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Ausgabe 2/2004 - Partnerschaft Ruanda

Ausgabe 2/2004 - Partnerschaft Ruanda

Botschafter Eugéne

Botschafter Eugéne Gasana (mitte) mit Innenminister Walter Zuber (rechts) und dem Vorsitzenden des Vereins Partnerschaft Jürgen Debus (links) (Foto: Hanne Hall) for african developement) und unterhalten Deutschland und Darauf können die Rheinland- haben den ersten internationa- Ruanda jetzt Beziehungen, eine Pfälzer wirklich sehr stolz sein. len Gipfel zum 'Peer Review diplomatische Vertretung gibt Und wir sind Rheinland-Pfalz Mechanism' im Februar dieses es seit 40 Jahren und ganz wich- sehr dankbar, besonders auch Jahres ausgerichtet. Der 'Peer tig, wir haben seit 22 Jahren ei- der rheinland-pfälzischen Lan- „Die Partnerschaft, das ist Geben und Nehmen. Wie sagte doch Goethe: Das Einatmen und Ausatmen. Also, ich bin gerne auch bereit zu geben, dass heißt für Rheinland-Pfalz zu werben. „ Review Mechanism' ist ein System zur Sicherung von Transparenz und Good Governance (gute Regierungsführung); Transparenz des Rechtsstaats, der Menschenrechte und der Finanzen. Ruanda ist eines der 15 von den insgesamt 53 Ländern Afrikas, die sich bereits diesem System der Überprü- ne Partnerschaft zu Rheinland- Pfalz. Ruanda-Revue: Das ist eine gute Überleitung zu Rheinland-Pfalz. Da würde uns natürlich sehr interessieren, wie Sie denn diese Partnerschaft empfinden. Botschafter: Also diese Part- desregierung, die sich seit Jahren wirklich stark für Ruanda engagiert. Was mich darüber hinaus besonders freut, die Partnerschaft ist überparteilich, sie ist so zu sagen die Brücke zwischen den Parteien. Die besondere Beziehung zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda zeigt sich darin, dass fung unterziehen. nerschaft ist etwas Einmaliges. die Partner in einem Dialog ste- Sie ist die wahre Globalisie- hen, man tauscht Meinungen Wenige Leute wissen auch, dass rung. Man redet immer über und Erfahrungen aus. Dadurch wir zu Deutschland besondere Globalisierung, auch bei der entsteht Vertrauen, man weiß, Beziehungen haben, weil wir ei- Uno in Genf, aber die richtige dass man gemeinsam etwas ne deutsche Kolonie waren. Globalisierung geschieht zwi- Gutes tun will. Wir stehen in ei- Wobei meine Vorfahren das schen den Menschen und hier nem Prozess, wir lernen vonein- wohl anders empfunden haben. ist die Partnerschaft Rhein- ander und schätzen uns. Somit Sie sahen sich eher als Partner land-Pfalz - Ruanda ein vorbild- hat Rheinland-Pfalz keine Pa- der Deutschen. Seit 120 Jahren liches und praktisches Beispiel. tenschaft, und das ist uns sehr 4 RUANDA REVUE · 02/2004

Interview wichtig, sondern es besteht ei- spielsweise mit der Landesver- Ruanda-Revue: Welche Ziele ne echte Partnerschaft zwi- tretung gemeinsam etwas für müssten in Ihrer Heimat vorrangig schen unseren beiden Ländern. Rheinland-Pfalz zu tun. Ich verwirklicht werden? komme natürlich auch gerne Ruanda-Revue: Sind die bisheri- zu Veranstaltungen in Rhein- Botschafter: Also erstmal gen Schwerpunkte der Hilfen, wie land-Pfalz auch wenn die Bot- wichtig ist die Versöhnung, die Schulen und Gesundheitszentren, schaft nach Berlin umgezogen ja ein sehr langer Prozess ist. Wasserversorgung aus Ihrer Sicht ist. Dazu muss auch Gacaca seinen richtig ? Ich möchte aber den Rhein- Beitrag leisten. Justiz sollte land-Pfälzern noch ein Ange- nicht Strafe sein, sondern Botschafter: Ja, ich denke, dass bot machen: Wir bieten Interes- pädagogisch angelegt werden, eine gute Erziehung und Aus- senten ein Praktikum für einen, als Lernprozess. Also nicht ein bildung und die Versorgung zwei oder drei Monate hier in reines Aburteilen, sondern mit Wasser sehr wichtig sind. Aber ich würde auch gerne für unser Land aus touristischer Sicht werben. Besonders die Menschen aus Rheinland-Pfalz, die durch die Partnerschaft einen Bezug zu Ruanda haben, weil sie beispielsweise gespendet haben und die finanziellen Mittel haben, um das Land zu besuchen. Da haben wir jede Menge anzubieten. der Botschaft. Ich denke, das ist ein guter Weg auch die kommende Generation für unser Land zu interessieren. Wir würden den Praktikanten auch anbieten, bei uns zu wohnen. Ruanda-Revue: Vielen Dank, das ist ein tolles Angebot. Ich fürchte, Sie werden sich vor Nachfragen nicht retten können. Herr Botschafter, noch eine Frage, die zur Zeit auch gleichzeitig mit den Verhandlungen der Gacaca soll die Versöhnung eingeleitet werden. Bezüglich der Wahlen gab es so viele Kritiker. Aber man muss bedenken, es war das erste Mal überhaupt, dass in Ruanda gewählt wurde. Wenn man einmal bedenkt, wie lange dieser Prozess in Europa gedauert hat und in Ruanda sind seit dem Genozid erst 10 Jahre vergan- Ruanda ist das sicherste Land der Welt. Und das meine ich ohne Scherz. Um Ruanda herum gibt es viele unsichere Regionen, aber in Ruanda selbst sind die Sicherheitsmaßnahmen so gut, da sollte man sich wirklich keine Gedanken machen. Ich möchte aber auch für Ruan- mehr den je gestellt wird: Wie sicher gen. Außerdem sollte meiner da als Wirtschaftstandort für ist Ruanda? Meinung nach Kritik immer rheinland-pfälzische Unterneh- konstruktiv nicht destruktiv men werben. Ruanda soll die Botschafter: Ruanda ist das si- sein. Im Verhältnis zu anderen wirtschaftliche Drehscheibe cherste Land der Welt. Und das Ländern Afrikas, und das sind der Region werden. Da könn- meine ich ohne Scherz. Um Länder, die nicht eine solche ten rheinland-pfälzische Unter- Ruanda herum gibt es viele un- Tragödie verarbeiten müssen, nehmen durch Standortvortei- sichere Regionen, aber in Ruan- sind wir auf einem sehr guten le, wie regionale Steuerfreiheit da selbst sind die Sicherheits- Weg. Und unser Präsident, Paul wirtschaftlich profitieren. maßnahmen so gut, da sollte Kagame, hat eine klare Vision man sich wirklich keine Gedan- für sein Land. Das ist sehr wich- Ruanda-Revue: Haben Sie kon- ken machen. tig. krete Vorstellungen, wie Sie sich in die Partnerschaft auch aktiv ein- Ruanda-Revue: Also Sie halten Ruanda-Revue: Vielen Dank bringen können? das Land im Moment für sicher. für das Gespräch. Auch vor dem Hintergrund der Botschafter: Die Partner- Konflikte im Kongo? schaft, das ist Geben und Nehmen. Wie sagte doch Goethe: Botschafter: Wir bevorzugen Das Einatmen und Ausatmen. den Dialog und halten einen Also, ich bin gerne auch bereit Krieg für nicht nötig. Aber zu geben, dass heißt für Rhein- wenn wir dazu gezwungen wür- land-Pfalz zu werben. Ich kann den, wird der Krieg nicht in mir vorstellen, in Berlin bei- Ruanda stattfinden. RUANDA REVUE · 02/2004 5

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