Grube Hambach - Rheinischer Verein für Denkmalpflege und ...

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Grube Hambach - Rheinischer Verein für Denkmalpflege und ...

Grube Hambach

beeindruckende Blicke in die Tiefe

Der Kultur- und Heimatverein Grefrath hatte bereits im Frühjahr mit dem Regionalverband

Rhein-Erft des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL)

geplant, einen der größten Braunkohle-Tagebaue in Europa zu besichtigen – Hambach.

Am 24. August 2013 war es soweit: bei leicht getrübtem Himmel starteten 12 Radfahrer von

Habbelrath aus zunächst Richtung Erftflutkanal in Horrem, um dann hinter Quadrath-

Ichendorf den eigentlichen Fluss zu queren.

Erstes Ziel war Thorr. Dieses Straßendorf hat eine lange und spannende Vergangenheit, war

es doch bereits bei den Römern ein Siedlungsort, ein “Vicus“, der an der berühmten Via

Belgica lag. Von hier bis Köln waren es damals auf gerader Strecke knapp 22,5 Kilometer.

Aber wir sind natürlich in die andere, westliche Richtung gefahren, wohl wissend, dass wir

uns auch hier auf den Spuren der Römer befanden. Wie an der Perlenschnur gezogen,

führte uns der Weg nach Elsdorf, wo eine der größten rheinischen Zuckerfabriken ihre

Produktionsstätte hat. Am alten Kleinbahnhof Elsdorf-Ost vorbei, der heute eine Konditorei

beherbergt, aber unter Denkmalschutz steht, zeigen die Hinweisschilder sehr bald: der große

Tagebau ist nicht mehr fern!

Mit unseren Rädern nehmen wir noch eine kleine Anhöhe und stehen unmittelbar am Rand

der riesigen Braunkohlengrube. Etliche Teilnehmer sind jetzt schon zum zweiten oder dritten


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Mal hier, aber ihnen geht es genau so wie den Freunden aus dem Taunus und aus

Leverkusen: dieser Blick in eine Tiefe von ungefähr vierhundert Metern ist atemberaubend.

Die Informationstafeln sind leider nicht mehr auf dem neuesten Stand und an manchen

Stellen auch beschädigt.

Endlich nach einer halben Stunde – der Himmel ist inzwischen zu Tränen betrübt – fahren

wir zurück nach Elsdorf und kehren in ein Eis-Café ein. Hier soll es wirklich das beste

Speiseeis im Rhein-Erft-Kreis geben. Auf demselben Weg wie hin wieder zurückzufahren,

wäre langweilig. Also setzen wir die Idee in die Tat um, das Info-Center der RWE-Braunkohle

in Giesendorf zu besichtigen. Der anspruchsvolle Name „terra nova“ – neues Land – erfüllt

nicht die Ansprüche, die der Besucher damit verbindet. Warum hängen nicht beispielsweise

im Treppenaufgang Bilder aus der alten Braunkohlen-Zeit an die Wand? Warum fehlt

Anschauungsmaterial in Vitrinen? Hier ist noch etliches an Entwicklungspotential. Der Info-

Ständer enthält nur den Flyer über die Sophienhöhe; die Filme sind Standard, wobei der Ton

kaum zu verstehen ist, weil aus dem Restaurant der Lärm von Fußball-Fans hoch dringt.

Etwas Gutes hatte der Aufenthalt doch: wir konnten uns und die Drahtesel bei starken

Regenschauern unterstellen und sogar mit einigen Braunkohle-Gegnern diskutieren, die mit

Rädern auf dem Weg zu einem „Klimacamp“ in Kerpen-Manhein waren.

Die Regenwolken verziehen sich, und wir fahren über Heppendorf und Sindorf nach Horrem

zurück. Jetzt muss noch die „Schiefbahn“, der Anstieg zur Ville-Höhe bezwungen werden;

dann ist der Ausgangspunkt Habbelrath wieder erreicht.

Hans W. Porschen

RV Rhein-Erft-Kreis

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