DIAKONIE VOR ORT - Diakonisches Werk im Kirchenkreis ...

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DIAKONIE VOR ORT - Diakonisches Werk im Kirchenkreis ...

DIAKONIE VOR ORT Dezember 2006

Zeitung der Diakonie im Kirchenkreis RE

Neue Arbeitsplätze durch VestA-Lohn

Minister besucht die Umwelt-Werkstatt

Neuer Arbeitsbereich

Offene Ganztagsschule

Schritte in die Arbeitswelt

Berufsbildungsbereich

vermittelt Wissen und Können


Diakonie – Inhalt

3 Editorial

4 Kirche und Diakonie im Dialog – Gottesdienste zum

Diakonie-Sonntag

4 Die Diakonische Konferenz hat Klaus-Dieter K. Kottnik

zum neuen Präsidenten gewählt.

5 Minister lobt Wohlfahrtsverbände – Neue Arbeitsplätze

mit VestA-Lohn

6 Ein Schritt in Richtung Zukunft – Aus dem Zuverdienstjob

auf einen Arbeitsplatz

7 Aeterno GmbH – Neue Gesellschaft gegründet

8 25-Jahre Ordinationsjubiläum – Diakoniepfarrer predigt im

Matthias-Claudius-Zentrum

9 Verantwortungsvolle Aufgaben übernommen –

Dienststellenleitungen eingeführt

10 Erstmalig – Gemeinsame Feier zum 25. Betriebsjubiläum

11 Neue Satzung

11 Evangelischer Kirchenkreis ist Gastgeber

für Kommunalpolitiker

12 Fachhochschule der Diakonie eröffnet – „Jetzt kann

der Aufbau beginnen!“

13 Fußballfieber in der Verlängerung – Weltmeisterschaft

der Menschen mit Behinderungen

14 Frauenhäuser notwendig wie bisher – 20-jähriges Jubiläum

in Herten

14 Miteinander leben lernen – Projekt im Haus der Kulturen

15 Jedes gelöste Problem macht mich schlau –

Computer Gruppe in Datteln

15 Mehr Menschen mit Behinderungen selbständige

Lebensführung ermöglichen – Neue Vereinbarung in NRW

15 Tagesbetreuung – Bildungswochen in Recklinghausen-Süd

16 Wohnheim am Schillerpark – Neues Haus eröffnet

16 Neubau macht Fortschritte – Altenwohn- und Pflegeheim

in Westerholt wächst

17 Zeit für Zärtlichkeit – In Haus Abendsonne genießt Hund

Inda die Streicheleinheiten der Bewohner

18 Qualitätsmanagement ist Grundlage für gute Arbeit – Haus

Abendsonne zertifiziert

19 Neu in Datteln – Diakonie bringt warmes Essen täglich

frisch auf den Tisch

19 Offene Ganztagsschule – Diakonie geht neue Wege

20 Rotary Club Recklinghausen unterstützt Projekte

21 Nahe bei den Menschen – Stadtteilprojekte arbeiten

erfolgreich

22 Seit 50 Jahren in Sachen Bildung unterwegs –

Ev. Familienbildungsstätte feierte Jubiläum

23 Gemeinsam sind wir stark – Sommerlager für Kinder

in Haltern

24 Diakonie erweitert Werkstatt Förderturm – Menschen mit

psychischen Beeinträchtigungen arbeiten in neuer Halle

25 Herbstfest – Dorstener Werkstatt geht neue Wege

26 Schritte in die Arbeitswelt – Berufsbildungsbereich

vermittelt Wissen und Können

27 Menschen in unserem Werk – Einige Fragen an

Heike Strototte

28 Filzen in der Fördergruppe

29 Werkstätten feiern Jubiläen – Glück-auf-Werkstatt und

Werkstatt Hubertusstraße gestalten Festtage

30 Werkstatt Waltrop – Neubau bezogen

31 Diakoniepiraten unterwegs

32 Betriebsjubiläen

5 Minister lobt

Wohlfahrtsverbände – Neue

Arbeitsplätze …

Segen für Versöhnung

13 Weltmeisterschaft

der Menschen mit

Behinderungen …

Im übrigen meine ich, dass Gott uns alle schützen

möge auf unserem langen Weg zur Versöhnung mit

allen Menschen und allen Völkern.

Er möge uns bewahren und pflegen mit seiner

allumfassenden Güte. Er möge uns heilen und alle

Krankheit von uns nehmen. All unsere Wunden an

Leib und Seele, die wir uns ständig antun, möge er

mit seiner einzigartigen Kraft in Zeichen der Reife

und Weisheit verwandeln. …

Und wir bitten ihn, weiterhin unser Freund zu sein,

der immer uns übrig bleibt, in aller Finsternis und

Unvernunft, wenn wir schier an allem und an uns

verzweifeln. …

Wer anders könnte uns zu neuem Lachen führen,

zu neuer Hoffnung und Freude, immer wieder,

nach tausenden von Jahren, als Gott der Herr,

vor dessen Plan unsere Ideen kleine flüchtige

Eintagsskizzen bleiben, vor dessen Zeit unser Leben

ein winziger Atemhauch ist, vor dessen Wahrheit

unsere Wirklichkeit ein einziger Irrtum ist, vor

dessen Musik unsere Melodien und Akkorde bloßes

Geklingel und Getue sind, vor dessen Sprache

unsere Worte jeweils nur Versuche von Anfängen

sein können.

Hanns Dieter Hüsch

Impressum:

Herausgeber: Diakonisches Werk im Kirchenkreis Recklinghausen e.V.

Limperstraße 15, 45657 Recklinghausen

Redaktion: Horst Bögeholz, Michael Wiese

Sekretariat: Christine Grunenberg

Layout: Unica Design, Recklinghausen

ViSdP: Michael Wiese

Herstellung: Recklinghäuser Werkstätten, Alte Grenzstr. 90, 45663 Recklinghausen

Auflage: 2000 Stück

Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier

„Diakonie vor Ort” steht allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Diakonischen

Werke im Kirchenkreis Recklinghausen für Beiträge und Meinungsäußerungen offen.

Anonyme Beiträge können nicht veröffentlicht werden.

Titelbild: Offene Ganztagsschule Oer-Erkenschwick, Foto: Wiese


Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2007 rückt immer näher. Der Verwaltungsrat hat den

Wirtschaftsplan für das kommende Jahr genehmigt, Investitionen

und Instandhaltungen für das neue Jahr stehen fest.

Die nächste Runde der Zielvereinbarungsgespräche liegt an

– wir werden miteinander Ziele für das kommende Jahr vereinbaren

– und wir werden uns darüber verabreden, wie ein

neues Strategiepapier entstehen kann.

Neues Strategiepapier

Im Jahr 2007 endet die Laufzeit unseres derzeit noch gültigen

Strategiepapiers aus 2002. Es enthält Ziele, die sich wesentlich

mit der Veränderung der Organisation des Diakonischen Werkes

und den Folgen der Fusion beschäftigen. Der Umbau des

Werkes ist in der Zwischenzeit längst abgeschlossen. Allerdings

gibt es sicherlich hier und dort Bereiche, die noch einigen

Nachholbedarf haben bzw. es durchaus auch Rückfälle in

alte, eigentlich längst vergangene Arbeitsweisen und Abläufe

gibt. Zwar haben wir im Rahmenhandbuch QM beinahe alle

wichtigen werksübergreifenden Prozesse verbindlich beschrieben,

überprüfen durch werksübergreifende Audits regelmäßig

wesentliche, für alle geltende Verfahren – jedoch ist es ein

weiter Weg, bis bei allen Beteiligten die Matrixorganisation

wirklich in „Fleisch und Blut“ übergegangen ist.

Sicherlich ist Matrix eine anspruchsvolle Organisationsform,

aber wenn wir allen viel zumuten, dann trauen wir auch allen

viel zu. Zumal die Matrix den Einzelnen durchaus entlasten

kann und soll. Matrix bedeutet ja nichts weniger als das „vier-

Augen-Prinzip“ konsequent umgesetzt. Keiner hat allein den

Gesamtüberblick und damit auch die Gesamtverantwortung.

Egal ob das die Zusammenarbeit zwischen Geschäftsfeld und

Dienstleistungszentrum betrifft, oder zwischen verschiedenen

Dienststellen oder Diensten innerhalb einer Einrichtung

wie Altenheim oder Werkstatt. Matrix zielt auf Abstimmung

und Zusammenarbeit, auf das gemeinsame Verantworten.

Dazu müssen alle Prozessbeteiligten an Bord, auch wenn

das scheinbar die Entscheidung schwerfällig macht und verschleppt.

Aber nicht nur im Lehrbuch steht, auch die Erfahrung

zeigt: viel schlimmer sind die einsamen Entscheidungen

einzelner, die, weil sie nicht funktionieren, mühsam wieder

zurückgeholt werden müssen bzw. deren Umsetzung meist

mit viel Ärger und Verletzungen verbunden sind.

Das Erlernen der Matrix kommt einer Kulturrevolution gleich

– und wir sind mitten drin. Schon im Jahr 2000 hat uns

unsere damalige Unternehmensberatung darauf aufmerksam

gemacht, dass der Veränderungsprozess der „Kultur der

Zusammenarbeit” im Unternehmen derjenige sein wird, dessen

Umbau mit Abstand am längsten dauern wird. Dieser Prozess

hat auch viel mit Haltung zu tun, mit inneren Einstellungen

und wirklich gelebten Wertschätzungen.

Und nun wollen wir einen weiteren Schritt tun. Im kommenden

Jahr 2007 wollen wir einen ähnlichen Prozess anschieben

wie 2002.

Diakonie vor Ort Nr. 41/3-2006

Diakonie – Editorial

Nur wird es dieses Mal nicht um die Organisation, um die

Strukturen, die Transparenz und die Steuerbarkeit der Prozesse

gehen, sondern um die Inhalte, die fachliche Entwicklung.

Es geht um Standard und Innovation, um die Zukunft

bestehender Einrichtungen und um die Entwicklung neuer

Projekte.

Breite Beteiligung gewünscht

Wir wollen auch diesmal eine breite Beteiligung bei dieser

Strategieentwicklung organisieren. Der Startschuss wird bei

der alljährlichen Leitungskonferenz im Februar 2007 in Oberorke

fallen. Wir werden uns das ganze Jahr 2007 über die

Zeit nehmen, die Dinge gründlich zu durchdenken und zu

diskutieren. Am Ende sollen, ähnlich wie beim letzten Papier,

strategische Aussagen für die nächsten Jahre stehen. Für wie

lange, ist noch offen.

Dafür wünsche ich mir und uns eine breite und lebhafte

Beteiligung, kreative Gedanken und Lösungen sowie ein

ergebnisorientiertes Vorgehen.

Herzliche Grüße Ihr

Horst Bögeholz


Diakonie im Kirchenkreis

Kirche und Diakonie im Dialog

Gottesdienste zum Diakonie-Sonntag

Acht Bezirke der Evangelischen

Stadtkirchengemeinde Marl beteiligten

sich in diesem Jahr am Diakonie-

Sonntag.

Gemeinsam mit den Diensten der Diakonie

gestalteten die Gemeindebezirke

ihren Gottesdienst. Alle Gottesdienste

standen unter der Überschrift „Wir lernen

uns besser kennen“. Die Mitarbei-

tenden und häufig auch die von ihnen

begleiteten Menschen berichteten

im Gottesdienst von ihrer Arbeit und

aus ihrem Leben. Menschen aus dem

Gemeindebezirk hatten so die Möglichkeit,

einen diakonischen Dienst kennen

zu lernen. Kennen lernen – begegnen

– miteinander Gottesdienst feiern.

Menschen hatten die Gelegenheit,

Foto: Metzendorf

Die Diakonische Konferenz

hat Klaus-Dieter K. Kottnik

zum neuen Präsidenten gewählt.

„Klaus-Dieter Kottnik, 54, ist am

19. Oktober 2006 zum neuen Präsidenten

des Diakonischen Werkes der

EKD gewählt worden. Diese Wahl war

notwendig geworden, nachdem Dr.

h.c. Jürgen Gohde am 21. Juni 2006

sein Amt niedergelegt hat.

Der Diakoniesonntag

Seit mehreren Jahren ist der

erste Sonntag im September der

Diakoniesonntag in der westfälischen

Landeskirche.

Der Sonntag der Diakonie soll

dazu dienen, die Zusammenarbeit

von Gemeinden und diakonischen

Diensten zu fördern.

ganz praktisch mitmenschliche Arbeit

ihrer Kirche zu erleben. Vielleicht eine

Chance, auch über den Diakonie-

Sonntag hinaus etwas gemeinsam zu

machen.

Die Rückmeldungen aus den Bezirken

der Evangelischen Stadtkirchengemeinde

und auch aus den diakonischen

Diensten waren jedenfalls so.

„Da möchte ich mehr drüber wissen“

und „Das muss ich mir mal ansehen“

- vielversprechende Reaktionen für die

Zukunft.

So wie hier in der Lutherkirche in

Marl-Hamm versammelten sich am

Diakoniesonntag viele Gemeinden,

um ihre Diakonie ein wenig besser

kennen zu lernen.

Seit Oktober 2006 ist

Klaus-Dieter K. Kottnik

neuer Präsident des Diakonischen

Werkes der Evangelischen Kirche von

Deutschland mit Sitz in Stuttgart

und Berlin. Foto: DWEKD


Das Amt stellt hohe Anforderungen

an die Person des Präsidenten gerade

in Zeiten, in denen unser Sozialstaat

vor großen Herausforderungen und

Umbrüchen steht. In einem ersten

Statement sagte Klaus-Dieter K. Kott-

Die Werbung für Kombilohnmodelle

gehört zu seinen Lieblingsprojekten.

Die Rede ist von Karl-Josef Laumann,

Minister für Arbeit, Soziales und

Gesundheit in Nordrhein-Westfalen.

Er war in die Umwelt-Werkstatt nach

Recklinghausen gekommen, um das

Kombilohnmodell für den Kreis Recklinghausen

– VestA-Lohn“ – vorzustellen

und dafür zu werben. „Es gibt

Menschen, die können das moderne

Leben nicht“, so einer der Kernsätze

des Ministers. Deutlich sein Einsatz für

einfache Arbeitsplätze, die von Menschen

mit geringer Qualifizierung ausgeübt

werden können.

Mit der Vestischen Arbeit und den

Wohlfahrtsverbänden im Kreis Reck-

Diakonie im Kirchenkreis

Minister lobt Wohlfahrtsverbände

Neue Arbeitsplätze mit VestA-Lohn

Olga Pairel ist 32 Jahre alt.

Die gelernte Kinderpflegerin hat

sich häufig in ihrem Beruf beworben.

Sie hat immer nur Absagen

bekommen. Über das Programm

„Arbeit statt Sozialhilfe“ bekam

Olga Pairel Kontakt zur Umwelt-

Werkstatt in Recklinghausen.

Nun ist sie mit VestA-Lohn im

Diakonie Kaufhaus beschäftigt.

Olga Pairel verkauft Textilien. Sie

berät Kunden, sortiert Ware und

zeichnet sie aus. Auch für eine

ansprechende Präsentation der

Waren ist sie mit verantwortlich.

„Ich mache meine Arbeit hier sehr

gerne“, sagt sie. „Für einige Zeit

muss ich mir nun keine Sorgen

machen. Ich möchte mit dem, was

ich hier lerne einmal als Verkäuferin

arbeiten.“

Diakonie vor Ort Nr. 41/3-2006

nik: „Versöhnung nach innen und

deutlich erkennbares evangelisches

Profil nach außen. So möchte ich die

Aufgabenstellung beschreiben, die ich

als Präsident des Diakonischen Werkes

gemeinsam mit dem Vorstand über-

linghausen hat der Arbeitsminister

dabei Partner gefunden. „Wir stellen

uns der Herausforderung, weil Menschen

diese Arbeitsplätze brauchen und

weil wir wollen, dass unsere sozialen

Dienstleistungen noch besser werden“,

so Horst Bögeholz, Vorstand des Diakonischen

Werkes und stellvertretender

Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft

der Wohlfahrtsverbände.

VestA-Lohn – eine Perspektive

auf Zeit

VestA-Lohn bedeutet, dass die Wohlfahrtsverbände

als Arbeitgeber eine

finanzielle Entlastung durch die

Vestische Arbeit erhalten, wenn sie

Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich

schaffen (zwischen 400 und 1500 Euro

im Monat). Der Arbeitnehmer wird bei

den Sozialabgaben so entlastet, dass

am Ende „netto für brutto“ dabei herauskommt.

Für maximal 24 Monate

werden Menschen gefördert, die vorher

im Hartz IV-Bezug standen, ohne

Berufsausbildung oder über 50 Jahre

alt sind. Schwerbehinderte Menschen

und Langzeitarbeitslose gehören ebenfalls

in diesen Katalog der Fördermöglichkeiten.

Diakonie im Kirchenkreis

schafft Arbeitsplätze

Auf der Grundlage von „VestA-Lohn“

hat die Diakonie Arbeitsplätze im

Sozialkaufhaus der Umwelt-Werkstatt

geschaffen. Weitere Arbeitsplätze werden

in Altenwohn- und Pflegeheimen

nehmen will. Als Präsident liegt mir

daran, die Diakonie als evangelische

Stimme in grundsätzlichen und tagespolitischen

Themen der sozialstaatlichen

Entwicklung deutlich vernehmbar

zu machen.“

Foto: Wiese

Karl-Josef Laumann, Minister für

Arbeit, Soziales und Gesundheit in

Nordrhein-Westfalen war in der

Umwelt-Werkstatt Recklinghausen,

um für das Projekt „VestA-Lohn“ zu

werben.

sowie in der Kinder- und Jugendhilfe

entstehen. „Es fällt uns nicht ganz

leicht, diese Arbeitsplätze zu finanzieren,

aber wir wollen uns unserer

Verantwortung stellen“, so Horst

Bögeholz.

Minister Karl-Josef Laumann ließ sich

von Menschen, die über VestA- Lohn

bei der Diakonie beschäftigt sind, von

ihrer Arbeit erzählen. „Ich finde das

richtig gut, was sie da tun“, so sein

Kommentar zu den vielfältigen Tätigkeitsbereichen.

In der Umwelt-Werkstatt

Recklinghausen sind z. Z. 272

Menschen tätig:

Sie erhalten dort die Möglichkeit,

sich zu qualifizieren, Erfahrungen

in der Praxis zu sammeln, Betriebspraktika

zu absolvieren und somit

ihre Chancen auf dem allgemeinen

Arbeitsmarkt zu verbessern.


Diakonie im Kirchenkreis

In den Umwelt-Werkstätten wird

für das Diakonische Werk im

Kirchenkreis Recklinghausen die

Vermittlung der Bewerberinnen/

Bewerber für VestA-Lohn in folgende

Arbeitsbereiche vorgenommen:

• Telefon- und Pfortendienst und

hauswirtschaftliche Arbeiten in der

Altenhilfe

• Hauswirtschaftliche und

betreuende Tätigkeiten in der

Jugendhilfe

• Unterstützende Tätigkeiten im

„Ambulant Betreuten Wohnen“ für

Menschen mit Behinderungen

• Schlüsseltätigkeiten wie

Terminplanung, Lagerwirtschaft

und Außendienst für die Diakonie

Kaufhäuser der Umwelt-Werkstätten

• Begleitung von Arbeitsgruppen

in den Recklinghäuser Werkstätten

Ein Schritt in Richtung Zukunft

Aus dem Zuverdienstjob auf einen Arbeitsplatz

Milka Kapetanovich, Melanie Siebel,

Patrick Gollan und Michael Kunath

sind einen wichtigen Schritt weiter.

Sie haben in ihrem Zuverdienstjob

gezeigt, was sie können. Nun arbeiten

sie mit neuer Perspektive in ihren neuen

Jobs.

Angestellt sind sie in den Altenwohn-

und Pflegeheimen „Haus Simeon“ und

„Haus Abendsonne“ in Recklinghausen

sowie dem Bestattungsunternehmen

Konert.

Diakonie stellt ein

“Wir betrachten es als unsere Aufgabe,

dass Menschen, die in unseren Häu-

Erfolgreiche Vermittlung auf einen

sozialversicherungspflichtigen

Arbeitsplatz in Recklinghausen.

Patrick Gollan, Michael Kunath und

Melanie Siebel (v. lks.) freuen sich,

dass dieses mit Hilfe der Umwelt-

Werkstatt möglich geworden ist.

Menschen erhalten Perspektiven für ihr Leben. Auch durch Kombi-Lohn-

Modelle werden Arbeitsplätze geschaffen. Davon konnten sich der Minister

und andere politisch Verantwortliche überzeugen.

Foto: Wiese

Foto: Wiese


sern auf Zuverdienstbasis tätig sind,

dort, wo es möglich ist und sie sich

bewährt haben, auch einen Arbeitsplatz

erhalten“, sagt Horst Bögeholz,

Vorstand des Diakonischen Werkes

im Kirchenkreis Recklinghausen e.V.

„Unabhängig davon, wie wir Hartz IV

politisch bewerten, sind wir doch für

die Menschen verantwortlich, die in

unseren Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen

sind.“

Umweltwerkstätten sind

erfolgreich in der Vermittlung

Wesentlich beteiligt an diesen und

anderen Vermittlungen sind die

Umwelt-Werkstätten in Recklinghausen,

Datteln und Herten. Sie beraten,

begleiten und unterstützen auf der

einen Seite die Menschen, die einen

Zuverdienstjob ausüben, und auf der

anderen Seite die Betriebe, die Menschen

beschäftigen.

“Die Diakonie versteht es seit vielen

Jahren, ihre bewährte Praxis der

Beschäftigung und Qualifizierung zum

Nutzen der Menschen einzusetzen.“, so

Ulrich Nüße, Leiter der Umwelt-Werkstatt

Recklinghausen.

Auch in den Umwelt-Werkstätten in

Datteln und Herten sind überdurchschnittlich

hohe Vermittlungsquoten

zu verzeichnen. Die über viele Jahre

gewachsenen Kontakte zu den Betrieben

der Region und eine ausgewiesen

Über das Thema Bestattungen sprechen

Menschen im allgemeinen nicht

gerne. Für manche scheint eine Auseinandersetzung

damit noch zu weit

weg zu sein, für andere ist das Thema

mit schmerzlichen Erinnerungen an

den Verlust eines lieben Menschen

verbunden.

Sicher hat auch diese Art des Umgangs

mit dem Thema dazu beigetragen, das

Diakonie vor Ort Nr. 41/3-2006

Foto: Wiese

gute Qualifizierungs- und Beschäftigungspraxis

bringen Erfolge. „Gerade

bei Menschen mit vielen Vermittlungshemmnissen

ist das nicht ganz

einfach“, so Rainer Joda, Leiter der

Umwelt-Werkstatt in Herten. Gemeint

sind Menschen, die über lange Zeit

arbeitslos sind, keine Ausbildung

haben oder nur gering qualifiziert sind.

Manche von ihnen bringen zusätzliche

Diakonie im Kirchenkreis

Rundum saniert und umgebaut wird die Friedenskirche in Datteln.

Durchgeführt werden die Arbeiten von Menschen, die einen Zuverdienstjob

ausüben und von der Umwelt-Werkstatt in Datteln begleitet werden.

Aeterno GmbH

Neue Gesellschaft gegründet

Thema weitgehend aus der Öffentlichkeit

zu verbannen.

Einen neuen Zugang, speziell im

kirchlich-diakonischen Raum, will die

im Mai gegründete Aeterno GmbH

eröffnen. Engagierte Privatpersonen

sowie das diakonische Perthes Werk

und das Diakonische Werk im Kirchenkreis

Recklinghausen haben sich

zusammengeschlossen, um die Themen

Probleme wie Suchtkrankheiten oder

Überschuldung mit.

Arbeiten wollen die meisten von

ihnen. Geradezu froh sind sie darüber,

dass sie nun wieder einer geregelten

Beschäftigung nachgehen können.

Eine gute Voraussetzung für einen

erfolgreichen Zuverdienstjob. Wenn

am Ende dann ein Arbeitsplatz steht,

haben sich viele Hoffnungen erfüllt.

Trauer und Bestattung in den kirchlich-diakonischen

Raum zurückzuholen.

Zurückholen deshalb, weil eine

christliche Bestattungskultur in unserer

Gesellschaft immer mehr an den Rand

gedrängt wird und darum eine neue

Verankerung in der kirchlichen Nähe

braucht.

Ganzheitlich-christliches

Bestattungsverständnis

Ziel der Aeterno GmbH ist es, ein

ganzheitlich christliches Bestattungsverständnis

in einer für die Angehörigen

sehr schwierigen Lebenssituation


Diakonie im Kirchenkreis

als hilfreiche Dienstleistung anzubieten.

Viel Wert wird dabei auf die

seelsorgerliche Begleitung vom ersten

Kontakt an gelegt. Selbstverständlich

im engen Kontakt mit der örtlichen

Kirchengemeinde. Transparenz und

Klarheit in der Dienstleistung Bestattung

gehören wesentlich zum Konzept.

Ein ungewöhnlich interessantes

Organisationsmodell

Die im Mai gegründete Aeterno GmbH,

in der auch das Diakonische Werk im

Kirchenkreis Gesellschafter ist, bildet

das Dach einer Unternehmensgruppe.

Hier werden die verbindlichen Stan-

Ruheständlertreffen 2006

Foto: Wiese

25-Jahre Ordinationsjubiläum

Diakoniepfarrer predigt im Matthias-Claudius-Zentrum

Mit einem Gottesdienst im Altenwohn-

und Pflegeheim Matthias-

Claudius-Zentrum beging Pfarrer

Horst Bögeholz sein 25-jähriges

Ordinationsjubiläum.

Der heutige Diakoniepfarrer des Evangelischen

Kirchenkreises Recklinghausen

und einer von zwei Vorständen des

Diakonischen Werkes im Kirchenkreis

wurde am 29. November 1981 in Herten-Disteln

vom damaligen Superin-

dards beispielsweise in der Ausstattung

der Trauerhäuser, in der Beratung der

Angehörigen sowie bei der Bestattung

erarbeitet und festgelegt.

Das Aeterno Trauerhaus als Betrieb

vor Ort wird von einem selbständigen

Bestatter unterhalten. Dieser verpflichtet

sich mittels einer erworbenen

Lizenz, die verbindlichen Qualitätsstandards

einzuhalten.

Zusätzliche Unterstützung kommt aus

der Aeterno Immobilien-Verwaltung

tendenten Karl-Heinrich Gilhaus ordiniert.

Damit bekam er den Auftrag, als

evangelischer Pfarrer das Wort Gottes

in Predigt und Sakrament, in Unterweisung

und Seelsorge, in Wort und

Tat weiterzugeben.

Nach einigen Jahren in der Hertener

Kirchengemeinde ging Horst Bögeholz

1990 nach Bethel bei Bielefeld um

die Leitung der Diakonenausbildung

zu übernehmen. 1999 führte ihn sein

Ltd. & Co KG Marl, die ein speziell

entwickeltes Trauerhaus errichten wird

und dieses dem Bestatter zur Verfügung

stellt.

Ein solches Modell gewährleistet

Dienstleistungen im Bestattungswesen

auf der Grundlage eines christlichen

Bestattungsverständnisses von hoher

Qualität.

Weitere Informationen, auch für Menschen,

die das Konzept so interessant

finden, dass sie es als Unternehmer vor

Ort umsetzen möchten:

aeterno

Sibeliusstr. 30, 45772 Marl

www.aeterno.de, mail@aeterno.de

So schnell geht ein Jahr vorrüber.

Die Ruheständler aus dem Diakonischen

Werk trafen sich im November

zu ihrem jährlichen Diakonie-Tag.

Dieses Mal ging es in die neue Werkstatt

nach Waltrop. Nachdem Christa

Stüve vom Vorstand über die Neuigkeiten

des vergangenen Jahres informiert

hatte, sahen sich die ehemaligen

Mitarbeitenden der Diakonie die

neuen Räume an. Beim anschließenden

Mittagessen gab es dann viel zu

erzählen – aus vergangenen Zeiten,

aber auch über das, was aktuell die

Menschen bewegt.

Weg zurück in das Ruhrgebiet. Als

Diakoniepfarrer und Vorstand des

Diakonischen Werkes im Kirchenkreis

Recklinghausen e.V. ist er seitdem an

wesentlicher Stelle beteiligt an den

vielen notwendigen Veränderungsprozessen

der letzten Jahre. Erinnert sei

an dieser Stelle an die gelungene Fusion

mit den regionalen Diakonischen

Werken und die Veränderungen in der

Struktur des Werkes. Beides hat im

Ergebnis zu einer verbesserten Position


der Diakonie für die Herausforderungen

der nächsten Jahre geführt.

Superintendent Peter Burkowski

wünschte anlässlich des Jubiläums

alles Gute für die Zukunft und verband

dies mit dem Hinweis an den Jubilar,

„gut auf sich aufzupassen“.

Christa Stüve, Vorstandkollegin, überbrachte

beim anschließenden Empfang

die Grüße aus dem Werk verbunden

mit den besten Wünschen für den

Pfarrer, den Vorstand und, vor allem,

für den Menschen Horst Bögeholz.

Sein 25-jähriges Ordinationsjubiläum

beging Diakoniepfarrer und Vorstand

im Diakonischen Werk im Kirchenkreis

Recklinghausen e.V. Horst Bögeholz

im wöchentlichen Gottesdienst

im Altenwohn- und Pflegeheim

Matthias-Claudius-Zentrum. Superintendent

Peter Burkowski (rechts)

erinnerte an die Stationen, die Horst

Bögeholz als evangelischer Pfarrer

seit seiner Ordination gegangen ist.

Verantwortungsvolle Aufgaben übernommen

Die Leitungen von Dienststellen im

Diakonischen Werk werden in einem

Gemeindegottesdienst in ihren Dienst

eingeführt. Das ist gute Tradition und

verdeutlicht, dass Kirche und Diakonie

zusammengehören.

Im Oktober wurden in der Phillip-

Nicolai-Kirche in Recklinghausen Heike

Strototte, Christoph Marienbohm und

Ludwig Dreisewerd eingeführt.

Christoph Marienbohm (lks.), Heike

Strototte (3. v. lks.) und Ludwig

Dreisewerd (2. v. rechts) wurden im

Oktober in ihren Dienst eingeführt.

Mit auf dem Bild Gerhard Thal,

Geschäftsfeld Arbeit & Qualifizierung

(2. v. lks.), Christa Stüve, Vorstand (3.

v. rechts) und Horst Bögeholz, Diakoniepfarrer

und Vorstand (rechts).

Diakonie vor Ort Nr. 41/3-2006

Diakonie im Kirchenkreis

Foto: Kamin

Dienststellenleitungen eingeführt

Foto: Wiese


Diakonie im Kirchenkreis

Heike Strototte, 42, verheiratet, zwei

Kinder, ist Diplom-Heilpädagogin. Sie

leitet den Berufsbildungsbereich in den

Recklinghäuser Werkstätten.

Christoph Marienbohm, 43, verheiratet,

zwei Kinder, ist Dipl-Ingenieur Maschinenbau.

Er leitet die Werkstatt für

Menschen mit Behinderungen in Recklinghausen-Süd.

Ludwig Dreisewerd, 40, verheiratet, vier

Kinder, ist bereits seit seinem Zivildienst

der Diakonie verbunden. Heute

leitet der gelernte Dreher die Werkstatt

Hubertusstraße in Recklinghausen.

Neue Leitung im Haus Simeon

Sibille Fokken, 40, zwei Kinder, leitet

das Altenwohn- und Pflegeheim Haus

Simeon am Elper Weg. 50 alte Menschen

leben in diesem Haus.

Sibille Fokken wurde in der Christuskirche

in ihren Dienst eingeführt. Nach

ihrer Ausbildung als Krankenschwester

hat sich Sibille Fokken kontinuierlich

weiter gebildet. Heute ist sie Heimleiterin

und Pflegedienstleitung mit einer

gerontopsychiatrischen Ausbildung.

25 Jahre

Betriebs-

jubiläum

Im Dezember fand zum ersten Mal

eine gemeinsame Jubilarehrung zum

25. Betriebsjubiläum für Mitarbeitende

aus dem gesamten Werk statt. Auf

Einladung des Vorstandes kamen die

Jubilare mit ihren Partnerinnen und

Partnern sowie leitende Mitarbeitende

und die Mitarbeitervertretungen in das

Schloss Herten. Die Jubilare standen

im Mittelpunkt des Abends. Ihnen und

ihrer Arbeit in diesen vielen Jahren galt

der Dank des Vorstandes.

10

Foto: Wiese

Sibille Fokken (rechts) wurde im November in ihren Dienst als Leiterin des

Altenwohn- und Pflegeheims „Haus Simeon“ in Recklinghausen eingeführt.

Mit auf dem Bild (von links): Wolfgang Pantförder, Bürgermeister Recklinghausen,

Horst Bögeholz, Diakoniepfarrer und Vorstand, Christa Stüve, Vorstand,

Ulrich Christofczik, Leiter Gesundheit und Pflege.

Geehrt wurden zu ihrem 25. Betriebsjubiläum: (von links) Ewa Zachlod

(Wohnen f. Menschen m. Behinderungen), Slavica Nicolic (Haus Abendsonne),

Alicja Schmidt (Theodor-Fliedner-Haus), Rudolf Rölleke (Qualitätsmanagement),

Sylvia Goldau (Wirtschaftsbetrieb), Norbert Brathe (Matthias-Claudius-

Zentrum), Peter Hoyer (Matthias-Claudius-Zentrum), Michael Overmann

(Glück-Auf-Werkstatt), Hermann Wienhues (Glück-Auf-Werkstatt),

Waltraud Stepputtis (Umwelt-Werkstatt Herten), Renate Guder (Heilpädagogisches

Zentrum), Beate Denke (Werkstatt Recklinghausen-Süd),

Margaretha Schimmler (Berufsbildungsbereich). Die Jubilarehrung nahm

Christa Stüve, Vorstand (2. v. lks.) vor.


Neue Regeln zur Jubilarehrung

im Diakonischen Werk

Vorstand und Leitungskreis des Werkes haben sich

mit den Jubiläen im Werk beschäftigt. Als Ergebnis werden

einige Regelungen klarer sowie auch neue Formen

der Jubilarehrung geschaffen.

Wie in den vergangenen Jahren bereits praktiziert, werden

an hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

der Diakonie im Kirchenkreis keine Kronenkreuze verliehen.

Diese Auszeichnung soll ausschließlich ehrenamtlich

Tätigen vorbehalten sein.

Neue Satzung

Die Grundlage der Arbeit des Diakonischen Werkes im

Kirchenkreis Recklinghausen e.V. ist die Satzung.

Mitglieder im Verein Diakonisches Werk im Kirchenkreis

Recklinghausen sind die Evangelischen Kirchengemeinden,

der Hanf e.V. (Datteln), das Seniorenbildungswerk Haus

Haard (Oer-Erkenschwick) sowie Die Barke, Verein für

Evangelischer Kirchenkreis

ist Gastgeber für Kommunalpolitiker

Ratsmitglieder aus sieben Städten

des Evangelischen Kirchenkreises

Recklinghausen waren der Einladung

des Superintendenten zum Gottesdienst

und anschließendem Gespräch

gefolgt.

Die Predigt im Gottesdienst hielt

Landeskirchenrat Friedhelm Wixforth.

Aufgenommen aus der Predigt schilderte

Superintendent Peter Burkowski

die gemeinsamen Probleme von

Kommunen und Evangelischer Kirche:

dramatisch zurückgehende Finanzen,

eine Gesellschaft, die einen steigenden

Anteil älterer Menschen hat und

schwierige wirtschaftliche Probleme

gerade im Emscher-Lippe Raum.

Wolfgang Pantförder, Bürgermeister

in Recklinghausen, unterstützte den

Superintendenten dabei: “Wir haben

über 130 Jahre im Ruhrgebiet immer

aufgebaut. Jetzt müssen wir lernen,

abzubauen und das fällt uns schwer.“

Immerhin wurde mit dieser Veranstaltung

ein Anfang des gemeinsamen

Gespräches gemacht, welches sich

sicher in der Zukunft fortsetzt.

Diakonie im Kirchenkreis

10-jährige Betriebsjubiläen werden in der Dienststelle

begangen. Es können mehrere Jubilare aus einem

Geschäftsfeld gemeinsam in einer Veranstaltung geehrt

werden.

25, 40 und 50-jährige Betriebsjubiläen werden außerhalb

der Dienststelle nach der Arbeitszeit begangen.

Dazu lädt der Vorstand zu einer Feier ein. Alle Jubilare

eines Jahres werden zu dieser Feier jeweils im Dezember

eines Jahres eingeladen.

In „Diakonie vor Ort“ werden veröffentlicht:

10 Jahre, 25 Jahre, 40 und 50 Jahre Betriebsjubiläen.

Menschen mit psychischen Krankheiten und das Diakonisches

Werk in Recklinghausen.

Seit August diesen Jahres hat unser Werk eine neue Satzung.

Diese ist im Grunde die alte geblieben, in einigen

Teilen an veränderte Bedingungen angepasst. Wer sich

für die neue Satzung interessiert, kann sie anfordern bei:

Öffentlichkeitsarbeit, Limperstraße 15, 45657 Recklinghausen,

Tel. 02361-206 193.

Wolfgang Pantförder, Bürgermeister

in Recklinghausen (lks.) im Gespräch

mit Superintendent Peter Burkowski.

Anlass war die Einladung des

Evangelischen Kirchenkreises an die

Ratsmitglieder der Städte.

Foto: Kamin

Diakonie vor Ort Nr. 41/3-2006 11


Diakonie im Kirchenkreis

Fachhochschule der Diakonie

eröffnet – „Jetzt kann der Aufbau beginnen!“

„Für mich geht ein Traum in Erfüllung“,

sagte Prof. Dr. Hanns-Stephan

Haas.

Lange hatte sich der frisch gekürte

Rektor auf die Eröffnung der Fachhochschule

der Diakonie (FHdD)

gefreut. Natürlich nicht nur er: Viele

Mitwirkende von den Trägern der

neuen Fachhochschule hatten seit drei

Jahren auf diesen Tag hingearbeitet.

Am 20. Oktober war es soweit: Die

neue Fachhochschule der Diakonie

in Deutschland mit Sitz in Bielefeld-

Bethel öffnete ihre Pforten.

Studierende beginnen mit der

Arbeit

Für noch eine weitere Gruppe war

der Tag ein ganz besonderer: Die 84

Studierenden des ersten Jahrgangs

12

nahmen am 20. Oktober ihr vierjähriges

Studium auf. Nun stehen

Sozialmanagement, Mentoring oder

Diakonik auf ihrem Stundenplan. Das

Durchschnittsalter der Studienanfänger–

immerhin 38 Jahre – lässt erahnen,

dass es sich meist um Menschen

mit längerer Berufserfahrung handelt.

In drei Studiengängen, die jeweils

acht Semester umfassen, werden

Mitarbeitende aus dem Sozial- und

Gesundheitswesen berufsbegleitend

ausgebildet.

Anmeldungen aus dem gesamten

Bundesgebiet erreichten die Fachhochschule,

etwa aus München, Berlin

oder vom Bodensee.

Eine Hochschule mit Profil

Dr. Wolfgang Teske vom Vorstand des

Diakonischen Werkes der Evangeli-

Foto: Schulz

Der erste Tag: Gleich nach der Eröffnungsfeier nahmen die 84 Studierenden

ihr Studium an der Fachhochschule der Diakonie auf.

schen Kirche in Deutschland, einem

der 15 Träger der Fachhochschule,

forderte in seiner Rede ein selbstbewusstes

Auftreten der jungen Bildungseinrichtung:

„Wir müssen uns

profilieren, auch gegen andere private

Hochschulen – und dürfen uns nicht

schamhaft-evangelisch verstecken.“

Neben dem Diakonischen Werk im

Kirchenkreis Recklinghausen e.V. sind

das Diakonischen Werk der EKD, drei

Diakonische Regionalwerke und zehn

große diakonische Unternehmen an

der Hochschule beteiligt.

Geschäftsführer Diakon Werner Arlabosse

moderierte die Feierlichkeiten.

Er ehrte den während der Planungsphase

plötzlich verstorbenen Diakon

Dr. Jürgen Steinbrück, der maßgeblich

an der Konzeption der FHdD

beteiligt war. „Er war der ‚Motor’ des

Projekts“, so Werner Arlabosse.

Einige Besonderheiten zeichnen die

neue Hochschule aus, wie Rektor

Hanns-Stephan Haas in seiner Rede

hervorhob: So werden die Studierenden

mehr als drei Viertel ihres Studiums

nicht im Betheler Haus Terach

verbringen, dem Standort der Hochschule.

In einem „virtuellen Klassenraum“

im Internet tauschen sich die

Studierenden mit ihren neun Professorinnen

und Professoren aus. Hinzu

kommt ein Präsenzwochenende im

Monat sowie eine Studienwoche, die

zweimal im Jahr in Bethel stattfindet.

„Blended learning“, zu Deutsch

„Integriertes Lernen“, nennt sich diese

Kombination aus Präsenzveranstaltungen

und elektronischer Wissensvermittlung.

Neuland also – nicht nur

für die Studierenden: „Diese Form

eines berufsbegleitenden Studiengangs

gab es bislang noch nicht“, so

Prof. Dr. Haas.


Fußballfieber in der Verlängerung

Ein großartiges Eröffnungsspiel in

Duisburg, viele Spiele in den Regionen

und ein dritter Platz für die

deutsche Nationalmannschaft der

Menschen mit Behinderungen.

Nach der „großen“ WM folgte

im September eine WM in etwas

kleinerer Form, aber mit viel Beachtung

in der Öffentlichkeit. Bundespräsident

Horst Köhler hatte es bereits

zu Beginn des Eröffnungsspiels in der

MSV Arena in Duisburg gesagt – es

ist eine Auszeichnung für Deutschland,

dass dieses Ereignis hier stattfindet.

Starke Spieler – starke Spiele,

nicht nur vor großer Kulisse wie bei

dem Eröffnungsspiel, sondern auch

auf den kleinen Plätzen. Zwei davon

lagen in unserer Region – das Waldstadion

in Waltrop und das Hohenhorst

Stadion in Recklinghausen. Mit

dabei zwei Männer aus dem Diakonischen

Werk im Kirchenkreis. Gisbert

Schugall, Trainer der Mannschaft

der Recklinghäuser Werkstätten und

während der Weltmeisterschaft auch

Diakonie im Kirchenkreis

Weltmeisterschaft der Menschen mit Behinderungen

Foto: Wiese

Bundespräsident Horst Köhler eröffnete

das erste Spiel der Fußballweltmeisterschaft

der Menschen mit

Behinderungen im MSV Stadion in

Duisburg.

Beim Eröffnungsspiel und auch im

Hohenhorst Stadion. Die Fans aus

den Recklinghäuser Werkstätten

waren dabei.

Spiel vor großer Kulisse. In Duisburg wurden die Spieler durch das Publikum

immer wieder zu Höchstleistungen angefeuert.

im Bundestrainerstab. Tufan Civelek,

beschäftigt in den Recklinghäuser

Werkstätten, als starker Spieler auf

dem Feld.

Am Ende stand der dritte Platz für

die deutsche Nationalmannschaft.

Foto: Wiese

Foto: Wiese

Manche hatten sich vielleicht mehr

erhofft, aber entscheidend ist die

Platzierung nicht. Viel wichtiger ist,

dass der Sport, der durch behinderte

Menschen ausgeübt wird, große Aufmerksamkeit

erhalten hat.

Diakonie vor Ort Nr. 41/3-2006 1


Diakonie im Kirchenkreis

Frauenhäuser notwendig wie bisher

20-jähriges Jubiläum in Herten

Das erste moderne Frauenhaus wurde

1971 als Notunterkunft für geschlagene

Frauen in England gegründet.

1986 nahm das Frauenhaus in Herten

seine Arbeit unter dem Dach der Diakonie

auf.

Täglich erweist sich, wie wichtig diese

Arbeit für die Frauen ist, die dort

Zuflucht suchen. Auch ihre Kinder

finden Schutz und häufig nach langer

Zeit wieder Ruhe.

Im Durchschnitt bleiben die Frauen

zwei bis drei Wochen im Haus. Während

dieser Zeit werden sie intensiv

von den Mitarbeiterinnen begleitet. In

Gesprächen, bei Ämtern und bei der

Suche nach zukünftigen Lebensmöglichkeiten

ist Unterstützung dringend

notwendig.

Vier Mitarbeiterinnen sind im Frauenhaus

in Herten tätig. Sie unterstützen

50 bis 60 Frauen, die im Laufe eines

Jahres Schutz suchen.

1

Petra Altenbernd (links) ist die Leiterin des Frauenhauses in Herten. Insgesamt

kümmern sich vier Mitarbeiterinnen intensiv um die Frauen, die im Frauenhaus

Schutz vor häuslicher Gewalt suchen.

Miteinander leben lernen

Projekt im Haus der Kulturen

Foto: Wiese

Erzieherinnen aus Kindertagesstätten

setzen sich im Rahmen des Projektes

„Miteinander leben lernen“ mit

dem Thema Gewalt und Konflikte

auseinander.

Wenn es um das Thema „Umgang mit

Gewalt und Konflikten“ geht, dann

sind die Mitarbeitenden im Haus der

Kulturen immer eine gute Anlaufstelle.

“Miteinander leben lernen“ heißt ein

Projekt, das von der Aktion Mensch

gefördert noch bis 2008 läuft. Zielgruppen

sind Erzieherinnen, Eltern

und Kinder in Kindertagesstätten.

In einer ersten Stufe setzen sich

Erzieherinnen aus Hertener Kindertagesstätten

mit dem Thema Gewalt

und Konflikte auseinander. Dass dabei

die Konflikte im Zusammenleben von

Menschen aus verschiedenen Her-

Foto: Pospiech

kunftsländern auch eine Rolle spielen,

ist selbstverständlich.

An drei Nachmittagen beschäftigen

die Erzieherinnen sich mit ihren eigenen

Einstellungen ebenso wie mit

didaktischen und methodischen Bearbeitungsmöglichkeiten

in der Kindertagesstätte.

In der nächsten Phase werden Eltern

aus den Einrichtungen angesprochen.

Auch hier geht es zunächst um die

eigenen Standpunkte und natürlich

auch um den Umgang mit Gewalt in

der Familie. In der letzten Phase des

Projektes wird mit den Kindern gearbeitet.

Gemeinsam mit den Erziehe-


innen, die am Programm teilgenommen haben, werden

die Kinder mit dem Thema vertraut gemacht. „Wir hoffen,

dass diese Form der Herangehensweise an ein schwieriges

Thema langfristig Wirkung entfaltet,“ sagt Annelie Rutekki,

die mit ihrer Kollegin Gudrun Bahr das Projekt begleitet.

Jedes gelöste Problem macht mich schlau

Computer Gruppe in Datteln

Rund um den Computer, aber auch mit Navigationsgeräten,

Handys und anderen elektronischen Geräten beschäftigen

sich die Teilnehmer der Computer-Gruppe in der

Kontakt- und Beratungsstelle in Datteln. Menschen mit

psychischen Beeinträchtigungen treffen sich dort, um

gemeinsam ihre

Freizeit zu gestalten.

Dazu gehört

auch die Beschäftigung

mit dem

Computer und

seinen elektronischen

Verwandten.

Die Jobsuche per

Internet oder die

Foto: Wiese

Thomas Störbrauck (lks.) und Fredi

Rauch (2. v. lks.) sind die Ansprechpartner

der Computer-Gruppe in der

Kontakt- und Beratungsstelle.

Suche nach preiswertenEinkaufsmöglichkeiten

gehören ebenfalls

in die regelmäßig

stattfindenden

Treffen der Com-

puterbegeisterten. „Ich will verstehen, wie es funktioniert“,

sagt ein Besucher. „Meine Kinder benutzen den Computer

und ich möchte mitreden können.“

Eine Reise nach Obertrubach unternahmen Menschen,

die vom Ambulant Betreuten Wohnen begleitet werden.

Das abwechslungsreiche Programm und das gute Wetter

sorgten für die nötige gute Stimmung. Diese hielt auch

tief unter der Erde, wie hier bei einer Höhlenwanderung.

Diakonie im Kirchenkreis

Mehr Menschen mit Behinderungen

selbständige Lebensführung ermöglichen

Neue Vereinbarung in NRW

Die beiden Landschaftsverbände und die Spitzenverbände

der Freien Wohlfahrt in NRW haben sich darauf geeinigt,

dass bis 2009 rund 3500 mehr Menschen mit Behinderungen

als bisher in einer eigenen Wohnung statt in einem

Heim leben sollen. Die beiden Landschaftsverbände versprechen

sich Einsparungen in der Behindertenhilfe von

ca. 50 Mio. Euro im Jahr.

Das Diakonische Werk im Kirchenkreis Recklinghausen

war schon immer ein Vorreiter in der Einrichtung ambulant

begleiteter Plätze. Neben 150 Wohnheimplätzen bietet

das Werk über 230 Plätze im Ambulant Betreuten

Wohnen an. „Auch wir werden in den kommenden Jahren

die Zahlen im ambulanten Bereich erhöhen“, so Manfred

Liedmann, Leiter des Bereiches Wohnen und Beratung.

In Nordrhein-Westfalen leben rund 17.000 Menschen mit

ambulanter Betreuung selbständig in der eigenen Wohnung.

40.000 Menschen mit Behinderungen leben in Heimen.

Tagesbetreuung

Bildungswochen in Recklinghausen-Süd

Bildungsangebote für Menschen mit einer geistigen

Behinderung gehören zum Programm in der Tagesbetreuung

am Wohnheim in Recklinghausen-Süd.

Das Thema für eine Bildungswoche ergibt sich aus den

Fragen der Menschen, die regelmäßig die Tagesbetreuung

besuchen. „Was machen die mit dem Müll?“ ist so eine

Frage oder „Woher

kommt die Bratwurst?“

Von Montag bis

Freitag werden

unter dem Motto

„alles hautnah

erleben und mit

viel Spaß lernen“

Foto: Tagesbetreuung

Die Bildungswochen in der Tagesbetreuung

vermitteln Alltagswissen

auf spannende Weise. Gemeinsames

Einkaufen gehört bei Thema Kochen

selbstverständlich dazu.

die interessanten

Themen angegangen.

Die Erfahrungen

mit den Bildungswochen

sind

rundum positiv.

Das lebensprak-

tische Wissen der Teilnehmenden konnte vertieft werden,

die Selbständigkeit wurde gefördert und die Sicherheit im

Alltag gestärkt.

Informationen zu den Bildungswochen: Marion Martinez,

Tagesbetreuung, Tel. 02361/3029510.

Diakonie vor Ort Nr. 41/3-2006 1


Diakonie im Kirchenkreis

Wohnheim am Schillerpark

Neues Haus eröffnet

Mit einem Gottesdienst, vielen guten Wünschen und

einem Empfang wurde im September das Wohnheim für

Menschen mit geistigen Behinderungen in Oer-Erkenschwick

eröffnet. „Wohnheim am Schillerpark“ heißt das

neue Haus.

Die Bewohnerinnen und Bewohner hatten das Haus bereits

einige Monate vorher bezogen. Sie sind inzwischen gut

angekommen und fühlen sich zuhause.

Anfang Dezember 2005 wird den meisten von ihnen in

lebhafter Erinnerung bleiben. Auf einer Strecke von knapp

600 Metern wandelten sie sich von Bewohnern des „Haus

Agnes“ zu Bewohnern des „Wohnheimes am Schillerpark“.

In unmittelbarer Nähe zur neu entstehenden Wohnbebauung

am Schillerpark liegt das neue Wohnheim.

24 Frauen und Männer leben nun in den neuen Räumen.

12 Menschen leben in der Wohngruppe an der Pniewy-

Neubau macht Fortschritte

Altenwohn- und Pflegeheim in Westerholt wächst

Nachdem der erste Spatenstich erfolgt ist, geht es nun

schnell mit den Baufortschritten an der Annastraße in

Herten-Westerholt.

Hier entstehen ein Altenwohn- und Pflegeheim mit 80

Plätzen sowie 36 Seniorenwohnungen. Erbauer ist die

1

Foto: Wiese

Bei strahlendem Sonnenschein wurde das neue Wohnheim

Am Schillerpark in Oer-Erkenschwick eröffnet.

Theodor Bartkowiak, Elmar Gerstung und Andreas Kappeler

fühlen sich sichtlich wohl im neuen Haus. Sie zeigten

den Gästen zur Eröffnung gerne ihre Wohnumgebung.

straße. Sie waren bereits vorher ebenfalls in ganz neue

Räume eingezogen.

Neubauprogramm beendet

Foto: Wiese

Mit dem Umzug der Menschen in Oer-Erkenschwick beendet

das Diakonische Werk im Kirchenkreis Recklinghausen

e.V. sein ehrgeiziges Programm zur Verbesserung der

Wohn- und Lebensverhältnisse in den Wohnheimen des

Werkes. In den vergangenen fünf Jahren sind alle vier

Wohnheime der Diakonie neu erbaut worden. Sie bieten

den Bewohnerinnen und Bewohnern einen hohen und

modernen Wohn- und Lebensstandard.

Am Standort Oer-Erkenschwick wurden 1,5 Mio. Euro in

den Neubau des Wohnheimes investiert.

Für die Bewohnerinnen und Bewohner haben die Dinge

sich zum positiven entwickelt. Sie leben weiterhin in der

ihnen bekannten Umgebung in unmittelbarer Nähe zum

Stadtzentrum.

Wohnungsgenossenschaft Herne-Süd eG. Das Diakonische

Werk im Kirchenkreis Recklinghausen e.V. wird das Altenwohn-

und Pflegeheim betreiben. Damit wird ein Ersatzbau

für das Theodor-Fliedner-Haus geschaffen. Dieser

Standort in Herten Mitte wird mit der Eröffnung des neuen

Hauses aufgegeben werden.


An der Annastraße in Herten-Westerholt entsteht ein

modernes Altenwohn- und Pflegeheim mit 80 Plätzen. In

unmittelbarer Nähe zum Ortskern werden alte Menschen

gut versorgt und sich sicher wohl fühlen

Das neue Haus wird 64 Einzelzimmer und 8 Doppelzimmer

haben. Vierzehn Plätze werden speziell für demenziell

erkrankte Menschen ausgestattet sein. Beim ersten Spatenstich

betonte Christa Stüve, Vorstand: „ Das neue Altenwohn-

und Pflegeheim wird ein offenes Haus in der grünen

Mitte von Westerholt sein. Ein Haus, mitten im Ort,

nicht weit weg von den belebten Straßen und mit einer

festen Anbindung an den Ortsteil und die Kirchengemeinde.“

Zeit für Zärtlichkeit

In Haus Abendsonne genießt Hund Inda die Streicheleinheiten der Bewohner

Als der kleine Trüffel, Therapiehund

im Haus Simeon, vor einiger Zeit mit

seiner Besitzerin Sibille Fokken im

Haus Abendsonne zu Gast war, suchte

er auch Kontakt zu den Bewohnern.

Heimleiterin Elke Zerbes-Walter erinnert

sich: „Da fing eine demenzkranke

Frau an zu sprechen, die vorher

stumm war.“

Sie hat in ihrem Seniorenheim bereits

gute Erfahrungen mit Tieren gemacht.

Nicole Göppert, Wohnbereichsleiterin,

bringt seit zwei Jahren regelmäßig ihren

Hund Inda mit: „Jeder streckt automatisch

die Hand aus, nur wenige sind darunter,

die gar keine Beziehung zu Tieren haben.“

Bundesweit sind bereits beachtliche

Ergebnisse durch den Einsatz von Tieren

erzielt worden, besonders bei Alzheimer-

Patienten. Elke Zerbes-Walter: „Der Hund

ist wie ein Schlüssel, weckt Erinnerungen.“

Inda ist ein Karabesch-Kangal. Diese

Rasse, so berichtet Besitzerin Nicole

Göppert, bellt kaum, ist sehr anhänglich.

Deshalb klappt der Einstieg sehr gut. Er

liebe die Chefin, so erzählt sie, und mit ihr

komme er im ganzen Haus herum.

“Es gibt auch Bewohner, die darum bitten,

den Hund eine Stunde lang auf ihrem

Zimmer haben zu dürfen. Eine andere

schickte ihrem Sohn ein Foto von Inda

– so begeistert ist sie von ihm.“ Diese

Symbiose genießen scheinbar beide

Seiten, Hund und Mensch: Inda liebt es,

gestreichelt zu werden; so viel Zeit für

Zärtlichkeit könnte die Besitzerin allein

für ihn nicht aufbringen. Die gute Wir-

Diakonie im Kirchenkreis

Foto: Wiese

Zum ersten Spatenstich war der komplette Heimbeirat

des Theodor-Fliedner-Hauses gekommen. Bürgermeister

Uli Paetzel (rechts), Klaus Karger, Vorstand Wohnungsgenossenschaft

Herne-Süd (4.v.rechts) sowie Christa Stüve,

Vorstand Diakonisches Werk im Kirchenkreis (3. v. lks.

– hintere Reihe) versprachen schnelle Baufortschritte.

kung ist längst unbestritten. Umso mehr

bei Menschen, die aus ihrer gewohnten

Umgebung heraus in ein Altenheim kommen:

Da wirkt ein flauschiger Vierbeiner

kommunikationsfördernd, wie ein Eisbrecher.

Andere fühlen sich im Heim einsam,

bekommen selten oder gar keinen Besuch

mehr und freuen sich dann, mit Tieren

kuscheln zu können.

Elke Zerbes-Walter ist restlos überzeugt

von der positiven Wirkung. Bislang zog

erst ein Kanarienvogel mit ins Haus

Abendsonne ein. „Wir hatten zwar noch

keine Anfragen von Leuten, die größere

Tiere mitbringen wollen, doch ich würde

das Experiment wagen, Hund oder Katze

mit aufzunehmen. Wir fassen die Betreuung

sehr individuell auf, da gehören Tiere

einfach dazu.“ Natürlich müsste die Versorgung

gesichert sein.

Sie selbst wünscht sich schon lange einen

Hund. „Irgendwann schaffe ich mir einen

an und dann bringe ich ihn mit hierher.“

Sabine Vogt, WAZ

“Inda“ ist der Liebling der Bewohner

von Haus Abendsonne. Trotz ihrer

Größe ist die Hündin nicht Furcht

einflössend, sondern sehr anhänglich.

Diakonie vor Ort Nr. 41/3-2006 Foto: WAZ

1


Diakonie im Kirchenkreis

Qualitätsmanagement ist Grundlage

für gute Arbeit – Haus Abendsonne zertifiziert

Haus Abendsonne wurde als drittes

Altenwohn- und Pflegeheim des Diakonischen

Werkes im Kirchenkreis im

August zertifiziert.

Verliehen wird das Zertifikat durch

das Europäische Institut zur Zertifizierung

von Managementsystemen

und Personal – EQ Zert.

Mit dem Zertifikat wird dem Altenwohn-

und Pflegeheim der Diakonie

ein funktionsfähiges QM-System auf

Grundlage der internationalen Norm

ISO 9001 bescheinigt.

Bewohner sollen gut versorgt werden

und sicher leben

Die Einführung und Zertifizierung

eines Qualitätsmanagementsystems ist

unter verschiedenen Gesichtspunkten

von Bedeutung.

Zunächst steht die Versorgung und

die Pflege der Bewohnerinnen und

Bewohner im Mittelpunkt der Arbeit.

Alle Dienste und Aktivitäten im Haus

sind darauf konzentriert. Qualitätsmanagement

sorgt für klare Prozesse,

Abläufe, Kontrollen und Kommunikation.Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter

arbeiten in klar definierten Strukturen.

Menschen, die mittelbar mit dem

Haus zu tun haben (z.B. Angehörige),

können sich auf die Dienstleistungen

des Hauses verlassen.

Auf Einladung der Heimbeiräte aus

den Altenwohn- und Pflegeheimen

des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis

war Landrat Jochen Welt

(hintere Reihe, 3. v. rechts) zu Gast

in einer gemeinsamen Heimbeiratssitzung.

Die Heimbeiräte sind das Mitbestimmungsgremium

der Bewohnerinnen

und Bewohner in den Altenheimen.

Landrat Jochen Welt sprach mit den

Heimbeiräten über die Versorgung

und Pflege in den Häusern. Aufmerksam

nahm er Verbesserungsvorschläge

in Richtung Politik auf.

1

Elke Zerbes-Walter, Leiterin von Haus Abendsonne, hält die Zertifikate zum

Qualitätsmanagement in der Hand. Gemeinsam mit Mitarbeitenden aus dem

Haus, dem stellvertretenden Foto: Wiese Bürgermeister Ferdinand Zerbst (Mitte) sowie

Christa Stüve, Vorstand (2. v. rechts) und Ulrich Christofczik (rechts), Leiter

Gesundheit und Pflege, freut sie sich über die vollbrachte gute Arbeit.

Qualitätsmanagement unterstützt eine

transparente Arbeit und zuverlässige

Abläufe.

Alles in allem bedeutet die erfolgreiche

Zertifizierung den festen Willen

der Diakonie, auch in der Zukunft

Dienstleistungen für alte Menschen

zur Verfügung zu stellen, die durch

ihre hohe Qualität und die unver-

Foto: Wiese

zichtbare Menschlichkeit gekennzeichnet

sind.

Die sozialpolitischen Rahmenbedingungen

unterstützen dieses Ziel derzeit

nicht immer. Dennoch arbeiten

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

in den Häusern der Diakonie täglich

daran, dass alte Menschen gut

gepflegt und versorgt sind.

Foto: Wiese


Diakonie vor Ort Nr. 41/3-2006

Diakonie im Kirchenkreis

Neu in Datteln – Diakonie bringt warmes

Essen täglich frisch auf den Tisch

Dass die Menschen immer älter werden,

ist bekannt und auch gut so.

Nachteilig an der Entwicklung ist,

dass mit zunehmendem Alter einige

Fähigkeiten nachlassen. Bei schwindenden

Kräften müssen Menschen

sich entscheiden, was sie selber

machen und wo sie sich Unterstützung

holen. Dabei soll die Lebensqualität

allerdings nicht leiden.

Essen auf Rädern ist ein Angebot, das

Menschen direkt in ihrer Lebensführung

unterstützt. Eine gute und ausgewogene

Ernährung ist wichtig für

Wohlbefinden und Gesundheit. Dort,

wo Menschen sich nicht ausreichend

und gut versorgen, treten schnell

gesundheitliche Probleme auf.

Die Diakonie bietet neben den Leistungen

der häuslichen Alten- und

Krankenpflege auch Essen auf Rädern

an. Ausgehend von der Zentrale in

Herten beliefern achtzehn Mitarbeitende

Menschen in Herten, Recklinghausen,

Marl, Oer-Erkenschwick und

seit dem Sommer auch in Datteln. Die

warmen Mahlzeiten werden direkt in

die Wohnung geliefert. Dort helfen

die Mitarbeitenden auf Wunsch auch,

Essen auf Rädern – warme Mahlzeiten werden direkt in die Wohnung geliefert.

An 365 Tagen im Jahr ist so für ältere Menschen eine gesunde und

abwechslungsreiche Ernährung gesichert.

das Essen auszupacken und in mundgerechte

Stücke zu schneiden. Bestellt

werden können Mahlzeiten für einzelne

Tage oder auch für die ganze

Woche. An 365 Tagen im Jahr werden

die Menschen beliefert.

Offene Ganztagsschule

Diakonie geht neue Wege

Kinderstimmen klingen durch die

Räume. Beim Eintritt in den großen

Gruppenraum fliegt ein Papierflugzeug

direkt auf den Gast zu.

Offene Ganztagsschule an der Clemens-Höppe-Schule

in Oer-Erkenschwick

bedeutet in allererster Linie

Kinder, die sich offensichtlich wohl

fühlen und die die hellen, freundlichen

Räume in Besitz genommen

haben.

Nadine Niere, 22, Erzieherin, und

Susanne von Dewal, 40, Erzieherin

im Jahrespraktikum, sind für die Kinder

da. „Zwischen 11.45 und 16.15

Uhr besuchen die Kinder unser Angebot“,

berichtet Nadine Niere. „Hier

werden sie mit einem Mittagessen

versorgt, sie machen ihre Hausaufgaben

und sie können spielen.“ Zusätzlich

haben die Mitarbeiterinnen für

Wenn man mal alleine sein möchte.

Auch das ist möglich. Es gibt

Ecken, in die jedes Kind sich in Ruhe

zurückziehen kann.

Foto: Hardinghaus

Informationen über Essen auf Rädern:

Tel. 02366-106720. Auch im Internet

gibt es Informationen:

www.lieberessenalskochen.de

Foto: Wiese

1


Diakonie im Kirchenkreis

Gemeinsam mit anderen etwas machen. Das ist bei

dem Angebot der Offenen Ganztagsschule an der Clemens-Höppe-Schule

in Oer-Erkenschwick ausdrücklich

erwünscht.

die Nachmittage ein abwechslungsreiches

Programmangebot zusammengestellt.

„In der Turnhalle biete

ich an einem Nachmittag Traum- und

Entspannungsübungen an. Eine Kreativwerkstatt

gehört ebenso zu unseren

Angeboten wie die Lesewerkstatt.“,

erzählt die engagierte Erzieherin. In

der Lesewerkstatt werden Geschichten

und Bücher vorgelesen, aus dem

Lesekoffer, der voll mit Büchern ist,

können die Kinder sich die Bücher

heraus suchen, die sie mögen.

“Die offene Ganztagsschule ist ins

Leben gerufen worden, um die Vereinbarkeit

von Beruf und Kind zu

verbessern“, sagt Peter Feske, Leiter

der Ambulanten Jugendhilfe. „Was

Der Rotary Club Recklinghausen ist

aktiv. Unterstützt werden eine Reihe

von unterschiedlichen Projekten. Da

ist zunächst einmal das internationale

Engagement des Clubs. In Nord-Nigeria

wird ein Projekt zur Verbesserung

der Gesundheit junger Mütter unterstützt.

20

Foto: Wiese Foto: Wiese

wir hier leisten, ist qualifizierte und

zuverlässige Betreuung. Eltern können

sich darauf verlassen, dass ihre

Kinder zwischen 8.00 und 16.15 Uhr

sowohl in der Schule als auch bei

uns gut und zuverlässig aufgehoben

sind.“

“Zur Zeit machen wir als Diakonie

im Kirchenkreis Recklinghausen dieses

Angebot an drei Schulen in Oer-

Erkenschwick und an einer Schule in

Herten. Dort unter der Bezeichnung

verlässliche Grundschule,“ ergänzt er.

“Der Kontakt zu den Lehrerinnen und

Lehrern ist gut,“ berichtet Nadine

Niere. „Wir stehen in regelmäßigem

Kontakt miteinander.“

Das Angebot der Offenen Ganztagsschule

wird von den Eltern in

In Recklinghausen sind es zunächst

Schülerinnen und Schüler, die vom

Einsatz der Rotarier profitieren.

Finanziert werden Studienwochen

im „x-Lab“, dem Chemielabor der

Universität Göttingen. Teilnehmen

können Schülerinnen und Schüler

der Leistungskurse Chemie des städ-

Mittagessen. Kein langes Gesicht ist zu sehen. Das Essen

kommt bei den Kindern gut an.

Anspruch genommen. Alle dreißig

Plätze an der Clemens-Höppe-Schule

sind belegt. Die Eltern bezahlen, je

nach Einkommen, zwischen 45 und

95 Euro im Monat. Das Mittagessen

ist in diesem Preis eingeschlossen.

Dass ist übrigens lecker, wie sich

im Speiseraum zeigt. Die Kinder

freuen sich auf das Essen, kein langes

Gesicht ist zu sehen. Ein wenig

müssen sie allerdings noch warten.

.Zunächst wird einem Geburtstagskind

mit einem Lied und einem kleinen

Geschenk gratuliert. So ist das

hier – die Kinder sollen sich wohl

fühlen, sie sollen gemeinsam mit

anderen Kindern Spaß haben, etwas

lernen und am nächsten Tag gerne

wiederkommen.

Rotary Club Recklinghausen unterstützt Projekte

tischen Gymnasiums Herten, des

Geschwister-Scholl-Gymnasiums in

Marl sowie des Freiherr-vom-Stein-

Gymnasiums in Recklinghausen. Darüber

hinaus hat der Rotary Club ein

Programm „Meet the Professionals“

aufgelegt. Junge Menschen können

im Kontakt mit Rotariern Einblik-


ke in Berufsfelder gewinnen. Unter

Umständen ist sogar ein Praktikum

zur Berufsfindung möglich.

Bei den sozialen Projekten fördert der

Rotary Club mit Unterstützung der

Engel Stiftung das Programm des Ev.

Kinderheims der Diakonie „Familie

in Not“. Kinder und Jugendliche, die

aus unterschiedlichen Gründen nicht

mehr in ihrer Familie leben können,

werden gezielt unterstützt. Dieses gilt

auch für die Familien insgesamt. Ziel

aller Maßnahmen ist die Rückkehr der

Kinder und Jugendlichen in ihre Herkunftsfamilie.

Rotary Club Recklinghausen unterstützt

Jugendliche und Familien. Mit

dabei auch das Ev. Kinderheim der

Diakonie. Friederike Potthoff, Leiterin

Erziehung und Förderung (3. von

rechts) und Renate Schattschneider-

Bargel, Ev. Kinderheim (rechts) nahmen

die Spende entgegen.

Nahe bei den Menschen

Stadtteilprojekte arbeiten erfolgreich

In drei Stadtteilen Marls arbeiten

das Jugendamt und die Diakonie

in Stadtteilprojekten erfolgreich

zusammen. Bei der Vorstellung dieser

Arbeit im Ausschuss für Kinder,

Jugend und Familie gab es aus allen

politischen Richtungen Anerkennung

für die geleistete Arbeit.

Diakonie vor Ort Nr. 41/3-2006

Foto: Wiese

“Wir wollen dorthin, wo die Menschen

leben“, sagt Jochen Pätzold,

stellvertretender Abteilungsleiter im

Jugendamt. „Dabei schauen wir uns

die Stadtteile sehr genau an und

werden dort aktiv, wo wir den Bedarf

erkennen.“

Aktuell sind es drei Stadtteile, in

denen Jugendamt und Diakonie

gemeinsam unterwegs sind. Seit

1998 arbeitet der Bürgertreff. An der

Engagiert für die Menschen in

den Stadtteilen. Mitarbeitende

des Jugendamtes und der Diakonie

kooperieren in den Stadtteilprojekten.

Ramona Glodschei (Hüls-Süd),

Ulrich Eickelkamp (Enke Siedlung),

Carola Fidelak (Marl Mitte), Iris Kaczenski-Becker

(Hüls-Süd), Martin

Matuschek (Hüls-Süd), Holger Langenkamp

(Marl-Mitte), Jochen Pätzold,

Jugendamt, Gabriele Lindner

(Marl Mitte), Jens Flachmeier (Enke

Siedlung).

Diakonie im Kirchenkreis

Merkurstraße und im Umfeld leben

Menschen mit 19 verschiedenen Nationalitäten.

„Die Leute kennen mich

und sprechen mich auf der Straße

an“, sagt Holger Langenkamp, Sozialarbeiter

der ersten Stunde dort.

„Wir arbeiten auf unterschiedlichen

Ebenen“, berichtet Martin Matuschak

vom Jugendamt. „In den Angeboten

wie Elterncafe oder Kindergruppe

lernen wir die Menschen kennen und

sie uns. Ist das Vertrauen gewachsen,

können wir bei konkreten Problemen

mit Jugendhilfemaßnahmen oder

anderem aktiv helfen.“

Stadtteilarbeit funktioniert wie

ein Frühwarnsystem

Durch Angebote der Stadtteilprojekte

reden die Menschen miteinander, sie

unternehmen etwas gemeinsam und

merken, dass Veränderungen möglich

sind. So trauen sie sich auch, bei

21


Diakonie im Kirchenkreis

größeren Problemen in der Familie

um Unterstützung nachzufragen.

Andererseits wird in den konkreten

Hilfen deutlich, wo es im Stadtteil

noch an Angeboten z. B. für Kinder

und Jugendliche fehlt. Diese können

dann eingerichtet werden und lassen

so bestimmte Probleme gar nicht erst

entstehen.

“Wenn wir durch unsere Arbeit nur

ein Kind nicht in einem Heim unterbringen

müssen, hat es sich schon

gelohnt“, sagt Jochen Pätzold und

fügt hinzu: „Auch finanziell.“

Mit 100 Kursleiterinnen und Kursleitern

bietet die Evangelische Familienbildungsstätte

Marl-Haltern über

400 Kurse im Jahr an. Diese werden

von mehr als 4000 Kursteilnehmerinnen

und Kursteilnehmern besucht.

Dass das einmal so sein würde, war

bei der Gründung dieser Bildungseinrichtung

nicht abzusehen.

Spannende Geschichte

1956 ging es zunächst ganz klein los.

Unter dem Namen „Mütterschule“

wurde eine Einrichtung ins Leben

gerufen, die im Presbyterium der Ev.

Kirchengemeinde Marl-Hüls nicht

unumstritten war. Das ist wohl bei

allen neuen Ideen so, denn die „Mütterschule“

in Marl war die erste ihrer

Art in den Evangelischen Gemeinden

Westfalens.

Unter dieser Voraussetzung scheint

es fast selbstverständlich, dass die

erste „Leiterin“ der „Mütterschule“ die

Haushälterin des evangelischen Pfar-

22

In jedem Stadtteil gibt es

andere Schwerpunkte

In Marl-Mitte geht es um gemeinsame

Aktivitäten im Zusammenleben unterschiedlicher

Nationalitäten. Ähnlich,

aber nicht gleich, ist es in der Enke

Siedlung. Dort wird mit Unterstützung

der Aktion Mensch erprobt, wie

Integration in unsere Gesellschaft

am besten zu erreichen ist. In diesem

Stadtteil leben vorwiegend Menschen

aus den Herkunftsländern Türkei und

ehemalige Sowjetunion gemeinsam

mit eingesessenen deutschen Familien.

rers war. Sie hieß Käthe Wessig.

Bereits zu dieser Zeit hat sich auch

Renate Seume sehr um die Einrichtung

bemüht und aktiv mitgewirkt.

Langsam, aber kontinuierlich entwikkelte

die Arbeit sich weiter. Offensichtlich

traf die Ev. Familienbildungsstätte

auf die richtigen Fragen

der Zeit.

1971 wurde aus der „Mütterschule“

die Ev. Familienbildungsstätte Marl.

1975 erhielt die Bildungsstätte die

Noch einmal anders ist es im Stadtteil

Hüls-Süd. Neben schmucken Einfamilienhäusern

steht dort eine Reihe

von Hochhäusern. Auf engem Raum

entstehen Konflikte. Freizeitmöglichkeiten

sind begrenzt. Mit dem Projekt

Kinderzirkus oder den offenen Sportangeboten

haben die Mitarbeitenden

bereits viel erreicht.

“Wichtig ist uns, dass wir in den

Stadtteilkonferenzen die Experten aus

Schule, Kindergarten, Stadtteilprojekt

usw. und die Bewohner zusammenbringen.

Gemeinsam können wir

sinnvolle Angebote entwickeln“, sagt

Ramona Glodschei, Sozialarbeiterin

dort.

Seit 50 Jahren in Sachen Bildung unterwegs

Ev. Familienbildungsstätte feierte Jubiläum

50 Jahre Geschichte der Evangelischen

Familienbildungsstätte Marl-

Haltern. Zu Beginn der Arbeit wurden

viele Angebote zur Haushaltsführung

gemacht.

Anerkennung des Landes NRW als

Weiterbildungseinrichtung. Seit 1976

werden Kurse auch in Haltern angeboten.

Heute ist die Evangelische Familienbildungsstätte

Marl-Haltern in Trägerschaft

des Diakonischen Werkes im

Kirchenkreis Recklinghausen e.V.

Am Puls der Zeit

In den Kursangeboten der Familienbildungsstätte

spiegelt sich der

Foto: Archiv


Diakonie vor Ort Nr. 41/3-2006

Foto: Wiese

Der Jubiläumstag begann mit einem

Familiengottesdienst. Diakoniepfarrer

Horst Bögeholz und die Mitarbeitenden

der Familienbildungsstätte

stellten die Familie in Geschichte und

Gegenwart dabei in den Mittelpunkt.

gesellschaftliche Wandel in 50 Jahren

wider. Ging es zunächst um ganz

praktische Fragen, so finden sich

die pädagogischen Aufbrüche nach

1968 ebenso wieder wie die aktuellen

Herausforderungen unserer Zeit.

„Starke Eltern – Starke Kinder“ heißt

z.B. ein aktuelles Angebot. Eltern, die

Hilfestellung bei der Wahrnehmung

ihrer erzieherischen Aufgaben suchen,

finden sich zusammen, um gemeinsam

nach guten Wegen im familiären

Alltag zu suchen.

Als Angebot der Evangelischen Kirche

und der Diakonie war und ist

es von Anfang der Arbeit an immer

wichtig gewesen, Lebensorientierung

im konkreten Alltag zu geben. Diese

Aufgabe wird sich auch in den nächsten

Jahren die Arbeit stellen.

Gemeinsam sind wir stark

Sommerlager für Kinder in Haltern

Die Ambulante Jugendhilfe in Haltern

veranstaltete im Verbund mit anderen

Hilfsorganisationen erstmalig ein

Sommerlager für Jungen und Mädchen

am Halterner See.

Die Acht- bis Zehnjährigen hatten

die Gelegenheit, einige unbeschwerte

Ferientage zu genießen, die sich ihre

Familien so wohl nicht hätten leisten

können. Finanziert wurde die Aktion

aus Mitteln, die die Westdeutsche

Allgemeine Zeitung während ihrer

Adventslichter-Sammlung gespendet

bekam.

Interessante Ferientage für Jungen

und Mädchen. Auch die Jugendhilfe

in Haltern beteiligte sich am

Sommerlager für Jugendliche aus

Haltern.

Diakonie im Kirchenkreis

Foto: Wiese

Während des Empfangs zum Jubiläum

wurde Renate Seume, engagierte

Mitbegründerin und Begleiterin

durch die Jahre, besonders geehrt.

Foto: Aufberg

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Diakonie im Kirchenkreis

Diakonie erweitert Werkstatt Förderturm

Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen

arbeiten in neuer Halle

Seit 1992 gibt es die Werkstatt „Förderturm“

an der Hubertusstraße in

Recklinghausen. Was zunächst klein

begann, zeigt sich heute deutlich

größer. Über 97 Menschen mit psychischen

Beeinträchtigungen sind

z. Z. im „Förderturm I“ in Recklinghausen

beschäftigt. Angeleitet und

begleitet werden sie von 14 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern.

“Eine klare Tagesstruktur und gute

Arbeit sind für diese Menschen von

großer Bedeutung“, so Horst Böge-

holz, Vorstand des Diakonischen Werkes

im Kirchenkreis Recklinghausen

bei der Eröffnung der neuen Produktionshalle

im September. Durch die

Erweiterung von über 800 qm können

die Aufträge aus Industrie, Dienstleistung

und Handel noch besser

bearbeitet werden. Das ist auch notwendig,

steigt die Zahl der Menschen

mit psychischen Erkrankungen in den

letzten Jahren doch kontinuierlich

an. In guter Zusammenarbeit mit

den umliegenden Kliniken und anderen

Partnern finden sie häufig eine

Foto: Wiese

Zur Eröffnung der neuen Produktionshalle kamen neben dem Landrat Jochen

Welt (lks.) auch der Sozialdezernent der Stadt Recklinghausen Georg Möllers

(2.v.lks.), der Investor Karl Fromme (4. v. l.) sowie viele Gäste aus der Diakonie.

Arbeit in der Werkstatt Förderturm.

Diese ortsnahe Versorgung gewährleistet

das Wohnen in der heimatlichen

Umgebung und den Erhalt der

sozialen Strukturen wie Familie und

Freundeskreis.

Gearbeitet wird in der Werkstatt Förderturm

in den Bereichen Industrie-

und Elektromontage, Mailing und

Bürodienstleistungen, Metallverarbeitung

sowie Holz- und Kunststoffverarbeitung.

Errichtet wurde die neue Halle mit

Sozial- und Verwaltungsräumen

durch die Firma Fromme. Das Diakonische

Werk im Kirchenkreis Recklinghausen

hat das Gebäude langfristig

gemietet.

Die Werkstatt Förderturm

ist eine Werkstatt im Verbund

der Recklinghäuser Werkstätten.

Der „Förderturm“ hat einen

Standort in Recklinghausen mit 97

Beschäftigten und einen weiteren

in Datteln mit 70 Beschäftigten.

An beiden Standorten zusammen

arbeiten 25 Mitarbeitende in der

Anleitung und Begleitung.

Da die Zahl der Menschen mit

psychischen Erkrankungen in

den letzten Jahren kontinuierlich

zunimmt, ist es von besonderer

Bedeutung, dass Arbeitsplätze für

diesen Personenkreis zur Verfügung

gestellt werden können.

Die Diakonie im Kirchenkreis

Recklinghausen ist sowohl in der

Werkstatt Förderturm, als auch in

der ambulanten psychiatrischen

Versorgung im Kreis Recklinghausen

engagiert: Kontakt- und Beratungsstelle

in Datteln, Tagesstätte

für psychisch erkrankte Menschen

in Oer-Erkenschwick, Ambulant

Betreutes Wohnen für Menschen

mit psychischen Krankheiten.


Herbstfest

Dorstener

Werkstatt geht

neue Wege

Das Glück ist mit den Tüchtigen. So

konnten es mit Recht die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in der Dorstener

Werkstatt sehen.

Bei strahlend schönem Wetter hatten

sie zum ersten Mal zum Herbstfest

eingeladen. Belohnt wurden sie durch

die große Zahl der Besucherinnen

und Besucher. Diese hatten eine gute

Entscheidung getroffen, die Werkstatt

für Menschen mit Behinderungen an

diesem Samstag nachmittag zu besuchen.

Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm

mit Musik und Tanz

wurde ihnen ebenso geboten wie ein

reichhaltiges Angebot an Speisen

und Getränken. Im Mittelpunkt aber

standen die Menschen, die in der

Werkstatt arbeiten. Sie gaben Einblicke

in ihre Arbeitswelt, erklärten

und zeigten, wie die Produkte entstehen.

„Noch nie haben sich so viele

Menschen für das interessiert, was

ich mache“, so der Kommentar eines

jungen Mannes aus der Metallverarbeitung.

Entstanden war die Idee des Herbstfestes

im Kreis der Mitarbeiterinnen

Diakonie vor Ort Nr. 41/3-2006

Foto: Wiese

Der Dorstener Bürgermeister Lambert

Lütgenhorst ließ es sich nicht

nehmen, einen ausführlichen Rundgang

durch die Werkstatt zu machen.

Begleitet wurde er von Kommunalpolitikern

sowie Vertretern der örtlichen

Wirtschaft.

und Mitarbeiter. Sie hatten in den

letzten Jahren gemerkt, dass der traditionelle

Adventsmarkt nicht mehr

ihren Erwartungen gerecht wurde.

„Wir produzieren Produkte in hoher

Qualität für Industrie und Handel.

Auf dem Adventsmarkt wurden

überwiegend Gestecke und kleine

Geschenke angeboten und verkauft.

Das entspricht nicht der Arbeitswirklichkeit

in unserem Betrieb“, so Klaus

Braukhoff, Leiter der Dorstener Werkstatt.

So wurden die Ideen schnell

aufgegriffen und ein Herbstfest

Diakonie im Kirchenkreis

Foto: Wiese

Zeigen, wie in der Werkstatt gearbeitet wird und welche Produkte entstehen.

Viele Beschäftigte der Dorstener Werkstatt berichteten gerne über ihren

Arbeitsplatz.

Foto : Wiese

Dass auch das Feiern nicht zu kurz kam, war beim Herbstfest selbstverständlich.

Eine gute Gelegenheit, miteinander bei leckerem Essen zu sprechen.

geplant, das Einblicke in die Arbeitswirklichkeit

erlaubte und Gelegenheit

zum gemeinsamen Feiern bot. Dieses

Konzept überzeugte von Anfang an

auch die sehr aktiven Angehörigen in

der Dorstener Werkstatt. So war klar,

dass sie auch bei dem Herbstfest aktiv

mitmachten.

Viele Menschen aus Dorsten haben

die gute Idee mit ihrem Besuch

belohnt. Auch wenn ab und zu zu

hören war: „Wo bekomme ich bloß

mein Adventsgesteck in diesem Jahr

her.“

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Diakonie im Kirchenkreis

Schritte in die Arbeitswelt

Berufsbildungsbereich vermittelt Wissen und Können

Patricia U., 19, ist mit Eifer dabei. Sie ist eine der 72 Teilnehmerinnen

und Teilnehmer im Berufsbildungsbereich

der Recklinghäuser Werkstätten, die von der Dienststelle

Berufsbildungsbereich betreut werden.

Patricia U. erhält ihre berufliche Bildung im Bereich

„Hauswirtschaft, Textil und Wäscherei“. Zurzeit lernt sie,

die Wäsche, die feucht aus der Großwäscherei kommt,

auf Bügel zum Trocknen aufzuhängen. Was sich zunächst

einfach anhört, ist gar nicht so einfach. Patricia muss die

blauen von den orangefarbenen Hosen trennen. Ebenfalls

trennen muss sie Sommer- von Winterjacken. Ganz genau

einhalten muss Patricia U. die Art, wie die verschiedenen

Kleidungsstücke auf den Bügel gehängt werden. Hosen

z. B. werden in der Höhe des Po’s gefaltet und so aufgehängt,

dass eine Gesäßtasche nach vorne zeigt. Auch die

Bügel müssen immer in der gleichen Richtung auf den

großen Ständer gehängt werden.

Wie Patricia U., so lernen auch die anderen jungen Frauen

und Männer im Alter von 18 bis 20 Jahren berufliches

Wissen und Können im Berufsbildungsbereich der Recklinghäuser

Werkstätten.

Vorbereitung auf den beruflichen Alltag

Foto : Wiese

Unter Anleitung von Anja Wagner lernt Patricia U., die

Wäsche richtig zu falten.

Auch Sebastian P., 19, kommt aus einer Förderschule.

Jetzt steht er am Schraubstock und bearbeitet eine Messelektrode.

Er hat sich für eine „Ausbildung“ im Bereich

„Metallverarbeitung/ Maschinenvorbereitung“ entschieden.

„Wir arbeiten hier mit einem hohen Qualitätsanspruch“,

sagt Andreas Pourie, die anleitende Fachkraft der Gruppe.

„Die Teilnehmer lernen im Wesentlichen an Werkstücken,

die aus Aufträgen kommen, die wir für Kunden bearbeiten.“

Das ist wichtig, weil die jungen Leute schnell den

beruflichen Alltag mit seinen Anforderungen kennen lernen

sollen.

Spezielle Kenntnisse werden im Berufsbildungsbereich

auch durch Projektarbeiten vermittelt

Berufsbildung ist Personalentwicklung

Wenn die jungen Menschen im Berufsbildungsbereich

angekommen sind, erwarten sie zwei Ausbildungsabschnitte.

Ausbildungsabschnitt eins bedeutet: ein Jahr

lang Qualifikation im gewählten Bildungsbereich. In den

Recklinghäuser Werkstätten sind das die Ausbildungsbereiche

Montage/Vorbereitung auf den grafischen Bereich,

Metallverarbeitung/ Maschienenvorbereitung sowie Hauswirtschaft

mit Textil und Großwäscherei. In Vorbereitung

sind Qualifizierungsmaßnahmen für den Bereich Gartenbau.

Während dieses ersten Jahres werden Praktika in

verschiedenen Werkstätten durchgeführt. „Wir bereiten

diese Praktika intensiv vor und werten sie mit allen Beteiligten

sorgfältig aus“, berichtet Heike Strototte, Leiterin

der Dienststelle Berufsbildungsbereich. Informationen aus

den Praktika sind wertvoll für den Ausbildungsabschnitt

zwei. Für die Dauer von 15 Monaten arbeiten die jungen

Leute in ihrem Bereich in einer Arbeitsgruppe einer

Werkstatt. Dort sind sie „Auszubildende“, aber auch in die

Foto: Wiese

Richtig aufgehängt garantiert den leichten Zugriff auf

das richtige Kleidungsstück. Patricia U. lernt auch das im

Berufsbildungsbereich.


Im Berufsbildungsbereich wird an richtigen Werkstücken

gearbeitet. Hier bearbeitet Sebastian P. eine Messelektrode

für die Medizintechnik.

Gruppe integriert. Die regelmäßige Begleitung und, wenn

notwendig, individuelle Förderung durch die Mitarbeitenden

aus dem Berufsbildungsbereich ist gewährleistet.

Sie sind regelmäßig vor Ort und haben engen Kontakt

mit den Gruppenleitungen und den Auszubildenden. Am

Ende der Ausbildungszeit steht dann die Frage an: Was

nun? Fast immer werden die „Auszubildenden“ in ihrem

Die Fachkraft schaut ganz genau hin. Andreas Pourie

prüft, ob Sascha Sch. richtig und genau feilt.

Diakonie vor Ort Nr. 41/3-2006

Diakonie im Kirchenkreis

Arbeitsbereich in einer Werkstatt übernommen. Wenn sich

andere Möglichkeiten ergeben, wie z. B. ein Arbeitsplatz

außerhalb der Recklinghäuser Werkstätten, so ist selbstverständlich

auch das möglich. „Die Rückmeldungen sind

überwiegend positiv“, sagt Heike Strototte. „Unsere Leute

kommen gut ausgebildet an ihren Arbeitsplatz. Ich gehe

davon aus, dass , eine gute Berufsbildung und der geeignete

Arbeitsplatz die Grundlage für eine aktive Personalentwicklung

bei den Beschäftigten in den Recklinghäuser

Werkstätten ist. Darüber hinaus sind auch Berufsbildungsmaßnahmen

außerhalb der Recklinghäuser Werkstätten

möglich, wenn sich dadurch eine berufliche Perspektive

für die Teilnehmer(innen) entwickelt.“

Berufsbildung in den Recklinghäuser

Werkstätten

Seit November 2004 ist der Berufsbildungsbereich für

Menschen mit geistigen Behinderungen eine eigene

Dienststelle innerhalb der Recklinghäuser Werkstätten.

Unter der Leitung von Heike Strototte arbeiten 10 Mitarbeitende

an den beiden Standorten Recklinghausen-

Süd und Dorstener Werkstatt und im mobilen Einsatz.

Die Dienststelle „Berufsbildungsbereich“ arbeitet sehr

eng mit den Leitungen der Werkstätten, den sozial

begleitenden Diensten und den Fachbereichen der

Werkstätten zusammen. In dieser Zusammenarbeit

gelingt es, junge Menschen individuell zu fördern und

sie unter realistischen Bedingungen auszubilden. Sie

lernen die Arbeit in den Werkstätten gut kennen und

sind in ihrem Fachbereich fit, wenn sie sich für einen

Arbeitsplatz entscheiden.

Informationen zum Berufsbildungsbereich:

Heike Strototte, Tel. 02361-30020

Menschen in unserem Werk

Einige Fragen an:

Heike Strototte, 42, ist Leiterin der

Dienststelle Berufsbildungsbereich in

den Recklinghäuser Werkstätten.

Sie ist verheiratet und Mutter von

zwei Kindern. Die Diplom-Heilpädagogin

leitet den Berufsbildungsbereich

in den Recklinghäuser

Werkstätten. Junge Menschen mit

Behinderungen, die von der Förderschule

kommen, werden dort mit verschiedenen

Arbeiten vertraut gemacht

Foto: Wiese

Foto: Wiese

(keine Berufsausbildung, aber so

ähnlich). Nach zwei Jahren finden

diese Menschen einen Arbeitsplatz

in den Recklinghäuser Werkstätten,

der ihren Fähigkeiten und Neigungen

entspricht.

DvO: Was gefällt Ihnen an Ihrer

Arbeit besonders gut?

Heike Strototte: Ich kann daran mitarbeiten,

dass eine möglichst gute

Dienstleistung von uns erbracht wird,

die die Teilnehmer persönlich und

beruflich weiterbringt.

DvO: Immer gerne gefragt. Was würden

Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Heike Strototte: Die einsame Insel.

Ich würde einen Sonnenschirm, ein

gutes Buch und gekühlte Getränke

mitnehmen.

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Diakonie im Kirchenkreis

DvO: Welche ist Ihre größte Stärke?

Heike Strototte: Kooperationsbereitschaft

DvO: Sie haben es erwartet. Welche

ist Ihre größte Schwäche?

Heike Strototte: Ungeduld

DvO: Was fällt Ihnen zum Stichwort

„Diakonie“ ein?

Heike Strototte: Diakonie ist beauftragt,

Menschen zu stärken und auf

Benachteiligungen in unserer Gesellschaft

hinzuweisen. Das muss noch

deutlicher passieren.

DvO: Was tun Sie in Ihrer Freizeit

besonders gerne?

Filzen in der Fördergruppe

Andrea Raunest bereitet die

gekämmte und gefärbte Wolle zur

Verarbeitung vor.

Heike Strototte: Mit dem Wohnwagen

Urlaub machen, Joggen und

Fahrrad fahren

DvO: Wenn Sie jetzt sofort etwas verändern

könnten – was wäre das?

Heike Strototte: Ich würde dafür sorgen,

dass es den Menschen leichter

fällt, „wir“ statt „ich“ zu denken und

der Blick über den eigenen Tellerrand

zur Selbstverständlichkeit wird.

DvO: Glauben heißt für Sie?

Heike Strototte: Dass ich von der

Sinnhaftigkeit des Lebens überzeugt

bin. Ich finde im christlichen Glauben

Aussagen, die mich zur Suche nach

Sinn herausfordern.

Wer kennt es nicht? Das Gefühl der

Zufriedenheit, das sich einstellt, wenn

man etwas mit den eigenen Händen

hergestellt hat. Gesteigert wird es

noch dadurch, dass es sich bei dem

Material um ein reines Naturprodukt

handelt.

Die Rede ist vom Filzen. Das betreiben

mit großer Freude an jedem

Donnerstag einige Menschen im Fördergruppenhaus

in Recklinghausen-

Süd. Aus gekämmter und gefärbter

Wolle entstehen durch Seife, warmes

Wasser und gleichmäßig massierende

Bewegungen wunderschöne Produkte.

Bunte Kugeln, Blumen, Taschen und

Ketten – alle aus Filz. Seit alters her

ist bekannt, dass „verfilzte Wolle“

besonders haltbare Dinge ergibt. Der

Filzhut ist ein gutes Beispiel dafür

– formstabil und wasserdicht.

Foto: Wiese

Heike Strototte, Leiterin des Berufsbildungsbereiches

in den Recklinghäuser

Werkstätten, stellt sich den

Fragen der Redaktion.

Foto: Wiese Durch Seife, warmes Wasser und

Die Produkte, die im Förderhaus entstehen,

finden ihre Abnehmer auf

verschiedensten Kreativ- und anderen

Märkten. Daher stammen auch immer

wieder neue Ideen, was man alles

noch aus Filz machen kann.

Und so ist dafür gesorgt, dass der

Spaß am Filzen noch lange erhalten

bleibt.

Foto: Wiese

gleichmäßig massierende Bewegungen

verfilzt die Wolle. So entstehen

die vielen schönen Produkte, die auch

von Christian Horstmann hergestellt

werden.


Werkstätten feiern Jubiläen

Diakonie vor Ort Nr. 41/3-2006

Diakonie im Kirchenkreis

Nach getaner Arbeit: ein Korb voller

schöner Dinge. Ramona Hüsing,

Dietmar Bakker, Gisela Jilge, Andrea

Raunest, Monika Bagert, Gabi Eisenbraun

und Elke Torbecke freuen sich

an ihrer Arbeit.

Glück-auf-Werkstatt und Werkstatt Hubertusstraße gestalten Festtage

Die Glück-Auf-Werkstatt in Herten machte den Anfang.

Im Oktober wurde dort das 20-jährige Jubiläum im kleinen

Rahmen gefeiert. Gemeinsames Frühstück in den

Arbeitsgruppen, Gottesdienst mit dem Diakoniepfarrer

Horst Bögeholz im Speisesaal, ein Fußballspiel zwischen

Mitarbeitenden und Beschäftigten sowie dem leckeren

Essen vom Grill - ein abwechslungsreicher Tag in Herten.

Das nächste Jubiläum, dieses Mal 25 Jahre, fand Anfang

Oktober statt. Die Werkstatt Hubertusstraße in Recklinghausen

blickte auf ein Vierteljahrhundert zurück. Was

Foto: Althoff

25 Jahre Werkstatt Hubertusstraße. Auch in den

Fördergruppen wurde das Jubiläum gut gefeiert.

Foto: Wiese

Foto: Wiese

Alle waren da, als in der Glück-Auf-Werkstatt Gottesdienst

zum 20-jährigen Jubiläum gefeiert wurde.

sich jetzt so lange anhört, begann 1981 ganz klein mit 46

Beschäftigten. Heute arbeiten über 190 Menschen in den

Räumen an der Hubertusstraße. Diese waren fast alle zum

Gottesdienst in der Gustav-Adolf-Kirche versammelt. Dank

für 25 Jahre Arbeitsleben in der Werkstatt stand dabei im

Mittelpunkt. Dass anschließend in den Werkstatträumen

weiter gefeiert wurde, versteht sich von selbst. Foto: Wiese

2


Diakonie im Kirchenkreis

Die Recklinghäuser Werkstätten sind ein starker

Verbund und ein starker Partner für Menschen mit

Behinderungen und für Unternehmen aus Industrie,

Handel und Dienstleistung.

Die Recklinghäuser Werkstätten sind anerkannte

Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM).

Sie sind Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation

und Integration.

Die Recklinghäuser Werkstätten sind ein zuverlässiger

Anbieter von Rehabilitation, Produktion, Auftragsarbeit

und Dienstleistung.

Werkstatt Waltrop

Neubau bezogen

Seit Anfang Oktober ist die neue

Werkstatt in Waltrop bezogen. Gearbeitet

wird nun in hellen, großzügig

bemessenen Räumen.

Am neuen Standort wurden von der

Exner Projektgesellschaft 2,5 Mio.

Euro in das 3000 qm große neue

Gebäude investiert. Das Diakonische

Werk mietet die Räume auf die Dauer

von 15 Jahren, um dort die Arbeit

der Waltroper Werkstatt fortzusetzen.

Tätig sind am neuen Standort nun

126 Beschäftigte, die von 19 Mitarbeitenden

angeleitet und begleitet

werden. Zusätzlich sind 24 Menschen

mit einem erhöhten Betreuungsbedarf

in den Fördergruppen.

Nicht ganz leicht fiel den Mitarbeitenden

und den Beschäftigten der

Abschied von der alten Werkstatt in

Waltrop-Unterlippe. Dort, in der alten

„Zwergschule“, stand eine der Wiegen

der Werkstattarbeit im Kirchenkreis

Recklinghausen. Seit 1968 wurde dort

gearbeitet.

Die offizielle Eröffnung der neuen

Werkstatt Waltrop wird zu Beginn des

Jahres 2007 erfolgen.

0

Gearbeitet wird in den Bereichen:

• Berufsbildungsbereich • Fördergruppen • Metallverarbeitung

• Holzverarbeitung / Schreinerei • Druckerei

• Buchbinderei • Mailing: vom Druck bis zum Versand •

Montagearbeiten aller Art • Verpacken von Produkten

aller Art • Elektromontage • Textilverarbeitung / Näherei

• Großwäscherei • Landschaftsgartenbau

An acht Standorten im Kreis Recklinghausen arbeiten

über 1.500 Frauen und Männer mit Behinderungen.

Angeleitet und unterstützt werden sie von 225 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern.

Nicht zu vergleichen mit den alten Arbeitsräumen in Unterlippe sind die neuen,

hellen Räume an der Pannhütt in Waltrop.

Foto: Wiese

Foto: Wiese

Foto: Wiese

Die neue, offen gestaltete Kantine lädt nun zu den Mahlzeiten in der Waltroper

Werkstatt ein.


Diakoniepiraten unterwegs

Bei dem Drachenbootrennen auf

dem Baldeneysee im August in Essen

belegten die Diakoniepiraten aus den

beiden Werkstätten Waltrop und

Hubertusstraße den zweiten Platz im

B-Finale.

In einem Drachenboot finden bis zu

20 Paddlerinnen und Paddler in 10

Sitzreihen Platz. Wichtig auf dem

Weg zum Sieg ist eine gute Zusammenarbeit

und kräftig-ausdauerndes

Paddeln. Beides brachten die Leute

aus den Werkstätten mit, wie die gute

Platzierung am Ende zeigt.

Kräftig-ausdauerndes Paddeln und

eine gute Zusammenarbeit sind beste

Voraussetzungen für einen guten

Platz beim Drachenbootrennen. Hier

ist die Mannschaft aus der Werkstatt

unterwegs.

Diakonie vor Ort Nr. 41/3-2006

Diakonie im Kirchenkreis

Alle gemeinsam auf dem Weg zum

Ziel. Die Diakoniepiraten unterwegs:

Werkstatt Waltrop: Thomas Kraft,

Jan Borris, Sven Tauscher, Roland

Mohren, Daniel Harten, Ludwig

Frohn, Ursula Kutz, Monika Neuhaus,

Hildegard Tetzlaff, Thomas Graalmann,

Gregor Baranowski, Bernadette

Buxkämper, Doris Sadowski und

Michael Liewen.

Werkstatt Hubertusstraße: Gabriele

Kietzmann, Eileen Olfers, Beatrix

Kessler, Andrea Cremer, Willi Fuhrmeister,

Birgit Holtz, Michael Justa,

Jörg Kamps-Herbarth, Christiane

Vauth und Ludwig Dreisewerd.

Die Redaktion von „Diakonie vor Ort“ wünscht

allen Leserinnen und Lesern ein gutes Jahr 2007.

Gottes Segen bei all ihrem Tun und Lassen.

Foto: Liewen

Die nächste „Diakonie vor Ort“ erscheint im Mai 2007.

Redaktionsschluss für diese Ausgabe

ist der 23. April 2007.

Foto: Liewen

1


Von Oktober 2006 bis April 2007 feiern folgende Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen ihr Betriebsjubiläum

10 Jahre

Halina Goretzky Matthias-Claudius-Zentrum 01.10.2006

Sigrid Jäger Diakoniestation Marl II 01.10.2006

Christiane Poel Diakoniestation Herten 01.10.2006

Elke Kuhlmann Psychosoziale Dienste 01.10.2006

Renate Böhm Diakoniestation Marl I 03.10.2006

Hannelore Rode Diakoniestation Datteln 15.10.2006

Gabriele Rantzow Diakoniestation Marl II 15.10.2006

Christel Brinkert Haus Abendsonne 01.11.2006

Marlies Brink Umwelt-Werkstatt Datteln 15.11.2006

Monika Kuba Umwelt-Werkstatt Recklinghausen 02.12.2006

Marion Göppenhammer Diakoniestation Oer-Erkenschwick 15.12.2006

Barbara Schmidt DLZ Personal & Organisation 01.01.2007

Roswitha Elter DST Arbeit & Qualifizierung 01.01.2007

Werner Konrad Haus Simeon 01.01.2007

Ilona Maronde Matthias-Claudius-Zentrum 01.01.2007

Thomas Popp Psychosoziale Dienste 15.01.2007

Christel Voß Wohnheim am Schillerpark 20.01.2007

Claudia Bruns-Ziemann Wohnen f. Menschen m. Behinderungen 01.02.2007

Anatoli Alexander Werkstatt Recklinghausen-Süd 01.02.2007

Wolfgang Fleer Werkstatt Recklinghausen-Süd 15.02.2007

Dagmar Grab Begleitende Dienste und Fördergruppen 16.03.2007

Brigitte Müller DST Gesundheit & Pflege 01.04.2007

Elisabeth Danneberg Diakoniestation Herten 01.04.2007

Reinhard Schulze Werkstatt Förderturm I 15.04.2007

Marion Lipka Haus Abendsonne 15.04.2007

25 Jahre

Alicja Schmidt Theodor-Fliedner-Haus 07.10.2006

Ewa Zachlod Wohnen f. Menschen m. Behinderungen 01.12.2006

Franko Scholzen DLZ Finanzen & Rechnungswesen 01.04.2007

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