforschung

in den gefragten Plasmatechnologien

für Unternehmen und Industrie.

Technik

und IT

Weitere Institute

Braunschweig

Deutsches Zentrum für Luftund

Raumfahrt e. V. (DLR)

Fraunhofer-Institut

für Holzforschung

(Wilhelm-Kauditz-Institut)

Nordwestdeutsche Forstliche

Versuchsanstalt (NW-FVA)

Göttingen

Der Wald weckt bei vielen Menschen patriotische

Gefühle, denn er ist wohl einer der beliebtesten

Erholungsräume. Der Wald muss allerdings

auch vielfältige wirtschaftliche und ökologische

Funktionen erfüllen. In Göttingen und Hann.

Münden forschen rund 180 Mitarbeiter der NW-

FVA an spannenden Zukunftsfragen wie den

Auswirkungen des Klimawandels, die Globalisierung

des Holzmarktes und den steigenden

Anforderungen der Gesellschaft an den Wald.

Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt

ist eine gemeinsame Forschungseinrichtung der

Bundesländer Niedersachsen, Hessen, Sachsen-

Anhalt und Schleswig-Holstein. Neben der Forschung

berät die NW-FVA Forstbetriebe, Waldbesitzer,

Verwaltungen und die Politik.

ECOLOG-Institut für sozial-ökologische

Forschung und Bildung gGmbH

Hannover

Das ECOLOG-Institut forscht in den Bereichen

umweltverträgliche Technikentwicklung, nachhaltige

Stadt- und Regionalentwicklung sowie

Kommunikation und Bildung für eine nachhaltige

Entwicklung. 1991 wurde es von Wissenschaftlern

der Uni Hannover und Mitarbeitern

des Wissenschaftsladens Hannover gegründet,

um einen institutionellen Rahmen für eine gesellschaftlich

engagierte und interdisziplinäre Forschung

zu schaffen. Dementsprechend kommen

die Mitarbeiter aus den verschiedensten Fachbgebieten.

Ein aktuelles Projekt ist die Untersuchung

der technischen und ökonomischen Machbarkeit

sowie der Umwelt- und Gesellschaftsverträglichkeit

der Nutzung erneuerbarer Energien durch

regionale Versorgungsnetze.

Energie und

Umwelt

Weitere Institute

Celle

Institut für Bienenkunde

Hameln/Emmerthal

Institut für Solarenergieforschung

GmbH

Hannover

Bundesanstalt für Geowissenschaften

und Rohstoffe (BGR)

Forschungsvereinigung

Kalk-Sand e.V.

Leibniz-Institut für Angewandte

Geophysik (LIAG)

Oldenburg

EWE-Forschungszentrum für

Energietechnologie e. V.

Wilhelmshaven

DEWI GmbH Deutsches

Windenergierinstitut

Forschungszentrum

Terramare e.V.

Forschungsinstitut Senckenberg,

Abteilung Meeresforschung

Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)

Hannover

Seit 1986 forscht das LZH in den zukunftsträchtigen

Bereichen Photonik und Lasertechnologie.

Es verbindet durch Forschung, Entwicklung,

Beratung und Aus- und Weiterbildung die

Forschung mit der Wirtschaft. Die Forschungsthemen

des LZH sind breit gefächert von der

Entwicklung eines Lasers für die Weltraumforschung

über die Beobachtung von Zellen für

die Stammzellforschung bis zum Leichtbau in

der Autoindustrie. Im letzteren Bereich forscht

das LZH zusammen mit Volkswagen und anderen

Partnern an einem neuartigen Laserprozess

für ein automatisiertes Zuschneiden von

CFK-Bauteilen. Wenn es gelingt, dieses in

die Großserienfertigung zu bringen, kann die

Automobilgeneration der Zukunft Ressourcen

effizienter nutzen.

Oldenburger Forschungs- und Entwicklungsinstitut

für Informatik-

Werkzeuge und -Systeme (OFFIS)

Oldenburg

Rund 280 Mitarbeiter arbeiten am Oldenburger

OFFIS - Institut für Informatik in den drei

anwendungsorientierten Forschungs- und Entwicklungsbereichen

Energie, Gesundheit und

Verkehr. Im Schnitt wird an 70 Projekten parallel

gearbeitet. Im Bereich Energie entwickelt

OFFIS unter anderem informations- und kommunikationstechnisch

basierte Konzepte für

die Energiewirtschaft und Energieeffizienz. Vor

kurzem wurde das OFFIS für seine Innovation

„smartStorageCloud“, ein Konzept zur einfachen,

ressourceneffizienten Nutzung von verteiltem

nicht belegten Festplattenspeicher, für

den innovate!Award 2013 nominiert.

Fraunhofer-Institut für Schichtund

Oberflächentechnik

Physikalisch-Technische

Bundesanstalt

Göttingen

Deutsches Zentrum für Luftund

Raumfahrt (DLR)

Laser-Laboratorium

Göttingen e.V.

Gesellschaft für wissenschaftliche

Datenverarbeitung mbH

GWDG

Hannover

Europäische Forschungsgesellschaft

für Blechverarbeitung e.V.

Institut für Bauforschung e.V.

MPI für Gravitationsphysik

Technische Informationsbibliothek

(TIB)

Katlenburg-Lindau/Göttingen

MPI für Sonnensystemforschung

Oldenburg

Hörzentrum Oldenburg GmbH

Institut für Technische und Angewandte

Physik GmbH

Stade

Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie

(ZLP)

Trauen/Faßberg

Deutsches Zentrum für Luftund

Raumfahrt (DLR)

Bilder: CUTEC Institut, NW-FVA, ECOLOG-Institut

Bilder: HAWK-HHG/Born, LZH, OFFIS


68 Forschung regjo niedersachsen regjo niedersachsen Forschung 69

Deutsche Sammlung von Mikroorganismen

und Zellkulturen GmbH

(DSMZ)

Georg-Eckert-Institut für internationale

Schulbuchforschung (GEI)

Braunschweig

Braunschweig

Das DSMZ ist eine Einrichtung der Leibniz-

Gemeinschaft und gehört mit über 48.000 Kulturen

– darunter Bakterienstämme, menschliche,

tierische, pflanzliche Zellen sowie

Pflanzen-Viren – zu den größten Bioressourcenzentren

weltweit. In der „forschenden Sammlung“

arbeiten mehr als 50 Wissenschaftler. Die

Sammlung beschränkt sich nicht nur auf das

Archivieren interessanter Mikroorganismen:

In einem gemeinsamen Projekt mit der Europäischen

Weltraumorganisation (ESA) wurden

Materialen des Weltraumteleskops Herschel

vor der Raumfahrtmission auf die mikrobielle

Artenvielfalt untersucht. Nun befindet sich die

erste öffentliche Bakterien-Stammsammlung der

ESA in der DSMZ.

Die Forschung an Schulbüchern gehört zu den

ungewöhnlicheren und jüngeren Forschungsbereichen,

obwohl deren Inhalt Generationen

prägen kann. Die Bibliothek des GEI umfasst

eine Sammlung an Schulbüchern der Fächer

Geschichte, Sozialkunde, Geographie und Religion.

Schwerpunkt der Forschung am GEI ist die

Untersuchung von Wissensstrukturen und Identitätsangeboten,

die über staatliche Bildung vermittelt

werden. Der Braunschweiger Historiker

Georg Eckert ist Namensgeber des Instituts. Für

das Ziel seines Instituts, an der weltweiten Verbesserung

der schulischen Bildung mitzuwirken,

wurde er 1985 mit dem UNESCO Prize for Peace

Education ausgezeichnet. Seit 2011 ist das Institut

Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Sozial-/Kultur-/

Wirtschaftswissenschaften

Deutsches Primatenzentrum (DPZ)

Göttingen

Beim DPZ in Göttingen wird mit und an Primaten

geforscht. Die Forschungsfelder sind in

die drei Bereiche Neurowissenschaften, Infektionsforschung

und Organismische Primatenbiologie

gegliedert. Durch ihr hochentwickeltes

Nervensystem, ein leistungsfähiges Sehsystem

und die gute Feinmotorik können an Primaten

die Grundlagen der Informationsverarbeitung

im Gehirn erforscht werden. Auch in der

Infektionsforschung sind Primaten aufgrund

ihrer Verwandtschaft zum Menschen als Tiermodelle

geeignet. In diesem Bereich wird am

DPZ unter anderem an Erkrankungen durch

Hepatitisviren, HIV- oder Herpesvirusinfektionen

geforscht. Teile der Grundlagenforschung

werden als Tierquälerei kritisiert.

Deutsches Institut für Kautschuktechnologie

e.V. (DIK)

Hannover

Deutschland zählt zu den größten Verbrauchern

von Kautschuk. Daher ist es nicht verwunderlich,

dass mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums

das DIK gegründet wurde,

das sich zu einem führenden Forschungs- und

Entwicklungszentrum entwickelt hat. Elastomere

sind unverzichtbare Werkstoffe sowohl

für Reifen als auch für viele technische Erzeugnisse

von der Dichtung, über Haushaltsgegenstände

bis hin zu Medizingeräteanwendungen.

Zu den Forschungs- und Arbeitsschwerpunkten

des DIK gehören die Werkstoffentwicklung

und -charakterisierung, Entwicklung von

neuen Materialien, die Verarbeitung, die Simulation

sowie die Schadens- und Spurenanalyse

und Lebensdauervorhersage.

Naturwissenschaften

Weitere Institute

Braunschweig

Helmholtz-Zentrum für

Infektionsforschung

Göttingen

Europäisches Neurowissenschaftliches

Institut (ENI)

MPI für Biophysikalische

Chemie

MPI für Dynamik und

Selbstorganisation

MPI für Experimentelle

Medizin

Hannover

Fraunhofer-Institut für Toxikologie

und Experimentelle

Medizin

IPF PharmaCeuticals GmbH

Forschungsinstitut für Philosophie

Hannover

Angesichts der Auflösung gesellschaftlicher,

politischer, ökonomischer und religiöser Ordnungsmuster

sucht das FIPH nach neuen Formen

des gesellschaftlichen Miteinanders. Zu

den zentralen Forschungsfeldern gehören

Demokratietheorien, Wirtschaftsanthropologie

und Umweltphilosophie. Im Brennpunkt

steht die Frage nach der menschlichen Würde.

Der Verlust von Würde fördert Fatalismus und

führt zu einem Kontrollverlust über das eigene

Leben, der gesellschaftliche Ungerechtigkeit

und gedankenlose Ressourcenverschwendung

verstärkt. Die Forschungsergebnisse werden

produktiv und konstruktiv in Gesellschaft, Politik,

Wirtschaft und Kirche eingebracht. Finanziert

wird das Institut aus der gleichnamigen

kirchlichen Stiftung öffentlichen Rechts.

Herzog August Bibliothek (HAB)

Wolfenbüttel

Die HAB ist nicht nur eine international

bekannte Bibliothek, sondern auch Forschungsund

Studienstätte für die europäische Kulturgeschichte

des Mittelalters und der Frühen

Neuzeit. Sie ist dem Niedersächsischen Ministerium

für Wissenschaft und Kultur unterstellt.

Durch Drittmitteleinwerbung können

Katalogisierungs- und Forschungsprojekte etabliert

werden, derzeit mit den Schwerpunkten

Wissensgeschichte, Geschichte religiöser Kulturen,

Sammlungsgeschichte, die Erforschung

von überregionalen Netzwerken und kulturellem

Transfer. In der HAB wird zudem das

Evangeliar Heinrich des Löwen aufbewahrt, das

um 1188 entstanden ist und als Hauptwerk der

romanischen Buchmalerei des 12. Jahrhunderts

in Norddeutschland gilt.

Weitere Institute

Göttingen

MPI zur Erforschung multireligiöser

und multiethnischer

Gesellschaften

Soziologisches Forschungsinstitut

Göttingen e.V.

Hannover

Akademie für Raumforschung

und Landesplanung (ARL) –

Leibniz-Forum für Raumwissenschaften

Deutsches Zentrum für

Hochschul- und Wissenschaftsforschung

(DZHW)

Institut für Entwicklungsplanung

und Strukturforschung GmbH

Kriminologisches Forschungsinstitut

Niedersachsen e.V.

Niedersächsisches Institut

für Historische Regionalforschung

e.V.

Niedersächsisches Institut für

Wirtschaftsforschung e.V.

Oldenburg

Bundesinstitut für Kultur und

Geschichte der Deutschen im

östlichen Europa

Bilder: DSMZ, Dr. Dana Pfefferle, DIK

Bilder: Marek Kruszewski, HAB, FIPH


egjo niedersachsen Forschung 71

Johann Heinrich von Thünen-

Institut (TI)

Braunschweig

Das TI ist das Bundesforschungsinstitut für

Ländliche Räume, Wald und Fischerei mit insgesamt

14 Fachinstituten, sechs davon befinden

sich am Hauptsitz in Braunschweig. Disziplinübergreifend

arbeitet das TI in den Bereichen

Technologie, Ökologie und Ökonomie, um eine

nachhaltige, verträgliche sowie wettbewerbsfähige

Landwirtschaft und den verwandten

Bereichen Forstwirtschaft, Ernährungswirtschaft

und Aquakultur zu entwickeln. Als Ressortforschungseinrichtung

des Bundes forscht

es außerdem an wissenschaftlichen Grundlagen

und bietet Entscheidungshilfen für die Politik.

So forscht das Institut für Agrarklimaschutz

in Braunschweig unter anderem zu Treibhausgasemissionen

und Klimafolgenabschätzung.

Institut für Zuckerrübenforschung

(IfZ)

Göttingen

© Gertpeter Zeuch. Karikaturist der Wolfsburger Nachrichten

>UP< in die Lücke...

Was ist eigentlich eine Redox-Flow-Batterie ?

Sie besteht aus einem flüssigen Elektrolyten in gelösten Salzen.

Der Elektrolyt wird in Tanks gelagert und bei Bedarf einer zentralen

Reaktionseinheit für den Lade- oder Entladeprozess mittels

Pumpen zugeführt.

Die Osteroder Ideenschmiede Eisenhuth hat dieses Thema

angepackt und fertigt seit 2007 erfolgreich Elektroden und

Dichtungen für die Redox-Flow-Batterien.

Wir haben uns das Know How erarbeitet, kostengünstige

Komponenten im Spritzguss herzustellen. Das ist unsere Stärke.

Neben der Redox-Flow-Batterie produzieren wir auch für die Brennstoffzelle. Das ist Energie in

reinster Form...und tut der Umwelt gut.

Elektrode...hergestellt im Spritzguss-

Verfahren von Eisenhuth

Wir arbeiten an Ihrer elektrischen Mobilität mit der umweltfreundlichen Redox-Flow-Batterie.

Unsere Komponenten bilden das Kraftzentrum der Batterie.


Gewinner des VR-Innovationspreises 2005 und 2012

Prof. apl. Prof. Dr. Wolfgang Viöl

Leiter des Anwendungszentrums

Tel. +49 551 3705-218

wolfgang.vioel@ist.fraunhofer.de

Dr. Bernd Schieche

Innovationsmanagement

Tel. +49 551 3705-219

bernd.schieche@ist.fraunhofer.de

Fraunhofer-Anwendungszentrum für Plasma und

Photonik APP

Ihr Ansprechpartner für anwendungsorientierte Forschung

und Entwicklung nach Maß unterstützt Sie gerne bei Forschungsvorhaben

rund um die Themen:

- Plasma-Quellen und –geräte

- Funktionale Schicht- und Oberflächentechnik

- Laser-Plasma-Hybridtechnologie

- Plasma-Medizin und Biowissenschaften

- Holz und Holzwerkstoffe

- Lasertechnik

- Sensorische Systeme

- Plasma-Analytik und Diagnostik

Lassen Sie sich von uns beraten!

Anwendungszentrum für Plasma und

Photonik APP

Fraunhofer-Institut für Schicht- und

Oberflächentechnik IST

Von-Ossietzky-Straße 99 | 37085 Göttingen

www.plasmaundphotonik.fraunhofer.de

Im Herbst ist die Zeit der Zuckerrüben, die

zuhauf in sogenannten „Mieten “ auf ihren

Transport in eine Zuckerrübenfabrik warten.

In Göttingen befindet sich die zentrale Forschungseinrichtung

für die Zuckerrübenproduktion.

Angegliedert an die Universität wird

das IfZ vom Verein der Zuckerindustrie getragen.

Neben Grundlagenforschung wird auch angewandte

Forschung betrieben. Das Institut koordiniert

und plant die bundesweiten Feldversuche

in den Bereichen Pflanzenbau, Pflanzenschutz

und Sorten. Bis zu 9.000 Versuchsparzellen werden

jedes Jahr angelegt und zentral im IfZ ausgewertet.

Aktuelle Forschungsergebnisse werden

in wissenschaftlichen Journalen, Fachmagazinen

und auf Tagungen veröffentlicht.

Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik

e.V. (DIL)

Quakenbrück

Seit der Gründung 1983 gehören dem DIL

inzwischen rund 150 Mitgliedsunternehmen

aus allen Bereichen der Ernährungswirtschaft

an. Als Bindeglied zwischen Wissenschaft und

Praxis unterstützt das DIL die Lebensmittelwirtschaft

bei der Produktentwicklung und der

Verfahrenstechnik. Die Aktivitäten des Instituts

werden über vernetzte Forschungsplattformen

sowie Geschäftsbereiche ausgetragen. Seit

2012 beschäftigt sich das Institut verstärkt mit

dem Thema Bioökonomie. Die Forschungsaktivitäten

in diesem Bereich sollen den Strukturwandel

von einer erdöl- zu einer bio-basierten

Industrie fördern und neue Möglichkeiten

zur Verwendung nachwachsender Rohstoffe

erschließen.

Landwirtschaft,

Lebensmitteltechnologie

Weitere Institute

Braunschweig

Internationale Forschungsgemeinschaft

Futtermitteltechnik

e.V. (IFF)

Institut für Konserventechnologie

Julius-Kühn-Institut,

Bundesforschungsinstitut

für Kulturpflanzen (JKI)

Bilder: Michael Welling, IfZ, Amann/DIL e.V.


Das Regional-Journal für Niedersachsen

72 Emsland regjo niedersachsen regjo südniedersachsen xxxxx 73

Eichsfeld Spezial 2013

Hannover Oldenburg Osnabrück Wolfsburg Braunschweig Salzgitter Hildesheim Göttingen

Ihr persönliches Exemplar zum Mitnehmen

Landkreis Emsland: eine boomende Wirtschaft aus überwiegend mittelständischen Betrieben.

Immer weiter aufwärts

Der Landkreis Emsland weist eine glanzvolle wirtschaftliche Dynamik auf. Die besondere Herausforderung

dieser Tage lautet jedoch: Fachkräfte binden und zu halten. Dafür tut man einiges.

grenzenlos verbunden

Interview: Volker Schönfeldt Fotografie: Schöning Fotodesign, Meppen

Über die 3,5% freut man sich im Landkreis Emsland

ganz besonders. Die Zahl der Arbeitslosenquote liegt weit

unter Landes- und Bundesdurchschnitt, die bei aktuell

über 6% liegen. Die Zahl ist Ausdruck einer besonderen

wirtschaftlichen Dynamik, die nun schon seit über

einem Jahrzehnt anhält. Daran hat auch die Wirtschaftskrise

von 2008 wenig geändert. Martina Kruse, Wirtschaftsförderin

im Landkreis, hat dafür zwei einfache

Gründe parat: „Von den etwa 13.000 Unternehmen im

Emsland sind 10.000 inhabergeführte Kleine und Mittelständische

Unternehmen, die weitaus weniger anfällig

für Konjunkturrhythmen sind und auch flexibler nach

Nischen suchen.“ Und: „Es gibt hier eine ganz besondere

Mentalität. Alle stehen zusammen, alle packen mit an,

wie eine große Familie – daraus entsteht eine ausgeprägte

Solidarität.“ Lebendiger Ausdruck dieser Mentalität sind

die zahlreichen Netzwerke, in denen die Wirtschaftsaktiven

zusammenkommen – branchenübergreifend

im Wirtschaftsverband Emsland mit rund 370 beteiligten

Unternehmen oder in verschiedenen branchenspezifischen

Verbünden wie dem Netzwerk emsländischer

Metall- und Maschinenbauunternehmen (MEMA) oder

dem Kontaktforum für Existenzgründer und Jungunternehmer,

um nur ein paar zu nennen.

Über den wirtschaftlichen Erfolg braucht sich die

Region sicherlich nicht beschweren; die Herausforderungen

liegen aber nun woanders, wie Landrat Reinhard Winter

deutlich macht: „Mittlerweile ist die wirtschaftliche Entwicklung

des Emslandes derart positiv, dass viele der hiesigen

Unternehmen kaum noch in der Lage sind, ihre Ausbildungsplätze

mit den entsprechenden Nachwuchskräften

zu besetzen – der Kampf um zukünftige Fachkräfte ist auf

allen Ebenen angekommen.“ Im Rahmen einer Fachkräfteinitiative

der Wachstumsregion Ems-Achse e.V. wurde

daher beim Landkreis eine Servicestelle für Unternehmen

und zuziehende Fachkräfte eingerichtet. Diese können sich

an die Fachkräftemanagerin wenden – für Informationen

über die Region, Arbeitsmöglichkeiten für den Partner, um

den Immobilien- oder den Familienservice in Anspruch zu

nehmen. „Wir wollen Fachkräften den Zuzug in die Region

erleichtern und deutlich machen, dass sie und ihre Familien

hier willkommen sind“, so Winter weiter.

Die guten Perspektiven, die Familienfreundlichkeit

und das entsprechende Engagement des Landkreises bestätigt

auch der Familienatlas 2012, die aktuelle Studie im

Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren,

Frauen und Jugend. Darin zählt das Emsland zu den Top

25 Landkreisen, die bundesweit die attraktivsten Bedingungen

für Familien bieten. Ein Themenfeld, auf welchem

der Landkreis seit Jahren aktiv ist und das für die Fachkräftegewinnung

eine bedeutende Rolle spielt. „Die jungen

Menschen finden hier eine besondere Lebensqualität

für die Familiengründung – das sprichwörtliche Häuschen

mit Garten statt der kleinen Wohnung“, beschreibt Landrat

Winter. „Deswegen sagen auch viele junge Emsländer,

sie kommen wieder her.“


Landkreis Eichsfeld

Region zwischen den Welten

regjo niedersachsen Eichsfeld Spezial GruSSwort II

Soziale Struktur

Die Eichsfelder haben zu jeder Zeit ein stark regions- und religionsgeprägtes

Bild in die Gesellschaft eingebracht, dabei auch

ein hohes Maß an Toleranzfähigkeit entwickelt. Ein klares, werteorientiertes

Familien- und Gesellschaftsbild sowie generationsübergreifende

Verantwortlichkeit zeichnet die Menschen in

der Region aus. Das Eichsfeld selbst wird von außen als homogen

betrachtet - nach innen stellt sich ein vielschichtiges buntes

Bild der Mentalitäten dar. Diese Vielfalt von innen verbunden

mit Offenheit und Tradition als Stütze der Moderne soll auch in

Zukunft ein homogenes Bild des Eichsfeldes transportieren. Die

Menschen in der Region identifizieren sich mit „ihrem“ Eichsfeld

und tragen dieses Regionalbewusstsein auch nach außen.















www.kreis-eic.de

Wirtschaftliche Struktur

Nach dem notwendigen Strukturwandel und dem damit verbundenen

Verlust an Arbeitsplätzen in Industrie und Landwirtschaft

haben sich die klein- und mittelständischen Betriebe als Motor

des wirtschaftlichen Aufschwunges erwiesen. Davon zeugt vor

allem ein stets positiver Gewerbeentwicklungssaldo.

Der Landkreis bietet ein investitionsfreudiges Klima und ein Ansiedlungskonzept,

welches die Besonderheiten der Region mit

den Interessen der Investoren in Einklang bringt. Die Wirtschaftsstruktur

im Landkreis ist überwiegend mittelständisch ausgeprägt.

Metallverarbeitung, Maschinenbau,Textilverarbeitung und

das Papier- und Ernährungsgewerbe sind die führenden Branchen.

Mit der A38 Göttingen-Halle stellt das Eichsfeld hier das verbindende

Element zwischen diesen Räumen dar. Die sehr guten

verkehrstechnischen Anbindungen, wie auch die historischen

Bezüge zum niedersächsischen Bereich des Eichsfeldes begründen

eine starke wirtschaftliche Ausrichtung zum Landkreis und

dem Oberzentrum Göttingen.

Kontakt

Landratsamt Landkreis Eichsfeld

Landrat Dr. Werner Henning

Friedensplatz 8 • 37308 Heilbad Heiligenstadt

Tel. 03606 / 650 1010

Fax 03606 / 650 9000

landratsamt@kreis-eic.de

Bild: Landkreis Eichsfeld

Grußwort

Das Eichsfeld ist Übergang – zwischen Nord und Süd, den nieder-

und oberdeutschen Sprachräumen, zwischen evangelischer

und katholischer Religion oder auch zwischen den Wassereinzugsgebieten

von Weser und Elbe. Alles verändert sich fließend

und trotzdem bleibt Festigkeit im Eigenen. Das Eichsfeld wurde

bedrängt, sich dem wechselnden Zeitgeist anzuschließen – in

Religion und Politik, in Kultur und Mode und dennoch blieb

es eigen und es selbst – nicht immer leicht, letztendlich aber im

Inneren kraftvoll und frei.

So oder ähnlich habe ich in den zurückliegenden 24 Jahren

nach der politischen Wende im Herbst 1989 immer wieder

unser eigenes Selbstverständnis beschrieben und denke heute,

dass uns das darin gründende eigene Wollen sehr gut getan hat.

Wir haben aus den uns gegebenen Möglichkeiten tatsächlich

etwas gemacht. Viele bescheinigen uns das in Ansehung des

guten Zustandes unserer Städte und Dörfer, der vergleichsweise

geringen Arbeitslosen- oder auch Sozialhilfequoten. Eben dieses

Selbstverständnis mag es mit gewesen sein, dass wir auch in

den von uns überschaubaren Jahren nicht zuvorderst nach dem

Staat gerufen haben, obgleich wir auch tüchtig genug waren,

die von hieraus angebotenen Förder- und Entwicklungsmöglichkeiten

nach Kräften zu nutzen.

Eben deshalb liegt unser eigentliches Kapital in der Strukturiertheit

unserer Menschen, welche Vertrauen und Skepsis

gegenüber den wechselnden Zeiterscheinungen immer in eine

produktive Balance zu bringen vermochten. Ich bin mir sehr

sicher darin, dass auch die Zukunft hierauf nicht verzichten

kann. Eben deshalb legen wir einen sehr großen Wert auf die

Erziehung unserer Kinder in Schule und Gesellschaft – zuvorderst

aber in der eigenen Familie. Es ist uns wichtig, dass unsere

jungen Menschen eine feste Verankerung für ihr eigenes Leben

in ihrer eichsfeldischen Heimat finden und auf Dauer hier ihren

Lebensmittelpunkt behalten. Dass dieses Streben nicht ganz

erfolglos ist, bescheinigen uns immer wieder diverse Studien

sehr unterschiedlicher Forschungsinstitute zur demografischen

Entwicklung in unsrem Raum. So hat der Landkreis Eichsfeld

vergleichsweise die jüngste Bevölkerung von ganz Thüringen

aufzuweisen, was ganz gewiss für uns spricht.

Mit eben diesem Potenzial fühlen wir uns besonders unserem

natürlichen Oberzentrum Göttingen zugeordnet und verbunden.

Hier arbeiten sehr viele Eichsfelder und bringen die

Göttinger Impulse mit zurück in die eigene Lebenswirklichkeit

des näheren heimatlichen Raumes. Die hieraus entstehende

Melange zwischen akademisch geprägter Modernität

und bodenständiger Verankerung tut uns gut und begründet

eine kompetente Verlässlichkeit, auf welcher Zukunft gedeihen

kann.

Es grüßt Sie sehr herzlich

FrEund | Ladenbau

Dieses inhabergeführte, mittelständische Unternehmen mit 60 Mitarbeitern ist spezialisiert auf den ganzheitlichen Ladenbau

insbesondere für Bäckereien, Cafés und Feinkostläden. Angeschlossene Holz-, Glas-, Metall- und Elektro-Werkstätten ermöglichen

die individuelle Erstellung hochwertiger Einrichtungen in bester Handwerksqualität. Das Unternehmen verfügt über ein flächendeckendes

Vertriebsnetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz und feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Jubiläum.

Dr. Werner Henning

Landrat des Kreises Eichsfeld


EGBERT HUNDESHAGEN

Rechtsanwalt und Notar

Ihre Rechtsanwalts- und Notariatskanzlei

im Herzen des Eichsfeldes

Zu seinen Tätigkeitsbereichen als Fachanwalt

für Familienrecht gehören u.a.:

• Ehescheidung

• Kindesunterhalt

• Ehegattenunterhalt

• Zugewinn

• Versorgungsausgleich

• eheliches Güterrecht

• Umgangs- und Sorgerecht für Kinder

• nichteheliche Lebensgemeinschaften

• Erwachsenenunterhalt bei Unterbringung

in einem Seniorenheim

• familienrechtliche Vertragsgestaltungen

Weitere Tätigkeitsschwerpunkte der Kanzlei:

• Ehe- und Familienrecht

• Arbeitsrecht

• Baurecht

• Verkehrsrecht

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Ein besonderes Fleckchen

Das Eichsfeld besticht mit seiner vielfältigen Landschaft

und durch seinen einzigartigen Menschenschlag.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das Eichsfeld, dem wir unser Spezial widmen, ist eine geschichtsträchtige

Region in der Mitte Deutschlands. Jahrhundertelang

war sie eine Exklave des Fürstbistums Mainz – diese Zeit prägt

die Kultur und das Leben bis heute, der katholische Glaube ist

tief verwurzelt. Daran konnte auch die innerdeutsche Grenze, die

mitten durch das Eichsfeld verlief, nichts ändern. Mit den Grenzlandmuseen

wird heute wertvolle Erinnerungsarbeit geleistet.

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der sich positiv

entwickelt. Die Landschaft, die gute Küche und historische Fachwerkstädte

sind bei den Gästen besonders beliebt. Große Herausforderungen

kommen auf das Eichsfeld vor dem Hintergrund des

demografischen Wandels zu, die Einwohnerzahlen sind rückläufig

und auch was die Mobilitätsangebote angeht, herrscht Handlungsbedarf.

Doch mit kreativen Projekten, wie zum Beispiel „Duderstadt2020“,

setzen die Einwohner alles daran, ihr Eichsfeld als

attraktiven Lebens- und Arbeitsraum zu erhalten.

Laura Vele

Redaktion

Ot to Bock

Duderstadt

Inhalt

VI Löwenantlitz im neuen Design Das frisch renovierte Hotel

zum Löwen in Duderstadt wartet mit einem besonderen Konzept

auf. Nicht nur Feinschmecker und Entspannungssuchende

kommen auf ihre Kosten, sondern auch Kunstinteressierte.

A38 - 12km

VIII Der Mittelpunkt Deutschlands Während der deutschen

Teilung verlief die innerdeutsche Grenze mitten durch das

Eichsfeld. Die Bewohner trotzten mit einem starken Zusammengehörigkeitsgefühl,

das sie sich bis heute bewahrt haben,

der Teilung.

XVIII Über 160 Jahre Die Sparkasse Duderstadt engagiert

sich regional.

am

Stadt Duderstadt Tel.: 0 55 27/84 11 60

Info: wirtschaftsfoerderung@duderstadt.de

XVIII Die beste Stracke Auf dem Wehn‘schen Hof wird Mettwurst

noch nach alter Tradition hergestellt.

XVIII Überzeugend Fachanwalt für Familienrecht Egbert Hundeshagen

ist dem Eichsfeld eng verbunden.

Impressum. Herausgeber Polygo Verlag GmbH, Lotzestraße 29, 37083 Göttingen, Telefon:

0551-50 75 10, Fax 0551-50 75 1-50 Chefredaktion Sven Grünewald Redaktion Volker Schönfeld,

Valerie Talmann, Laura Vele Fotografie HVE Eichsfeld Touristik e.V. (Cover), Landkreis Eichsfeld,

Wunderblock, Anders Seefeldt, Stadt Duderstadt, Ottobock, Sparkasse Duderstadt, Roberto

Hegeler, Fleischerei Bömeke, Thomas Rosenthal/GLM Anzeigen John D. Swenson, Leitung

(swenson@regjo.de), Dennis Aschoff, Jörn Jacobsen, Michaela von Krockow, Torsten Kramer, Tim

Mittelstaedt, Michael Mohné Geschäftsführung Thomas Wirth (wirth@regjo.de) Art Direktion &

Layout Viktoria Siegfried

RegJo bei Facebook: www.facebook.com/Niedersachsen


VI Hotellerie Eichsfeld Spezial regjo niedersachsen

regjo niedersachsen Eichsfeld Spezial Hotellerie VII

Das traditionsreiche Hotel zum Löwen

zählt zu den Top-Adressen im Eichsfeld

und strahlt nach der Renovierung im

letzten Jahr im neuen Glanz.

Löwenantlitz im neuen Design

Das frisch renovierte Hotel zum Löwen in Duderstadt wartet mit einem besonderen Konzept auf. Nicht nur Feinschmecker

und Entspannungssuchende kommen auf ihre Kosten, sondern auch Kunstinteressierte.

Text: Valerie Talmann Fotografie: Wunderblock

Die mehr als 300 Jahre, die das Hotel zum Löwen im Herzen

Duderstadts schon hinter sich hat, kann man nur noch an den

alten Holzbalken im Inneren erkennen. Im August 2012 eröffnete

das traditionsreiche Hotel nach einer siebenmonatigen Renovierungsphase

und präsentiert sich seinen Gästen nun frisch saniert,

nur die denkmalgeschützte Fassade blieb unverändert. Die Sanierung

war dringend notwendig – 25 Jahre lag die letzte Modernisierung

zurück. Nicht nur das Mobiliar und die sonstige räumliche

Ausstattung wurden ausgetauscht: „Das Hotel wurde komplett

durchrenoviert, inklusive der technischen Ausstattung wie die

Lüftungstechnik oder auch Rohrleitungen“, so Franz-Josef Otto,

der seit dem Jahr 2000 zusammen mit seiner Frau Kerstin den

Löwen betreibt. Der erfahrene Hotelier betreibt neben dem Löwen

zudem das Hotel Graf Isang am Seeburger See und ist Eigentümer

des Hotels zum Kronprinzen in Fuhrbach. Insgesamt gehören vier

Häuser in der Markstraße dem Hotel zum Löwen an, so dass neben

53 Zimmern und sechs Apartments auch die Räumlichkeiten für

die Gastronomie, die Tagungsräume und den Wellnessbereich

großzügig gestaltet werden konnten. Auch viele Unternehmen

aus Göttingen oder dem Harz nutzen den Löwen in Duderstadt,

um ihre Gäste adäquat unterzubringen.

Das Konzept des Löwen beschreibt Franz-Josef Otto als „Drei-

Säulen-Modell“. Neben der Gastronomie und dem Wellness- und

Fitnessaspekt spielt auch die Kunst eine große Rolle im Hotel.

Hintergrund: Der Eigentümer des Löwen, Professor Hans Georg

Näder, ist nicht nur als Geschäftsführer der Ottobock Firmengruppe

bekannt, sondern auch für seine Kunst-Sammelleidenschaft. Allein

50 Fotografien Andy Warhols, die dem Künstler als Vorlage für

seine schrillen Portraits dienten, schmücken die Wände von Restaurant

und Kaminzimmer. Aber auch andere Künstler sind vertreten,

etwa eine Skulptur des berühmten deutschen Malers Neo Rauch.

Der Fotograf Götz Diergarten hat eigens für den Löwen Duderstadt

in malerisch-abstrakten Fotografien abgelichtet.

Die Kunst wird groß geschrieben im Löwen – allein 50 Fotografien

Andy Warhols schmücken die Wände.

Das Restaurant „Chez Otto“ ist von außen zugänglich und steht

somit nicht nur Hotelgästen offen. „Das Eichsfelder Mettwurstbrot

oder ein Schmandkuchen sind natürlich Pflicht auf der Speisekarte,

aber da wir auch internationale Gäste haben, bieten wir

neben regionalen Spezialitäten auch internationale Küche an“,

beschreibt Franz-Josef Otto die Küche des Chefkochs. Im Gewölbekeller

gibt es außerdem eine Mikrobrauerei. „Auf einem der Häuser

liegt ein Braurecht aus dem Jahr 1434, das wir jetzt nutzen“, so

Otto. Seit Mitte November können Gäste unter dem Namen „Heimatliebe“

Duderstädter Helles, Duderstädter Dunkel und Duderstädter

Weizen verköstigen.

Wer nach dem Schlemmen die sportliche Betätigung sucht,

kann sich im hoteleigenen Fitnessbereich auspowern oder Ausflüge

in das Eichsfeld unternehmen. Auch Duderstadt selbst mit seinem

mittelalterlichen Stadtbild, den Fachwerkhäusern und Baudenkmälern,

gehört zu einer der sehenswerten Städte im landschaftlich

und kulturell ansprechenden Eichsfeld.


VIII Land & Leute Eichsfeld Spezial regjo niedersachsen regjo niedersachsen Eichsfeld Spezial Land & Leute IX

Der Mittelpunkt Deutschlands

Während der deutschen Teilung verlief die innerdeutsche Grenze mitten durch das Eichsfeld. Die Bewohner

trotzten mit einem starken Zusammengehörigkeitsgefühl, das sie sich bis heute bewahrt haben, der Teilung.

Bild: HVE Eichsfeld Touristik e.V.


X Land & Leute Eichsfeld Spezial regjo niedersachsen regjo niedersachsen Eichsfeld Spezial Land & Leute XI

Das Grenzlandmuseum in Teistungen am ehemaligen Grenzübergang Duderstadt/Worbis erinnert seit der Eröffnung 1995 an die deutsche Teilung.

Das Museum bietet zudem Seminare, Workshops und Zeitzeugengespräche an oder veranstaltet Abendveranstaltungen.

Bild: Anders Seefeldt


XII Land & Leute Eichsfeld Spezial regjo niedersachsen

regjo niedersachsen Eichsfeld Spezial Land & Leute XIII

Text: Laura Vele

Niedersachsen

Hessen

Göttingen

Bad Sooden-

Allendorf

Eschwege

Der Papst war schon da, Angela Merkel auch und der Lyriker

Theodor Storm schrieb 1856 über die Region, er wisse nicht, ob

„er jemals von der zauberhaften Schönheit eines Erdfleckchens

so innerlichst berührt worden wäre“. Gemeint ist das Eichsfeld,

gelegen zwischen Harz und Werra, dessen historische Landschaft

sich auf rund 1.500 Quadratkilometern über die Bundesländer

Thüringen, Niedersachsen und Hessen erstreckt. Der größte Teil

des Eichsfeldes liegt im Landkreis Eichsfeld in Thüringen. Die

Unterteilung zwischen Unter- und Obereichsfeld wird oft vereinfacht

zwischen dem niedersächsischen und thüringischen

Teil getroffen, geht ursprünglich aber auf die geologischen Landschaftsformen

zurück.

Das Eichsfeld bietet mit dem Weser-Leine-Bergland, dem Thüringer

Becken und dem Osthessischen Bergland eine hohe landschaftliche

Vielfalt. Charakteristisch sind auch historische, vom

Fachwerk geprägte Städte wie zum Beispiel Duderstadt. Idyllisch

Herzberg

Bad Lauterberg

Mühlhausen

Untereichsfeld

Obereichsfeld

Thüringen

Das Eichsfeld erstreckt sich über die Bundesländer Thüringen, Niedersachsen und Hessen. Die heutige Landesgrenze zu Thüringen bildete zur DDR-

Zeit die innerdeutsche Grenze. Die historische Grenze zwischen Unter- und Obereichsfeld geht auf die geologischen Landschaftsformen zurück.

gelegene Dörfer zwischen Feldern und bewaldeten Hügeln – zweifellos

schön, aber kein Alleinstellungsmerkmal. Wirklich einzigartig

ist das Eichsfeld durch seine Einwohner. Der katholische Glaube

spielt eine große Rolle und ist tief verwurzelt im Eichsfeld. Die Religion

ist dabei das Bindeglied des Zusammengehörigkeitsgefühls

über die Ländergrenzen hinweg. Diese Prägung kommt von der

jahrhundertealten Stellung der Region als Exklave des Fürstbistums

Mainz, bis 1803 zählte das Eichsfeld zu Kurmainz. Zwei Diktaturen

konnten den Eichsfeldern ihren Glauben nicht austreiben. Während

der Zeit des Nationalsozialismus blieb das Gemeinde- und kirchliche

Leben relativ stabil. Auch zur Zeit der deutschen Trennung –

das Untereichsfeld war Bestandteil der Bundesrepublik während

der Großteil des Obereichsfelds zur DDR gehörte – sind die Eichsfelder

ihrem Glauben treu geblieben. Es war die größte Region in

der DDR mit einer mehrheitlich katholischen Bevölkerung. „Wir

haben in unserer ehemals durch die widernatürliche Grenze zer-

Bild: Stadt Duderstadt

Wolfgang Nolte,

geboren 1947 in Duderstadt

und seit 2001

Bürgermeister seiner

Geburtstadt, ist schon

lange vor seinem Bürgermeisteramt

in der

Stadtverwaltung tätig

gewesen. Von 1988 bis

2001 war er Stadtdirektor

von Duderstadt.

Welche Bedeutung hatte die

Deutsche Wiedervereinigung

für das Eichsfeld und für

Duderstadt?

Mit der Wiedervereinigung ist für

uns Eichsfelder ein Traum in Erfüllung

gegangen. Unsere Heimatregion

ist mit der Wiedervereinigung

endlich wieder in der Mitte Deutschlands

angekommen und wächst

seitdem wieder zusammen. Duderstadt

und das gesamte Eichsfeld

haben erheblich profitiert. Es gibt

aber andererseits noch immer große

Herausforderungen, etwa in den

Bereichen Wirtschaft und Verkehrsinfrastruktur.

Gemeinsam mit allen

Verantwortlichen, insbesondere

auf der Bundes- und Landesebene,

müssen wir diese wichtigen Themen

anpacken, um die Einheit hier in der

Region erfolgreich zu vollenden.

rissenen Region ganz besonders unter der Teilung gelitten“, so der

Duderstädter Bürgermeister Wolfgang Nolte. „Trotzdem haben wir

den Gedanken an die Einheit wach gehalten, sind aktiv dafür eingetreten

und haben auch dafür gebetet, zu einer Zeit, als nicht mehr

alle Menschen in Deutschland daran geglaubt haben.“

90.000 Menschen pilgerten 2011 zur Marienwallfahrtskapelle,

um bei der Ansprache Papst Benedikts XVI. dabei zu sein.

An die Zeit der deutschen Teilung erinnert heute das 1995 eröffnete

Grenzlandmuseum in Teistungen am ehemaligen Grenzübergang

Duderstadt/Worbis. Das Museum ist im ehemaligen DDR-Zollverwaltungsgebäude

untergebracht. Thematisiert werden auf etwa

1.100 Quadratmetern unter anderem die Geschichte der Grenze

und ihrer Sperranlagen, Aspekte des Lebens im Grenzgebiet oder

die Zwangsaussiedlungen aus dem Sperrgebiet. „Gleichzeitig ist es

auch ein lebendiges Museum“, so Ben Thustek, pädagogischer Leiter

des Grenzlandmuseums. „Pädagogen und Historiker versuchen

die deutsch-deutsche Geschichte den jungen Menschen nahe zu

bringen, was ganz gut gelingt. Schülergruppen aus der ganzen Bundesrepublik

und aus allen Schulformen kommen zu uns. Die Resonanz

ist aus unserer Sicht weitestgehend positiv.“ Andere Formate

wie zum Beispiel GeoCoaching auf dem innerdeutschen Grenzstreifen,

Filmmarathons oder Zeitzeugengespräche ergänzen die Ausstellung

und laden zum Mitmachen ein. 2013 konnte der einmillionste

Besucher begrüßt werden.

Wer außerdem zu einem starken Besucheransturm im Eichsfeld

führte, war Papst Benedikt XVI., der am 23. September 2011

nach Etzelsbach im Landkreis Eichsfeld kam. 90.000 Menschen pilgerten

damals zur Marienwallfahrtskapelle, um bei der Ansprache

des Papstes dabei zu sein. Im August wurde in der Nähe der Kapelle

der Grundstein für ein Informationszentrum gelegt. „Die Zeit der

Gibt es eine eigene kulturelle

Identität der Eichsfelder?

Die Eichsfelder sind ein ganz

besonderer Menschenschlag.

Bodenständig und heimatverbunden

und dabei weltoffen und gastfreundlich.

Das Eichsfeld hat seine

eigene, besondere Seele. Und so,

wie die Landschaften die Menschen

prägen, die sie bewohnen, haben

auch die Eichsfelder ihren eigenen,

unverwechselbaren Charakter.

Wie geht die Stadt Duderstadt

mit dem demografischen Wandel

um, um das Eichsfeld für junge

Menschen, Familien und Unternehmen

als attraktiven Lebensraum

zu gestalten?

Der demografische Wandel ist auch

für uns eine der größten Zukunftsaufgaben

überhaupt. Gemeinsam

mit unseren Partnern stellen wir

uns dieser Herausforderung bereits

seit einigen Jahren mit einer Vielzahl

von Initiativen und Projekten.

Lassen Sie mich beispielhaft dazu

den Ausbau der Kinderbetreuung

in unseren Krippen, Kindergärten

und Grundschulen, aber auch die

Weiterentwicklung der Tagespflegeangebote

für Senioren und nicht

zuletzt die Umgestaltung zu einer

barrierefreien Stadt ansprechen.

Künftig muss es noch intensiver

darum gehen, die zentralen Bereiche

Leben, Wohnen und Arbeiten

in unserer Stadt mit ihren Dörfern

bestmöglich miteinander zu verbinden

und dabei gleichzeitig noch kinderfreundlicher

und generationengerechter

zu werden.

Die Bahnstrecke Leinefelde-

Wulften wird nicht reaktiviert.

Wie wichtig ist der Ausbau des

öffentlichen Personennahverkehrs

für Duderstadt und wo

sehen Sie Handlungsbedarf?

Gleichzeitig zur vollständigen

Anbindung an Göttingen und die

überregionalen Verkehrsadern wie

die A7 und die A38 muss es um

einen bedarfsorientierten Ausbau

des ÖPNV gehen. Duderstadt

braucht mit seinen Dörfern maßgeschneiderte

Mobilitätsangebote für

alle Teile der Bevölkerung, Arbeitnehmer,

Familien und Senioren.

Einige Schritte sind bereits gesetzt,

es ist aber noch viel zu tun. Und zur

Infrastruktur gehören natürlich auch

durchgängige Radwege und ein

Top-Breitbandangebot.

Zugehörigkeit des Eichsfelds als eine Exklave des Fürstbistums

Mainz über 700 Jahrhunderte zeigt sich im gelebten Glauben und

in der Kultur der Region bis in die heutige Zeit“, so Hans-Georg

Kracht, Geschäftsführer des HVE Eichsfeld Tourismus e.V. „Hier

sind besonders die zahlreichen Wallfahrten, der Pilgerweg „Loccum-Volkenroda“

und der „Jakobusweg“ zu nennen.“ Der Besuch

des Papstes hat das Eichsfeld weltweit bekannt gemacht. Seit dem

hohen Besuch aus dem Vatikan kommen rund 40.000 Gäste jährlich

in den Wallfahrtsort. Im zukünftigen Informationszentrum soll

den Gästen auch die Region Eichsfeld schmackhaft gemacht und

weitere Ausflugsziele dargeboten werden.

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die alten

Fachwerkstädte locken auch ausländische Gäste.

Tourismus spielt im Eichsfeld eine große Rolle und wird intensiv

forciert. Hans-Georg Kracht kommt ins Schwärmen, wenn er von

den vielen touristischen Highlights im Eichsfeld erzählt: „Wir haben

hier im Eichsfeld die wunderschönen Städte Heilbad Heiligenstadt,

Duderstadt, Dingelstädt und Leinefelde-Worbis in einer einmaligen

und vielfältigen Kulturlandschaft mit zahlreichen schmucken

Dörfern. Sehr gute Unterkünfte, auch hochklassige Hotellerieangebote,

mit zahlreichen Freizeitmöglichkeiten laden zum Besuch der

aufstrebenden Urlaubsregion ein.“ Neben einzigartigen Naturerlebnissen

im Naturpark „Eichsfeld-Hainich-Werratal“, bei der Heinz-

Sielmann-Stiftung, im einmaligen „Alternativen Bärenpark“, am

Seeburger See, an der Rhumequelle und auf der Teufelskanzel laden

die Museen in Duderstadt und Heilbad Heiligenstadt, das Europäische

Brotmuseum mit der Wilhelm Busch Mühle in Ebergötzen,

das Stockmachermuseum in Lindewerra sowie die Grenzmuseen in

Teistungen und Schifflersgrund zum Besuch ein. Ein umfangreiches

Wanderwege- und Radwanderwegenetz erschließt die Region.


Wochenmarkt

Bild: HVE Eichsfeld Touristik e.V.

Montag, 14.00 - 18.00 Uhr

Bauernmarkt Hannover,

Ernst-August Platz (am Bahnhof)

Dienstag, 08.00 - 13.00 Uhr

Wochenmarkt Osterode am Harz

Original Eichsfelder

Wurstwaren

...direkt vom

Bauernhof!

Eichsfelder Wurstwaren | Landwirt & Tierwirtschaftsmstr.

Giesbert Bömeke

Nathestraße 4 | OT Nesselröden | 37115 Duderstadt

Tel.: 0 55 27 - 32 42 | Fax: 0 55 27 - 8 41 97 00

service@eichsfelder-wurst.de | www.eichsfelder-wurst.de

Freitag, 08.00 - 12.00 Uhr

Wochenmarkt

Bad Lauterberg im Harz

Freitag, 14.00 - 18.00 Uhr

Bauernmarkt Hannover,

Ernst-August Platz (am Bahnhof)

Freitag, 14.00 - 18.00 Uhr

Bauernmarkt Bothfeld

(bei Hannover)

Samstag, 08.00 - 12.00 Uhr

Wochenmarkt Herzberg im Harz

Samstag, 09.00 - 13.00 Uhr

Bauernmarkt Hannover,

am Zoo (Schackstr.)

Das Eichsfeld (er)leben…

Das Urlaubsgebiet in der Mitte Deutschlands mit

ausgedehnten Wander- und Radwanderwegen, den Fachwerkstädten

Dingelstädt, Duderstadt, Heilbad Heiligenstadt, Worbis,

dem modernen Leinefelde und idyllischen Dörfern, prachtvollen

Burgen, Burgruinen, Klöstern und zahlreichen Wallfahrtsstätten,

dem Grenzlandmuseum Eichsfeld, dem Grenzmuseum

Schifflersgrund, der Heinz Sielmann Stiftung, dem Naturpark

Eichsfeld-Hainich-Werratal und dem „Grünen Band“ entlang

der ehemaligen innerdeutschen Grenze und vielfältigen

Naturerlebnissen sowie einer schmackhaften Küche mit lokalen

kulinarischen Spezialitäten…

HVE Eichsfeld Touristik e. V. • Rossmarkt 3 • 37339 Worbis

Tel. 0 36 074 - 62 16 50 • info@eichsfeld.de • www.eichsfeld.de

„Ein Erlebnis ist die Fahrt mit der Fahrraddraisine auf einer

der schönsten Eisenbahnstrecken Deutschlands bei Lengenfeld

unterm Stein. Weithin sichtbar krönen der Hülfensberg,

die Burgruine Hanstein sowie die Burgen Scharfenstein und

Bodenstein diese traumhafte Landschaft“, so Kracht. Auch

Thomas Spielmann, Bürgermeister von Heiligenstadt, betont

die Wichtigkeit des Kur- und Tourismussektors als wesentlichen

Bestandteil der Wirtschaftsstruktur: „Auf Grund des Ausbaus

unserer Stadt als Kur- und Fremdenverkehrsstandort hat

sie sich in den vergangenen Jahren weiter positiv entwickelt.

Wir verzeichnen kontinuierliche Steigerungen im Bereich der

Übernachtungsgäste, seien es Gesundheits- oder Hotelurlauber,

Tagungsgäste oder Tagestouristen.“ Die meisten Gäste kommen

aus den benachbarten Bundesländern ins Eichsfeld. Verstärkt

sind aber auch Niederländer, Amerikaner und Japaner zu

Besuch, die sich insbesondere für die historischen Fachwerkstädte

interessieren. Wer als Tourist ins Eichsfeld kommt, wird

auch bald die heimische Küche, die überregional bekannt ist,

zu schätzen wissen. Auf ihre kulinarischen Spezialitäten sind

die Eichsfelder besonders stolz, zum Beispiel auf die Wurstspezialitäten

„Feldgieker“ oder „Stracke“ oder den Schmandkuchen.

Das Besondere bei den Wurstspezialitäten ist die direkte

Verarbeitung des Fleisches nach der Schlachtung, die sogenannte

Warmschlachtung. Zusatzstoffe wie Stabilisatoren oder

Geschmacksverstärker werden bei der traditionellen Warmschlachtung

nicht eingesetzt.

„Die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur ist von herausragender

Bedeutung.“ Wolfgang Nolte.

Als strukturschwache Region ist das Eichsfeld besonders mit

den Auswirkungen des demografischen Wandels konfrontiert.

Die Wirtschaftsstruktur im Eichsfeld ist überwiegend mittelständisch

ausgerichtet. Mit der Schließung der Kaligrube in

Bischofferode gingen Anfang der 90er-Jahre viele Arbeitsplätze

verloren. Viele Einwohner zieht es in größere Städte. So hatte

Oben links: Das Rathaus von Bad Heiligenstadt. Auch dort

in der Stadt entwickeln sich die Gästezahlen positiv. Rechts

oben: Ottobock hat weltweit rund 5.000 Mitarbeiter, 1.000

davon in Duderstadt. Rechts unten: In der Nähe der Kapelle

Etzelsbach entsteht ein Informationszentrum.

Bild: Ottobock

Bild: HVE Eichsfeld Touristik e.V.


XVI Land & Leute Eichsfeld Spezial regjo niedersachsen regjo niedersachsen Eichsfeld Spezial Land & Leute XVII

Bild: Thomas Rosenthal/GLM

Bilder: HVE Eichsfeld Touristik e.V. (2)

1

Bild: Thomas Rosenthal/GLM

Bild: HVE Eichsfeld Touristik e.V.

Das Eichsfeld ist überregional für seine kulinarischen Spezialitäten

bekannt. Links: Den Eichsfelder Schnittkäse gibt es

in vielen verschiedenen Sorten je nach Geschmack. Rechts:

Eichsfelder Mettwurst, bekannt unter dem Namen „Feldgieker“.

2 3

4 5

Bild: HVE Eichsfeld Touristik e.V.

1 und 2 Das Grenzlandmuseum in Teistungen leistet wertvolle Erinnerungsarbeit. 3 Die Wilhelm-Busch-Mühle in Ebergötzen. 4 Die Burg Hanstein

bei Bornhagen ist eine der größten Burgruinen Mitteldeutschlands. 5 Das Brotmuseum Ebergötzen zeigt die Ausstellung „Vom Korn zum Brot“.

Bild: HVE Eichsfeld Touristik e.V.

Duderstadt, im Untereichsfeld, 2010 etwa 21.800 Einwohner, 2030

werden es nur noch 17.500 sein. Um etwa die Einwohnerzahl, die

Duderstadt verloren geht, wird das rund 30 Kilometer entfernte

Göttingen in der gleichen Zeit wachsen. Und auch der Landkreis

Eichsfeld verliert an Einwohnern. Duderstadts Bürgermeister Wolfgang

Nolte bringt es auf den Punkt: „Der demographische Wandel

ist auch für Duderstadt eine der größten Zukunftsaufgaben überhaupt.

Wir stellen uns dieser Herausforderung bereits seit einigen

Jahren mit einer Vielzahl von Initiativen und Projekten. Beispiele

dafür sind der Ausbau der Kinderbetreuung in unseren Krippen,

Kindergärten und Grundschulen, aber auch die Weiterentwicklung

der Tagespflegeangebote für Senioren und nicht zuletzt die

Umgestaltung zu einer barrierefreien Stadt.“ Da es zwischen Göttingen

und Duderstadt viele Pendler gibt, ist eine gute Verkehrsinfrastruktur

wichtig, um das Eichsfeld als attraktiven Lebensraum

zu bewerben. Dort sieht auch Wolfgang Nolte Handlungsbedarf:

„Die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur ist insgesamt von herausragender

Bedeutung für Duderstadt und das Eichsfeld. Die vollständige

und lückenlose Anbindung an das Oberzentrum Göttingen

und die wichtigen überregionalen Verkehrsadern, wie die A7 und

die A38, und an das Netz der Bahn mit der Realisierung der dafür

notwendigen Ortsumgehungen sind für uns überlebenswichtig.“

Beispielhaft ist auch das Projekt „Duderstadt2020“, eine 2009

gegründete Stadtentwicklungsinitiative für den Raum Duderstadt.

Bis 2012 war die Initiative ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt

der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst

(HAWK) an den Standorten Göttingen und Holzminden, initiiert

vom Unternehmer und Mäzen Professor Hans Georg Näder. Der

Geschäftsführer des Familienunternehmens Otto Bock Health-

Care GmbH, das weltweit über 5.000 und in Duderstadt über 1.000

Beschäftigte hat, gab den Auftrag, ein attraktives Lebensumfeld

zu schaffen, sowohl für Unternehmen als auch für Gäste und Einwohner.

Seit 2012 ist das Projekt in die Duderstadt 2020 GmbH &

Co. KG übergegangen, Personal aus der Region wurde stärker miteingebunden.

„Im Prinzip setzt sich unsere Arbeit aus zwei Säulen

zusammen“, beschreibt Geschäftsführer Sebastian Tränkner die

Initiative. „Wir sind eine Plattform für Vernetzung und den Dialog.

Wir gehen auf die Menschen zu, fragen sie, was sie beschäftigt

und bilden Arbeitsgruppen oder bieten Workshops an. Zudem sind

wir als lokale Entwicklungsagentur tätig und versuchen aus den

Themen, die wir bearbeiten, Geschäftsfelder zu entwickeln.“ Der

von Duderstadt2020 konzipierte „Kinderrätselstadtführer“, eine Art

Schnitzeljagd für Kinder im Grundschulalter, ist im Sommer 2013

gestartet und wird sehr gut angenommen. Anhand der Sehenswürdigkeiten

werden Themen wie die Stadtgeschichte Duderstadts spielerisch

den Kindern vermittelt. Damit wird schon früh die Verbindung

zum Heimatort und Lebensraum gestärkt.

„Duderstadt2020 ist bisher einzigartig im Bundesgebiet“, so

Tränkner. „Verschiedene Städte sind aber an unseren Erfahrungen

interessiert, zum Beispiel wie wir den Prozess vor dem Hintergrund

des demografischen Wandels gestalten.“ Mit solchen kreativen

Ideen und Initiativen stellt sich das Eichsfeld nicht nur als

eine vielfältige Urlaubsregion dar, sondern auch als ein attraktiver

Lebens- und Arbeitsraum.


90 Magazin Eichsfeld Spezial regjo niedersachsen

regjo hannover sport 91

b a n k

w ü r s t e

K a n z l e i

Über 160 Jahre

Die Sparkasse Duderstadt ist seit mehr als

160 Jahren im Untereichsfeld zuhause.

Die beste Stracke

Auf dem Wehn‘schen Hof wird Mettwurst

noch nach alter Tradition hergestellt.

Überzeugend

Fachanwalt für Familienrecht Egbert Hundeshagen

ist dem Eichsfeld eng verbunden.

Gemeinsam mit der Sparkassenstiftung

Untereichsfeld und den Sparkassen Verbundunternehmen

trägt die Sparkasse

Duderstadt aktiv dazu bei, die Entwicklung

des Untereichsfelds mitzugestalten. Ihr Ziel

ist einfach: Sie möchte Vergangenes bewahren,

Gegenwärtiges fördern und Zukünftiges

ermöglichen. Das Engagement ist dabei

äußerst vielfältig: Sie fördert Kultur, Bildung

und Ausbildung, Sport, Umweltschutz

und Soziales.

Ihr Wissen im Bereich Finanzen teilt

die Sparkasse nicht nur in der Kundenberatung,

sondern auch über Veranstaltungen

und Planspiele mit jungen und alten

Menschen und unterstützt Einrichtungen

der Wissenschaft und Forschung. Über die

Sparkassenstiftung Untereichsfeld ist die

Sparkasse besonders um den Erhalt und die

Vermittlung regional-kultureller sowie historischer

Werte bemüht, wobei es ihr wichtig

ist, dies auch der nachkommenden Generation

zu vermitteln. Doch nicht nur die Menschen

in der Region an sich profitieren. Die

Sparkasse ist als einer der größten Finanzdienstleister

gerade im Bereich der Wirtschaftsförderung

ständig bemüht, diese

Region zu unterstützen und nachhaltig in

ihrer Wirtschaftskraft zu stärken. VS

Die beste Eichsfelder Stracke kommt –

vom Wehn’schen Hof in Nesselröden, der

seit Generationen von der Familie Bömeke

bewirtschaftet wird. Auf dem diesjährigen

6. Eichsfelder Wurstmarkt in Duderstadt

wurde die originale Eichsfelder Stracke der

Bömekes zum wiederholten Male als beste

Stracke ausgezeichnet. Das Geheimrezept

hat sozusagen viele Zutaten. Fast alle Produkte

des Hofes werden nach alten Originalrezepten

hergestellt. Das heißt, auch

heute noch wird auf den Einsatz von Bindemitteln

oder „Schnellstartern” bei der

Mettwurstproduktion verzichtet. Stattdessen

hängen die Original Eichsfelder Mettwürste

mehrere Monate in den Reiferäumen,

wo sie ihren einzigartigen Geschmack

erhalten. Seit 2002 wird auch direkt auf

dem Hof geschlachtet, inzwischen ist jeder

Mittwoch Schlachttag. Das bedeutet weniger

Stresshormone im Tier und das Fleisch

kann warm verarbeitet werden, wie es traditionell

im Eichsfeld üblich ist. Die Tiere

des Hofes, selbstgezogene Milchkühe und

Schweine, werden so artgerecht wie möglich

gehalten, die Tiere bekommen fast ausschließlich

Futter aus eigener Ernte. VS

www.eichsfelder-wurst.de

Bereits seit 1979 ist Rechtsanwalt und

Notar Egbert Hundeshagen für seine Mandanten

im Eichsfeld in Gieboldehausen

vor Ort. Überzeugende Argumente für

seine Mandanten kann er nicht nur durch

seine Erfahrung sondern vor allem durch

aktuelles Fachwissen vorbringen. „Um die

bestmögliche Rechtsberatung auf allen

Gebieten gewährleisten zu können, sind

regelmäßige Fortbildungen unumgänglich“,

so Egbert Hundeshagen. Wer stets

einen Überblick über die aktuelle Rechtsprechung

hat, verschafft dadurch nicht

nur sich selbst, sondern vor allem auch seinen

Mandanten einen oftmals entscheinden

Vorteil in allen Rechtsfragen.

Als Fachanwalt für Familienrecht

nimmt Rechtsanwalt und Notar Hundeshagen

allein für dieses Gebiet jährlich an Fortbildungen

und Seminaren teil. Dies kommt

nicht nur den eigenen Mandanten zu Gute,

sondern bei einvernehmlichen Scheidungen

oder Problemen allen Parteien. Da man

als Fachanwalt durch die Wahrnehmung

ständiger Fortbildungskurse sein spezialisiertes

Fachwissen der Rechtsanwaltskammer

nachweisen muss, ist für die zu

beratenen Parteien stets gesichert, dass die

fachliche Beratungsqualität stimmt. VS

Bilder: Sparkasse Duderstadt, Fleischerei Bömeke, Roberto Hegeler


egjo niedersachsen Politik 93

Berlin

Brüssel

In Bewegung bleiben

Niedersachsen

abroad

Voll durchstarten können, das Leben genießen, unabhängig

sein – unser Ziel ist es, die Lebensqualität von Menschen mit

eingeschränkter Bewegungsfreiheit zu verbessern.

Niedersächsische Politik spielt sich nicht nur in

Hannover ab. Auch in Berlin, in Brüssel und der

südafrikanischen Provinz Eastern Cape hat das

Land Vertretungen und Repräsentanzen, die sich

um Landesangelegenheiten kümmern.

Dafür arbeiten weltweit über 5500 Mitarbeiter an innovativen

Produkten aus den Bereichen der Prothetik, Orthetik, Mobility

Solutions, Neuro rehabilitation und MedicalCare.

Erfahren Sie mehr auf www.ottobock-group.com

© Ottobock · OK3441-DE-01-1310

Provinz Eastern Cape

Text: Sven Grünewald

Niedersächsische Global Player sind ihrem Namen entsprechend

in aller Welt tätig. Dasselbe kann man (fast) auch

vom Land Niedersachsen sagen. Denn wichtige Politik wird

auch jenseits der Landesgrenzen gemacht, sei es in Berlin,

in Brüssel oder – man höre und staune, in Südafrika.


94 Politik regjo niedersachsen regjo niedersachsen Politik 95

BERLIN

Die niedersächsische

Landesvertretung

in Berlin. Das

Gebäude „In den

Ministergärten“ teilt

man sich mit der

Landesvertretung

Schleswig-Holsteins.

Die größte niedersächsische Landesvertretung steht

in Berlin. In der Straße „In den Ministergärten“, auf

halbem Weg zwischen Potsdamer Platz und Brandenburger

Tor, wurde 2001 ihr neues Gebäude

eingeweiht – welches man sich allerdings mit der

Landesvertretung Schleswig-Holsteins teilt. Eine

Landesvertretung an sich gibt es jedoch schon fast

so lange, wie es die Bundesländer selbst gibt.

Derzeit arbeiten für die Niedersachsen 38 Mitarbeiter

und zwei Auszubildende in Berlin – im Vergleich

zu anderen Bundesländern eine eher mittelgroße

Vertretung. Der große Stellenwert der

Landesvertretung zeigt sich daran, dass sie organisatorisch

eine eigene Abteilung der Staatskanzlei darstellt

und von einem Staatsekretär geleitet wird. Die

wesentliche Aufgabe der Landesvertretung ist die

Mitwirkung an der Gesetzgebung des Bundes über

den Bundesrat: Die Beschlüsse im Plenum des Bundesrats

werden in Ausschüssen vorbereitet. In diesen

arbeiten in der Regel die Referenten vor Ort, wobei

sie in enger Abstimmung mit ihren Heimatministerien

stehen – die auch zusätzlich Vertreter für die Sitzung

entsenden können. Abstimmen darf in den Ausschüssen

jedes Land allerdings nur mit einer Stimme,

während es im Plenum des Bundesrates eine Gewichtung

nach Bevölkerungszahl gibt. Nordrhein-Westfalen,

Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen

haben dort je sechs Stimmen; kleine Länder wie

Bremen oder das Saarland haben nur drei. Insgesamt

hat der Bundesrat 69 Stimmberechtigte. Bei der Beratung

und Beschlussfassung über die Bundesgesetze

steht die Interessenslage eines jedes Landes im Vor-

Bild: Landesvertretung Niedersachsen

dergrund – parteipolitische Unterschiede sind deshalb

im Bundesrat manchmal nur schwer auszumachen.

Neben dieser direkten Mitwirkung am Gesetzgebungsprozess

hat die Landesvertretung die Aufgabe,

das Land angemessen zu repräsentieren: Niedersachsen

ist mit Kongressen und Podiumsdiskussionen präsent,

mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und Vorträgen.

Wichtige Unternehmen des Landes präsentieren

sich und knüpfen Kontakte zu Politikern, Behörden,

Botschaftsvertretern und Organisationen. Darüber

hinaus führt die Landesvertretung Führungen und

Empfänge für Besuchergruppen aller Art durch. Als

Repräsentanten und Lobbyisten für ganz Niedersachsen

pflegen die Mitarbeiter intensive Kontakte zu den

Institutionen des Bundes und Europas, zu Ministerien,

Kommissionen, Parlamenten oder Verbänden.

BRÜSSEL

Flagge zeigen in „Europas Hauptstadt“ – die niedersächsische

Landesvertretung in Brüssel.

Südafrika

Bild: Heddrich/Bild@hdmh.eu

Während die Arbeit in Berlin ihren

Schwerpunkt auf der direkten Mitwirkung

am Gesetzgebungsprozess hat, arbeitet die

Landesvertretung in Brüssel weitgehend

auf informeller Ebene. Man versteht sich

schwerpunktmäßig als Interessenvertreter

für europabezogene Anliegen des Landes.

20 Mitarbeiter arbeiten seit 2002 in der

Rue Montoyer 61 in Brüssel, die Landesvertretung

an sich gibt es aber schon seit

1987. Und auch in Brüssel teilt man sich das

Gebäude mit Kollegen – den zwei Regionsvertreterinnen

der Haute-Normandie. Und

noch andere Repräsentanzen hat man im

Haus: Die Deutsche Messe AG, die Salzgitter

AG und die Unternehmerverbände Niedersachsen

sind ebenfalls mit Mitarbeitern

vor Ort. Ein Sinnbild für die gute Zusammenarbeit,

auf die es in Brüssel ankommt.

Während die formelle Beteiligung

Niedersachsens am Gesetzgebungsprozess

über den Bundesrat in Berlin nach Brüssel

läuft, agiert die Landesvertretung vor Ort

über informelle Netzwerke und das klassische

Klinkenputzen. Jahrelange praktische

Erfahrung in der Arbeit mit den EU-

Institutionen und ein guter persönlicher

Draht zu den EU-Beamten und Parlamentariern

sind hier eindeutig von Vorteil. Es

geht vorrangig darum, sich in den europäischen

Meinungsbildungsprozess einzuschalten

und der Stimme des Landes quasi

durch die Hintertür Gehör zu verschaffen.

Das heißt, es werden etwa durch die Referenten

vor Ort oder durch Ministeriumsvertreter

aus Hannover direkte Gespräche

mit Entscheidungsträgern aus Europäischer

Kommission, Parlament oder Ministerrat

geführt. So haben sich in den letzten Jahren

zum Beispiel auch alle Ministerpräsidenten

immer wieder für den Erhalt des

VW-Gesetzes eingesetzt. Entsprechend

häufig ist hoher Besuch aus der Landeshauptstadt

zu Gast in Brüssel – zu bilateralen

Gesprächen, aber auch auf öffentlichen

Podiumsdiskussionen oder vertraulichen

Gesprächsrunden, die von der Landesvertretung

organisiert werden. In umgekehrte

Richtung, nach Hannover, versteht man

sich als „Frühwarnsystem“. Geschätzte 60

bis 70% der Rechtsetzung in Deutschland

gehen auf Brüsseler Entscheidungen zurück

– entsprechend wichtig ist die Beobachtung

aller wichtigen Gesetzgebungsverfahren

und Politikbereiche. Die Landesvertretung

informiert die Landesregierung und

ihre Dienststellen über relevante Brüsseler

Entwicklungen und liefert eine erste Einschätzung

ab. Zum Beispiel werden die Diskussionen

um die neue EU-Fördermittelperiode

von 2014 bis 2020 oder die künftige

Klima- und Energiepolitik genau beobachtet.

Und natürlich gibt es auch festliche

Anlässe – im Februar etwa das traditionelle

Grünkohlessen, zu dem der Ministerpräsident

300 bis 400 hochrangige Brüsseler

Gäste in die Landesvertretung einlädt. Die

typisch niedersächsische Küchenkultur liefert

eine zwanglose Atmosphäre zum Kontakteknüpfen

– wichtig für das Networking.

Einfach ist die Arbeit der Landesvertretung

nicht – über 300 regionale Vertretungen

aus der gesamten EU sind in „Europas

Hauptstadt“ präsent. Ein vielstimmiger

Chor, in dem es eine besondere Herausforderung

ist, sich Gehör zu verschaffen,

indem man irgendwie „anders“ ist. Wobei

es die deutschen Landesvertretungen, die

auch untereinander gut zusammenarbeiten,

deutlich leichter haben als etwa ihre

französischen Pendants: Da die Bundesländer

für den innerdeutschen Gesetzgebungsprozess

– anders als im zentralistischen

Frankreich – eine große Rolle spielen, wird

durchaus auf Länderanliegen Rücksicht

genommen, was einen leichteren Zugang

zu den EU-Entscheidungsträgern mit sich

bringt. Mit Birgit Honé wurde nach zehn

Jahren wieder eine für Europa verantwortliche

Staatssekretärin in die Landesregierung

berufen. Diese Aufwertung des

Europabereichs wird bei den Brüsseler Entscheidungsträgern

deutlich wahrgenommen.

Sie verleiht den niedersächsischen

Anliegen, für die sich Honé auch als Mitglied

im EU-Organ „Ausschuß der Regionen“

vor Ort in Brüssel einsetzt, zusätzliches

Gewicht.

Fast 20 Jahre enge Partnerschaft: Über die Repräsentanz werden zahlreiche

Projekte koordiniert wie etwa im Bereich Sport.

Die dritte Landesrepräsentanz ist gleichzeitig

auch die kleinstmögliche: das ein-

Mann-Büro in der Provinz Eastern Cape,

Südafrika. Dass es das Büro überhaupt

gibt, liegt an der langen und engen Partnerschaft

zwischen dem Land Niedersachsen

und Südafrika. Nach dem Ende der

Apartheid wurde 1995 eine Partnerschaft

mit der Provinz Eastern Cape (EC) in Südafrika

begonnen, die ein wichtiger Baustein

der Internationalisierung des Landes

im Sinne der Gestaltung einer zukunftsfähigen

Eine-Welt-Politik ist. Die Landesregierung

möchte die Kooperation mit EC

fördern und weiterentwickeln, um das

gegenseitige Verständnis für andere Kulturen

zu stärken. Dabei sollen Entwicklungs-,

Klima- und gesellschaftliche Themen

im Vordergrund stehen. Priorität

haben Austauschprogramme, Freiwilligendienste

sowie die Zusammenarbeit mit

Schulen und Hochschulen.

Ein Schwerpunkt der Partnerschaft

liegt im Bereich des Sports. 2013 fanden

unter Federführung des LandesSportBundes

Niedersachsen vierzehn Austauschprojekte

in den Sportarten Basketball,

Boxen, Fußball, Handball, Kanu, Lebensrettung

(DLRG), Leichtathletik und Triathlon

sowie im Bereich Sportmanagement

statt. Darüber hinaus wird jährlich

ein Jugendaustausch durch die Sportjugend

Niedersachsen organisiert. Besonders

erfolgreich ist auch das sogenannte

„weltwärts-Programm“. Hierbei entsendet

der ASC Göttingen in Zusammenarbeit

mit dem LandesSportBund Niedersachsen

und dem Ministerium

für Inneres und Sport

junge Freiwillige, die

in Townshipschulen,

Kinderheimen und

Waisenhäusern Sportunterricht

sowie weitere

Sportaktivitäten

anbieten. Dadurch

wird das Leben der

circa 15.000 Kinder,

die durch das Programm

miteinander in Berührung kommen,

nachhaltig positiv verändert und

strukturiert. Ab August wurde die Anzahl

der Freiwilligen auf 32 erhöht. Jenseits der

Sportkooperation gibt es zahlreiche weitere

Projekte in den folgenden Feldern:

Berufliche Bildung, Erneuerbare Energien,

Hochschulkooperationen, Kultur/Jugendaustausch,

Landwirtschaft, Polizeizusammenarbeit,

Wirtschaft/Außenhandel sowie

eine Städtepartnerschaft der Stadt Oldenburg

mit der Buffalo City Municipality.

Seitens der Regierung des Eastern

Capes, der Provinzverwaltung und der

beteiligten Institutionen wird die Partnerschaft

mit dem Land Niedersachsen

häufig als Musterbeispiel einer regionalen

Partnerschaft bezeichnet, da diese Partnerschaft

durch den regelmäßigen gegenseitigen

Besuch auf politischer Ebene, den

Austausch von Experten sowie Sport- und

Jugenddelegationen und der erfolgreichen

Durchführung von konkreten Projekten

gekennzeichnet ist. Lars Koenig, der

Repräsentant vor Ort, kümmert sich um

die Koordinierung und Umsetzung der

Projekte der Partnerschaft: „Meine Aufgabe

ist es, die bestehenden Projekte zwischen

Niedersachsen und dem Eastern

Cape zu koordinieren und mit den niedersächsischen

Ministerien beziehungsweise

den Kooperationspartnern und

den hiesigen Departments abzustimmen,

neue Kooperationsfelder zu eruieren,

Delegationsbesuche auf politischer

und auf Fachebene inhaltlich und organisatorisch

vorzubereiten und sie hier

vor Ort zu betreuen.“ Gleichzeitig ist der

Repräsentant Ansprechpartner für die hiesige

politische Ebene, pflegt engen Kontakt

zur Deutschen Botschaft, der Gesellschaft

für Internationale Zusammenarbeit

und deutschen Firmen. Ferner fungiert er

auch als Ansprechpartner für die niedersächsische

Wirtschaft – wenn niedersächsische

Firmen nach Investitionsfeldern

oder Geschäftspartnern in Südafrika oder

im Eastern Cape suchen, werden die Kontakte

zusammen mit der Außenhandelskammer

in Pretoria vermittelt.

Bild: ASC Göttingen


96 römer regjo niedersachsen regjo niedersachsen Römer 97

Schlachtenlärm in Museumshallen

Im Braunschweigischen Landesmuseum lässt sich derzeit die große Landesausstellung zur Römerschlacht am

Harzhorn besichtigen: Einzigartige Funde geben dem Römer-Germanen-Konflikt ein beeindruckendes Gesicht.

Bild: Anders Seefeldt


98 römer regjo niedersachsen regjo niedersachsen Römer 99

Bild: Anders Seefeldt

Hier fand Kaiser Maximinus Thrax sein „Ende“: 238 nach Christus belagerte er, im Machtkampf mit dem römischen Senat, die Stadt Aquileia.

Während dieser Zeit wurde er von seinen eigenen Truppen ermordet. Der Votivaltar von Aquileia (Mitte) dankt den Göttern für das Ende der Belagerung.

Text: Sven Grünewald

Dass die Relikte der Schlacht am Harzhorn gefunden

und damit die große Ausstellung überhaupt erst möglich

wurde, verdankt sich einem Zufall. 2008 legte Winfried

Schütte, ein „Hobby-Sondengänger“, der Northeimer

Landkreisarchäologin Petra Lönne römische Artefakte

auf den Schreibtisch. Entdeckt haben wollte er sie praktisch

gleich um die Ecke auf einem bewaldeten Hügelkamm.

Weitere Sondenbegehungen, die bis heute andauern,

machten die Sensation perfekt: In den Folgejahren

schälte sich unter strenger Geheimhaltung ein seltener

Fund aus dem seit Jahrtausenden unberührten Waldboden

– ein römisch-germanisches Schlachtfeld.

Jetzt, fünf Jahre später, wurde im Braunschweigischen

Landesmuseum die Ausstellung zur Schlacht

eröffnet. „Roms vergessener Feldzug – die Schlacht am

Harzhorn“ widmet sich einem Kapitel der römisch-germanischen

Konflikte, welches in der Geschichtswissenschaft

eigentlich nicht für möglich gehalten wurde. Daher ist der

Titel auch sehr treffend gewählt – niemand konnte sich

vorstellen, dass im 3. Jahrhundert die Römer noch so tief

in Germanien militärisch operierten, die antiken Schriftquellen

hielt man für unglaubwürdig. Doch die archäologischen

Funde sprechen für sich: Am Harzhorn vorbei

zog eine größere römische Armee Richtung Süden, durch

Münzfunde und viele weitere Artefakte lässt sich der Feldzug

mit dem des ersten Soldatenkaisers Maximinus Thrax

in Verbindung bringen, der um das Jahr 235/236 nach

Christus herum zu einer Strafexpedition ins Barbaricum

aufbrach, nach heftigen Kämpfen siegreich zurückkehrte

und sich als großer Germanenbezwinger feiern ließ. Als

Feldzugsroute nimmt man heute an, dass er vom heutigen

Mainz aus bis etwa zum alten Römerlager bei Hedemünden

in Südniedersachsen gezogen ist, nach Osten

schwenkte, durch die Altmark am Ostrand des Harzes

entlang nach Norden zog, die Elbe erreichte und dann

durch die Gegend von Braunschweig wieder Richtung

Mainz zurückmarschierte. Auf diesem Rückmarsch, so

die derzeit aktuelle Interpretation der Funde vom Harzhorn,

wurde der Tross der langgezogenen Marschkolonne

von den Germanen in guerillaartigen Angriffen überfallen

und geplündert, ohne dass es indes zu einer großen

Feldschlacht kam.

Die Ausstellung stellt diesen aktuellen Stand dar und

ist gleichzeitig „nur“ eine Momentaufnahme – denn die

Ausgrabungen gehen weiter. Dass auch noch die aktuellsten

Funde Berücksichtigung fanden, zeigen Kettenhemd-


100 römer regjo niedersachsen regjo niedersachsen Römer 101

Buchvorstellungen:

Pöppelmann, Heike et al.,

„Roms vergessener Feldzug.

Die Schlacht am Harzhorn.“

Theiss Verlag 2013, ISBN 978-3-8062-2822-9

Der Band zur Ausstellung ist deutlich mehr

als ein Ausstellungsband. Statt nur die Funde

des Harzhorns und die Ausstellungsstücke zu

dokumentieren, stellt der Schlachtfeld-Band

den Kontext römisch-germanischer Beziehungen

zur Mitte des 3. Jahrhunderts nach Christus

dar, um so die historische Momentaufnahme

des Schlachtgeschehens vor einen

Hintergrund zu stellen. Entsprechend reichen

die verständlich geschriebenen Kapitel

von der Darstellung aktueller Methoden und

Erkenntnismöglichkeiten der Schlachtfeldarchäologie

über die Fundumstände am Harzhorn

bis zu den historischen Lebensbedingungen

und den Schlussfolgerungen, welche

das Schlachtfeld ermöglicht. Quasi ein lebendiges

Geschichtsbuch, das eine Brücke aus

der Zeit vor 1.800 Jahren bis in die Gegenwart

schlägt. Sowohl Römern als auch Germanen

wird hier Raum gegeben – vom Alltag

in der römischen Armee bis hin zur germanischen

Elite wird die Zeit der 30er Jahre des

3. Jahrhunderts lebendig. Die Schlacht am

Harzhorn mit ihren Funden ist dabei der Drehund

Angelpunkt der breiten Darstellung. Hier

treffen sich germanische Stammesverbände,

erster römischer Soldatenkaiser und vielfältige

militärische Strukturen. Ein Weltbild hat

die Schlacht, oder besser: ihr Auffinden, nicht

verändert. Doch

für die interkulturellen

Beziehungen,

die letztlich

auch zum Untergang

des weströmischen

Reiches

beitrugen, eröffnete

die Schlacht

neue Perspektiven.

Und es ist dabei

doch erstaunlich,

wie viel vermeintliche Kleinigkeiten wie Stiefelnägel

oder Münzen zu erzählen vermögen.

Fragmente, die nach der Ausstellungseröffnung entdeckt wurden

und ihren Weg ohne Restaurierung direkt in die Ausstellung gefunden

haben. Der Fund ist ein besonderer und doch nur eine Kleinigkeit,

verglichen mit der hohen Dichte an einzigartigen Objekten,

welche in der Ausstellung gezeigt werden. Auf 1.000 m 2 finden sich

etwa 750 Exponate aus insgesamt 81 Museen und Institutionen aus

zehn europäischen Ländern. Darunter ein Eichenholzbalkenrest –

ein Pfeiler der Römerbrücke aus Mainz, hölzerne germanische Götterfiguren,

ein prunkvoller germanischer Maskenhelm oder die

germanischen Zierscheiben aus dem Thorsberger Moor. Unter den

Räumlichkeiten der Ausstellung ist insbesondere die Halle der 16

Krieger hervorzuheben – acht Römer, acht Germanen wurden hier

Klaus Grote, „Römerlager Hedemünden.

Der augusteische Stützpunkt,

seine Außenanlagen, seine Funde

und Befunde.“ Sandstein Verlag 2012,

ISBN 078-3-95498-003-1

Wenn er auch zeitlich nichts mit den Funden

vom Harzhorn zu tun hat, so stößt doch der

Band von Klaus Grote ebenfalls das Fenster

zur römischen Geschichte in Südniedersachsen

weit auf. Etwa 250 Jahre vor der Schlacht

am Harzhorn wurde bei Hedemünden an der

Furt über die Werra ein römisches Lager angelegt,

welches sich in den Kontext der ersten

römischen Feldzüge durch Germanien einfügt.

Unter der Regentschaft des Augustus unternahm

sein Stiefsohn

Drusus mehrere

Kampagnen,

um das bis dahin

freie Germanien zu

unterwerfen und

es anschließend

zur römischen Provinz

zu machen.

Das Römerlager in

Hedemünden wirft

ein Schlaglicht auf

diese Epoche römischer Expansion. Der Ende

2012 erschienene Band vereint die Ergebnisse

und Funde der Ausgrabungen über neun Jahre

hinweg. Es ergibt sich das Bild eines komplexen,

mehrteiligen Lagers, das regional in ein

dichtes Netz von Außenposten eingebettet war.

Die detaillierte, umfassende Darstellung der

Römer in Südniedersachsen hört jedoch nicht

vor Ort auf. Stattdessen bemühen sich Grote

und weitere Autoren, die Funde und Befunde

in den weiteren Kontext einzubetten – die

Feldzüge des Drusus, die römische politische

Strategie dahinter, die germanische Besiedlung

um das Lager und deren Interaktion mit den

Besatzern. Es ist ein gründliches, ansprchsvolles

Werk, das technisch tiefgehend und wissenschaftlich

hochaktuell beschreibt, bebildert

und folgert. Und doch bleibt der Band „nur“ ein

Zwischenstand, ein work in progress, denn die

Ausgrabungen haben viele neue Fragen aufgeworfen

und zu Diskussionen angeregt, die einige

der bisherigen Schlussfolgerungen noch

bestätigen oder revidieren müssen.

Bild: Anders Seefeldt

Bild: Andreas Greiner-Napp

1 2

3

mit originalen Stücken ausgestattet: „Wir haben für die 16 Krieger

teils sehr herausragende Exponate geliehen bekommen, die teilweise

noch nie verliehen worden sind, wie prunkvolle Helme und

auch organisches Material“, erzählt Dr. Korana Deppmeyer, eine

der Ausstellungskuratorinnen. „Aber auch der Altar von Aquileia,

der die Belagerung der Stadt durch Maximinus Thrax widerspiegelt,

ist insofern ein besonderes Exponat, als dass explizit ein historisches

Ereignis der Schriftquellen auch archäologisch sehr gut fassbar

wird.“ Die militärischen Funde der Harzhorn-Schlacht selbst

beeindrucken daneben weniger durch ihre Schönheit oder Einzigartigkeit,

sehr wohl aber durch ihre Masse und Vielfältigkeit, die ein

ungestörtes Schlachtfeld dokumentieren. Das hat Seltenheitswert.

Der Ausstellung geht es um mehr als „nur“ die Dokumentation

der Schlacht. „Wir wollten dieses Ereignis

nicht zusammenhanglos dastehen lassen. Daher haben

wir die Schlachtfunde in die bislang noch recht unbekannte

Zeit der 30er Jahre des 3. Jahrhunderts eingebettet“,

sagt Korana Deppmeyer. „Unsere Ausstellung

beginnt 231 nach Christus: Kaiser Severus Alexander

zieht in den Osten, kämpft gegen die Sassaniden, muss

zurück an die Rheingrenze, wird ermordet, der neue

Kaiser zieht nach Germanien. Unsere Anliegen ist, die

römische und germanische Welt zu dieser Zeit zu zeigen.“

Das ist rundum gelungen. Verschiedene Facetten

der Kulturbeziehungen sowie der Unterschiedlichkeit

römischer und germanischer Lebenswelten werden

erfahrbar – sei es imperiale Kolonialpolitik, Militäralltag,

Sklaverei, germanische Glaubenswelt. Vor diesem

Hintergrund entfalten sich die Lebensgeschichten der

Ausstellungsprotagonisten, die im Zentrum des Harzhorn-Geschehens

stehen: Kaiser Severus Alexander,

seine Mutter Julia Mamaea, die auf den Germanenfeldzug

verzichten und sich den Frieden lieber erkaufen

wollten. Aufgrund dieser Verweigerungshaltung sollen

sie in Mainz ermordet worden sein, der Senat verhängt

die damnatio memoriae über sie – ihre Büsten wurden

zerschlagen, ihre Namen getilgt – wovon die Ausstellungsstücke

Zeugnis ablegen. Als kaiserlicher Nachfolger

wurde Maximinus Thrax ausgerufen, der unverzüglich

nach Germanien zog. Nur wenige Jahre später

Bild: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

allerdings ereilte ihn das Schicksal seines Vorgängers,

als er bei der Belagerung Aquileias ermordet

wurde. Alle Ausstellungsstücke haben auf die

eine oder andere Weise einen direkten Bezug

zu diesem Geschehen, was die Geschichte

deutlich lebendiger werden lässt.

Mittlerweile peilt die Besucherzahl

die 25.000er Marke an, aufgrund

des großen Erfolgs ist die Ausstellung

nun auch bis Ende Februar verlängert

worden. Dafür gesorgt hat aber

auch der Rahmen der Ausstellung.

Regelmäßig finden Sonderveranstaltungen

statt, die besondere

Erlebnisse garantieren – hierüber

informiert die Website. Und für

den Abschluss des Ausstellungsrundgangs

hat man sich auch etwas

Feines ausgedacht: Unter dem Motto

„Karrierechance Legionär“ können

große wie kleine Besucher in eine

originale Legionärsrüstung schlüpfen

– Ketten- oder Schienenpanzer,

Schild, Helm, Schwert, Speer. Über 20

Kilogramm bringt die Ausrüstung auf die

Waage – und gibt einen Eindruck davon,

wie es war, als die Legionäre am Harzhorn

damals hügelauf gestürmt sind.

1 Rekonstruktion eines

germanischen Fürsten im

Raum der 16 Krieger. Als

besonderes Artefakt wird

der Prachthelm aus dem

Thorsberger Moor gezeigt.

2 Römischer Reiterhelm.

3 Erlebte Geschichte – die

Besucher können in die

Ausrüstung eines römischen

Legionärs schlüpfen.

4 Eine der germanischen

Zierscheiben aus dem

Thorsberger Moor.

4

Bild: Archäologisches Landesmuseum Schleswig-Holstein, Schleswig


102 kalender regjo niedersachsen regjo niedersachsen kalender 103

Eiskalt

Verworren

Originell

Erleuchtet

Das einzige Eisballett der Welt aus St. Petersburg führt

Tschaikowskis Ballett-Klassiker Dornröschen als faszinierende

Eisshow in Hannover auf.

Groß angelegte Ausstellung des Kunstmuseums

Wolfsburg über Stoffe und Muster in der

Kunst. Mit Werken von Klimt und van Gogh.

Die beliebte Moderatorin der kultigen Late-

Night-Show „Inas Nacht“ kommt mit ihrer

Band im Februar nach Göttingen.

Im Programm „Lichtgestalten“ der 10. Wintervarieté-

Show verbindet sich virtuose Comedy mit artistischen

Höchstleistungen und emotionalem Live-Gesang.

Klassik, Ballett

Ausstellungen

Jazz, Rock, Pop, Schlager

Theater, Kabarett, Musical

01. Dezember 2013

Adventskonzert – der Kinderchöre an St.

Lamberti und Knabenchor Hildesheim mit

Werken von Carl Orff und Henry Purcell

16.00 Uhr, St. Lamberti Hildesheim

07. Dezember 2013

Schwanensee – Tänzer des russischen

Staatstheaters Komi führen den Ballettklassiker

mit der einzigartigen Musik von Tschaikowski

auf

18.00 Uhr, Stadthalle Göttingen

17. Dezember 2013

José Carreras – exklusives Weihnachtskonzert

des spanischen Tenors, der zu den gefeierten

„The Three Tenors“ gehört

20.00 Uhr, Volkswagen Halle Braunschweig

14. Januar 2014

Dornröschen on Ice – das einzige Eisballett

der Welt zeigt klassisches Ballett verbunden

mit sportlichem Eiskunstlauf

20.00 Uhr, Theater am Aegi, Hannover

04. März 2014

Swedish Chamber Orchestra – Thomas

Dausgaards Orchester spielt Symphonien von

Beethoven und weitere Werke der Romantik

20.00 Uhr, Stadthalle Wilhelmshaven

24. März 2014

7. Sinfoniekonzert – mit dem Thema „Sehnsucht“.

Werke von Jean Marie Leclair und

Robert Schumann

20.00 Uhr, OsnabrückHalle

29. März 2014

Ein Sommernachtstraum – Oper in drei

Akten nach der gleichnamigen Komödie von

William Shakespeare

19.30 Uhr, Opernhaus Hannover

20. April 2014

Frühlingskonzert – des Göttinger Symphonie

Orchesters. Gespielt werden Frühlingsklassiker

sowie Neuentdeckungen

17.00 Uhr, Stadthalle Göttingen

17. Mai 2014

Fidelio – das TfN erinnert mit einer Neuinszenierung

an Beethovens einzige Oper Fidelio,

die vor 200 Jahren uraufgeführt wurde

19.00 Uhr, Theater für Niedersachsen,

Hildesheim

09. Juni 2013

Klassik im Park – bei hoffentlich schönstem

Wetter und unter freiem Himmel den Klängen

des Staatsorchesters lauschen

15.00 Uhr, Bürgerpark Braunschweig

Bis 19. Januar 2014

Roms vergessener Feldzug. Die Schlacht

am Harzhorn – die Ausstellung zeigt die Funde

des 2008 entdeckten germanisch-römischen

Schlachtfeld

Braunschweigisches Landesmuseum

Bis 26. Januar 2014

Edvard Munch – Das Museum präsentiert

anlässlich des 150. Geburtstages Edvard

Munchs das druckgrafische Werk

Sprengel Museum, Hannover

Bis 23. Februar 2014

Neue Baukunst! Architektur der Moderne

in Bild und Buch – Fotografien und Modelle

der Architektur zwischen 1900 und 1930

Schloss Oldenburg

Bis 02. März 2014

Kunst & Textil – Stoff als Material und Idee in

der Moderne von Klimt bis heute

Kunstmuseum Wolfsburg

Bis 9. März 2014

PferdeGeschichten – vom Urpferd zum

Sportpferd – die Ausstellung zeigt die verschiedenen

Stationen von der Evolution,

Domestikation bis zur heutigen Pferdezucht

Landemuseum Natur und Mensch, Oldenburg

14. Dezember 2013

Fiddler’s Green – seit 23 Jahren spielt die

Band wilden Irish-Speedfolk und stellt mit

„Winners and Boozers“ ihr neues Album vor

20.00 Uhr, Musikzentrum Hannover

15. Dezember 2013

Bosse: Kraniche Tour – der diesjährige Sieger

des Bundesvision Song Contest stellt sein

5. Studioalbum Kraniche vor

20.00 Uhr, Capitol Hannover

16. Dezember 2013

Elmar Brass International – er ist einer der

prägenden Musiker der hannoverschen Jazzszene

und verbindet pianistische Tradition mit

eigener Handschrift

20.30 Uhr, Jazz Club Hannover

19. Januar 2014

Andrea Berg – die erfolgreiche Schlagersängerin

nimmt ihre Fans mit auf „Atlantis-Tour“

18.00 Uhr, Volkswagen Halle, Braunschweig

15. Februar 2014

Ina Müller & Band – das norddeutsche Original

begeistert nicht nur als Moderatorin

der Sendung „Inas Nacht“, sondern auch als

Musikerin und Kabarettistin

20.00 Uhr, Lokhalle Göttingen

23. November 2013 bis 26. Januar 2014

10. Wintervarieté – hinter „Lichtgestalten“

verbirgt sich Live-Entertainment, humorvolle

Unterhaltung und zirzensische Körperkunst

Orangerie Hannover-Herrenhausen

17. Januar 2014

Terminator 2 – der Kultfilm als Theaterstück.

Stahlharte Muskeln treffen auf

Schaumstoffpuppen

19.30 Uhr, Ballhof Eins, Hannover

13. Februar 2014

Musical Highlights – Musical-Höhepunkte

im Minutentakt mit den schönsten und

bekanntesten Songs

20.00 Uhr, Stadthalle Holzminden

28. Februar 2013

Ein Käfig voller Narren – 1983 am Broadway

uraufgeführt, ist das Stück bis heute eines

der meistgespielten Musicals überhaupt und

bietet jede Menge Show und Glitter

19.30 Uhr, Odeon Theater Goslar

19. März 2013

Tschick – Theaterstück für Jugendliche über

Maik, der keine Freunde in der Schule hat bis

Tschick, der Neue, in die Klasse kommt

11.30 Uhr, Theater Osnabrück

25. März 2014

Midlife-Krise, Mann über Bord – Musical

über vier Männer zwischen 40 und 50 in der

gefürchteten Midlife-Krise

20.00 Uhr, Theater Delmenhorst

12. April 2014

Die Regentrude – die Geschichte von

Theodor Storm führt aus dem dörflichen Alltag

hinaus in eine Traumwelt

20.00 Uhr, Theater der Nacht Northeim

26. April 2014

Drei Engel für Deutschland – Komödie der

Leipziger Pfeffermühle, gespickt mit Humor

und bundesdeutschen Besonderheiten

20.00 Uhr, Stadthalle Verden

28. April 2014

Berlin Comedian Harmonists – turbulente

Mischung aus Theater- und Musikprogramm

der Herren im Frack

19.30 Uhr, Lessingtheater Wolfenbüttel

10. Mai 2014

Richard O‘Brien‘s The Rocky Horror Show

– Dr. Frank’N’Furter arbeitet in einem morbiden

Schloss besessen daran, sich den perfekten

Menschen als Lustobjekt zu schaffen

19.45 Uhr, Deutsches Theater Göttingen

Fotografie: Veranstaltungsbüro Paulis, Marek Kruszewski, Sandra Ludewig, GOP Entertainment-Group


egjo niedersachsen kalender 105

Sie Sind König.

Wir beherrschen die Königsdisziplin:

CorPorate

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intern und extern – ihre unternehmensKommuniKation mit

StiL, ProfeSSionaLität

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Ihr Ansprechpartner

John D. Swenson

Marketingleitung

0551 / 50 75 1-16

swenson@polygo.de

Polygo Verlag gmbH

Lotzestraße 29

37083 Göttingen

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Hannover | Hamburg

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Paradiesisch

Der Kultautor Wladimir Kaminer und seine

Familie mussten den Schrebergarten aufgeben.

Nun suchen sie das Grüne auf dem Dorf.

Klangvoll

Das Trommelensemble Kodo aus Japan begeistert sein

Publikum seit über 30 Jahren mit einzigartigen Rhythmen

und Klängen. Im März sind sie in Hannover zu sehen.

von PoLYgo

Polo+10 und RegJo

erscheinen im

Polygo Verlag.

REGIONALVERBAND

SÜDNIEDERSACHSEN E.V.

Literatur

Sonstiges

01. Dezember 2013

Im Stein – Clemens Meyers Roman unternimmt

Streifzüge durch die Welt der

Provinz-Sexclubs

11.00 Uhr, Literaturhaus, Oldenburg

06. bis 08. Dezember 2013

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt – mit

buntem Rahmenprogramm im Innenhof des

Schlosses Marienburg

Schloss Marienburg, Pattensen

09. März 2014

Celler Wasa-Lauf – beim Traditionslauf, der

2014 zum 32. Mal stattfindet, werden wieder

rund 10.000 Aktive erwartet

Innenstadt Celle

Inspiration

Römer, Germanen, Geschichte und Gegenwart –

erfolgreich Tagen in Kalkriese.

Konferenzen · Workshops · Kongresse · Feiern · Empfänge

Venner Straße 69, 49565 Bramsche-Kalkriese, Tel: +49 [0] 5468 9204-28,

kontakt@kalkriese-varusschlacht.de, www.kalkriese-varusschlacht.de

22. Januar 2014

Diesseits von Eden – Neues aus Dem Garten

– Wladimir Kaminer und seine Familie

zieht es ins Grüne. Der Schrebergarten reicht

nicht mehr, es lockt das Landleben

20.00 Uhr, Lagerhalle Osnabrück

30. Januar 2014

Debütantinnenball – Funny van Money, Britta

Schröder und Franziska Wilhelm stellen

ihre Debütromane vor

20.00 Uhr, Literarisches Zentrum, Göttingen

06. Februar 2014

Das größere Wunder – Thomas Glavinic legt

mit seinem Roman eine spannende Geschichte

über existenzielle Fragen vor

19.30 Uhr, Literaturhaus, Hannover

14. Februar 2013

Eine Ahnung vom Anfang – der neue Roman

von Norbert Gstrein behandelt eine ungewöhnliche

Freundschaft zwischen Schüler

und Lehrer

20.00 Uhr, Aula Ratsgymnasium, Wolfsburg

08. Dezember 2013

Albtraum Architektur – Diskussion über die

Vereinbarkeit von Formschönheit und Praktikabilität

beim Bauen

11.00 Uhr, Regionshaus Hannover

12. Januar 2014

Der Chinesische Nationalcircus – im Mittelpunkt

steht die Weltmetropole Shanghai als

Inbegriff des Wandels Chinas zur Neuzeit

20.00 Uhr, Stadthalle Braunschweig

15. Januar 2014

Durch die schöne weite Welt – Australien

Spezial – Vortragsreihe der Hannoverschen

Allgemeinen Zeitung mit farbenprächtigen

Dias und Filmen

20.00 Uhr, Theater am Aegi, Hannover

22. Januar 2014

Reinhold Messner – Leben am Limit – in

der deutschlandweiten Vortragsreise berichtet

der berühmte Bergsteiger und Naturschützer

über sein Leben

20.00 Uhr, Rattenfänger-Halle Hameln

15. März 2014

Kodo One Earth Tour – das Trommelensemble

aus Japan wird mit seiner Artistik den

Saal zum Vibrieren bringen

20.00 Uhr, Congress Centrum Hannover

21. bis 23. März 2014

Genießertage Göttingen – über 100 Aussteller

präsentieren ihre Produkte und Dienstleistungen

rund um die Themen Essen, Trinken,

Kochen und Gastlichkeit

Lokhalle Göttingen

07. bis 11. April 2014

MobiliTec – Fachmesse, die Mobilitätslösungen

von heute und morgen umfassend abbildet.

Dieses Jahr unter anderem mit dem

Schwerpunkt Elektromobilität

Messegelände Hannover

23. bis 27. April 2014

European Media Art Festival – das Festival

präsentiert aktuelle Trends und neueste Entwicklungen

der internationalen Medienkunst

Verschiedene Veranstaltungsorte, Osnabrück

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Fotografie: Katja Hentschel, GOP Entertainment-Group


106 Land & Umwelt regjo niedersachsen

Wussten Sie, dass ...

Sonderbares und Wissenswertes aus Niedersachsen – von der Straße der

Megalithkultur bis zur Erfindung des Drahtseils.

... dass an der „Straße der Megalithkultur“

mehr als 70 Megalithanlagen liegen?

Von Osnabrück bis Oldenburg verläuft auf

etwa 310 Kilometern die „Straße der Megalithkultur“.

2009 wurde die Themenstraße

eingeweiht, sie verläuft von Osnabrück

über Ostercappeln, Belm-Vehrte, Wallenhorst,

Bramsche, Ankum, Berge, Bippen,

Fürstenau, Freren, Thuine, Lingen (Ems),

Meppen, Sögel, Werlte, Lastrup, Cloppenburg,

Visbek, Großenkneten, Wildeshausen,

Dötlingen, Ganderkesee und Oldenburg.

An ihr liegen 33 archäologische

Stationen mit mehr als 70 Megalithanlagen

aus der mittleren Phase der Jungsteinzeit

(3500–2800 v. Chr.) – wie die Karlsteine

bei Haste (siehe Bild).

Seit neustem ist die Straße auch ein

„Kulturweg des Europarates“, der Stück

für Stück verklängert werden soll. Der

dänische Abschnitt der Straße ist bereits

eingeweiht, eine Verlängerung der Straße

in Richtung Nordrhein-Westfalen und

in Richtung des nordöstlichen Niedersachsens

bis nach Schleswig-Holstein ist

geplant. Ein weiterer Abschnitt der Straße

der Megalithkultur soll, von der ältesten

Teilstrecke abzweigend, in die Niederlande

führen, wo es weitere 53 Megalithanlagen

gibt. Neben den bereits der Straße

zugeordneten Anlagen in Dänemark sollen

auch solche in Schweden in die Straße

einbezogen werden.

... das Drahtseil 1834 in Clausthal-Zellerfeld

erfunden wurde?

Im Oberharzer Bergbau waren bis dato vor

allem Ketten im Einsatz, welche durch die

permanente Belastung früher der später mit

teils verheerenden Folgen brachen. Um das

Versagen der gesamten Kette beim Brechen

nur eines einzelnen Gliedes zu verhindern,

begann Julius Albert, seit 1825 Oberbergrat

in Clausthal, mit Experimenten mit Drahtseilen.

Vier Drähte wurden dabei miteinander

verdrillt, das Ergebnis heißt Litze.

Von diesen Litzen nahm er wiederum drei

und verdrillte auch diese miteinander. Erste

Praxisversuche mit diesem Drahtseil wurden

1834 in der Grube Carolina zu Clausthal

durchgeführt – erfolgreich. Die Technik

verbreitete sich rasch in der Welt. Heute

ist das Drahtseil Albertscher Machart nicht

mehr aus dem Alltag wegzudenken, sei es

als Gondelaufhängung oder als Bowdenzug

für die Bremse am Fahrrad.

Auch eines der berühmtesten Bergbaufahrsysteme

geht mit auf Julius Alberts

Initiative zurück. Zusammen mit seinem

Vorgesetzten, dem Berghauptmann Friedrich

Otto Burchard von Reden, ließ er

das Prinzip einer Fahrkunst, welches von

einem Kunstjungen namens Lichtenberg

improvisiert wurde, bauen und in der Praxis

erproben. Damit wurde die Ein- und

Ausfahrt in die Schächte europaweit revolutioniert.

Impressum

11. Jahrgang, 22. Ausgabe

Herausgeber

Polygo Verlag GmbH

Verlag

Polygo Verlag GmbH

Lotzestraße 29

37083 Göttingen

Telefon 0551-50 75 10, Telefax 0551-50 75 150

ISSN 1615-5696

Internet und E-Mail

www.niedersachsen.regjo.de; hallo@regjo.de

Herausgeber

Thomas Wirth (wirth@polygo.de)

Chefredakteur

Sven Grünewald (redaktionsleitung@regjo.de)

Redaktion

Torben Andersen, Katrin Langemann, Stefanie Stüting, Laura

Vele, Halina Schmidt

Autoren

Angela Andresen-Schneehage, Holger Isermann, Volker Schönfeldt,

Valerie Talmann

Fotografie

Schöning Fotodesign, Meppen, Laser Zentrum Hannover,

VH/Jens Schulze, Niedersächsischer Verfassungsschutz,

HAWK, Friedrich R. Weilburg, Ottobock, Sartorius, Nina Stiller,

Symrise, WMG Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH,

Pädagogium Bad Sachsa, R. Hormes, Solling-Vogler-Region

im Weserbergland e.V., Schmidt & Kohl Consulting GmbH &

Co. KG, WIN Nienburg, BFTW Hallen, Piller Idustrieventilatoren,

Gemeinde Lastrup, Ute Ville, Axel Emmert, NFF-Pressestelle/

Christian Bierwagen, DLR, Volkswagen AG, TU Braunschweig,

Wagner Group GmbH, Metropolregion Hannover Braunschweig

Göttingen Wolfsburg GmbH, Blackbit, Deutsche Messe AG,

Eisenhuth GmbH & Co. KG,, emco electroroller GmbH, BSZ/C.

Meyer, Stadt Osnabrück, Sparda-Bank Hannover, DSMZ/M.

Kruszewski, ECOLOG-Institut, CUTEC Institut, NW-FVA, ECO-

LOG-Institut, HAWK-HHG/Born, LZH, OFFIS, DSMZ, Dr. Dana

Pfefferle, DIK, Marek Kruszewski, HAB, FIPH, Michael Welling,

IfZ, Amann/DIL e.V., HVE Eichsfeld Touristik e.V., Landkreis

Eichsfeld, Wunderblock, Anders Seefeldt, Stadt Duderstadt,

Ottobock, Sparkasse Duderstadt, Fleischerei Bömeke, Thomas

Rosenthal/GLM, Roberto Hegeler, Sparda-Bank Hannover,

Heddrich/Bild@hdmh.eu, ASC Göttingen, Landesvertretung

Niedersachsen, Andreas Greiner-Napp, Archäologisches

Landesmuseum Schleswig-Holstein/Schleswig, Germanisches

Nationalmuseum Nürnberg, Veranstaltungsbüro Paulis, Marek

Kruszewski, Sandra Ludewig, GOP Entertainment-Group, Katja

Hentschel, GOP Entertainment-Group, Wikipedia, Johannes

Hemmerlein

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Geschäftsführung

Thomas Wirth (wirth@polygo.de)

Assistenz der Geschäftsführung

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zweimal im Jahr

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Abonnement EUR 8,- inkl. Mehrwertsteuer und Zustellgebühr für

zwei Ausgaben. Einzelpreis EUR 5,-. Das Abonnement verlängert

sich automatisch, wenn es nicht zum Ablauf gekündigt wird.

RegJo ist eine eingetragene Marke (Nr. 39867052) der Polygo

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des Verlages.

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Kommunale Partner

Mitgliedschaften

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Außenwirtschaftspreis 2014

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