Abgefahren! - RegJo

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Abgefahren! - RegJo

Das Regional-Journal für Niedersachsen

Hannover Oldenburg Osnabrück Wolfsburg Braunschweig Salzgitter Hildesheim Göttingen

II/2010

Schutzgebühr 5,00 €

Abgefahren!


egjo niedersachsen editorial 3

Ein Standort bekennt Farbe:

Der neue Immobilienmarktbericht 2010

Abgefahren!

Ob das Auto oder neue Erkenntnisse auf alten Schlachtfeldern

– sie faszinieren Menschen gleichermaßen.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Der Immobilienstandort Hannover setzt klare Zeichen:

Er entwickelt sich seit Jahren stabil und bietet attraktive

Perspektiven. Das zeigen Daten und Fakten – aber auch

konkrete Projekte der Revitalisierung.

Detaillierte Infos zum Standort und seinen Teilmärkten

finden Sie im neuen Immobilienmarktbericht. Sie erhalten

ihn im Unternehmerbüro in der Region Hannover, wo Sie

rund ums Thema Standort beraten werden.

Jetzt Bericht anfordern oder

Termin vereinbaren: (0800) 616 0 616

das dreckige Öl, um das immer wieder Kriege und erbitterte Auseinandersetzungen

zwischen Umweltverbänden und Politik sowie

Lobbyisten geführt werden, steht früher oder später vor dem Aus

als Weltenergiequelle. Ob nun in 20, 30, 50 oder 75 Jahren – abhängig

von wirtschaftlicher Rentabilität, Neufundraten oder Alternativen

– die menschheitshistorisch kurze Öl-Episode geht ihrem Ende

entgegen. Diese Entwicklung, viel mehr aber noch Umweltauflagen

zur Verringerung von CO2-Emissionen schaffen einen neuen

Markt: Elektromobilität. Auch in Niedersachsen wird geschäftig an

der elektromobilen Zukunft gearbeitet: In der Modellregion Elektromobilität

Oldenburg/Bremen läuft ein Bundesprojekt zur Erforschung

der nötigen Infrastruktur – etwa wo Stromladesäulen Sinn

machen; auch das DLR in Braunschweig verwandelt „seine“ Stadt

gerade in ein großflächiges Versuchsfeld für Verkehrsforschung,

gleichzeitig testet man neue Fahrassistenzsysteme, die den Fahrer

immer stärker unterstützen sollen. Wo man auch hinschaut in

Niedersachsen, das Auto ist der dominierende Wirtschaftsfaktor.

Ebenso innovativ, wenn auch in einer ganz anderen Branche,

ist man bei Osnabrück: Am Ort der vermutlichen Varusschlacht am

Kalkrieser Berg entsteht seit 20 Jahren eine neue archäologische

Disziplin, die Schlachtfeldarchäologie. Die genaue Untersuchung

der Funde ermöglicht Rückschlüsse auf Schlachtverlauf und Plünderung,

wobei immer neue Fragen und Rätsel aus der Erde auftauchen.

Gerade auf dem blutgetränkten deutschen Boden steht der

niedersächsischen Grabungsexpertise eine goldene Zukunft bevor.

Nicht ganz so golden sieht es im Datenschutz aus; die technischen

Veränderungen schießen dort so schnell ins Kraut, dass

gesetzliche Regelungen wie auch die Datenschützer kaum hinterherkommen.

Auch in Wilhelmshaven ist viel in Bewegung. Die

Stadt am Jadebusen probt den Aufbruch – der JadeWeserPort steht

kurz vor der Fertigstellung. Veränderungen allerorten – blättern Sie

rein und lassen Sie sich informieren!

Sven Grünewald

Chefredaktion

www.immobilienmarktbericht-hannover.de

Wirtschafts- und

Beschäftigungsförderung


4 Inhalt regjo Niedersachsen regjo Niedersachsen Inhalt 5

24 Automobil

16 Datenschutz

66 Wilhelmshaven

50 Schlachtfelder

Volkswagen und Zulieferer wie Forschungseinrichtungen

formen den Automobil-Standort Niedersachsen

und stehen vor der Herausforderung Elektromobilität.

Niedersachsens oberster Datenschutzbeauftragter

Joachim Wahlbrink im

Gespräch.

Der Stadt am Jadebusen steht ein Aufbruch

bevor – mit dem Tiefwasserhafen

JadeWeserPort.

Am Ort der vermutlichen Varusschlacht

bei Osnabrück entsteht eine neue

archäologische Disziplin.

Wirtschaft

Politik & Soziales

Technik & Wissenschaft

Land & Umwelt

Kultur & Freizeit

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09

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13

21

Erweiterung einer guten Idee: In Göttingen

eröffnet das neue Logistikzentrum Siekanger.

Vorteil Varel: Die Stadt zwischen Bremen und

Oldenburg hat Zukunftspotenzial.

Präsent: Eine neue Unternehmerdatenbank

erleichtert Kontakte ins Ausland.

Ein Jahrzehnt NordWestBahn: Ein Blick auf

die letzten zehn Jahre und die neuen Pläne.

Problemlöser: Smoke Free Systems bietet eine

neue Lösung für das Rauchen am Arbeitsplatz.

Vielversprechender Start: Die Initiative

„StartUp und Innovation“ im Landkreis

Harburg.

Mut zur Veränderung: Die Weserbergland-AG

beschreitet neue Wege.

Navigator im Behördendschungel: Das neue

Kompetenzzentrum für Wirtschaft im Landkreis

Grafschaft Bentheim unterstützt Unternehmer

in Genehmigungsverfahren.

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43

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46

47

71

74

76

Personalassistenz? Die AutoVision GmbH

ist strategischer Ansprechpartner bei der

Personal-Rekrutierung.

Rädchen, ohne die nichts läuft: Die Automobilindustrie

ist auch im Landkreis Nienburg

präsent.

E – wie ehrgeizig, engagiert: In Eschwege

tut sich was. Ein innovatives Netzwerk bringt

Unternehmen zusammen.

Flexible Logistik: Unter dem Motto „Gestalten

und nicht verwalten“ bietet die Gemeinde

Wedemark flexible Gewerbeflächenlösungen.

Gelandet: Der Gleitfliegerbauer AutoGyro

zieht in seine neuen Hallen.

Tor zur Welt: Die JadeBay GmbH schafft neue

wirtschaftliche Perspektiven.

Auf einen Blick: Die Industrie- und Gewerbegebiete

ganz Niedersachsens.

Kurs Nord: Die Real Estate North startet

durch in der Gewerbeimmobilienwirtschaft –

als neue Leitmesse für Nordeuropa.

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12

16

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4 Köpfe – 4 Meinungen: Zum Vorgehen in

Afghanistan: Sollten die Truppen abgezogen

werden?

Alle Jahre wieder: Der Castortransport von

Frankreich nach Gorleben ist ein heiß diskutiertes

Thema und steht wieder vor der Tür.

Hinter jede Kuh ein Beamter? Im Gespräch

mit Joachim Wahlbrink, oberster Datenschützer

Niedersachsens, über den schleichenden

Verlust der Bürgerrechte.

Bildung tut gut: Ein Interview mit Ulrich

Unger, Regionalleiter der TÜV Nord Akademie,

über lebenslanges Lernen und die Behauptung

gegenüber der Konkurrenz.

„Mehr als nur Rausfahren“: Ein Gespräch

mit Armin Ortmann, Geschäftsführer für den

Bereich Offshore der Reederei Frisia, über Herausforderungen

und Entwicklungen in der

Offshore-Versorgung.

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14

23

24

47

50

Logistik: Die Truck- und Trailervermietung

PEMA expandiert weiter und eröffnet ihren

21. Standort in Bremen.

„Global verfügbar und flexibel“: Florian

Reinhold, Key Account Manager beim IT-

Dienstleister MOD, über den Trend zum Cloud

Computing.

Europas Leitmesse: Die IZB schließt ihre Pforten

und blickt auf eine sehr erfolgreiche, internationale

Messe zurück.

Perpetuum Mobile: Niedersachsen ist Autoland

an der Schwelle zu einem neuen Markt:

Elektromobilität heißt das Zauberwort mit dem

großen Potenzial.

In die Zukunft: Das Fraunhofer ICT entwickelt

neue Speicher für erneuerbare Energien.

Antike Schlachtfelder: Die Varusschlacht

war vor über 2.000 Jahren. Eine lange Zeit,

doch bleibt sie auch heute noch durch neue

Erkenntnisse bei Forschungen in Kalkriese

aktuell.

13

66

73

82

Das alte Revier: Die Stadt Peine zwischen

Braunschweig und Hannover macht Eindruck.

Phönix am Jadebusen: Aus einer bewegten

Geschichte heraus präsentiert sich Wilhelmshaven

heute als selbstbewusste, wirtschaftsstarke

Stadt.

Immer wieder innovativ: Die Handwerkskammer

Braunschweig-Lüneburg-Stade als

Vorreiterin neuer Ideen und Angebote.

Wussten Sie, dass…: Anekdoten und Kurioses

aus niedersächsischen Landen.

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46

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78

Auf der Suche nach Stille: Was ist Stille? Dieser

Frage wird auf poetische Weise in einer

Konzertreihe nachgegangen.

Geschichte auf Rädern: Das Automuseum

Melle stellt Fahrzeuge von gestern und heute

aus. Alle sechs Monate ändert sich das Gesicht

der Ausstellung durch neue Exponate.

Neuland: Die Göttinger Traditionsgalerie

Nottbohm eröffnet ein zweites Haus in Keitum

auf Sylt. Nun kommen norddeutsche Künstler

nach Göttingen ins Mutterhaus.

Veranstaltungskalender: Die kulturellen,

musikalischen und sonstigen Highlights in

Niedersachsen.

Cover: Volkswagen AG

Bilder: Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH, Johanna Lal, Archiv Wirtschaftsförderung in Wilhelmshaven GmbH, Volkswagen AG


egjo niedersachsen Meinung 7

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Grenzen überschreiten.

4 Köpfe – 4 Meinungen

Enorme finanzielle Belastung Deutschlands durch den Krieg bei gleichzeitigen Einschnitten ins Sozialsystem,

ethisch fragwürdiges militärisches Vorgehen, Sterben – Grund genug, aus Afghanistan abzuziehen?

Stefan Jacobs, Psychologischer

Psychotherapeut an

der Universität Göttingen

(pensioniert): „Es sind zur

Zeit etwa 4.500 deutsche

Soldaten in Afghanistan stationiert,

davon circa 1.200

Soldaten als Kampftruppen.

Bei Kampfeinsätzen werden

durchschnittlich 38,4

Prozent der Soldaten traumatisiert.

Das heißt sie leiden unter einer Posttraumatischen

Belastungsstörung, die behandelt werden muss. Es

kommt aber in der Bundeswehr nur ein Psychiater/Psychologe

auf 4.500 Soldaten. Daher muss von einer eklatanten

Unterversorgung der betroffenen Soldaten ausgegangen

werden, obwohl es mittlerweile sehr effektive Behandlungskonzepte

gibt. Da die notwendige medizinische Versorgung

der Soldaten nicht gewährleistet ist und der Krieg

militärisch nicht zu gewinnen ist, bin ich für eine baldige

Beendigung des Einsatzes.“

Tilman Zülch, Vorsitzender

der Gesellschaft für

bedrohte Völker: „Afghanistan

braucht nicht den

A bz ug i nter nat iona ler

Truppen, sondern die Entwa

f f nu ng hu nder t t ausender

Milizsoldaten, die

Entmachtung der Kriegsherren

und ein schlüssiges

Konzept zur Beendung

der Straflosigkeit für Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Seit Dezember 2001 wird auf den Afghanistan-Konferenzen

immer wieder die Entwicklung eines Rechtsstaats

auf der Grundlage der Menschenrechte beschworen.

Stattdessen dürfen Warlord-Milizen ungestraft Vertreibungen

und politische Morde an Minderheiten verüben.

Kurzfristige militärische Erfolge und zivile Aufbauprojekte

bleiben da Makulatur. Afghanistan ist Teil einer

ganz extrem instabilen Region. Dort steht der Weltfrieden

auf dem Spiel. Ist uns das zu teuer?“

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Hans-Hermann Jant zen,

Landessuperintendent in

Lüneburg: „Inzwischen ist

offensichtlich: Mit militärischen

Mitteln wird Afghanistan

nicht befriedet. Trotz

des hohen Einsatzes ist die

bisherige Bilanz mit ihren

vielen Opfern ernüchternd.

Die Ziele der militärischen

Intervention müssen dringend

überprüft werden. Der Leitgedanke der Friedensdenkschrift

der evangelischen Kirche lautet: Christen

leben aus Gottes Frieden und sollen für gerechten Frieden

sorgen. Die Kirchen sind immer für einen „Vorrang für

Zivil“ eingetreten. Militärische Gewalt kann nur die ultima

ratio sein. Ein überstürzter Truppenabzug ohne Sicherheit

für die Menschen wäre allerdings unverantwortlich. Vor

allem die Mädchen und Frauen hätten darunter zu leiden.

Wir fordern deshalb, den Einsatz ziviler Kräfte zu verstärken.

Nur so wird es einen Friedensfortschritt geben.“

Kurosch Moayad, Polizeikommissar,

2008/09 als

Ausbilder in Afghanistan:

„Hauptanschlagsziel mit

mehr als 1.000 getöteten

Polizisten im Jahr; hohe

Analphabetenquote bei den

Rekruten; 8 Wochen Ausbildung

zum Basispolizisten

– das Ziel, eine nachhaltige,

tragfähige und effektive

zivile Polizei durch Ausbildung, Beratung und Betreuung

zu errichten, bedarf manchmal auch Unterrichtsmethoden

mit Legofiguren, eingebettet in Geschichten. Den Anwärtern

den Sinn von Polizei begreiflich zu machen, das Vertrauen

der Bevölkerung zu erlangen und im Dienst auf der

Straße zu überleben, sind die Erfolge, die sich allmählich

bemerkbar machen. In dieser orientalischen Stammesgesellschaft

hat der Faktor Zeit für die Umsetzung dabei eine

ganz eigene Bedeutung – wie ein Afghane mir sagte: Ihr

habt die Uhren, wir haben die Zeit!“


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m u s i k

G ö t t i n g e n

Va r e l

Joachim Braun wurde

von Ministerpräsident

David McAllister zum

Mittelstandsbeauftragten

der Niedersächsischen

Staatskanzlei berufen. Der

39-jährige Diplomvolkswirt ist dort bislang

als Referatsleiter für den Bereich

Wirtschaft, Arbeit und Kultur zuständig

gewesen.

Jacqueline Doyen

hat das New-York-

Stipendium der

Niedersächsischen

Sparkassenstiftung und

des Ministeriums für Wissenschaft und

Kultur erhalten. Sie wird für ein Jahr

in der Metropole leben, ihre Eindrücke

künstlerisch verarbeiten und sie

anschliessend präsentieren.

Gerd-Peter Eigner

erhält den mit 15.000

Euro dotierten Nicolas-

Born-Preis 2010. Seine

Romane seien Protokolle

einer Selbstvergewisserung und

zugleich Zeugnisse einer mit großem

Erzählatem verorteten Weltzugewandtheit,

so das Urteil der Niedersächsischen

Literaturkommission.

Dr. Stefan Porwol ist

seit Juli neuer Staatssekretär

im Kultusministerium.

Bevor er sich

2007 als Rechtsanwalt

in Lüneburg selbständig machte, konnte

er in seiner Funktion als Kreisdirektor

und Erster Kreisrat in Lüneburg

jahrelange Erfahrungen in der Kommunalverwaltung

sammeln.

Dr. Heike Pöppelmann

ist neue Direktorin des

Braunschweigischen

Landesmuseums. Die

Archäologin beabsichtigt

eine Neukonzeption der Dauerausstellungen

des Museums, das für seine

Sammlungen zur Kunst- und Kulturgeschichte,

zur jüdischen Geschichte und

zur Archäologie bekannt ist.

Auf der Suche nach Stille

In der musikalischen Reihe „Konzert der Stille“ von Helge Burggrabe kann sich der

Zuhörer im faszinierenden Reich der Stille versenken.

Das Thema Stille und die Suche nach ihr

gewinnen in der heutigen hektischen Zeit

immer mehr an Bedeutung. Zeiten der Stille

gibt es nicht oft, doch gerade die Zeit kann

in der Stille anders wahrgenommen werden.

Nicht mehr der Uhrzeiger bestimmt

die Zeitwahrnehmung, sondern es ergeben

sich Möglichkeiten zu Eigenzeiten, Gleichzeitigkeiten

von Zukunft und Vergangenheit

sowie Zeitblasen. Stille ist also immer

subjektiv. Kann man sie also einfangen?

Ist sie mehr als nur die Abwesenheit von

Lärm? Was ist Stille?

Ausgehend vom „Hymnus der Stille“

– einer Stille, in der die Stille selbst in der

Ich-Form zu sprechen beginnt, wird diesen

Fragen im „Konzert der Stille“ auf poetische

und einfühlsame Weise nachgegangen. Das

Konzept stammt aus der Feder des Flötisten

und Komponisten Helge Burggrabe. Dieser

ist bereits mit seinen – meist mit dem

Thema Stille verbundenen – Musikprojekten

über die Grenzen Deutschlands hinaus

bekannt geworden. Sein Werk Stella Maris

wurde unter anderem im Kölner Dom und

in der Kathedrale von Chartres aufgeführt

und mehrfach im Fernsehen ausgestrahlt

(ARTE, 3SAT, NDR, HR, RBB, SWR). Im

„Konzert der Stille“ kombiniert er Musik

und Sprache. Es werden Texte von Rainer

Maria Rilke, Dorothee Sölle, Anselm Grün

und dem Mystiker Rumi vorgetragen, die

sich mit der gregorianischen Musik von Hildegard

von Bingen und den neueren Kompositionen

von Helge Burggrabe mischen.

Ziel ist, die Grenzen zwischen Lautlosigkeit

und Klang, aber auch den Reichtum

und die Lebendigkeit von Stille erlebbar zu

machen. Dazu füllen renommierte Künstler

wie Helge Burggrabe (Flöte, Konzept),

Geraldine Zeller (Sopran), Georg Renz

(Rezitation) sowie das Göttinger Vokalensemble

i dodici die Kirchen mit ihrer Interpretation

von Stille. Sie beziehen dabei den

ganzen Raum mit ein, wechseln ihre Spielpositionen

und unterstützen die Darbietungen

dezent mit Lichtkunst. Die Konstanten

Sprache, Musik und Raum werden so

mit dem Thema Stille verwoben und ganz

neu erlebt. Die bisherigen Konzerte haben

in ihrer Stille einen lauten Widerhall ausgelöst.

In diesem Herbst finden weitere Konzerte

in Niedersachsen statt, in denen mit

Poesie um mehr Stille geworben wird.MP

Weitere Informationen und Termine finden

sich auf www.burggrabe.de

Erweiterung einer guten Idee

Die Wirtschaftsförderung Göttingen eröffnet ihr neues Gewerbegebiet GVZ Siekanger,

mit dem der Logistikstandort Göttingen ausgebaut werden soll.

Seit etwa zehn Jahren boomt die Logistikbranche,

das Rückgrat der Globalisierung.

Ein Wirtschaftstrend, der die nächsten

Jahre noch beherrschen wird; doch dann

dürfte die Organisation der Branche abgeschlossen,

der Kuchen zwischen den Logistikzentren

aufgeteilt sein. So schätzt es

Klaus Hoffmann ein, Geschäftsführer der

Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und

Stadtentwicklung Göttingen mbH (GWG).

Die Stadt Göttingen kann dabei schon auf

vielfältige Erfolge im nationalen Positionierungswettbewerb

zurückblicken. Als

vor drei Jahren das erste stadtnahe Güterverkehrszentrum

(GVZ) eröffnet wurde,

waren sehr schnell Nutzer gefunden, so

dass für große Ansiedlungen bald kein Platz

mehr war. Das war der Startschuss für die

Planungen zum zweiten Logistikstandort

am Siekanger im Westen der Stadt. „2011

beginnen wir mit der Erschließung, dann

können wir geeignete Logistikflächen zur

Verfügung stellen“, sagt Klaus Hoffmann.

Auf 35 Hektar beläuft sich das Areal, das

man als logistisches Filetstück bezeichnen

kann: „Das Gebiet ist direkt an der ICE-

Bahntrasse gelegen, ein Gleisanschluss

ist möglich, die A7 ist in direkter Nähe“,

beschreibt Hoffmann die Gegebenheiten.

„Wir haben zudem ein Gelände, das nahezu

eben ist und das man fast beliebig parzellieren

kann. Wir haben entsprechende Schallschutzausweisungen,

so dass ein Betrieb

Tag und Nacht sowie sieben Tage die Woche

garantiert werden kann. Außerdem ist der

Siekanger mit stadtnah gelegenen und allen

benötigten Infrastrukturangeboten gut

erreichbar. Kurz: ein integrierter Standort.“

Mit der Inbetriebnahme der brandneuen

Verladeanlage im Kern-GVZ wird

ein direkter Anschluss an den Autobahnzubringer

im Norden erforderlich. So können

die gestiegenen Kapazitäten bewältigt werden.

Am Siekanger steht diese Infrastruktur

schon zur Verfügung: Die A7 ist praktisch

nebenan und die KV-Anlage ist durch

das Hauptgleis angeschlossen.

Als Logistikstandort kommt Göttingen

seine ideale Lage zugute. Er ist an der

wichtigsten Nord-Süd-Autobahn gelegen

und mit den entsprechenden Bahnverbindungen

vernetzt. Der Westen ist über das

Kasseler Kreuz gut zu erreichen, während

in Richtung Osten die A38 führt. Gemeinsam

mit dem Standort Kassel kann Göttingen

die ideale Lage inmitten Deutschlands

nutzen, um sich als Logistikregion zu profilieren.

VS

Vorteil Varel

Logistik Port und Aeropark sind zentrale

Bausteine des Wirtschaftsstandorts Varel.

Varel in der Metropolregion Bremen-Oldenburg

liegt in absehbarer Zeit im Schnittpunkt

zweier wichtiger Autobahnen: der

A29, die direkt zum Chemiestandort und

Tiefseehafen in Wilhelmshaven führt, und

der A20, die die Wirtschaftsräume zwischen

den Niederlanden, Hamburg und

den Ostsee-Anrainerstaaten erschließt. Im

Technologiezentrum wird die Optimierung

und Weiterentwicklung der metallischen

Werkstoffbearbeitung vorangetrieben, das

Ausbildungszentrum bietet Ausbildung und

Weiterbildungsmaßnahmen auf höchstem

Niveau. Das ‚Machining Innovations Network‘

führt die verschiedenen Partner

in der metallverarbeitenden Zerspanung

zusammen.

Die Gewerbeansiedlung zielt auf Produktions-

und Dienstleistungsunternehmen,

die von der Nähe zu den Häfen im

Nordwesten und zur Luft- und Raumfahrtindustrie

profitieren wollen oder sich

durch das Gesamtkonzept der Standortentwicklung

angesprochen fühlen, in dem

die Erneuerbaren Energien eine herausragende

Rolle spielen. Große Firmennamen

zeugen vom Vorzug Varels: Premium Aerotec,

Bahlsen, Deutsche Windguard und

Thyssen Krupp Aerospace.

VS

Bildnachweis: Niedersächsische Staaskanzlei, Jacqueline Doyen, Renate von Mangoldt,

Niedersächsisches Kultusministerium, Cordes/HAUM, Adele Marschner

Bildnachweis: Theodoro da Silva, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing Varel


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I n t e r n at i o n a l

E x pa n s i o n

j u b i l ä u m

T e c h n i k

Präsent

Hoch hinaus

Ein Jahrzehnt NordWestBahn

Problemlöser

Ein neues Internet-Angebot bietet Unternehmen

internationale Kontakte.

Die Truck- und Trailervermietung Pema baut ihr Geschäft in Norddeutschland weiter

aus – zuletzt mit einem Stützpunkt in Bremen.

Die NordWestBahn feiert ihren zehnten Geburtstag – ein Zug mit Schleife fährt aus

Anlass des Jubiläums durch die Lande.

Wenn das „Qualmen“ am Arbeitsplatz

mal wieder zum Problem wird.

Die Niedersachsen Global GmbH vermarktet

den Standort Niedersachsen international

auf Messen und Ausstellungen, im

Rahmen von Delegationsreisen sowie über

die niedersächsischen Repräsentanzen und

Partner im Ausland. Durch die neue, in

Zusammenarbeit mit der regio gmbh aus

Oldenburg aufgebaute Unternehmensdatenbank

sind niedersächsische Unternehmen

bei allen Aktivitäten immer „mit im

Gepäck“. So bieten sich diese den ausländischen

Interessenten als Lieferant von Produkten

und Dienstleistungen an.

Aktuell sind bereits über 2.000 international

tätige Unternehmen aus den niedersächsischen

Schwerpunktbranchen

wie Automobil, Luftfahrt, Logistik etc. mit

einem ausführlichen Profil über das Internetportal

zu finden. Möglich wurde diese

Realisierung in kurzer Zeit durch eine

Kooperation mit bereits etablierten Datenbanken

des Netzwerks RegIS-Online, von

hannoverimpuls sowie der Weserbergland

AG. Weitere niedersächsische Unternehmen

sind immer willkommen und können

sich in der Regel kostenfrei eintragen. VS

Weitere Informationen finden sich auf

www.nglobal.de

Mit 21 Niederlassungen in neun europäischen

Ländern gibt man sich bei Pema

nicht zufrieden. Expansion kennt bekanntlich

keine Grenzen. In Polen, Belgien,

Dänemark, Schweden, Rumänien, Slowakei,

Tschechien und der Schweiz ist

die Firma mit ihren Niederlassungen, Servicestützpunkten

und dem Verkauf von

Gebrauchtfahrzeugen bereits vertreten.

Aber auch in Deutschland stehen die Zeichen

auf Wachstum. Zuletzt hat die Firma

mit Hauptsitz in Herzberg am Harz auch

in Bremen einen idealen Kandidaten für

eine weitere Niederlassung gefunden. „Der

Standort in Bremen ist strategisch sehr

wichtig für die weitere Geschäftsentwicklung

in Norddeutschland“, so Wolfgang

Krauss, der die Filiale leitet.

Die Pema GmbH, gegründet 1976, ist

einer der größten herstellerunabhängigen

Lkw- und Trailervermieter in Europa. 550

Mitarbeiter bringen hier insgesamt 15.000

Fahrzeuge an den Mann – das sind rund

2.500 Kunden aus Industrie, Handel und

öffentlicher Verwaltung. Besonderes Alleinstellungsmerkmal

der Firma: ein umfassender

Service; das Angebot reicht von Reparaturen

in den firmeneigenen Werkstätten

über Zollabwicklung bis hin zur Überführung

des Fahrzeugs in ein anderes Land.

Auch bei Finanzierungs- und Leasingfragen

berät Pema. Bei Pema ist man der Überzeugung,

dass ein perfekt abgestimmter Service

aus einer Hand kommen muss. Der

Fuhrpark des Unternehmens beginnt beim

Zwölftonner mit den unterschiedlichsten

Aufbauten und geht bis zu Anhängern und

Aufliegern mit Pritschen-, Koffer-, Kipp-,

Container- oder Kranaufbau.

In der Filiale in Bremen steht zudem

ein breites Sortiment an Bau-, Kühl-,

Tank-, Entsorgungs- und Silofahrzeugen

bereit. Im Rahmen der „Full Service Miete“

werden die Fahrzeuge auf Wunsch sogar

in den entsprechenden Hausfarben geliefert.

Die Vertragslaufzeiten sind dabei flexibel,

die Fuhrwerke können bis zu vier

Jahre gemietet werden. Dabei ermöglicht

es der Flexi-Tarif den Kunden, während der

Laufzeit zwischen verschiedenen Fahrzeugen

zu wechseln.

In den drei Jahrzehnten seiner Geschichte

hat Pema sich beständig weiterentwickelt

und die sich bietenden Möglichkeiten

genutzt – mit konsequentem

Angebotszuschnitt auf den Kundenbedarf.

Seit 2008 gehört die Pema zum Konzern

SG Equipment Finance.

VS

Die NordWestBahn mit Sitz in Osna brück

wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen,

als die große Bahn-Privatisierungswelle

einsetzte. Seither sind ihre Züge auf den

Schienen in der Weser-Ems-Region auf

einem Streckennetz von über 1.300 Kilometern

unterwegs. Aktuell bedient die

NordWestBahn 15 Linien in Niedersachsen

und Nord rhein-Westfalen, die von der

friesischen Küste zum Weserbergland bis in

die Region Rhein-Ruhr reichen. Als besonderer

Botschafter des zehnjährigen Jubiläums

ist ein eigens gestalteter Jubiläumszug

samt roter Schleife unterwegs, der dieses

Jahr entlang der Fahrtstrecke Passanten

und Reisende auf den Geburtstag aufmerksam

machen soll.

In den zehn Jahren ihrer Existenz

hat die NordWestBahn ihr Profil entwickelt

und geschärft. Ein Schwerpunkt

ihrer Angebote liegt auf verschiedenen

Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Ein

Projekt läuft unter dem Namen „Streifzüge“,

durch die bequeme Tagesausflüge

an die Nordsee ermöglicht werden. Während

der Ausflüge sorgt die NordWestBahn

für das Programm, indem sie beispielsweise

den Zugang zu naturkundlichen Führungen

und exklusiven Segeltörns organisiert.

Ein weiteres Angebot ist der „RadPlaner“,

durch den die NordWestBahn Sportlern

helfen möchte, Radfahren und Bahnfahren

zu kombinieren. In dem Planer gibt

es verschiedene Streckenbeschreibungen,

in denen Informationen wie Dauer und

Schwierigkeitsgrad, Sehenswürdigkeiten

und Kartenempfehlungen erfasst sind.

Stellt die NordWestBahn mit dem Rad-

Planer die Informationen zum Eigenmanagement

bereit, so bietet sie im Zusammenhang

mit der Aktion „Klasse Fahrt“

auch die Organisation eines Ausflugs an.

Hier können Lehrer Klassenfahrten in

Absprache mit der NordWestBahn gestalten.

Die angebotenen Leistungen beinhalten

die Berechnung eines Komplettpreises,

Planung der Anreise sowie Organisation

von pädagogischen Veranstaltungen und

Führungen.

Aktuell werden im Zuge des Projekts

„Niedersachsen ist am Zug!2“ 40 Bahnhöfe

ausgebaut – darunter der Hauptbahnhof

in Osnabrück. Ein weiteres Anliegen

ist die Regio S-Bahn Bremen/Niedersachsen.

Diese soll im Dezember 2010 eingeweiht

werden und macht die NordWest-

Bahn zum ersten privaten Betreiber eines

ganzen Regio-S-Bahn Netzes.

MP

Ein Kollege ist mal wieder rauchen und

nicht erreichbar; eine rauchende Menschentraube

im Eingangsbereich – ähnliche

Situationen kennt man. Das „Vertreiben“

der rauchenden Kollegen vor die Tür stellt

in der Regel jedoch die teuerste Lösung dar.

Lange Abwesenheit stört die Arbeitsprozesse,

hinzu kommt die Fragestellung, wie

respektvoll man mit zwar rauchenden aber

dennoch leistungsfähigen Mitarbeitern

umgehen möchte.

Eine Lösung, die zudem den Zigarettenkonsum

im Betrieb insgesamt verringert,

bietet das schwedische Unternehmen

Smoke Free Systems. Arbeitsplatznah,

sauber und kosten- sowie energieeffizient

werden negative Begleiterscheinungen

des Rauchens eliminiert: keinerlei

Belastung mehr durch schädlichen Passivrauch,

Brandrisiken sind ebenfalls ausgeschlossen.

Der Clou steckt in der Technik

der Raucherkabinen: Ein Filtersystem

nimmt den Rauch quellennah auf, das

Asche-Entsorgungssystem reduziert Reinigungskosten

und macht zudem Aschenbecher

andernorts überflüssig.

VS

Näheres zum Thema unter

www.smokefreesystems.de

Bildnachweis: regio gmbh, Pema

Bildnachweis: NordWestBahn, Smoke Free Systems


12 Magazin regjo niedersachsen regjo niedersachsen Magazin 13

G o r l e b e n

H a r b u r g

W e s e r b e r g l a n d

P e i n e

Alle Jahre wieder

Vielversprechender Start

Mut zur Veränderung

Das alte Revier

Anfang November ist es wieder so weit:

Atommüll kommt nach Gorleben.

Die Initiative „StartUp und Innovation“ im Landkreis Harburg hilft auf unkomplizierte

Weise Existenzgründern und Unternehmen.

Die Weserbergland-AG schafft Möglichkeiten für wirtschaftlich neue Wege im Weserbergland

durch interkommunale Kooperation.

Peine profiliert sich – zwischen den Großen

Braunschweig und Hannover.

Der Castortransport von der Wiederaufarbeitungsanlage

in La Hague in Frankreich

bis in das Zwischenlager Gorleben findet

üblicherweise einmal im Jahr statt, diesmal

im November.

Die Diskussion um Gorleben ist heiß.

Die Kritik in großen Teilen der Bevölkerung

richtet sich allgemein gegen Atomkraft

sowie speziell gegen den Endlagerstandort

in Gorleben. Im Moment dient Gorleben

nur als Zwischenlager, der Atommüll wird

in einer Betonhalle aufbewahrt. Das Salzbergwerk

wird von der Regierung als Endlagerstandort

favorisiert, obwohl Experten

eine mangelnde Eignung attestieren. Gegner

geben entsprechend zu bedenken, dass

das Deckgebirge und der Salzstock zu viele

Schwachstellen aufweisen: Der Salzstock

besteht teils aus löslichem Kalisalz und das

Deckgebirge ist löchrig. Außerdem ist es

wahrscheinlich, dass unter dem Salzstock

hochexplosive Erdgasvorkommen sind.

Trotzdem möchte die Regierung keine

neue Suche nach einem anderen Endlagerstandort

starten, sondern weiter Geld für

eine Erkundung des Salzstocks in Gorleben

ausgeben. Nachdem das Land Niedersachsen

zugestimmt hat, wird jetzt die Untersuchung

wieder aufgenommen.

MP

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft im

Landkreis Harburg mbH (WHL) unterstützt

das wirtschaftliche Gedeihen ihrer Region

– das südliche Zentrum der Metropole

Hamburg. Das 1998 gegründete kommunale

Kompetenzzentrum berät Kommunen

sowie Unternehmen, vermittelt Gewerbegrundstücke,

begleitet Existenzgründungen

und bewirbt den Wirtschaftsstandort

Landkreis Harburg.

Aktuelle Neuheit im Angebotsportfolio

der WHL ist die im Mai dieses Jahres

ins Leben gerufene „Initiative Start-

Up und Innovation“ (ISI), deren Vorträge

und Workshops im frisch gebauten ISI Business

Centrum Buchholz stattfinden. Zudem

bietet der Gebäudekomplex Büroflächen

für Unternehmen, die sich in der Region

ansiedeln wollen. ISI bietet Existenzgründern

in diesem Zusammenhang ein umfassendes

Servicepaket. Während der Gründungsberatung

werden Fragen wie „Was

ist ein Gründungskonzept und wie gestalte

ich eines“, „Wie bekomme ich Fördermittel“

oder „Welche Formalitäten muss ich bewältigen“

geklärt. Es werden neben diesem

Gründercoaching zudem Seminare und ein

Gründungsstammtisch angeboten. Dieser

fungiert als Informations-, Erfahrungsund

Kontaktbörse und tagt rund viermal

im Jahr mit über 100 Gästen.

Neben der Existenzgründungshilfe ist

die Innovations- und Technologietransferberatung

das zweite Aushängeschild von

ISI. Denn durch dieses Angebot besteht im

Landkreis Harburg erstmalig für Unternehmer

die Möglichkeit einer kostenfreien

Beratung zu diesem Thema. Gemeinsam

mit dem Transferzentrum Elbe-Weser

(TZEW) werden Lösungen für technologische

Fragestellungen gefunden. Das TZEW

übernimmt die Verzahnung zwischen den

Unternehmern der Region, den Hochschulen

und Forschungseinrichtungen sowie

den Einrichtungen der kommunalen Wirtschaftsförderung.

So können Lösungen zu

Entscheidungen, die den Einsatz neuer

Technologien betreffen, erarbeitet werden.

Eine vertiefende Beratung umfasst in der

Regel einen Tag. Neben der Beratung vermittelt

das TZEW außerdem Praktika zwischen

Unternehmern und Studenten. VS

Weitere Informationen über die Initiative unter www.wlh.eu/465.0.html oder verlinkt auf den Seiten

der Wirtschaftsförderung unter www-wlh.eu

Seit die Weserbergland-AG 2004 von den

drei Landkreisen Schaumburg-Lippe,

Hameln-Pyrmont und Holzminden sowie

20 weiteren Unternehmen gegründet

wurde, ist sie ein aktiver Partner für die

regionale Wirtschaft im Weserbergland. Die

Weserbergland-AG konzentriert sich dabei

auf drei Aufgabenbereiche: die Förderung

von Existenzgründungen, die Förderung

des Wachstums bestehender Unternehmen

und die Förderung eines regionalen

Unternehmensnetzwerks.

Ziel ist die Etablierung der Marke

„Wirtschaftsraum Weserbergland“. Zu

diesem Zweck wird seit Herbst 2010 das

Standortmarketing verstärkt vorangetrieben.

Außerdem wird eine übergreifende

Wirtschaftsförderung unterstützt, die eine

effektive Kommunikation der regionalen

Unternehmen sicherstellen soll. Eine große

Hilfestellung ist in diesem Zusammenhang

die regionale Suchmaschine WIS Weserbergland.

Diese gibt Auskunft über Unternehmen

der drei Landkreise. In den Foren

„Suche/Biete“ und „Veranstaltungen“

kann mit anderen regionalen Unternehmen

kommuniziert und kooperiert werden.

Auch ein regelmäßig stattfindendes Unternehmerfrühstück

unterstützt eine produktive

Interaktion untereinander.

Aktuell werden vorrangig die Projekte

„Praktikumsnetzwerk – studienorientiert“

und „BioenergieRegion – Erneuerbare

Energien unterstützen regionale Wertschöpfung“

umgesetzt. Das erste Projekt hat

zum Ziel, Abiturienten der Region einen

guten Start ins Berufs- und Studienleben

durch studienorientierte Praktika zu geben.

Dazu wird ein vielfältiges Angebot an

Praktikumsstellen zusammengestellt. Das

zweite Projekt findet im Rahmen der Initiative

„Energieregion Weserbergland Plus“

statt, durch welche die Weserbergland-

AG die Chancen im Bereich erneuerbarer

und alternativer Energien für das Weserbergland

nutzen möchte. Ziel des Projekts

ist, den Energieverbrauch zukünftig verstärkt

mit regional produzierter Energie aus

regenerativen Energieträgern zu decken.

Schließlich ist der Einsatz von erneuerbaren

und alternativen Energien ein wichtiger

Wirtschaftsfaktor.

MP

Weitere Informationen zur Weserbergland AG und den angebotenen Projekten und Services finden

sich im Internet unter www.weserberglandag.de

Peine ist eine liebens- und lebenswerte

Stadt mittlerer Größenordnung mit etwa

50.000 Einwohnern im Herzen von Niedersachsen

zwischen Hannover und

Braunschweig. Der Wirtschaftsstandort

Peine kann mit besonderen Vorteilen aufwarten

und besticht unter anderem mit

einer leistungsfähigen, gut ausgebauten

Infrastruktur: Die Stadt liegt verkehrsgünstig

an der Bundesautobahn A2 und

hat optimale Anbindungen an das Eisenbahnnetz

sowie eine direkte Lage am Mittellandkanal

mit einem leistungsfähigen

Binnenhafen.

Neben der belebten Fußgängerzone

in der Innenstadt mit vielen historischen

Sehenswürdigkeiten sowie kulturellen

und gastronomischen Treffpunkten bietet

Peine vollerschlossene Gewerbegebiete und

moderne Unternehmensparks, die Gewerbebetrieben

hervorragende Bedingungen

bieten. Hinzu kommt ein attraktives Umfeld

mit großem Wohn- und Freizeitwert sowie

ein gutes Betreuungs- und Bildungsangebot

für die nachwachsende Generation.

Kurz gesagt: Peines Flair und die gewerbliche

Vielfalt schaffen in dieser Kombination

ideale Voraussetzungen für Existenzgründer

und Unternehmen, die sich hier ansiedeln

möchten.

SG

Bildnachweis: Bente Stachowske/Greenpeace, Wirtschaftsförderungsgesellshaft im Landkreis Harburg

Bildnachweis: Weserbergland AG, Christian Bierwagen


14 interview regjo niedersachsen regjo Niedersachsen interview 15

„Global verfügbar und flexibel“

Ein Gespräch mit Florian Reinhold, Key Account Manager beim IT-Dienstleister MOD, über die Chancen durch Cloud

Computing und individuelle IT-Lösungen für mittelständische Unternehmen.

Florian Reinhold, 24, hat nach einer Ausbildung zum Fachinformatiker

Systemintegration IT-Betriebswirtschaftslehre studiert. Seit 2008

ist er bei der MOD Gruppe im Bereich Marketing und Vertrieb als Key

Account Manager tätig. Dort betreut er die Großkunden der MOD im

Bereich IT.

Interview: Sven Grünewald Illustration: Lars Weber (Bild: MOD)

Was genau versteht man eigentlich unter Cloud Computing?

Cloud Computing steht primär für die Konzentration von technischen

Ressourcen auf zentrale übergeordnete Rechenzentren. Ziel

ist es dabei, als Unternehmen verschiedene Dienste an zentrale

Stellen auszulagern, um Ressourcen einzusparen und die Effizienz

zu steigern. Wichtig hierbei ist die Betrachtung der unterschiedlichen

Formen der Cloud-Lösungen. Die populärste, aus den Medien

bekannte Variante sind Public Cloud Lösungen. Diese sind bekannt

durch Google oder Microsoft, die über das Internet Daten bereitstellen.

Dem gegenüber steht die Private Cloud, bei der zugleich

der Anwender als auch der Dienstleister innerhalb eines Unternehmens

anzutreffen sind – in Form einer zentralen IT. Aber gerade in

der Business IT für den Mittelstand erweist sich die Hybrid Cloud

als sinnvoller: Hybrid Cloud verfolgt den Ansatz, sich bei rechtlich

unbedenklichen Diensten und Services der Public Cloud zu bedienen

und daran angedockt eine Private Cloud zu nutzen. MOD bietet

zum Beispiel den Service, in einem Rechenzentrum im jeweiligen

Unternehmen personenbezogene Daten in der Private Cloud

zu speichern und zu verwalten, während andere Dienste über die

Public Cloud laufen. Ich habe somit keinen Sicherheitsverlust, sondern

im Gegenteil sogar zusätzliche Sicherheit.

Seit wann gibt es diesen Trend?

Diese Entwicklungsansätze sind vermehrt schon die letzten zwei

Jahre im Gespräch. Eine ganz wesentliche Voraussetzung war und

ist der stärkere Ausbau der Internetverbindungen, gerade auch

in ländlichen Gebieten, wo man häufig mittelständische Unternehmen

findet. Mit Erfüllung der Voraussetzungen bieten Cloud

Lösungen dem Mittelstand jetzt gute Chancen, ebenfalls Alleinstellungsmerkmale

über die IT zu realisieren. Große Unternehmen

arbeiten über eine strategische IT-Abteilung bereits auf einer

abstrakteren Ebene und fokussieren die Ausrichtung auf die Unternehmens-Strategie

– was teils mit hohen Kosten verbunden ist und

daher von KMUs gescheut wurde.

Cloud Computing ist ja auch Topthema der Cebit 2011. Warum

denken Sie, dass darin die Zukunft liegt?

Weil Cloud Computing große Effizienzsteigerungen auslöst, die

häufig mit geringen Kosten verbunden sind. Die IT wird zukünftig

noch ergebnis- und nutzenorientierter sein. IT-Entscheider können

über die Wolke abstrakte Dienste beziehen, wobei die eingesetzte

Hard- und Software keine Rolle spielt. Die Anforderungen

an Mobilität sind insbesondere seit dem „Internet für alle“ stark

gestiegen. Cloud Lösungen sind der nächste Schritt, weil man Services

global verfügbar hat und gleichzeitig wesentlich flexibler und

effizienter wird: Statt eines eigenen Servers, der im Schnitt nur 20

Prozent ausgelastet ist, kaufen Sie in Zukunft die Services, die Sie

brauchen – heute 20 Prozent, morgen 60 Prozent.

Was für Vorteile sind damit verbunden, insbesondere für

Mittelständler?

Ganz allgemein kann die Nutzung solcher zentralen Services, wie

ein Cloud-Konzept sie beinhaltet, bis zu 30 Prozent Kostenersparnis

in der IT bedeuten. Das sind Mittel, die dann natürlich für

andere Bereiche zur Verfügung stehen, sei es im Marketing oder in

der Weiterentwicklung meiner Produkte. Cloud Computing lohnt

sich dabei grundsätzlich, die Unternehmensgröße ist egal. Die reine

Public Cloud ist aber nicht immer richtig. Man muss gezielt vorgehen

und schauen, welches der richtige Ansatz ist.

Haben Sie ein Beispiel parat?

Die MOD bietet beispielsweise im Bereich Email Sicherheit und

Archivierung einen Cloud Service und bedient sich hierbei der

Services des Herstellers. Als Dienstleister vor Ort übernehmen wir

den Betrieb des Services für den Kunden und sorgen durch Servicemanagement

für die Sicherheit. Als Private Cloud Lösung können

wir dem Kunden hier noch mehr Sicherheit bieten. Über die Public

Cloud Lösung des Herstellers erzielen wir die höchste Effizienz und

liegen für die Email Sicherheit bei circa ein Euro pro Benutzer im

Monat. Insbesondere für die Archivierung kann ich so Freiräume

schaffen, da ich mich nicht um Speicherkapazität und damit verbunden

dem schnellen technologischen Wandel kümmern muss.

Wo liegen die Nachteile der Technik?

Grundsätzlich steht immer die Frage der Datensicherheit im Raum

– man geht letztlich in verschiedenen Bereichen immer mit personenbezogenen

Daten um, für die es immer neue Datenschutzvorschriften

gibt. Da muss man einen End to End Security Ansatz

fahren: Ich muss vom Endgerät bis zu zentralen Services im

Rechenzentrum oder der Cloud ein eindeutiges Sicherheitskonzept

haben. Beim Cloud Computing herrscht oft die Einschätzung

vor, dass man keinen Einfluss mehr auf die Sicherheit der eigenen

Daten hat. Eher ist das Gegenteil der Fall, wenn man beispielsweise

mit einem Dienstleister zusammenarbeitet, der ein konsistentes

Servicemanagement hat.

Wie wird sich der Markt weiter entwickeln?

Ich denke, dass sich im IT-Markt das Thema Cloud Computing auch

im Bereich KMUs durchsetzen wird, auch wenn dort die Zukunft

in Hybrid-Lösungen liegen wird, die ein Optimum an Effizienz

darstellen. Es wird immer Bereiche mit sensiblen Daten geben,

die im Unternehmen bleiben, gegebenenfalls gemanagt von einem

Dienstleister wie MOD. Ein Großteil von Standard-Services kann

aber sicher über die Wolke betrieben werden.

Wird sich die Landschaft in der IT-Branche dadurch nachhaltig

verändern?

Letztlich ändern sich nicht die Themen, sondern vielmehr haben

wir einen neuen Ansatz zur Lösung von Fragestellungen. Die

Anforderungen an den Kunden oder die IT sind die gleichen. Eine

große Veränderung wird es stattdessen im IT-Dienstleisterbereich

geben. In Zukunft werden wir über IT-Strategie und Services

reden. Die Dienstleister werden service- und ergebnisorientierter.

Wie steht es mit dem Umweltgesichtspunkt, Stichwort Green IT?

Bei Cloud Computing reden wir von Zentralisierung auf weniger

Rechenzentren, die gleichzeitig sicherer und performanter sind.

Dabei bedienen sich diese Konzepte der bekannten Virtualisierungstechnologien,

wodurch Server dann nicht nur zu 20 Prozent,

sondern zu etwa 80 Prozent ausgelastet werden können. Ein

Standard-Service wird vielen Kunden beispielsweise über „Pay per

Use“ Modelle angeboten, wodurch wir besser mit den Ressourcen

arbeiten und diese auslasten können. So erreiche ich eine höhere

Effizienz, das heißt, ich brauche einfach keine eigene zusätzliche

Serverhardware aufzustellen, die Strom verbraucht und Abwärme

erzeugt.


16 interview regjo niedersachsen regjo Niedersachsen interview 17

Hinter jede Kuh ein Beamter?

Joachim Wahlbrink Jahrgang 1953, wuchs in Osnabrück auf, studierte später Jura. Etappen seiner Verwaltungslaufbahn waren die Niedersächsische

Steuerverwaltung, das Niedersächsische Innenministerium und die Niedersächsische Staatskanzlei – dort war er auch als Datenschutzbeauftragter

des Hauses tätig. Vor seiner Wahl zum Landesbeauftragten für den Datenschutz arbeitete er im Innenministerium als Referatsleiter

im Bereich der Kommunalaufsicht. Das Innenministerium hat derzeit noch die Fach- und Dienstaufsicht über die Datenschützer. Das soll sich

zum Jahreswechsel ändern, indem eine eigene Behörde eingerichtet wird und keine Weisungsgebundenheit mehr besteht – wie es ein Urteil des

Europäischen Gerichtshofs vorschreibt.

Ein Gespräch mit Joachim Wahlbrink, oberster Datenschützer Niedersachsens, über das Bewusstsein für Datenschutz,

die Sicherheitsillusion flächendeckenden Kameraeinsatzes und den schleichenden Verlust der Bürgerrechte.

Interview: Sven Grünewald Fotografie: Johanna Lal

Herr Wahlbrink, wie ausgeprägt ist das Bewusstsein für den

Datenschutz?

Man kann sagen, dass Deutschland vor fünf Jahren noch eine

Datenschutzwüste war. In der Praxis wurde Datenschutz von vielen

nicht ernst genommen oder das Thema war kaum bekannt; das

galt sowohl für Behörden als auch für Betriebe und Privatleute.

Es hat zwar immer die Forderungen der Datenschutzbeauftragten

gegeben, aber ein Skandal bringt letztlich mehr als 1.000 Argumente.

Und da war der eigentliche Wendepunkt Lidl, die Bespitzelung

der Mitarbeiter durch Detektive. Danach kamen weitere

Skandale bei Post, Bahn, Postbank, Daimler und all die anderen

Überwachungsgeschichten.

Wir erleben auch einen zunehmenden „Überwachungshype“ mit

Kameras im öffentlichen Raum – Sie sprechen von einer Sicherheitsillusion

...

Die öffentlichen Kameras bringen erschreckend wenig. Wenn die

Täter wissen, dass da überwacht wird, gehen sie woanders hin.

Der Verdrängungseffekt liegt ja auf der Hand. Und im Zweifel können

sie sich noch eine Mütze über den Kopf ziehen. Es gibt einen

Bericht des Hamburger Innensenators über die Reeperbahn, die

wird seit Jahren mit Kameras überwacht. Darin steht, dass das so

gut wie nichts gebracht hat. Denn was passiert da eigentlich? Das

subjektive Sicherheitsgefühl wird erhöht. Wenn dann aber trotzdem

die alte Frau in der Eisenbahnunterführung ihrer Handtasche

beraubt wird, ist nicht nur die Sicherheit im Schredder, sondern es

gibt einen viel größeren Verlust, nämlich den des Vertrauens in die

Versprechen der Polizei. Deswegen spreche ich von der Sicherheitsillusion,

weil die ganze Kriminalitätsabwehr – Sicherheit in Bahn

und Bussen und dunklen Tiefgaragen – weitgehend vergeblich ist.

Aktuell, im Brunner-Fall, hing auch eine Kamera am Bahnsteig –

man konnte ja nicht wissen, dass sie nicht funktioniert – und die

Täter haben es trotzdem gemacht.

Ein Argument ist ja, dass Kameras bei der Aufklärung helfen.

Ja gut, da sagt man dann: Hier ruht Martin Bauer, die Kamera

hat leider nicht funktioniert. Oder: Der Täter wurde gefasst, doch

das Opfer ist tot. Die Opfer sind nach wie vor da. Aber Überwachung

ist eben ein großes Geschäft. Eine Kamera der Polizei mit

Software und Verkabelung kostet schnell bis zu 100.000 Euro. An

einer einzigen Stelle.

Wie argumentieren Sie in solchen Fällen? Auf der einen Seite stehen

Freiheit und Unbeobachtetheit des Bürgers, was ein eher softes

Argument ist. Auf der anderen Seite steht das Spiel mit der

konkreten Angst, indem man sagt: Wir geben euch in irgendeiner

Form Sicherheit.

Es gibt das Argument, dass es überhaupt nichts bringt, wenn ich

zum Beispiel große Plätze in Städten überwache, weil keiner hinter

den Kameras sitzt. Dann ist auch der Eingriff nicht verhältnismäßig.

Das Bundesverfassungsgericht legt als Maßstab zudem den

Menschen zugrunde, der seinen Freiraum für ein positives Empfinden

braucht. Wie es ist, wenn man immer beobachtet wird, kennt

man doch von Geburtstagen. Sobald jemand anfängt, zu filmen,

spielt der eine verrückt, der andere zupft die Krawatte zurecht, je

nachdem, was er zu befürchten oder zu erhoffen hat. Das heißt,

wir verstellen uns. Deshalb sind auch die meisten Gastwirte gegen

Kameras, denn dadurch entsteht bei den Gästen ein Unbehagen

nach dem Motto: Wer weiß, was mit den Aufnahmen passiert,

wenn ich jetzt drei Glas Bier zu viel getrunken habe und nächste

Woche will ich vielleicht Ratsherr in der Gemeinde werden. Für

mich, als Mensch mit Bürgerrechtlerherz, hat das Methode. Man

gewöhnt die Leute langsam an immer mehr Überwachung. Einer

Untersuchung zufolge sitzen wir Deutschen pro Tag im Schnitt

unter 60, 70 Kameras, zum Teil auch noch mit illegaler Audio-

Erfassung. Die von den Kameras ausgehenden Funksignale können

jedoch von Dritten gescannt werden, die dann nicht nur alles

sehen, sondern auch hören, was unter den Mitarbeitern und Kunden

gesprochen wurde. Da braucht man nur einen Laptop und ein

elektronisches Teil für 40 Euro – auf Verschlüsselung der Signale

wird weitgehend verzichtet, weil es teurer ist.

Glauben Sie, dass der Kontrollwahn in Firmen wie Lidl oder der

Deutschen Bahn nur die Spitze des Eisbergs ist?

Ja. Aber das gerät in Bewegung. Lidl war hilfreich, ganz zynisch

gesagt, weil zum ersten Mal ein Chef gehen musste. Wenn Daten-


egjo Niedersachsen interview 19

schutz also Chefinteressen verletzt und diesen schaden kann, dann

ist es gut für den Datenschutz.

Haben Sie nach dem 11. September eine umfassende Beschränkung

der Bürgerfreiheiten wahrgenommen?

Ja, und zwar weltweit. Bei uns waren es sieben oder acht Wellen

von Gesetzesänderungen. Vieles davon wurde zwar unter dem Vorbehalt

einer Evaluierung beschlossen, aber es ist nie ernsthaft evaluiert

worden. Stattdessen wurde immer wieder draufgesattelt. Da

sind wir dann wieder bei der Salami-Taktik: Immer mal wieder ein

bisschen von den Bürgerrechten abschneiden und am Ende haben

Sie dann von ihrer Wurst nur noch den Zipfel. Die Verkümmerung

der Bürgerrechte passiert schleichend.

Wie ließen sie sich denn wieder zurückgewinnen?

Das ist schwierig. Die Polizei ist der Ansicht, dass alles, was technisch

machbar ist, auch eingesetzt werden muss. Stellen Sie sich

mal vor, die Finanzverwaltung würde das machen. Sie müsste hinter

jede Kuh einen Beamten stellen, damit die entsprechende Milch

auch richtig in den Verkehr kommt und nicht schwarz abgegeben

wird. Da muss man klar abgrenzen und das ist Aufgabe der Politiker.

Warum etwa gibt es in Niedersachsen kein Informationsfreiheitsgesetz

analog dem des Bundes?

Ganz einfach: Es hat zwei Versuche gegeben, einmal von der SPD

und einmal von der CDU, jeweils aus der Opposition heraus. Die

Regierungsmehrheit hat es dann immer abgelehnt. Das erklärt sich

weitestgehend dadurch, dass der Hauptwiderstand gegen diese Informationsfreiheit

von der kommunalen Seite kommt. Dort gibt es die

meisten Bürgerkontakte und die Kommunen fürchten eben eine

enorme Mehrarbeit, weil sie ständig irgendwelche Auskünfte geben

oder Akteneinsichten gewähren müssten. Und im Übrigen sollte

man sich auch mal die Informationsfreiheitsgesetze in anderen Ländern

und beim Bund anschauen: Dort reiht sich Ausnahme an Ausnahme,

so dass von Informationsrechten nicht mehr viel übrig bleibt.

Worin sehen Sie die Herausforderungen der kommenden Jahre?

Das sind schon eher Drohkulissen. Das Hauptproblem ist die technische

Revolution. Die Innovationszyklen waren früher Jahrtausende,

dann Jahrhunderte und heute sind es nur noch Fünfjahresschritte.

Es findet eine Neuerung statt, die zunächst viele Vorteile

hat, aber nach und nach kommen dann die Nebenfolgen. Beim

Handy sind es die vielen Überwachungsmöglichkeiten. Inzwischen

wird daran gearbeitet, den Missbrauch von Handydaten in

Grenzen zu halten. Aber dann kommt schon wieder die nächste

Revolution im IT-Bereich, die die vorherige überlagert – und wir

müssen ständig neue Kollateralschäden eindämmen. Jetzt gerade

werden fliegende Kameras erprobt. Die kann sich jeder kaufen

und mal beim Nachbarn drei Häuser weiter schauen, welche Frau

mit ihm auf dem Balkon sitzt. Früher hat man immer gesagt, so

viele Daten kann man gar nicht speichern – doch Speicher kostet

heute fast nichts mehr. Google etwa hat noch nie etwas gelöscht.

Oder wir haben bundesweit bei verschiedenen Stellen viele Daten

über den Arbeitnehmer – wenn man die in einer einzigen Datenbank

zusammenstellen würde! Horrorszenario: ein großes Attentat

in Deutschland. Dann heißt es: Alles, was wir machen können,

müssen wir machen. Dann werden alle diese Daten zusammengeschlossen,

etwa per Datenvereinigungsgesetz, so heißt das dann

vielleicht. Vielleicht kommen auch noch die Daten privater Firmen

dazu, Online-Bezahlsysteme etwa, und dann wissen die Sicherheitsbehörden

mit überschaubarem Einsatz und geringen Mitteln

von jedem einzelnen, was er macht, was er für ein Typ ist und so

weiter. Die Infrastruktur für diesen Überwachungsstaat haben wir

schon längst und die technischen Möglichkeiten werden immer

ausgefeilter. Da ist nur noch das Bundesverfassungsgericht davor,

das das verbietet.

Ist dem Gros der Bürger überhaupt bewusst, wie sehr sie sich

technisch schon ausgeliefert haben?

Nein. Wer sich darüber informiert, wird so langsam skeptisch. Aber

ich vergleiche es immer mit dem Umweltgedanken. Was haben wir

da früher an Regelungen gehabt? Nichts. Heute haben wir eine

breite Umweltgesetzgebung. Und so etwas Ähnliches wird es auch

im Datenschutz irgendwann mal geben. Hoffentlich. Im Endeffekt

ist das eine Weltanschauungsfrage. Das muss die nächste Generation

entscheiden.


egjo niedersachsen wirtschaft 21

Navigator im Behördendschungel

Seit dem 28. Dezember 2009 gibt es im Landkreis Grafschaft Bentheim einen zentralen kommunalen

Ansprechpartner, der Unternehmen in Genehmigungsverfahren unterstützt.

Text: Anders Seefeldt Fotografie: NINO SEG

Der Kontakt heißt Unternehmerbüro.

Im neuen Kompetenzzentrum Wirtschaft

in Nordhorn sitzt Udo Männel

und leitet das Büro, das zur neuen, zur

zentralen Anlaufstelle für Unternehmen

werden soll, die es in die Grafschaft

Bentheim zieht. Bisher war es

für ein Unternehmen nicht einfach,

wollte es in ein anderes Land expandieren.

Welche Genehmigungen von welchen

Stellen wofür eingeholt werden

mussten – oftmals ein Buch mit sieben

Siegeln. Diese Hürde soll nun fallen,

auch wenn sich bisher noch nicht

so weit herumgesprochen hat, dass es

inzwischen diesen zentralen Ansprechpartner

gibt.

Ein Beispiel illustriert, wie der

unternehmerische Grenzübertritt in

Zukunft ablaufen soll: „Ein niederländischer

Handwerksbetrieb könnte zu

mir kommen, weil er in Bad Bentheim

eine Niederlassung eröffnen will“,

beschreibt Udo Männel das Verfahren.

„Dann bekommt er von mir vollständige

Informationen darüber, welche

Erlaubnisverfahren er durchlaufen

muss, in welche Register er sich eintragen

und welche Anzeigen er erstatten

muss. Nach Rücksprache mit den

Fachbehörden erhält er dann von mir

alle nötigen Antragsunterlagen und

gibt sie zwecks Weiterleitung wieder

an mich zurück.“ Angesichts der Tatsache,

dass Behördendeutsch nicht jedermanns

Sache ist, erklärt und bespricht

Udo Männel die Formulare dann auch

mit dem Unternehmer. Und falls noch

Rückfragen seitens der Behörden auftauchen

– der Kontakt im gesamten

Genehmigungsverfahren mit dem

interessierten Unternehmer läuft einzig

über das Unternehmerbüro.

Die EU-Dienstleistungsrichtlinie

schrieb vor, dass spätestens zum

Jahresbeginn 2010 europaweit zentrale

Ansprechpartner für Unternehmen

benannt werden, um den grenzüberschreitenden

innereuropäischen

Dienstleistungsverkehr zu vereinfachen.

In der Grafschaft Bentheim geht

man allerdings noch einen Schritt weiter

als die EU-Vorgaben vorsehen: „Der

Umfang des Angebots ist bei den verschiedenen

Behörden unterschiedlich“,

meint Udo Männel. „Eigentlich

ist der Ansprechpartner nur für EU-

Unternehmen vorgesehen, wir bieten

den Service aber auch anderen Interessenten“

– seien es außereuropäische

Unternehmen oder Unternehmen

aus dem Inland. Besonders wichtig

sind dem Unternehmerbüro auch die

Bestandsunternehmen, die den Service

selbstverständlich ebenfalls in

Anspruch nehmen dürfen. „Und wir

bieten den Service auch für Berufsfelder

an, die von der Richtlinie eigentlich

ausgenommen sind. Beispielsweise darf

neben einem Immobilienmakler auch

ein Versicherungsmakler das Angebot

nutzen, obwohl die Versicherungsbranche

ausgenommen ist“, so Männel.

Aber auch in umgekehrte Richtung

wird man im Unternehmerbüro

tätig, quasi im Unternehmensexport.

Wenn ein heimischer Interessent etwa

nach Kanada will, so bemüht sich Udo

Männel, einen entsprechenden Kontakt

herzustellen und erste Gespräche

zu führen. Ganz allgemein steht Flexibilität

ganz oben auf der Serviceliste,

insbesondere, wenn es um manchmal

kurios anmutende Anfragen geht: „Ein

deutscher Privatier wollte die Dienstleistung

eines niederländischen Unternehmens

in Anspruch nehmen. Die

aber meinten, das sei ihnen zu kompliziert.

Daraufhin hat er mich nach

Informationen gefragt und ich habe

sie ihm für die Niederländer zur Verfügung

gestellt.“ Mit dem Umzug der

Abteilung Wirtschaftsförderung in den

ehemaligen Nino-Hochbau soll der

neue Service durch das Unternehmerbüro

stärker beworben werden. Udo

Männel hofft dadurch auf eine weiter

steigende Nachfrage und darauf, zahlreiche

Unternehmen bei ihren Projekten

unterstützen zu können.

Das neue Unternehmerbüro des

Landkreises Grafschaft Bentheim sitzt

im Kompetenzzentrum Wirtschaft in

Nordhorn. Seit dem Herbst 2010 erhalten

hier Unternehmen Unterstützung in

Genehmigungsverfahren.


MobilitätsWirtschaft

regjo niedersachsen Automotive 23

Automobiles Netzwerk für eine starke Region.

Die Leitmesse für automotive Kompetenzen.

Linkes Bild: Dr. Francisco Javier Garcia Sanz (Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG), Prof. Dr. Martin Winterkorn

(Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG), Julius von Ingelheim (Vorstandssprecher der Wolfsburg AG) und Prof. Rolf

Schnellecke (Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg) bei der feierlichen Eröffnung. Rechtes Bild: Sandra Pupatello,

Ministerin für wirtschaftliche Entwicklung und Handel in Ontario, Kanada, mit Prof. Dr. Martin Winterkorn.

Internationale Zuliefererbörse

Herbst 2012

Wolfsburg | Allerpark

Europas Leitmesse

Die IZB Wolfsburg festigt in diesem Jahr ihre europäische Vorrangstellung als Leitmesse der Automobilzuliefererbranche.

Mehr als 700 Aussteller kamen in die VW-Stadt.

Veranstalter:

www.izb-online.com

Text: Volker Schönfeldt

Fotografie: Wolfsburg AG

Mit Zuwächsen bei Ausstellern und Fachbesuchern sowie

großer Zufriedenheit mit den geschäftlichen Ergebnissen

ist die 6. Internationale Zuliefererbörse IZB Anfang Oktober

in Wolfsburg zu Ende gegangen. Mit einem sehr guten

beziehungsweise guten Gesamteindruck von der Veranstaltung

fahren mehr als 90 Prozent der rund 48.000 Fachbesucher

aus aller Welt nach Hause. Viele der 729 Aussteller

aus 24 Ländern berichten über erfolgreiche Geschäftskontakte

und äußern sich optimistisch zum Nachmessegeschäft.

Deutlich gewachsen ist die Internationalität der

IZB: Inzwischen kommt mehr als ein Fünftel aller Fachbesucher

aus dem internationalen Raum. Von den außereuropäischen

Gästen waren besonders viele aus den diesjährigen

IZB-Partnerländern USA und Kanada angereist. Auch

aus Asien und Südamerika gab es zunehmendes Interesse

an dem Branchentreff. Mit den Zuwächsen bei allen wichtigen

Kennziffern und den durchweg positiven Umfrageergebnissen

baut die IZB ihre Position als Leitmesse der Automobilzulieferer

in Europa weiter aus. Auf der kommenden

IZB im Herbst 2012 stehen voraussichtlich die südamerikanischen

Staaten Brasilien und Argentinien im Fokus der

Fachmesse und des Rahmenprogramms.

„Zufriedene Aussteller und Besucher bestätigen uns:

Die IZB hat sich als bedeutende Innovations- und Marketingplattform

der internationalen Zuliefererbranche etabliert“,

freut sich Stephan Böddeker, IZB-Projektleiter der

veranstaltenden Wolfsburg AG. „Wie aus den Umfrageergebnissen

hervorgeht, wird die Messe zugleich immer

stärker als Termin für Geschäftsabschlüsse gesehen. Diese

Entwicklung werden wir als Veranstalter weiterhin mit

optimalen Rahmenbedingungen unterstützen.“ Julius von

Ingelheim, Sprecher des Vorstands der Wolfsburg AG, sagte

am Freitag in seiner Messebilanz: „Die IZB 2010 spiegelte

die verbesserte Stimmung in der Zulieferbranche wider. Das

war sowohl in den Messehallen als auch in den gut besuchten

Veranstaltungen des fachlichen Rahmenprogramms zu

spüren.“ Und Prof. Dr.-Ing. Bernd Wilhelm, IZB-Sonderbeauftragter

der Volkswagen AG, fügte hinzu: „Die außerordentlich

positive Resonanz der internationalen Fachwelt

zeigt uns, dass wir mit Zukunftsthemen wie ‚nachhaltige

Mobilität‘ und ‚Elektromobilität‘ den Nerv der Zeit getroffen

haben. Wir empfinden es als unsere Verantwortung,

diese Inhalte jetzt noch stärker der Öffentlichkeit zugänglich

zu machen.“

In den USA und Kanada ist in jüngster Zeit ein zunehmendes

Interesse an nachhaltiger Mobilität zu beobachten.

Dieser Wandel auf dem nordamerikanischen Automobilmarkt

sorgte auf der internationalen Zuliefererbörse für

ein reges Interesse an bilateralen transatlantischen Kooperationen.

Während deutsche Zulieferer mit ihrem Knowhow

auf dem Gebiet der „grünen Mobilität“ ihre Chancen

und Perspektiven auf dem nordamerikanischen Automobilmarkt

einer eingehenden Prüfung unterzogen, formulierten

nordamerikanische Unternehmen einen Bedarf an

innovativen Technologie-Transfers.

Darüber hinaus nutzten viele der insgesamt 110 USamerikanischen

und kanadischen Aussteller der IZB 2010

die Networking-Möglichkeiten der Messe für einen Markteintritt

in Europa. Philip D. Murphy, Botschafter der USA,

dazu: „Ich habe eben mit vielen amerikanischen Ausstellern

gesprochen. Sie sind froh, dass sie sich für eine Teilnahme

an der IZB entschieden haben. In diesem Jahr

sind 67 amerikanische Aussteller hier – bei der IZB 2008

waren es vier. Im Namen der amerikanischen Botschaft in

Deutschland möchte ich der Wolfsburg AG zu dieser großartigen

Schau gratulieren und danke allen Beteiligten für

die Ausrichtung und Organisation dieser wichtigen Handelsmesse.“


24 Automotive regjo niedersachsen regjo niedersachsen automotive 25

Perpetuum Mobile

Was ist bekannter als Niedersachsen? Volkswagen! Dass die Gleichung aufgeht, zeigt ein

kurzer Blick auf die Industrielandkarte: Niedersachsen, das ist Auto-Land. Vom Zulieferer

bis zur Zukunftsforschung.

Bild © Volkswagen AG


26 Automotive regjo niedersachsen

regjo niedersachsen automotive 27

Bild © Volkswagen AG

Passatproduktion im Volkswagen-Werk Emden – Laserschweißen an der Längstträgerstation.


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Bild © Volkswagen AG

Produktion des Tiguan im Volkswagen-Werk Wolfsburg – Qualitätsprüfung in der Lackiererei.


30 Automotive regjo niedersachsen regjo niedersachsen automotive 31

Text: Sven Grünewald

“Do you know Lower-Saxony?“ – “Um, no?”

– “It’s where Volkswagen comes from.” –

“Ah, yes, of course.” So oder ähnlich sieht’s

aus, versucht man außerhalb Deutschlands

für Niedersachsen Werbung zu machen.

Denn made in Germany – das sind nun

mal vor allem Autos der Konzerne Daimler

und VW. Doch ist VW nur die Spitze des

Eisbergs, dahinter stehen zahllose Unternehmen,

die bildlich gesprochen rund

ums Vierrad entstanden sind, sowie eine

starke Forschungslandschaft, die am Verkehr

und der Antriebstechnik von übermorgen

arbeitet. Wie groß die Bedeutung

der Automobilindustrie für Niedersachsen

ist, macht die Wirtschaftsförderungsgesellschaft

des Landes Niedersachsen, NGlobal

GmbH deutlich: „Die Fahrzeugindustrie ist

der wichtigste Wirtschaftssektor Niedersachsens.

Die Fahrzeug- und Zulieferindustrie

stellt 30 Prozent aller Arbeitsplätze in

Niedersachsen.“

Auf eine Landkarte aufgetragen

sieht das so aus: In Wolfsburg, Hannover

und Emden laufen Volkswagens Passat,

Golf, Touran, Tiguan und Nutzfahrzeuge

vom Band, in Bremen produziert

Mercedes seine C- und E-Klasse sowie den

SLK. Große automobile Produktionszentren,

die allesamt eng miteinander verflochten

sind, befinden sich zudem in Gifhorn,

Salzgitter, Braunschweig, Osnabrück

sowie in der „Peripherie“ des Landes, so in

Kassel und Hamburg. „Und von den 100

größten Autozulieferern weltweit haben

50 eine Niederlassung in Niedersachsen.

Allein damit wird schon die Bedeutung

des Automotive-Standorts Niedersachsen

deutlich“, fasst es Norbert Gebbe, Head of

Investment von NGlobal, zusammen. Eine

interaktive Datenbank mit Namen „Niedersachsen

get in touch“, die für die einzelnen

Schwerpunktbranchen des Landes

die jeweilige Infrastruktur in Funktion

zeigt, ist neuerdings auf Messen und Delegationsreisen

mit im Gepäck von NGlobal

und veranschaulicht potenziellen Partnern

plastisch, wie Automotive in Niedersachsen

aussieht: Zahllose Namen, die in der

globalisierten Welt des Automobils wohlbekannt

sind, finden sich im Land der

starken Pferde und Pferdestärken wieder:

Bertrandt, Bosch, Continental, Dräxlmaier,

IAV, Karmann, Magna, MAN, Varta, die

ZF Group – und doch nur eine kleine Auswahl

der zudem oftmals hochspezialisierten

Unternehmenslandschaft; daneben

Bild © Autostadt

Die Wolfsburger Autostadt. 2000 als Autoauslieferungszentrum für Neuwagen und Erlebnislandschaft gebaut, zog sie inzwischen über

21 Millionen Besucher an, im Schnitt täglich 6.000. Durchschnittlich werden hier ebenfalls täglich 550 Neuwagen übergeben.


32 Automotive regjo niedersachsen regjo niedersachsen automotive 33

Bild © Continental

sind hier die Leitmessen IAA Nutzfahrzeuge in Hannover, die dieses

Jahr über 1.700 Aussteller aus 43 Ländern anzog, und die IZB

in Wolfsburg mit über 700 Ausstellern aus 24 Ländern beheimatet.

Im Landkreis Gifhorn in direkter Nachbarschaft zu Wolfsburg

sieht man sehr deutlich die enge Verzahnung mit den automobilen

Produktionszentren: Den 32.000 Arbeitsplätzen dort (überwiegend

im Automotive-Bereich) stehen etwa 38.000 Auspendler gegenüber

und während das BIP des Landkreises eines der niedrigsten

in ganz Deutschland ist, ist die Kaufkraft eine der höchsten – VW

ist ein Lebensnerv, der ganze Regionen, insbesondere das südöstliche

Niedersachsen, geprägt hat; wo heute die 120.000 Einwohner

Stadt Wolfsburg liegt, war vor dem Krieg und der Werksgründung

nur das Schloss und vor allem viel feuchtes Brachland, wo

sich Rohrdommel und Eichhörnchen gute Nacht gesagt haben. Vom

KdF-Wagen, dem späteren Käfer, bis heute war es ein langer Weg,

doch ein Ende der Automobilentwicklung ist nicht abzusehen, im

Gegenteil. Es kündigt sich langsam aber sicher eine Revolution an,

an der vielerorts fleißig gewerkelt wird: Elektromobilität.

Elektromobilität ist das große Zukunftsthema: Unternehmen wie

Modellregionen forschen an der Umsetzbarkeit der Technik.

2009 verabschiedete die Bundesregierung einen nationalen Entwicklungsplan,

der vorsieht, aus Deutschland bis 2020 einen Leitmarkt

in Sachen Elektromobilität zu machen. Eine Million Elektro-Fahrzeuge

sollen dann auf den Straßen sein, bisher ist das noch

eine zu vernachlässigende Größe. Im Zuge der Initiative wurden

mehrere Modellregionen für Elektromobilität finanziert, eine liegt

in der Metropolregion Bremen Oldenburg. Dort liegt der Fokus auf

dem verkehrspolitischen Aspekt: „Wir bringen Elektrofahrzeuge

auf die Straße und schauen, was sie leisten können, wie die verschiedenen

Nutzer damit umgehen und wie eine passende Infrastruktur

aussehen kann“, beschreibt Dr. Gerald Rausch, Leiter der

Abteilung elektrische Systeme beim Bremer Fraunhofer-Institut für

Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung und gleichzeitig

Projektverantwortlicher der Modellregion. Seit Herbst 2009

ist man dabei, die nötige Infrastruktur aufzubauen, das heißt überhaupt

erst einmal die geplanten 100 Elektrofahrzeuge geliefert zu

bekommen, die IT- und Ladesäuleninfrastruktur aufzubauen sowie

Teilnehmer für die Testflotte zu gewinnen, die ein möglichst breites

Nutzerspektrum abdecken – Unternehmen, Fahrgemeinschaften,

Gelegenheitsfahrer. Auch über verschiedene Abrechnungsmodelle

wird intensiv nachgedacht, etwa „dass sich der Fahrer an

den Ladesäulen über Handy, Chipkarte oder RFID-Stick identifiziert“,

so Rausch. Vieles ist im Fluss und über einen Mangel an

Beteiligung kann sich die Modellregion auch nicht beklagen. „Die

Menschen sind neugierig. Bei den Unternehmen hingegen überwiegt

zwar das nüchterne Kalkül, ob es ihnen etwas bringt, aber

auch dort gibt es welche, die die Idee unterstützen, um damit ein

Zeichen zu setzen.“ Jenseits dieser Großversuche plant Volkswagen

für 2013/2014 den Golf blue-e-motion als reines Elektrofahrzeug

in Serie zu produzieren, etwas früher soll der E-Up kommen.

Der nationale Entwicklungsplan Elektromobilität sowie die

Modellregion konzentrieren sich auf reine Elektroautos oder

Hybrid-Antriebe. Daneben wird seit vielen Jahren auch an Antrieben

mit Brennstoffzelle gearbeitet – Wasserstoff reagiert mit Luft

zu Wasser und erzeugt dabei Strom, der als Antriebskraft genutzt

wird. Die technischen Schwierigkeiten waren groß, eine Marktreife

verschob sich immer weiter. Dr. Guido Weißman, Geschäftsstellenleiter

der niedersächsischen Landesinitiative Brennstoffzelle und

Elektromobilität, sieht mittlerweile aber einen hohen Reifegrad

der Technologie erreicht. „Beispielsweise laufen seit Jahren Busse

und Autos mit Brennstoffzelle erfolgreich im Alltagstest. Dennoch

gibt es auch hier weitere Optimierungspotenziale.“ Bei Volkswagen,

wo man parallel sowohl an elektrischen Batterieantrieben als

auch an der Brennstoffzelle forscht, geht man von einer Markteinführung

von Brennstoffzellenantrieben etwa ab 2020 aus. „Inzwischen

erreichen Brennstoffzellenfahrzeuge Entfernungen von bis

zu 500 Kilometern“, sagt Harthmuth Hoffmann, Pressesprecher

bei Volkswagen für das Themenfeld Technologie. Der Unterschied

zur Leistung von Verbrennungsmotoren ist jedoch noch deutlich.

„Ein heutiger Diesel liegt bei 1.200 Kilometern Reichweite. Aber

die Brennstoffzelle könnte letztlich eine mögliche Antwort auf

die Frage zur CO2-neutralen Langstreckenmobilität sein“, so Hoffmann.

Denn dort haben Elektroautos ihre Schwierigkeiten. Deren

Reichweite liegt bei etwa 150 Kilometern. Ebenso gestaltet sich das

„Tanken“ unterschiedlich; während Wasserstoff wie Benzin ruck

zuck im Auto ist, dauert das Batterieladen beim gegenwärtigen

Technikstand noch deutlich länger.

Zweigleisige Zukunft – Brennstoffzelle für Langstreckenmobilität

und Batterie für das Gros der kurzen Alltagsfahrten?

Die Statistik sagt, dass der überwiegende Teil aller Autofahrten

weniger als 20 Kilometer lang ist. Das heißt, gerade für den städtischen

oder Alltagsverkehr bieten sich Elektroautos an, die einen

sehr hohen Wirkungsgrad haben und sich bei längeren Standzeiten

gut und einfach aufladen lassen. Daher wird weniger von einer

Konkurrenz der beiden neuen Systeme gesprochen. „Aus Sicht

der Landesinitiative sind Brennstoffzellen und Batterien keine,

konkurrierenden Technologien“, bestätigt Guido Weißmann.

„Vielmehr sollte es das Ziel sein, die spezifischen Vorteile beider

Speicherkonzepte bedarfsorientiert einzusetzen.“ Bis entsprechende

Fahrzeuge jedoch in signifikantem Anteil auf den Straßen

Bei Continental Teves in Gifhorn wurden früher schwerpunktmäßig

Bremssysteme hergestellt. Inzwischen werden hier aber auch Elektromotoren

gebaut (siehe Bild). Continental zählt zu den größten Automobilzulieferern

weltweit – mit 143.000 Mitarbeitern in 43 Ländern.


34 Automotive regjo niedersachsen regjo niedersachsen automotive 35

BertrandT AG

Bild © Bertrandt AG

Die Bertrandt AG ist weltweit mit Entwicklungslösungen

für die internationale Automobil-

und Luftfahrtindustrie in Europa und den

USA tätig. Inzwischen sind an 31 Standorten

über 6.000 Mitarbeiter beschäftigt. In Tappenbeck

bei Wolfsburg entstand für die Zusammenarbeit

mit VW und Zulieferern ein Entwicklungszentrum

mit dem Schwerpunkt auf

kompletter Modul- und Fahrzeugentwicklung.

Im dortigen Fachbereich Versuch und Erprobung

(Bild) werden Produkte in vielen Bereichen,

wie Lebensdauer, Steifigkeit, Umweltsimulation

etc., getestet.

Bild © Anders Seefeldt (großes Bild), Verband der Automobilindustrie e. V. (2)

Mit der IAA Nutzfahrzeuge (links) in Hannover und der IZB in Wolfsburg

(großes Bild) sind gleich zwei Branchen-Leitmessen in Niedersachsen

beheimatet. Das E-Kart zeigt die technischen Möglichkeiten und das

Know-how von Bertrandt in Sachen Elektromobilität.

unterwegs sind, wird es wohl noch etwas dauern. „Benziner und

Diesel sind etwa gleichstark vertreten, Gas liegt bei drei bis fünf

Prozent am Markt“, beschreibt Harthmuth Hoffmann die gegenwärtige

Lage. „Für die Elektromobilität erwarten wir im Zeitraum

2018 bis 2020 einen Marktanteil von etwa drei Prozent.“ Betrachtet

man die lange Generationenfolge bei Automobilen, wird es

noch dauern, bis der Anteil deutlich höher liegt. Die aktuell ebenfalls

noch astronomischen Kosten der benötigten Batterien, die

bei 10.000 Euro aufwärts liegen, tragen darüber hinaus auch nicht

gerade zum Markterfolg bei. Hier ist die Politik gefragt, die großen

Einfluss auf die Rahmenbedingungen hat, sei es über steuerliche

Anreize oder etwa die Einrichtung von Umweltzonen in Städten.

Würde die Technikoptimierung nicht in größere und verbrauchsstärkere

Vehikel fließen, wäre das drei-Liter-Auto schon Realität.

Bis also irgendwann einmal die elektromobile Zukunft auch zum

Massenphänomen geworden ist, werden die normalen Verbrennungsmotoren

weiterhin die maßgebliche Rolle spielen. Dem

Umweltgedanken folgend ist es entsprechend wichtig, auch hier

die Bemühungen nicht einzustellen. Ulrike Fokken von der Deutschen

Umwelthilfe formuliert das so: „Das Ziel muss sein, effiziente

und spritarme, also CO2-arme Fahrzeuge herzustellen. Weil Elektroautos

aber abhängig vom Strommix sind, hat ein E-Auto heute

ungefähr noch den CO2-Ausstoß eines Mittelklassewagens.“ Daher

gilt es, auch das Potenzial der bestehenden Technik weiter auszuschöpfen.

„Die Ingenieure haben schon viel herausgeholt, aber das

ist wiederum in Klimaanlagen, Sitzheizungen sowie größere und

vor allem leistungsstärkere Autos geflossen. Wenn man Autos komplett

abrüsten würde, dann wäre es heute schon möglich, mit drei

Litern durch die Gegend zu fahren“, so Fokken. Und noch auf ein

weiteres Problem macht sie aufmerksam, das bei den Lobreden auf

die Elektromobilität kaum auftaucht. „Batterien bestehen aus einer

Vielzahl von seltenen Erden und Metallen. Woher diese Rohstoffe

in großen Mengen kommen sollen, ist bisher noch nicht klar.“ Klar

ist jedoch, dass Elektromobilität nur dann auch ökologisch einen

Fortschritt bringt, wenn die dahinter stehende Infrastruktur, die

die Energiemengen für die Wasserstoffgewinnung oder die Batterien

liefern muss, aus regenerativen Energien gewonnen wird.

Strom aus Kohle- oder Atomkraftwerken macht da keinen Sinn.

Aber auch die gesamte Verkehrsinfrastruktur steht vor einer

weiter zunehmenden Elektrifizierung. Die älteren Semester denken

vielleicht noch mit Wehmut an ihre ersten Wagen zurück – Haube

auf und dran rumgeschraubt. Heute braucht es dafür schon ein

Elektrotechnikstudium. Denn die elektronische Regelungstechnik

ist zum großen Vermittler zwischen Fahrer und Automechanik

geworden – sei es die präzise Steuerung des Verbrennungsprozesses,

die die enormen Effizienzsteigerungen und die verbesserte

Ökobilanz erst möglich machen, seien es die zahlreichen Assistenzsysteme,

die mehr und mehr Einzug in den Fahralltag halten.

Im Institut für Verkehrssystemtechnik am Braunschweiger Zentrum

für Luft- und Raumfahrt spricht man von einer Explosion der

Komplexität: Immer neue Systeme versuchen, dem Fahrer zu helfen,

etwa als Einpark- oder Abstandshilfe, ABS, EPS, als geschwindigkeitsvariabler

Tempomat, bald vielleicht auch als Einfädelungshilfe

auf der Autobahn oder durch die Kommunikation zwischen

Autos beziehungsweise zwischen dem Auto und der städtischen

Verkehrsumwelt. An entsprechenden individuellen Fahrassistenzsystemen

wird am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in

Braunschweig im Institut für Verkehrssystemtechnik fleißig gear-


egjo niedersachsen automotive 37

Bild © XXX

Bild © IAV GmbH Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr

Wir bewegen was !

Prüf- und Versuchseinrichtungen bei IAV in Gifhorn: Motorprüfstand zur Untersuchung akustischer und schwingungstechnischer

Phänomene (links); Sonnenlichtsimulation in einer von fünf Gesamtfahrzeugklimakammern, in denen Fahrzeuge unter extremen

klimatischen Bedingungen erprobt werden.

Your contact:

FD Wirtschaftsförderung

Department of Economic Development

Stadt Emden

Ringstraße 38b, 26721 Emden

Phone: +49 (0) 49 21 87 13 78

Fax: +49 (0) 49 21 87 10 13 78

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beitet – getestet auf drei Fahrsimulatoren von einer großen,

repräsentativen Probandengruppe aus der Braunschweiger

Bevölkerung. „Für uns ist die Leitfrage, wie eine wirksame

Technik aussehen muss, ohne dass sie den Fahrer gängelt

und nervt“, fasst Institutsdirektor Prof. Karsten Lemmer

den Ansatz zusammen. „Daher haben wir in unserem stark

interdisziplinären Team neben Ingenieuren und Informatikern

auch Psychologen, die sich mit dem Zusammenspiel

von Technik und Mensch befassen.“ Doch hört man nicht

beim Individuum auf, sondern widmet sich auch dem großen

Maßstab, der intelligenten Verkehrssteuerung. Dazu

wird derzeit ebenfalls in Braunschweig die Anwendungsplattform

Intelligente Mobilität (AIM) geschaffen. Das Ziel

ist, vereinfacht gesagt, die Stadt in ein urbanes Testfeld

der Verkehrsforschung zu verwandeln. Dabei soll über die

Jahre eine langlebige Infrastruktur wachsen, die von verschiedensten

Forschungsprojekten genutzt und erweitert

werden kann. Und was man damit machen kann? „Vieles“,

so Lemmer. „Wie kann ich die Sicherheit im Verkehr erhöhen?

Wie kann ich Verkehr ressourcenschonend abwickeln,

wie kann ich seinen Fluss optimieren? Wie sieht

es mit intermodalen Mobilitätskonzepten aus, also einen

Verkehrsträger zu verlassen und in einen anderen zu steigen?“

Fragen, zu deren Beantwortung überhaupt erst einmal

stadtspezifische Daten gesammelt werden müssen, wie

schnell wohin sich welche Verkehrsströme wie bewegen.

Dazu läuft bereits ein Projekt mit einer Taxiflotte. Zudem

untersucht das DLR mit dem View Car das Fahrerverhalten

und am Braunschweiger Ring werden demnächst sogenannte

Roadside Units befestigt, kleine Kästen, welche

die Kommunikation zwischen (Test-)Auto und etwa einer

Ampel ermöglichen.

Braunschweig wird zum städtischen Großversuchsfeld:

Gegenstand sind Verkehrsverhalten und -management.

Sieht so also die automobile Zukunft aus: Der aerodynamische

kleine City Cruiser saust beinahe lautlos durch den

Innenstadtverkehr. Samstag, Einkaufstour. Vier leistungsfähige

Elektromotoren geben direkt an den Rädern „Gas“,

die Kofferräume vorne und hinten bieten eine Menge Stauraum,

da die Batterie auf kompakte Maße geschrumpft ist.

Die Kohlefaser-Karosserie macht den Wagen in Kombination

mit den 25 Airbags nicht nur sicher, sondern auch

sehr leicht. Für Sicherheit sorgt ebenso der Bordcomputer,

der permanent mit anderen Wagen sowie der städtischen

Verkehrsleitzentrale kommuniziert und so den schnellsten

Weg um Baustellen und durch Nadelöhre, immer

auf der Grünen Welle surfend, zum angesteuerten Supermarkt

findet. Geschwindigkeit, Bremswege, Umgebungsverkehr,

Verkehrsmeldungen werden ständig überprüft,

Kollisionen sind fast ausgeschlossen, Krankenwagen und

Polizei schleust das um die Straßenecke schauende System

so viel flüssiger durch den Verkehr. Der Computerassistent


egjo niedersachsen automotive 39

Bild © Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

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Test von Fahrassistenzen im dynamischen Fahrsimulator beim DLR in Braunschweig: Die „Mutter“ der Simulatoren beinhaltet ein

komplettes Auto und kann Beschleunigung und Kurven durch Schwenken der Gondel simulieren. Das virtuelle Fahrverhalten ist,

abgesehen von einer kleinen Zeitverzögerung, fast authentisch.

als „virtueller Copilot“ gibt dem Fahrer dabei immer unter

Berücksichtigung seiner Stimmung ein Lagebild, während

er im Hintergrund mit subtilen Eingriffen über die Steuerungssoftware

des Wagens in das Fahrverhalten eingreift;

auf Wunsch übernimmt der Autopilot auch gleich ganz.

Über „Spritmangel“ muss sich der Fahrer keine Gedanken

machen – Induktionsspulen in den Hauptstraßen versorgen

die Batterie mit Strom –, über die Abrechnung auch nicht –

Strommautzähler im Verkehrsüberwachungssystem protokollieren

den Verbrauch und rechnen umgehend ab. Lediglich

auf dem Kundenparkplatz gehört das Stromtanken mit

zum Service… Am DLR schätzt man, dass die flächendeckende

integrierte Verkehrsführung mit einer Kommunikation

zwischen Autos sowie der Umgebung 2050 etwa

Realität ist.

Das Auto kommuniziert mit anderen Wagen und der städtischen

Umgebung – flächendeckend Realität um 2050.

Der technische Fortschritt in Sachen Elektromobilität sowie

Technik am Auto und im Verkehr macht deutliche Fortschritte,

ein neuer Markt steht vor der Tür. Über die Potenziale,

die damit verbunden sind, sind sich letztlich alle einig,

für Norbert Gebbe ist „es eine Riesenchance für Deutschland

insgesamt.“ Die Ausgangslage dafür ist gut. Karsten

Lemmer sieht in Niedersachsen „eine starke Region“ durch

die vielen, vernetzten Forschungsaktivitäten; für Gerald

Rausch ist „Deutschland zwar weit davon entfernt, in der

Batterieherstellung führend zu sein. Aber ich glaube an

die deutsche Ingenieurskunst, den Rückstand aufzuholen.“

Der Weg in die Elektromobilität jedenfalls zeichnet sich

ab, er ist über kurz oder lang unausweichlich. Peak Oil

wird kommen oder wurde erreicht und auch, wenn wenig

öffentlich über die Zeit nach dem Ende der weiträumigen

Ölversorgung geredet wird, ist diese Zeit zwangsläufig. Das

Wettrennen dorthin ist eröffnet und abhängig von beeinflussbaren

politischen Rahmenbedingungen und allseitigen

Bemühungen wird es Deutschland gelingen, seinen technologischen

Vorsprung und damit seine weitläufige Automobilindustrie

später zu erhalten. Das ist allerdings weniger

zwangsläufig, als es auf den ersten Blick erscheint: Die

Konkurrenz schläft bekanntlich nicht. Das ist zwar ein alter

Hut, aber er passt nach wie vor. Wenig berücksichtigt wird

dabei allerdings ein großes Thema, das nicht vergessen werden

sollte: Ob Brennstoffzelle oder Batterie, wenn deren

Energie nicht aus sauberen, sprich regenerativen Quellen

stammt, löst sich der mit dem Thema Elektromobilität assoziierte

Öko-Fortschritt in Wohlgefälligkeit auf.


egjo niedersachsen portrait 41

Grün – Markenzeichen der Personalrekrutierer von AutoVision. Als Ausgründung von Volkswagen hat sich die Firma sehr schnell

etabliert und zählt inzwischen zu den Großen in der Branche.

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Personalassistenz?

Seit 2001 gibt es den Prozess- und Personaldienstleister aus Wolfsburg. Die Entwicklung der AutoVision hin

zur internationalen Agentur für die Rekrutierung neuen Personals vollzog sich schnell und sehr erfolgreich.

Text: Volker Schönfeldt

Fotografie: AutoVision GmbH

Die Suche nach geeigneten Fachkräften bedeutet bereits

heute für viele Unternehmen eine enorme Herausforderung.

Das Rekrutieren von qualifizierten Mitarbeitern wird

immer mehr zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor. Als

Full-Service-Anbieter und nach der Lünendonk-Studie

einer der fünf größten Personaldienstleister in Deutschland

ist die AutoVision GmbH insbesondere in Niedersachsen für

viele Unternehmen der strategische Partner bei der Personal-Rekrutierung:

Neben dem Stammsitz in Wolfsburg hat

das Unternehmen Niederlassungen in Göttingen, Salzgitter,

Braunschweig, Hannover, Osnabrück und Emden.

Oliver Woschny, Niederlassungsleiter in Hannover: „Die

AutoVision kombiniert qualifiziertes Personal, Prozess-Knowhow

und innovative Software, um ihre Kunden schnell und

erfolgreich zu unterstützen – entlang der gesamten Wertschöpfungskette:

Das Spektrum reicht vom Bewerbungsmanagement

über Arbeitnehmerüberlassung bis hin zu Ingenieursund

IT-Dienstleistungen. Als Prozessdienstleister übernimmt

die AutoVision Einzelaufgaben genauso wie gesamte Projekte.

Das Leistungsspektrum umfasst Projekte aus Forschung

und Entwicklung, Fertigung, Logistik, Prüf- und Messtechnik

sowie Qualitätssicherung. Im kaufmännischen Bereich

übernimmt die AutoVision für ihre Kunden Dienstleistungen

wie Beschaffung, Customer Care, Auslands- und Relocationservice,

sowie Patentwesen oder Fördermittelmanagement.

Dabei setzen wir Qualitätsstandards.“ Die unabhängige

Zertifizierungsgesellschaft Det Norske Veritas (DNV) hat der

AutoVision GmbH 2009 ein Qualitätsmanagement nach internationalem

Standard bescheinigt und das Zertifikat nach DIN

ISO 9001:2008 ausgestellt. „Standards setzen wir auch mit

unserem Tarifsystem: Top-Arbeitsbedingungen sind selbstverständlich.

Mit der IG Metall ist ein stabiles Tarifgerüst entwickelt

worden, das in der Branche heraussticht. Als kompetenter

Partner ermöglichen wir unseren Kunden im Zeitalter

des Fachkräftemangels die notwendige Flexibilität. Aus unserem

großen Pool an Bewerbern decken wir hohe Personalanfragen

innerhalb kürzester Zeit ab“, so Woschny.

Wie im Namen bereits anklingt, hat das Unternehmen

seinen Ursprung in der Automobilindustrie. Als Tochter des

Volkswagen Konzerns gehörten zunächst überwiegend klassische

Personaldienstleistungen für Volkswagen zum Kerngeschäft.

Aufgrund des großen Erfolges wurden diese Dienstleistungen

schon bald von anderen Unternehmen genutzt,

was zu einem schnellen Wachstum führte. „Um die große

Nachfrage nach qualifiziertem Personal möglichst effizient

bedienen zu können, war es notwendig, die eigenen Prozesse

und das Bewerbungsmanagement zu optimieren.“ Die Entwicklung

einer eigenen E-Recruiting-Plattform folgte. Hierfür

erhielt die AutoVision im Februar 2009 den IT Strategy

Award des Handelsblatts.

Heute zählt die AutoVision nach fast zehnjährigem

Bestehen mit 18 Niederlassungen in ganz Deutschland große

und mittelständische Unternehmen aus den Bereichen Automotive,

Maschinenbau, Informations- und Telekommunikationstechnik

sowie Erneuerbare Energien zu ihren Kunden.

Das rasante Wachstum belegen die folgenden Zahlen: Lag der

Umsatz 2002 bei 17 Millionen Euro, betrug er 2009 bereits

stolze 287 Millionen. Und die Zahl der Beschäftigten wuchs

im gleichen Zeitraum von 750 bis auf heute mehr als 10.000.

Weitere Informationen im Internet unter:

www.autovision-gmbh.com


Heinrich Dittmar GmbH & Co. KG

37520 Osterode « Gipsmühlenweg

T [0 55 22] 50 01-0 « F 50 01-18

Gerhard Dittmar GmbH & Co. KG

99734 Nordhausen « Industrieweg

T [0 36 31] 90 62-0 « F 90 62-40/-90

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Bauelemente

Arbeitsschutz

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Nicht alles. Aber alles,

was Profis brauchen.

Die Lühmann Gruppe aus Hoya im Landkreis Nienburg/Weser betreibt das norddeutsche Tankstellennetz Classic. Mit anderen

Unternehmen, die in der Automobilwirtschaft tätig sind, bildet sie einen der fünf Branchenschwerpunkte im Landkreis.

« Es gibt Dinge, die braucht kein Mensch. Und es gibt

Menschen, die können 17.000 Bestandsartikel richtig

gut gebrauchen – direkt geliefert schon morgen bei

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Rädchen, ohne die nichts läuft

Nicht nur in den Hochburgen Emden, Wolfsburg, Hannover und Osnabrück sitzen die großen Player im Automobilbereich.

Auch im ländlichen Raum verteilt finden sich viele Unternehmen, ohne die nichts läuft.

▸ Projektinitiierung • Projektmanagement • Controlling

▸ Telematik • Verkehrsmanagement • Fahrerassistenzsysteme

▸ Satellitennavigation • Kommunikation • Elektromobilität

▸ Veranstaltungsmanagement • Workshops • Messen

▸ Networking: regional • national • international

▸ Intermodalität: Straße • Schiene • Luftfahrt • Schifffahrt

ITS Niedersachsen

Hermann-Blenk-Str. 17

38108 Braunschweig

Web

E-Mail

www.its-nds.de

info@its-nds.de

Fon +49 531 35 40 6 73

Fax +49 531 35 40 6 74

Text: Volker Schönfeldt

Fotografie: Lühmann KG

Die automobilen Zentren Niedersachsens konzentrieren sich

um Emden, Osnabrück und Hannover sowie natürlich Wolfsburg.

Aber auch abseits der Hochburgen zeigt sich die starke

Rolle, welche die Automobilbranche in Niedersachsen einnimmt.

Entlang der Weser, genauer im Wirtschaftsraum

Mittelweser, existiert ebenfalls eine vielfältige Landschaft

an Unternehmen, die eine wichtige Rolle für Verkehr und

Autobau innehaben. Das Spektrum ist so breit wie die Wertschöpfungskette

in der Branche tief: vom Betrieb des norddeutschen

Tankstellennetzes Classic über den Bau von innerbetrieblichen

Transportsystemen bis hin zu den „klassischen“

Zuliefererbetrieben, die Gummidichtungen, Fensterscheiben

oder Kunstlederbezüge für das rollende Vehikel produzieren.

Inmitten Niedersachsens zwischen Hannover und Bremen

gehen über ein Dutzend Unternehmen ihren Geschäften

rund um das Auto nach. Automotive – das ist zwar nur eine

von fünf Schwerpunktbranchen dort, aber eine sehr wichtige:

„Zum einen haben wir natürlich direkte Zulieferer, auf

der anderen Seite aber auch Nischenunternehmen, die Spezialleistungen

übernehmen. Diese bieten eine gute Grundlage

für die Entwicklung der nächsten Jahre, weil sich dahinter

letztlich sehr viele Innovationen verbergen“, sagt Uta Kupsch,

Geschäftsführerin der WIN Wirtschaftsförderung im Landkreis

Nienburg/Weser GmbH. „Die Entwicklung der letzten

Jahre hat gezeigt, dass diese Firmen durch die starke Ausrichtung

auf eine Nische die Krise gut überstanden haben.“

Ein paar Beispiele zeigen diese regionale Vielfalt. Zu

den größten regionalen Playern zählt sicherlich Henniges

Automotive. Die 500 Mitarbeiter produzieren ausschließlich

für den Automobilmarkt und das in einer großen Bandbreite:

Von Audi, Bosch, BMW und VW bis Elring, Kautex

und Yazaki reicht die Kundschaft, das Produktsortiment

ist entsprechend weit gefächert: Dichtungen an Türen und

Heckklappen sorgen für trockene Innenräume, Isolierungen

dämpfen Schall sowie Schwingungen ab und mit den

Tankeinfüllstutzen kommt schließlich jeder Autofahrer auch

noch direkt selbst in Kontakt.

Deutlich weniger sichtbar für den Endverbraucher agiert

da die CT Datentechnik. Die Nienburger entwickeln Software

und Computersysteme zur Steuerung der Gummiproduktion,

eingesetzt in klassischen Reifen – oder merkbar beim

Tritt auf die Bremse, wenn der Bremsbelag gefordert wird.

Die Abnehmer der CT-Technik sind gut verteilt: von Henniges

„um die Ecke“ bis nach Südafrika, China und den USA.

Die engagierten 15 Mitarbeiter bei CT haben es geschafft, die

Firma zu einem der Marktführer in der Softwareentwicklung

für die Gummiproduktion zu machen.

Und noch mal gänzlich anders ist die Lühmann Gruppe

unterwegs. Jenseits der großen Mineralölgesellschaften wie

Aral und Shell betreibt Lühmann fast 100 Tankstellen von

Schleswig-Holstein bis nach Osnabrück und Hannover sowie

um Mainz, Classic heißt das Netz. „Wir konzentrieren uns

dabei auf den ländlichen Raum“, beschreibt es Fritz Lühmann,

Geschäftsführer der Gruppe. „Da kommen wir her,

da kennen wir die Kunden. Zudem sind das Standorte, die

für die Großen uninteressant sind.“ Darüber hinaus zählt

der Mineralölvertrieb Lühmann zu den großen Schmierstofflieferanten

in Norddeutschland, beliefert etwa gewerbliche

Endverbraucher mit Kraftstoffen. Den eher ländlichen

Standort sieht Fritz Lühmann dabei durchaus positiv:

„Wir haben im Laufe unserer 130-jährigen Unternehmensgeschichte

nie einen Anlass für einen Umzug gehabt. Von

Hoya aus sind wir in einer guten halben Stunde in alle Himmelsrichtungen

am Ziel. Und davon abgesehen unterstützt

uns die Samtgemeinde sehr stark. Wenn wir ein Anliegen

haben, dann sind innerhalb eines Tages alle Beteiligten versammelt.

An einem Autobahnknotenpunkt wären wir nur

einer unter vielen.“

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E – wie ehrgeizig, engagiert

Eschwege ist ambitioniert. Sei es mit dem erfolgreichen Unternehmensnetzwerk NIWE oder anderen

pfiffigen Initiativen, mit denen sich die Stadt attraktiv positioniert.

Text: Volker Schönfeldt

Fotografie: Stabsstelle Wirtschaftsförderung Stadt Eschwege

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Überbetriebliche Aus- und Weiterbildung ist wichtiger Bestandteil des Netzwerks NIWE

(siehe www.niwe.net); die landschaftliche Umgebung Eschweges lädt zum Sport ein;

Beispiel für BürgerSolarProjekt.

Eine dynamische Wirtschaft – innovativ

und exportstark – ist die strukturelle Basis

der pfiffigsten Stadt im Nachbarraum Nordhessen/Südniedersachsen

mit Blickkontakt

zu Göttingen. Der Wirtschaftsraum Eschwege

ist ein modernes Entwicklungs- und

Anwenderzentrum für innovative Produktionstechnologien

mit dem Schwerpunkt

Sonder-, Werkzeugmaschinen- und Formenbau.

Der Fokus liegt hierbei im Bereich

der Automobilindustrie. Dabei soll es aber

nicht bleiben, ein weiterer Schwerpunkt soll

zukünftig im Bereich der neuen Umwelttechnologien

liegen. Diese Strategie ist Teil

eines integrierten wirtschafts- und entwicklungspolitischen

Programms der Kreisstadt

als Wirtschaftsmetropole im Werratal.

Als Besonderheit bündelt und entwickelt

die Stadt Eschwege ihre Wirtschaftsaktivitäten

zusammen mit den Unternehmen

im Rahmen ihrer Netzwerkinitiative

Wirtschaft Eschwege, kurz NIWE genannt.

Gegründet wurde die NIWE 2003 von Wolfgang

Conrad als Leiter der Wirtschaftsförderung

der Kreisstadt. Über 60 Klein- und

Mittelständische Unternehmen haben sich

mit über 2.200 Mitarbeitern, 21 Ausbildungsunternehmen

und etwa 110 Auszubildenden

zu diesem Netzwerk zusammengeschlossen.

Unter den Firmen sind

Marktführer, zum Teil auch Weltmarktführer,

wie die Präwema Antriebstechnik

GmbH, die Firmen Baumer Thalheim GmbH

& Co. KG, Pacoma GmbH oder Stiebel Eltron

mit seinem Kompetenzzentrum Kunststoff.

„Unser Netzwerk ist kein einfacher Interessenverband,

sondern Instrument einer

kooperativen Technologiepolitik zusammen

mit den Unternehmen“, betont Wolfgang

Conrad. „Ohne unser Netzwerk hätten

wir nicht Ende 2008, mitten in der Wirtschaftskrise,

den ersten Bauabschnitt eines

neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums

der DVS-Gruppe einweihen können

– ein deutliches Bekenntnis zum Standort

und ein Signal wider der Wirtschaftskrise,

die wir überraschend gut überstanden

haben.“ Besonders stolz ist das Netzwerk auf

seine überbetriebliche Aus- und Weiterbildung,

seinen unbürokratischen Austausch

von Kapazitäten (Monteure, Auszubildende,

Fertigungskapazitäten), auf die Auftragsvergabe

innerhalb des Netzwerkes und gemeinsame

Arbeitserleichterungen, wie zum

Beispiel die gemeinsame Mess- und Prüfmittelkalibrierung.

Die Hilfe und Zusammenarbeit

untereinander sind dabei besonderer

Bestandteil der Netzwerkarbeit, quasi

ein Beleg und Gradmesser für die Vernetzung

und Effektivität des Unternehmensverbundes.

Sie ist aber auch eine Notwendigkeit

für den Fortbestand des Standortes:

„Im modernen Maschinenbau sind wir auf

Fachkräfte angewiesen. Deswegen investieren

wir, die Unternehmen und die Kreisstadt

in gemeinsamer Kraftanstrengung,

in eine mehrschichtige Ausbildung und die

eigene Nachwuchsarbeit.“ Und – Industriefläche

für Unternehmen ist noch reichlich

verfügbar.

Auf dem Weg zur dynamischen Sport-

Stadt an der Werra, umgeben von traumhafter

Mittelgebirgslandschaft, bietet

Eschwege nämlich gleichwohl den Touristen

und Arbeitnehmern ideale Voraussetzungen

für sportliche Aktivitäten aller

Art. Nicht umsonst ist Eschwege mit seinem

Werratalsee das hessische Ruderleistungszentrum

und das Mekka für Wanderer,

Radfahrer, Mountainbiker, Segler und

Kanuten. Von der Sonne verwöhnt, arbeitet

Eschwege darüber hinaus mit seinen Bürgern

auch am kommunalen Klimaschutz:

Als klimaneutrale Modellstadt-Kommune

in Hessen betreibt die Stadt ein beispielhaftes

BürgerSolarProjekt, in das jeder Bürger

investieren kann. Die Bilanz: Innerhalb von

sechs Monaten nach Start des Projektes im

Dezember 2008 haben die Bürger 310.000

Euro in den Ausbau der Solarenergie investiert.

Noch nicht einmal zwei Jahre später

ist bereits die siebte große Photovoltaik-

Anlage des BürgerSolarProjektes in Betrieb.

Viele weitere pfiffige Ideen, Initiativen und

Strategien der Eschweger zeigen eines deutlich:

Es geht auch anders – Ideen und Optimismus

sind der beste Wegweiser in die

Zukunft.

www.fh-hannover.de


46 Magazin regjo niedersachsen regjo niedersachsen Magazin 47

L o g i s t i k

A u t o m u s e u m

h a l l e n b a u

F o r s c h u n g

Flexible Logistik

Geschichte auf Rädern

Gelandet

In die Zukunft

Die Gemeinde Wedemark bietet flexible

Gewerbeflächenlösungen für Logistik.

Im Automuseum Melle geht mehr als nur Oldtimer bestaunen: Die fahrtüchtigen Alten

lassen sich für Events buchen. Dabei verändert sich die Ausstellung ständig.

Die Firma Circle Hallensysteme baut für die Ultraleicht-Tragschrauber der Firma Auto-

Gyro GmbH aus Hildesheim eine neue Halle. Die Nachfrage macht es notwendig.

Das Fraunhofer ICT entwickelt neue Speicher

für erneuerbare Energien.

„Als wir vor 13 Jahren auf der Suche nach

einem neuen Standort in Autobahnnähe

waren, hat die Gemeinde Wedemark extra

für uns ein Gewerbegebiet direkt an der

A7 entwickelt“ – was Geschäftsführer

Georg Ebeling erzählt, ist Alltag. Kurze

Wege, schnelle Abstimmungen, persönliche

Betreuung, Probleme direkt angehen,

Mehrwert für die Gemeinde und Bürger

schaffen – das ist das Geheimnis der Wirtschaftsförderung

in der Gemeinde. Carsten

Niemann: „Es interessiert uns nicht, was

nicht geht, sondern: Wie können wir das

angehen? In der Wedemark wird gestaltet,

nicht verwaltet.“ Hinzu kommen die Nähe

zur Autobahn, eine gute Infrastruktur nach

Hannover sowie bezahlbare Gewerbeflächen.

So konnten Traditionsunternehmen

wie Ebeling und Sennheiser in der Region

gehalten und neue Kunden wie Gieseke

hinzugewonnen werden.

Ebeling ist bereits seit über 80 Jahren

in der Wedemark ansässig. Das internationale

Transport- und Logistikunternehmen

mit acht Standorten in vier EU-Ländern

hat sich neben dem Verkehr auf der Straße

auf Transport und Lagerung hochempfindlicher

Güter wie Sprengstoffe und fragile

medizinische Produkte spezialisiert. KL

Seit 1997 bietet das Automuseum in Melle

Besuchern die Möglichkeit, die bis zu 300

ausgestellten Automobile und Motorräder

zu bestaunen. Dabei führt die Reise quer

durch die Zeit: Das älteste Auto aus dem

Beginn der Motorisierung ist ein Peugeot

aus dem Jahr 1895 und laut Heiner Rössler,

Leiter des Museums, „das älteste originale

und fahrbereite Automobil der Welt.“ Das

jüngste Exponat ist im Moment ein Elektroauto

– frei nach dem Motto „Geschichte

fängt gestern an”, so Rössler.

Die Exponate sind Leihgaben, die dem

Museum für maximal sechs Monate von

ihren Besitzern zur Verfügung gestellt werden.

Die einzigen zwei Bedingungen: Das

Automobil muss fahrtüchtig sein und es

darf nicht länger als sechs Monate ausgestellt

werden. Dieses Konzept hat zur Folge,

dass die Ausstellung ständig ihr Gesicht verändert

und dass die Autos theoretisch alle

benutzt werden können. Nach einem halben

Jahr kommen die Autos wieder zurück

in die Obhut ihrer Besitzer, die diese durchaus

noch fahren. Doch auch im Museum

verstauben die Autos nicht, es gibt spezielle

Angebote für Firmenevents, Clubveranstaltungen,

Kindergeburtstage und Hochzeitsfahrten.

Auf dem Programm stehen auch

Oldtimer-Rallyes, für die Road-Books, ein

Beiprogramm und organisatorische Hilfestellungen,

wie zum Beispiel die Hotelsuche,

zur Verfügung gestellt werden. Auch

zu Promotionzwecken können die Autos

gemietet werden. Die angestrebte Museumsphilosophie

„Autos müssen bewegt werden“

wird ganz praktisch umgesetzt.

Neben dieser Möglichkeit, einmal

einen Oldtimer spazieren zu fahren, gibt es

für den Autofan verschiedene Angebote zu

Gruppenführungen. Dabei sind Fachleute

und Laien willkommen. Auch für Kinder

gibt es ein abgestimmtes Programm. In

den Rundgängen werden dann nicht nur

die technischen Erfindungen, sondern auch

die damit verbundenen Auswirkungen auf

den Menschen deutlich gemacht.

Im Moment bietet sich die Möglichkeit,

sportliche englische Autos zu bestaunen,

bevor zum Winter hin die Ausstellung

wieder ihr Profil ändert. So rollt die

Geschichte der Autos immer weiter. MP

Einblicke in die Exponate sowie einen virtuellen Rundgang durch das Museum bekommt man

unter www.automuseummelle.de.

AutoGyro ist Weltmarktführer in der Entwicklung,

Produktion und im Vertrieb von

Tragschraubern. Jede Woche werden mit

dem über 80-köpfigen Team sechs dieser

Ultraleicht-Flieger in Serie handgefertigt

und in die ganze Welt exportiert. Mit über

900 zugelassenen Geräten weltweit bedient

AutoGyro ein globales Netzwerk und die

Nachfrage steigt stetig. Aktuell wurde das

Unternehmen im Rahmen des „Großen

Preises des Mittelstandes 2010“ als „Finalist

des Jahres 2010“ ausgezeichnet. Gewürdigt

wurden die hervorragende Gesamtentwicklung

des Unternehmens, die Schaffung

und Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen

und vor allem die vorbildlichen

Leistungen in den Wettbewerbskriterien

„Innovation“, „Engagement in der

Region“ und „Service, Kundennähe und

Marketing“.

Mit dem Bau der 4. Werkhalle wurden

nun weitere 2.300 Quadratmeter Produktions-

und 1.200 Quadratmeter Verwaltungsfläche

geschaffen, die den Möglichkeiten

und Kapazitäten des jungen Unternehmens

entsprechen. Hierzu legte Thomas Martin,

Geschäftsführer der Circle Hallensysteme

GmbH aus Holzminden, das überzeugende

Gesamtkonzept vor. Innerhalb von nur

sechs Monaten wurde die Produktionshalle

mit Bürotrakt fertig gestellt und dem Bauherrn

schlüsselfertig übergeben.

Von der Beratung über die Architektenleistung

bis hin zur Bauausführung

bietet Circle Hallensysteme seinen Kunden

ein perfekt abgestimmtes und professionell

ausgeführtes Komplettpaket. Industriehallen

und Gewerbehallen von Circle

Hallensysteme vereinen dabei das kostengünstige

System des Stahlhallen-Baus mit

einer jeweils individuellen Optik. Gerade

im Frontbereich der Industriehalle ließ sich

mit einfachen Mitteln eine repräsentative

Anmutung schaffen. Auch die Verwendung

verschiedener Bauelemente und Farben

verwandeln den Stahlskelettbau der Industriehallen

in eine harmonische Einheit.

Die Industriehallen und Gewerbehallen

werden auf Kundenwunsch schlüsselfertig,

das heißt inklusive Bauantrag, Statik,

Baubetreuung, Fundamentarbeiten

und Innenausbau erstellt.

VS

Nähere Informationen über die verschiedenen Möglichkeiten des Hallenbaus finden sich unter

www.circle-projekte.de

Die Energie, die von der Sonne und dem

Wind natürlich bereitgestellt wird, aber

nur temporär zur Verfügung steht, gilt es

in der Zukunft besser für die Menschheit

zu nutzen. Als Ausgleich zwischen Angebot

und Nachfrage sowie zur Speicherung

von fluktuierend erneuerbaren Energien

sind Redox-Flow Batterien (RFB) eine

geeignete Schlüsseltechnologie. RFB speichern

die Energie in einem Elektrolyten

als Redox-Paar. Die realisierbare Speicherkapazität

von wenigen kW bis MW hängt

im Wesentlichen von der Größe der externen

Tanks ab. Die Energiedichte einer RFB

ist zurzeit vergleichbar mit der eines Blei-

Akkumulators, doch ihre Lebensdauer ist

fast zehnmal so hoch. Am Fraunhofer ICT,

das sich seit mehr als 30 Jahren mit Batterien

beschäftigt, wurden Prototypen von

Vanadium Redox-Flow Batterien entwickelt.

Aktuelle Projekte befassen sich mit der

Optimierung von Energie- und Leistungsdichte.

Der hohe Anteil von Windenergie

in Niedersachsen bietet gute Voraussetzungen,

um diesen dezentralen Speichertyp

zur Stromversorgung und unter anderem

für Elektroautos zu erproben. Weitere Infos

zu den aktuellen Projekten unter www.ict.

fraunhofer.de

KL

Bildnachweis: Georg Ebeling Spedition GmbH, Automuseum Melle

Bildnachweis: AutoGyro GmbH, Fraunhofer ICT


egjo Niedersachsen interview 49

Ulrich Unger, Regionalleiter und Beauftragter für die Internationalisierung der TÜV NORD Akademie (rechts)

im Gespräch mit Kollegen am Rande einer Akademie-Veranstaltung. Die TÜV Nord Akademie ist ein deutsches

Bildungsunternehmen und bietet mehr als 350 Seminarthemen mit über 4.000 Veranstaltungen pro Jahr an.

Aktuell kümmern sich 106 Mitarbeiter an 21 Standorten um die jährlich mehr als 45.000 Teilnehmer.

Bildung ohne Grenzen

Erfahrung – Qualität – Service

l Fremdsprachentraining

l Interkulturelles Training

l Sprachreisen

l Schüleraustausch

Carl Duisberg Centren

Rathenaustraße 9 30159 Hannover

l

Tel. +49 (0)511/36 39 04 Fax +49 (0)511/32 58 88

l

hannover@cdc.de www.cdc.de

l

cdc.de

Bildung tut gut

Ein Interview mit Ulrich Unger, Regionalleiter der TÜV Nord Akademie, zum 25-jährigen Jubiläum der Bildungseinrichtung

über lebenslanges Lernen und die Behauptung gegenüber der Konkurrenz.

Interview: Volker Schönfeldt Fotografie: TÜV Nord Akademie

Ursprünglich zur Prüfung von Dampfkesseln gegründet, wird der

TÜV heute zu allererst mit der Überwachung von Autos in Verbindung

gebracht. Welche Rolle spielt da die TÜV Nord Akademie?

In der Tat ist unsere Keimzelle der TÜV-Sachverständige. Aber

nicht nur die Technik musste einwandfrei funktionieren – auch die

Kesselwärter, Lageristen oder Lastenführer sollten den steigenden

Anforderungen gerecht werden. Für sie wurde ursprünglich die

Akademie mit ihrem Bildungsangebot gegründet. Um dieses Angebot

weiterzuentwickeln, wurden und werden intensive Gespräche

mit unseren Kunden geführt. Aus persönlichen Begegnungen entstehen

so ständig ganz neue Themenkomplexe. Heute reicht das

Schulungsangebot von Qualitätsmanagement- und Umweltschutzbeauftragten

über beauftragte Personen im Bereich der Technischen

Sicherheit bis hin zum GmbH-Geschäftsführer.

Worin sehen Sie den Vorteil lebenslangen Lernens?

Wir leben in einer Informationsgesellschaft des stetigen Wandels.

Für die Entwicklung effektiver Produkte und Dienstleistungen

muss man die Wissensflut kanalisieren, um so der ständig

zunehmenden Nachfrage nach Personal mit speziellen Kenntnissen

gerecht zu werden.

Die Ansprüche der Unternehmen steigen, die Konkurrenz schläft

nicht, wie reagiert die Akademie darauf?

Unsere Qualifizierungsmaßnahmen enden mit einem TÜV-Zertifikat

oder einer TÜV-Teilnahmebescheinigung und finden bei

Behörden und Unternehmen gleichermaßen hohe Anerkennung.

Der stetige Anstieg unserer Teilnehmerzahlen resultiert daraus,

dass uns nicht nur das „Was“ am Herzen liegt, sondern auch

das „Wie, Wo und Wann“. Die flexible Reaktion auf die Bedürfnisse

der Firmen ist dafür unabdingbar. Vorortschulungen an den

Maschinen oder zu spezifischen Prozessen des Betriebs gehören

für uns ebenso dazu wie die individuell festgelegte Durchführungszeit

der Seminare.

Die Akademie gehört zur TÜV Nord AG – wo soll die Reise

hingehen?

Wie der Gesamtkonzern so verfolgt auch die Akademie eine

klare Wachstumsstrategie: Wir wollen durch ein optimiertes Produktmanagement

schneller in der Lage sein, neue Produkte zu

etablieren. Aktuell gründen wir gerade neue Geschäftsstellen in

weiteren Regionen und im deutschsprachigen Ausland.

Gute Arbeit braucht gute Mitarbeiter. Was bietet die Akademie

ihren Mitarbeitern?

Seit 1993 absolvierten wir mehrere Unternehmensintegrationen.

Die Einbindung neuer Kollegen in unsere Firmenkultur hat dabei

hervorragend funktioniert. Wir haben dabei das Glück, in einem

Unternehmen zu arbeiten, das umfangreiche Sozialleistungen bietet

und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördert. Immer

nah am Menschen und am Geschehen. Das Ergebnis: Bildung, die

gut tut – den Unternehmen und den Mitarbeitern.

Wir sind deutschlandweit für Sie da!


Antike Schlachtfelder

Ein Forschungsgebiet ist am Entstehen: die Schlachtfeldarchäologie. Auf den Spuren

eines der berühmtesten Gefechte auf deutschem Boden, der „Schlacht im Teutoburger

Wald“, wurde und wird im Osnabrücker Land Pionierarbeit geleistet.

Fotos: Sybille Hourticolon/Universität Göttingen (Anthropologie); Christian Grovermann, Hermann Pentermann/Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH


52 RÖMER regjo niedersachsen

regjo niedersachsen RÖMER 53

Das Kalkrieser „Wahrzeichen“: die Gesichtsmaske

eines römischen Helmes.


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Titelbild: Menschliches Schädelfragment aus einer Knochengrube auf dem

„Oberesch“. Eine große Hiebverletzung deutet auf den gewaltsamen Tod des

Mannes im Kampfgeschehen hin.

Links oben: Fast vollständiges Maultierskelett,

das unter Wallversturz erhalten geblieben ist.

Links unten: Knochengrube mit Überresten von

Gefallenen und einigen Maultierknochen.

Text: Achim Rost/Susanne Wilbers-Rost*

In antiken Berichten sind sie beschrieben: Schlachten zwischen

Persern und Griechen, Römern und Karthagern, aber auch zwischen

Römern und Galliern sowie zwischen Römern und Germanen.

Xerxes, Alexander der Große, Hannibal und Caesar sind

dadurch als Feldherren bekannt. Denkmäler wie die Trajanssäule

in Rom künden von den Siegen über die Daker, ein Grabhügel bei

Marathon von den Soldaten, die beim Sieg Athens über die Perser

ihr Leben verloren, und ein Grabstein, der vor fast 400 Jahren bei

Xanten entdeckt wurde, erinnert an den in der Varusschlacht gefallenen

römischen Offizier Marcus Caelius. Archäologische Relikte

der militärischen Ereignisse selbst sind aber eher spärlich, sieht

man von Militärlagern römischer Truppen oder Belagerungsschanzungen,

wie zum Beispiel bei Alesia, dem Platz, wo Caesar 52 v.

Chr. die Gallier unter Vercingetorix besiegte, einmal ab. Insbesondere

Schlachten im offenen Feld haben sich bisher weitgehend der

Entdeckung entzogen, weil sie in der Landschaft meistens nur spärliche

Spuren hinterlassen, so spektakulär diese Geschehnisse bisweilen

für die Geschichte eines Landes auch gewesen sein mögen.

Erst die seit wenigen Jahrzehnten für archäologische Erkundungen

zur Verfügung stehenden Metalldetektoren ermöglichen

tatsächlich eine Erforschung von Orten militärischer Konflikte mit

archäologischen Methoden. Damit eröffnet sich dem Fach Archäologie,

das sich üblicherweise mit der Untersuchung von Siedlungen,

Gräberfeldern, Kult- und Opferplätzen beschäftigt, eine neue

Art von Fundstellenkategorie.

Den Anfang machten die schlachtfeldarchäologischen Untersuchungen

am Little Big Horn River (Montana), wo US-Kavallerieeinheiten

unter General Custer von indianischen Kriegern im

Jahre 1876 aufgerieben wurden. Mitte der 1980er Jahre begannen

dort systematische Geländearbeiten, wobei die Verteilung der

zurückgebliebenen Munition wichtige Rückschlüsse auf den tatsächlichen

Ablauf der Kämpfe erlaubt. Unabhängig von den Forschungen

in den USA setzten Ende der 1980er Jahre die archäologischen

Arbeiten in Kalkriese ein, die wie so oft auf die Einsatzfreude

eines Amateurarchäologen zurückgehen. Seiner Bereitschaft zur

Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege ist es zu verdanken,

dass erstmals eine antike Feldschlacht mit modernen interdisziplinären

Methoden erschlossen werden kann. Auch hier sind die

Funde eher unscheinbar und klein – sieht man einmal von der

inzwischen sehr bekannten Gesichtsmaske eines römischen Helmes

und einigen eisernen Werkzeugen ab. Neben wenigen Fernwaffen

(eiserne Pfeilspitzen, Lanzen- und Speerspitzen, Schleuderbleie)

findet sich eine große Zahl von Fragmenten römischer

Militärausrüstung: Schließen und Scharniere der von römischen

Legionären getragenen Schienen- und Kettenpanzer, Bruchstücke

von Schwertaufhängungen und Helmen, Teile des Geschirrs von

Reit-, Zug- und Tragtieren, persönliche Ausrüstung wie Fingerringe,

Münzen und Gewandnadeln, aber auch Ausrüstungsteile

von Spezialisten (Gewichte von Waagen, Lote von Vermessungsinstrumenten,

medizinisches Gerät, Werkzeuge von Handwerkern

für die Holz- und Lederbearbeitung). So spiegelt sich im Kampfareal

von Kalkriese, das sich über mehr als 30 Quadratkilometer

erstreckt, mit seinen inzwischen etwa 6.000 archäologischen

Fundstücken – wenn auch fragmentarisch – auf einmalige Weise

die Ausrüstung eines römischen Heereszuges der Zeit kurz nach

Christi Geburt wider.

Dabei werden die Forschungen in Kalkriese mit völlig neuen

Fragestellungen konfrontiert. Während die Verteilung der Munition

auf Schlachtfeldern tatsächlich Hinweise auf die Intensität der

Gefechte in den verschiedenen Bereichen eines Kampfareals geben

kann, weil sie als kleine, wertlose Objekte einfach zurückgelassen

wurden, musste in Kalkriese zunächst geklärt werden, wie die im

ausgedehnten Fundareal unterschiedlich dichte Streuung von antiken

Militaria zu interpretieren ist. Erst allmählich wurde deutlich,

wie sehr die im Wesentlichen nach den Kämpfen einsetzenden

Prozesse des Bergens und Plünderns, quasi das Aufräumen, die

archäologische Überlieferung auf einem Schlachtfeld beeinflussen.

Am Kalkrieser Berg zeichnen sich Kampfhandlungen zwischen

Römern und Germanen ab, die mit den antiken schriftlichen

Berichten über die Varusschlacht in Verbindung zu bringen

sind. In dieser sogenannten Schlacht im Teutoburger Wald wurden

römische Legionen mit ihrem Oberbefehlshaber Publius Quinctilius

Varus im Jahre 9 n. Chr. von Germanen unter der Führung

des Arminius auf dem Rückmarsch von einem Sommerlager wiederholt

attackiert und schließlich vernichtend geschlagen. Bei den

archäologisch nachgewiesenen Kämpfen handelt es sich nicht um

einen Stellungskrieg, sondern um eine Serie von „Partisanenangriffen“,

die die Germanen im Bereich eines natürlichen Engpasses

*Die Autoren erforschen seit 20 Jahren das Römerschlachtfeld am Kalkrieser Berg im Osnabrücker Land.


56 RÖMER regjo niedersachsen regjo niedersachsen RÖMER 57

von über zehn Kilometern Ost-West-Ausdehnung wiederholt in die

Flanke eines durchziehenden römischen Heeres geführt haben und

die schließlich den Zusammenbruch der römischen Truppen zur

Folge hatten. Der schrittweise Marsch einer Armee in die Katastrophe

wird am archäologischen Fundmaterial nachvollziehbar

und die Unterschiede in der Verteilung der römischen Militaria

werden verständlich.

Anders als auf Schlachtfeldern der Neuzeit, deren Fundmaterial

meistens geprägt ist von der in großer Menge achtlos zurückgelassenen

Munition, spiegeln die Vielfalt und die Verteilung der

Funde in Kalkriese die Prozesse der Plünderungen weit stärker wieder

als die Intensität der Kämpfe selbst.

Zu Beginn des Defileegefechts – im Osten des Untersuchungsgebietes

– dürfte die angegriffene Armee den germanischen Attacken

erfolgreich entgegen getreten sein und selbst bei zunehmender

Bedrängnis war es den Römern zunächst sicher noch möglich,

den Tross vorschriftsmäßig zu sichern, sich um die Verwundeten

zu kümmern und sie im eigenen Truppenverband mitsamt ihrer

Ausrüstung mitzunehmen. Entsprechend wenig bleibt von derartigen

Kämpfen zurück, zumal liegengebliebene Waffen wie etwa

Lanzen mit ihren langen Holzschäften auffällig genug waren, um

nach den Kämpfen von den Germanen eingesammelt zu werden.

Eine geringe Fundmenge in einem solchen Abschnitt eines

Schlachtfeldes ist demnach keineswegs als Hinweis auf vergleichsweise

wenig intensive Gefechte zu interpretieren. In den Bereichen

eines Kampfareals hingegen, wo erhebliche Teile einer Armee aufgerieben

wurden, kann sich die archäologische Überlieferung eines

militärischen Konflikts völlig anders darstellen. Werden Verwundete

und Tote nicht mehr versorgt, sondern mit Waffen und Ausrüstung

zurückgelassen, fallen sie der Willkür der Sieger anheim;

im Extremfall kann das rücksichtsloses Plündern bis zu brutaler

Leichenfledderei bedeuten. Die engste Stelle zwischen Großem

Moor und Kalkrieser Berg, die Flur Oberesch, an der etwa 90 Prozent

der Funde des gesamten Untersuchungsgebietes entdeckt wurden,

ist als eine derartige Zone aufzufassen. Die große Menge von

Fragmenten der römischen Militärausrüstung ist hier nicht allein

auf die Kämpfe, sondern im Wesentlichen auf die nachfolgenden

Plünderungen durch die Sieger zurückzuführen, bei denen Haken,

Schädelteile und Halspartie eines Maultierskelettes; dabei unter anderem eine eiserne Kette, Beschläge, Glasperlen und eine bronzene Glocke,

die sekundär als Deichselkappe verwendet wurde.

Linke Bildreihe, von oben: (1) Verziertes Silberblechfragment

mit Resten von Vergoldung, etwa 6 mal 7 cm; zu erkennen ist ein

geschuppter Fischschwanz. (2) Bronzene Schnalle mit Silberauflage

von einem Schienenpanzer. (3) Jochbeschläge vom Pferdegeschirr.

(4) Ziernägel aus Eisen, teils mit Silberauflage. (5) Bronzene

Gürtelschnalle.

Vergoldetes Silberblech, unter anderem mit der Darstellung eines Greifenkopfes, das beim Plündern vom organischen Träger entfernt wurde.


58 RÖMER regjo niedersachsen regjo niedersachsen RÖMER 59

Ablauf des Kampfgeschehens in Kalkriese

Archäologische Forschungen können als Ergänzung schriftlicher Überlieferungen

dazu beitragen, Details militärischer Konflikte besser zu verstehen.

Für frühgeschichtliche Ereignisse, und das gilt auch für die Varusschlacht,

ist die Identifizierung von oft vagen Ortsangaben gelegentlich

jedoch problematisch.

Nach antiken Berichten von Cassius Dio (56, 18,1-22,1) und Tacitus

(Annales I, 61-62) brach P. Q. Varus mit drei Legionen im Herbst des Jahres

9 n. Chr. von einem Sommerlager, wahrscheinlich bei Minden an der

Weser, zurück in die Quartiere am Rhein auf. Arminius, ein germanischer

Adliger, der als Hilfstruppenführer in römischen Diensten stand und den

Varus als Verbündeten betrachtete, überredete den römischen Feldherrn,

auf dem Weg einen – angeblichen – germanischen Aufstand niederzuschlagen.

So auf einen Umweg geleitet, wurde der Zug der Varusarmee

von Germanen wiederholt aus dem Hinterhalt angegriffen; in mehrtägigen

Kämpfen gerieten die römischen Truppen zunehmend in Bedrängnis.

In Kalkriese legt die Fundverteilung ein ausgedehntes Areal von Gefechten

nahe: Von Osten in den Engpass zwischen dem Großen Moor und

dem Kalkrieser Berg marschierende römische Einheiten wurden mehrfach

in die Flanke hinein angegriffen. Diese Attacken fanden aber keineswegs

in dichtem Urwald statt: Der germanische Verkehrsweg, auf

dem die Römer unterwegs waren, führte durch eine landwirtschaftlich

genutzte Zone am Hang des Berges; hier wechselten sich Siedlungen,

Ackerflächen und Wälder ab, was den Germanen immer wieder

die Chance bot, von Waldkanten aus partisanenartige Angriffe zu starten

und sich danach in den Wald zurückzuziehen. Die römischen Truppen

führten einen sehr umfangreichen Tross mit sich und dürften entsprechend

behindert gewesen sein. Den Überfällen konnten sie dennoch

zunächst wohl standhalten. Mit zunehmender Anzahl von Verwundeten,

die geborgen werden mussten, ergaben sich jedoch für die römische

Armee Transportprobleme.

Störversuche durch die Germanen haben schon mehrere Kilometer östlich

der zentral gelegenen Fundstelle „Oberesch“ eingesetzt. So konnten

die Abteilungen der römischen Marschkolonne diesen Platz, wo der

Hinterhalt mit einem Wall zusätzlich befestigt worden war, nicht erreichen,

ohne zuvor schon erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden

zu sein. Die intensive Fundstreuung auf dem Oberesch, die Art der Fragmentierung

vieler Funde, und nicht zuletzt mehrere Gruben mit Knochen

von Gefallenen zeigen, dass hier erhebliche Teile der römischen Truppen

aufgerieben wurden; Tote und Verwundete mit ihrer Ausrüstung, aber

auch große Teile des römischen Trosses blieben zurück. Fundstellen

mehrere Kilometer westlich und nordwestlich vom Oberesch verdeutlichen

allerdings, dass im Bereich der Hauptfundstelle nicht der gesamte

römische Truppenverband vernichtet wurde. Den nächsten Abschnitt

der Kämpfe dürften Flucht, nachsetzende Gefechte und Gefangennahme

geprägt haben; in aussichtsloser Lage haben sich römische Legionäre

möglicherweise selbst von wertvollem Besitz getrennt, um ihn den

Germanen nicht in die Hände fallen zu lassen.

Anhand der Verteilung römischer Militärausrüstung bei Kalkriese wird

der allmähliche Untergang einer römischen Armee nachvollziehbar. Eine

Identifizierung dieses Fundareals als Ort der Varusschlacht ist beim derzeitigen

Kenntnisstand sehr wahrscheinlich, doch werden detailliertere

Rückschlüsse auf die tatsächlichen Ereignisse erst im Verlauf weiterer

archäologischer Untersuchungen möglich sein.

Halterungen, Ösen, Anhänger und Schnallen abreißen

und verloren gehen konnten. Außerdem hat die

Auswertung des Fundmaterials gezeigt, dass in diesem

Areal sogar Metallbeschläge von hölzernen Schilden

abmontiert und „verschrottet“ wurden, um das

Metall als Rohmaterial für die Weiterverarbeitung besser

abtransportieren zu können.

Die im Verlauf dieser ausgedehnten Defileegefechte

westlich anschließenden Zonen weisen wieder

weniger Funde auf; Absetzbewegungen, Flucht

und nachsetzende Gefechte müssen hier in Rechnung

gestellt werden. Einige besonders wertvolle Fundbestände

wie Horte von Silbermünzen oder die nahezu

vollständig erhaltenen Beschläge einer silbernen

Schwertscheide, die in diesem Abschnitt des Kampfareals

entdeckt wurden, sind als Versuche römischer Soldaten

zu verstehen, vor anstehender Gefangennahme

besonders wertvolle Teile ihres Besitzes beispielsweise

unter Büschen oder in Pfützen vor dem Zugriff der Germanen

zu verbergen.

In zentralen Zonen des Kampfareals, auf dem

Oberesch, wurden vergleichbar wertvolle Objekte bisher

nicht entdeckt. Sie dürften zwar direkt nach den

Kämpfen ebenfalls in großer Zahl vorhanden gewesen

sein, wurden hier aber, da Lederbörsen und Schwertscheiden

noch fest mit verwundeten oder toten Legionären

verbunden waren, von den Plünderern nicht

übersehen.

Die Seltenheit germanischer Funde auf dem

Schlachtfeld ist auffällig, wird aber verständlich, wenn

man bedenkt, dass die Germanen als Sieger im eigenen

Territorium im Gegensatz zu den Römern in der Lage

gewesen sein dürften, sich nach der Schlacht um ihre

Bildreihe von oben nach unten: (1) Eiserne Lanzenspitze, zwei

Geschützbolzen, Lanzenschuh. (2) Bronzemünze (As) mit Gegenstempel

des Varus. (3) Medizinische Geräte (Skalpellgriff und Knochenheber).

(4) Gerätschaften aus Eisen: Pionieraxt (Länge 53 cm),

Sichelblatt, Loch- und Stechbeitel.

Oben: Hortfund aus mehreren Silber- und einer

Goldmünze. Rechts: Darstellung eines Legionärs

mit Schienenpanzer. Rot markiert sind die Teile,

die in Kalkriese entdeckt wurden.


60 RÖMER regjo niedersachsen regjo niedersachsen RÖMER 61

Unten: Das Untersuchungsgebiet „Kalkriese“.

Rechte Seite: Modell der Wallanlage auf dem Oberesch

mit Rekonstruktion der Landschaft sowie

unterschiedlichen Kampf- und Marschaktionen.

Verwundeten und Toten zu kümmern, sie einschließlich ihrer Waffen

und Ausrüstung vom Schlachtfeld zu bergen und zu versorgen

oder abseits des Kampfplatzes zu bestatten.

Die besondere Bedeutung, die der Oberesch im Zusammenhang

mit dem Angriff der Germanen auf das römische Heer spielte,

wird nicht nur an der großen Fundmenge deutlich. Auf dieser Flur

wurden auch die einzigen archäologischen Befunde im Untersuchungsgebiet

entdeckt, die mit den Kampfhandlungen direkt oder

indirekt in Verbindung stehen. Oft dürften die Germanen bei ihren

Angriffen Waldkanten als Deckung genutzt haben; auf dem heutigen

Oberesch haben sie ihren Hinterhalt aber zusätzlich durch

den Bau eines Walles aus Rasensoden und Sand verstärkt, der über

etwa 400 Meter – in seinem Verlauf mehrfach geschwungen – den

Marschweg der Römer am Unterhang des Kalkrieser Berges begleitete.

Mit zahlreichen Durchlässen versehen, ermöglichte er den

Angreifern schnelle Vorstöße gegen die römischen Truppen, aber

auch den Rückzug in den Schutz der Schanzung. Für die archäologischen

Untersuchungen ergeben sich aus diesem Befund Vorteile:

Unter dem in einigen Bereichen schnell verstürzten Wallmaterial

bieten sich ungewöhnlich gute Erhaltungsbedingungen,

so dass gelegentlich zusammenhängende Fundkomplexe, unter

anderem ein fast vollständiges Maultierskelett oder auch Teile eines

weiteren Maultieres mit Resten seiner Anschirrung, überliefert

wurden, bevor Plünderer oder Wildtiere diese Ensembles zerstören

konnten. Für den Oberesch als einen zentralen Ort der römischen

Niederlage sprechen neben den hier besonders offensichtlichen

Spuren der Leichenfledderei und Plünderung auch mehrere

Gruben, in denen Knochen von Menschen, fast ausschließlich von

Männern, Maultieren und wenigen Pferden entdeckt wurden. Zum

Zeitpunkt der Deponierung müssen die Skelettverbände bereits völlig

zerstört gewesen sein, da lediglich Einzelknochen oder Knochenreste

in die Gruben gelangten. Es ist davon auszugehen, dass

die Toten zunächst einige Jahre unbestattet an der Erdoberfläche

gelegen haben. Sehr wahrscheinlich können diese Knochengruben

mit der Bestattungsaktion des römischen Feldherrn Germanicus in

Verbindung gebracht werden, der, wie der antike Historiker Tacitus


62 RÖMER regjo niedersachsen regjo niedersachsen RÖMER 63

Oben: Helmteile, unter anderem eine Wangenklappe und drei

Helmbuschhalter. Unten: Verbogenes Fragment eines bronzenen

Schildrandbeschlages, der gewaltsam vom hölzernen Schild

entfernt wurde. Ganz unten: Im Profil des Grabungsschnittes

zeichnet sich unter dem dunkelbraunen Plaggenesch als hellbraune

Schicht der auseinandergeflossene Wall und als v-förmige

Eintiefung der Drainagegraben ab.

Literaturhinweise

J. Harnecker: Kalkriese 4. Katalog der römischen Funde

vom Oberesch. Die Schnitte 1-22. Römisch-Germanische

Forschungen 66 (Mainz 2008).

A. Rost: Alesia, Kalkriese, Little Big Horn. Das neue

Forschungsgebiet der Schlachtfeldarchäologie. In:

Varusschlacht im Osnabrücker Land (Hrsg.), Varusschlacht

(Mainz 2009), 100-117.

A. Rost: Das Schlachtfeld von Kalkriese: Eine archäologische

Quelle für die Konfliktforschung. In: Varusschlacht im Osnabrücker

Land (Hrsg.), 2000 Jahre Varusschlacht: Konflikt, 68-76

(Stuttgart 2009).

A. Rost u. S. Wilbers-Rost: Kalkriese – Die archäologische

Erforschung einer antiken Feldschlacht. In: H. Meller (Hrsg.),

Schlachtfeldarchäologie. Battlefieldarchaeology. Tagungen des

Landesmuseums für Vorgeschichte Halle 2 (Halle 2009), 67-79.

S. Wilbers-Rost, H.-P. Uerpmann, M. Uerpmann, B. Großkopf,

E. Tolksdorf-Lienemann: Kalkriese 3. Interdisziplinäre Untersuchungen

auf dem Oberesch in Kalkriese. Archäologische Befunde

und naturwissenschaftliche Begleituntersuchungen. Römisch-

Germanische Forschungen 65 (Mainz 2007).

Das Prunkstück der Kalkriese-Funde: eine eiserne,

ursprünglich mit Silberblech überzogene Gesichtsmaske

eines römischen Helmes; Höhe: 16,9 cm. Im Fundzustand,

während der Restauration und wiederhergestellt.

berichtet, sechs Jahre nach der Schlacht mit seinen Truppen den

Ort der Varus-Niederlage aufgesucht hat, um den Toten die letzte

Ehre zu erweisen und ihre Überreste zu bestatten.

Als die Forschungen in Kalkriese vor über 20 Jahren ihren

Anfang nahmen, waren keine archäologischen Untersuchungen

antiker Feldschlachten bekannt, die zum Vergleich herangezogen

werden konnten. Insofern wurde – und wird – in Kalkriese

wissenschaftliche Pionierarbeit geleistet. Die Möglichkeiten, die

Metalldetektoren bei verantwortungsbewusster Verwendung bieten,

haben in den letzten Jahren aber gerade auch in Niedersachsen

zur Entdeckung weiterer bemerkenswerter Plätze geführt, welche

die Anwesenheit römischen Militärs anzeigen. Dazu zählen das

römische Lager aus der Zeit um Christi Geburt bei Hedemünden,

Landkreis Göttingen, und die Fundstelle am Harzhorn bei Kalefeld,

Landkreis Northeim, wo jüngst Hinweise auf einen Kampf zwischen

Römern und Germanen im 3. Jahrhundert n. Chr. entdeckt

wurden. Abseits von längerfristig und intensiver von den Römern

genutzten Gebieten an Rhein und Lippe bietet sich hier eher die

Chance, die oft unauffälligen Spuren, die römische Truppen auf

dem Marsch oder im Gefecht hinterlassen haben, archäologisch

nachzuweisen. So erlaubt es die Kartierung von Nägeln aus den

Sohlen römischer Militärsandalen, die beim Marschieren verloren

gegangen sind, die Trassen der römischen Armee in der weiteren

Umgebung des Lagers Hedemünden zu erfassen. Das Kampfareal

bei Kalefeld weist, wiederum in Verbindung mit einer ausgedehnten

Streuung von Sandalennägeln, zahlreiche Waffenteile auf, die

einen Überfall auf marschierende römische Truppen erkennen lassen.

Einer vergleichsweise großen Zahl von Geschossspitzen (Pfeilspitzen,

Katapultbolzen) stehen aber nur wenige andere römische

Militaria gegenüber, so dass am Harzhorn möglicherweise Kampfhandlungen

zwischen Römern und Germanen nachweisbar sind,

die für die Römer wesentlich erfolgreicher ausgegangen sind als die

Kämpfe beim heutigen Kalkriese mehr als 200 Jahre zuvor. Die

methodischen Grundlagen zur archäologischen Erforschung antiker

Schlachtfelder, die in Kalkriese erarbeitet wurden, können nun mit

weiteren Fundplätzen militärischer Aktivitäten verglichen, überprüft

und weiterentwickelt werden. Militärgeschichtliche Fragen,

etwa die Rekonstruktion der Kampfhandlungen, müssen dabei keineswegs

im Mittelpunkt der Forschungen stehen. So ergeben sich

etwa aus der Analyse der nach den eigentlichen Kämpfen einsetzenden

Prozesse des Plünderns und der Beuteverteilung neue

und unerwartete Einblicke in bisher mit archäologischen Methoden

wenig erforschte kulturgeschichtliche Phänomene.

Vom 15. bis 18.4.2011 findet in Osnabrück und Kalkriese eine

internationale Tagung zur Schlachtfeldarchäologie (Fields of

Conflict Conference) statt. Nähere Informationen finden sich

unter www.fieldsofconflict2011.uni-osnabrueck.de


Investitionsbeschleuniger & Wirtschafts

förderer in Niedersachsen

Wachstumsregion Hansalinie

Stadt Emden

Bernd van Ellen

Fachdienst Wirtschaftsförderung und Liegenschaften

Ringstraße 38 b, 26721 Emden

Tel. 04921/ 871378, Fax 04921/ 87101378

vanellen@emden.de, www.emden.de

WFG Wirtschaftsförderung

in Wilhelmshaven GmbH

Jürgen Janßen

Luisenstraße 8, 26382 Wilhelmshaven

Tel. 04421/9106-25, Fax 04421/ 9106-27

juergen.janssen@wfg-whv.de, www.wfg-whv.de

Hermann Terjung

Eschstraße 29, 49661 Cloppenburg

Tel. 04471/15-440, Fax 04471/7903

info@hansalinie.eu, www.hansalinie.eu

Niedersachsen Global GmbH

Gerhard Gizler

Osterstraße 60, 30159 Hannover

Tel. 0511/89 70 39-0, Fax 0511/897039-69

info@nglobal.de, www.nglobal.de

Landkreis Soltau-Fallingbostel

Wirtschaftsförderung

Hans-Jürgen Stegen

Winsener Straße 17, 29614 Soltau

Tel. 05191/ 970-673, Fax 05191/ 970-900673

F00200@heidekreis.de, www.soltau-fallingbostel.de

Wirtschafts- und Innovationsförderung

Salzgitter GmbH

Windmühlenbergstraße 20, 38259 Salzgitter

Tel. 05341/ 900990, Fax 05341/ 9009911

info@wis-salzgitter

www.wis-salzgitter.de

Gemeinde Wedemark

Landkreis Gifhorn

Wirtschaftsförderung

Wirtschaftsförderung

& Stadtmarketing Varel GmbH

Bernd Bureck

Windallee 4, 26316 Varel

Tel. 04451/ 96 16 10, Fax. 04451/ 96 16 20

info@ws-varel.de, www.ws-varel.de

Landkreis Cloppenburg

Stabsstelle Wirtschaftsförderung

Katharina Deeben

Eschstraße 29, 49661 Cloppenburg

Tel. 04471/15-236, Fax 04471/7903

wirtschaft@lkclp.de, www.lkclp.de

Saterland

Berliner Straße 3-5, 30900 Wedemark

Tel. 05130/581-361, Fax 05130/581-161

carsten.niemann@wedemark.de

www.wedemark.de

Manfred Krömer

Schlossplatz 1, 38518 Gifhorn

Tel. 05371/82488, Fax 05371/82478

manfred.kroemer@gifhorn.de

www.gifhorn.de

Wolfsburg Marketing GmbH

Projekt Region Braunschweig GmbH

c-Port Zweckverband IIK

WIN Wirtschaftsförderung im

Landkreis Nienburg/Weser GmbH

Porschestraße 2, 38440 Wolfsburg

Tel. 05361/89994 - 0, Fax 05361/ 89994- 39

wirtschaftsfoerderung@wolfsburg-marketing.de

www.wolfsburg-marketing.de

Mittelweg 7, 38106 Braunschweig

Tel. 0531/1218-0, Fax: 0531/1218-123

info@projekt-region-braunschweig.de

www.projekt-region-braunschweig.de

Martin Kropp

Am Küstenkanal 2, 26683 Saterland/Sedelsberg

Tel. 04491/786000, Fax 04491/786009

info@c-port-kuestenkanal.de

www.c-port-kuestenkanal.de

Uta Kupsch

Rühmkorffstraße 12, 31582 Nienburg/Weser

Tel. 05021/ 88 77 72 - 0, Fax 05021/ 88 77 72-1

info@win-nienburg.de

www.win-nienburg.de

Ilsede

Landkreis Northeim

Wirtschaftsförderung/Tourismus

Wirtschafts- und

Tourismusfördergesellschaft

Zweckverband ecopark

Der Gewerbepark im

Oldenburger Münsterland

im Kreishaus Cloppenburg

Petra Lampe, Eschstraße 29, 49661 Cloppenburg

Tel. 04471/709812, Fax 04471/709822

p.lampe@ecopark.de

www.ecopark.de

Landkreis Grafschaft Bentheim

Wirtschaftsförderung

NINO-Allee 11, 48529 Nordhorn

Tel. 05921/ 9 6 - 2 3 0 0 , Fax 05921/ 9 6 - 2 3 9 9

wifoe@einfach-naeher.de

www.einfach-naeher.de

Aktiengesellschaft für Wirtschaft und Arbeit

Weserbergland

Aktiengesellschaft

HefeHof 8, 31785 Hameln

Tel. 05151 / 5851001, Fax 0551 / 5851099

info@weserberglandag.de

www.weserberglandag.de

Stefan Wolfgang

Scharnhorstplatz 6, 37154 Northeim

Tel. 05551/91499-12, Fax 05551/91499-77

swolfgang@landkreis-northeim.de

www.landkreis-northeim.de

Unternehmerbüro in

der Region Hannover

Haus der Wirtschaftsförderung

Prinzenstraße 12, 30159 Hannover

kostenfreie Hotline 0800/6160616

Fax: 0511/ 616 23 453

unternehmerbuero@region-hannover.de

www.unternehmerbuero-hannover.de

Landkreis Peine mbH (wito gmbh)

Ilseder Hütte 10, 31241 Ilsede

Tel. 05172 / 9492600,

Fax 05172 / 9492601

info@wito-gmbh.de, www.wito-gmbh.de

Stadt Peine

Wirtschaftsförderung

Annette Szagun

Kantstraße 5, 31224 Peine

Tel. 05171/49-315, Fax 05171/49-958

annette.szagun@stadt-peine.de

www.peine.de

Landkreis Emsland

Fachbereich Wirtschaft

Ordeniederung 1, 49716 Meppen

Tel. 05931 / 441332, Fax 05931 / 443645

wirtschaft@emsland.de, www.emsland.de

Ein Projekt der GLC

Glücksburg Consulting AG

Martina Grud (Projektleiterin)

Seerauer Straße 27, 29439 Lüchow

Tel. 05841/97867-13, Fax 05841/97867-20

mgrud@wf-dan.de, www.wf-dan.de

Stadt Wolfenbüttel

Amt für Wirtschaftsförderung

Dietrich Behrens

Stadtmarkt 3 - 6, 38300 Wolfenbüttel

Tel. 05331/ 86 - 360, Fax 05331/86-7794

dietrich.behrens@wolfenbuettel.de

www.wolfenbuettel.de

GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung

und Stadtentwicklung Göttingen mbH

Klaus Hoffmann

Bahnhofsallee 1b, 37081 Göttingen

Tel. 0551/ 54743 -0, Fax 0551 / 54743 - 20

info@gwg-online.de, www.gwg-online.de

WRG Wirtschaftsförderung

Region Göttingen GmbH

Bahnhofsallee 1b, 37081 Göttingen

Tel. 0551/ 9995498-0, Fax 0551/ 9995498-9

info@wrg-goettingen.de

www.wrg-goettingen.de


66 PoRTRAIT regjo niedersachsen regjo niedersachsen portrait 67

Phönix am Jadebusen

Die Geschichte hat Wilhelmshaven schon oft übel mitgespielt. Doch seine Bewohner

trotzten immer wieder Krieg und Krise und schufen die lebenswerte Stadt am Jadebusen.

Bild © Patrick Otte

Bild © Archiv Wirtschaftsförderung in Wilhelmshaven GmbH

Bild © JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG

Großbaustelle JadeWeserPort (links), Columbia-Hotel am Hafen (oben rechts), Stadtgründer Wilhelm I. (unten rechts).

Text: Patrick Otte

Wilhelmshaven – kaum eine Stadt wurde in ihrer Entwicklung so

geprägt von der wechselvollen deutschen Geschichte der letzten

150 Jahre. Erst 1869 von König Wilhelm I., dem späteren Kaiser,

als preußisches Tor zur Nordsee gegründet, war die Stadt wegen

des tiefen Fahrwassers der Jade zunächst eine reine Marinegarnison.

Durch die enge Verbindung zur Marine erlebte die noch junge

Stadt zweimal sehr ausgeprägt den Wechsel von wirtschaftlicher

Blüte zu Zerstörung und Niedergang. Jeweils vor beiden Weltkriegen

wurde die Jadestadt zum bedeutenden Flottenstützpunkt ausgebaut.

So war die Stadt dann auch eines der Hauptziele der alliierten

Bomben und wurde stark zerstört.

Auch heute noch ist die Hafenstadt geprägt durch die Marine.

Sie ist nicht nur der zweitgrößte Standort der Bundeswehr, sondern

auch der größte der deutschen Seestreitkräfte. So arbeiten gegenwärtig

im einzigen Nordseehafen der Bundeswehr um die 9.000

Personen im militärischen und zivilen Bereich. Vor den Toren der

größten Seeschleuse Deutschlands sind Fregatten und Versorger

der Deutschen Marine stationiert und warten auf ihren weltweiten

Einsatz. Durch die günstige Lage am

Jadebusen – mit einer natürlichen Wassertiefe

von 18 Metern – spielt Wilhelmshaven

aber nicht nur militärisch eine Rolle. Nach

dem Zweiten Weltkrieg wurde dem Meer in

mehreren Etappen Land abgerungen, der

sogenannte Groden. Auf diesen Flächen

ging zunächst 1958 der Ölhafen in Betrieb.

Die Nord-West Oelleitung GmbH betreibt

hier Deutschlands größten Importhafen für

Rohöl. Über zwei Pipelines werden Raffinerien

bis in das Rhein-Ruhr-Gebiet und im

Großraum Hamburg versorgt. Ebenso lagert

ein Teil der strategischen Rohölreserve der

Bundesrepublik Deutschland in unterirdischen

Speicherstätten, sogenannten Kavernen,

in Wilhelmshaven. Neben den großindustriellen

Anlagen auf den Grodenflächen

– hierzu gehören auch zwei Kohlekraftwerke

und Unternehmen aus der petrochemischen

Industrie – haben sich im tidefreien

Innenhafen zahlreiche hafen- und

industriebezogene Betriebe etabliert. Diese

umfassen mittelständische Schiffs- und

Reparaturwerften, Serviceanbieter, Seehafendienstleister,

Lotsendienste, Speditionen

etc. Weitere Schwerpunkte der mit-


68 PoRTRAIT regjo niedersachsen regjo niedersachsen portrait 69

Von links: Blick über die Wilhelmshavener Südstadt; Südstrand; Technologiepark mit Jade Innovationszentrum; Kaiser-Wilhelm-Brücke; Marinemuseum.

telständischen Wirtschaft liegen im Bereich

der Metallverarbeitung, der Informationsund

Kommunikationstechnologie und der

Softwareentwicklung für die Bundeswehr.

Selbst die weltgrößten Mobilkrane, Fischstäbchen

und Schokolade werden in Wilhelmshaven

hergestellt.

Das tiefe Fahrwasser, das seinerzeit

zur Gründung der Stadt an der Jade geführt

hat, spielt heute erneut eine entscheidende

Rolle für die wirtschaftliche Zukunftsausrichtung

Wilhelmshavens: Zurzeit befindet

sich am Osthafen der knapp über 80.000

Einwohner Stadt eine der größten Baustellen

der Republik. Hier entsteht vor dem

Voslapper Groden als Gemeinschaftsprojekt

des Bundeslandes Niedersachsen und

der Freien Hansestadt Bremen der JadeWeserPort.

Anfang 2008 begannen die ersten

Arbeiten an dem neuen Containerhafen,

im August 2012 soll er seinen Betrieb aufnehmen.

Der JadeWeserPort wird unabhängig

von den Gezeiten rund um die

Uhr die weltweit größten Containerschiffe

abfertigen können, voll beladen, was in

sonst keinem deutschen Hafen möglich ist.

Die Gesamtfläche des Hafens beträgt 360

Hektar, davon werden 130 Hektar als Terminal

von Eurogate, Europas führender

Container Terminal- und Logistik-Gruppe,

und APM Terminals betrieben. Gesellschafter

dieses Großprojektes sind fast zur

Hälfte das Bundesland Niedersachsen und

die Freie Hansestadt Bremen.

Direkt angrenzend an das Containerterminal

entsteht eine 160 Hektar große

Logistikzone, die zum Großteil zu einem

Güterverkehrszentrum entwickelt wird.

Diese ohnehin schon einzigartige Konstellation

erhält ihr i-Tüpfelchen durch ein

trimodales Terminal für den kombinierten

Ladungsverkehr (Straße, Schiene, Wasser)

und die Tatsache, dass die A29 unterbrechungsfrei

bis direkt in das Hafengelände

führt. „Durch den Containerhafen rückt die

Region Wilhelmshaven in den internationalen

Fokus und wird zu einer logistischen

Drehscheibe im globalen Warenaustausch“,

hebt Jürgen Janßen, Geschäftsführer der

Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Jadestadt,

die Bedeutung des Projekts hervor.

Entsprechend werden von dem Jahrhundertprojekt

JadeWeserPort enorme Auswirkungen

auf die Stadt und die umgebende

Region erwartet. Um die Chancen auch für

die Region bestmöglich zu nutzen, haben

die Stadt Wilhelmshaven und die benachbarten

Landkreise Friesland, Wesermarsch

und Wittmund Anfang 2009 ihre Kräfte

gebündelt und die Entwicklungsgesellschaft

JadeBay GmbH gegründet. „Die Aufgabe ist

es, mit vereinten Kräften die Region positiv

zu entwickeln“, beschreibt Frank Schnieder

von der JadeBay GmbH das Selbstverständnis

der Gesellschaft. Derweil informiert

das JadeWeserPort InfoCenter in der

Nähe der Großbaustelle über den Bau und

den späteren Betrieb des Hafens. Jung und

Alt können hier Wissenswertes über den

internationalen Containerverkehr erfahren

und am Schiffssimulator ihre Fähigkeiten

als Kapitän erproben. Auch Wissen-

schaft und Forschung sind in Wilhelmshaven stark vertreten. Das

Deutsche Windenergie-Institut und das Forschungszentrum Terramare

des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres der Carl

von Ossietzky Universität Oldenburg sind hier ebenso beheimatet

wie das Forschungsinstitut Senckenberg für den Bereich der

Grundlagenforschung in der Meeresgeologie, Geochemie und Meeresbiologie,

das Institut für Vogelforschung und das Niedersächsische

Institut für historische Küstenforschung. Die Jade Hochschule

bietet an ihrem Hauptsitz in Wilhelmshaven 3.600 Studierenden

die Studiengänge Biomedical Engineering, Elektrotechnik, Feinwerktechnik,

Informatik, Maschinenbau, Maschinenbau-Informatik,

Mathematik, Umweltverfahrenstechnik, Wirtschaft, Tourismuswirtschaft,

Medienwirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen

und Meerestechnik an; das Institut für Innovationstransfer stellt

das Bindeglied dar zwischen Forschung und Wirtschaft und sorgt

für einen ständigen Know-how-Fluss gerade in die Klein- und

Mittelbetriebe.

Abseits der Arbeit fängt an, was die Stadt zu einer beliebten

Urlaubsregion macht. Im preußisch geprägten Stadtkern mit seinen

gründerzeitlichen Gebäuden besticht vor allem die moderne

Nordseepassage und der darin integrierte Hauptbahnhof. Entworfen

wurde das Center von dem berühmten Architekten Meinhard

von Gerkan, der auch den Berliner Hauptbahnhof konzipiert hat.

Ihren zahlreichen Parks und Grünanlagen verdankt die Stadt den

Beinamen „Grüne Stadt am Meer“ – Ruhe und Entspannung bieten

beispielsweise der 57 Hektar große Rüstringer Stadtpark und

das Rosarium mit exotischen Bäumen und über 500 Rosensorten.

Ebenso bestaunenswert ist im Küstenmuseum als Bestandteil

der „Maritimen Meile“ das 14 Meter lange Skelett eines Pottwals;

das Deutsche Marinemuseum entführt auf eine spannende Zeitreise

durch die wechselvolle Geschichte Deutschlands und seiner

Seestreitkräfte. Besondere Anziehungskraft haben der Lenkwaffenzerstörer

Mölders, das Unterseeboot U10 und das Minenjagdboot

Weilheim als begehbare Großexponate. Das Wattenmeerhaus

informiert über das einzigartige Ökosystem „Nationalpark Niedersächsisches

Wattenmeer“, das seit 2009 zum Weltnaturerbe gehört

– direkt vor den südlichen Deichen der Stadt beginnt das Schutzgebiet.

Und wer einfach nur die Seele baumeln lassen will, findet

Ruhe und Muße am Banter See und am Südstrand. Die Promenade

mit südländischem Flair ist die Schokoladenseite Wilhelmshavens.

„Die Stadt blickt seewärts“, sprach der ehemalige Oberbürgermeister

Arthur Grunewald. Daran hat sich nichts geändert.

Ob die militärische Nutzung durch die Marine oder gegenwärtig

der Ausbau zum Tiefwasser-Containerhafen – ohne den Hafen

wäre die Jadestadt ein weißer Fleck auf der Landkarte. Dank seiner

maritimen Lage und dem „Blick zum Horizont“ hat es Wilhelmshaven

aber bisher immer wieder geschafft, sich neues Leben

einzuhauchen.

Von links: Bild © Archiv Wirtschaftsförderung in Wilhelmshaven GmbH, Björn Lübbe/Wilhelmshaven Touristik & Freizeit GmbH, Archiv Wirtschaftsförderung in Wilhelmshaven

GmbH, Archiv Wirtschaftsförderung in Wilhelmshaven GmbH, Björn Lübbe/Wilhelmshaven Touristik & Freizeit GmbH


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regjo niedersachsen wirtschaft 71

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Gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und durch das Land Niedersachsen.

Text: Sabine Borke

Fotografie: JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG

Die JadeBay-Region mit ihren Landkreisen Wesermarsch, Wittmund

und Friesland sowie ihrer kreisfreien Stadt Wilhelmshaven

ist eine von Niedersachsens Wachstumsregionen. Sie hat ein enormes

Zukunftspotenzial, weil hier nicht nur viele Voraussetzungen

für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung vorhanden sind,

sondern weil in dieser Region eine natürliche und qualitative Verbindung

zwischen dem Arbeiten, Leben und Lernen besteht. Die

Qualität des Wohnens und der Trend zur Familie werden zu einem

bestimmenden Faktor für Arbeit und Wohlstand einer Region und

seiner Standorte und verleihen in ihrer Kombinierbarkeit gerade der

JadeBay-Region ein bedeutendes Alleinstellungsmerkmal.

Die JadeBay-Region ist außerdem der Begriff für eine große

Vielfalt von logistischen Komponenten und industrieller Produktion

in unmittelbarer Nähe zu neuen Wohnformen am Wasser.

In zehn bis fünfzehn Jahren kann hier eine diversifizierte Wirtschaftsstruktur

mit einer breiten Basis der klein- und mittelständischen

Wirtschaft sowie der Großprojekte aus den wirtschaftlichen

Schwerpunktbranchen wie maritimer Wirtschaft, Energie/Chemie,

Luftfahrzeugbau sowie Dienstleistungen und der Gesundheitswirtschaft

entstehen. Der Tourismus ist bereits eine tragende Säule und

dokumentiert eindrucksvoll die Attraktivität der Region entlang der

Nordseeküste mit seinem einmaligen Weltnaturerbe Wattenmeer.

Der in Wilhelmshaven entstehende JadeWeserPort, eines der größten

norddeutschen Infrastrukturvorhaben der letzten 50 Jahre, wird

neben Rotterdam der einzige tideunabhängige und ohne Wartezeiten

problemlos erreichbare Tiefwasser-Containerhafen in Nordeu ropa

sein. Er wird nach seiner Inbetriebnahme als einer der wichtigen

Containerhäfen in der Nordrange weltweite und nordeuropäische

Verkehre verknüpfen und ein Signal für die Zukunft der deutschen

Seehafenwirtschaft setzen.

Die JadeBay GmbH Entwicklungsgesellschaft macht sich als

Gemeinschaftsgründung der drei Landkreise Friesland, Wesermarsch

und Wittmund mit der Stadt Wilhelmshaven als regionaler

Standortmarketingfirma für die JadeBay-Region stark: für einen

lukrativen Wirtschaftsstandort und zugleich attraktiven Lebensraum.

National wie international.

Die zunehmende Globalisierung der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen

und der im internationalen Wettbewerb zunehmend

interessante Transportweg über die Seehafenanbindungen sowie

auch die wachsende Bedeutung der Offshore-Branche werden der

JadeBay-Region mittelfristig noch weiteren Aufschwung verleihen

und sie zu einem Hot-Spot für Logistikunternehmen machen. Konkret

verfügt die JadeBay-Region mit den Seehäfen in Brake, Nordenham

und Wilhelmshaven über leistungsfähige Logistikstandorte,

deren Infrastruktur laufend an die wachsenden Anforderungen

angepasst wird. Neben der 2009 in Betrieb genommenen Erweiterung

des Braker Hafens ist der Bau des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven

ein Meilenstein für die Steigerung der logistischen Standortqualität

der gesamten Region. Hier bieten sich der Region gute

Chancen, sich auch für das Thema Chemie/Chemielogistik aufstellen

zu können. Denkbar wäre hier eine neue Herangehensweise an

das Thema, welches nicht mehr, wie bisher, über den zu veredelnden

Rohstoff, sondern über den logistischen Ansatz von Endprodukten,

zum Beispiel aus der Pharmazie, zu betrachten wäre. Die Logistik ist

Das wirtschaftliche Schlüsselprojekt für die Region am Jadebusen:

der JadeWeserPort. 2012 soll das Mammutprojekt fertig sein und das

Tor zur Welt für Wilhelmshaven und Umgebung aufstoßen.

Standortfaktor im Wettbewerb der Regionen und zugleich Schlüsselkompetenz

für Unternehmen. Die Region besticht vor allem durch

ihre Flächen am Wasser an der Unterweser und in Wilhelmshaven

und die ideale Erreichbarkeit über alle vier Verkehrsträger: Luft,

Wasser, Schiene und Straße. Um den erwarteten Investitionen auch

räumlich Platz zu geben, stehen ansiedlungsinteressierten Unternehmen

neben den Flächen an den Seehafenstandorten der Unterweser

zukünftig große Flächenpotenziale am und im Umfeld des Tiefwasser-Containerhafens

für die Abwicklung hafen- und logistikaffiner

Dienstleistungen zur Verfügung. So allein 160 Hektar im Güterverkehrszentrum

direkt am Hafen sowie weitere 150 Hektar Industrieund

Gewerbefläche im interkommunalen JadeWeserPark.


72 interview regjo niedersachsen

regjo niedersachsen handwerk 73

„Mehr als nur Rausfahren“

Ein Gespräch mit Armin Ortmann, Geschäftsführer für den Bereich Offshore der Reederei Frisia, über die Entwicklung

der Dienstleistungen und die Schwierigkeiten der Offshore-Windpark-Anlagen.

Immer wieder innovativ

Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade präsentiert sich immer wieder als Vorreiterin mit neuen Angeboten

für Handwerksbetriebe. Viele der Ideen sind inzwischen weit verbreitet.

Interview: Sven Grünewald Fotografie: Reederei Norden-Frisia

heute noch die nautische Koordination des Feldes wahrgenommen,

das heißt, wir koordinieren die Arbeitsaufträge, die von den

Schiffen im Windpark ausgeführt werden sollen. Daneben führen

wir aber auch Forschungsfahrten für die Projektierung von Windparks

durch. Den zweiten großen Windpark Bard versorgen wir

zwar nicht direkt, allerdings sind wir dort für die Norddeutschen

Seekabelwerke als Unterbringungsschiff im Einsatz.

Armin Ortmann, Jahrgang 1972, begann mit einer Ausbildung zum

Bankkaufmann, studierte anschließend in Göttingen Betriebswirtschaft

und kam über verschiedene Sparkassentätigkeiten 2005 schließlich zur

Reederei Frisia, wo er seit 2010 als Geschäftsführer des Bereichs Frisia

Offshore tätig ist.

Seit wann ist die Frisia in der Offshore-Versorgung aktiv?

Operativ haben wir 2008 mit der Versorgung des ersten deutschen

Offshore-Windparks alpha ventus begonnen, hierfür wurde unter

anderem auch der Katamaran Wind Force I gebaut, welcher speziell

als vielseitig einsetzbares Transportfahrzeug für Personen und

Ladung zu Offshore-Windparks konzipiert wurde. Grundsätzlich

sind wir seit 2001 an Offshore-Unternehmungen beteiligt.

Welche Felder versorgen Sie in der Nordsee?

Wir sind hauptsächlich im Transfer zum Windpark alpha ventus

beschäftigt. Dort haben wir in der Bauphase auch das Verkehrssicherungsschiff

gestellt, das den Verkehr in der Umgebung beobachtet

und Warnhinweise gibt, sollte jemand havarieren und auf

das Feld zutreiben. Ebenso haben wir in der Bauphase und auch

Ist ein Trend abzusehen, wie sich das Geschäft entwickeln wird?

Der Trend ist grundsätzlich positiv zu sehen. Das Umsatzvolumen

im Offshorebereich der Frisia hat sich von rund 500.000 Euro 2008

auf über 3,3 Millionen Euro 2009 entwickelt. Verbunden sind hiermit

etwa 25 dauerhafte, neue Arbeitsplätze. Für uns als mittelständisches

Unternehmen ist das ein starkes Wachstum. Absehbar ist

auch, dass es weitergehen wird. Die Frage ist nur, wie. Die politischen

Rahmenbedingungen sind dafür genauso wichtig, wie die

Entwicklung von Referenzprojekten wie etwa Bard Offshore I oder

alpha ventus, die sich an ihrer Umsetzbarkeit und Effizienz messen

lassen müssen. Das beobachten viele Investoren sehr genau.

Mit was für Herausforderungen hat man es in der Offshore-Versorgung

zu tun?

Die typische Erfahrung ist, dass wir mit Leuten reden, die wenig

Kenntnis von Nautik, Schiffstechnik und den Meereseigenschaften

haben. Wenn Sie beispielsweise einen Vertrag über Shuttleverkehre

erarbeiten, haben Sie mit einem Anwalt zu tun. Der

möchte wissen, bis zu welcher durchschnittlichen Wellenhöhe

man den Shuttlebetrieb aufrecht erhalten kann. Hierbei handelt

es sich jedoch nur um einen Faktor. In der Praxis spielen aber

viele Faktoren eine Rolle, so zum Beispiel der Fundamenttyp, die

Tide oder der Wind. Dafür muss man erst einmal Verständnis

wecken. Auch der Umgang mit Sicherheitsvorschriften oder deutschen

Behörden in einem Bereich, der sich gerade neu entwickelt,

muss sich erst einspielen. Es ist eben nicht nur das „Rausfahren“,

da gehört mehr dazu.

Sehen Sie Auswirkungen auf die Windenergie, wenn wie geplant

die Atommeiler länger laufen?

Eine Laufzeitverlängerung wird nicht unbedingt positive Auswirkungen

auf die Rentabilität von Offshore-Winparks haben. Das

steht für uns zudem im Widerspruch zum Ziel der Bundesregierung,

Offshore-Energie zu fördern. Wir hängen direkt an dieser

Entwicklung, gerade wenn man sieht, dass, obwohl wir relativ

klein sind, in kurzer Zeit doch 25 feste Arbeitsplätze geschaffen

wurden – das ist für eine strukturarme Region wie Ostfriesland

schon überproportional von Bedeutung. Überhaupt sind in der

Offshore-Industrie in den letzten Jahren massiv Arbeitsplätze entstanden

und es wäre schon schwierig, wenn es dort gravierende

Einschnitte gäbe.

Text: Miriam Pegesa Fotografie: Handwerkskammer Lüneburg

Was wäre die Welt ohne Handwerk? Alles begann vermutlich vor

circa zweieinhalb Millionen Jahren mit der Herstellung und dem

Gebrauch von Steinwerkzeugen. Seither sind die Handwerksberufe

einen langen Weg gegangen und noch immer sind ihre Dienstleistungen

essenziell für unser tägliches Leben. Das Handwerk muss

sich dabei jedoch ebenso wie die industrielle Massenproduktion

neuen Herausforderungen wie einer zunehmenden Technisierung

und veränderten Rahmenbedingungen stellen.

Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade tritt

diesen Herausforderungen auf mehreren Ebenen entgegen. So wurden

ein sogenannter Starter-Shop, der Existenzgründer auf dem

Weg in die Selbständigkeit berät und tatkräftig unterstützt, das Niedersächsische

Zentrum für Internationale Berufsbildung (NieZiB)

und das Kompetenzzentrum für Nutzfahrzeug- und Landmaschinentechnik

(Komzet-NL Tec) ins Leben gerufen.

Mit dem Starter-Shop wurde eine Existenzgründungshilfe im

Handwerk geschaffen. Seit der Eröffnung 2003 haben sich 3.500

Interessierte im Starter-Shop informiert, 810 davon haben schließlich

den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Die Beratungen sind

dabei individuell auf die Bedürfnisse der Handwerksmeister zugeschnitten

– ein Friseurbetrieb hat schließlich andere Bedürfnisse

als ein Mechatroniker. Es werden Konzepte geprüft, bei Formalitäten

geholfen und Seminare angeboten. Das gesamte Beratungsangebot

steht Handwerksbetrieben oder Existenzgründern dabei

kostenfrei zur Verfügung. Das Konzept war dabei so erfolgreich,

dass es inzwischen bundesweit von vielen Kammern übernommen

wurde.

Drei Jahre nachdem der Starter-Shop angelaufen war, wurde

2006 mit der Eröffnung des Niedersächsischen Zentrums für Internationale

Berufsbildung ein weiteres Projekt in Angriff genommen.

Im Handwerk haben Auslandsaufenthalte zum Qualifikationserwerb

Tradition, denn Wandergesellen haben schon immer

„auf der Walz“ neue handwerkliche Fähigkeiten erlangt und dabei

fremde Städte und Länder kennengelernt. Das NieZiB greift diese

Tradition wieder auf: Seit der Gründung wurden über 200 Auszubildende

und Ausbilder zu einem Praktikum von drei Wochen

ins Ausland geschickt. Dabei werden Fördergelder zur Verfügung

gestellt, die als ein Zuschuss zu den Reise- sowie Unterkunfts- und

Verpflegungskosten gedacht sind. Ein Teilnehmer muss so zur Zeit

zwischen 300 und 400 Euro aus der eigenen Tasche dazuzahlen.

Zuletzt wurde 2009 das Komzet-NL Tec offiziell eröffnet. Die

Entwicklung zu einer Informations- und Wissensgesellschaft sowie

die Globalisierung der Wirtschaft erfordern einen fortlaufenden

Wandel der beruflichen Anforderungen im Handwerk. Insbesondere

die Landtechnik, die sich in den letzten Jahren enorm entwickelt

hat, braucht eine Institution, die stark in der Ausbildung

verwurzelt ist und den Transfer vom Markt direkt in die Bildung

vollzieht. Deshalb bietet das Kompetenzzentrum überbetriebliche

Ausbildung, Fort- und Weiterbildung, eine Meisterschule und

Betriebsberatung an. Die Ausbildungsmaßnahmen sind kostenfrei

– die Kosten werden durch die Betriebe und öffentliche Fördergelder

gedeckt. Die Weiterbildungskurse hingegen sind kostenpflichtig,

doch können auch hier Fördergelder des Bundes über das sogenannte

Meister-Bafög oder über das ESF-Programm „Individuelle

Weiterbildung in Niedersachsen“ beantragt werden. In den letzten

drei Jahren hat die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-

Stade mit Unterstützung des Bundes, der EU und des Landes Niedersachsen

insgesamt drei Millionen Euro in die Errichtung des

Kompetenzzentrums investiert. Weitere zwei Millionen sollen in

den kommenden zwei Jahren folgen. Das Komzet-NL Tec ist bundesweit

als Kompetenzzentrum in der Landtechnik einmalig und

illustriert damit einmal mehr den Ideenreichtum, der sich zwischen

Braunschweig und Stade frei entfalten kann.

Bilder: Das Kompetenzzentrum für Nutzfahrzeug- und Landmaschinentechnik

ist die neueste Innovation der Handwerkskammer

Braunschweig-Lüneburg-Stade, in dem Schulungen an den neuesten

Landmaschinen durchgeführt werden.


74 gewerbegebiete regjo niedersachsen

regjo niedersachsen gewerbegebiete 75

Industrie- und Gewerbegebiete in Niedersachsen

Landkreis / kreisfreie

Stadt

Fläche

in ha

Nutzung Kontakt Telefon

1 Ammerland 23 GE/GI Henning Dierks 04488/562900

2 Aurich 45 GE/GI Hannelore Reck 04941/121301

3 Braunschweig, Stadt 59 GE/GI Simone Schumacher 0531/38043822

4 Celle 37 GE/MI Wolfgang Lehrich 05146/50735

5 Cloppenburg 190 GE/GI Jürgen Felbinger 04471/709811

6 Cuxhaven 124 GE Thomas Lötsch 04721/599620

7 Delmenhorst, Stadt 11 GE/GI Axel Langnau 04221/991181

8 Diepholz 18 GE Frank Lemmermann 04203/71200

BORKUM

JUIST

MEMMERT

NORDERNEY

LANGEOOG SPIEKEROOG WANGEROOGE

BALTRUM

WILHELMS-

Wittmund

HAVEN

Jever

44

11

02

Aurich

Ems-Jade-Kanal

45

Friedeburg

MELLUM

Nordenham

Cuxhaven

Nordholz

A27

06

BREMERHAVEN

(zu Bremen)

Oste

Stade

39

Elbe

GVZ

9 Emden, Stadt 225 GI Johann Kruse 04921/871588

10 Emsland 350 GI Martina Kruse 05931/441329

11 Friesland 22 GE/GI Frank Schnieder 04421/7789072

12 Gifhorn 64 GE/GI Uwe-Peter Lestin 05303/5272

13 Goslar 22 GI R.Godesberg 05321/330300

14 Göttingen 27 GE Harald Grahovac 0551/789010

15 Göttingen, Stadt 26 GI Hans Hahn 0551/547430

16 Grafschaft Bentheim 85 GE/GI Helmut Treiber 05921/878169

17 Hameln-Pyrmont 14 GE Ulrich Waltemathe 05151/206229

18 Hannover, Region 35 GI Hilmar Engel 0511/61623241

19 Hannover, Stadt 28 GE Christian Gnädig 0511/16845025

20 Harburg 36 GE Matthias Wiegleb 04171/657213

21 Hildesheim 46 GI Matthias Ullrich 05121/3092171

09

Emden

A31

23

A28

A31

Leer

Papenburg

Küstenkanal

10

Dörpen GVZ

Ems

1

Westerstede

OLDENBURG 29

A29

Cloppenburg

5

Hamme-Oste-Kanal

43

Brake

Weser

A1

Osterholz-Scharmbeck

32

Worpswede

Lemwerder

GVZ

35

Rotenburg

7 Delmenhorst

Weyhe

28

20

42

Wildeshausen

Verden (Aller)

A27

Weser

Soltau

38

A7

20

Winsen

25

Lüneburg

Uelzen

40

Elbe-Seiten-Kanal

E l be

24

Lüchow

22 Holzminden 45 GE Wolfgang Anders 05532/900520

23 Leer 19 GE/GI Bernhard Bramlage 0491/9261265

24 Lüchow-Dannenberg 29 GE Martina Grud 05841/9786713

25 Lüneburg 45 GE Gerhard Voigts 04131/208224

Dortmund-Ems-Kanal

Meppen

30

Artland, Samtgemeinde

A1

41

Vechta

Diepholz

26

Nienburg

4

Celle

26 Nienburg/Weser 130 GI Dieter Korte 05023/2924

27 Northeim 16 GE/GI Stefan Wolfgang 05551/9149912

28 Oldenburg 70 GE/GI Hans-Werner Aschoff 04431/85438

29 Oldenburg, Stadt 16 GE Klaus Wegling 0441/2352350

30 Osnabrück 45 GE Gerd Kruthoff 05431/182203

31 Osnabrück, Stadt 45 GE Wolfgang Gurk 0541/331400

32 Osterholz 17 GE Siegfried Ziegert 04791/930597

33 Osterode am Harz 34 GI Karl-Heinz Löwe 05522/318270

34 Peine 53 GI Ulrike Laudien 05171/49286

16

Nordhorn

A30

Mittellandkanal

31

OSNABRÜCK

GVZ

A30

A33 Melle

18

Stadthagen

37

Weser

17

Hameln

HANNOVER

19

Gifhorn

GVZ

12

A2

WOLFSBURG

34

GVZ

Lehrte

Peine

3

A39

Mittellandkanal

BRAUNSCHWEIG

Helmstedt

46

21

Hildesheim A39 36

SALZGITTER

Wolfenbüttel

GVZ

35 Rotenburg (Wümme) 16 GI Ute Scholz 04261/71150

36 Salzgitter, Stadt 48 GE/GI Richard Schudrowitz 05341/9009930

37 Schaumburg 36 GE Andreas Wendt 05751/403142

38 Soltau-Fallingbostel 130 GI Alf Wilkens 05161/442157

39 Stade 153 GE/GI Thomas Friedrichs 04141/401140

22

Holzminden

27

A7

13

Goslar

40 Uelzen 15 GI Eberhard Gottschlich 0581/822911

33

41 Vechta 297 GE/GI Uwe Schumacher 05493/549210

Northeim

Osterode

42 Verden 28 GE/GI Birgit Koröde 4231/12206

43 Wesermarsch 75 GE/GI/ Kay Lutz Pakula 04401/996915

44 Wilhelmshaven, Stadt 376 GI Jürgen Janßen 04421/910625

45 Wittmund 4 GE Karin Emmelmann 04465/80610

15

GÖTTINGEN

14 GVZ

46 Wolfenbüttel 18 GE Dietrich Behrens 05331/86360

A38

29

Gewerbegebiet

Flughafen

Seehafen

GVZ

Güterverkehrszentrum

Wasserstraße

Autobahn

Das kommunale Standort-Informationssystem Niedersachsen KomSIS

bietet mehr als 1.000 Gewerbeflächen im Internet: www.komsis.de.

KomSIS.de

ICE- / IC-Strecke

Es handelt sich jeweils um die größte zusammenhängende Gewerbefläche.

Stand: November 2010 – Wir bitten freundlichst um das Anzeigen von Änderungen


76 wirtschaft regjo niedersachsen

regjo niedersachsen kunst 77

Christoph Langer,

Göttinger Galerist, in

seiner zweiten Niederlassung.

Innovative

norddeutsche Künstler

haben ihren Weg exklusiv

in die Sylter Kunstmetropole

Keitum gefunden, so etwa

die Aluminiumarbeiten von

Oliver Rossdeutscher.

Die Real Estate North hatte 2010 Premiere. An zwei Tagen besuchten über 1.000 Besucher die neue Messe für Gewerbeimmobilien in Nordeuropa.

Die nächste Real Estate North ist nach der Fusion mit ihrer Vorgängermesse Expansion auch schon fest terminiert – auf den 14. und 15. Juni 2011

im Congress Center Hamburg.

Kurs Nord

Mit der Real Estate North starten die norddeutschen Wirtschaftsförderer in ihre Vision einer nordeuropäischen Plattform für

Gewerbeimmobilien. Erfolgreich, ist das allgemeine Fazit.

Neuland

Die Göttinger Traditionsgalerie Nottbohm eröffnete in Keitum ihr zweites Haus. Exklusive Künstler aus Norddeutschland füllen

dort die hellen Räume und finden nun ihren Weg auch in die Leinestadt.

Text und Fotografie: Volker Schönfeldt

2010 hatte die neue Messe Premiere: Die Real Estate North (REN)

fand zum ersten Mal am Hamburger Flughafen statt und positionierte

sich damit als direkte Konkurrentin der bisherigen Gewerbemesse im

Norden, der Expansion. Die Real Estate North sieht sich als Marktplatz

für Gewerbeimmobilien in Nordeuropa, entsprechend viel Raum gab

es für Diskussionen, Gespräche und Informationen zum Thema von

und für Fachleute aus Politik und Wirtschaft – allgemein sieht man

inzwischen wieder eine deutlich positive Stimmung in der Branche.

Wirtschaftsförderer aus Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein

waren aus der Expansion, der bisherigen Leitmesse für

den Norden, ausgeschert, um zusammen mit Mecklenburg-Vorpommern

ihre eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. „Die Expansion

hat zwar die gleichen Ziele, es geht darum, Ansiedlungen vorzubereiten

und zu realisieren, indem man seine Flächen und Areale vorstellt“,

beschreibt es Gerhard Gizler, CEO der Niedersachsen Global

GmbH, kurz NGlobal, und Mit-Initiator der neuen Messe. „Aber die

Expansion hat nach unserer Ansicht schlichtweg stagniert. Daher

haben wir mit der Deutschen Messe AG das Konzept einer Art norddeutschen

Expo Real entwickelt.“ 1.148 Besucher bestätigen den

Erfolg der Premiere, der Grundstein für die internationale Fachmesse

rund um Gewerbeimmobilien scheint gelegt. Dem stehen 2.312 Fachbesucher

der Expansion gegenüber, etwa ein Drittel weniger als im

Vorjahr. Insofern bleibt abzuwarten, ob sich in Zukunft beide Messen

etablieren können oder die REN weiter durchstartet. Bei der Real

Estate North jedenfalls sieht man nach der Premiere die Ziele vollends

erreicht, eine gezielte Erweiterung des Aussteller- und Besucherkreises

hat man fest im Blick. „Das ganze Thema Immobilienwirtschaft

ist insbesondere in Deutschland, aber auch europaweit ein Wachstumsbereich“,

beschreibt es Stephan Philipp Kühne aus dem Vorstand

der Deutschen Messe AG. „Und gerade im deutschen und nordeuropäischen

Umfeld sehen wir bisher keine Plattform für den nordeuropäischen

Immobilienmarkt.“ Insofern sollen in Zukunft explizit die

Ostseeanrainer, mittelfristig auch die Benelux-Länder angesprochen

werden. „Wir können und wollen uns auch gar nicht mit der Expo

Real vergleichen“, so Gizler. „Wir nehmen uns nicht die Welt vor, aber

Nordeuropa, das ist realistisch und macht Sinn. Nächstes Jahr wollen

wir zudem Bremen mit ins Boot holen, ich hätte auch gerne noch die

Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg dabei.

Dann kann man mit gutem Gewissen von einer norddeutschen Messe

sprechen.“ Die anwesenden Aussteller und Besucher aus Skandinavien,

dem Baltikum und Russland jedenfalls sahen in der Real Estate

North eine ideale Plattform, denn: „Der ganze Bereich der maritimen

Wirtschaft wird sich weiter entwickeln. Das sieht man am JadeWeserPort

und in Cuxhaven im Offshorebereich. Die Energieversorgung

kommt in der nächsten Zeit vorrangig von der Küste. Da ist unheimlich

viel Drive drin“, fasst Gerhard Gizler die Entwicklung zusammen.

„Allen ist klar, dass die Küstenregion, die noch vor 20 Jahren

als perspektivlos galt, ein großes Potenzial hat.“

Text: Sven Grünewald Fotografie: Galerie Nottbohm

Keitum, Bahnhofstraße. Früher war hier

die alte Post, heute grüßen auf einem kleinen

Vorplatz drei große, rostbraune Skulpturen.

Eine davon zeigt eine zweieinhalb

Meter hohe Frau, „Die Lustige“, stehend auf

einem Bein und dem Besucher die offenen

Armen entgegenreckend. Ulrich Schweiger

hat den „Neuland-Finder“ beigesteuert.

Zwei Meter zwanzig groß gibt er einen Vorgeschmack

auf das, was in dem reetgedeckten

Haus mit den großen Fenstern wartet –

frische Kunst. So bezeichnet es Christoph

Langer, Inhaber der Galerie Nottbohm.

Seit 1878 ist Kunst das Metier der Familie,

die mit ihrem Göttinger Stammhaus eine

lange Tradition begründete. Nun erfolgt der

Sprung auf die Insel, wenn auch von langer

Hand vorbereitet, denn die Eröffnung

einer weiteren Galerie auf Sylt hatte Langer

schon seit einigen Jahren vor, schließlich

ist sie ihm ein zweites Zuhause: „Ich kenne

Keitum von Kindesbeinen an. Ich habe

auf der Insel Fahrradfahren, Surfen und

Schwimmen gelernt.“ Als es dann die Möglichkeit

gab, eine alte Galerie zu übernehmen,

nutzte er die Gelegenheit und brachte

seine Ideen mit. „Wir haben in unserer

Dauerausstellung exklusiv 20 vornehmlich

norddeutsche Künstler, darunter sehr

bekannte Namen wie Malte von Schuckmann

oder Claus Tegtmeier“, gibt Christoph

Langer einen Einblick in die Künstlerriege,

die die Fenster ziert.

Zu Ostern wurden die Türen der neuen

Galerie aufgeschlossen, dies geschah aber

still und leise, ganz unaufdringlich. Der

große Coup erfolgte mit der ersten Einzelausstellung,

als nicht nur Werke von

Janosch gezeigt wurden, sondern der Meister

selbst nach Keitum kam. Jetzt, im

Herbst, erfolgt der „Künstlertausch“: Mit

der Ausstellung „5 vor Kunst“, die am 10.

November passend um 18.55 Uhr in Göttingen

beginnen wird, finden fünf Künstler,

die bereits auf Sylt ausgestellt wurden, mit

neuen Arbeiten ihren Weg in die Leinestadt;

neben Malte von Schuckmann sind dies Oliver

Rossdeutscher, Janosch, Petra Rös-Nickel

und Willi Landsknecht. Auch im kommenden

Frühjahr wird wieder ein Sylter

Künstler in Göttingen präsent sein – ab dem

16. März sind dann die Landschaften und

Spiegelungen Puck Steinbrechers zu sehen.

Währenddessen startet am 27. Dezember in

Keitum die Herbstausstellung „Syltvester“

mit den Pop Art Arbeiten von Franc Wurlitzer;

und auch die Radierung Janoschs von

Sylt steht noch im Raum.

Jenseits der Ausstellungen verwöhnt

die Galerie an zwei Standorten jedoch weiterhin

mit abwechslungsreicher, spritziger

Kunst in einem Mix verschiedenster Stilrichtungen

– Stillleben, Abstraktion, Fotografie,

Skulpturen. Keitum gilt ohnehin

als Mekka der Kunstszene auf Sylt, die dort

aufgegriffenen Impulse finden nun endlich

auch in das Göttinger Traditionshaus, das

damit seinem Motto treu bleibt – immer

einen Besuch wert.

Weitere Informationen zur Galerie unter

www.nottbohm.de


78 kalender regjo niedersachsen regjo niedersachsen kalender 79

Sagenhaft

Akrobatisch

Historisch

Originell

Vom 16. bis 23. Januar 2011 läuft Tolkiens Meisterwerk

als Live-Konzert mit der Musik von Howard Shore, Annie

Lennox und Enya im Theater am Aegi in Hannover.

In den Herrenhäuser Gärten greift „Red“

Aspekte der Liebe in artistischen Akten auf.

Premiere des Varieté ist am 27. November.

Was ist wahr, was ist wirklich? Um viele Objekte der kulturgeschichtlichen

Ausstellung in Jever ranken sich Sagen

– wie um das Bild des letzten Wolfes des Jeverlandes.

Ihre Musik ist „Vokal-Pop“ – selbstgemachte

Pop-Musik ohne Instrumente. Am 26. Februar

2011 sind die Wise Guys in Osnabrück.

Klassik, Ballett

Theater, Kabarett, Musical

Ausstellungen

Jazz, Rock, Pop, Schlager

14. November 2010

„Konzert der Stille“ – Was ist Stille? Auf eindringliche

Weise wird dieser Frage mit poetischen

Texten nachgegangen. Unterstützt

durch Musik von Hildegard von Bingen,

Johann S. Bach und Helge Burggrabe

18.00 Uhr, Dom, Bad Gandersheim

16. November 2010

David Garrett „Live in Concert“ – der Geigenvirtuose

spielt in seinen Crossover-Shows

eine Mischung aus Rock, Pop und Klassik

20.00 Uhr, TUI Arena, Hannover

26. November 2010

Kammermusik für Cello und Klavier – es

werden Werke von Debussy, Beethoven, Strawinsky

und Grieg präsentiert

19.30 Uhr, Beckmann-Saal, Celle

03. Dezember 2010

Joja Wendt: Das Beste am Klavier – Unterhaltung

wird bei dem Hamburger Pianisten

groß geschrieben

20.00 Uhr, St.-Annen-Str. 30, Seesen

27. Dezember 2010

Der Nussknacker – die russische staatliche

Ballettakademie Krasnojarsk tanzt zu den

Tönen von Tschaikowski

19.30 Uhr, Eichsfeldhalle, Duderstadt

12. Januar 2011

Tecchler Trio – mit Klaviertrios von J. Haydn,

D. Schostakowitsch und R. Schumann

20.00 Uhr, Konzertverein Cuxhaven

16. Januar bis 23. Januar 2011

Der Herr der Ringe – das Publikum darf sich

auf die schönsten Melodien der Sage freuen

16.00 Uhr, Theater am Aegi, Hannover

02. Februar 2011

Benyamin Nuss – der junge Pianist spielt

Mendelssohn-Bartholdy

Aula, Windthorstgymnasium, Meppen

04. bis 05. Februar 2011

Classic meets Pop – die Beiträge ziehen

sich vom Hip-Hop bis zum Chor, vom Orchester

bis zur Rockband

20.00 Uhr, EWE Arena, Oldenburg

09. März 2011

Anne-Sophie Mutter – die Virtuosin ist wieder

auf Tour

20.00 Uhr, HCC Theodor-Heuss-Platz,

Hannover

19. März 2011

Stirb du, wenn kannst – Ballett über Klischees

und Realitäten der Stadt Wien

19.30 Uhr, Staatsoper Hannover

12. November 2010

Bacon – die Zuschauer werden in dem

Tanzstück auf eine assoziative Reise durch

Bacons Bilderwelten mitgenommen

19.30 Uhr, Theater Osnabrück

27. November 2010 bis 16. Januar 2011

Wintervarieté „RED“ – das GOP präsentiert

Artisten, die Liebe, Eifersucht und Leidenschaft

als modernes Märchen inszenieren

Orangerie in den Herrenhäuser Gärten,

Hannover

02. Dezember 2010

Cabaret – das Broadwaymusical – die

Geschichte des Amerikaners Cliff Bradshaw,

der in das Deutschland der 30er einwanderte

20.00 Uhr, Odeon-Theater, Goslar

09. Januar 2011

Chronik eines angekündigten Todes – das

Stück nach dem Roman von Gabriel García

Marquez feiert Premiere

20.00 Uhr, Cumberlandsche Bühne, Hannover

15. Januar bis 15. Dezember 2011

Wolfenbütteler Theaterjahr – der Abschluss

der Sanierungsarbeiten im Lessingtheater

wird gefeiert: mit einer Vielzahl von Veranstaltungen,

die sich um das Theater drehen

Verschiedene Orte in Wolfenbüttel

28. Januar 2011

Ralf Schmitz – der Improvisationskünstler

stellt sein neues Soloprogramm „Schmitzophren“

vor und geht wie gewohnt auf Tuchfühlung

mit dem Publikum

20.00 Uhr, Kongresshalle, Oldenburg

05. Februar 2011

In Hamborg op St. Pauli – in der Komödie

von Wilfried Wroost geht es um die menschlichen

Schwächen und Stärken

20.00 Uhr, Gut Sandbeck,

Osterholz-Scharmbeck

24. Februar 2011

Django Asül – Fragil – der türkische Kabarettist

arbeitet überwiegend mit dem niederbayrischen

Dialekt

20.00 Uhr, Aula im Schulzentrum, Seesen

18. März 2011

Dieter Nuhr – „Nur die Ruhe“ – Überall Hektik,

ob Klima-, Banken- oder Ehekrise: Der

Komiker blickt wieder von außen auf die Welt

19.00 Uhr, Lokhalle, Göttingen

26. März 2011

Das Musicaldinner – „Broadwaydiva“ –

bekannte Musicalmelodien, beliebte Highlights

und ein Vier-Gänge-Menü

19.00 Uhr, Congress Union, Celle

bis 29. November 2010

Meine Kunst schaffen – Workshops zu Bildhauerei,

Druckgrafik, Malerei und Fotografie

Galerie- und Künstlerhaus, Spiekeroog

bis 31. Dezember 2010

Wirklich wahr? Echt! Bilder und Objekte

erzählen Geschichte – die Ausstellung zeigt,

wie sich Überlieferung zusammensetzt und

wie sie historische Wirklichkeit darstellt

Di-So 10-18 Uhr, Schlossmuseum, Jever

bis 09. Januar 2011

Erich Heckel – vom Aquarell zum Gemälde

– Freunde expressionistischer Malerei und

Grafik kommen auf ihre Kosten

Di-Fr 10-17 Uhr, Sa-So 11-17 Uhr, Kunsthalle

Emden

30. Oktober 2010 bis 20. März 2011

„Süße Sünde“ – eine Kulturgeschichte der

Schokolade – über die Herstellung und Darreichung

der Kakaodelikatesse

Museum im Schloss Wolfenbüttel

21. November 2010 bis 27. März 2011

Sonderausstellung „Lawrence von Arabien“

– Exponate aus dem Leben des Archäologen,

Geheimagenten und Schriftstellers

Di-Fr 9-17 Uhr, Sa-So 10-17 Uhr, Landesmuseum

Natur und Mensch, Oldenburg

26. November 2010

Deep Purple – die Chancen, dass die legendäre

Band neben ihren Klassikern auch neue

Songs spielen wird, stehen gut

20.00 Uhr, Weser Ems Halle, Oldenburg

16. Dezember 2010

Gentleman – der Reggae-Musiker spielt

zusammen mit der Band The Evolution

20.00 Uhr, Capitol, Hannover

25. Februar 2011

ABBA – performed by AbbAgain – die Tournee

von 1979/80 der schwedischen Band

wird mit Hilfe von 13 Künstlern rekonstruiert

20.00 Uhr, Sparkassen-Arena, Aurich

25. Februar 2011

Jan Delay & Disko No. 1 – Hip-Hop, Reggae,

Soul und Funk

20.00 Uhr, Stadthalle, Göttingen

26. Februar 2011

Wise Guys – die Texte sind komisch, hintergründig-heiter,

melancholisch und rührend

20.00 Uhr, Osnabrück Halle, Schlosswall 1-9

25. März 2011

BASTA – die a-cappella-Gruppe besteht aus

fünf Sängern

20.00 Uhr, St.-Annen-Straße 30, Seesen

Fotografie: Star Entertainment GmbH, GOP Entertainment-Group GmbH, Schlossmuseum Jever, Wise Guys GbR


Für Feinschmecker

B e s o n d e r e H o t e l s u n d R e s t a u r a n t s

regjo niedersachsen kalender 81

Lebhaft

Strahlend

Beim Poetry Slam in Braunschweig am 26. November

erwarten den Besucher freche Wortgebilde. Dominik Bartels

(Bild) und Finn Bostelman treten gegeneinander an.

In der „Nacht der Pferde“ am 03. und 04.

Dezember in Hannover zeigt Jean-Francois

Pignon das Vertrauen von Pferd und Mensch.

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Literatur

26. November 2010

Poetry Slam – Poppin Poetry – das Entdecken

des gesprochenen Wortes durch

Dominik Bartels und Finn Bostelmann

LOT-Theater, Braunschweig

08. Dezember 2010

Iris Hanika liest aus „Das Eigentliche“ –

ein Roman darüber, wie wir uns heute an die

Nazivergangenheit erinnern

20.00 Uhr, Heinrich-Heine-Haus, Lüneburg

18. Dezember 2010

Bilderbuchkino: Das geheime Buch vom

Weihnachtsmann – Vorlesestunde für Kinder

15.00 Uhr, Samtgemeindebücherei, Isenbüttel

24. Januar 2011

„Ich starre Raster in den Tag“ – der Schriftsteller

Oswald Egger diskutiert mit Literaturwissenschaftlerin

und Mathematikerin Andrea

Albrecht über sein Buch „Diskrete Stetigkeit –

Poesie und Mathematik“

20.00 Uhr, Literarisches Zentrum, Göttingen

16. Februar 2011

„Vaterschaftstest – Gespräch zu einem

möglichen Rollenwandel – Schrifsteller

Thomas Hettche und Feministin Jana Hensel

diskutieren über Elternmodelle

19.30 Uhr, Literaturhaus Hannover

Sonstiges

bis 12. Dezember 2010

Festival der Kleinkunst – Clownstheater,

Kabarett und Comedy bis hin zu Puppenspiel,

Sami-Musical und musikalischem

Entertainment

Kulturzentrum Pumpwerk, Wilhelmshaven

bis 19. Dezember 2010

Erlebnis-Safari – Reise durch die kanadische

Zoowelt Yukon Bay

So 14.30-15.30 Uhr, Zoo Hannover

24. November bis 23. Dezember 2010

Lüneburger Weihnachtsmarkt – Juwel des

Marktes ist der historische Christmarkt

Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa 12-19 Uhr, So 11-17 Uhr,

Altstadt Lüneburg vor dem Rathaus

03. bis 04. Dezember 2010

Nacht der Pferde – im Rahmen der Messe

„Pferd und Jagd“ präsentieren internationale

Top-Stars der Reiterszene spektakuläre Dressuren,

Akrobatik und Reitcomedy

Messegelände Halle 25, Hannover

01. Januar 2011

Fackelschwimmen – bei heißem Glühwein

und Grillwurst kann der Zuschauer 100 Taucher

und Schwimmer bewundern, die den

Hafen mit Fackeln erleuchten

17.30 Uhr, Hasseburgstraße, Aurich

09. Januar 2011

TUI Feuerwerk der Turnkunst 2011 –

„Traumtypen“ – in der Show glänzen Bewegungskünstler

mit wahnwitzigen Darbietungen

und phantastischer Akrobatik

19.00 Uhr, Volkswagen Halle, Braunschweig

13. Februar 2011

Karneval in Osnabrück – Auftakt des drei

Tage langen Spektakels

Osnabrücker Innenstadt

14. Februar 2011

Ein Abend mit Casanova – passend zum

Valentinstag erzählt der Lebemann während

eines dreigängigen Menüs aus seinem Leben

19.00 Uhr, Renaissancesaal im Schloss

Wolfenbüttel

03. bis 07. März 2011

Blumenschau mit Garten- und Verbrauchermesse

– der Frühling wird begrüßt: Mittelpunkt

sind die Themengärten

10-18 Uhr, Europaplatz 12, Oldenburg

03. bis 06. März 2011

Mystica Hemelon – die Vergangenheit erleben:

ein historischer Markt, Fahrten mit der

Postkutsche, Vorführung einer Falknerei und

andere Mitmachaktionen werden geboten

Bahnhofsstraße Hameln

Fotografie: Dominik Bartels, Heckmann


82 land & umwelt regjo niedersachsen

Wussten Sie, dass ...

Sonderbares und Wissenswertes aus der Region – vom Musikverbot in der

Hamelner Bungelosenstraße bis zur Dosenproduktion in Seesen.

... es in der Bungelosenstraße in Hameln

ein gesetzliches Verbot gibt, Musik zu

machen?

Die Tragödie aus dem Jahr 1284 hat

Hameln weltberühmt gemacht. Glaubt

man der Rattenfängersage, so befreite zu

dieser Zeit ein Spielmann die Stadt an der

Weser von einer Rattenplage. Als der Retter

danach den ihm versprochenen Lohn einforderte,

reute die Stadt ihr gegebenes Versprechen

und sie verweigerte ihm die volle

Goldsumme. Daraufhin schwor der Spielmann

Rache. Er begann abermals zu spielen

und verführt von seinem Spiel folgten

ihm die Kinder durch das Ostertor aus der

Stadt. Hameln verlor 130 Kinder, nur zwei

blieben verschont, weil sie dem Zug nicht

schnell genug folgen konnten.

Die Rattenfängersage ist in Hameln

auch heute noch präsent: Es gibt ein Freilichtmusical,

der Stadtführer ist als Rattenfänger

verkleidet und der „Rattenkrug“ lädt

zu Trunk und Speise ein. Und dann ist da

noch die Bungelosenstraße, die 1475 erstmals

erwähnt wird. Der Name der Straße

kommt von dem lateinischen bungelos, was

sich im Deutschen mit trommellos übersetzen

lässt. Über diese Gasse, die zum Ostertor

führte, sollen die Kinder dem Pfeifer

gefolgt sein. Zum Zeichen der Trauer darf

hier bis heute „kein Saitenspiel gerührt,

noch Tanz in dieser Straße geschehen.“

Selbst Hochzeitspaare halten sich daran.

... die ersten deutschen Konservendosen

durch Baron von Campen in Seesen hergestellt

wurden?

Der aus Seesen stammende Baron von

Campen machte in den 1820er Jahren in

Paris, wo er auf diplomatischer Mission

unterwegs war, eine erstaunliche Entdeckung:

In einem speziellen Geschäft konnte

man im Dezember mit Spargel oder Erdbeeren

gefüllte Blechbehälter kaufen. Sommerfrüchte

während der Winterszeit – es

war als wären die Jahreszeiten angehalten

worden.

Zurück in Seesen beauftragte der

Baron den Seesener Klempnermeister

Heinrich Züchner aus Bad Gandersheim,

ihm solch „neuartige Dinger“ herzustellen.

Was dabei herauskam, waren die ersten

deutschen Konservendosen, die von Campen

mit Wildfleisch und Gartengemüse

füllen und sterilisieren ließ. Industrielle

Fertigungsmethoden machten die Konservendose

einige Zeit später für jedermann

erschwinglich und Seesen berühmt. Das

aus der Dose springende Schwein war lange

Zeit geradezu ein Wahrzeichen der Stadt.

Heute gibt es die bequemen Frischhaltebehälter

überall zu kaufen und auch

die Sprache hat sich den Alltagsgegenstand

Dose zu eigen gemacht. Sich „eingedost“

fühlen war eine Weile ein Modeausdruck

junger Leute und „aus der Dose“ war eine

Redewendung für schnell fabriziert.

Impressum

12. Jahrgang, 21. Ausgabe

Herausgeber

Polygo Verlag GmbH

Verlag

Polygo Verlag GmbH

Lotzestraße 29

37083 Göttingen

Telefon 0551-50 75 10, Telefax 0551-50 75 150

ISSN 1615-5696

Internet und E-Mail

www.niedersachsen.regjo.de; hallo@regjo.de

Herausgeber

Thomas Wirth (wirth@regjo.de)

Chefredakteur

Sven Grünewald (redaktion@regjo.de)

Redaktion

Johanna Lal, Katrin Langemann, Miriam Pegesa

Autoren

Susanne Wilbers-Rost, Achim Rost, Volker Schönfeldt,

Anders Seefeldt, Patrick Otte, Sabine Borke

Fotografie

Dominik Bartels, Heckmann, Star Entertainment

GmbH, GOP Entertainment-Group GmbH, Schlossmuseum

Jever, Wise Guys GbR, HMT GmbH, Städtisches

Museum Seesen, TÜV Nord Akademie, Lühmann KG,

Sybille Hourticolon/Universität Göttingen (Anthropologie),

Christian Grovermann, Hermann Pentermann/

Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH, NINO

SEG, Archiv Wirtschaftsförderung in Wilhelmshaven

GmbH, Björn Lübbe/Wilhelmshaven Touristik & Freizeit

GmbH, Archiv Wirtschaftsförderung in Wilhelmshaven

GmbH, JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG,

Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade,

MOD GmbH, regio gmbh, Niedersächsisches Ministerium

für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, AutoVision

GmbH, Bertrandt AG, IAV GmbH Ingenieurgesellschaft

Auto und Verkehr, Volkswagen Aktiengesellschaft,

Daimler AG, Autostadt, Verband der Automobilindustrie

e. V., Continental, Niedersächsische Staaskanzlei,

Jacqueline Doyen, Renate von Mangoldt, Niedersächsisches

Kultusministerium, Cordes/HAUM, Adele

Marschner, Theodoro da Silva, Wirtschaftsförderung

und Stadtmarketing Varel, Galerie Nottbohm, Auto-

Gyro GmbH, Fraunhofer ICT, Georg Ebeling Spedition

GmbH, Automuseum Melle, NordWestBahn, Smoke

Free Systems, Weserbergland AG, Christian Bierwagen,

Bente Stachowske/Greenpeace, Wirtschaftsförderungsgesellschaft

im Landkreis Harburg, Stabsstelle

Wirtschaftsförderung Stadt Eschwege, Deutsches

Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Art Direktion

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Layout & Illustration

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Bildnachweis: HMT GmbH, Städtisches Museum Seesen

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