RegJo Celle

regjo.de

RegJo Celle

Das Regional-Journal für Celle Ausgabe Nr. 1/2014

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Celler Schlaglichter

Wirtschaftscluster GeoEnergy, Niedersächsisches

Landgestüt Celle und die internationale DMAN.

Celle als Oberzentrum in

der Metropolregion Hannover

– Braunschweig–

Wolfsburg Göttingen sieht

sich dem erweiterten Wirtschaftsraum

Hannover

zugehörig. Spitzentechnologie

für Produkte und

Lösungen im Erdöl-, Erdgas-

und Erdwärmeservicebereich

stehen thematisch

im Vordergrund

dieses zweiten REGJO,

das sich ausschließlich mit

Celle beschäftigt. Dieser

Fokus soll keineswegs die

Leistungsfähigkeit anderer

Branchen, die ebenfalls

den Wirtschaftsstandort

repräsentieren, schmälern.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit lassen sich andere Segmente

der Celler Energiewirtschaft, Wasseraufbereitung

und Wasserregulierung, Brunnenbau, Maschinenbau,

Druck und Papier, energetisches Bauen und Sanieren sowie

Lebensmittelproduktion als Branchen hervorheben. Insofern

ist mir die eher traditionelle Sicht auf Celle als „Tor

zur Südheide“ einfach zu wenig und wird der Stadt nicht

gerecht. „Celle – Stadt mit Energie“ halte ich für zutreffend.

Der Handelsstandort Celle trägt ebenfalls markant

zur Wirtschaftskraft bei. Frei von gesichtslosen Shopping-Malls

lässt sich hier in dem größten geschlossenen

Fachwerkensemble Europas ausgezeichnet in feinen

Geschäften einkaufen, in urigen Bistros und Restaurants

verweilen, durch die historischen Garten- und Parkanlagen

flanieren sowie das Residenzschloss, die Museen oder

das Niedersächsische Landgestüt besichtigen. Dies schätzen

unsere Bürgerinnen und Bürger sowie mehrere Millionen

Touristen jährlich. Ein Besuch Celles lohnt sich

immer. Ich lade Sie dazu herzlich ein.

Die WohlfühlBank!

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Dirk-Ulrich Mende

Oberbürgermeister der Stadt Celle


egjo Celle Inhalt 5

Dr. Michael Wittke

Facharzt für Orthopädie

und Unfallchirurgie

Spezielle Unfallchirurgie

Heiß und kalt

12 Erdwärme

28 Pferdezucht

Celle kann mit faszinierenden Temperaturextremen aufwarten:

im Stall und unter der Erdoberfläche.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Der Verein GeoEnergy in Celle bündelt

international renommiertes Unternehmens-Know-how

in der Geothermie.

Die Pferdezucht ist heutzutage hochprofessionalisiert.

Das Landgestüt Celle hat als Pferdezucht

internationale Bekanntheit erlangt.

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je tiefer man bohrt, desto heißer wird es. Um etwa drei Grad

je 100 Meter Tiefe steigt die Temperatur, ein Kilometer unter

der Erdoberfläche ist es bereits kuschelig warm. Diese konstante

Wärme kann mittels geothermischer Verfahren zur Wärme- und

Stromerzeugung genutzt werden. Der Landkreis Celle hat hier

gleich auf zwei Ebenen viel zu bieten: Auf der einen Seite sammeln

sich im Netzwerk GeoEnergy Celle zahlreiche Unternehmen,

die unter anderem im Bereich Geothermie zu den bekannten

Namen der Branche gehören, zum anderen bietet aber auch

der Celler Untergrund sehr gute Voraussetzungen zur Nutzung

der Tiefenwärme. Zweifelsohne eine gute Kombination und wie

Beispielprojekte etwa bei der Feuerwehr zeigen, auch praktikabel

und energetisch effizient.

Mit einer ganz coolen Sache hingegen haben die Besamungsspezialisten

des Niedersächsischen Landgestüts Celle zu tun. Hier

wird von Deckhengsten auf etwas unromantische Art Sperma

gewonnen und teils in alle Welt geschickt – als verdünntes Frischsperma

oder mit flüssigem Stichstoff tiefgekühlt auf -196 Grad

Celsius. Die Pferdezucht von heute ist ähnlich wie in der Landwirtschaft

eine hoch professionelle und stark technisierte Angelegenheit

– nur noch etwa zwei Prozent der Stuten des Gestüts

werden natürlich, im sogenannten Natursprung, befruchtet. Das

bedeutet eine hohe Erfolgsquote, doch ob die Pferde dabei noch

ihren Spaß haben, hat bisher niemand gefragt. Anders wir: Wir

wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen der zweiten Ausgabe unseres

Magazins RegJo Celle.

Sven Grünewald

Chefredaktion

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Verlässlich: Das Pädagogium Bad Sachsa legt

großen Wert auf eine gute Lernatmosphäre.

110 Jahre „Wohlfühlfaktor“: Seit 1903 spielt

die Sparda Bank Hannover eG eine besondere

Rolle. Ein Girokonto zum Nulltarif beispielsweise

– damit hebt sie sich von anderen

Unternehmen ihrer Branche ab.

Ausstrahlung: Das Kunstmuseum Celle ist

ein bedeutendes Zentrum für Lichtkunst.

Kulturnachbar: Die Städte Celle und Wolfenbüttel

sind sich in vielem ähnlich.

Heideland: Der Heidekreis ist Nachbar im

Nordwesten und Partner im Tourismus.

Die Repräsentativadresse: Interview

mit Ralf Othmer, Direktor der Deutschen

Management Akademie Niedersachsen, über

die Bedeutung des Celler Schlosses für die

eigene Arbeit und den Gewinn, der von der

Internationalisierung für die Stadt ausgeht.

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26

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Energie aus der Tiefe: Von der Region Celle

aus bahnten Pioniere vor 150 Jahren Wege

ins Innere der Erde und begründeten einen

der ersten Standorte der Erdölindustrie.

Dank konsequenter Weiterentwicklung profiliert

sich der Landkreis heute als europäisches

Zentrum der Tiefbohrtechnik.

Hoffnungsträger der Branche ist jetzt die

Geothermie.

Wärmepotenzial von unten: Eine Studie hat

für den gesamten Kreis Celle die geothermischen

Nutzungspotenziale vor Ort ermittelt.

Hannoveraner aus der Pipette: Die Hengste

des Niedersächsischen Landgestüts Celle

bringen Nachkommen hervor, die zur Spitzenklasse

des internationalen Turniersports

zählen. Bei der Zucht wird nichts dem Zufall

überlassen – die Verfahren sind hochmodern.

Veranstaltungskalender: Die kulturellen,

musikalischen, Ausstellungs- und sonstigen

Highlights in Südniedersachsen.

Bilder: ITAG Tiefbohr GmbH, Landgestüt Celle

Cover: ITAG Tiefbohr GmbH


6 Magazin regjo celle regjo celle Magazin 7

I n t e r n at s g y m n a s i u m

W i r t s c h a f t

K u n s t

W o l f e n b ü t t e l

H e i d e k r e i s

Verlässlich

110 Jahre „Wohlfühlfaktor“

Ausstrahlung

Kulturnachbar

Heideland

Das Pädagogium Bad Sachsa legt großen

Wert auf eine gute Lernatmosphäre.

Seit 1903 spielt die Sparda Bank Hannover eG eine besondere Rolle. Ein Girokonto zum

Nulltarif beispielsweise – damit hebt sie sich von anderen Unternehmen ihrer Branche ab.

Das Kunstmuseum Celle ist ein bedeutendes

Zentrum für Lichtkunst.

Die Städte Celle und Wolfenbüttel sind

sich in vielem ähnlich.

Der Heidekreis ist Nachbar im Nordwesten

und Partner im Tourismus.

Bereits 1890 wurde das Internatsgymnasium

Pädagogium Bad Sachsa gegründet,

seit 1968 wird es von einer Stiftung getragen.

Heute lernen am Harzrand etwa 390

Kinder und Jugendliche. Sowohl die internen

als auch die externen Schüler schätzen

die familiäre Atmosphäre, die durch den

engen Kontakt von Schülern, Lehrern und

Eltern entsteht und durch das ausgewogene

Ganztagsschulkonzept gefördert wird.

Schulisch findet in Klasse 5 bis 10 keine

Schwerpunktbildung statt. Dafür werden in

der Oberstufe – unabhängig von der Schülerzahl

– drei Profile angeboten: sprachlich,

mathematisch-naturwissenschaftlich und

gesellschaftswissenschaftlich.

Um möglichst vielen Jugendlichen den

Weg zum Abitur zu ermöglichen, stehen

Lehrer und Schüler in einem engen Dialog

und können so Verständnislücken oder

Lerndefizite schnell ausgleichen. Genauso

werden leistungsstarke Schüler stärker

gefordert und damit in ihrer Entwicklung

unterstützt. Viel Wert wird auch auf kreativen

und sportlichen Ausgleich gelegt. Dabei

können die Schüler zwischen zahlreichen

Arbeitsgemeinschaften wählen. VS

www.internats-gymnasium.de

In diesem Jahr feiert die Sparda Bank

ihr 110-jähriges Bestehen und mehr als

300.000 Kunden setzen ihr Vertrauen in

sie, Tendenz steigend. Seit dem 1. Oktober

ist Andreas Dill Vorstandsvorsitzender der

Sparda-Bank Hannover eG und löst damit

Winfried Blecking ab, der aus gesundheitlichen

Gründen vorzeitig in den Ruhestand

getreten ist. Andreas Dill ist seit 1994 für

die Gruppe der Sparda-Banken tätig und

gehört seit 1998 dem Vorstand der Sparda-

Bank Hannover an.

„In den ganzen Jahren sind vor allem

die zufriedenen Kunden eine Besonderheit.

Mir persönlich ist es wichtig, den Wohlfühlfaktor

für unsere Kunden weiter auszubauen

und bei potenziellen Kunden

bekannter zu machen“, betont Andreas Dill.

Eine ganz besondere Neuerung hat sich

im August ergeben: Ein eigener Riester-

Banksparplan. „Bislang sind Riester-

Banksparpläne eine Ausnahme unter den

Altersvorsorgeprodukten. Sie sind einfach,

sicher, transparent und fair – und doch wissen

nur wenige, dass es sie gibt. Mit unserem

neuen Produkt SpardaRentePlus sind

wir einer der Exoten in unserem Geschäftsgebiet“,

so Andreas Dill. Die Zinsen für

Banksparpläne liegen aufgrund des niedrigen

Zinsniveaus meist bei einem Prozent.

Vielen Vorsorgeprodukten sind Banksparpläne

trotzdem noch immer deutlich überlegen.

Grund hierfür sind die staatlichen

Förderungen mit Grundzulage, Kinderzulage,

Steuervorteilen und viele weitere

Vorzüge. Die meisten Banken beraten ihre

Kunden in vielen Bereichen nach dem

Prinzip der Gewinnmaximierung der bankeigenen

Rendite. Anders die Sparda-Bank

Hannover eG. „Genossenschaften haben

eindrucksvoll bewiesen, dass der Mensch

stets im Mittelpunkt steht. Wir handeln

langfristig, nachhaltig und konzentrieren

uns auf die Bedürfnisse der Menschen und

nicht auf die Gewinnmaximierung“, hebt

Andreas Dill hervor.

Im Jahre 1903 wurde die Sparda-Bank

Hannover von Eisenbahnern für Eisenbahner

gegründet, um in finanziellen Dingen

solidarisch zusammenzustehen, heute

ist sie eine der größten genossenschaftlichen

Banken in Norddeutschland. Um ihr

gesellschaftliches Engagement zu verstärken,

wurde 2004 die Sparda-Bank Hannover-Stiftung

ins Leben gerufen. Die Stiftung

leistet „Hilfe zur Selbsthilfe“.

VS

www.sparda-h.de

Wunderbare Leuchtobjekte sind im Kunstmuseum

Celle zu entdecken: ein Raum voll

tanzender Sterne, glühende Licht-Tümpel

oder Gewächshäuser in Glühbirnenform

(siehe Bild). Internationale Lichtkunst

spielt im Museumsprofil des außergewöhnlichen

Hauses eine Hauptrolle: Als der Kunstsammler

Robert Simon sich 1998 „das erste

24-Stunden-Kunstmuseum der Welt“

patentieren ließ, war er der erste Museumsleiter

in Deutschland, der in seinem Haus

Lichtkunst zum Schwerpunkt des Sammlungsprofils

machte. Seither lotet er das

Feld mit regelmäßigen Ausstellungen systematisch

aus. Mit der Lichtkunst schlägt die

Museumssammlung einen großen Bogen

von der Gegenwart über die 60er Jahre bis

zurück ins frühe 20. Jahrhundert. Gezeigt

werden Malerei, Grafik, Skulptur sowie

Objektkunst von Künstlern mit nationaler

und internationaler Relevanz.

2014 zeigt das Kunstmuseum Celle die

unter anderem mit Bundesmitteln geförderte

Überblicksschau „Scheinwerfer. Lichtkunst

in Deutschland im 21. Jahrhundert“

mit herausragenden Positionen aktueller

Lichtkunst aus deutscher Produktion. VS

www.kunst.celle.de

Wolfenbüttel hat eine große Gemeinsamkeit

mit Celle: sein Welfenschloss. Hier residierten

die Herzöge zu Braunschweig und

Lüneburg und machten aus der Stadt ein

Zentrum des Geistesleben und der schönen

Künste. Die Herzöge holten sich während

ihrer Regentschaft die besten Baumeister

und Stadtplaner ihrer Zeit: Wolfenbüttel gilt

als erste nach Plan gebaute Renaissance-

Stadt Deutschlands. Dank dem Bemühen

der Stadtverwaltung ist es gelungen, diese

alte Bebauung bis heute fast flächendeckend

zu erhalten und damit Wolfenbüttel

zu einer sehenswerten Attraktion mit zahlreichen

baulichen Perlen zu machen – bis

zu 1,8 Mio. Touristen zieht es jährlich in

die Stadt. Die „Lessingstadt“, in der neben

dem großen Dichter auch der Universalgelehrte

Leibniz wirkte, glänzt aber auch in

der Moderne mit den großen Namen. So

kommt etwa der weltweit legendäre Likör

mit den 56 Kräutern aus der Stadt. In über

80 Länder wird der Jägermeister exportiert

und ist damit die erfolgreichste deutsche

Exportspirituose überhaupt. Er ist in guter

Gesellschaft zahlreicher weiterer Wolfenbütteler

Unternehmen: wie etwa MKN,

dem Mercedes unter den Großküchen, oder

der Biobase GmbH.

VS

Seit 2011 heißt der Celler Nachbar im Nordwesten

so wie die ihn prägende Landschaft.

Der Tourismus rund um die Heidschnucken

ist ein wichtiges Standbein der lokalen

Wirtschaft, die Heide ist aber nicht das einzige

Zugpferd. Nirgendwo in Europa ist die

Dichte an Freizeitparks größer als hier: Heidepark

Soltau – Norddeutschlands größter

Freizeit und Familienpark, der Vogelpark

Walsrode – der größte seiner Art weltweit,

der Serengeti-Park Hodenhagen – exotische

Tiere und Europas größter Streichelzoo,

der Snow-Dome Bispingen – Niedersachsens

erste Indoor-Skihalle und nicht

zuletzt die Freizeit- und Erholungseinrichtung

Center Parcs in Bispingen.

Ebenfalls einzigartig in Europa sind

die Ginseng-Gärten der Familie Wischmann.

Seit Anfang der 80er Jahre wird

auf der Plantage in Bockhorn bei Walsrode

koreanischer Ginseng professionell angebaut

und vermarktet.

Und eine besondere Stärke liegt im

Logistikbereich: Die Lage des Kreises zwischen

den Ballungsräumen ist zental: 45

Kilometer nach Hamburg. 30 nach Hannover,

50 nach Bremen.

VT

www.heidekreis.de

Bilder: Pädagogium Bad Sachsa

Bilder: Kunstmuseum Celle, H.-D. König/WMTS GmbH, Heidekreis


8 interview regjo Celle regjo Celle interview 9

Die Deutsche Management Akademie Niedersachsen

(DMAN) qualifiziert Fach- und Führungskräfte

für den Erfolg in internationalen

Märkten. Sie bietet praxisorientierten Wissenstransfer

und Erfahrungsaustausch und unterstützt

ihre Kunden bei der Erschließung von

neuen Geschäftspotenzialen im In- und Ausland.

Die Akademie wurde 1989 vom Land

Niedersachsen und Gesellschaftern aus der

Wirtschaft als gemeinnützige GmbH gegründet.

Sie hat ihren Hauptsitz im Schloss Celle

und Repräsentanzen in Moskau und Shanghai.

Interview: Sven Grünewald Fotografie: DMANl

Die Repräsentativadresse

Interview mit Ralf Othmer, Direktor der Deutschen Management Akademie Niedersachsen, über die Bedeutung des

Celler Schlosses für die eigene Arbeit und den Gewinn, der von der Internationalisierung für die Stadt ausgeht.

Interview: Sven Grünewald Fotografie: DMAN

Wieso wurde eigentlich Celle als Standort für die DMAN ausgewählt?

Damals wurde von der Landesregierung ganz bewusst gesagt, dass

nicht alle Landesgesellschaften in Hannover angesiedelt werden

sollten, sondern verteilt im Land. Und dabei ist die Wahl auf Celle

gefallen. Ursprünglich war die Gesellschaft in der Welfenallee

untergebracht. Als wir uns dann später für das Schloss beworben

haben, hatten wir Glück und wurden akzeptiert. Für uns

ist das inzwischen von besonderer Bedeutung, weil die Seminarteilnehmer

gerade aus Russland, China und anderen Teilen Asiens

ganz besonders interessiert an historischer Bausubstanz sind

– Modernes haben sie selbst in allen Städten. Daher ist das eine

Repräsentativadresse. Und ich habe es oft erlebt, dass Teilnehmer

nach Jahren mit ihrer Familie wieder herkommen, um das schöne

Schloss noch einmal zu zeigen. Das ist ein besonderer werblicher

Aspekt, den wir auch gerne nutzen. Unsere Broschüren zeigen

immer auch ein Bild vom Schloss und wir geben allen Teilnehmern

ein kleines Buch über Celle mit, bei dem das Celler Schloss

auf dem Titel ist.

Welche Bedeutung hat die DMAN für den Standort Celle und

generell für die Wirtschaft des Landes?

Wir sind für Celle ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Jährlich gibt

es zwischen 4.000 und 5.000 Übernachtungen durch unsere Teilnehmer,

sie kaufen hier ihre Geschenke ein, gehen hier essen.

Einen Umsatz zwischen zwei und drei Millionen Euro bringen wir

mit Sicherheit in die Stadt. Unser Hauptanliegen ist, mit unseren

Seminaren nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern Geschäftskontakte

zwischen niedersächsischen und ausländischen Unternehmen

herzustellen. Statistische Untersuchungen weisen einen Betrag von

rund 30 bis 40 Millionen Euro aus, die wir als zusätzliche Exporterlöse

für Unternehmen im Land Niedersachsen schaffen.

Wie nehmen ausländische Seminarteilnehmer die Stadt wahr?

ie sind begeistert von der Stadt. Die mehr als 500 Fachwerkhäuser

sind ein Ensemble, das man nur selten auf der Welt findet, und

gerade für unsere Hauptteilnehmerländer China und Russland ist

das etwas ganz Besonderes. Unsere Seminare gehen ungefähr eine


egjo Celle interview 11

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Woche. Die Teilnehmer übernachten in Hotels, die fußläufig

in der Nähe des Schlosses liegen. Sie haben nachmittags

die Zeit zum Einkaufen und im Allgemeinen noch den

Samstag zur freien Verfügung – für Celle oder die Lüneburger

Heide oder um nach Hannover zu fahren, bevor sie

sonntags wieder abreisen.

Nutzen die Firmen vor Ort das Angebot der DMAN überproportional

stark?

Nicht als Seminarteilnehmer, aber wir stehen mit den Firmen

im engen Kontakt und begleiten sie mit unseren Netzwerken

im Ausland. Gerade war zum Beispiel die Regierung

der russischen Provinz Tjumen hier in Celle. Da hat

es Gespräche mit dem Gouverneur gegeben, der anschließend

eine Liste für Ausrüstungsbedarf geschickt hat, den

man für Bohrtechnik, Fernwärmetechnik und Drainagesysteme

benötigt. Es gibt in der Provinz reiche Erdgasvorkommen.

Diese Liste haben wir den Celler Firmen zur Verfügung

gestellt und später die Koordinierung der Angebote

übernommen, die diese Firmen gemacht haben.

Was für Erfolgsstories sind aus der DMAN-Tätigkeit

hervorgegangen?

Wir haben intensive Kontakte zu verschiedensten mittelständischen

Unternehmen hergestellt. Es kommen Teilnehmer

zu uns, die teilweise eine ganze Liste von Unternehmen

haben, die sie ansprechen wollen, um dort mit

unserer Hilfe Ausrüstungsgegenstände zu kaufen. Zum Beispiel

bekommen wir einen Anruf aus Russland, dass dort

eine Holzbearbeitungsmaschine gesucht wird. Abhängig

vom herzustellenden Produkt eruieren wir hier, welches

Unternehmen in Frage kommt, und vermitteln das Anliegen

weiter. Und meistens klappt das auch. Es kommt vor,

dass aus einer Gruppe mit einem vierwöchigen Programm

zehn bis zwölf Millionen Euro Umsatz generiert werden.

Gibt es noch große Hemmschwellen für Unternehmen,

ins Ausland zu gehen?

Eigentlich nicht. Viele Unternehmen haben die Chancen

erkannt, die eine Internationalisierung mit sich bringt.

Für kleine und mittelständische Betriebe ist eher die Bürokratie

oder die Sprache ein Problem und da unterstützen

wir mit unseren Repräsentanzbüros vor Ort, zum Beispiel

beim Thema Zollabfertigung. Oder wir helfen bei der

Recherche auf chinesischen Internetseiten oder verifizieren,

ob der chinesische Partner tatsächlich existiert oder

nur eine Briefkastenfirma ist.

Dipl.-Ing. Dipl.-Oec. Ralf Othmer ist Akademiedirektor und

Geschäftsführer der DMAN. Zuvor leitete er unter anderem als

Geschäftsführer die deutsche Niederlassung eines internationalen

Software-Anbieters und zeichnete als Geschäftsbereichsleiter

der Deutschen Messe AG für die Organisation und Durchführung

internationaler Fachmessen verantwortlich. Ralf Othmer

studierte Maschinenbau und Wirtschaftswissenschaften.

Was sehen Sie zukünftig noch für Veränderungspotenzial?

Die DMAN gibt es jetzt seit 24 Jahren. Wir sind gestartet

mit einer starken Orientierung auf die Staaten der ehemaligen

Sowjetunion, dann haben wir uns weiter nach

China und Asien orientiert. Inzwischen sind wir auch

in Indien, Nepal und Vietnam aktiv. Und seit drei Jahren

verstärken wir unsere Aktivitäten auf der arabischen

Halbinsel – in Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen

Emiraten. Als nächstes müssten wir Afrika insgesamt

angehen, aber da bleibt erst einmal abzuwarten,

wie der arabische Frühling sich entwickelt. Es gibt also

noch Regionen, die wir neu ansprechen können. Und

wir können die bestehenden Beziehungen noch intensivieren,

wie nach Kasachstan und Usbekistan. Dort gibt

es durchaus noch Wachstumsmöglichkeiten. Das Schlagwort

lautet also geographische Diversifizierung.


12 geothermie regjo celle regjo celle geothermie 13

Energie aus der Tiefe

Von der Region Celle aus bahnten Pioniere vor 150 Jahren Wege ins Innere der Erde und begründeten einen der

ersten Standorte der Erdölindustrie. Heute ist der Landkreis ein europäisches Zentrum der Tiefbohrtechnik.

Bild: ITAG Tiefbohr GmbH


14 geothermie regjo celle regjo celle geothermie 15

Baker Hughes aus Texas gehört zu den weltweit führenden Serviceunternehmen der Erdöl- und Erdgasindustrie. In Celle arbeiten etwa 1.500

Mitarbeiter an der Forschung, Entwicklung und Fertigung von anspruchsvollster Bohrtechnik.

Bild: Baker Hughes


16 geothermie regjo celle regjo celle geothermie 17

Die Feuerwehrhauptwache der Stadt Celle: Die Grundheizlast wird über Geothermie erzeugt, für Spitzenlasten gibt es zusätzlich einen Gasbrenner.

Eine Solaranlage erzeugt im Sommer heißes Wasser und erwärmt damit das Erdreich. Die Wärme kann im Winter wieder entzogen werden.

Bild: Florian Persuhn


18 geothermie regjo celle regjo celle geothermie 19

Das Deutsche Erdölmuseum in Wietze

macht die Erdöl-Geschichte der Region

erlebbar. Gleichzeitig ist hier eine moderne

Wärmepumpe am Werk, die 75 Prozent der

zum Heizen benötigten Energie gewinnen.

Bild: Deutsches Erdölmuseum Wietze

Text: Angela Andresen-Schneehage

Ein Hauch von Texas zieht durch die südliche Heidelandschaft; besonders

bei einem Blick in die Geschichtsbücher ist er zu spüren: In

Wietze, keine 20 Kilometer westlich von Celle, leitete der Vermessungsingenieur

und Geologe Georg Christian Konrad Hunäus im Jahre

1858 die vermutlich erste Erdölbohrung der Welt. Eigentlich hatte

sich der Bergwerksexperte auf die Suche nach Braunkohle gemacht,

als er in einer Tiefe von 36 Metern auf den schwarzen so genannten

„Satansspeck“ stieß. Seine Entdeckung veränderte das kleine Heidedorf

innerhalb weniger Jahre komplett. Das Öl wurde gefördert und

verwertet, die Infrastruktur verbessert, Bahnhof, Hafen, Raffinerie,

Betriebsgebäude und Arbeitersiedlungen gebaut. Mehr als 50 Gesellschaften

waren auf den Ölfeldern tätig. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts

deckten sie 80 Prozent der deutschen Inlandsnachfrage nach

dem „schwarzen Gold“. Ganze 2.028 Bohrungen und ein Bergwerk mit

einem Streckennetz von 80 Kilometern Länge perforierten den Heideboden,

das Landschaftsbild wurde geprägt durch den Wald der aufragenden

Bohrtürme. In der Chronik der Erdölförderung kann Wietze

sich mit Dallas und Dubai messen. Während der Nachkriegszeit allerdings

wurde der personalintensive Rohstoffabbau zunehmend unwirtschaftlich

und 1963 schließlich ganz eingestellt.

Danach verschwanden zwar die Fördertürme, doch die Kompetenz

der Fachleute blieb in der Region. Celle gilt heute als Hotspot

der internationalen Tiefbohrtechnik. Zahlreiche Spezialfirmen, internationale

Unternehmen der Erdöl- und Erdgasindustrie, Zuliefererbetriebe,

Fachingenieure und Forschungseinrichtungen machen die

Stadt an der Aller zum „Houston Europas“.

„Mehr als 50 Unternehmen mit 8.500 Arbeitskräften sind heute

rund um Celle in dieser Branche tätig. Sie decken die gesamte Wertschöpfungskette

ab und erwirtschaften die Hälfte der Gewerbesteuer.

Das verdeutlicht, welchen Stellenwert das Cluster für unseren Kreis

einnimmt“, sagt Dr. Susanne Schmitt. Die Celler Stadträtin ist Vorsitzende

des Vereins „GeoEnergy Celle“, der vor drei Jahren gegründet

wurde, um das Know-how der hier ansässigen Firmen noch besser

zu bündeln. „Zwischen den Beteiligten dieses Netzwerkes findet

ein intensiver Austausch und Technologietransfer statt, der für die


20 geothermie regjo celle regjo celle geothermie 21

Bild: Deutsches Erdölmuseum Wietze

Die aus Erdwärme gewonnene Energie gilt als grundlastfähig, klimaschonend,

dezentral verfügbar und quasi unerschöpflich; doch

trotz all dieser Vorteile ist ihr Anteil am Gesamtenergieaufkommen

heute noch verschwindend gering. Einen Beitrag zur besseren

Ausnutzung des vorhandenen Potenzials will das Land Niedersachsen

mit dem neu eingerichteten „Zentrum für TiefenGeothermie

und oberflächennahe Geothermie“ leisten. Dessen Standort

befindet sich – wo sonst! – ebenfalls in Celle. Zu den Aufgaben des

dem Wirtschaftsministerium angegliederten Zentrums gehören die

unabhängige Beratung von Kommunen, Unternehmen und privaten

Bauherren bei der Realisierung von Geothermievorhaben,

die Bereitstellung der nötigen geologischen Daten sowie Öffentlichkeitsarbeit

zur Aufklärung über die Chancen und Risiken der

Erdwärmenutzung.

Durch die Nutzung von Erdwärme kann sowohl Strom als

auch Heiz- und Kälteenergie gewonnen werden. Im Erdkern

herrschen Temperaturen von bis zu 6.000 Grad Celsius, die die

über ihnen liegenden Gesteinsschichten (petrothermale Geothermie)

und Wasserreservoirs (hydrothermale Geothermie)

erwärmen. In Mitteleuropa nimmt die Temperatur im Schnitt

um 3 °C je 100 Meter Tiefe zu. Um für die Stromerzeugung

und den Betrieb von Fernwärmenetzen ausreichend hohe Temperaturen

zu erzielen, muss entsprechend tief gebohrt werden,

doch das birgt auch geologische, technische, wirtschaftliche

und Umweltrisiken. „Derartigen Risiken kann man nur mit profunden

Kenntnissen begegnen“, so die GeoEnergy-Vorsitzende

Susanne Schmitt. „Die Mitglieder in unserem Celler Netzwerk

verfügen dank ihrer oft viele jahrzehntelangen Tätigkeit in Erdölförderung

und Brunnenbau nicht nur über bewährte technische

Möglichkeiten. Hier sind es vor allem die Menschen, die

mit ihrer hervorragenden Ausbildung und ihrem großen Knowhow

für eine größtmögliche Sicherheit der Umwelt sorgen. Das

gilt für kleine und oberflächennahe Bohrungen ebenso wie für

hochkomplexe Projekte der Tiefengeothermie.“

Geothermie hat großes Potenzial: in der Stromerzeugung

sowie Gewinnung von Heiz- und Kälteenergie.

Ein solches Großvorhaben entsteht unter Leitung von Celler

Experten gerade in der Schweiz. Die ITAG Tiefbohr GmbH konnte

das Ausschreibungsverfahren der Stadtwerke St. Gallen für sich

entscheiden und realisiert zurzeit den Bau eines Geothermie-Heizkraftwerks

in der Gemeinde Au. Dass die Auftraggeber von der

Kompetenz des norddeutschen Unternehmens überzeugt waren,

hat gute Gründe: Die 1912 gegründete Spezialfirma mit heute

520 Mitarbeitern verfügt sowohl über eine hundertjährige Erfahrung

wie auch über technische Anlagen, die sich für Bohrungen

bis zu einer Tiefe von 8.000 Metern eignen. Dank einem Marktanteil

von 40 Prozent ist die ITAG europäischer Marktführer in

Sachen Tiefbohrungen. Mit dem aktuellen Schweizer Erdwärme-

Kraftwerk realisiert das Unternehmen bereits das 14. Projekt für

tiefe Geothermie. „Wir freuen uns, dass die Stadtwerke St. Gal-

Erdölrausch im damaligen Kaiserreich: Schlämmbetrieb und Bohrtürme an der Aller um 1905.

Zukunftsfähigkeit der Region eine entscheidende Rolle spielt. Im

Fokus stehen dabei die Weiterentwicklung von Technologien sowie

eine Steigerung der Nutzung von Erdwärme.“

Einen wesentlichen Beitrag dazu wird das Forschungszentrum

„Drilling Simulator“ leisten, das derzeit von der TU Clausthal

in Celle errichtet wird und künftig vom Energie-Forschungszentrum

Niedersachsen (EFZN) wissenschaftlich betreut werden

wird. Die Anlage – eine der weltweit modernsten und leistungsfähigsten

ihrer Art – dient der Entwicklung und Erforschung neuer

Verfahren der Bohrtechnik. Dank deren Anwendung soll auch

eine Gewinnung geothermischer Energie aus tiefen geologischen

Schichten wirtschaftlich gemacht werden. „Mit dem Forschungszentrum

in Celle schlagen die Technische Universität Clausthal und

ihre über das EFZN verbundenen Partner eine Brücke von der Wissenschaft

zur Wirtschaft, indem sie sich mit diesem zukunftsorientierten

Projekt direkt in ein einschlägig geprägtes Industrieumfeld

begeben”, sagte Universitäts-Präsident Prof. Thomas Hanschke

bei der Grundsteinlegung des Bohrteststands, der schon im Sommer

2014 vollendet sein soll. Der Projektleiter des Vorhabens, Prof.

Hans-Peter Beck, erläutert die Funktionen der Anlage: „Mithilfe

des Simulators werden künftig hochinnovative Ansätze zur Bohrungserstellung

im Maßstab 1:1 ausgeführt und experimentell

untersucht. Mit den Softwaremodulen, die hier zusammengeführt

werden, können thermische, hydraulische, mechanische und chemische

Prozesse sowie deren Wechselwirkungen in Echtzeit simuliert

und geplante Bohrungen bereits vorab virtuell erkundet werden.”

Fünfzehn Wissenschaftler werden nach der Fertigstellung an

der Tiefbohrversuchsanlage arbeiten.

Forschung auf höchstem Niveau wird mit dem Bau des Forschungszentrum

„Drilling Simulator“ möglich.

Intensiv geforscht wird auch auf dem Firmengelände von Baker

Hughes in Celle. Der zu den weltweit führenden Serviceunternehmen

der Erdöl- und Erdgasindustrie gehörende US-Konzern mit

Stammsitz in Texas hat seit 1957 eine Niederlassung in der Residenzstadt

und zählt zu den bedeutenden Arbeitgebern der Region.

Etwa 1.500 Mitarbeiter befassen sich hier mit der Forschung, Entwicklung

und Fertigung von anspruchsvollster Bohrtechnik. So

wird in den Labors und am modernen Hochtemperatur-Teststand

unter anderem an temperaturunempfindlicher und korrosionsarmer

Messelektronik getüftelt, die für Bohrungen in großer Tiefe

eingesetzt werden kann. „Mit dem Neubau seines weltweiten Technologiezentrums

hier in Celle bekräftigte das Unternehmen 2009

die Bedeutung seines norddeutschen Firmensitzes“, so Susanne

Schmitt von GeoEnergy Celle. „Wir konnten uns damals gegen

den Standort-Konkurrenten Houston durchsetzen, was ein großer

Erfolg für die gesamte Region war.“

Wietzer Ölfeld um 1917.

Bild: Deutsches Erdölmuseum Wietze


22 geothermie regjo celle regjo celle geothermie 23

Bild: ITAG Tiefbohr GmbH

Bild: Baker Hughes

Teil des „AutoTrak Curve Rotary Steerable System“ von Baker Hughes – schnelle und gut steuerbare Bohrtechnik im Einsatz.

Die ITAG Tiefbohr GmbH mit heute 520 Mitarbeitern verfügt sowohl über eine hundertjährige Erfahrung wie auch über technische Anlagen, die sich für

Bohrungen bis zu einer Tiefe von 8.000 Metern eignen.

len uns bei einem solchen Bauvorhaben mit all seinen vielfältigen

Herausforderungen vertrauen. Das verdanken wir nicht zuletzt

auch den Vorteilen unseres gut funktionierenden Netzwerks hier

in Celle“, erklärt Joachim Büchner, Geschäftsführer der ITAG Tiefbohr

GmbH. „Es besteht eine enge Kooperation mit den Ausrüstern

und Dienstleistern hier vor Ort. Wir treffen uns nicht nur auf fast

jeder Bohrung, sondern auch auf Kongressen, Tagungen und anderen

Branchenveranstaltungen. Dieses gut funktionierende Cluster

verschafft uns bei Projekten, um die wir uns als Generalunternehmer

bewerben, durchaus Wettbewerbsvorteile.“

Nicht nur Know-how vor Ort. Die Landkreisfläche bietet selbst

auch großes geothermisches Potenzial.

Die vielfältigen Aufgaben, die Mitarbeiter in den Bohr- und Förderbetrieben

zu bewältigen haben, sind anspruchsvoll und erfordern

ein hohes Maß an Verantwortung, Fach- und Sozialkompetenz.

Damit langfristig sichergestellt ist, dass Personal diesen

Anforderungen gewachsen ist, bietet die Bohrmeisterschule

Celle als zentrale Aus- und Fortbildungsstelle ein breites Angebot

an Bildungsdienstleistungen. Die Unterrichtsinhalte reichen

von Physik, Geologie und Betriebswirtschaft über Gerätetechnik

und Bohrlochkontrolle bis zu Themen der Arbeitssicherheit und

des Umweltschutzes. Die 1937 gegründete Bohrmeisterschule ist

als eines von 40 Mitgliedern heute ebenfalls im Netzwerk Geo-

Energy Celle aktiv.

Der Landkreis um die alte Residenzstadt ist aber nicht nur

als Wirtschaftsstandort für die Tiefbohr- und Geothermiebranche

von Bedeutung, er besitzt auch überdurchschnittlich gute

geologische Voraussetzungen für die Nutzung von geothermischer

Energie. Das ergab eine kürzlich veröffentlichte Geothermie-Potenzialanalyse

für den Landkreis Celle. Die Studie weist

Vorzugsregionen aus und liefert standortbezogene Anhaltspunkte

dafür, ob weitergehende Untersuchungen des Erdwärmepotenzials

sinnvoll erscheinen. Für jedermann einsehbar ist die Untersuchung

auf der Homepage des Vereins GeoEnergy; anhand der

darin erstellten Karten kann jeder Grundstücksbesitzer im Landkreis

Celle erkennen, ob sich seine Liegenschaft in einem für geothermische

Wärmeversorgung geeigneten Vorzugsgebiet befindet.

Der Landrat und die Akteure von GeoEnergy hoffen nun,

dass die positiven Analyse-Ergebnisse sich zukünftig in konkreten

Projekten widerspiegeln.


egjo celle geothermie 25

Bild: Technische Universität Clausthal

So soll das Forschungszentrum „Drilling Simulator“ aussehen, welches von der TU Clausthal und dem Energieforschungszentrum

Niedersachsen (EFZN) betrieben wird. 2014 ist die Fertigstellung geplant.

26. - 28. November 2014

11. Kautschuk-Herbst-Kolloquium

Deutsches Institut für Kautschuktechnologie e. V.

www.DIKautschuk.de/khk

Einige private Bauherren, Unternehmen und öffentliche

Einrichtungen der Region gehen bereits mit gutem Beispiel

voran. So wurde beim Neubau für die Feuerwehrhauptwache

der Stadt Celle auf eine innovative technische Lösung

für die Energieerzeugung gesetzt: Die Grundheizlast der

Wache wird über Geothermie erzeugt, für Spitzenlasten

gibt es zusätzlich ein Gas-Brennwertgerät. Zudem wurde

auf dem Dach eine Solaranlage installiert, die im Sommer

heißes Wasser erzeugt und in die Erde leitet. Dadurch wird

das Erdreich erwärmt und die Wärme kann im Winter wieder

entzogen werden.

Eine sinnbildliche Brücke zwischen Celles Vergangenheit

als Erdölregion und der innovativen Nutzung von

Erdwärme schlägt das Deutsche Erdölmuseum in Wietze:

Hier, wo Konrad Hunäus einst seine wegweisende Bohrung

durchführte und bis heute der Geruch von Öl in der

Luft liegt, wird die Geschichte der Region und der Bohrtechnik

erlebbar. Gleichzeitig arbeitet inmitten der historischen

Fördergeräte jetzt eine moderne Wärmepumpe. Zwei

Erdwärmesonden holen aus einer Tiefe von 80 Metern 75

Prozent der zum Heizen benötigten Energie. So konnte das

Museum mit dem riesigen Freigelände auf dem ehemaligen

Wietzer Erdölfeld und einer 300 Quadratmeter großen

Ausstellungshalle seine Betriebskosten deutlich reduzieren

und den CO 2

-Ausstoß fast halbieren.

Ein weiteres Geothermie-Projekt wird unter Beteiligung

des Celler Netzwerkes derzeit im benachbarten Heidekreis

vorbereitet. Hier soll das erste kommerzielle Geothermiekraftwerk

Norddeutschlands entstehen, das in einer

Tiefe von 4.500 bis 5.000 Metern Energie fördern wird und

sie dem Bundeswehrstandort Munster für die Wärme- und

Stromversorgung zur Verfügung stellen wird.

Etliche weitere Projekte sind zurzeit noch in der Pipeline.

„Wenn seitens der Politik grünes Licht für die verstärkte

Nutzung von Erdwärme gegeben wird, könnten

kurz- bis mittelfristig viele Maßnahmen zur landschaftsschonenden,

kohlendioxidarmen und nahezu unerschöpflichen

Energieerzeugung umgesetzt werden“, davon ist

Joachim Büchner von der ITAG überzeugt.

Referenzprojekte für die Nutzung der Geothermie gibt

es direkt vor Ort – etwa bei der Feuerwehr.

„Bohrende“ Fragen zum Thema beantwortet auch der

Bundesverband Geothermie: Mit den bereits entwickelten

Technologien sei es praktisch überall möglich, das

Potenzial der Erdwärme zu nutzen – rund um die Uhr,

unabhängig von Wetter und Jahreszeit. Allein die heute

bekannten Ressourcen der hydrothermalen Geothermie

aus wasserführenden Schichten könnten rund ein Drittel

des deutschen Wärmebedarfs decken. Und zur Nutzung

der Systeme aus heißem Tiefengestein stünde im

Bereich von 3.000 bis 7.000 Metern Tiefe unter der Fläche

der Bundesrepublik so viel Energie zur Verfügung,

dass Deutschland sich damit für circa 10.000 Jahre komplett

mit Strom und Wärme versorgen könnte. Für die Celler

Experten nichts Neues. Hier gilt längst: Ab in die Tiefe

– die Energie ist unter uns!

KHK_215x140_131014_3.indd 1 18.10.2013 09:58:09


26 Geothermie regjo celle regjo celle Geothermie 27

Eine der Übersichtskarten der Geothermie-

Potenzialstudie, welche die Eignung des

Landkreises für geothermische Nutzung zeigt.

Die vollständige Studie ist abrufbar unter:

www.geoenergy-celle.de/regionale_studien.html

Legende

Verwaltungsgrenzen

Gemeindegrenzen des Landkreises Celle

Standorteignung

gut geeignet – Wärmeentzugsleistung: > 30 W/m²

geeignet – Wärmeentzugsleistung: 20-30 W/m²

wenig geeignet – Wärmeentzugsleistung: < 20 W/m²

keine Zuordnung möglich

CELLE

Wärmepotenzial von unten

Der Landkreis Celle ist selbst ein gut geeigneter Standort für die Nutzung der Geothermie. Eine Studie der Stadt

Celle und des Vereins GeoEnergy Celle hat für den gesamten Kreis die Nutzungspotenziale vor Ort ermittelt.

Text: Sven Grünewald Grafik: GeoDienste

Die gute Nachricht lautet: „Zusammenfassend kann der Landkreis

Celle als eine Region mit lokal und regional sehr hohem geothermischen

Potenzial bezeichnet werden.“ Zu diesem Ergebnis kommt die

Studie „Geothermische Potenziale im Landkreis Celle“ der Firma

GeoDienste aus Garbsen, die Mitte 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt

wurde. Beauftragt hatte die Untersuchung das Kooperationsnetzwerk

„Erdöl, Erdgas, Erdwärme“ der Stadt Celle und der Verein

GeoEnergy Celle. Die Studie überprüfte die geologischen und

verfahrenstechnischen Möglichkeiten der Erdwärmenutzung im

Landkreis Celle und es gelang, für eine geothermische Nutzung

gut geeignete Regionen auszuweisen. Neben der Eignung einzelner

Standorte sollte zudem aufgezeigt werden, was für technische

Konzepte zur Erschließung jeweils geeignet wären.

Eine Vielzahl technischer Verfahren erlaubt die Nutzung der

Geothermie in ganz verschiedenen Dimensionen.

Geothermie hat im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energieträgern

den Vorteil, unabhängig von der Tages- und Jahreszeit und

dem Klima ganzjährig, bedarfsgerecht und nahezu überall verfügbar

zu sein und damit grundlastfähig zu sein – vorausgesetzt, man

findet geeignete Schichten, was insbesondere bei sehr tiefen Bohrungen

eine Herausforderung darstellt. Neben einer solchen tiefengeothermischen

Erschließung, die nur dort wirtschaftlich sinnvoll

ist, wo in einer größeren Kraftwerksanlage mehrere Megawatt dauerhaft

genutzt werden können, ist die oberflächennahe und mitteltiefe

Geothermie mittels geschlossener Sonden unterschiedlicher

Länge fast an jedem, Standort einsetzbar. Energieausbeuten bis zu

mehreren hundert Kilowatt sind hier möglich und können die Nutzer

mit Wärmepumpen, Heizwärme und Klimakälte versorgen.

Das geothermische Potenzial im Landkreis profitiert dabei von der

Nähe zu einem unterirdischen Hotspot: Im südwestlichen Teil des

Landkreises werden zwischen Wietze und Wathlingen die höchsten

Temperaturen erreicht, was insbesondere für Tiefenbohrungen

ab 2.000 Meter gilt. Die Region liegt nahe dem „Temperaturhoch

Hannover-Celle“, an dem die höchsten Untergrundtemperaturen

Norddeutschlands zu verzeichnen sind. Ein zusätzliches Wärmepotenzial

bieten auch die vorhandenen Salzstöcke und -kissen – dort

können bis zu 100% höhere Wärmeleistungen pro Meter Sonde

erwartet werden. Insofern bestehen sehr gute Nutzungsmöglichkeiten

für Abnehmer direkt über diesen Formationen.

Mit seiner Nähe zum unterirdischen Temperatunghoch Hannover-Celle

sind die Goethermiepotenziale Celles sehr gut.

Normalerweise spricht man in Deutschland von einem Temperaturgradienten

im Untergrund, der bei 3 °C Wärmezunahme je 100

Meter liegt. Allerdings weicht der Wert regional teils deutlich ab.

Für Celle besteht der Vorteil, dass aufgrund der langjährigen Erdölförderung

eine Fülle an Messdaten vorliegt und so deutlich differenziertere

Aussagen möglich wurden. Über den gesamten Landkreis

gesehen liegt dieser Gradient zwischen 3 °C und 5,2 °C, so

dass „in jeder Tiefe mit einem überdurchschnittlichen Gradienten

gerechnet werden“ kann, so die Studie. Die Studie, so detailliert

sie auch für jede Gemeinde ist, ist gleichwohl nur eine großräumige

Betrachtung. Standortbezogene Detailstudien sind unumgänglich,

wenn vor Ort die Erschließung des Geothermiepotenzials

in Angriff genommen werden soll.


28 Pferdezucht regjo celle regjo celle Pferdezucht 29

Hannoveraner aus der Pipette

Die Hengste des Niedersächsischen Landgestüts Celle bringen Nachkommen hervor, die zur Spitzenklasse des internationalen

Turniersports zählen. Bei der Zucht wird nichts dem Zufall überlassen – die Verfahren sind hochmodern.


30 Pferdezucht regjo celle regjo celle Pferdezucht 31

Während früher in erster Linie

Fohlen verkauft wurden, bevorzugen

die Käufer heute ausgebildete

Reitpferde.

In -196 Grad kaltem Flüssigstickstoff

ist Tiefgefriersperma

praktisch unendlich

lange haltbar.

Text: Laura Vele Fotografie: Landgestüt Celle

Auf ihre Pferde(stärken) sind die Niedersachsen seit jeher besonders

stolz. 1735 gründete Georg II., König von England und Kurfürst

von Hannover, das Niedersächsische Landgestüt Celle. Schon

damals wurden Hannoveraner-Pferde gezüchtet, wenngleich für

eine andere Klientel als heute. Zum einen konnten Landwirte dort

kostengünstig ihre Stuten decken lassen und zum anderen wurden

dort Pferde für die Kavallerie gezüchtet. Heute wird der Hannoveraner

in erster Linie für den Einsatz im Reitsport und für die

Freizeitreiterei gezüchtet. Die niedersächsische Pferderasse gehört

zahlenmäßig zu den stärksten Warmblutzuchten weltweit und ist

in den Disziplinen Dressur, Springreiten und der Vielseitigkeitsreiterei

gleichermaßen erfolgreich. Heute werden jährlich rund 5.000

Stuten von 100 aktiven Hengsten des Landgestüts gedeckt.

Da wohl für nahezu alle Hannoveraner die Arbeit vor dem

Pflug passé ist, hat sich das Zuchtziel für den Typus sehr verändert.

„Die Pferde sind wesentlich leichter und chicer geworden“,

beschreibt es Axel Brockmann, der Landstallmeister des

Landgestüts. Die schweren Pferde, die für die landwirtschaftliche

Arbeit eingesetzt wurden, sind durch die Einkreuzung von

Rennpferden und Trakehnern leichter und sportlicher geworden.

Auch heute noch werden Vollblüter zur Veredlung der Blutlinien

eingekreuzt.

Nur noch zwei Prozent der Stuten werden natürlich gedeckt.

Künstliche Besamung ist in der Zucht inzwischen die Regel.

Gerade im Bereich der Zuchtverfahren hat sich einiges getan.

Die natürliche Art der Befruchtung, der Natursprung, kommt im

Landgestüt nur noch bei etwa zwei Prozent der Stuten zum Einsatz.

Die künstliche Besamung durch Injektion von Frischsperma

oder tiefgekühltem Sperma ist inzwischen die Regel. Die Vorteile

liegen insbesondere in der besseren Hygiene – Deckinfektionen

können so ausgeschlossen werden. Zur Gewinnung des Samens

besteigt der Hengst eine Attrappe, genannt Phantom, anstatt einer

echten Stute. Diese steht allerdings immer noch daneben – zur

Stimulation. Für die teuren Hengste ist durch das Besteigen eines

Phantoms anstatt einer echten Stute das Verletzungsrisiko minimal,

da das Phantom nicht ausschlagen kann. Ein Besamungstechniker

fängt dann den Samen mit einer künstlichen Scheide

auf. Das Ejakulat wird aufbereitet, indem es untersucht, zentrifugiert

und schließlich portioniert und gekühlt wird. Durch die

Zugabe von Verdünnern kann der Samen bis zu zwei Tage haltbar

gemacht werden und so per Kurierdienst zu den Kunden im

In- und benachbarten Ausland verschickt werden.

Bei der Aufbereitung von Tiefgefriersamen wird dieser nach

einem Abkühlprozess bei Minus 196 Grad Celsius in flüssigem

Stickstoff tiefgefroren und gelagert. Der Vorteil von Tiefgefriersperma

ist, dass es praktisch unendlich lange haltbar ist und in

die ganze Welt verschickt werden kann. „Der Einsatz von Tiefgefriersperma

ist etwas aufwändiger als bei Frischsperma und

auch die Befruchtungsrate ist etwas niedriger“, so Brockmann.

„Nach dem Auftauen von tiefgefrorenem Samen sind die Spermien

deutlich langsamer und weniger agil. Der Tierarzt muss das

kompensieren, in dem er auf den Punkt besamt, das heißt wenn

die Stute ihren Eisprung hat.“ Frischsperma dagegen kann bis zu

acht Stunden vor dem Eisprung besamt werden. In ganz Niedersachsen

sind fünf EU-Besamungsstationen dem Landgestüt unterstellt,

von denen das Sperma europaweit versandt wird. Daneben

gibt es viele weitere kleinere Stationen. In der Besamungsstation

in Celle ist auch der Embryotransfer möglich.

Das Landgestüt betreibt insgesamt fünf EU-Besamungsstationen,

von denen das Sperma nach ganz Europa versandt wird.

Den Embryotransfer gibt es seit etwa 15 Jahren auf dem Landgestüt.

Bei diesem Verfahren wird bei einer besamten Spenderstute

einige Tage nach dem Eisprung eine Gebärmutterspülung durchgeführt,

durch die der Embryo gewonnen wird. Dieser wird dann in


egjo celle Pferdezucht 33

Links: Die Sammlung der Spermaportionen von einem Einfriertag

werden nach Hengst und Farbe sortiert. Rechts: Stakkato ist der

Spitzenhengst des Gestüts – seine Stute von ihm decken zu lassen

kostet 1.600 Euro, der Durchschnitt liegt bei 800 Euro.

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die Empfängerstute direkt in die Gebärmutter eingepflanzt.

„Bei uns ist der Embryotransfer aber ein Nischenprodukt“

so Axel Brockmann. „Das lohnt sich nur bei besonders

guten Stuten, die zum Beispiel im Sport sehr erfolgreich

sind“. Um Spitzenstuten nicht monatelang aus dem Sport

herauszunehmen oder wenn aus gesundheitlichen Gründen

die Gefahr einer Risikoträchtigkeit besteht, wird dieses

Zuchtverfahren angewandt. In der Zucht Englischer

Vollblüter ist eine künstliche Besamung übrigens international

verboten. Nur Pferde, die durch den Natursprung

gezeugt wurden, dürfen an öffentlichen Rennen teilnehmen.

Damit soll verhindert werden, dass die Genetik der

Rennpferde auf einige wenige Spitzenhengste konzentriert

ist. Im Rennsport verbringen gute Vererber schon mal eine

Decksaison auf einem anderen Kontinent. Diese werden

„Shuttle Stallion“ genannt. „Das hatten wir uns auch mal

überlegt, so einen Service anzubieten“, so Brockmann.

„Aber der Aufwand für den Flug und die Quarantänebestimmungen

sind zu hoch, das würde sich nicht rechnen.

Außerdem ist es eine enorme Belastung für die Hengste.“

Englische Vollblüter dürfen nur an Rennen teilnehmen,

wenn sie durch den Natursprung gezeugt wurden.

Der Spitzenhengst des Landgestüts Celle ist „Stakkato“. Der

20-jährige dunkelbraune Hannoveraner hat mit seiner Reiterin

Eva Bitter internationale Erfolge verbuchen können

und wurde letztes Jahr aus dem Turniersport verabschiedet.

Als Rentner bleibt der Hengst allerdings noch im Zuchteinsatz.

Wer seine Stute von ihm decken lassen möchte, zahlt

1.600 Euro sogenannte Decktaxe, der Durchschnittspreis

anderer Hengste liegt bei 800 Euro.

„Der Trend in der Pferdezucht geht ganz deutlich

dahin, dass immer mehr Züchter ihre Fohlen aufziehen

und sie erst als ausgebildetes Reitpferd verkaufen“, so

Brockmann. „Früher war das nicht die Regel, aber Fohlen

verkaufen sich immer schlechter.“ Die Käufer sind mit

einem ausgebildeten Pferd auf der sicheren Seite, bei Fohlen

kommt es öfters zu Verletzungen, weshalb sie dann

später nicht mehr als Sportpferd eingesetzt werden können.

„Die meisten Pferde aus unserer Zucht bleiben in

Deutschland“, erklärt Brockmann. „Aber der Markt hat

sich stark verändert. Unsere Hengste werden zunehmend

in Nordamerika und Australien eingesetzt. Und auch Spanien,

Italien und Osteuropa haben als Abnehmer stark

zugelegt.“ Auch nach China und Russland werden verstärkt

Hannoveraner verkauft, dort ist der Absatz von Jahr

zu Jahr aber sehr unterschiedlich. Die Nachkommen der

Celler Hengste gehen aber nicht ausnahmslos in den Turniersport,

denn nicht zuletzt sind auch einige Freizeitreiter

bereit, viel Geld für ein Pferd auszugeben.

Die Celler Hengstparade, die jährlich an den letzten

beiden Septemberwochenenden sowie dem ersten Oktoberwochenende

auf dem Gestütsgelände stattfindet, bietet

die Möglichkeit, die Hengste des Gestüts in Aktion bewundern

zu können. In den verschiedensten Programmpunkten

werden die Hengste entweder an der Hand, unter dem

Sattel oder vor der Kutsche vorgestellt.


34 Kalender regjo Celle

Impressum

2. Jahrgang, 2. Ausgabe

Herausgeber

Polygo Verlag GmbH

POLYGO

Strahlend

Polarisierend

Verlag

Polygo Verlag GmbH

Lotzestraße 29

37083 Göttingen

Telefon 0551-50 75 10

Telefax 0551-50 75 150

ISSN 1615-5696

Internet und E-Mail

www.celle.regjo.de; hallo@regjo.de

We create Image!

Die Ausstellung zeigt herausragende

Lichtkunst von 2000 bis heute. In der

Nacht strahlt die Fassade des Museums.

Der Kabarretist Olaf Schubert – stets im

obligatorischen Pullunder gekleidet – stellt

sein neues Programm „So!“ vor.

Herausgeber

Thomas Wirth (wirth@polygo.de)

Chefredakteur

Sven Grünewald (redaktionsleitung@regjo.de)

Redaktion

Torben Andersen, Katrin Langemann,

Halina Schmidt, Laura Vele

We create your Magazine!

We create your Website!

Autoren

Angela Andresen-Schneehage,

Volker Schönfeldt

Fotografie

Pädagogium Bad Sachsa, Kunstmuseum Celle,

H.-D. König/WMTS GmbH, Heidekreis,

Deutsche Management Akademie

Niedersachsen, Baker Hughes,

ITAG Tiefbohr GmbH, Deutsches Erdölmuseum

Wietze, Florian Persuhn, GeoDienste,

Landgestüt Celle, Kunstmuseum Celle,

Maren Uhlherr, Sparda Bank Hannover

Layout

Robert Krauspe, Viktoria Siegfried

Marketingleitung

John D. Swenson (swenson@regjo.de)

19. Februar 2014

Die Eisbären – Theaterstück von Jonas

Gardell über Ilses Geburtstagsfeier, die

dank ihrer Kinder alles andere als

harmonisch verläuft

20.00 Uhr, Schlosstheater Celle

08. März 2014

Olaf Schubert & seine Freunde – der

Kabarettist und Musiker stellt sein neues

Programm „So!“ vor

20.00 Uhr, CD-Kaserne Celle

09. März 2014

Celler Wasa Lauf – beim Traditionslauf,

der 2014 zum 32. Mal stattfindet, werden

wieder rund 10.000 Aktive erwartet

Celler Innenstadt

Bis 30. März 2014

Scheinwerfer – Lichtkunst im 21. Jahrhundert

– die Ausstellung zeigt erstmals die

Lichtkunst-Landschaft Deutschlands

Kunstmuseum Celle

29. März 2014

Men in Trouble Tour – der Klaus Major Heuser

Band, die mit Blues und gefühlvollen Balladen

eine einzigartige Atmosphäre schafft

20.00 Uhr, CD-Kaserne Celle

01. April 2014

Die verbannte Prinzessin. Das Leben der

Sophie Dorothea – Lesung von Heinrich

Thies mit musikalischer Begleitung von Thomas

Grunwald-Deyda und Bastian Altvater

19.30 Uhr, Rittersaal im Celler Schloss

11. bis 13. April 2014

Niedersächsisches Gartenfestival – rund

100 Aussteller präsentieren blühende

Stauden, antike Möbel und vieles mehr

10.00 bis 18.00 Uhr, Landgestüt Celle

10. Mai 2014

Honky Tonk Festival – einmal zahlen, neun

Livekonzerte genießen. Von Blues, Jazz,

Rock’n’Roll bis hin zu Hip Hop und Schlager

19.00 Uhr, verschiedene Spielstätten

24. Mai 2014

Celler Streetparade – das Jazzfestival des

Nordens lockt jedes Jahr bekannte Jazzbands

aus dem In- und Ausland an

Celler Altstadt

07. bis 09. Juni 2014

Celler Kunst- & Handwerkermarkt – der etablierte

Markt bietet eine breite Angebotspalette

an Gebrauchs- und Dekorationsartikeln

Französischer Garten Celle

Objektleitung RegJo Celle

Michael Mohné (mohne@polygo.de)

Anzeigen

Dennis Aschoff (aschoff@polygo.de)

Habib Ferogh (ferogh@polygo.de)

Mareike Hahn (hahn@polygo.de)

Jörn Jacobsen (jacobsen@regjo.de)

Torsten Kramer (kramer@polygo.de)

Milla von Krockow (krockow@polygo.de)

Tim Mittelstaedt (mittelstaedt@regjo.de)

Michael Mohné (hannover@regjo.de)

Versand & Aboservice

Laura Truthmann (truthmann@polygo.de)

Geschäftsführung

Thomas Wirth (wirth@polygo.de)

Assistenz der Geschäftsführung

Jennifer Röstel (roestel@regjo.de)

Carlotta von Krottnaurer (krottnaurer@polygo.de)

Erscheinungsweise

einmal im Jahr

RegJo ist eine eingetragene Marke

(Nr. 39867052) der Polygo Verlag GmbH

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit

schriftlicher Genehmigung des Verlages.

polygo online division

Oderberger Straße 44 • 10435 Berlin • hallo@polygo.de • www.polygo.de

ist eine Publikation von POLYGO • Hainhölzer Straße 5 • 30159 Hannover • 0511/ 16 99 69 - 0

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Fotografie: Kunstmuseum Celle, Maren Uhlherr


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