Präsentation der Zwischenergebnisse von ChemWiss

risp.duisburg.de

Präsentation der Zwischenergebnisse von ChemWiss

Zwischenergebnisse

BMBF-Verbundprojekt

ChemWiss:

Herzlich willkommen!

Wo sind die Enkeltöchter

der Curies?

KONFERENZ

anlässlich der Verleihung des 2. Nobelpreises

an Marie Curie vor 100 Jahren:

Wie weiblich sind die

Naturwissenschaften heute?

Dr. Ute Pascher, Rhein-Rhein-Institut RISP

Prof. Dr. Petra Stein, Institut für Soziologie/

Universität Duisburg-Essen


0. Struktur des Vortrags

1. Hintergrund und Förderrahmen der Pilotstudie

2. Ziel und Inhalt der Teilstudien

3. Erste Ergebnisse der Pilotstudie

Zwischenergebnisse der Online-Befragung

Zwischenergebnisse der qualitativen Teilstudie

4. Fazit und Ausblick

Berlin, 10. November 2011


1. Hintergrund und Förderrahmen der Studie

• BMBF-Programm „Frauen an die Spitze“

• Frauen in der Wissenschaft

• Projektlaufzeit: 1. März 2011 – 28. Februar 2012

• Geschlechterverteilung in der akademischen

Chemie:

– 10,9 % (2008) der ChemieprofessorInnen sind weiblich

– 35,3 % (2008) der hauptberuflich wissenschaftlichen

MA sind Frauen

• Studienstrukturreform und Berufsperspektiven,

insb. Wissenschaftsorientierungen, von

Studentinnen der Chemie

Berlin, 10. November 2011


2. Ziel und Inhalt der Teilstudien

Chemikerinnen auf dem Weg in die Wissenschaft?

Ein empirisches Pilotprojekt zur Analyse der Chancen

beruflich-professioneller Übergänge von Chemiestudentinnen

vor dem Hintergrund des Bologna-

Prozesses

1.Teilstudie: Onlinebefragung von Studierenden

der Chemie als Pilot

2.Teilstudie: Befragung von BA-Studentinnen der

Chemie an zwei Universitäten und exemplarische

Analyse der Fachkultur

Berlin, 10. November 2011


Zentrale Zwischenergebnisse

der Online-Befragung

(1. Juli - 30. September 2011 )

Berlin, 10. November 2011


Teilnehmende Hochschulen

1. Hochschule Fresenius Idstein

2. Hochschule Mannheim

3. Hochschule Niederrhein

4. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

5. Hochschule Merseburg

6. Universität Duisburg-Essen

7. Technische Universität Bergakademie Freiberg

8. Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

9. Georg-August-Universität Göttingen

10. Universität Karlsruhe

11. Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

12. Ludwigs-Maximilians-Universität München

Berlin, 10. November 2011


Stichprobenverteilung nach Hochschulen

Hochschule Fresenius Idstein

Hochschule Mannheim

Hochschule Merseburg

Hochschule Niederrhein

Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

Universität Duisburg-Essen

Technische Universität Bergakademie Freiberg

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Georg-August-Universität Göttingen

Universität Karlsruhe

Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

Ludwigs-Maximilians-Universität München

Gesamt

Berlin, 10. November 2011

Absolute

Häufigkeiten

23

55

25

103

33

185

38

61

55

47

267

94

986

Prozentwerte

2,3

5,6

2,5

10,4

3,3

18,8

3,9

6,2

5,6

4,8

27,1

9,5

100,0


Kernthemen der Online-Befragung

• Entscheidung und Motivation zum Studium

• Zufriedenheit mit dem Studium

• Probleme im Studium

• Diskriminierung an der Hochschule

• Absicht zum Studienabbruch

• Pläne bezüglich der akademischen Laufbahn

• Berufsorientierung

• Karrierenvorstellung und Stellenwert

• Familienplanung

Berlin, 10. November 2011


Angestrebter akademischer Abschluss

Welchen höchsten akademischen Abschluss streben Sie in Ihrem

beruflichen Leben an? (Angaben in Prozent)

Diplomabschluss

Studiengang

Bachelorabschluss

Masterabschluss

Staatsexamen

Promotion

Habilitation

Gesamt

Diplom

13,8%

0%

0,7%

0,4%

79,1%

6,0%

100%

Bachelor

0,2%

8,4%

38,4%

1,5%

47,5%

4,0%

100%

Master

0%

0,6%

32,1%

0,6%

61,8%

4,8%

100%

Berlin, 10. November 2011


Angestrebter akademischer Abschluss - Geschlechtervergleich

Welchen höchsten akademischen Abschluss streben Sie in Ihrem

beruflichen Leben an? (Angaben in Prozent)

Diplomabschluss

Studiengang

Bachelorabschluss

Masterabschluss

Staatsexamen

Promotion

Habilitation

Gesamt

Diplom

19,5%

5,6%

0%

0%

0,6%

0,9%

0,6%

0%

76,1%

83,3%

3,1%

10,2%

100%

100%

Bachelor

0,4%

0%

8,0%

9,6%

39,5%

36,9%

1,9%

1,1%

47,5%

46,5%

2,7%

5,9%

100%

100%

Master

0%

0%

0%

1,6%

28,3%

39,1%

1,0%

0%

68,7%

50,0%

2,0%

9,4%

100%

100%

Frauen

Männer

Berlin, 10. November 2011


Berlin, 10. November 2011


Die qualitative Teilstudie

• Ausgangsbeobachtungen zur Fachkultur „Chemie“

– hoher Stellenwert der Promotion

– eine von Männern tradierte und dominierte Disziplin

• Ausgangsbeobachtung zur Berufskarriereorientierung von

Studentinnen der „Chemie“

– Karriererelevanz von Qualifikation und fachlicher

Kompetenz

– Vereinbarkeit Familie und Beruf

• Untersuchungen an der UDE und der JGU Mainz:

– leitfadengestützte face-to-face Interviews mit B. Sc.

Studentinnen im 2. Fachsemester

– Interviews mit VertreterInnen der Fakultät

– Analyse der Studien-, Prüfungsordnungen und Webseite

Berlin, 10. November 2011


Zwischenergebnisse

der face-to-face-Interviews 1/2

• Keine Unterschiede zwischen den Studentinnen beider

Universitäten

• (hohe) AbbrecherInnenquoten sind „normal“

• Durchhaltevermögen als notwendige persönliche

Disposition ist unabdingbar für den erfolgreichen

Abschluss des Studiums

• Studentinnen berichten nicht von direkten Benachteiligungen

aufgrund des Geschlechts, aber sie beobachten:

– „Mädels“ werden anders behandelt.

– „(Seufzer) (1) Im Labor sagen die auch immer: Ihr seid ja die

Mädels, Ihr kommt ja irgendwie immer durch.“ (Studentin H.)

Berlin, 10. November 2011


Zwischenergebnisse

der Face-to-Face-Interviews 2/2

• Einschätzungen zum Berufsabschluss: Mangelnde

Anerkennung des B. Sc. als berufsqualifizierender

Abschluss.

• Noch keine konkreten Berufsvorstellungen der

Studentinnen

– Aber: Negativauswahl „Professur“!

• Familiengründung wird thematisiert

• Eher ablehnende Haltung zu Mentoring-Programmen

• Erfahrungen eines Leistungseinbruchs Abitur -

Studium

Berlin, 10. November 2011


Karriere in Forschung und Wissenschaft?

• „Forschung finde ich super, nicht dass ich jetzt

glaube, dass ich gut genug wäre.“ (Studentin K.)

• „viel Arbeit, Arbeit auch an Wochenenden“

(Studentin I.)

• „Wissenschaft ist zeitaufwändig und vielleicht

verspürt man gar keinen Erfolg.“ (Studentin P.)

• „Ich wollte früher immer in die Forschung gehen.

Langsam bin ich von dem Trichter runter, weil ich

trotzdem immer gerne mit Menschen

zusammenarbeite.“ (Studentin H.)

Berlin, 10. November 2011


Warum gibt es Ihrer Meinung nach so wenige

Professorinnen in Ihrem Fach?

• Interessengebiete

– Frauen „orientieren sich um und bleiben nicht an der Uni“

– Frauen „gehen eher ins Marketing“ oder in den Bereich F&E

anstatt an der Uni zu bleiben

– „weil Chemie eine Naturwissenschaft ist – oder ist das ein

Vorurteil?“

• Mutterschaft und Familiengründung

– „weil Frauen Mütter werden“

– „weil der Weg zu lang und zeitintensiv ist wenn man als Frau

noch eine Familie haben möchte“

• Generationenfrage

– „weil Naturwissenschaften vor allem früher eine männliche

Domäne war“

– „es ist die ältere Generation, vielleicht ändert sich das noch“

Berlin, 10. November 2011


Wer war Madame Curie? (Zitate befragter Studentinnen)

• „Ich hab so einen Schwangerschaftsratgeber

also einen, der ist ganz witzig

geschrieben. Und da stand Marie Curie,

Schwangerschaft macht kreativ, Marie Curie

hat auch einen Nobelpreis bekommen

während ihrer Schwangerschaft (lachen).“

• „Marie Curie Radioaktivität und so. Viel weiß

ich nicht über sie. Sie hat eine Tochter, die

auch in dem also auch in dem Thema war.

Und ihr Mann auch. Und sie hätte mit der

Strahlung nicht so umgehen sollen wie sie

ist. Aber mehr weiß ich nicht mehr drüber.“

Berlin, 10. November 2011


4. Fazit und Ausblick

• Momentaufnahme

• Längsschnittsdaten sind zur Analyse von Karriereverläufen

sowie zur Analyse der Beziehung von

Karriereplanung und allgemeiner Lebensplanung

erforderlich

• Einstellungen zu Mentoring-Programmen erheben

• die abwägende, zurückhaltende Haltung der

Studentinnen bzgl. ihres Leistungsvermögens und ihrer

Kompetenz

• Vorstellungen über den Weg in die Wissenschaft

überprüfen (Kriterien: Kompetenz, Exzellenz)

• Entwicklung eines Erhebungsinstruments für andere

Studiengänge

Berlin, 10. November 2011


Besten Dank für Ihre

Aufmerksamkeit!

Marie Curie and four of her students.

(Photo taken between 1910 and 1915.)

Source: Library of Congress

Photographer unknown

No known copyright restrictions

http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/

laureates/1911/marie-curie-photo.html

Berlin, 10. November 2011

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