Presseheft - relevant f!

relevantfilm.de

Presseheft - relevant f!

Mittwoch, 17. Oktober 2012, 20.15 Uhr

Auslandseinsatz


Vorwort

»Auslandseinsatz« ist der erste deutsche Fernsehfilm,

der sich konkret mit dem Einsatz der Bundeswehr in

Afghanistan auseinandersetzt und vom Leben und der

Arbeit deutscher Soldatinnen und Soldaten vor Ort

erzählt. Der WDR bleibt damit seiner Tradition, sich mit

aktuellen, brisanten, politischen Themen zu beschäftigen,

treu. Der Afghanistan-Krieg ist und bleibt ein eminent

wichtiges Thema für die Menschen in Deutschland.

Bis auf die unmittelbar Betroffenen – allen voran

die Soldaten selbst sowie deren Angehö rige – haben

jedoch viele Menschen keine konkreten Vorstellungen

von der Situation der Soldaten im Ein satz, von deren

Ängsten und oft unlösbaren moralischen Konflikten.

Die unterschiedlichen Reaktionen auf die Rede von Bundespräsident

Joachim Gauck zum Thema Afghanistan,

in der er mehr Anerkennung für die dort stationierten

Soldaten forderte, zeigt, wie kontrovers der Einsatz

deutscher Truppen im Afghanistan-Konflikt nach wie

vor diskutiert wird.

In unserem Film »Auslandseinsatz« versuchen wir,

einen Einblick in den schwierigen Alltag dieser Soldaten

zu geben, der geprägt ist von Komplikationen und tragischen

Verwicklungen, von ständiger Unsicherheit, wie

Situationen einzuschätzen sind, von ihrer Unkenntnis

der fremden Kultur und Sprache, von Todesangst und

der Angst, selbst töten zu müssen. Durch die Entfaltung

authentischer Figuren und emotionaler ebenso wie

spannender Handlungsbögen gelingt es Drehbuchautor

Holger Karsten Schmidt und Regisseur Till Endemann

auf äußerst intensive Weise, die Zuschauer in die

Schicksale mehrerer junger Menschen und ihrer Vorgesetzten

vor Ort hineinzuziehen. Der Produzentin

Heike Wiehle-Timm, die mit der Idee zu diesem Film zu

uns kam und mit unnachgiebiger Energie und großer

Einsatzfreude dieses Ziel verfolgte, möchte ich an dieser

Stelle voller Anerkennung danken! Ich bin stolz, dass

wir uns als WDR, gemeinsam mit Relevant Film und mit

Unterstützung der ARD Degeto, dieser Thematik angenommen

haben und mit diesem Film zur Vertiefung der

Debatte beitragen können, dessen hochkarätige Besetzung

sicher das Publikum begeistern wird.

Es war uns immer besonders wichtig, dass der Film

der Komplexität des Themas und der Schilderung der

Ängste und Nöte der Menschen vor Ort gerecht wird,

indem er eine spannende und emotionale Geschichte

erzählt. Diese Herausforderung hat das erstklassige

Team hervorragend gemeistert.

Dr. Barbara Buhl,

Leiterin Programmgruppe Fernsehfilm und Kino


Inhalt

Vorwort 3

»Was haben wir mit Afghanistan zu tun?«

Heike Wiehle-Timm, Produzentin 4

Der Inhalt in Kürze 7

Die Geschichte 8

»Wir wollten die subjektive Wirklichkeit der

Soldaten mitten im Geschehen zum Thema machen«

Ausführende Produzentin und Co-Autorin

Nikola Bock im Gespräch 10

»Mich hat überrascht, wie viele Soldaten

an dem erdachten Dilemma meiner Figuren

in Wirklichkeit leiden«

Autor Holger Karsten Schmidt im Gespräch 12

Filmografie 15

»Wir wollten alle einen Film machen,

der sich echt anfühlt und berührt«

Regisseur Till Endemann im Gespräch 17

Filmografie 19

»Bin immer sehr skeptisch,

ob eine Szene gut geworden ist«

Max Riemelt im Gespräch 20

Filmografie 21

»Es ist so schwer, das Richtige zu tun«

Hanno Koffler im Gespräch 24

Filmografie 25

»Ich kann Emal als Deutscher mit ägyptischen

Wurzeln sehr gut verstehen«

Omar El-Saeidi im Gespräch 26

Filmografie 27

»Soldaten gegen andere Soldaten –

das ist für mich wie aus einer anderen Welt«

Devid Striesow im Gespräch 30

Filmografie 31

Bernadette Heerwagen ist Anna Wöhler

Rolle und Filmografie 32

Henriette Müller ist Sarah Schulz

Rolle und Filmografie 33

Besetzung/Stab/Impressum 35


4 auslandseinsatz

Was haben wir

mit Afghanistan zu tun?

Diese Frage muss sich jeder Deutsche stellen, seitdem

die Bundeswehr seit 2001 in Afghanistan im Einsatz ist.

Lange Zeit hat sich Deutschland bei internationalen

Konflikten rausgehalten. Seit dem Krieg auf dem Balkan

Ende der 90er-Jahre, spätestens seit Afghanistan haben

wir diese zurückhaltende Position endgültig aufgegeben.

Als wir anfingen uns mit der filmischen Umsetzung

zu dem Einsatz am Hindukusch zu beschäftigen,

be we gte uns vor allem die Frage, wie es sich wohl

anfühlt, in diesem fremden Kulturraum Aufbauarbeit

leisten zu wollen und stattdessen in einem Krieg zu

landen. Uns war schnell klar, dass wir keine Geschichte

von traumatisierten Heimkehrern erzählen wollten,

sondern uns interessierte vielmehr die Frage, was es

für junge westlich-konsumgeprägte Soldaten bedeutet,

in Afghanistan im »Auslandseinsatz« zu sein.

Afghanistan zeigt, wie jedes zivilisatorische humane

Engagement in Widersprüche geraten kann. Gut

gemeinte Absichtserklärungen/Hilfsprogramme

verwandeln sich schnell in ihr Gegenteil. Ist sinnvolles

Handeln in dieser Situation überhaupt möglich? Dies

filmisch fiktional zu erzählen war unser Anliegen.

Uns interessierte, wie junge Soldaten diesen Konflikt

bewältigen und wie der »Auslandseinsatz« sich auf ihre

Lebensentwürfe auswirkt.

Die von den Autoren erfundenen Figuren Daniel,

Ronnie und Emal reagieren jeweils unterschiedlich auf

die Herausforderungen und Probleme, die sich ihnen

stellen. Lässt man sich auf diese drei jungen Männer

ein, so ist spürbar, wie schnell man in Situationen

geraten kann, die keine einfachen Lösungen zulassen.

Andererseits entsteht aber auch das Bedürfnis,

Lösungen zu finden und diese auszuprobieren. Selbst


auslandseinsatz 5

wenn sich daraus neue Widersprüche ergeben. Die

Konsequenzen ihres Handelns sind von unseren

Protagonisten häufig nicht erkennbar. Oft geraten sie

in unvorhersehbare Situationen, die aber ein sofortiges

Handeln erfordern. Nichthandeln erscheint angesichts

der Probleme vor Ort als feige, ein Eingreifen wie eine

moralische Verpflichtung.

Wir wollen den Zuschauer mitnehmen auf diese

Reise nach Afghanistan, mitten hinein in die existentiellen

Fragen, die dieser Krieg stellt. Am Ende unseres

Filmes wird man sich möglicherweise fragen, wie

man sich selbst entschieden hätte. Wohl wissend, dass

es keine einfache Wahrheit und nicht DIE richtige

Lösung gibt. Und trotzdem kann man die Augen nicht

verschließen und muss – wie Daniel, Ronnie und

Emal – entscheiden, ob man den Kampf aufnimmt

und eingreift oder – wie in unserer Geschichte – die

Mädchen den Taliban überlässt. Jede der im Film

gezeigten Entscheidungen ist kritisierbar und angreifbar.

Auch im Kontext des soldatischen Handelns von

Befehl und Gehorsam. Aber ein Nichthandeln würde sie

von vornherein schuldig machen. Das ist das Dilemma,

mit dem wir unsere Figuren konfrontieren. Dabei

haben wir uns bemüht, authentisch und dicht an der

Realität zu erzählen und unseren Figuren emotional

nah zu kommen. Das Thema Afghanistan lässt einen

nicht mehr los. Ich hoffe, auch unsere Zuschauer nicht.

Heike Wiehle-Timm,

Produzentin Relevant Film GmbH


6 auslandseinsatz


auslandseinsatz 7

Kurzinhalt

Seit 2001 ist die Bundeswehr am Hindukusch im

Einsatz. Ihr Auftrag: den Wiederaufbau im Norden

Afghanistans zu unterstützen, durch humanitäre Hilfe

Stabilität schaffen, dazu beizutragen, dass sich demokratische

Strukturen etablieren können. Der WDR-

Fernsehfilm »Auslandseinsatz« ist der erste deutsche

Film, der den Krieg und den Einsatz deutscher Soldaten

in Afghanistan zum Thema hat und auch dort spielt.

Er erzählt die Geschichte einer Freundschaft, die unter

der Extremsituation des Krieges vor einer Zerreißprobe

steht.


8 auslandseinsatz

Die Geschichte

Sie sind alle Mitte 20, und gemeinsam gehen sie als

Zeitsoldaten nach Afghanistan: Daniel (Max Riemelt)

und Ronnie (Hanno Koffler), Freunde seit Kindertagen,

sowie Emal (Omar El-Saeidi), ein gebürtiger Afghane,

der einst mit seiner Familie nach Deutschland floh.

Begleitet werden sie durch die angehende Stabsärztin

Sarah Schulz (Henriette Müller). In einem vorgerückten

Außenlager stationiert, erhalten sie den Auftrag, in

dem entlegenen Dorf Milanh die Schule wiederaufzubauen.

Unterstützt werden sie von der Entwicklungshelferin

Anna (Bernadette Heerwagen), die die Schüler

vor Ort betreut. Die Begegnung mit Tara (Fatimzohra

Tarchani), der Tochter des Bürgermeisters Jamil (Vedat

Erincin), macht den jungen Soldaten klar, auf welch

fremde Welt sie hier stoßen: Ihr fehlen zwei Finger –

von den Taliban abgeschnitten, weil sie es gewagt

hatte, sich ihre Nägel zu lackieren.


Die Aufbauarbeit erweist sich wegen der Taliban

als weitaus schwieriger als gedacht. Die tägliche

Bedrohung, die Fremdheit des Einsatzortes und ein

erstes Gefecht setzen den Soldaten zu. Immer mehr

stellt sich die Frage nach dem Sinn ihres Einsatzes.

Können sie wirklich das leisten, wofür sie nach Afghanistan

geschickt wurden – den Menschen eine Zukunft

zu geben? Oder sind sie selbst Teil des Problems?

Während Daniel verzweifelt versucht, in der Struktur

der Bundeswehr Sicherheit zu finden und das Gefühl

der Sinnlosigkeit zu überwinden, wird Ronnie zwischen

Allmachtsgefühlen, Resignation und anarchistischer

Wut hin- und hergerissen. Zwischen beiden kommt es

zu Spannungen und Auseinandersetzungen, die ihre

Freundschaft auf eine harte Probe stellen. Die Lage

spitzt sich zu, als einer von Jamils Söhnen von einem

US-Trupp erschossen wird und Taras Zwangsverheiratung

mit einem Taliban droht. Sollen die deutschen

Soldaten helfend eingreifen und Tara in Sicherheit

bringen? Oder Hauptmann Glowalla (Devid Striesow)

gehorchen? Der befiehlt strikte Einhaltung der Regeln

– und das bedeutet Nichteinmischung in die innerafghanischen

Angelegenheiten …

auslandseinsatz 9


10 auslandseinsatz

» Wir wollten die subjektive Wirklichkeit

der Soldaten mitten im Geschehen zum

Thema machen«

Ausführende Produzentin und Co-Autorin

Nikola Bock im Gespräch

Wie ist das Thema zu Ihnen gekommen?

Die Initialzündung, einen Film zu diesem Thema zu

entwickeln, liegt schon einige Jahre zurück, als ich mir

den Film »Brothers« der dänischen Regisseurin Susanne

Bier ansah. Damals dachte ich zum ersten Mal: Warum

gibt es eigentlich in Deutschland keinen Film zu diesem

Thema? Es gibt ja eigentlich eine starke Tradition von

Antikriegsfilmen in Deutschland. Es ist nur heutzutage

nicht so leicht, daran anzuknüpfen. Mein starker

Wunsch war, einen Film zu machen, der das subjektive

Empfinden der Soldaten in den Mittelpunkt stellt: Wie

fühlt es sich an, mit der Waffe in der Hand in einem

völlig fremden Land zu stehen und mitten im Krieg

eigentlich Wiederaufbauarbeit leisten zu wollen? Als

ich Holger Karsten Schmidt als Autor für diesen Film

ansprach, galt die Afghanistanmission noch als humanitärer

Einsatz. Mittlerweile ist es ja für niemanden

mehr ein Geheimnis, dass es sich hier um einen Krieg

handelt. Holger Karsten Schmidt und ich waren von

Beginn an entschlossen, eine Geschichte zu entwickeln,

die von diesem Krieg und den Soldaten, die ihn führen

müssen, erzählt. Deswegen sollte es auch keine Heimkehrergeschichte

sein. Wir wollten gerade die subjektive

Wirklichkeit der Soldaten mitten im Geschehen

zum Thema machen.

Haben Sie eine Erklärung dafür, warum so ein Film

nicht schon vorher gedreht wurde? Die Bundeswehr

ist seit 2001 am Hindukusch ...

Politische Themen haben es nie ganz leicht in der

deutschen Fernseh- oder Kinolandschaft. Hinzu kommt

sicher auch, dass man meist ein wenig Distanz zu solchen

Ereignissen braucht, um sie gut zu erzählen.

Gemeinsam mit dem WDR wollten wir eine zeitlose,

politische, aber vor allem eben emotionale Geschichte

erzählen. Auch ein politischer Film kann unterhalten,

den Zuschauer anrühren, in Spannung versetzen und

zum Nachdenken einladen. Das ist Holger Karsten

Schmidt mit seinem Buch und Regisseur Till Endemann

in der filmischen Umsetzung sehr gut gelungen.

Sie sind Co-Autorin, haben auch die Recherchearbeit

für »Auslandseinsatz« geleistet. Was galt es dabei zu

berücksichtigen, und wie sind Sie vorgegangen?

Im Verlauf mehrerer Jahre haben Holger Karsten

Schmidt und ich mit vielen Bundeswehrsoldaten gesprochen

und Interviews geführt. Dabei haben uns vor

allem die Presseoffiziere in Hamburg sehr geholfen und

sich um einiges offener gezeigt als der Pressestab des

Bundesverteidigungsministeriums in Berlin. Die Soldaten

selbst hatten großes Interesse zu sprechen, haben

sie doch oft das Gefühl, dass sich kaum jemand für

ihre Erlebnisse vor Ort interessiert. Vieles davon hat

Eingang gefunden in das Drehbuch. Mit Zunahme der

Kampfhandlungen in Afghanistan wurde immer deutlicher,

dass die Soldaten zwar mit großem Enthusiasmus

und Engagement nach Afghanistan gehen, dann

aber vor Ort und in der Rückschau von einem Gefühl

großer Sinnlosigkeit erfüllt sind: Man will Gutes tun

und erreicht nur Schlechtes. So lautete das Resümee

vieler Soldaten, und das zu erzählen ist auch ein

Kernanliegen des Films geworden.

Hat sich Ihre Meinung zum Afghanistan-Einsatz der

Bundeswehr während der Recherche modifiziert?

Im Laufe der Recherche und der Arbeit an Buch und

Film hat sich natürlich immer mehr Wissen angesammelt.

Die zum Teil sehr persönlichen Berichte der Soldaten,

aber auch die Schilderungen der Exil-Afghanen, die

wir befragten, haben tiefe Eindrücke hinterlassen, die

ich normalerweise nicht bekommen hätte. Es gibt

hier keine einfachen Antworten, und wir stellen ja auch

im Film in erster Linie Fragen. Wenngleich es natürlich

eine emotionale Wahrheit gibt: In einem Krieg gibt es

nur Verlierer. Je mehr ich mit Menschen sprach, die den

Krieg persönlich erlebt haben, desto unumstößlicher ist

mir diese Wahrheit geworden.


auslandseinsatz 11

»Man will Gutes

tun und erreicht

nur Schlechtes.

So lautete das

Resümee vieler

Soldaten, und

das zu erzählen

ist auch ein

Kernanliegen des

Films geworden.«

Dass der Film nicht in Afghanistan gedreht werden

konnte, versteht sich. Wie sind Sie auf Marokko

gekommen?

Wir haben über verschiedene Länder nachgedacht

und uns schlussendlich für Marokko entschieden, da

es zum einem landschaftlich sehr geeignet ist, »Afghanistan«

zu suggerieren. Zum anderen ist Marokko im

Laufe der letzten Jahre zu einem guten Filmstandort

mit den nötigen Facilities geworden, der sowohl von

amerikanischen als auch von vielen europäischen Filmproduktionen

genutzt wird. Es werden gerade von den

Amerikanern so viele Filme über Krieg und Terror dort

gedreht, dass sich viele Komparsen ihre »Taliban-Bärte«

schon gar nicht mehr abschneiden …

Ist es einfach so möglich, dass Panzer unter deutscher

Flagge durch Marokko fahren?

Das Umstreichen der Panzer und ihre deutsche

Beflaggung ist nicht problematisch, solange man die

Genehmigungsverfahren hinter sich gebracht und

natürlich bezahlt hat. Viel schwieriger zu erreichen ist,

dass die marokkanischen Panzer auch wirklich fahren,

denn sie sind in einem durchaus maroden Zustand.

Deswegen bekommt man auch zu jedem Militärfahrzeug

einen Fahrer-Soldaten und einen Mechaniker-

Soldaten gestellt. Diese muss man aber natürlich auch

beköstigen und bezahlen.

Als Ausführende Produzentin waren Sie in Marokko

mit vor Ort. Welche Herausforderungen galt es dort

für Sie noch zu meistern?

Die Herausforderungen während des Drehs in

Marokko waren vielfältig, angefangen bei der Waffenund

Munitionseinfuhr, der Korrespondenz mit dem

König und dem Militär, den Genehmigungsverfahren,

den Transporten und vieles mehr. Die Gastfreundschaft

in Marokko ist groß. Dazu gehört auch, dass man fast

nie ein klares Nein bekommt. Es wird eher improvisiert

und gebastelt, als zu gestehen, dass etwas nicht geht.

Das ist liebenswert, aber auch sehr langwierig und

während der Drehvorbereitung oder gar am Set oft

schwer auszuhalten. Doch das marokkanische und

das deutsche Team sind nach einiger Zeit zusammengewachsen.

Das war schön zu erleben. Der Dreh in dem

kleinen Berber-Dorf im Atlasgebirge war eine Zeitreise

mindestens 100 Jahre zurück. Hier wird das Wasser

noch aus dem Brunnen geholt, und wer das Dorf zum

ersten Mal betritt, macht einen Antrittsbesuch beim

Dorf-Ältesten. Das Ganze in einem wunderschönen

Bergpanorama. Von dieser Atmosphäre waren nicht nur

das Team, sondern auch alle Schauspieler sehr berührt.

Auch das hat Eingang gefunden in den Film.


12 auslandseinsatz

» Mich hat überrascht, wie viele Soldaten

an dem erdachten Dilemma meiner

Figuren in Wirklichkeit leiden«

Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt im Gespräch

Als Sie zum ersten Mal von der Idee hörten, einen Film

über deutsche Soldaten in Afghanistan zu machen,

welche Bilder, welche Ideen hatten Sie da im Kopf?

Das erste Bild waren Zinksärge, die in Transportmaschinen

geladen werden. Die erste maßgebliche Idee

hat sich aus dem Verdacht gespeist, dass die Kriegseinsätze

der US-Amerikaner und die auf humanitäre Einsätze

beschränkte ISAF-Operation, an der Deutschland

bis heute beteiligt ist, sich nur auf dem Papier trennen

lassen. Man hat der deutschen Öffentlichkeit ja lange

vorzuspiegeln versucht, man beschränke sich in Afghanistan

auf‘s Brunnenbohren.


auslandseinsatz 13

dem Putsch in Chile seinen Sohn sucht. Dieses archaische

Thema ist von einer solchen Wucht und auch so

berührend umgesetzt, dass der Zuschauer bereit ist,

zusammen mit Lemmon jede Menge Informationen

über den Putsch und die politischen Umstände et

cetera zu sammeln, weil das emotionale Zentrum des

Filmes stets die Suche nach dem verlorenen Sohn

bleibt.

Der Zuschauer findet den Zugang zu »Auslandseinsatz«

unter anderem über das emotionale Thema der

Freundschaft. War die Figurenkonstellation Daniel/

Ronnie ein Ausgangspunkt Ihrer Überlegungen?

Ja. Der Prozess der persönlichen Veränderung der

beiden lässt sich effizient und bisweilen auch inniger

erzählen, wenn sie mit einer Freundschaft in die Geschichte

gehen, von der die beiden annehmen können,

sie sei aus dem seltenen Stoff, der für ein ganzes Leben

reicht.

Sie haben in Ihrem bisherigen Werk immer wieder

zeithistorische, politische Themen aufgegriffen.

Was reizt Sie daran?

Per se gar nichts, weil sie rechercheintensiv sind.

Aber seit dem ersten Drehbuch zu so einem Thema –

das war »Der Briefbomber« – kommen immer wieder

Produzenten mit solchen Themen auf mich zu. Ich fasse

allerdings keines davon an, wenn ich nicht einen persönlichen,

emotionalen Bezug dazu herstellen kann.

Wie etwa bei »In Sachen Kaminski«.

Wie viel politische Reflexion verträgt ein Fernsehfilm?

Eine Menge, wenn man sie in angemessener Dosis

verpackt und sich nicht dazu hinreißen lässt, mit

erhobenem Zeigefinger einen Telekolleg zu schreiben.

Ein positives Beispiel dafür ist etwa »Vermisst«, in

dem ein Vater – verkörpert durch Jack Lemmon – nach

Jeder der Soldaten gerät in den Konflikt zwischen

Einhalten der Regeln und dem Bedürfnis, seinem

Gewissen zu folgen. Ist es nicht faszinierend, dass

eines der großen Themen des antiken Dramas im

Laufe der Jahrhunderte nichts an Reiz und Relevanz

verloren hat?

Ja, weil das menschliche Dilemma zeit-, orts- und

kulturunabhängig ist. Das ist wie mit dem Vater auf der

Suche nach dem Sohn.

Auffallend ist, dass Sie Ronnie, Daniel und Emal keinen

kalten Technokraten, keinen gefühllosen Befehlsfetischisten

gegenübergestellt haben, sondern mit

Glowalla einen Hauptmann, der sich seines Dilemmas,

als Soldat nicht wie als Privatperson handeln zu

können, bewusst ist.

Das Dilemma macht auch vor Glowalla nicht Halt. Es

wäre auch ein wenig einfach, wenn sich die Probleme

meiner Figuren lediglich auf einen unmenschlichen


14 auslandseinsatz

Vorgesetzten fokussierten. Das ist nicht das Thema –

sondern der Sinn dieses Einsatzes. Damit sie sich diesem

inneren Konflikt stellen können, habe ich auf den

eindimensionalen Vorgesetzten verzichtet, auf den ich

darüber hinaus in der Recherche zu diesem Film auch

nie gestoßen bin.

Sie haben im Vorfeld gemeinsam mit der Co-Autorin

Nikola Bock mit vielen Soldaten gesprochen. Wie

wichtig waren diese Gespräche für die Entwicklung des

Drehbuchs?

Enorm wichtig. Ob Details des Dienstalltags in

Afghanistan, die Regeln im Camp, die unterschiedlichen

Motivationen der Soldaten – jede kleine Information

sorgt in einer fiktiven Geschichte, die ja letztlich nur

meinem Kopf entsprungen ist, für eine authentische

Erdung. Und damit – hoffe ich – auch für Glaubwürdigkeit.

Hat das, was Sie über die/von den deutschen Soldaten

in Afghanistan erfahren haben, in etwa Ihren Vorstellungen

entsprochen?

Ja, ziemlich genau. Mich haben allerdings einige

Motivationen, sich für einen Afghanistan-Einsatz auch

zum wiederholten Male zu melden, sprachlos gemacht.

Und mich hat überrascht, wie viele an dem erdachten

Dilemma meiner Figuren in Wirklichkeit leiden. Ich meine

nicht: damit ein Problem haben. Ich meine wirklich

leiden.

Beeindruckend ist auch die Figur des Bürgermeisters

Jamil, des Malik. Welche Vorarbeit war nötig, um diese

afghanische Perspektive einnehmen zu können?

Zunächst nur eine dramaturgische. Eine Figur zwischen

den Fronten, eine Figur, die die Bewohner des

Dorfes und ihre Tochter schützen muss. Und das alles,

während alle Ansprüche an den Malik stellen: Warlords,

Taliban, US-Truppen und auch noch Ronnie und Daniel.

Ich wollte jemanden zeigen, der letztlich den Preis für

die Vorstellungen und Überzeugungen anderer zahlen

muss. Jamil repräsentiert jene Afghanen, die die Taliban

ermorden werden, wenn sich die NATO-Truppen in zwei

Jahren aus dem Land zurückziehen. Und es muss hier

auch keiner so tun, als würden wir das nicht sehenden

Auges in Kauf nehmen.

Nikola Bock hat das Buch von Exil-Afghanen in

Hamburg gegenlesen und prüfen lassen. Deren Anmerkungen

und Richtigstellungen sind dann von mir

eingearbeitet worden.

Der Film bietet keine Lösung für Afghanistan an. Man

kann sowohl die Argumentation derer, die den Einsatz

der deutschen Soldaten für sinnlos halten, als auch

derer, die ihn befürworten, bis zu einem gewissen Grad

nachvollziehen. Wollten Sie die Entscheidung bewusst

dem Zuschauer überlassen – oder gibt es schlichtweg

keine Lösung?

Ob es eine Lösung für so ein komplexes Thema gibt,

kann ich nicht beantworten. Ich habe sie zumindest

nicht, und ich würde jedem misstrauen, der behauptet,

er hätte eine. Ganz sicher ist aber, dass ich dem Zuschauer

am Ende keine Lösung auf dem Silbertablett

liefern möchte, die ihm das Denken abnimmt.

Es gibt, wie Sie sagen, gute Gründe für und gegen

den Einsatz, und das bedeutet, dass keine der beiden

Positionen komplett und ausnahmslos richtig sein

kann. In diesem Sinne empfinde ich den Film als einen

Denkanstoß. Er will und kann nicht alle Facetten des

Afghanistan-Kriegs abbilden.


auslandseinsatz 15

»Jamil repräsentiert jene

Afghanen, die die Taliban

ermorden werden, wenn

sich die NATO-Truppen in

zwei Jahren aus dem Land

zurückziehen.«

Warum ist der Film jetzt, im Herbst 2012, wichtig?

Es ist erst mal für die Situation politischer Filme in

Deutschland bezeichnend, dass der erste deutsche

Film, der sich des Krieges in Afghanistan mit deutscher

Beteiligung vor Ort annimmt – elf Jahre nach dem entsprechenden

ISAF-Mandat und drei Jahre nach dem

dem WDR die erste Drehfassung vorlag – ausgestrahlt

wird. Wenn man in Betracht zieht, was zum Beispiel ein

George Clooney seit Jahren im US-Kino politisch zur

Sprache bringt, muss man konstatieren, dass wir dagegen

ein film i sches Dritte-Welt-Land sind. Wichtig ist

der Film, weil er – hoffentlich – verdeutlicht, dass die

nachfolgenden Generationen in Krisenregionen vor

allem eines benötigen: Bildung. Es dauert etwas länger,

Bildung zu exportieren und in den Köpfen vor Ort reifen

zu lassen, als ein Land mit Krieg zu überziehen, aber

es wird auf Dauer die sinnvollere Investition sein.

Filmografie (Auswahl)

2012 »Tod einer Brieftaube« (Regie: Markus

Imboden), 2010 »Mörder auf Amrum« (Regie:

Markus Imboden), 2009 »Jenseits der Mauer«

(Regie: Friedemann Fromm), »Zwölf Winter«

(Regie: Thomas Stiller), 2008 »Tod in der Eifel«

(Regie: Johannes Grieser), 2005 »In Sachen

Kaminski« (Regie: Stephan Wagner), 2004 »Der

Stich des Skorpion« (Regie: Stephan Wagner),

2003 »Zwei Tage Hoffnung« (Regie: Peter

Keglevic), 2000 »Der Briefbomber« (Regie:

Torsten Fischer), 1997 »14 Tage lebenslänglich«

(Regie: Roland Suso Richter)

Auszeichnungen:

U.a. Grimme-Preis für »Mörder auf Amrum«,

Grimme-Preis-Nominierung für »In Sachen

Kaminski«, »Zwölf Winter«, »Jenseits der

Mauer« und »Der Solist«. ver.di-Fernsehpreis

für »Zwei Tage Hoffnung« und »In Sachen

Kaminski«. Bobby für »In Sachen Kaminski«.

Nominierung Deutscher Fernsehpreis für

»Der Stich des Skorpion«, »Todesstrafe – Ein

Deutscher hinter Gittern«, »Mörder auf Amrum«

und »Der Briefbomber«. Nominierung

Goldene Nymphe für »Mörder auf Amrum«.


16 auslandseinsatz


auslandseinsatz 17

» Wir wollten alle einen Film machen,

der sich echt anfühlt und berührt«

Regisseur Till Endemann im Gespräch

Vor welche Herausforderungen hat Sie der Dreh in

Marokko gestellt?

Marokko ist ein hochinteressanter Filmstandort,

es hat sich dort über die letzten Jahre eine filmwirtschaftliche

Infrastruktur herausgebildet. Diese ist aber

natürlich noch immer weit entfernt vom deutschen

Standard, und die Mentalität vor Ort ist eine

andere. Sagen wir es so: Filmarbeiten in Marokko beinhalten

viele Überraschungen. Es kostet immer wieder

zusätzliche Kraft und Nerven, da oftmals die letzte Verlässlichkeit

in den Absprachen fehlt. Gleichzeitig wird

man mit wunderbaren Drehorten und bereichernden

menschlichen Begegnungen belohnt. Es war eine Freude

zu sehen, wie der deutsche und der marokkanische

Teil des Teams stetig und immer mehr zusammen

gewachsen sind, wie gemeinsam für diesen Film

gekämpft wurde – und das bei oft über 40 Grad.

Szenen mit Soldaten, schwerem Gerät und Kampfhandlungen

dreht man ja nicht alle Tage. Wie haben

Sie sich darauf vorbereitet?

Ich wusste bei diesem Projekt zwei Militärberater

an meiner Seite, einen während der Vorbereitung, einen

während der Dreharbeiten in Marokko, das war mir sehr

wichtig. Es gab viele Gespräche über die Situation in

Afghanistan, Detailarbeit am Drehbuch und ein mehrtägiges

intensives Militärtraining für die Darsteller.

Zusätzlich habe ich einer Ausbildung beigewohnt, im

Rahmen derer die Soldaten, die tatsächlich nach Afghanistan

gehen, konkret für diesen Auslandseinsatz vorbereitet

wurden. Im Spielfilm kann man nicht immer

alles so umsetzen, wie es in der Realität passieren

würde oder müsste, aber das Ziel war es, dieser Realität

so nah wie möglich zu kommen.

Gab es Filme, die Sie inspiriert haben?

Ja, unter anderem den Oscar-prämierten Film »Hurt

Locker«, denn dieser Film schafft es, den Druck, der auf

den Soldaten lastet, spürbar zu machen, gerade auch

durch seine Ästhetik. Sehr wichtig war für mich außerdem

die Auseinandersetzung mit dokumentarischem

Material aus Afghanistan, oft von Soldaten selbst gedreht.

Vor allem aber zwei zur Zeit der Drehvorbereitungen

aktuelle Dokumentarfilme haben mich sehr inspiriert

und mir bildlich gezeigt, wie es sich anfühlen

kann, »mittendrin« zu sein. Ich habe dem Team und

auch meinen Hauptdarstellern diese Filme gezeigt,

denn wir wollten alle einen Film machen, der sich echt

anfühlt und berührt.

Welche Dokumentarfilme waren das?

Dabei handelte es sich um den dänischen Dokumentarfilm

»Camp Amadillo« und den amerikanischen

»Restrepo«, beides ungeschönte Einblicke in die Kriegsrealität

junger Soldaten.

Wenn man in einer fremden Umgebung dreht, Tag für

Tag mit einer außergewöhnlichen Landschaft und

einer anderen Kultur konfrontiert wird – weicht man

dann unter Umständen auch einmal von den Plänen

ab, mit denen man aus Deutschland angereist ist?

Schon nach unserer ersten zeitlich eng gesteckten

Motivtour durch die marokkanischen Dörfer im Atlasgebirge,

als wir von wirklich jeder marokkanischen Familie

herzlich empfangen und zu Tee und hausgemachten

Speisen eingeladen wurden, merkten wir, dass es Abweichungen

geben wird, geben muss. Generell finde ich:

Wenn man sich entscheidet, so ein Projekt in einem

fremden Land zu drehen, dann ist es eigentlich auch

Pflicht, sich ein gutes Stück weit auf dieses Land und seine

Menschen einzulassen. Und es ihnen in Respekt und

genereller Freundlichkeit gleichzutun. An dieser Stelle

tun sich ja auch gewisse Parallelen zu unserem Film auf.

Die Bilder wirken sehr unmittelbar, haben nichts

Artifizielles. Welche Herangehensweise hatten Sie

mit Kameramann Lars R. Liebold verabredet?

Unser gemeinsames Ziel war es, dass der Film, dass

die Handlungen der Charaktere authentisch wirken.

Generell suche ich im Spiel der Schauspieler immer den

größtmöglichen Grad an Wahrhaftigkeit. Und die von

Lars und mir gewählte Ästhetik sollte diese Wirkung

unterstützen.


18 auslandseinsatz

»Wenn man sich entscheidet,

so ein Projekt in einem fremden

Land zu drehen, dann ist

es eigentlich auch Pflicht,

sich ein gutes Stück weit auf

dieses Land und seine

Menschen einzulassen.«

Sie haben mit Herrn Liebold schon einige Filme zusammen

gedreht. Was schätzen Sie an ihm?

Ich schätze seine Vielfalt, seinen feinen Sinn, an jede

Geschichte neu heranzugehen, den Willen, für jeden

Film eine eigene Ästhetik zu entwickeln. Es hat sich ein

großes gegenseitiges Vertrauen herausgebildet, am

Drehort verstehen wir uns oftmals ohne Worte,

Blicke reichen dann aus.

Die Schauspieler loben die gute Atmosphäre bei den

Dreharbeiten; Sie hätten mit ihnen viel gesprochen.

War diese intensive Kommunikation bei diesem Film

besonders wichtig, oder ist das generell Ihre Arbeitsweise?

Die Herstellung eines Films ist ein Miteinander,

vor allem während der Dreharbeiten. Ich möchte, dass

meine Darsteller sich mit dem Projekt und mit ihren

Charakteren identifizieren. Genauso wie ich dies tue.

Bei jedem meiner Filme. »Auslandseinsatz« ist ein

besonders vielschichtig erzählter Film, den man in seinem

Umfang wirklich nur umsetzen konnte, indem

alle alles gaben, mitdachten, mitfühlten.

Auf der einen Seite Kampfhandlungen mit großer

Ausstattung, auf der anderen Seite kammerspielähnliche

Szenen, in denen es um Freundschaft und um die

Sinnfrage bezüglich dieses Militäreinsatzes geht. War

das für die Schauspieler eine besondere Herausforderung,

wie verlief die Zusammenarbeit?

Mit allen Darstellern habe ich früh den Dialog gesucht,

mit ihnen über ihre Figuren und den jeweiligen

Erzählbogen im Film gesprochen. Das habe ich sowohl


auslandseinsatz 19

mit den deutschen als auch mit den marokkanischen

Darstellern getan. An den Drehtagen wäre keine Zeit

mehr für Diskussionen gewesen, eine gute Vorbereitung

ist immer wichtig, aber hier noch mal

besonders. Bis in die Nebenrollen – da sind zum Beispiel

auch die Schutzsoldaten zu nennen, die unsere »Cimic«-

Truppe im Film in sehr vielen Szenen begleiten – haben

alle ihren Beitrag geleistet.

Es gab bislang keinen deutschen Film über den Einsatz

der Bundeswehr in Afghanistan. Warum ist es wichtig,

dass Sie und das Team daran nun etwas geändert

haben?

Ich hoffe, dass dieser Film einen Beitrag dazu leistet,

dass sich unser Land noch intensiver und ehrlicher mit

diesem speziellen Auslandseinsatz, vielmehr aber mit

Auslandseinsätzen generell befasst, um für die Zukunft

deutlicher Haltung zu beziehen. Dieser Film erhebt

nicht den Anspruch, die einzige Wahrheit zu erzählen,

aber er erzählt wahrhaftig, er gibt den Soldaten und ihrem

Schicksal ein exemplarisches Gesicht – und soll

gerne für Diskussionen sorgen.

Filmografie (Auswahl)

Regisseur und Autor

2011 »Vom Ende der Liebe« (Regie), »Carl und

Bertha« (Regie), 2010 »Vater Morgana« (Buch &

Regie; Co-Autor: Daniel Schwarz), 2009 »Flug

in die Nacht – Das Unglück von Überlingen«

(Buch & Regie; Co-Autor: Daniel Schwarz), 2005

»Kometen« (Buch & Regie), »Das Lächeln der

Tiefseefische« (Buch & Regie), 2004 »Mondlandung«

(Buch & Regie)

Auszeichnungen:

U. a. Bayerischer Fernsehpreis, Grimme-Preis-

Nominierung und Spezialpreis Drehbuch beim

Fernsehfilm-Festival Baden-Baden für »Flug in

die Nacht – Das Unglück von Überlingen«, Goldene

Magnolie für »Kometen« beim Filmfestival

Shanghai, Nominierung Max-Ophüls-Preis für

»Das Lächeln der Tiefseefische«.


20 auslandseinsatz

» Bin immer sehr skeptisch,

ob eine Szene gut geworden ist«

Max Riemelt im Gespräch

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Dreh in

Marokko?

Das war eine sehr intensive Zeit mit tollen Kollegen.

Wir waren auch außerhalb der Drehzeiten fast immer

zusammen unterwegs, sind durch Marrakesch gegangen,

haben uns viel unterhalten.

Es hat sich also – wie unter den Soldaten im Film – ein

Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt?

Ja, das meinte ich mit »intensiv« – dass man wirklich

etwas hat, das man miteinander teilt. Dass man nicht

nur miteinander Zeit verbringt, sondern etwas Spezielles

erlebt. Das verbindet ungemein. Auch die Umgebung

war definitiv etwas ganz Besonderes. Im Atlasgebirge

haben wir in einem Resort gewohnt, ziemlich

spektakulär. Normalerweise halten sich die Leute dort

immer nur ein paar Tage auf, weil sie durch das ganze

Land reisen. Wir waren mehrere Wochen da, was auch

zum Lagerkoller hätte führen können. Wir haben die

Zeit aber sehr gut genutzt und hatten dabei echt viel

Spaß.

Wie haben Sie die Rolle des Daniel entwickelt?

Ich persönlich habe da gar nicht so viel gemacht. Es

ist eher in den Gesprächen untereinander entstanden.

Till Endemann, unser Regisseur, war immer für uns da,

wenn wir Fragen hatten. Außerdem gab es einen Militärberater,

der uns gezeigt hat, wie man als Truppe in

einem Dorf vorgeht, wie man sich aufteilt, wie die

Kommandos sind, wie man sich zu verhalten hat, wenn

man patrouilliert etc. Zusammen haben wir uns Dokumentationen

und Spielfilme angeschaut, die ziemlich

gut vermittelt haben, was so ein Einsatz für Soldaten

bedeutet und wie es sie verändert. Ich fand das psychologisch

alles sehr nachvollziehbar.

Obwohl Sie selbst ja nie Soldat waren.

Ja, aber »Auslandseinsatz« ist ja nun auch nicht

mein erster Militärfilm. Ich hatte mich also schon mit

der Vorstellung auseinandergesetzt, an so einem Einsatz

beteiligt zu sein – mit welcher Einstellung man da

reingeht, welche Erfahrungen man macht. Bei »Mörderischer

Frieden«, einem Film, den ich in Sarajewo gedreht

habe, war es ganz ähnlich wie jetzt bei »Auslandseinsatz«:

Auch da kommen deutsche Soldaten in

ein Gebiet, in dem sie sich mit den Gegebenheiten –

politischer wie auch religiöser Natur – nicht so richtig

auskennen.

Glaubt Ihre Figur Daniel tatsächlich an die Regeln, die

er gegenüber seinen Kameraden verteidigt?

Unbedingt. Er glaubt daran, aber er begreift am Anfang

noch nicht, was es heißt, ein deutsches beziehungsweise

europäisches Wertesystem auf eine andere

Kultur anzuwenden – auf Menschen, die eine ganz andere

Realität erfahren. Und erst, als er diese Realität mit

den Leuten teilt, merkt er nach und nach, wie komplex

die Situation eigentlich ist und dass dieser Einsatz

schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt ist: weil die

Soldaten nicht das tun dürfen, was ihnen einen Zugang

zu den Menschen ermöglichen würde. Um individuell

auf die Leute eingehen zu können, müsste man gegen

Befehle verstoßen. Aber so eine Armee kann nun mal

nur funktionieren, wenn sich jeder an die Regeln hält.

In »Auslandseinsatz« steht die Freundschaft zwischen

Daniel und Ronnie im Mittelpunkt. Wie war die

Zusammenarbeit mit Hanno Koffler?

Wir kommen tatsächlich so gut miteinander klar,

wie es im Film aussieht. Das ist ein Faktor, den man

nicht beeinflussen kann. Wir mussten gar nichts extra

produzieren, zwischen uns ist einfach eine Grundvertrautheit

da. Wir hatten schon miteinander den Film

»Hallesche Kometen« gedreht. Da haben wir uns kennengelernt.

Aber so richtig schätzen gelernt haben wir

uns erst jetzt bei den Dreharbeiten in Marokko. Wir waren

selbst überrascht, wie gut wir für die Rollen ausgesucht

worden sind, wie selbstverständlich die Chemie

zwischen uns stimmt. Die Zusammenarbeit setzt sich

auch fort, wir arbeiten jetzt schon wieder an einem

neuen Film.


auslandseinsatz 21

Wie heftig war es eigentlich, so viele Stunden in voller

Montur zu drehen, also auch mit schwerer Schutzweste?

Die wurde so abgespeckt, dass es erträglich war. Viel

schlimmer waren die Temperaturen. Der Film soll ja

auch vermitteln, unter welchen klimatischen Bedingungen

die Soldaten in Afghanistan ihren Dienst tun –

und dass diese Hitze das Gefühl des Fremdseins verschärft.

Der Mensch wird auch durch die Breitengrade

beeinflusst, in denen er lebt. Das prägt unser Denken,

unsere Kultur.

Klingt nach erschwerten Drehbedingungen.

Das Pensum war wirklich extrem, unter anderem

deshalb, weil es in Marokko immer sehr schnell dunkel

wurde. Also mussten wir sehr zügig und sehr konzentriert

arbeiten, und das unter Voraussetzungen, die für

Deutsche, die eine andere Mentalität haben, erst einmal

gewöhnungsbedürftig waren. Die Marokkaner haben

die Hälfte des Teams gestellt, und sie arbeiten halt

anders – ein bisschen ruhiger und auch nicht unbedingt

nach strikten Regeln. Das hat die Sache natürlich einerseits

etwas schwierig gemacht, andererseits lernt man

ein Land ja so am besten kennen – durch die Leute.

Und die Zusammenarbeit hat ja dann offensichtlich

gut geklappt ...

Till Endemann hat beim Drehen eine Stimmung

geschaffen, die unter so einem Druck echt nur wenige

hinkriegen. Er hat sich nicht von den Problemen vereinnahmen

lassen, die er sicherlich hatte, sondern war für

uns Schauspieler und die anderen am Set immer da –

hilfsbereit, neugierig und wirklich an einem interessiert.

Er weiß, wie mit den Leuten umzugehen ist, klopft

einen auch mal auf die Schulter. Das braucht man

manchmal als Schauspieler, gerade wenn man einen

Film dreht und keine direkte Resonanz vom Publikum

bekommt, sondern bis zur Ausstrahlung warten muss.

Ich bin immer sehr skeptisch, ob eine Szene gut geworden

ist. Till vertraue ich.

Filmografie (Auswahl)

2012 »Die vierte Macht« (Regie: Dennis Gansel),

2011 »Playoff« (Regie: Eran Riklis), 2010 »Im Angesicht

des Verbrechens« (Regie: Dominik Graf),

2008 »Die Welle« (Regie: Dennis Gansel), 2007

»An die Grenze« (Regie: Urs Egger), »Mörderischer

Frieden« (Regie: Rudolf Schweiger), 2006 »Der

rote Kakadu« (Regie: Dominik Graf), »Hallesche

Kometen« (Regie: Susanne Irina Zacharias), 2005

»Na pola – Elite für den Führer« (Regie: Dennis

Gansel)

Auszeichnungen:

U. a. Undine Award »Bester Hauptdarsteller« für

»Die Welle«, Bayerischer Filmpreis »Bester Nachwuchsdarsteller«

für »Der rote Kakadu«, »Bester

Darsteller« Internationales Filmfest in Karlovy

Vary für »Napola-Elite für den Führer«. Deutscher

Fernsehpreis und Grimme-Preis für »Im

Angesicht des Verbrechens«.


22 auslandseinsatz


auslandseinsatz 23


24 auslandseinsatz

»Es ist so schwer,

das Richtige zu tun«

Hanno Koffler im Gespräch

Immer betont cool, immer einen lässigen Spruch auf

den Lippen: Mögen Sie diesen Ronnie Klein?

Also, der ist mir sympathisch, auf jeden Fall, sonst

hätte ich ihn auch gar nicht spielen können. Entscheidend

war für mich aber auch, dass diese Figur einen

Riss erfährt.

Was meinen Sie mit »Riss«?

Ronnie ist einer, über den man zuerst denkt: Oh

Gott, wo hat der eigentlich seine Gefühle, was ist denn

mit dem los? Und auf einmal wird er total berührt von

dem, was dort geschieht. Da ist etwas, was ihn verändert,

sensibilisiert und auch erwachsen macht. Er denkt

auf einmal auf eine ganz andere Art und Weise über

die Bundeswehr und die Problematik des Auslandseinsatzes

nach. Und ich finde es spannend, dass es nicht

nur seine Angst ist, die diese Entwicklung auslöst, sondern

auch diese leicht gezeichnete emotionale Bindung

zu einem fremden jungen Kerl, zu Jamals Sohn Yasin.

Filmografie (Auswahl)

2011 »Eine lange Nacht« (Regie: Jan Haering), 2009

»Jenseits der Mauer« (Regie: Friedemann Fromm),

2008 »Krabat« (Regie: Marco Kreuzpaintner),

»Der rote Baron« (Regie: Nikolai Müllerschön),

»Nacht vor Augen« (Regie: Brigitte Bentele),

2006 »Hallesche Kometen« (Regie: Susanne Irina

Zacharias), 2003 »Anatomie 2« (Regie: Stefan

Ruzowitzky), »Ganz und Gar« (Regie: Marco Kreuzpaintner)

Auszeichnungen:

Preis der deutschen Filmkritik »Bestes Spielfilmdebüt«,

First Steps Award und Franz-Hofer-Preis

»Bester Schauspieler« für »Nacht vor Augen«.

In »Nacht vor Augen« sind Sie schon einmal mit der

Problematik des deutschen Einsatzes in Afghanistan

konfrontiert worden. Hat Ihnen das jetzt geholfen?

Ja, total. In »Nacht vor Augen« habe ich einen Mann

gespielt, der als Soldat in Afghanistan stationiert war

und jetzt nach Hause kommt. In »Auslandseinsatz« hatte

ich nun die Chance, gewissermaßen die Vorgeschichte

dieses Films zu erzählen.

Wie tastet man sich an so eine Figur – an einen Soldaten,

der wirklich Krieg erlebt oder erlebt hat – heran?

Man versucht, sich Material über die Aufgaben, den

Alltag und das Verhalten der Soldaten vor Ort zu beschaffen.

Und dann beschäftigt man sich auch mit Einzelfällen,

also warum sich jemand entscheidet, Berufssoldat

zu werden, und dabei auch in Kauf nimmt, dass

er zu einem Auslandseinsatz muss. Und so arbeitet

man sich ran. Man unterhält sich, man recherchiert.

Für »Nacht vor Augen« habe ich das extrem intensiv

gemacht.


auslandseinsatz 25

Anders als bei »Auslandseinsatz«?

Da war es vor allem wichtig zu versuchen, sich auf

die Stimmung einzulassen, die wir am Drehort vorgefunden

haben. Und Marokko war als für mich fremde

Kultur sehr hilfreich. Wir haben an Orten gedreht, wo

man wirklich gedacht hat: Jetzt sind wir also in Afghanistan.

Die Ausstattung war auch genial, das war schon

sehr glaubhaft und authentisch.

Wie sehr hilft einem die Uniform dabei, sich in die

Situation eines Soldaten hineinzudenken?

Wenn man mit einer schweren Schutzweste bei 40

Grad durch den Sand robbt, passiert natürlich einiges in

einem. Man ist sicherlich näher dran an den Gefühlen

eines echten Soldaten in Afghanistan, als wenn man

das jetzt in Deutschland in irgendeinem Studio drehen

würde. Aber ich glaube nicht, dass man tatsächlich

nachvollziehen kann, wie es in einem Soldaten aussieht,

der wirklich vor Ort ist und bei dem es um Leben und

Tod geht. Das wäre anmaßend.

Wie hat eigentlich die Bevölkerung auf die Fremden im

Soldatenoutfit reagiert?

Wir sind manchmal in voller Montur mit dem Bus

zum Set gefahren. Und das war dann in der Tat eigenartig,

wenn die Kinder stehen geblieben sind und die

Leute geguckt haben, was machen die denn da. Da

kann man erahnen, wie das ist, wenn man als Bundeswehrsoldat

im Einsatz ist. Für die einheimische Bevölkerung

kommt da auf einmal etwas Fremdes durch die

Dörfer. Die Bedrohlichkeit, die man ausstrahlt, spürt

man dann auch selbst.

Als Ronnie zum ersten Mal in ein Feuergefecht verwickelt

wird, reagiert er fast wie in einem Rausch. War

Ihnen Ihre eigene Figur da nicht auch ein wenig fremd?

Da hat es mir sehr geholfen, dass ich mich mit diesem

Thema intensiv auseinandergesetzt, mir Dokumentation

darüber angesehen und »Achill in Vietnam«

gelesen habe. In diesem Buch geht es um Soldaten, die

tatsächlich in eine Art Blutrausch geraten sind. Ich will

nicht sagen, dass das bei Ronnie auch so ist. Aber wenn

du merkst, dass Leute neben dir gerade in einer lebensbedrohlichen

Situation sind und auch dein eigenes

Leben bedroht ist, dann denkst du irgendwann nicht

mehr nach. Dann funktioniert nur noch eine bestimmte

Seite in deinem Hirn, dann drehst du mehr oder weniger

durch. Ich glaube, so einen Moment hat Ronnie fast

erreicht. Er ist da nah dran, als er beinahe fremdgesteuert

seine Deckung verlässt.

Ronnie tut sich schwer mit den strikten Regeln der

Bundeswehr. Ist das ein für Sie vertrauter Zug?

Ich war nie bei der Bundeswehr. Einerseits, weil ich

Pazifist bin. Andererseits aber eben auch, weil ich mich

nur ganz schwer einer Hierarchie und festen Regeln

unterwerfen kann – vor allem dann nicht, wenn ich

nicht hundertprozentig davon überzeugt bin, dass es

richtig ist, was ich tue. Aber ich kann verstehen: In einer

Orga nisation wie der Bundeswehr kann es keine demokratischen

Abstimmungen geben.

Das Thema »Gehorsam« steht ab einem gewissen

Zeitpunkt zwischen Ronnie und seinem Freund Daniel.

Ronnie und Daniel sind zwei Menschen, die dasselbe

wollen, aber eine unterschiedliche emotionale Verankerung

und unterschiedliche Blickwinkel haben. Und beide

haben eigentlich recht. Ronnie kommt in seiner Naivität

auf extrem gute Punkte. Das ist ja unter anderem

das Spannende an dem Film: Die Figuren schauen aus

verschiedenen Perspektiven auf ein schwieriges Thema,

und man kann diese verschiedenen Sichtweisen alle

sehr gut nachvollziehen. Wir legen 90 Minuten lang

eine kleine Lupe auf dieses große politische Problem,

das stellvertretend für viele andere politische Probleme

steht, und stellen fest: Es ist so schwer, das Richtige zu

tun.

Ist es auch schwierig, unter solchen Umständen

Freunde zu bleiben?

Max und ich haben uns ziemlich viele Gedanken

drüber gemacht, dass Ronnie und Daniel eine gemeinsame

Biografie haben, dass sie als Freunde nach Afghanistan

gehen und der eine den anderen braucht. Und

auf einmal merken sie, dass sie aus einer unterschiedlichen

Veranlagung heraus ganz anders mit einem Problem

umgehen. In Extremsituationen kann einen so

eine Erkenntnis ganz weit auseinanderreißen. Das sind

diese großen Themen, die mich immer wieder interessieren.

Wie viel hält eine Beziehung zwischen zwei

Menschen – sei es Freundschaft, sei es Liebe – aus?


26 auslandseinsatz

» Ich kann Emal als Deutscher mit

ägyptischen Wurzeln sehr gut verstehen«

Omar El-Saeidi im Gespräch

Wie wichtig ist Ihnen die Rolle des Emal, eines

deutschen Soldaten afghanischer Herkunft, ganz

persönlich?

Dass der Drehbuchautor sich dazu entschieden hat,

eine Rolle wie die des Emal zu schaffen, hat mich sehr

gefreut. Ein Bundeswehrsoldat, der deutsch sozialisiert

ist und Deutsch ohne Akzent spricht, aber andere

Wurzeln hat und Moslem ist – die Selbstverständlichkeit,

mit der so etwas gezeigt wird, finde ich wichtig

für Deutschland. Sie können sich ja vorstellen, dass

ich schon oft Rollen gespielt habe, die in eine gewisse

Klischeerichtung gehen und immer dieses Ausländerdasein

betonen. Und jetzt auf einmal, seit etwa zwei

Jahren, gehen Drehbuchautoren, Caster und Regisseure

mit offenen Augen durch die Welt und sehen, dass

Deutsche mit anderen kulturellen Wurzeln auch

akzent frei Deutsch sprechen und zum Beispiel Mathematikreferendare

sein können – oder eben Soldaten.

Diese Tendenz möchte ich unbedingt unterstützen.

Für Ihre Kollegen war der Aufenthalt in Marokko die

Begegnung mit einer ganz anderen Kultur. Wie haben

Sie das empfunden?

Marokko ist schon ein anderes Land als Ägypten,

die Heimat meiner Eltern, aber für mich jetzt nicht total

exotisch. Ich kann auch ein bisschen die Sprache.

Wie ist es Ihnen gelungen, sich in die Situation eines

Bundeswehrsoldaten in Afghanistan hineinzudenken?

Ich habe mir Dokumentarfilme angeschaut und

viel gelesen, darunter einen Band mit Briefen deutscher

Soldaten aus Afghanistan. Bekannte haben mir außerdem

den Kontakt zu einem Mann vermittelt, der als

Soldat in Afghanistan war und seine Erfahrungen mit

mir geteilt hat. Und ich habe mich sprachlich vorbereitet.

Emal ist gebürtiger Afghane, und ich musste in

einigen Szenen Paschtu sprechen. Wenn türkische

Kollegen oder Deutsche mit südländischem Aussehen

Araber spielen und dann auf einmal anfangen, Arabisch

zu sprechen, sträuben sich mir als Araber die Nackenhaare.

Deshalb war es mir ein großes Anliegen, so

authentisch wie möglich zu sprechen und gleichzeitig

dabei auch noch so authentisch wie möglich zu spielen.

Bücher lesen, Filme anschauen – wie viel fließt

von dieser Art der Vorbereitung tatsächlich in die

praktische Arbeit am Set ein?

Die Figur, die man spielt, ist immer eine Behauptung.

Und diese Behauptung versucht man so authentisch

wie möglich aufzustellen. Dafür saugt man während

solch einer Vorbereitung alles auf, was irgendwie hilfreich

ist – Beobachtungen, Erfahrungen von Menschen,

die etwas Ähnliches erlebt haben wie die Figur, die man

spielt. Bei diesem Projekt kam aber auch noch etwas

Persönliches hinzu. Emal ist ein Mensch, der in einer

Heimat schmerzhaft entwurzelt wurde, relativ früh

nach Deutschland gekommen ist und jetzt mit offenen

Fragen nach Afghanistan zurückkehrt, um dort etwas

Positives zu bewirken und für sich selbst ein Kapitel zu

schließen. Ich kann das als Deutscher mit ägyptischen

Wurzeln sehr gut verstehen. Ich wollte auch nach Ägypten

gehen und schauen: Hat dieser Teil von mir etwas

mit meiner Identität zu tun? Was ist das für ein Land,

in dem meine Eltern so schmerzhafte Dinge erleben

mussten? Von dieser Parallele konnte ich zehren.

Sie und Emal verbindet also das Schicksal eines

Menschen mit – wie man so sagt – »Migrationshintergrund«.

Wenn es in Marokko in den Drehpausen z. B. auf

dem Markt oder im Hotel zu Missverständnissen zwischen

den deutschen Kollegen und marokkanischen

Einheimischen kam, habe ich mich immer so gefühlt,

als ob ich zwischen allen Stühlen sitze. Einfach deshalb,

weil ich beide Mentalitäten kenne und bestimmte

Denkweisen besser nachvollziehen kann. Das heißt:

im marokkanischen Umfeld habe ich die deutsche

Denkweise verteidigt und umgekehrt. So eine ähnliche

Mittlerposition hat ja auch Emal in der Gruppe in

»Auslandseinsatz«.

Hat sich Ihre Einstellung zum Einsatz der Bundeswehr

in Afghanistan im Laufe dieses Filmprojekts verändert?

Der Afghanistaneinsatz ist – zumindest in meinem

Freundes- und Bekanntenkreis – sehr verpönt. Man ist

aus politischen Gründen gegen ihn, macht aber den

Fehler, die Soldaten da mitreinzuziehen und ihre Arbeit


auslandseinsatz 27

schlecht zu machen. Was ich während der Vorbereitung

auf diesen Film und auch während des Drehs gelernt

habe, ist, dass die Soldaten vor Ort durchaus einen idealistischen

Ansatz haben. Auf der staatlichen Ebene mag

es wirtschaftliche und geopolitische Motive geben; die

Soldaten gehen da runter, um zu helfen. Und sie sind

selbst auch Opfer der Situation. Sie müssen sich auf

einmal in einer fremden Kultur zurechtfinden. Und was

es heißt, unter Dauerbeschuss zu stehen und gegen

einen Feind zu kämpfen, der anders als die deutschen

Soldaten nichts zu verlieren und deshalb keine Angst

hat, das können wir nicht nachvollziehen.

Die Soldaten in »Auslandseinsatz« gehen ganz unterschiedlich

mit der Situation vor Ort um.

Ja, das ist auch das Spannende an dem Film: dass

das ganz verschiedene Persönlichkeiten sind. Daniel

zum Beispiel versucht, von seinen Gefühlen zu abstrahieren

und sich professionell zu verhalten, ganz unabhängig

davon, was er persönlich davon hält. Emal, der

natürlich mit einer viel größeren Wunde da reingeht,

der kann das nicht mehr. Der verliert diese professionelle

Sicht, reagiert rein emotional, will nur noch

helfen. Und fliegt dann aus dem Rahmen der Armeestrukturen.

Er sagt ja auch zu Daniel: »Kannst Du uns

nicht mal mit Deinen Vorschriften verschonen?« Und

das geht natürlich gar nicht in der Bundeswehr.

Wie anstrengend war der Dreh physisch für Sie?

Wir hatten von der Produktion vorher 15-Kilo-Sandsäcke

zugeschickt bekommen, und ich habe auch die

Stiefel verlangt, die ich als Emal tragen sollte – einfach,

damit ich die nicht erst am ersten Drehtag bekomme

und mich dann totlaufe. Ich bin dann jeden Tag zwei

Stunden mit 15 Kilo durch den Teutoburger Wald

gerannt. Am Set waren es zwar dann doch nur Sieben-

Kilo-Westen, aber durch die Hitze im Basislager bei

Marrakesch war es körperlich trotzdem sehr anspruchsvoll.

Zwei Wochen später haben wir im Atlasgebirge

gedreht, und da musste man sich auf einmal lange

Unterhosen anziehen. Das war ein bisschen so, als ob

wir zwei unterschiedliche Filme gedreht hätten –

anstrengend, aber auch sehr spannend.

Filmografie (Auswahl)

2012 »München ’72 – Das Attentat« (Regie:

Dror Zahavi), 2011 »Kehrtwende« (Regie: Dror

Zahavi), »Bollywood lässt Alpen glühen« (Regie:

Holger Haase), 2010 »Zimtstern und Halbmond«

(Regie: Matthias Steurer)


28 auslandseinsatz


auslandseinsatz 29


30 auslandseinsatz

»Soldaten gegen andere Soldaten –

das ist für mich wie aus einer anderen

Welt«

Devid Striesow im Gespräch

Hauptmann Herbert Glowalla – was ist das für ein

Mensch?

Er versucht, soweit es unter diesen Umständen

möglich ist, seine Truppe zusammenzuhalten und vor

den Dingen zu schützen, die er selbst schon erlebt

hat. Auf der menschlichen Ebene hat er Hochachtung

davor, wie Daniel handelt, als sich die Ereignisse zuspitzen.

Aber seine Funktion verbietet ihm, dass auch

auf der soldatischen Ebene anzuerkennen.

Dieses streng Hierarchische, an Regeln Gebundene –

ist es Ihnen schwer gefallen, sich in die Position

hinein zudenken, die Glowalla innehat?

Die Struktur der Armee an sich ist etwas, in das ich

mich nur schwer hineindenken kann. Ich würde auch

nicht unbedingt den Dienst in dieser Gruppierung

meinem jetzigen Beruf vorziehen. Aber es ist meine

Aufgabe, mich in andere Denkweisen, in andere Situ a-

tionen hineinzuversetzen.

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?

Wir haben uns Dokumentationen über Soldaten

angesehen, die in Afghanistan stationiert waren.

Und das Schrecklichste, was mir davon im Hinterkopf

hängen geblieben ist, war das Schicksal der Soldaten,

die aufgrund einer Traumatisierung nicht mehr in den

normalen Arbeitsalltag hineingefunden haben. Sie

waren im Prinzip nur noch für den Militäreinsatz zu

gebrauchen. Obwohl sie im Krieg in Afghanistan

grauenvollste Erfahrungen gemacht hatten, wollten

sie nach ihrer Genesung wieder an die Front zurück.

Unvorstellbar.

Mich erschüttern das Thema Krieg, das Thema

Bewaffnung. Soldaten gegen andere Soldaten – das ist

für mich wie aus einer anderen Welt. Und dann auf einmal

merkt man: So etwas kann nicht einmal 1000 Kilometer

von uns entfernt passieren – siehe der Krieg in

Kroatien, in Bosnien-Herzegowina. Das ist unglaublich.

Das Wissen, was Krieg aus jungen Menschen machen

kann, hat Ihnen also dabei geholfen, den Hauptmann

Glowalla zu spielen, der die jungen Soldaten ja genau

davor bewahren will …

Es hat die Rolle auf jeden Fall konkretisiert. Man

kann davon ausgehen, dass Glowalla einiges gesehen

hat, vielleicht von einigem nicht verschont geblieben

ist. Auch wenn er jetzt in der Kommandozentrale ist,

hat er ja wahrscheinlich mal woanders angefangen.

Und wenn er schon selbst in so einem Verhaltenskodex

gefangen ist, dann hat er immer noch das Anliegen zu

sagen: Okay, das müsst Ihr jetzt nicht unbedingt übernehmen.

Ihr seid hier nach drei Monaten wieder weg.

Wir wollen versuchen, den Ball so flach wie möglich zu

halten, in Eurem Sinn. So eine Haltung versteht man,

vor allem, wenn man Kinder hat. Ich selbst habe vier.

Wie haben Sie den Dreh in Marokko empfunden?

In Marokko war ich nur drei Tage. Ich war schon ein

paar Mal in Afrika, weil meine Frau aus Afrika kommt.

Aber das hat mit Marokko nicht so viel zu tun, das Land

ist doch sehr arabisch geprägt. Meine Erinnerung an

Marokko ist vor allen Dingen diese furchtbar brennende

Mülldeponie in der Stadt. Wir mussten da jedes Mal

vorbei, wenn wir zum Set fuhren. Die giftigen Schwaden

zogen über die Straße … Das war natürlich Horror.

Das historische Zentrum von Marrakesch ist aber sehr

schön. Und die Dreharbeiten haben Spaß gemacht. Die

intensiven Szenen mit Max – die, die im Bunker spielen

– haben wir anschließend in der Nähe von Köln gedreht.

Ist es ein Nachteil, wenn sich unter den Schauspielerkollegen

über Wochen eine Art Gruppendynamik

entwickelt, und man selbst kann daran nicht teilhaben?

Max und ich haben uns schon öfter vor der Kamera

gegenübergestanden, in »Napola« von Dennis Gansel

und in »Der rote Kakadu« von Dominik Graf. Da gibt es

eine gemeinsame Basis, und es macht immer großen


auslandseinsatz 31

Spaß mit ihm. Dass ich so eine Art Einzelposition in

einem Ensemblefilm war und gewissermaßen von

außen draufblickend spielen konnte, fand ich ganz

angenehm – es passt ja zur Rolle. Glowalla ist zwar

immer präsent, wenn seine Truppe loszieht, einfach

schon dadurch, dass er in letzter Konsequenz die

Befehle gibt. Aber er bleibt eben doch stets in der

Kommandozentrale.

Wie war die Zusammenarbeit mit Till Endemann?

Ich konnte die Art, wie er Glowalla sieht, gleich

nachvollziehen. Und er hat so eine Jungenhaftigkeit,

die mit einer ganz großen Klarheit gepaart ist. Bei ihm

weiß man, dass man gerade an den Punkten, wo es

wirklich drauf ankommt, einen an der Seite hat, der

seine Führungsposition nicht verlässt und bis zum

Ende von außen auch auf die kleinsten Details guckt.

Da soll man sich von seiner offenen, lustigen Art

nicht täuschen lassen.

Filmografie (Auswahl)

2011 »Es war einer von uns« (Regie: Kai Wessel),

»Blaubeerblau« (Regie: Rainer Kaufmann),

»Ein guter Sommer« (Regie: Edward Berger),

2010 »Drei« (Regie: Tom Tykwer), »Henri IV.«

(Regie: Jo Baier), 2008 »12 heißt: Ich liebe Dich«

(Regie: Cornelia Walther), »Der Tote in der Mauer«

(Regie: Markus Imboden), 2007 »Der Fälscher«

(Regie: Stefan Ruzowitzky), »Yella« (Regie:

Christian Petzold), 2006 »Der rote Kakadu«

(Regie: Dominik Graf), 2005 »Napola – Elite für

den Führer« (Regie: Dennis Gansel), 2003 »Lichter«

(Regie: Hans-Christian Schmid)

Auszeichnungen:

U. a. Grimme-Preis für seine Rolle in „Ein guter

Sommer“, Deutscher Filmpreis »Bester Nebendar

steller« in dem oscar-preisgekrönten Film

»Der Fälscher«. Nominierung Deutscher

Fernseh preis »Bester Darsteller« für »12 heißt:

Ich liebe Dich«. Preis der deutschen Filmkritik für

»Yella«. Bundes filmpreis-Nominierung »Bester

Nebendarsteller« und Ehrung des Verbands der

deutschen Filmkritiker als »Bester Nebendarsteller«

für »Lichter«. Theaterheute kürte ihn 2004

zum Besten Nachwuchsschauspieler.


32 auslandseinsatz

Bernadette Heerwagen …

ist Anna Wöhler

Anna Wöhler hält sich als Mitarbeiterin der Hilfsorganisation

»Aid for Children« in Milanh auf. Nachdem

eine verirrte Tomahawk-Rakete die Schule getroffen

hat, sind die anderen Helfer – darunter zwei

Lehrer – verschwunden. Trotz ihres Geschlechts

und ihrer Herkunft hat der Malik, der Bürgermeister

des Dorfes, ihr erlaubt, die Jungen zu unterrichten.

Anna mag Land und Leute, durch sie erfahren die

Soldaten mehr über den Alltag in der afghanischen

Provinz – und über die verfahrene Lage dort. Besonders

eng ist Annas Verhältnis zu Tara. Das Mädchen

hängt an der Deutschen und fleht sie an, sie mitzunehmen,

als sie mit den Soldaten scheinbar Milanh

verlassen will – dabei muss Anna nur etwas in

Kundus erledigen. Emal ist von der jungen Frau aus

Deutschland beeindruckt. Und Anna erwidert diese

Sympathie.

Filmografie (Auswahl)

2012 »Schilf« (Regie: Claudia Lehmann),

»München ’72 – Das Attentat« (Regie: Dror

Zahavi), 2010 »Die kommenden Tage« (Regie:

Lars Kraume), »Hinter blinden Fenstern«

(Regie: Matti Geschonneck), 2007 »Der Novembermann«

(Regie: Jobst Oetzmann), »An die

Grenze« (Regie: Urs Egger), 2006 »Ich bin die

Andere« (Regie: Margarethe von Trotta),

2004 »Grüße aus Kaschmir« (Regie: Miguel

Alexandre), 1999 »Der Schandfleck« (Regie:

Julian Pölsler)

Auszeichnungen:

Grimme-Preis »Beste Darstellerin« für »An die

Grenze« und »Grüße aus Kaschmir«. Bayerischer

Fernsehpreis – Sonderpreis für »Der Schandfleck«.


auslandseinsatz 33

Henriette Müller …

ist Sarah Schulz

Sarah Schulz ist 25 Jahre alt und angehende Stabsärztin.

Dass sie sich nicht nur mit äußeren Wunden

auskennt, beweist sie nach einem Feuergefecht

mit den Taliban, bei dem ein unbeteiligtes Mädchen

zu Tode kommt – getroffen von den Schüssen der

Gegenseite. Man könne nicht immer alle retten,

sagt sie zu Daniel, der sich wegen des toten Kindes

Vorwürfe macht. Manchmal helfe es mehr, zu zählen,

wen man retten konnte. Sarah versorgt auch

die Wunden Taras, Jamils Tochter, der die Taliban

zwei Finger abgeschnitten haben. Als die deutschen

Soldaten erfahren, dass Tara von den Taliban aus

ihrem Dorf geholt werden soll, scheint Sarah zu

denen zu gehören, die dem Mädchen helfen wollen

– auch wenn die Regel der Nichteinmischung dafür

gebrochen werden müsste.

Filmografie (Auswahl)

2012 »Mutter muss weg« (Regie: Ed Berger),

2009 »Lila, Lila« (Regie: Alain Gsponer),

»Chaostage« (Regie: Tarek Ehlail), 2008 »Berlin

Calling« (Regie: Hannes Stöhr) 2007 »Prinzessin«

(Regie: Birgit Großkopf), 2006 »Knallhart«

(Regie: Detlev Buck),


34 auslandseinsatz


auslandseinsatz 35

»Auslandseinsatz« ist eine Koproduk tion des

Westdeutschen Rundfunks mit ARD Degeto

und Relevant Film Produktions gesesellschaft

mbH, gefördert von der Film- und Medienstiftung

NRW, der Film förderung Hamburg

Schleswig-Hol stein und des BKM.

Besetzung

Daniel Gerber

Ronnie Klein

Emal Demir

Herbert Glowalla

Anna Wöhler

Sarah Schulz

Jamil

Asib

Yasin

Tara

Stab

Max Riemelt

Hanno Koffler

Omar El-Saeidi

Devid Striesow

Bernadette Heerwagen

Henriette Müller

Vedat Erincin

Marwan Kamal

Ayoub Tarchani

Fatimzohra Tarchani

u.v. a.

Regie

Till Endemann

Buch

Holger Karsten Schmidt

Co-Autorin

Nikola Bock

Kamera

Lars R. Liebold

2. Kamera Grischa Schmitz

Schnitt

Jens Müller

Ton

Michael Schlömer

Licht

Andreas Landgraf

Szenenbild

Florian Haarmann

Kostümbild

Lore Tesch

Maske

Dorle Neft

Mirjam Himmelsberger

Casting Deutschland Sabine Schwedhelm

Tanja Schwichtenberg

Casting Marokko

Mohamed Oumai

Musik

Jens Grötzschel

Aufnahmeleitung

Janina Junk

Daniel Illigens

Filmgeschäftsführung Sylke Nitz

Produktionsleitung Lucas Meyer-Hentschel

Produktionsleitung WDR Christoph Reyer

Herstellungsleitung Jan Philip Lange

Service Produzent Marokko Rif Film Marocco S.A.R.L.

Kamal El Kacimi

Ausführende Produzentin Nikola Bock, Relevant Film GmbH

Produzentin

Heike Wiehle-Timm, Relevant Film GmbH

Redaktion

Götz Bolten, WDR

Jörn Klamroth, ARD Degeto

Daten zum Film

Drehzeit Oktober / November 2011

Drehorte

Marokko, Köln und Umgebung

Sendetermin

17. Oktober 2012, 20.15 Uhr, Das Erste


www.DasErste.de /auslandseinsatz

www.ard-foto.de

Dieses Presseheft ist unter www.presse.wdr.de

für Journalisten abrufbar.

Impressum

Herausgegeben vom Westdeutschen Rundfunk Köln

Presse und Information, Appellhofplatz 1, 50667 Köln,

Postanschrift 50600 Köln

Redaktion: Barbara Feiereis

Bildkommunikation: Jürgen Dürrwald

Texte: PR Direkt GmbH

Fotos: WDR/Relevant Film/Grischa Schmitz

Gestaltung: www.mohrdesign.de

Druck: Kettler Druck

Pressekontakt

Barbara Feiereis

WDR Presse und Information

E-Mail: barbara.feiereis@wdr.de

Telefon: 0221 220-7122

Pressemappe des Westdeutschen Rundfunks Köln.

Nutzung nur zu Pressezwecken. Alle Rechte vorbehalten.

Köln 2012

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