VII. Zielgruppenanalyse Biomasse & Biogas

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VII. Zielgruppenanalyse Biomasse & Biogas

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grob fahrlässiges Verschulden zur Last gelegt werden kann.


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung ................................................................................................................................... - 4 -

II. Zusammenfassung ................................................................................................................... - 5 -

III. Der brasilianische Markt allgemein ....................................................................................... - 6 -

1. Länderprofil Brasilien .............................................................................................................. - 6 -

1.0 Politischer Hintergrund ............................................................................................... - 6 -

1.1 Wirtschaft, Struktur und Entwicklung .......................................................................... - 7 -

1.2 Wirtschaftsbeziehungen und Investitionsklima .......................................................... - 8 -

2. Energiemarkt......................................................................................................................... - 10 -

2.1 Energieerzeugung und Verbrauch ........................................................................... - 11 -

IV. Gesetzliche Rahmenbedingungen für Biomasse & Biogas ............................................. - 13 -

1. Standards, Normen und Zertifizierung .................................................................................. - 13 -

2. Phasen der Projektentwicklung ............................................................................................ - 14 -

2.1 Standortsicherung .................................................................................................... - 15 -

2.2 Akkreditierung als unabhängiger Energieerzeuger .................................................. - 16 -

2.3 Genehmigungen für Bau und Betrieb von Anlagen .................................................. - 17 -

2.4 Vorabgenehmigung (LP - Licença Prévia) ............................................................... - 18 -

2.5 Umweltverträglichkeitsprüfung und Umweltgenehmigungen ................................... - 19 -

2.6 Baugenehmigung (LI - Licença de Instalação) ......................................................... - 21 -

2.7 Betriebsgenehmigung (LO - Licença de Operação) ................................................. - 21 -

2.8 Netzanschluss und -Nutzung ................................................................................... - 22 -

2.9 Staatliche Förderprogramme .................................................................................... - 24 -

2.9.1 PROINFA .................................................................................................................. - 24 -

2.9.2 PAC .......................................................................................................................... - 25 -

2.10 Finanzierung und Betrieb ......................................................................................... - 26 -

V. Marktstruktur und Marktchancen für deutsche Biomasse- und Biogas Unternehmen .. - 27 -

1. Biomasse .............................................................................................................................. - 27 -

2. Biogas ................................................................................................................................... - 33 -

VI. Schlussbetrachtung ............................................................................................................. - 41 -

VII. Zielgruppenanalyse Biomasse & Biogas .......................................................................... - 43 -

1. Unternehmensprofile im Bereich Biomasse ......................................................................... - 43 -

2. Unternehmensprofile im Bereich Biogas .............................................................................. - 47 -

3. Liste von potenziellen Partnern ............................................................................................ - 49 -

4. Messen, Termine und Informationsmaterial ......................................................................... - 51 -

VIII. Tabellenverzeichnis ............................................................................................................ - 52 -

IX. Abbildungsverzeichnis ......................................................................................................... - 52 -

X. Literaturverzeichnis ............................................................................................................... - 53 -

- 3 -


I. Einleitung

Biomasse inkl. des Biogases sind die wichtigsten Ressourcen im Bereich der Bioenergie in Brasilien.

Aufgrund des tropischen Klimas und der enormen Landfläche von 8.54 Millionen Quadratkilometer

bildet die Biomasse eine der wichtigsten Energiequellen des Landes, die bereits einen Anteil von

31% am Energieangebot hat und etwa 6,6% der Stromproduktion ausmacht. Deshalb spielt die

Biomasse eine immer bedeutendere Rolle, um die energetische Unabhängigkeit des Landes zu

sichern. Der industrielle Bereich ist mit 50% des Verbrauchs bei weitem der Wichtigste, dicht gefolgt

von den Haushalts- und Kraftwerksektoren. Das hohe natürliche Potenzial der Biomasse zur

Energiegewinnung resultiert zum einen daraus, das eine große Menge biogener Reststoffe anfallen,

zum anderen dass der Anbau von Energiepflanzen im großen Stil möglich ist. Erste Nutzungen

fanden im Zuckerrohranbau statt: zurzeit werden diese Reststoffe vor allem zur Dampferzeugung,

als Treibstoffe für Fahrzeuge und zur Stromerzeugung genutzt. Biomasse zur Stromerzeugung

kommt überwiegend in der industriellen Eigenversorgung zur Anwendung. Hier überwiegt der

Einsatz von Bagasse aus der Zucker- und Alkoholproduktion. Etwa drei Viertel der Strom

erzeugenden Biomasseanlagen sind Heizkraftwerke, mit einer Gesamtkapazität von etwa 2.500 MW,

wobei auch hier fast ausschließlich Bagasse zum Einsatz kommt.

Aufgrund der intensiven Tierhaltung in Brasilien, der zum Teil hohen Flächenproduktivität und dem

hohen Verarbeitungsgrad agrarischer Produkte sowie der überproportionalen Verstädterung und den

daraus resultierenden Abfallen und Abwassern, ergeben sich zudem erhebliche Potenziale für die

Nutzung von Biogas. Das Besondere an den zur Stromerzeugung genutzten Rohstoffen ist, dass es

sich fast ausschließlich um Reste handelt, beispielsweise Zuckerrohrbagasse, Holzreste und

Deponiegas, für die es sonst kaum Verwendung mehr gibt. Dies gilt nicht nur für landwirtschaftliche

Abfalle, auch gewöhnlicher Hausmüll kann zur Energieerzeugung genutzt werden. Pro Tag fallen in

Brasilien 240.000 bis 300.000t feste städtische Abfälle an, ca. 100.000t davon sind Hausmüll. Dieser

besteht zu 60 bis 70% aus organischem Material, das durch Kompostierung in Methangas

umgewandelt und so zur Stromerzeugung verwendet werden kann. Insgesamt konnten aus

städtischen Abfällen jährlich ungefähr 25.000 GWh Strom gewonnen werden. Dies reduziert auch

die Kosten und Probleme, die mit dem Transport und der Endlagerung des Mülls verbunden waren.

Im Hinblick auf die Umweltfreundlichkeit ergeben sich zahlreiche positive Aspekte. Zum einen die

Verringerung des CO 2 -Ausstoßes, der bei den sonst mit fossilen Brennstoffen betriebenen

Kraftwerken anfällt. Die Rohstoffe Biomasse und -gas binden in der Wachstumsphase die gleiche

Menge an Treibhausgas die bei der Verbrennung wieder ausgestoßen wird. Daher ist die

Energieerzeugung klimaneutral und vermeidet langfristige Umweltschäden. Auch ist es möglich den

Flächenverbrauch für neue Energieprojekte so zu verringern, da bereits genutzte Areale für die

Rohstoffproduktion verwendet werden können und somit z.B. Brandrodung von Regenwaldgebieten

vermieden wird.

- 4 -


Diese Synergie-Effekte mit der bestehenden Landwirtschaft, den Umweltschutzzielen und nicht

zuletzt dem Potential zur Schaffung von Arbeitsplätzen, ergeben einen hervorragenden

Ausgangspunkt für den Biomasse- und Biogasbereich in Brasilien.

II. Zusammenfassung

Die folgende Zielgruppenanalyse Biomasse und Biogas in Brasilien 2012 befasst sich mit den

Einstiegsmöglichkeiten deutscher Unternehmen in den Biomasse- und Biogasmarkt in Brasilien.

Nach einer allgemeinen Einführung in das Land Brasilien und seinen politischen Hintergrund,

werden auch die ausgezeichnete Wirtschaftlage und die engen wirtschaftlichen Beziehung zwischen

Deutschland und Brasilien erläutert. Brasilien gehört zu den aufstrebenden Schwellenländern, die

unter dem Kürzel BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) aufgeführt werden. Aus dem

durch Wirtschaftskrisen gebeutelten Land, ist eine stabile und krisenresistente Volkswirtschaft

geworden. Obwohl die aktuelle Wirtschaftskrise auch die brasilianische Wirtschaft erfasst hast, zeigt

sich diese vergleichsweise robust und hat immer noch positiven Trend im Vergleich zu den meisten

anderen Volkswirtschaft.

Anschließend folgt ein Überblick über den brasilianischen Energiemarkt. Dieser Abschnitt ist in einen

allgemeinen Teil zur Energieerzeugung und Verbrauch und einem speziellen Teil über die

gesetzlichen Rahmenbedingungen im brasilianischen Energiemarkt aufgeteilt. Die Stromnachfrage

und die Nachfrage nach Primärenergie in Brasilien sind in den letzten Jahren aufgrund der

zunehmenden wirtschaftlichen Entwicklung gestiegen. Der brasilianische Elektrizitätsmarkt ist mit

Abstand der größte in Lateinamerika. Die wichtigste Ressource zur Stromerzeugung ist Wasserkraft

mit einem Anteil von knapp 65% an der gesamten Stromerzeugung. Der Anteil von Biomasse beträgt

im Vergleich nur 7.53%, jedoch mit zunehmender Tendenz.

In einer Erläuterung der verschiedenen Phasen der Projektentwicklung wird aufgezeigt, dass ein

ausländisches Unternehmen mit bürokratischen Hindernissen zu kämpfen hat. Dafür empfiehlt es

sich mit einem brasilianischen Partner zu arbeiten.

Der Kern der Zielgruppenanalyse besteht aus der Analyse der Marktstruktur und Marktchancen für

deutsche Biomasse- und Biogasunternehmen. Ein signifikanter Anteil der Firmen auf der AHK-

Geschäftsreise Brasilien 2012 hat sich auf den Biogassektor spezialisiert. Aus diesem Grund befasst

sich die Studie im Detail auch mit dem brasilianischen Biogassektor, obwohl dieser nur ein

bestimmtes Marktsegment des gesamten Biomassemarktes darstellt.

Bezüglich des Biomassesektors in Brasilien ist zu sagen, dass ca. 82% der Erzeugungskapazitäten

mit Zuckerrohrresten als Hauptrohstoffen. Im Vergleich macht die Stromerzeugung aus Biogas nur

0.82% der gesamten Biomasseenergie aus. Die Biogasanlagen in Brasilien werden zurzeit

vorwiegend mit Abfällen aus der Viehhaltung und städtischem Müll betrieben. In der

Schlussbetrachtung wird ein Fazit gezogen, das einen positiven Ausblick gibt und ein Engagement

deutscher Firmen in den brasilianischen Biomasse und Biogas empfiehlt.

Zum Abschluss werden in der eigentlichen Zielmarktanalyse sämtliche uns bekannten Firmen, die im

brasilianischen Biomasse und Biogassektor tätig sind, und deren Kontaktdaten aufgelistet inklusive

- 5 -


eines kurzen Firmenprofils. Eine Liste von möglichen Kooperationspartnern und von einigen

vielversprechenden Messen, Termine und Magazine für deutsche Biomasse- und

Biogasunternehmen im Zielmarkt Brasilien folgt anschließend.

III. Der brasilianische Markt allgemein

1. Länderprofil Brasilien

1.0 Politischer Hintergrund

Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde Brasiliens Wirtschaft durch den primären Sektor bestimmt und

der Bedarf an Strom war verschwindend gering.

Durch die Liberalisierung des Markts Ende der achtziger Jahre, verabschiedete sich Brasilien von

seiner konservativen und geschlossenen Haltung der vergangen 20 Jahre, in denen sich das Land

wenig am internationalen Handels- und Wirtschaftsgeschehen beteiligt hatte. Als brasilianischer

Präsident führte Luís Inácio Lula da Silva in seiner Amtszeit von 2003 bis 2010 die außenpolitische

Öffnung herbei, die schon sein Vorgänger Fernando Henrique Cardoso begonnen hatte und stärkte

die Wirtschaftsbeziehungen mit Europa.

Seine Nachfolgerin und Wunschkandidatin, die vorherige Kanzleramtschefin Dilma Rousseff, wurde

am 31. Oktober 2010 in einer Stichwahl mit São Paulos Ex-Gouverneur José Serra zur neuen

Präsidentin Brasiliens gewählt. Sie ist bestrebt den international ausgerichteten Kurs da Silvas

fortzusetzen und deklariert insbesondere die Verbesserung der Infrastruktur und des

Bildungssystems zu ihren Hauptzielen. Meinungsumfragen in der Bevölkerung bestätigen ihren Kurs

und gerne wird sie auch als Baummeisterin des wirtschaftlichen Erfolgs gesehen. Das Time Magazin

platzierte sie sogar im oberen Viertel der Liste der einflussreichsten Menschen 2011.

Der Anfang Januar 2011 ernannte Außenminister Antonio de Aguiar Patriota trat an die Stelle seines

Vorgängers Celso Amorim. Wie bereits sein Vorgänger ist auch er bestrebt den internationalen

Einfluss Brasiliens zu stärken und fordert beispielsweise einen festen Sitz Brasiliens im

Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Außerdem ist er bestrebt, die Beziehungen zu den

Nachbarstaaten und zu Entwicklungsländern, wie z.B. Afrika, zu stärken.

Grundsätzlich bringt der politische Machtwechsel keine großen politischen Veränderungen mit sich.

Die Stärkung der Handelsbilanz hat weiterhin hohe Priorität und die Regierung ist bestrebt den

Export zu stärken und zu fördern. Besonders für die Wettbewerbsfähigkeit des Agrar- und

Industriesektors ist ein globaler Handel, fern von Protektionismus aber unter Berücksichtigung der

Interessen der Entwicklungsländer von höchstem Interesse.

Eine aktuelle Entwicklung war die Wahl der Bürgermeister und Ratsherren der Städte in Brasilien am

7.10.2012. Sie haben zum Großteil die politischen Neuigkeiten bestimmt hat.

- 6 -


1.1 Wirtschaft, Struktur und Entwicklung

Brasilien ist während des Jahreswechsels 2011/12 mit einem BIP von rund 2,48 Millionen US$ (1,91

Millionen €) von Platz 10 auf Platz 6 der weltweit größten Volkswirtschaften aufgestiegen. Es ist in

diesem Jahr fünf Plätze im “Global Competitiveness Ranking“ auf Platz 48 vorgerückt und ist nun vor

Indien, Russland und Südafrika platziert. (BBC Brasil, 2012) Das Wachstum für 2012 hat sich etwas

abgekühlt: Im Laufe des Jahres wurde es anfänglich von 1,89% im 4. Quartal auf 1,18% korrigiert.

(BCB, 2011) Bei der Zusammensetzung des BIP nach Sektoren hat der Servicebereich im Vergleich

zu den beiden vorangegangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Das Bruttoinlandsprodukt setzt

sich in einem Verhältnis von 2:1 aus Dienstleistungen und der Industrie zusammen. Die

Landwirtschaft die bis zum Ende des 19th durch den Export noch eine wichtige Rolle in der

Wertschöpfung des Landes spielte, ist sie mittlerweile mit 5,5% von den anderen Sektoren verdrängt

worden. (CIA Factbook, 2012)

Mit gut entwickelten Bergbau-, Produktions-, Landwirtschafts-, und Dienstleistungssektoren auf der

einen Seite und einem großen Vorrat an Arbeitskräften auf der anderen Seite, ist die brasilianische

Wirtschaft heute die kräftigste Südamerikas und gewinnt auch weiterhin auf dem Weltmarkt an

Bedeutung. Das spiegelt sich auch in der historisch niedrigsten Arbeitslosenquote von 5,3% im

August dieses Jahres wieder (IMF, 2012).

Bezeichnung

Zahlen

Bevölkerung ca. 199 Mio. Einwohner (CIA Factbook, 2012)

BIP 2.475 Mrd. US$ (2011) (BCB, 2012)

BIP/Kopf ca. 12.400 US$ (BCB, 2012)

BIP-Wachstum (real) + 2,7 % (2011) (CIA Factbook, 2012)

Inflationsrate + 5,24 % (August 2012) (BCB, 2012)

Warenexport 256,0 Mrd. US$ (BCB, 2012)

Warenimport 226,2 Mrd. US$ (BCB, 2012)

Ausländische Direktinvestitionen 420,8 Mrd. US$ (2011) (BCB, 2012)

Staatsverschuldung (% des BIP)

1,508.547 Mrd. R$ (36.4 % des BIP) (2011)

(IMF, 2012)

Währungsreserven 378,24 Mrd. US$ (Oktober 2012) (IMF, 2012)

Wechselkurse (Finanzen.net, 2012) Oktober 2012: 1 US$ = 2,03 R$; 1 Euro = 2.64 R$

"Corruption Perceptions Index"

(Transparency International, 2012)

3,8 von 10 Punkten

(10 = frei von wahrgn. Korruption)

Länderranking BBB (Oktober 2012) (Börsen-Zeitung, 2012)

Tabelle 1 – Allgemeine Wirtschaftsdaten

- 7 -


Brasilien wird im Allgemeinen ein großes ökonomisches Potential zugeschrieben. Das liegt unter

anderem an der fortgeschrittenen Industrialisierung, politischer Stabilität und an der großen Menge

an Rohstoffen, insbesondere gewaltiger Vorkommen an Eisen. Ebenso stärkt die südamerikanische

Zollunion Mercosul den Markt in Lateinamerika und eröffnet auch der brasilianischen Wirtschaft

weitreichende Möglichkeiten.

1.2 Wirtschaftsbeziehungen und Investitionsklima

Das internationale Interesse am brasilianischen Markt ist immens. Laut einer Studie der

Commerzbank ist Brasilien bei Investoren derzeit eines der beliebtesten Länder weltweit.

Wirtschaftsgrößen wie die Investmentlegende George Soros, Microsoft Gründer Bill Gates sowie die

Google-Ikonen Sergey Brin und Larry Page investieren in Brasiliens expandierenden Ethanolmarkt.

Ein Blick auf die ausländischen Direktinvestitionen bestätigt diesen positiven Trend. Diese lagen im

Jahr 2007 noch bei 309,7 Mrd. US$, im Jahr 2009 bereits bei 400,8 Mrd. US$. und 2011 bei 420,8

Mrd. US$. Die folgende Grafik veranschaulicht den prozentualen Anteil der Hauptinvestoren an der

Gesamtsumme der ausländischen Direktinvestitionen von Januar bis August 2012. Ein Blick zeigt

auf, dass der Anteil von Deutschland vergleichsweise gering ist mit 1,1% in Vergleich zu den

Niederlanden mit 21,0% und den USA mit 13,5%.

Ausländische Direktinvestitionen

21,0

Niederlande

51,6

USA

Spanien

13,5

Frankreich

UK

Japan

1,1

3,4

2,3

3,4

3,7

Deutschland

Rest

Quelle: Eigene Darstellung nach (BCB, 2012)

Abbildung 1 - Prozentualer Anteil der Hauptländer an den Ausländische Direktinvestitionen

(Jan-Aug 2012)

Auch der Wirtschaftsriese Siemens entschied sich, seine Investitionen in den brasilianischen Markt

zu verdoppeln. Dies ist nicht nur ein Indiz für das wirtschaftliche Potenzial das dieses Land birgt,

sondern auch ein Zeichen dafür, dass Globalplayer dieses Potenzial erkennen und ernst nehmen.

- 8 -


Siemens kalkuliert bis 2015 mit Investitionen in Höhe von US$ 600 Millionen und auch General

Electric Company (GE) plant mit einem Investitionsvolumen von US$ 570 Millionen in den Branchen

Gesundheit, Energie und im Automobilmarkt.

Brasilien ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Lateinamerika und bietet enormes Potenzial

auf dem Umwelttechnologiemarkt. Umgekehrt ist Deutschland der viertwichtigste Handelspartner

Brasiliens und der größte aus Europa. Das jährliche Umsatzvolumen liegt laut offiziellen

Schätzungen bei 11,8 Mrd. Euro und ist gegenüber 2011 um 21% gestiegen. Die drei größten

Importeure sind Argentinien, die USA und die VR China. (GTAI, 2012)

Quelle: Eigene Darstellung nach (MDIC, 2012)

Abbildung 2 – Im- und Export Brasiliens

Die wichtigsten Exportprodukte sind Nahrungsmittel und Getränke (21%), Fahrzeuge (14%), Metalle

(13%), Chemikalien (8%) und Maschinen und Anlagen (7%).

Das starke Wachstum dieser Branchen wird durch zahlreiche staatliche Investitionen gefördert und

beflügelt. Gleichzeitig werden dabei die Nachfrage und der Bedarf nach neuer und effizienter

Umwelttechnologie gefördert. Nach einer starken Zunahme im Vorjahr, wurde der Import 2012 mit

einer Prognose von 9%, was die Hälfte des Vorjahreswert ist, wieder etwas gedämpft. Vor allem der

Wechselkurs der im ersten Quartal auf 1,90R$/US$ angestiegen ist, ist für diese Entwicklung

verantwortlich. Dabei wird der Zuwachs im Import um 9% steigen, was nur die Hälfte des

Vorjahresniveaus ist. Der Export ist hauptsächlich vom Hauptabsatzland China abhängig und wird

durch die hohen Standortkosten in Brasilien ebenfalls geschmälert. Die folgende Tabelle erläutert die

generelle Handelsbilanz Brasiliens - Das Import- / Exportverhältnis mit Deutschland tendiert, konträr

der Beziehung der EU zu Brasilien, zu einer positiven Bilanz. (GTAI, 2012)

- 9 -


Außenhandel Brasilien (in Mrd. US$; Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)

2011 2012 (Prognose) Veränderung

Importe 226 247 9,3

Exporte 256 268 4,7

Handelsbilanzsaldo 30 21 -30,0

Quelle: Zahlen entnommen aus (GTAI, 2012)

Tabelle 2 - Außenhandel Brasiliens

2. Energiemarkt

Der Primärenergieverbrauch in Brasilien hat sich in den letzten dreieinhalb Jahrzehnten mehr als

verdreifacht. Wurden 1971 noch knapp über 582 Mboe (Million barrel of oil equivalent – Million Barrel

Öleinheiten) verbraucht, so waren es im Jahr 2011 schon 257,64,7 Mboe. (BEN 2012, 2012) Auf der

nachfolgenden Grafik sind die prozentualen Anteile der einzelnen Primärenergiequellen am

Gesamtverbrauch im Jahr 2010 sichtbar. Es ist zu erkennen, dass Öl mit einem 39-prozentigen

Anteil die wichtigste Einzelenergiequelle Brasiliens ist. 50 Prozent des gesamten

Primärenergieverbrauchs fallen allerdings auf erneuerbare Energiequellen, worunter der größte

Anteil auf die Wasserkraft entfällt. Danach folgt die Biomasse (Zuckerrohrbagasse, Holzabfälle und

Schwarzlauge) als Energielieferant. Die geringe verbleibende Kapazität wird von der Wind- und

Solarkraft repräsentiert. (EIA, 2010)

21%

7%

3%

Primärenergieverbrauch 2010

1%

39%

Erdöl

Wasserkraft

Biomasse u.a. EE

29%

Erdgas

Kohle

Uran

Quelle: Eigene Darstellung auf Datengrundlage von (EIA, 2010)

Abbildung 3 – PEV 2010

- 10 -


Die nationale Stromnachfrage ist ebenso wie der Primärenergiebedarf steigend. Nach der

Stromkrise im Jahr 2001 durch Wassermangel ging die nachgefragte Menge kurzzeitig zurück, nahm

aber bereits in den darauf folgenden Jahren wieder zu. Der Stromverbrauch im 2011 von rund

531,76 TWh gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 515,8 TWh um 3,1% gestiegen. Dies entspricht

einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund 2.6000 kWh. (BEN 2012, 2012) Zum Vergleich: der Pro-Kopf-

Verbrauch in Deutschland liegt bei ca. 7000 kWh und der Gesamtverbrauch bei ca. 620,0 TWh pro

Jahr. Ein Viertel der gesamten Stromnachfrage fällt alleine auf die privaten Haushalte. (PDE 2020,

2011) Gründe für den seit Jahren steigenden Stromverbrauch sind neben dem Bevölkerungs- und

Wirtschaftswachstum die zunehmende Elektrifizierung ländlicher Gegenden.

2.1 Energieerzeugung und Verbrauch

Mit einem Energieverbrauch der den seiner Nachbarländer um ein Vielfaches übersteigt, ist Brasilien

heute der größte Elektrizitätsmarkt in Südamerika. Die brasilianischen Konsumenten verbrauchen

etwa doppelt so viel Energie wie Argentinien, Bolivien, Chile und Uruguay zusammen. Laut Angaben

der staatlichen Energieaufsichtsbehörde „Agência Nacional de Energia Elétrica“ (ANEEL) verfügt

Brasiliens Kraftwerkspark derzeit über eine Kapazität von ca. 120 GW und 30GW im Bau bzw.

20GW die bereits genehmigt sind. Die wichtigsten Energiequellen stellen dabei erneuerbare

Energieformen dar. Auf Grund der geographischen Gegebenheiten - Brasilien ist das Land mit den

größten Kapazitäten zur Wasserspeicherung weltweit - ist Wasserkraft heute die wichtigste

Ressource zur Stromerzeugung. Ihr Anteil an der brasilianischen Strommatrix beträgt rund 65%:

(ANEEL, 2012)

Stromerzeugung in Brasilien 2012

1,33% 5,38%

2,14%

1,50%

1,55%

0,19%

0,07%

Wasserkraft

Erdgas

7,53%

Erdöl

5,66%

Biomasse

Nuklear

10,33%

Kohle

Windenergie

64,34%

Import Paraguai

Import Argentinien

Quelle: Eigene Darstellung auf Datengrundlage von (ANEEL, 2012)

Abbildung 4 – Erzeugungsmatrix

- 11 -


Doch nicht nur in Hinblick auf die Stromerzeugung spielen erneuerbare Energien in Brasilien eine

bedeutende Rolle. Von herausragender Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die

Zuckerrohrprodukte - nach Erdöl bereits heute der zweitwichtigste Energielieferant für industrielle

Prozesse. Die positive Entwicklung der brasilianischen Wirtschaft führte in den letzten Jahren zu

einem starken Anstieg des Energiebedarfs. Selbst in konjunkturell schwierigen Phasen nahm der

Energiekonsum des Landes stetig zu. Die Angaben der an das „Ministério de Minas e Energia“

(MME) angegliederten brasilianischen Energieforschungsagentur „Empresa de Pesquisa Energética“

(EPE) bestätigte diesen Trend mit ihrem Bericht über den Energieverbrauch und –erzeugung im

Oktober dieses Jahres. Das jährliche Wachstum der erneuerbaren Energiequellen wird in den

nächsten 10 Jahren auf über 5% geschätzt. Bis 2021 werden sie einen Gesamtanteil von 45% in der

Energiematrix Brasiliens haben. (PNE 2030, 2007)

Während die gesamte Weltwirtschaft kurz vor einer Rezession stand, demonstrierten die

brasilianischen Zahlen des 10 Jahres-Plans „Plano Decenal de Expansão de Energia“ (PDE)

Zuversicht beim Ausbau des Energiesektors: Gegenüber dem Verbrauch im Jahre 2011 wird ein

Zuwachs des Energiekonsums um 24% auf 596.207 GWh bis 2015 erwartet. Um dem steigenden

Energiebedarf des Landes gerecht zu werden, müssen ständig neue Kraftwerke gebaut werden. Der

Großteil der Investitionen wird hierbei im Wind- und Wasserkraftbereich sowie für Biodiesel getätigt.

Im Fall der Energieerzeugung aus Wind werden die gegenwärtigen 1,7 GW bald um weitere 1,8 GW

erweitert um das volle Potential Brasiliens, das auf über 134,5 GW geschätzt wird, weiter

auszureizen. Der industrielle Sektor ist für gut 44% des Energieverbrauchs im Lande verantwortlich

und damit der größte Konsument, gefolgt von den Haushalten und dem internationalen Handel.

17%

Endkonsum el. Energie 2012

14%

43%

26%

Industrie

Private Haushalte

Handel

Sonstige

Quelle: Eigene Darstellung auf Datengrundlage von (EPE, 2012)

Abbildung 5 – Endkonsumermatrix

Die elektrische Energie wird durch ein landesweites Stromnetz übertragen, leider teilweise mit

erheblichen Verlusten. Tatsächlich werden bis heute nur ungefähr 63% der generierten Energie

genutzt. Dies lässt sich unter anderem durch die langen Transportwege erklären, da die großen

Staudämme und Kraftwerke sich oft mehrere hundert Kilometer von den Konsumenten entfernt

- 12 -


efinden (die Entfernung zwischen dem größten Wasserkraftwerk Itaipú und dem Staat São Paulo

beträgt etwa 900 km). Technologische Mängel und veraltete oder ineffiziente Technologien

begünstigen den Energieverlust und machen das System störungsanfällig.

Der Markt für Wärme ist eng mit dem elektrischen Markt gekoppelt: Die Deckung des

Warmwasserbedarfs setzt sich mit 73% zum Großteil aus elektrischen Heizungen in privaten

Haushalten zusammen. Der verbleibende Bedarf wird hauptsächlich mit Gas gedeckt. Der Anteil der

Solarenergie ist dabei verschwindend gering. Der industrielle Bereich der Wärmeversorgung des

brasilianischen Energiesektors ist eher zu vernachlässigen. Der Bedarf wird überwiegend aus

eigener Erzeugung gedeckt, wobei dir Zuckerindustrie ein gutes Beispiel darstellt.

Geographisch betrachtet konzentriert sich der Stromverbrauch zum größten Teil auf die südöstliche

Region. Aufgrund der Ballung von Industrie und Bevölkerung wird hier über die Hälfte des gesamten

produzierten Stroms verbraucht. (PDE 2020, 2011)

IV. Gesetzliche Rahmenbedingungen für Biomasse &

Biogas

1. Standards, Normen und Zertifizierung

Eine weltweit standardisierte Zertifizierung ist das „International Sustainability & Carbon Certification“

(ISCC) System. Die Ziele umfassen

Treibhausgasreduzierung

Nachhaltige Bewirtschaftung der Anbauflächen

Den Schutz des natürlichen Lebensraums

Soziale Nachhaltigkeit

Unter den meist europäischen Mitgliedern sind ebenfalls ein brasilianischer Lokalverband, eine

Firma im Landwirtschaftsbereich und der Oberbürgermeister der Stadt Nova Mutum, die im

Bundesstaat Mato Grosso liegt. (ISCC, 2012)

Weitere Zertifizierungsansätze auf nationaler und internationaler Ebene sind zurzeit in der

Entwicklung. Von deutscher Seite aus wurde im Mai 2010 eine Studie des deutschen Öko-Instituts

und des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IFEU) im Auftrag des Umwelt

Bundesamts der Forschungsbericht „Entwicklung von Strategien und Nachhaltigkeitsstandarts zur

Zertifizierung von Biomasse für den internationalen Handel“ verfasst. In dessen Rahmen wurden u.a.

Ansätze für eine internationale Zertifizierung erarbeitet. (UBA, 2012)

Auf globaler Ebene arbeiten die „Global Bioenergy Partnership„ (GBEP) an einem weltweiten

Standard. Sie besteht aus den G8 plus-5-Staaten zu denen u.a. Schwellenländern wie Brasilien

gehören. Den Ko-Vorsitzenden stellt Brasilien und das brasilianische Ministerium für Energie und

Minen (MME) wirkt über die „International Energy Agengy“ (IEA), die ein Partner der GBEP ist, mit.

(GBEP, 2012)

- 13 -


Zusätzlich entwickelt die “International Organization of Standardization“ (ISO) seit Anfang 2010

ebenfalls einen eigenen Entwurf zu diesem Thema, bei dem frühestens Ende nächsten Jahres mit

Ergebnissen zu rechnen ist. (SonneWindWärme, 2010)

Bezeichnung /

Länderfokus

Anwendungsgebiet

Website

International Sustainability

Gesamte Biomasse, THG,

& Carbon Certification

Nachhaltigkeit

(ISCC) / International

http://www.iscc-system.org/

Zuckerrohrbasierende

Bonsucro UE / Brasilien Treibstoffe

http://www.bonsucro.com/about.html

Sojabasierende Treibstoffe, http://www.responsiblesoy.org/index.php

RTRS UE RED / Brasilien Import in EU

Tabelle 3 – Weitere Zertifizierungen im Biomasse Bereich

2. Phasen der Projektentwicklung

Die Abbildung 5 zeigt die Phasen der Projektentwicklung. Die rechtlichen Meilensteine für eine

erfolgreiche Abwicklung durch den Projektentwickler werden in den folgenden Kapiteln erläutert.

Abbildung 6 - Schritte der Projektentwicklung

- 14 -


2.1 Standortsicherung

Für die Identifizierung geeigneter Standorte können Entwickler auf Daten des nationalen

Meteorologieinstituts „Instituto Nacional de Metrologia“ (INMET) zugreifen, welches landesweit

Messstationen unterhält.

Bereits zur Durchführung der ersten Machbarkeitsstudie müssen die erforderlichen Nutzungsrechte

an der anvisierten Fläche gesichert werden. Dazu muss die Zustimmung sowohl der

Grundeigentümern als auch der betroffenen Gemeinde erlangt werden. Bei der Flächensicherung

sind Pacht- oder Kaufregelungen möglich. Unabhängig davon, ob die Fläche von privaten

Landeigentümern oder von einer Kommune erworben bzw. gepachtet werden soll, muss von Seiten

der betroffenen Gemeinde eine schriftliche Flächennutzungsgenehmigung erteilt werden: Die so

genannte “Declaração de Uso e Ocupação do Solo” (Erklärung zur Nutzung und Besetzung des

Bodens). Sofern ein örtlicher Flächennutzungsplan existiert, muss das Vorhaben mit diesem in

Einklang stehen oder Änderungen vorgenommen werden. Die Erklärung ist ebenso wie die

Nutzungsverträge mit sonstigen Interessensträgern zwingender Bestandteil des Dossiers zur

Einleitung der folgenden Genehmigungsverfahren. Es existiert zurzeit keine einheitliche Vorlage für

die Declaração, vielmehr verwendet jede Gemeinde eine eigene Version, die jedoch im Allgemeinen

folgenden Wortlaut aufweist:

“Hiermit wird erklärt, dass das Vorhaben........an folgender Adresse durchgeführt werden

kann....................... Dieses befindet sich im Übereinstimmung mit dem Flächennutzungsplan..........,

der durch das Gemeindegesetz Nr...............errichtet worden ist.”

In der Praxis kann das Verfahren der Standortsicherung sowohl bei öffentlichen als auch privaten

Flächen ausgesprochen langwierig sein, was natürlich vor allem auf die fehlende Erfahrung der

betroffenen Institutionen und fehlenden eingespielten Verfahren zusammenhängt. Laut R. Boeira,

brasilianischer Energieexperte, können sich bereits die Verhandlungsprozesse mit Eigentümern und

Behörden in Abhängigkeit von der Konstellation der Besitzverhältnisse und Interessenslage im

schlechtesten Fall um Jahre hinziehen. Neben dem Grundeigentümer oder dem örtlichen

Bürgermeister können auch regionale Politiker ihr Veto zur Erteilung der Declaração einlegen, dazu

kommen vergleichsweise langwierige Prozesse für die Beurkundung der Verträge. Vor einer

Einigung mit allen Parteien kann bereits die erste Machbarkeitsstudie behindert werden.

- 15 -


2.2 Akkreditierung als unabhängiger Energieerzeuger

Nach Erhalt der ”Declaração de Uso e Ocupação” do Solo muss im nächsten Schritt die

Akkreditierung als “Produtor Independente de Energia” (Unabhängiger Stromerzeuger) (PIE) durch

ANEEL vorbereitet werden, denn diese ist Bedingung für die Beantragung des Netzanschlusses

sowie die Einspeisung und Vergütung des produzierten Stroms.

Grundlage für die Genehmigung zum PIE ist die Resolução Nr.112 vom 18. Mai 1999 von ANEEL.

Dieser Beschluss legt fest, welche Voraussetzungen für die Erteilung einer Bau- und

Betriebsgenehmigung für Anlagen zur Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen erfüllt sein

müssen. In Artikel 5 sind alle erforderlichen Antragsinhalte aufgeführt:

Firmenangaben

Nachweise über Nutzungsrechte (Kauf- oder Pachtverträge, o.g. Erklärung der Gemeinde)

Technische Angaben zum Vorhaben (Ficha Tecnica)

Erläuterung der Zielsetzung des Vorhabens zur Stromerzeugung

Sind alle erforderlichen Dokumente eingegangen und genehmigt, erhält der Antragsteller von

ANEEL die Anerkennung als PIE. Diese Akkreditierung ist beispielsweise eine zentrale Bedingung

für die Teilnahme am PROINFA-Programm, was noch später beleuchtet wird. Im

Akkreditierungsbeschluss werden auch alle erforderlichen Genehmigungen aufgelistet, die vom

Entwickler in weiteren Schritten beantragt werden müssen, sowie die Fristen, innerhalb derer diese

vorliegen müssen.

Gemäß Artikel 2, Paragraph I und II können als Antragsteller sowohl juristische Personen als auch

ein Konsortium aus mehreren Unternehmen auftreten. Auch ”Autoprodutor” (Produzenten zum

Eigenverbrauch) oder Energieversorgungsunternehmen müssen sich registrieren lassen. Ein

Beispiel in diesem Zusammenhang ist IBERDROLA, welches selbst an regionalen EVUs in Brasilien

beteiligt ist. Der Resolution 112 zufolge ist es nicht notwendig, dass sich das beantragende

Unternehmen mehrheitlich in nationalem Eigentum befindet, allerdings müssen per

Gesellschaftsvertrag sämtliche Anteilsverhältnisse offengelegt werden. Die Erteilung der

Akkreditierung ist keine einfache Pflichtübung. Vielmehr prüft ANEEL die Qualität des

Projektentwurfs sowie die vorgelegten Dokumente genau. Laut Simone de Souza, Energieexpertin,

ist die ANEEL „kleinlicher geworden“, nicht zuletzt, weil die Zahl der Zulassungen und Anträge in

letzter Zeit deutlich zugenommen hat.

- 16 -


2.3 Genehmigungen für Bau und Betrieb von Anlagen

Im nächsten Schritt muss der Projektentwickler das Projekt einer mehrstufigen Prüfung der

Genehmigungsbehörden unterziehen und erwirbt aufeinanderfolgend folgende Lizenzen:

LP -

LI -

LO: -

”Licença Prévia” (Vorabgenehmigung)

”Licença de Instalaçao” (Baugenehmigung)

”Liçenca de Operação” (Betriebsgenehmigung)

Die Abbildung 6 zeigt das Genehmigungsverfahren (Quelle: DENA) in einzelnen Schritten:

Abbildung 7 - Genehmigungsverfahren

- 17 -


2.4 Vorabgenehmigung (LP - Licença Prévia)

Auf Basis eines Vorantrages wird von der Umweltbehörde die grundsätzliche

Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens geprüft sowie die Grundanforderungen für die weiteren

Planungsphasen festgesetzt, insbesondere die Notwendigkeit einer umfassenden

Umweltverträglichkeitsprüfung.

Für die Vorabgenehmigung muss der Projektentwickler der Umweltbehörde des jeweiligen

Bundesstaates eine Projektbeschreibung vorlegen. Geforderte Inhalte des Dossiers sind:



Zielsetzungen des Vorhabens sowie seiner Vereinbarkeit mit politischen Rahmenbedingungen

und Raumordnungsplänen

Exakte Projektdarstellung einschließlich der technischen und räumlichen Charakteristika

Nach Einreichen der Projektbeschreibung teilt die zuständige Umweltbehörde OEMA dem

Unternehmen mit welche Umweltgutachten bereits zur Prüfung einer Vorabgenehmigung eingereicht

werden müssen. Dabei gibt es folgende Abstufungen, die sich im erforderlichen Umfang und

Aufwand unterscheiden:





“Avaliação Prévia de Impactos Ambientais” (APIA) – vorläufiges Gutachten zur

Umweltverträglichkeit

Relatório Preliminar Ambiental“ (RPA) – vorläufiger Umweltbericht

Estudo Prévio de Impacto Ambiental“ (EPIA) – vorläufige Umweltverträglichkeitsvorprüfung

Avaliação Técnica de Impacto Ambiental“ (ATIA) – technisches Gutachten zur

Umweltverträglichkeit

Sofern die Projektentwickler (ggf. über einen erfahrenen Berater) bereits im Vorfeld mit der OEMA in

engeren Kontakt getreten sind, können die notwendigen Vor-Gutachten bereits vor Einreichung des

Vorantrages ermittelt werden. Nach Einreichung der verlangten Unterlagen erfolgt die Entscheidung

durch die Umweltbehörde, ob für das Projekt:

ein RAS (vereinfachter Umweltbericht) oder

ein EIA-RIMA (ausführliche Umweltverträglichkeitsprüfung)

vorgelegt werden muss.

- 18 -


2.5 Umweltverträglichkeitsprüfung und Umweltgenehmigungen

Voraussetzung für die Errichtung von regenerativen Energieerzeugungsanlagen ist der Erwerb einer

Reihe von Genehmigungen, die in Brasilien insbesondere in der Umweltgesetzgebung verankert

sind.

Die nationale Umweltpolitik Brasiliens gründet auf Gesetz Nr. 6.938 von 31. August 1981, in dem

zentrale Zielsetzungen und Verfahren festgelegt sind.

In der Bundesverfassung von 1988, Artikel 225 & I, Abschnitt IV wird die Notwendigkeit einer

Umweltverträglichkeitsprüfung für Infrastrukturprojekte bestimmt, die Beeinträchtigungen der Umwelt

nach sich ziehen können.

Der Beschluss „Conselho Nacional do Meio Ambiente“ (CONAMA) NR. 001 von 23. Januar 1986

spezifiziert in Artikel 2 das eigentliche Verfahren. Demnach muss der Planer eine “Estudos de

Impacto Ambiental e Respectivo Relatório de Impacto Ambiental“ (EIA-RIMA)

(Umweltverträglichkeitsstudie) durchführen, die Voraussetzung für die Erteilung der

Umweltgenehmigung durch die zuständigen Behörden ist. Paragraph XI desselben Artikels legt

zudem fest, dass das EIA-RIMA-Verfahren für Stromerzeugungsanlagen mit mehr als 10 MW für

jegliche Technologien obligatorisch ist. Die nationalen Richtlinien können auf Ebene der

Bundesstaaten durch weitere Gesetze konkretisiert werden. Nicht jeder Bundesstaat verfügt über

eigene Umweltgesetze. Falls diese existieren, sind sie laut Verfassung den Bundesgesetzen

zumindest gleichgestellt und finden im Konfliktfall Anwendung. Existieren keine Landesregelungen,

so gelten automatisch die Bundesgesetze.

Das auf Bundesebene für die Umsetzung und Überwachung der Umweltpolitik zuständige Organ ist

das brasilianische Umweltinstitut „Instituto Brasileiro do Meio Ambiente e dos Recursos Naturais

Renováveis“ (IBAMA). Diese Behörde wurde per Gesetz Nr. 7.735 vom 22. Februar 1989 geschaffen

und ist dem Umweltministerium unterstellt. Innerhalb jedes Bundesstaats existieren weitere

regionale Umweltbehörden, die „Órgãos Estaduais de Meio Ambiente“ (OEMA). Diese regionale

OEMA ist auch die zuständige Anlaufstelle für Projektentwickler für die Vergabe von

Umweltgenehmigungen. Im Fall geringerer Umweltimplikationen und Umwelteinflüssen definiert der

Beschluss CONAMA Nr. 279 von 27. Juni 2001 das vereinfachte „Relatório Ambiental Simplificado”

Verfahren (RAS). Der Mindestinhalt ist in der Anlage 1 dieses Beschlusses wie folgt definiert:

Beschreibung des Projekts

Diagnose und Prognose der Umweltwirkungen einschließlich ausführlicher Darlegung der

angewandten Methoden

Beschreibung der Maßnahmen zur Verhinderung oder Dämpfung negativer Umweltwirkungen

sowie deren laufender Überwachung

Hierbei wird die zuständige Umweltbehörde auf der Grundlage der RAS-Unterlagen entscheiden, ob

das Projekt durch das vereinfachte Umweltgenehmigungsverfahren ausreichend geprüft ist.

- 19 -


Die Entscheidung wird dem Antragssteller nach Einreichung der RAS-Studie spätestens nach Ablauf

von zehn Werktagen mitgeteilt. Vorhaben, die nach der Analyse durch die zuständige

Umweltbehörde die erforderlichen Anforderungen nicht erfüllen, müssen sich einem aufwendigeren

Genehmigungsverfahren unterziehen. In diesem Fall kann die Behörde weitere Einzelgutachten oder

sogar die Durchführung einer EIA-RIMA verlangen.

Die beiden Bezeichnungen EIA und RIMA werden fälschlicherweise oft als Synonyme angesehen.

Die RIMA ist die 10 bis 20 Seiten starke Zusammenfassung der Umweltverträglichkeitsprüfung und

damit jener Teil, welcher mit Einspruchsfrist veröffentlicht wird. Der RIMA dient also spezifisch der

Aufklärung über die Auswirkungen des Projekts und muss für Laien verständlich formuliert werden.

Der EIA ist die ausführliche Umweltstudie zur Feinprüfung durch die Fachexperten der Behörde. Der

EIA beinhaltet eine wissenschaftliche oder rechtliche Gutachten, Messergebnisse u.v.m. und

umfasst nicht selten mehrere hundert Seiten.

Artikel 7 der Beschluss CONAMA Nr.001 von 23. Januar 1986 legt fest, dass die EIA-RIMA von

einer multidisziplinären Gruppe aus Fachexperten durchgeführt werden und dabei v.a. folgende

Punkte abdecken muss:





Umweltdiagnose

Umweltverträglichkeitsanalyse, d.h. Untersuchung der Umweltwirkungen durch das Projekt

Definition von Maßnahmen zur Verhinderung oder Minderung negativer Umweltwirkungen

Programme zur laufenden Überwachung der Umweltwirkungen während der Projektlaufzeit

Nach Einreichung der gesamten Dokumentation veröffentlicht die Umweltbehörde die RIMA und gibt

durch die Presse eine Frist von mindestens 45 Tagen zur Beantragung einer öffentlichen Anhörung

bekannt. Die obligatorische Anhörung beruht auf den Beschlüssen CONAMA Nr.001/86 und 009/87.

Die Frist für die Prüfung des EIA-RIMA-Dossiers durch die zuständige Umweltbehörde beträgt

maximal 12 Monate. Die Kosten des Verfahrens variieren in der Praxis von Bundesstaat zu

Bundesstaat. Als Beispiel dient der Bundesstaat Pernambuco, wo die Lei Estadual (Landesgesetz)

Nr. 11.734/99 im Artikel 8 Anhang I bis XV festlegt, welche Gebühren seitens des Antragstellers für

die Erhaltung der Umweltgenehmigungen entrichtet werden müssen. Hier belaufen sich die

Gebühren zur Erlangung einer LP auf rund R$ 680,00. Der Zeitaufwand beläuft sich für die

Erstellung eines RAS auf rund drei Monate und bei einer EIA-RIMA, je nach Projektgröße, auf fünf

bis sechs Monate. Die Gesamtkosten des Verfahrens unter Einschaltung eines spezialisierten

Ingenieurbüros belaufen sich im Falle des RAS auf etwa R$ 50.000,00 und für die EIA-RIMA auf

etwa R$ 150.000,00.

- 20 -


Artikel 18 der Beschlusses Nr. 237/97 fordert die zuständigen Behörden im Vorfeld auf, für jede

Genehmigungsart verbindliche Genehmigungsfristen für die LP festzulegen, die maximal fünf Jahre

betragen sollen.

Insgesamt ist die geschilderte Phase eine der schwierigsten und langwierigsten im gesamten

Planungsprozess. Sofern die Behörde eine vollständige EIA-RIMA anordnet, ist von Seiten des

Planers mit erheblichem zusätzlichen Zeitaufwand zu rechnen. Diese Verzögerung erhöht sich

weiter, wenn durch die Bevölkerung oder einzelne Interessensgruppen Widerstände organisiert

werden. Auch politische Druckausübung kann zum Scheitern in dieser Phase führen. Einige

Umweltbehörden haben ihre „eigene Interpretation“ der CONAMA-Beschlüsse entwickelt und nutzen

Unklarheiten zwischen den alten und neuen Beschlüssen teilweise auch, um den

Genehmigungsprozess zugunsten der Planer zu vereinfachen. So wird im Bundesstaat Rio Grande

do Norte allgemein die Erstellung eines RAS als ausreichend betrachtet.

2.6 Baugenehmigung (LI - Licença de Instalação)

Nach Erteilung der Vorabgenehmigung bereitet der Entwickler den eigentlichen Bauantrag vor.

Dieser muss sich an den Spezifikationen der Vorhabgenehmigung bzw. des dieser

zugrundeliegenden Vor-Antrags einschließlich Umweltverträglichkeitsstudie orientieren. Nach

Zusammenstellung aller in der LP geforderten Dokumente wird der Antrag auf Baugenehmigung (LI)

bei der gleichen Behörde eingereicht. Die Gültigkeit der LI beträgt maximal sechs Jahre, bis dahin

muss das Vorhaben endgültig realisiert worden sein.

Für die Erteilung der Bau- und der anschließenden Betriebsgenehmigung können aufgrund

bürokratischer Hindernisse in den schlimmsten Fällen bis zu anderthalb Jahre vergehen. Besonders

im Nordosten Brasiliens mangelt es an qualifiziertem Personal bei den Genehmigungsbehörden. Für

das Vorankommen des Verfahrens ist es nicht nur wichtig, wann der Prozess eingeleitet wird,

sondern auch, mit welchem politischen „Flankenschutz“ dies geschieht. Insbesondere durch

Unterstützung von Vertretern der übergeordneten Regierung des entsprechenden Bundesstaates

kann das ganze Genehmigungsverfahren erheblich beschleunigt werden, indem diese Einfluss auf

die Behörden und betroffenen Gemeinden ausüben. Die Kosten zur Erlangung einer LI belaufen sich

laut Angaben von Praktikern z.B. im Bundesstaats Pernambuco auf durchschnittlich R$ 1.360,00.

2.7 Betriebsgenehmigung (LO - Licença de Operação)

Die abschließende Betriebsgenehmigung (LO) erlaubt schließlich die Inbetriebnahme der Anlage,

nachdem geprüft worden ist, ob alle im Bauantrag sowie der Baugenehmigung beschriebenen

Bedingungen auch tatsächlich erfüllt wurden.

- 21 -


Artikel 9 des Beschlusses Nr. 279 von 27 Juni 2001 definiert, dass die Licença de Operação (LO)

von der zuständigen Umweltbehörde maximal sechzig Tage nach ihrer Beantragung erteilt werden

soll, soweit die o.g. Voraussetzungen vorliegen. Zum Nachweis gehören regelmäßig auch erste

Betriebstests.

Die Kosten des Betriebsgenehmigungsverfahrens belaufen sich in Pernambuco auf rund R$

1.020,00. Die Gültigkeit der LO beträgt mindestens vier Jahre und maximal 10 Jahre betragen, kann

jedoch verlängert werden. Für alle drei Genehmigungen LP, LI und LO gilt eine Erneuerungspflicht

nach Ablauf der Gültigkeitsfrist. Die entsprechenden Umweltbehörden verfügen über

Standardformulare für sämtliche Antragsverfahren.

2.8 Netzanschluss und -Nutzung

Der Anschluss von erneuerbaren Energieprojekten erfolgt in aller Regel an das lokale

Mittelspannungsnetz. Den Antrag wird je nach Anschlusspunkt entweder bei der „Operador Nacional

do Sistema Elétrico” (ONS) (Nationale Netzbetreiber) oder direkt beim lokal zuständigen

Verteilungsunternehmen gestellt, wobei letzteres sich bei der Prüfung ebenfalls mit ONS

kurzschließt.

Der freie Zugang zu den Übertragungsnetzen für unabhängige Erzeuger ist im Gesetz Lei nº

9074/95 und Lei nº 9648/98 garantiert. Das Gesetz nº 9648/98, das Decreto 2655/98 und der

Beschluss ANEEL Nr. 281/99 autorisieren die ONS als zuständige Genehmigungsinstanz sowie die

Vertragspartner für den Netzanschluss. Die ONS legt auch die genauen Zugangsanforderungen und

-verfahren fest.

Der Antrag muss sämtliche technischen Spezifikationen der geplanten Anlage enthalten. Bei seiner

Erstellung sollte der Planer Rücksprache mit dem zuständigen Energieversorger halten, der den

Anschluss vornimmt. ONS muss innerhalb von 30 bis 120 Tagen den Antrag bewerten und dem

Antragsteller eine Benachrichtigung zukommen lassen. Im positiven Fall schließt der Antragsteller in

der Folge zwei Verträge:




Einen Netzanschluss- und Abnahmevertrag mit dem Verteilungsnetzbetreiber

”Contrato de Conexão a Transmissão” (CCT) unter Aufsicht der ONS.

Einen Netznutzungs- und Durchleitungsvertrag direkt mit der ONS – „Contrato de Uso do

Sistema de Transmissão“ (CUST)

Die Netzanschlusskosten hat der Antragsteller zu tragen. Die Höhe und Verteilung der Kosten für

Aufbau, Betrieb und Wartung der elektrotechnischen Einrichtungen sind Verhandlungssache

zwischen Netzeigentümer und Anlagenplaner.

- 22 -


Die aktuell bestehenden Hemmnisse im Netzanschlussverfahren sind vielfältig. Häufig erweisen sich

die örtlich zuständigen Energieversorgungsunternehmen (EVUs) (Electrobrás) als sperriger

Verhandlungspartner, trotz der gesetzlich vorgegebenen Abnahmeverpflichtung sowie der im

PROINFA-Programm ausdrücklich vorgesehenen Privilegierung erneuerbarer gegenüber

konventionellen Stromerzeugungsanlagen. Zu Interessenskonflikten kann es insbesondere kommen,

wenn der zuständige Netzbetreiber zugleich Stromverteiler und/oder -Produzent ist. Die rechtliche

Trennung der Energiekette („Unbundling“) ist noch nicht abgeschlossen.

Ein Beispiel liefert der Bundesstaat Rio de Janeiro: Wie Insider berichten, versucht der EVU CERJ

mit allen Mitteln Einigungen über einen Netzanschluss zu erschweren, etwa durch Aufforderung zu

aufwendigen technischen Erläuterungen oder Anforderungen an das Projekt. Hauptaktionär der

CERJ ist die spanische Endesa, die selbst an Projekten für die regenerative Stromerzeugung

beteiligt ist. Entwickler, die nicht vom PROINFA-Programm profitieren, müssen mangels

Privilegierung mit großen Schwierigkeiten beim Netzanschluss rechnen. Zudem bestehen derzeit

nach informellen Aussagen von Experten auch technische Schwierigkeiten. Ein zentrales Problem

stellt die Diskontinuität im Lastaufkommen dar, das den hohen Anforderungen der ANEEL im

Hinblick auf eine ausgeglichene Stromversorgung und Netzbelastung gerecht werden muss. Ein

weiteres Problem besteht darin, dass in manchen Fällen vom Netzbetreiber für den

Anschlussvertrag ein Stromabnahmevertrag oder eine bereits erteilte PIE-Lizenz verlangt wird. Dem

hingegen fordert die Umweltbehörde OEMA vor Ort vom Projektentwickler zur Erteilung dieser

Lizenz in der Regel eine Bestätigung des Netzbetreibers, dass die Stromeinspeisung grundsätzlich

möglich ist. Dieser „Teufelskreis“ kann zu einer zusätzlichen Unterbrechung des Antragsverfahrens

führen. (Hierl, 2012)

- 23 -


2.9 Staatliche Förderprogramme

2.9.1 PROINFA

Um den gerade stattfindenden Ausbau der erneuerbare Energien zu unterstützen hat die

brasilianische Regierung seit dem 26. April 2002 mit dem Gesetz Nr. 10.438 das „Programa de

Incentivo as Fontes Alternativas de Energia Elétrica“, zu Deutsch: „Programm zur Förderung

alternativer Energiequellen“ kurz PROINFA aufgelegt. Ein Jahr später wurde es durch ein

Folgegesetz ergänzt und 2004 von Präsident Lula endgültig reglementiert.

Es wurde als Folge eines großen Blackouts in 2001, verursacht durch eine Trockenperiode die die

Erzeugungskapazität der dominierenden Wasserkraft empfindliche geschwächt hatte, eingeführt. Die

Energiematrix sollte diversifiziert werden um Engpässe bei der Erzeugung zu minimieren. Dabei

wurde im Besonderen auf Biomasse und Windkraft als komplementäre Energiequellen gesetzt. Des

Weiteren wurden Kleinwasserkraftwerke die an das nationale Verbundnetz angeschlossen werden

gefördert. Zusätzlich zu neuen Kapazitäten wurden strenge Energieeffizienzmaßnahmen ergriffen

um den Energieverbrauch zu senken. Dabei wurde eine Gesamtleistung von 2,6 GW installiert, 533

MW allein an Biomasseanlagen. 2005 wurde der Zielwert von insgesamt 3300 MW erreicht. (MME -

PROINFA, 2012)

Typ Projekte 2012 Kapazität

Klein-

Wasserkraft

Geplanten

Leistung d A

Investitionsvolumen

Ø-Preis pro

MWh

60 1159,24 MW 6543,53 MWh 1.222.000 R$ 188,00 R$

Windkraft 51 1181,72 MW 3468,85 MWh 62.139.000 R$ 330,00 R$

Biomasse 19 533,34 MW 1225,48 MWh 184.800 R$ 154,00 R$

Quelle: Zahlen entnommen von (Eletrobras, 2012)

Tabelle 4 - Geplante Projekte, Kapazitäten und Investitionen im PROINFA-Programm

- 24 -


Aktuell sind alle Fördergelder vergeben und die betreffenden Anlagen werden in den nächsten

Jahren fertiggestellt. Eine Weiterführung des Programms ist derzeit noch nicht geplant.

Quelle: Grafik entnommen von (MME - PROINFA, 2012)

Abbildung 8 - Potenziale der Staaten im PROINFA-Projekt

(PCH = Kleine Wasserkraftanlagen, Eólica = Windkraft, Biomassa = Biomasse)

Die Verträge über den Ankauf der Energie wurden mit Eletrobrás – dem staatlichen Erzeuger und

Verkäufer von Strom – über 20 Jahre garantiert. Erklärte Nebenziele waren die Schaffung von

150.000 Arbeitsplätzen und die Reduktion von Treibhausgasemissionen, die sich mittlerweile auf 2,5

Mio t CO 2 Equilamente/Jahr summiert haben. (Eletrobras, 2012)

2.9.2 PAC

Für Ausbau der nötigen Infrastruktur wurde in der Vergangenheit vom Staat mit dem 2003

verabschiedeten „Programa de Aceleração do Crescimento“ - kurz PAC - zur Beschleunigung des

Wachstums der brasilianischen Wirtschaft (u.a. im Energiesektor) gefördert. Ziel war die Förderung

der Investitionen im Land mittels Instrumenten wie der Ausweitung der Kreditvergabe und Reduktion

von Zinsen, Verbesserung des Investitionsumfelds, der Infrastruktur und des Steuersystems sowie

langfristige Entlastungssteuermaßnahmen. Dabei sind Gesamtinvestitionen in Höhe von etwa R$

503 Milliarden getätigt worden. Davon flossen ca. R$ 275 Milliarden in den Energiesektor.

2011 wurde das PAC 2 verabschiedet, welches wiederum neue Gesamtinvestitionen in Höhe von R$

955 Milliarden bis zum Jahre 2014 verspricht. Auch die Planung der Fußball WM 2014 und der

Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016 beinhaltet größere Investitionen in

Infrastrukturmaßnahmen. (MME - PAC 2, 2012)

- 25 -


2.10 Finanzierung und Betrieb

Zur Planung, Errichtung und Betrieb erneuerbarer Energieprojekte in Brasilien unter Beteiligung

ausländischer Unternehmen, werden in der Regel vor der Finanzierung örtliche

Projektgesellschaften gegründet. Im Hinblick auf die Aufbringung des benötigten Kapitals, mit Hilfe

brasilianischer oder internationaler Banken, sind die in jeder Hinsicht erhöhten Anforderungen der

internationalen Projektfinanzierung zu berücksichtigen. Zentrale Voraussetzung ist in jedem Fall die

Aushandlung langfristig garantierter Vergütungskonditionen für den erzeugten Strom.

Klassische Partner für die Finanzierung von Auslandsprojekten deutscher Unternehmen ist die

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und im Bereich erneuerbare Energien in Schwellenländern

auch die deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) oder die Gesellschaft für

technische Zusammenarbeit (GTZ), die jeweils über langjährige Erfahrungen im brasilianischen

Markt verfügen. Sofern das Projekt den Charakter eines öffentlichen Infrastrukturprojektes trägt und

letztlich von brasilianischen Unternehmen betrieben werden soll, bieten sich gemischte

Betreibermodelle wie „Public-Private-Partnerships“ (PPP) oder „Build - Own/Operate-Transfer“

(BOT) an, bei denen die Entwickler nach Ablauf einer Konzessionszeit die Projektgesellschaft gegen

Zahlung eines vertraglich geregelten Kaufpreis an die endgültigen Betreiber abgibt.

Neben internationalen oder supranationalen Kreditinstituten wie der Interamerikanischen

Entwicklungsbank oder der Weltbank sind auch brasilianische Banken in die Finanzierung von

erneuerbaren Energieprojekten involviert. Die staatliche Entwicklungsbank „Banco Nacional de

Desenvolvimento Economico e Social“ (BNDES) bietet drei zentrale Kreditprogramme auch für den

Energiesektor an:

FINEM zur Kapitalausstattung von Projektgesellschaften i.H.v. ≥ R$ 10 Mio.

BNDES Automatico zur Kapitalausstattung von Projektgesellschaften

i.H.v. R$ 10 Mio bis R$ 20 Mio, abhängig von der Firmengröße.

BNDES Finame für den Kauf von in Brasilien hergestellten Investitionsgütern inkl.

Energieanlagen

Nähere Informationen zu den Programmen können über die BNDES-Webseite ermittelt werden.

Kredite werden in der Regel über brasilianische Geschäftsbanken oder Agenturen beantragt. Das

Verfahren gilt nach Aussage von Marktexperten jedoch als bürokratisch und langwierig, was auch

auf die ungeklärten Aspekte im aktuellen Regulierungsumfeld zurückzuführen ist. Eine Alternative für

Unternehmen liegt in der Vorfinanzierung über andere Quellen und anschließende Übertragung der

Kredite auf die BNDES. (BNDES, 2012)

- 26 -


V. Marktstruktur und Marktchancen für deutsche

Biomasse- und Biogas Unternehmen

1. Biomasse

Durch das klimatisch bedingte große Angebot an Biomasse und die enorme Landfläche von über 8,5

Millionen Quadratkilometer, ist die Ausgangslage in Brasilien in Abgrenzung zum Biogas-Sektor

vorteilhaft. Die Nutzung beschränkt sich mit fast 50% auf den industriellen Sektor für die elektrische

Eigenversorgung, überwiegend durch Bagasse, der pflanzliche Abfall der bei der Produktion von

Zucker und Ethanol entsteht. Weitere große Verbraucher sind Haushalte und Kraftwerke. Damit ist

die Biomasse mit einem heutigen 31%igen Anteil am Energieangebot, einem 6.6%igen Anteil an der

Stromversorgung in 2010 und einer Kapazität von 2500MW bei Heizkraftwerken, eine

ernstzunehmende Größe im brasilianischen Energiemix. Das aktuelle Wachstum des Biomasse-

Sektors ist enorm: Von den heutigen 9,7GW sind 2012 zusätzliche Kraftwerke mit einer Leistung von

870MW im Bau und weitere 1,84GW in Planung.

Der Markt besteht aus vielen fragmentierten Kleinfirmen die in der Regel 2-5 Biomasse-Anlagen

besitzen und betreiben. (ANEEL, 2012) Auf der Zulieferseite sind brasilianische Firmen vertreten die

Anlagen komplett aus einer Hand anbieten wie Dedini, die mit 80% Marktanteil führend in Brasilien

bei Biomasse-Anlagen für die Zuckerrohrverwertung und Ethanol Produktion. Fibraeng und Ecirtec

sind weitere Firmen für Bauteile und Komplettangebote beim Anlagenbau. Koblitz ist ein

Unternehmen der Holding Fontis Energia Ltda und wesentlich kleiner als Dedini, ist allerdings auf die

Erzeugerseite neben Biomasse- auch auf Wasser-, und Gaskraftwerke spezialisiert. Weitere

Anlagenhersteller, Betreiberfirmen sowie Kontaktadressen sind in der Firmendatenbank in der

Zielgruppenanalyse aufgeführt.

Durch die langjährige Erfahrung von Biomassenutzung für die Energieerzeugung. Bspw. die als

Reaktion auf die erste Öl-Krise angefahrene Ethanol Produktion, der als 24%ige Beimischung zum

Treibstoff im Verkehr hinzugefügt wird. Dieser wird aus Zuckerrohr gewonnen wird. Das hat den

brasilianischen Firmen einen Frühstart bei der Erfahrung mit dieser Technologie gegeben. Allerdings

wird deutsche Technologie in diesem Markt hoch angesehen und es bietet sich an Partnerschaften

mit inländischen Unternehmen aufzubauen. Gründe hierfür sind die teils hohen Importzölle (~16%)

für Material und Maschinen und das komplizierte Zoll- und Abgabensystem. (AHK São Paulo, 2011)

Ein Schritt zur Vereinfachung zum Markteinstieg ist, auf lokale Zulieferer zurückzugreifen oder

eigene Fertigungen aufzubauen.

Die Vielfältigkeit der energetisch verwendbaren Stoffe von der Versorgungsseite aus ist durch ein

breites Angebot an Rohstoffen hoch. Die Industrie konzentriert sich auf die ertragreichsten

Energielieferanten, die zudem oft Synergieeffekte mit der bestehenden Produktion von Zucker oder

Bauholz zu bieten haben.

- 27 -


Hauptrohstoffe im Biomasse-Sektor

0,33%

3,88%

0,82%

12,67%

Zuckerrohr

Schwarzlauge

Holzabfälle

82,30%

Biogas

Reishülsen

Quelle: Eigene Darstellung auf Datengrundlage von (ANEEL, 2012)

Abbildung 9 - Zusammensetzung der Biomasseerzeugung

Die Herkunft reicht von speziellen Energiepflanzen wie der Dendê-Palme (Zu Deutsch: Ölpalme)

oder der Sojabohne die für den Zweck der Produktion von Biodiesel verwendet werden, über

Abfallprodukten aus der Nahrungsmittelindustrie wie Reisschalen, klassischen Holzabfällen aus der

Forstwirtschaft für die Pellet- und Holzkohleproduktion, bis hin zu Zuckerrohr.

Dieser setzt sich aus den gepressten und getrockneten Überresten der Zuckerrohrpflanzen

zusammen, in der Fachliteratur als Bagasse bezeichnet

Bei diesem Rohstoff ist Brasilien mit einer Jahresproduktion vom 300.000t weltmarktführend.

(PNUD, 2012) Dieser wird zur Produktion von Ethanol, was als Treibstoff für Fahrzeuge verwendet

wird, genutzt. Hierbei ist Brasilien ebenfalls, nach den USA, der größte Produzent.

Der zweitwichtigste Rohstoff sind Holzabfälle aus der Forstwirtschaft die beim Weiterverarbeiten von

Bäumen anfallen. Ein Beispiel ist das im Bau befindliche 30 MW-Kraftwerk „Guaçu” des

Unternehmens Guaçu Geração de Energia S.A. in Aripuanã, Mato Grosso.

Die drittwichtigste Ressource ist die sog. Schwarzlauge. Diese energiereiche Substanz fällt bei der

Papierproduktion als Nebenproduktion an und kann verheizt werden.

Unabhängig von dem Brennstoff, werden alle Anlagen fast ausschließlich zur Produktion von

Prozessdampf und Strom mit dem Betrieb gekoppelt der das Material liefert. Dieser ist auch meist

gleichzeitig der Besitzer.

Der aktuelle Kraftwerkspark mit Reishülsen als Brennstoff ist noch begrenzt. Insgesamt 8 Anlagen

mit einer Gesamtleistung von 32 MW haben einen Anteil von 0,33% an der Energieerzeugung aus

Biomasse. (ANEEL, 2012)

Ein weiterer noch experimenteller Ansatz ist die Überführung von fester Biomasse in gasförmige.

Das „Instituto de Pesquisas Tecnológicas“ (Institut für Technologieforschung) arbeitet gerade an

einer Versuchsanlage. Nach heutigen Informationen befindet sich das Projekt in der technischen

Definition des Kraftwerks, das eine mit einer Kapazität von 400.000t haben soll. Mit Fertigstellung ist

frühestens in 5 Jahren zu rechnen.

- 28 -


Zuckerrohr Bagasse

Den Großteil der Finanzierung übernehmen mit jeweils 30 Millionen Dollar die brasilianische

Entwicklungsbank „Banco nacional do desenvolvimento“ (BNDES) und der Financier von Studien

und Projekten, die „Financiadora de Estudos e Projetos“ (FINEP) finanziert. Zusätzlich fließen

jeweils 10 Millionen Dollar von industriellen Partnern der Landesregierung in das Projekt.

(BrasilAgro, 2012)

Im Folgenden ist eine Auflistung der drei größten Anlagen in Brasilien der meistgenutzten

Brennstoffe. Aufgegliedert in bestehende, im Bau befindliche und geplante Kraftwerke und die

jeweils gesamt installierte Leistung.

Name Kapazität (kW) Eigentümer Standort

Barra Bioenergia 136.000

Caçú I 130.000

Santa Luzia I 130.000

Anzahl/Insgesamt 358 / 8.027.644

In Betrieb

100% para Barra

Bioenergia S.A.

100% para Rio

Claro Agroindustrial

S.A.

100% para Agro

energia Santa Luzia

Ltda

Barra Bonito – SP

Caçu - GO Caçu -

GO

Nova Alvorada do

Sul - MS

Im Bau

Jataí 105.000

100% para Cosan

Centroeste Ltda.

100% para Revati

Chapadão

Geradora de

92.000

Agroenergia

Energia Elétrica

Ltda

Cachoeira Dourada 80.000 100% para U.S.J. -

Açúcar e Álcool S/A

Pedro Afonso 80.000

100% para Pedro

Afonso Açúcar e

Bioenergia S.A

Anzahl/Insgesamt 12 / 739.928

Genehmigt

Jataí - GO

Brejo Alegre - SP

Cachoeira Dourada

- GO

Pedro Afonso - TO

Anhanduí 156.000 - -

Vale do Vacaria 156.000 - -

Cerona 150.000 - -

Terra Verde I 140.000 - -

Anzahl/Insgesamt 28 / 1.348.242

- 29 -


Holzabfälle

Schwarzlauge

Rigesa 53.480

Rigesa 32.500

Lages 28.000

Anzahl/Insgesamt 39 / 321.135

In Betrieb

100% para Ripasa

S/A - Celulose e

Papel

100% para Rigesa

Celulose Papel e

Embalagens Ltda

100% para Lages

Bioenergética Ltda

Limeira - SP

Três Barras - SC

Lages - SC

Im Bau

Guaçu 30.00

100% para Guaçu

Geração de Energia Aripuanã - MT

S.A

Rondon II 24.000

100% para

Eletrogoes S/A.

Pimenta Bueno - RO

Abílio Bornia 11.200

100% para Usina

Termoelétrica Inácio Martins - PR

Winimport S/A

Anzahl/Insgesamt 4 / 73.200

Genehmigt

Santana do

Araguaia I

34.000 - -

Xanxerê 30.000 - -

Agudos 12.500 - -

Anzahl/Insgesamt 9 / 75.247

Suzano Mucuri

(Ex.Bahia Sul)

214.000

Aracruz 210.400

VCP-MS 163.200

Anzahl/Insgesamt 14 / 1.235.643

In Betrieb

100% para Suzano

Papel e Celulose

S.A.

100% para Fibria

Celulose S.A

100% para Fibria-

MS Celulose Sul

Mato-Grossense

Ltda.

Im Bau

Mucuri - BA

Aracruz - ES

Três Lagoas - MS

- - - -

Genehmigt

Eldorado Brasil 226.000

100% para Eldorado

Celulose e Papel Três Lagoas - MS

S/A

CMPC 57.960 Keine Angabe Keine Angabe

Centro Tecnológico

100% para

440

Usinaverde

Usinaverde S.A.

Rio de Janeiro - RJ

Anzahl/Insgesamt 4 / 539.240

Quelle :Tabelle entnommen aus (ANEEL, 2012)

Tabelle 5 – Kraftwerkskapazitäten Biomasse

- 30 -


Sich anbietende Standorte sind von dem zu verwendeten Rohstoff abhängig. Die folgende Analyse

bezieht sich exemplarisch auf Zuckerrohrbagasse als Brennstoff. Dieser ist mit 249,7 Millionen

Tonnen der am meisten verwendete Brennstoff. (ANEEL, 2012) Die höchste Konzentration dieser

Anlagen befindet um den zentral gelegenen Bundesstaat São Paulo, gefolgt von den umliegenden

Regionen Minas Gerais, Mato Grosso do Sul, Goiás und Paraná:

Quelle: Eigne Darstellung auf Datengrundlage von (ANEEL, 2012)

Abbildung 10 - Verteilung der Erzeugungskapazitäten pro Bundesstaat

Die Kernregionen bieten gleichzeitig auch die größten Potentiale für den Ausbau weiterer

Kraftwerke. Die folgende Karte, die auf Daten des nationales Referenzzentrum für Biomasse „Centro

Nacional de Referência em Biomassa“ (CENBIO) in Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Institut

für Geographie und Statistiken „Instituto Brasilerio de Geografia e Estatistica“ (IBGE) basiert, zeigt

die Potentiale für weitere Biomasseanlagen in Brasilien. Die dabei zugrunde liegende Rechnung

basiert auf einem Modellkraftwerk mit 120kWh/t und einer 95%iger Jahresauslastung (8322 Std).

(CENBIO, 2012)

- 31 -


Quelle: (CENBIO, 2012)

Abbildung 11 - Aktuelle Potentiale von Zuckerrohrbagasse-Anlagen

- 32 -


Der Stromabsatz von Kraftwerken konzentriert sich, anders als in Deutschland, auf die

unabhängigen Energieversorger auch "Independent Power Producer" (IPP) genannt. Diese stellen

2/3 des Absatzmarktes. Danach folgen die Selbstversorger mit knapp 20%. Die "registrierten"

Anlagen haben einen Anteil von 5%. (ANEEL, 2012)

Aufteilung der Absatzarten für Strom

0,2%

5,0%

19,1%

75,7%

Selbstversorgung

Unabh. Energieversorger

Registriert

Keine Angabe

Quelle: (ANEEL, 2012)

Abbildung 12 – Arten des Stromabsatzes bei Biomasse-Anlagen in Brasilien

2. Biogas

Die vorliegende Analyse unterscheidet explizit zwischen der Biomassebranche in Brasilien im

Allgemeinen und dem Markt für Biogas im Speziellen. Aufgrund der intensiven Tierhaltung in

Brasilien, der zum Teil hohen Flächenproduktivität und dem hohen Verarbeitungsgrad agrarischer

Produkte (Agroindustrie) sowie der überproportionalen Verstädterung mit zahlreichen großen

Städten und den daraus resultierenden Abfällen und Abwässern, ergeben sich zudem erhebliche

Potentiale für die Nutzung von Biogas.

Die brasilianische Regulierungsbehörde ANEEL betreut eine Datenbank des brasilianischen

Kraftwerkspark. Die daraus entnommene Liste aller in Betrieb genommener Biogasanlagen ist in

Tabelle 6 abgebildet. Die Gesamtkapazität der 20 Biogasanlagen in Brasilien beträgt insgesamt ca

79,6 MW. Dies sind nur 0,82% der gesamten Elektrizitätserzeugung aus Biomasse (9757,8 MW).

Jedoch wurde der Bau von weiteren 6 Anlagen bereits bewilligt, wodurch sich die Gesamtkapazität

des brasilianischen Biogasanlagenparks um ca. 42 MW erhöht. Wie man anhand der Standorte

sieht, ist der Großteil der Biogasanlagen auf den Südosten bzw. Süden Brasiliens konzentriert. Vor

Allem in den Bundesstaaten São Paulo, Paraná und Minas Gerais wurden überwiegend die Anlagen

gebaut (ANEEL, 2012)

- 33 -


Anlage Kapazität (kW) Eigentümer Standort

Salvador

100% Termoverde Salvador

19.730

S.A.

Salvador - BA

70% Biogeração Energia

Bandeirante

S/A

20.000

(Mülldeponie)

30% União de Bancos

São Paulo - SP

Brasileiros S.A.

São João Biogás

100% São João Energia

21.560

(Mülldeponie)

Ambiental S/A

São Paulo - SP

Energ-Biog 30

100% Biomass Users

Network do Brasil

Barueri - SP

Unidade Industrial de

100% Cooperativa

160

Aves

Agroindustrial Lar

Matelândia - PR

Unidade Industrial de

100% Cooperativa

40

Vegetais

Agroindustrial Lar

Itaipulândia - PR

ETE Ouro Verde 20

100% Companhia de

Saneamento do Paraná – Foz do Iguaçu - PR

Sanepar

Granja Colombari 32 k.A. k.A.

Star Milk 110 100% Ibrahim Faiad Céu Azul - PR

Asja BH 5.000

100% Consorcio Horizonte

Asja

Belo Horizonte - MG

Arrudas 2.400

100% Companhia de

Saneamento de Minas

Gerais

Belo Horizonte - MG

Granja São

Pedro/Colombari

80

Ambient 1.500

Granja Makena 80

Ajuricaba 80

100% José Carlos

Colombari

100% Ambient Serviços

Ambientais de Ribeirão

Preto S.A

100% Altair Olimpio de

Oliveira

100% Prefeitura Municipal

de Marechal Cândido

Rondon

São Miguel do Iguaçu

- PR

Ribeirão Preto - SP

Patrocínio - MG

Marechal Cândido

Rondon - PR

Fazenda Nossa Senhora

do Carmo

80 100% Sérgio Elias Saraiva Ituiutaba - MG

Geo Elétrica Tamboara 3.980

100% Geo Elétrica

Tamboara Bioenergia SPE Tamboara - PR

Ltda

Uberlândia

100% Energas Geração de

2.852

Energia Ltda

Uberlândia - MG

Granja São Roque 1.000

100% Nelso Pasqual e

Maria Salete Pasqual

Videira - SC

Cetrel Bioenergia JB 874

100% UTE Cetrel

Bioenergia JB

Cachoeirinha - PE

Stand: September 2012, Quelle: (ANEEL, 2012)

Tabelle 6 - Liste aller in Betrieb genommener Biogasanlagen in Brasilien (ANEEL, 2012)

- 34 -


Eine Aufbereitung der Daten von ANEEL, zeigt wo die Erzeugungskapazitäten von Biogasanlagen in

Brasilien lokalisiert sind. Abbildung 13 bildet die Kapazitäten der Biogasanlagen in Brasilien dar und

zeigt deren Standorte an. Wie man sieht, ist eine Vielzahl von Anlagen im Süden bzw. Südosten

Brasiliens vorzufinden. Diese sind jedoch vorwiegend kleine Anlagen mit Kapazitäten bis zu maximal

10 MW. Eine Ausnahme stellen die beiden Deponiegasanlagen in São Paulo dar. Diese beiden

Biogaskraftwerke können zusammen maximal eine Leistung von ca. 42 MW zur Verfügung stellen.

Daher ist São Paulo die Stadt mit der größten Biogaskapazität, gefolgt mit Abstand von Salvador.

Quelle: Eigene Darstellung auf Datengrundlage von (ANEEL, 2012)

Abbildung 13 - Lage der Erzeugungskapazitäten von Biogasanlagen in Brasilien

Eine weitere interessante Information ist die Aufteilung der Absatzarten des aus Biogas erzeugten

Stroms. Wie man in Abbildung 14 sieht wird ca. die Hälfte der Kapazitäten von "IPP`s" erzeugt.

Selbstversorger machen 25.12% aus, gefolgt von den "registrierten Anlagen" mit 22.97%. Im

Vergleich zum gesamten Biomasseanlagenpark ist der Anteil an Selbstversorger um 5% größer,

wenn nur der Strom aus Biogasanlagen betrachtet wird. (ANEEL, 2012)

- 35 -


Absatzarten des Stroms aus Biogas

22,97% 0,04%

25,12%

Selbstversorgung

Unabh. Energieversorger

Registriert

Keine Angabe

51,87%

Quelle: Eigne Darstellung auf Datengrundlage von (ANEEL, 2012)

Abbildung 14 - Absatzarten des Stroms aus Biogas in Brasilien

In ländlichen Gegenden bietet sich die Nutzung von Biogasanlagen (Biodigestoren) an, in denen

Methangas aus tierischem Kot und landwirtschaftliche Rückständen gewonnen wird. Neben der

Stromerzeugung ist die thermische Verwendung des entstandenen Biogas natürlich ebenso möglich.

Gerade in abgeschiedenen ländlichen Regionen und im Süden- und Südosten des Landes, wo die

Tierhaltung überwiegend angesiedelt ist, stellt die Biogasproduktion eine günstige Möglichkeit für

eine sicherere Energieversorgung dar. Dort kann Biogas auch durch die Kompostierung von Mist

und pflanzlichen Abfällen gewonnen werden. Das Potential in diesem Bereich ist aber noch längst

nicht ausgeschöpft.

Aufgrund der intensiven Viehhaltung in den südbrasilianischen Staaten Rio Grande do Sul, Paraná

und Santa Catarina, eignet sich besonders diese Region für ein Engagement von deutschen

Unternehmen mit Erfahrung in der Gewinnung und Verarbeitung von Biogas aus Gülle. Abbildung

14 zeigt eine Schätzung einer Studie des "Centro Nacional de Referência em Biomassa" (CENBIO)

aus dem Jahr 2012. Es werden die Schätzergebnisse des Potenzials zur Gewinnung von Biogas aus

der Schweinezucht in Südbrasilien für das Jahr 2011 dargestellt. (CENBIO, 2012)

Das Engagement deutscher Unternehmen in dieser Region wird dadurch erleichtert, dass der Süden

Brasiliens das Zentrum von deutschen Auswanderern war. Die dort ansässigen Firmen und

potenziellen Kunden fühlen sich der deutschen Kultur noch sehr verbunden und viele beherrschen

sogar die deutsche Sprache, was deutschen Unternehmen einen klaren Vorteil gegenüber anderen

ausländischen Konkurrenten gibt. Noch vor 2010 wurde in Südbrasilien die Gülle unkontrolliert

entsorgt und die daraus entstandenen Methanemissionen gefährdeten Umwelt und Klima. Dank

Initiativen und Förderungen wie z.B. durch die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft

(DEG) wurde seit 2010 die Verbreitung von deutscher Biogas-Technologie unterstützt. Als Beispiel

ist die von MVV decon GmbH, ein deutsches Beratungsunternehmen für Energieversorgung und -

effizienz mit Sitz in Mannheim, gebaute Biogasdemonstrationsanlage zu nennen. (EPO, 2012)

- 36 -


Quelle: Übersetzung der Darstellung von (CENBIO, 2012)

Abbildung 15 - Schätzung des Potentials zur Gewinnung von Biogas aus der Schweinezucht in

Südbrasilien

Neben landwirtschaftlichen Abfällen, kann auch gewöhnlicher Hausmüll zur Energieerzeugung

genutzt werden. Daher eignen sich auch Brasiliens Metropolen als mögliche Standorte für neue

Biogasanlagen. Pro Tag fallen in Brasilien 240.000 bis 300.000 t feste städtische Abfälle an, ca.

100.000 t davon sind Hausmüll. Dieser besteht zu 60 bis 70% aus organischem Material, das durch

Kompostierung in Methangas umgewandelt und so zur Stromerzeugung verwendet werden kann.

Insgesamt könnten aus diesen Abfällen jährlich ungefähr 25.000 GWh Strom gewonnen, sondern

reduziert auch die Kosten und Probleme die mit dem Transport und der Endlagerung des Mülls

verbunden wären (AHK São Paulo, 2012).

In Brasilien werden täglich durchschnittlich 0,5 kg Müll je Einwohner produziert, was nach Aussage

verschiedener Quellen zwischen 20 und 45 Mio. t pro Jahr an städtischem Müll ausmacht. 35%

dieses Mülls sind recyclebare Abfälle, die restlichen 65% sind im Wesentlichen Essensabfälle zur

Lagerung auf Deponien, die damit theoretisch der thermischen Verwertung zur Verfügung stehen.

Analog der Müllmenge gehen auch die Schätzungen des Potentials auseinander. Experten gehen

von einem theoretischen Potential zwischen 25.000 und 140.000 GWh / Jahr aus (AHK São Paulo,

2012).

Allem voran ist das Stadtgebiet São Paulo mit ca. 17 Mio. Einwohnern zu nennen. Hier werden

jährlich knapp 500-600 Mio. m³ Methan aus den Müllhalden abgegeben. Nach Schätzungen der "US

- 37 -


Environmental Protection Agency" (USEPA) entspricht dies einem technischen Potential von 150

MW im Bundesstaat Sao Paulo. Biogasanlagen aus Hausmüll bieten sich vor allem neben São

Paulo in den großen Stadtgebieten Salvador, Belo Horizonte und Rio de Janeiro an (AHK São

Paulo, 2012).

Der brasilianische Bioenergieatlas 2012, eine regelmäßige Studie des CENBIO verdeutlich die

Potenziale von Energieerzeugung durch Biogas aus festen städtischen Abfällen. Abbildung 15 zeigt

das geschätzte Potenzial von Energieerzeugung aus städtischen Abfällen und Mülldeponien mithilfe

von Biogasanlagen (CENBIO, 2012).

Die aussichtsreichsten Standorte sind demnach Großstädte wie São Paulo und Rio de Janeiro.

Wie schon in Abschnitt 2.1 erwähnt, gibt es bei den meisten erneuerbaren Energien erhebliche

Transmissionsverluste. Nimmt man die großen Wasserkraftwerke als Beispiel, geht ein großer Teil

der erzeugten Energie verloren, da die großen Wasserkraftwerke weit außerhalb von den Städten

liegen und das Stromnetz technische Mängel aufweist. Die Mülldeponien liegen jedoch direkt an den

Metropolen, d.h. Elektrizität kann direkt dort produziert werden, wo sie gebraucht wird; ohne großen

Transmissionsverlust.

Quelle: Übersetzung der Darstellung von (CENBIO, 2012)

Abbildung 16 - Schätzung des Potential der Erzeugung von Biogasenergie aus städtischen Abfällen und

Mülldeponien in Brasilien

Ein marktführendes Unternehmen im Bereich der Biogasverwertung ist Qualix. Neben der

Herstellung von Anlagen für die Biogasverwertung verwaltet sie zum Beispiel auch die Deponie Sao

João in São Paulo, die größte Mülldeponie Südamerikas. Ein Projekt aus dem Jahr 2010 des

Unternehmens ist die Mülldeponie in Feira de Santana, wo durch die Sammlung und Verbrennung

- 38 -


von Methangas Energie gewonnen wird. Das Unternehmen investierte insgesamt 4.300.00,00 R$ für

dieses Projekt. (AHK São Paulo, 2012)

Aufgrund der Tatsache, dass Biogasanlagen die Methanemissionen reduzieren, die durch eine

unkontrollierte Entsorgung von Gülle oder städtischen Abfällen entstehen, bietet sich die

M6oglichkeit für deutsche Unternehmen ihre Biogasanlagen versuchen als CDM-Projekt (Clean

Development Mechanism) in Brasilien zu realisieren.

CDM-Projekte unterstützen den Austausch alter Verbrennungstechniken durch energieeffizientere

Brennstoffe oder Verfahren. Die Anzahl dieser Projekte nimmt in Brasilien zu. Die hierfür nötigen

Investitionen werden vor allem durch Unternehmen aus England, Japan, Niederlande und

Deutschland getätigt.

Zu diesen CDM-Maßnahmen zählt eine Auswahl von Projekten zum Zwecke der im Kyoto-

Protokoll vereinbarten Reduktion von Treibhausgas-Emissionen. Länder wie Deutschland die ihre

Obergrenzen für CO 2 -Emissionen nicht einhalten können, haben die Möglichkeit in

Klimaschutzprojekte zu investieren, die wiederum in Entwicklungs- oder Schwellenländern zur

Reduktion von Treibhausgas beitragen.

Die nach erfolgreichem Abschluss dieser Projekte ausgestellten Zertifikate mit der Angabe der

reduzierten Emissionsmengen können anschließend auf dem europäischen Emissions-Zertifikate-

Markt verkauft oder selber verwendet werden. Daher ist es empfehlenswert anzustreben eigene

Projekte als CDM-Projekte umzusetzen um zusätzliche Einnahmequellen zu generieren. (CDM,

2012)

Abschließend ist zu sagen, dass das konkrete Marktpotenzial deutscher Unternehmen im

brasilianischen Biomasse und Biogasmarkt noch lange nicht ausgeschöpft ist. Deutsche

Umweltunternehmen haben den Vorteil, dass deutsche Technologie im Allgemeinen und die

deutsche Umweltbranche im Speziellen eine sehr hohe Reputation in Brasilien genießen. In Brasilien

ist man sich bewusst, dass Umwelttechnologie aus Deutschland führend ist. Im Gegensatz zu den

anderen ausländischen Partnern, werden deutsche Unternehmen sehr geschätzt und man sagt

Ihnen nach, dass Sie sehr kooperativ sind und nachhaltig arbeiten. Das Bild von deutschen

Investoren und Firmen ist somit sehr positiv. Dies erleichtert die Kontaktaufnahme mit potenziellen

brasilianischen Partnern sehr, da die brasilianischen Firmen gerne vom deutschen Know-How

profitieren wollen.

Des Weiteren unterhalten viele Unternehmen und Universitäten aus Deutschland Partnerschaften zu

brasilianischen Institutionen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Eine Kooperationsstruktur

ist zu großen Teilen schon aufgebaut. Beispielweise hat die KfW ein Büro in Brasilien und fördert

zurzeit Projekte zum Ausbau der Solar- und Windenergie in Brasilien. Somit haben

Biomasseprojekte auch das Potenzial um von der KfW unterstützt zu werden. (KfW, 2012)

Auch die GIZ unterhält einige Büros in Brasilien und kann bei Geschäftsanbahnungen für

Umweltprojekte behilflich sein. Ein aktuelles Projekt der GIZ in Brasilien ist das "Energy Programme

for Brazil", welches die Förderung von Energieeffizienz und den Ausbau der erneuerbare Energien

- 39 -


zum Ziel gesetzt hat. Biomasse- und Biogasanlagen fallen somit unter die Kategorie der

erneuerbaren Energien und haben gute Chance auch gefördert zu werden. (GIZ, 2012)

Ein Engagement deutscher Unternehmen in den brasilianischen Biomasse und Biogassektor ist

somit ausdrücklich zu empfehlen. Obwohl es einige Hindernisse zu überwinden gibt, überwiegen die

Chancen. Eine frühzeitige Markterschließung sorgt dafür, dass man sich eine gute Ausgangslage

verschafft und eventuell später zu den Marktführern zählt. Jedoch ist ein erfolgreicher Markteintritt in

Brasilien ohne brasilianische Partner kaum zu realisieren. Delegationsreisen, wie Sie von der

Deutsch-Brasilianischen Außenhandelskammer organsiert werden, können dabei ein große Hilfe

sein potenzielle Partner und Kunden in Brasilien zu finden.

Die in der vorliegenden Zielmarktanalyse gemachten Schlussfolgerungen können in einer SWOT-

Analyse zusammengefasst werden.

Strengths

• Hohe Konsumneigung

• Starke internationale Industriepräsenz

• Förderhilfen durch deutsche Institutionen

• Hohe Energiepreise

• Führend auf dem Markt der Erneuerbaren

Energie

• Stark wachsende Wirtschaft und

steigender Energiebedarf

• Hohe ausländische Direktinvestitionen

• z.T. deutschsprachige Kunden und

Partner in Südbrasilien

Opportunities

• Großes Interesse an deutschem Know-

How

• Energieplan 2030

• Steigendes Umweltbewusstsein

• Fußballweltmeisterschaft 2014 und

Olympische Spiele 2016

• Viel ungenutztes Potential aufgrund von

hohen landwirtschaftlichen Aktivitäten

• Ausbau der Infrastruktur

• Ausbau der Kooperation zwischen Staat

und Industrie

Weaknesses

• Hoher Bürokratieaufwand und

komplexes Steuersystem

• Wenige brasilianische

Fördermaßnahmen/

Finanzierungsanreize

• Defizite im Bildungssystem und Mangel

an Fachkräften

• Lange Transportwege und schlechte

Infrastruktur

Threats

• Starke Abhängigkeit von Wasserkraft

• Inflation

• Korruption

- 40 -


VI. Schlussbetrachtung

Die vorliegende Zielgruppenanalyse befasste sich mit den aktuellen Einstiegsmöglichkeiten

deutscher Unternehmen in den Biomasse- und Biogasmarkt in Brasilien.

Zunächst wurde ein Überblick in die politischen Strukturen Brasiliens gewährt und ein Einblick in die

ausgezeichnete Wirtschaftslage und die engen deutsch-brasilianischen Wirtschaftsbeziehungen

gegeben.

Anschließend folgte ein Überblick über den brasilianischen Energiemarkt. Dieser Abschnitt ist in

einen allgemeinen Teil zur Energieerzeugung und Verbrauch und einen speziellen Teil über die

gesetzlichen Rahmenbedingungen im brasilianischen Energiemarkt aufgeteilt.

Der Kern der Zielgruppenanalyse bestand aus der Analyse der Marktstruktur und Marktchancen für

deutsche Biomasse- und Biogasunternehmen. Da ein signifikanter Anteil der Firmen auf der AHK-

Geschäftsreise Brasilien 2012 sich auf den Biogassektor spezialisiert haben, befasste sich die

Studie im Detail auch mit dem brasilianischen Biogassektor, obwohl dieser nur ein bestimmtes

Marktsegment des gesamten Biomassemarktes darstellt.

Zum Abschluss wurden sämtliche uns bekannten Unternehmen, die im brasilianischen Biomasse

und Biogassektor tätig sind und deren Kontaktdaten mit einem kurzen Firmenprofil aufgelistet.

Anschließend folgte eine Zusammenstellung von möglichen Kooperationspartnern. Zusätzlich wurde

im darauffolgenden Punkt vielversprechende Messen, Termine und Informationsmaterial für

deutsche Biomasse- und Biogasunternehmen im Zielmarkt Brasilien vorgeschlagen.

Es lässt sich zusammenfassen, dass der brasilianische Markt erhebliche Chancen für Unternehmen

mit deutschem Know-How birgt. Jedoch müssen vorerst einige Hürden überwunden werden. Die

bürokratischen Hindernisse können nur schwer ohne brasilianischen Partner genommen werden.

Korruption ist leider immer noch ein Thema in Brasilien und außerdem muss sich jedes

Unternehmen bewusst sein, dass es in Brasilien nicht die gleiche Infrastruktur und qualifizierte

Arbeitskraft gibt wie in Europa.

Nichtsdestotrotz bleibt Brasilien ein attraktiver Markt. Die Großveranstaltungen

Fußballweltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spielen in Rio 2016 ist mit einem Ausbau der

Infrastruktur in Brasilien verbunden und zieht viel Kapital an. Dieser Ausbau erfordert zeitgleich eine

zuverlässige und nachhaltige Energieversorgung und kann dadurch einen zusätzlichen Impuls für

Investitionen in neue Kraftwerke geben.

Im Rahmen der Biomassetechnologien ist die Verarbeitung von Zuckerrohrresten, bzw.

Zuckerrohrbagasse dominierend. Daher ist dieser Bereich schon relativ weit entwickelt, jedoch sind

die Wirkungsgrade der Anlagen zum großen Teil noch nicht ausgereizt. Hier kann deutsches Know-

How helfen um die Wirkungsgrade der neuen Anlagen zu erhöhen.

Die Zusammenarbeit mit einheimischen Firmen ist von Vorteil, da der Markteintritt mit der Kenntnis

des brasilianischen Umfelds erheblich erleichtert wird. Als Absatzstrategie bieten sie verschiedenste

Modelle an, bspw. ein Joint Venture zum Technologietransfer im Consulting oder Anlagenbau.

- 41 -


Der Biogassektor alleine betrachtet, kann im Groben in zwei Bereiche eingeteilt werden. Zu einem

gibt es im Süden Brasiliens zahlreiche kleine Biogasanlagen die landwirtschaftliche Abfallprodukte

wie Schweinegülle verwenden. Daneben gibt es die größeren Mülldeponieanlagen, die aus festen

städtischen Abfällen Methangas gewinnen und dies zur Energieerzeugung verbrennen.

Projekte aus dem Biomasse und Biogasbereich können unter Umständen als CDM-Programm

registriert werden, da diese Emissionen reduzieren. Dies hat den Vorteil, dass durch den Verkauf der

zugeteilten Zertifikate eine zusätzliche Einnahmequelle generiert werden kann.

Um ein Fazit zu ziehen, können mit einer gründlichen Vorbereitung und guten brasilianischen

Kooperationspartner hohen Renditen in Brasilien erzielt werden, da das Potenzial im Energiesektor

noch nicht ausgeschöpft ist. Ein zeitnaher Markteintritt ermöglicht es einem Unternehmen sich

schnell eine stabile Position in diesem vielversprechenden Markt zu sichern.

- 42 -


Hersteller

VII. Zielgruppenanalyse Biomasse & Biogas

1. Unternehmensprofile im Bereich Biomasse

Dedini - Energia e Cogeração

Rodovia Rio Claro, km 26,3

13412-900 Piracicaba, SP

Telefon: 0055 19 3403-5447

E-Mail: dedini@dedini.com.br

Homepage: http://www.dedini.com.br/

Gegründet im Jahr 1920, hat die Dedini S.A. den Zuckerrohr Sektor mitbegründet. Das

Kapital ist zu 100% brasilianischer Herkunft.

Mit insgesamt 120 Destillieren in ganz Brasilien produziert dieser Global Player 80% der

nationalen und ca. 25% der weltweiten Alkoholproduktion aus Zuckerrohr.

Zu weiteren Sektoren zählen die Energieerzeugung, Zement und Petrochemie. Aber auch

Getränke, Biodiesel und Ethanol.

Die Märkte auf denen Dedini aktiv ist sind unteranderem der amerikanische Kontinent, die

Karibik, Zentral- und Südostasien und Australien.

Ecirtec Equipamentos e Acessórios

Industriais Ltda.

Rua Maurita Vaz Malmonge, no. 2-235

Distrito Industrial II, 17039-770 Bauru, SP

Telefon: 0055 14 3281-1515

E-Mail: vendas@ecirtec.com.br

Homepage: http://www.erctec.com.br

Die Ecirtec ist in der Herstellung von Geräten und Anlagen für die edlen Pflanzenöle für

kosmetische, pharmazeutische Anwendungen, Nahrungsmittel und Bioenergie (wie Biodiesel)

spezialisiert. Sie ist bereits seit 22 Jahren im Geschäft und bietet die neueste Technologie im

Bergbau und Raffination.

Zudem bietet es einen Projektmanagement-Service von der Planung bis zur Realisierung an.

Als international vertretenes Unternehmen ist es neben Brasilien als Hauptsitz in Asien, Afrika

und der europäischen Union tätig.

Equipalcool

Rua Santo Onofre, 299 Caixa Postal 549

14177-005 Sertãozinho, SP

Telefon: 0055 16 3945-1818

E-Mail: Formular auf HP

Homepage: http://www.equipacool.com.br

Der Fokus der 1983 gegründeten Kapitalgesellschaft Equipalcool Sistemas liegt auf der

alternativen Energieproduktion. Die Produkte umfassen Stahlteile und Anlagen für den

allgemeinen Kraftwerksbau für verschiedene Energieträger. Sie besitzt eine eigene Abteilung

für Equipment für die energetische Verarbeitung von Zuckerrohrabfällen. Zudem wird

ebenfalls die technische Überwachung von Anlagen angeboten.

- 43 -


Hersteller

Fibraeng - Equipamentos Industriais Ltda.

Rodovia Celso Garcia Cid, 843 - Esq.com Av.

Arthur Thomas

86066-210 Londrina, PR

Telefon: 0055 43 3338-0110

E-Mail: vendas@fibraeng.com.br

Homepage: http://www.fibraeng.com.br

Die Fibraeng Kapitalgesellschaft stellt verschiedenste Produkte für den öffentlichen Raum

(Telefonzellen, Mülleimer, etc.) her. Im Biomasse-Bereich bietet sie Biodigestoren mit einem

Fassungsvermögen von bis zu 15m 3 an. Sie wurde 1982 gegründet.

RENK ZANINI S.A. Equipamentos

Industriais

Via Anhangüera, km 298

14140-000 Cravinhos, SP

Telefon: 0055 16 3951- 9000

E-Mail: comercial@renkzanini.com

Homepage: http://www.renkzanini.com

Als Zusammenschluss der Deutschen Renk AG und der Brasilianischen Zanini SA Heavy

Equipment ist die Renk Zanini Aktiengesellschaft seit 1976 aktiv. Der Produktbereich ist mit

Kupplungen und Getrieben auf die industrielle Anwendung spezialisiert. Dabei ist auch die

Ausstattung und technische Betreuung von Zuckerrohrfabriken und die Wärmebehandlung

von Anlagenteilen ein Absatzmarkt.

Sermatec Anini - Indústria e Montagens

Ltda.

Rodavia Armando de Salles Oliveira, km 341

14176-500 Sertãozinho, SP

Telefon: 0055 16 3942-4422

E-Mail: sermatecvendas@

sermatec.com.br

Homepage: http://www.sermatec.com.br

Die Sermatec Zanini wurde im Jahr 1976 als Tochtergesellschaft der Zanini Heavy Equipment,

in Sertaozinho gegründet.

Die Sermatec Zanini begann als ein Unternehmen, spezialisiert in der elektromechanischen

Montage von Industrieanlagen für den Zucker-und Alkohol-Sektor. Erfahrung und technischen

Fähigkeiten verwandelt das Unternehmen zu einem Hersteller von schwerer Ausrüstung. Seit

1992 ist das Unternehmen in diesem Bereich schnell zu einem der führenden Anbieter von

Ausrüstungen und kompletten Anlagen gewachsen.

Im Jahr 2009 begann Zanini Sermatec seinen Weg in Richtung der Diversifizierung auf die

Märkte wie Öl und Gas, Papier und Zellstoff, Bergbau und Stahlindustrie.

- 44 -


Hersteller

Betreiber- und Projekt-entwicker

Uni-Systems do Brasil Ltda.

Av. Marginal João Olézio Marques, 3563

Centro Empresarial Zanini

14175-000 Sertãozinho, SP

Telefon: 0055 16 3513- 9800

E-Mail: uni-systems.bra@unisystems.us

Homepage: http://www.uni-systems.us

Gegründet im Jahr 1995, ist die Uni-Systems in erster Linie auf die Bereitstellung von

modernster Technologie, integrierten Lösungen und Engineering der Branchen Zucker,

Ethanol und Energie spezialisiert.

Im Service-Bereich werden die technische und ökonomische Planung von Projekten und

Weiterbildungen für Mitarbeiter von Kunden angeboten.

Die internationale Präsenz erstreckt sich über die USA, wo sich eine Niederlassung befindet.

In Brasiliens Nachbarland Argentinien befinden sich bereits in Betrieb genommene Anlagen.

TGM

Rodavia Armando de Salles Oliveira, Km 4,8,

14175-000 Sertãozinho, SP

Telefon: 0055 16 3945-2600

E-Mail: vendas@tgmturbinas.com.br

Homepage: http://www.grupotgm.com.br

Die TGM dominiert alle Aspekte des Energiebusiness: Von Machbarkeitsstudien,

Ingenieurtechnischen Grundlagen der Produktion, Konstruktion, Installation und Betrieb,

inklusive der Planung von Energiesystemen. Das Unternehmen verbindet ein breites,

fundiertes Wissen über den heutigen institutionellen brasilianischen Energiesektor und sein

dynamisches Wachstum mit herausragender unternehmerischer Leistung.

Zu den Produkten zählen Turbinen bis zu einer Leistung von bis zu 22MW, Getriebe,

Hydraulische Systeme sowie Schalttafeln. Die Serviceleistungen reichen von

Modernisierungen über Betriebsführung und Überwachung bis zum Verkauf von gebrauchten

Turbinen.

Mit den Sitz in Sertãozinho, São Paulo ist die zu 100% in brasilianischen Besitz.

BK Energia (Fontis)

Avenida Cônsul Vilares Fragoso, nº 291

50760-540 Bongi - Recife

Telefon: 0055 81 3226 5919

E-Mail: Formular auf HP

Homepage: http://www.fontis

energia.com.br

BK Energia, ein Unternehmen im Besitz von Fontis, hat einen Schwerpunkt in der Planung

und Umsetzung von Clean Development Mechanism (CDM) Projekten. Ein Beispiel ist.das

thermoelektrische Kraftwerk in Gemeinde Itacoatiara, im brasilianischen Bundesstaat

Amazonas. Der Brennstoff sind Holzabfälle,.

Koblitz (Fontis)

Alameda Santos, 905 - cj 11, Cerqueira

01419-001 São Paulo, SP

Telefon: 0055 11 3170-0223

E-Mail: koblitz@koblitz.com.br

Homepage: http://www.koblitz.com.br/

BK Koblitz hat sich erfolgreich auf dem brasilianischen Markt positioniert und auf die

Investitionen in Energieerzeugung und Kommerzialisierung von umweltfreundlicher Elektrizität

spezialisiert. Das Unternehmen ist Eigentum der Fontis Energia Gruppe und kann schon auf

35 Jahre Erfahrung zurückblicken.

- 45 -


Financiers und Berater

Anbieter von Energie und Rohstoffen

EcoSecurities Brasil Ltda (CDM, Carbon)

Rua Lauro Muller, 116 Sala 4303-4304

22290-160 Botafogo – RJ

Telefon: 0055 21 2546-4150

E-Mail: br@ecosecurities.com

Homepage: http://www.ecosecurities.com

EcoSecurities Brasil Ltda is die brasilianische Niederlassung der britischen EcoSecurities, die

zu den führenden Firmen in der Entwicklung und Durchführung von emissionsreduzierenden

Projekten im Rahmen des Clean Development Mechanism (CDM) gehört.

Mit 15 Jahren Erfahrung im Carbonmarkt, konnte EcoSecurities sich eine große Reputation

aufbauen und kann Kunden helfen ihre emissionsreduzierenden Projekte optimal zu

platzieren.

Ecoinvest

Telefon: 0055 11 3063-9068

Rua Padre João Manoel

E-Mail: Formular auf HP

222 01411-000 São Paulo, SP

Homepage: http://www.ecoinv.com

Ein Unternehmen, das bei der Finanzierung von Umweltprojekten hilft.

Econergy (CDM, Carbon Trade)

Avenida Angelica 2530

Cj 11 01228-200 São Paulo, SP

Telefon: 0055 11 3555

E-Mail: info@econergy.com

Homepage: http://www.econergy.com/

Ecoenergy is eine Beratungsgesellschaft, die sich auf den CO 2 -Markt spezialisiert haben.

Dieses Unternehmen hilft bei der Planung und Umsetzung von Clean Development

Mechanism (CDM) Projekten. Beispielprojekte sind aus den Bereichen Biogas, erneuerbare

Energien und Energieeffizienz.

GreenVenturePartners

177, Santo Marchetto Street

Marau/RS CEP 99150-000 Brazil

Telefon: 0055 3342-6633

E-Mail: info@greenventurepartners.com

Homepage: http://www.gvpfunding.com

GreenVenturePartners ist ein Dienstleister, der bei der Finanzierung und Umsetzung von

Umweltprojekten hilft.

Sie suchen ständig nach Möglichkeiten um in saubere Umweltprojekte zu finanzieren, aber

auch nach Zusammenarbeit und um Investoren und geeignete Projekte über Ländergrenzen

hinweg zu verbinden.

Viralcool

Fazenda Santa Cecília s/n

Pitangueiras – SP 14750-000

Caixa Postal (PO Box) 06

Telefon: 0055 16 3952-9900

0055 18 3741-9100

0055 16 2105-2066

E-Mail: Formular auf HP

Homepage: http://www.viralcool.com.br

Vircool is eine 100% brasilianische Firma, welche 26 Jahre Erfahrung im Zucker- und

Energiemarkt vorweisen kann.

Die Qualität der Produkte ist sowohl nationalen und internationalen Kunden wie Vertreibern

von Treibstoff und auch Nahrungsmittelherstellern sowie Chemieunternehmen bekannt.

Seit 1998 stellt das Unternehmen trockene Hefe und Kristallzucker her. Danach startete

Vircool im Jahre 2002 seine Exportgeschäfte mit Energie. Die tägliche Produktion von

Vircool beträgt 700.000 Liter von Ethylalkohol and 20.000 Tüten Zucker aus 12.000 Tonnen

Zuckerohr. Die Energieerzegungskapazitäten betragen 27 MW.

Die Produkte Zucker, Ethanol, Energie und Hefe werden aus dem unternehmenseigenen

- 46 -


Zuckerrohranbau gewonnen. Diese werden in drei unterschiedlichen Produktionsanlagen

hergestellt, welche sich in Sertãozinho (Santa Inês Distillerie – 1966), Pitangueiras (Viralcool

Fabrik - 1984) and Castilho (Viralcool Fabrik – 2006) (alle im Bundestaat São Paulo)

befinden.

Die Hefe wird nach ganz Asien exportiert. Bezüglich des Ethanols, sind die Hauptzielmärkte

Großbritannien, die Niederlande, Schweiz, Korea und Japan. Zucker wird in Syrien, Ägypten,

Kroatien, Serbien, Montenegro, Spanien die Vereinigten Arabischen Emirate, Iran, Indien,

Bangladesch, Indonesien, Kolumbien, Chile, Uruguay, Süd Afrika, Ghana, Elfenbeinküste,

Kamerun und Angola.

2. Unternehmensprofile im Bereich Biogas

Biogas Energia Ambiental S.A.

A/c Heleno & Fonseca Construtécnica

Rua Guararapes, 1.909

04561-004 Brooklyn Novo, SP

Telefon: 0055 11 5506-9990

E-Mail: energia@biogasambiental.com.br

Homepage: http://www.biogasambiental.com.br/

Die BIOGÁS Energia Ambiental S/A wurde im Jahre 2004 in einer Kooperation der Deponie

Bandeirantes und der Stadt São Paulo gegründet. Das Biogaskraftwerk wurde am 25.01.2004 in

Betrieb genommen. Bis zum Jahr 2009 hat BIOGÁS SA 190.000 t Methan, das ansonsten in die

Atmosphäre abgeben worden wäre, verarbeitet.

Die Firma BIOGÁS SA entstand aus einem Zusammenschluss aus Experten und Unternehmen, die

sich zum Ziel gesetzt gemeinsame Lösungen zum Schutze der Umwelt zu finden und umzusetzen.

Biogastec Brasil

Rua Hermann Hering, 1011

CEP: 89010-600 Blumenau-SC

Telefon: 0055 47 3035 7888

E-Mail: info@biogastec.com.br

Homepage: http://www.biogastec.com.br

In den neunziger Jahren stand die Entwicklung der erneuerbaren Energien im Fokus. Dabei hat

Biogas eine entscheidende Rolle gespielt. Mit mehr als 7.000 Biogasanlagen in Deutschland,

konnten deutsche Firmen einen technischen Vorsprung in diesem Bereich ausbauen. Biogastec ist

eine dieser Firmen und hat nach einer ausführlichen Analyse des brasilianischen Marktes sich dazu

entschlossen dort den Markt zu erschließen. Durch viel Arbeit und Forschung nach der Gründung

von Biogastec Brasil wurde nun das Know-How nach Brasilien gebracht um Energie aus

organischem Abfall mit hohem Wirkungsgrad zu erzeugen. Die Mitarbeiter vom Biogastec Team

können auf eine 20 jährige Erfahrung in der Energieerzeugung mit Biogas zurückgreifen.

Doxor

Rua Pablo Sarasate, 244 –

Pq. Ipê – SP – 05572-170

Telefon: 0055 11 3501-6800

E-Mail: Formular auf HP

Homepage: http://www.doxor.com.br

Doxor ist ein nationales Unternehmen im Bereich der Umwelttechnik. Seit 2003 arbeitet Doxor

spezialisiert auf Umweltsanierung. Das Doxor Team besteht aus hochqualifizierten und erfahrenen

Profis mit internationaler Expertise. Viridian, eine renommierte englische Firma, ist ein strategischer

Partner von Doxor und gibt deren Erfahrung in Umweltfragen, Ingenieurskunst und Deponietechnik

an Doxor weiter.

- 47 -


ER-BR– Energias Renováveis Ltda

Rua José da Silva, 136

Parque Industrial Kiugo Takata

CEP: 86042-280 Londrina - Paraná – Brasil

Telefon: 0055 11 3501-6800

E-Mail: Formular auf HP

Homepage: http://www.erbr.com.br

Die Firma ER-BR -Energias Renováveis Ltda wurde im Jahre 2008 gegründet und konnte schon auf

10 Jahre Erfahrung aus der Vorgängerfirma GET - Global Energy and Telecommunication Ltda.

zurückgreifen. ER-BR ist aus der Umweltabteilung von GET entstanden.

Die Expertise dieses Unternehmens liegt in der Herstellung von Zubehör für die Energieerzeugung

aus Biogas. Durch dieses Know-How hat das Unternehmen auch den Markt für Erdgas und

Flüssiggas erschlossen. Heute fokussiert ER-BR seine Tätigkeiten auf die Umsetzung von

integrierten Lösungen im Bereich der Biomasse.

Qualix

Rua Antonio Ribeiro Pina, 225

Jardim Lídia 05862-150 São Paulo

Telefon: 0055 11 2114-1500

E-Mail: -

Homepage: http://www.qualix-sa.com.br/

Ein marktführendes Unternehmen im Bereich der Biogasverwertung ist Qualix. Neben der

Herstellung von Anlagen für die Biogasverwertung verwaltet sie zum Beispiel auch die Deponie São

João in São Paulo, die größte Mülldeponie Südamerikas. Ein Projekt aus dem Jahr 2010 des

Unternehmens ist die Mülldeponie in Feira de Santana, wo durch die Erfassung und Verbrennung

von Methangas Energie gewonnen wird. Das Unternehmen investierte insgesamt 4.300.00,00 R$ für

dieses Projekt.

SASA - Sistemas Ambientais Comercial Ltda.

Estrada Municipal, 2.200

Mato Dentro 12120-000 Tremembé, SP

Telefon: 0055123607-2100

E-Mail: sasa@vivendi-onyx.com.br

Homepage: -

Ein Unternehmen mit einer Spezialisierung auf die Verarbeitung und Entsorgung von Industrie- und

Haushaltsabfällen. Das Unternehmen hat die ISO 14001:2004 Zertifizierung erhalten.

Stemac Energia

Pc Sto Agostinho, 40 - São Paulo,

01533-070

Telefon: 0055 51 2131 3800

E-Mail: stemac@stemac.com.br

Homepage: http://www.stemac

energia.com.br

Die STEMAC entwirft und implementiert Energiekonzepte. Dank einer großen Servicestruktur mit 38

Niederlassungen, die strategisch in Brasilien verteilt sind. Die STEMAC unterhält zahlreiche

qualitative internationale Partnerschaften, die die Qualität und die kontinuierliche technologische

Aktualisierung ihrer Produkte zu gewährleisten.

Einige Kennzahlen sind:

• Mehr als 60.000 Generatoren vermarktet;

• Partnerschaft mit dem weltweit größten Hersteller von Diesel-, Gas-und Heizöl;

• Mutterkonzern mit einer Fläche 41.000m ² 21.606m ² zusätzlich zu seinen 38 Niederlassungen;

• Öffentliche Verkehrsmittel Flotte;

• Mehr als 2.900 Mitarbeiter;

• Mehr als 180 Ingenieure und Designer;

• Hoe Anzahl von Dienstleistungen und Teile;

• Mehr als 600 Techniker;

• Mehr als 3.000 Aggregate mit Wartungsvertrag

• Training Center

- 48 -


Vega Engenharia Ambiental S.A.

Praça Alberto Lion, 366 - Mooca

01515-000 São Paulo, SP

Telefon: 0055 11 3491- 5133

E-Mail: vega@vega.com.br

Homepage: http://www.vega.com.br/

Die Vega Engenharia Ambiental S.A. wurde in Ihrer jetzigen Unternehmensform im Jahre 1997

gegründet, kann aber schon 25 Jahre Erfahrung aus dem Vorgängerunternehmen aufweisen. In

dieser Zeit konnte sich das Unternehmen eine Führungsposition in dem Segment der kommunalen

Abwasserbehandlung aufbauen.

Durch den Einsatz modernster Technik und Betriebssystemen kann eine kontrollierte Entsorgung

von Abfällen ohne der Umwelt zu schaden durchgeführt werden. Dadurch leistet Engenharia

Ambiental S.A. einen Beitrag dazu um eine hohe Lebensqualität auch in Ballungsräumen zu

gewähren.

3. Liste von potenziellen Partnern

Für Hersteller und Prozessberatern von Biomasse- und Biogasanlagen eignen sich vor allem

Betriebe als Kunden bei deren Produktion Reststoffe entstehen, die zur Gewinnung von Biomasse

und Biogas genutzt werden können, wie z.B. in der Viehhaltung und bei Müllentsorgern. Auch bei

großen Nahrungsmittelherstellen und Agrarunternehmen fallen viele Restprodukte an und können

zur Energieerzeugung verwenden werden. Aus diesem Grund eignen sich vor allem Verbände und

Vereinigungen dieser Firmen als potenzielle Partner und erste Ansprechpartner:

UNICA - União da Indústria de Cana-de-açúcar

Av. Brigadeiro Faria Lima, 2179

- 9° andar

01452-000 Jardim Paulistano, São Paulo, SP

Telefon: 0055 11 3093 4949

E-Mail: unica@unica.com.br.

Homepage: http://www.unica.com.br

Der brasilianische Zuckerrohrindustrieverband (UNICA) ist die größte Organisation in Brasilien, die

Zucker-, Ethanol und Bioelektrizitätsproduzenten repräsentiert. Der Verband wurde nach der

Deregulierung des Zucker- und Ethanolsektors im Jahre 1997 gegründet. Die Mitglieder von

UNICA repräsentieren 50% des gesamten hergestellten Ethanols in Brasilien und 60% der

Zuckerproduktion.

Copersucar S.A.

Avenida Paulista, 287 - 1º, 2º and 3º andar

01311-000 - São Paulo - SP - Brasil

Telefon: 0055 11 2618-8166

E-Mail: comercial@copersucar.com.br

Homepage: http://www.copersucar.com.br

Copersucar S.A. wurde 2008 gegründet und gehört mit einem Marktanteil von 18% zurzeit zu den

größten Unternehmen in Brasilien die Zucker und Ethanol integriert produzieren. Deren

einzigartiges Businessmodel ermöglicht dem Unternehmen. die gesamte Palette der Zucker- und

Ethanol-Produktionskette zu managen. Diese reicht von der Überwachung des Getreideanbaus bis

zu dem Verkauf, inklusive Lagerung, Transport und Vermarktung. Copersucar S.A. trägt die

Verantwortung für 48 Partnerfabriken in den Staaten São Paulo, Paraná, Minas Gerais and Goiás.

Des Weiteren organisiert die Copersucar S.A. auch die Vermarktung für 50 externe Fabriken..Ein

Fokus auf Logistik und Transport hat es dem Unternehmen ermöglicht Marktführer im

brasilianischen Markt zu werden und den Zugang zu globalen Märkten sichern.

- 49 -


ALCOPAR/CEPAAL

Av. Carneiro Leão, 135 9º andar salas 903/904 |

Centro | CEP: 87.014-010 | Maringá – PR

Telefon: 0055 44 3225-2929

E-Mail: alcopar@alcopar.org.br

Homepage: http://www.alcopar.org.br

Der ALCOPAR-Verband ist eine Vereinigung von Bioenergieunternehmen des brasilianischen

Bundesstaates Paraná und wurde am 13. Juli 1981 gegründet. Als Ziel hat sich der Verband

vorgenommen den Biogassektor in Brasilien zu verknüpfen und die beteiligten Firmen technisch,

wirtschaftlich als auch juristisch zu unterstützen.

Klabin Head Office - Sao Paulo

Av. Brigadeiro Faria Lima 3600 - Itaim Bibi - CEP

04538-132 - São Paulo – SP

Telefon: 0055-11-3046-5800

E-Mail:

Homepage: http://www.klabin.com.br

Klabin S.A. ist der größte Papierproduzent und -exporteur in Brasilien. Dieses Unternehmen

gehört zu den führenden Herstellern von Verpackungspapier und -pappe, faltbare Kartons,

Industriesäcken. 17 Fabriken in Brasilien und eine weitere in Argentinien gehören zu Klabins

Industriepark. Klabin versorgt sich selber mit Holz aus den 212000 Hektar gepflanztem Wald und

192000 Hektar natürlichen Wald. Klabin gehört zu den ersten "pulp and paper" Firmen in den

südlichen Hemisphären, die einen eigenes Waldgebiet besitzen und ausgezeichnet durch das FSA

(Forest Stewardship Council)-Zertifikat sind.

- 50 -


4. Messen, Termine und Informationsmaterial

Umweltschutz und nachhaltige Energieerzeugung sind aktuelle Themen in Brasilien. Aus diesem

Grund finden zahlreiche nationale und internationale Fachmessen im regelmäßigen Turnus statt.

Deutsche Unternehmen, die im Bereich Umwelttechnologien und erneuerbare Energien tätig sind,

sollten folgende Messen in Brasilien in Betracht ziehen.

Die Ambientalexpo in São Paulo behandelt Themen wie Wasseraufbereitung, Luftverschmutzung,

Boden, Abfall und Energien (http://www.ambientalexpo.com.br/).

Des Weiteren wird regelmäßig in São Paulo die FIMAI organsiert. Eine der größten internationalen

Umweltmessen Brasiliens ( http://www.fimai.com.br/).

Da in Südbrasilien der Einsatz von Biogasanlagen, die die Gülle von der intensiven Schweinzucht

verwenden, besonders viel Potenzial aufweist, lohnt es sich für deutsche Unternehmen auch

Messen vor Ort zu besuchen. Die EXPODIRETO COTRIJAL zählt zu den bedeutendsten

Agrobusinessmessen in Südbrasilien (http://www.expodireto.cotrijal.com.br/). Die AHK Porto Alegre

unterstützt potenzielle Austeller und Besucher aus Deutschland um eine erfolgreiche Teilnahme zu

ermöglichen. Eine weitere Messe zu den aktuellsten Umwelttechnologien in Südbrasilien ist die

FIEMA und findet in einem zweijährlichen Turnus statt (http://www.fiema.com.br/).

Zusätzliche aktuelle Informationen über den Bioenergiemarkt in Brasilien bietet das alle zwei Monate

erscheinende Magazin „Jornal Brasileiro das Indústrias de Biomassa”, Neuigkeiten zum Markt,

Messen und relevante Firmen sind dort zu finden. Es ist frei verfügbar unter

(http://www.jornalbiomassabr.com/).

Zu Forschungsergebnissen und Material über den brasilianischen Biomassemarkt kann man das

Jahrbuch “Anuário Brasileiro das indústrias de Biomassa e Energias Renováveis 2012”, das seine

erste Auflage feiert, empfehlen. Nähere Informationen finden auf der Website

(http://www.anuariobiomassa.com.br/#)

- 51 -


VIII. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 – Allgemeine Wirtschaftsdaten ......................................................................................... - 7 -

Tabelle 2 - Außenhandel Brasiliens ............................................................................................... - 10 -

Tabelle 3 – Weitere Zertifizierungen im Biomasse Bereich ........................................................... - 14 -

Tabelle 4 - Geplante Projekte, Kapazitäten und Investitionen im PROINFA-Programm ............... - 24 -

Tabelle 5 – Kraftwerkskapazitäten Biomasse ................................................................................ - 30 -

Tabelle 6 - Liste aller in Betrieb genommener Biogasanlagen in Brasilien (ANEEL, 2012) .......... - 34 -

IX. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Prozentualer Anteil der Hauptländer an den Ausländische Direktinvestitionen (Jan-Aug

2012) ................................................................................................................................................ - 8 -

Abbildung 2 – Im- und Export Brasiliens .......................................................................................... - 9 -

Abbildung 3 – PEV 2010 ................................................................................................................ - 10 -

Abbildung 4 – Erzeugungsmatrix ................................................................................................... - 11 -

Abbildung 5 – Endkonsumermatrix ................................................................................................ - 12 -

Abbildung 6 - Schritte der Projektentwicklung ................................................................................ - 14 -

Abbildung 7 - Genehmigungsverfahren ......................................................................................... - 17 -

Abbildung 8 - Potenziale der Staaten im PROINFA-Projekt .......................................................... - 25 -

Abbildung 9 - Zusammensetzung der Biomasseerzeugung .......................................................... - 28 -

Abbildung 10 - Verteilung der Erzeugungskapazitäten pro Bundesstaat....................................... - 31 -

Abbildung 11 - Aktuelle Potentiale von Zuckerrohrbagasse-Anlagen ............................................ - 32 -

Abbildung 12 – Arten des Stromabsatzes bei Biomasse-Anlagen in Brasilien .............................. - 33 -

Abbildung 13 - Lage der Erzeugungskapazitäten von Biogasanlagen in Brasilien ........................ - 35 -

Abbildung 14 - Absatzarten des Stroms aus Biogas in Brasilien ................................................... - 36 -

Abbildung 15 - Schätzung des Potentials zur Gewinnung von Biogas aus der Schweinezucht in

Südbrasilien .................................................................................................................................... - 37 -

Abbildung 16 - Schätzung des Potential der Erzeugung von Biogasenergie aus städtischen Abfällen

und Mülldeponien in Brasilien ........................................................................................................ - 38 -

- 52 -


X. Literaturverzeichnis


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