ÜBER RELIGION INS GESPRÄCH KOMMEN - Religionslehrer im ...

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ÜBER RELIGION INS GESPRÄCH KOMMEN - Religionslehrer im ...

ist, annimmt, und ihn darüber hinaus in seinen Möglichkeiten bestätigt. Das

echte Gespräch ist Ausdruck und Frucht dieser Beziehung. In der

dialogischen Beziehung wird der Einzelne er selbst als jemand, der etwas

Einmaliges für die menschliche Gemeinschaft beitragen kann und soll, nur

in der Beziehung stehend kann er seine schöpferischen Kräfte entfalten.

Aufgabe des Erziehers ist, in eine solche Beziehung zum „Zögling“ zu

treten, dass dieser nicht sich selbst und seine Aufgabe für die Gemeinschaft

verfehlt.

In Bubers Vorstellung vom „echten Gespräch“ sind also auf fundamentale

Weise Selbstfindung und Gemeinschaftsbildung verzahnt. 77

Und was M. Buber über das Gespräch mit Gott sagt: „Wer mit Gott reden

will, ohne mit den Menschen zu reden, dessen Wort geht in die Irre“ 78 , das

gilt sicherlich auch für das „Reden über Gott“, das „Gespräch über

Religion“: Wer über Gott, über Religion reden will, ohne mit den

Menschen zu reden, dessen Weg geht in die Irre.

Am Anfang des „echten Gesprächs“ steht die Beziehung, im Gespräch

geschieht gleichermaßen Ich-findung und Gruppen- und

Gemeinschaftsbildung – auf dieser Basis will ich im folgenden meine

Überlegungen, wie, in welcher Qualität im Religionsunterricht über

Religion ins Gespräch zu kommen ist, weitertreiben, mit Buber als Lehrer

dem Möglichkeitssinn unabdingbar verpflichtet...

77 Vgl. auch Kapitel 5 dieser Arbeit – Kommunikation, die communio stiftet.

78 A.a.O. Buber, 1987, S. 160.

Christina Fabian-Heidrich, Über Religion ins Gespräch kommen, 2002 32

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