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Das Regional-Journal für Südniedersachsen

Göttingen Holzminden Northeim Osterode am Harz

Bildung Spezial

regjo südniedersachsen xxxxx 35

Ihr persönliches Exemplar zum Mitnehmen


Der Der Moment, in in dem Sie etwas vor Augen haben,

das Der das unzähligen Moment, in Forschern dem Sie etwas neue Einblicke vor Augen ermöglichen haben, wird. wird.

Für das Für diesen unzähligen diesen Moment Forschern arbeiten neue Einblicke wir.

ermöglichen wird.

Für diesen Moment arbeiten wir.

Regjo Südniedersachsen bildung spezial editorial inhalt III

Zeit der Veränderung

In der Bildungslandschaft gibt es permanent Veränderungen,

im Großen wie im Kleinen.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ab kommendem Schuljahr wird endlich die inklusive Schule verpflichtend

– zunächst in den Jahrgängen 1 und 5, andere Jahrgängen

folgen später. Eltern können dann entscheiden, ob ihr förderbedürftiges

Kind auf eine Regeschule geht. Lehrer und Schulen

sollten eigentlich darauf vorbereitet sein, doch ist in den vergangegen

Jahren zu wenig geschehen, etwa im Fortbildungsbereich.

Und in der Ausbildung der angehenden Lehrer ist das Thema noch

so gut wie gar nicht angekommen.

Nachholbedarf haben auch die Schulträger im Berufsbildenden

Bereich, denn was die Umstände eigentlich erfordern, ist ein

konzertiertes Vorgehen südniedersachsenweit. Nur ist man davon

leider noch sehr weit entfernt. Es droht der Verlust von Vielfalt und

die Erosion lokaler Wirtschaftsstruktur, wenn die Landkreise nicht

gemeinsam zu Lösungen kommen.

Sven Grünewald

Chefredaktion

Inhalt

VIII „Das Kind im Blick haben“ Frauke Heiligenstadt, die neue niedersächsische

Kultusministerin, im Interview.

// MICROSCOPY

MADE BY ZEISS

// // MICROSCOPY

MADE

MADE

BY

BY

ZEISS

ZEISS

XII Heiße Eisen sollte man schmieden Die Berufsschullandschaft

muss sich aufgrund rückkgehender Schülerzahlen ändern.

XXII Hochqualifizierte Ausbildung Die Carl Zeiss Microscopy GmbH

bietet zwei duale Studiengänge an.

XXIII Neues Ausbildungszentrum Mahr investiert in seine Unternehmensausbildung.

Für eine Million Euro wurde ein Gebäude hochmodern

saniert und ausgestattet.

XXV Grüner Beruf mit Zukunft Die KWS Saat AG bietet die novellierte

Ausbildung zum Pflanzentechnologen an.

XXVI Mein Star, der Prof Die Kinder-Uni Göttingen feiert ihr zehnjähriges

Bestehen.

XXX Nachsitzen! Ab dem kommenden Schuljahr wird die inklusive

Schule verpflichtend eingeführt. Fortbildungen sollen die Lehrer darauf

vorbereiten.

Carl Zeiss ist ein weltweit führendes Unternehmen der Optik und Optoelektronik mit rund 24.000 Mitarbeitern.

Zusammen mit den Besten ihres Fachs arbeiten Sie hier in einem kollegialen Klima für technologisch

Carl

bahnbrechende

Zeiss ist ein

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Optik

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24.000

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Mitarbeitern.

Zeiss Zusammen ist ein weltweit mit den führendes Besten ihres Unternehmen Fachs arbeiten der Sie Optik hier und in einem Optoelektronik kollegialen mit Klima rund für 24.000 technologisch Mitarbei-

etwas

Carl

zu schaffen, das die Welt ein bisschen besser macht.

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wieder etwas

bahnbrechende zu schaffen, das Produkte. die Welt Mitarbeiter ein bisschen von besser Carl macht. Zeiss stehen leidenschaftlich dafür ein, immer wieder etwas

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zu schaffen, das die Welt ein bisschen besser macht.

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Impressum. Herausgeber Polygo Verlag GmbH, Lotzestraße 29, 37083 Göttingen, Telefon:

0551-50 75 10, Fax 0551-50 75 1-50 Chefredaktion Sven Grünewald Redaktion Volker Schönfeld,

Laura Vele Fotografie KVHS Northeim, Pädagogium, UMG, VWA, adam Soft, Sumaoptix,

Groove Company, Afak, KWS Saat AG, Mahr, Marco Bühl, Viktoria Siegfried, Laura Vele Anzeigen

John D. Swenson, Leitung (swenson@regjo.de), Dennis Aschoff, Jörn Jacobsen, Michaela von

Krockow, Torsten Kramer, Tim Mittelstaedt Geschäftsführung Thomas Wirth (wirth@regjo.de) Art

Direktion & Layout Ines Erdmann, Eva-Katarina Griesheimer, Viktoria Siegfried

RegJo bei Facebook: www.facebook.com/Suedniedersachsen


IV magazin bildung spezial regjo südniedersachsen Regjo Südniedersachsen bildung spezial magazin V

K V H S N o r t h e i m

B i l d u n g

P ä d a g o g i u m

B e r u f s a u s b i l d u n g

Pflegeschulung

Eigenständigkeit fördern

Lernen und Leben am Südharz

MTA ist gefragt

Neues Institut zur Weiterbildung von

Betreuungs- und Pflegekräften in Northeim.

In Northeim befinden sich mit den Berufsbildenden Schulen BBS I und BBS II zwei

Kompetenzzentren für Bildung im kaufmännischen sowie im technischen Bereich.

Als Internatsgymnasium legt das Pädagogium Bad Sachsa Wert auf ein ausgewogenes

Ganztagsschulkonzept sowie kreativen und sportlichen Ausgleich für die Schüler.

Das Berufsfeld des MTA ist vielfältig und

bietet sehr gute Berufsaussichten.

In den nächsten Jahren werden Betreuung

und Pflege in der eigenen Wohnung, aber

auch in entsprechenden Einrichtungen

weiter an Bedeutung gewinnen. Ob pflegende

Familienangehörige, professionelle

häusliche Pflegekräfte oder Mitarbeiter in

den Einrichtungen: Alle bedürfen einer

grundlegenden, guten Qualifikation, um

die Bedürfnisse von Betroffenen sach- und

fachgerecht aufgreifen zu können.

Für Pflege- und Betreuungskräfte

bedeutet das, fachlich auf dem Laufenden

zu sein. Die Kreisvolkshochschule

Northeim hat nun mit Beginn dieses Jahres

unter dem Namen CARNA ein Institut

zur beruflichen Weiterbildung von professionellen

Helfern wie auch zur Qualifizierung

von Ehrenamtlichen eingerichtet.

Mit der Gründung bündelt die Northeimer

KVHS ihre bisherigen Aktivitäten in diesem

Bereich und forciert ihren Ausbau. Für

die Nutzer bietet das den Vorteil einer zentralen

Weiterbildungseinrichtung in ihrer

Nähe. Für spezielle Bedürfnisse einzelner

Einrichtungen können Inhouse-Schulungen

abgerufen werden.

VS

So unterschiedlich die Ausbildungswege

und -berufe der BBS I und BBS II

sind, eines vereint sie: Die Schüler stehen

im Mittelpunkt. Umfassende Unterstützungs-

und Beratungsleistungen und

die Kompetenzentwicklung zum selbstgesteuerten

Lernen bereiten die Schüler

auf das Berufsleben vor und dienen der

Persönlichkeitsentwicklung.

Die BBS I ist das Kompetenzzentrum

für die berufliche Bildung im kaufmännischen

Bereich im Landkreis Northeim.

Eine Besonderheit im Bereich der Berufsfachschule

ist die Referenzschule für schulische

Unternehmen. Jede Schulklasse hat

ihr eigenes reales Unternehmen – zum Beispiel

den Schulkiosk oder eine Veranstaltungsagentur,

die auch Kinoveranstaltungen

für andere Schulen organisiert. Ein

weiterer zentraler Punkt ist die Förderung

interkultureller Kompetenzen. Um diese zu

fördern, wurden zwei weiterqualifizierende

Bildungsgänge, zum Europakaufmann

sowie zum Chinakaufmann, etabliert.

Beide Zusatzqualifikationen sind auf den

jeweiligen Markt abgestimmt und beinhalten

zusätzliche Fremdsprachenkompetenzen

und ein Auslandspraktikum. Und

auch im Gymnasium ist chinesisch angekommen

– die BBS I Northeim ist das erste

berufliche Gymnasium, das chinesisch als

abiturrelevante Sprache anbietet.

In der BBS II liegt der Fokus auf dem

handwerklich-technischen Bereich, zum

Beispiel Agrarwirtschaft, Elektrotechnik,

Gartenbau oder Metalltechnik. Ein wichtiges

Vorhaben, das aktuell bevorsteht, ist

die Einführung der neuen Fachoberschule

Agrartechnik, auf der die Schüler ihr Fachabitur

ablegen können. Dieses Angebot ist

noch relativ selten an Berufsschulen. Die

veralteten Klischees der Landwirtschaft

sollen überholt und das Berufsfeld als

zukunftsträchtig und vielfältig, wie es in

der Realität schon ist, den Schülern vermittelt

werden. Dass Nachhaltigkeit ein wichtiger

Aspekt für die BBS II ist, beweist die

Teilnahme am Projekt „Ökoprofit“. Ökoprofit

ist ein ökologisches Projekt für integrierte

Umwelttechnik zur wirtschaftlichen

Stärkung von Betrieben durch vorsorgenden

Umweltschutz.

VS

Am Südharz hat das Internatsgymnasium

Pädagogium Bad Sachsa seinen festen

Platz in der Schullandschaft, denn es ist

das Gymnasium vor Ort und hat zugleich

ein kleines Internat für Jungen und Mädchen.

Bereits seit 1890 werden Schülerinnen

und Schüler an dieser Stelle im Ostertal

unterrichtet. Heute lernen und leben

bis zu 45 der etwa 400 Schüler auf dem

Gelände, die übrigen kommen aus dem

Harz und dem Harzvorland.

Sowohl die internen als auch die externen

Schüler schätzen die familiäre Atmosphäre,

die durch den engen Kontakt von

Schülern, Lehrern und Eltern entsteht und

durch das ausgewogene Ganztagsschulkonzept

gefördert wird. Für das leibliche Wohl

sorgt die eigene Küche mit frisch zubereiteten

Gerichten aus regionalen Zutaten.

Schulisch findet in Klasse 5-10 keine

Schwerpunktbildung statt. Dafür werden in

der Oberstufe – unabhängig von der Schülerzahl

– drei Profile angeboten: sprachlich,

mathematisch-naturwissenschaftlich

und gesellschaftswissenschaftlich. Hier

wirkt sich die freie Trägerschaft aus, die

von den Mindestzahlen je Profil entbindet.

Um möglichst vielen Jugendlichen den Weg

zum Abitur zu ermöglichen, stehen Lehrer

und Schüler in einem engen Dialog und

können dadurch Verständnislücken oder

Lerndefizite schnell ausgleichen. Genauso

werden leistungsstarke Schüler stärker

gefordert und damit in ihrer Entwicklung

unterstützt. Viel Wert wird auch auf kreativen

und sportlichen Ausgleich gelegt:

Aus den musikalischen Arbeitsgemeinschaften

bildet sich zum Beispiel die Bigband,

die mittlerweile in Südniedersachsen

gut bekannt ist. Im sportlichen Bereich

wird die Lage am Harzrand gern genutzt

für Lauf- und Wintersport, aber auch die

Judoka sind fester Bestandteil des Freizeitangebots.

Naturwissenschaftliche Themen

wie die Mathematik- oder Biologieolympiade

sprechen andere Gruppen an.

Ab August 2013 kann das Pädagogium

zehn Jahre lang das Ewald-Domke-

Stipendium vergeben, mit dem der Erblasser

jungen Menschen das Abitur im Internat

ermöglichen wollte, die finanziell nicht so

gut gestellt sind.

HK

Unter „MTA“ stellen sich viele eine Medizinisch-technische

Assistentin vor, die nur

im Labor arbeitet. Darüber hinaus haben

sich aber noch zwei weitere Spezialbereiche

herausgebildet: MTA für Radiologie

und für Funktionsdiagnostik. Die drei Spezialrichtungen

sind eigenständige Berufsbilder

und werden an der Universitätsmedizin

Göttingen ausgebildet. Im Gebäude in

der Humboldtallee 11 finden sich nicht nur

Seminarräume, sondern auch technische

Ausstattungen mit verschiedensten Untersuchungsgeräten,

große Laborbereiche und

Röntgengeräte. Die ersten zwei Jahre findet

der Unterricht überwiegend im Schulgebäude

statt. Danach geht es in die Praxis, für

einige auch ins europäische Ausland. Nach

dem Examen stehen den Absolventen sehr

gute Berufsaussichten offen. Von Industrie,

Forschung sowie von Krankenhäusern

und Arztpraxen werden diese Fachkräfte

derzeit gesucht.

Zugangsvoraussetzungen: Abitur, Mittlere

Reife oder gleichwertige Ausbildung,

soziale Kompetenz und Interesse an Naturwissenschaft

und Technik.

VT

Weitere Informationen unter

www.kvhs-northeim.de

Unter www.bbs1-northeim.de und www.bbs2-northeim.de erhalten Sie weitere Informationen zu

den Bildungsangeboten der Berufsbildenden Schulen I und II Northeim.

Weitere Informationen über das Internatsgymnasium Pädagogium Bad Sachsa finden Sie im

Internet unter www.internats-gymnasium.de

Weitere Informationen erhalten Sie unter

schulen@med.uni-goettingen.de

Bilder: KVHS Northeim, Polygo

Bilder: Pädagogium, UMG


VI Magazin bildung spezial regjo südniedersachsen Regjo Südniedersachsen bildung spezial magazin VII

D u a l e s S t u d i u m

H a r d w a r e

E x i s t e n z g r ü n d e r

s ta d t m a r k e t i n g

Health Care

iPads für den Unterricht

Auf Platz 1 bringen

Karriere-Tipp

Dualer Bachelor-Studiengang der Berufsakademie

Göttingen.

Das Rosdorfer Unternehmen adam Soft ist von Apple als Bildungspartner zertifiziert.

Insbesondere iPads eignen sich für die moderne Unterrichtsgestaltung.

Die Göttinger Sumaoptix ist neu am Markt. Ihre Spezialität: Die Kunden auf Platz 1 in

Suchmaschinenrankings zu bringen. Der Erfolg kann sich sehen lassen.

Strategisch denken, praktisch handeln:

Stadtmarketing studieren in Kassel

In Kooperation mit der Universitätsmedizin

Göttingen, dem Weender Krankenhaus,

dem Reha-Zentrum Rainer Junge, der

Tilch-Gruppe und der BKK Technoform hat

die Berufsakademie Göttingen einen neuen

ausbildungsintegrierenden Studiengang

entwickelt. Für Krankenhäuser, Krankenkassen,

Reha- und Pflegeeinrichtungen

bietet dieser Studiengang die Möglichkeit,

sich den dringend erforderlichen Führungskräftenachwuchs

heranzubilden. Die Studierenden

erhalten eine fundierte gesundheitsökonomische

Ausbildung. Durch die

Dualität werden Theorie und Praxis in idealer

Weise miteinander verzahnt, indem die

Studierenden montags bis mittwochs ganztägig

im Betrieb sind und an zwei Abenden

sowie donnerstags und freitags die

Berufsakademie besuchen. Im Verlauf des

dreijährigen Studiums erwerben sie zwei

berufsqualifizierende Abschlüsse (Gesundheitskaufmann/frau

und Bachelor of Arts).

Die Berufsakademie bringt ihre langjährigen

Erfahrungen in die Konzeption des

Studiengangs ein: Seit 1983 bietet sie duale

Studiengänge an und führt in Kooperation

mit der Universitätsmedizin seit 2005 den

Weiterbildungsstudiengang Gesundheits-

Betriebswirt/in (VWA) durch.

VS

Das Rosdorfer Unternehmen adam Soft ist

als von Apple zertifizierter Bildungspartner

ein kompetenter Begleiter im Bildungsbereich

und bietet die gesamte Infrastruktur

für Bildungseinrichtungen an. Als Systemhaus

bestens vertraut mit großen Installationen,

wie sie in Schulen gebraucht werden,

zum Beispiel W-Lan für sehr viele

Clients, untereinander angegrenzte Netzwerke,

gemischte Installationen mit Mac

und Windows sowie Integration in bestehende

Umgebungen, etwa Schulserver.

adam Soft ist seit vielen Jahren im Bildungsbereich

tätig und kann so wertvolle

Hinweise zur Verbesserung der Lehre geben

sowie zur Unterstützung bei der Umsetzung

pädagogischer Konzepte. Es werden Fortbildungen

in allen EDV-Fragen angeboten,

adam Soft bietet zudem Rabatte für Bildungseinrichtungen,

Lehrende und Schüler.

Insbesondere in der Benutzung von

iPads berät das Unternehmen nicht nur

kompetent, sondern bietet auch Schulungen

für Lehrer und Entscheider zum Themen

rund um den Einsatz von iPads in der

Schule an – zum Ausprobieren können

sich Schulen einen Klassensatz iPads (siehe

Foto) kostenlos ausleihen. adam Soft unterstützt

die Schulen auch bei der Findung

eines passenden Finanzierungsmodells.

Das iPad hilft, den Unterricht individueller

zu gestalten: Es spricht eine Vielzahl verschiedener

Lernstile an und erlaubt einen

in höchstem Maße interaktiven Unterricht.

Die Schüler verstehen das iPad intuitiv und

können es sofort verwenden. Es kann im

Unterricht als Werkzeug zur Erarbeitung,

Zusammenführung, Aufbereitung und

Kommunikation von Wissen und Lernergebnissen

eingesetzt werden.

Multimediale Anwendungsmöglichkeiten

ohne technische Barrieren und

interaktive Inhalte ermöglichen eine hervorragende

Aktivierung der Schüler und

einen differenzierten Unterricht, so dass die

Schüler individuell gefördert werden können.

Durch Internetzugriff auf Lexika und

andere Informationssammlungen wird das

iPad zu einem jederzeit einsetzbaren Werkzeug

innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers.

Dadurch können Informationen

situationsgerecht abgerufen werden. Die

Möglichkeiten von Email, Foren, Videokonferenz

oder Chat fördern die Kommunikation

zwischen den Schülern. VS

Weitere Informationen unter

www.adam-soft.de

Die neue Online Marketing Agentur Sumaoptix

legt ihr Hauptaugenmerk auf Suchmaschinenoptimierung.

Durch gezielten

Linkaufbau gelingt es, Webseiten ganz

oben in den Suchergebnissen bei Google

zu platzieren. „Durch jahrelange Erfahrung

und stetige Anpassungen an die aktuellen

Suchergebnis-Algorithmen von Google

und Co. sind wir in der Lage, die Webseiten

unserer Kunden für jedes noch so hart

umkämpfte Keyword auf Seite 1 zu platzieren“,

sagt Gründer Michael Hundeshagen

selbstsicher. „Dazu testen wir ununterbrochen

neue Methoden und Ansätze in

Sachen Linkaufbau und Optimierung der

Webseite an sich.“

Die Zielgruppe des jungen Unternehmens

sind lokale und international agierende

Konzerne. Dies zeigt ein Ausschnitt

aus den Rankings der Kunden: Zum Beispiel

wurde der Marktführer für Jalousien

und Rollos im Onlinehandel für 250

Suchbegriffe auf Seite 1 bei Google platziert,

darunter hart umkämpfte Keywords

wie „Rollo“ und „Rollos“; ein großer

Mobilfunkhändler wurde für Keywords

wie „Handyvertrag“ auf Seite 1 platziert,

lokale Unternehmenswebseiten wurden

für bundesweite und lokale Begrifflichkeiten

optimiert. Michael Hundeshagen ist

sich sicher: „Die Erfolgsgeschichten unserer

Kunden lesen sich zum Teil wie ein „American

Dream“. So haben wir die Umsätze

eines Online-Modeshops durch Onlinemarketing

innerhalb von einem Jahr von 2.000

Euro Umsatz im Monat auf über 40.000

Euro gebracht. Der Shopbetreiber hat mittlerweile

aus seinem einstigen Hobby-Onlineshop

seinen Hauptberuf gemacht. Nach

oben gibt es im Onlinesegment fast keine

Grenzen, weshalb wir noch lange nicht am

Ziel sind.“

Vor allem auch für Dienstleister, Ärzte

und Händler im lokalen Bereich betrachtet

Hundeshagen eine Suchmaschinenoptimierung

als ein großes Thema. Neueste

Untersuchungen zeigen, dass 97% aller

Verbraucher nach einem lokalen Produkt

oder Dienstleistung im Internet suchen. Die

Unternehmensphilosophie von Sumaoptix

setzt dabei auf Exklusivität: „Wir nehmen

in jeder Branche nur einen Kunden an, um

seine Marktposition optimal zu stärken.

Platz 1 bei Google gibt es für jeden Suchbegriff

schließlich nur einmal.“ VS

Weitere Informationen unter

www.sumaoptix.de

Immer mehr Städte und Regionen setzen

auf professionelles Marketing, um auch

bei enger werdenden Etats im kommunalen

Wettbewerb bestehen zu können. Für

Betriebswirte, Verwaltungsfachkräfte,

Werbe- oder PR-Spezialisten bietet sich

damit eine interessante Berufsperspektive

– vorausgesetzt, dass sie über die ganz speziellen

Kenntnisse im Bereich Stadtmarketing

verfügen.

Und genau diese vermittelt ein

Wochenendstudiengang an der AfAK-Marketing-Akademie

in Kassel. In 14 Monaten

erfahren die Teilnehmer, wie Stadtmarketingprozesse

konzipiert und erfolgreich

umgesetzt werden. Studienleiter Dr. Burghagen

beschreibt die Anforderungen an

ein solches Marketing: „Stadtmarketing

ist mehr als Weihnachtsmarkt und Logo.

Gefordert ist die Vernetzung von Tourismus,

City-Management, Kultur, Industrie

und Bürgernähe.“ Nach erfolgreichem

Abschluss des Studiengangs erwerben die

Absolventen ein Steinbeis-Hochschulzertifikat.

Der nächste Studiengang startet im

April 2014.

VS

Weitere Informationen finden Sie unter

www.afak.de

Bilder: VWA, adam Soft

Bilder: Sumaoptix, Groove Company, Afak


VIII

interview bildung spezial regjo südniedersachsen

Regjo Südniedersachsen bildung spezial

interview IX

Frauke Heiligenstadt wurde 1966 in Northeim

geboren. Nach der Ausbildung zur

Diplom-Verwaltungswirtin bei der Stadt Northeim

und an der Fachhochschule für Verwaltung

und Rechtspflege in Hannover arbeitete

sie als Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung

bei der Stadt Northeim. Von 1999 bis

2006 war sie Ortsbürgermeisterin in ihrem

Heimatort Gillersheim. Seit Februar 2013 ist

die langjährige bildungspolitische Sprecherin

der SPD-Fraktion im Niedersächsischen

Landtag Kultusministerin im Kabinett Weil.

„Das Kind im Blick haben“

Frauke Heiligenstadt, die neue niedersächsische Kultusministerin, über die weitere Entwicklung der Schulstruktur, die

Vernetzung aller bildungspolitischen Akteure und 20 Jahre Stillstand bei den Kindertagesstätten.

Interview: Laura Vele Fotografie: Marco Bühl

Sie sind mit der neuen Landesregierung jetzt gut 100 Tage im Amt.

Was waren für Sie die bisher wichtigsten Vorhaben und auf wie viel

„Widerstand“ sind Sie dabei gestoßen?

Wir haben fünf wichtige Themenfelder zu bearbeiten. Das ist die

frühkindliche Bildung mit der Sicherstellung des Rechtsanspruches

auf einen Krippenplatz und der Verbesserung der Qualität in diesem

Bereich, zweitens das Thema Gleichbehandlung der Schulformen,

drittens das Thema Ganztagsschule, viertens Inklusion und

fünftens die berufliche Bildung mit der Ausbildungsplatzgarantie.

Die erste wichtige Maßnahme, die am 18. Juni im Plenum beschlossen

wurde, ist die Möglichkeit, kleinere Gesamtschulen einzurichten

und an den Gesamtschulen das Abitur nach neun Jahren wieder

zu ermöglichen. Der Widerstand der Opposition ist natürlich

erwartbar gewesen, aber er ist nicht so groß wie die Zustimmung,

die ich erfahren habe. Wir vollziehen das, was wir vor der Wahl

versprochen haben und dafür werden wir eigentlich eher gelobt

und weniger kritisiert.

Die Schülerzahlen gehen auf lange Sicht weiter zurück. Halten Sie

an der gegenwärtigen Zahl der Lehrer fest oder fordert der Finanzminister

Einsparungen im Bildungsbereich?

Wir müssen die aufgrund zurückgehender Schülerzahlen frei werdenden

Mittel nutzen, um qualitative Verbesserungen herbeizuführen

und zusätzliche Bedarfe decken zu können, die durch eine

stärkere individuelle Förderung an Ganztagsschulen oder durch die

Inklusion entstehen – wir werden in den nächsten Jahren an der

inklusiven Schule ganz viele Förderpädagogen brauchen. Deswegen

kann ich nur alle jungen Menschen mit Interesse am Lehrerberuf

aufrufen, sich für diesen besonderen Ausbildungsweg zu entscheiden.

Aber es wurde zehn Jahre lang in diesem Bereich nicht ausreichend

ausgebildet, das kann ich nicht innerhalb von 100 Tagen verändern.

Auch deswegen ist klar: Wir werden die zurückgehenden

Schülerzahlen nicht für Sparmaßnahmen nutzen. Die sogenannte

Demografierendite bleibt auch im Bildungssystem.

Wie wird die Schulstruktur in Niedersachsen in fünf Jahren aussehen

– gibt es dann im Sekundarbereich nur noch Gymnasien und

Gesamtschulen?

Die Schulstruktur wird so aussehen, wie Eltern und Schulträger sie

sich vor Ort wünschen. Das wird in den unterschiedlichen Regionen

auch sehr verschieden sein. In Göttingen, wo es sehr viele gute

Gymnasien und Gesamtschulen gibt, diskutieren viele Kommunalpolitiker

den Weg, die Schullandschaft nur noch auf diese beiden

Formen zu konzentrieren. Es gibt aber auch Bereiche, in denen

die kommunalen Schulträger sagen, dass sie ihre Oberschule oder

Realschule gerne erhalten möchten, da ausreichende Schülerzahlen

vorhanden sind. Auch diese Möglichkeit wird es weiterhin geben.

Wir geben nichts von oben vor, sondern lassen die Schullandschaft

sich so entwickeln, wie das vor Ort gemeinsam beschlossen wird.

In Gesamtschulen sind sozial- und leistungsheterogene Klassengemeinschaften

die Regel und damit sehr erfolgreich. Trotzdem möchten

gerade Eltern mit akademischem Hintergrund die Gymnasien

behalten. Wie sieht für Sie ein sozial gerechteres Bildungswesen aus?

Ein sozial gerechtes Bildungswesen muss das Kind im Blick haben

und jedem einzelnen Kind die notwendige individuelle Förderung


Regjo Südniedersachsen bildung spezial interview XI

www.internats-gymnasium.de

Kindlichen Forscherdrang nutzen, zielgerichtetes Arbeiten entwickeln – das verstehen wir unter Bildung mit Perspektive!

Pädagogium Bad Sachsa • Staatlich anerkanntes Gymnasium mit Internat

Ostertal 1-5 • 37441 Bad Sachsa • Tel. 0 55 23 / 30 01-0 • Fax 0 55 23 / 30 01-44 • kontakt@internats-gymnasium.de

zuteil werden lassen. Heterogene Lerngruppen sind sehr

erfolgreich, das beweisen die Gesamtschulen. Aber das

Gymnasium wird zur Zeit von 40 bis 42% der Eltern angewählt.

Wir diskutieren daher im Moment, wie wir die Gymnasien

stärken können, auch damit soziale Selektivität hier

nicht zum Zuge kommt.

In den ländlichen Regionen, wo der Bevölkerungsrückgang

besonders deutlich ist, wurden auf Initiative Ihrer Vorgängerregierung

Oberschulen gegründet, um überhaupt noch

ein tragfähiges Schulangebot im Sekundarbereich zu haben.

Hat die Oberschule in ihrer jetzigen Konstruktion noch eine

Chance?

Wir schaffen keine Schulform ab, aber erfinden auch keine

neue. Die Oberschule wird weiterhin Bestand haben, weil

sie für den ländlichen Raum häufig die Möglichkeit bietet,

kleine Schulstandorte zu erhalten. Aber, und das gilt nicht

nur für die Oberschule, sondern auch für Kleinststandorte

in anderen Schulformen: Wir werden unabhängig von der

Schulform angesichts rückgehender Schülerzahlen über

weniger Schulstandorte reden.

Sollen auch die Gymnasien in Zukunft die Wahlfreiheit

bekommen, ob sie das Abitur nach neun oder acht Jahren

anbieten?

Es werden zur Zeit verschiedene Möglichkeiten diskutiert.

Das reicht von der Beibehaltung des G8 und einer Reduzierung

des Drucks vielleicht durch weniger Prüfungsfächer

bis hin zur Wiedereinführung von G9 an den Gymnasien.

Dann muss man überlegen: Soll es dann das alte G9 sein,

was bis vor zehn Jahren galt, oder eines mit verbesserten

Rahmenbedingungen? Diskussionswürdig wäre auch ein

Abitur im eigenen Takt, bei dem dann der Schüler je nach

individueller Lernentwicklung selbst entscheiden kann. Wir

sind in diesem Dialog, den wir kürzlich mit den niedersächsischen

Bildungsakteuren begonnen haben, ergebnisoffen.

Eines ist aber relativ klar: Die Schule entscheiden zu lassen,

ob acht oder neun Jahre bis zum Abitur angeboten werden,

das ist mir bisher in keiner Diskussion als Lösungsmodell

vorgeschlagen worden. Das scheint nicht anzukommen.

Landesweit wurden mit unterschiedlichen Konzepten Bildungsregionen

gegründet. Bleibt die Unterstützung für

Initiativen wie die Bildungsregion Göttingen erhalten oder

wird sie ausgeweitet?

Wir sehen die Bildungsregionen als sehr erfolgreiche Einrichtungen

an, um eben genau diese Vernetzung der bildungspolitischen

Akteure zu erreichen. Die Vernetzung

etwa der Betriebe und Universitäten mit den Schulen ist

immens wichtig. Deswegen wollen wir auch Schritt für

Schritt Bildungsregionen, die regional angepasste Lösungen

entwickeln können, ausweiten. Dafür wird es einen

entsprechenden Stufenplan geben – der aber auch von den

Ressourcen abhängt, die wir insgesamt für den Bildungsetat

zur Verfügung haben. Wir arbeiten zur Zeit bereits an

einem Rahmenkonzept, um Kriterien für diese Bildungsregionen

aufzustellen. Aber wenn man in den Regionen

die dortigen Besonderheiten berücksichtigen will, darf es

kein zu starres Konzept sein. Ich bin ganz sicher, dass die

Regionen sich in diesen Prozess auch selbst sehr kreativ einbringen

werden. Es ist wichtig, die Akteure innerhalb einer

Region, aber eben auch Land und Kommunen zur Verbesserung

der Bildungsqualität stärker zusammenzubringen.

Dafür sind wir alle verantwortlich.

In welchem Bereich der Bildungspolitik gibt es noch besonders

viel zu tun?

Erheblicher Nachholbedarf besteht beim Kindertagesstättengesetz,

das seit 20 Jahren nicht verändert wurde und das

ich gern in ein modernes Kinderförderungsgesetz verwandeln

möchte. Wir arbeiten zur Zeit mit einem alten Gesetz,

obwohl sich in der frühkindlichen Bildung wirklich eine

Menge verändert hat. Der Bereich nimmt einen ähnlich

großen Umfang ein wie das Thema Schule.


XII

berufsbildende schulen bildung spezial regjo südniedersachsen

Regjo Südniedersachsen bildung spezial berufsbildende schulen XIII

Heiße Eisen sollte man schmieden

Ein massiver Schülerrückgang steht vor der Haustür. In die Planung der Berufsschullandschaft muss landkreisübergreifend

und vor allem konkret Bewegung kommen – doch ein Konzept ist nicht in Sicht.


Regjo Südniedersachsen bildung spezial berufsbildende schulen XV

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Kassel

Hann.Münden

1

Northeim

1 3

2

Göttingen

1 3

2

1

Osterode

am Harz

2

Duderstadt

1

Leinefelde- Worbis

Standorte Berufsbildender

Schulen in Südniedersachsen

und bei seinen Nachbarn.

1

Text: Sven Grünewald Illustration: Viktoria Siegfried

Der Kuchen wird kleiner. Und doch sollen auch in Zukunft gleich

viele gleich große Stücke herauskommen? Ein Kunststück, für das

man Jesus bräuchte. Die Rede ist vom Rückgang der Schülerzahlen.

Die Prognosen bis 2025 – nur noch zwölf Jahre weg – sind mit

einem Wort: düster. Im Landesschnitt gehen bis dahin die Schülerzahlen

im Berufsbildenden Bereich um über 20% zurück, in ländlichen

Gebieten oder etwa im demografisch ohnehin schon schwer

gebeutelten Harz noch etwas mehr. Damit beschleunigt sich eine

Entwicklung, die so schon länger bekannt ist: das langsame Ausbluten

von Ausbildungsgängen, das Schrumpfen von Berufsbildenden

Schulen, das Verarmen der lokalen Ausbildungslandschaft, weniger

Ausbildungsbetriebe und ein sich verstärkender Fachkräftemangel.

Zwei Schreckgespenster haben sich in den Raum geschlichen, die

Standortschließung und Strukturschwäche heißen. Diesen worst

case will man verhindern, denn die Berufsbildenden Schulen sind

ein wichtiger Pfeiler des Wirtschaftslebens vor Ort: als Lieferant von

Fachkräften, als Arbeitgeber aber auch gesellschaftlich durch die

Mitnutzung von Sporthallen oder Aulen für Veranstaltungen. Deswegen

sind sich ja auch alle einig: Sämtliche Berufsschulstandorte

in Südniedersachsen sollen erhalten bleiben. Das ist erklärter politischer

Wille.

Der Abwärtsspirale im Berufsbildenden Bereich ließe sich mit

einer landkreisübergreifenden Koordinierung begegnen.

Über die Marschroute besteht dabei eigentlich Konsens – bei der

IHK, im Handwerk, der Landesschulbehörde, den Landkreisen, den

Berufsschulen: Profilbildung und Einrichtung von Kompetenzzentren

an den Berufsbildenden Schulen sollen sowohl alle Standorte

erhalten als sie auch zukunftsfähig aufstellen. Dass man dazu notwendigerweise

über die Grenzen der Landkreise hinausschauen

und in regional vernetzten Räumen handeln muss, auch da herrscht

Konsens. Konkret heißt das etwa, dass ein Ausbildungsgang, der bisher

an vielen Standorten in Südniedersachsen angeboten wird, nun

an einem Ort oder zumindest an deutlich weniger Schulen konzentriert

wird. Die Rede ist letztlich von einer koordinierten Berufsschulentwicklungsplanung

der Landkreise Osterode, Northeim und

Göttingen: eine Flurbereinigung der bunten Ausbildungslandschaft,

die in großem Maßstab Ausbildungsgänge umverteilt – die lokalen

Stärken berücksichtigend und die Interessen der Standorte ausgleichend.

Im Grunde also ein Geben und Nehmen, um im regionalen

Maßstab Synergien erzeugen zu können. Nur: Sie nehmen alle

gern, aber mit dem Geben tun sich einige schwer. Entsprechend ist


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die Handlungsnotwendigkeit klar, auch die Strategie, nur

wie genau die umgesetzt werden soll, wer genau was abgibt

und wer was bekommt – das ist offen. Bisher wird eine große

Lösung nur vertagt. Gesprochen wird darüber nicht.

Im Landkreis Göttingen ist die Situation verfahren.

Intern zeichnet sich keine Lösung ab.

Dabei zeigt sich im Kleinen, dass es geht. 2010 hatten sich

auf Fachebene die BBS 2 in Northeim und die Göttinger

BBS 3 darauf verständigt, dass der Agrarbereich komplett

nach Northeim geht und im Gegenzug der Bereich Hauswirtschaft

und Ernährung nach Göttingen kommt. Seit

dem Schuljahr 2011/12 läuft diese Regelung, die Zustimmung

der Politik war unkritisch. Auch die Ansiedlung der

Mechatronik-Ausbildung in Osterode ist eine gemeinsame

Entscheidung der drei Landkreise gewesen.

Doch sind Grenzen schnell erreicht, wie sich ebenfalls

an der Northeimer BBS 2 zeigt. Auf Schulebene ist

man sich mit den Göttingern einig, die Holztechnik abzugeben

und dafür Zimmerer und Maurer zu bekommen. Die

Maurer werden jedoch teilweise auch in Duderstadt unterrichtet

– verständlicherweise hält die dortige BBS von der

Verlagerung nicht so viel. In der Northeimer BBS 2 stehen

zudem große Investitionen in den Baubestand an, 16 Mio.

Euro sind dafür eingeplant, doch angesichts der Haushaltslage

müssen die Investitionen gestreckt werden. 2014 soll

es losgehen – zunächst mit Metall- und Versorgungstechnik

sowie im Kfz-Bereich, die sicher auch in Northeim bleiben

werden. Wann – und ob – der Bautechnikbereich mit

den Maurern und Zimmerern drankommt, ist derzeit noch

offen, denn die Investitionen hängen letztlich auch von den

Göttingern ab. In Northeim hätte man gerne Klarheit, ob

der Tausch der Ausbildungsgänge nun zustande kommt

oder nicht, um sich keine Fehlinvestitionen in den Haushalt

zu stellen. Doch aus der Göttinger Kreisverwaltung

gibt es nur den Hinweis, dass dort erst einmal die Situation

im eigenen Landkreis geklärt werden müsse.

Der Landkreis Göttingen allerdings hat einen echten

„gordischen Knoten“ zu lösen: drei starken Berufsschulen

in der Stadt Göttingen stehen die Berufsbildenden Schulen

in Hann. Münden und Duderstadt gegenüber. Insbesondere

Duderstadt hat bereits mit einem Rückgang der Schülerzahlen

zu kämpfen, der Landkreis sieht daher auch eine besondere

Dringlichkeit für die Sicherung dieses Standortes. Vor

diesem Hintergrund wurden Mitte 2012 insgesamt sechs

verschiedene Modellvorschläge zur Weiterentwicklung der

Berufsbildenden Schulen diskutiert – von der IHK/KHS, der

BBS II Göttingen, ein gemeinsames Modell der BBS Duderstadt

und BBS Münden, das Modell der BBS III Göttingen,

jenes der BBS Duderstadt und eines der Kreistagsfraktion

Bündnis 90/Die Grünen.

Gemein war den meisten Modellen, dass klare Schwerpunkte

durch abgestimmte Aufteilung der Kompetenzen

und Ausbildungsgänge gebildet werden sollten. Es bestand

auch Einigkeit, dass aufgrund des demografischen Wandels

Maßnahmen zur Existenzsicherung aller drei Berufsschulstandorte

getroffen werden müssen. Und doch: Kein

einziges Modell wurde als konsensfähig eingestuft, alle

Schulen wünschen sich die Selbständigkeit. Die Landesschulbehörde

hat zudem deutlich gemacht, dass sie die

Situation gegenwärtig für noch nicht gravierend genug hält

und daher etwa die Aufhebung einzelner Schulen und die

Bildung von Außenstellen voraussichtlich keine Zustimmung

erwarten könne. Was auch deutlich wurde: Keine

Schule will etwas hergeben und so stehen sich die Standorte

Göttingen und Duderstadt/Hann. Münden, Zentrum

und Peripherie, verharrend gegenüber. Im Grunde ist das

heute, ein Jahr später, immer noch so. Die Berufsschulen

der Stadt Göttingen sind mit ihren starken Schülerzahlen


Regjo Südniedersachsen bildung spezial berufsbildende schulen XIX

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dabei in einer relativ bequemen Situation und können es

sich eher leisten, einfach abzuwarten – denn die Kleinen

bluten ja zuerst aus. Nach der Beratung über die Modelle

verwies der Arbeitskreis angesichts dieser Lage denn auch

einigermaßen hilflos darauf, dass eine externe Moderation

gegebenenfalls Lösungen aufzeigen könnte. Nur: Von wem

soll die kommen?

Das Land nimmt bisher keine steuernde Funktion ein,

befürwortet zwar landkreisübergreifende Ansätze, hält sich

sonst aber vornehm zurück. Dabei hat es als Dienstherr

der Lehrkräfte über die Lehrerversorgung durchaus Einflussmöglichkeiten.

Mit einem ersten winzigen Schritt soll

immerhin dem demografischen Wandel in der Fläche Rechnung

getragen werden, indem die notwendige Klassengröße

für eine hundertprozentige Lehrerstelle abgesenkt werden

soll. Auch die große Chance, das Thema Neuordnung der

Berufsschullandschaft mit den Fusionsverhandlungen zwischen

Northeim, Osterode und Göttingen zu klären, ist vergeben

– das Thema wurde quasi ausgespart. Dabei wäre das

eine Gelegenheit gewesen, mit dem Druck der Notwendigkeit

zu gemeinsamen Lösungen zu kommen. So blieb es bei

der simplen Feststellung, dass alle Standorte erhalten bleiben

sollen. Wie – darum wollte man sich irgendwann später

kümmern. Nur gehen vom Aussitzen die absehbaren Probleme

leider auch nicht weg.

Wenn sich aber Göttingen nicht einmal intern einig

wird, wie soll dann erst ein regional abgestimmtes Konzept

mit Göttingen entstehen? Der Landkreis Northeim mit

seinen vier Berufsbildenden Schulen hat es hingegen – bei

deutlich einfacherer Ausgangslage – geschafft, einen Ausgleich

zwischen der BBS in Einbeck und Northeim herzustellen,

Ausbildungsgänge wurden getauscht. Auch eine

administrative Zusammenlegung der Northeimer BBS 1 und

2 könnte man sich auf mittlere Sicht vorstellen. In Osterode

wiederum, wo sich die beiden Berufsschulen ohnehin schon

sehr eng abstimmen und sich mit Lehrkräften aushelfen,

wird bereits fest damit gerechnet, dass BBS 1 und BBS 2 sich

zu einer Bündelschule zusammenschließen, wenn die Schülerzahlen

weiter sinken. Im Grunde macht es zumindest

für Göttingen und Osterode Sinn, sich bereits jetzt schon

auf ein regional abgestimmtes Konzept zu verständigen –

schließlich will man 2016 fusionieren. Schafft man das nicht

im Vorfeld, wird für den neuen Landkreis Göttingen-Osterode

die Situation nicht unkomplizierter: Statt drei Berufsschulen

in einem starken Oberzentrum und zwei peripheren

Standorten sind es dann drei periphere Standorte mit

einem Schwergewicht am Harz. Und wenn ohnehin Göttingen

und Osterode miteinander reden, kann man auch

Northeim mit ins Boot holen, denn die Südniedersachsenconnection

ist ja da. Der Appell der Nachbarn ist jedenfalls

deutlich: Wie verhärtet auch immer die Fronten innerhalb

Göttingens sind, das Thema muss wieder auf die Agenda.

Besser jetzt als später.

Die Chance auf eine große Lösung durch die Fusionsverhandlungen

wurde nicht genutzt.

Denn die kleinen Klassen, die von größeren quersubventioniert

werden, die gibt es bereits heute an vielen Standorten

und in einigen Ausbildungsgängen. ‚Klein’ heißt weniger

als 14 Schüler in einer berufsausbildenden Klasse. Das ist

die Grenze, ab der die nötige Lehrkraft voll finanziert wird

– das Lehrerbudget wird nach Schülerzahl bemessen. Sind

die Klassen kleiner, müssen sie von den stärkeren Klassen

sozusagen mitfinanziert werden. In der Praxis kommt

es auch vor, dass die Schüler mancher kleinen Klasse einfach

in andere Ausbildungsklassen aufgenommen werden

– worunter dann die fachliche Qualität leidet. Gleichzeitig

sind die Schulen für ihr Gesamtbudget eigenverantwortlich,

sie entscheiden, ob neue Ausbildungsgänge angeboten und

wenig nachgefragte quersubventioniert beibehalten oder

eingestellt werden. Je mehr kleine Ausbildungsklassen mit

weniger als 14 Schülern es gibt, desto finanziell schwieriger

wird die Lage für die Schule. Und gerade im ländlichen

Raum werden die Grenzen schneller erreicht.

Hinzu kommt, dass bestimmte Berufe kaum noch

nachgefragt werden: speziell Bauberufe (Maurer, Tischler,

Zimmerer, der Fliesenleger ist mittlerweile schon fast ein

Exot) und Ernährungsberufe (Fleischer oder Bäcker). Was

es früher praktisch an jeder Berufsbildenden Schule gab,


Regjo Südniedersachsen bildung spezial berufsbildende schulen XXI

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hat inzwischen Seltenheitswert bekommen. Um die Einstellung

bestimmter Ausbildungsgänge kommen die Schulen

unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit nicht mehr

herum. Bloß, wenn jede Schule in Südniedersachsen dieselben

Überlegungen anstellt und dieselben Ausbildungsgänge

einstellt – aus individuell immer nachvollziehbaren Gründen,

werden südniedersachsenweit zunehmend Berufe flächendeckend

gar nicht mehr ausgebildet.

Bei der Handwerkskammer Hildesheim Südniedersachsen

sieht man diese Tendenz mit Sorge, denn aus dem Kammergebiet

sind bereits einige Berufe ganz real über den Deister

gegangen und komplett verschwunden. Denn es ist ja

nicht so, dass der potenzielle Azubi aus Osterode dann bis

nach Hann. Münden fahren würde, um eine Tischlerlehre

zu machen – der sucht sich was anderes. Verständlicherweise:

Im ersten Ausbildungsjahr sind die Leute oft noch

zu jung, um Auto zu fahren und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

ist die Distanz auch schwierig. Umzuziehen

kommt finanziell nicht in Frage und eine Fahrtkostenübernahme

gibt es nur von ganz wenigen Ausbildungsbetrieben

und nicht vom Land, das seine diesbezügliche Regelung

mit Verweis auf die Haushaltslage seit Jahren aussetzt.

Faktisch ist die Mobilität der Auszubildenden deutlich eingeschränkt.

Die Folge ist das langsame Verarmen der regionalen

Ausbildungslandschaft, weil die Schüler wegbleiben

und die Betriebe irgendwann auch nicht mehr ausbilden.

Würde man seine Ausbildungsangebote hingegen

südniedersachsenweit koordinieren, ließen sich nicht nur

Schwerpunkte in den verschiedenen Ausbildungsgängen mit

großen und damit wirtschaftlich gesunden Klassen bilden.

Gleichzeitig wäre man auch in der Lage, bestimmte Exoten-Fächer

beizubehalten. Vorstellbar wäre, dass je Schule

eine gewisse Anzahl an solchen kleinen Fächern vorgehalten

wird, um die Vielfalt zu erhalten – die Lasten tragen

dann alle gleichermaßen. Hier ist eine gewisse Eile geboten,

denn die alte Regel lautet: Was einmal weg ist, kommt

nicht wieder. Beispiele dafür gibt es bereits: Fotografen,

Raumausstatter und Maßschneider sind schon verschwunden.

Eine abgestimmte Berufsschulentwicklungsplanung

muss viele Lösungen finden: Erhalt der Ausbildungsvielfalt,

um die Abwärtsspirale aus sinkenden Schülerzahlen, weniger

Ausbildungsangeboten, noch weniger Auszubildenden,

Einstellung der Ausbildung in Betrieben und stärker werdendem

Fachkräftemangel zu stoppen. Gleichzeitig müssen

die wirtschaftlichen Ressourcen möglichst optimal genutzt

werden, die Qualität muss erhalten bleiben und ebenso die

Standorte der verbliebenen Berufsbildenden Schulen.

Der demografische Wandel verlangt eigentlich nach

Zentralisierung, die aber ist strukturpolitisch ungünstig,

weil es die Abwärtsbewegung in der Fläche verstärkt. Letztlich

sind alle Akteure gefordert: die Betriebe und sicher

auch das Land, die über Fahrvergütung nachdenken sollten,

um noch Auszubildende zu bekommen; die Innungen,

um über den eigenen lokalen Tellerrand hinauszuschauen

und die Zusammenarbeit nicht nur nicht zu blockieren, sondern

aktiv voranzutreiben; die schülerstarken Schulen, die

akzeptieren müssen, dass wenn der Stärkere abgibt, er zwar

etwas schwächer wird, der Schwache durch das Abgeben

aber tot umfällt. Es würde sicher auch nicht schaden, wenn

sich das Land aktiver kümmern würde. Aber letztlich muss

vor allem der Landkreis Göttingen eine Lösung durchsetzen

und den Weg frei machen für einen regionalen Dialog

mit seinen Nachbarn und den zahlreichen Akteuren, um

über die harten Fakten und Entscheidungen zu sprechen.

Die Neuordnung der Berufsbildenden Schulen ist ein

heißes Eisen. Das kann man fallen lassen und

warten, bis sich ein anderer die Finger verbrennt.

Doch diesen anderen gibt es nicht.

Statistik zum

Thema auf

Seite 141


XXII

ausbildung bildung spezial regjo südniedersachsen

Regjo Südniedersachsen bildung spezial Ausbildung XXIII

Auszubildende bei der Carl Zeiss Microscopy GmbH. Vier Ausbildungsberufe bietet das Unternehmen an, zwei duale Studiengänge wurden

mit der HAWK (Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst) und der Universität Göttingen konzipiert.

Das neue Ausbildungszentrum bei Mahr. Den Auszubildenden steht darin ein

moderner Maschinenpark zur Verfügung.

Hochqualifizierte Ausbildung

Bei der Carl Zeiss Microscopy GmbH setzt man nicht nur auf betriebsinterne Ausbildung. In Kooperation mit Hochschulen

werden zudem zwei duale Studiengänge angeboten.

Text: Volker Schönfeldt Fotografie: Carl Zeiss Microscopy GmbH

Die Carl Zeiss Microscopy GmbH ist ein Tochterunternehmen

der Carl Zeiss Gruppe und bietet als weltweit einziger Hersteller

Licht- und Elektronenmikroskopiesysteme aus einer Hand. Um

den anspruchsvollen Aufgaben nachkommen zu können, ist es

notwendig, in allen Bereichen motivierte, engagierte und gut ausgebildete

Fachkräfte zu beschäftigen. Die Mehrzahl der Mitarbeiter

aus den Fertigungsbereichen hat daher bei der Carl Zeiss

Microscopy GmbH selbst eine Berufsausbildung absolviert. Auch in

Zukunft legt Carl Zeiss Wert auf eine qualifizierte Ausbildung im

Betrieb. Zurzeit befinden sich dort etwa 40 junge Menschen in der

Ausbildung. Die Ausbildungsberufe Feinoptiker und Industriemechaniker

(Feingerätebau) sind mit zehn und zwölf Auszubildenden

die größten Gruppen. Vier Elektroniker (Geräte und Systeme)

und fünf Industriekaufleute runden die Ausbildungslandschaft im

Bereich der klassischen Ausbildungsberufe ab.

Auf dem Gebiet der akademischen Ausbildung unterstützt

Carl Zeiss in Göttingen zwei technische Studiengänge – Präzisionsmaschinenbau

und Physikalische Technologien – die in Abstimmung

mit der HAWK (Hochschule für angewandte Wissenschaft

und Kunst) angeboten werden. Diese dualen Studiengänge beinhalten

in der ersten Hälfte der Studienzeit einen Ausbildungsabschluss

zum Feinoptiker beziehungsweise Industriemechaniker.

Mit der Abschlussarbeit nach vier Jahren erreicht man den Status

„Bachelor of Engineering“. Im kaufmännischen Bereich ist ein

ausbildungsbegleitendes Studium an der Berufsakademie in Göttingen

möglich mit dem Abschluss Bachelor of Arts.

Ein umfassendes Portfolio ermöglicht Forschungs- und Routineanwendungen

in den Bio- und Materialwissenschaften. Zum

Produktspektrum gehören Licht- und Laser Scanning Mikroskope,

Elektronen- und Ionen-Mikroskope sowie Spektrometermodule.

Software für Systemsteuerung, Bildaufnahme und -verarbeitung

unterstützt den Anwender. Microscopy ist in 33 Ländern mit Vertriebsgesellschaften

vertreten. Sowohl in Demozentren als auch

vor Ort betreuen Applikations- und Service-Spezialisten die Kunden

weltweit. Hauptsitz des Unternehmensbereichs Microscopy ist

Jena. Weitere Produktions- und Entwicklungsstandorte sind in

Oberkochen, Göttingen und München sowie in Großbritannien

und den USA. Insgesamt beschäftigt der Unternehmensbereich

etwa 3.000 Mitarbeiter. Das Umsatzvolumen beläuft sich auf 650

Millionen Euro.

Karriereinteressierte bewerben sich unter www.zeiss.de/karriere

Neues Ausbildungszentrum

Mahr investiert in seine Unternehmensausbildung: Für 1 Mio. Euro wurde ein Gebäude hochmodern saniert und

ausgestattet. 40 technische Auszubildende lernen ab sofort auf 1.600 Quadratmetern.

Text: Volker Schönfeldt Fotografie: Mahr

Mahr investiert ständig in eine hochwertige Ausbildung junger

Menschen. Jetzt hat der Applikationsspezialist für Fertigungsmesstechnik

ein neues Ausbildungszentrum eröffnet. Dazu hat

das Unternehmen ein Gebäude an der Göttinger Carl-Mahr-Straße

unmittelbar gegenüber des Firmensitzes für eine Million Euro komplett

saniert. Hier lernen die technischen Auszubildenden auf über

1.600 Quadratmetern und werden dabei von drei hauptberuflichen

Ausbildern betreut. Die Ausbildungswerkstatt ist auf zwei Etagen

verteilt und trennt die Arbeitsplätze somit räumlich vom Maschinenbereich.

Dieses sorgt für eine ruhigere Atmosphäre. „Eine echte

Lernoase“, meinen die Auszubildenden, „in der wir viel lernen und

uns auf die Prüfungen vorbereiten können.“

Das neue, lichtdurchflutete Ausbildungszentrum ist hochmodern

ausgestattet – mit CNC-Bearbeitungs-, Dreh-, Fräs-, Bohr- und

Flachschleifmaschinen. „Mahr übernimmt bei der Ausbildung junger

Menschen bereits seit 75 Jahren gesellschaftliche Verantwortung“,

betont Stephan Gais, Geschäftsführender Gesellschafter von Mahr.

„Ziel des neuen Ausbildungszentrums ist es, unser bereits hohes

Ausbildungsniveau weiter auszubauen. Zudem ist es für uns wichtig,

hervorragend qualifizierte Fachkräfte später in unser Unternehmen

zu übernehmen.“

Mit dem Ausbildungszentrum setzt Mahr einen neuen Meilenstein

im bisher schon sehr erfolgreichen Engagement für die

betriebsinterne Ausbildung. In den letzten beiden Jahren stellte das

Unternehmen beispielsweise die Bundessieger für den Beruf des

„Industriemechanikers“. Die Azubis im Fach Elektronik nehmen

schon seit einigen Jahren sehr erfolgreich am Wettbewerb „Jugend

forscht“ teil. Mahr arbeitet eng mit den entsprechenden Berufsbildenden

Schulen sowie als Kooperationspartner mit dem Felix-Klein-

Gymnasium und der Bonifatiusschule in Göttingen zusammen. Darüber

hinaus bildet das High-Tech-Unternehmen in Zusammenarbeit

mit der Göttinger Fachhochschule (HAWK) Studenten der Fachrichtungen

Elektrotechnik und Präzisionsmaschinenbau im dualen „Studium

im Praxisverbund“ aus.


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Über 80 Auszubildende arbeiten bei der KWS SAAT AG in Einbeck. In drei Bereichen werden sechs Ausbildungsberufe angeboten.

Die Ausbildung umfasst vielfältige Aufgaben und Tätigkeiten und bietet jungen Leuten interessante Berufsperspektiven.

Grüner Beruf mit Zukunft

Die KWS SAAT AG bietet ab dem kommenden Schuljahr die novellierte Ausbildung zum „Pflanzentechnologen“

an. Das Aufgabengebiet umfasst die Mitarbeit bei Feldversuchen, im Labor und in Zuchtgärten.

Text: Volker Schönfeldt Fotografie: KWS Saat AG

Seit über 150 Jahren züchtet die KWS SAAT AG aus Einbeck

landwirtschaftliche Nutzpflanzen für die gemäßigte

Klimazone. Seit 1957 beschäftigt das Unternehmen jährlich

über 80 Auszubildende und bildet damit weit über

dem eigenen Bedarf aus. Qualifizierte Ausbilder und

modernste Ausbildungsmethoden gewährleisten die Vermittlung

des kompletten Know-hows und eine hohe Qualität

der Ausbildung. Ab dem Schuljahr 2013/14 bietet die

KWS die novellierte Ausbildung zum „Pflanzentechnologen“

an. Es ist ein klassischer Lehrberuf: Die Auszubildenden

arbeiten überwiegend im Betrieb und besuchen

ausbildungsbegleitend eine Berufsschule. Dieser Ausbildungsgang

wird in den Berufsbildenden Schulen (BBS)

Einbeck angeboten. Zudem planen weitere Firmen, neu

in die Ausbildung in diesem Beruf einzusteigen.

Einsatzgebiete des Pflanzentechnologen sind

Gewächshäuser, Versuchsfelder und Labore. Das Aufgabengebiet

umfasst die Mitarbeit bei Feldversuchen und

Tätigkeiten in Zuchtgärten (zum Beispiel Kreuzungen

von Pflanzen, verschiedene Prüfmethoden, unter anderem

für Pflanzenkrankheiten, Wachstumsbedingungen

oder Pflanzenqualität). Zu den Labortätigkeiten gehören

chemische Analysen, molekularbiologische Untersuchungen

sowie zellbiologische Arbeiten. Mindestens zwei Einsatzgebiete

werden in der Ausbildung vermittelt, die je

nach Betrieb unterschiedlich vorgegeben sind. Die Arbeiten

erfolgen meistens in Teams, die von Wissenschaftlern

geleitet werden.

Moderne Techniken verändern den Arbeitsplatz

immer wieder. Der Beruf des Pflanzentechnologen bietet

einen zukunftsträchtigen Arbeitsbereich der angewandten

Naturwissenschaften vor allem vor dem Hintergrund

der kommenden weltweiten Herausforderungen der Landwirtschaft.

Sie versorgt zunehmend eine größere Anzahl

an Menschen mit Nahrungsmitteln. Auch der Bedarf an

Rohstoffen und Bioenergie aus Pflanzen wächst. Die verstärkte

Nachfrage und der fortschreitende Klimawandel

führen dazu, dass Pflanzen als nachwachsende Ressource

für den Menschen eine immer wichtigere Rolle spielen.

Das Potenzial der Pflanzen zu erschließen und es für die

Herausforderungen einer globalen, nachhaltigen Landwirtschaft

nutzbar zu machen – das ist die Aufgabe der

Pflanzenzüchtung. Mit Aktivitäten in über 70 Ländern der

gemäßigten Klimazone erbringt KWS einen wesentlichen

Beitrag zu einer leistungsfähigen Landwirtschaft. Heute

gehört das Unternehmen weltweit zur Spitzengruppe der

Züchtungsunternehmen.

Alle weiteren Informationen und Kontakte finden Sie unter:

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Mein Star, der Prof.

Die Kinder-Uni Göttingen erfreut sich im zehnten Jahr ihres Bestehens bei den Dritt- bis Sechstklässlern ebenso wie

bei der Hochschule weiterhin großer Beliebtheit. Denn sowohl Kinder als auch Dozenten profitieren voneinander.

Text und Fotografie: Laura Vele

Mittwochnachmittag, ein voller Hörsaal, unruhiges Murmeln

– eine ganz normale Vorlesung an der Uni Göttingen? Nein,

denn spätestens wenn fast alle Hände nach oben gehen und

Finger schnipsen ist klar, dass hier keine gewöhnlichen Studenten

sitzen. Die vorderen statt der hinteren Reihen sind

zuerst gefüllt und niemand kommt zu spät: Es ist wieder Kinder-Universität.

310 Kinder sind angemeldet, etwa die Hälfte

kommt aus der Stadt Göttingen, die anderen aus den Landkreisen

Göttingen, Northeim und Osterode. Aus Duderstadt zum

Beispiel kommt regelmäßig ein Schulbus mit 35 bis 50 Kindern

von der St-Elisabeth-Grundschule. Die Lehrkräfte begleiten

die Schüler freiwillig, außerhalb ihrer Dienstzeit. Auch Elternteile

sind schon als zweite Begleitperson mitgefahren. „Die

Eltern sind sehr begeistert und es würde laute Proteste geben,

wenn wir die Teilnahme an der Kinder-Uni nicht mehr anbieten

würden“, so Eva Maria Hunold, Leiterin der St.-Elisabeth-

Schule. Das sei aber nicht geplant. Schon seit 2007 organisiert

die Schule für interessierte Schüler die Fahrt zur Kinder-Uni.

Unter dem Titel „Mein Herz – Motor des Lebens“ gibt der

leitende Oberarzt der Kardiologie am Uniklinikum Göttingen,

Professor Lars Maier, eine kurzweilige und kindgerechte

Einführung in die Biologie des Herzens, dessen Aufgaben und

weshalb Fastfood und Rauchen sehr schädlich für die Herzgesundheit

sind. Zur Veranschaulichung dienen Plastikherzen

und eine kurze Sporteinlage, um den Blutdruck am Handgelenk

zu messen. Für Professor Maier ist es die erste Vorlesung

an der Kinder-Uni. Motiviert haben ihn seine eigenen Kinder,

die natürlich auch mit dabei sind. Aber auch der Gesundheitsaspekt

ist ihm sehr wichtig: „Immer jüngere Menschen

um die 40 sind von Herzinfarkten betroffen. Dank der Nichtrauchergesetze

sind die Herzinfarktzahlen zwar etwas gesunken,

trotzdem kann man nicht früh genug mit der Prävention

beginnen.“ Vor seinem Vortrag hatte er gehofft, die komplexe

Thematik verständlich in Kindersprache übersetzen zu können.

Das scheint ihm gelungen zu sein: Die Nachwuchsstudenten

umringen ihn nach Ende der Veranstaltung, um ein

Autogramm zu bekommen.

In diesem Jahr feiert die Kinder-Uni ihr zehnjähriges

Jubiläum. Projektleiter Peter Brammer ist seit den Anfängen

dabei, als er im Wintersemester 2003/2004 mit Hilfe einiger

Studierender das Konzept entwickelte. Das Interesse der Kinder

für Neues und Unbekanntes sollte geweckt und ein früher

Einblick in die Institution Universität ermöglicht werden.

In Workshops und Seminaren können die Kinder auch selbst

experimentieren. Schwierigkeiten, Dozenten für das Projekt


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Regjo Südniedersachsen bildung spezial Kinder-Uni XXIX

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Links: Peter Brammer ist der Projektleiter der Kinder-Uni. Vor rund zehn Jahren hat er mit Hilfe einiger Studierender das Konzept

entwickelt. Rechts: Die Nachwuchsstudenten umringen Prof. Maier nach seinem Vortrag über „Mein Herz – Motor des Lebens“.

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zu gewinnen, hat es nicht gegeben, sagt Brammer. Denn

auch die Professoren profitieren von der Arbeit mit den

Kindern. Komplexe Sachverhalte kindgerecht aufzubereiten,

ist eine Herausforderung, zudem müssen die Kinder

stark mit eingebunden werden – das fördert didaktische

Qualitäten. Gleichzeitig profitiert auch die Universität

vom positiven Image der Kinder-Uni und einem stärkeren

Medieninteresse.

„Seit Beginn war die Kinder-Uni gut besucht, einen

kurzen Zuwachs gab es nach der schockierenden PISA-Studie,

aber über längere Zeit bleiben nur die Teilnehmer treu,

die echtes Interesse haben“, so Brammer. Schwerpunktmäßig

liegen die Angebote der Kinder-Uni im naturwissenschaftlich-mathematischen

Bereich, auch wenn Themen

wie Dinosaurier oder Ritter die wahren Selbstläufer sind.

So wundert es nicht, dass Sarah Schmitz, neun Jahre alt,

einmal Paläontologin werden möchte. Sie ist schon länger

als Nachwuchsstudentin bei der Kinder-Uni dabei und

wird am Semesterende sogar selbst ein Referat vor ihren

Kommilitonen halten.

Die Idee der Kinder-Uni brachten zwei Redakteure

einer Tageszeitung aus Tübingen auf den Weg, die dafür

2009 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurden. In

Zusammenarbeit mit der Eberhard Karls Universität Tübingen

veranstalteten sie im Jahr 2002 erstmals die Kinder-

Uni Tübingen. Durch einen Artikel in der „Zeit“ wurde die

Veranstaltung dann im ganzen deutschsprachigen Raum

bekannt. 2005 bekam die Tübinger Kinder-Uni schließlich

den Descartes Preis in der Kategorie Wissenschaftskommunikation

überreicht, die höchste Auszeichnung der Europäischen

Union für wissenschaftliche Projekte. Inzwischen

haben deutschlandweit über 70 Universitäten und Hochschulen

das Erfolgsmodell Kinder-Uni übernommen und

angepasst. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Schüler

der dritten bis sechsten Klasse aller Schulformen. Dass

es im Grunde seit zehn Jahren gut läuft, zeigen die hohen

Teilnehmerzahlen. Gibt es da noch Raum für Verbesserungen?

„Die Kinder-Uni ist bereits ein Erfolgsmodell“,

hält Brammer fest. „Man kann sie nicht mehr weiter ausbauen,

ohne dass auch der Mehraufwand erheblich steigt.

Mit ehrenamtlichen Mitarbeitern stößt man da jedoch an

seine Grenzen.“ Vorstellen kann er sich aber, eigene Veranstaltungen

für Schüler der Klassen sieben bis neun als

„Junioren Uni“ anzubieten – aus diesen Jahrgängen gibt

es viele Nachfragen von Schülern und Eltern. Wichtig ist,

dass das Interesse an der Universität bis zur Hochschulreife

bestehen bleibt. Denn die Kinder sind nicht zuletzt auch

die Studierenden von morgen.

Ein anderer Aspekt wäre zukünftig vielleicht auch

einmal stärker in den Blick zu nehmen: soziale Gerechtigkeit.

Denn dass die Kinder-Uni nur die bildungsnahe

Schicht ansprechen würde, ist eine langlebige Kritik. So

ganz falsch ist die Annahme nicht: „Hier hatte ich auch

schon ganz viele Vorlesungen“, ermutigt eine junge Mutter

ihr Kind, das ehrfürchtig in den großen Hörsaal blickt,

in dem gleich die Vorlesung von Prof. Maier beginnt. Wirkt

die Kinder-Uni also wie ein verlängerter Arm des selektiven

Schulsystems? Peter Brammer winkt ab und ist sich sicher,

dass Kinder aller Bildungsschichten repräsentiert sind. Er

verweist darauf, dass in den Landkreisen Göttingen, Osterode

und Northeim die Schüler der Klassen drei bis sechs

Programmflyer der Kinder-Uni erhalten. Eine persönliche

Ansprache, zum Beispiel durch Studenten, die als „Kinder-

Uni Botschafter“ in die Klassenzimmer gehen – wie dies in

Göttinger Grundschulen schon gemacht wird – wäre für

manche Kinder wahrscheinlich anschaulicher oder motivierender.

Dass aber Kinder aus bildungsferneren Familien

einen größeren Aufwand erfordern, um sie zu erreichen,

sollte klar sein. In dem Moment, wo die Kinder-Uni mehr

sein soll als eine bloße Spaß-Veranstaltung, wo sie Werbung

macht für Hochschule und damit direkt für einen Bildungsaufstieg

sensibilisiert, in dem Moment sollte sie sich auch

fragen, ob sie nicht fernere „Zielgruppen“ etwas aufmerksamer

ins Visier nehmen sollte.


XXX inklusion bildung spezial regjo südniedersachsen Regjo Südniedersachsen bildung spezial inklusion XXXI

Nachsitzen!

Ab dem kommenden Schuljahr wird die inklusive Schule

verpflichtend in Niedersachsen eingeführt. Fortbildungen

sollen die Lehrkräfte darauf vorbereiten. Hier,

wie auch bei der Ausbildung der Lehramtsstudenten,

besteht aber noch Nachholbedarf.

Text: Laura Vele Fotografie: Marco Bühl

Der Unterricht im siebten Jahrgang der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule

(IGS) in Göttingen läuft herrlich normal

ab. Etwa 15 Schüler sind im Wahlpflichtkurs „Kunst und

Kochen“. Zu zweit oder zu dritt stehen sie an den Tischgruppen.

Manche versuchen sich an der Nähmaschine, andere suchen verschiedene

Stoffe und Muster für einen Schal aus. Der Geräuschpegel

ist etwas höher, die Lehrerinnen geben Hilfestellung bei

den Nähmaschinen. Ein Schüler hat sich an einen Tisch außerhalb

des Klassenzimmers gesetzt und malt in Ruhe mit Kreide an

seinem Bild weiter. Er ist aufgrund seiner geistigen Beeinträchtigung

einer der Schüler mit besonderem Förderbedarf – die IGS,

Gewinner des Deutschen Schulpreises 2012, ist bereits eine Integrationsschule.

Doch die landläufige Vorstellung eines gemeinsamen

Unterrichts von förderbedürftigen und „normalen“ Kindern

und die Realität liegen zumindest hier weit auseinander.

In wenigen Wochen werden förderbedürftige Kinder an allgemeinbildenden

Schulen eingeschult. Eine Herausforderung.

Im pädagogischen Ansatz bedeutet Inklusion, die individuellen

Bedürfnisse und Besonderheiten jedes Kindes anzunehmen

und Schülern mit und ohne Behinderung an jedem

Lernort gerecht zu werden. Ab dem kommenden Schuljahr

2013/14 soll der gemeinsame inklusive Unterricht die Regel

sein. Eltern haben jetzt die Wahlfreiheit, ob ihr förderbedürftiges

Kind eine allgemeinbildende Schule oder eine Förderschule

besuchen soll: an Grundschulen beginnend mit dem 1.

Schuljahrgang, an weiterführenden Schulen ab dem 5. Schuljahrgang.

Bis es losgeht, dauert es also nicht mehr lange, Lehrer

und Schulen, sollte man meinen, sind darauf vorbereitet.

Aus dem Kultusministerium hört man jedoch eher zurückhaltende

Töne. „Die schwarz-gelbe Vorgängerregierung hat viel zu

spät mit den Vorbereitungen für die inklusive Schule angefangen,

insofern ist es schwierig, in wenigen Wochen zu schaffen,

was über Jahre nicht vorbereitet wurde“, sagt Susanne

Schrammar, die Sprecherin des Kultusministeriums. Aber:

„Der Inklusionsprozess beginnt in Niedersachsen ja zunächst

mit den ersten und fünften Klassen und hier arbeiten bereits

mehr als die Hälfte der Grundschulen in Niedersachsen mit

einem Regionalen Integrationskonzept (RIK), das Ende der

90er Jahre in Niedersachsen eingeführt wurde.“ Ein RIK vereint

Grund- und Förderschulen einer bestimmten Region.

Die Grundschulen nehmen alle förderbedürftigen Kinder aus


Regjo Südniedersachsen bildung spezial inklusion XXXIII

Alltag: Werk-Unterricht mit förderbedürftigen und „normalen“ Schülern, betreut von zwei Lehrern, an der IGS in Göttingen.

Im Fachunterricht Kunststoff stellen die Schüler ihre eigenen Klebebandabroller her. Einer der Schüler, Julian (Bild rechts), hat große Schwierigkeiten,

sich zu konzentrieren. Ein studentischer Einzelfallhelfer (im Hintergrund) achtet permanent darauf, dass sich Julian weiter und wieder seiner

Aufgabe widmet, statt abzuschweifen.

dem jeweiligen Schulbezirk auf und die Förderpädagogen aus

den Förderzentren werden dann in den Grundschulen eingesetzt,

um mit den Grundschullehrkräften zusammen zu unterrichten.

Die Fortbildungsangebote für Lehrer sind, laut Eberhard

Brandt, Landesvorsitzender der Gewerkschaft für Erziehung und

Wissenschaft (GEW) Niedersachsen, sehr stark nachgefragt: „Die

Lehrer möchten wissen, wie man das Lernen mit beeinträchtigten

Kindern plant und wie zusammen mit Förderschullehrkräften

gemeinsamer Unterricht konzipiert wird. Es müssen allerdings

mehr Fortbildungen angeboten werden als es bisher gibt.“ Auch

Wolfgang Vogelsaenger, Leiter der IGS in Göttingen, schätzt den

Bedarf an Fortbildungen für die Lehrer als sehr hoch ein, auch

wenn für ihn ein Mentalitätswandel das Entscheidende ist: „Das

Wichtigste ist eine andere Haltung als die, die der klassische Lehrer

entwickelt hat: dass eben nicht das Fach im Mittelpunkt steht.“

Um die Lehrkräfte zu unterstützen, hat das Kultusministerium

Qualifizierungsangebote aufgelegt, mit denen Lehrer nach

und nach weitergebildet werden. Grundschullehrer nutzen diese

seit 2011, Lehrkräfte weiterführender Schulen nehmen seit Herbst

2012 an den Fortbildungsmaßnahmen teil. 90 sogenannte „Teamer“

wurden dafür ausgebildet. Die Teamer sind selbst Lehrkräfte

des Primar-, Förderschul- und Sekundarbereichs, die in Zusammenarbeit

mit der Universität Oldenburg für die Qualifizierung

der Kollegen vorbereitet wurden. Als Zweierteams führen sie

jeweils fünfeinhalbtägige Schulungen für bisher insgesamt über

2.500 Lehrkräfte durch. Zum Vergleich: 2011 gab es in Niedersachsen

rund 65.000 hauptberufliche Lehrkräfte. Die Schwerpunkte

der Fortbildungen liegen in den Bereichen Unterrichtsgestaltung,

Förderplanung und Diagnostik, Prävention und Intervention

bei Verhaltensauffälligkeiten; der Umgang mit heterogenen

Lerngruppen soll ebenso vermittelt werden wie die Erstellung von

Handlungskonzepten bei Unterrichts- und Verhaltensstörungen.

Fortbildungen für die Lehrer müssen vor Ort, in den Schulen

und im Unterricht selbst, stattfinden.

Wichtig ist der Praxisbezug, Fortbildungen sind daher am effektivsten

vor Ort, in den Schulen und mit den Schülern selbst.

An der IGS geschieht das sozusagen „on the job“: „Unsere Förderschullehrer

bilden unsere Fachlehrer mit aus, indem sie

gemeinsam den Unterricht abhalten. Sie geben ihr Wissen

an die Kollegen ganz automatisch weiter“, so Vogelsaenger.

Die regionalen Fortbildungen sind in Niedersachsen an

neun Kompetenzzentren delegiert. Im Raum Südniedersachsen

wurde dafür etwa das Netzwerk Lehrerfortbildung

(NLF) an der Georg-August-Universität Göttingen eingerichtet.

Jedes Kompetenzzentrum ist für die Entwicklung, Organisation,

Durchführung und Evaluation der von ihm angebotenen

regionalen Fortbildung für öffentliche Schulen

verantwortlich. Inhaltliche Schwerpunkte liegen - neben der

Inklusion - in der Unterrichts- und Schulentwicklung, der Leseförderung,

der Medienbildung und Deutsch als Zweitsprache.

Einen Weiterbildungsmaster „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“

bietet seit Oktober 2012 die Universität Hildesheim an.

Er ist berufsbegleitend studierbar und wird gut angenommen,

berichtet Dr. Margitta Rudolph. Sie ist Direktorin des Weiterbildungszentrums

der Uni Hildesheim und hat den Studiengang mit

konzipiert. In der Regel sitzen in einem Semester 25 bis 30 Studierende

aus Deutschland und der Schweiz. Auch die Studierendengruppen

sind heterogen zusammengesetzt: von Erziehern, Lehrkräften

aller Schulformen über Schulleiter und Sozialpädagogen.

Fort- und Weiterbildungen sind wichtig, aber die Umsetzung inklusiven

Unterrichts fängt schon in den Lehrplänen des Lehramtsstudiums

an. Dabei haben selbst Universitäten, die Förderschullehrer

ausbilden, einen gewissen Veränderungsbedarf. Der Umgang

mit förderbedürftigen Kindern wird zwar gelehrt, das heißt aber

nicht automatisch „inklusive“ Ausbildung. Denn in Zukunft müssen

sie auch „normale“ Kinder mit berücksichtigen. „Die Fachlichkeit

spielt bei den Sonderpädagogen eine ganz andere Rolle

als beim Regelschullehrer. Das Verhältnis von Fachlichkeit und

inklusivem Denken wird zur Debatte gestellt werden“, so Dr. Dirk

Jahreis, Geschäftsführer des Netzwerks Lehrerfortbildung an der

Uni Göttingen. „In der Ausbildung der Förderpädagogen muss sich

in Zukunft außerdem widerspiegeln, dass sie nicht mehr nur für

den Unterricht mit förderbedürftigen Kindern ausgebildet werden,

sondern mehr und mehr als Experten. Sie werden als Berater

tätig sein und das Unterrichten in den „Förderschulen“ ist nur

noch ein Teil ihrer Arbeit.“ Auf der anderen Seite steht im Bereich

der Ausbildung von Lehrkräften für allgemeinbildende Schulen

aber immer noch die fachliche Ausbildung und weniger das Kind

im Mittelpunkt. „Bereiche wie Pädagogik und Psychologie müssen

zunehmend in die Ausbildung mit einbezogen werden“, so

Prof. Gisela Schulze, Institutsdirektorin für Allgemeine Sonderpädagogik

Rehabilitation an der Universität Oldenburg. In Oldenburg

wird zum Beispiel das Wahlmodul „Hören, Lernen, Inklusion“

angeboten, das für alle Lehramtsstudiengänge offen ist. Einzelne

Angebote sind also vorhanden, allgemein aber haben Studenten,

die nicht Sonderpädagogik studieren, kaum Zugang zu solchen

Angeboten. „Wünschenswert an der Uni Göttingen wäre

eine Professur mit der Professionalisierung Heterogenität. Denn

auch, wenn hier keine Förderschullehrer ausgebildet werden, brauchen

wir die Expertise dafür. Das läuft in der Hochschulstruktur

über Professuren, was natürlich auch Geld kostet“, betont Prof.

Hermann Veith, wissenschaftlicher Leiter des Netzwerks Lehrerfortbildung.

„Inklusion als Sparmodell wird nicht funktionieren.

Inklusion ist zeit- und finanzintensiv“, meint auch Gisela Schulze.

Einen Ansatz für die Eingliederung von Inklusion in die Curricula

zeigt das Nachbarland Bremen. Dort ist seit dem Wintersemester

2011/2012 für alle Lehramtsstudenten eine Qualifizierung

im Studienschwerpunkt Heterogenität verpflichtend. Der

Schwerpunkt liegt in den Bereichen der interkulturellen Bildung,

der inklusiven Pädagogik und Deutsch als Zweitsprache.

Immerhin, die ersten zaghaften Schritte sind in der Lehrerausbildung

zu erkennen, wenngleich entschiedenes Handeln anders


XXXIV INKLUSION bildung spezial Regjo Südniedersachsen

In den Integrationsklassen gibt es mit einem Fach- und einem Förderschullehrer eine ständige Doppelbesetzung. Die Abstimmung

zwischen den Lehrkräften und die Öffnung der Lehrziele über das Fachliche hinaus sind neue Herausforderungen im Lehralltag

mit förderbedürftigen Schülern.

aussieht. Denn dass Lehrerausbildung und Lehrrealität

weit auseinander liegen, ist ein altbekannter Kritikpunkt.

„Das Studienseminar macht immer noch den Fehler,

dass die einzelne Stunde im Mittelpunkt steht. Die

Studenten schreiben fünf bis zehn Seiten Unterrichtsentwurf

für nur eine einzige Stunde. Das hat mit Vorbereitung

auf die Realität nichts zu tun“, macht Wolfgang Vogelsaenger

an einem Beispiel deutlich. „Man kann nicht 24

Stunden Unterricht pro Woche so vorbereiten, wie man

das im Studienseminar gelernt hat. So viel Lebenszeit hat

man gar nicht. Und das überfordert die Lehrer. Es kann

nicht sein, dass man jahrelang die Ausbildung macht,

sich dann aber nicht für den Beruf vorbereitet fühlt.“ Die

Gefahr der Überlastung sieht auch Gisela Schulze von der

Uni Oldenburg: „Die Lehrer müssen erkennen, dass auch

sie nur Teil eines Systems sind. Sie müssen lernen zu erkennen,

wann sie bei einem bestimmten Problem nicht weiterkommen

und andere Spezialisten einschalten müssen.“

Statt wie früher hinter sich die Tür schließen und

den Unterricht mit jahrelanger Routine abhalten zu können,

sind bei Inklusion multiprofessionelle Teams gefragt:

Fachlehrer leiten zusammen mit Sonder- und Sozialpädagogen

als Team die Klasse. Das heißt, oft jahrzehntealte

Gewohnheiten über Bord zu werfen, umzudenken.

Birgit Schewe-Roscher ist Förderschulpädagogin und

kam vor 15 Jahren an die IGS Göttingen. Davor war sie

an einer Förderschule tätig. Die Umstellung war anfangs

sehr groß, was in erster Linie dem gemeinsamen Unterrichten

geschuldet war: „Die Chemie muss stimmen. Je

besser man miteinander arbeiten kann, desto besser kann

man den Unterricht gestalten und auch eine Bindung zu

den Schülern aufbauen. Allgemein kann man sagen, dass

sich im Kollegium eine sehr viel größere Offenheit entwickelt

hat, die am Anfang so nicht da war. Inklusiver Unterricht

läuft nicht ohne Spannung oder reibungslos, aber

wenn die Basis stimmt, wächst man an den Konflikten.“

„Inklusion als Sparmodell wird nicht funktionieren –

sie ist zeit- und finanzintensiv.“ Prof. Gisela Schulze.

Die Herausforderung durch Inklusion ist für die Lehrkräfte

eine vielschichtige und große. Allerdings hört Inklusion

nicht nach Schulschluss auf. „Wichtig ist zu erkennen, dass

die Lehrer die Inklusion nicht alleine stemmen können“,

so Gisela Schulze. „Sie ist ein Anliegen der ganzen Gesellschaft

und sollte nicht auf die Pädagogik oder die Schulzeit

begrenzt sein.“ Und es sind nicht nur, wie oft geglaubt,

geistig und körperlich beeinträchtigte Kinder, die einen

größeren Unterstützungsbedarf haben. Schließlich wird

jedes Kind im Laufe seines Schullebens einmal Förderbedarf

haben – und sei es nur der Trost aufgrund des verstorbenen

Kaninchens.


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